radioThema - Bayern 2

radioThema - Bayern 2

Germany

radioThema ist die große Hintergrundsendung von Bayern 2. Hier spiegelt sich die ganze thematische Breite des Angebots von Bayern 2 wider. Aktuelles und Kulturelles wird hier ebenso intensiv behandelt wie Familienpolitik oder die Jahrestage besonderer Ereignisse.

Episodes

Werner Schneyder zum 80. Geburtstag - Von einem, der auszog, politisch zu werden - 19.01.2017  

"Der Satiriker endet für gewöhnlich als Archivar seiner Resignation!" - Für den österreichischen Kabarettisten und Sportreporter Werner Schneyder hat sich diese düstere Prognose allerdings nicht bewahrheitet. Autorin: Katinka Strassberger

Sahara-Kassiber. Momentaufnahmen aus dem größten Land Afrikas: Algerien - 12.01.2017  

Im größten Land Afrikas herrscht - scheinbar - Ruhe; jedenfalls dringen nach dem Ende der blutigen Auseinandersetzungen mit den Islamisten des Landes im Jahr 1999 nur wenige ungefilterte Nachrichten nach draußen. Algerien, so scheint es, verharrt in einer Art selbstgewählter Agonie. Schon seit der spektakulären Entführung der Sahara-Geiseln 2003 kommen kaum noch Touristen ins Land. Inzwischen liegt – trotz immenser Bodenschätze und einem kleinen „Goldrausch“- die Wirtschaft am Boden; im Ausland lebende Oligarchen verfügen über den größten Teil des privaten Vermögens, und eine vom säkular geprägten Militär beherrschte Regierung unterdrückt Meinungsfreiheit und Oppositionelle. Der greise Präsident Bouteflika, seit einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen, tritt seit Jahren so gut wie nicht mehr auf. Und die Tuareg- und Berbervölker kämpfen um ihre Existenz. Ein Land schottet sich ab. Ein seltsamer Schleier hängt über diesem Land, dem militärisch offiziell nicht beigestanden werden muss. Die Abhängigkeiten von den USA und Frankreich verschweigt man am liebsten. Allein durch seine Größe und seine geopolitische Lage ist und bleibt Algerien ein Schlüsselland in einer Welt, in der sich wirtschaftliche und religiöse Konflikte immer häufiger in gewalttätigen Aktionen radikalisierter, terroristischer Organisationen manifestieren. Der Autor und Filmemacher Wolf Gaudlitz hat über Jahrzehnte regelmäßig das Land bereist und viele Freunde gewonnen, auch in der angeblich besonders gefährlichen Südsahara. Als einer der ganz wenigen Europäer durfte er sich bis ins Jahr 2011 unbehelligt im Land bewegen. Unmittelbar nach Drehende seines Filmes Sahara Salaam 2011 wurde ihm dieses Recht entzogen. Jetzt gelang ihm eine inoffizielle Rückkehr, inkognito, als Teil einer kleinen Reisegruppe. Seine Gespräche und Notizen, besonders aus der isolierten Südsahara, beleuchten wie Kassiber aus einer abgeschotteten Region die politisch aufgeladene Situation und die Lebensbedingungen der Bevölkerung.

Dead Man Talking. Was uns Shakespeare über Tod und Unsterblichkeit zu sagen hat - 01.01.2017  

William Shakespeare ist seit 400 Jahren tot. In seinen Stücken aber spricht er bis heute zu uns. Auch vom Sterben. Denn der Tod ist allgegenwärtiginseinen Dramen, so wie seine Dramen allgegenwärtig sind im Theater. Vermutlich stirbt jeden Tag mindestens ein Hamlet auf irgendeiner Bühne dieser Welt und folgt täglich irgendwo eine Julia ihrem Romeo in die Unendlichkeit. Danach stehen sie wieder auf, um abermals zu sterben, stehen nochmal auf, sterben erneut, stehen auf, sterben - und so weiter bis in alle Ewigkeit. Aber was hat uns Shakespeare eigentlich zu sagen über Tod und Vergänglichkeit, Sterben und Unsterblichkeit? Und was gibt es über Shakespeares eigene Unsterblichkeit zu sagen? In „Dead Man Talking“ erzählen Schauspieler vom Sterben im Scheinwerferlicht mit Shakespeares Versen auf den Lippen. Lüften Forscher das Geheimnis von Shakespeares nicht nachlassendem Nachruhm. Verraten Theatermacher die Todsünden, die man beim Inszenieren von Shakespeare meiden sollte. Und halten Dramatiker Grabreden auf einen Unerreichbaren. Wobei sich eines todsicher vorhersagen lässt: William Shakespeare wird sie alle überleben - obwohl er bereits am 23.April 1616 gestorben ist.

