hr2 Der Tag

hr2 Der Tag

Germany

Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

Episodes

Grenzerfahrungen - Europas rechte Herausforderung  

In Italien wird an diesem Wochenende über die Verfassung abgestimmt, in Österreich der Bundespräsident gewählt. Das sind nationale Wahlen. Trotzdem könnten sie schicksalhaft für Europa werden, wenn die Italiener den Europagegnern folgen, Ministerpräsident Renzi abwählen und es Neuwahlen gibt. Und wenn sich in Österreich der Bundespräsidentschaftskandidat der FPÖ Norbert Hofer durchsetzt, ein Vorbild der europäischen Rechten. Was eint sie? Warum verfangen ihre Ideologien, ihre Rhetorik? Auch in Frankreich stellt sich die Frage, ob der konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon die Ikone des Rechtsextremismus, Marine Le Pen, im Mai wird schlagen können. Werden Rechtspopulisten wie Geert Wilders und Frauke Petry noch mehr punkten? Europa droht Gefahr von rechts wie nie zuvor. Was setzen wir dagegen?

Hessen! What else  

Ohne Hessen wäre die Welt ärmer. Goethe ging nach Weimar, wovon das Kaff heute noch zehrt. Von Hessen aus wird der Mars erkundet. Man steckt sich hier ehrgeizige Ziele. Denkt lieber groß als klein. Der französische Dichter Molière ist auch nur in hessischer Fassung komisch, da kommt "Der Geizige“ nämlich erst zu sich. Und natürlich werden in Hessen und nicht etwa in Berlin die bedeutendsten deutschen Preise vergeben. Von Hessen aus wirkt die Schwarmintelligenz der Wissensbotschafter, die hier Spitzenforschung betreiben. Auch deshalb zieht es so viele Menschen aus anderen Ländern hierher. Die einen kommen, die anderen gehen: Hessen ist als Bundesland ein Durchlauferhitzer. Und schnurrt auch im siebzigsten Jahr wie neu.

Gehacktes – Die digitale Verwundbarkeit  

Kein Telefon, kein Fernsehen, kein Internet. Neunhunderttausend Telekom-Kunden saßen auf dem Trockenen. Ein internationaler Hackerangriff hatte die Router lahm gelegt. Die Lösung des Hightech-Problems war verblüffend einfach: Stecker ziehen, bis 10 zählen oder ein kurzes Gebet sprechen, Stecker wieder rein. Geht wieder. Die Telekom-Kunden hatten Glück. Eigentlich hatten die Hacker mit ihrem Angriff Schlimmeres geplant. Ein Virus sollte die Router infizieren. Mit ungeahnten Folgen. Zeit für ein Bedrohungsszenarium: Welche Gefahr droht uns durch internationale Hackerangriffe? Wie verwundbar ist unsere digitale Hightech-Gesellschaft? Und wie können wir uns gegen solche Angriffe wehren?

Und ewig strahlt der Müll – Was vom Atomausstieg bleibt  

Atomausstieg! So schallte es nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima durch Japan, durch Deutschland und auch durch die Schweiz. Nur während Deutschland den Atomausstieg seit 2011 vorantrieb, verkündete Japan schon bald den Ausstieg aus dem Ausstieg, in der Schweiz entschied sich das Volk jetzt in einem Referendum gegen ein vorzeitiges Abschalten seiner fünf Reaktoren. Darunter die ältesten der Welt, in unmittelbarer Nähe zu Baden-Württemberg. Und Länder wie China, Indien und Südafrika setzen mehr denn je auf Atomenergie. Was heißt das für den deutschen Weg? Während 30 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl eine neue Schutzhülle die katastrophalen Folgen für die nächsten hundert Jahre eindämmen soll, wird klar: Egal ob Atomausstieg jetzt oder später - das Versprechen von der sauberen Energie aus den 50er Jahren hat sich zu einer dunklen Wolke für viele weitere Generationen entwickelt und sie wird durch die aktuelle Atompolitik weltweit immer schwärzer- deutsche Energiewende hin oder her.

