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  • Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Erneuerbaren Energien den gesamten Energiebedarf der Menschheit decken können und dass ihre Potenziale nach menschlichen MaßstĂ€ben unerschöpflich sind. Die Vertreter der fossilen und atomaren Energiewirtschaft sehen dies als reale Bedrohung ihrer GeschĂ€ftsmodelle und versuchen immer wieder, diese GeschĂ€ftsmodelle so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Eine besondere Bedeutung hat seit vielen Jahren das Konzept der unterirdischen Lagerung von CO2, CCS (Carbon Capture and Storage) genannt, auch wenn dies in der Praxis auf große Probleme stĂ¶ĂŸt. Auch in der neulich veröffentlichten Kraftwerkstrategie der Bundesregierung soll CCS zum Tragen kommen, etwa durch den Einsatz von Wasserstoff aus fossilem Erdgas.

    Mein Gast Dr. Christfried Lenz engagiert sich seit vielen Jahren fĂŒr die BĂŒrgerenergiewende. Gemeinsam mit der BĂŒrgerinitiative "Kein CO2-Endlager Altmark" erreichte er vor einem Jahrzehnt, dass die dort von Gaz de France errichtete CO2-Verpressungsanlage wieder abgebaut wurde, ohne in Betrieb gegangen zu sein. In den vergangenen Monaten hat er sich erneut intensiv mit dem Thema CCS beschĂ€ftigt.

    Mit ihm spreche ich ĂŒber den technischen Stand von CCS, ĂŒber die damit verbundenen Risiken und vor allem ĂŒber die energiewirtschaftliche Bedeutung dieser Hochrisiko-Technologie. Wer setzt sich in Deutschland eigentlich fĂŒr CCS ein und welche konkreten Motive stecken dahinter? Wieweit kann durch CCS die Energiewende insgesamt in Gefahr geraten?

  • Die Landwirtschaft war in den vergangenen Monaten vor allem wegen der teils heftigen Proteste gegen die KĂŒrzungen von Diesel-Subventionen in den Medien. Allerdings wurde in der öffentlichen Debatte kaum darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft selbst wichtiger Energieerzeuger ist und eine SchlĂŒsselrolle beim Wechsel weg von fossilen hin zu Erneuerbaren Energien hat. Landwirtschaftliche Betriebe sind heute schon gewichtige Akteure bei der Nutzung aller Erneuerbaren Energien - ob im Bereich Bioenergie, Photovoltaik oder Windenergie, und diese Bedeutung wird absehbar noch zunehmen.

    Mein Gast Wolfgang Löser betreibt selbst einen Bauernhof, den er schon vor vielen Jahren vollstĂ€ndig auf Erneuerbare Energien umgestellt hat. Mit ihm werde ich ĂŒber die großen Chancen und vielfĂ€ltigen Potenziale sprechen, die sich der Landwirtschaft im Rahmen der Energiewende bieten. Welche Formen der Erneuerbaren Energien sind fĂŒr eine landwirtschaftliche Nutzung besonders interessant, wie kann eine breit verstandene Nachhaltigkeit gewĂ€hrleistet bleiben und wie kann es letztlich gelingen kann, dass die bĂ€uerliche Landwirtschaft im Übergang in die Erneuerbare Energiewirtschaft gestĂ€rkt wird.

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  • Die Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien bringt fĂŒr die meisten Menschen mittel- und langfristig große Vorteile, ökonomischer, sozialer, ökologischer und politischer Art. Dennoch entsteht in der Öffentlichkeit oft ein anderer Eindruck - Energiewende wird oft als Belastung dargestellt, es wird ĂŒber Lasten- statt ĂŒber Chancenverteilung gesprochen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat nun zusĂ€tzlich die SpielrĂ€ume des Gesetzgebers eingeschrĂ€nkt, finanzielle Anreize zu schaffen.