Jenseits des Redeflusses. Versuch, mit Einsiedlern und Aussteigern ins Gespräch zu kommen - 25.12.2016  

Verschwunden, verstummt und für die Gesellschaft verloren - Wolf Gaudlitz begibt sich auf die Suche nach den wohl eigensinnigsten Zeitgenossen: nach Einsiedlern und Aussteigern, nach Menschen, die ihr Leben seit vielen Jahren in Abgeschiedenheit verbringen. Wie genau, das kann man nur vermuten: in sich selbst zurückgezogen, in inneren Monologen "kommunizierend", dabei aus eigenen Quellen spirituelle Kraft schöpfend? Es gibt sie auch bei uns im deutschsprachigen Raum, diese Menschen beiderlei Geschlechts, aber vereinzelt nur und gut versteckt. Nach denen in den Städten suchte der Autor nicht - er suchte sie in abgelegenen Bergtälern (oder - gipfeln), in tiefen Wäldern und an stillen Seen. Vom schweizerischen Wallis über die Schwäbische Alb, in den Bayerischen Wald bis hin zur Mecklenburgischen Seenplatte und in die Uckermark war Wolf Gaudlitz unterwegs. Die Annäherung mit dem Fahrrad und nur dem nötigsten Gepäck war die eines sanften Beobachters, der mit viel Zeit, Geduld und Respekt aus wachsender Nähe eine Begegnung machen möchte. Aus der Exkursion wird eine Expedition, aus der Expedition wird ein Experiment: Wer würde aus seinem so verlaufenen Leben erzählen wollen, von der Stille "draußen" und den Gedanken im Kopf, der Landschaft, der Natur, der Einsamkeit, vom Reichtum durch Alleinsein? Und wer von den Krisen, von Verzweiflung, Krankheit und sozialer Verarmung? Erste Einsicht des Reporters: Wer den Einsiedler verstehen will, muss sein Schweigen akzeptieren. Auch darin ist eine Auskunft verborgen. Zweite Einsicht: Der Einsiedler ist gar nicht allein. Seine Lebensumgebung, die Landschaft, seine Behausung sind seine Kreationen und sprechen Bände. Am Ende steht nicht nur eine Radioreportage, sondern auch eine Übung in behutsamer Kommunikation und mitfühlendem Interesse.

Aliens in Abrahams Schoß? Abenteuer Sinnsuche zwischen Himmel und Erde - 22.12.2016  

Die Pyramiden von Gizeh oder die Nazca Linien in der Wüste Perus - Beweise außerirdischer Intelligenz? Zeigen sie gar, dass Aliens vor langer Zeit die Erde besucht und dabei Spuren im kulturellen Gedächtnis der Menschen hinterlassen haben? Anhänger der so genannten Prä-Astronautik glauben daran, allen voran der umstrittene Abenteuerwissenschaftler Erich von Däniken. Das biblische Prophetenbuch Ezechiel hält er für den Augenzeugenbericht einer Raumschifflandung auf der Erde. Wieder andere rechnen mit Nahtoderlebnissen, Déjà-vues, Geistern. Und setzen auf den Schutz von Traumfängern und Talismanen. Zumindest ist der Schutzengel am Rückspiegel Vielen ebenso wichtig wie der Anhänger aus Bergkristall oder das Sternzeichen am Schlüsselring. Aber: Gehört all das nun in den Bereich der Esoterik, der Pseudowissenschaften und Verschwörungstheorien? Symptome einer spirituell verarmten Gesellschaft, die sich nach aller Säkularisierung verzweifelt nach ein wenig Tiefe für die Seele sehnt? Oder sind es Hinweise darauf, dass am Ende doch mehr Kräfte zwischen Himmel und Erde wirken als physikalisch messbar? Christliche Theologie betrachtet übersinnliche Phänomene gerne von dieser Warte aus: als naiven Aberglauben. Leicht despektierlich sprechen Theologen von der Patchwork-Religiosität, einer Art Potpourri aus Symbolen und Ritualen der verschiedenen Weltreligionen, aus der Magie und dem Volksglauben. Doch darf diese Sichtweise nicht über eins hinwegtäuschen: Erstens ist der Glaube an Aliens, Übersinnliches und Wiedergeburt auch unter Christen verbreitet und zweitens sind viele abenteuerlich anmutende Ideen längst nicht so unvereinbar mit Bibel und Bekenntnis wie es auf den ersten Blick scheint. Auch der christliche Glaube kennt immerhin Heilungswunder, Dämonenbesessenheit und Geister. Und auch in der Esoterik geht es letztlich um den Sinn und die Frage nach dem guten Leben. Die spirituelle Suchbewegung ist dieselbe. Doch wie gelingt die Aussöhnung zwischen Esoterik und Evangelium? Wie lassen sich Auferstehung und Wiedergeburt zusammen denken, wie Aliens und Ezechiel? Friederike Weede sucht Antwort bei Esoterikern, bei UFO-Gläubigen und bei Christen, die den Glauben mehr als Frage denn als Antwort verstehen.

