Evangelische Perspektiven - Bayern 2

Evangelische Perspektiven - Bayern 2

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Die Frage nach dem, "was uns unbedingt angeht" und "was die Welt im Innersten zusammenhält" stellt sich heute dringlicher denn je. Die "Evangelischen Perspektiven" versuchen darauf eine Antwort zu geben. Information und Orientierung über Kirche und Religion, Theologie und Spiritualität für Suchende und Interessierte, Skeptiker und Kirchenkritiker.

Episodes

Hoffnung wider alle Verzweiflung - 30.04.2017  

Der Papst hat vor einer Woche noch einmal klare Worte gefunden: Internationale Verträge verhindern, dass in Europa die Menschenrechte gelten - Franziskus hat ein unglückliches Bild gewählt, als er die Zustände in manchen Flüchtlingslagern mit Konzentrationslagern verglich, um auf die Missstände hinzuweisen – Es gibt im Europarecht eine Möglichkeit, Hilfesuchenden auf der Flucht gezielt zu helfen, klar zu kontrollieren, wer kommt und daneben auch Schleppern das verbrecherische Geschäft zu verderben: Humanitäre Visa, Humanitäre Korridore. Die ökumenische Gemeinschaft Sant'Egidio hat mit dem Segen des italienischen Staates damit angefangen, Flüchtlinge über humanitäre Korridore nach Europa zu bringen. Sie hören ein Feature von Corinna Mühlstedt:

Von der Ladenkirche bis zum mobilen Diakon - 23.04.2017  

Wenn die Leute nicht mehr in die Kirche kommen, muss die Kirche eben zu den Leuten. Mit dieser Maxime hat sich seit 50 Jahren die Seelsorge gerade im evangelischen Milieu verändert - "Ladenkirchen" mitten in der Stadt wurden erfunden, im Augenblick wollen "Vesperkirchen" die Leute zu Gespräch und Essen laden. Rita Homfeldt fragt: Was passiert, wenn die Kirche zu den Leuten kommt?

Schluss mit lustig? - Jetzt geht's erst los! - 17.04.2017  

Bis ins 18. Jahrhundert war es eine weitverbreitete Tradition in Bayern, dass der Pfarrer im Ostergottesdienst die Gemeinde zum Lachen brachte: Der Tod wurde verlacht - die Auferstehung gefeiert. Lachen und Humor haben eine befreiende Kraft, geradezu eine spirituelle Kraft: Veronika Wawatschek hat mit Lachtrainern, Clowns und den Kabarettisten Josef Hader und Christoph Well über die Kraft des Lachens gesprochen – und mit dem großen Soziologen Peter Ludwig Berger: der sagt sogar: Lachen ist Erlösung.

Auferstanden! - 16.04.2017  

Die haben alles zurückgelassen in der alten Heimat und sich auch einen gefährlichen Weg gemacht: wenn es Flüchtlingen gelingt, ein neues Leben anzufangen, ist es wie eine Auferstehung. Auferstehung mitten im Leben – überraschende Neuanfänge, wo alles totgeglaubt war – viele kennen das und manche nennen es auch ihr persönliches Ostern. Ulrike Lefherz macht sich heute, am Ostersonntag, auf der Suche nach den kleinen Auferstehungen.

Geteiltes Leid - 14.04.2017  

Geteiltes Leid ist halbes Leid - ist es so? Die urchristliche Aufforderung "einer trage des anderen Last" - hilft das im Leben? Heute, am Karfreitag, wird in den Kirchen viel davon die Rede sein, dass Jesus sein Schicksal am Kreuz für die ganze Welt ertragen hat – wo tragen Menschen heute das Kreuz für die anderen? Ein Feature von Irene Dänzer-Vanotti.

Gen-Müse? Chancen und Risiken moderner Pflanzenzucht - 09.04.2017  

Melonen ohne Kerne, pilzresistente Äpfel und dicke Kartoffeln: Alles Obst und Gemüse im Supermarkt ist durch Züchtung optimiert. Fragt sich nur, durch welche Art von Züchtung. Die grüne Gentechnik hat ein neues Verfahren entwickelt, mittels dem das Erbgut viel präziser als je zuvor verändert werden kann – "Genom editing" (engl. Aussprache) heißt das Verfahren. Doch was vielleicht Nutzen bringt, wirft eine Menge Fragen auf – über die Welt, in der wir leben wollen, und die wir uns selbst heranzüchten. Was bringt uns das Gen-Müse, fragt Barbara Schneider.

