Folgen

  • Gewalt an Schülern ist leider nach wie vor ein großes Tabuthema. Dabei findet diese alltäglich statt. Jeder von uns kann sich noch an fiesen Lehrerkräfte erinnern, Lehrer oder auch Lehrerinnen, die Schüler bloßgestellt oder auch gedemütigt hat. Frau Bachmayer erzählt von ihrem Lateinlehrer, der immer einen Schüler rausgesucht hat und vor der gesamten Klasse vorgeführt hat, sie erinnert sich, dass sie oft schon abends vor dem Unterricht bei diesem Lehrer Angst hatte.
    Demotivation bis hin zur Schulangst und langfristig Mangel des Selbstwertgefühls der Schüler sind das Ergebnis. Die Auswirkungen solcher seelischen Verletzungen sind immens und begleiten viele ein Leben lang. Zeit, über psychische und physische Gewalt zu sprechen und diesen Macht-Missbrauch im Lehrerjob in unserem Podcast mal anzusprechen!

  • Was ist eigentlich guter Unterricht? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, finden wir. Was richtig schlechter Unterricht ist - so wie Ute und Menke ihn machen- das ist für uns ganz klar: Als Erstes nach den Hausaufgaben fragen und nur nach Lehrbuch agieren, das ist langweilig.
    Und richtig schlecht ist auch: Wenn Lehrer lustlos sind und sogar zu spät zum Unterricht erscheinen.
    Gut ist der Unterricht unserer Meinung dann, wenn Lehrer und Schüler Spaß am Unterricht haben und so in einem positiven Lernumfeld agieren.
    Und dazu gehört, dass man die Lebenswelt der Schüler in den Unterricht einbezieht.
    „Für mich ist eine gute Schüler-Lehrerbeziehung sehr wichtig“ meint Herr Müller.
    Das richtige Unterrichten fängt eigentlich erst nach der Lehrer-Ausbildung von Studium und Referendariat an. Viele Elemente aus der Ausbildung gehen in der Praxis verloren.
    Gut wäre es, wenn Lehrer sich gegenseitig Rückmeldung geben würden, und so die Chance haben voneinander zu lernen, meinen beide Lehrer.
    Aber das reicht noch lange nicht aus...Hört rein, was wir dazu sagen!

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  • Eindeutig ja! Viele LehrerInnen und Lehrer, so wie unsere Kollegin Ute, mögen vor allem angepasste Schüler, die keinen Ärger machen.
    Aber, Frau Bachmayer und Herr Müller meinen, Lieblingsschüler können auch die Schüler sein, die gegen den Strom schwimmen und diskutierfreudig sind. Das hängt ganz von der Persönlichkeit des Lehrers ab. Aber wie schafft man es als Lehrer, sich nicht anmerken zu lassen, dass man Lieblingsschüler hat? Und wirkt sich die Sympathie womöglich auf die Notengebung aus? Darüber diskutieren wir in dieser Folge. Und natürlich auch noch darüber, was besonders gut beim Lehrer ankommt - und was eher nicht.

  • Immer Schüler fahren bereits im Grundschulalter auf Deutschrap ab. Texte von Rappern wie Capital Bra, Mero oder Loredana sind oft gewalt- und drogenverherrlichend und frauenfeindlich.
    Wir sprechen über die musikalischen Vorlieben unserer Schüler und überlegen, wie Eltern und wie wir Lehrer damit umgehen sollen. Verbieten oder erlauben? Weder noch, finden wir und fragen unsere Schüler, was sie an Texten wie "Ich brech' dir dein Genick" so toll finden. Und wenn´s passt binden wir solche Texte auch in den Unterricht ein. Viele der Schüler machen sich weniger Gedanken um die gewalt- und drogen verherrlichenden Texte, sondern finden Capital Bra und Samra einfach cool. Das macht sich auch in ihrer Sprache bemerkbar, in der das Wort "Fuck" bereits zur „Normalsprache“ gehört. Aber auch Ausdrücke wie Fotze, Bitch oder Hurensohn fallen unter den Schülern. Dürfen wir Lehrer auf diese Sprache eingehen oder gar auch so sprechen? Und wie sollten Eltern reagieren, wenn ihre Kinder Deutsch-Rapper anhimmeln? Darum geht’s im aktuellen Podcast.
    Wir freuen uns, wenn euch unser Podcast gefällt! Was nimmst du aus dieser Folge mit? Wie sind eure Erfahrungen? Gebt uns gerne euer Feedback auf Instagram https://bit.ly/34TpEy1

