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    Robert Gladitz ★ Vom Rohkost 1×1 zum Business Coach

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit ROBERT GLADITZ VON BUSINESS 1x1 Jo Leute, hier ist der Sommer! Es wird langsam wieder warm. Es wird richtig schön warm, Mitte 20 Grad. Ein paar Tage soll es 30 Grad werden, so wie wir das lieben. Ich hatte ja ein bisschen Schiss. Die letzten Tage in Berlin waren ja richtig kühl. Wir konnten gerade auch nicht fliehen, weil wir gerade die DNX Global vorbereiten, aber jetzt ist alles cool, alles gut, gute Laune. Und entsprechend gut gelaunt war auch das Interview mit Robert Gladitz. Robert ist ein krasser Typ. Der ist 25 und hat mit 21 seinen ersten Blog gestartet. Er hat auch in Sachen Persönlichkeitsentwicklung schon richtig viel gelesen und sich selber auch krass weiterentwickelt. Das wird er uns alles in der Folge erzählen. Alle Shownotes, Links, Verlinkungen, Text und auch die Abschrift zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/008. Jetzt viel Spaß zum Sommer-Interview mit Robert Gladitz! In dieser Folge lernst du: Was du beachten solltest wenn du deine Ernährung auf Rohkost umstellst. Wie man eine produktive Morgenroutine entwickelt. Warum Robert einen Mixer im Handgepäck hat. Wie man jeden Tag ein YouTube Video produziert. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. 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Sie hatte ihre Ernährung von alles essen auf komplett Rohkost, also rohes Obst und Gemüse - unverarbeitet und unerhitzt - und sonst eigentlich nichts, außer ein bisschen Nüsse und bisschen Samen und das ist es eigentlich schon, krass umgestellt. Dadurch hat sie ihr Leben total umgekrempelt. Sie hat richtig viel abgenommen und ist fitter und hat sich super viel verändert. Ich habe immer gedacht: Nee, das ist nix,. Das kannst Du nicht machen. Da habe ich - keine Ahnung - Fast Food und Döner, Tiefkühlpizza und sowas alles gegessen und dachte, das ist nicht umsetzbar. Und dann hat sie aber immer gesagt “Probier es doch mal, das ist voll gut” und so weiter. Und irgendwann dachte ich mir okay, ich mache einfach mal eine Woche Test, damit Mama Ruhe gibt, damit ich hinterher sagen kann, ja ist ja gar nicht so geil. Ja, und dann so nach zwei, drei Tagen habe ich halt gemerkt, wie ich mich voll besser gefühlt habe. Ich weiß nicht, zu dem Zeitpunkt habe ich studiert, gearbeitet, habe auch viel Sport gemacht und habe mich halt abends immer so fertig gefühlt und war dann tot. Und das war dann gar nicht. Ich kam dann so um 22:00 Uhr nach Hause und dachte mir “krass, was mach ich jetzt als nächstes?” Ich hatte voll viel Energie und kannte das gar nicht. Und so bin ich dann halt dabei geblieben. Ich habe jetzt nicht gesagt, ich mache das jetzt für immer, sondern dachte mir einfach, ich mache jetzt einfach mal solange, wie es cool ist. Und seitdem bin ich dabei geblieben. Marcus: Cool, also Du bist völlig ungeplant quasi so in dieses Thema reingestolpert durch Deine Mutter und hast gesehen, wow, das bewirkt bei mir ja auch richtig viel. Robert: Ja, genau so war es eigentlich. Marcus: Ja, das sind ja meistens die besten Sachen. Und was genau darf man denn als Rohkoster denn essen und was darf man nicht essen? Und wie ernst nehmt ihr das alles oder wie Hardcore und krass sind die Leute in der Rohkostszene drauf? Ich kenne halt so ein paar Veganer, die dafür sterben würden für ihren Lifestyle. Ist das bei euch oder überhaupt bei den Rohköstlern ähnlich? Robert: Das ist auf jeden Fall schön, dass Du die Frage so formuliert hast. Denn die bekomme ich super oft. Was darf man denn dann noch so essen? Und ich sehe das nicht als, also es ist ja keine Religion oder etwas, das mir jemand auferlegt hat oder so. Im Prinzip darf ich ja alles essen. Ich entscheide halt bloß, was mir irgendwie gut tut und was mir jetzt nicht unbedingt gut tut. Als ich angefangen habe, habe ich wirklich nahezu 100% roh gegessen. Also quasi rohes Obst, Gemüse, Salate, Nüsse, Trockenfrüchte, Öl habe ich am Anfang noch verwendet. Das verwende ich jetzt eigentlich nicht mehr. Und Gewürze. Und das ist es eigentlich größtenteils. Es gibt auch verschiedene Unterrichtungen und es gibt auch Rohköstler, die auch rohes Fleisch essen und Rohmilchkäse und so was. Ich bin da jetzt nicht so ein Fan davon. Das fehlt mir auch irgendwie nicht, deswegen brauche ich es nicht. Aber es gibt da auch super viele verschiedene Richtungen. Da gibt es Leute, die essen eherfFettbasiert, sehr, sehr viel Nüsse, sehr viele Avocados. Dann gibt es Leute, die sind eher High Carb Richtung unterwegs und essen 25 Bananen jeden Tag. Es gibt einfach viele, viele verschiedene Richtungen. Aber ich halte nicht soviel davon, sich an irgendwelchen Prinzipien zu orientieren. Ich gucke einfach was mir am besten tut und da hat sich meine Ernährung auch so ein bisschen verändert. Also am Anfang habe ich, weil ich einen krassen Ersatz brauchte für Brot - ich habe damals auch sehr viel Getreideprodukte gegessen. Wenn ich jetzt einfach nur Erdbeeren gegessenen haben, dann hat sich das für mich nicht so sättigend angefühlt, weil ich dachte, das ist irgendwie nicht kompakt genug. Aus diesem Grund habe ich dann am Anfang sehr viel Nüsse, Trockenfrüchte, Rosinen, Erdbeeren und so etwas gegessen, weil es halt auch sehr, sehr kaloriendicht ist. Das hat sich gut angefühlt und jetzt im Laufe der Jahre merke ich, wie ich das gar nicht mehr so brauche. Jetzt aktuell fühle ich mich am besten, wenn ich sehr, sehr wasserreiche Dinge esse. Also größtenteils einfach Obst und Gemüse. Weil ich merke, wenn ich Sachen dabei habe, die einfach sehr vitaminreich und sehr mineralstoffreich und sehr wasserreich sind, dann brauche ich am wenigsten Verdauungsenergie und fühle mich einfach super gut. Also meine Ernährung aktuell ist einfach größtenteils Obst und Gemüse. Ich bin aber ein bisschen toleranter geworden gegenüber gekochter Nahrung. Marcus: Was heißt toleranter? Warst Du früher ein Hardliner und hast die Pfanne von Deiner Freundin aus dem Fenster gescheppert oder? (beide lachen) Robert: Nee nee, so war es jetzt nicht, aber ich war schon immer so, dass ich gesagt habe, ich mache das so wie ich das mache. Ich war jetzt nie dieser typische - was man auch so aus Veganerkreisen kennt, dass Leute dann mit dem erhobenen Zeigefinger auf einen zukommen und sagen “Du darfst jetzt aber nicht Dein Schnitzel essen, weil … pass doch mal auf…” und so weiter. Nö, ich habe eigentlich immer die anderen Leute ihr Ding machen lassen und das halt für mich so gemacht. Aber ich habe am Anfang wirklich sehr, sehr straight Rohkost gegessen. Meine Freundin ist auch vegan, auch mit einem sehr hohen Rohkostanteil, aber sie isst auch ab und an mal gekochte Nahrung, wie Kartoffeln oder Reis oder so etwas. Und wenn sie irgendwas cooles macht, dann esse ich da auch schon mal so ein bisschen was mit. Aber wenn ich mir selbst Essen zubereite, dann ist es schon größtenteils einfach Rohkost, weil ich merke, damit fühle ich mich am besten. Marcus: Hast Du denn Probleme gehabt mit der Verträglichkeit, mit dem Magen oder haben das andere Menschen? Oder ist es einfach so, dass wenn ich jetzt sagen würde, ich ändere jetzt komplett meine Gewohnheiten und ernähre mich nur noch rohkostmäßig, dass es ein total smoother Übergang ist? Robert: Es kommt so ein bisschen darauf an. Bei mir war es so - das ist schon echt lange her, ich muss jetzt echt mal kurz überlegen, wie das so war. Marcus: Wann war das denn? Robert: Das war 2011, vier Jahre jetzt. Also eigentlich recht easy. Okay ich war zu diesem Zeitpunkt 21. Leute, die anfangen, wenn sie schon ein bisschen älter sind oder die vielleicht auch gesundheitlich nicht so fit sind, da würde ich generell niemandem empfehlen von heute auf morgen 100% darein zu springen sondern sich lieber langsam daran zu gewöhnen. Neben dem “Okay, was esse ich konkret?” kommt auch eine krasse soziale Komponente. Was denkt mein Umfeld darüber? Was mache ich, wenn ich unterwegs bin? Und so weiter. Das ist schon nicht so easy umzusetzen, das muss ich auf jeden Fall sagen. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen. Man muss erstmal gucken, wie komme ich denn überhaupt klar, wenn ich mir jetzt nicht mal eben schnell was in der Imbissbude holen kann. Es ist aus meiner Sicht alles möglich und alles halb so wild. Aber am Anfang denkt man natürlich, okay, wie funktioniert das alles. Und deswegen würde ich empfehlen, da langsamer ranzugehen. In Sachen Verdauung gibt es solche und solche Leute. Es gibt Leute, die sagen okay, das ist echt schwer. Und es gibt Leute, die sagen, dass geht eigentlich ganz easy. Was ich halt empfehlen würde und was, glaube ich, auch häufig ein Fehler ist, den viele Leute machen- ich höre halt oft “Oh nee, Salat vertrage ich nicht, das kommt bei mir nicht so gut an”. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass quasi Salat, also alles was irgendwie wasserreich ist, wird einfach schnell verdaut. Das ist eigentlich recht schnell durch. Wenn Leute aber vorher meinetwegen vorher ein Brötchen reingehauen haben oder ein Schnitzel mit Pommes oder so etwas, was einfach sehr viel länger zur Verdauung braucht und dann hinterher den Salat drauf, dann gibt es quasi Stau im Verdauungstrakt, weil der Salat schneller ist, als das was davor passiert ist. Und deswegen kriegt man halt die bekannten Verdauungsprobleme. Eigentlich ist da nicht der Salat schuld, sondern eher das, was man vorher gegessen hat. Und wenn man jetzt etwas isst, was wirklich sehr, sehr lange verdaut wird, dann kann es auch passieren, dass man jetzt zum Frühstück irgendetwas ist und dann Nachmittags den Salat und der dann trotzdem Probleme verursacht. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, wenn man mit Rohkost anfängt und die möglichst am Anfang des Tages. Wenn man also ein bisschen was verändern möchte, dann würde ich empfehlen morgens mit einem Smoothie oder Obstsalat oder so etwas zu starten und dann erstmal die weitere Ernährung so ein bisschen wie gehabt gestalten. Dann hat man eigentlich keine Probleme, wenn man morgens direkt mit der Rohkost anfängt. Marcus: Womit bist Du denn heute morgen gestartet? Robert: Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht gestartet. Ich habe bisher nur Wasser getrunken. Mein Plan ist eigentlich immer morgens zwei, drei Stunden erstmal nichts zu essen und erstmal viel Wasser zu trinken, weil ich merke, damit fühle ich mich am besten. Dann habe ich auch noch irgendwie die meiste Energie, weil ich noch keine Energie für die Verdauung brauche und kann noch super produktiv sein. Der Körper ist halt auch nachts im Fastenmodus und da finde ich es recht sinnvoll, ihn erstmal langsam daran zu gewöhnen und nicht jetzt gleich morgens sich fett etwas reinzuhauen. Aber wenn wir jetzt mit dem Interview fertig sind, werde ich in die Küche gehen und werde mir einen grünen Smoothie machen. Das ist immer so an 364 von 365 Tagen im Jahr so mein Standardfrühstück. Marcus: Den hast Du Dir ja dann auch verdient, wenn Du das solange durchhältst. Seit wann bist Du denn dann wach? Robert: Ich bin jetzt seit 9:30 Uhr oder 9:45 Uhr wach, glaube ich. Also es ist jetzt schon recht lange. Meistens würde ich dann jetzt so um die Zeit frühstücken, aber passt auch locker. Das ist auch so ein bisschen eine Gewohnheitssache. Marcus: Ja, das heißt Du stehst jeden Tag “erst” um 9:30 Uhr auf, also schläfst Du solange, wie der Körper Dir dann Bescheid gibt, dass er wieder bereit ist wach und aktiv zu werden oder stellst Du Dir einen Wecker? Robert: Im Idealfall ja. Also ich mag Wecker nicht. Und ich habe Wecker früher gehasst, wenn´s in die Schule ging oder so. Und jetzt, wo ich mir so ein bisschen meinen eigenen Lebenstil gestalten kann, bin ich da recht flexibel und stelle mir eigentlich nur den Wecker, wenn ein Flug geht oder wenn ich irgendwo hin muss oder wenn ich morgens irgendwie einen Termin habe, was ich auch in den meisten Fällen vermeide, da ich das einfach nicht so gerne mag. Aktuell, dadurch dass ich auf meinem Youtube Kanal täglich ein Video mache, was halt immer jeden Abend geschnitten wird und dann noch exportiert werden muss, ist es von der Organisation so, dass ich eigentlich nie vor 0:00 Uhr oder 1:00 Uhr ins Bett komme und dann halt auch nicht unbedingt jeden Tag wieder um 7:00 Uhr auf der Matte stehen will. Aber ich merke auch, wenn ich früh aufstehe, dann ist es auch geil. Dann fühlt man sich halt den ganzen Tag so ein bisschen so, als wäre man im Vorsprung. Mag ich persönlich auch ultra gerne, aber aktuell hapert es so ein bisschen an der Organisation. Aber das kann ja auch noch kommen. Marcus: Ja, ich hatte genau das gleiche wie Du als ich mich selbstständig gemacht habe und das erste Mal die Freiheit hatte, selber zu entscheiden, wann startest Du in den Tag und wie strukturierst Du Dir den Tag. Ich habe das erstmal total ausgenutzt und solange immer gepennt bis ich dann von selbst wach geworden bin. Und bin jetzt aber gerade dabei eine neue Routine und einen neuen Habit aufzusetzen, dass ich immer dann, wenn die Sonne aufgeht, dann versuche mit der Sonne aufzustehen. Das ist je nach Location natürlich dann auch immer ein bisschen unterschiedlich. Hier in Berlin ist es gerade ziemlich früh. Ich glaube heute war es um 5:02 Uhr. Robert: Warst Du wach seitdem? Marcus: Ja klar. Das ziehe ich jetzt seit einigen Wochen durch. Das habe ich in Barcelona gemacht, in Taghazout in Marocco. Man muss da halt immer über so eine App gucken, wann die Sonne wo aufgeht. Aber irgendwann gewöhnt sich auch der Körper von selbst daran. So ist es auf jeden Fall bei mir und ich merke schon irgendwie, da passiert etwas, es wird gerade heller und dann aktiviert das auch irgendetwas im Körper. Robert: Uhh, richtig gut. Und gehst Du dann aber mit dem Wecker daher oder wachst von alleine irgendwie auf? Marcus: Also in 60% bis 70% der Fälle wache ich meistens jetzt kurz vor dem Wecker auf und habe den aber immer gestellt auf die Uhrzeit. Und wenn Du dann aufstehst, hast Du im Vergleich zu wenn ich um 10:00 Uhr oder um 9:00 Uhr aufgestanden bin, nicht mehr so das Gefühl so gehetzt zu sein. Oder dieses hinter der Zeit, was Du eben gesagt hast, weil doch sehr viel passiert bei uns gerade und ich morgens auch noch ziemlich viele andere Routinen mache. Ich mache erstmal die 7-Minute App, das ist so ein funktionales Sporttraining. Robert: Ja das kenne ich auch. Marcus: Und danach meditiere ich dann 15 bis 20 Minuten. Dann mache ich mir etwas zu essen, schreibe das 5-Minute Journal, das ist so eine Art Tagebuch. Also da passieren so ein paar Sachen, bis ich dann wirklich mal an den Rechner komme zum Arbeiten. Dann können schon mal 45 bis 60 Minuten vergehen. Ich bin dann auch bewusst vorher nicht in Social Media oder in die E-Mails reingegangen. Und die Zeit, die nimmt man sich dann viel gelassener, wenn man schon so früh auf den Beinen ist. Seitdem ich das mache fühle ich mich A so, als ob der Tag noch viel länger ist und ich noch viel mehr geschafft kriege und ich bin Abends endlich auch mal müde, so um 22:00 oder 23:00 Uhr. Robert: Ja Marcus, das inspiriert mich gerade total, das Thema auch mal anzugehen. Oder zumindest vielleicht auch als Übergang zu versuchen, jeden Morgen erstmal um 8:00 Uhr aufzustehen, um dann den nächsten Step zu wagen. Ich merke das an Tagen, wo ich das auch schaffe, ist es einfach Hammer gut. Es ist glaube ich alles einfach eine Frage der Organisation, weil letztendlich ist der Tag ja immer 24 Stunden lang. Man muss da einfach nur mal gucken, wie man es sich einteilt oder? Marcus: Ja, und das ist mega gut. Gerade der Körper, der Mensch, das ist einfach ein Gewohnheitssystem und klar, fällt das am Anfang schwer. Man ist müde und man hat dann noch die Freiheit, sich nochmal umzudrehen und dann aufzustehen, dass ist echte willpower. Aber wenn Du es machst und Du machst das ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein viertes Mal, ein fünftes Mal - ich bin jetzt glaube ich, bei Tag 17, 18 oder 19 - man darf auf nicht zu streng sein zu sich selber. Also wenn ich am Wochenende feiern gehe, dann kriege ich es natürlich nicht hin am nächsten morgen. Aber dann wird es irgendwann wirklich zu dieser Routine und im besten Fall ist es irgendwann so etwas wie Zähneputzen, wo man dann gar nicht mehr darüber nachdenkt oder mit sich selber diskutiert oder hardert. Putze ich mir die Zähne ja oder nein, das macht man einfach. Robert: Aber weißt Du, was mich interessieren würde? Wie machst Du es dann, wenn Du jetzt angenommen Samstagabend irgendwie weggegangen bist und schläfst dann Sonntagmorgen bis, sagen wir mal 10:00 Uhr oder so etwas. Schaffst Du es dann wirklich am Sonntagabend auch wieder um 22:00 Uhr schlafen zu gehen, um dann Montagmorgen wieder so früh aufzustehen? Also das ist für mich halt super schwer. Ich bin dann abends um 22.00 Uhr noch nicht müde und kann dann irgendwie auch nicht einschlafen. Sagst Du Dir dann, okay die Nacht von Sonntag zu Montag, die geht dann halt auch einfach mal nur fünf Stunden, wenn ich nicht schlafen kann? Marcus: Ja genau so. Die eine Nacht wird dann wieder kürzer. Und ich glaube daran, dass sich der Körper an diesem Montagabend quasi dann wieder zurückholt, dass Du dann die Stunden, falls sie Dir fehlen sollten an Schlaf. Ich glaube aber auch, dass der Mensch ziemlich viel Energiereserven hat, um so Extremsituationen zu kompensieren. Dann wird er sich das wiederholen. Da sollte man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen und sagen, ich muss jetzt schlafen oder so. Dann geht man halt erst schlafen, wenn es soweit ist und man müde ist. Aber um dann wieder richtig in die Spur zu kommen, muss man halt dann einmal wieder so die Zähne zusammenbeißen. Aber wie gesagt, je öfter man das macht und je man dann auch für sich selbst merkt, was für einen Benefit man davon hat, dass man so früh aufsteht umso leichter fällt es mir jetzt. Robert: Ja ja, zurzeit kann ich mir vorstellen, macht Feli das auch? Marcus: Nee, die ist noch nicht ganz soweit. Sie ist nicht wirklich so der Morgenmensch. Sie würde es gerne machen, beneidet mich dann immer und sagt auch immer “bitte wecke mich morgen früher und wecke mich. Aber wenn ich es versuche und egal, wie ich es angehe.” Es ist oft unmöglich für sie, da ist noch zu viel Widerstand dann wirklich aufzustehen. Und danach ist sie dann immer verärgert, dass sie es nicht früher geschafft hat. Aber es wird, dadurch dass ich jetzt so früh wach bin, auch bei ihr früher, weil ich dann zwei, drei Versuche mache und dann mal um 7:00 Uhr gucke, um 8:00 Uhr oder um 9:00 Uhr und dann schafft sie es auch um 9:00 Uhr. Robert: Okay, weil das stelle ich mir fast ein bisschen schwer vor, sich als Paar zu organisieren. Jetzt wohne ich hier in Berlin gerade alleine und da stelle ich mir das eigentlich ganz easy vor, aber wenn ich jetzt mit meiner Freundin zusammen bin und abends okay, ich gehe jetzt um 22:00 Uhr schlafen. Es ist schon schwer oder? Marcus: Ja es ist schon schwer, aber dadurch dass wir eigentlich ziemlich viel Zeit gemeinsam verbringen und auch tagsüber ja auch ständig aufeinander hängen, was jetzt nicht schlimm ist, weil wir ja auch zusammen arbeiten und unser Business machen, dann ist es auch okay, wenn der andere dann mal ein, zwei Stunden früher schlafen geht. Zumal Feli auch sehr viel schlafen kann. Also wenn ich so um 22:00Uhr schlafen gehe, dann ist sie meistens auch am Start. Aber Du hast schon recht. Wenn man die Routinen alleine durchziehen muss, das ist halt auch immer so der soziale Aspekt. Wenn man sich so krass selbst optimiert, was ich dann ganz gerne mache, da muss man halt immer gucken, dass da nicht gleichzeitig irgendwie ein anderer wichtiger Bereich darunter leidet. Das auf keinen Fall. Robert: Das ist auf jeden Fall ein interessanter Punkt. Marcus: Jetzt weiß ich gerade gar nicht, wie wir darauf gekommen sind. Hast Du denn irgendwelche weiteren Routinen, außer dass Du gerne lange schläfst? Robert: Ähm, lass mich mal überlegen. Ich habe eine recht strikte Morgenroutine. Das mag ich persönlich eigentlich immer ganz gerne. Also wenn ich aufstehe, mache ich als erstes irgendwie auch ganz kurze Trainingseinheiten. Ich habe jetzt nicht so einen festen Plan wie Du. Aktuell habe ich jetzt gerade hier in Berlin eine Airbnb Wohnung und da ist coolerweise eine Klimmzugstange im Flur. Das kam mir sehr, sehr gelegen. Und dann habe ich hier so einen Gymnastikball, wo man ganz coole Sachen drauf machen kann und sonst einfach irgendwie Liegestütze und so. Also manchmal gehe ich auch morgens joggen, was in der letzten Zeit recht selten vorkommt. Aber um ein bisschen in Fahrt zu kommen und dann gehe ich unter die Dusche und dann trinke ich halt erstmal morgens bevor ich Frühstücke - mein Plan ist immer zwischen zwei und drei Liter Wasser, weil ich merke, das ist einfach richtig richtig gut morgens, um in Fahrt zu kommen und nicht gleich irgendwie etwas zu essen, sondern seinen Körper erstmal durchzureinigen. Und dann setze ich mich eigentlich an den Laptop und arbeite was oder drehe ein Video oder was an dem Tag gerade ansteht und bin dann erstmal ein Stündchen oder zwei produktiv und mache mir dann mein Frühstück. Das ist für mich aktuell ein ziemlich guter Start in den Tag. Marcus: Ich wollte noch einmal darauf zurückkommen: Du hast vorhin noch gesagt, dass es erstmal, wenn Du diese krasse Umstellung machst, für die anderen vielleicht krasser als für einen selber, auf Rohkost zum Beispiel. Dass man dann auch ganz praktische Probleme hat, unter sozialen Gesichtspunkten. Wenn man mit Kumpels unterwegs ist und die wollen Burger essen gehen oder man geht mit denen zusammen raus und geht was trinken und findet sein essen nicht, was man dann eigentlich gerne essen würde. Ist das schwierig, sich da so aufzustellen, dass man dann quasi immer seine Möhre dabei hat oder seine Banane oder hast Du da jetzt schon Mittel und Wege gefunden oder weißt genau auf ner Karte im Restaurant, was man bestellen kann und was nicht? Robert: Das ist alles eine Frage der Organisation und alles eine Frage, was Du für eine Persönlichkeit bist. Ich bin da eigentlich schon immer so, dass ich irgendwie ganz gerne auch bereit war, gewisse Opfer zu bringen, um halt andere Benefits dafür zu bekommen. Damals war ich halt 21 und war jedes Wochenende irgendwie mit Freunden feiern und habe angefangen mit Rohkost und habe trotzdem noch jedes Wochenende zwei mal Alkohol zu trinken. Ich bin kein Fan davon zu sagen, okay das ist jetzt mein gestrickter Plan. Sondern ich habe es einfach so für mich versucht umzusetzen, wie es jetzt halt irgendwie ging. Und das hat eigentlich auch ganz gut funktioniert. Wenn ich jetzt aber gucke, mein soziales Umfeld hat sich krass verändert. Also von den Leuten, mit denen ich früher Kontakt hatte, ist jetzt außer meiner Familie und meinem Bruder fast niemand mehr übrig geblieben. Nicht unbedingt, weil man die ganze Zeit über Ernährung diskutiert hat, weil die ihr Steak gegessen haben und ich lieber den Salat und man sich da in die Wolle gekriegt hätte, eigentlich gar nicht. Aber so vom Mindset total. Ich habe das Gefühl, manche Leute sind so ein bisschen, da sprichst Du drei Monate nicht mit denen und fragst dann so was abgeht, und es hat sich irgendwie nichts getan. Und bei mir habe ich das Gefühl alle paar Monate verändert sich einfach alles. Und da ist mein Bedürfnis mit denen noch so krass Kontakt zu haben, so ein bisschen runtergegangen, weil ich dachte, irgendwie tut sich da nix. Wenn ich gucke, mit welchen Leuten ich jetzt Zeit verbringe, da ist fast jeder so aus dieser Veganszene und deswegen ist es eigentlich jetzt super easy. Mittlerweile werde ich eigentlich von keinem mehr komisch angeguckt, wenn ich unterwegs meinen grünen Smoothie auspacke. Sondern es ist jetzt eigentlich voll normal. Nicht jetzt, weil ich sage, ich will nur mit Leuten befreundet sein, die auch vegan- oder rohkostinteressiert sind, sondern weil ich einfach merke, der Punkt Mindeset, ist ganz wichtig. Bei Leuten, die bewusst auf ihre Ernährung achten, in welcher Richtung auch immer, ist halt meiner Meinung nach vom Kopf her da eine ganz andere Geschichte am Start, dass die auch in anderen Bereichen vorwärtsdenkend sind und an sich arbeiten und sich selbst verbessern, Ziel haben. Das sind halt Dinge, die mir wichtig sind. Und die finde ich halt in diesen Kreisen auf jeden Fall häufiger. Marcus: Ja genau, das hatte ich nämlich auch. Ich habe meine Ernährung auf Low Carb umgestellt und da hatte man dann auch erstmal gucken müssen, wo kriegst Du das her oder man wurde dann doof angeguckt, wenn man dann ohne Beilag bestellt hat. Oder ohne Nudeln und ohne Reis. Aber letztendlich muss man ja für sich selber wissen, ist mir das Wert und was für einen Benefit ziehe ich da raus? Die andere Sache ist die, dass Feli und ich genau die gleiche Entwicklung mitgemacht haben, was jetzt den Freundeskreis angeht. Das man vorher einen Freundeskreis hatte, wo sich jetzt im Vergleich zudem, was man jetzt heute alles gerissen kriegt, wo sich bei denen gar nichts mehr verändert und null nach vorne geht. Für mich war es da auch ziemlich schmerzhaft,ein paar Beziehungen oder Kontakte nicht mehr zu pflegen, weil ich da eigentlich ein Typ bin, der sehr harmoniebedürftig ist und mit jedem gern Gutkumpel ist und mal gerne ein Bier trinkt. Aber zu machen Connections, das ging einfach gar nicht mehr, sodass wir den Kontakt abgebrochen haben. Ansonsten wäre es nur noch negativ und destruktiv für uns gewesen. Und genau das glaube ich, das merkt man ja selber, lässt einen erst wachsen, wenn man mit den richtigen Leuten umgeben ist. Von daher ist es jetzt bei uns gerade auch so in dem Freundeskreis, dass alle total gleich oder ähnlich ticken. Und gerade die Leute, die dann auch bereit sind so Umstellungen zu machen, wie in der Ernährungsumstellung oder viel Sport treiben. Nicht ohne Grund sind viele sehr erfolgreiche Sportler auch richtig erfolgreiche Businessmenschen geworden. Die haben einfach eine ganz andere Einstellung zum Leben und zu sich selber. Robert: Total, und das ist eine Entwicklung, die ich bei mir auch sehe. Dieses Ganze, was heutzutage so ist, dass ich mein eigenes Ding mache und nicht irgendwie in diesen vorgefertigten Mustern unterwegs bin. Den Anschluss dafür hat einfach meine Ernährungsumstellung gegeben. Weil ich einfach gesehen habe, krass, ich habe es geschafft einen Bereich meines Lebens so richtig auf Vordermann zu kriegen und richtig da auch eine Sache umzustellen, die ich mir selbst vorher nicht zugetraut habe. Und das hat mir einen krassen Selbstbewusstseinsschub gegeben, dass ich gesagt habe, okay, vielleicht sind da auch noch Dinge drin. Und so nach und nach ist es immer mehr in meinem Kopf angekommen, dass ich gesagt habe, okay, jetzt studierst Du hier und vielleicht gibt es noch irgendetwas anderes. Vielleicht musst Du das ja gar nicht. Vielleicht kannst Du ja auch Dinge machen, die Dir mehr Erfüllung geben. Und jetzt mittlerweile hat sich eigentlich jeder Bereich meines Lebens dadurch verändert, dass ich halt den einen Bereich angefangen habe, Frühjahrsputz zu machen. Marcus: Wichtig ist ja, mit irgendetwas mal anzufangen und die Ziele dann auch nicht zu hoch zu hängen, um dann enttäuscht zu sein, wenn man mal etwas nicht schafft. Also wenn man mal ein Habit aufbauen will und jeden Tag Liegestützen morgens nach dem Aufstehen machen will, dann sollte man erstmal mit zwei oder drei Liegestütze pro Tag anfangen und nicht mit 30. Weil man das sonst viel schneller abbricht. Und der Mensch funktioniert nach diesem Belohnungssystem. Wenn Du das hinkriegst und gerade wie bei Dir, diese krasse Ernährungsumstellung, gaint man glaube ich soviel Self-esteem, soviel Selbstbewusstsein, dass dann die nächsten Schritte irgendwie viel logischer und natürlich sind. Wie bei Dir, dass es dann in den Businessbereich gegangen ist. Robert: Voll. Also wenn ich jetzt so zurückgucke, dieses Mindset, dass ich versuche, mich weiterzuentwickeln und dann neue Projekte zu starten. Mittlerweile bin ich so, dass ich eigentlich, wenn ich das nicht mache, dann fehlt was. Zum Beispiel dieses, ich habe aktuell null Interesse daran, mich zwei Wochen lang an einen Strand zu legen. Und früher dachte ich so “oh geil, Urlaub! Das beste überhaupt!” und jetzt würde mir wahrscheinlich nach zwei Tagen arschlangweilig und ich will wieder irgendetwas machen. Marcus: Ja das geht uns genauso. Dann denke ich “was mache ich denn hier? Jetzt habe ich fast eine Stunde auf der Couch gechillt” und hinterher wird mir langweilig und habe wieder Bock, irgendetwas zu erschaffen. So Dinge oder Werte zu erschaffen. Robert: Das gibt einem halt echt das krasse, positive Feedback. Das ist auch das, wo ich dann abends auf meinen Tag zurückgucke und denke “heute war ein richtig cooler Tag” wenn ich jetzt irgendetwas produktives gemacht habe, was mir auch Erfüllung gegeben hat. Das ist dann das beste überhaupt. Ab und an sind solche Erholungsphasen aus meiner Sicht auch sehr, sehr sinnvoll und ich tendiere auch oft dazu da weiterzugehen und weiterzugehen und nicht mal inne zu halten und die aktuellen Dinge zu würdigen. Das ist auch so ein Thema von mir. Dann müssen da auch manchmal Leute auf mich zukommen und sagen, so jetzt entspann Dich mal kurz. Und dann tut das auch wieder gut. Marcus: Und dann holt man kurz Luft und guckt mal zurück oder? Robert: Genau. Ab und zu gönne ich mir dann auch mal einen komplett freien Tag so alles zwei, drei Wochen irgendwie und das tut auch wieder gut und dann sammelt man wieder Power und am nächsten Tag wacht man morgens auf und denkt sich “Alter, jetzt soll es wieder losgehen”. Marcus: Kenne ich, aber wenn uns jetzt jemand zuhört, der da noch nicht so krass drin ist, in diesem Entrepreneur Mindset und merkt, wie einen das auch selber wieder pushen kann und wie sehr man jetzt on fire ist, der denkt jetzt auch, was ist das für ein verrückter Junge. Der gönnt sich alle drei Wochen mal einen Tag frei und dann will er wieder loslegen. Ich glaube, das kann man nur nachvollziehen, wenn man das selber mal gespürt hat oder? Robert: Ja total. Dadurch dass ich jetzt Dinge mache den ganzen Tag, die mir Spaß machen, will ich halt meine Zeit damit verbringen. Und früher war es so, ich habe den ganzen Tag eigentlich Dinge gemacht, die jetzt nicht unbedingt cool waren, aber die jetzt so, wenn ich in die Uni gegangen bin, das muss halt sein. Das ist halt so eine Pflicht. Und da habe ich mich natürlich krass auf mein Wochenende gefreut, dass ich jetzt endlich mal Dinge machen kann, die ich gerne mache. Und jetzt, dadurch dass ich das jeden Tag machen kann, will ich es auch halt jeden Tag machen. Marcus: Ja, das ist ja das krasse. Dass man Dinge tut, die einem Spaß machen und ab dem Zeitpunkt fühlt es sich nicht mehr nach Arbeit an. Und deshalb muss da auch keiner irgendwie Mitleid mit uns haben, wenn wir da am Rechner sitzen. Oder wenn wir mal unterwegs sind und dann mal im Hostel einchecken, wo die Leute Party neben uns machen und wir die ganze Zeit mitleidige Blicke ernten. Dann denke ich mir immer, okay, Du hast Dein Budget, Du machst Party und ich habe gerade voll Bock darauf hier jetzt zu sitzen und eine Kampagne aufzusetzen oder so. Robert: Und vor allem: Du kannst auch noch nächst und übernächste Woche da sitzen und die Leute sitzen dann aber wieder in ihrem Büro und denken sich “Fuck, wann ist der nächste Urlaub?” Marcus: Ja ja genau. Das ist eine ganz andere Herangehensweise. Wenn wir beide uns jetzt unterhalten, dann habe ich manchmal den Eindruck, ich rede mit einem alten Hasen, der seit 10-15 Jahren schon mehr oder weniger im Business ist und dann sein Leben krass in den Griff bekommen hat oder dass es alles gedauert hat, bis man da ist, wo Du jetzt bist. Du hast ja gerade gesagt, Du bist gerade mal 21. Robert: Nee, jetzt bin ich 25. Als ich angefangen habe mit der Ernährung, da war ich 21. Marcus: Genau, so war das. Gab es da noch andere Trigger als nur die Ernährung. Du bist ja auch businessmäßig sehr erfolgreich unterwegs. Gibt es da welche, die Dich inspiriert haben oder ein bestimmtes Momentum, wo Du gesagt hast, krass, das will ich auch? Robert: Ja, ich würde sagen angefangen hat es mit der Ernährung, und angefangen auf diesem Weg hat es, dass ich mich so mit diesem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe. Da habe ich geschaut, was gibt es denn Interessantes? Ich habe schon immer gerne gelesen und das kam dann so nach und nach, dass ich zu dem Zeitpunkt auch immer irgendwie so Bücher reingezogen habe. Marcus: Von wem zum Beispiel? Robert: Das erste, was so wirklich den Anschluss gegeben hat, war von Tim Ferris 4 Hour Workweek. Was so gut wie jedem den ich kenne den Anschluss gegeben hat, dass man halt mit diesem Mindset ankommt. Vielleicht gehen auch Dinge, die ich selbst gut finden würde, wo aber vielleicht andere Leute sagen würden “das ist aber nicht möglich, Du musst auch schon realistisch bleiben”. Das hat für mich wirklich den Anstoß gegeben und dann habe ich nach und nach mich mit vielen weiteren Dingen beschäftigt. Marcus: Du bist dann quasi auf die anderen Autoren gekommen durch Weiterempfehlung über Amazon oder hast mehr in den Blogs gelesen und dann bist Du vom einen zum anderen gekommen über den Newsletter? Oder wie baut man sich dann so ein Wissen auf und weiß genau, wo man das findet? Robert: Das ist so ein bisschen wie Domino. Du bist halt bei einem und dann empfiehlt derjenige dieses und hörst Du den Podcast von dem und kommst wieder dazu und dazu. Und dann guckst Du das Youtube Video. Ich glaube, wenn man einmal angefangen hat, sich in diesen Sumpf vorzuwagen, dann kommt man auch nicht wieder raus. Das lässt einen nicht los und jetzt ist Gary Vaynerchuk eine riesige Inspiration für mich. Da verfolge ich einfach alles, was der macht und noch so ein paar andere Leute. Für mich gibt es eigentlich fast nichts wichtigeres, als mich entweder im echten Leben oder jetzt auch vom Kopf her mit Büchern und mit Podcasts und Videos