Der Übervater. Wie Steven Spielberg das amerikanische Kino veränderte - 15.12.2016  

Er war der wesentliche Motor des New Hollywood der frühen siebziger Jahre. Er erfand 1975 mit „Der weiße Hai“ den Blockbuster. Er leitete 1981 mit „Indiana Jones“ das Revival des Abenteuerfilms ein. Er zettelte gemeinsam mit seinem Freund George Lucas tricktechnische Revolutionen an. Er nahm sich 1985 mit „Die Farbe Lila“ als erster bedeutender weißer Hollywood-Regisseur der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung in den USA an. Er reanimierte 1993 die ausgestorben geglaubten Dinosaurier im „Jurrasic Park“. Er inszenierte im selben Jahr mit „Schindlers Liste“ einen Film, an dem bis heute keiner vorbeikommt, der sich für die filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust interessiert. Er drehte 1997 für „Der Soldat James Ryan“ eine rund halbstündige Kriegsszene, die in ihrer Realistik unübertroffen ist. Zuletzt inszenierte er in Berlin den Kalter-Krieg-Thriller „Bridge Of Spies“. Was kaum bekannt ist: Alle Filme von Steven Spielberg sind stark autobiographisch geprägt. Immer geht es im Unterbau seiner Werke um zerrüttete Familienverhältnisse. Steven Spielbergs Eltern ließen sich scheiden, als er noch ein Kind war. Bis heute ist für ihn die Bedrohung der Familie eine immer vorhandene Problematik seiner Arbeiten. Moritz Holfelder begibt sich auf die Reise durch die Welt von Steven Spielberg und porträtiert nicht nur den Blockbuster-Regisseur, ohne den das amerikanische Kino der letzten vierzig Jahre nicht denkbar wäre, sondern auch den sensiblen Autorenfilmer mit jüdischen Wurzeln. Spielberg vereint beides.

Das Imperium - Walt Disneys Traumfabrik - 15.12.2016  

Walt Disney liebte das Zeichnen. Doch es war nicht sein künstlerisches Talent, was ihn zum Herrscher einer eigenen gewaltigen Traumfabrik machen sollte. Wie der Gründer das Imperium prägte, das - wie es mit Imperien so ist - auch seine dunklen Seiten hat. Walt Disney liebte das Zeichnen. Doch es war nicht sein künstlerisches Talent, was ihn zum Herrscher einer eigenen gewaltigen Traumfabrik machen sollte. Wie der Gründer das Imperium prägte, das - wie es mit Imperien so ist - auch seine dunklen Seiten hat.

Update für den rechten Rand - Die NPD ist tot, neue Formen des Rechtsextremismus triumphieren - 08.12.2016  

Vom rechts-außen Flügel der AfD über Pegida bis hin zu "Reichsbürgern" oder anderen militanten Gruppen hat sich die rechte Szene in diverse Richtungen entwickelt und erfährt durch die Flüchtlingsdebatte neuen Zulauf. Am 17. Januar 2017 verkündet Bundesverfassungsgericht sein Urteil im NPD-Verbotsverfahren. Inzwischen allerdings scheint egal zu sein, wie es ausfällt: Die NPD ist marginalisiert – gleichzeitig verbreitet sich extrem rechte Ideologie rasant.

Das Imperium - Walt Disneys Traumfabrik - 01.12.2016  

Walt Disney liebte das Zeichnen. Doch es war nicht sein künstlerisches Talent, was ihn zum Herrscher einer eigenen gewaltigen Traumfabrik machen sollte. Wie der Gründer das Imperium prägte, das - wie es mit Imperien so ist - auch seine dunklen Seiten hat.

