Episodes

  • Was ist denn das? Friedemann Karig ist nach eigenem Bekunden ein Bildungsbürgerkind. Doch er startet mit einem fetten Popsong der 80er/90er ins Gespräch mit Jagoda Marinic! Sein Freiheitszitat stammt nämlich ausgerechnet von George Michael und damit weckt er süße Jugenderinnerungen... Überhaupt, die Kindheit im Südwesten der alten BRD: Frieden, Freiheit, Wohlstand, Sicherheit - alles inklusive. Dass das nicht ewig einfach so bleiben würde, ahnte Friedemann früh. Was man tun kann, um Freiheit und Freiheiten auch für künftige Generationen zu erhalten, darüber will er öffentlich nachdenken. Und das tut er - in Büchern (aktuell: „Was ihr wollt - Wie Protest wirklich wirkt“, Ullstein), in Artikeln und immer wieder im Podcast Piratensender Powerplay zusammen mit Samira El Ouassil.Bei FREIHEIT DELUXE erkundet Friedemann Karig gemeinsam mit Jagoda Marinic, wie Schweigen und Lügen unsere Familiengeschichten prägen, was man tun muss, um den verbreiteten Bystanderism zu überwinden, unter welchen Bedingungen demokratischer Protest erfolgreich sein kann (siehe Frankreich) und wie der American Dream vielleicht doch noch zu retten ist. Ein Mutmachprogramm zum Start in die Sommerpause! FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic live erleben?Das könnt ihr beim rbb-Festival „House of Podcast” vom 30.8. bis 1.9.2024 in Berlin.Jagoda ist am 1. September auf der Podcast-Bühne im Haus des Rundfunks:https://www.rbb-online.de/podcasts/houseofpodcast/Hier hört ihr…wie Friedemann und Jagoda beinahe bei George Michael mitgesungen hätten (4:20)wie Friedemanns Leben durch MTV von Grund auf verändert wurde (8:35)warum das Schweigen in den Familien gefüllt wird wie ein Loch im Zahn (15:00)wo der Faschismus eigentlich herkommt (23:00)welche Ebene des Verstehens der Film „The Zone of Interest“ auslöst (25:10)warum Protest kein Lieferdienst ist und keine Wellnessbehandlung (33:20)was Trump, AfD und Rassemblement National so erfolgreich macht (41:11) warum die schwarze Null ein gefährlicher Wahnsinn ist (52:35)warum wir gute Erzählungen brauchen (1:00:20)wo der Mensch am menschlichsten ist (1:18:00)FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler, Carla Reitter, Christoph SchefferIhr erreicht uns per Mail: [email protected]


  • Melanie Amann weiß, wie man das Zeitgeschehen präzise beobachtet. Sie berichtet genau, prägt mit ihren Auftritten Diskurse mit, durchschaut und unterbricht, wenn jemand es mit den Fakten zu lax nimmt. Die stellvertretende Spiegel-Chefredakteurin ist in öffentlichen Diskussionen eine furchtlose und reaktionsschnelle Rhetorikerin. In ihrer journalistischen Arbeit bleibt sie stets wachsam, fragt nach und recherchiert genau. Ihre Leidenschaft für Debatten, so erfahren wir im Gespräch, hat die promovierte Juristin während ihres Studiums in Debattierclubs entfacht und beeindruckt so heute regelmäßig mit klaren Positionen und treffsicheren Argumenten in Talkshows wie Anne Will, Maischberger und dem Pressclub. 2017 veröffentlichte Melanie Amann ihre präzise Beschreibung des Aufstiegs der AFD unter dem Titel „Angst für Deutschland“. 2018 wurde sie vom Medium Magazin zur Politik-Journalistin des Jahres gewählt.

    Bei FREIHEIT DELUXE erzählt Melanie Amann von einem Stein und einem Gedanken, die sie seit ihrer Zeit als Pfadfinderin begleiten. Mit Jagoda Marinić streitet sie über Formen von Feminismus und darüber, was Feminismus nicht ist. Nachdenklich berichtet sie davon, was Angela Merkel ihr im Interview in ihrer Anfangszeit als FAZ-Praktikantin mit auf den Weg gab. Und sie reflektiert selbstkritisch, wann sie als Journalistin von der Berichterstatterin zur Akteurin im Diskurs wurde. Im Hinblick auf die AfD analysieren Melanie Amann und Jagoda Marinić aber auch, welche Fehler im journalistischen Umgang mit der AfD gemacht wurden und welche Strategien jetzt gefragt sind.

    Hier hört ihr,
    welcher Stein ihr Leben verändert hat (3:14)
    was ihr in Talkshows Ruhe gibt (9:45)
    wann ein Gegenargument ein politisches Argument ist (20:06)
    weshalb Kritik an Frauen oftmals nur “Stilkritik” ist (23:58)
    wann Journalisten auch Akteure werden (38:08)
    wie sie Geheimnisse rauskriegt (41:23)
    inwiefern sich die Debattenkultur verändert (49:04)
    wieso sie auch Meinungen, die sie nicht teilt, für wichtige Diskussionsbeiträge hält (54:10)
    welcher mediale Umgang mit der AfD für sie Sinn macht (1:04:30)
    wann sie Demokratie “fühlen” kann (1:12:30)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler, Carla Reitter, Christoph Scheffer

  • Missing episodes?

    Click here to refresh the feed.

  • "Kriegsberichterstatterin" möchte sie sich nicht nennen. Nicht der Krieg interessiert Katrin Eigendorf, sondern das Leid der Menschen in einer Ausnahmesituation. "Die Vorstellung, etwas zu erleiden, ohne dass es einer wahrnimmt, ist schrecklich", sagt Katrin Eigendorf. Daher spürt sie die Verpflichtung, zu berichten. Und sie will dabei auf jeden Fall in Verbindung treten mit den Menschen. Das Credo, wonach guter Journalismus nur mit professioneller Distanz möglich sei, teilt sie nicht. Für ihre Berichte aus der Ukraine, aus Afghanistan und dem Nahen Osten ist Katrin Eigendorf vielfach ausgezeichnet worden. Für ihren Sender, das ZDF, ist sie mittlerweile als "Internationale Sonderkorrespondentin" unterwegs.