Big Data BND - ein Dienst wird 60  

Sie geben die Koordinaten von Angriffszielen weiter, obwohl Deutschland den Kriegseinsatz abgelehnt hat. Sie geben die Daten von Deutschen weiter, obwohl das unseren Gesetzen widerspricht. Sie arbeiten auch nach dem NSA-Skandal eng mit den US-Geheimdiensten zusammen. Und sie sollen demnächst noch mehr dürfen. Zum 60. Geburtstag schenkt die Bundesregierung dem Bundesnachrichtendienst ein neues Gesetz, eine neue Zentrale in Berlin und einen eigenen Spionagesatelliten. Weil Deutschlands Freiheit bekanntlich auch am Hindukusch, am Kaukasus, am Atlas und am Popocatepetl verteidigt werden muss. Weil Deutschland Augen und Ohren braucht - draußen in der gefährlichen Welt. Und weil die immer komplexer wird, muss auch der Dienst mit der Zeit gehen - und selbst ebenfalls immer komplexer werden. Was die geheime Kontrolle des Geheimen nicht einfacher macht.

Die Rente – eine Frage der Gerechtigkeit  

Wenn im Alter die Kräfte nachlassen, dann kommt als ausgleichende Gerechtigkeit die Rente - damit wir die müden Hände in den Schoß legen können. Schön wär`s. Stattdessen ringen immer mehr Menschen die Hände, wenn die Rede auf die Rente kommt. "Ein Leben lang geschuftet - und dann trotzdem in die Altersarmut." "Wegen Haushalt und Kindern zu oft die "Erwerbsbiographie" unterbrochen - und deshalb keine Chance gehabt, genügend einzuzahlen." "Immer zu wenig verdient - und deshalb auch bei der Rente zu kurz gekommen." Auch unsere Politiker ringen - miteinander und mit den klammen Staatsfinanzen - um Renten, die ebenso bezahlbar wie gerecht sein sollen. Aber die Konzepte gleichen oft einer Quadratur des Kreises. So wie die doppelte Haltelinie, die Arbeitsministerin Andrea Nahles ziehen will: Die Renten nicht niedriger, die Beiträge nicht höher als bis zu der jeweiligen Linie. Aber dieses Prinzip beschreibt leider auch, wie weit die Suche nach dem besten Rentenkonzept gediehen ist, nämlich: Bis hierher und nicht weiter.

In Seenot: Die Mär vom guten Fisch  

Morgen ist Freitag, bei vielen kommt Fisch auf den Tisch. Fisch essen soll ja bekanntlich gesund sein - außer für den Fisch selbst natürlich. Die Nachfrage ist groß - und sie steigt weiter an. Die Deutschen essen schon jetzt über 14 Kilo Fisch im Jahr. Und mehr geht eigentlich längst nicht mehr. Das Bundesamt für Naturschutz hat ausgerechnet, dass schon jetzt weit über die Hälfte aller Fischbestände "bis an die Grenzen ihrer biologischen Kapazität" genutzt sind. Die moderne Fischereiindustrie ist in der Lage, jeden Fischbestand in allen Regionen der Weltmeere innerhalb kurzer Zeit zu überfischen. Und mit vielen Beständen hat sie das bereits getan. Deshalb gibt es immer mehr Fische, die besser nicht auf den Tisch kommen sollten - weder freitags noch an anderen Tagen …

Gefühlte Wirklichkeit: Die Herrschaft der Stimmungen  

Und: Wie ist die Stimmung? Bei Ihnen? Im Land? Überall, wo Ereignisse zu verarbeiten und Entschlüsse zu fassen sind? Das ist inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes die entscheidende Frage. Denn egal ob die Lage schon mal ernster war als heute, die Stimmung war noch nie so wichtig. Und noch nie so mächtig. Sie treibt die einen Wähler an die Urnen - und hält andere von dort fern. Sie beeinflusst politische Laufbahnen, Entwürfe und Debatten und damit auch gesellschaftliche Wirklichkeit. Wer kein Gespür für sie hat, steht auf verlorenem Posten. Eine Stimmung kann kommen oder gehen, sie kann steigen oder kippen, sie kann mitreißen oder einschüchtern. Und deshalb sollten wir wissen, was Stimmungen mit uns machen - und wir mit ihnen.