und Leuten zu umgeben, die einfach mit einem ähnlichen Mindset unterwegs sind wie ich, weil mich das Thema einfach krass pusht. Wenn ich irgendwie mal einen Tag habe, wo ich denke “Läuft nicht und irgendwie ist da der Wurm drin” dann lese ich ein Buch oder treffe mich mit irgendjemanden und dann gibt mir das sofort wieder Power auf meine eigenen Dinge loszugehen. Wenn ich halt sehe, okay andere Leute machen auch coole Sachen. Deswegen halte ich das für einen extremst wichtigen Punkt, weil alleine kann niemand irgendwie was schaffen, glaube ich. Marcus: Null, null, aber deshalb finde ich es gerade so schwer, wie die Leute hier am Anfang stehen. So war es auch für Feli und mich, irgendwie einmal den Start zu finden und sich das Netzwerk aufzubauen. Ich meine, glücklicherweise gibt es so viele Ressourcen, wie Du es da gemacht hast über Youtube und die Blogs und die ganzen Bücher und so. Aber man muss da schon ein bisschen selbstdiszipliniert sein und sagen “ich mache den Einstieg und ich bleibe dabei. Auch wenn die anderen denken, was macht der Typ denn da den ganzen Tag? Das ist meine Welt.” Und deshalb war es für uns auch so cool zu sehen oder jetzt habe ich das Gefühl, dass es gerade erst losgeht, dieser ganze digitale Nomadenlifestyle von den likeminded people. Als ob ich erstmal so meinen Tribe gefunden habe und nicht mehr überlegen muss, was wir vorher immer alle gesagt haben. So “ja klar, das ist cool was ihr macht, aber warte mal ab, so in zwei, drei, vier, spätestens fünf Jahren bist Du müde und dann brauchst Du wieder eine Homebase und willst Dich setten.” Das kann ja auch alles passieren. Ich lebe ja eh im Jetzt, aber jetzt habe ich noch stärker das Gefühl, das kann erstmal so weiter gehen. Weil egal an welchem Spot wir sind, finden wir immer wieder Menschen, die ähnlich ticken und dann so Plattformen wie Slack vom Peter Levels #nomads oder das Nomad-Forum oder was da alles aufgepoppt ist. Alleine die ganze DNX Community. Da findet man immer mehr Leute, die irgendwo unterwegs sind und dann braucht man gar nicht mehr dieses Nachhausekommen und da sind meine Leute. Weil meine Leute sind auch unterwegs. Robert: Voll. Das ist bei mir genau so. Ich wohne gerade noch in einer WG, aber die ist aktuell für ein halbes Jahr untervermietet. Da habe ich auch irgendwie nicht so wirklich Interesse da wieder zurückzugehen. Zuhause sind für mich jetzt nicht bestimmt Möbel um mich herum oder so etwas. Sondern Zuhause ist für mich einfach eine Location, wo ich Leute um mich habe, die ich mag, die cool sind, die auf meiner Wellenlänge unterwegs sind und im Idealfall noch schönes Wetter und dann bin ich eigentlich recht happy. Marcus: Ja, hast Du denn das auch gehabt, dass Du so eine Phase gehabt hast, wo Du Dich dann minimalisiert hast oder andere Werte erstmal erlernen musstest? Dass Du gesagt hast, das Auto war mir auf einmal nicht mehr wichtig und der Flatscreen auch nicht mehr? So was wie ich es dann durchgemacht habe? Weil ich war früher sehr krass in dieser Corporate Welt unterwegs und habe noch nach ganz anderen Werten gelebt, bis es dann irgendwann klick gemacht hat oder kam es bei Dir eigentlich alles so ziemlich smooth? Robert:  Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass es bei mir so einen bestimmten Moment gab oder so, als es angefangen hat. Aber wenn ich jetzt so gucke, zum Thema Minimalismus, das ist super präsent bei mir. Ich bin auch irgendwie immer nur mit Handgepäcksrucksack unterwegs und es gibt für mich nichts besseres. Ich habe jetzt hier meine paar Klamotten ausgepackt und das ist echt super wenig. Ich habe sogar noch, dadurch dass ich halt irgendwie der riesen Smoothie Fan bin, in meinem Handgepäcksrucksatz sogar noch einen Vitamix dabei. Da staunen immer Leute, wie ich das gebacken kriege. Ja, ich habe halt nicht so viele Klamotten. Marcus: Ja, Du musst halt Prioritäten setzen. Da nehmen wir halt den Mixer zu den Klamotten. Robert: Ja eben. Der Mixer ist mir viel wichtiger und dann kommt noch das MacBook dazu und bin fertig. Mehr brauche ich halt fast eigentlich nicht. Das merke ich auf jeden Fall. Wenn ich jetzt gucke, wofür ich mein Geld ausgebe, dann sind es nicht mehr irgendwelche materiellen Dinge. Früher war ich wahrscheinlich mindestens einmal die Woche shoppen und hab dieses und jenes, und das Gadget und dann brauchte ich wieder einen neuen Fernseher. Mittlerweile sind mir diese Sachen total unwichtig. Weil das auch dazu führt, dass alles was ich mir sozusagen anschaffe an materiellem Zeug, auch dann da ist und ich das auch mit mir transportieren muss und das mich halt nervt. Entweder ich gebe mein Geld für Essen aus oder ich gebe mein Geld einfach für Erlebnisse aus. Dass ich dann dort hinfahre und mit Freunden das mache und hier und so weiter. Und das ist mir viel wichtiger als irgendwelchen materiellen Kram in meinem Leben anzuhäufen. Marcus: Zumal ja viele Sachen auch Folgekosten generieren. Wie wenn Du Dir ein Auto anschaffst, das mal kaputt geht, dann musst Du Versicherung bezahlen, dann musst Du noch Benzin dafür bezahlen. Und ein halbes Jahr später hat Dein Nachbar dann schon wieder ein neues Auto und Du hast nicht mehr das coolste Auto von der Straße. Dann irgendwie lieber Drive Now machen und Car to Go und Du hast immer den neuesten BMW. Robert: Total. Es gibt ja jetzt diese ganzen Plattformen, die in letzter Zeit aufpoppen wie auch Airbnb und Uber und was es so alles gibt. Du brauchst halt eigentlich nichts mehr selber sondern Du kannst halt immer alles sharen, was halt Leute eh haben und was in dem Moment gerade nicht genutzt wird. Das hat aus meiner Sicht nur Vorteile. Marcus: Ja und dann auch immer den heißesten Scheiß. Du kriegst halt dann die neuesten Sachen gestellt. Wie ich gerade sagte bei Drive Now. Das sind ja irgendwelche BMW Cabrios oder Mini Coopers oder es gibt jetzt ein cooles Startup aus Hamburg, was nach Berlin gekommen ist, was diese Elektroroller vermietet. Das ist auch so eine Art Car Sharing aber für den Sommer. So richtig coole Elektroroller, mit denen Du dann durch die Stadt fahren kannst. Robert: Sauber. Marcus: Und insofern macht es ja auch aus rein ökologischen Gründen kaum Sinn, dass jetzt jeder ein eigenes Auto besitzt oder jeder eine Bohrmaschine besitzt, obwohl man eine Bohrmaschine nur alle drei Jahre benutzt. Deshalb finde ich auch dieses Collaborative Consumption, also das gemeinschaftliche Nutzen von Gütern, viel viel sinnvoller als das was wir so in der westlichen Welt so lernen und wonach voll viele streben. Robert: Auf jeden. Ich habe vor vier oder fünf Jahren meinen Führerschein gemacht. Lass mich überlegen, in den letzten zwei, drei Jahren bin ich nicht einmal selber Auto gefahren. Weil wenn ich unterwegs bin, entweder bin ich weit, dann fliege ich immer und in letzter Zeit bin ich super viel in Deutschland unterwegs, weil ich hier viele Leute treffe und jetzt habe ich ganz viele Interviews gemacht und fahre zu irgendwelchen Events und da bin ich immer mit den Bussen unterwegs. Ich liebe es einfach im Bus zu reisen. Gut, es dauert recht lange. Wenn ich jetzt nach Bremen fahre zu meiner Freundin, dann sitze ich immer vier Stunden im Bus. Aber ich mag es persönlich so gerne, weil da kannst Du einfach produktiv sein. Da hast Du Deinen Internetstick dabei und kannst da arbeiten. Für mich ist das halt kein Zeitaufwand. Letztens bin ich von Berlin nach Köln für 8,00 € gefahren. Das ist halt einfach ein Unding, wie günstig es geworden ist, zu reisen. Du brauchst kein eigenes Auto, weil es viel teurer wäre und Du verballerst da noch Deine Zeit. Marcus: Ja, leider sehen das viele noch nicht so, wie günstig man auch reisen kann und wie umweltbewusst das ist, gerade mit diesen Fernbussen und so Geschichten. Dann lieber so einen Fernbus vollmachen für kleines Geld und alle teilen sich die Kosten als wenn 20 Leute einzeln von Berlin nach Köln fahren ne? Robert: Total. Also es spart echt krass viel Geld. Ich werde immer gefragt, wie kannst Du so viel reisen. Ich bin sogar der Meinung, wenn man es clever anstellt, dann ist auch reisen günstiger, als zuhause bleiben. Wir waren jetzt Anfang des Jahres zwei Monate auf Gran Canaria und haben da was geholt über Airbnb. Im Endeffekt habe ich, dadurch dass ich hier zuhause meine Wohnung vermietet habe und auf Gran Canaria günstiger gelebt habe und die Flüge auch super billig waren, eigentlich Geld gespart, im Vergleich zum Zuhausebleiben. Marcus: Ja, das ist ja genau der Trick. Und genau so ist es auch wenn wir unterwegs sind. Und das verstehen viele Menschen nicht, die da nur die Bilder am Strand sehen und so. Wenn wir denen sagen, wenn wir unterwegs sind, in Thailand oder Philippinen oder wie jetzt in Marocco, dann leben wir günstiger und haben weniger Ausgaben, als wenn ich in Berlin lebe. Das ist aber nur, weil die Leute nicht loslassen können von ihren Wohnungen oder Angst haben das unterzuvermieten. Das ist halt dieser Rattenschwanz, wo aber auch jeder für sich selber verantwortlich ist, ob er sich den so aufbaut oder nicht. Und ob man sich eine Doppelhaushälfte finanziert und den Kredit abbezahlen muss oder eine Familie gründen muss, was ja auch sehr cool ist, aber man darf sich dann nicht beschweren, dass andere dann so einen anderen Lifestyle leben können, weil die ja auch einiges dafür tun und bewusste Entscheidungen treffen. Robert: Letztendlich haben wir ja den krassesten Vorteil, dadurch dass wir relativ jung in dieses ganze Thema reingestartet sind und noch nicht so viel angehäuft haben. Wenn ich mir jetzt vorstelle, wenn ich irgendwie schon Mitte vierzig wäre und zwei Kiddies am Start habe und mein Haus gerade abbezahle und Auto und dies und das, dann ist es viel schwieriger da rauszukommen. Aus meiner Sicht ist es trotzdem möglich. Es gibt so viele Leute, die das zeigen. Aber wenn man halt recht jung anfängt, sich mit dem ganzen Thema zu beschäftigen, dann hat man schon einen ganz schönen Startbonus. Marcus: Ja und so langsam wird ja auch so das Problem gelöst, dass man Beziehungen oder Partnerschaften innerhalb von der Szene anfangen kann zu finden. Ich glaube, das war oder ist auf jeden Fall auch noch ein großes Problem für viele Leute. Die entdecken das, aber weil das noch so outstanding ist, der ganze Lifestyle, gibt es da noch nicht so viele Gleichgesinnte. Gerade auch nicht im näheren Umkreis. Und dann muss ich doch alleine starten. Und das lässt dann doch viele wieder stolpern. Aber dadurch, dass die Bewegung immer größer wird, werden auch die Möglichkeiten da Gleichgesinnte zu finden auch im näheren Umfeld auch immer größer. Robert: Mein Tip ist da auf jeden Fall einfach mal loszugehen. Wenn ich mir jetzt angucke, ich habe vor vier Jahren meine Ernährung umgestellt und die beiden Bereiche meines Lebens, die mich auch wirklich sehr, sehr interessieren, der Ernährungsbereich und sein eigenes Ding also Business machen. Wenn ich jetzt schaue, mit welchen Leuten ich mich umgebe, das sind fast alles Leute, die genau in dieser gleichen Schnittmenge unterwegs sind. Die auch irgendwie einen Youtube Kanal haben, die auch gerade dabei sind, ein Online Business aufzubauen. Und trotzdem halt aus diesem Veganbereich. Und ich dachte, das gibt es halt nicht. Wenn Du wirklich ein bisschen ein Exot bist, wirst Du immer wieder Leute finden, die genauso unterwegs sind, wenn Du halt auch hartnäckig dabei bleibst. Dadurch dass ich im November 2013 mein eigenes Business zu starten - ein bisschen über eineinhalb Jahre. Wenn ich gucke, wie viele Leute ich dadurch kennengelernt habe. Mein komplettes Umfeld habe ich in den letzten ein, zwei Jahren kennengelernt. Marcus: Auch Deine Freundin? Robert: Ja genau. Marcus: Vor eineinhalb Jahren bist Du gestartet, sagst Du gerade? Dafür ist das bei Dir ziemlich krass durch die Decke gegangen. Vielleicht kannst Du nochmal kurz sagen, womit Du gestartet bist und was so aktuell Deine Themen sind. Robert: Gerne, ja. Wenn ich auf die letzten eineinhalb Jahre zurück gucke, dann ist es schon irgendwie eine ganz schön krasse Reise gewesen. Und ich glaube, ich brauche auch so ein bisschen, um zu verstehen, wie das alles so passiert ist. Aber angefangen habe ich im November 2013 und da habe ich meinen Blog gestartet - das Rohkost 1x1. Wo ich quasi meine Erfahrung bei der Ernährungsumstellung weitergebe und Leuten gezeigt habe, es ist kein Hexenwerk Rohkost in seinem Speiseplan aufzunehmen und man fühlt sich dadurch gleich besser. Es ist nicht so schwer. Und darüber habe ich halt Artikel geschrieben. Ich habe dann auch nach knapp fünf Monaten mein eigenes erstes Produkt rausgebracht. Das war ein Online Kurs zum Thema Ernährungsumstellung. Und der ist auch gleich gut eingeschlagen. Und so habe ich dann nach sieben oder acht Monaten meinen damaligen Job auch an den Nagel gehängt und ernähre mich seit dem ausschließlich davon. Dazu habe ich dann noch einen Youtube Kanal bekommen und aktuell ist das Thema Youtube sehr sehr interessant für mich und so ein bisschen mein Baby. Ich habe nämlich gemerkt, wenn man Videos dreht, das macht noch viel mehr Spaß als Artikel zu schreiben. Deshalb habe ich dann den Blog und generell das Projekt Rohkost recht wenig Zeit rein und habe jetzt gesagt, das Thema Ernährungsumstellung ist geil, aber irgendwie hat es sich für mich angefühlt, als wäre ich an einem Punkt angelangt, wo ich damit jetzt fertig bin. Ich habe jetzt so viel produziert. Auf dem Youtube Kanal sind irgendwie 300 Videos und auf dem Blog sind 100 Artikel und alles was ich weiß ist da jetzt drin und es hat sich angefühlt, als wäre ich an dem Punkt das nächste zu starten. Mein aktuelles Projekt ist das jetzt das Business 1x1. Darauf zeige ich Leuten, wie ich es geschafft habe, mit meiner Leidenschaft für die Ernährung ein erfolgreiches Business aufzubauen und gebe jetzt diese Erfahrungen weiter. Da gebe ich jetzt quasi Tips und Strategien zu Social Media, zu Youtube, zu Bloggen und all die Dinge, die mir selbst auch wichtig waren und die ich selbst auch einfach gelernt habe auf meiner Reise bisher. Das ist jetzt aktuell mein Baby und da bin ich jetzt dabei, meinen Online Kurs zum Thema Youtube zu produzieren, der auch gerade übermorgen online geht. Marcus: Ah krass. Auf welcher URL wird der online gehen? Robert: Das ist kurse.business1mal1.de. Da ist eine Plattform, die ich gerade dabei bin aufzubauen. Jetzt kommt erst der Youtube Kurs und da werde ich in Zukunft auch zu den weiteren Themen, die mich auch noch interessieren noch mehr reinpacken. Jetzt kommt da wie gesagt, erstmal der Youtube Kurs, aber da werden in Zukunft noch weitere Dinge passieren. Da bin ich mir sicher. Marcus: Und Dein Hauptumschlagplatz, sag ich mal, oder wo Du den meisten Content produzierst für business1mal1 ist aber der Youtube Kanal, richtig? Ich meine, nicht mehr eine klassische Website oder wie ist das Konzept. Robert: Richtig, genau. Mein ganzes Ding hat sich so ein bisschen verändert. Damals dachte ich halt, Du brauchst eine eigene Website und einen Blog und das muss alles so sein. Und jetzt aktuell habe ich eigentlich gar nicht eine eigene Website, wo jetzt Content passiert oder so etwas, wo irgendwie meine Homebase ist. Sondern meine Homebase ist aktuell der Youtube Kanal, wo es jetzt seit vier Monaten ungefähr, jeden Tag ein Video gibt. Der Youtube Kanal ist jetzt gerade mal ein halbes Jahr als und trotzdem sind da jetzt schon weit über 100 Videos. Das ist gerade das, was ich auch so interessant und so spannend finde. Du brauchst eigentlich nicht mehr so ein eigenes richtiges Wohnzimmer, was Dir selbst gehört, weil die Plattform, die es gibt, die ganzen Kanäle wie Facebook, Instagramm und so sind auch hervorragend geeignet, um da auch easy und simpel etwas zu starten und nicht fett viel erstmal einrichten zu müssen. Der Youtube Kanal ist mein Ding. Ich denke, das macht richtig, richtig viel Spaß. Da kommt super gutes Feedback. Jeden Tag gibt es ein Video und ganz viele Leute kommentieren und sagen, sie schauen jeden Tag rein. Und jeden Tag geht jetzt um 18:00 Uhr das nächste Video online. Das ist so ein bisschen deren Abendroutine geworden und wenn es dann mal ein Tag kein Video, dann kommen da schon Stimmen “aahh, was ist denn? Was soll ich denn jetzt heute Abend guckten?” und so. Marcus: Krass. Also so ein bisschen wie früher, die Soap, die Abends lief, das ist jetzt Robert Gladitz und business1mal1 am Start, ne? Robert: Genau und das ist halt echt sehr, sehr, sehr, sehr schön zu sehen. Das ist auch aus meiner Sicht die perfekte Vorbereitung, die beste Marketingmaßnahme überhaupt, um letztendlich dann auch seine eigenen Produkte zu verkaufen. Weil ich durch den ganzen free Content, den ich auf den Youtube Channel online stelle, so einen Draht zu den Leuten habe. Wenn ich jetzt jemanden bei der DNX oder bei irgendwelchen veganen Events getroffen habe und die sagen mir “hey, cool” und dann quatschen wir zwei Minuten, dann sagen die “genau so habe ich mir Dich vorgestellt. Genau so wie Du in den Videos bist”. Und das ist halt schön. Du bekommst voll den Draht zu jemandem und hast dann auch voll das Vertrauen, wenn jemand sagt, ich bringe jetzt mein Produkt oder ein Coaching Programm oder was auch immer raus. So baut man halt vorab dann die Beziehung auf und legt da den Grundstein. Marcus: Ich glaube, es ist total wichtig, gerade durch diese drei Dimensionen, die Du hast oder beziehungsweise eine weitere Dimension, dass man Dich auch sehen kann während Du sprichst und nicht nur Content produzierst beim Schreiben, können die Leute noch eine tiefere Beziehung zu Dir aufbauen, so dass sie dann auf den Events sagen “jo, cool, das ist der Robert, den kenne ich ja eigentlich schon von Youtube und der ist im echten Leben genau so”. Robert: Total, also ich muss echt sagen, bei meinem ersten Projekt, dem Rohkost 1x1, da habe ich auch Youtube Videos gemacht. Da habe ich dann so nach ungefähr einem halben Jahr angefangen. Da habe ich halt den perfekten Vergleich. Vorher habe ich gebloggt, dann habe ich Youtube gemacht und die Beziehung zu den einzelnen Leuten ist dadurch so krass noch einmal angestiegen. Klar, wenn man jetzt von jemandem einen Blogartikel liest und auch regelmäßig, zwei mal die Woche gab es da was, dann kann man schon ein gewisses Feeling für die Person bekommen. Aber wenn Du den wirklich siehst, Du hast es gerade gesagt, bei Youtube hast Du da noch viel mehr Sinne, die da angesprochen werden und Du bekommst ein viel umfassenderes Bild von der Person. Ich teile halt mittlerweile fast mein komplettes Leben und spreche auch über Dinge, die nicht so gut funktioniert sind und was vielleicht aktuell nicht so läuft und das ist auch das, was dann dazu führt, dass man wirklich den kompletten Menschen irgendwie kennenlernt und dann sagt “okay krass, da kann ich mich voll mit identifizieren. Als ob ich den jetzt schon ewig lange kenne”. Und in Wirklichkeit hat man sich noch gar nicht in der wirklichen Welt getroffen. Marcus: Ich glaube, das ist auch das Geheimnis, womit man bei den Leuten Vertrauen und Spaß und eine Beziehung aufbaut. Dass man nicht nur immer diese perfekten Seiten von sich zeigt, wo alles super gut läuft und der Himmel rosarot ist, sondern auch mal sagt, ich habe auch mal einen Tag, wo es mir nicht so gut geht. Oder ich struggle mal mit irgendwas. Ich habe heute mal auf nichts Bock und heute läuft es bei mir nicht. Das ist auch ganz wichtig ne? Robert: Letztendlich ist ja das, was einen auch so als Mensch macht. Denn jeder Mensch hat aus meiner Sicht mal ab und an was, was nicht so gut läuft. Und wenn man halt immer nur das Perfekte zeigt, dann ist es halt wie früher im Fernsehen, wo die Leute dann ewig geschminkt wurden und alles geskatched und geschnitten und so weiter. Und jetzt ist es halt viel näher an der Realität. Ich habe auch vor einer ganzen Weile ein Video darüber gemacht, von meinem letzten Launch, dass der aus meiner Sicht nicht so erfolgreich gewesen ist, wie ich es mir gedacht habe und habe dann einen Pfad zu dem Video gemacht. Und dann habe ich denen gesagt, okay, das denke ich mir und das und das. Und dann haben die Leute auch gesehen, krass, da ist auch jemand, der auch so ein bisschen kritisch mit sich selbst ist und auch mal Niederlagen eingesteht und dann hat es dazu geführt, dass einfach so gutes Feedback kam und die Leute sich bedankt haben und gesagt haben, okay das tat echt voll gut zu sehen, dass nicht immer alles perfekt laufen muss und trotzdem kann man auf dem richtigen Weg sein. Marcus: Ja absolut. Hast Du keine Angst, dass Youtube Dir irgendwann mal den Saft abdreht oder dass Du Dich zu abhängig machst von der dritten Plattform? Robert: Das ist eine super spannende Frage, die ich auch echt richtig häufig gestellt bekomme. Ich denke mir halt: Eigentlich hat Youtube ja ein Interesse daran, dass ich da bin. Dadurch dass die ganzen Leute meine Videos schauen, sorge ich ja dafür, dass die Leute auf der Plattform Youtube sind. Von daher ist Youtube auf meiner Seite. Also haben sie kein Interesse daran gegen mich zu arbeiten sondern für mich zu arbeiten und mich zu supporten, dass ich möglichst viel guten Content produziere. Das einzige, was natürlich dazu führen könnte, dass der Kanal gelöscht wird oder irgendsowas ist, wenn Du irgendwelche Dinge machst wie Copywrightverletzungen oder Beleidigungen oder so etwas. Da ich aber aktuell nicht den Plan habe, so etwas zu machen, sondern da so ein bisschen in Youtubes Regeln spiele, mache ich mir darüber null Gedanken. Selbst wenn das jetzt irgendwie schiefgehen würde, weiß ich, dass ich in dem ganzen Prozess so viel gelernt habe, so viele Skills angeeignet habe und so viele Erfahrungen gemacht habe, dass ich halt, wenn ich nochmal komplett von null starten müsste, wahrscheinlich nochmal viel schneller durch die ganze Entwicklung durchgehen könnte, weil ich halt schon so viel gelernt habe. Ich habe auch letztens zu dem Thema ein Video gemacht. Mich hat es sogar früher, wenn ich irgendwas auf der Playstation gespielt habe, wenn ich ganz weit war, dann nochmal komplett von vorne zu starten und den ganzen Speicherstand zu löschen, weil ich dadurch eine neue Herausforderung hatte. Marcus: Neue Challenge: Das noch schneller hinzukriegen. Robert: Auf jeden Fall. Alles was man auf dem Weg gelernt hat, da einfach nochmal mitzunehmen. Und deswegen mache ich mir da recht wenig Gedanken, was die Zukunft bringen wird, weil ich weiß: alle Skills und alle Erfahrungen, die kann mir halt keiner nehmen. Die bleiben mir halt. Marcus: Das kenne ich auch noch von früher. Wenn man dann Super Mario Bros. oder Gianna Sisters, ich weiß nicht ob Du das noch kennst. So ganz früher mit der Datasette auf dem C64 gespielt habe und dann schon diesen ganzen geheimen Tricks und Regeln kannte und diese Extrabonus Diamanten irgendwo einsammeln konnte. Und dann hatte man einen verpasst und dann hatte man eigentlich gar kein Bock mehr ans Ziel zu kommen, weil man wollte dann diesen perfekten Weg machen. Robert: Genau, das kenne ich auch. Marcus: Und neben Youtube fokussierst Du Dich noch auf andere Plattformen? Oder produzierst da viel Content? Robert: Also Youtube ist auf jeden Fall das, wo der Großteil meiner Zeit reingeht. Ich mache halt jeden Tag ein Video. Also das tägliche Video ist so eine Kombination. Ich habe da ein eigenes Format geschaffen, was mir in dieser Youtube Welt so ein bisschen gefehlt hat. Ich mache jeden Tag ein Video, wo ich einen Content habe, wo ich halt quasi über ein bestimmtes Thema spreche, was mich jetzt gerade bewegt. Sei es eine Mindset Sache, sei es eine Social Media Sache, was zum Thema Youtube Kanal aufbauen. Irgendwas in die Richtung, was mich gerade so bewegt. Dann kombiniere ich das mit einem Blogpart. Also ich habe jeden Tag immer meine Kamera dabei und zeig den Leuten wo ich so bin und was ich so mache und was ich so esse, was ich mir für Bücher reinziehe, mit welchen Leuten ich mich treffe. Also dass wirklich so ein umfassendes Bild von mir als Person entsteht und diese beiden Welten kombiniere ich in dem Video und das geht auch jeden Tag zwischen 20 und 30 Minuten. Für mich fühlt es sich abends so an, wenn ich da sitze und mein tägliches Video geschnitten habe, als ob ich so ein kleines Miniwerk in die Welt hinaussetze. Als ob jetzt der Maler sein Bild fertiggemacht hat. Ich habe jetzt mein tägliches Video und es ist jetzt da draußen in der Welt und es braucht auch jeden Tag mehrere Stunden Zeit. Aber das ist mir echt so das wichtigste. Und dann habe ich natürlich noch weitere Plattformen, um das noch so ein bisschen zu unterstützen. Bei Facebook bin ich natürlich aktiv und Instagram bin ich aktiv. Das sind so die beiden Supportplattformen. So sehe ich das so ein bisschen, um auch noch andere Dinge zu teilen. Das nächste Projekt wird auf jeden Fall, wenn ich jetzt fertig bin mit dem Kurs-Launch und das alles in trockenen Tüchern ist, dann werde ich mich mit dem Thema Snapchat beschäftigen. Ich denke, das ist sehr, sehr reizvoll und das ist auch wo die Zukunft hingehen wird und da gleich am Anfang an Board zu sein, das ist glaube ich ziemlich interessant. Marcus:  Ich habe mir das vor ein paar Monaten installiert, nachdem ich auch von Gery Reinhard gehört habe, dass das der heißeste Scheiß sein soll. Und ehrlich gesagt aber nicht richtig verstanden, wie da Brands oder Unternehmen mit ihren Usern kommunizieren können. Beziehungsweise, ich habe es nicht mal hingekriegt mit irgendjemandem da zu kommunizieren oder zu chatten. Vielleicht bin ich das auch falsch angegangen. Kannst Du mal kurz erklären, wie das funktioniert? Robert: Bei Snapchat ist der Puffer sozusagen oder die Barriere zwischen dem, der produziert und demjenigen, der konsumiert noch geringer. Zum Beispiel weiß jeder bei Instagram, dass der da einen Filter drüber legt, dass Dein Bild noch mal schön hinpositioniert ist. Bei Youtube ist es auch geschnitten. Und bei Snapchat ist es so, jemand nimmt es auf und es ist sofort online. Da kann nochmal ein direkterer Draht entstehen. Und deswegen machte es glaube ich so ein bisschen den Reiz aus. Das Prinzip ist eigentlich Folgendes: Du hast bei Snapchat solche Stories, wo Du quasi ein Bild oder ein Video auf, was bei Dir gerade abgeht und dann ist es online und dann kannst Du halt für die nächsten 24 Stunden angeschaut werden. Und Leute, die Dir folgen, wie bei Facebook oder Instagram oder Twitter können es dann angucken, haben aber nur eine begrenzte Zeit. Und das hat Snapchat clever gemacht, weil das dafür sorgt, dass Leute jeden Tag reingehen. Weil wenn Sie es verpassen, bei Facebook ist so “okay, da schreibe ich morgen auf die Nachricht und auf die E-Mail kann ich morgen auch noch drauf antworten, das Youtube Video kann ich mir auch noch nächste Woche angucken”. Aber bei Snapchat ist es weg. Marcus: Das ist jetzt gerade bei Facebook mit Read later und so Funktionen ne? Das ist ja krass. Robert: Ja das ist so. Das ist halt einfach noch einmal direkter. Das ist ein ähnlich spannendes Thema, wie das Thema Webinare. Da seid ihr ja auch super dabei. Ich mag das persönlich richtig gerne, weil das halt auch nochmal so was ist. Alles was einen möglichst engen Draht zu den Zuschauern oder zu den Lesern oder wie auch immer, herstellt, ist halt so wertvoll. Wenn jemand irgendwelche coolen Sachen macht und Du findest das spannend, was derjenige produziert, dann willst Du natürlich auch mehr von dem erfahren. Und wenn Du da einen intensiven Einblick bekommst, dann ist das halt auch spannend. Zum Beispiel früher, wenn Du denkst okay,  Oma Gretchen kauft sich jetzt irgendwo einen Smoothie, dann interessiert sich die ganze Welt dafür. Und wenn das aber Tante Anneliese macht, dann interessiert es halt keinen ne? Wenn Du halt eine Persönlichkeit bist, die spannend ist, dann wollen Leute halt auch sehen, was in Deinem Leben so abgeht. Und da ist Snapchat ein gutes Tool, Webinare, die Vlogs, was ich mache und alles, was wirklich sehr, sehr nah dran ist, ist da sehr, sehr sinnvoll. Marcus: Was hälst Du von Periscope? Robert: Auch spannend auf jeden Fall. Ich habe es persönlich noch nicht getestet oder ausprobiert, aber auch sehr interessant. Was bei mir aktuell noch die Hürde darstellt ist, dass ich denke, dass ich noch nicht eine Reichweite aufgebaut habe, die groß genug ist, um das ganze sinnvoll zu machen. Ich habe darüber nachgedacht, entweder feste Zeiten, wo ich sage “Leute, jeden Mittwoch treffen wir uns Live in Periscope oder in Meerkat und dann gibt es irgendwie etwas, damit Leute sich darauf einstellen können. Wenn ich jetzt sage, okay ich gehe jetzt einfach mal Live. Erstens bin ich auf Twitter eh fast gar nicht aktiv, von daher ist das auch eine weitere Hürde und wenn ich jetzt einfach sage, okay ich starte das jetzt und dann geht es los und dann sind dann vielleicht, wenn ich Glück habe, drei, vier Leute dabei, weil ich noch nicht die riesige Reichweite aufgebaut habe, dass jetzt spontan da Leute zugucken. Wenn Gary Vaynerchuk seine erste Review Shows da Live macht, der hat eine riesige Reichweite und trotzdem sind da “nur” ein paar hundert Leute, vielleicht aktuell auch mal über tausend, was jetzt aber nicht so viele sind. Und deswegen ist das noch eine Hürde, aber ich weiß, dass ich da in Zukunft auf jeden Fall reingehen werde, weil das halt sehr spannend ist. Marcus: Vielleicht mal kurz, für die, die da nichts mit anfangen können oder davon noch nichts gehört haben. Das ist eine neue App, womit man dann quasi Live sein Video streamen kann von überall ne? Robert: Genau, Du kannst quasi jetzt auf den Knopf drücken und sagen “hey Leute, jetzt könnt ihr mal zugucken, wie ich was auch immer mache”. Marcus: Tim Ferris macht zum Beispiel irgendwie Having Tea with Tim. Und dann macht er sein Ding an morgens, wenn er noch ganz gechillt und entspannt ist und beantwortet dann Fragen. Ich glaube die Leute können dann über Chat mit einem kommunizieren und macht dann ganz spontan dieses Periscope-Chats. Ich finde es auch mega spannend und hätte da glaube ich mal richtig Bock drauf. Ich habe das in Tarifa getestet, als wir die 7-Minute App auf dem Rooftop gemacht haben. Da haben dann ein paar Leute zugeguckt, aber irgendwie alles nicht irgendwelche Leute, die ich kenne oder die mich kennen. Man kann ja auch ganz random irgendwie nach Channel gucken, was da passiert. Ich glaube, da muss man dann irgendwann noch mal ein bisschen durchdachter rangehen. Aber wenn sich das dann durchsetzt, ist das auch noch ein mega spannendes Tool, was einen ja noch authentischer macht, wie Du gerade sagst. Hier beim Podcast kann geschnitten werden. Bei Youtube kann geschnitten werden. Fernsehen wird eh manipuliert. Die Zeitungen sind auch alle manipuliert. Insofern werden so Formate und Tools glaube ich, immer wichtiger. Robert: Auf jeden Fall. Aber das ist cool, dass Du das gerade noch mal mit Tim Ferris angesprochen hast. Wenn Du halt wirklich sagst, die Leute können sich auf eine bestimmte Zeit einstellen, dann ist halt auch die Wahrscheinlichkeit, dass dann jemand in dem Moment Zeit hat und dann da joinen kann, viel höher, als wenn er dann gerade unterwegs ist und eine Benachrichtigung bekommt und aber keine Zeit hat. So kann man sich ein bisschen darauf einstellen. Das kann ich mir auch gut vorstellen, irgendwie jeden Morgen so etwas zu machen oder jeden Abend. Oder zwei mal die Woche. Das ist glaube ich recht cool und da werde ich noch experimentieren in nächster Zeit. Marcus: Ja sehr cool. Robert, ich glaube, wir sind auch soweit durch. Wir haben jetzt fast eine Stunde miteinander gequatscht. Ich könnte glaube ich noch fünf weitere Stunden mit Dir reden. Wir sehen uns aber in zwei Wochen auf der Global. Robert: Auf jeden Fall. Ja mein Frühstück ruft jetzt mal. Marcus: Ja das stimmt, Dein Frühstück um 13:29 Uhr. Hast Du noch ein Lieblingssmoothie Rezept, was Du uns verraten willst? Robert: Sehr gerne. Bei mir sind ja die grünen Smoothies omni präsent. Ich bin ein großer Fan davon, möglichst viel Pflanzengrün in die Ernährung zu integrieren, weil ich der Meinung bin, dass das mineralstoff- und vitaminreichste überhaupt ist, was man nur machen kann. Das Non-Plus-Ultra sind auf jeden Fall die Wildkräuter. Also was wild gewachsen ist. Also viele Leute mögen es nicht glauben, aber wenn ich mal Zeit und Muße habe, dann gehe ich auch mal auf die Wiese und pflücke mir da meinen Löwenzahn und meine Brennessel. Marcus: Da darf man aber nichts falsches pflücken. Wenn man Pech hat… Robert: Es ist wichtig, sich bei dem Thema an Sachen zu halten, die man wirklich kennt. Also ich würde jetzt nicht dahergehen und würde mir ein Buch reinziehen und sagen “oh da sagt jemand hier, da gibt es den gemeinen Breitknötterich oder irgendwie sowas, dann würde ich versuchen, den zu finden. Das würde ich jetzt nicht unbedingt machen, weil man sich da vielleicht auch etwas unangenehmes einhandeln kann, aber zum Beispiel Löwenzahn, Petersilie kennt jeder. Dann gibt es noch zwei, drei andere Dinge, die eigentlich sehr easy sind und das strotzt halt nur so vor Power im Vergleich zu einem Salat aus dem Supermarkt. Und auf den Märkten, wo ich unterwegs bin, kann man die auch kaufen. Ich habe jetzt in meinem Kühlschrank so eine große Tüte Wildkräuter fertiggekauft. Das ist nicht super günstig, aber da ist halt richtig viel dabei. Und deswegen mag ich das sehr gerne. Das landet, wenn möglich, in meinem Smoothie oder sonst halt auch die üblichen Verdächtigen wie Spinat, Mangold oder so etwas. Das geht auch immer klar. Und dazu dann einfach Obst, was ich gerade da habe. Bananen sind bei mir ein Basic, weil die halt einfach für die Süße sorgen. Ansonsten einfach Äpfel. Im Sommer Beeren. Was auch immer man einfach da hat. Pfirsiche gehen auch, klar. Also grün plus Obst ist aus meiner Sicht eine Killer-Kombi. Marcus: Cool, saugeil. Vielen Dank! Robert: Sehr gerne! Marcus: Und wir sehen uns in zwei Wochen, bis dann! Robert: Das machen wir so, danke Marcus, ciao! [/su_spoiler] [/su_accordion]    

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    Robert Gladitz | Wie Du Dich durch Vlogs zu einer unverwechselbaren Marke machst.

