hr2 Der Tag

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Germany

Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

Episodes

Wetten, dass es anders kommt? Lust und Leid des Unberechenbaren  

Was unberechenbar ist, fordert uns heraus. Manche meinen ja, erst das Unberechenbare würzt das Leben. Für Politiker, vor allem für Diplomaten, ist das Unberechenbare ein Graus. Für Börsianer auch. Deswegen laufen sie, wie eine Herde, immer einander hinterher. Und dann erst die Meteorologen- was macht Tief Egon und warum gerade jetzt? Vom unberechenbaren Freitag den Dreizehnten ganz zu schweigen.

Nah wie nie. Zypern vor der Wiedervereinigung?  

Als Aphrodite einst den schäumenden Fluten vor Zypern entstieg, war sie das Ergebnis einer blutigen Familiengeschichte um die Urgötter Uranos und Gaia. Blutige Konflikte sollte es noch mehr geben, in der langen Geschichte der drittgrößten Mittelmeerinsel am Schnittpunkt von Europa, Asien und Afrika. Zuletzt war die Folge die Teilung 1974, die die Insel in zwei Republiken spaltete. Was die Liebesgöttin dazu gesagt hätte? Wenn jetzt über die Zukunft Zyperns verhandelt wird, geht es nicht nur um eine Wiedervereinigung. Es geht um einen Mi tgliedsstaat der Europäischen Union.

Ich bin´s! Elphi und andere Wahrzeichen  

Wenn am Samstag, 10 Tage nach der feierlichen Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie, die Einstürzenden Neubauten dort auftreten und ihr "Ich bin´s" in die Menge brüllen, dann beweist Hamburg damit nicht nur ein erstaunliches Maß an Selbstironie, sondern setzt einen bedeutenden Baustein für sein neues Wahrzeichen. Denn dass es ein solches werden sollte, daran bestand seit 2003, als erste Entwürfe vorgestellt wurden, kein Zweifel. Was aber zeichnet ein Wahrzeichen aus? Warum ist der Kölner Dom eines, der Frankfurter hingegen nicht? Wie wandeln sich Wahrzeichen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte?

Grenzen der Aufklärung. Rechte Gewalt und die Justiz  

München - Oberlandesgericht, 333 Verhandlungstag im NSU Prozess. Es ist der wichtigste und vor allem längste Prozess wegen rechten Terrors, den es in Deutschland je gegeben hat und der Einblicke in den Abgrund der rechten Szene bietet, ebenso in das Versagen der Verfassungsschützer. Seit Mai 2013 wird verhandelt mit hunderten von Zeugen, unzähligen juristischen Scharmützeln und einer Beweisaufnahme, die eigentlich schon beendet sein sollte. Ob es im NSU Prozess 2017 ein Urteil geben wird? Selbst wenn - es ist nur die Spitze der rechten Gewalt, die durch diesen Prozess ans Licht kommt. Die Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke konstatiert in ihrem "Jahrbuch rechter Gewalt": Rechte Gewalt ist zum "Alltagsterror" geworden.

Volk ohne Plan. Die Briten und der Brexit  

Nun müssen wir das Beste daraus machen! Vollmundig klang der Satz von Premierministerin Theresa May, die den Brexit früher nicht wollte, ihn aber von ihrem Vorgänger, David Cameron, quasi geerbt hatte. Und was ist seither passiert? Wenn es überhaupt eine Strategie gibt, heißt sie "Verzögerung". Und dennoch: bis Ende März will Großbritannien Artikel 50 der EU-Verträge aktivieren und den Austritt beantragen. Dann erst beginnen die Verhandlungen mit den übrigen EU-Ländern über die Details. Welche Details? Bislang herrscht große Planlosigkeit. Oder haben wir die Strategien einfach nur noch nicht erkannt?

Jetzt noch sicherer: Der halbstarke Staat  

Der Verfassungsschutz soll Bundessache werden, das BKA soll Terroreinsätze leiten, die vielen Zuständigkeiten sollen abgeschafft, die Sicherheit zentralisiert werden. Sagt der Bundesinnenminister. Er will die Sicherheitsarchitektur umbauen. In die Hand des Bundes nehmen. Kann das Bundesamt für Verfassungsschutz irgendetwas besser als die Landesämter? Kann das Bundeskriminalamt etwas besser als die Landeskriminalämter? Wenn ja - woher dann? Aus Erfahrung kann es ja nicht sein. Funktioniert die Terrorabwehr in zentralisierten Staaten besser als in föderalen Strukturen? Zum Beispiel in Frankreich. Nun ja …

Nafri, Limo, Ladi - Im Kürzel liegt die Würzel  

"Nafris“ waren das am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht: Nordafrikanische Intensivtäter. Ist das Diskriminierung oder nur eine Abkürzung? Zumindest ist es mal Jargon: interner Polizeijargon. Das Kürzel sagt den Kollegen, die zum Einsatz unterwegs sind, was sie dort erwartet, eine "Hilope“ zum Beispiel, eine hilflose Person, die gerne auch mal ein "Olo“ sein kann, ein Obdachloser, oder einfach einer, der zu tief ins Glas geschaut hat. Wer denkt sich eigentlich solche Abkürzungen aus? Gibt es da einen Menschen im gehobenen Dienst, der für die Sprachverkürzung zuständig ist, auch in anderen Bereichen, Behörden und Betrieben. Wer denkt sich eigentlich so etwas aus und wozu?