Alternativlos – das Panoptikum der deutschen Politik  

Angie macht’s nochmal. Die Kanzlerin geht ihre vierte Kandidatur an. Sollte es ihr gelingen, bei der Bundestagswahl 2017 noch einmal die Mehrheit für die Union zu holen und eine Regierung zu bilden, könnte sie am Ende ihrer Amtszeit mit Helmut Kohl gleichziehen. Bestens, sagen die Parteifreunde, die Merkels Kanzlerkandidatur wie eine Befreiung empfinden. Die Union hat nämlich keine Alternative. Während Noch-Koalitionspartner SPD noch nicht weiß, ob er eine Alternative haben will. Sigi Pop, eben noch ganz eilig beim Besetzen des höchsten Staatsamtes, spielt jetzt den Zurückhaltenden. Schon weil er mindestens einen seiner Genossen daran hindern muss, an ihm vorbeizuziehen. Und die Opposition ätzt und spricht von einer tiefen Krise, in der sich die Demokratie hierzulande befindet und die die Kanzlerin entscheidend mit zu verantworten habe. Wobei ein Blick in den Spiegel helfen könnte: Wäre denn dort eine Alternative zu sehen? Und wenn ja, wofür?

Wie Böhmen noch bei Österreich war - Das k.u.k-Reich und Europa  

68 Jahre Regierungszeit - wer schafft das schon? Sicher kein demokratisch gewählter Staatschef, noch nicht einmal Angela Merkel. Aber Kaiser Franz Joseph I. hat es geschafft und das mit einem Vielvölkerstaat. Er war Kaiser von Österreich, Kaiser von Böhmen und Apostolischer König von Ungarn. Wenn wir an seinem 100sten Todestag auf seine Herrschaft blicken, sehen wir, dass er wichtige Reformen versäumte, die Konflikte der verschiedenen Nationalitäten nicht anpackte. Seine Herrschaft mündete im Ersten Weltkrieg und dem Untergang Österreich-Ungarns nach seinem Tod. Und wenn wir heute nach Österreich, Ungarn und in die anderen Staaten der k.u.k-Monarchie schauen, was sehen wir da?

Meine Familie und Ich - Wenn Clans Politik machen  

Nein, die Nuklearcodes hängen nicht am Familienkühlschrank. Donald Trump musste ausdrücklich dementieren, dass er seine Frau und seine Kinder in Staatsgeheimnisse einweihen werde. Denn dieser Verdacht lag doch recht nahe: Trumps Kinder Ivanka, Eric und Donald junior, außerdem Schwiegersohn Jared Kushner, gehören zu einem 16-köpfigen Übergangsteam des gewählten Präsidenten und treffen weitreichende Personalentscheidungen. Grundsätzlich nichts Neues in den USA, wo Familienclans seit langem die Politik bestimmen: die Clintons, die Bushs, die Kennedys. Und erst recht nicht weltweit - in Südamerika, in Afrika, in Asien wird die Herrschaft gerne einmal in der Familie weitergegeben. Die Folgen: Vetternwirtschaft, Ausplünderung des Staates und die Entmachtung demokratischer Institutionen. Denn wo die Familie regiert, da gilt "Blut ist dicker als Rechtsstaat“ - und wer nicht dazu gehört, schaut in die Röhre.

Eine Frage der Sicherheit – Die Zukunft der Nato  

Es sollte eine feierliche Einweihung des neuen Hauptquartiers aus Glas und Stahl werden, beim nächsten Nato-Gipfel im Frühjahr. Jetzt hat das mächtigste Militärbündnis der Welt als Reaktion auf die US-Wahl den Gipfel verschoben, und nach Feiern ist bei der NATO ohnehin niemandem mehr zumute. Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump bezeichnet die NATO als ein "Grüppchen schwächelnder Staaten“, die sich nicht selbst verteidigen können und auf die USA setzen. Er will Beistand nur garantieren, wenn die anderen NATO-Mitgliedsstaaten mehr zahlen. Tatsächlich gesteht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ein: angesichts der aktuell fließenden Länderzahlungen sei die EU nicht in der Lage "sich gegen Bedrohungen von außen zu verteidigen". Was kommt da auf uns zu? Eine Nato, die sich anders strukturieren muss? Eine europäische Armee, dessen Oberbefehlshaber noch zu finden wäre? Oder gar eine neue Ordnung in Europa, wenn zum Beispiel für die baltischen Staaten der Schutz durch die NATO wegfallen würde?