"Rockin' in a free world". Die Geschichte der "Plastic People of the Universe". - 24.11.2016  

Etwa die der tschechischen Band „The Plastic People of the Universe“, die im September 1968 vom Prager Bassisten Milan Hlavsa gegründet wurde, ein paar Wochen nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ durch die Armeen der Warschauer Pakt-Staaten. Die „Plastic People of the Universe“ waren inspiriert von der Musik von Frank Zappa, den „Fugs“ und „The Velvet Underground“. Sie coverten zunächst die Songs ihrer Vorbilder, dann sangen sie auf Tschechisch und vertonten etwa Gedichte des verbotenen Lyrikers Egon Bondy. Sie weigerten sich, die Vorgaben der kommunistischen Funktionäre anzuerkennen und spielten laut an gegen die neue Schockstarre in der Diktatur. Schließlich wurden von sie von Staatsmacht dorthin verbannt, wo sie, aus Sicht des Husak-Regimes, hingehörten: in den Untergrund. Dort freilich konnten die Musiker die Musik machen, die sie wollten, wenn auch unter zunehmend schwereren Bedingungen. 1976 griff die kommunistische Führung hart gegen „The Plastic People of the Universe“ und auch andere alternative Rockbands in der Tschechoslowakei durch. Etliche Musiker wurden unter dem Vorwand, sie seien langhaarige Vandalen und Unruhestifter, ins Gefängnis geworfen. Im Spätsommer schließlich mussten sich einige der Inhaftierten vor Gericht verantworten. Der Dichter und Dramatiker Václav Havel protestierte daraufhin gegen das Regime, das jungen Menschen die Freiheit nahm, die Musik zu spielen, die sie spielen wollten. Die Prozesse wurden Katalysator für die Sammlung der Oppositionsbewegung im Land und schließlich für die Niederschrift der Charta 77, die Aufforderung an die Staatsmacht, die Menschenrechte zu respektieren. 40 Jahre nach diesen Ereignissen erzählen Zuzana Jürgens die Geschichte der „Plastic People of the Universe“ - die Geschichte einer Gruppe von Musikern, die eigentlich nur Musik machen wollten und die doch - wider Willen - zum Spielball der Politik wurden. Historisch betrachtet sind die „Plastic People“ und ihre Geschichte ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des friedlichen Widerstandes und der Gegenkultur in den kommunistischen Diktaturen von Ost- und Mitteleuropa. Die Biographie dieser Band verdient es, nicht vergessen zu werden.

Hurra, die Roboter kommen? Wie schlaue Maschinen unser Leben verändern - 17.11.2016  

Roboter und intelligente Maschinen erobern unseren Alltag. Sie lenken Autos, stellen medizinische Diagnosen, pflegen Kranke. Forscher hatten die künstliche Intelligenz schon vor über 50 Jahren versprochen, nun ist sie binnen weniger Jahre Realität geworden: Die Helfer aus Stahl sind nicht nur äußerlich menschenähnlicher geworden. Sie werden so gebaut, dass sie mit Menschen zusammenarbeiten können, leicht, flexibel, feinfühlig. Lernverfahren, die dem Gehirn abgeschaut sind, schnellere Prozessoren und größere Speicher haben in den letzten zwei Jahren eine technische Revolution in Gang gesetzt. Die Maschinen sind schlau geworden. Diese Roboter werden unseren Alltag verändern. Sie werden neue Märkte schaffen und sie werden Jobs vernichten. Können die Roboter eine Tages schlauer sein als wir Menschen? Und könnten sie möglicherweise für uns zur Bedrohung werden?

Helfen! Eine Kulturgeschichte des Gutseins - 16.11.2016  

Warum helfen wir? Wer sind unsere Vorbilder, um Gutes zu tun? In Mitteleuropa gibt es klare Leitsterne, ins kollektive Gedächtnis gewanderte Erzählungen des Helfens. Die katholische Tradition hat allerdings ganz andere Motive des Helfens angesammelt als die evangelische. Franz von Assisi oder Elisabeth von Thüringen als sich aufopfernde Heilige bieten das Muster für eine ganz andere Frömmigkeit als die evangelischen Hilfswerke der Diakonie, die im 19. Jahrhundert entstanden. Als schließlich unter Bismarck der deutsche Staat in die Rolle des Helfers für die Bedürftigen schlüpfte, änderte sich die Haltung zum Helfen abermals. Und heute, in einer Wirtschaftswelt, die von Neoliberalismus und damit auch Entsolidarisierung geprägt ist - wie schaut heute das Helfen aus? Welches sind heute unsere Leitbilder? Warum helfen Menschen - und wem helfen sie gern? Welche Hilfe ist politisch korrekt - und welche verschrien? Matthias Morgenroth geht auf Spurensuche.