  • Erfrieren oder Corona? Diese Frage stellen Frau Bachmayer und ihr Kollege in der aktuellen Podcastfolge. Herbstlich kühl und gerade morgens auch richtig kalt - beiden Lehrkräfte stehen mit Winterjacke, Schal und Mütze im Klassenraum und frieren trotzdem. Alle 45 Minuten Fenster weit auf und Stoßlüften, so ist es von der Schulleitung angeordnet. Frau Bachmayer hat in ihrer Klasse bereits die Mädchen vom Fenster weggesetzt, weil es auch den Schülerinnen viel zu kalt ist. Schüler und Lehrer sind jetzt öfter krank und fehlen. Offene Fenster, offene Türen, versetzte Pausen – das sorgt für eine erheblich Lärmbelästigung, die auch die Konzentration von Schüler und Lehrer beeinträchtigt. Das Stoßlüften wird zum echten Problem bei den Temperaturen. Und wie soll es erst weitergehen, wenn es noch kälter wird?

  • Lehrer auf Instagram gibt es plötzlich wie Sand am Meer. Jung, engagiert und gutaussehend - so präsentieren sich viele Lehrerinnen und Lehrer der neuen Generation in den sozialen Medien.
    In dieser Folge diskutieren Frau Bachmayer und Herr Müller, ob das zum neuen Lehrerdasein gehört, sich auf Instagram zu präsentieren. Frau Bachmayer hat sogar ihre ehemalige Lieblingsschülerin dazu befragt, wie sie das so findet, wenn sie ihren Lehrerinnen und Lehrer auf Instagram begegnet. Natürlich kann sich so die Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern verbessern, anderseits kann diese "Nähe" auch zu einem echten Problem werden, berichtet Frau Bachmayer. Sie erzählt von einem Vater, der sie privat mehrmals auf Instagram anschrieb, um sich mit ihr zu daten. Auch Schülerin Vicky berichtet von einer Lehrerin, die bei Instagram Bikinibilder postet, die dann in der ganzen Schule die Runde machten. Sowas kann schnell mal richtig peinlich werden. Insgesamt birgt die schöne Instagram-Welt doch so einige Gefahren und Stolperfallen für Lehrkräfte, stellt auch Herr Müller fest. Ob ihr euch dort als Lehrerin oder Lehrer dort lieber privat oder öffentlich darstellen solltet, und was Frau Bachmayer und Herr Müller davon halten - das erfahrt ihr in dieser Ausgabe vom Bachmayer Podcast. Gebt uns gerne eure Kommentare bei Instagram https://bit.ly/2GXp6P8

  • Nach einer Woche Schule mit Corona und dem Szenario A an der Schule ziehen Frau Bachmayer und Herr Müller eine erste Bilanz. Sie stellen fest, nach sechs Wochen Ferien ist die allgemeine Stimmung im Kollegium eher schlecht. Fast alle sind ausschließlich damit beschäftigt, die Schüler an die Regeln und Pflichten zu erinnern: Maskenpflicht, Hände waschen vor Unterrichtsbeginn, Durchlüften des Klassenraumes, feste Aufenthaltsorte in der Pause in festgelegten Kohorten und vieles mehr. Kein Wunder, wenn den Lehrkräften dabei die Puste ausgeht. Auch, wenn sich die neuen Regeln hoffentlich bald als Routine einstellen werden, ist die Mehrbelastung jetzt für die meisten Lehrerinnen und Lehrer sehr hoch.
    Frau Bachmayer erzählt von der Kollegin Steffi, die eigentlich in Teilzeit arbeitet, aber trotzdem nun jede Woche aufgrund der gestiegenen Pausenaufsichten vier Stunden Mehrarbeit ableisten muss. Oft kommt auch die Unterrichtszeit aufgrund der ganzen Maßnahmen viel zu kurz. Auch wenn der Kollege Menke während des Händewaschens seinen Matheunterricht stur durchzieht - Pech für alle, die bei der Hygienemaßnahme zu langsam sind.
    Vieles ist nun völlig anders in Schule und doch bleibt Einiges so wie immer: Nämlich das ständige Gemeckere ihrer Kollegen, finden Frau Bachmayer und Herr Müller, aber davon wollen sie sich trotz der aktuellen Situation auf keinen Fall runterziehen lassen.

