Evangelische Perspektiven - Bayern 2

Evangelische Perspektiven - Bayern 2

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Die Frage nach dem, "was uns unbedingt angeht" und "was die Welt im Innersten zusammenhält" stellt sich heute dringlicher denn je. Die "Evangelischen Perspektiven" versuchen darauf eine Antwort zu geben. Information und Orientierung über Kirche und Religion, Theologie und Spiritualität für Suchende und Interessierte, Skeptiker und Kirchenkritiker.

Episodes

Fragmente des Lebens - 22.01.2017  

Das Leben ist bekanntermaßen eine Baustelle, und oft sind alte Brüche, Geheimnisse und Verstrickungen mit in die Lebensgeschichte gebaut. Wenn alles Fragment bleibt – und am Ende sowieso der Tod steht, wie kann man die eigenen Biographie dann als segensreich verstehen? Was, wenn ich nicht mal meine Herkunft kenne? Rita Homfeldt geht den Brüchen im Leben nach und sucht nach Befreiung von alten Verstrickungen.

Unter dem Schutz des Propheten? - 15.01.2017  

Durch den islamistischen Terror des so genannten "Islamischen Staats" oder der fundamentalistischen Gruppierung Boko Haram in Nigeria verbinden viele Menschen den Islam heute nicht eben mit religiöser Toleranz. Dabei hat der Prophet Mohammed bereits im 7. Jahrhundert mit seiner offiziellen Gemeindeordnung von Medina ein gleichberechtigtes Miteinander unterschiedlicher Religionsgemeinschaften ermöglicht. Heute wirken diese "Schutzbriefe des Propheten" aktueller denn je. Mehr und mehr muslimische Wissenschaftler wollen ihnen deswegen neue Geltung verschaffen. Corinna Mühlstedt: "Unter dem Schutz des Propheten? Der Islam und die religiösen Minderheiten".

Mönch und Sultan. Franz von Assisi und sein interreligiöser Dialog - 08.01.2017  

Es ist rund 800 Jahre her, da trafen sich ein Mönch und ein Sultan. Der Mönch hieß Franz von Assisi. Der Sultan Malek Al Kamil von Ägypten. Mitten in den blutigen Kriegen der Kreuzzüge trafen sich zwei Männer, die den Hass der Religionen überwinden wollten. Lange galt in der Forschung. Franz von Assisi wollte den Sultan bekehren. Doch neue Arbeiten zeigen: Das war nicht der Fall. Es ging um mehr, es ging um religiöse Toleranz, von der wir heute womöglich noch lernen können. Peter Erlenwein über eine Neuentdeckung eines alten Gipfeltreffens.

Wie geht Frieden? Wege aus der Hassspirale? - 06.01.2017  

Etwas ist gekippt, schwer in Worte zu fassen: die Stimmen der Hassprediger übertönen den Alltag, Prediger des IS genauso wie die anderen, die auf Angst, Nationalismus, Verschwörungstheorien und noch mehr solche Zutaten setzen. Wie geht Frieden? Das scheint immer weniger zu interessieren. Matthias Morgenroth geht mit auf Friedenswege, spricht mit der Journalistin Düzen (Düssen) Tekkal genauso wie dem Theologen mit Eugen Drewermann über die Frage, die uns alle betrifft: Wie geht Frieden – auch in diesem Land?

"Ich bin für dich da". Wie Hospizhelfer von Sterbenden fürs Leben lernen - 01.01.2017  

Ohne sie geht gar nichts, ohne die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, das gilt für viele Bereiche und das gilt auch für die Hospize für Todkranke und Sterbende. Die Aufgabe ist anstrengend, aber sie verbindet auf ungewöhnliche Weise mit dem Leben. Rita Homfeldt hat ehrenamtliche Hospizhelfer begleitet.

Aufwachsen in Zeiten des Terrors. Gesucht sind Geschichten gegen die Angst - 26.12.2016  

Fürchtet euch nicht! So spricht der Engel zu den Hirten auf dem Felde. Fürchtet euch nicht, hören wir im Weihnachtsgottesdienst. Doch auf den Feldern, den Schlachtfeldern der Gegenwart - seien es reale wie in Aleppo, seien es virtuelle wie die Chatrooms im Internet – ist davon wenig zu spüren. Was erzählen wir unseren Kindern zu Weihnachten in Zeiten des Umbruchs, des Terrors und der zunehmenden Aggressivität? Wir brauchen Geschichten gegen die Angst, sagt Doris Weber in ihrem Feature.

Wenn Gott im Herzen geboren wird. Die mystische Seite des Weihnachtsfestes - 25.12.2016  

Die Geburt des göttlichen Kindes - das war von den Anfängen der Christenheit kein äußerlicher Gedanke, sondern ein zutiefst mystischer. An Weihnachten, so die Denker der Alten Kirche, feiern wir die Gottesgeburt im Menschen. Den Himmelsfunken der Seele. Den neuen Anfang, dem wir im Laufe des Lebens mehr und mehr Raum geben sollen. Diesem mystischen Gedanken im Weihnachtsfest und der biblischen Erzählung von der Geburt im Stall in Bethlehem geht Corinna Mühlstedt nach.

