Evangelische Perspektiven - Bayern 2

Evangelische Perspektiven - Bayern 2

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Die Frage nach dem, "was uns unbedingt angeht" und "was die Welt im Innersten zusammenhält" stellt sich heute dringlicher denn je. Die "Evangelischen Perspektiven" versuchen darauf eine Antwort zu geben. Information und Orientierung über Kirche und Religion, Theologie und Spiritualität für Suchende und Interessierte, Skeptiker und Kirchenkritiker.

Episodes

Reformation 500: Gewissenhaftes Denken, widerständiger Glaube - 20.08.2017  

Jeder ist selbst Papst, schrieb Martin Luther sinngemäß und läutete mit der Reformation eine neue Ära in Europa und der Welt ein. In der Wiederholung unserer Reihe "Reformation 500" fragt heute Holger Gohla nach den Hauptthesen Martin Luthers und der reformatorischen Bewegung. Was heißt das, wenn jeder selbst Verantwortung vor Gott übernehmen kann? Wenn jeder selbst in der Bibel lesen soll, um sich einen Reim darauf zu machen, was Menschen mit Gott erfahren haben? "Sola fide", "sola scriptura", "sola gratia" – die lateinischen Schlagworte von einst sind heute noch Grundlage derjenigen Kirchen, die sich "evangelisch" nennen. Thesen der Reformation, so hat Holger Gohla seine Entdeckungsreise in lutherisches Denken überschrieben.

Reformation 500: Weniger Papst, mehr Bibel - 13.08.2017  

Am 31. Oktober ist Reformationstag, der an Luthers 95 Thesen vor fast 500 Jahren erinnert. Aber Luther war nicht der erste, der Kritik an der Kirche übte. Immer wieder hat es Reformbewegungen gegeben, zum Teil mit ähnlichen Ideen wie Luther sie verbreitete. Die Waldenser beispielsweise oder die böhmischen Hussiten. Auch wenn sie Minderheiten blieben und - anders als Luther - keine Spaltung der Christenheit auslösten: Ihre Ideen wirkten weiter. Weniger Papst, mehr Bibel. Christoph Fleischmann macht sich auf die Suche nach Reformatoren vor Luther.

Protest fürs Christliche Abendland? - 06.08.2017  

Sie nennen sich "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". In Dresden, wo Pegida vor mittlerweile drei Jahren erstmals in Erscheinung trat, marschieren jeden Montag auch Christen bei den Protesten mit. Ausgerechnet Christen, deren Kirchen sich doch so sehr für Willkommenskultur und die multikulturelle Gesellschaft einsetzen. Seither weitet sich der Spalt zwischen Pegida-Anhängern und Pegida-Gegnern in den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden. Simon Berninger zeichnet das spannungsvolle Verhältnis von Kirchen und Pegida in der sächsischen Hauptstadt nach.

Wo Vergangenheit trennt, muss Zukunft verbinden - 30.07.2017  

Die Völker Europas teilen eine blutige Geschichte der Diktaturen, der Kriege und die eines beispiellosen Völkermords. Und doch blickt jedes Volk anders zurück, deuten Nachfahren der Täter die Geschichte anders als Nachfahren von Opfern oder Siegern. Initiativen, die aus der christlichen Friedensbewegung entstanden sind, wie die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste oder die Stiftung Kreisau für europäische Verständigung versuchen, Europäern aus verschiedenen Ländern einen empathischen Blick auf das geschichtliche Selbstverständnis des jeweils anderen zu eröffnen. Irene Dänzer-Vanotti erzählt, wie so in der Begegnung junger Polen, Deutscher, Ukrainer oder Weißrussen eine neue europäische Erinnerungskultur entsteht.

Gedenken 2.0 - 23.07.2017  

Sachsenhausen, Bergen-Belsen, Dachau, das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder der Obersalzberg - Die Gedenkorte der Verbrechen der Nationalsozialisten müssen neue Wege finden, um Erinnerung wachzuhalten und ihre Geschichten zu vermitteln. Denn bald werden die letzten Zeitzeugen tot sein. Wie kann das Erinnern in Zukunft aussehen? Barbara Schneider war an verschiedenen Gedenkorten unterwegs.

Evangelische Perspektiven - Law and Order oder eine neue Kultur sozialer Empathie? - 16.07.2017  

In den USA hat, seit den Ermordungen schwarzer unschuldiger Menschen durch gezielte Schüsse weißer Polizisten in Ferguson und anderswo, ein intensives Nachdenken über das Verhältnis von Sheriffs und Gemeinden begonnen. ‚Black Lives Matter‘, eine Bewegung, von schwarzen Frauen gegründet, fragt radikal nach sozialer Empathie seitens der Staatsgewalt. "Law and Order" oder eine neue Kultur sozialer Empathie? Peter Erlenwein über Polizei und Justiz in den USA am Scheideweg.

