radioThema - Bayern 2

radioThema - Bayern 2

Germany

radioThema ist die große Hintergrundsendung von Bayern 2. Hier spiegelt sich die ganze thematische Breite des Angebots von Bayern 2 wider. Aktuelles und Kulturelles wird hier ebenso intensiv behandelt wie Familienpolitik oder die Jahrestage besonderer Ereignisse.

Episodes

"Rockin' in a free world". Die Geschichte der "Plastic People of the Universe". - 24.11.2016  

Etwa die der tschechischen Band „The Plastic People of the Universe“, die im September 1968 vom Prager Bassisten Milan Hlavsa gegründet wurde, ein paar Wochen nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ durch die Armeen der Warschauer Pakt-Staaten. Die „Plastic People of the Universe“ waren inspiriert von der Musik von Frank Zappa, den „Fugs“ und „The Velvet Underground“. Sie coverten zunächst die Songs ihrer Vorbilder, dann sangen sie auf Tschechisch und vertonten etwa Gedichte des verbotenen Lyrikers Egon Bondy. Sie weigerten sich, die Vorgaben der kommunistischen Funktionäre anzuerkennen und spielten laut an gegen die neue Schockstarre in der Diktatur. Schließlich wurden von sie von Staatsmacht dorthin verbannt, wo sie, aus Sicht des Husak-Regimes, hingehörten: in den Untergrund. Dort freilich konnten die Musiker die Musik machen, die sie wollten, wenn auch unter zunehmend schwereren Bedingungen. 1976 griff die kommunistische Führung hart gegen „The Plastic People of the Universe“ und auch andere alternative Rockbands in der Tschechoslowakei durch. Etliche Musiker wurden unter dem Vorwand, sie seien langhaarige Vandalen und Unruhestifter, ins Gefängnis geworfen. Im Spätsommer schließlich mussten sich einige der Inhaftierten vor Gericht verantworten. Der Dichter und Dramatiker Václav Havel protestierte daraufhin gegen das Regime, das jungen Menschen die Freiheit nahm, die Musik zu spielen, die sie spielen wollten. Die Prozesse wurden Katalysator für die Sammlung der Oppositionsbewegung im Land und schließlich für die Niederschrift der Charta 77, die Aufforderung an die Staatsmacht, die Menschenrechte zu respektieren. 40 Jahre nach diesen Ereignissen erzählen Zuzana Jürgens die Geschichte der „Plastic People of the Universe“ - die Geschichte einer Gruppe von Musikern, die eigentlich nur Musik machen wollten und die doch - wider Willen - zum Spielball der Politik wurden. Historisch betrachtet sind die „Plastic People“ und ihre Geschichte ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des friedlichen Widerstandes und der Gegenkultur in den kommunistischen Diktaturen von Ost- und Mitteleuropa. Die Biographie dieser Band verdient es, nicht vergessen zu werden.

Hurra, die Roboter kommen? Wie schlaue Maschinen unser Leben verändern - 17.11.2016  

Roboter und intelligente Maschinen erobern unseren Alltag. Sie lenken Autos, stellen medizinische Diagnosen, pflegen Kranke. Forscher hatten die künstliche Intelligenz schon vor über 50 Jahren versprochen, nun ist sie binnen weniger Jahre Realität geworden: Die Helfer aus Stahl sind nicht nur äußerlich menschenähnlicher geworden. Sie werden so gebaut, dass sie mit Menschen zusammenarbeiten können, leicht, flexibel, feinfühlig. Lernverfahren, die dem Gehirn abgeschaut sind, schnellere Prozessoren und größere Speicher haben in den letzten zwei Jahren eine technische Revolution in Gang gesetzt. Die Maschinen sind schlau geworden. Diese Roboter werden unseren Alltag verändern. Sie werden neue Märkte schaffen und sie werden Jobs vernichten. Können die Roboter eine Tages schlauer sein als wir Menschen? Und könnten sie möglicherweise für uns zur Bedrohung werden?