    Mein Gast Dr. Matthias Miersch ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2016 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, zustĂ€ndig fĂŒr die Bereiche Klimaschutz und Energiewende. Mit ihm spreche ich darĂŒber, wie die Politik sicherstellen kann, dass die Energiewende so ausgestaltet werden kann, dass die Menschen aktiv eingebunden sind und direkt und unmittelbar davon profitieren. Welche Rolle können ordnungsrechtliche Anreize und Gebote spielen, wie können Preissignale wirken, ohne zu sozialen Verwerfungen zu fĂŒhren? Und wie ist es nach dem Verfassungsgerichts-Urteil möglich, die entsprechenden Förderprogramme im erforderlichen Umfang zu gestalten?

  • Die Klimakrise schreitet nahezu ungebremst voran, obwohl doch inzwischen die Ursachen wie auch die LösungsansĂ€tze bekannt sind: die Menschheit muss aufhören, fossile EnergietrĂ€ger zu verbrennen, und stattdessen auf Erneuerbare Energien umstellen. inzwischen mehr als fĂŒnf Jahre neue Klimabewegung haben das Thema zwar zeitweise in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerĂŒckt, wozu teils auch drastische Protestformen beigetragen haben. Bei der letzten UN-Klimakonferenz wurde jedoch wieder keine klare Entscheidung fĂŒr einen vollstĂ€ndigen Wechsel hin zu den Erneuerbaren Energien getroffen.

    Mein Gast Lena Schiller engagiert sich seit einigen Jahren in der Klimabewegung. Seit kurzem arbeitet sie am HolozĂ€n-Projekt mit, das darauf abzielt, auf Basis wissenschaftlicher Methoden einen weltweiten Plan fĂŒr die RĂŒckkehr zu den planetaren Grenzen fĂŒr das Klima zu entwickeln und die Klimakrise zu stoppen. Ziel des Projektes ist die AbkĂŒhlung der Erde auf unter 1 Grad ErwĂ€rmung - entsprechend 350 ppm CO2 in der AtmosphĂ€re. Neben einer konsequenten Energiewende und anderen technischen Lösungen, kommt dabei auch anderen Sektoren wie Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Rolle zu. Ich spreche mit Lena ĂŒber das HolozĂ€n Projekt und wie durch die Ergebnisse dieser internationalen Forschung sowie durch ihre wirtschaftliche Umsetzung die Klimakrise gelöst werden kann.

  • Vor 15 Jahren wurde maßgeblich auf deutsche Initiative, basierend auf einen Vorschlag von Hermann Scheer, die Internationale Agentur fĂŒr Erneuerbare Energien IRENA trotz erheblicher WiderstĂ€nde gegrĂŒndet. Inzwischen hat die Agentur mehr als 150 MitgliedslĂ€nder und nimmt einen festen Platz in der globalen Architektur ein. IRENA berĂ€t vor allem Regierungen bei der EinfĂŒhrung Erneuerbarer Energien, und hat dazu inzwischen substanzielle Expertise aufgebaut.

    Ich spreche mit Roland Roesch, Direktor des in Bonn ansĂ€ssigen IRENA Innovation & Technology Center, ĂŒber die Rolle von IRENA auf der internationalen Ebene – einschließlich der internationalen Klimaverhandlungen und der vor einigen Wochen abgehaltenen Welt-Klimakonferenz COP28. Welche Rolle spielt IRENA inzwischen auf globaler Ebene? Was wurde bei COP28 fĂŒr die weltweite Energiewende erreicht? Wieweit wird die Expertise von IRENA einbezogen, wenn international klima- und energiepolitisch weitreichende Entscheidungen diskutiert und getroffen werden? Wer versucht auf die Arbeit der Agentur Einfluss zu nehmen? Und wie verhĂ€lt sich der scheinbare Widerspruch zwischen globalem Denken und lokalem Handeln in der alltĂ€glichen Arbeit von IRENA?

  • Der Wechsel hin zu Erneuerbaren Energien wurde von Beginn an von Menschen vor Ort getragen, die nicht nur die ökonomischen, sondern auch die zahlreichen weiteren Vorteile der Erneuerbaren Energien sahen und sehen. Nach wie vor ist die Zustimmung zu Erneuerbaren Energien laut verschiedenen Meinungsumfragen sehr hoch, vermutlich auch deshalb. Dennoch kommt die Energiewende immer wieder ins Stocken, weil Menschen bestimmten Entscheidungen widersprechen - etwa im Rahmen der Debatte und das GebĂ€udeenergiegesetz.

