radioTexte - Bayern 2

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Die Lesungen in Bayern 2. Literatur im Ohr. Die Bibliothek zum Hören. Tipps zum Weiterlesen. Klassiker, neue Bücher, Romane, Briefe, Manuskripte – exklusiv, das alles in den radioTexten. Erfundene und wahre Geschichten, kommentiert von den Autoren, gelesen von den Autoren selbst oder von namhaften Schauspielern, wie Ulrike Kriener, Lisa Wagner, Gert Heidenreich, Axel Milberg und anderen.

Episodes

radioTexte / Früher war die Zukunft ... (3/3) - 21.02.2017  

Wie und wo wollen wir leben? Wie sieht die ideale Stadt aus? Und der optimale Arbeitsplatz? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im dritten Teil unserer Reihe „Früher war die Zukunft“ mit Utopien aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Der amerikanische Journalist und Sozialreformer Edward Bellamy wurde 1850 in Chicopee/Massachusetts geboren. Sein bekanntester Roman „Rückblick aus dem Jahr 2000 auf das Jahr 1887“ ist eine Zukunftsvision, die dazu beitragen soll, in eine bessere Welt zu gelangen. Held der Geschichte ist Julian West, ein reicher junger Mann aus Boston. Er leidet an Schlaflosigkeit. Deswegen lässt es sich von einem Arzt hypnotisieren und sucht Ruhe in einem schalldichten, unterirdischen Schlafzimmer seines Hauses. Kurz nach dessen Erscheinen im Jahr 1888 wurde Bellamys Buch ein Bestseller. Im ganzen Land wurden über 150 Bellamy-Clubs gegründet, die ein Ziel verfolgten: die Verwirklichung der im Roman beschriebenen idealen Gesellschaft. Im Jahr 2000 soll es „industrielle Republiken“ geben, die wie ein globaler Bundesstaat kooperieren und dadurch jedem Bürger eine gesicherte Existenz garantieren. „Die Erben des Untergangs“ heißt Oskar Maria Grafs Roman, in dem er eine Zukunftsvision über das Verhältnis von Mensch und Natur entwirft. Als Utopist versuchte sich der 1894 in Berg am Starnberger See geborene Schriftsteller noch mitten im Zweiten Weltkrieg. 1949 erschien ein Roman mit dem Titel „Die Eroberung der Welt“. Nach mehreren Überarbeitungen kam zehn Jahre später eine endgültige Fassung heraus: „Die Erben des Untergangs. Roman einer Zukunft“. Oskar Maria Grafs Zukunftsvision ist radikal und optimistisch zugleich. Redaktion und Moderation: Antonio Pellegrino

Das offene Buch: Terézia Mora und der Marathonmann - 19.02.2017  

Seit Terézia Mora 1999 den Bachmann-Preis gewann und mit dem Erzählband „Seltsame Materie“ als Schriftstellerin debütierte, ist sie eine wichtige Stimme im deutschsprachigen Literaturleben. Vor allem aber ist sie bekannt für opulente Romane wie „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ und „Das Ungeheuer“, die ersten zwei Bücher einer Trilogie über den IT-Experten Dariusz Kopp. Nun überraschte sie mit zehn Erzählungen, die 2015 entstanden und gerade mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet wurden: „Die Liebe unter Aliens“. Eine der schönsten Erzählungen dieses Bandes ist die vom Marathonmann, der eines Tages beraubt wird und zu seinem letzten Lauf antritt. Der Schauspieler Franz Pätzold liest „Fisch schwimmt, Vogel fliegt“. Und Terézia Mora erzählt von ihrer Herkunft, einem ungarischen Dorf, von ihre literarischen Figuren und davon, wie sie den Marathonmann fand. Moderation: Cornelia Zetzsche.