"Immer der Nase nach" - Der Duft von Weihnachten. Gerüche als Lebensbegleiter - 18.12.2016  

Noch mehr als an Bilder, Klänge, Geräusche sind unsere Erinnerungen an Düfte und Gerüche geknüpft. Zum Beispiel an Weihnachten: Noten wie Zimt, Vanille oder Bienenwachs rufen unsere ganz persönlichen Weihnachtsgeschichten wach, Geschichten vom Abwarten und Heimkommen. Düfte als Lebensbegleiter – auch im therapeutischen Zusammenhang spielen sie eine immer größere Rolle. Und selbst die Bibel erzählt Geschichten für die Nase, von Narde, Myrrhe und Weihrauch. Für die Evangelischen Perspektiven hat sich Christina Fuchs einmal quer durch die Weihnachtsbäckerei und den alten Orient geschnuppert: "Immer der Nase nach! Oder: Der Duft von Weihnachten".

"Davon ich singen und sagen will". Martin Luther und seine Lieder - 11.12.2016  

Vom Himmel hoch, da komm ich her - diesen Adventsklassiker verdanken wir Martin Luther. Wie noch viele weitere Kirchenlieder. Wie überhaupt die gesamte deutschsprachige Kirchenlied-Kultur. Gesang war für Martin Luther der passende Gotteslob. Und wie bei seiner Bibelübersetzung schaute er auch bei seinen Liedern "dem Volk aufs Maul" – und wollte die besseren Volkslieder schaffen. Für Weihnachten ist es ihm gelungen. Andreas Pehl zeichnet Martin Luthers Lieder nach.

Für Sie gelesen. Neues vom Buchmarkt - 04.12.2016  

Advent- und Weihnachtszeit: Das ist auch eine Lesezeit. Um Ihnen die Orientierung in der Publikationsflut etwas zu erleichtern, stellen wir Ihnen heute neu erschienene Bücher aus den Bereichen Religion, Philosophie und Theologie vor. Die Auswahl ist – zugegebenermaßen – sehr persönlich.

Frauen auf der Kanzel. Der Kampf ist noch nicht zu Ende - 27.11.2016  

Was ist der Unterschied zwischen evangelischer und katholischer Kirche - viele antworten: Bei den Evangelischen können auch die Frauen Pfarrer werden. Allzulang allerdings noch nicht, in Bayern erst seit 1976. Und in Lettland sollen Pfarrerinnen auch wieder abgeschafft werden – Frauen auf der Kanzel – der Kampf ist noch nicht zu Ende, sagt Daniel Knopp.

Seine Kirche aber schwieg. Martin Gauger, der Deserteur - 20.11.2016  

Martin Gauger war als leitender Jurist des Sekretariats der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands eine der wenigen führenden Persönlichkeiten im Justizapparat des Dritten Reiches, der sich aus moralischen Bedenken und Glaubensgründen heraus gegen das NS-Regime stellte. So wurde er zum Oppositionellen, zum Lebensretter und letztlich zum Opfer. Gauger wird im Mai 1941 im KZ Buchenwald interniert und wenige Wochen später mit nur 35 Jahren in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein vergast. Sein Schicksal blieb lange unbekannt. Erst 2006 erhält die Familie Gaugers eine erste Entschuldigung seitens der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Nancy Brandt erinnert an Martin Gauger: "Seine Kirche aber schwieg. Martin Gauger, der Deserteur".

Zwischen Widerstand und Political Correctness - 13.11.2016  

Wann ist Widerstand gegen den Staat nötig - für einzelne Christen, für die Kirchen als Institution? Diese Frage war im 20. Jahrhundert mit dem Zusammenbruch der Menschlichkeit während des Nationalsozialismus eine Frage auf Leben und Tod. Durch diese Frage wurden im sozialistischen Unrechtsstaat DDR die Kirchen die wichtigsten Versammlungsorte auf dem Weg zur friedlichen Revolution. Und heute? Wann gilt es heute, politisch entschieden aufzutreten? Simon Berninger fragt danach, wo die Kirche politisch war und heute sein muss.

"Aus Treue, Liebe und Dankbarkeit" - 06.11.2016  

Pflege ist die Herausforderung für die überalterte Gesellschaft. Und Pflege ist weiblich, wird traditionell von Ehefrauen, Töchtern, Schwiegertöchtern übernommen. So die gängige Vorstellung. Tatsächlich übernehmen aber auch immer mehr Männer die Pflege für Angehörige. Und das fällt ihnen ungleich schwerer, bringt es sie doch leicht in Konflikt mit erlernten Männlichkeitsidealen. Und Unterstützung speziell für pflegende Männer gibt es kaum. Rita Homfeldt begegnet Betroffenen in ihrem Pflegealltag.