Helfen! Eine Kulturgeschichte des Gutseins - 16.11.2016  

Warum helfen wir? Wer sind unsere Vorbilder, um Gutes zu tun? In Mitteleuropa gibt es klare Leitsterne, ins kollektive Gedächtnis gewanderte Erzählungen des Helfens. Die katholische Tradition hat allerdings ganz andere Motive des Helfens angesammelt als die evangelische. Franz von Assisi oder Elisabeth von Thüringen als sich aufopfernde Heilige bieten das Muster für eine ganz andere Frömmigkeit als die evangelischen Hilfswerke der Diakonie, die im 19. Jahrhundert entstanden. Als schließlich unter Bismarck der deutsche Staat in die Rolle des Helfers für die Bedürftigen schlüpfte, änderte sich die Haltung zum Helfen abermals. Und heute, in einer Wirtschaftswelt, die von Neoliberalismus und damit auch Entsolidarisierung geprägt ist - wie schaut heute das Helfen aus? Welches sind heute unsere Leitbilder? Warum helfen Menschen - und wem helfen sie gern? Welche Hilfe ist politisch korrekt - und welche verschrien? Matthias Morgenroth geht auf Spurensuche.

Wolf Biermann - Die Landung des preußischen Ikarus - 10.11.2016  

Am 15. November wird der Dichter und Sänger Wolf Biermann 80 Jahre alt. Knut Cordsen hat den poète chanteur getroffen und für sein Porträt des Künstlers auch einen alten Weggefährten und "Kumpan" Wolf Biermanns gesprochen: Günter Wallraff. In der Person und Lebensgeschichte des Liedermachers spiegelt sich ein ganzes Jahrhundert mit seinen Grausamkeiten und seinen ideologischen Grabenkämpfen. Darin überlebte er als heute „greises Weltenkind“ nur, weil er sich einen freien Geist bewahrt hat. In seiner zum 80. Geburtstag erschienenen Autobiographie „Warte nicht auf bessre Zeiten“ steht der Satz: „Man geht im Streit der Welt nicht nur an den Schlägen kaputt, die man einsteckt, sondern mehr noch an den Schlägen, die man leider nicht austeilt.“

Mindestlohn oder Millionengehalt - Wer bestimmt den Wert der Arbeit? - 03.11.2016  

Der Chef eines DAX-Konzerns verdient bei uns im Durchschnitt 400.000 Euro im Monat, ein Gebäudereiniger kommt auf gerade mal 1.500 Euro. Warum ist seine Arbeit weniger wert. Kann man den Wert der Arbeit tatsächlich in Euro und Cent messen? Wer legt fest, wer wie viel verdient? Und was sagt das über den Wert der Arbeit aus? Eine Sendung von Christine Bergmann, Birgit Harprath, Karsten Böhne, Hanna Maier und Samira Hrach.

Bayern 2 an Allerheiligen: Spiegelgeschichten - Ilse Aichinger zum 95. Geburtstag - 01.11.2016  

Ilse Aichinger, die große kleine Dame der deutschsprachigen Literatur, die Lyrikerin, Hörspielautorin, Erzählerin und schweigsamste unter Österreichs Schriftstellerinnen, ist berühmt für ihre Spracharbeit im Ungesagten und für ihre magischen Räume im Realen. Ihre Poetik des Schweigens ergab sich aus ihrer konsequenten Ablehnung von jeglichem Konformismus. - Als Zwillingsmädchen, als Tochter eines Lehrers und einer jüdischen Ärztin, wurde sie am 1. November 1921 in Wien geboren. Die Nazi-Zeit überlebte sie als „Halbjüdin" in einem Zimmer mit ihrer jüdischen Mutter, direkt gegenüber der Gestapo-Leitstelle in Wien. Ihr Medizin-Studium nach dem Krieg brach sie ab, für die Verlagsarbeit bei Fischer und fürs eigene Schreiben. „Das vierte Tor“ heißt ihre erste Geschichte, die 1945 schon veröffentlicht wurde, das erste Zeugnis in der deutschsprachigen Literatur, das vom Konzentrationslager spricht. Die Sendung bilanziert biographische Daten der Grande Dame der Dichtung, sie spiegelt Ilse Aichinger in für sie wichtigen Orten und Personen. Den Zentralfriedhof, einstige Wohnungen, Kinos, Kaffeehäuser. Kollegen kommen zu Wort: die Germanistin Ruth Klüger, der Dichter Robert Schindel und der Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino, Peter Handke, Eva Menasse und die Lyrikerin Uljana Wolf, die Ilse Aichingers „Schlechte Wörter“ ins Amerikanische übertrug. Die exklusiven Texte folgen Spuren Ilse Aichingers. Und die Dichterin ist zu hören. Sendung von Cornelia Zetzsche.