    Bei FREIHEIT DELUXE lernen wir Katrin Eigendorf sehr persönlich kennen. Im Gespräch mit Jagoda Marinic erzählt sie, wie sie sich ihrem verstorbenen Sohn bis heute nahe und verbunden fühlen kann und wo sie nach seinem Tod Antworten gefunden hat auf ihre Fragen. Sie schildert, wie die Idee von der Verbundenheit aller Menschen auch ihre Arbeit als Journalistin prägt. Und sie erkundet gemeinsam mit Jagoda Marinic, was Menschsein eigentlich bedeutet. Ganz nebenbei lernen wir Snoopy kennen, den Familienhund von Katrin Eigendorf, der sie ins Studio begleitet hat.

    Hier hört ihr,
    wen Katrin ins Studio mitgebracht hat (3:20)
    warum Freiheit nicht mit dem Ego verbunden werden sollte und Menschen Herdentiere sind (4:35)
    wie der Tod ihres Sohns bei Katrin einen Wachstumsschub ausgelöst hat (8’30) und wo sie in dieser Zeit Antworten auf ihre Fragen bekommen hat
    warum Katrin zu keiner Gruppe gehören möchte (19:40)
    was passiert, wenn sich unsere Sinne nur noch auf Netflix und Pizzaservice konzentrieren (27:15)
    wie Katrin in Krisensituationen mit Angst und großen Gefühlen umgeht (42:35) und was sie vom „Credo der totalen Distanz“ hält (43:45)
    warum Katrin sich nicht als Kriegsberichterstatterin versteht (46:15)
    was ein Friedensschluss mit Russland für die Ukraine bedeuten würde (49:30) und warum viele das nicht hören wollen
    warum im Moment keine klare Perspektive für die Ukraine zu erkennen ist (1:03:39)
    warum Katrin sich verpflichtet fühlt, leidenden Menschen eine Stimme zu geben (1:10:15)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.
    Redaktionsteam: Andrea Geißler, Carla Reitter, Christoph Scheffer

  • Hedwig Richter ist Historikerin und Essayistin, sie lehrt als Professorin an der Universität der Bundeswehr. Im schwäbischen Bad Urach wuchs sie als siebtes von acht Geschwistern in einem protestantischen Elternhaus auf. Ihre Forschungsgebiete sind so vielfältig wie unerwartet: Sie promovierte über die Herrenhuter Brüdergemeinde in der DDR, sie schrieb über „Moderne Wahlen“ und nun zusammen mit Bernd Ulrich über „Wege aus der ökologischen Unmündigkeit“. Für ihre Schriften wurde sie mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Preis der Demokratie-Stiftung. Medial bekannt wurde sie für ihre emphatische Unterstützung der Klimabewegung - und dafür, dass sie im größten Twitter-Getöse Hölderlin zitiert.

    Bei FREIHEIT DELUXE erzählt Hedwig Richter von ihrem Aufwachsen „in der Menge“ ihrer Geschwister und mit den klaren Glaubensvorstellungen ihres Elternhauses. Ihren Aufbruch daraus sieht als ein Vorhaben wie die Demokratie, wo man auch nie sagen kann: „So jetzt ist sie da.“ Gemeinsam reflektieren Jagoda Marinić und Hedwig Richter, wie nun der Aufbruch aus der „ökologischen Unmündigkeit“ gelingen kann und wie dabei gerade die Armen profitieren können. Und schließlich sprechen sie auch darüber, ob wir dafür auch an der Deutschen Allerheiligstes ranmüssen: das Auto und die Currywurst…

    Hier hört ihr,
    warum Hedwig Richters protestantische Erziehung eine Enge und zugleich eine Weite hatte (5:25)
    weshalb „Menschenrechte“ anfangs eigentlich nur „Männerrechte“ waren (14:56)
    wie sie den verbalen Schlagabtausch mit Jürgen Kaube in der FAZ wahrnahm (21:37)
    warum sie einen Absolutheitsanspruch in der Wissenschaft für falsch hält (34:07)
    weshalb nach 1945 so viele europäische Verfassungen top-down angelegt wurden (43:05)
    warum Demokratie nicht Anarchie bedeuten kann (56:20)
    weshalb gerade die Landwirtschaft unter einer „Politik der Unmündigkeit“ leidet (1:05:15)
    wie ihrer Meinung nach eine „mündige“ Politik und Kommunikation aussehen könnte. (1:12:54)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Annekatrin Hendel interessiert sich für Leute, nicht für Themen - und das merkt man ihren Filmen an: In „Schönheit und Vergänglichkeit“ porträtierte sie Sven Marquardt, Türsteher des Berghain. „Flake“, dem Keyboarder der Band Rammstein widmete sie ebenso einen Film wie dem Schriftsteller und Stasi-Spitzel Sascha Anderson oder der Fotografin Sibylle Bergemann. Zuletzt erregte sie großes Aufsehen mit ihrem eindrücklichen Porträt über den Fußballverein Union Berlin - und seiner Leute natürlich. Vielleicht liegt es daran, dass sie als gelernte Kostüm- und Szenenbildnerin immer schon die Auftritte von Figuren auf den Ostberliner Theaterbühnen in Szene setzte. Kurz vor der Wende entschied sie sich, noch mehr zu wagen: Sie gründete das Berliner Theater 89 mit, rund zehn Jahre später folgten ihre ersten Filmregie-Projekte und schließlich die Gründung ihrer eigenen Produktionsfirma. Seither wurde sie für ihre Dokumentarfilme vielfach mit Grimme- und Filmpreisen ausgezeichnet.

    Bei Freiheit Deluxe spricht Annekatrin Hendel erstmals ausführlich über ihren Weg „als Außenseiterin“ in die Mitte des Deutschen Films. Gemeinsam mit Jagoda Marinić denkt sie in der vom Börsenverein ausgerufenen "Woche der Meinungsfreiheit” über die Wende nach, die sie „gar nicht wollte“. Dabei kriegen das untergegangene DDR-Regime und der heutige kapitalistische Westen gleichermaßen ihr Fett weg. Doch Annekatrin Hendel und Jagoda Marinić legen auch frei, wofür es sich zu kämpfen lohnt: Ziele, bei denen keiner verliert und ehrliche Leidenschaft für Dinge statt Empörung gegen etwas. Ganz im Sinne eines berühmten Protest-Liedes von Wolf Biermann, das er heute nicht mehr singt - dafür nimmt sich Annekatrin Hendel die Freiheit es zu tun…