Wolf Biermann - Die Landung des preußischen Ikarus - 10.11.2016  

Am 15. November wird der Dichter und Sänger Wolf Biermann 80 Jahre alt. Knut Cordsen hat den poète chanteur getroffen und für sein Porträt des Künstlers auch einen alten Weggefährten und "Kumpan" Wolf Biermanns gesprochen: Günter Wallraff. In der Person und Lebensgeschichte des Liedermachers spiegelt sich ein ganzes Jahrhundert mit seinen Grausamkeiten und seinen ideologischen Grabenkämpfen. Darin überlebte er als heute „greises Weltenkind“ nur, weil er sich einen freien Geist bewahrt hat. In seiner zum 80. Geburtstag erschienenen Autobiographie „Warte nicht auf bessre Zeiten“ steht der Satz: „Man geht im Streit der Welt nicht nur an den Schlägen kaputt, die man einsteckt, sondern mehr noch an den Schlägen, die man leider nicht austeilt.“

Mindestlohn oder Millionengehalt - Wer bestimmt den Wert der Arbeit? - 03.11.2016  

Der Chef eines DAX-Konzerns verdient bei uns im Durchschnitt 400.000 Euro im Monat, ein Gebäudereiniger kommt auf gerade mal 1.500 Euro. Warum ist seine Arbeit weniger wert. Kann man den Wert der Arbeit tatsächlich in Euro und Cent messen? Wer legt fest, wer wie viel verdient? Und was sagt das über den Wert der Arbeit aus? Eine Sendung von Christine Bergmann, Birgit Harprath, Karsten Böhne, Hanna Maier und Samira Hrach.

Bayern 2 an Allerheiligen: Spiegelgeschichten - Ilse Aichinger zum 95. Geburtstag - 01.11.2016  

Ilse Aichinger, die große kleine Dame der deutschsprachigen Literatur, die Lyrikerin, Hörspielautorin, Erzählerin und schweigsamste unter Österreichs Schriftstellerinnen, ist berühmt für ihre Spracharbeit im Ungesagten und für ihre magischen Räume im Realen. Ihre Poetik des Schweigens ergab sich aus ihrer konsequenten Ablehnung von jeglichem Konformismus. - Als Zwillingsmädchen, als Tochter eines Lehrers und einer jüdischen Ärztin, wurde sie am 1. November 1921 in Wien geboren. Die Nazi-Zeit überlebte sie als „Halbjüdin" in einem Zimmer mit ihrer jüdischen Mutter, direkt gegenüber der Gestapo-Leitstelle in Wien. Ihr Medizin-Studium nach dem Krieg brach sie ab, für die Verlagsarbeit bei Fischer und fürs eigene Schreiben. „Das vierte Tor“ heißt ihre erste Geschichte, die 1945 schon veröffentlicht wurde, das erste Zeugnis in der deutschsprachigen Literatur, das vom Konzentrationslager spricht. Die Sendung bilanziert biographische Daten der Grande Dame der Dichtung, sie spiegelt Ilse Aichinger in für sie wichtigen Orten und Personen. Den Zentralfriedhof, einstige Wohnungen, Kinos, Kaffeehäuser. Kollegen kommen zu Wort: die Germanistin Ruth Klüger, der Dichter Robert Schindel und der Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino, Peter Handke, Eva Menasse und die Lyrikerin Uljana Wolf, die Ilse Aichingers „Schlechte Wörter“ ins Amerikanische übertrug. Die exklusiven Texte folgen Spuren Ilse Aichingers. Und die Dichterin ist zu hören. Sendung von Cornelia Zetzsche.

Die universelle Monade des Wissens - 27.10.2016  

Ein Leibniz-Bestiarium zur Feier des 300. Todestages des letzten Universalgelehrten deutscher Zunge Von Niels Beintker und Martin Zeyn Er hat mit seiner Infinitesimalrechnung so manchem Schüler kalten Schweiß auf die Stirn getrieben, Voltaire zu einem der lustigsten Romane der Weltliteratur angeregt, eine Witwen- und Waisenkasse gegründet und mit seinem Begriff der Monade - einer Substanz, die auf dem kleinen Raum des Ichs das ganze Universum zu repräsentieren vermag - Philosophiegeschichte geschrieben. Nebenbei war er noch Diplomat, entwarf eine Rechenmaschine und formulierte Gedanken zu einer Münzreform. Wie soll man so einem Kopf gerecht werden? Das kann nur in einer Revue gelingen, die in vielen kleinen Monaden das unermessliche, infinite Universum des Gottfried Wilhelm Leibniz auf menschliche Größe herunterrechnet.