Jedem Abschied wohnt ein Zauber inne - Obama in Deutschland  

Eine solche Gestalt werden wir lange nicht mehr sehen. Einen solchen Redner lange nicht mehr hören. Barack Obama kommt zum Abschied in die Stadt zurück, wo er im Juli 2008 - damals noch als Präsidentschaftskandidat - vor mehr als 200 000 Menschen eine umjubelte Rede hielt: Er kommt nach Berlin. Aber wie anders sind die Zeiten. Sein Nachfolger im Weißen Haus ist ein Anti-Obama in fast jeder Hinsicht. Er ist ein Demagoge. Er beunruhigt Europa. Er ist ein irrlichternder Charakter. Auch deshalb kommt der scheidende US-Präsident nach Berlin. Um uns zu versichern, dass sich auch der Neue im Weißen Haus nicht gänzlich von Bindungen an den alten Kontinent abkoppeln kann. Und um uns ein letztes Mal jene Talente vorzuführen, die so viele Europäer an ihm faszinierten. Ist das nach acht Jahren gänzlich verschwunden oder bleibt nur Ernüchterung?

Der stille Stratege – Steinmeiers Rettung ins Bellevue  

Jetzt wird es noch ungemütlicher auf dem internationalen Parkett. Das Verhandlungsgeschick von Außenminister Steinmeier wird oft gelobt. Was aber bleibt, wenn man auf Ergebnisse schaut? Steinmeier als Geheimdienstkoordinator, Steinmeier als Architekt der Agenda 2010. Und egal ob Syrien-Krieg oder Ukraine-Krise: mit einem amerikanischen Präsidenten Donald Trump werden die Perspektiven für den deutschen Außenminister noch düsterer und auch die wenigen Silberstreifen am Horizont - wie das Atomabkommen mit dem Iran - könnten sich wieder verdunkeln. Verlockend also, vom fordernden Amt des Außenministers in das ruhige Schloss Bellevue zu wechseln, oder Herr Steinmeier?

Exhumierung eines Feindbilds – Polens neuer Patriotismus?  

Polens Regierung will es wissen. Oder besser gesagt: Sie will beweisen, was sie längst zu wissen glaubt - über den Flugzeugabsturz von Smolensk vor mehr als 6 Jahren. Polens damaliger Präsident Lech Kaczynski gehörte zu denen, die bei dem Absturz ums Leben kamen. Und sein Zwillingsbruder Jaroslaw, der Chef der nationalkonservativen Regierungspartei in Polen, ist überzeugt: Es war ein Anschlag - verübt vom russischen Geheimdienst. Um das zu beweisen, sollen die Toten von Smolensk in dieser Woche exhumiert werden. Für die Regierungspartei eine Aufgabe von nationaler Tragweite. Denn Nationalismus gedeiht vor allem durch Feindbilder. Aber ihre Gegner sind überzeugt, dass Polens Nationalkonservative nicht nur Verschwörungs-Theoretiker sind, sondern sich auch selbst verschworen haben - gegen die polnische Demokratie. Und deren Absturz sei ebenso dramatisch wie der von Smolensk.

Welkes Grün. Ökos im Herbst  

Muss sich die Grüne Partei neuerdings selbst versichern, wer sie ist? Scheint so. Das Motto der Grünen Bundesdelegiertenkonferenz in Münster lautet nämlich: "Wir bleiben unbequem." Fragt sich, für wen die Grünen überhaupt noch unbequem sind. Nur für sich selbst? Oder meint das Motto: Wir vertreten unbequeme Forderungen, deren Sinn sich der Gesellschaft erst erschließen muss, dank grüner Nachhilfe? Die Steuerpolitik scheint so ein Feld zu sein, auf dem die Grünen wieder die Saat ausbringen wollen. Damit haben sie zwar bei der letzten Bundestagswahl keine reiche Ernte eingefahren. Aber ein echter Grüner beackert auch im November die müde Scholle. Und hofft auf kräftiges Wachstum im nächsten Jahr.