    Hier hört ihr,
    warum es für Annekatrin Hendel Freiheiten erst gibt, wenn man sie sich nimmt (3:07)
    wozu sie sich 1989 für einen Künstlerpass etwas einfallen ließ (18:01)
    was „Ostler“ gut machen (27:05)
    warum sie einen „Stinkstiefel“ in ihrem Betrieb haben möchte (39:36)
    weshalb sie oft eher als Quereinsteigerin Hindernisse vorfand denn als Frau (49:21)
    warum sie mit ihren Filmen etwas anderes auslösen will als Harmonie (1:11:55)
    wie Menschen in München reagieren, wenn sie sagt, dass sie aus dem Osten kommt (1:12:15)
    wie Annekatrin Hendel ein Protestlied von Wolf Biermann singt (Bonustrack) (1:28:41)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Streitbar, Meinungsstark, kampferprobt: Claus Weselsky hat Qualitäten, die sich wohl alle arbeitenden Menschen im Kampf um ihre Rechte wünschen. Selten hat ein Gewerkschafter in Deutschland so polarisiert und auch so aktiv für seine Schützlinge gekämpft wie der GDL-Chef. Für seinen Einsatz trotz aller persönlichen Anfeindungen und für die messbaren Erfolge in den Verhandlungen mit der Bahn genießt Weselsky breiten Rückhalt bei den Gewerkschaftsmitgliedern. Mehr Lohn, weniger Wochenarbeitszeit, mehr Flexibilität: das sind die Ergebnisse der letzten Tarifeinigung mit der Bahn im März. Bevor Weselsky im Sommer abtritt, beschritt er jedoch mit weiteren Vorstandsmitgliedern auch rechtlich neue Wege: Die Gründung von „Fair Train“ ein Genossenschaftsmodell um Lokführer*innen zu höheren Löhnen an die Bahn auszuleihen, bezeichneten selbst Kritiker*innen als „innovativ“.

    Nach dem Tarifkompromiss mit der Bahn bekennt Claus Weselsky bei Freiheit Deluxe mit Jagoda Marinić: „Streit um die Sache gehört für mich seit meinem frühen Leben dazu“. Das Aufwachsen in der DDR und die Wende haben ihn politisiert und motiviert, gewerkschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ihm gelang ein Aufstieg, der vielen anderen seiner Generation verwehrt blieb. Die Ursachen sieht er in der Heuschreckenmentalität von Investoren aus dem Westen begründet und im Versagen der Politik, die nicht mehr wertegeleitet sei. Weselsky indes beruft sich auf seine Werte und Überzeugungen, bezeichnet sich selbst als konservativ und tritt doch so stark wie kaum jemand sonst für die sozialistischen Ideale der Arbeiterbewegung ein. Jagoda Marinić und Claus Weselsky diskutieren über das verloren gegangene Vertrauen in die Politik, die Schlüsselrolle von Gewerkschaften in Deutschland und den USA und sie feiern das Grundgesetz. Ein Gespräch im Spannungsfeld zwischen gewerkschaftlicher Solidarität und kapitalistischer (Selbst-)Ausbeutung und der Frage, ob man in diesen Zeiten überhaupt noch etwas dagegen tun kann. Claus Weselsky plädiert naturgemäß dafür, dass jede und jeder Einzelne kann, wenn sie wieder lernen, sich mit Anderen zu organisieren…

    Hier hört ihr,
    wie es Claus Weselsky schon früh nach der Wende zum gewerkschaftlichen Engagement zog (5:30)
    welche kollektiven Erfahrungen im Osten zu großen Enttäuschungen geführt haben und dennoch keine „Ostalgie“ rechtfertigen (18:30)
    was er an den derzeitigen Strukturen in der Politik für problematisch hält (36:10)
    warum er eine offene Dabattenkultur für so wichtig hält (47:50)
    was er seinen Kritikern entgegnet (57:07)
    welche charakterliche Disposition ihm als Regisseur zu Gute kommt (1:11:55)
    was für positive und was für negative Aspekte er in der Digitalisierung sieht (1:21:10)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • İlker Çatak ist einer der größten deutschen Filmemacher, der sich in wenigen Jahren auch international einen Ruf erarbeitet hat. Schon für seinen Abschlussfilm „Sadakat“ (2015) bekam er den Student Academy Award in Gold, „Das gesprochene Wort“ (2019) und vor allem „Das Lehrerzimmer“ wurden mit deutschen und internationalen Filmpreisen überhäuft. Die faszinierende Abgründigkeit des „Lehrerzimmers“ wurde zuletzt auch mit einer Oscar-Nominierung bedacht. İlker Çataks kluger, feinsinniger Blick auf seine Figuren und sein starker Zugriff auf Geschichten zeichnen seine Filme aus, aber ebenso seine Fähigkeit, anderen den Raum für Höchstleistungen zu öffnen. So besetzte er die zarte, aber moralisch so selbstsichere Hauptfigur im „Lehrerzimmer“ mit Leonie Benesch, u.a. weil es ihm wichtig war, dass sie „erröten“ könne, wie er in einem Gespräch mit der FAZ erklärte.

    Dieses Jahr war İlker Çatak mit Wim Wenders und Sandra Hüller für den Oscar nominiert. Leider gelang es einigen Medien nicht, seinen Namen zu nennen, stattdessen schrieben sie von „Das Lehrerzimmer“ - Çatak musste mitten aus Hollywood ein paar Dinge über Namen und Politik klarstellen und fand viel Gehör und Zuspruch.
    Noch mit dem Jetlag vom Flieger zurück aus Hollywood spricht İlker Çatak bei Freiheit Deluxe über die Freiheit der gewählten Perspektive, über Serendipity, das Talent, besondere Momente zu erkennen und zu ergreifen - und natürlich über die Kunst des Filmemachens. Çatak reflektiert seine Auffassung, als Regisseur vor allem Kommunikator zu sein und Menschen zusammen zu bringen. Mit Jagoda Marinić spricht er aber auch über seinen Trugschluss, er könne seine Themen in Filmen verhandeln und müsse als Person nicht dazu Stellung beziehen. Das hat er dieses Jahr gelernt und Diskussionen ausgelöst. Jagoda Marinic Und İlker Çatak analysieren die Debatten rund um die Oscar-Nominierung und richten ihren Blick darauf, wie man zeitgemäß mit Diversität umgehen könnte - oder was dem im Wege steht. Etwa dass die „Sonderzeichen“ in ihrer beider Namen auch heute noch technisch das Podcast-System der ARD sprengen…
    Hier hört ihr,
    wie İlker Çatak jeden Tag daran arbeitet, mit offenem Blick auf die Welt zu schauen (8:53)
    welche Regieanweisung ihm Leonie Benesch von Michael Haneke übermittelte (22:10)
    was er von seinen Eltern als Migra-Kind auf den Weg bekam (33:08)
    welche Geschichten er gerne mal in den Medien lesen würde (47:01)
    wie sich sein Vater und er über die gemeinsame Arbeit an einem Film wieder annäherten (55:10)
    welche charakterliche Disposition ihm als Regisseur zu Gute kommt (1:02:50)
    mit welchen Widerständen er sich bei der Umsetzung von „Das Lehrerzimmer“ konfrontiert sah (1:13:44)
    wie wichtig für ihn ist, zu seinen Ängsten zu stehen - auch beim Filmemachen (1:25:53)
    Welchen Hollywood-Gossip İlker Çatak von den Oscars mitgebracht hat (1:40:10)
    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Jan Böhmermann hat es nicht leicht. Er ist der wohl meistverklagte Satiriker Deutschlands: Nach dem Beef mit Lukas Podolski, den er in seinen Format Lukas Tagebuch persiflierte und dem Rummel um Yanis Varoufakis, dessen Stinkefinger er mutmaßlich fälschte, geriet er bald in den nächsten Schlamassel. Sein vielfach richtig verstandenes Gedicht „Schmähkritik“ wuchs sich zur Staatsaffäre mit dem türkischen Präsidenten Erdogan aus. Derzeit befindet er sich im Rechtsstreit mit einem Imker, dessen Persönlichkeitsrechte er verletzt hatte. Dabei lastet ohnehin viel auf den dünnen Schultern des Polizistensohns aus Bremen: Seit Jahren moderiert er das ZDF Magazin Royale und den Podcast Fest & Flauschig, ist Musiker und Investigativ-Journalist. Zu seinen zweifellos größten Verdiensten zählt die exklusive Veröffentlichung der „NSU-Leaks“ und der Recherchen zu den „Frontex Files“ im ZDF Magazin Royale.