Fußball als Hoffnung für eine bessere Welt. Die Liga im KZ Theresienstadt und ihre Nachwirkungen - 02.04.2017  

Fußball verbindet - Fußball bringt Menschen zusammen. Sogar dann, wenn es um jahrzehntelange Feindschaften geht wie die zwischen Israelis und Palästinensern. In einer Gedenkstätte in Israel, die von Holocaustüberlebenden gegründet wurde, wird gekickt und gleichzeitig daran erinnert, dass aus Vorurteilen, Hass und Rassenideologien auch ein Völkermord wachsen kann. Brigitte Jünger war in der Gedenkstätte Beit Terezin unterwegs.

Der Mensch als Schöpfer der Welt? - 26.03.2017  

Naturwissenschaftler, Philosophen und Theologen sprechen seit etwa 10 Jahren von einem neuen geologischen Zeitalter, dem "Anthropozän". Der Mensch ist danach zum beherrschenden Faktor der Evolution geworden. Was folgt daraus? Richtet sich der angeblich allmächtige Mensch ethisch und religiös neu aus oder entscheidet er sich zur feindlichen Übernahme der Natur und zur totalen Kontrolle der Biosphäre? Geseko von Lüpke ist der Autor der folgenden Sendung.

Luthers Glaube ging um die Welt - heute kommt die Welt zurück - 19.03.2017  

Die evangelische Kirche ist auch eine Weltkirche - auch wenn die Reformation vor 500 Jahren vor allem ein europäisches Phänomen war. Rund 500 Millionen Protestanten gibt's weltweit - Lutheraner, Calvinisten, Methodisten - dazu kommt eine neue Gruppe: die Pfingstkirchen. Viele dieser Kirchen gibt’s auch in Bayern – Ulrike Lefherz geht auf Spurensuche bei internationalen evangelischen Gemeinden.

Zeit heilt nicht alle Wunden. Wie Katholiken und Protestanten im Jubiläumsjahr der Reformation aufeinander zugehen - 12.03.2017  

Katholisch-evangelisch. Es ist noch nicht lange her, da war das ein scheinbar unüberwindlicher Gegensatz, der im Großen Kriege verursachte und im Kleinen ganze Familien entzweite. Für Katholiken und Protestanten geht es aktuell im Reformationsjubiläumsjahr deswegen auch ums Heilen alter Wunden. "Healing of Memories", die Erinnerung heilen durch Erinnern. Veronika Wawatschek hat nachgeforscht, was das für Kirchengemeinden 500 Jahre nach der katholisch-protestantischen Spaltung heißt, wie Katholiken und Protestanten im Jubiläumsjahr der Reformation aufeinander zugehen.

Mit Gott im Grünen - 05.03.2017  

Die Wildhüter im südafrikanischen 'Umfolozi-Naturpark‘ nahe dem benachbarten Mozambique bieten ihren Besuchern eine besondere Erfahrung. Wer den Mut mitbringt, geht mit den erfahrenen Zulus vier Tage und vier Nächte zu Fuß und ohne Zelt durch das Wildreservat, das ungefähr die Größe des Saarlandes hat. Der Trail führt durch Savannen und Urwälder, durch Flüsse, über Bergrücken in eine wilde Landschaft die von Löwen, Elefanten, Nashörnern, afrikanischen Büffeln, Giraffen, Giftschlangen, Alligatoren und so manchem mehr bevölkert ist, was der europäische Besucher sonst nur hinter der Glasscheibe im städtischen Zoo zu Gesicht bekommt. Da ist nicht nur Nervenkitzel garantiert. Geseko von Lüpke war für die Evangelischen Perspektiven zu Fuß in der afrikanischen Wildnis unterwegs:

Evangelische Theologie - was sonst? - 26.02.2017  

Seit 50 Jahren kann man auch im ehemals katholischen München evangelische Theologie studieren. Und die Münchner Fakultät hat ganz eigene Akzente gesetzt, sie gilt als weltoffen, soziologisch und philosophisch interessiert - und als ökumenisch. Immerhin ist München die einzige Stadt in Europa, in der man evangelische, katholische und orthodoxe Theologie studieren kann. Simon Berninger zeichnet die Geschichte der evangelischen Fakultät in München zum 50. Geburtstag nach.

Reformieren? Immer! - 19.02.2017  

Zurück zum Ursprung - das ist ein Ur-Impuls Martin Luthers gewesen: Back to the roots, in der lateinischen Gelehrtensprache "Ad fontes". Nimmt man das ernst, ist es die Aufgabe jeder Zeit, diese Gedankenschritte zu wiederholen - sich immer wieder neu aufs Eigentliche des Glaubens und der Kirche zu besinnen. Wenn wir dieses Jahr 500 Jahre Reformation feiern, dann bleibt die Aufgabe bestehen. Friederike Weede fragt nach der Kirche deiner Träume.