radioTexte / H. G. Wells: Krieg der Welten (6/7) - 16.02.2017  

Dies ist ein Buch, das Geschichte geschrieben hat: H. G. Wells "Krieg der Welten". Ein Roman, der über 100 Jahre alt ist und bis heute Leser, Autoren und Filmemacher bewegt. Die so beängstigende wie plausible Frage: Was ist, wenn die Erde von überlegenen Außerirdischen angegriffen wird, denen die ganze schöne menschliche Zivilisation völlig egal ist? Diese Marsianer haben eigene Interessen und brutalste Mittel, um sie durchzusetzen - und genau das tun sie bei Wells auch. In der klassischen Lesung auf Bayern 2 tobt ab Januar der Krieg der Welten - gelesen von Star-Sprecher Andreas Fröhlich, in der Neu-Übersetzung von Lutz-W. Wolff. Eine merkwürdige Raumkapsel ist der erste Vorbote dieser Invasion vom Mars. Im idyllischen Surrey erregt sie zunächst Neugier und Spott - bald aber erweist sie sich als tödlich, und Panik und Entsetzen greifen um sich. Die Feinde vom roten Planeten greifen mit dreibeinigen Kampfmaschinen Großbritannien an, um die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Irdisches Militär ist machtlos gegen diesen Gegner, wie sich bald herausstellt. Flucht, Verwüstung, Apokalypse, schlimmste Alpträume werden wahr, rücksichtslos kämpft - fast - jeder gegen jeden um das Überleben.

radioTexte / Früher war die Zukunft ... (2/3) - 14.02.2017  

Louis Sébastien Mercier wurde 1740 in Paris geboren und ist 1814 dort gestorben. Seine 1771 erschienene Utopie „Das Jahr 2440“ dient der schonungslosen Kritik an den Zuständen, die unter dem Regime Ludwigs XV. herrschten. In dem vorgestellten Ausschnitt erwacht der Erzähler aus einem fast siebenhundertjährigen Schlaf, versucht, sich in seiner Geburtsstadt zurecht zu finden, sich angemessen zu kleiden, nach dem gültigen Modekanon. Merciers Kritik richtet sich gegen die unnatürliche und gesundheitsschädliche Mode des vorrevolutionären Zeitalters. Noch kritischer und leidenschaftlicher ist sein Plädoyer für eine menschlichere Justiz. Der 1835 in Langar/Nottinghamshire geborene Schriftsteller Samuel Butler studierte zunächst in Cambridge, wanderte später nach Neuseeland aus. Sein Roman „Erewhon oder Jenseits der Berge“ erschien 1872. Erewhon ist ein Anagramm des Wortes nowhere- nirgendwo und ist der Name eines fiktiven Landes. Butler spart nicht mit Kritik an den fragwürdigen Werten seiner Zeitgenossen, die er zur Wahrhaftigkeit aufruft. Er nimmt Stellung zu wichtigen Themenkomplexen wie Krankheiten, Verbrechen und Moral, Religion und Handel sowie den blinden Glauben an Fortschritt und Technik. Mit seinen Gedanken zur Geburtenreglung greift Butler die von ihm verhasste elterliche Erziehung an. Redaktion und Moderation: Antonio Pellegrino.

Das offene Buch: Kultautor César Aira und der Maler Rugendas - 12.02.2017  

Argentiniens Star-Autor César Aira erzählt, auf den Spuren des Augsburger Malers Johann Moritz Rugendas in Argentinien, "Eine Episode im Leben des Reisemalers". Rugendas ist 35 Jahre alt, als er 1837 zum ersten Mal Lateinamerika bereist, zusammen mit dem älteren Freund und Bewunderer Alexander von Humboldt. Er soll den Universalgelehrten und Naturforscher begleiten und seine Entdeckungen illustrieren. Der Maler dokumentiert in Mexiko, Chile, Argentinien rotblühende Mimosen, exotische Tiere und mächtige Schneeberge, Lebensweisen und Indianer-Überfälle. Und das sind nicht die einzigen Gefahren, die Rugendas zu meistern hat. César Aira zieht alle Register, wenn er einen realen Unfall dramatisiert und Rugendas in einen elektrisierten Reiter verwandelt. Immer sprühen Airas Geschichten vor überbordender Phantasie und eleganter Ironie. Opulentes Fabulieren ist seine Sache nicht, eher Lakonie, sprachliche Präzision auf kleinem Raum und Zuspitzungen ins Groteske. Über 90 Bücher hat er geschrieben, wer sie kennt, von Patti Smith bis Kollegen wie Mario Vargas Llosa, rühmt Airas literarische Raffinesse. Schauspieler Nico Holonics liest aus César Airas kurzem Roman „Eine Episode im Leben des Reisemalers“. Moderation: Cornelia Zetzsche.