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait von Robert Gladitz Robert Gladitz ist Unternehmer und Profi-Vlogger Sein YouTube Channel ist ohne Frage einer meiner Favorits Er ist Gründer der Awesome People Conference Kontaktinformationen Facebook Awesome People Conference  Anmeldung zur Awesome People Conference YouTube Channel von Robert Gladitz Mobile Apps DJ I go App Audible Blinkist Tools Evernote Kamera Sony A7S2 Buchempfehlung The Obstacle is the way (Ryan Holiday) - Ebook - Buch  Die 4-Stunden-Woche (Tim Ferris) - Ebook - Buch Podcast in Textform Norman: Herzlich willkommen! Schön, dass Ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM. In meinem heutigen Interview mit Robert Gladitz spreche über das Thema: Wie Du Dich durch Vlogs zu einer unverwechselbaren Marke machst! Er ist Unternehmer und Profi-Vlogger. Sein YouTube-Channel ist ohne Frage einer meiner Favorites und er ist der Gründer der Awesome People Conference. Rob, schön dass Du da bist. Vielen Dank für Deine Zeit. Bist Du ready und wollen wir loslegen? Robert: Herrlich, Norman, Mensch - Das ist ein Intro, geil! Ich hab Bock. Norman: Erzähl’ Rob! Wo bist Du gerade, damit unsere Zuhörer erfahren, wie geil unsere Connection gerade ist? Robert: Das klingt natürlich immer nach Klischee, aber es ist gerade wirklich so: Mein Team und ich sitzen hier gerade auf Bali und wir sitzen hier im Coworking Space und das Laptop steht vor mir und ich gucke hier in die Palmen rein. Das Wetter ist zwar nicht unfassbar schön, wir haben hier gerade Regenzeit in Bali. Es ist eher grau, es regnet auch viel, aber es ist trotzdem 30° und wir schwitzen uns hier einen ab und trinken Kokosnuss den ganzen Tag. Norman: Ich glaube, wir haben 2°C, nur um den Unterschied klarzumachen. Robert: Ich könnt 5 abgeben, aber mehr nicht. Norman: Das würde schon reichen, das wär dann nicht so klamm. Rob, damit Dich unsere Zuhörer hier bei MARKENREBELL.FM noch ein wenig besser kennenlernen können: Stell Dich doch vielleicht selbst nochmal kurz vor. Wer ist Rob oder Robert Gladitz privat und was ist genau Dein Business? Robert: Yes, sehr, sehr gerne! Ich bin 26 aktuell. Ich habe vor drei Jahren im Herbst 2013 angefangen mich in diese Entrepreneurship-Welt reinzuwerfen, nachdem ich studiert habe, so wie man das halt so mit Anfang 20 klassischerweise macht und durch zwei Dinge eigentlich: Durch die Tatsache, dass ich angefangen habe mich für Persönlichkeitsentwicklung zur interessieren und dann natürlich zwangsläufig über Klassiker wie Tim Ferris, Dale Carnegie und Napoleon Hill usw. gestolpert bin und dann irgendwann dachte: “Boah nee, der klassische Weg, das ist nichts für Dich. Du musst irgendwas eigenes machen; Du willst selbstbestimmt leben und selbst etwas kreieren und etwas erschaffen und nicht Teil in so einem großen Ganzen sein und so ein kleines Rädchen sein”. Dann habe ich vor 5½ Jahren meine Ernährung umgestellt, weg von Fast Food usw., wie man das auch normalerweise mit Anfang 20 macht, hin zu komplett vegan und sogar 100 % Rohkost in den ersten drei Jahren. Ich hab fast nur Obst und Gemüse gegessen. Das klingt saucrazy, aber das hat mir einen unfassbaren Energieboost gegeben und eigentlich den Grundstein für all die Dinge gesetzt, die ich jetzt mache. Die beiden Dinge haben dann dazu geführt, dass ich irgendwann sagte: “Ey nee, das Studium musst Du lassen. Du musst etwas Eigenes aufbauen”. Ich bin jetzt seit drei Jahren Unternehmer und genieße die Reise total und es sind viele Projekte gestartet und wieder viele Projekte neu dazugekommen. Jetzt ist mein Haupt-Baby ist die Awesome People Conference. Darauf kommen wir vielleicht später nochmal zurück. Wir interviewen zu drei Themengebieten: Zu Entrepreneurship, Persönlichkeitsentwicklung und Lifestyle-Design. Wir haben insgesamt 33 sehr sehr coole Leute. Wir haben da “Christian Bischoff, Karl Ess, Tobias Beck, Matthew Mockridge usw. Also echt ein paar geile Menschen, die in den Interviews eine Menge sharen und die Interviews gehen dann ab dem 20. November als Online-Konferenz an den Start; das ist gerade das Hauptding, daran worken wir jetzt hier auf Bali gerade. Ansonsten drehe ich sehr gerne YouTube-Videos. Du hast es schon angesprochen vorhin. Ich bin jetzt seit ungefähr zweieinhalb Jahren auf YouTube aktiv. Ich glaube nächste Woche oder übernächste Woche geht insgesamt mein 900. Video online. Also es sind schon ein paar mittlerweile und das aktuelle Format mit den Daily-Vlogs habe ich jetzt seit 545 Episoden. Seit eineinhalb Jahren dokumentiere ich quasi mein komplettes Leben, was so abgeht; worüber ich nachdenke; an welchen Projekten ich arbeite; was auch mal schief geht usw., weil ich eine Art Blueprint schaffen will, für jemanden der dann - wenn es hoffentlich so weitergeht wie bis jetzt in den nächsten zwei bis drei Jahren ich Videos produziere und dann - die komplette Reise von Anfang bis hin zum Entstehen des richtig großes Dings, verfolgen kann. Auch so etwas, das direkt während des Prozesses dokumentiert wird und derjenige sehr viel lernen kann, anstatt dass sich jemand einfach nur hinstellt und sagt: “So hab ich das damals gemacht und so könnt ihr das auch machen”. Norman: Diese Dokumentation finde ich sehr cool. Aber bevor wir einsteigen in das ganze Thema Vlogging, gib uns doch noch ein bisschen Futter zum Thema Konferenz, weil das begeistert mich selbst, dass Du wirklich außergewöhnliche Leute gefunden und interviewt hast. Vielleicht erzählst Du uns einfach dazu noch ein bisschen was. Robert: Gerne. Vielleicht das Modell von Online-Konferenzen für jemanden, der es jetzt nicht kennt: Das Ganze ist eine Win-Win-Win-Situation. Das sind Geschäftmodelle, die ich am meisten mag, also da sind drei Dinge mit involviert: Du als Konferenzersteller suchst Dir ein Thema raus, was Dich interessiert. Du suchst Dir zu diesem Thema möglichst viele, möglichst kompetente Menschen, die dazu etwas beitragen können, führst Interviews mit denen. Viele machen das per Skype. Wir haben das jetzt gemacht, indem wir die letzten zwei Monate durch Deutschland unterwegs waren, eine Tour gemacht haben, uns mit den Leuten in einem Coworking Space getroffen haben und den Zuschauern direkt die Möglichkeit gegeben haben dabei zu sein und direkt vor Ort das Interview zu verfolgen; anschließend Fragen zu stellen; sich mit den Speakern und den anderen Zuschauern zu connecten usw. Das heißt, Du führst diese Interviews - wir haben jetzt 33 Stück an der Zahl - und anschließend werden die dann veröffentlicht. Man kann sich jedes Interview für 24 Stunden kostenlos angucken. Das heißt, bei uns beginnt’s jetzt am 20., am 20. um 10:00 Uhr morgens geht das erste Interview online und das kann man dann bis zum 21., ebenfalls wieder 10:00 Uhr morgens anschauen - komplett for free und dann geht’s offline. Das heißt, wenn Du Bock hast, Dir da viele viele Stunden Content tagtäglich nach Schedule um die Ohren zu hauen, dann kannst Du komplett kostenlos bei der Konferenz dabei sein, was natürlich geil ist. Also man bekommt da wirklich eine Menge Input, den es sonst nirgendwo in dieser Form und in dieser Komprimierung gibt. Und wer sagt “Ey, ich möchte es ein bisschen entspannter angehen”, der kann sich für einen echt entspannten Preis das Konferenz-Package holen und bekommt dann alle Aufzeichnungen zum Downloaden mit Audios usw. und kann sich das dementsprechend dann reinziehen - wann auch immer er möchte, nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr. Dieses Modell ist halt geil, weil Du als Konferenzersteller für die Zuschauer einen echt geilen Kontext schaffst, die dann for free oder für einen günstigen Preis sich eine Menge reinziehen können. Für die Experten, die Du interviewst, ist es auch wiederum geil, weil es mit recht wenig Aufwand verbunden ist. Sie kommen dahin, machen das Interview und bekommen dann zig tausende Leute an Reichweite und Du als Konferenzersteller hast einen Arsch voll Arbeit. Die letzten 5 Monate sind in dieses Projekt geflossen, aber letztendlich ist es auch in Sachen Reichweite und in Sachen Monetarisierung megageil. Du bewegst was Tolles und für mich ist das gerade mein Lieblingsgeschäftmodell. Da bin ich gerade sehr sehr tief drin, weil Du da ein megamäßiges Netzwerk aufbaust; selbst als Person auch megamäßig viel lernst. Es ist der Hammer! Selbst wenn die Interviews nicht veröffentlicht worden wären, wenn ich mit all den Leuten, die ich jetzt schon vorhin kurz angerissen habe, einfach nur die Möglichkeit habe so zu sprechen, dann bringt mich das enorm weiter. Also es ist eine geile Nummer, ich freu mich, dass wir dann in knapp 2 Wochen ab dem 20. November daraus gehen können. Norman: Sehr cool! Und eins kann ich Dir sagen: Man spürt Deine Begeisterung und was ich liebe sind Leute, die einfach von Ihrer Sache begeistert sind. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen. Ich bin natürlich am Start, ich bin dabei, ich höre und schaue mir das alles an und verlinke natürlich auch die Konferenz in den Shownotes dieses Podcasts - und auf der Facebook-Seite. Robert: Geil mein Lieber! Ohne Witz, diesen Zuspruch auch jetzt vorab schon zu bekommen, von Dir, von ganz vielen anderen Menschen, dass sie sagen “Ich freue mich darauf, dass es losgeht”, ist einfach superschön. Eine bessere Motivation gibt es eigentlich gar nicht, jetzt noch die letzten Tage voll in Tasten zu hauen und das Ding dann rauszugeben. Norman: Auch nochmal Danke an Deine Arbeit! Das ist einfach auch die Würdigung wert, weil, das finde ich einfach super. Dieses ganze Herzblut von Dir und Deinem Team dort reinzustecken, um diesen Wert zu erzeugen. Sehr cool! Robert: Geil, danke, danke, danke! Norman: Rob zurück zu Dir: Gibt es in Deinem Leben ein Erfolgszitat, irgendein Erfolgsmantra, was Dich schon immer begleitet oder seit längerem begleitet? Robert: Die Frage ist schön. Die Frage nach dem Zitat ist ja immer wieder präsent und sie wurde mir schon einige Male gestellt und ich hab jedes Mal keine Antwort, weil ich einfach sagen muss, ein so einen Leitsatz gibt es bei mir nicht. Es gibt vielleicht drei Dinge. Ich habe bisher noch keine eleganten Weg gefunden, die auf einen Punkt zu bringen, in ein Zitat zu pressen, aber drei Dinge, die bei mir immer wieder zusammenkommen sind: Sich ein Ziel rauszupicken, wo man sagt “Boah, das begeistert mich richtig”, also dieses Klassische “Ich gehe meinem Herzen nach, ich such mir was raus, wofür ich brenne, um wirklich etwas zu schaffen”. Das ist Punkt Nr. 1, diese Vision zu haben. Punkt Nr. 2 ist: Im Kleinen tagtäglich eine Menge Gas zu geben,  dafür diese Vision umzusetzen. Dann Punkt Nr. 3 und das ist gerade auch so ein bisschen meine aktuelle Baustelle: Den Weg, auch wenn die Vision noch nicht erreicht ist, zu genießen. Also dieses Gasgeben, ein großes Ziel haben, der Leidenschaft folgen und gleichzeitig aber auch noch im Moment sein. Die drei Dinge sind für mich diese drei Eckpfeiler, zwischen denen sich eigentlich alles abspielt und ich immer - wenn ich merke, ich bin jetzt zu sehr in einem von diesen drei Dingern - wieder gucke, dass ich mehr in die Mitte komme. Norman: Ja, das finde ich sehr cool. Gerade auch den Weg, den Du beschreibst, zu genießen und nicht auf dieses “Wenn, dann” zurückzufallen und zu sagen “Wenn ich das erreicht hab, dann”. Und das ist, was mich auch begeistert an Deinen Filmen bei YouTube. Man sieht das. Du filmst es mit Deinem Team wirklich so, dass man teilhaben kann und merkt, wie Ihr das Leben dort auch genießt auf Euren Reisen. Sehr cool. Robert: Geil. Schönes Feedback. Danke. Norman: Ich würde gerne mit Dir an die Stelle in Deinem Leben zurück, wo Du den Moment erfahren hast, der für Dich den Gamechanger ausgemacht hat. Also was hat Dich dann letztendlich 2013 dazu getrieben zu sagen “Ich mach jetzt mein eigenes Ding, ich  muss vorankommen, ich will nicht mehr ein Zahnrad im Getriebe sein”? Was war dieser eine oder gab es überhaupt diesen einen Aha-Moment, der den Schalter umgelegt hat? Robert: Diesen einen klassischen Moment, wie im Kinofilm, ab dem dann alles großartig läuft und es Unterstützung gibt und der Himmel entzweibricht und die ganze Zeit die Sonne scheint und sowas: diesen Moment gab es nicht. Es waren eher mehrere, schon bedeutende Momente auf jeden Fall. Zwei habe ich schon angesprochen: Meine Ernährungsumstellung damals im Mai 2011 hat mir einen enormen Selbstvertrauensboost gegeben, weil vorher hatte ich ein ganz normales 0815-Leben. Dann habe ich eine große Veränderung in meinem Leben gemacht und habe dadurch gemerkt: Krass, dass hättest Du niemals gedacht, dass Du sowas schaffen kannst. Das hat mir dann einen Schub gegeben, dass ich irgendwann darüber nachgedacht habe “Vielleicht kannst Du auch noch andere Bereiche in Deinem Leben verändern”. Das war der erste Start. Dann die ganzen Bücher, die ich mir reingezogen habe und da muss ich einfach sagen: Ganz klassisch Tim Ferriss und die 4-Stunden-Woche, das war für mich auf jeden Fall einer der wegweisenden Punkte. Ich hab mir das damals ganz klassisch noch als Hörbuch, bestehend aus 4 CD’s gekauft und hab das Ding dann so oft gehört, dass bei einer von diesen CD’s - da gab es eine Szene, wo dann einfach ein Sprung drin war. Der kam dann nicht mehr klar, weil ich das so oft gehört habe und ich das Ding mittlerweile fast mitsprechen kann. Dieses Hörbuch hat für mich diesen Horizont aufgemacht, wo ich gesehen habe: Es gibt Menschen, die haben einen sehr ungewöhnlichen Lebensstil und es funktioniert. Die sind damit glücklich und sind damit erfolgreich. Da habe ich dann lange darüber nachgedacht und dachte mir so, “irgendwie sowas Ähnliches musst Du schaffen”. Ich bin ein Mensch, wenn ich einmal gesehen habe was möglich ist, dann ist es für mich sehr schwierig, mich mit etwas, was nicht dem entspricht, zufrieden zu geben. Das kann ich eigentlich nicht und deswegen war das für mich gewiss, dass ich früher oder später da reingehe. Ich hatte nur keinen Plan mit 22, 23, da weißt Du nicht, wie Du sowas angehst: Unternehmer - keine Ahnung. Weil man hat dann erstmal sehr viel Input reingezogen und dann einen ersten Blog gestartet, den eigentlich nur meine Freunde plus drei weitere Leute gelesen haben - Also eigentlich niemand. Es war für mich aber ein wichtiger Moment. Das war quasi das erste Mal, wo ich wirklich rausgegangen bin, meine Gedanken in die Öffentlichkeit gestellt habe, weil das war für mich sehr wertvoll. Ich habe über alles geschrieben, was mich so interessiert hat und es hat nicht wirklich jemanden gejuckt. Aber für mich war es trotzdem cool, diese ersten kleinen Schritte zu machen und dann, nachdem ich dann ein halbes Jahr mal mehr, mal weniger regelmäßig gebloggt habe, ging es dann an den Punkt, dass ich mir gesagt: Jetzt richtig. Jetzt hast Du viel Input hier reingezogen. Jetzt hast Du auch vom zeitlichen her die Weichen gestellt. Ich habe vorher studiert und habe dann das Studium recht schnell auf Eis gelegt und dann war aber natürlich die Frage: Was machst Du jetzt? Du kannst jetzt nicht direkt ein Business starten; Du hast noch keinen Plan von irgendwas. Ich hab mir dann erstmal einen Job gesucht, der für mich die Ausgaben gedeckt hat. Ich habe Nachhilfe gegeben für Schüler und mit denen Mathe, Deutsch, Englisch und die Hausaufgaben gemacht und es ist jetzt nicht der erfüllendste Job der Welt, zumindest für mich, aber es hat funktioniert. Ich hab dann nebenbei genügend Zeit gehabt, um in meine eigenen Projekte weiter rein zu investieren und dann im November 2013 war dann der Moment. Ich hab dann meine eigenen Erfahrungen von meiner eigenen Ernährungsumstellung weitergegeben, habe einen Blog gestartet zum Thema rohvegane Ernährung, das “Rohkost-Einmaleins” und das war dann nochmal echt ein Gamechanger. Weg von diesem: Ich mach jetzt mal was und es juckt keinen. Hin zu: Ich geh jetzt so richtig mit Vollspeed rein und mache neben 35 Stunden die Woche Nachhilfetätigkeit locker noch mindestens 35 Stunden in den Blog und mache eigentlich nichts Weiteres. Ich mache keinen Sport und treffe mich nicht mit meinen Freunden und isoliere mich eigentlich komplett und bringe dieses Ding irgendwie ans Laufen. Das war dann noch der dritte Gamechanger, dass ich gesagt habe: Jetzt richtig! Das hat sich dann auch recht schnell gut entwickelt. Norman: Warum war es Dir so wichtig, Dich selbst als Persönlichkeit, als Marke zu positionieren oder auch als Marke wahrgenommen zu werden? Robert: Am Anfang habe ich das eigentlich gar nicht so sehr. Das kam erst mit der Zeit. Am Anfang habe ich diesen Blog gestartet und war da auch gar nicht so sehr persönlich präsent. Klar, es gab eine About-Me-Page, aber das war’s dann auch schon fast wieder. Ich habe irgendwie versucht am Anfang die Artikel so zu schreiben, dass möglichst wenig Leute irgendwas dagegen sagen könnten. Weil natürlich starten wir rein und haben ein bisschen Angst was passiert. Ich habe mir alles dreimal durchgelesen und dann nochmal die Ecken abgefeilt und dann nochmal geguckt “okay, was könnte jemand hierzu sagen? Kann ich es vielleicht doch anders formulieren?” Mit der Zeit, je länger ich dabei war, desto mehr habe ich realisiert: Du kannst es nicht jedem recht machen! Du kannst eigentlich nur Deine aktuelle Meinung rausbringen und Du musst damit leben, dass es immer Leute geben wird, die das nicht cool finden. Ich habe aber auch gemerkt: Je mehr ich da reingehe, desto stärker und desto geiler wird auch das Feedback. Und jetzt mittlerweile knapp drei Jahre später, mache ich keine Blogartikel mehr, sondern Videos und spreche über alles, was mich interessiert und teile eigentlich im Prinzip jede Meinung, auch wenn es mal ein bisschen unpopulär ist. Eigentlich geht es auf dem Kanal darum, dass ich Menschen dabei unterstütze ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen und ein Business zu starten. Dann machen wir aber auch manchmal irgendwelche albernen Faxen, was eigentlich nicht dahin gehört. Ich sag mir aber, das bin ich als Marke. Ich will im Internetauftritt all meine Facetten, all meine Persönlichkeit reinbringen, weil ich der Meinung bin, dass nur dann, wenn ich wirklich 100 % komplett real bin, dann den Grundstein dafür lege, dass jemand sagt “Mit dem kann ich mich richtig gut identifizieren”. Vorher, als ich angefangen habe zu bloggen und meine komplette Persönlichkeit rausgezogen habe, dann war ich keine Marke, dann war ich einfach nur ein 0815-Blog, wo man Rezepte herzieht, wie Chefkoch oder was es da so alles gibt. Da gehst Du nicht hin, weil Du das gerade interessant findet, wer das ist, sondern Du willst einfach nur dieses Wissen. Dann bist Du sehr schnell austauschbar. Deswegen: Dieses Brain-Ding für mich eines der Kernthemen, weil ich weiß, dass, je mehr ich mich selbst da reingebe und je mehr ich zur Marke werde, desto weniger werde ich mit anderen Menschen verglichen, rein auf den Content, sondern die Leute kommen wegen dem Erlebnis. Klar, das Wissen können sie auch aus einem Buch bekommen oder aber irgendwo anders her, aber sie kommen zu mir und gucken meine Videos, weil sie es einfach interessant finden, auf was für eine Art und Weise sie dieses Wissen präsentiert bekommen. Norman: Ja, das ist super wichtig. Gerade das, was Du angesprochen hast, dass Deine Persönlichkeit im Grunde Deine Positionierung und Alleinstellung ist. Oftmals ist, wenn man über Marken nachdenkt, immer die ewige Suche nach der Alleinstellung: Was kann ich im Markt anbieten? Aber das zu kombinieren oder auch zu fokussieren auf seine eigene Persönlichkeit als Individuum finde ich großartig. Robert: Schön, wie Du das formuliert hast. Man macht sich dann immer ewig Gedanken: Wie muss ich sein, dass ich anders bin? Wenn man sich mal überlegt, eigentlich jeder Mensch... Norman: … Dann ist man’s schon. Robert: ...Wir sind schon automatisch anders. Es gibt keine zwei Menschen, die gleich sind. Klar, all die Dinge, die ich jetzt raushaue, die beziehen sich jetzt eher auf Personen, die als One-Man-Show oder als kleines Unternehmen, als Personal Brand am Start sein wollen. Wenn es jetzt um Coca Cola geht - auf dieser Ebene bin ich nicht unterwegs - da kann ich jetzt keine wertvollen Ratschläge geben. Aber wenn es aber darum geht eine Personal Brand aufzubauen, als Einzelperson eine Marke zu werden, dann ist es eigentlich sehr easy, wenn wir es schaffen diesen Mut aufzubringen uns wirklich mit allem was wir haben, mit allen Facetten in die Öffentlichkeit zu stellen. Norman: Was mich interessieren würde: Du hast gerade gesagt, Du unterstützt Leute dabei ihr Business aufzubauen. Jetzt kann ich mir natürlich auch gut vorstellen und auch viele unserer Hörer sind Führungskräfte, die sind in einem Angestelltenverhältnis und was ich super wichtig finde ist, dass man selbst im Angestelltenverhältnis dafür sorgen sollte, einen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen. Also wirklich seine Expertise, seine Meinungsführerschaft nach außen zu kommunizieren, um sichtbar zu werden, um gegebenenfalls bei einem Jobwechsel oder vielleicht sogar den Schritt in die Selbstständigkeit, einfach schnell was zu haben; von seinem eigenen Brand, von seiner eigenen Marke zu partizipieren. Wie kann man das aus Deiner Sicht, für sich aufbauen, dass man sagt, vielleicht ist das Thema Vlog/Vlogging irgendwas für mich. Wie kann ich das starten, wie kann ich damit anfangen? Robert: Ich finde den Gedanken sehr wertvoll, den Du gerade ansprichst - um da ganz kurz drauf einzugehen -, weil viele Menschen mich dann immer fragen: “Robert, aber hast Du nicht Angst, dass Dein Business früher oder später nicht mehr läuft und dann hast Du ja voll die Lücke im Lebenslauf. Dann hast Du kein abgeschlossenes Studium, was willst Du denn dann machen?” Ich bin aber der Meinung, ich bin ja wirklich so mit einer der digital präsentesten Menschen überhaupt, ich teile mein komplettes Leben in den Videos. Auf allen anderen Plattformen sind wir ebenfalls präsent. Es gibt so viele Leute, die bisher Wind davon bekommen haben, was ich mache. Ich glaube, ich brauche nur einen Facebook-Post zu machen und zu sagen “Leute, das Ding läuft nicht; ich hab keinen Bock mehr auf Selbstständigkeit; ich habe Bock auf eine neue Herausforderung, wer hat ein cooles Projekt, wo ich Teil von sein kann?” Dann kriege ich wahrscheinlich direkt 17 Nachrichten von Menschen, die sagen: “Wie geil! Jetzt ist genau dieser Moment. Ich will Robert in meinem Team haben, auf den ich gewartet habe”. Deswegen ist es so wertvoll, egal, selbst wenn wir in einem Job drin sind, wo wir sagen “das ist zu 100 % komplett mein Traumjob. Ich bin so happy darin”, dann würde ich trotzdem jedem empfehlen, parallel eine eigene Personal Brand aufzubauen. Natürlich musst Du jetzt keine Daily-Vlogs machen. Du musst jetzt nicht alles dokumentieren usw. Aber in gewisser Hinsicht - Du hast es schön als Meinungsführerschaft formuliert - diese Expertise, die wir haben in unserem ganz konkreten Bereich - sei es einfach nur auf einer Facebook Page zu sharen, um da wirklich Schritt für Schritt ein eigenes Netzwerk aufzubauen - ist mega wichtig, egal ob es darum geht in einen anderen Job zu wechseln oder eine Selbstständig aufzubauen oder was auch immer. Das ist wirklich das A und O. Und Deine Frage war: Wie starte ich das? Wie gehe ich das an? Oder? Norman: Ja genau. Robert: Letztendlich würde ich so simpel wie möglich starten und gucken: Was ist ein Medium, auf das ich Bock haben könnte? Da hat man ja schon so ein gewisses Gefühl -  Schreibe ich gerne, spreche ich gerne in eine Kamera, spreche ich gerne in ein Mikrofon, als Podcast? Und da wirklich zu gucken, was sind die Dinge, die mir gut gefallen? - Dem nächsten Trend nachzujagen und zu sagen “Podcasts sind voll heiß”, aber eigentlich mit dem Mikro fühlt sich ziemlich isoliert an. Ich finde es nicht so geil. Ich will lieber was mit Videos machen oder ich will einfach nur schreiben. Ich will mich abends hinsetzen und einer Stunde einen geilen Blogartikel oder geilen Facebook Post auscraften”. Sich also erstmal auf dieses eigene Medium fokussieren und gucken, was ist eigentlich das, was auf meinen Stärken aufbaut und was baut auf meinen Interessen auf? Oder wenn wir gerne fotografieren, dann starten wir eine Instagram Seite - auch völlig okay. Es gibt wirklich für jedes Skillset und für jedes Interessengebiet ein passendes Medium und dann würde ich einfach starten. Du kannst ja heutzutage ohne Startkapital Deine Meinung raushauen - Du kannst kostenlos einen YouTube-Kanal, eine Facebook-Seite, einen Blog oder einen Podcast eröffnen und dann würde ich mit einem Medium starten und nicht gleich versuchen, alles abzudecken. Sondern wirklich mal nur mit einem starten und dann mal gucken und ausprobieren. Ich habe auch mit dem Blog gestartet, habe einfach mal angefangen zu schreiben, eine Facebook-Seite kam dann noch dazu. Ein Newsletter kam dann, ein YouTube-Kanal kam dann, Instagram kam dann, dies und das. Aber zum Start einfach mal mit einem und regelmäßig die eigenen Gedanken ins Internet stellen. Wenn wir wirklich diesen ersten Schritt weg von: Ich mache mir jetzt im stillen Kämmerlein Gedanken und quatsche mit meinen Kollegen und meinen Kumpels; hin zu: Ich stelle was ins Internet, was wirklich jeder lesen kann. Wenn wir den gegangen sind, dann haben wir schon mal ein großes Stück des Weges geschafft, weil das für viele einfach eine Hürde ist. Dann diesen ersten Facebook-Post, dieses erste Video, diese erste Podcast-Episode rauszustellen, das sollte am Anfang glaube ich das Ziel sein und dann kann können wir gucken, wie wir weitermachen. Norman: Ja, absolut. Wobei das Thema Vlogging auch schon so eine gewisse Königsdisziplin ist. Den Blog kann ich in Badehose schreiben, einen Podcast kann ich im Jogginganzug machen, in einem Video dürfen die Haare dann auch mal gerne richtig liegen. Worauf ich hinaus will ist, das kennst Du sicher auch, vielleicht war das am Anfang auch Deine Emotion, vielleicht bei Deinem allerersten Video, was Du aufgenommen hast, dieses: sich selbst zeigen. Die Angst davor in irgendeiner Form Content zu publishen und sich öffentlich zu machen. Kennst Du das? Kannst Du Dich noch  an Dein erstes Video erinnern, wie Du dieser inneren Angst - vielleicht hast Du auch keine gehabt - begegnet bist? Robert: Das erste Video - ich weiß nicht, vielleicht hast Du Bock  das auch unterhalb zu verlinken, ist vielleicht ganz interessant - habe ich mit meinem Bruder gedreht. Wir waren damals in Barcelona und hatten dieses Blog-Business am Start. Viele von unseren Freunden haben Videos gedreht und dann dachten wir “Ach komm, lass uns auch mal Videos drehen”. Wir hatten einen neue Kamera zum Fotografieren gekauft. Und dann waren wir auf dem Markt in Barcelona und dachten “Okay, wir drehen jetzt mal einen geilen Trailer für unseren neuen Kanal” und das Video ist glaube ich eineieinhalb Minuten lang und wir haben 3 bis 4 Stunden gedreht - und nochmal einen Anlauf und dies nochmal und das neu und “Nee, jetzt hab ich Schiss das so zu formulieren und was sagen die ganzen Leute?” Dann sind ganz viele Menschen um uns herum gelaufen, die uns angeguckt haben, als wären wir richtig bescheuert. All diese Dinge, mit denen man am Anfang zu kämpfen hat, diese Hürden am Anfang zu durchbrechen, das ist schwierig, aber das zahlt sich sowas von aus. Klar natürlich, ich dachte mir schon, vorher bin ich “nur mit meinem geschriebenen Wort” im Internet präsent und jetzt auch noch ein Video, da wird es mit Sicherheit viele Menschen geben, die einfach mich nicht mögen, die das einfach nicht cool finden so. Es einfach trotzdem zu machen und sich die Frage zu stellen “Will ich mich von diesen Gedanken zurückhalten lassen? Im Prinzip gibt es nur zwei Wege: Entweder sagen “Okay, wir gehen durch die Angst durch und machen’s trotzdem” oder “wir lassen uns davon zurückhalten” und akzeptieren es dann aber auch, dass wir uns dadurch beschränken. Je länger ich darüber nachgedacht habe, war es einfach immer stärker: “Ich muss den ersten Weg gehen”. Es gibt keinen anderen Weg weiter für persönliches Wachstum und selbst, wenn ich hinterher merke, dass YouTube mit den Videos und Vloggen, das ist gar nicht meins, dann hab ich trotzdem eine krasse Hürde in mir selbst gecrasht und habe mich persönlich weiterentwickelt. Immer dort wo die Angst ist, dort ist immer der Weg. Norman: Ja, sehr cool. Vor allen Dingen auch super spannend. Im Grunde ist ja kein Unterschied zwischen Offline und Online. Du hast weder Offline noch Online Einfluss darauf, was die anderen Leute von Dir denken, ob die Dich mögen oder nicht mögen. Die ganzen Schubladen sind ja sofort offen, Du bist ja sofort in diesen Schubladen drin und ich glaube, diese Angst kann man sich ja von vornherein schon mal nehmen, dass man sowieso nur die fokussieren sollte, auch von seinem inneren Mindset her, die einen tatsächlich auch mögen. Robert: Am Anfang war es schwierig, das so umzusetzen, aber jetzt mit der Zeit ist mein Ziel: Wenn ich 20 Leute habe, die mein Video gucken, dann hatte ich am Anfang, als ich gestartet bin wahrscheinlich 20 Leute, die gesagt haben “Ist ja ganz cool so. Das guckt man sich mal an und dann geht man mal wieder weiter. Vielleicht kommt man wieder, vielleicht kommt man nicht wieder”. Jetzt mittlerweile ist mein Ziel, von diesen 20 Leuten 10 Menschen zu haben, die das so feiern und die all ihren Freunden davon erzählen und dann sagen: “Boah, das ist einfach das Geilste! Das hat mich so inspiriert und so weiter gebracht”. Und dann aber auch 10 zu haben, die sagen: “Das ist ja der