Die universelle Monade des Wissens - 27.10.2016  

Ein Leibniz-Bestiarium zur Feier des 300. Todestages des letzten Universalgelehrten deutscher Zunge Von Niels Beintker und Martin Zeyn Er hat mit seiner Infinitesimalrechnung so manchem Schüler kalten Schweiß auf die Stirn getrieben, Voltaire zu einem der lustigsten Romane der Weltliteratur angeregt, eine Witwen- und Waisenkasse gegründet und mit seinem Begriff der Monade - einer Substanz, die auf dem kleinen Raum des Ichs das ganze Universum zu repräsentieren vermag - Philosophiegeschichte geschrieben. Nebenbei war er noch Diplomat, entwarf eine Rechenmaschine und formulierte Gedanken zu einer Münzreform. Wie soll man so einem Kopf gerecht werden? Das kann nur in einer Revue gelingen, die in vielen kleinen Monaden das unermessliche, infinite Universum des Gottfried Wilhelm Leibniz auf menschliche Größe herunterrechnet.

Mind the Gap. Strategien gegen die Gräben in der Gesellschaft - 20.10.2016  

Unsere Gesellschaft ist einer harten Prüfung ausgesetzt. Auf dem Zündfunk Netzkongress haben Aktivisten, Politiker und Blogger sich den Herausforderungen unserer Zeit gestellt und Strategien gegen den großen Graben entwickelt. Eine Analyse zum Zustand des Landes und der Welt.

Flandern & die Niederlande als Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse - 13.10.2016  

"Dit is wat we delen" - Flandern und die Niederlande sind 2016 Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse; zwei Regionen, eine Sprache und ihre Autoren wollen zeigen, was sie verbindet, die Nordsee zum Beispiel, die niederländische Sprache natürlich. "Dies ist was wir teilen" lautet ihr Motto in Frankfurt. Das "radioThema" ist ein literarischer Streifzug von Antwerpen bis Amsterdam. Katharina Borchardt untersucht, wie sich Kolonial- und Kriegsgeschichten in den Romanen der Söhne, Töchter und Enkel spiegeln. Sie empfiehlt Satiren und stellt fest, wie viel die Flamen Bücher aus Holland lesen, aber nicht umgekehrt. Cornelia Zetzsche macht "Hausbesuche" bei Yves Petry, Margriet de Moor und Mano Bouzamour, dem jungen Holländer mit marokkanischen Wurzeln. Und Geert Mak, der große Europäer und Kenner der niederländischen Geschichte und Mentalität, begleitet diesen literarischen Streifzug von Niederländisch-Indien bis Geert Wilders heute. Moderation: Cornelia Zetzsche