radioTexte / H. G. Wells: Krieg der Welten (5/7) - 09.02.2017  

Dies ist ein Buch, das Geschichte geschrieben hat: H. G. Wells "Krieg der Welten". Ein Roman, der über 100 Jahre alt ist und bis heute Leser, Autoren und Filmemacher bewegt. Die so beängstigende wie plausible Frage: Was ist, wenn die Erde von überlegenen Außerirdischen angegriffen wird, denen die ganze schöne menschliche Zivilisation völlig egal ist? Diese Marsianer haben eigene Interessen und brutalste Mittel, um sie durchzusetzen - und genau das tun sie bei Wells auch. In der klassischen Lesung auf Bayern 2 tobt ab Januar der Krieg der Welten - gelesen von Star-Sprecher Andreas Fröhlich, in der Neu-Übersetzung von Lutz-W. Wolff. Sieben Folgen - bis zu einem Ende mit knappem Davonkommen. Es geht noch mal gut, aber das liegt nicht an menschlichen Lebensformen … Eine merkwürdige Raumkapsel ist der erste Vorbote dieser Invasion vom Mars. Im idyllischen Surrey erregt sie zunächst Neugier und Spott - bald aber erweist sie sich als tödlich, und Panik und Entsetzen greifen um sich. Die Feinde vom roten Planeten greifen mit dreibeinigen Kampfmaschinen Großbritannien an, um die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Irdisches Militär ist machtlos gegen diesen Gegner, wie sich bald herausstellt. Flucht, Verwüstung, Apokalypse, schlimmste Alpträume werden wahr, rücksichtslos kämpft - fast - jeder gegen jeden um das Überleben.

radioTexte / Früher war die Zukunft ... (1/3) - 07.02.2017  

Was ist ein guter Staat? Und eine gerechte Gesellschaft? „Vom besten Zustandes des Staates und der neuen Insel Utopia“ träumte der englische Staatsmann Thomas Morus. Sein Klassiker „Utopia“ beeinflusste Generationen von Schriftstellern und Sinnsuchern. Von Karl May bis Edward Bellamy. In der Reihe „Früher war die Zukunft…“ werden Utopien aus verschiedenen Jahrhunderten vorgestellt und kommentiert. In der heutigen Folge geht es um Karl Mays "Sitara" und um die Zukunftsvision von Savinien Cyrano de Bergerac "Mondstaaten und Sonnenreiche". Redaktion und Moderation: Antonio Pellegrino.

Das offene Buch: Gino Chiellino - Eine Kindheit in Kalabrien - 05.02.2017  

Als die Padres im August 1957 in den armen Süden Italiens reisen, mit ihren wehenden Soutanen und ihren breiten Hüten, da sind sie unterwegs wie Menschenfänger. Für ihre Schulen und ihren Orden suchen sie begabte Buben, die sonst kaum Aussicht auf Bildung haben. Rusco, zehn Jahre alt, Sohn einer Weberin und eines Landwirts, ist einer von ihnen. Er wird ausgewählt, reist in den Norden und zahlt einen hohen Preis für die Chance auf Bildung. Gino Chiellino selbst ist 1946 in einem Dorf Kalabriens als Arme-Leute-Kind geboren. Das katholische Internat in Neapel brachte die frühe Trennung von der Familie und ein Leben als einsames Kind, im Dialog mit Gott. Das Studium führte ihn nach Rom, dann ging er nach Deutschland. Seit Jahren lebt er in Augsburg, ein Pionier interkultureller Kunst und Bildung, ein Literat und Literaturwissenschaftler zwischen Italien und Deutschland. In „Der Engelfotograf. Eine Kindheit in Kalabrien“ verarbeitet er Erinnerungen. Der Schauspieler Johannes Silberschneider liest aus dem bewegenden, autobiographisch grundierten Roman. Gino Chiellino erzählt, wie es ist, die italienische Kindheit auf Deutsch zu beschreiben. Moderation: Cornelia Zetzsche