größte Scheiß. Das ist absolute Zeitverschwendung gewesen. Ich komm da nie wieder hin. Ich werde jedem davon erzählen, wie blöd der Robert ist und wie dumm der ist und wie Scheiße das alles ist.” Und damit bin ich völlig okay, weil ich weiß, dass ich bei den ersten 10 Menschen einen unfassbaren Mehrwert kreiert habe und damit völlig okay bin, wenn ich bei den anderen 10 Menschen überhaupt nichts auslöse. Damit bin ich viel weiter und entwickle mich viel schneller als Person weiter, mein Business weiter, das was ich bewegen will. Ich komm einfach viel schneller voran, wenn ich mit diesem Mindset unterwegs bin und nicht nach den 20 Menschen strebe, die so sagen: “Ja, ist ganz okay. Ja, passt schon”. Norman: Ja, absolut. Was hast Du unternommen, um Dein Image aufzubauen? Was waren die ersten Steps neben dem Einrichten des YouTube-Kanals und was war Dein Thema um zu sagen, “auf diese Weise will ich meine Reichweite aufbauen und will die Leute für mich gewinnen”? Robert: Was genau - das interessiert mich ganz kurz um da perfekt reinzugehen - ist Deine Definition von dem Wort Image? Norman: Image - Es gibt ja, ich nenn das in der Markenführung auch Haptik, wie fühlt sich das Ganze an? Allein die Entscheidung, wirklich authentisch zu sein, authentisch zu senden, finde ich eine ganz wichtige Entscheidung, um wirklich als Marke in der Wahrnehmung auch echt zu sein. Aber gab’s da eine innere Einstellung am Anfang oder vielleicht auch den einen oder anderen Kanal, den Du bewusst gewählt hast, um dieses authentische Image zu transportieren? Robert: Ah okay, alles klar. In Sachen YouTube war es absolut dieser Gedanke, auch immer das Unperfekte zu zeigen. Ich kann das total verstehen, wenn wir reingehen und Videos drehen, dann ist das natürlich für uns erstmal ein riesiger Schritt und dann wollen wir alles richtig machen, wollen wir alles perfekt machen und alles glatt poliert machen. Erstens braucht es unfassbar viel Zeit. Ich bin ein riesiger Befürworter von dem 80/20 Prinzip und zu sagen: Okay, das Ding ist gut, so geben wir das raus und setzen uns am nächsten Tag ans Nächste. Aber wenn ich mit diesem Pensum, mit dem ich gerade unterwegs bin, jeden Tag ein Video, dann kann ich überhaupt gar nicht gewährleisten, wenn alles perfekt sein muss. Das geht einfach nicht. Ich sage mir, ich brauch das nicht. Wenn alles perfekt sein muss, dann mache ich vielleicht ein Video im Monat und ich mache aber lieber 29 Videos mehr, die 80 % Qualität haben, weil ich weiß, damit kann ich viel mehr bewegen. Diesen Perfektionismus über Bord zu werfen und auch ein Stück weit Mut zu entwickeln, das Unperfekte zu teilen, weil insbesondere auch einfach mal Dinge zu teilen, die schief gehen. Ich hab auch schon viele Videos auf meinem Kanal veröffentlicht, wo ich einfach sage: “Ey Leute, der letzte Launch von meinem Kurs, da habe ich mir mehr vorgestellt. Das ist nicht so geil. Das und das habe ich an Fehlern gemacht. Das und das ist schief gelaufen”. Was ja natürlich, wenn man darüber nachdenkt, dass ich einem anderen Menschen dabei helfen will, selbst was aufzubauen und dann habe ich selbst was gemacht, was nicht funktioniert hat, dann denkt man: “Das kannst Du doch nicht machen!? Das macht doch Deine Brand kaputt”. Aber nee - ich positioniere mich nicht als der Oberguru, ich positioniere mich als jemand, der auf dem Weg ist. Der weiter ist in den allermeisten Fällen, als diejenigen, die gerade Videos gucken. Deswegen schauen sie zu. Wenn jetzt jemand schon irgendwie zig Millionen Businesses aufgebaut hat, dann ist der nicht auf meinem Kanal richtig und diese Illusion will ich überhaupt gar nicht erwecken, sondern ist positioniere mich so, dass ich für die Menschen, die jetzt gerade an einem gewissen Punkt sind, den und den Mehrwert liefere. Dazu gehört es aber auch völlig menschlich zu sein und dass auch mal Dinge schiefgehen und dass auch mal was in die Hose geht und dass auch mal was nicht so wird, wie ich mir das vorgestellt habe. Und wenn ich mich von diesen Gedanken, alles perfekt und alles richtig machen zu müssen und alles muss immer glatt laufen, verabschiede, dann nimmt es so viel Druck raus und dann kann ich viel befreiter aufstellen, als immer aus diesem Zwang heraus agieren zu müssen. Norman: Super gut! Absolut. Was ist Deine wichtigste Botschaft, die Du in die Welt hinaus tragen willst? Gibt es da so ein Ding, wo Du sagst: Das ist mir wichtig? Robert: Ja, viele Dinge die mir wichtig sind. Was mir besonders wichtig ist - deshalb mache ich auch diese täglichen Videos und lass jeden daran teilhaben - zu zeigen, dass es möglich ist, mit Begeisterung und mit Leidenschaft einen Weg zu gestalten, den es so vielleicht vorher noch nicht gab und damit erfolgreich zu sein und damit glücklich zu sein. Ich bin der Meinung, es gibt für jeden Menschen, für jede Persönlichkeit den passenden Weg und für einige gibt es aber aktuell diesen Weg noch nicht und sie müssen den erst selbst schaffen und das, was ich jetzt gerade mache mit den YouTube-Videos und mit der Konferenz und mit dies und dem - ich kenne Niemanden, der bisher sowas macht. Ich hab aber trotzdem das Vertrauen, dass es funktionieren kann und ich will zeigen, dass man nicht in irgendeine Schublade reingehen muss, um erfolgreich zu sein, sondern Du kannst das genauso schaffen, wie es zu Dir passt und damit letztendlich auch noch erfolgreich sein. Norman: Super cool. Absolut. Wie gehst Du mit Kritikern um? Jetzt bedeutet ja Sichtbarkeit natürlich auch, sich ein ein bisschen auch die Blöße zu geben und zu sagen “okay, konstruktive Kritik ist immer gut, daran wächst man und lernt man”, völlig klar. Aber wie sieht es mit destruktiver Kritik aus? Erreicht Dich das, so im Inneren? Tut Dir das weh? Oder wie machst Du das mit Dir selbst aus? Robert: Ja, schönes Thema. Immer wieder präsent, insbesondere bei der Menge an Output und bei diesem täglich sich wieder zeigen, kommen eine Menge negatives Feedback. Das ist auch eine Sache, an die ich mich mittlerweile auch ein Stück weit gewöhnt habe, aber nichtsdestotrotz ist es immer noch schwierig. Als ich angefangen habe da reinzugehen und mich zu zeigen, habe ich teilweise negative Kommentare bekommen und habe zwei Tage lang darüber nachgedacht, ob ich jetzt dieses Stück Content wieder löschen muss, ob ein komplett neues Video drehen muss, um das klarzustellen. Ich habe mir wirklich unfassbar viele Gedanken gemacht. Mittlerweile bin ich aber auf dem Punkt angekommen, dass ich mir sage: Die Tatsache, dass jemand eine andere Meinung hat zu dem, was ich gerade gesagt habe, zeigt eigentlich, dass ich ein Stück weit eine Marke bin; dass ich ein Stück weit mich selbst zeige. Die Tatsache, dass wir negatives Feedback bekommen, können wir eigentlich feiern. Weil wenn wir kein negatives Feedback bekommen - zurück zu dem Punkt von gerade eben - wenn wir niemanden haben, der es richtig ätzend findet, dann haben wir in den allermeisten Fällen auch niemanden, der es richtig geil findet und deswegen kann man ein Stück weit diese Kritik umarmen und kann sich sagen “Boah cool! Dabei habe ich mal ein bisschen auf den Putz gehauen. Da habe ich einfach mal war rausgehauen, was jetzt nicht so super populär ist, was jetzt vielleicht nicht jedem gefällt”. Es gibt dieses schöne Beispiel: Sally Hogsette ist eine Autorin, die sich sehr schätze. Sie bringt dieses Beispiel und sagt “Sei die Pistazie und nicht die Vanille, weil Vanille mag jeder, mit Vanille kannst Du nichts falsch machen. Vanille kannst Du auf den Tisch stellen und jeder bedient sich und alle sind happy damit. Ich kenn keinen Menschen, der kein Vanilleeis mag, aber Pistazie mag nicht jeder, aber dafür die Menschen, die die Pistazie mögen, feiern sie richtig und sagen: Das ist mein absolutes Lieblingseis, dafür würde ich auch nochmal 10 Minuten weiterfahren, um zu einer Eisdiele zu kommen, wo es Pistazieneis gibt”. Und diese Pistazie zu sein und nicht die Vanille zu sein und damit zu leben, dass es ganz viele Menschen gibt, die sagen: “Pistazieneis ist ja das Ekligste der Welt, damit kannst Du mich völlig jagen”. Aber wenn wir das machen, dann haben wir einen ziemlich guten Grundstein gelegt und dann gehört es einfach dazu, okay mit dieser Kritik zu werden, weil letztendlich sagt die Kritik ja mehr über die andere Person aus, als über Dich. Auch wenn Du sehr sehr viel teilst und auch in YouTube-Videos präsent bist, kriegt man schon einen guten Einblick von mir, aber niemand kennt Dich als Person. Das heißt, wenn Du als Person kritisiert wirst, dann ist es immer eine Sache, die ist unvollständig, weil derjenige es gar nicht weiß, dass es so ist. Wenn mir jemand ankreidet, dass ich XY falsch mache, dann zeigt mir dass mehr über die Person, die diese Kritik gibt, als über mich persönlich. Wenn wir dieses Mindset entwickeln und auch einfach ein bisschen wohlwollend sind, denn letztendlich gibt es insbesondere bei dem, was ich jetzt gerade mache, das zeigt natürlich auch den Lebensstil. Jetzt sind wir gerade auf Bali und wir arbeiten hier viel und machen dies und das. Dann gibt es einfach Leute die sagen: “Ich find es jetzt einfach nicht cool. Ich sitze jetzt hier gerade in Deutschland und es ist grau und ich hasse ich meinen Job und morgen ist wieder Montag. Jetzt muss ich es irgendjemandem mies machen, damit ich mich selbst besser fühle”. Natürlich ist niemand aktiv mit diesen Gedanken im Kopf am Start, aber es gibt viele Menschen, bei denen es unterbewusst präsent ist und wenn sie dann Dir ein bisschen in die Suppe spucken können, dann fühlen sie sich dadurch besser. Dann sage ich mir aber: “Okay, wenn ich jetzt damit dafür sorgen kann, dass es Dir ein bisschen besser geht, dann nehme ich das gerne in Kauf. Du kannst mir hier negatives Feedback geben”. Ich muss es nicht annehmen, ich kann es einfach stehenlassen und kann sagen: “Danke, dass Du Deine Zeit hier für mein Video geopfert hast” und mache aber einfach trotzdem meinen Stiefel weiter. Dann bin ich damit okay und dann merke ich, ich muss es nicht so persönlich nehmen, wie es sich anfänglich angefühlt hat. Norman: Wie lange hat das gedauert, bis Du so gut damit umgehen konntest? Robert: Da bin ich absolut noch nicht am Ende. Ich glaub, ich kann jetzt auch immer noch nicht so gut damit umgehen, wie ich eigentlich damit gerne damit umgehen wollen würde. Das wurmt mich dann schon immer nochmal. Dann denke ich mir so: Aber warum denn? Die haben es doch falsch verstanden. Ich kann ja auch aus vielem was rausziehen. Das ist auch eine Entwicklung. Ich war zwischenzeitlich so auf diesem Punkt, dass ich mir sage: “Das juckt mich alles gar nicht” und jetzt frag ich mich schon immer mehr, selbst wenn ich das nicht unterschreibe, aber trotzdem “ist da eine kleine Sache drin, die ich doch für mich annehmen kann und in der ich doch wachsen kann?” Diesen Grat zu schaffen zwischen auf der einen Seite sich nicht davon fertigmachen zu lassen, auf der anderen Seite sich aber trotzdem zu fragen: “Was kann ich daraus ziehen?” Ist eine lange Übung glaube ich. Ich mache das jetzt seit drei Jahren und bin so mittelgut, würde ich sagen. Da geht’s auf jeden Fall noch viel weiter nach oben, aber mit dem aktuellen Punkt bin ich schon ganz happy und kann gut damit arbeiten und kann mich, wenn dann sowas reinkommt, kurz darüber ärgern und kurz einmal das durchspielen und dann zwei Minuten später wieder auf die Dinge fokussieren, die ich für die Menschen leisten kann, die es gut finden und da mich immer auf den positiven Mehrwert zu konzentrieren. Norman: Sehr schön! Da bin ich völlig bei Dir. Es ist glaube ich ein sehr hohes Level in der Persönlichkeitsentwicklung aus der Kritik wirklich die Chance zu erkennen und für sich dann Weiterentwicklungspotenzial aufzumachen und die Tür nicht abzuschließen hinter sich, sondern wirklich zu sagen: “Ich nehm das an, aber ich lass es nicht an mein Herz ran. Ich lerne gern, aber es ist kein Angriff gegen mich als Person”. Robert: Ja, schön. Das ist ja auch wieder dieses, wenn man es mal durchspielt, wenn eine Person mein Video, was ich da Online gestellt habe, kritisiert, dann bin ich natürlich ein Stück weit mit meiner eigenen Arbeit verwoben, weil es liebe, weil ich es gern mache, weil ich da auch mein Herzblut reingelegt habe. Aber selbst wenn jemand sagt “Das Video ist das schlechteste Video, was ich jemals gesehen habe”, dann sagt es, selbst wenn ich es annehmen würde, gerade nur etwas über meine aktuellen Videoskills aus und nicht über mich als Person und meine Videoskills kann ich verbessern und kann mir sagen: “Okay, mach ich’s beim nächsten Mal einfach geiler”, aber es sagt nichts über mich als Person aus. Ich bin immer noch genauso wertvoll wie vorher, auch wenn diese Trennung zu schaffen, einfach unfassbar schwer ist. Wenn wir etwas mit Leidenschaft betreiben, steckt da unfassbar viel von uns selbst drin. Aber da kommt halt auch nochmal dieser Punkt rein, selbst wenn jemand sagt: “Ey, das Ding ist nicht geil”. Vielleicht ist das jemand, der seit 10 Jahren wirklich profimäßig Videos dreht und Dokumentationen gemacht hat und unfassbar erfolgreich ist und für seine Maßstäbe ist es natürlich schlecht. Da habe ich auch gar nicht den Anspruch, als jemand der das seit zweieinhalb Jahren macht, da mit jemandem konkurrieren zu können, der schon unfassbar erfolgreich ist. In den allermeisten Fällen, ist der, der so ein Feedback schreibt, aber nicht jemand der unfassbar erfolgreich ist. Weil jemand, der unfassbar erfolgreich ist und seit zehn Jahren Videos macht, in den allermeisten Fällen viel zu beschäftigt ist, um bei mir negatives Feedback zu schreiben. Das ist auch so ein Punkt, den ich immer stärker durchdringe. Jemand, der seine eigenen Projekte hat und damit glücklich und damit erfolgreich ist, seinem Traum nachgeht, der hat überhaupt gar keine Zeit uns jetzt hier vor die Tür zu kacken. Das sind in den allermeisten Fällen Menschen, die noch nicht ihr Ding gefunden haben und die unhappy sind mit dem und dementsprechend sollte man sich die Frage stellen: Ist es sinnvoll, von so jemandem einen Rat anzunehmen? Weil das ist ja nicht jemand, der ist auf dem gleichen Weg wie ich. Der macht was völlig anderes und dementsprechend, wenn ich eine andere Sache mache als er, dann bin ich in den allermeisten Fällen eher der Experte für meine Situation und nicht die andere Person. Norman: Ja. Was ich auch noch mal unterstreichen möchte, ist Deine Aussage, die Du gemacht hast: Wenn Du die destruktiven Kritiker oder meinetwegen auch die Hater hast, dann bist Du auf einem guten Weg sichtbar zu werden. Ich stell mir immer die Frage oder versuche mir vorzustellen, das müssten ja eigentlich auch Leute sein, die dann, wenn sie ein kleines Kind sehen, was mit völliger Begeisterung eine Sandburg baut oder so, dass sie da einfach durchlatschen und auch dort versuchen, das zu zerstören. Ich kann mir das immer nicht vorstellen, wieso da ein Unterschied gemacht wird und finde, das sind sehr merkwürdige Menschen. Aber gut - anyway. Robert: Ein schöner Punkt! Weil im Prinzip sind wir ja dieses kleine Kind, dass jetzt gerade eine Sandburg baut. Unser erstes Video, stellen es Online und sind Feuer und Flamme und finden es geil und wollen am liebsten zu Mama rennen und sagen: “Hier guck mal.” Und dann kommt jemand und der läuft dadurch. Das ist einfach unvorstellbar. Norman: Ja, absolut. Rob, die Frage: Wie triffst Du Entscheidungen und was hilft Dir dabei, finde ich immer sehr spannend. Wie ist es bei Dir? Robert: Da bin ich auch nicht so ganz im Tune mit diesem klassischen Business-Ding und wir müssen alles analysieren und wir müssen für alles eine passende Metrik haben und müssen schauen, “okay hier diese Zahl und wenn sich das so entwickelt, dann entscheiden wir so und wenn sich das so entwickelt, dann entscheiden wir so”. Ich treffe fast alle Entscheidungen einfach aus dem Bauch heraus und ich bin damit unfassbar gut gefahren. Egal, ob es darum geht, einen neuen Mitarbeiter an Bord zu holen oder in ein Projekt reinzugehen oder ein Projekt zu droppen oder irgendetwas umzustellen oder eine neue Marketingplattform auszuprobieren - ich schau immer: Fühlt sich das gerade so an, als ob ich da richtig Bock habe reinzugehen, als ob da eine geile Connection fühle? Das muss man natürlich immer für sich persönlich abwägen, welcher Weg da für mich der passende ist. Aber ich bin ein Mensch, der, wenn er richtig, richtig, richtig Bock auf eine Sache hat, dann bin ich unfassbar produktiv und wenn ich gar keinen Bock auf eine Sache habe, dann bin ich unfassbar unproduktiv. Für die allermeisten Jobs dieser Welt, wäre ich glaube ich der schlechteste Mitarbeiter, den man sich vorstellen kann. Weil wenn ich nicht mit Herzblut jetzt gerade dabei bin, dann kann ich auch nichts leisten. Dann ist das Ergebnis einfach richtig schlecht. Das heißt, ich bin nicht besonders gut darin, mich in einer Sache, wo ich merke “Nee, da brennt gerade nicht mein Herz für”, mich da reinzuwerfen und da gute Leistungen zu schaffen. Weil ich das für mich erkannt habe, meide ich das und gehe nur in Dinge rein, wo ich sage “Boah ja, geil!” Da wache ich morgen früh auf und denk mir “da will ich direkt jetzt reingehen und dann will ich direkt dieses Projekt voranbringen”. Und wenn das der Fall ist, dann ist die Entscheidung für mich schon ziemlich klar. Dann muss ich natürlich noch mit Analytischen und Rationalen gegenchecken, wie ich das jetzt konkret mache, weil wir müssen auch diese Praktikabilität haben. Wenn ich jetzt von heute auf morgen entscheiden würde “alles was ich jetzt mache, da habe ich überhaupt keine Lust; ich hänge alles an den Nagel und gucke dann, was ich mache, ist auch nicht besonders clever, weil ich ja gucken muss, wie ich klar komme. Erst diese Entscheidung mit dem Herz zu treffen und dann zu gucken, wie ich sie rational umsetze und wie ich dieses große Ding, irgendwie runterbreche - das ist für mich immer mein Weg. Aber die Entscheidung ist  meistens schon sehr schnell klar und ich muss nur noch einen Weg finden, wie ich sie umsetzen kann. Norman: Ja, super. Es auch super spannend im Leben, wenn man sich genau wie Du,  von der eigenen Intuition leiten lässt. Wohin geht die Reise? Das ist ja auch die gewisse Spannung, die im Kopf eh nicht kalkulierbar ist. Super cool. Rob, jetzt machen wir noch einen kleinen Werbespot rein, nämlich für Dich, weil ich Deine Arbeit sehr schätze und gesehen habe, dass Du  natürlich auch ein paar Online-Kurse hast. Kannst Du uns dazu ein bisschen was erzählen? Robert: Yes, gerne! YouTube ist einfach mein Baby, mein Lieblingsmedium. Ich habe einen Kurs erstellt, den hab ich jetzt seit eineinhalb Jahren präsent und alle paar Monate update ich den jetzt. Er ist jetzt mittlerweile sehr, sehr fett geworden. Der heißt “YouTube, aber richtig”. Das ist ein Videokurs, wo es einen kompletten Rundown über alle Themen gibt, die in Bezug auf das Thema YouTube interessant sind: Wie finde ich mein Thema? Wie finde ich meine Zielgruppe? Wie finde ich meine Nische? Wie drehe ich Videos? Was brauche ich für ein Equipment? Wie baue ich eine Community auf? Wie starte ich Kooperationen? Wie kann ich damit Geld verdienen? Wie connecte ich YouTube mit anderen Plattformen? Und so weiter und so fort. Für wirklich jeden, der Bock hat auf das Thema YouTube, ist das ein auf jeden Fall ein Ding, was ich jedem ans Herz lege. Da haben wir jetzt mittlerweile sehr viele Leute dabei. Wir haben auch jetzt schon echt einige dabei, das ist meine Lieblingsstory aus diesem Kurs. Wir haben einen dabei, der mit dem Kurs gestartet ist mit 300 Abonnenten: Matthias Niggehoff. Der ist Psychologe und hat auch eine eigene Praxis und hat quasi seinen YouTube-Kanal gestartet, um seine Praxis und seine Tätigkeit weiter in die Welt hinauszutragen. Das war als Hobbyprojekt gestartet und mittlerweile steht der Kanal bei 25.000 Abonnenten. Das ist einer der Rockstars überhaupt in dieser Szene und das ist krass! Das mit anzusehen, wie YouTube als Medium so viel bewegen kann. Das ist für mich wunder-, wunderschön. Und als kleine Basic-Version davon haben wir noch einen abgespeckteren Kurs, der heißt “YouTube, die Basics”. Den gibt es in zwei handvollen Lektionen - der  ist auch komplett kostenlos - als ersten Einblick für jemanden, der jetzt gerade zuhört und sich sagt “Ja, das könnte was für mich sein, das könnte interessant für mich sein”. Checkt Euch gerne diesen Kurs aus, der ist auch komplett for free. Da kann man anfangen, die Füße ins Wasser zu halten, in dieses YouTube-Medium. Norman: Ja, sehr cool! Gibt es drei wichtige Punkte, die ich als angehender Vlogger beachten sollte, aus Deiner Sicht? Robert: Schöne Frage! Einen Gedanken muss ich auch hier wieder reinstreuen, den wir jetzt vorhin schon hatten: Diesen Perfektionismus über Bord zu werfen und sich zu sagen “Ich fang jetzt mal einfach an. Ich hab zwar noch nicht die perfekte Kamera. Ich hab nicht das perfekte Know how”. Meine ersten 30 Vlogs habe ich komplett mit dem iPhone gefilmt und in der iMovie-App direkt am Handy geschnitten, quasi komplett ohne Laptop. Das hat auch funktioniert. Das geht. Das ist möglich. Diese Hürde Equipment, können wir direkt von Anfang an über Bord werfen, denn jeder hat ein halbwegs taugliches Smartphone oder zuhause noch eine DigiCam rumliegen oder vielleicht sogar eine Spiegelreflex, mit der im Urlaub Fotos gemacht werden und damit kann man wunderbar starten, das passt vollauf. Norman: Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen, genau. Robert: Was ebenfalls wichtig ist, ist sich bewusst zu machen, dass YouTube und das Vlogs nicht wie Fernsehen sind, das ist nicht so eine Einbahnstrasse. Du produzierst Content; drehst Dein Video; stellst es Online. Dann gucken es Leute; die finden es toll und fertig ist und dann wird am nächsten Tag oder nächste Woche wieder ein neues Video ausgestrahlt. Sondern YouTube ist ein Austausch; das ist ein Zweiwegeding. Du produzierst was, stellst es online und dann guckt sich das jemand an und schreibt den Kommentar, schreibt ein Feedback, schreibt Dir vielleicht eine Nachricht. Du reagierst wieder darauf und baust so eine Community auf. Das macht für mich auch den Reiz aus. Mein aktuelles Video, was ich gestern gefilmt habe, habe ich heute morgen geschnitten. Das ist fertig und lädt gerade hoch. Das wird in der nächsten Stunde gepublished und ich weiß jetzt schon - und das macht diesen Reiz aus, dieses Video zu veröffentlichen -, dass sich Leute darauf freuen werden. Wir kriegen Feedback und sie sagen: “Ey, ich will mehr von Bali sehen, das ist voll cool und ich gucke das jeden Tag” und ich weiß jetzt schon vorab, bevor es online ist, dass es Leute geben wird, die freuen sich darauf und das motiviert mich natürlich nochmal enorm, da wirklich täglich präsent zu sein und vielleicht auch mal an einem Tag wo ich denke, “Krass, heute ist so viel zu tun. Vielleicht drehst Du heute mal kein Video” und es dann einfach trotzdem zu machen, weil ich weiß, es gibt Leute, die freuen sich darauf. Da ist einfach so eine Community entstanden von Menschen, die sich um ein gemeinsames Interesse versammeln und die sich auch untereinander connecten. Dieses Thema Community ist aus meiner Sicht eines der Wichtigsten überhaupt, weil das auch dazu führt, dass wir jetzt all diese Projekte in der Lage sind umzusetzen, die wir umsetzen. Wenn es gut läuft, dann knacken wir morgen die 7.000 Abonnenten und 7.000 Leute sind viel, aber 7.000 Leute sind jetzt auch nicht so viel, als dass man darauf aufbauend als Grundlage eine Awesome People Conference machen kann mit Life Events in allen größeren deutschen Städten und über 500 Leute bei unseren Events zu Gast hatten und jetzt eine Online-Konferenz machen, die riesig wird und mit Größen wie Christian Bischof, Tobi Beck, Matthew Mockridge usw. zusammenzuarbeiten. Das funktioniert nur, weil die Community so stark ist, dass sie präsent ist und dass sie kommentiert und zuschaut und letztendlich auch Produkte kauft und da einfach etwas in Gang bringt. Weil ich immer ein Befürworter von diesem Qualität statt Quantität war - also Tiefe von Beziehungen über Anzahl der Menschen. Das ist mir immer viel wichtiger. Es ist mir eigentlich egal, ob da jetzt 3.000, 5.000 oder 7.000 Leute zugucken, sondern mir ist es wichtig, dass die, die zugucken etwas daraus ziehen können; dass es sie weiterbringt; die mir ein Feedback schreiben; ich mich persönlich mit denen austausche. Das ist immer mein oberstes Ziel. Das vielleicht als Punkt Nr. 2: Wirklich immer auf die Community zu gehen. Und als Punkt Nr. 3, das ist vielleicht so eine Sache, die es einem erleichtert und die ich auch am Anfang wieder angekreidet bekommen habe: Am Anfang ist es völlig okay einfach mal nachzumachen, einfach nur zu kopieren, einfach komplett zu klauen. Zu gucken, welche Leute machen Videos in einem Stil, wie es mir gefällt und dann mach ich’s einfach mal nach. Dann versuche ich dieses Handwerk komplett zu übernehmen. Weil wenn wir uns in einen Bereich reinwerfen, von dem wir noch nicht so die Ahnung haben, wir z.B. Videos drehen, dann ist es schwer einen eigenen Stil zu entwickeln, wenn wir noch überhaupt gar nicht das Handwerk können. Deswegen, was ich am Anfang gemacht habe: Ich habe mir zwei, drei Vlogger rausgesucht, von denen ich finde, dass sie einfach einen geilen Job machen, die verfolge ich sehr gerne. Casey Neistat, Ben Brown, zwei coole YouTuber, die ich sehr gerne verfolge und ich mache einfach mal nach und ich gucke mal: Wie setzen die die Schnitte? Wie führen die die Kamera? Was machen die genau? usw. Ich versuche es einfach mal nachzubauen. Dann haben ganz viel Leute geschrieben: “Ey Robert, Du machst die ja voll nach!” Dann hab ich gesagt: “Ja klar, ich kann ja noch nichts anderes. Ich muss ja erstmal lernen”. Und jetzt habe ich mittlerweile einen gewissen eigenen Stil entwickelt, der nicht so ist wie irgendjemand anderes. Das hätte ich aber nicht gekonnt, wenn ich direkt von Beginn an versuche, meinen eigenen Stil zu entwickeln. Also: Am Anfang klauen, ist völlig okay. Norman: Das ist ja auch genau das, wie wir groß geworden sind. Von wem haben gelernt? - Vom Abschauen der Eltern. Robert: Total! Nur weil Mami läuft, heißt das nicht, dass wir nicht auch laufen dürfen. Wir können es einfach mal nachmachen. Norman: Robert, wir sind fast am Ende unseres Interviews. Ich hab noch so eine kleine Quick Q & A Session. Ich stelle Dir ein paar Fragen und Du antwortest ganz spontan. Robert: Geil, hau raus! Norman: Was hat Dich anfangs davon abgehalten, Dich als Marke zu positionieren? Robert: Ich hatte es jetzt schon mehrmals am Start: Angst vor negativem Feedback, auf jeden Fall. Diese Angst vor Zurückweisung muss man überwinden, sonst kommt man da nicht voran. Norman: Wenn die Leute an Dich denken, was ist das eine Wort, wofür Du selbst als Marke bekannt sein willst oder schon bist? Robert: Begeisterung. Mein Ziel ist es wirklich, diese Begeisterung, diese Leidenschaft rüberzubringen und zu zeigen, was alles möglich ist. Und indem ich zeige was möglich ist, hoffe ich, dass ich bei anderen Menschen dieses Gefühl von: “Boah, für mich ist das auch möglich. Ich will da auch reingehen”, dass ich das auslösen kann, das ist mein Ziel. Norman: Ja, sehr cool. Welcher Moment oder Rat hat einen besonders nachhaltigen Einfluss auf Dein heutiges Leben oder auf Dein Business? Robert: Schöne Frage. Einen Rat, so einen richtigen super, duper ultra Rat habe ich nicht präsent. Einen Moment, der einen großen Einfluss auf mich hatte war: Anfang 2015 habe ich mein erstes Business zum Thema Rohkosternährung auf’s Eis gelegt und habe etwas neues gestartet und hatte am Anfang super Angst, weil 1.) Das Ding lief richtig gut. Richtig viele Leute haben das verfolgt, da war Potenzial, aber ich habe gemerkt, da hängt nicht mehr mein Herz dran; das Thema Ernährung ist nicht der Kern von all dem. Ich muss einen kleinen Shift machen und muss was Neues starten und hatte deswegen natürlich super  Angst: “Ey, das sichert mein Einkommen. Davon lebe ich” und wie ich das schaffe. Das war die schwierigste Zeit bisher auf jeden Fall. Letztendlich habe ich es dann doch gemacht und es hat auch funktioniert und es hat mir nachhaltig gezeigt, wenn Du dem nachgehst, wo Deine Leidenschaft drin liegt, dann hast Du zwar kurzfristig unter Umständen eine Menge Schwierigkeiten, aber langfristig hast Du den fetten Return und das Ding lohnt sich, immer wieder da reinzugehen. Weil, wenn Du auf Deiner Leidenschaft aufbaust, dann kannst Du langfristig Resultate einfahren, die Du überhaupt niemals einfahren kannst, wenn Du nur dort reingehst, wo gerade das Potenzial liegt. Norman: Absolut, das sehe ich genauso. Kannst Du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, was Du selbst einsetzt? Robert: Mein absolutes Baby ist auf jeden Fall Evernote. Damit arbeite ich tagtäglich, damit mache ich alle Planungen hier im Team oder für die Videos oder für die Konferenz. Das ist mein Lieblingsproduktivitätstool. Bevor ich angefangen habe es zu nutzen, habe ich schon überall gehört, dass alle es so hypen und ich dachte mir: “Häh, was ist denn da dran? Das sind irgendwie nur Notizen”, aber ich kann jedem empfehlen, sich da mal reinzubegeben und ein paar Videos darüber in YouTube zu schauen, was das Ding eigentlich kann. Das ist richtig, richtig, richtig stark. Norman: Ja, das verwende ich auch - ist echt ein cooles Tool. Welche drei Mobile Apps benutzt Du am liebsten? Robert: Schöne Frage. Warte mal, ich mach jetzt hier einfach mal direkt hier parallel das Ding an und