  • Frau Bachmayer und Herr Müller diskutieren über den Vorfall an einer Grundschule in Baden-Württemberg, an der ein Mädchen zu einer Strafarbeit verdonnert worden ist, weil sie in der Pause die türkische Sprache verwendet hatte. Herr Müller ärgert sich über die Bestrafungsmaßnahme und findet diese völlig überzogen. Seiner Meinung nach ist es kein Problem in der Schule auch mal die Zweitsprache zu verwenden. Frau Bachmayer sieht das ähnlich und plädiert generell dafür, Mehrsprachigkeit nicht abzulehnen, sondern mehr Wert zu schätzen und als Ressource zu betrachten.
    Allzu oft aber haben viele Lehrkräfte das Gefühl, wenn sich Schüler in ihrer Muttersprache unterhalten, sie würden diese dann beleidigen oder wollten sich nicht integrieren.
    So ein Misstrauen ist unnötig und Kollegen sollten hier souveräner sein, meinen die beiden Lehrkräfte. Statt Mehrsprachigkeit abzulehnen und zu verbieten könnte man diese vielmehr im Unterricht in Form von Code-Switching oder mehrsprachigen Unterrichtsmaterialien einzubinden. Herr Müller findet, eine sprachsensible Haltung sollte bereits Teil der Lehrerausbildung werden.
    Lasst uns gern eure Meinung dazu da: https://bit.ly/2CCG8Av

  • In dieser Folge melden sich Frau Bachmayer und Herr Müller direkt aus ihren Sommerferien und unterhalten sich darüber, dass viele Lehrer selbst während dieser Ferienzeit nicht mehr richtig abschalten können. Frau Bachmayer berichtet von ihrer Freundin, einer Grundschullehrerin, die immer nur von Schule redet und selbst in den Ferien jeden Tag zur Schule fährt, um den Schulgarten zu pflegen. Natürlich, so meinen beide Lehrkräfte, ist es gerade für Lehrer mit Kindern schwieriger mal abzuschalten, wenn sie sich neben dem Schulalltag noch um ihre Kinder kümmern müssen.

    Dabei sei das Abschalten und Chillen doch im Lehrerberuf wichtig, um sich wieder ganz auf seine Schüler, Kollegen und die kommenden Aufgaben im neuen Schuljahr voller Elan konzentrieren zu können. Hier meint Frau Bachmayer, dass jeder für sich seine eigene Strategie finden muss, um runterzufahren. Herr Müller stellt fest, dass sich gerade im Lehrerberuf sehr viele Perfektionisten tummeln, die genau das eben nur sehr schwer können. Zum Glück haben Frau Bachmayer und Herr Müller keine Probleme damit und heben noch einmal das Privileg der vielen Ferien im Lehrerberuf hervor, was sie beide auch in vollen Zügen genießen.