    Warum regt sich eigentlich Widerspruch? Liegt es am verbreiteten, generellen Widerwillen gegen VerÀnderungen - oder wurden Fehler in der Kommunikation gemacht, indem zu wenig auf Vorteile der Energiewende und auf neue Chancen hingewiesen wurde?

    Ich spreche mit Helene Pawlitzki, Journalistin und Podcasterin bei der Rheinischen Post, darĂŒber, wie die Kommunikation rund um die Energiewende so gestaltet werden kann, dass sie möglichst viele Menschen positiv anspricht, ermutigt und zum Mitmachen einlĂ€dt. Welche Fehler sollten vermieden werden, was sind mögliche Erfolgsrezepte?

  • Im Verkehrssektor findet immer noch ein großer Teil des fossilen Energieverbrauchs statt. Inzwischen ist klar, dass batterieelektrische Autos eine wichtige Lösung darstellen, um fossile Treibstoffe zu ersetzen und in den kommenden Jahrzehnten die Verbrenner-Fahrzeuge abzulösen.

    Mein Gast Stefan Möller betreibt mit dem Elektroauto-Vermieter Nextmove sehr erfolgreich mehrere InformationskanĂ€le mit aktuellen Nachrichten zu Elektroautos. Mit ihm spreche ich ĂŒber den aktuellen Stand bei der EinfĂŒhrung der Elektroautos. Wie praxistauglich sind Elektroautos heute - wo gibt es noch technisches Verbesserungspotenziale? Wie entwickelt sich der Ausbau der Ladeinfrastruktur und sind noch grĂ¶ĂŸere PreissprĂŒnge zu erwarten? Wie sind die derzeitigen Zulassungszahlen zu bewerten und welche weiteren Entwicklungen sind zu erwarten? Wie wettbewerbsfĂ€hig sind die Produkte der deutschen und europĂ€ischen Autobauer im internationalen Vergleich? Und was muss die Politik tun, damit der Übergang zur ElektromobilitĂ€t gut gelingt?

  • Trotz des unbestreitbaren weltweiten Siegeszugs der Erneuerbaren Energien und des seit Jahrzehnten anhaltenden RĂŒckgangs bei der Atomenergie wird aus bestimmten Kreisen in letzter Zeit wieder hĂ€ufiger einer Renaissance der Atomkraft das Wort geredet. Auch bei der UN-Klimakonferenz in Dubai erweckte die dort ins Leben gerufene Atomallianz den Eindruck, als ob es einen neuen globalen Trend in Richtung Atomkraftnutzung gĂ€be.

    Die RealitĂ€t spricht jedoch eine diametral andere Sprache: Der im Dezember erschienene World Nuclear Industry Status Report 2023 (WNISR – www.worldnuclearreport.org) hat gerade wieder deutlich die tatsĂ€chliche Lage mit Fakten unterlegt und den Atomabstieg klar dokumentiert. Die Stromproduktion ist 2022 stĂ€rker zurĂŒckgegangen als in jedem anderen Jahr seit dem Fukushima-Nachfolgejahr 2012, und der globale Anteil von Atomstrom ist nun seit drei Jahrzehnten rĂŒcklĂ€ufig.

    Mein Gast Mycle Schneider ist Koordinator und Herausgeber des jĂ€hrlichen, von einem internationalen Expertenteam erstellten WNISR und beschĂ€ftigt sich seit Jahrzehnten wie kein zweiter intensiv mit den statistischen Entwicklungen der Atomindustrie. Ich spreche mit ihm ĂŒber die tatsĂ€chlichen Investitionen, Kosten und technischen Entwicklungen, die ersten Ergebnisse des gerade zu Ende gegangenen Jahres 2023 und auch darĂŒber, wie es möglich ist, dass immer wieder die Illusion einer angeblichen “Atomrenaissance” auch in seriösen Medien verfĂ€ngt. Helfen die jahrzehntelangen Planungs- und Bauzeiten bei Atomreaktoren dabei, diese Illusion aufrecht zu erhalten?