guck mal, was auf meinem Homescreen ist. Ach geil, was ich sehr gerne mag, ist jetzt vielleicht nicht für jeden übertragbar, aber die die DJ I go App und DJ-I ist der Marktführer in Sachen Drohnen - ferngesteuerte Autos für die Luft. Ich war erst gestern wieder unterwegs und ich liebe es total. Das wertet natürlich die Videos nochmal enorm auf, dass ich hier auf Bali mit der Drohne über die Wälder fliege und da geile Aufnahmen mache. Das liegt gerade mein absolutes Herz. Ansonsten kann ich jedem Audible und Blinkist empfehlen, das sind meine beiden Go-to-Ressourcen, wenn es darum geht, sich Input reinzuziehen. Audible ist von Amazon. Da sind die ganzen Bücher als Hörbücher und Blinkist ist eine geile App, die einem Buchzusammenfassungen in 15 Minuten serviert - entweder zum Lesen oder zum Hören. Ich kann mir jetzt quasi, um bei Tim Ferris 4-Stunden-Woche zu bleiben, die Quintessenz aus diesem Buch in 15 Minuten ziehen und das ist geil! Das ist wirklich hervorragend dafür geeignet, um sich einen ersten Einblick in ein Buch geben zu lassen, ohne jetzt komplett zu sagen “Ich committe jetzt 10 bis 15 Stunden meiner Zeit darein, um da wirklich die Ressourcen rausziehen zu können. Blinkist ist mein persönlicher Geheimtipp an dieser Stelle. Normal: Sehr cool. Vielleicht an dieser Stelle noch eine Querfrage: DJ I hat ja eine Halterung für’s Handy rausgebracht, was ja denselben Mechanismus hat, wie die Kamera die unter der Drohne an diesem Gimble hängt. Hast Du die schon mal verwendet oder hast Du da schon Erfahrungen sammeln können? Robert: Gar nicht. Nee, das habe ich noch nicht genutzt. Es ist auf jeden Fall interessant, es ist sehr, sehr spannend. Ich filme aktuell - falls es jemanden interessiert - aktuell mit der Sony A7S2, die habe ich mir jetzt vor Kurzem geholt. Das ist das geilste Ding. Ich bin ultrahappy mit der Kamera, die ist aber unfassbar teuer. Das ist vielleicht für jemanden, der jetzt startet, nicht unbedingt geil, aber wirklich: Die Qualität von dieser Kamera ist bisher noch nicht durch so einem Smartphone mit coolem Gimmick aus meiner Sicht zu ersetzen. Aber keine Ahnung was in Zukunft kommt, mal gucken. Norman: Was für Musik hörst Du, die Dich inspiriert oder auf neue Ideen bringt? Robert: Schöne Frage. Das ist sehr unterschiedlich. Ich habe nicht nur einen Musikstil. Es kommt immer darauf an, wenn ich eine kreative Brainstorming-Sache reingehe und es gerade mein Ziel ist, neue Ideen zu entwickeln, dann höre ich sehr gerne klassische Musik. Das entspannt und energetisiert mich irgendwie gleichzeitig. Das finde ich sehr geil. Wenn ich z.B. Sport mache oder so, dann höre ich eher was, was ein bisschen energiegeladener ist, dann höre ich gerne Hiphop. Da bin ich auch wieder so - ich geh da rein, was sich gerade cool anfühlt. Ich höre gerade irgendwo ein Lied, das läuft irgendwo in einem Restaurant oder sowas. Dann zieh ich mir das auf Spotify zwei Tage lang auf Endlosschleife, weil ich es gerade geil finde, weil ich damit gerade eine positive Energie verbinde. Alles was mich in einen guten Energiestate setzt, höre ich gerne. Norman: Super! Jetzt hast Du schon ein Buch genannt. Die obligatorische Buchfrage muss natürlich in jedem Podcast-Interview kommen. Aber gab es in Deinem Leben ein Buch, was für Dich persönlich einen großen Mehrwert hatte? Robert: Ja! Ryan Holiday - The Obsticle is the way. Ryan Holiday ist einer meiner Lieblingsautoren und in diesem Buch geht es darum, der Titel verrät es schon, da wo gerade das Hindernis ist, da wo gerade das Problem ist, dort ist eigentlich der Weg, in den wir reingehen sollten. Dieses Klischee mittlerweile schon: “Was uns nicht umbringt, macht uns stärker”. Da ist aber aus meiner Sicht so viel Wahres dran. Die schwierigsten Zeiten bisher, waren auf jeden Fall die Zeiten, in denen ich mich am stärksten weiterentwickelt habe, in denen ich am meisten gelernt habe. Wer für sich selbst da mal reingeht, in diese Illusion vom Scheitern, vom es geht alles schief und da mal drüber nachdenkt, dass das eigentlich Quatsch ist - Wir starten jetzt ein Business und es fährt  komplett gegen die Wand, es funktioniert nicht so, dann haben wir, weil wir trotzdem mit einem offenen Geist dabei sind, so viel gelernt. Wir wissen, was alles genau nicht funktioniert und unsere Erfolgswahrscheinlichkeit beim nächsten Mal steigt exponentiell. Alles was gerade aktuell ein Problem ist, bietet Möglichkeiten, unfassbar riesiges Lernpotential und die Möglichkeit zum Wachstum. Deswegen ist dieses Buch ein Gamechanger für absolut jeden Menschen. Norman: Sehr cool. Super. Letzte Frage Rob: Hast Du für uns noch so zum Abschluss einen Tipp, den Du uns geben würdest, wenn ich jetzt in einen Zug einsteige und davon fahre und wir erreichen wir Dich am besten? Robert: Das ist ja mittlerweile auch schon fast so ein Klischee, aber da ist so viel Wahres dran - Ich liebe diesen Nike-Slogan von Just do it. Das ist wirklich das Geheimnis. Menschen suchen immer oft nach dieser Wunderpille, “wie werde ich erfolgreich? Wie werde ich glücklich? Wie baue ich mir das auf?” - Du musst einfach anfangen! Du musst einfach starten, loslegen, unperfekt, einfach ins Handeln kommen. Dieses tagtägliche Weiterentwickeln und auch Bock auf diese schwierigen, unsexy Dinge entwickeln, weil ich weiß, dass mich das voranbringen wird, ist super wichtig. Also einfach loszulegen und zu starten und so einfach es klingt, so einfach ist es auch, aber so schwer ist es dann doch wieder, weil dann so viele Dinge in unserem Kopf uns zurückhalten. Aber wir wissen, wir haben heute angefangen oder wir haben heute einen Schritt gemacht, der uns besser macht und der uns näher an das bringt, was wir eigentlich wollen als gestern, dann haben wir alles richtig gemacht und dann können wir morgen den nächsten Schritt machen und übermorgen den nächsten und überübermorgen den nächsten und dann kommen wir langfristig irgendwo an, wo es ziemlich geil sein wird. Wo das genau ist, keine Ahnung. Ich weiß nicht genau, wie es bei mir weitergeht, aber ich habe das Vertrauen darauf, dass, wenn ich tagtäglich diese Verbesserung, immer tagtäglich auch als Mensch wachse, dann lege ich einen sehr guten Grundstein. All das versuche ich gerade weiterzugeben in der Awesome People Conference, das ist mein absolutes Baby zurzeit. Wie gesagt, vom 20. bis 30 November gibt es da knapp 50 Stunden Videomaterial, 33 Interviews mit sehr interessanten, erfolgreichen glücklichen Menschen, die ihre Insides sharen. Ich geh da tief rein an die Wurzel: Wie ging das Ganze eigentlich los? Wie ist es ins Rollen gekommen? Ich kann jeden nur herzlich einladen. Es ist komplett kostenlos, da kann man sich einfach eintragen auf der Website und kann sich dann tagtäglich die einzelnen Interviews reinziehen und das ist gerade mein Herzensding. Da möchte ich wirklich jeden einladen, da dabei zu sein. Norman: Schön. Wir verlinken es auf jeden Fall. Wie erreichen wir Dich am Besten? Robert: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt sehr, sehr viele Social Media Kanäle. Was mich wirklich freuen würde ist, weil wir jetzt auch sehr stark auf diesem YouTube-Video-Thema gerifft haben: Wer jetzt sagt “Ey, das könnte irgendwie was für mich sein” - Geht mal gerne auf meinen YouTube-Kanal und schreibt mir einen Kommentar darunter, dass ihr jetzt hier gerade vom Podcast kommt. Das würde mich sehr freuen. Dann kann ich nochmal ganz kurz Danke sagen für’s anhören. Weil wir haben jetzt eine Stunde hier gesprochen und Zeit ist das wertvollste Gut und allein, dass jemand uns beiden jetzt gerade eine Stunde seiner Zeit schenkt ist schon Mindblowing - so richtig krass! Also, auf jeden Fall Danke dafür! Haut mir gerne einen Kommentar raus, dann kann ich nochmal da ganz kurz Danke sagen und wer mich persönlich erreichen will, am besten einfach über die Facebook-Seite der Awesome People Conference, da einfach eine Message raushauen und dann schreibe ich da sehr gerne zurück. Norman: Rob, an dieser Stelle: Ich sage Danke. Vielen Dank für Deine Zeit!  Du hast es gerade angesprochen: Dein wertvollstes Gut - Eine Stunde hast Du uns geschenkt und wir haben sie konserviert in diesem Podcast. Ich freue mich von Dir zu hören. Ich freue mich auf die Konferenz und wir bleiben in Verbindung. Robert: Sweet, mein Lieber. Vielen, vielen Dank! Ohne Witz, es hat mir außerordentlich viel Freude bereitet und ich wünsche Dir allen Erfolg weiterhin und bis bald hoffentlich. Norman: Ja, bis bald. Danke Rob! Robert: Geil, ciao! Norman: Ciao!   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne Dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass Du diesen Podcast mit Deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch Deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für Deine Bewertung bei iTunes.   Wir versorgen Dich einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen kostenlos. Melde Dich für unseren Newsletter an.   Wenn Euch der Artikel gefallen hat, teilt ihn bitte in Euren Netzwerken, dadurch unterstützt Ihr uns enorm! Danke!!!  

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    045 - Revierinfo 6 - NOK

    · Segelpodcast.com: Segeln, Wale, Delfine und Mee(h)r von und mit Monika Bubel

    www.segelpodcast.com 045 - Revierinfo 6 - NOK Heute gibt es in Folge 045 - Revierinfo 6 - NOK, Revierinfos über den Nord Ostsee Kanal. Und zwar eingebunden in meine Erlebnisse von meinem fünften Törn. Der von Amsterdam startete und den ich in Folge 044 sozusagen in Cuxhaven beendete. Nun geht es weiter über den NOK in die Ostsee und dann noch das Stück hoch in die Flensburger Förde zur Marina Toft, wo der Törn dann tatsächlich am 19.05.2012 beendet war. Cuxhaven - Brunsbüttel Wie schon in Folge 044 erwähnt war ein Unwetter im Anmarsch und wir hatten uns beeilt nach Cuxhaven zu kommen. Nach einer etwas unruhigen Nacht mit viel Wind und Klappergeräuschen in der Marina des Segelvereins von Cuxhaven machten wir uns gegen 8 Uhr auf den Weg nach Brunsbüttel. Ich hatte immer noch die Wache von 8 bis 12 und so durfte ich die betonnte Strecke quer über die Elbe rüber nach Brunsbüttel mit meinem Kollegen steuern. Der Wind kam günstig und wir sausten unter Vollzeug die rund 15 Meilen zum Eingang des Nord Ostsee Kanals. NOK Vor der Schleuse mussten wir eine Weile warten, weil ein großes Schiff gerade rausgeschleust wurde. Die Wartezeit könnte man nutzen um ein bisschen über den Kanal zu erfahren: Von dieser Seite habe ich die Folgenden Infos: Der Nord-Ostsee-Kanal ist die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt, in einigen Jahren mit über 40.000 Schiffen und ist eine Erlebnis-Region mit besonderem maritimen Flair. Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal Egal wie groß die Schiffe sind - durch die Schleusen in Brunsbüttel (an der Elbe) und in Holtenau (an der Kieler Förde) müssen sie alle. Historische Betrchtung zum Nord-Ostsee-Kanal Nach einer Bauzeit von etwa 7 Jahren wurde der Nord- Ostsee-Kanal mit den Schleusen 1895 eröffnet, allerdings schon nach kurzer Zeit erweitert. Denn die Schiffe wurden schnell immer größer. Der alte E i d e r k a n a l Schon vor dem Nord-Ostsee-Kanal gab es eine durchgängig-schiffbare Wasserverbindung zwischen den schleswig-holsteinischen Meeren, nämlich den Eiderkanal. Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts vor Kiel gebaut und nutzte dann ab Rendsburg den natürlichen Wasserverlauf der Eider bis nach Tönning. Teile des Eiderkanals sind heute noch sichtbar. Brücken über dem Nord-Ostsee-Kanal Insgesamt zehn Hochbrücken für den Eisenbahn- und Straßenverkehr gibt es am Nord-Ostsee-Kanal. Sie sind meistens begehrte Fotomotive, insbesondere wenn große Schiffe darunter hindurchfahren. Die Rendsburger Eisen- bahnhochbrücke feierte 2013 ihren 100. Geburtstag. Zusammen mit der Schwebefähre ist sie eines der beliebtesten Ausflugsziele am ganzen Kanal. Fähren am Nord-Ostsee-Kanal Sie sind die „Arbeitstiere“ am Nord-Ostsee-Kanal und Tag und Nacht unermüdlich im Einsatz. Viele Urlauber und Tagesausflügler nutzen sie für den mehrfachen Wechsel von einem Kanalufer zum anderen - das kostet nichts ... www.segelpodcast.com  

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    Björn Tantau ★ Internet & Online Marketing Know-How aus über 20 Jahren

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit Björn Tantau Hey ihr Lieben und willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ! Dieses Mal live aus dem Surf Office in Lissabon, in dem wir seit zwei Tagen jetzt sind und unser DNX CAMP vorbereiten. Das DNX CAMP startet am Mittwoch mit 17 Teilnehmern. Und hier aus dem Surf Office Coliving und Coworking Space habe ich das Interview mit dem Björn Tantau aufgenommen. Björn ist ein alter Bekannter von mir aus der Online Marketing Zeit. Speziell aus dem SEO Bereich. Wir haben uns auf vielen Konferenzen getroffen, öfters beim Bierchen mal über die neuesten Trends und Hacks ausgetauscht und habe mir gedacht: Jetzt wo ich selber einen Podcast habe mit Zuhörern “Wieso mache ich das nicht mal mit dem Björn? Ruf ihn an über Skype und frag ihn aus, was gerade Phase ist in der  Internet Marketing oder Online Marketing Welt. Und nimm das Ganze auf, sodass alle was davon haben.” Also viel Spaß beim Interview mit Björn! In dieser Folge lernst du: Wie du 100% Performance bei deiner Marketing Strategie bekommst. Warum du deinen Realname bei Facebook nutzen solltest. Warum Podcasting gerade immer beliebter wird. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus   SHOWNOTES Björn Tantau Snapchat Instagram Periscope Meerkat Amy Porterfield Tim Ferriss Pat Flynn Social Media Examiner DNX BERLIN DNX CAMP   [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Björn Tantau   Marcus: Moin moin Björn and Welcome to the LifeHackz Show! Björn: Marcus, grüß Dich! Marcus: Wo bist Du? Was machst Du? Björn: Ich bin in Hamburg im Home Office und sprech mit Dir! Wo bist Du? Bei Dir ist die Frage ja richtiger, weil Du bist ja wahrscheinlich mehr als ich unterwegs. Marcus: Ja, wahrscheinlich. Also wir sind jetzt vor zwei Tagen in Lissabon angekommen, nachdem wir vorher auf Mallorca waren. In dem Bedndesk Coliving und Coworking Space. Ja, also und jetzt sind wir im Surf Office, also im nächsten Coliving und Coworking Space vom Peter Faber. Der hat auch eins schon in Gran Canaria aufgemacht und jetzt checken wir das hier in Lissabon aus. Björn: Das klingt doch sehr entspannt. Ich war vor zwei Wochen auf Menorca, aber nur im Urlaub. Insofern habe ich da nicht gearbeitet, aber ich weiß natürlich, dass auch Mallorca eine schöne Insel ist. Insofern ist es eine feine Sache da zu sein, auf jeden Fall. Marcus: Ja cool. Was ist so Dein Background? Also wir beide kennen uns ja jetzt auch schon länger persönlich, eher so aus der Online Marketing Szene und speziell da so aus dem SEO Bereich, wo ich ja auch herkomme und Du bist ja noch viel länger in diesem ganzen Bereich unterwegs und mehr oder weniger ein Urgestein in der deutschen SEO Szene oder Online Marketing Szene. Vielleicht erzählst Du mal so Deine erste Station. Seit wann Du da so die ersten Touch Points mit Online Marketing in Deutschland hattest und was Du jetzt aktuell gerade machst. Björn: Die ersten Touch Points sind in der Tat relativ lange her. Ich hatte irgendwann - das ist eine Geschichte, die ich immer gerne erzähle, die auch gerne mal nachgefragt wird - 1995 tatsächlich das erste Modem: 28,8 K von Motorola. Das war noch zu AOL Zeiten, wo man sich irgendwie für 50 oder für 20 Pfennig einwählen musste und dann kostete so eine Minute um die 10, 15, 20 Pfennig, keine Ahnung, irgendwie sowas war das, und da konnte man auch noch nicht gleichzeitig telefonieren und surfen. So war das damals. Das muss man den Leuten heute erklären. Also Menschen, die heute halt um die 20 Jahre alt sind, die können halt nicht verstehen, warum man denn nicht einfach so, keine Ahnung, sich hinsetzt und dann irgendwas macht und nebenbei mit dem Festnetz telefoniert. Das war damals so der erste Touch Point quasi und dann habe ich angefangen so einbisschen das Internet zu erforschen; bin tatsächlich relativ schnell in irgendwelchen Chat-Rooms gelandet. Das war damals 1998 irgendwie noch total angesagt. Ähm, wo man sich quasi mit, auch wie heute, mit eher unbekannten Leuten - also ich will nicht sagen, so wie bei Chat-Roullette - aber mit unbekannten Leuten unterhalten hat, aber es war alles noch ein bisschen gesitteter als heute. Also das Netz war auch nicht so überfüllt. Ich meine vor 20 Jahren waren da vielleicht irgendwie, keine Ahnung, in Deutschland, was weiß ich, so keine Ahnung, vielleicht ne Millionen Leute online oder zwei. Heute sind’s ja irgendwie 40, 50, 60 Millionen Leute. Und das war noch ein bisschen gesittet damals. Also, da war es nicht so krass, wie man’s heute kennt von irgendwie Snapchat und solchen Sachen. Ja, dann habe ich relativ schnell angefangen so zu gucken, was kann man denn da so machen? Und habe versucht damals für meine musikalischen Tätigkeiten - ich habe damals als DJ gearbeitet unter anderem, habe auch ein bisschen prodziert - das Internet da zu nutzen für diese Dinge und da ein bisschen Marketing zu machen. Und daraus entstanden relativ schnell Websites. Also klassische Websites, statische Websites, wo man halt versucht hat, oder wo ich versucht habe, irgendwelche Dinge nach vorne zu bringen. Das klappte auch ganz, muss man sagen relativ gut. Ich habe dann lange Jahre quasi nebenbei... was man heute ja als Sidepreneur bezeichnet. Du hast ja auch mit Michael schon gesprochen, glaube ich, da weißt Du ja, was ein Sidepreneur ist. Und da habe ich dann letztendlich über dieses selber erstellen von Webseiten, den Weg gefunden zu allen anderen Disziplinen die es so gibt. Also zum Online Marketing, zum SEO, ganz später auch dann zum Social Media Marketing. Aber damit fing es eigentlich an und ich habe dann nebenberuflich - ursprünglich habe ich ja einen Beruf aus der Finanzdienstleistungsbranche erlernt, was sicheres, man kennt das ja - und dann nachher halt erst festgestellt, dass Online ja viel geiler ist. Man muss sagen, ich bin ja Jahrgang 74, habe also 1995 Abitur gemacht und ganz klare Sache: Damals hätte sich noch keiner erträumen lassen, dass das mal in 20 Jahren so ist. Hätte ich damals schon gewusst, wie Online halt abgeht, hätte ich mit Sicherheit einen anderen Beruf damals gewählt oder gleich irgendwie ein Studium gemacht zu, keine Ahnung, Mediengestaltung oder irgendwie sowas. Oder Werbung, Marketing. Aber damals konnte sich halt niemand vorstellen, dass das Ganze so krass mal abgeht und fünf Jahre später, im Jahre 2000 bei der .com-Crisis sah es ja auch erstmal so aus, als ob der ganze Kram wieder quasi implodiert. Aber dann hat es sich ja relativ gut entwickelt. Naja, und ich war halt dann quasi in dem Teil drin, hab dann irgendwann 2006 meinen Hauptberuf an den Nagel gehängt und dann mich auf meine Webseiten konzentriert, unter anderem ein Musikportal, was lange Zeit gut lief mit knapp ner halben Millionen Hits pro Monat. Das hat also ne Zeit lang relativ gut funktioniert. War natürlich als Projekt, was 2001 gestartet ist, teilweise nicht so ganz sauber aufgebaut, sodass dann nachher da relativ viel Arbeit reingesteckt werden musste, um das ganze zu Maintainen und am Start zu halten. Ähm, habe über dieses Portal aber die ganze Sachen, die ich dann selber so entdeckt habe, von Suchmaschinenoptimierung über Social Media Marketing, Affiliate Marketing, also alles mögliche, was damit zusammenhängt, wenn man so ein Portal an den Start bringen möchte. Habe dann darüber auch letztendlich angefangen, Dienstleistungen selber anzubieten als Freelancer und habe das ein paar Jahre lang gemacht. Das war auch super und hat viel Spaß gemacht, nur habe ich dann irgendwann, so 2011/2012 gemerkt, dass man so als Ein-Mann-Freelancer letztendlich doch einfach an seine Grenzen stößt, im Sinne von Man-Power. Und mir waren dann die Projekte, die ich dann quasi betreut hatte - ich will nicht sagen uninteressant geworden, aber doch - zu klein geworden, sodass ich halt nochmal geguckt habe, wie kann ich jetzt nochmal so ein bisschen größer werden und selber meine Skills noch schärfen, indem ich halt an größeren Projekten arbeiten kann, also noch größeren Projekten, wie man auch in einem professionellen Team arbeiten kann und so kam ich dann 2012 zur alten THG, muss man heute ja sagen. Es gibt ja heute schon eine neue THG, aber damals bei der alten THG, wo ich dann Social Media Marketing, später auch Head of Social Media gemacht habe. Und da habe ich dann quasi diese ganzen anderen Sachen gemacht. Größere Portale betreut und dort quasi, das was ich generell schon alles wusste, ein bisschen geschleift, an größeren Sachen ausprobiert und natürlich auch noch viel dazu gelernt und so weiter und so fort. Dann war es mit THG ja bedauerlicherweise Mitte 2013, glaube ich, zu Ende. Dann bin ich zu einer weiteren Agentur in Hamburg gewechselt, habe so ein bisschen Inbound Marketing gemacht und bin jetzt quasi seit Anfang dieses Jahres bei Facelift, auch in Hamburg. Das ist ein sehr cooler Laden. Das sage ich nicht, weil ich da angestellt bin, das sage ich, weil es so ist. Weil Facelift halt diese Facelift Cloud bastelt und die Facelift Cloud ist halt so ne All in One Lösung für Social Media Marketing. Mittlerweile auch Digital Marketing, weil da auch E-Mail Marketing mit drin ist und all solche Sachen. Und das ist eigentlich ziemlich cool, weil ich da jetzt nochmal richtig so diesen Prozess kennenlernen kann. Was ich gemacht habe ist Marketing mit nem Team zusammen und ich kann da nochmal den Prozess kennenlernen, wie es halt so ist, nicht nur als Agentur oder als Dienstleister zu arbeiten, sondern wie man halt das Marketing für ein Produkt macht. Das kannte ich bisher…. also natürlich kannte ich das auch, weil ich früher selber auch schon Produkte gemacht habe, aber nicht in der Größenordnung. Das ist halt ein…. ja, wir bezeichnen uns gerne noch als Startup. Unter 50 Personen arbeiten dort. Über 1000 Kunden in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Und dort wird halt dieses Produkt noch richtig schön geschliffen und nach vorne gebracht. Und das ist halt sehr interessant, weil ich da halt nochmal wirklich auch selber meine Skills noch mehr schleifen kann, um zu sehen, wie ist das denn so abseits von Dienstleistungen für Kunden oder quasi technisches SEO für Kunden oder Social Media Marketing für Kunden. Wie bringt man so ein Produkt an den Start und wie macht man so ein Produkt richtig geil groß? Und man kann es quasi vergleichen mit Sachen wie Searchmetrics oder auch von mir aus Sistrix. Das ist so das Prinzip, nur halt das ganze nicht im SEO Bereich sondern im Social Media Bereich angesiedelt ist. Und ähm, da bin ich halt zurzeit angestellt und bin da auch - muss ich wirklich sagen - extrem happy. Man macht den Job da super gerne. Ich mache natürlich nebenbei und das muss ich ja dazu sagen, weil Leute, die mich jetzt kennen sich wundern “Hä, wieso? Ich dachte, der macht da nebenbei nur seine eigenen Sachen.” Ich mache natürlich nebenbei noch andere Dinge, wie bjoerntantau.com, mache nebenbei auch noch ein bisschen eigene Projekte. Das habe ich nie ganz sein gelassen, weil das auch keinen Sinn macht, eigene Projekte komplett hinzulegen, weil Du sonst einfach stehen bleibst in Deiner Welt, die Du halt acht Stunden pro Tag bearbeitest. Und um das halt zu vermeiden, versuche ich selber halt auf dem aktuellen Stand zu bleiben, wach zu bleiben, über den Tellerand zu blicken. Das geht halt nur, indem Du eigene Sachen machst. Einfach nur Sachen lesen, die aktuell sind, das reicht nicht. Du musst die Sachen anwenden, Du musst selber darüber schreiben, berichten und darüber auch ausprobieren und über diese Tätigkeit arbeite ich halt auch als Picker. Jetzt ist ja die Sommerpause zu Ende. Ich habe zum Beispiel im September als Picker wieder drei Termine und mache eigene Produkte, mache auch ein bisschen Coaching für ausgewählte Kunden, mache auch gerne mal einen Inhouse Workshop. Also all solche Dinge mache ich noch nebenbei. Das lässt sich alles unter einen Hut bringen, glücklicherweise. Und insofern ist es eigentlich für mich eine sehr gute Kombination und die ich eigentlich jetzt aktuell nicht missen möchte. Man weiß nie, was in fünf Jahren ist, aber jetzt zurzeit ist es für mich relativ entspannt und passt eigentlich genau. Und das wäre quasi so im Kurzabriss der Werdegang von, sagen wir mal so 2006 bis heute. Marcus: Krass! Björn: Beruflich gesehen. Marcus: Beruflich gesehen. Björn: Das Private lassen wir mal außen vor. Das ist ja nicht so wichtig. Marcus: Okay, das machen wir dann vielleicht irgendwann mal privat dann. Björn: Das machen wir bald demnächst bei nem Bierchen, falls Du da bist. Marcus: Ja, nee, demnächst bin ich nicht am Start, aber irgendwann sehen wir uns auf jeden Fall wieder in Berlin. Björn: Ja, ich wollte mir auch bei Zeiten mal hier Deine digitale - wie heißt die? DNX? Deine Konferenz da. Die wollte ich mir auf jeden Fall mal reinziehen. Die war glaube ich, zum zweiten Mal jetzt dieses Jahr oder? Oder zum dritten Mal? Marcus: Die war jetzt schon zum dritten Mal. Im Oktober ist jetzt zum vierten Mal die Deutschsprachige, und die erste Internationale war jetzt Anfang August. DNX heißt die - Digital Nomad Expo. Björn: Ah okay, sehr interessant, dann werde ich das mal auf dem Zettel behalten. Vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr, auf jeden Fall. Oktober wird zu knapp, aber nächstes Jahr… Weil, das Thema interessiert mich auch. Ich selber werde niemals digitaler Nomade werden, weil ich halt in Hamburg sesshaft bin, aber das Thema an sich finde ich sehr spannend. Insofern werde ich da nächstes Jahr bestimmt mal reinschauen. Marcus: Cool, geil, freue ich mich drauf! Bist auf jeden Fall eingeladen! Björn: Das höre ich gerne! Marcus: Ja, ich glaube, wie man jetzt gerade hören konnte, ein echtes Urgestein. Damals noch mit nem 14,4er Modem da eingewählt… nee, 28,8 dann. Björn: 28,8 ja, also aber es war trotzdem saulange. Marcus: Bei mir war es noch krasser. Also ich bin ja nicht weit weg von Dir. Ich bin Abi 97, Du bist 95. Und von daher war ich mit nem 14,4er Modem und davor noch mit nem Akustikkoppler unterwegs. Ich glaube, das kennen die allerwenigsten. Was da passiert ist, dass man so…. Björn: … ja Akustikkoppler kenne ich eigentlich nur aus dem Film War Games mit Matthiew Broderick. Ich hatte so’n Ding nie, aber ich hatte nen Kumpel, der hatte so ein Teil und ja… Der hat das aber auch dann relativ schnell auf den Müll geworfen, als es dann wirkliche Modems gab. Aber Akustikkoppler, das war glaube ich noch so Bildschirmtext und so’n Kram. Also ganz…. Marcus: Ja, drei Stunden warten für ein so ein ASCII Bild oder so, wo sich dann Zeile für Zeile aufgebaut hat. Und ich habe dann ehrlich gesagt, wo ich mich heute so ein bisschen drüber ärgere, weil Du gerade sagtest, wenn man das vorher gewusst hätte, was Online alles abgeht, dann hättest Du vielleicht noch früher da mit eigenen Sachen oder Business angefangen. Aber ich habe noch viel später angefangen. Also ich hing dann mehr in diesen Staff Mailboxen rum, die Du vielleicht auch kennst. Wo es dann so Download/Upload Ratios von 1:3 gab. Sprich: Du musstest 1 MB hochladen und durftest wieder 3 MB runterladen. Und das war schon viel. 1 MB hochladen hat dann glaube ich ne halbe Stunde oder ne Stunde gedauert. Björn: Auf jeden Fall! Damals bei Napster dauerte ja, glaube ich, irgendwie ein 3,8 MB Song, wenn Du Pech hattest, die ganze Nacht. Das war irgendwie Scheiße, aber na gut. Marcus: Naja, auf jeden Fall habe ich dann irgendwann dann auch den Dreh gefunden, das Internet dann auch professionell und für meine Projekt zu benutzen und irgendwann die ersten Websites gebaut und dann stand ich auch vor dem Problem: Wie komme ich jetzt an Websitebesucher? War mega stolz auf mein kleines Werk und irgendwann landet man dann bei SEO, weil man als Student ja nicht viel Kohle hat und dann kam dann irgendwie eins zum anderen. Björn: Genau. Also, wie ich schon gesagt habe, ist es tatsächlich so. Du machst ein eigenes Projekt und denkst Dir “Wow, das sieht ja geil aus”. Aber wenn es halt keiner sieht, ist es halt Scheiße. Also wenn Du dann kein Publikum hast, dann schockt das halt überhaupt nicht. Denn ich glaube, niemand sitzt gerne rum, kreiert irgendetwas und will nicht, dass es gesehen wird. Das heißt, Du sitzt halt rum und überlegst Dir “Wie kriege ich jetzt Besucher darauf?” Und ich zum Beispiel war damals noch in irgendwelchen E-Mail Newsgroups unterwegs und hab da ein bisschen rumgespamt und all solche Dinge, was man halt so 2001 gemacht hat oder 1998 und auch damals, wie heute, gab es da, wenn Du gespamt hast, auch tierisch auf die Glocke quasi. Weil da auch dann wohl tierisch geflamed und abgekanzelt wurdest von den Leuten, dass Du halt Spamer bist. Aber genau das ist der Punkt: Du machst halt was und willst, dass es gesehen wird und dann kommst Du halt letztendlich irgendwann an diesem ganzen SEO Bereich nicht vorbei, weil Du ja auch feststellst “Aha, da kann man ja irgendwie bei Google ranken und kriegt mega Traffic und auf der 1 landest, ohne Anzeigen schalten zu müssen. Also erstmal quasi für lau.” Dass man da natürlich mega viel Zeit reinstecken muss, wenn man wirklich überhaupt, also kostenfrei ranken will. Gut, damals war es ein bisschen einfacher, weil’s damals ja noch richtig spamy links gab, die auch gut funktioniert haben, aber... Marcus: ...Dann bist