  • Frau Bachmayer und Herr Müller unterhalten sich in dieser Folge darüber, wie sinnlos das Sitzenbleiben doch ist und können nicht verstehen, warum es in vielen Bundesländern noch angewandt wird. Denn eine Ehrenrunde zu drehen, bringt ihrer Meinung nach in den meisten Fällen gar nichts außer Demütigung, einem Herausreißen aus der bestehenden Klassengemeinschaft und eine Verlagerung des Problems auf das nächste Schuljahr.
    Frau Bachmayer, weiß wovon sie spricht, sie ist selbst in der 8. Klasse gleich zweimal sitzen geblieben. Das erste Sitzenbleiben war so demotivierend für die Lehrerin, dass sie das Wiederholungsjahr dann so richtig vergeigte. Auch Herr Müller drehte eine Ehrenrunde in Klasse 12, einem Schuljahr damals, in dem ihn alles andere in seinem Leben mehr interessierte als die Schule. Defizite in einem Kernfach wie Mathe beispielsweise können mit einem Wiederholungsjahr nicht ausgeglichen werden, meinen die beiden Pädagogen und plädieren für eine ganz klare Abschaffung von Sitzenbleiben an allen Schulen. Sie meinen: lieber Fördern statt Sitzenbleiben!

  • Noten-Monopoly so könnte man in diesem Schuljahr die Notenvergabe in Schulen beschreiben.
    Frau Bachmayer und Herr Müller unterhalten sich im Podcast darüber, dass die Schüler bei den diesjährigen Zeugniskonferenzen von fast allen Lehrern notentechnisch durchgewunken wurden. Die Vorgabe der Kultusminister „Im Zweifel für den Schüler“ wurde fast immer angewandt und so bekamen alle Schüler einen Abschluss, bessere Noten als sonst und eine Ehrenrunde drehen musste auch fast niemand.
    Trotzdem berichtet Frau Bachmayer von einer Elternbeschwerde. Der Vater findet, dass sein Sohn sich während des Homeoffice verbessert habe und nun auch endlich mal bessere Noten bekommen sollte. Ob er damit durchkommt? Immerhin haben Eltern und Schüler nun viel mehr Möglichkeiten, Noten anzufechten, stellen Frau Bachmayer und Herr Müller fest. Die „geschenkten“ guten Noten stoßen vor allem bei engagierten Lehrkräften, die sich während des Homeoffice sehr bemüht haben, übel auf, erzählt Herr Müller. Sie sehen ihre Leistungen so gar nicht gewertschätzt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, so wie Ute und Menke, die trotzdem Fünfen verteilen.
    Beide Lehrkräfte fragen sich, ob sie mit den Noten-Geschenken den Schülern wirklich eine Gefallen getan haben. Herr Müller berichtet von einem mittelmäßigen Schüler, der sich und seine Leistungen nun völlig überschätzt und aufs Gymnasium gehen will. Die Probleme der Corona-Noten werden wir wohl noch länger spüren.

  • Die Nichte von Frau Bachmayer hat Stress mit ihrer Lehrerin. Die Kleine fühlt sich ungerecht behandelt, weil ihre Lehrerin gerne mal Kollektivstrafen verhängt. Die Mutter ist zwar auf ihrer Seite, aber sie ist unsicher, ob sie sich beschweren sollte. Frau Bachmayer kennt das. Ihrer Erfahrung nach haben viele Eltern Angst, sich über einen Lehrer zu beschweren, da sie befürchten, dieser könnte ihr Kind dann auf dem Kieker haben. Herr Müller meint: Wenn alle Kinder bestraft werden, obwohl nur ein paar Kinder Unsinn gemacht haben, kann und sollte man sich beschweren. Er stellt fest, dass vor allem bei den Hardliner-Lehrern im eigenen Kollegium, Ute und Menke, kaum Beschwerden seitens der Eltern vorliegen. Sowohl Frau Bachmayer als auch Herr Müller finden, dass Eltern bei schlechtem Unterricht, Regelverstößen gegen das Schulgesetz und dem Bloßstellen von Schülern, unbedingt ihr Veto einlegen sollten. Denn Kritik prallt an keinem Lehrer und keiner Lehrerin einfach so ab. Trotzdem sollten Eltern immer auch genau prüfen, ob ihr Kind auch die Wahrheit sagt und ein "Meine Lehrerin mag mich nicht" auch wirklich den Tatsachen entspricht. Wenn beschweren, dann auch richtig: Hier geben die beiden Lehrer Tipps, wie es funktioniert und die Schulleitung tätig wird.