  • Gerade ging im australischen Hobart die 21. Welt-Windenergie-Konferenz zu Ende. Neben technischen Themen wurde dort sehr viel ĂŒber die Themen BĂŒrgerbeteiligung und BĂŒrgerenergie gesprochen, in vielen LĂ€ndern heute maßgebliche Faktoren beim Ausbau der Windenergie. In den ersten Jahren sicherte eine lokale Verankerung den Fortschritt bei der Windkraftnutzung, vor allem in DĂ€nemark und Deutschland.

    Mein Gast Heinrich Bartelt ist einer der ersten Windpioniere Deutschlands und hat verschiedene VerbĂ€nde mit aufgebaut, um die energiepolitischen Rahmenbedingungen im Sinne der Erneuerbaren Energien zu beeinflussen. Mit ihm spreche ich darĂŒber, wie lokale Initiativen die moderne Windindustrie gestartet haben und was in den vergangenen 40 Jahren erreicht wurde. Er kehrt gerade von der Welt-Windenergie-Konferenz zurĂŒck, bei der auch diskutiert wurde, was heute die maßgeblichen Herausforderungen sind und was der Windsektor von den frĂŒhen Pionieren und ihren Erfolgen lernen kann.

  • Gerade wurde in Frankfurt am Main zum zweiten Mal der Gold Planet Award vergeben. Der Preis zeichnet Persönlichkeiten, Initiativen und Unternehmen aus, die sich in besonderer Weise fĂŒr mehr Nachhaltigkeit auf unserem Planeten eingesetzt haben. Im Jahr 2022 gehörten zum Beispiel die MitgrĂŒnderin von Fridays for Future, Janine O’Keeffe, oder die SolAHRtal-Initiative zu den Ausgezeichneten, in diesem Jahr wurde unter anderem die ukrainische ESC-Gewinnerin, Demokratie-Aktivistin und Botschafterin fĂŒr 100% Erneuerbare Energien fĂŒr die Initiative #Renewables4Ukraine geehrt. Alle sind wichtige Pioniere im Bereich Klimaschutz und Energiewende.

    Mein Gast Astrid Arens hat den Preis im Rahmen der Digital International Platform for Environment, Sustainability & Humanity DIPESH zusammen mit dem Medienunternehmen Radio Group ins Leben gerufen und berichtet davon, welche Motivation hinter der Auszeichnung steckt. Sie stellt die PreistrÀger des Jahres 2023 und deren Verdienste vor. Welchen Beitrag kann ein solcher Preis in Zeiten multipler Krisen leisten, um gesellschaftlich die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu verbreiten, die Menschen zu inspirieren und letztlich zum Mitmachen zu motivieren?

  • Der Rhein-HunsrĂŒck-Kreis wurde gerade als erster Landkreis in Deutschland mit dem neuen Zertifikat Erneuerbar Kreis ausgezeichnet. Bereits seit viele Jahren ist der Kreis als Pionier ĂŒber die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Vor allem im Strombereich hat der Kreis große Fortschritte erzielt und erzeugt das Mehrfache des eigenen Strombedarfs aus heimischen Erneuerbaren Energien, vor allem aus Windenergie. Dies gelang durch großes kommunales Engagement, verbunden mit einem hohen Maß an BĂŒrgerbeteiligung.

    Mein Gast Frank-Michael Uhle hat als Klimaschutzmanager des Kreises die Energiewende vor Ort ĂŒber viele Jahre maßgeblich mitbegleitet und gestaltet. Wir sprechen darĂŒber, wie der bisherige Erfolg möglich wurde und welche Aufgaben als nĂ€chstes anstehen. Wie kann die Energiewende auch im Bereich der WĂ€rmeversorgung und bei der MobilitĂ€t gelingen und wie wichtig sind dabei gute BĂŒrgerbeteiligung und lokale Wertschöpfung?