Du heute vielleicht spamy oder was heute cool ist, ist vielleicht in zehn Jahren schon wieder spamy. Also damals war es einfach sehr rabiat, ne? Björn: Ja definitiv, definitiv. Also das 10.000er Pack Forenlinks aus dem Footer, das klappte ja 2004 wie Hulle, ja? Klappt halt jetzt nicht, aber manche machen’s trotzdem. Marcus: Oder weißer Text auf weißem Grund oder so, das waren auch noch so meine lieblings Living-Hacks, wenn man die dann irgendwo noch woanders entdeckt hat oder so. Björn: Oder was dann kam war, den Text via CSS ausgelagert im Minusbereich. Marcus: Ja genau, so ganz weit weg rechts oder so. Björn: Oder Top 0, Left -100 px, sodass dann der Text quasi da war, aber durch CSS ausgelagert. Das heißt, Du konntest den auch nicht mehr mit Steuerung + A Dir angucken, was ja einfach war, weil weiß auf weiß. Das war dann schon quasi Keywords buffing oder hidden Text quasi schon 2.0. Aber auch das wurde von Google ja relativ hurtig erkannt. Das hat 2006, glaube ich, noch gut funktioniert, diese Methode. Marcus: Ja, das glaube ich. Und es war halt super spannend, immer wieder Google zu gamen und immer zu gucken, was funktioniert und “Scheiße, da ist wieder einer abgeraucht, also brauchen wir jetzt was neues”. Und ja, was mir damals auch total viel Spaß gemacht hat war, gerade zu den Anfängen der SEO Szene, diese geschlossenen Skype-Chats, die es glaube ich jetzt immernoch gibt… Björn: Ja, die gibt’s immernoch. Marcus: ... wo aber noch auf guten, auf hohem Niveau Wissen geteilt wurde, ohne dass man irgendwie Angst hatte, dass der andere dann auch ein Business aufmacht und einem die Kunden wegnimmt oder so. Björn: Ja das stimmt. Marcus: Ich habe da heute leider so ein bisschen das Gefühl, dass es so in SEO Szene ist und deshalb hat es mir ehrlich gesagt die letzten paar Jahre dann auch nicht mehr so viel Spaß gemacht. Irgendwann hat sich das professionalisiert. Die guten Leute haben irgendwie andere Kunden beraten und Agenturen aufgemacht oder für Agenturen gearbeitet und man ging irgendwann nicht mehr so offen mit seinem Wissen um. Natürlich ging es dann auch darum, selber irgendwie Kohle zu machen und nicht das ganze Wissen für lau rauszugeben, aber ich glaube, das ist ganz normal, wenn sich ein Markt konsolidiert und erwachsen wird. Das werden wir bei uns in der digitalen Nomadenszene vielleicht auch noch irgendwann erleben, aber jetzt gerade ist es irgendwie so ein bisschen - das hatte glaube ich der Marco Janck auch gesagt, als er das erste Mal auf der DNX war, letztes Jahr. Da hat er sich an die Anfänge der SEO Szene zurück erinnert, weil da bei uns echt dieses Caring und Sharing Prinzip im Moment noch super geil gelebt wird. Björn: Ja, die ist ja auch wahrscheinlich überschaubar bei euch die Szene. Ich kann mir auch jetzt aktuell nicht vorstellen, wie dieses digitale Nomadentum irgendwie industrialisiert werden sollte, wie es ja mit Branchen passiert. Also, bei euch ist es ja eher eine Frage des Lifestyles. Natürlich habt ihr alle auch Businesses, aber euch zeichnet ja aus, dass ihr quasi irgendwo vielleicht eine Homebase habt, keine Ahnung, bei euch wahrscheinlich Berlin, wo man irgendwie drei Monate im Jahr ist - und den Rest der Zeit halt einen Laptop sich nimmt und dann ist man halt in, keine Ahnung, Asien, Amerika, Australien. Es ist ja eher ein Lifestyle und nicht so ein Geschäftsmodell. Natürlich klar, Du könntest als Reiseanbieter vielleicht für digitale Nomaden Reisen anbieten, wo irgendwie, keine Ahnung… wo sich der Veranstalter um alles kümmert und Du kommst halt irgendwo an und kannst dann irgendwo einchecken und alles ist schon erledigt. Da ist dann die Frage, wie dann der Lifestyle darunter leiden würde, weil dann wärst Du ja einfach nur ein Pauschaltourist... Marcus: Ja, mehr oder weniger... Björn: Ich denke mal, Leute wie Dich zeichnet ja aus, dass Du quasi auch mal aus Bock irgendwo hinfliegst, nach dem Motto “Finde ich geil, war ich noch nie”. Und dann fährst Du da  halt hin und dann bist Du halt da; weißt aber auch gar nicht, was da am Start ist und musst erstmal Dich da ein bisschen zurechtfinden; suchst Dir da ein Hotel oder da ne Pension oder wie das so läuft. Oder keine Ahnung. Es ist ja wie gesagt, eher ne Frage des Lifestyles und nicht so des Produkts, wie es halt bei SEO letztendlich so ist. Marcus: Ja ja, was ich meine ist, dass dann irgendwann die Businesses ein bisschen aneinander rasseln oder aneinander geraten, aber es ist wie gesagt, im Moment noch alles cool. Aber genau, was Du dann eben gesagt hattest, vielleicht Reisen für digitale Nomaden anzubieten. Genau das machen wir mit den DNX CAMPS. Mehr oder weniger. Es sind keine Reisen. Es ist eher ein Coliving und Coworking, ziemlich intensiv von 10 bis 15 Leuten, 10 Tage lang an einem Spot und deshalb sind wir auch gerade im Surf Office. Ab Mittwoch startet hier das erste DNX CAMP in Lissabon, was auch ausverkauft ist mit 17 Leuten. Also da haben irgendwie zwei mehr aufgenommen. Und das kann aber ganz cool sein für die Leute, die a) irgendwie ein bisschen Comfort brauchen oder sagen “Ey, ich will mich nicht darum kümmern, wo finde ich die nächste Sim-Karte, wo kann ich arbeiten gehen, wo finde ich meine likeminded People, wo ist der Coworking Space?” sondern mehr oder weniger so ein Softlanding für Entrepreneure oder für digitale Nomaden, die… also Voraussetzung ist, dass Du ein eigenes Business laufen hast und kannst dann einfach dran teilnehmen und kriegst dann die Infrastruktur von uns schon gestellt und hast dann die Benefits, dass wir auch noch Aktivitäten machen. Also gesunden Lifestyle. Wir machen noch Sport und wir gehen miteinander raus. Aber wir Coworken auch, machen Masterminds, haben Talks etc. pp. Also da gibt’s auch schon die ersten Projekte. Wir sind nicht die allerersten, es gibt da auch andere, die das machen. Von daher hast Du da eigentlich schon in die richtige Richtung gedacht. Björn: Na siehste, läuft doch. Marcus: Jo. Ähm, eben hatten wir ja das Thema, dass wenn man ein neues Projekt gestartet hat, so wie wir vor zehn Jahren oder so, war mehr oder weniger SEO die erste Wahl. Du als Social Media Experte kannst mir vielleicht verraten, a) ob das immernoch so ist und b) wenn nicht: auf welche Kanäle Du setzen würdest, wenn Du sagst “Nee, ich habe irgendwie keine Ahnung mit SEO. Das ist mir alles zu kompliziert, ich habe aber auch keine Kohle für einen Dienstleister und Wordpress möchte ich mich auch nicht mit beschäftigen.” Was für andere Mittel und Wege gibt’s da? Björn: Also ich bin einer von denen, die niemals eine Disziplin komplett ausschließen würde, so nach dem Motto, keine Ahnung “SEO ist tot” oder so’n Scheiß. Ähm, das erzählen ja manche. Ich würde nicht sagen, Facebook ist tot oder Social ist tot. Es geht darum, dass Du letztendlich immer diesen einen Schritt gehst. Du schaust Dir an, welche Faktoren aus den einzelnen Disziplinen kann ich benutzen, um mein Business nach vorn zu bringen. Diese Faktoren suchst Du Dir aus. Diese Faktoren integrierst Du, die entwickelst Du weiter und diese Faktoren behältst Du. Alles andere, was Du nicht brauchst, was nicht funktioniert, das lässt Du dann quasi bleiben. Das heißt, Du nimmst Dir aus all dem, was Online Marketing zu bieten hat - das kann aus dem Bereich SEO sein, das kann aus dem Bereich Facebook sein, das kann aus dem Bereich Afiliate Marketing sein, das kann aus dem Bereich E-Mail Marketing sein - da nimmst Du Dir halt die Sachen raus, die für Dich persönlich am besten funktionieren und machst daraus quasi Dein eigenes Online Marketing für Dein Produkt oder für Dein Projekt oder Dienstleistung. Das muss auch nicht immer auf jedes einzelne Produkt passen. Es kann sein, dass Du ein Produkt hast, wo SEO wichtiger ist als Social Media Marketing und umgekehrt. Aber das ist halt der springende Punkt. Dass Du nicht mit diesem Scheuklappendenken da rangehst und sagst “So, ich muss jetzt unbedingt SEO machen, alles andere ist Schrott!” Du musst halt Dir überlegen, was funktioniert für Deinen Bereich am besten und das kann SEO sein, muss aber nicht. Das kann auch Facebook Marketing sein. Du kannst heutzutage wesentlich …. wenn Du es richtig anpackst, sehr, sehr viel Traffic Dir aus Facebook besorgen und es kommen auch immer neue Sachen dazu. Ich zum Beispiel bin jetzt aktuell am testen von einem Whatsapp Newsletter. Das heißt, ich habe durch Zufall vor zwei, drei Wochen herausgefunden, ein Thema mit dem ich mich auch schon länger beschäftige, weil ich mir überlegt habe: Wie kann man denn Whatsapp für’s Marketing einsetzen? Weil Whatsapp ist ja schnell, persönlich und vielleicht im Gegensatz zur E-Mail, sendet Whatsapp ja immer die Push-Nachrichten und Du kannst Dich dem ja gar nicht entziehen. Das heißt Whatsapp Newsletter und jetzt habe ich neulich durch Zufall ein paar Anbieter entdeckt, die ich mal alle jetzt durchteste. Und das ist ein echt spannendes Thema, weil Whatsapp, wie gesagt… E-Mail Marketing ist auch schon ganz geil, weil die E-Mail kriegst Du auch auf’s Handy, wenn Du willst. Aber die E-Mail kriegst Du nur auf’s Handy, wenn Du auch das eingestellt hast. Und viele Menschen haben das halt nicht, weil die sagen “Oh, ich krieg pro Tag 150 E-Mails. Dann bitte nur noch auf meinen Desktop-Rechner bei der Arbeit und nicht noch abends, wenn ich vor’m Fernseher sitze”. Whatsapp aber… wer Whatsapp installiert hat, der kriegt auch diese Nachrichten, weil er logischerweise wissen will, wenn ein Kumpel, Bekannter oder ein Freund ihn anwhatsapped, da will er es ja lesen. Und deswegen ist Whatsapp in Newslettern eine ziemlich coole Sache und ich teste es halt gerade jetzt seit ein paar Tagen und bin bisher relativ zufrieden damit, was da rumkommt. Es ist natürlich ganz neu und da muss man noch ein bisschen dran arbeiten, aber das ist halt, was ich meine. Es ist ein neues Produkt und es kann sein, dass es für Dein Produkt, Deine Dienstleistung, Dein Business funktioniert. Dann solltest Du es integrieren und weiterentwickeln. Es kann aber auch sein, dass es nicht funktioniert und dass Leute halt sagen “Hier WhatsApp, Du willst mich hier mit WhatsApp Nachrichten nerven, businessmäßig? Hier komm, weg und lass mich in Ruhe!” Dann klappt das halt nicht. Aber halt dieses Scheuklappendenken weglassen und immer flexibel sein, ne? Du musst halt sehen, alle Businesses, die auch groß geworden sind, sei es nun von Google über Facebook, das sind halt Leute, die halt immer sich gesagt haben “Ich brauche irgendetwas neues”. Und auch Google hat sich ja zum Beispiel aus bestehenden Konzepten, das war ja nix neues, Suchmaschine. Es gab ja vorher schon Altavista und Likecross und Fireball und wie sie alle hießen. Google hat es halt nur besser gemacht oder Facebook hat’s genauso… Es gab ja auch vorher schon Social Networks. Nur die haben halt gesagt “Ich benutze die Sachen für’s Business, die funktionieren. Die entwickle ich weiter und alles andere, damit halte ich mich nicht auf.” Und das ist halt der springende Punkt. Das ist ja auch das klassische Grow Marketing, dass Du halt sagst “Ich nehme genau die Filetstücke, die für mich gut sind und alles andere lasse ich auf dem Teller und das kann von mir aus auf den Müll, ich brauche das nicht”. Und die anderen Sachen werden weiter entwickelt und dann klappen auch meistens die Projekte ganz gut. Deswegen musst Du halt gucken was funktioniert und musst halt wissen was funktioniert. Und wenn Du halt das nicht testest, dann weißt Du es nicht. Aber dieses Testen ist halt manchmal nervig, manchmal anstrengend, manchmal musst Du ein bisschen Geld ausgeben und davor scheuen halt auch paar Leute zurück. Deswegen, um auf Deine Eingangsfrage zurückzukommen, würde ich niemals sagen “Mach nur SEO oder mach nur Facebook oder mach nur, was weiß ich, Instagram”, sondern guck Dir an, was funktioniert für Dich? Teste alles durch und dann weißt Du, was funktioniert. Es kann sein, dass alles funktioniert, es kann sein, dass von allen Sachen nur ein bisschen was funktioniert. Dann weißt Du aber genau, in welcher Disziplin sind für mich die richtigen Stellschrauben? Wo muss ich 50% nehmen, wo muss ich 10% nehmen, wo muss ich 30% nehmen und wo der Rest? Damit ich nachher meine 100% quasi Performance Marketing Funktionalitätskuchen bekommen, wer denn mein Produkt richtig antreibt. Und das ist letztendlich das, worauf es ankommt. Ich persönlich, als jemand, der aus der SEO Branche kommt und auch gesehen habe, wie sich dieses ganze SEO gewandelt hat und auch wie gefährlich SEO ist, wenn Du halt ne Strategie hast, die halt nicht so ganz safe ist und Google dann sagt “Ja, wir haben jetzt ein Update gemacht und ja, Sorry, aber Dein Projekt ist jetzt ne Zeit im Nirwana verschwunden”. Ich weiß noch, wie es damals bei Panda und Pinguin war. Da gab es Leute in den USA zum Beispiel, von da weiß ich’s. Die sind mit Projekten, von denen sie vorher wirklich gut gelebt haben, in einer Nacht alle weggerauscht und es gab da Leute, die waren danach halt suizitgefährdet. Und dann musst Du ganz klar wissen, wenn Du Deine Strategie auf nur einer einzigen Säule aufbaust und Du bist da ein bisschen spamy unterwegs oder nicht ganz koscher und mauschelst ein bisschen, dann musst Du wissen, dass Du, wenn Du Pecht hast, da halt rausgeworfen wirst. Das kann übrigens bei Facebook - das wissen viele Menschen nicht - auch passieren. Konkretes Beispiel, was gerade in den letzten Wochen durch die Medien geisterte: Wenn Du mit einem Fake Account auf Facebook unterwegs bist - manche Menschan haben ja so lustige Accounts und heißen dann Vorname: Moni, Nachname: Ka. Ne, schonmal gesehen? Oder Vorname: Flo, Nachname: Rian. Weil die ja denken “Haha, voll clever. Facebook erkennt mich nicht. Und die haben dann damit halt auch teilweise Business Accounts administriert. Als Business Manager oder Power Editor. Und solche Accounts wurden halt von Facebook immer schon gerne gesperrt und wurden auch in letzter Zeit gesperrt. Und das waren dann Leute, die konnten dann von heute auf morgen nicht mehr auf ihre Facebook Page zugreifen. Und wenn Deine Facebook Page halt ein integraler Bestandteil Deines Businesses ist, mit dem Du vielleicht Traffic generierst und darüber halt Umsätze generierst, dann hast Du ein Problem, wenn Facebook Dich geblockt hat. Deswegen ist es manchmal gut zu cheaten, nicht immer. Man sollte sich bei solchen Sachen, wenn da wirklich viel Geld dahintersteckt, natürlich nach den Richtlinien richten und dann entsprechend auch keinen Mist machen, weil sonst geht’s in die Hose. Und das ist halt, was ich auch Leuten, die mich halt fragen “Womit soll ich anfangen und worauf setzen?” Da sage ich immer so “Guck Dir an, was passt für Dich? Nimm die besten Sachen raus. Integriere die, entwickle die weiter und dann hast Du quasi am Ende Dein eigenes integrated Online Marketing”. Und das ist letztendlich das, was ich allen Leuten empfehlen würde. Marcus: Mh, also Du hast da echt viele und gute Punkte angesprochen, die man glaube ich, immer wieder wiederholen muss. Gerade bei Leuten, die neu in dieses ganze Online Business einsteigen und vielleicht auch irgendwie getriggert worden sind von jemandem, der gesagt hat “Das ist mega easy. Reichwerden über Nacht” Da gibt es leider immernoch so viel Schrott und spamige Seiten zu. Und die da mit völlig falschen Erwartungen einsteigen und dann merken: Es ist harte Arbeit. Und wie Du schon sagtest: Manchmal ist es ein bisschen unangenehm, es ist nervend neue Sachen zu probieren. Aber dieses Lernen, das hört nie auf. Das wird bei Dir nicht aufhören, obwohl Du schon 20 Jahre im Online Business bist. Das wird bei mir nicht aufhören. Und so muss man halt bereit sein, immer weiter zu lernen und auch zu testen und auszuprobieren. Und Du hast ja auch die Beispiele von Google und Facebook oder andere Startups in den USA.. Die haben auch immer wieder ihr Business Modell überprüft und Pivot gemacht, getestet - funktioniert nicht “Okay, wir machen das nächste”. Du testest jetzt gerade hier Whatsapp als neuen Channel. Ich teste gerade Periscope. Was hältst Du davon? Björn: Periscope ist ne lustige Sache, aber wird glaube ich in Deutschland nicht so groß werden, wie in den USA, weil das deutsche Zielpublikum meines Erachtens nicht so Öffentlichkeits…. oder so zurschaustellend getrieben ist, wie es in den USA ist. Unabhängig davon bin ich der Ansicht, dass Snapchat, Twitter mit Periscope in den nächsten paar Monaten einen fetten Strich durch die Rechnung machen wird, weil Snapchat nämlich genau das auch machen kann - rein theoretisch, rein technisch. Und Snapchat hat einfach, speziell bei den jugendlichen Zielgruppen, einen viel, viel höheren Stellenwert als das Twitter jemals haben kann. Du musst ganz klar sehen, dass Twitter ja krass in der Krise steckt. Und wenn ich Leute erzählen höre, dass Twitter irgendwie in Deutschland 9 Mio. User haben soll, dann sorry, da kann ich nur irgendwie ein bisschen grinsen. Ich habe letztens den Twitter Account gesehen von Manuel Neuer. Der hat irgendwie 2,8 Mio. Follower und ich behaupte, das ist 98% Twitter Germany Penetration bei 2,8 Mio. Followern. Weil Twitter einfach bei uns nicht groß geworden ist. Frag mich nicht, woran’s liegt. Marcus: Ich habe das ehrlich gesagt auch nie genutzt. Mir war das einfach zu viel, zu schnell, zu hektisch und noch ne Timeline mehr, die Du überhaupt nicht verfolgen kannst. Björn: Also in den USA ist es halt relativ organisch gewachsen und da hat auch jeder Fernsehmoderator, jeder Journalist hat da seinen Hashtag und seinen Twitternamen mit @ eingeblendet. Das ist bei uns irgendwie nie so gekommen, dass, keine Ahnung, Zirkus Halligalli läuft auf ProSieben, da hast Du da oben mal so nen Hashtag mit Halligalli, der dann mal für drei Sekunden eingeblendet wird. Und da wird auch viel diskutiert auf Twitter. Also man soll nicht denken, dass das da ne Geisterstadt ist. Aber vielleicht zu anderen Netzwerken, wie zum Beispiel Facebook oder auch Instagram oder auch Snapchat, wird da halt nicht so viel diskutiert. Und dieses Periscope ist ne feine Sache, es ist ganz nett. Man muss halt immer auch was zu bieten haben. Es ist halt so, wenn eine neue App wie Periscope rauskommt, dann nehmen das viele Menschen und satteln da einfach irgendwas rein und erzählen da irgendwas. Das ist natürlich ganz geil, wenn Du mit Deinen Freunden und Bekannten aktuell am Start bleiben willst. Also das ist natürlich super witzig, wenn Du zum Beispiel auf einer Party bist und irgendjemand ist, was weiß ich, irgend ein Kumpel von Dir hat keine Zeit oder was weiß ich, muss auf seine kleine Schwester aufpassen oder ist halt verhindert oder im Urlaub oder irgendwas. Das ist natürlich super geil, wenn Du dann die Party quasi via Periscope zu ihm bringen kannst. Das ist für den privaten Sektor ganz geil. Wenn Du so was aber im Marketing einsetzen willst, dann musst Du schon was zu bieten haben. Also wenn zum Beispiel David Guetta seine Show in New York halt live streamen würde, was er natürlich auch tut, das ist natürlich für die Fans ne geile Sache. Aber alle anderen, also der Friseursalon um die Ecke, der muss sich schon überlegen “Was kann ich jetzt bei Periscope machen, damit die Leute auch nen Mehrwert davon haben? Wir können zum Beispiel ein paar neuen Frisuren vorführen innerhalb von 10 Minuten”. Weil Du musst ja immer gucken, dieses Marketing muss sich ja nicht nur für die großen Brands lohnen, es muss sich ja auch für den Mittelstand und den KMU Sektor lohnen, weil sonst wird es halt nicht groß. Es gibt halt ein paar große Brands, klar. Die haben viele Fans, die haben viele Konsumenten, aber letztendlich, was die Sachen halt groß macht sind ja nicht die fünf, sechs großen Brands. Also, wenn jetzt irgendwie Snapchat hingegangen wäre und hätte gesagt “Wir überzeugen jetzt irgendwie Adidas, Nike und Puma”, dass sie halt Snapchat machen, dann wäre das halt nice to see gewesen, aber es wäre nicht groß geworden. Indem es halt die normalen Menschen machen und sich damit austauschen, dann wird die Sache groß. Und Du hast es ja bei Google+ gesehen. Dass Google+ ja massiv versucht hat diesen Google Hangout Kram mit FC Bayern und mit Fußballspielen und mit Backstage Berichterstattung und mit privater Hangout mit Klitschko und allen möglichen Leuten, da haben sie es auch nicht geschafft, weil Google+ einfach nicht diesen Nimbus hatte, dass es halt angesagt ist, ne? Und bei Twitter sehe ich das bedauerlicherweise ähnlich. Ich selber nutze Twitter. Ich fand’s auch immer sehr charmant, aber sie haben’s irgendwie in Deutschland - bisher, kommt ja vielleicht noch - nicht geschafft da irgendwie durchzustarten. Was ich halt bei Sachen wie Instagramm oder Snapchat ganz anders betrachte. Also wenn ich jetzt aktuell sagen müsste, wer sind die drei wichtigsten Social Networks, dann würde ich zurzeit sagen: Facebook, Youtube und Instagram und da würde ich mich noch versteifen als vierten wirklich zu nennen: Snapchat. Weil Snapchat hat - ich sehe das schon kommen - das ist noch so in den Kinderschuhen, weil es das ja auch erst seit ein, zwei, drei Jahren gibt. So genau weiß ich’s grad gar nicht. Ich glaube seit 2011 gibt’s das. Aber dieses Jahr wird’s dann richtig groß und da ist noch ziemlich viel Musik drin und das Medium ist halt einfach so, dass es halt schnell ist, es ist authentisch und es kann auch von Brands benutzt werden. Das ist halt das Spannende daran. Und das sind halt Dinge, die bei Twitter oder auch bei bei Google+ nicht so gut funktioniert. Da haben wir in Deutschland bei fast 30 Mio. Facebook Nutzern, die auch aktiv sind und Facebook ist ja auch nicht tot, auch wenn’s immer gesagt wird. Facebook wächst ja weiter. Und letzten Montag hatten sie ja erstmals an einem einzigen Tag 1 Milliarde aktive User auf Facebook. Das musst Du Dir mal reinziehen. Das ist ein Drittel der Online Weltbevölkerung, die an dem einen Tag… Also es gibt auf der Welt sieben Milliarden Menschen, aber nur drei Milliarden sind Online. Also an dem Tag waren ein Drittel der über’s Internet erreichbaren Menschen auf der ganzen Welt, auf dem ganzen Planeten, bei Facebook an dem Tag online, mindestens ein Mal aktiv. Also aktiv heißt ja bei Facebook, Du hast was gemacht. Du loggst Dich ein und postest was, likest was, kommentierst was. Und das ist schon ziemlich krass und Facebook mit 1,5, Milliarden Usern und in Deutschland halt knapp 30 Mio. aktiven Leuten. Das ist schon eine Marktmacht und da kommst Du auch schwer dran vorbei. Aber da fehlen mir halt die wirklichen Konkurrenten. Und Periscope ist halt ein lustiges Spielzeug, wird sich aber glaube ich für Twitter nicht sehr schnell rentieren. Also es ist glaube ich für Twitter eines so der letzten Rettungsanker, um es mal groß machen zu können. Aber ich glaube, es wird halt nicht lange dauern, bis Facebook da mit irgendwas nachzieht. Marcus: Ja, das Ding ist, das haben sie nämlich schon gemacht. Also einmal zu Periscope selber, glaube ich… ich glaube da schon dran irgendwie an das Format an sich. Dass jeder in der Lage ist, irgendwas live zu streamen und jetzt nicht wie beim Google Hangout vielleicht noch nen Desktop dafür braucht oder so. Theoretisch ging’s glaube ich auch über die App. Aber Periscope ist irgendwie noch ein bisschen einfacher. Und gerade für Leute, die viel in Personal Branding stecken, wie glaube Sascha Pallenberg hat bei Periscope jetzt schon knapp 3.000 Follower, weil der hat natürlich was zu zeigen, zu erzählen. Nicht wie der Friseur unten um die Ecke. Der Sascha ist viel unterwegs. Der ist auf Konferenzen, der speaked, der macht und ich hab’s jetzt auch ausprobiert. Ich habe eins aus Mallorca gemacht, eins aus Berlin, jetzt hier im Surf Office. Als ich heute am Strand war beim Surfen und es werden halt immer mehr Follower. Weil das Gute ist, es wird gepusht an alle Deine Twitter Follower sobald Du den Periscope anmachst. Aber ich habe jetzt glaube ich vor zwei Tagen mal beim Ferris gesehen, dass er genau dieses gleiche Periscope Format getestet hat über seinen Facebook Account, wobei er aber ja …. ich weiß nicht genau. Das wirst Du wahrscheinlich besser wissen. Die Promis haben ja nochmal ne andere App über Facebook und da ist die Funktion wohl schon freigeschaltet. Also genau was Du gesagt hast. Einfach mal eben platt gemacht, das ganze coole Periscope Projekt von Facebook…. Facebook Menschen oder so? Björn: Ich glaube es war Facebook Menschen, ja. Ähm, das haben aber nicht die Promis. Ich habe das auch schon letztes Jahr von Facebook angeboten bekommen zu installieren. Aber das gibt es bisher nur für’s iPhone. Und da ich noch ein Android habe und mir erst noch ein iPhone zulegen werde, kann ich’s noch nicht nutzen. Aber es ist tatsächlich eine Streaming App, die Dich halt mit den Followern auf Deiner Facebook Page sofort verbindet. Das finde ich ziemlich cool. Marcus: Richtig cool. Björn: Und es gibt auch noch Meerkat, diese andere Live Streaming App, die sich halt jetzt die ursprünglich an Twitter angedockt war, aber ich finde, da würden wir zu viel machen, das heißt ich hätte da Periscope gemacht und jetzt sind da weg und Meerkat dockt sich jetzt auch ein bisschen weiter an Facebook ran. So wird das, wenn Facebook in diesen Livestream Ding dann demnächst mal wirklich ernst macht, glaube ich wirklich, ist Periscope ratz fatz weg vom Fenster. Marcus: Aber an sich finde ich das Format cool Björn: Aber das Format ist nicht schlecht auf jeden Fall. Marcus: Es macht auf jeden Fall Spaß. Und wann kriegst Du denn genau diesen Status? Also Dich hat Facebook jetzt auch angesprochen. Mich leider noch nicht. Wann kriegt man diesen blauen Facebook Haken? Hast Du da irgendetwas... Björn: Keine Ahnung. Der war eines Morgens mal da. Ich weiß es nicht. Es hat sicherlich auch mit der Follower-Zahl zu tun. Ich hab ja irgendwie 15,5 Tausend Fans auf meiner Facebook Seite. Hat sicherlich was damit zu tun, aber irgendwann letztes Jahr, glaube ich, im - wann war das? Irgendwann im Sommer, ist mir gar nicht aufgefallen zuerst, aber dann so nach drei, vier Tagen sah ich dann so “Oh, da ist ja was neues”. Und dann habe ich das erstmal gesehen. Ich hab dafür nichts gemacht, also das kam von selber. Ich hab keinen Antrag gestellt und gar nichts, es war einfach irgendwann da. Es hat sicherlich damit zu tun, wieviele Fans Du hast, wie aktiv Du bist, welche Daten Du hinterlegt hast, sowie Reduzierung. Also ob Deine Website dahinter steckt, ob Du mit klaren Namen auftrittst und all so nen Quatsch. Aber ich kann’s Dir nicht sagen, ich habe mich damit auch ehrlich gesagt nicht befasst. Ich hab den Haken bekommen und dachte mir “Oh, das ist ja geil” und ... Marcus: Okay, aber ansonsten hast Du jetzt keine direkten Benefits gekriegt, außer dass Du zum Beispiel die Mention App runterladen kannst? Björn: Ähm, ich weiß nicht, ob man dafür Benefits bekommt. Also ich weiß nicht, ob man vielleicht bevorzugt wird. Ich erreiche mit meiner Seite… organische Reichweite grundsätzlich minimum 50%. Also ich kann nicht sagen, dass die organische Reichweite bei mir gefallen ist, wie viele ja sagen. Also ich erreiche mindestens 50%, wenn der Artikel mal schlecht läuft. In der Regel sind es so 70% bis 90%, die ich erreiche. Marcus: Organisch, wo nichts gekauft ist. Björn: Genau, organisch. Also nicht jetzt an einem Tag, aber halt über mehrere Tage verteilt. Ähm, manchmal auch mehr. Ich weiß nicht, ob Facebook dann solche Seiten bevorzugt, weil sie sagen “Okay, der ist wieder reduziert, der postet halt die schlauen Sachen” - aus Facebook-Sicht. Ähm, das liegt sicherlich auch am Feedback der User, auch bei mir gibt’s nicht nur likes und gute Kommentare. Auch ich muss mir relativ viel “Kritik” anhören, was ich teilweise ganz witzig finde, weil ich natürlich dann weiß, wo wirklich der Schuh drückt und manchmal bei mir auch Inhalte verwendet werden, die halt der Masse oder den Fans nicht so gefallen. Und da musste natürlich drauf reagieren, weil die Fans sind Dein Kapital und wenn die halt Dir reihenweise dieses Feedback geben, dann machst Du irgendwas falsch. Also, kriege ich auch so’n Feedback, bin ich auch dankbar drüber, weil ich nur so erkennen kann, ob ich irgendwas falsch mache und dann irgendwie reagieren kann. Aber ansonsten hat alles direkt damit zu tun. Möglicherweise liegt es auch am Adspend, also ich persönlich gebe jetzt nicht viel Geld für Werbung auf Facebook aus, aber so ein paar Euro sind es halt irgendwie im Monat. Aber das kann ich Dir nicht sagen. Ich habe auch noch nie eine Seite gesehen, wo das erklärt wurde. Es wäre vielleicht mal ein interessantes Thema für nen Blogartikel, auf jeden Fall, oder für nen Podcast, aber ich persönlich weiß es nicht. Und ich glaube auch nicht, dass man darauf hinarbeiten sollte. Ich glaube, man sollte einfach einen authentischen Kanal auf die Beine stellen und dort halt den besten Content präsentieren, den man hat und versuchen, das bestmögliche zu spreaden und dann - wie es auch bei mir war oder auch anderen Leuten, die ich kenne, wo es so war - kommt das halt irgendwann von selbst. Marcus: Ja, ganz organisch. Also einfach erstmal machen und tun und am Ende irgendwann das …. also es gibt ja nen Spruch: Money will follow. Und die ganzen anderen Sachen, die folgen dann auch. Björn: Genau, den gibt es und es trifft auch manchmal zu, manchmal nicht. Da muss man ein bisschen nachhelfen, aber in der Regel trifft der zu. Das ist ja… Produkte… ist ja wie bei Dir. Du hast ne eigene Konferenzreihe gestartet. Die kam offensichtlich ganz gut an. Also hast Du da Resonanz verursacht, die Leute fanden das gut und