  • Yusuf sitzt in der Pause vor der Tür- Pausenverbot für sein "unerwünschtes" Verhalten, auch als Auszeit bekannt. Frau Bachmayer und Herr Müller diskutieren über diese Art von Bestrafungen in der Schule und finden, dass lieber die verantwortliche Lehrkraft eine Auszeit nehmen sollte. Auch die Art der Bestrafung, störende Schüler vor die Tür zu schicken und dazu noch die Türklinke vom Schüler nach unten halten zu lassen, finden beide mehr als unnötig.
    Ihre Meinung: So werden Schüler gedemütigt, Bedürfnisse nicht gesehen und das Lehrer-Schüler-Verhältnis gestört. Während Herr Müller sinnvolle Regeln im Schulalltag wichtig findet, ist Frau Bachmayer generell gegen Konsequenzen und jegliche Form der Bestrafung. Die Beziehung zu den Schülern ist das Allerwichtigste, darin sind sich beide Lehrkräfte einig und überlegen sich Alternativen zur Auszeit. Time-in statt Time-out: Das Gespräch suchen und gemeinsam Lösungen finden, schlagen Herr Müller und Frau Bachmayer vor. Wenn einige Lehrer dennoch weiter zu solch drastischen Bestrafungen greifen wie beispielsweise ein Grundschulkind in der Ecke stehen zu lassen, sollten Eltern auf die Barrikaden gehen und sich beschweren.

  • Lehrer-Ausbildung findet zurzeit ohne praktische Erfahrung mit Schülern statt. „Das ist wie Schwimmen ohne Wasser“, meint Frau Bachmayer. Wegen Corona darf die derzeitige Lehrerausbildung nur noch theoretisch gemacht werden. Statt Unterrichtspraxis mit Schülern reichen die angehenden Lehrer nur noch theoretische Unterrichtsentwürfe ein, über die dann mündlich mit den Ausbildern gesprochen wird. Oder Referendare werden an den Schulen sogar als Assistenten im Sekretariat missbraucht.
    Herr Müller betreut selbst einen Referendar an der Schule und berichtet, dass dieser ganz froh ist, nicht den strengen Augen seiner Seminarleiter ausgesetzt zu sein. Insgesamt ist die Situation für angehende Lehrer aber auch nicht einfach, finden Herr Müller und Frau Bachmayer. Sie plädieren dafür, die Referendare trotz Corona anständig auszubilden, denn sonst haben wir bald Lehrer an den Schulen, die wenig Ahnung von der Unterrichtspraxis haben und den Schülern nicht gerecht werden können oder gar selbst aus Frust den Lehrerberuf hinschmeißen.

  • An Schulen fehlen Lehrkräfte. Aus Angst vor Ansteckung melden sich jetzt viele Lehrer einfach krank und sind nicht bereit zu unterrichten! Manch einer taucht sogar ganz ab und ist für die Schüler nicht mehr zu erreichen!
    Eine Lehrerin klagte jetzt sogar! Und das Gericht entschied, Lehrer müssen zurück in die Schulen, auch wenn dort ein Restrisiko für eine Corona-Infektion besteht.
    Frau Bachmayer und Herr Müller fragen sich, wie können auf einmal so viele Lehrkräfte Risikopatienten sein und sich damit auch vor ihrer Verantwortung drücken?
    Natürlich gibt es gerade jetzt auch viele engagierte Lehrer, die ganz viel Herzblut in ihre Arbeit stecken, aber die schwarzen Schafe unter den Lehrern fallen nun besonders auf und das zu Lasten der Kollegen und der Schüler. Und die Stimmung in vielen Schulen ist nicht gerade entspannt.
    Herr Müller beobachtet, wie eine Lehrerin völlig ausflippt, weil ein Schüler seinen Mundschutz vergessen hat. Selbst einige der angehenden Lehrerinnen und Lehrer wollen am liebsten keine Präsenz in der Schule zeigen aus Angst vor einer Ansteckung. Das führt dazu, dass viele engagierte Lehrkräfte nun vermehrt fachfremd unterrichten und übermäßig viel arbeiten müssen. Zum Leid der Schüler, die ja ein Anrecht auf ordnungsgemäßen Unterricht haben und nun mit fachlichen Defiziten konfrontiert werden, und dass, wo sie ohnehin eigentlich eher Mängel aus dem Homeschooling aufholen müssten. Keine Extrawürste für Lehrer, andere Berufsgruppen müssen ja auch arbeiten,
    finden Frau Bachmayer und Herr Müller