radioTexte / H. G. Wells: Krieg der Welten (4/7) - 02.02.2017  

Dies ist ein Buch, das Geschichte geschrieben hat: H. G. Wells "Krieg der Welten". Ein Roman, der über 100 Jahre alt ist und bis heute Leser, Autoren und Filmemacher bewegt. Die so beängstigende wie plausible Frage: Was ist, wenn die Erde von überlegenen Außerirdischen angegriffen wird, denen die ganze schöne menschliche Zivilisation völlig egal ist? Diese Marsianer haben eigene Interessen und brutalste Mittel, um sie durchzusetzen - und genau das tun sie bei Wells auch. In der klassischen Lesung auf Bayern 2 tobt ab Januar der Krieg der Welten - gelesen von Star-Sprecher Andreas Fröhlich, in der Neu-Übersetzung von Lutz-W. Wolff. Sieben Folgen - bis zu einem Ende mit knappem Davonkommen. Es geht noch mal gut, aber das liegt nicht an menschlichen Lebensformen … Eine merkwürdige Raumkapsel ist der erste Vorbote dieser Invasion vom Mars. Im idyllischen Surrey erregt sie zunächst Neugier und Spott - bald aber erweist sie sich als tödlich, und Panik und Entsetzen greifen um sich. Die Feinde vom roten Planeten greifen mit dreibeinigen Kampfmaschinen Großbritannien an, um die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Irdisches Militär ist machtlos gegen diesen Gegner, wie sich bald herausstellt. Flucht, Verwüstung, Apokalypse, schlimmste Alpträume werden wahr, rücksichtslos kämpft - fast - jeder gegen jeden um das Überleben.

radioTexte / A. de Tocqueville: Demokratie in Amerika 4/4 und nemo - 31.01.2017  

In seinen Betrachtungen über die amerikanische Gesellschaftsordnung macht sich der französische Aristokrat für die Demokratie stark, sieht in der Religion positive Aspekte. Aber er spricht auch von den Gefahren, welche das allgemeine Streben nach Gleichheit in der modernen Demokratie mit sich bringt. Die Bestimmung der Gleichheit ist es, die Freiheit des einzelnen zu fördern und zu garantieren. Gleichzeitig aber sieht diese Freiheit sich mehr denn je bedroht von der wachsenden Zentralisierung der Gewalt in den Händen des Staates. Deswegen lautet die Überschrift des letzten Kapitels des Buches „Welche Art von Despotismus die demokratischen Nationen zu fürchten haben“. Mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in den USA, den Entwurf einer neuen, realitätsfernen Weltordnung, die groben Methoden der Unterdrückung, die Attacken gegen die Presse, das Verleugnen von Fakten sind Tocquevilles Gedanken hoch aktuell. Es liest Axel Milberg. Danach lädt Antonio Pellegrino zu einer neuen Raterunde bei nemo ein.

radioTexte / H. G. Wells: Krieg der Welten (3/7) - 26.01.2017  

Eine merkwürdige Raumkapsel ist der erste Vorbote dieser Invasion vom Mars. Im idyllischen Surrey erregt sie zunächst Neugier und Spott - bald aber erweist sie sich als tödlich, und Panik und Entsetzen greifen um sich. Die Feinde vom roten Planeten greifen mit dreibeinigen Kampfmaschinen Großbritannien an, um die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Irdisches Militär ist machtlos gegen diesen Gegner, wie sich bald herausstellt. Flucht, Verwüstung, Apokalypse, schlimmste Alpträume werden wahr, rücksichtslos kämpft - fast - jeder gegen jeden um das Überleben.