  • Der Norden Deutschlands, vor allem Schleswig-Holstein, hat schon große Fortschritte bei der Energiewende erzielt. Die Windstromerzeugung ĂŒbertrifft bereits bei weitem den lokalen Bedarf und versorgt auch andere BundeslĂ€nder und die nördlichen Stadtstaaten. Charakteristisch fĂŒr die Windenergie in Schleswig-Holstein sind vor allem lokale Investoren, die den Großteil der ErzeugungskapazitĂ€t betreiben. Im Bereich der MobilitĂ€t und auch im GebĂ€udebereich hat allerdings wie im Rest der Republik die Transformation erst begonnen.

    Mein Gast Marc Timmer verfĂŒgt ĂŒber mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Erneuerbare Energien, auf europĂ€ischer Ebene, bei Unternehmen und seit einiger Zeit als energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag. Ich spreche mit Marc aus Anlass der deutschen Windenergie-Leitmesse in Husum darĂŒber, welche Faktoren den Erfolg vor allem der Windenergie ermöglicht haben. Wie kann die Energiewende auch im Verkehr und im GebĂ€udebereich gelingen? Welche Rahmenbedingungen mĂŒssen geschaffen werden, damit die Integration hin zu 100% Erneuerbaren Energien gelingt? Und wie kann die Energiewende im Norden auch weiterhin partizipativ und gerecht gestaltet werden?

  • Hessen verfĂŒgt als Binnenland ĂŒber hervorragende Potenziale fĂŒr eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien. Dennoch importiert das Land bislang einen Großteil der genutzten Energie. Auch wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der heimischen Stromerzeugung bei ĂŒber der HĂ€lfte liegt, so ist Hessen auch im Stromsektor stark auf Importe angewiesen, die mehr als die HĂ€lfte des Bedarfs decken. Vor diesem Hintergrund erscheint auch das Ziel der hessischen Landesregierung nicht sonderlich ambitioniert, bis 2045 den Energiebedarf “möglichst vollstĂ€ndig” aus Erneuerbaren Energien zu decken. Überdies war die Energiepolitik in Hessen in den vergangenen Jahrzehnten lange von großen energiepolitischen Konflikten mit bundespolitischer Ausstrahlung geprĂ€gt.

    Mein Gast JĂŒrgen Eiselt ist seit vielen Jahren beruflich im Bereich Energiewende mit Schwerpunkt in Hessen tĂ€tig und ist zudem Vorsitzender der EuropĂ€ischen Energiewende Community, des TrĂ€gervereins einer der grĂ¶ĂŸten sozialen Netzwerke fĂŒr Erneuerbare Energien. Mt ihm spreche ich ĂŒber den Stand der Energiewende in Hessen, ĂŒber die PrioritĂ€ten der Landesregierung und Hindernisse fĂŒr die Beschleunigung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Welche Maßnahmen wĂ€ren am dringlichsten, damit Hessen weit vor 2045 zu einer Vollversorgung mit heimischen Erneuerbaren Energien kommt? Können BĂŒrgerenergie und dezentrale Energiewende den nötigen Schwung schaffen?

  • Bayern ist als grĂ¶ĂŸtes FlĂ€chenland Deutschlands prĂ€destiniert fĂŒr eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien, da es ĂŒber große Potenziale aller Erneuerbarer Energien verfĂŒgt - Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem bei der Windkraft, hinkt der Freistaat allerdings bundesweit weit hinterher.

    Lange war die bayerische Energiepolitik einseitig auf Atomenergie ausgerichtet, was zu großen gesellschaftlichen Konflikten fĂŒhrte. In den letzten Jahren wurde die Windenergie vor allem durch die rigidesten Abstandsregeln Deutschlands begrenzt, und auch der Solarenergieausbau geht vor allem auf privatwirtschaftliche Initiativen zurĂŒck.

    Mein Gast Raimund Kamm ist einer der profundesten Kenner der Energiepolitik in Bayern und hat die Energiewende seit Jahrzehnten aktiv mit begleitet, bis vor kurzem in fĂŒhrenden Funktionen bei wichtigen Erneuerbare-Energien-VerbĂ€nden. Mt ihm spreche ich ĂŒber die WidersprĂŒche in der bayerischen Energiepolitik, ĂŒber Hindernisse fĂŒr die bayerische Energiewende, ĂŒber nach wie vor spĂŒrbare EinflĂŒsse der alten Atomlobby sowie ĂŒber die Chancen, die die Erneuerbaren Energien fĂŒr Bayern bieten.