  • Für die Abschlussklassen hat diese Woche die Schule wieder begonnen, und damit natürlich auch für die Lehrer Frau Bachmayer und Herr Müller. Doch mit "Schulalltag" wie in Vor-Corona-Zeiten hat das rein gar nichts zu tun, findet Frau Bachmayer. Die Schüler haben teils riesige Lerndefizite, die man bis zu den Abschlussprüfungen gar nicht mehr aufholen kann. Herr Müller sieht die Situation zwar etwas entspannter, aber auch er sieht den unterschiedlichen Wissensstand als Problem. Wundern tut er sich darüber aber nicht: Schließlich gab es während der Schulschließung ja auch keine genauen Vorgaben darüber, was die Schüler denn nun wann und wie lernen sollten. Und in der jetzigen Situation tun sich auch in der Lehrerschaft die bekannten Abgründe auf. Das sind auf der einen Seite Lehrer, die extrem engagiert sind, und auf der anderen Seite die faulen Exemplare, die sich hinter ihrer digitalen Inkompetenz verstecken. Wobei sich auch Herr Müller als Faulpelz outet, der sich in der aktuellen Situation kein Bein ausreißt. Was die Hygienevorschriften betrifft: Die Schule ist bemüht die Regeln umzusetzen, aber realistisch möglich sei das kaum. Denn die Schüler nehmen Hygiene und Abstand nur ernst, wenn man als Lehrer genau hinguckt, meint Herr Müller. Frau Bachmayer hat Schüler kuschelnd auf der Tischtennisplatte beobachtet und fragt sich, wie das wohl werden soll, wenn die jüngeren Schüler wieder da sind. Frau Bachmayer und Herr Müller sind überzeugt: Ernsthaft umgesetzte Hygienemaßnahmen und Schule … das passt einfach nicht zusammen.

  • Ab 4. Mai soll die Schule schrittweise wieder starten mit den oberen Klassen. Frau Bachmayer und Herr Müller fragen sich: wie soll das gehen?
    Alle zwei Stunden Hände waschen, Abstand halten oder Schichtbetrieb mit Lehrern und den Räumlichkeiten. Herr Müller fühlt sich unsicher: „wochenlang in Quarantäne und jetzt soll ich mich wieder vor meine Schüler stellen, da ist doch eine mögliche Ansteckung vorprogrammiert“. Frau Bachmayer freut sich, dass eine Entscheidung gefällt wurde, kritisiert aber, dass diese früher hätte erfolgen müssen, damit Lehrer und Schulleitungen noch mehr Vorlaufzeit haben, sich entsprechend vorzubereiten.
    Andererseits ist das Ende des Homeschooling erreicht, da sind sich beide Lehrkräfte einig und meinen, dass Eltern nun entlastet werden und vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien dringend wieder zurück an die Schulen müssen.
    Herr Müller und Frau Bachmayer sind mit allen Vorbehalten gespannt, wie die Schulen die schrittweise Öffnung umsetzen und wie die Schüler so drauf sein werden. Sie plädieren für eine Eingewöhnungszeit für alle: Für die Lehrer, die Schüler und eine Vorlaufzeit für die Eltern, um ihre Kinder entsprechend auf den Schulstart in Corona-Zeiten vorzubereiten.