Gefährdetes Gut  – Pressefreiheit in Europa  

"Keine Freiheit ohne Pressefreiheit“ lautet eine der Grunderfahrungen aus allen Gesellschaften und allen Zeiten. Die Freiheit des Wortes ist eben auch die seiner Verbreitung - egal auf welchen Verbreitungswegen, egal mit welchem Medium. Im deutschen Grundgesetz steht es klipp und klar: "Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Ein Blick auf die Weltkarte der Pressefreiheit zeigt allerdings, dass das für die meisten Länder der Erde nicht gilt, auch nicht in Europa, der Heimatregion des freien Wortes.

Wahlverwandtschaften – Wer mit wem und warum?  

Jetzt leben wir im Wahljahr 2017. Und das könnte ein entscheidendes Jahr werden - für viele Politiker, aber auch für die Demokratie in Deutschland. Wie verändern diese Wahlen das Land, oder wie zeigt sich durch die Wahlen die Veränderung im Land? Und wie geht Politik und wie Regieren nach diesen Wahlen in drei Bundesländern? Was bedeutet es für die Bundestagswahl im Herbst und damit für die ganze Republik? Wer könnte mit wem noch Mehrheiten bilden, wenn man sich denn geeinigt hat, überhaupt noch etwas zusammen bilden zu wollen? Kurzum: Wie geht es weiter? Mit Sicherheit anders …

Wo das Rettende wächst – Die Suche nach der guten Nachricht  

Das Jahr 2016 ist vorbei - und mit ihm sind glücklicherweise auch die vielen Rückblicke durch. Das fast einhellige Fazit: das Jahr 2016 war ein schlechtes. Am ersten Werktag des neuen Jahres sollte man dann vielleicht voraus schauen und das Alte hinter sich lassen. Es sei denn, es gäbe da doch etwas, was man aus der Vergangenheit gerne mitnehmen würde in die nächste Zukunft. Und wir finden: das gibt es! Es war eben - wie immer - nicht alles schlecht. Weshalb wir dann den ersten Tag beginnen wollen mit einer kleinen Blütenlese. Welche guten Nachrichten, welche eher positiv stimmenden Entwicklungen gibt es, die den Weg weisen? Wo könnten wir getrost weiter machen und aufbauen auf das Erreichte?

Und ewig lockt das Tier - Naturfilme in der Dauerschleife  

Tierfilme sind fürs Fernsehen, was die Sahne für den Kaffee ist. Und wir alle kennen die Mischung: Es geht durch die Jahreszeiten, kleine und große, wilde und zahme Tiere werden beobachtet; in der Natur wird gejagt und gerissen, gebalzt und gebalgt - und immer wieder wächst Nachwuchs heran. Der Tierfilm beruhigt die Zuschauer im turbulenten politischen - und Lebensalltag. Die digitalen Kameras rücken Walen, Bären und Adlern dicht bis auf die Haut, den Pelz und das Gefieder. Dramatisierte Mensch-Tiergeschichten bekommen Oscars, wie "The Revenant" mit Leonardo Di Caprio. Disney hat ein neues "Dschungelbuch" produziert, und der Spielfilm "Wild" bringt eine Geschichte von Frauen und Wölfen ins Kino. Immer wieder reizt uns das Verhältnis von Tier und Mensch: Können wir uns gegenseitig verstehen? Forscher und Filme zeigen: Tiere sind uns ähnlicher, als wir mit Brehm und Darwin dachten. Genau hier liegt das Abenteuer.

Wenn ich weiß, dann bin ich noch - Die Not des Vergessens  

Nicht mehr zu wissen, was war. Und nicht mehr zu wissen, was noch zu tun ist. Das sind die Folgen einer schleichenden Vergesslichkeit, die uns alle einholen und übermannen kann. So sehr, dass wir irgendwann nicht mehr merken, dass wir uns nichts mehr merken können. Wer mitten im Leben steht, vergisst oft, wie lebenswichtig die Erinnerung ist. Auch wenn sie uns immer wieder betrügt oder im Stich lässt, auch wenn wir sie nicht nach Belieben ein oder ausschalten können, die Erinnerung ist ein schier unermessliches Vermögen. Umso schlimmer, dass wir so wenig Macht über sie haben.