radioTexte / A. de Tocqueville: Demokratie in Amerika (3/4) - 24.01.2017  

In seinem zweibändigen Werk, erschienen zwischen 1835 und 1840, wägt der französische Staatsdenker zwischen Vorteilen und Mängeln, Errungenschaften und Verlusten der heraufkommenden Demokratie ab, von deren Sieg über alle übrigen politischen Formen er fest überzeugt war, obwohl er der Aristokratie angehörte. „Ich war ihr nahe genug, um sie gut zu kennen, und stand ihr genügend fern, um sie ohne Leidenschaft beurteilen zu können. Da ich selbst dem alten Adel meines Landes angehörte, hasste oder beneidete ich sie nicht und liebte sie auch nicht mehr besonders, als sie zerstört wurde“, notierte er in seinen berühmten Betrachtungen über die politischen und gesellschaftlichen Zustände in den Vereinigten Staaten, die ihn tief beeindruckten und ihn zu verklärenden und widersprüchlichen Urteilen veranlassten. Dennoch trug er mit seinen positiven, zum Teil schwärmerischen Schilderungen zur Entstehung des amerikanischen Mythos bei. „In Amerika ist die Demokratie ihren eigenen Triebkräften überlassen. Sie bewegt sich natürlich und frei. Die Reichen stören die demokratische Entfaltung nicht.“ Amerika lasse sich aus dem Geist der Freiheit und dem Geist der Religion erklären, lauten einige seiner heute durchaus anfechtbaren Thesen. Religion und Reichtum, religiöse Glaubenslehre und Liebe zum Wohlstand, Christentum und Kirche – welchen Einfluss übten sie damals auf die amerikanische Gesellschaft aus? Es liest Axel Milberg. Regie und Redaktion: Antonio Pellegrino.

radioTexte / H. G. Wells: Krieg der Welten (2/7) - 19.01.2017  

Eine merkwürdige Raumkapsel ist der erste Vorbote dieser Invasion vom Mars. Im idyllischen Surrey erregt sie zunächst Neugier und Spott - bald aber erweist sie sich als tödlich, und Panik und Entsetzen greifen um sich. Die Feinde vom roten Planeten greifen mit dreibeinigen Kampfmaschinen Großbritannien an, um die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Irdisches Militär ist machtlos gegen diesen Gegner, wie sich bald herausstellt. Flucht, Verwüstung, Apokalypse, schlimmste Alpträume werden wahr, rücksichtslos kämpft - fast - jeder gegen jeden um das Überleben.

radioTexte / A. de Tocqueville: Demokratie in Amerika (2/4) - 17.01.2017  

In seinem zweibändigen Werk „De la démocratie en Amérique“ beschreibt der Spross eines altnormannischen Adelsgeschlechts Alexis de Tocqueville die demokratische sowie und bürgerliche Gesellschaftsordnung während der zweiten Amtsperiode von Präsident Andrew Jackson. Einem, nach dem Urteil vieler Historiker, “politischen Taschenspieler, Selfmademan neuen Stils, Freund der aufsteigenden Kapitalisten, jedoch einem Politiker, der in seiner direkten und ungehobelten Art die Sehnsucht der kleinen Leute nach mehr Gerechtigkeit verkörperte und progressive Ziele verfolgte. Aber mit Blick auf Jacksons Administration stellt der französische Gelehrte fest, dass die Qualität der amerikanischen Staatsmänner sich in den letzten Jahrzehnten sehr zum Nachteil entwickelt habe. In dieser Folge beschreibt der Gast aus Frankreich die amerikanische Bevölkerung, die dortige Gesellschaftsstruktur beschreibt und welche Unterschiede er zwischen dem Alten und dem Neuen Kontinent herausfindet. Mit Axel Milberg. Redaktion und Moderation: Antonio Pellegrino

radioTexte / H. G. Wells: Krieg der Welten (1/7) - 12.01.2017  

Dies ist ein Buch, das Geschichte geschrieben hat: H. G. Wells "Krieg der Welten". Ein Roman, der über 100 Jahre alt ist und bis heute Leser, Autoren und Filmemacher bewegt. Die so beängstigende wie plausible Frage: Was ist, wenn die Erde von überlegenen Außerirdischen angegriffen wird, denen die ganze schöne menschliche Zivilisation völlig egal ist? Diese Marsianer haben eigene Interessen und brutalste Mittel, um sie durchzusetzen - und genau das tun sie bei Wells auch. In der klassischen Lesung auf Bayern 2 tobt ab Januar der Krieg der Welten - gelesen von Star-Sprecher Andreas Fröhlich, in der Neu-Übersetzung von Lutz-W. Wolff.