  • Die moderne Windenergie startete in Europa als BĂŒrgerbewegung. Vor allem in DĂ€nemark entwickelten lokale Pioniere die ersten modernen WindrĂ€der, und die Anlagen wurden hĂ€ufig von lokalen Gemeinschaften wie Genossenschaften betrieben. Mit dem Stromeinspeisungsgesetz, vor allem aber mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG nahmen Ă€hnliche Initiativen auch in Deutschland einen massiven Aufschwung.

    In vielen Teilen Deutschlands werden Windenergieanlagen auch heute von lokalen Unternehmen betrieben, die vor Ort verankert sind und sicherstellen, dass ein großer Teil der Wertschöpfung vor Ort ankommt. BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nehmen die Energiewende in die eigenen HĂ€nde und betreiben selbst die Anlagen, in Form von BĂŒrgerwind. Oft musste fĂŒr die dafĂŒr notwendigen Rahmenbedingungen hart gekĂ€mpft werden und insbesondere die EinfĂŒhrung von Ausschreibungen setzte BĂŒrgerwind-Investoren stark unter Druck.

    Mein Gast Ralf Hendricks ist Ende 2010 mit dem Thema BĂŒrgerwind in Kontakt gekommen und selbst GeschĂ€ftsfĂŒhrer eines BĂŒrgerenergie-Unternehmens, welches berĂ€t, plant und projektiert und somit Wegbereiter fĂŒr BĂŒrgerenergie ist. Er engagiert sich als VizeprĂ€sident des Bundesverband WindEnergie auch auf bundespolitischer Ebene fĂŒr dieses Thema, auch mit Kontakten nach BrĂŒssel. Mit ihm spreche ich ĂŒber die Bedeutung von BĂŒrgerwind fĂŒr den beschleunigten Ausbau der Windenergie: Warum ist BĂŒrgerwind wichtig, welche Barrieren gibt es, welche politischen Entscheidungen sind auf kommunaler, Landes- und Bundesebene nötig und welchen Beitrag kann BĂŒrgerwind letztlich fĂŒr den beschleunigten Ausbau der Windenergie leisten.

  • Deutschland hat mit der Verabschiedung des Erneuerbare Energien-Gesetzes EEG im Jahr 2000 den Grundstein fĂŒr den weltweiten Erfolg der Solarenergie gelegt. Photovoltaik gehört heute zusammen mit Windenergie zu den billigsten Stromerzeugungsarten, die Potenziale sind nach menschlichem Ermessen unerschöpflich.

    In der Folge der Verabschiedung des EEG entstand in Deutschland eine Vielzahl von Solarunternehmen, die weltweit eine FĂŒhrungsrolle ĂŒbernahmen. Im Zuge von Verschlechterungen der Rahmenbedingungen, von Kanzlerin Merkel als “Atempause” angekĂŒndigt, verschwanden mehr und mehr dieser innovativen Unternehmen und der Schwerpunkt der Photovoltaikindustrie verlagerte sich nach China, das heute ĂŒber weit mehr als 90% der weltweiten PV-HerstellungskapazitĂ€ten verfĂŒgt.

    Mein Gast Prof. Eicke Weber gilt als einer der international fĂŒhrenden Solarwissenschaftler. Nachdem er viele Jahre an der UniversitĂ€t Berkeley geforscht hatte, leitete er das Fraunhofer Institut fĂŒr Solarenergie in Freiburg. Seit seiner Emeritierung setzt er sich weiter fĂŒr eine solar Weltwirtschaft ein, inzwischen auch als Vorsitzender des European Solar Manufacturing Council. In dieser Rolle arbeitet er vor allem daran, dass in Deutschland und Europa wieder eine global konkurrenzfĂ€hige Solarindustrie entsteht. Ich spreche mit ihm darĂŒber, warum das sinnvoll ist, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden und welche Rahmenbedingungen dafĂŒr nötig sind.