Wie das Leben uns zeichnet - 09.07.2017  

Manches geht unter die Haut, soll sogar: Viele setzen auf ihrem Körper Zeichen. Tattoos verraten viel über das, was Menschen heilig ist. Natürlich, sie sind eine besondere Form des Körperschmucks - aber sie sind auch mehr. "Wie das Leben  uns zeichnet"  - Sie hören ein Feature von Markus Kaiser.

Stein des Anstoßes - 02.07.2017  

Windschief duckt sie sich in den Kiesboden der Gedenkstätte auf dem ehemaligen KZ-Gelände in Dachau - ein Gebäude wie eine Wunde: die evangelische Versöhnungskirche. Seit der Grundsteinlegung scheiden sich an ihr die Geister: Die Dachauer Bürger finden die Kirche zu teuer, im Grunde hässlich und halten sie generell für überflüssig. Das Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers provoziert und beschwichtigt, übt Druck aus auf Öffentlichkeit und Politik und bekommt Anfeindungen zu spüren. Jutta Neupert erzählt die wechselvolle Geschichte der Kirche mit den Worten von Zeitzeugen: "Stein des Anstoßes. 50 Jahre Versöhnungskirche in Dachau".

Lutheraner im Schatten des Vatikans. Der weite Weg von der Verfolgung zur Anerkennung - 25.06.2017  

500 Jahre ist es her, dass Martin Luther mit seinen 95 Thesen die Reformation anzettelte. Und nur kurze Zeit später galten Lutheraner in Rom als die Ketzer schlechthin. Nichtsdestotrotz praktizierten Protestanten ihren Glauben in der katholischen Metropole – benachteiligt zwar, aber doch stillschweigend geduldet. Vom Verbot über die Duldung bis hin zu ihrer offiziellen Anerkennung war es für die lutherische Gemeinde in Rom ein langer und harter Weg. Corinna Mühlstedt zeichnet ihn nach: "Lutheraner im Schatten des Vatikan – Der weite Weg von der Verfolgung zur Anerkennung".

Vater Samenspender. Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln - 18.06.2017  

Seit den 70er Jahren können Kinder durch Insemination einer fremden Samenspende legal in Deutschland gezeugt werden. Auf diese Weise wurde in den letzten gut 45 Jahren schätzungsweise mindestens 100.000 Paaren bundesweit der unerfüllte Kinderwunsch erfüllt. Viele dieser inzwischen erwachsenen Kinder wissen bis heute nichts über die Umstände ihrer Zeugung. Andere machen sich auf die Suche nach ihrem biologischen Vater, nach ihren eigenen Wurzeln. Eine Suche, die oft erfolglos bleibt.

Viele Religionen, ein Heiliges Land. Was Juden, Christen und Muslime mit Israel verbinden - 11.06.2017  

Heute beginnt die ARD-weite Themenwoche "Woran glaubst Du?". Fragen von Religion und Bekenntnis stehen eine Woche lang im Mittelpunkt des Programms in Hörfunk, Fernsehen und Onlineberichterstattung. Woran glaubst Du? Nirgends sonst auf der Welt ist diese Frage so Existenzbestimmend wie in Israel, im Heiligen Land, in dem Juden, Christen und Muslime wichtige Eckpunkte ihres Glaubens verorten. Gerade in Jerusalem konzentriert sich das religiöse Herzblut dreier Weltreligionen auf engstem Raum. Viele Religionen, ein Heiliges Land - in den Evangelischen Perspektiven stellt Daniel Knopp aus Anlass der ARD-Themenwoche die Frage: Was Juden, Christen und Muslime mit Israel verbinden?

Gott ist Licht. Alles "nur" Esoterik? - 05.06.2017  

Feng Shui, Reiki, Auralesen, Geomantie - alles Phänomene der Esoterik, zu der die christliche Theologie stets um Abgrenzung bemüht ist. Dabei vertreten auch Christen längst ganz selbstverständlich esoterische Glaubensinhalte und suchen Gott nicht nur in Kirche und Katechismus, sondern auch in der Natur, der Meditation oder in Ekstase. Wie kann eine Aussöhnung von christlicher Theologie und Esoterik gelingen, Friederike Weede sucht darauf Antwort: Gott ist Licht - Alles "nur" Esoterik?

Schäm dich! Eine kleine Kulturgeschichte des Schamgefühls - 04.06.2017  

Man wird rot, es wird einem heiß und kalt, am liebsten würde man im Boden versinken. Wer nicht der Norm entspricht, der schämt sich. Wofür, das bestimmt die Gesellschaft, das hängt ab von den Normen und Sitten der jeweiligen Zeit. Auch eine vermeintlich hemmungslose Selfie-Gesellschaft wie die unsere hat ihre Schamgrenzen. Rita Homfeldt geht ihnen auf den Grund: "Schäm dich!" Eine kleine Kulturgeschichte des Schamgefühls.