A. de Tocqueville: Demokratie in Amerika (1/4) - 10.01.2017  

Er prägte den Begriff der „Tyrannei der Mehrheit“, beschrieb die Amerikaner als ein „Volk von Händlern, das sich mit Politik beschäftigt, wenn die Geschäfte ihnen die Zeit dafür lassen“: Alexis de Tocqueville. Mit seiner Werk „Über die Demokratie in Amerika“ aus dem Jahr 1835 schrieb der französische Aristokrat die meist diskutierte Studie über die Vereinigten Staaten. Angesichts der jüngsten politischen Ereignisse scheinen seine Thesen aktueller denn je zu sein. Es liest Axel Milberg. Redaktion und Moderation: Antonio Pellegrino

radioTexte / Arthur Conan Doyle: Der blaue Karfunkel - 22.12.2016  

"Holmes nahm den Hut in die Hand und betrachtete ihn mit dem eigentümlichen, nach innen gerichteten Blick, der für ihn charakteristisch war. Er ist vielleicht weniger aufschlussreich, als er sein könnte‘, sagte er, 'aber trotzdem liefert er einige eindeutige Hinweise sowie ein paar andere, die zumindest sehr wahrscheinliche Schlussfolgerungen gestatten. Dass der Träger des Huts ein intellektueller Mensch ist, fällt natürlich sofort ins Auge."

radioTexte / Thomas Mann - Frank Wedekind: In die Anstalt - 20.12.2016  

Was haben der Marquis von Keith und Ernst Scholz zu verbergen? Um weiteren Schaden zu verhindern, fordert Scholz den vermeintlichen Aristokraten auf, sich mit ihm gemeinsam in eine Anstalt zurückzuziehen. In einer vor kurzem in den Archiven des BR wiederentdeckten Aufnahme spricht Thomas Mann über die letzte Szene des Schauspiels »Der Marquis von Keith« von Frank Wedekind und erläutert dessen Auffassung von Künstlertum zwischen Schein und Sein. Mitschnitt einer öffentlichen Veranstaltung im Münchner Funkhaus mit einer szenischer Lesung aus Wedekinds Schauspiel, vorgetragen von Christian Löber und Max Wagner. Anschließend diskutierten Dirk Heißerer, Antonio Pellegrino Anatol Regnier, der einige Lieder seines Großvaters Frank Wedekind gesungen hat.

Das offene Buch: Bachtyar Ali - "Der letzte Granatapfel" - 18.12.2016  

Wie kann man Schrecken erzählen? Als Märchen, sagt Bachtyar Ali, der Kurde in Köln und landet mit „Der letzte Granatapfel“ seinen ersten Erfolg auf Deutsch. Ein modernes Märchen, erzählt wie 1001 Nacht, tatsächlich aber eine Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit Kurdistans im Irak, als Peschmerga-Kämpfer um die Unabhängigkeit rangen. Im Hintergrund, bringen die Aufstände gegen Saddam Hussein in den 80er Jahren, die blutigen ethnisch-politischen Konflikte der 90er größtes Leid. Aber die Fakten bleiben schemenhaft, denn es geht nicht um eine Geschichtsschreibung Kurdistans, es geht um das Wesen des Menschen: Was macht ihn aus? Wie geht er um mit Gewalt und Not? - Ein hoher Peschmerga wird aus der Haft entlassen, einem Wüstengefängnis am Ende der Welt. 21 Jahre zuvor war er im Kampf in eine Falle geraten. Nun sucht er seinen Sohn Saryasi und sammelt eine Fülle von Geschichten, erzählt auf einem Flüchtlingsboot Richtung Europa. Franz Pätzold vom Residenztheater liest, wie Muzafari aus dem Wüstengefängnis freikommt und wie sein Sohn zum „Professor der Karren“ wird. Und Bachtyar Ali erzählt, wie es zu dem Buch kam. Moderation: Cornelia Zetzsche.

radioTexte / Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege - 15.12.2016  

15 Jahre werden erzählt. Zahlreiche Personen beschrieben. Eine klar auszumachende Handlung gibt es nicht. Dafür lange Sätze, elaborierte Gedankenwindungen, viel zur Metaebene von Seiten eines klugen, etwas kauzigen, aber nicht selbst in Erscheinung tretenden Erzählers. Das Ganze erschienen zu einer Zeit, als karger Nachkriegsminimalismus die Literatur dominierte. Noch dazu erst, als der Verfasser - mit Mitte 50 - kaum noch damit rechnen konnte, irgendwann als bedeutender Schriftsteller zu gelten. Doch für die "Strudlhofstiege" wurde er gefeiert und zum neuesten Wiener Klassiker erklärt

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