Mind the Gap. Strategien gegen die Gräben in der Gesellschaft - 20.10.2016  

Unsere Gesellschaft ist einer harten Prüfung ausgesetzt. Auf dem Zündfunk Netzkongress haben Aktivisten, Politiker und Blogger sich den Herausforderungen unserer Zeit gestellt und Strategien gegen den großen Graben entwickelt. Eine Analyse zum Zustand des Landes und der Welt.

Flandern & die Niederlande als Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse - 13.10.2016  

"Dit is wat we delen" - Flandern und die Niederlande sind 2016 Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse; zwei Regionen, eine Sprache und ihre Autoren wollen zeigen, was sie verbindet, die Nordsee zum Beispiel, die niederländische Sprache natürlich. "Dies ist was wir teilen" lautet ihr Motto in Frankfurt. Das "radioThema" ist ein literarischer Streifzug von Antwerpen bis Amsterdam. Katharina Borchardt untersucht, wie sich Kolonial- und Kriegsgeschichten in den Romanen der Söhne, Töchter und Enkel spiegeln. Sie empfiehlt Satiren und stellt fest, wie viel die Flamen Bücher aus Holland lesen, aber nicht umgekehrt. Cornelia Zetzsche macht "Hausbesuche" bei Yves Petry, Margriet de Moor und Mano Bouzamour, dem jungen Holländer mit marokkanischen Wurzeln. Und Geert Mak, der große Europäer und Kenner der niederländischen Geschichte und Mentalität, begleitet diesen literarischen Streifzug von Niederländisch-Indien bis Geert Wilders heute. Moderation: Cornelia Zetzsche

Die Todessimulanten. Über das Sterben auf der Theaterbühne - 06.10.2016  

Es liegen entsetzlich viele Leichen herum auf den Bühnenbrettern unserer Theater. Abend für Abend wird dort gestorben, mal dramatisch mit viel Blut, mal dezent im Hintergrund. Ob in Berlin oder München, in Krefeld oder Memmingen: in fast jedem zweiten Stück, egal ob klassisch oder modern, kommen Figuren gewaltsam oder altersschwach, von eigener Hand oder meuchlings ermordet, um. Aber das Sterben und Totsein ist ja nur ein Spiel; jeder weiß das, und die Zuschauer sehen die gerade auf der Szene Umgekommenen beim Schlussapplaus wieder quicklebendig. Doch spielt sich das, was noch niemand wirklich und am eigenen Leib erlebt hat, so "einfach" wie ein Wutausbruch, eine Eifersuchtsszene, eine Freude? Kann man das Sterben auf der Bühne lernen und wer sollte da kompetenter Lehrmeister sein? In dem Feature "Die Todessimulanten" erzählen Schauspieler von ihren Erfahrungen und Problemen mit dem Bühnentod, von ihren Gefühlen und Nachdenklichkeiten, von den richtigen Momenten, in denen sie ihre eigene Endlichkeit ganz bewusst erfahren haben, während sie gerade in ihrer Rolle aus dem falschen Leben schieden. Woran aber denkt einer, der minutenlang reglos an der Rampe herumliegt? Nur an die Flachatmung oder auch an den Einkaufszettel? Ein alter Schauspieler hat einen ganz anderen, viel direkteren Bezug zum Tod im Theater als ein noch junger, dem das eigene Sterben noch lange nicht in den Sinn kommt. Und wie inszeniert man den Tod? Regisseure können und müssen sich entscheiden, ob sie ihre Leichen vor die Augen der Zuschauer legen oder sie im Off verstecken. Der Tod im Theater ist immer nur ein Spiel mit einem verlässlich guten Ausgang. Und die Schauspielerin Sophie von Kessel sagt: "Sterben auf der Bühne ist irgendwie pietätlos..."

Gespeicherte Identitäten - die Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde - 03.10.2016  

Gut ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer scheint es an der Zeit, über die Zukunft der "Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen" (BStU) nachzudenken. Katja Strippel zeichnet in ihrem Feature die Geschichte der Behörde nach und zeigt: Sie ist wichtiger Teil der ostdeutschen Identität. Bayern 2 zum Tag der Deutschen Einheit

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