Friede. Freude. Reformation? Ein Rundgang über den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 - 29.05.2017  

Auf den Elb-Auen vor Wittenberg sollen sie lagern, picknicken, feiern und zuhören: Bis zu 300.000 Leute erwarten die Veranstalter zum zentralen Gottesdienst zur 500-Jahr-Feier der Reformation. Luther hätte es gefallen, da sind sich die Kirchentagsmacher einig: steht doch der Kirchentag für Kirche von unten, für offene Diskussionsforen und Mitmach-Gottesdienste ohne Hierarchie, all das, für das die Reformation sich eingesetzt hat. Matthias Morgenroth sammelt Eindrücke, Thesen und reformatorische Impulse.

Universal Jam-Session - Transzendenz in Jazz und Gottesdienst - 25.05.2017  

Nicht nur weil er seinen historischen Ursprung in Spiritual und Gospel hat, weist Jazz eine erstaunliche Nähe zur Religion auf. Und eine beseelte Jam-Session steht im Erleben von Heiligkeit einem Gottesdienst in nichts nach. Aber was macht die Nähe von Jazz und Gottesdienst aus? Und was gewinnt ein Gottesdienst, wenn er sich auf die freie Improvisation des Jazz einlässt? Friederike Weede hat sich auf Spurensuche gemacht in den Gewölben von Kirchen und Kneipen: "Universal Jam-Session – Transzendenz in Jazz und Gottesdienst".

Festakt in Namibia. Der Lutherische Weltbund feiert 500 Jahre Reformation - 21.05.2017  

In Windhoek in Namibia fand diese Woche die  12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes statt: Lutherische Christen aus 145 Mitgliedskirchen in insgesamt 98 Ländern kommen alle sieben Jahre zusammen, um sich über Leben und Lage ihrer Kirchen auszutauschen.Dieses Mal fällt die Vollversammlung zusammen mit der Feier des Reformationsjubiläums Vor 500 Jahren setzte Luther mit seinen 95 Thesen die Reformation in Gang. Heute - und genau das will der Weltbund mit der Wahl seines afrikanischen Versammlungsortes betonen - sei die Reformation eine "Weltbürgerin" geworden, auf die sich zahlreiche evangelische Kirchen auf allen Kontinenten gründen. Daran erinnerten die 280 lutherischen Delegierten bei ihrem Treffen in Namibia. Und sie stellten die Frage, wie Luthers Erben mit den Errungenschaften der Reformation Zukunft gestalten wollen. Corinna Mühlstedt war beim historischen Treffen in Windhoek dabei.

Heiligsprechung der Natur - 14.05.2017  

Sich eins fühlen mit allem, was ist - das ist eine große mystische Sehnsucht der Menschen zu allen Zeiten gewesen. Unsere christliche Tradition hat die Schöpfung über Jahrhunderte außen vor gelassen - sie wird zur Zeit kreativ neu entdeckt. Geseko von Lüpke macht sich auf die Suche nach Schöpfungsspiritualität.

Ökumenische Perspektive - Geteilte Geschichte, gemeinsame Erinnerung - 07.05.2017  

Im kommenden Oktober sind 500 Jahre vergangen, seit Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte. Sie gelten als der Beginn der Reformation. Aus Anlass des Reformationsgedenkjahrs 2017 senden wir heute Ökumenische Perspektiven zum Thema: "Geteilte Geschichte, gemeinsame Erinnerung. Geht das Zeitalter der Konfessionen zu Ende?"

Hoffnung wider alle Verzweiflung - 30.04.2017  

Der Papst hat vor einer Woche noch einmal klare Worte gefunden: Internationale Verträge verhindern, dass in Europa die Menschenrechte gelten - Franziskus hat ein unglückliches Bild gewählt, als er die Zustände in manchen Flüchtlingslagern mit Konzentrationslagern verglich, um auf die Missstände hinzuweisen – Es gibt im Europarecht eine Möglichkeit, Hilfesuchenden auf der Flucht gezielt zu helfen, klar zu kontrollieren, wer kommt und daneben auch Schleppern das verbrecherische Geschäft zu verderben: Humanitäre Visa, Humanitäre Korridore. Die ökumenische Gemeinschaft Sant'Egidio hat mit dem Segen des italienischen Staates damit angefangen, Flüchtlinge über humanitäre Korridore nach Europa zu bringen. Sie hören ein Feature von Corinna Mühlstedt:

Von der Ladenkirche bis zum mobilen Diakon - 23.04.2017  

Wenn die Leute nicht mehr in die Kirche kommen, muss die Kirche eben zu den Leuten. Mit dieser Maxime hat sich seit 50 Jahren die Seelsorge gerade im evangelischen Milieu verändert - "Ladenkirchen" mitten in der Stadt wurden erfunden, im Augenblick wollen "Vesperkirchen" die Leute zu Gespräch und Essen laden. Rita Homfeldt fragt: Was passiert, wenn die Kirche zu den Leuten kommt?

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