    Mit Jagoda Marinić verbindet Jan Böhmermann ein Tweet zur Münchner Sicherheits-Konferenz, den er nicht bei ihr geklaut hat, sondern zufällig wenig später auch in seinem Kopf ausgebrütet hat, wie er bei Freiheit Deluxe versichert. Kannst du ernst reden, Jan? Fragt Jagoda Marinić und er tut es immer wieder: Jan Böhmermann spricht über Freiheit, Sorglosigkeit und seine fast preußische Arbeitsmoral. Der Entertainer reflektiert, wie das Improvisationstalent seiner Familie zu seiner DNA gehört, ebenso wie die Fähigkeit, Türen einzutreten - und gibt ein kurzes Tutorial für den ÖRR, wie eingetretene Türen Strukturen verändern können. Er offenbart sein „guilty pleasure“ Schriftsätze aus seinen Klageschriften zu lesen. Und er gibt zu, dass es mitunter schwer auszuhalten war in juristisch unsicherem Terrain. Doch neben dem Ernst ist da auch ein Spieltrieb, der immer wieder durchscheint. Jagoda Marinić und Jan Böhmermann streiten, ob sein „Twitterbuch“ seine größte Frechheit war oder “leider Kunst”. Sie streiten, wie man so einen Podcast denn eigentlich beendet. Sie reden über Gefühle. Und Jan zieht die Aufgabe, der er sich gestellt hat, durch bis zum Knall…
    Hier hört ihr
    Die Vorgeschichte dieser Podcastfolge und was sie mit der Münchner Sicherheitskonferenz zu tun hat (2:50),
    was Jan Böhmermann für einen Arbeitsethos pflegt (13:50),
    warum das was er macht leider Kunst ist (23:15)
    was Böhmermann über Harald Schmidt denkt und vice versa (37:42)
    wie die Jahrhunderte währende deutsche Kleinstaaterei zur Konsensmanie führte (47:26) was sein guilty pleasure ist (55:54)
    wie es sich anfühlt, wenn sich die Bundeskanzlerin bei einem entschuldigt (1:03:35)
    was passieren muss, damit der Podcast endet (1:35:33)
    welche Künstler*innen er bewundert (1:38:15)
    was er über Goethe, Gefühle und Genies denkt (1:43:01)
    wie der Podcast endet (1:53:08)
    Bonustrack (Director’s Cut) (1:53:32)
    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Jakob Hein ist Arzt und Kinderpsychiater, Slam-Poet, Podcaster und Romanautor - also der Widerspruch in Person? Zumindest scheint er mehrere Leben zu haben, schaut man sich an, was er neben seiner Karriere als Arzt und Psychiater bereits erreicht hat: Er hat mehrere Bestseller-Romane und Sachbücher veröffentlicht, Drehbücher für die Serie „Charité“ geschrieben einen Podcast mit Kurt Krömer moderiert, und nebenbei und ständig ist er gefragter Experte zu Themen der Jugendpsychologie wie ADHS oder Corona-Folgen.

    Aber wie wurde Jakob Hein eigentlich selbst sozialisiert? Bei Freiheit Deluxe stellt er sich persönlichen ebenso wie gesellschaftlichen Fragen von Jagoda Marinić. Er spricht nachdenklich über eine große Krise, die ihn gelehrt hat „das Maul nicht so weit aufzureißen“ und tauscht mit Jagoda Ost- gegen Westdiskurse: Sie haben uns „im Bistro“ sitzen lassen, findet Jakob Hein. „Klar, das Essen ist da auch in Ordnung, aber wir meckern natürlich rum und sagen: Warum dürfen wir denn nicht ins Restaurant?” In Wahrheit ist doch der Westen hängen geblieben, so seine These. Der Osten hat sich schließlich aus eigener Kraft von einer Diktatur befreit, wo der Westen Demokratie nur geschenkt bekommen hat. Provokant? Jakob Hein findet solche Umkehrungen eher amüsant…