Dürer, Cranach & Co - 12.02.2017  

Ohne Buchdruck und Kunst wäre die Reformation nicht denkbar gewesen. Wenn wir dieses Jahr 500 Jahre Reformation feiern, sollten die Künstler und ihr neuer Blick auf die Welt und den Menschen nicht fehlen: Albrecht Dürer, Lukas Cranach oder Hans Holbein der Jüngere machten ein neues Lebensgefühl in ihren Bildern sichtbar, für die sie bis heute berühmt sind. Antje Dechert über die "Kunst der Freiheit" der Reformationszeit.

Bastionen der Protestanten - 05.02.2017  

Außerhalb Bayerns wird oft als selbstverständlich vorausgesetzt, dass der Freistaat ein durch und durch katholisches Land ist. Tatsächlich leben mehr als zwei Millionen evangelische Christen in Bayern, und in bayerischen Städten wurde Reformationsgeschichte geschrieben. Tilmann Kleinjung macht sich zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation auf die Suche nach den lutherischen Wurzeln Bayerns und erkundet, was Luthers Erben daraus gemacht haben. Am Beispiel von drei „Bastionen“ der Protestanten: Augsburg, Nürnberg und Coburg.

Zurück ins Licht - 29.01.2017  

Opfer von Gewalttaten werden oftmals doppelt gedemütigt: Durch die Tat an sich und durch die Öffentlichkeit, die ihre Aufmerksamkeit in aller Regel auf den Täter richtet, nicht aber auf die Opfer. Dabei müssen diese mit den körperlichen und vor allem den seelischen Narben eines Verbrechens leben. Traumatherapeuten, Polizeibeamte aus der Opferschutzbetreuung und kirchliche Opferseelsorger haben das Dilemma erkannt und bieten neue Hilfen an. Andreas Boueke spricht mit Opfern von Verbrechen und stellt Ansätze vor, wie sie unterstützt werden können.

Fragmente des Lebens - 22.01.2017  

Das Leben ist bekanntermaßen eine Baustelle, und oft sind alte Brüche, Geheimnisse und Verstrickungen mit in die Lebensgeschichte gebaut. Wenn alles Fragment bleibt – und am Ende sowieso der Tod steht, wie kann man die eigenen Biographie dann als segensreich verstehen? Was, wenn ich nicht mal meine Herkunft kenne? Rita Homfeldt geht den Brüchen im Leben nach und sucht nach Befreiung von alten Verstrickungen.

Unter dem Schutz des Propheten? - 15.01.2017  

Durch den islamistischen Terror des so genannten "Islamischen Staats" oder der fundamentalistischen Gruppierung Boko Haram in Nigeria verbinden viele Menschen den Islam heute nicht eben mit religiöser Toleranz. Dabei hat der Prophet Mohammed bereits im 7. Jahrhundert mit seiner offiziellen Gemeindeordnung von Medina ein gleichberechtigtes Miteinander unterschiedlicher Religionsgemeinschaften ermöglicht. Heute wirken diese "Schutzbriefe des Propheten" aktueller denn je. Mehr und mehr muslimische Wissenschaftler wollen ihnen deswegen neue Geltung verschaffen. Corinna Mühlstedt: "Unter dem Schutz des Propheten? Der Islam und die religiösen Minderheiten".

Mönch und Sultan. Franz von Assisi und sein interreligiöser Dialog - 08.01.2017  

Es ist rund 800 Jahre her, da trafen sich ein Mönch und ein Sultan. Der Mönch hieß Franz von Assisi. Der Sultan Malek Al Kamil von Ägypten. Mitten in den blutigen Kriegen der Kreuzzüge trafen sich zwei Männer, die den Hass der Religionen überwinden wollten. Lange galt in der Forschung. Franz von Assisi wollte den Sultan bekehren. Doch neue Arbeiten zeigen: Das war nicht der Fall. Es ging um mehr, es ging um religiöse Toleranz, von der wir heute womöglich noch lernen können. Peter Erlenwein über eine Neuentdeckung eines alten Gipfeltreffens.

Wie geht Frieden? Wege aus der Hassspirale? - 06.01.2017  

Etwas ist gekippt, schwer in Worte zu fassen: die Stimmen der Hassprediger übertönen den Alltag, Prediger des IS genauso wie die anderen, die auf Angst, Nationalismus, Verschwörungstheorien und noch mehr solche Zutaten setzen. Wie geht Frieden? Das scheint immer weniger zu interessieren. Matthias Morgenroth geht mit auf Friedenswege, spricht mit der Journalistin Düzen (Düssen) Tekkal genauso wie dem Theologen mit Eugen Drewermann über die Frage, die uns alle betrifft: Wie geht Frieden – auch in diesem Land?

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