Evangelische Perspektiven - Bayern 2

Evangelische Perspektiven - Bayern 2

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Die Frage nach dem, "was uns unbedingt angeht" und "was die Welt im Innersten zusammenhält" stellt sich heute dringlicher denn je. Die "Evangelischen Perspektiven" versuchen darauf eine Antwort zu geben. Information und Orientierung über Kirche und Religion, Theologie und Spiritualität für Suchende und Interessierte, Skeptiker und Kirchenkritiker.

Episodes

Luthers Glaube ging um die Welt - heute kommt die Welt zurück - 19.03.2017  

Die evangelische Kirche ist auch eine Weltkirche - auch wenn die Reformation vor 500 Jahren vor allem ein europäisches Phänomen war. Rund 500 Millionen Protestanten gibt's weltweit - Lutheraner, Calvinisten, Methodisten - dazu kommt eine neue Gruppe: die Pfingstkirchen. Viele dieser Kirchen gibt’s auch in Bayern – Ulrike Lefherz geht auf Spurensuche bei internationalen evangelischen Gemeinden.

Zeit heilt nicht alle Wunden. Wie Katholiken und Protestanten im Jubiläumsjahr der Reformation aufeinander zugehen - 12.03.2017  

Katholisch-evangelisch. Es ist noch nicht lange her, da war das ein scheinbar unüberwindlicher Gegensatz, der im Großen Kriege verursachte und im Kleinen ganze Familien entzweite. Für Katholiken und Protestanten geht es aktuell im Reformationsjubiläumsjahr deswegen auch ums Heilen alter Wunden. "Healing of Memories", die Erinnerung heilen durch Erinnern. Veronika Wawatschek hat nachgeforscht, was das für Kirchengemeinden 500 Jahre nach der katholisch-protestantischen Spaltung heißt, wie Katholiken und Protestanten im Jubiläumsjahr der Reformation aufeinander zugehen.

Mit Gott im Grünen - 05.03.2017  

Die Wildhüter im südafrikanischen 'Umfolozi-Naturpark‘ nahe dem benachbarten Mozambique bieten ihren Besuchern eine besondere Erfahrung. Wer den Mut mitbringt, geht mit den erfahrenen Zulus vier Tage und vier Nächte zu Fuß und ohne Zelt durch das Wildreservat, das ungefähr die Größe des Saarlandes hat. Der Trail führt durch Savannen und Urwälder, durch Flüsse, über Bergrücken in eine wilde Landschaft die von Löwen, Elefanten, Nashörnern, afrikanischen Büffeln, Giraffen, Giftschlangen, Alligatoren und so manchem mehr bevölkert ist, was der europäische Besucher sonst nur hinter der Glasscheibe im städtischen Zoo zu Gesicht bekommt. Da ist nicht nur Nervenkitzel garantiert. Geseko von Lüpke war für die Evangelischen Perspektiven zu Fuß in der afrikanischen Wildnis unterwegs:

Evangelische Theologie - was sonst? - 26.02.2017  

Seit 50 Jahren kann man auch im ehemals katholischen München evangelische Theologie studieren. Und die Münchner Fakultät hat ganz eigene Akzente gesetzt, sie gilt als weltoffen, soziologisch und philosophisch interessiert - und als ökumenisch. Immerhin ist München die einzige Stadt in Europa, in der man evangelische, katholische und orthodoxe Theologie studieren kann. Simon Berninger zeichnet die Geschichte der evangelischen Fakultät in München zum 50. Geburtstag nach.

Reformieren? Immer! - 19.02.2017  

Zurück zum Ursprung - das ist ein Ur-Impuls Martin Luthers gewesen: Back to the roots, in der lateinischen Gelehrtensprache "Ad fontes". Nimmt man das ernst, ist es die Aufgabe jeder Zeit, diese Gedankenschritte zu wiederholen - sich immer wieder neu aufs Eigentliche des Glaubens und der Kirche zu besinnen. Wenn wir dieses Jahr 500 Jahre Reformation feiern, dann bleibt die Aufgabe bestehen. Friederike Weede fragt nach der Kirche deiner Träume.

Dürer, Cranach & Co - 12.02.2017  

Ohne Buchdruck und Kunst wäre die Reformation nicht denkbar gewesen. Wenn wir dieses Jahr 500 Jahre Reformation feiern, sollten die Künstler und ihr neuer Blick auf die Welt und den Menschen nicht fehlen: Albrecht Dürer, Lukas Cranach oder Hans Holbein der Jüngere machten ein neues Lebensgefühl in ihren Bildern sichtbar, für die sie bis heute berühmt sind. Antje Dechert über die "Kunst der Freiheit" der Reformationszeit.