Die Todessimulanten. Über das Sterben auf der Theaterbühne - 06.10.2016  

Es liegen entsetzlich viele Leichen herum auf den Bühnenbrettern unserer Theater. Abend für Abend wird dort gestorben, mal dramatisch mit viel Blut, mal dezent im Hintergrund. Ob in Berlin oder München, in Krefeld oder Memmingen: in fast jedem zweiten Stück, egal ob klassisch oder modern, kommen Figuren gewaltsam oder altersschwach, von eigener Hand oder meuchlings ermordet, um. Aber das Sterben und Totsein ist ja nur ein Spiel; jeder weiß das, und die Zuschauer sehen die gerade auf der Szene Umgekommenen beim Schlussapplaus wieder quicklebendig. Doch spielt sich das, was noch niemand wirklich und am eigenen Leib erlebt hat, so "einfach" wie ein Wutausbruch, eine Eifersuchtsszene, eine Freude? Kann man das Sterben auf der Bühne lernen und wer sollte da kompetenter Lehrmeister sein? In dem Feature "Die Todessimulanten" erzählen Schauspieler von ihren Erfahrungen und Problemen mit dem Bühnentod, von ihren Gefühlen und Nachdenklichkeiten, von den richtigen Momenten, in denen sie ihre eigene Endlichkeit ganz bewusst erfahren haben, während sie gerade in ihrer Rolle aus dem falschen Leben schieden. Woran aber denkt einer, der minutenlang reglos an der Rampe herumliegt? Nur an die Flachatmung oder auch an den Einkaufszettel? Ein alter Schauspieler hat einen ganz anderen, viel direkteren Bezug zum Tod im Theater als ein noch junger, dem das eigene Sterben noch lange nicht in den Sinn kommt. Und wie inszeniert man den Tod? Regisseure können und müssen sich entscheiden, ob sie ihre Leichen vor die Augen der Zuschauer legen oder sie im Off verstecken. Der Tod im Theater ist immer nur ein Spiel mit einem verlässlich guten Ausgang. Und die Schauspielerin Sophie von Kessel sagt: "Sterben auf der Bühne ist irgendwie pietätlos..."

Gespeicherte Identitäten - die Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde - 03.10.2016  

Gut ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer scheint es an der Zeit, über die Zukunft der "Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen" (BStU) nachzudenken. Katja Strippel zeichnet in ihrem Feature die Geschichte der Behörde nach und zeigt: Sie ist wichtiger Teil der ostdeutschen Identität. Bayern 2 zum Tag der Deutschen Einheit

"Was sind wir Menschen doch?" - 29.09.2016  

Andreas Gryphius zum 400. Geburtstag Die Frage nach unserer Existenz beantworte Andreas Gryphius kunstvoll und doch wenig schmeichelhaft - man könnte auch sagen: realistisch. Im Sonett "Menschliches Elende", veröffentlicht 1637, schrieb der Dichter vom "Wohnhaus grimmer Schmertzen", ebenso vom "Ball des falschen Glücks" und vom "Irrlicht diser Zeit". Mit diesen und anderen eindrücklichen poetischen Bildern - überhaupt mit Sprache und Form - ist Andreas Gryphius in die Geschichte der deutschsprachigen Literatur eingegangen. Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter in der Ära des Barock, als Solitär in der großen Epoche zwischen dem Zeitalter der Reformation und der beginnenden Moderne. Doch so wichtig das Barock-Zeitalter in literarischer Hinsicht war, so selten begegnen und Sprache und Poesie in unserer Gegenwart. Am ehesten noch im Kirchengesangbuch, das wiederum viele Lieder von Paul Gerhardt, aber nur ein einziges von Andreas Gryphius enthält. Ebenso wird die Dichtung von Andreas Gryphius in der Schule thematisiert. Und trotzdem bleibt er irgendwie ein Fremder, ein ferner Stern am Firmament der Tradition. Aus Anlass des 400. Geburtstags von Andreas Gryphius am 2. Oktober fragt das radioThema nach der Gegenwart einer vergangenen Literatur. Vier Schriftsteller und Lyriker - Dagmar Leupold, Silke Scheuermann, Uwe Kolbe und Thomas Rosenlöcher - lesen die Gedichte von Andreas Gryphius und geben Auskunft über ihre eigene Auseinandersetzung mit der Dichtung des Barock und die Frage, wie nah uns diese Welt tatsächlich noch ist.