"Gott, Du Arsch, warum ich?" - 01.11.2016  

Oft ist es nur ein Moment der Unachtsamkeit im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz, der die Weichen für ein ganzes Leben stellt, indem er Menschen zum Beispiel in den Rollstuhl zwingt oder zu Pflegefällen macht. Was macht ein solche Erfahrung mit der Seele, dem Weltbild, dem Glauben? "Gott, Du Arsch, warum ich?" Isabelle Hartmann hat mit Betroffenen darüber gesprochen, wie eine Behinderung Glauben und Leben verändert.

Reformation 500. Freier Glaube, freie Menschen - 30.10.2016  

Warum ist Martin Luther Schuld an der allgemeinen Schulbildung? Was hat die Reformation mit der Gleichberechtigung zu tun? Warum ist die heilige Familie nicht nur an Weihnachten in der Krippe, sondern im jeden Haushalt zu finden? Die Reformation verändert die Gesellschaft in vielen Bereichen. Sogar der Kapitalismus gilt als Folge des protestantischen Arbeitsethos'. Der vierte und letzte Teil unserer Serie "Reformation 500" fragt nach den Folgen Martin Luthers und Johannes Calvin für den Einzelnen und für die neuen Gesellschaften. Freier Glaube – freie Menschen, so hat Claus Röck sein Feature überschrieben.

Reformation 500. Geteilter Himmel, geteiltes Land - 23.10.2016  

Seit 500 Jahren ist der Himmel geteilt. Die Reformation hat es nicht geschafft,die römische Kirche als Ganzes zu überzeugen. Die Papstkirche hat es nicht geschafft, die ungeheure Aufbruchsbewegung um Martin Luther zu unterdrücken. Mit dem Himmel wurde aber auch das Land geteilt. Eine Folge der Reformation war, dass man nun ein Nebeneinander gleichrangiger Ansichten, Glaubenssätze und Lebensformen zu akzeptieren hatte. Der geteilte Himmel brachte Krieg, Not und einen geistigen Unfrieden mit sich, der Europa bis ins 20. Jahrhundert umklammert hielt. Und doch waren die Leitgedanken des neuen Glaubens und dieser damit verbundenen Pluralität zugleich der Motor der modernen Gesellschaften und Staatswesen bis heute. "Geteilter Himmel - Geteiltes Land: Das Ende der Einheit" - so hat Matthias Morgenroth den dritten Teil unserer Serie "Reformation 500" überschrieben.

Reformation 500. Gewissenhaftes Denken, widerständiger Glaube - 16.10.2016  

Jeder ist selbst Papst, schrieb Martin Luther sinngemäß und läutete mit der Reformation eine neue Ära in Europa und der Welt ein. In unserer Reihe "Reformation 500" fragt heute Holger Gohla nach den Hauptthesen Martin Luthers und der reformatorischen Bewegung. Was heißt das, wenn jeder selbst Verantwortung vor Gott übernehmen kann? Wenn jeder selbst in der Bibel lesen soll, um sich einen Reim darauf zu machen, was Menschen mit Gott erfahren haben? "Sola fide", "sola scriptura", "sola gratia" – die lateinischen Schlagworte von einst sind heute noch Grundlage derjenigen Kirchen, die sich "evangelisch" nennen. Thesen der Reformation, so hat Holger Gohla seine Entdeckungsreise in lutherisches Denken überschrieben.

Reformation 500. Weniger Papst, mehr Bibel - 09.10.2016  

Am 31. Oktober ist Reformationstag, der an Luthers 95 Thesen vor fast 500 Jahren erinnert. Aber Luther war nicht der erste, der Kritik an der Kirche übte. Immer wieder hat es Reformbewegungen gegeben, zum Teil mit ähnlichen Ideen wie Luther sie verbreitete. Die Waldenser beispielsweise oder die böhmischen Hussiten. Auch wenn sie Minderheiten blieben und – anders als Luther - keine Spaltung der Christenheit auslösten: Ihre Ideen wirkten weiter. Weniger Papst, mehr Bibel. Christoph Fleischmann macht sich auf die Suche nach Reformatoren vor Luther.

Supercomputer und ihre Lehrmeister - 02.10.2016  

Die Computer werden immer schlauer - und manche sollen selbstständig dazu lernen können. Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Intelligente Maschinen werden bald aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sein. Künstliche Intelligenz wirft allerdings viele Fragen auf: Können Maschinen ein echtes Gewissen entwickeln - wenn sie Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen haben, braucht es Richtlinien. Was bringen wir heute den Maschinen bei, die morgen unsere Zukunft gestalten sollen? Barbara Schneider über Supercomputer und ihre Lehrmeister.

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