kommen auch wieder. Also gibt es weitere Ausgaben. Es gibt ja auch und gab ja auch Konferenzen im Bereich SEO, die halt nur ein oder zwei Mal stattgefunden haben, weil die halt nicht so gut waren. Und wenn das Produkt nicht gut ist, dann wird’s halt nicht nachgefragt und dann wird’s halt… rentiert es nicht und dann wirst Du eingestellt. Ganz einfach. Und so ist es quasi mit jeder… Ne Facebook-Fanseite ist ja letztendlich nicht mehr als ein Produkt. Und wenn das halt nicht angenommen wird von den Usern, dann wächst es auch nicht und ja… gut, das ist glaube ich der ganz normale Lauf der Dinge. Marcus: Das glaube ich auch. Und gerade bei Konferenzen ist es glaube ich auch wichtig, sich immer wieder in Frage zu stellen und nicht zu sagen “Ey, das war jetzt richtig geil”, gerade nach einer guten Konferenz oder mit vielen Teilnehmern hast Du natürlich viele Schulterklopfer und kannst dann auch schnell abheben. Und wichtig ist glaube ich, dass Du a) auf dem Boden bleibst und b) immer wieder den Status Quo hinterfragst und sagst - so wie wir es jetzt auch im Oktober machen, obwohl es jetzt drei Mal richtig gut mit diesem Konzept gelaufen ist - wollen wir jetzt nicht die vierte deutsche DNX wieder mit dem gleichen Konzept machen, halt mit vielen Talks und Workshops davor. Und da haben wir es jetzt komplett so ein bisschen umgemodelt und so Barcamp-Charakter, dass wir richtig viele Workshops haben, weil das war auch das Feedback von den Leuten, dass sie noch mehr in die Umsetzung gehen wollen und noch mehr Themen abdecken wollen. Und noch mehr vielleicht auch so Mastermind-Gruppen bilden wollen. Und wichtig ist glaube ich dann auch darauf zu hören und sich nicht weiter abfeiern zu lassen und alles ist cool und so weiter zu machen. Und ich kenne Konferenzen, da gibt’s jetzt die neunte oder zehnte Ausgabe. Die haben’s jetzt gerade auch immer schwerer, glaube ich, Fresh Blood zu kriegen und die Leute, die schonmal da waren, die kommen erst recht nicht mehr wieder. Von daher, ich glaube, das ist auch so ein kleines Erfolgsgeheimnis von der DNX, dass immer wieder eine Prise Neues gibt, wo man dann denkt “Scheiße ey, irgendwie will ich das nicht verpassen, wenn da was neues passiert. Ich will dabei sein”. Björn: Ja ganz genau. Aber na gut, das ist bei jedem Produkt so. Vom Auto über weiß der Geier was. Also, Du musst halt immer ne Schippe drauflegen oder Dich komplett neu erfinden. Marcus: Was ich mich frage, wenn ich Deinen Auftritt sehe und auch Deine Selbstbeschreibung im Podcast oder so, dann sprichst Du immer von Internet Marketing. Das Magazin für erfolgreiches Internet Marketing. Björn Tantau, der Internet Marketer etc. pp. Ich persönlich, muss ich Dir ganz ehrlich sagen, verbinde mit Internet Marketing eher spamige Seiten, in denen versprochen wird, wie man ziemlich schnell ohne zu arbeiten ganz viel Geld verdienen kann. Björn: Das stimmt. Marcus: Ist das von Dir bewusst gewählt, weil Du da auf ner Mission bist und sagst, es muss bessere Seiten zum Thema Internet Marketing geben? Weißt Du, dass Du damit aneckst, gerade mit diesem Begriff? Weil für mich war es immer ziemlich einfach dann zu sagen “Okay, die Internet Marketer, das ist halt so ein Klientel für sich. Die haben’s rausgefunden, wie sie ziemlich tricky, um die Ecke gedacht, Geld machen mit anderen Leuten, aber es ist alles nicht so nachhaltig. Für mich passt Du da überhaupt nicht rein, in diesen Begriff. Darum verwirrt mich das immer jedes Mal. Björn: Also meine Webseite hieß ursprünglich auch Online Marketing. Ich habe eigentlich nur beim Podcast bewusst das Wort Internet Marketing gewählt. Das lag eigentlich daran, dass ich persönlich den Eindruck hatte, dass es beim Online Marketing - wie soll ich das sagen - ein bisschen mehr darum ging, eigentlich Methodiken und Abläufe darzustellen, als es wirklich… Also, es wurde nicht so dargestellt, wie es eigentlich sein sollte. Also, Online Marketing beschränkt sich aus meiner Sicht irgendwie auf so ein paar Bereiche. Da gehört SEO dazu und ich seh’s eher technisch. Also Online Marketing war für mich immer so ein Bereich, der eher so technisch ist. Und mit dem was ich halt tue, fand ich, war das dem ganzen nicht mehr so gerecht. Denn selbst wenn Du über SEO sprichst und über technische Sachen, dann glaube ich, ist es letztendlich doch Internet Marketing. Du hast völlig recht, dass in diesem Bereich Internet Marketing auch diese vielen Info Marketeer unterwegs sind. Marcus: Ja genau die meine ich. Björn: Genau die meinst Du. Von denen ich aber dann in den letzten ein, zwei Jahren auch eine Menge Leute kennengelernt habe und Dir ganz klar sagen muss: Da gibt es auf jeden Fall ziemlich viel Schrott. Aber es gibt da ein paar Leute… und wenn Du halt Dich damit beschäftigst, dann wirst Du die auch erkennen, die Leute, die halt tatsächlich Produkte anbieten, die auch tatsächlich mehrwertig sind. Das sind dann halt die, die nicht mit dem Über-Nacht-Reichwerden werben, sondern die, die Dir halt wirklich sagen “Hier, ich stelle Dir einen Plan zur Verfügung. Und wenn Du diesen Plan befolgst, dann kannst Du das und das erreichen”. Letztendlich wie so ein Fitness Coach, weißt Du? Wo Du anfängst und Du willst 20 kg abnehmen und dann kriegst Du halt die Anleitung, wie Du es genau schaffst. Marcus: Perfekt. Björn: Und das machen immer mehr aus der Branche und so mache ich das ja auch. Letztendlich habe ich dieses Thema Internet Marketing bewusst gewählt. Ein bisschen als Abgrenzung vielleicht, weil ich halt selber mit aus diesem Bereich Online Marketing komme. Mittlerweile, wenn ich darüber spreche, dann sage ich auch oft Internet- und Online Marketing, weil ich das beides mittlerweile etwas zusammenfasse. Aber auch bei mir geht’s ja letztendlich darum, dass ich Wissen vermittle. Ich erzähle den Leuten halt die Dinge, wie sie funktionieren und man kann sich bei mir halt inspirieren und ich mache ja auch Ebooks und solche Sachen. Und ich mache Workshops und ich mache Seminare und ich mache Personal Coachings. Das ist ja quasi alles Internet Marketing, weil ich auch da den Leuten ja nicht erzähle “Du musst jetzt unbedingt SEO machen oder Du musst unbedingt Facebook machen”. Den Leuten sage ich ja auch “Nee, bei Deinem Projekt, da ist SEO eigentlich… bringt im Endeffekt gar nix, weil der Markt viel zu klein ist. Mach lieber Affiliate Marketing” - als Beispiel. Und Affiliate Marketing ist natürlich auch technisch, aber fällt für mich auch nicht so in den Bereich Online rein, sondern eher Internet. Weil Affiliate Marketing sich damit befasst, dass Du halt Deine Werbeerfolge dort generieren willst, wo halt die Masse der Verbraucher sitzt. Und die Masse der Verbraucher, die sitzt nicht im Online Marketing, die sitzt im Internet Marketing. Ne? Und deswegen habe ich versucht, diesen Bereich Online Marketing ein bisschen aufzubrechen, also über den Tellerrand zu gucken und dann tatsächlich auch im Podcast erstmals gesagt Internet Marketing. Aber letztendlich bist Du tatsächlich der Erste, der mich darauf anspricht. (Beide lachen) Marcus: Ja, für mich ist das ein Thema, weil wir natürlich auch immer, ab und zu, nicht immer. Aber ab und zu uns mit den Leuten von der Info Marketing Schiene, von der Internet Marketing Schiene, von dem Reichwerden über Nacht, in Berührung kommen. Gerade weil wir so ne große Reichweite haben in diesem ortsunabhängigen Arbeiten Thema. Und da gibt’s ja noch ein paar Leute, die noch ganz am Anfang stehen, die sich dann viele Sachen reinziehen. Und Feli und ich haben so den Anspruch, die Leute auch ein bisschen schützen zu wollen vor Schrott. Und deshalb versuche ich da immer so ne Abgrenzung hinzukriegen, aber merke selber die Grenzen sind einfach fließend. Und wo fängt das eine an? Wo hört das andere auf? Letztendlich nutzen alle irgendwelche Marketing Techniken und es ist halt nicht ganz einfach. Und das nur an den Begriffen festzumachen, habe ich dann wieder bei Dir gesehen, funktioniert auch nicht. Von daher muss da jeder selber, glaube ich, so seine Erfahrungen machen, auch ein bisschen gesunden Menschenverstand walten lassen und überlegen: Kann ich ohne etwas zu tun und ohne Arbeit und ohne Fleiß reinzustecken, wirklich so viel Geld verdienen? Björn: Das geht natürlich nicht. Wer das glaubt, ist ein Idiot. Marcus: Ja, aber es gibt leider immernoch genug Leute… aber ich glaube, da ist der - wie sagt man so - der Wunsch des Gedanken ist irgendwie größer, als dass man bereit ist, die Realität zu erkennen. Man wünscht sich das dann so sehr, dass es so ist und glaubt daran und investiert dann sogar vielleicht - keine Ahnung, wie teuer diese ganzen Kurse sind, aber manchmal kosten die richtig viel Kohle - und ist danach enttäuscht und schmeißt danach vielleicht sogar alle Leute, die im Internet ihr Geld irgendwie verdienen, in einen Topf. Und das ist ein bisschen schade, weil wir haben dagegen immer wieder anzukämpfen und zu erklären und zu sagen “Ey, macht nachhaltige Businesses und man kann im Internet Geld verdienen mit guten Geschichten, mit guten Sachen” aber die haben uns natürlich auch nen scheiß Ruf jetzt, allen Leuten so gegeben. Björn: Ja, einige haben nen scheiß Ruf. Ich persönlich habe branchenunabhängig die Erfahrung gemacht, dass alle die, die sich nicht selber Experte nennen oder sich selber irgendwelche Superlative geben… zum Beispiel, wenn Du Dir mal meine Seite anguckst, da steht nirgendwo, dass ich selber sage, ich sei ein Experte. Das sagen immer nur andere über mich. Und wenn Leute mich fragen, wenn ich hier bei RTL ein Interview gebe und die fragen mich “Wie sollen wir Sie nennen? - Social Media Experte?” Da sage ich immer “Ja, wenn Sie wollen, gerne, aber machen Sie’s irgendwie…”. Also, das ist dann von denen halt. Ich selber würde niemals rumlaufen und sagen “Ich bin ein Experte”. 1.) weil das halt vermessen ist. Es gibt Leute, die haben genau so viel und noch mehr auf’m Kasten als ich und 2.) muss derjenige, der dann quasi meine Dienstleistung in Anspruch nimmt beurteilen, wie gut ich bin. Und wenn der dann sagt “Ja, der Tantau ist ein Experte”, dann ist das super. Aber ich würde niemals sagen “Hier, kommen Sie zu mir, weil ich bin der krasse Experte”. Marcus: Okay cool, dann hast Du vielleicht den Hörern schonmal wieder nen Tip gegeben, was ein Indikator sein könnte. Björn: Und das machen halt viele Leute aus dieser - nicht nur - Internet- sondern auch aus der Online Marketing Branche. Die rennen halt rum und erzählen, wie geil sie sind. Und damit kommst Du halt nicht weit. Wie geil Du bist, das entscheidet sich daran, was Du ablieferst. Das ist beim Sport so, das ist im Wettkampf so, das im Beruf so, das ist auch beim Ebook Verkauf so, als Beispiel. Und wenn Du ein Info Marketeer bist mit nem scheiß Ebook, dann bist Du halt kein Experte. Wenn Du aber einer bist mit nem geilen Ebook, dann bist Du der Experte, wenn andere das von Dir sagen. Aber Du selber solltest das niemals von Dir behaupten, weil dann halten die Dich alle nur für nen arroganten Angeber. Und arrogante Angeber mag man halt nicht. Die Menschen mögen auch meistens alle Menschen nicht, die sich zu sehr selber unter’n Scheffel stellen, aber so das ganz normale, gesunde Mittelmaß. Du musst Dich nicht für nen Gott halten, aber auch nicht für nen Trottel. Irgendwo in der Mitte, für so nen ganz normalen aufgeklärten, halbwegs intelligenten Menschen, der halt ein bisschen was von Online- oder Internet Marketing versteht. Und wenn Du das halt vermitteln kannst, quasi wie Du wirklich bist, diese Authentizität... Marcus: Genau das ist das Stichwort. Björn: Das muss ich Dir ja nicht erzählen. Du bist ja jemand, der ja selber sehr authentisch ist. Dann klappt das auch, weil die anderen es Dir auch glauben. Und wenn sie Dir glauben, dann haben sie viel mehr Vertrauen zu Dir, weil sie halt wissen “Aha, das ist kein Aufschneider, das ist kein Typ, der mich voll labert. Was der macht, das meint der auch so. Und er hat es ja getestet, er ist halt vertrauenswürdig.” Und das ist quasi der Schlüssel beim Info Marketing, beim Internet Marketing, beim Online Marketing. Das ist der Schlüssel dazu, wie Du halt den Leuten vermittelst: Ich habe etwas für Dich, was Du gebrauchen kannst und ich stehe quasi mit meinem Namen und meinem Wissen dafür, dass es in Ordnung ist. Und dieses Vertrauen, was natürlich auch bei vielen Firmen - und das fand ich ja letztes Jahr sehr spannend, als Google dann richtig angefangen hat, also im Bereich SEO, auch die letzten Firmen oder viele Firmen, die noch krass Links verkauft haben und gekauft haben, mal ordentlich in den Sack zu hauen. Da hast Du halt genau gesehen, dass viele Agenturen, die halt so ein Link Business hatten, dass da halt letztendlich die Nachfrager kein wirkliches Vertrauen hatten, weil die haben halt gesehen, ihre Projekte sind irgendwie sofort abgerauscht. Und zack, haben die alle Budgets und Kontingente abgezogen, war ja klar, logisch. Weil sie ja wussten, es ging nicht mehr. Aber das war dann leider eine Vertrauensverlustsache. Die haben halt gesehen: Google hat ein Update gefahren und die haben dann wohl spamy Links mir verkauft und deswegen ist mein Projekt abgerauscht, also mache ich da sofort die Fliege. Und genau das ist der Punkt. Nicht nur Du als Person musst authentisch, auch Du als Unternehmen, als Agentur, als Brand, als Marke musst authentisch sein. Und deswegen gibt es ja Brands, die halt relativ authentisch sind. Ganz im Ernst: kein Brand ist wirklich authentisch, weil’s halt Firmen sind, die von tausenden von Leuten am Laufen gehalten werden. Aber es gibt halt Unternehmen, denen vertraut man mehr und Unternehmen, denen vertraut man weniger. Das behaupte ich jetzt mal so. Und deswegen gibt es auch Unternehmen, die halt einfach beliebter sind und welche, die weniger beliebt sind. Und das ist der springende Punkt. Dass Du halt wirklich so sein musst, wie Du bist. Das musst Du halt wirklich leben und da musst Du auch in Kauf nehmen, dass es da eine gewisse Anzahl an Leuten gibt, die Dich halt scheiße finden. Weil wenn Du authentisch bist, dann eckst Du auch an. Und das ist bei mir ganz genauso. Also, um Gottes Willen, nicht dass bei mir alle rumlaufen “Ah super, der Tantau hat wieder was gebloggt und das ist ja ein krasser Typ” und alle finden mich geil. Nee nee, also ich bekomme schon teilweise Gegenwind, wo Leute halt mich auch als irgendwie, keine Ahnung, jemand bezeichnen, der halt irgendwie nur rumlabert, aber keine Substanz hat. Da muss man halt mit Leben, aber ganz im Ernst: Wenn Du 100 Leute erreichst und 30 sagen, Du bist Kacke und 70 sagen, Du bist cool, dann ist das für mich völlig in Ordnung. Marcus: Ja, also für mich würde schon reichen, wenn Du 100 Leute erreichst und einer sagt dann “Ey, das hat mir geholfen und Du hast das verändert oder ausgelöst oder so bei mir” und 99 sagen, das war Kacke, ich glaube dann ist es für mich schon Wert, den Blogpost live gehen zu lassen. Björn: Letztendlich kann man es auch so krass ausdrücken, ja ist korrekt. Also was ich noch sagen wollte, mit dieser Art ist: Du wirst es halt nie allen Leuten recht machen können, aber auch das habe ich halt oft sowohl bei Agenturen als auch bei Einzelpersonen erlebt, dass sie halt versuchen den Leuten alles recht zu machen. Und bei mir gefällt auch der Punkt, wenn ich halt mit Leuten zusammen arbeite, zum Beispiel bei einem Coaching, und da stellt sich dann heraus im Laufe der - was weiß ich - dritten oder vierten Sitzung, das sind einfach Leute, die passen nicht zu mir. Die nehmen die Ratschläge nicht an, weil sie denken sie wüssten es besser, dann sag ich zu den Leuten so “Das bringt halt nix, wir passen nicht zusammen. Wir matchen als … quasi als Kurator” und “stören mich”. Und dann sag ich den Leuten auch so “Okay, dann beenden wir das hier und gehen Sie woanders hin, da haben Sie halt mehr von Ihrem Geld. Ich habe jetzt keine Lust Ihnen noch 10 Sitzungen hier Geld abzuknöpfen, wenn ich mich damit rumquälen muss”. Das rockt halt nicht. Und da hat auch der andere nichts von. Das muss man den Leuten erstmal klar machen. Manche verstehen es, manche verstehen’s nicht. Aber wenn die Chemie nicht passt, dann kannste den Leuten nichts beibringen, weil sie halt zu Dir kein Vertrauen haben. Und so ist es halt bei allen Produkten. Die Leute kaufen sich auch Autos, weil sie halt einer Automarke vertrauen. Wer halt 50 Jahre lang mit BMW fährt, kauft sich wieder einen BMW. Wer halt im Mercedes gefahren ist, kauft sich nen Mercedes. Weil sie halt wissen, das klappt seit 40 Jahren, da habe ich ein ordentliches Auto und ich werde mir niemals einen VW kaufen, weil den VW, den kenne ich nicht, weiß ich nicht und so weiter. So sind die Menschen halt. Es gibt da eine relativ spannende psychologische Untersuchung, die sich halt mit genau solchen Sachen beschäftigt. Und da musst Du halt letztendlich einsehen, dass wenn Du authentisch bist, Du letztendlich davon mehr hast. Aber wenn Du authentisch bist, hast Du auch immer einen gewissen Prozentsatz von Leuten, die Dich halt nicht mögen und dann Dich komplett ablehnen. Da musst Du halt bereit sein, Dir so ein dickes Fell wachsen zu lassen und das an Dir abperlen zu lassen. Oder halt den Spaß daraus machen und mit solchen Leuten in die Diskussion gehen, was manchmal auch sehr interessant sein kann. Aber letztendlich wirst Du es nie allen recht machen können. Wie gesagt: Vertrauen, authentisch sein, das sind für mich Dinge, die wirklich wichtig sind und damit klappt auch das Business letztendlich besser. Marcus: Genau, ich glaube Authentizität ist ein ganz wichtiges Stichwort und wenn man sich nicht hinter irgendeiner Website versteckt, wo kein Impressum drauf ist oder noch nichtmal ein Gesicht zu sehen ist: Wer steckt überhaupt dahinter? Wer macht da was? Sondern, wenn man bewusst nach vorne geht, auch bereit ist für Interviews, so wie wir es machen. Oder auf Youtube ist oder wie Du, einen eigenen Podcast hat. Ich glaube, man kann sich da nicht 40, 50, 60, 80 Folgen verstellen. Das merken die Leute dann ganz schnell. Und klar, sobald man authentisch ist und auch seine Meinung sagt, eckt man an und dann gibt’s immer Leute, die haben dann komischerweise immernoch genug Zeit zu haten oder zu flamen und zu sagen, dass Du total Scheiße bist und so, aber das macht halt den Unterschied. Der eine kreiert, versucht, macht, tut, muss nicht immer richtig sein, aber ist halt authentisch und die Leute können es verfolgen und die anderen haben nur Zeit, das irgendwie alles Scheiße zu finden und Kacke zu finden. Björn: Ganz genau. Marcus: So genau läuft’s dann auch bei uns, aber das können wir zum Glück aushalten. Authentizität und da sagte ich ja gerade als Beispiel auch: Ein Podcast ist ein super Tool, um Trust und Vertrauen aufzubauen bei den Leuten. Hat der echt Ahnung, worüber der redet? Du hast eben im Vorgespräch noch kurz zu mir gesagt: Du bist schon mega früh dabei gewesen. Du hast schonmal erste Podcast-Gehversuche viel früher gemacht und dann habe ich es so verstanden, dass Du dann wieder aufgehört hast und jetzt erst wieder Gas gegeben hast. Also Dein Podcast ist ja auch, glaube ich, mega erfolgreich. Auf den iTunes Charts sehe ich da immer wieder aufpoppen. Erzähl doch mal, wie das bei Dir gekommen ist, wie Du zum Podcasten gekommen bist. Björn: Nee, ich habe natürlich so einen leichten Audio-Technik Background, weil ich ja, wie ich schon sagte, früher auch als DJ gearbeitet habe und auch ein bisschen Musik selbst produziert habe - in den späten 90ern. Das heißt, deswegen bin ich so ein bisschen Audio-Technik affin. Kondensat Mikrofon und hier Plopkiller und so was, so ein bisschen Schallschutz und ein kleines Mischpult. Ich würde halt jetzt keinen Podcast machen und mir irgendwie für 20,00 € so ein USB Mikro kaufen und dann halt loslegen. Da hab ich schon einen Anspruch. Aber das ist auch jedem überlassen, wie er’s machen will. Das will ich jetzt nicht bewerten. Ich habe dieses ganze Equipment mir irgendwann zugelegt, glaube ich, 2008/2009 oder so, weil ich damals schon, als ich noch Freelancer war, schon eigentlich so ne Podcast Serie geplant hatte, aber wie das halt immer so ist, man kommt dann nicht dazu. Teils aus Zeitgründen oder teils auch, weil irgendwie man … ja letztendlich die Sachen dann irgendwie so verpennt, liegen lässt und letztendlich war es so, dass damals noch der Marco Janck bei der Campixx - wann war das? - 2012 glaube ich, sagte... Marcus: Das ist diese große SEO Konferenz, für die Hörer. Björn: Genau, die SEO Campixx 2012, da sagte er irgendwas von bei Radio for SEO… oder nee nee, so war das: Da war das Radio4SEO Allstar Panel, also alle Moderatoren der damaligen Shows saßen da oben und haben uns das erzählt. Und da fragte ich so, da hatte ich mal ne Frage und meinte so “Marco, warum gibt’s eigentlich keinen Social Media Podcast?” Ne? Na gut, Radio4SEO muss nicht zwingend Social Media sein. Und da guckte er mich halt an und meint so “Ja wieso? Da gibt’s doch einen.” Und so hat er mich quasi dann live rekrutiert und da meinte ich so “Äh, gut okay.” War auch so ein bisschen überfahren und dachte mir “Warum nicht?” Und so habe ich dann erstmal Radio4SEO, dann diese Social Media Schule übernommen einmal im Monat. Und als dann Radio4SEO 2014 dann quasi dicht machte, weil Marco halt sich ja auch ständig umorientiert oder was heißt ständig, aber dann auch gesagt hat “Ich mache jetzt andere Sachen und nicht mehr Podcast”, habe ich dann gesagt “Okay, bevor ich jetzt gar nichts mehr mache, kann ich jetzt endlich mal meinen eigenen Podcast an den Start bringen” und habe dann letztendlich mir erstmal überlegt, wie machst Du das? Und mir war immer klar, dass ich mich halt von diesen ganzen… Es gibt halt viele Podcasts da draußen, wo Leute dann einfach anfangen und dann sagen “Jetzt gehts los blabla” und ich hatte immer so ein bisschen diese Radio Show im Kopf und deswegen habe ich auch diesen lustigen Trailer bei mir drin. Der natürlich absichtlich so überkandidelt ist. Also Leute die mich ansprechen, sagen ja immer “Also Deinen Podcast finde ich ja geil, aber das Intro, das geht ja gar nicht!” Da sage ich immer “Wieso geht das gar nicht?” Und da meinen sie immer so “Ja, das ist ja wie im Hollywood Film und das ist ja total abgefahren.” Und da meine ich “Ja, genau so soll es ja auch sein”. Damit die Leute gleich abgeholt werden. Erstmal BÄM, darum geht’s hier. Es ist schon gedacht, so ein bisschen auf die Fresse, nach dem Motto “Ey, erstmal so, wer ist das denn?” Da spiele ich natürlich so ein bisschen mit diesem Nimbus und dann breche ich auch ein bisschen mit der Regel, die wie ich vorhin gesagt habe, dass man nicht selber angehen soll. Der Trailer meines Podcast ist natürlich, ey, ganz ehrlich: Der geht eigentlich gar nicht, ja. Der ist halt so fett aufgetragen, dass man da auch liefern muss. Aber ich habe mir überlegt, es gibt ja schon relativ Podcasts, auch schon zu dem Thema Online ne? Und da muss man schon irgendwie mal ne Marke setzen, um dann überhaupt gehört zu werden. Glücklicherweise bin ich ja in der guten Situation, dass ich ja … habe ich auch viel Feedback gehört, dass ich halte, was ich durch den Trailer verspreche. Insofern geht das in Ordnung, aber mir war schon bewusst, dass wenn man so ein Format mal an den Start bringt, dass man da halt ein bisschen dick auftragen muss, damit man überhaupt ein bisschen wahrgenommen wird. Ich habe natürlich ein bisschen Reichweite, klar. Marcus: Das war bei mir ja ähnlich. Ich habe ja ein ähnlich krasses Intro, von so nem Truckertypen einsprechen lassen. Und habe dem extra gesagt, mach Ami-Trucker-Style. Hab mir auch noch richtig Mühe beim Cover gegeben, habe da Geld hingelegt für nen super talentierten Sketcher, der mich dann als Comic-Figur gezeichnet hat, weil man muss natürlich dann auch erstmal ein bisschen auffallen, wie Du schon sagtest, wenn man dann da einsteigt. Björn: Genau auf jeden Fall. Und ich habe da auch den Trailer produziert. Ich habe nen alten Bekannten gefragt, der lange Jahre ein eigenes Musiklabel hatte, der jetzt in der Produktion arbeitet. Und der hat gesagt “Geh mal da und da ins Studio und such Dir mal den und den Sprecher” und dann habe ich mir da einfach - nicht für extrem viel Geld, aber Du musst schon was bezahlen - ein professionelles Studio besorgt. Die Mucke habe ich selber eingekauft. Der Sprecher war dann von dem. Er hat ihn dann angesprochen - das ist es jetzt irgendwie kein Kevin Costner Sprecher oder so ein Scheiß ... Marcus: Einer war von Fiver von 5,00 $. (lacht) Björn: Ja genau, so ein ganz normaler Typ, der da halt da was reingesabbelt hat und ich habe den Text geliefert. Und ich habe mich natürlich auch bei meinem Podcast-Intro inspirieren lassen von einem anderen Podcast aus den USA, der es halt so ähnlich macht. Und genau das wollte ich halt auch haben und ich wollte sowas schon immer haben. Einen Podcast auch mit so einem Intro. Und da habe ich mir gedacht “Wenn Du jetzt schon sowas machst, dann aber auch richtig auf die Kacke hauen”. Und so habe ich’s dann gemacht und letztendlich läuft der Podcast in der Tat richtig gut. Du hast es vorhin angesprochen. Das einzige, was mir noch fehlt… Ich habe gerade tatsächlich auch da ein bisschen Zeitprobleme und will eigentlich jetzt ab dem viertel Quartal die Taktung auch erhöhen von einer Show irgendwo dann auf zwei Shows im Monat. Ich muss mal gucken, wie ich das hinbekomme. Aber letztendlich hast Du vollkommen recht, mit dem was Du eben gesagt hast. Ich habe das auch selber unterschätzt. Ich habe ja auch noch ein Videoformat in der Pipeline, weil ich ja Youtube auch immer schon machen wollte. Es ist tatsächlich so, dass Du Dir halt über einen Blog, wo Du viel schreibst, eine relativ große Fangemeinde erarbeiten kannst. Aber tatsächlich habe ich festgestellt, dass man über einen Podcast ganz andere Leute erreicht, als über einen Blog. Und auch viel mehr Leute erreichst. Also zum Positiven. Und ich denke, dass auch das das geile ist von diesen ganzen Leuten, wie LeFloid oder so, die auf Youtube da irgendwie ihre 80 Milliarden Follower haben. Ich glaube, dass je aufwendiger das Produktionsmittel ist und Podcast ist ja schon aufwendiger als Schreiben. Bei Schreiben brauchst Du ja eigentlich “nur” Word oder nen Editor und dann baust Du Wordpress ein und fertig. Aber einen Podcast, wie Du vorhin sagtest, den musst Du erstmal aufnehmen, dann muss der vielleicht geschnitten werden, weil manche ihre ähs, öhs und ühs raushaben wollen. Ich lasse die immer drin, weil’s authentisch ist. Marcus: Ja. Björn: Ich habe halt auch kein Skript. Wir beide labern jetzt ja quasi auch so, als würden wir zusammen ein Bier trinken gehen. Das ist auch das, was für die Leute interessanter ist, glaube ich. Weil die Hochglanzradiosendungen haben sie ja im normalen Radio, wo ja alles …. Marcus: Ja, Stichwort: Authentizität. Björn: Genau, richtig. Aber das glaube ich, wäre auch bei Youtube, ich glaube bei Videos, da musst Du die Patzer schon rausschneiden, weil es da halt was anderes ist, weil die Menschen da halt Dich wirklich sehen. Im Radio sind sie’s vielleicht gewohnt darauf zu warten, dass es weitergeht, weil es ja auch im Radio so Formate gibt, wo Leute auch anrufen, na wie hieß er denn… Domian oder auch äh bei uns hier, bei uns hier in Hamburg gibt es ja NDR und da NDN Fokus, wo es dann Abends so ne Redzeit gibt, so total geil. Da werden immer Leute eingeladen zu total wichtigen Themen, was weiß ich, so irgendwie so Schulpolitik oder äh äh keine Ahnung, Hartz IV blabla. Also so richtig wichtige Theme, wo dann halt Experten, also von den Leuten dann Experten eingeladen werden. Irgendwelche Wissenschaftler und Politiker. Und da kannst Du als Hörer halt anrufen und da Fragen stellen. Und wenn die halt diese Hörerfragen beantworten im Radio, dann reden sie dann auch ganz normal. Dann hast Du auch mal ein äh oder ein Räuspern drin. Das wird auch nicht geschnitten, weil es auch Live on Air ist quasi. Also dieses Format Podcast ist nicht so clean wie zum Beispiel das Format Radio ist und das ist, glaube ich, auch das, was die Leute gut finden. Und wenn Du halt es dann schaffst in diesen Podcast noch wirklich, wie ich das auch mache… ich mache ja nicht nen Podcast, wo ich dann so erzähle - keine Ahnung - heute war ich einkaufen bei hier Toom oder was. Oder heute habe ich ein Regal gebaut oder heute war ich Rasenmähen. Ich erzähle ja den Leuten, was sie machen können, um ihr Business nach vorne kommt, weil alles andere macht für mich jetzt auch keinen Sinn. Und wenn Du das halt durchziehst, dass Du halt so ein Format machst, was tatsächlich ein bisschen so kumpelmäßig rüberkommt oder entspannt und dann es schaffst in dieser entspannten, vertrauten, ne? wieder vertraute Atmosphäre… In dieser Atmosphäre es schaffst dann wirklich Content rüberzubringen, der halt wirklich sinnvoll ist, nützlich, ein Problem löst, nen Wert bietet, dann glaube ich, kommt das bei den Leuten sehr gut an und was ich immer versuche einzuhalten, ist diese halbe Stunde im Podcast, weil halbe Stunde halt dieser klassische Wert ist, den der deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich auf dem Weg von und zur Arbeit mithört. Das heißt, wenn Du einen Podcast - das was Du machst, dieses Interviewformat, das ist meistens nicht zu schaffen in ner halben Stunde, weil …. Marcus: Ja, also wir sind jetzt schon bei 1:06:00 (lacht) Björn: Ähm, genau ähm. Aber gut, die Leute können ja entscheiden, ob sie’s dann hören wollen. Aber wenn Du halt so nen rein Infotainment Podcast machst, dann musst Du auch damit rechnen, dass die Leute halt so nach 20 Minuten einfach aussteigen, weil es einfach zu viel Input ist. Das ist wie, wenn Du zu ner Konferenz gehst oder zu nem Workshop. Da bist Du auch irgendwann durch. Also kein Mensch kann irgendwie wirklich bei so nem Thema, wo es darum geht, dass Du wirklich Wissen aufsammeln sollst, was Du weiter verwenden sollst, für Dich, damit Du Fortschritte machst. Kein Mensch kann ne Stunde da aufmerksam zuhören. Bei so nem Interviewformat ist es was anderes. Das ist ja auch so ein bisschen Unterhaltung. Die Leute hören Dir auch zu so und wir reden ja jetzt nicht über irgendwelchen krassen Tipps, wie Du jetzt auf Facebook da von heute auf morgen irgendwie 10 Milliarden Visitor oder Follower bekommst. Wir reden ja eher so über allgemeinere Sachen. Das ist ja auch dann so dieser Reiz eines Interviewformats. Da klappt das. Aber ich persönlich versuche immer diese halbe Stunde einzuhalten. Weil das halt der Weg ist, den die Leute leicht und schnell nebenbei konsumieren können. Und außerdem: ich weiß nicht, ob das auch von Tim Ferris stammt, aber es stammt von einer dieser US-Leuten, die ich ja auch immer alle höre, wie Pat Flynn, Amy Porterfield und direct help bei mir leisten. Die haben gesagt, dass der Podcast halt ein intimes Medium ist. Wenn man sich jetzt fragt: Warum intim? Das stimmt wirklich. Der Podcast wird ja, und das wirst Du in Deinen Statistiken ja auch sehen, wird ja zu 80% via iTunes konsumiert. Das ist ne klare Sache. Also auf dem iPhone. Und natürlich klar. Die Leute hören Dich dann auf dem Weg zur Arbeit, aber sie hören Dich vielleicht auch abends vorm einschlafen im Bett. Marcus: Jaja. Björn: Ne? Und das meint er mit intimes Format. Kein Mensch nimmt seinen Laptop mit und ließt abends noch irgendwie Spiegel Online. Gut, viele gucken sich vielleicht Spiegel Online abends an oder gucken sich noch irgendwie Game of Thrones auf’m Tablet an oder Walking Dead oder weiß der Geier was. Das ist auch intim, aber dieses Podcastformat, wo Du tatsächlich sprichst mit den Leuten, das ist nochmal was anderes als wenn Du Dir eine TV-Sendung konsumierst oder als wenn Du einen Artikel liest. Da spricht jemand mit Dir. In dem Fall zweideutig. Das heißt wir beide unterhalten uns jetzt, aber wir sprechen mit Dir und erzählen Dir was bevor Du schlafen gehst. Und die haben Dich dann quasi im Bett dabei. Und in der Tat: Das ist intim zu sein mit Deinem potentiellen Publikum. Ist natürlich nicht intim im klassischen Sinne, aber dieses Wort intim hat auch der Kollege so gewählt, dass man damit auch dann dieses ganze Prozedere sichtbar macht und es klar macht. Ja klar, die Leute nehmen Dich mit ins Bett, setzen sich ihre Kopfhörer ins Ohr und hören noch irgendwie ne halbe Stunde hier ähm Deinen Podcast, meinen Podcast oder genau, LifeHackz oder meinen oder hören den von Gordon oder weiß der Geier wer da noch alles am Start ist.  