Bastionen der Protestanten - 05.02.2017  

Außerhalb Bayerns wird oft als selbstverständlich vorausgesetzt, dass der Freistaat ein durch und durch katholisches Land ist. Tatsächlich leben mehr als zwei Millionen evangelische Christen in Bayern, und in bayerischen Städten wurde Reformationsgeschichte geschrieben. Tilmann Kleinjung macht sich zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation auf die Suche nach den lutherischen Wurzeln Bayerns und erkundet, was Luthers Erben daraus gemacht haben. Am Beispiel von drei „Bastionen“ der Protestanten: Augsburg, Nürnberg und Coburg.

Zurück ins Licht - 29.01.2017  

Opfer von Gewalttaten werden oftmals doppelt gedemütigt: Durch die Tat an sich und durch die Öffentlichkeit, die ihre Aufmerksamkeit in aller Regel auf den Täter richtet, nicht aber auf die Opfer. Dabei müssen diese mit den körperlichen und vor allem den seelischen Narben eines Verbrechens leben. Traumatherapeuten, Polizeibeamte aus der Opferschutzbetreuung und kirchliche Opferseelsorger haben das Dilemma erkannt und bieten neue Hilfen an. Andreas Boueke spricht mit Opfern von Verbrechen und stellt Ansätze vor, wie sie unterstützt werden können.

Fragmente des Lebens - 22.01.2017  

Das Leben ist bekanntermaßen eine Baustelle, und oft sind alte Brüche, Geheimnisse und Verstrickungen mit in die Lebensgeschichte gebaut. Wenn alles Fragment bleibt – und am Ende sowieso der Tod steht, wie kann man die eigenen Biographie dann als segensreich verstehen? Was, wenn ich nicht mal meine Herkunft kenne? Rita Homfeldt geht den Brüchen im Leben nach und sucht nach Befreiung von alten Verstrickungen.

Unter dem Schutz des Propheten? - 15.01.2017  

Durch den islamistischen Terror des so genannten "Islamischen Staats" oder der fundamentalistischen Gruppierung Boko Haram in Nigeria verbinden viele Menschen den Islam heute nicht eben mit religiöser Toleranz. Dabei hat der Prophet Mohammed bereits im 7. Jahrhundert mit seiner offiziellen Gemeindeordnung von Medina ein gleichberechtigtes Miteinander unterschiedlicher Religionsgemeinschaften ermöglicht. Heute wirken diese "Schutzbriefe des Propheten" aktueller denn je. Mehr und mehr muslimische Wissenschaftler wollen ihnen deswegen neue Geltung verschaffen. Corinna Mühlstedt: "Unter dem Schutz des Propheten? Der Islam und die religiösen Minderheiten".

Mönch und Sultan. Franz von Assisi und sein interreligiöser Dialog - 08.01.2017  

Es ist rund 800 Jahre her, da trafen sich ein Mönch und ein Sultan. Der Mönch hieß Franz von Assisi. Der Sultan Malek Al Kamil von Ägypten. Mitten in den blutigen Kriegen der Kreuzzüge trafen sich zwei Männer, die den Hass der Religionen überwinden wollten. Lange galt in der Forschung. Franz von Assisi wollte den Sultan bekehren. Doch neue Arbeiten zeigen: Das war nicht der Fall. Es ging um mehr, es ging um religiöse Toleranz, von der wir heute womöglich noch lernen können. Peter Erlenwein über eine Neuentdeckung eines alten Gipfeltreffens.

Wie geht Frieden? Wege aus der Hassspirale? - 06.01.2017  

Etwas ist gekippt, schwer in Worte zu fassen: die Stimmen der Hassprediger übertönen den Alltag, Prediger des IS genauso wie die anderen, die auf Angst, Nationalismus, Verschwörungstheorien und noch mehr solche Zutaten setzen. Wie geht Frieden? Das scheint immer weniger zu interessieren. Matthias Morgenroth geht mit auf Friedenswege, spricht mit der Journalistin Düzen (Düssen) Tekkal genauso wie dem Theologen mit Eugen Drewermann über die Frage, die uns alle betrifft: Wie geht Frieden – auch in diesem Land?

"Ich bin für dich da". Wie Hospizhelfer von Sterbenden fürs Leben lernen - 01.01.2017  

Ohne sie geht gar nichts, ohne die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, das gilt für viele Bereiche und das gilt auch für die Hospize für Todkranke und Sterbende. Die Aufgabe ist anstrengend, aber sie verbindet auf ungewöhnliche Weise mit dem Leben. Rita Homfeldt hat ehrenamtliche Hospizhelfer begleitet.