Risiko Spätabbruch - 22.09.2016  

Isabella B. ist 34. Im Herbst kam ihr drittes Kind zur Welt. Vier Tage nach der Geburt starb das Mädchen an einer unheilbaren Lungenkrankheit. Isabella B. sagt: "Ich hätte das Kind abgetrieben, wenn ich von der Krankheit gewusst hätte." Sie hat einen vorgeburtlichen Bluttest machen lassen, einen sogenannten Pränataltest. Der untersucht das Blut auf Chromosomenabweichungen des Kindes. Gefunden wurde nichts, ein Arzt sagte der werdenden Mutter: "Sie werden ein gesundes Kind bekommen." Im Test war der Genfehler von Isabella B.s Tochter nicht sichtbar. Die neuen Bluttests könnten bald von den Kassen übernommen werden - das prüft der gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) derzeit. Dann werden solche Pränataltests, die im Moment vor allem bei Risikoschwangerschaften gemacht werden, wohl die Regel werden. Doch Ärzte, Humangenetiker und Ethiker sind sich nicht einig darüber, ob diese neue medizinische Errungenschaft Fluch oder Segen ist. Humangenetiker sagen schon jetzt: "Abtreibungen werden dadurch leichter. Die Entscheidungen werden in diese Richtung gehen." Denn die Bluttests sagen mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent eine Chromosomenauffälligkeit wie Trisomie 21 (Down Syndrom) voraus. Die Sendung lässt alle Beteiligten zu Wort kommen: Es sprechen Frauen, die vor der Entscheidung standen: Spätabtreibung ja oder nein.

Das Ende der Sowjetunion - "Die Vergangenheit steht uns noch bevor." - 15.09.2016  

Die Sowjetunion war ewig, bis sie verschwand. Das Ende der UdSSR, des flächenmäßig größten Landes der Erde, verlief denkbar unauffällig. Im August 1991 hatten ranghohe Regierungsmitglieder geputscht und Michail Gorbatschow für abgesetzt erklärt. Der Staatsstreich scheiterte und Boris Jelzin übernahm die Regierungsgeschäfte.

Zwischen Himmel und Erde. Unterwegs mit dem erfolgreichsten Ballonfahrer der Welt - 08.09.2016  

In wenigen Tagen, am Samstag, den 17.September, wird das westfälische Gladbeck Schauplatz eines höchst seltenen Spektakels sein: Dann starten mindestens zwei Dutzend Gasballone zum legendären „Gordon Bennett Balloon Race“, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Ballonfahrer, das seit 110 Jahren ausgetragen wird. Wie menschengemachte, bunte Himmelskörper überqueren die Ballone, nur vom Wind getrieben, halbe Kontinente und bezaubern durch majestätische Ruhe und entrücktes Schweben zwischen Himmel und Erde. Wieder mit dabei: der erfolgreichste Gasballonfahrer der Welt, der Deutsche Wilhelm Eimers, Weltmeister des Jahres 2014.Mit annähernd 3.000 Ballonstarts war er bis heute über 9.000 Stunden in der Luft. Manchmal tagelang an einem Stück. Sein Weltrekord mit 92 Stunden ist seit 25 Jahren ungebrochen. Unser Autor, der Filmemacher und Fotograf Wolf Gaudlitz ist gleichfalls ein Weltreisender und Abenteurer und stieg 2009 nur zu gerne bei Wilhelm Eimers in den Korb, um am eigenen Leibe diese ganz eigene Art der Fortbewegung in der Luft und zugleich eines veränderten Gefühls für Raum und Zeit zu erleben: Beide fahren auf einem Quadratmeter durch die Lüfte, stets hochkonzentriert, um nicht zum Spielball der Elemente zu werden. Leise verlässt man den Erdboden, behutsam nähert man sich dem Himmel und der anderen mitfahrenden Person, die lauscht, die hinhört – eine Annäherung besonderer Art. Und dann gehen die Gedanken auf Wanderschaft, werden „große“ Probleme plötzlich kleiner, das eigene Leben bekommt womöglich einen anderen Wert. Diese vor Jahren ausgestrahlte Sendung gibt es jetzt in einer aktualisierten Fassung zu hören. Wer nämlich aus dem „Gordon Bennett Balloon Race“ als Sieger