    Hier hört ihr,
    Welche persönliche Krise Jakob Hein ins Straucheln brachte (8:10)
    weshalb er die Gegensätze zwischen Ost und West lange nicht wahrhaben wollte (17:30)
    was ein störender Schüler für das System bedeutet (24:52)
    warum in Wahrheit der Westen die Veränderung verschlafen hat (36:11)
    weshalb er es für problematisch hält, dass vieles extrem emotionalisiert wird (45:41)
    was schlechtes Essen bei seiner Oma mit Demokratie zu tun hat (56:08)
    inwiefern es etwas über die Gesellschaft aussagt, welche Drogen konsumiert werden (1:02:30)
    wie er Humor als „Tragödie plus Abstand“ begreift (1:10:43)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Im Dezember starteten wir, die Redaktion Freiheit Deluxe (aka "das Vorzimmer") und Jagoda Marinić unsere Spendenaktion „Freiheit Deluxe für Alle“ auf betterplace.org, denn es war und ist Zeit zurückzugeben und weiterzugeben. Freiheit Deluxe und Jagoda Marinić haben in den letzten zweieinhalb Jahren mehrere Millionen Abrufe und unglaublich viele Menschen erreichen können. Jagoda Marinić hat in über 60 Folgen mit Persönlichkeiten, die sie interessieren und faszinieren über "Freiheit" gesprochen und gemeinsam haben sie über vieles nachgedacht, was sich besser machen ließe. Nun habt ihr mit euren Spenden den Worten auch Taten folgen lassen, 11735 Euro sind zusammengekommen und wir sagen aus tiefstem Herzen: Danke!
    Darum haben wir eine kleine Extra-Folge für euch aufgenommen: Jagoda spricht mit und über die Organisationen, die zu gleichen Teilen die Spendengelder bereits erhalten haben: "Bildungsinitiative Ferhat Unvar“, #Leavenoonebehind und „Mission Lifeline Seenotrettung“. Für die Bildungsinitiative Ferhat Unvar erklären Serpil Temiz Unvar und Eren Okcu ihre Arbeit und ihren gesellschaftlichen Auftrag, ebenso berichtet Janka für #Leavenoonebehind und ihre Nothilfe für Geflüchtete.
    Zum heutigen 4. Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags von Hanau ist diese Folge auch den Opfern und Angehörigen von Hanau gewidmet. #Saytheirnames

  • „You’re all about the moon and the forest…“ sagte ein amerikanischer Journalist einmal zu Cornelia Funke. Vielleicht stimmt es insofern, dass ihre Bücher wie Bäume sind, die immer weiterwachsen und in denen Kinder sich gern Baumhäuser bauen? Doch in vielerlei Hinsicht ist sie für Erwachsene gleichermaßen inspirierend: Als Illustratorin, als Autorin von über 60 Kinder- und Jugendbüchern, Preisträgerin zahlreichen Literaturpreise und als eine der 100 einflussreichsten Menschen laut Time Magazine (2005). Seit einigen Jahren ist sie nun auch Mentorin und Mäzenin: Denn nach fast 20 Jahren unter der Weite des kalifornischen Himmels kehrte sie 2021 zurück nach Europa. Sie ließ sich in einer alten Alabasterwerkstatt in der Toskana nieder und lädt seither junge Künstler*innen aus aller Welt zu sich ein, vergibt Stipendien und bringt sie miteinander in Austausch.

    „Vielleicht die erfüllendste Aufgabe meines Lebens“, sagt sie darüber bei FREIHEIT DELUXE. Doch zunächst folgen Jagoda Marinić und Cornelia Funke den Stationen und Assoziationen, die Cornelia Funke von Hamburg nach England und später in die USA führten. Sie sprechen über den Einfluss der Kinder auf ihre Karriere und ihre eigene Trägheit, die sie von so vielen Dingen abgehalten hat - oder die ihrer Fantasie die Tore geöffnet hat, wie Jagoda Marinić widerspricht. Bei allem Gefühl für Natur und Sinnlichkeit, benennen Cornelia Funke und Jagoda Marinić doch die politischen Grenzen der Freiheit: etwa die Tatsache, dass nicht zuletzt der politische Umschwung und die Einschränkung von Freiheiten in den USA Cornelia Funke wieder nach Europa geführt haben…


    Hier hört ihr,
    warum sie so gern in der Gesellschaft von Kindern ist (9:11)
    weshalb sie die „westliche Art zu arbeiten“ für problematisch hält (1 7:24)
    warum Europäer wie Kokosnüsse sind und Amerikaner wie Pfirsiche (26:32 )
    wie ihre Karriere immer von den Kindern gemacht wurde (39:38)
    wie sie in Italien den Respekt all ihrer Freunde verlieren könnte (58:41)
    in welchem Verhältnis die Trägheit von Cornelia Funke zu ihrer Fantasie steht (1:11:03)
    warum die „Wilden Hühner“ für sie so wichtig waren (1:22:11)
    was die vielleicht beglückendste Aufgabe ihres Lebens ist (1:29:03)
    und was sie gern in ihr nächstes Leben mitnehmen würde… (1:37:11)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Er ist viele: Angela-Merkel-Imitator, Sohn eines Ganoven, Kabarettist, Autor, Podcaster, Provokateur. Immer sucht er dabei seinen ganz eigenen Weg und geht oft auf Messers Schneide. Zuletzt bewegte sich Florian Schroeder „Unter Wahnsinnigen“: Für sein neuestes Buch versuchte Schroeder u.a. eine schizophrene Frau zu verstehen, begleitete Neu- und Altrechte wie den Influencer der Identitären in Österreich, Martin Sellner. Und er konfrontierte sich mit seiner eigenen Vergangenheit, seinem Verhältnis zu seinem kriminellen und irgendwann abgetauchten Vater. Aber auch über Bilder von Männlichkeit hat er nachgedacht - sein vorletztes Buch nannte er „fast eine Liebeserklärung“ an Frauen. In der ARD heißt seine Sendung hingegen selbstbewusst wie eh „Schroeder darf alles“.

    Bei FREIHEIT DELUXE fragt ihn Jagoda Marinic: Wie geht das zusammen? Und Florian Schroeder erklärt sich und in Teilen auch die Welt, in der wir leben. Ist das gewachsene Bedürfnis vieler Männer, auch mal Schwäche zu zeigen, schon Authentizitätszwang oder ein Zeichen von Weicherwerden? Ist auch er weicher geworden, gerade als er sich mit seiner Vergangenheit, seinem Selbstbild auseinandergesetzt hat? Wie steht es um das Gespräch zwischen Männern und Frauen? Das loten Jagoda und er nicht nur aus, sie podcasten es sich herbei. Dabei entgeht ihnen auch nicht die „Renaissance der grellen Männer“ wie Trump, Orban, Putin & Co. Schließlich schauen sie auf die Demos und warum ausgerechnet die Correctiv-Recherche die Menschen auf die Straße gebracht hat, obwohl vieles davon bekannt war. Schroeder hat auch hier einen geschärften Blick auf die Geheimpläne der Neuen Rechten und weiß ihren Schlagworten seine eigenen Begriffe entgegenzusetzen.
    Hier hört ihr,
    Warum Florian Schroeder sehr lange in sich eher eine Enge als Weite spürte (7:15)
    Wieso er einen „Authentizitätszwang“ für problematisch hält (19:50)
    Was er über die Renaissance der grellen Männer denkt (31:18)
    Warum er von Alice Schwarzer enttäuscht ist (46:20)
    Weshalb er einen besonderen Bezug zu „Außenseitern“ hat (57:10)
    Worin die „defensive“ Strategie der Neuen Rechten besteht (1:10:30)
    Wie diese Bewegungen die Sprache verändern (1:21:40)
    Was ein Versuch wäre „Identität“ in der Differenz zu sehen (1:37:05)