  • Auch in dieser Woche skypen Frau Bachmayer und Herr Müller aus der Quarantäne heraus miteinander. Sie ziehen Bilanz, wie das Homeschooling und das E-Learning vor den Osterferien funktioniert hat und stellen fest, dass Schule beim E-Learning noch Nachsitzen muss. Nicht immer sind die Lern-Plattformen für alle erreichbar, manche Schüler versuchen es auch gar nicht, andere wollen mehr! Und die Lehrer haben keine Kontrolle. Jetzt sind offiziell Osterferien und Herr Müller findet, dass die Schüler in den Ferien mal etwas Ruhe brauchen. Frau Bachmayer sieht das ähnlich, gibt aber zu bedenken, dass die Schüler, vor allem die Gymnasiasten viel Lernstoff verpassen und einige Eltern deswegen auf die Barrikaden gehen. Schwierig wird es jetzt für die Lehrer, weil jetzt die Benotungen für die Zeugnisse anstehen. Viele Lehrer haben keine ausreichenden Kriterien, um die Noten festzulegen, weil oft wesentliche Klassenarbeiten vor den Corona-Ferien gar nicht geschrieben werden konnten. Beide Lehrkräfte unterhalten sich darüber, wie unfair es für die Schüler ist, die Zensuren für das zweite Halbjahr jetzt schon festzulegen. Da hätte es andere Lösungen gegeben, findet Frau Bachmayer. Zumindest für die Klassenstufen 5-9. Frau Bachmayer und Herr Müller sind sich einig, in dieser Situation ein Auge zuzudrücken und den Schülern die jeweils bessere Note zu geben. Die Vorgaben seitens der Landesregierung kann man hier mit gutem Gewissen ignorieren, finden sie. Sowohl Frau Bachmayer und Herr Müller zweifeln daran, dass es mit der Schule nach den Osterferien weitergeht und bereiten sich jetzt schon darauf vor, dass die Corona-Pause direkt in die Sommerferien übergeht.

  • Frau Bachmayer und Herr Müller skypen aus der Isolation heraus miteinander. Die aktuelle Situation stellt besondere Herausforderung an alle Menschen, auch an die Lehrer. In der Schule wird ja überwiegend mit Papier gearbeitet, aber jetzt sind alle gezwungen neue Wege zu finden. Frau Bachmayer sieht das Zeitalter der Digitalisierung gekommen. Viel zu spät, meint Herr Müller. Außerdem seien viele Lehrkräfte damit auch einfach nur überfordert. Sie reden über die Situation, in der viele Eltern grade stecken, und haben auch Ideen, was sie nun mit ihren Kindern in der gemeinsamen Zeit anstellen können. Zum Beispiel gibt es spezielle Apps und Lernprogramme, mit denen während der Corona-Zwangsferien auf unterhaltsame Art gelernt werden kann. Kostenfreie Lernprogramme sind Antolin, Anton, Vokabeltrainer Phase 6, simpleclub. Und hier sind noch Möglichkeiten, die allerdings Geld kosten: Lernattack, scoyo, Schlaukopf.de

  • Die Faust voll auf die Lehrer-Nase! Drei Schüler in Dortmund planen ihren Chemie-Lehrer zu ermorden! Nein, das sind keine Filmszenen sondern durchaus blutiger Alltag an deutschen Schulen. Schüler rasten gegen Lehrer aus! Frau Bachmayer und ihr neuer Kollegen Herr Müller unterhalten sich über einen Kollegen, der Opfer eines solchen Vorfalls wurde und der nicht mehr zur Schule kommt. Der Ton an deutschen Schulen ist rau geworden. Frau Bachmayer kann nicht akzeptieren, dass Gewalt zum Berufsbild von Lehrkräften gehört.
    „Wenn Lehrer heutzutage eine gewaltfreie Schule erwarten“, dann sind sie naiv, meint dagegen der neue Kollege Herr Müller.
    In einem aber sind sich beide einig: einen solchen Vorfall unter den Teppich kehren, das geht gar nicht. Es ist auf Aufgabe der Schule, so etwas im Kollegium und mit den Eltern aufzuarbeiten.