Ihr bleibt draußen. Von Menschen und Mauern  

"Niemand baut Mauern besser als ich", hat Donald Trump gesagt, der nächste Präsident der gespaltenen Vereinigten Staaten. Im Wahlkampf meinte er damit eine Mauer an der mexikanischen Grenze, um illegale Einwanderer von den USA fernzuhalten. So wie Mauern immer fernhalten sollen - "die anderen" von uns und uns von "den anderen". "Niemand baut Mauern besser als ich", sagt Donald Trump. Dabei hat er doch dem "politischen Establishment" unterstellt, eine Mauer gegen das amerikanische Volk errichtet zu haben. Es gilt eben der Satz "Nur meine Mauer ist eine gute Mauer." Aber Mauern behindern die Sicht - auf beiden Seiten. Und wer andere aussperrt, sperrt zugleich die Wirklichkeit aus. Steinerne und geistige Mauern zu errichten, ist die bequemste Art, uns dem zu entziehen, was wir nicht haben wollen. Aber was richten diese Mauern an - die steinernen, die unübersehbar sind, und die geistigen, die wir oft gar nicht bemerken?

Ist es wirklich vorbei? Amerika nach der Wahl  

War das eine Schlacht. Einen vergleichbar zermürbenden Wahlkampf haben die USA noch nie erlebt. Und er hinterlässt das Land zerrissener denn je. Niemand glaubt, dass die politischen Konflikte zwischen Demokraten und Republikanern künftig zivilisierter ausgetragen werden. Niemand glaubt, dass die großen amerikanischen Medienkonzerne in Zukunft ausgewogener berichten. Sie spielten eine fatale Rolle in der Polarisierung der Meinungen. Abgewogene Urteile über die Kandidaten gab es kaum. Wer geht überhaupt unbeschädigt aus diesem Wahlkampf hervor? Man sieht eigentlich nur zwei Menschen, die sich erhobenen Hauptes präsentieren können: Barack und Michele Obama. Ein Paar ohne Skandale. Mit Stil , Intelligenz und tadellosen Manieren. Amerika wird die beiden bald sehr vermissen. Jede Wette.

Aufstieg und Krise einer Weltmacht. Amerika erzählt  

Politiker haben uns in letzter Zeit mehr als genug erzählt von einem Amerika, das wieder groß werden solle oder nie aufgehört habe, groß zu sein. Sie haben uns das Blaue vom Himmel oder die Sterne vom Banner herunter erzählt. Doch dieser Worte sind genug gewechselt, und bevor wir ab morgen endlich Taten sehen - welche auch immer-, wollen wir uns das Auf und Ab der Weltmacht USA von denen erzählen lassen, die wirklich etwas vom Erzählen verstehen. Denn die Literatur ist das wahre Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In ihr spiegelt sich auch die politische Geschichte der Vereinigten Staaten wider, die Geschichte einer Weltmacht, die in den letzten 100 Jahren immer wieder um ihre Größe gerungen hat - nicht zuletzt mit sich selbst.

Scheiternde Staaten. Der gefährliche Hinterhof der USA  

In Venezuela ist die Inflation so hoch, dass Geld gewogen statt gezählt wird. Die Währung ist fast wertlos. Wer kann, verlässt das Land. Nichts wie weg sagen sich auch minderjährige Jugendliche in Mittelamerika. Jährlich versuchen Zigtausende, sich in die USA durchzuschlagen. Warum das so ist? Venezuela, Honduras, Guatemala und El Salvador sind Staaten, die nicht mehr funktionieren. Sie haben politisch abgewirtschaftet. Nur das kleine Nicaragua hält sich halbwegs, ist aber fest in der Hand eines Familienclans. Dort wird ein neuer Präsident gewählt. Es ist mutmaßlich der bisherige. Nur schaut in Europa keiner hin. Alles starrt auf das Rennen ums Weiße Haus. Dort schaut aber auch keiner nach Lateinamerika. Obama mischte sich, wie auch in anderen Teilen der Welt, nicht mehr ein. Das könnte sich in Zukunft rächen. Egal, wer künftig im Weißen Haus regiert.

0:00/0:00
Video player is in betaClose