    Und hier geht’s zur Spendenaktion: #FREIHEITDELUXE für Alle! https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/45862-freiheit-deluxe-fuer-alle?utm_campaign=user_share&utm_medium=fepp_stats&utm_source=Link
    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels

  • Hört! Teilt! Erzählt! - Jagodas Worte zum neuen Jahr

    ... und spendet, wenn Ihr mögt:
    https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/45862-freiheit-deluxe-fuer-alle

    FREIHEIT DELUXE für Alle!
    Eine Spendenaktion von FREIHEIT DELUXE für #Leavenoonebehind „Nothilfe für Geflüchtete“, Mission Lifeline Seenotrettung und die "Bildungsinitiative Ferhat Unvar"
    Natürlich bekommt ihr von betterplace.org eine Spendenbescheinigung.

  • „Ernährt euch gesund, macht Yoga, habt guten Sex - einfach, damit ihr noch nicht tot seid, wenn euch die späte Ehrung erreicht!“ Mit diesen Worten wandte sich die Schauspielerin, Kabarettistin und Autorin Maren Kroymann an ihre jüngeren Kolleginnen, als sie 2021 den Deutschen Comedy-Preis für ihr Lebenswerk erhielt. Sie muss es wissen: in den letzten Jahren bekam sie vom Grimme- bis zum Deutschen Filmpreis so ziemlich alles, was es in der Medienbranche zu gewinnen gibt. Dabei hat sie spät angefangen, denn die Tochter von Tübinger Akademikern absolvierte erst einmal ein Lehramts-Staatsexamen, bevor es sie endgültig vor die Kameras und auf die Bühnen zog. 1982 spielte sie ihr erstes Bühnenprogramm, 1985 war sie als eine der ersten Frauen im Scheibenwischer. Als schwäbische Pfarrersfrau in der Serie „Oh Gott, Herr Pfarrer“ wurde sie einem größeren Publikum bekannt - und spätestens seit ihrer Satiresendung „Nachtschwester Kroymann“ nutzt sie ihre Popularität, um für feministische Themen und die queere Community einzutreten.

    Bei FREIHEIT DELUXE sprechen Jagoda Marinić und Maren Kroymann über ihre Angewohnheit, Dinge zu tun, „die man nicht macht“. Wie etwa, über den Elefanten im Raum zu reden, so wie sie es in ihrer Dankesrede beim Deutschen Comedypreis tat. Maren Kroymann beschreibt die Freiheit, die ihr das Coming-Out vor vielen Jahren brachte: Männern nicht mehr gefallen zu müssen. Dabei reflektiert sie ihre „Gesichtsbekanntheit“ ebenso wie ihre „Hellwimprigkeit“ und wie schwer es ist, als Frau in der Medienwelt als intellektuell wahrgenommen zu werden. Wie allen Erwartungen - auch den eigenen - gerecht werden und dabei noch „hauptberuflich gelassen“ bleiben? Mit Humor natürlich! All ihre Talente unter Beweis stellt sie übrigens bald wieder in ihrer Comedy-Show „Kroymann - Ist die noch gut?" mit all-female Ensemble sowie im Live-Bühnenprogramm „In my Sixities - Maren Kroymann mit Band“.

    Hier hört ihr,
    Warum es so lange gedauert hat, bis Maren Kroymann in die erfolgreichste Phase ihres Lebens kam (9:31)
    wie es kommt, dass ihre „Frauenthemen“ immer relevanter geworden sind (23:37)
    Was genau „gesichtsbekannt“ bedeutet (32:09)
    Warum in der Liebe auch weibliche Autorität attraktiv sein kann (39:20)
    Weshalb ihr Coming-Out wie ein vorgezogenes Älterwerden war (48:12)
    Was Karolin Kebekus und Hazel Brugger in der deutschen Comedy-Szene bewirken (1:00:21)
    Warum es so mutig ist, im Showbiz zu „Hellwimprigkeit“ zu stehen (1:08:50)
    Wohin die „verhuschte Studentin“ verschwunden ist, die sie einmal war (1:18:41)
    Warum sie solchen Respekt vor dem Schreiben hat (1:27:01)
    Weshalb keiner mehr an das rankommt, was Elvis einst in ihr ausgelöst hat (1:36:35)

    Und hier geht’s zur Spendenaktion: #FREIHEITDELUXE für Alle!
    https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/45862-freiheit-deluxe-fuer-alle?utm_campaign=user_share&utm_medium=fepp_stats&utm_source=Link

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Er ist einer der besten und erfolgreichsten Podcaster der Republik. Mit „Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?“ wurde Khesrau Behroz bekannt. Es folgte „Wer hat Angst vorm Drachenlord?“ und ganz aktuell „SchwarzRotGold: Mesut Özil zu Gast bei Freunden“. Khesrau Behroz interessiert sich für gesellschaftlich kontroverse Figuren, zu denen er einen persönlichen Zugang findet.
    1987 in Afghanistan geboren, kam er mit seiner Familie 1994 nach Deutschland, wuchs in Kassel auf, studierte in Erfurt, Berlin und New York. Heute ist er Co-Gründer und Geschäftsführer des Produktionsstudios undone. Als Podcaster ist Khesrau Behroz immer wieder auf der Suche nach dem Gänsehaut-Moment, der ihm sagt: Du bist der ästhetischen Wahrheit auf der Spur! Seine millionenfach abgerufenen und vielfach ausgezeichneten Story-Podcasts klären auf und sind dabei spannender als jeder Krimi - es besteht höchste binge-Gefahr…
    Bei FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic zeigt sich Khesrau Behroz auch im Gespräch als außergewöhnlicher Geschichtenerzähler. Gemeinsam beleuchten die beiden die Botschaft der New Yorker Freiheitsstatue und fragen, welchen Ruf Deutschland eigentlich an die Müden, Armen und Geknechteten der Welt aussendet. Sie hinterfragen den Mythos vom German Dream und erkunden das Scheitern von Integration - auch bei einem Fußballstar, der zum Maskottchen gemacht wurde. Und sie lassen sich treiben von der Lust, das eigene Leben und Erleben in Geschichten zu verwandeln. Eine Podcast-Begegnung auf höchstem Niveau!