  • Angesichts der enormen Herausforderungen durch die Klimakrise stellen sich immer mehr Menschen die Frage, wie unser demokratisches Gemeinwesen darauf angemessene Antworten finden kann, denn die bisher beschlossenen Maßnahmen reichen bei weitem noch nicht aus. Ohne Zweifel sind weitreichende Änderungen unserer Wirtschaftsweise erforderlich, die zu strukturellen UmbrĂŒchen fĂŒhren werden. Eine grundlegende Frage ist dabei: Wie können wir das grĂ¶ĂŸtmögliche Maß an Freiheit sichern und gleichzeitig effektiv das Klima schĂŒtzen?

    Mein Gast Philipp Krohn ist Wirtschaftsredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ und hat gerade ein Buch mit dem Titel “Ökoliberal” veröffentlicht. Darin setzt er sich damit auseinander, wie unsere Gesellschaft die Klimakrise bewĂ€ltigen und dabei die persönliche Freiheit bewahren kann - ohne die biophysischen Grenzen unseres Planeten zu ĂŒberschreiten.

    Ich spreche mit Philipp Krohn darĂŒber, wie unsere demokratische Gesellschaft auf einen klimavertrĂ€glichen Pfad gebracht werden kann. In der öffentlichen Debatte gibt es teils sehr kontroverse, teils populistisch gefĂŒhrte Auseinandersetzungen um die richtigen politischen Instrumenten und Paradigmen: Ordnungspolitik mit Geboten und Verboten, Plan- oder Marktwirtschaft, Bepreisungsmodelle oder verschiedene Formen von positiven Anreizen – was steckt hinter diesen Instrumenten und welche fĂŒhren uns am besten zum Ziel? Gibt es sogar Modelle, die Freiheit und Wohlstand mehren und das Klima schĂŒtzen? Welche Rolle spielt dabei eine solare Weltwirtschaft?

  • Mecklenburg-Vorpommern ist eines der wichtigen EnergielĂ€nder in Deutschland. Als KĂŒstenland verfĂŒgt es nicht nur ĂŒber exzellente Windressourcen, sondern auch ĂŒber ĂŒberdurchschnittliche Solarstrahlung. Da das Land landwirtschaftlich geprĂ€gt ist, gibt es zudem erhebliche Bioenergie-Potenziale. Gleichzeitig war und ist Mecklenburg-Vorpommern (MV) ein wichtiger Umschlagplatz fĂŒr fossile Energieressourcen, als Anlandeplatz von Erdgas-Pipelines und neuerdings auch als Standort fĂŒr LNG-Terminals.

    Mein Gast Antje Habeck ist Vorstandsmitglied des Landesverbandes Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern und des BWE MV. Mit ihr spreche ich darĂŒber, wie der Stand der Energiewende in MV ist. Welche Potenziale gibt es, welche langfristigen Energieszenarien gibt es fĂŒr die Eigenversorgung von MV und welche Rolle sollte MV lĂ€ngerfristig haben, um den Rest der Republik mit Energie zu versorgen?

    Wie stehen die Menschen in MV zur derzeitigen Energiepolitik und wieweit profitieren sie von der Energiewende. Zum einen gibt es erheblichen Widerstand gegen den Bau von LNG-Terminals in Tourismus-Gebieten. Als eines der ersten BundeslĂ€nder hat Mecklenburg-Vorpommern aber auch bereits im Jahr 2016 ein BĂŒrger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz fĂŒr Windenergie beschlossen, das im vergangenen Jahr vom Bundesverfassungsgericht bestĂ€tigt wurde. Wird dieses Gesetz den Erwartungen gerecht, und was können anderen LĂ€nder davon lernen?