Aufwachsen in Zeiten des Terrors. Gesucht sind Geschichten gegen die Angst - 26.12.2016  

Fürchtet euch nicht! So spricht der Engel zu den Hirten auf dem Felde. Fürchtet euch nicht, hören wir im Weihnachtsgottesdienst. Doch auf den Feldern, den Schlachtfeldern der Gegenwart - seien es reale wie in Aleppo, seien es virtuelle wie die Chatrooms im Internet – ist davon wenig zu spüren. Was erzählen wir unseren Kindern zu Weihnachten in Zeiten des Umbruchs, des Terrors und der zunehmenden Aggressivität? Wir brauchen Geschichten gegen die Angst, sagt Doris Weber in ihrem Feature.

Wenn Gott im Herzen geboren wird. Die mystische Seite des Weihnachtsfestes - 25.12.2016  

Die Geburt des göttlichen Kindes - das war von den Anfängen der Christenheit kein äußerlicher Gedanke, sondern ein zutiefst mystischer. An Weihnachten, so die Denker der Alten Kirche, feiern wir die Gottesgeburt im Menschen. Den Himmelsfunken der Seele. Den neuen Anfang, dem wir im Laufe des Lebens mehr und mehr Raum geben sollen. Diesem mystischen Gedanken im Weihnachtsfest und der biblischen Erzählung von der Geburt im Stall in Bethlehem geht Corinna Mühlstedt nach.

"Immer der Nase nach" - Der Duft von Weihnachten. Gerüche als Lebensbegleiter - 18.12.2016  

Noch mehr als an Bilder, Klänge, Geräusche sind unsere Erinnerungen an Düfte und Gerüche geknüpft. Zum Beispiel an Weihnachten: Noten wie Zimt, Vanille oder Bienenwachs rufen unsere ganz persönlichen Weihnachtsgeschichten wach, Geschichten vom Abwarten und Heimkommen. Düfte als Lebensbegleiter – auch im therapeutischen Zusammenhang spielen sie eine immer größere Rolle. Und selbst die Bibel erzählt Geschichten für die Nase, von Narde, Myrrhe und Weihrauch. Für die Evangelischen Perspektiven hat sich Christina Fuchs einmal quer durch die Weihnachtsbäckerei und den alten Orient geschnuppert: "Immer der Nase nach! Oder: Der Duft von Weihnachten".

"Davon ich singen und sagen will". Martin Luther und seine Lieder - 11.12.2016  

Vom Himmel hoch, da komm ich her - diesen Adventsklassiker verdanken wir Martin Luther. Wie noch viele weitere Kirchenlieder. Wie überhaupt die gesamte deutschsprachige Kirchenlied-Kultur. Gesang war für Martin Luther der passende Gotteslob. Und wie bei seiner Bibelübersetzung schaute er auch bei seinen Liedern "dem Volk aufs Maul" – und wollte die besseren Volkslieder schaffen. Für Weihnachten ist es ihm gelungen. Andreas Pehl zeichnet Martin Luthers Lieder nach.

Für Sie gelesen. Neues vom Buchmarkt - 04.12.2016  

Advent- und Weihnachtszeit: Das ist auch eine Lesezeit. Um Ihnen die Orientierung in der Publikationsflut etwas zu erleichtern, stellen wir Ihnen heute neu erschienene Bücher aus den Bereichen Religion, Philosophie und Theologie vor. Die Auswahl ist – zugegebenermaßen – sehr persönlich.

Frauen auf der Kanzel. Der Kampf ist noch nicht zu Ende - 27.11.2016  

Was ist der Unterschied zwischen evangelischer und katholischer Kirche - viele antworten: Bei den Evangelischen können auch die Frauen Pfarrer werden. Allzulang allerdings noch nicht, in Bayern erst seit 1976. Und in Lettland sollen Pfarrerinnen auch wieder abgeschafft werden – Frauen auf der Kanzel – der Kampf ist noch nicht zu Ende, sagt Daniel Knopp.

Seine Kirche aber schwieg. Martin Gauger, der Deserteur - 20.11.2016  

Martin Gauger war als leitender Jurist des Sekretariats der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands eine der wenigen führenden Persönlichkeiten im Justizapparat des Dritten Reiches, der sich aus moralischen Bedenken und Glaubensgründen heraus gegen das NS-Regime stellte. So wurde er zum Oppositionellen, zum Lebensretter und letztlich zum Opfer. Gauger wird im Mai 1941 im KZ Buchenwald interniert und wenige Wochen später mit nur 35 Jahren in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein vergast. Sein Schicksal blieb lange unbekannt. Erst 2006 erhält die Familie Gaugers eine erste Entschuldigung seitens der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Nancy Brandt erinnert an Martin Gauger: "Seine Kirche aber schwieg. Martin Gauger, der Deserteur".

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