    Hier hört ihr…
    warum Angela Merkel die letzte Freiheitsstatue in Deutschland war (12:00)
    Khesraus Gruß an seinen früheren Klassenlehrer, Herrn Klages (16:50)
    warum Khesrau einen Knigge-Kurs gemacht hat (22:40)
    warum Migranten immer von dem einen „rettenden Deutschen“ erzählen sollen (25:50)
    wo Khesrau zum ersten Mal den Nikolaus traf (42:28)
    wann und wie Khesrau Moments of truth empfindet (50:22)
    was die Geschichte von Mesut Özil mit Khesrau persönlich zu tun hat (52:30)
    wer alles den Integrationsbambi bekommen hat (1:03:45)
    warum „Wetten dass“ doch noch mal einen Lagerfeuermoment geschaffen hat (1:19:30)
    warum das Medium Podcast sensorisch limitiert und gerade deshalb so schön ist (1:27:30)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Geboren 1981 in Sarajevo - das ist mehr als nur eine Zeile in Tijan Silas Biografie. Sie deutet an, was er in seinem jüngsten Roman „Radio Sarajevo“ (Hanser Verlag) berührend beschreibt: Sein Aufwachsen im belagerten Sarajevo. „Das war meine Kindheit, das war mein Krieg.“ 1994 kam er mit seinen Eltern nach Deutschland, in Landau in der Pfalz machte er Abitur und war Gitarrist einer Punkband. In Heidelberg studierte er Germanistik und Anglistik. Seit seinem Debütroman „Tierchen unlimited“ ist Tijan Sila deutscher Schriftsteller - wobei ihm „Schriftsteller“ wichtiger ist als „deutsch“. Für ihn ist Sprache vor allem ein Werkzeug. Und Schreiben kann man auch im ICE oder mit Baby auf dem Arm, dafür braucht es keine Abgeschiedenheit. Er sucht seinen Weg und seine Art Autor zu sein in einem Literaturbetrieb, über den er auch einiges Komisches zu erzählen hat.

    Bei FREIHEIT DELUXE erzählt Tijan Sila, wie er als junger Mann noch lange die Wut aus dem Krieg in sich trug, Kampfsport machte und etwas Reptilhaftes hatte. Groll haben ist „wie Stacheldraht kauen“, sagt er und beschreibt, wie es ihm mit der Zeit gelang, den Groll loszulassen. Gemeinsam versuchen Jagoda Marinić und Tijan Sila zu ergründen, wie man über Krieg schreiben kann, ohne Gewalt zu verherrlichen. Sie reflektieren, welche Auswirkungen Gewalt in der Erziehung auf Generationen von Menschen hatte, wie diese Weitergabe unterbrochen werden kann und weshalb Tijan Sila das mit deutschen Alt-68ern verbindet. Für ihn ist dieses Thema sehr persönlich, denn als Vater einer kleinen Tochter hat er täglich vor Augen, was er ihr mitgeben möchte und wovor er sie und alle Kinder der Welt gern bewahren würde: die Erfahrung des Krieges und der Gewalt. Dabei versuchen Tijan Sila und Jagoda Marinić Ambivalenzen zuzulassen und „sich von der Eindeutigkeit wegzubewegen, um zum Kern einer wirklich menschlichen Erfahrung vorzudringen“.

    Hier hört ihr
    warum Tijan Sila als junger Mann etwas Reptilhaftes hatte (6:01)
    wie es ist, „gegen den Krieg“ zu schreiben (15:03)
    weshalb Sprache für ihn hauptsächlich „ein Werkzeug“ ist (29:25)
    welchen Einfluss die 68er auf eine gewaltfreie Erziehung in Deutschland hatten und was ihn mit dieser Generation verbindet (43:12)
    weshalb er sich in manchen Identitätsdiskursen der letzten Jahrzehnte nicht wiederfindet (52:50)
    wieso er sich andere Dinge im Leben wünscht als Macht (1:07:33)
    was für ihn den Prozess des Schreibens als kreativen Prozess ausmacht (1:19:24)
    wie er das erste Mal im Krieg gemerkt hat, dass er als Kind auch Zielscheibe ist (1:26:12)
    was ihm half, den Groll nach dem Krieg loszulassen (1:36:26)
    warum es ihm wichtig ist, angesichts eines komplexen Konflikts Ambivalenzen zuzulassen (1:48:02)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Er wuchs mit den Erinnerungen seiner Eltern auf, die den Holocaust überlebt hatten. Seine Kindheit verbrachte er im Nachkriegsdeutschland der Tätergesellschaft, wo das „Draußen“ immer Gefahr bedeutete. Das Münchner Olympia-Attentat auf die israelische Mannschaft 1972 erlebte er als Jugendlicher aus nächster Nähe mit. All das hat den Journalisten Richard C. Schneider geprägt. Und es prägt auch seinen Blick auf die Massaker der Hamas vom 7. Oktober, die er als „neuen Zivilisationsbruch“ und „mutwilliges Vernichten jüdischen Lebens“ begreift.
    Richard C. Schneider lebt in Tel Aviv und München. Er war viele Jahre Korrespondent der ARD in Israel und den palästinensischen Gebieten. Heute arbeitet er als freier Korrespondent und als Autor für den „Spiegel“. In Büchern (zuletzt: „Die Sache mit Israel“, DVA) setzt er sich mit den Entwicklungen im Nahen Osten und mit seiner eigenen Rolle als Berichterstatter auseinander.
    Bei FREIHEIT DELUXE blicken Jagoda Marinic und Richard C. Schneider gemeinsam in den Abgrund des 7. Oktober 2023. Sie diskutieren, welche Bilder des Grauens gezeigt werden dürfen oder sogar müssen, um die Dimension des Verbrechens und seine Folgen zu verstehen. Sie sprechen über das Aufwachsen mit dem Trauma der Eltern und über das Ringen aller Seiten um die Anerkennung des eigenen Leids. Sie beleuchten die Gleichzeitigkeit des realen Kriegs und der deutschen Diskurse, die Vielfalt der Perspektiven und die Fahrlässigkeit der Medien. Ein berührendes, ein wichtiges Gespräch zu einem Konflikt, der alle bewegt.