  • WĂ€hrend bei der Stromerzeugung in den vergangenen 25 Jahren weltweit der Anteil der Erneuerbaren Energien substanziell erhöht wurde, wurde der Bereich der WĂ€rme-Bereitstellung eher vernachlĂ€ssigt. Gerade in Deutschland zögerte die VerfĂŒgbarkeit von billigem fossilem Gas aus Russland die dringende Debatte hinaus. SpĂ€testens die Gasknappheit und explodierende Gaspreise in Folge der russischen Invasion in der Ukraine haben die Situation fundamental geĂ€ndert und es werden nun ernsthaft BemĂŒhungen unternommen, auch die WĂ€rmeversorgung vollstĂ€ndig auf Erneuerbare Energien umzustellen.

    Nachdem lange Zeit vor allem die thermische Biomassenutzung im Mittelpunkt der WĂ€rmewende stand, ist in letzter Zeit die WĂ€rmepumpe ins Zentrum des Interesses gerĂŒckt - obwohl die Technologie prinzipiell schon seit Jahrzehnten existiert. WĂ€rmepumpen nutzen elektrische Energie und ermöglichen es, dass ein Vielfaches der eingesetzten elektrischen Energie in Form von WĂ€rme genutzt werden kann.

    Mein Gast Thoma Nowak ist GeneralsekretĂ€r der European Heat Pump Association und begleitet in dieser Funktion auf europĂ€ischer Ebene seit vielen Jahren die BemĂŒhungen, WĂ€rmepumpen stĂ€rker zur Anwendung zu bringen. Ich werde mit ihm ihm ĂŒber die Bedeutung von WĂ€rmepumpen fĂŒr die Energiewende sprechen: Welche Arten von WĂ€rmepumpen gibt es ĂŒberhaupt und fĂŒr welche Art von GebĂ€uden lassen sie sich einsetzen?

    Machen dezentrale Anwendungen mehr Sinn oder lassen sich auch großrĂ€umigere FernwĂ€rmenetze mit WĂ€rmepumpen versorgen? Wo liegen noch technische Verbesserungspotenziale? Und was sind die grĂ¶ĂŸten Barrieren fĂŒr eine schnelle Marktdurchdringung? Wie viele Anlagen kann die Industrie heute pro Jahr ĂŒberhaupt liefern, wie viele könnten vom Handwerk eingebaut werden? Und was muss sich bei den politischen Rahmenbedingungen verbessern - auf deutscher und auf europĂ€ischer Ebene?

  • Vor 25 Jahren begann mit der rot-grĂŒnen Bundesregierung ein neues Kapitel fĂŒr die Erneuerbaren Energien: Das Erneuerbare Energien-Gesetz aus dem Jahr 2000 bewirkte zunĂ€chst in Deutschland, spĂ€ter weltweit, einen beispiellosen Aufschwung vor allem bei Solar- und Windenergie, verbunden mit einer massiven Kostensenkung. 

    Vor bereits 35 Jahren (1988) war mit der GrĂŒndung von EUROSOLAR durch den Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer eine wichtige Organisation entstanden, die sich maßgeblich an der Konzeptionierung einer neuen Energiepolitik beteiligte.

    Mein Gast Irm Scheer-Pontenagel hat den Aufbau und die Konzeption der politischen Bewegung fĂŒr Erneuerbare Energien als langjĂ€hrige GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von EUROSOLAR von Beginn an mitgestaltet. Wichtige politische Meilensteine, die die Energiewende bis heute prĂ€gen, waren insbesondere das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder die GrĂŒndung der Internationalen Agentur fĂŒr Erneuerbare Energien IRENA. Begleitet und unterstĂŒtzt wurden diese Errungenschaft durch weitere AktivitĂ€ten wie ein Konferenzprogramm zum Solaren Bauen, zu Speicherfragen und eine kommunale Solarenergie-Initiative.

    Mit Irm Spreche ich ĂŒber die AnfĂ€nge: Welche Pioniere waren zu Beginn besonders aktiv und welche Rolle spielten dezentrale Akteure, wo gab es die grĂ¶ĂŸten WiderstĂ€nde? Welche Zukunftsperspektiven sind angesichts erkennbarer Konzentrationsprozesses auch bei den Erneuerbaren Energien zu erkennen? Kann die Energiewende das Versprechen der Pioniere einlösen, zu einer demokratischeren, gerechteren und partizipativeren Welt beizutragen?