Der lange, lange Weg zur Arbeit - 01.09.2016  

Die Bundeskanzlerin hat ihr "Wir schaffen das" nach knapp einem Jahr noch einmal bekräftigt. Hunderttausende Flüchtlinge werden nun auf den Arbeitsmarkt drängen. Viel wurde dafür schon bewegt, doch der Weg zur Arbeit ist ein langer.

Nacht der Poesie 2016 - 25.08.2016  

Poetry Slam, lyrische Lesungen, Musik und Gespräche: Die Nacht der Poesie von Bayern2 zeigt insbesondere, was Dichterinnen alles können. Bei Moderatorin Martina Boette-Sonner waren zu Gast: Martina Hefter, Franziska Holzheimer, Anja Kampmann, Silke Scheuermann und Julia Trompeter. Musik: Xaver Römer. Live-Mitschnitt der Eröffnungsveranstaltung des 36. Erlanger Poetenfests aus dem Erlanger Markgrafentheater

Full frontal nudity. Eine kleine Geschichte der Prüderie im Film - 18.08.2016  

Filme der letzten zehn Jahre, wie "9 Songs", "Romance" oder "Shortbus", thematisieren Sexualität in relativ ungezwungener Weise. Das war nicht immer so. Ulrich Bassenge erzählt die Geschichte der Prüderie im Film. Sie beginnt 1934. „Hollywood Babylon“ erlegt sich selbst den Hays Code auf, eine Selbstzensur, um drohenden Regierungsmaßnahmen gegen Unmoral zu entgehen. Regisseure und Produzenten wiederum versuchen unentwegt, den Code auszutricksen. Auf steter Flucht vor dem Gesetz zeigt man in wandernden Zeltshows Aufklärungsstreifen wie "Mom and Dad" oder ethnologische Filme mit nackten Eingeborenen. Das Exploitation-Kino wird geboren: Die Stories warnen vor den Gefahren der Promiskuität, nur um sie gleichzeitig zu zeigen. „Full frontal nudity“ wird zum Fetisch. In den Fünfzigern schielt Amerika neidisch auf die Freizügigkeit des europäischen Kunstfilms. Brigitte Bardots blanker Hintern rettet das amerikanische Grindhouse-Kino. Die Sechziger führen zu filmischen Formen wie den Roughies und Kinkies, die Sexualität und Gewalt vermischen. 1967 wird der Hays Code abgeschafft und eine Entwicklung setzt ein, die bis heute andauert. Je nach Standpunkt leben wir nun in der pornographisierten oder der post-pornographischen Gesellschaft.

Die Affäre um die Seherin Louise Beck - 15.08.2016  

Ein bayerischer Kirchenkrimi im 19. Jahrhundert. Von Hans-Georg Becker

"Von wegen autofrei! - Mobilität in Bayern" - 11.08.2016  

In großen Städten wie München ist "Auto-Fasten" einfach. Dort kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad meist bestens voran. Außerdem sind dank Smartphones Miet-Autos überall verfügbar. In den ländlichen Regionen Bayern sieht es anders aus: In vielen kleineren Städten sind die Zentren und das Umland verkehrstechnisch schlecht miteinander vernetzt. Mit der Digitalisierung entstehen zwar in der Provinz innovative Mobilitätsangebote, etwa flexible Ruf-Busse, vernetzte Mitfahrdienste und umfassende Sharing-Konzepte. Aber das eigene Fahrzeug bleibt attraktiv, eine Auto-Dämmerung ist deswegen im Flächenstaat Bayern vorerst nicht in Sicht.

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