    Hier hört ihr…
    was Richard als Sechzehnjähriger 1972 (4:09) in München erlebte und warum er damals sehr stolz auf seinen Vater war (7:50)
    welche Erfahrungen die Kinder von Holocaust-Überlebenden teilen (16:00)
    warum der 7. Oktober 2023 ein „neuer Zivilisationsbruch“ und Richard davon dennoch nicht überrascht war (25:10)
    wie Richard sich an das Pogrom von Kischinjow von 1903 erinnert fühlte - und an das Gedicht „In der Stadt des Schlachtens“ von Chaim Nachman Bialik, das er selbst aus dem Jiddischen übersetzt hat (29:45)
    warum alle Seiten das Bedürfnis haben, dass ihr Leid gesehen wird, und welche Gefahr damit verbunden ist (47:30)
    warum das Massaker des 7. Oktober so schnell wieder in den Hintergrund gerückt ist und welche Bilder des Grauens in den Medien gezeigt werden (51:15)
    wie Terroristen ihre Verbrechen live übertragen (55:22) und Journalisten mit diesen Bildern umgehen
    wie auch seriöse Medien ungeprüft das Narrativ der Hamas übernehmen (1:15:20)
    worin der Zynismus des asymmetrischen Krieges besteht (1:22:55)
    wer es wagt, Kritik an der Hamas zu üben (1:31:30)
    warum die Nahost-Diskussion in Deutschland sehr oft eine Diskussion über die deutsche Vergangenheit ist (1:37:45)
    warum es kein Makel ist, dass Deutschland sich der Vergangenheit stellt (1:39:30)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.

  • Eine Folge Leben mit Drehbuchautorin und Regisseurin Anika Decker, die nur knapp dem Tod entkam. Und bei Freiheit Deluxe mal ganz andere Freiheiten anmahnt, z.B. die Freiheit von Liebeskummer. Und natürlich die Freiheit, nicht krank zu sein. Sie erzählt, wie sie sich wieder zurück ins Leben kämpfte und welche Freiheiten sie dadurch gewonnen hat.
    Kurz vor Veröffentlichung wurde gemeldet, dass Decker in Berufung geht - im Rechtsstreit um eine faire Beteiligung an den Erlösen der Kinohits „Keinohrhasen“ und Zweiohrküken“, für die sie das Drehbuch geschrieben hat. Das Berliner Kammergericht hatte ihr zwar schon Recht gegeben, aber ein Großteil ihrer Ansprüche waren bereits verjährt. Bei FREIHEIT DELUXE berichtet sie, dass viele Menschen in der Filmbranche Angst haben, sich mit ihr zu solidarisch zu zeigen und sie von vielen Einladungslisten gestrichen worden sei wegen des Rechtsstreits gegen Till Schweigers Firma.
    Ein vertrautes Gespräch, das wir zufällig mithören dürfen. Bei FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic:
    Warum Anika Decker Angst hat, dass selbst diese Folge FREIHEIT DELUXE gegen sie im Prozess um eine faire Beteiligung an den Filmen „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ verwendet werden könnte. (1:35:51)

    Wieviel eine Wiederbelebungsmaßnahme im Krankenhaus kostet (48:30)

    Wie Decker aus ihrer selbst diagnostizierten „krankhaften Neugier“ Kapital schlägt. (46:59)

    Warum es nicht so schlimm ist, dass sie von vielen Einladungslisten gestrichen wurde. (1:43:10)

    Wie es sich anfühlt, aus dem künstlichen Koma aufzuwachen. (55:06)


    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.


  • Florian Klenk ist seit mehr als zehn Jahren Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung „Falter“, dabei wäre er fast Richter geworden. Einige hochrangige österreichische Politiker hat er trotzdem auf die Anklagebank gebracht: Karl-Heinz Grasser, Heinz-Christian Strache und bald auch Sebastian Kurz. Denn Florian Klenk war an einigen der größten Investigativ-Recherchen der letzten Jahre beteiligt und half mit, gewaltige Geldwäsche, Korruptions- und Steuerhinterziehungsskandale in der Österreichischen Politik aufzudecken. Bei den Ibiza-Papers wurde er von der Süddeutschen Zeitung angefragt - als „Österreichischer Translationswissenschaftler“ so nennt es Klenk. Mit der deutschen Politik- und Medienszene kennt er sich übrigens auch bestens aus: vor seiner Zeit beim Falter schrieb er für die „Zeit“ in Hamburg.

    Bei FREIHEIT DELUXE erzählt Florian Klenk, wie er als Rechtsberater für Geflüchtete zum ersten Mal merkte, was „das Licht der Öffentlichkeit“ bewirken konnte, wenn er über seine Fälle schrieb. Ganz andere Dimensionen haben die Polit-Krimis, an deren Aufdeckung Klenk zuletzt Anteil hatte. Er berichtet aus haarsträubenden Gerichtsakten und Chat-Protokollen von Kurz & Co. Doch Jagoda Marinic und Florian Klenk richten den Blick auch auf europäische Zusammenhänge und reflektieren über beunruhigende Parallelen zwischen populistischen Bewegungen in Deutschland und Österreich. So warnt Klenk Friedrich Merz vor der neuen CDU-Parteifarbe Türkis, denn sie ist schon lange die Farbe der rechtskonservativen ÖVP. Florian Klenk und Jagoda Marinic loten aber auch konstruktive Ansätze aus - was etwa fehlt der linken Politik derzeit eklatant? Florian Klenk hat da ein paar Ideen für die „fantasielose“ Linke…

    Hier hört ihr,
    warum für Florian Klenk niemand die Freiheit haben sollte, fälschlich “Feuer” zu schreien (2:15)
    wie er als Rechtsberater für Flüchtlinge anfing über seine Fälle zu schreiben (5:19)
    was er Friedrich Merz rät - und was Sebastian Kurz damit zu tun hat… (13:15)
    worum es in den skandalösen Chat-Protokollen von Sebastian Kurz ging (17:29)
    welche Bedeutung das Ibiza-Video für Heinz-Christian Strache & Co. hatte (21:32)
    worin sich AFD und FPÖ beunruhigend ähnlich sind (28:09)
    weshalb wir dringend über die „digitale Kompetenz der Älteren“ reden sollten… (42:01)
    warum er Kickl für einen „unrasierten Kurz“ hält (57:01)
    was FPÖ-Wähler für ein Problem damit haben, wenn ihnen „Ausländer ins Schwimmbad hupfen“ (1:01:02)
    wieso die Linke aufpassen sollte, dass sie nicht zu einer „protestantischen“ Bewegung wird (1:15:45)
    weshalb er es für eine Aufgabe der Medien hält, den „Sicherungskasten der Demokratie“ zu beschützen (1:22:28)
    wie es kam, dass Florian Klenk am Ende nicht Richter wurde… (1:31:56)

    FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.