1001 und noch viel mehr - Überleben mit Geschichten  

Wer gute Geschichten zu erzählen hat, kann sein Leben retten. Sogar 1001 Nacht lang dem Tod entrinnen. Die berühmte Scheherazade ist in diesem Sinn das Vorbild aller Erzähler. Seit kurzem findet ihre Geschichte sogar ein glückliches Ende. Die schöne junge Frau heiratet den grausamen Sultan, der sie umbringen wollte, wenn sie ihn nicht spannend unterhielt. Die letzten 125 Nächte der Scheherazade sind gerade von der Arabistin Claudia Ott neu übersetzt worden. Das Manuskript lag wie im Dornröschenschlaf seit Jahrhunderten in einer Bibliothek der türkischen Stadt Kayseri. Die UNESCO müsste es eigentlich zum Weltdokumentenerbe erklären. Immerhin adelt sie seit 1992 Handschriften aus zahlreichen Ländern als "Gedächtnis der Welt". Dort hat Scheherazade schon jetzt einen festen Platz. Denn in "Tausendundeine Nacht" geht es ja nicht nur um eine schöne junge Frau, die fesselnd erzählt. Was sie vorträgt, verändert den Sultan. Und den Lauf der Geschichte.

Im Schutz der Dunkelheit - Wem nützt das Darknet?  

Wer "drin" ist im Internet, der ist noch lange nicht überall drin. Denn das Netz hat einen doppelten Boden. Die meisten von uns surfen gerade mal auf der Oberfläche, im sogenannten "Surface Web". Aber darunter verbirgt sich ein weiteres Netz, das viel unübersichtlicher, noch weiter verzweigt und vor allem anonym ist - das Darknet. Um reinzukommen, reicht es, eine Sicherheitssoftware herunterzuladen. Aber wer weiter vordringen will, braucht Kenntnisse und Kontakte, muss IT-erfahren und sehr gut vernetzt sein. Denn eine Suchmaschine wie Google gibt es nicht, und die Internetadressen bestehen aus wirren Zahlen- und Buchstabenkombinationen, die nur die Eingeweihten kennen. Das Darknet ist ein Tummelplatz für alle, die Angst vor Überwachung haben. Das können verzweifelte Dissidenten oder skrupellose Geschäftemacher sein. Und so umfasst das Darknet nicht nur Diskussionsforen, sondern auch digitale Marktplätze, auf denen Waffen und Drogen ebenso zu haben sind wie Kinderpornographie.

Geiz und Geben - Frohe Weihnachten!  

Wenn es eine Eigenschaft gibt, die vor und zu Weihnachten verpönt ist, dann: der Geiz. Alle schenken, spenden und geben, was das Portemonnaie hält. Spätestens im Januar werden wir dann aber bemerken, dass die Geizkrägen und Knicker nicht ausgestorben sind. Und das Geben soll ja auch kein ganz uneigennütziges Verhalten sein.

Sag zum Abschied leise "Leck mich“  

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt setzt US-Präsident Obama ein Zeichen in der Umweltpolitik. Große Gebiete in der Arktis und im Atlantik werden zu Schutzzonen, in denen nicht nach Gas und Öl gebohrt werden darf. Für seinen Nachfolger ein gewaltiges Ärgernis und ein vergiftetes Erbe. Das wird übrigens gerne mal gemacht in der Politik, nicht nur in den USA.

Harmonie und Heimtücke – Die Heilige Familie  

Es ist und bleibt das Familienfest überhaupt - Weihnachten. Und egal, ob man sie liebt, verachtet oder irgendetwas dazwischen: Weihnachten zwingt jeden, sich zu seiner Familie zu verhalten - oder gegen sie. Das führt zu Identitätskrisen, langen Fahrten auf der Autobahn und gelegentlich auch zu ausgeprägtem Wohlgefühl. Eines ist klar: bei diesem Familienfest kann niemand gleichgültig bleiben!

Berlin: Terror auf dem Weihnachtsmarkt  

Jetzt ist es also in Berlin passiert: ein LKW rast in eine Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt. Es gibt Tote und Verletzte. Dringend tatverdächtig ist ein 23-jähriger Pakistaner, eingereist Ende 2015. Viele haben es befürchtet. Und nun?

Manche mögen´s zu - Schengen und seine Grenzen  

Erweiterung! Das war einmal die Losung für den Schengen-Raum, dessen Mitglieder keine Binnengrenzen mehr kennen wollten. Heute vor 20 Jahren kamen fünf skandinavische Länder dazu, darunter auch die Nicht-EU-Mitglieder Norwegen und Island. Aber inzwischen sehen es immer mehr Schengen-Staaten wieder enger mit ihren Grenzen. Senkt sich also bald der Schlagbaum - zwischen Europa und seiner Idee?

Aleppo. Wie nah geht uns der Nahe Osten?  

Was können wir gegen das Sterben in Aleppo tun? Nichts. Wir kaufen Weihnachtsgeschenke. Die Vereinten Nationen zucken ebenfalls die Schultern. So wie die Menschen in den islamischen Ländern. Währenddessen zerfällt die alte Ordnung im Nahen Osten. Und das Neue wird fürchterlich.

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