Und das ist schon was besonderes. Marcus: Absolut. Björn: Aus dem Grund denke ich, dass dieses Format so spannend ist und aus diesem Grund glaube ich auch, dass Podcasting zurzeit wieder eine kleine Renaissance erlebt. Weil gefühlt für mich: Man hat immer mehr. Das war vor einem Jahr noch nicht so. Marcus: Nee, auf keinen Fall! Und es gab ja glaube ich schonmal so Ende… also 2008, 2009, 2010 glaube ich schonmal in Amerika so. Da hast Du ne Welle von Podcasts. Das hatte dann wieder abgenommen und gut gefühlt hat das so seit einem Jahr dann wieder Fahrt aufgenommen. Als dann auch Tim Ferris regelmäßig angefangen hat zu podcasten und bei uns ja jetzt in Deutschland seit, keine Ahnung, auch gefühlt seit nem halben Jahr. Und gerade in Amerika gibt es ja auch krasse Beispiele, dass Podcasting immer mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommt, als dass ein Barack Obama glaube ich auf nem privaten Podcast war. Der Schwarzenegger war bei Tim Ferris aufm Podcast. Björn: Ja, das war geil. Marcus: Das war ne richtig geile Episode und gerade in diesem Interviewformat, wenn man so ein bisschen plaudert, kriegt man glaube ich mitunter viel mehr aus den Leuten raus, als wenn Du vor nem Skript stehst und dann genau durchgehst, welche Fragen werden gestellt. Du gehst dann in die Maske, wirst gepudert und hast dann nen Fernsehauftritt irgendwo. Insofern finde ich es ist, glaube ich, auch ein richtig starkes Format und bin gespannt, was da noch alles passiert. Björn: Genau, da musst Du natürlich auch bereit sein für so was. Also, Du musst wissen, dass wenn Du zum Beispiel einen Politik-Podcast hättest und Du hättest da irgendwie - keine Ahnung - hier… äh… wen nehmen wir denn mal? Ähm, hier unseren Olaf Scholz hier aus Hamburg den Bürgermeister zu Gast. Der wird natürlich mit Dir vielleicht einen netten Plausch halten ohne Skript, aber die meisten sind ja alle rhetorisch 1005 trainiert. Der wird natürlich genau wissen, was er sagt und den würdest Du auch nicht aufs Glatteis führen können. Ich meine, das versuchst Du ja auch nicht, aber nur als Beispiel: Wenn Du einen Politik-Podcast hättest, dann würdest Du vielleicht versuchen aus den Leuten was rauszukitzeln, was sie halt anderswo nicht sagen. Marcus: Ja. Björn: Und das ist auch wieder der Reiz des Podcast, dass die meisten Leute das tatsächlich auch da wieder authentisch benutzen, spontan und halt nicht mit Skripten arbeiten. Ich persönlich bin ja ein riesen Fan von Amy Porterfield und die hat ja ihre ersten, ich glaube, 10, 15 Podcasts in den USA wirklich so gemacht: Die hat das geskriptet. Die hat genau aufgeschrieben, was sie halt erzählen will und das vorgelesen. Und nach der 15. oder 16. Episode hat sie dann gesagt “So Leute, die Kritik, wo Leute sagen, Dein auswendiggelernter Podcast, der ist inhaltlich gut, aber er klingt total Scheiße”. Dann hat sie dann gesagt “Ab jetzt erzähl ich einfach so”. Weil sie einfach gemerkt hat, dass die Leute dieses Aufgesetzte halt erkannt haben. Sie haben erkannt durch die Aufnahme, dass es halt abgelesen ist. Und sie hat gesagt, das wollten die Leute, die sie gehört haben nicht, weil man ganz offensichtlich im Radio vielleicht so kennt. Das Radio versucht immer lustiger und entspannter zu werden, dass die Moderatoren immer mehr quatsch machen morgens in der Morning Show und deswegen authentisch wirken wollen. Weil es ist ja dieses Problem, wie mit Instagram und den Modezeitschriften, wo mich immer Leute fragen “Mensch, warum ist denn Instagram so erfolgreich?” Und diese ganzen Instagram Mädels, die sich da in ihren neuen Gucci-Latschen da fotografieren lassen. Dann sage ich immer “Ja, weil’s authentisch ist”. Und andere 19 Jährige Mädchen können sich mit denen identifizieren. Dann sagen die immer so “Ja aber wir haben doch die Modezeitungen”, dann sage ich “Ja aber die Modezeitungen sind aber nicht echt. Das sind inszenierte, gestellt Fotos, die von Modefirmen beauftragt wurden. Und Instagram sind halt überwiegend Leute, die tragen halt so Adidas Sneaker, weil sie’s geil finden”. Marcus: Ja und es sind dann auch Leute wie Du und ich. Also Menschen können sich viel besser, gerade die Jugend jetzt, die Teenager die da nachkommen und Generation Why, die können sich viel besser mit den Leuten identifizieren, die nicht so polished sind und nicht in der Maske waren und vielleicht auch mal nen Pickel haben oder auf Youtube im Vlog und jeden Tag aus ihrem Leben berichten und da geht auch nicht alles gut, aber das ist einfach authentisch und mal sind die fertig und haben nen Hangover. Und dann machen die trotzdem ihren Vlog. Björn: Und das versucht ja das Fernsehen krampfhaft zu kopieren mit ihren skripted Reality Shows und ähm… ich weiß nicht, inklusive Dir, von den Zuhörern jetzt Fan von solchen Sendungen ist, wie jetzt “Berlin - Tag und Nacht”, keine Ahnung. Wenn man mal durchzappt und es mal sieht, dann sieht man schon, dass es halt nicht echt ist. Man sieht’s einfach. Weil die Leute einfach… das sind halt Laien-Schauspieler, wenn überhaupt. Meist sind das ganz normale Leute und die Story ist manchmal ganz witzig, was die da so machen. Aber letztendlich siehst Du, dass es nicht echt ist und nach drei, vier Minuten, bist Du auch… also bin ich davon gelangweilt. Also das bin ich selbst, wenn ich das beim zappen sehe. Nach drei, vier Minuten muss ich umschalten, weil es halt einfach… Ja, es reizt halt nicht, weil man weiß genau, der TV-Sender will Dir irgendwas vorspielen. Und die meisten Leute lassen sich halt nicht gerne verarschen. Ich habe immer das Gefühl, dass viele Leute auch im Marketing und Werbung immer denken, dass die Leute alle total dämlich sind und Du denen alles vorschmeißen kannst, was Du willst. Du kannst den Leuten ne Menge geben und viele nehmen’s ja auch auf. Aber die Leute merken ziemlich schnell, wenn sie für dumm verkauft werden sollen. Und das geht durch alle Schichten, durch alle Altersgruppen und das funktioniert eigentlich fast nie. Deswegen sind solche Sendungen auch nicht lange oder ewig erfolgreich. Marcus: Ja, und am besten vielleicht gar keinen Fernseher mehr haben, so wie ich, dann musst Du Dir diesen Müll gar nicht mehr angucken. Björn: Ja gut, also Fernseher abschaffen finde ich jetzt etwas drastisch. Also ganz ohne Fernseher möchte ich nicht leben. Aber ich merke selber, dass ich natürlich vom linearen Fernsehen immer mehr abdrifte und mein Programm selber zusammenstelle. Marcus: Wollte ich gerade sagen. Also dieses Konsumieren on Demand, wenn Du da Bock drauf hast, ich glaube, das ist irgendwie der neue Trend. Dass die Leute sagen so… Björn: Was ich sehen will so. Also Netflix und Co. oder auch mal nen Film bei iTunes mal runterladen, also ausleihen. Die gute alte Videothek braucht man ja nicht mehr. Das ist halt das was ich halt mache, aber ich gucke fast…. Also ich muss zugeben, als jemand, der halt schon 40 Jahre alt ist und mit Stefan Raab quasi aufgewachsen… ich gucke immernoch ganz gerne TV Total und deswegen wird er mir auch sehr fehlen, wenn er damit aufhört. Das meine ich wirklich ernst, weil ich immer die viertel Stunde Standup Comedy, die er zu Anfang macht, immer sehr witzig finde, bei Stefan Raab. Das ist auch nicht jedermanns Sache, das ist Geschmackssache, aber das finde ich immer sehr witzig. Aber ansonsten, außer vielleicht mal ne Weltraumdoku auf n-tv, so nachts um 2.00 Uhr, fällt mir nicht mehr viel ein, was ich noch im linearen Fernsehen gucke. Eigentlich mittlerweile schon fast nicht mal mehr Nachrichten, weil da auch immer dasselbe ist und die Nachrichten halt auch versuchen müssen, immer noch dramatischer zu berichten und immer noch einfühlsamer zu berichten, weil man sonst halt nicht mehr einschaltet und dann muss ich sagen, dann lese ich’s lieber auf meiner Nachrichten App. Weil da steht es meistens etwas weniger gewertet und da ist etwas mehr Objektiv drin. Ähm ja, ich suche mir dann halt die News, die mich interessieren selbst zusammen. Und der Trend wird halt immer krasser und ich sehe auch nach wie vor nicht, dass die TV-Sender da irgendein Rezept dagegen haben. Marcus: Das ist echt krass, was die an Kohle verbrennen und Aufwand betreiben, um so nen Sender am Laufen zu halten oder überhaupt ne Sendung zu produzieren. Feli und ich waren ja letztes Jahr bei Stern TV Live in der Sendung und alleine, wenn Du mal überlegst, das wir jede Woche ausgestrahlt und wir hatten da glaube ich fünf oder sieben Minuten Liveauftritt und dann hatten wir noch ne kleine Doku dazu von zehn Minuten oder so. Aber was die für nen Aufwand betrieben haben für dieses kleine Stück von uns beiden, was dann ein Viertel von der ganzen Sendung war, die jede Woche passiert. Aber angefangen von dem ganzen Produktionsteam in Berlin, von dem Chauffeur, der uns am Flughafen abgeholt hat, plus die Unterkunft, plus irgendwie danach gab’s noch ein dekadentes Essen und so’n Buffet und so. Und dann denkst Du: Ey Alter, es ist doch so klar, warum die keine Kohle mehr haben oder warum die echte Probleme haben”. Da kommt ein Youtuber, der kauft sich ne Go Pro oder kriegt die vielleicht noch geschenkt zu Weihnachten und hat dann 10 Mal mehr Zuschauer als so aufwendig…. Björn: …..also ein bisschen Kohle haben die ja noch, aber es wird halt immer schwerer. Und ich weiß genau, was Du meinst. Also ähm, ich bin ja gelegentlich mal bei irgendwelchen Nachrichtensendungen. Erst letztens war ich wieder … Anfang August war ich bei RTL hier, RTL Nord Live für’s Regionalfernsehen. Marcus: Mh. Björn: Da ging es halt um Instagram. Und dann sitze ich da halt mit ner netten Voluntärin, der, der mich interviewt, ein Kameramann, ein Tonmann. Ne? Bei RTL hier in Hamburg im Straßenbahnring. Sitze ich da. Und diese drei Personen müssen halt alle ne halbe Stunde arbeiten. Also nur für die Aufnahme. Also haben wir schonmal 90 Minuten Arbeitszeit, die schonmal irgendwie erwirtschaftet werden müssen. Und letztendlich hat die Frau, also diese Instagramerin noch begleitet und ich war quasi nur derjenige der erzählt hat, warum Instagram halt so interessant ist. Aber letztendlich ging die Story um diese Frau. Ich habe also mein Interview gemacht. Unabhängig davon, dass von meinen sieben, acht Minuten, die ich erzählt habe, zehn Sekunden übrig geblieben sind - ist ja immer so im Fernsehen - war der gesamte Artikel glaube ich zwei Minuten lang. Und für diese zwei Minuten im Regionalfernsehen, wo Du halt auch natürlich Reichweite hast. In Hamburg _______________, aber hast halt nicht so viel, wie bei Stern TV jetzt bundesweit. Oder wie ich bei der Tagesschau damals oder bei RTL oder im ZDF. Aber die haben da so einen Aufwand betrieben für diese 120 Sekunden, wo ich mir nur denke so “Äh...ja” Ihr habt da jetzt eine Instagramerin vorgestellt. Da war ein “Experte” von denen so benannt, der erklärt hat, was Instagram ist und das war es dann. Den kannst Du Dir in der Videothek angucken ein paar Wochen und das ist auch alles fein und super und es hat auch seinen Mehrwert. Aber letztendlich, drei Leute haben mich dann betütelt und diese Voluntärin musste dann ja noch diese Instagram Frau interviewen. Mit der sind sie unterwegs gewesen da in Eppendorf und haben da Fotos gemacht. Und da waren ja auch wieder der Kamera- und Tonmann mit und wahrscheinlich noch ein Lichtmann, weil sie draußen waren, keine Ahnung, weiß ich nicht. Marcus: Und noch ein Regieassistent und noch ein Regisseur... Björn: Und noch ein Typ Also Summasummarum haben glaube ich an diesem Beitrag irgendwie drei Leute ne Woche gearbeitet. Also ich weiß nicht, wie das beim Fernsehen läuft mit den Werbeeinnahmen aber da muss schon ziemlich viel Kohle reinkommen, um so was bezahlen zu können. Marcus:  Hab ich mir auch gedacht, hab ich mir auch gedacht. Ganz ehrlich… aber ja. Björn: Oh ja, aber noch scheint’s ja zu funktionieren. Ich seh’s halt jetzt auch noch nicht so kritisch mit dem TV, aber ich glaube so in 10, 15 Jahren werden die richtig…. also ich sehe es mal an ProSieben. Ich finde ProSieben macht es richtig, als Beispiel. Die machen halt sehr viel Entertainment, sehr viel Filme, sehr viel auch mit Blockbuster und haben halt auch nebenbei immer den Drive auch Online Krieg zu machen. ProSieben macht’s ja auch bei Twitter, ist immer sehr amüsant, wenn da zum Beispiel “Schlag den Raab” läuft. Die glaube ich werden noch als erste da ordentlich mitgehen. Und ich glaube die anderen TV-Sender, vor allem die öffentlich rechtlichen, ich glaube, die hoffen einfach nur, dass diejenigen die jetzt digital native sind, die jetzt irgendwie um die 20 oder 30 sind, dass die halt später, wenn sie halt 60 sind, auch nen Fernseher haben, weißte? Um dann halt wieder zu den Stammzuschauern zu werden, die ja…. da musst Du ja sehen: ARD ist ja…. muss man ja leider so konstantieren, das sind ja die 55+ Leute, die halt dann auch so was gucken, wie “Stars in der Manege” oder so. Wie gesagt, ich will keinen angreifen, aber ich find’s Scheiße. Ist meine persönliche Meinung. Oder auch so was wie “Musikantenstadl” und all so nen Kram, ne? Da frage ich mich immer so, wieso zahle ich eigentlich da GEZ Gebühren oder wie heißt das - Rundfunkgebühren. Aber es gucken viele Menschen, sind aber halt dann 60+, ne? Und ich glaube diese TV-Sender, die sitzen das einfach aus und hoffen, dass irgendwann die Leute sagen “Oh hier so äh, Internet ist mir jetzt zu stressig, ich gucke jetzt doch lieber Fernsehen”. Marcus: Ja genau, die hoffen vielleicht, dass das Internet irgendwann wieder vorbei ist oder so. Björn: Oder dass Leute davon genervt sind - keine Ahnung. Aber letztendlich, ich finde ProSieben macht da viele Sachen richtig. Oder auch, das musst Du ganz klar sehen, Big Brother auf Sat1, auch wenn das Format abgrundtief daneben ist, wie sie das ganze Online begleiten, wenn man sich das mal genau anschaut: Das ist schon nicht schlecht. Also da haben die schon ein bisschen Hausaufgaben gemacht und machen das ziemlich gut. Wie gesagt, ProSieben, Sat1, die sehe ich da bei allen noch in der besten Situation, dass die da ein bisschen Gas geben und ich glaube, die werden das ganz gut hinbekommen. Alle anderen … ja, da muss man gucken, wie das so läuft. Aber ich muss auch sagen, das ist meine persönliche Vermutung. Ich bin da jetzt so tief nicht drin in diesem ganzen TV-Mist. Marcus: Ich gar nicht mehr. Björn: Dass ich dazu jetzt wirklich einem was sagen könnte, das ist wirklich mein persönlicher Eindruck jetzt von außen. An all die Zuhörer, so ein kleiner Disclaimer: Ich bin nicht im TV Geschäft tätig. Marcus: Wollte ich gerade sagen: Dann lass mal lieber auf andere Themen gehen. Björn: Ich kann mich dazu nur aus Konsumentensicht äußern. Marcus: Okay cool, also ich finde auch, es gibt viel spannendere Themen, als das ganze TV und irgendwelche Sender. Aber ganz cool mal Deine Expertise dazu zu hören. Wir sind jetzt schon bei 1:22:00 dran. Schon weit über die halbe Stunde. Dann müssen die Leute glaube ich drei Mal hin- und herfahren bis sie die komplette Folge gehört haben. Deshalb, meine letzte Frage an Dich: Wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus und hast Du irgendwelche Routinen? Björn: Ähm ja. Ich versuche mich an Routinen zu halten, weil Routinen vor allem für projektbasierte Arbeit ziemlich gut sind. Wenn Du eine Liste hast, die Du abarbeiten kannst mit Sachen, die immer gemacht werden müssen, dann bist Du schneller fertig und kannst dann am Ende Dich mit Sachen beschäftigen, die vielleicht Dir leichter von der Hand gehen. Deswegen neige ich dazu, Dinge die dringend gemacht werden müssen und die mir auch nicht so leicht von der Hand gehen, immer nach vorne zu schieben. Letztendlich ist meine Tagesroutine grob gesehen so: Ich fange logischerweise morgens an, nachdem ich den Nachwuchs an diversen Örtlichkeiten abgegeben habe, also Kindergarten, Schule etc. Marcus: Das machst Du selber? Björn: Ja ja, meine Frau und ich teilen uns das, nur meine Frau muss meistens früher anfangen zu arbeiten, deswegen an den Tagen, wo sie arbeitet mache ich das dann. Aber ich bringe auch meine Kinder gerne weg, weil das immer morgens ganz witzig ist, Schule und Kindergarten zu sehen. Weil das immer ganz witzig ist, wenn Du die ganzen Kleinen da rumlaufen siehst. Aber äh, ich bin trotzdem um 9:00 Uhr voll auf der Matte und alles kein Thema. Und dann mache ich mich in der Regel immer erstmal auf die Suche nach Content und gucke, was gibt es neues. Weil das ist ja quasi mein Potential, mit dem ich halt ja auch handle und von dem ich lebe. Dass ich halt versuche auf dem Laufenden zu bleiben und darüber auch dann berichte, nachdem ich es ausprobiert habe. Also ich schaue mir erstmal an, was gibt’s neues? Und wenn da Sachen dabei sind, die interessant sind, dann werden die erstmal alle markiert. Marcus: Über nen Feedreader oder wie machst Du das? Björn: Alles mögliche. Ich gucke bei Twitter rein, ich gucke bei Feedly rein, ich klappere wichtige Ami-Blogs ab, so was wie 9 to 5 Mac oder hier wie heißt die? die Adweek oder Social Times, sowas klappere ich alles händisch ab und gucke, was gibt’s da neues? Hab aber auch meinen Newsfeed und gucke mir Google News Alerts an, alles mögliche. Ich schaue bei Facebook rein, schaue bei Twitter rein, was gibt es da so? Und das sind so die einschlägigen Seiten. Ich gucke jeden Tag einmal auf Social Media Examiner auf. Das ist die große Seite aus den USA von Mike Stelzner, die ich sehr empfehlen kann und schaue auch bei deutschen Blogs vorbei und gucke was es da halt so neues gibt. Und gucke dann, ob da Sachen sind, die potentiell interessant wären sowohl bei mir auf der Seite als auch auf der Seite von Facelift, weil dort im Marketing mache ich ja unter anderem das Content Marketing schwerpunktmäßig und da bloggen wir ja auch. Gucke aber natürlich auch, was gibt es sonst so für Themen, die man benutzen kann und beschäftige mich dann letztendlich mit dem Marketing für Facelift. Mache da Pressearbeit und solche Dinge. Bereite mich auf irgendwelche Termine vor, schreibe Präsentationen für Speakings oder für interne Sachen. All solche lustigen Dinge mache ich da. Und dann schaue ich mir an, was gibt es noch so an anderen Dingen und als klassischer Sidepreneur, wie es so schön heißt, schaue ich dann, was kann ich von diesen Content Sachen für mich selbst benutzen, die ich dann letztendlich nach der Arbeit verhackstücke. Und ich kriege immer die Frage, wie ich das immer so mache. Es ist tatsächlich so, dass ich nach irgendwie zehn Jahren, in denen ich jetzt mit schreibenden Publikationen zu tun habe, die ich selber veröffentlicht habe, dass ich halt tatsächlich relativ schnell schreiben kann mittlerweile. Also so ein längerer Text dauert bei mir nicht so lange, der ist relativ schnell gemacht. Deshalb habe ich halt noch relativ die Zeit, um das zu machen. Ansonsten beschäftige ich mich tatsächlich relativ viel mit Content. Wir gucken uns immer an, welche Marketingmöglichkeiten können wir für unser Produkt verwenden und gucken uns dann an, was kann gemacht werden? Ja und dann ist so ein Tag auch relativ schnell wieder rum. Ich beschäftige mich dann noch mit solchen Dingen, wie eigene Podcasts aufnehmen, versuche weiterhin Produkte konzeptionieren und zu produzieren, wie Ebooks oder Videokurse und nehme dann auch abends oder am Wochenende auf Termin gelegentlich die Zeit dann ein paar Personal Coachings zu machen, wenn da Kunden am Start sind. Ansonsten Speakings und sowas mache ich natürlich als Facelift Mitarbeiter und versuche natürlich solche Speakings zu machen, wo ich dann auch das Produkt ein bisschen präsentieren kann, damit da entsprechend auch ein bisschen Leads reinkommen, sonst macht es ja keinen Sinn. Aber letztendlich ähm, ist der Tag halt von Content geprägt und deswegen habe ich da jetzt nicht ein so starres Muster. Es sei denn, es sind wirklich so Sachen, die administrativ verhacktstückt werden müssen. Marcus: Mh cool. Sauspannend, das war jetzt ein krasser und guter Rundumschlag zum Thema Online Marketing, Internet Marketing, Schlag-mich-tot Marketing aus über 20 Jahren und gerade auch was aktuell angesagt ist. Vielen vielen Dank in den Norden nach Hamburg. Björn: Du, sehr gerne, hat mich sehr gefreut! Marcus: Und ja… Wenn ich wieder in Berlin bin, treffen wir uns wieder auf ein Bierchen und quatschen über alles weitere. Viel Erfolg noch mit Deinem Podcast! Björn: Das machen wir. Danke, Dir auch! Marcus: Und wir hören uns, danke Björn! Björn: Alles klar, jo danke, tschöö! Marcus: Ciao Wow, das war glaube ich eine der längsten Folgen ever, mit dafür umso mehr Input und Know How. Ich hoffe, es war in Ordnung für euch. Mir hat’s auf jeden Fall mega viel Spaß gemacht und wenn euch LifeHackz gefällt, hinterlasst mir doch iene Bewertung auf iTunes oder schreibt mir an marcus@lifehackz.de. Schickt mir eine Sprachnachricht über www.lifehackz.de oder hinterlasst mir einen Kommentar auf einen der Folgen. Ich freue mich auf’s nächst Mal- Bis dann, peace and out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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  • 06 Kommunikationskanäle – Der intuitive Kanal

    · Annes TierTalkTime

    hab ich-'s gewusst Geht es dir manchmal so, dass du schon genau weißt, was passieren wird, obwohl du dir das gar nicht erschließen konntest? Wenn ja, dann ist deine Intuition wohl schon ganz gut. Der intuitive Kanal sorgt nämlich dafür, dass wir Antworten auf Fragen sofort im Kopf haben. Manchmal haben wir sogar Antworten auf Fragen im Kopf, die wir gar nicht bewusst gestellt haben. :-) Bei der Tierkommunikation ist es ebenfalls möglich, die Antworten des Tieres schon zu wissen, bevor wir die Frage zu ende gestellt haben. Dann kam die antwort über den intuitiven Kanal. Übungen für diesen Kanal gibt es tausende. Denn dein gesammter Alltag ist voll von Möglichkeiten deine Intuition zu schulen. Wer ruft gerade an? Welche Schlange an der Kasse ist die schnellere? Was kocht mein Schatz heut abend zum Essen? Welchen Bus nimmt der Mensch neben mir wohl? Biegt das Auto vor mir an der nächsten Kreuzung ab? Es gibt sehr viele Möglichkeiten und ich bin mir sicher, dass du selbst schon einige dieser Momente erlebt hast. Vielleicht waren sie dir nur noch nicht so bewusst. Wichtig ist, dass du lernt deiner Intuition zu vertrauen und auf sie zu hören. Fehler entstehen, wenn du deine Antwort abänderst. Das waren nun alle Kommunikationskanäle, die für die telepathiche Kommunikation wichtig sind. 1. der auditive Kanal 2. der visuelle Kanal 3. der gustatorische und der olfaktorische Kanal 4. der affektive Kanal 5. der intuitive Kanal Jetzt kann's also weiter gehen... Was du noch wissen musst, erfährst du in den nächsten Folgen. Bis bald und wähle doch öfter mal ganz intuitiv etwas aus... Anne PS: Fix noch in meinen Newsletter eintragen und das Erstehilfekit von mir erhalten. Eine Visualisierungsreise zum Lösen schlechter Gefühle. Quelle

    starstarstarstarstar
  • 01:22:10

    Bastian Barami ★ Wie du mit Amazon FBA ein ortsunabhängiges Business aufbaust

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit Bastian Barami von Officeflucht Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show. Heute mit Bastian Barami, dem Betreiber der Website Officeflucht. Und Bastian ist ziemlich fit im Thema Amazon Selling, Private Label Selling on Amazon und Grund genug, ihn für den LIFE HACKZ Podcast zu schnappen und auf den Zahn zu fühlen. Hinzu kommt: Er ist noch ein richtig cooler, netter, smarter, junger Typ, den ich sehr gerne mag. Check it out! Viel Spaß mit dem Interviwe mit Bastian Barami! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, die ich in den letzten Jahren in meinem Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFE HACKZ 10% Discount. In dieser Folge lernst du: Dass man gar nicht mega technisch versiert sein muss, um Digitaler Nomade werden zu können. Wieso Online-Handel mit Amazon FBA nicht schief gehen kann, wenn man es schlau angeht. Wie es möglich ist, von 0 auf 100 durchzustarten. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Officeflucht Entrepreneurship Summit   [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Das ist die LIFE HACKZ Show Folge Nr 38! Yo Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show. Heute mit Bastian Barami, dem Betreiber der Website Officeflucht. Und Bastian ist ziemlich fit im Thema Amazon Selling, Private Label Selling on Amazon und Grund genug, ihn für den LIFE HACKZ Podcast zu schnappen und auf den Zahn zu fühlen. Hinzu kommt: Er ist noch ein richtig cooler, netter, smarter, junger Typ, den ich sehr gerne mag. Check it out! Viel Spaß mit dem Interviwe mit Bastian Barami! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, die ich in den letzten Jahren in meinem Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFE HACKZ 10% Discount. Marcus: Jo Basti, cool dass Du am Start bist beim LIFE HACKZ Podcast! Bist Du ready? Bastian: Ich bin ready, danke für die Einladung, Mann! Marcus: Cool! Wo bist Du gerade und warum bist Du da, was machst Du da? Bastian: Ich bin gerade auf Gran Canaria. Wir veranstalten hier auch eine kleine Workation. Du weißt ja selbst von der Nomaden Cruise, wo Du selbst mitarbeitest - da sehen wir uns dann ja nächste Woche bzw. in etwas über 10 Tagen - und wir haben uns überlegt, dass wir so eine kleine Workation vorab starten, bei denen dann auch ein paar Leute am Start, die dieses Jahr auch mit auf’s Schiff gehen. Ich sitze jetzt hier in Las Palmas in unserer kleinen Butze und schaue mal, wie die Leute alle drauf sind, die jetzt noch ankommen. Ich bin jetzt der erste der da ist und morgen kommen ein paar und Sonntag kommt dann final der Rest der Truppe. Neun Leute sind wir. Marcus: Wow. Bastian: Und ja, das wird bestimmt eine coole Sache! Marcus: Ja, klingt echt gut, zumal Du ja glaube ich auch vor nicht allzu langer Zeit auch schon auf ner anderen Workation gewesen bist. Also, Du selber bist jetzt auch schon ganz schön viel unterwegs als Digitaler Nomade, wie ich das so mitkriege ne? Bastian: Ja schon. Das hat sich echt verdammt schnell entwickelt. Also auf der letzten Workation war ich selber noch als Teilnehmer dabei. Das war vom Sebastian Kuehn ne veranstaltete Workation auf Bali. Das war auch ne super, super, super geile Zeit. Einen Monat waren wir da und da hat man dann einfach echt Blut geleckt. Und jetzt haben wir eben entschieden, das Ganze nochmal ein bisschen auszubauen und das auch öfter zu veranstalten. Im März starten wir auch noch eine weitere Workation und der Sebastian selber macht auch, ohne dass ich jetzt bei jeder dabei bin, auch einige noch im kommenden Jahr. Das ist halt schon ein ziemlich cooles Modell, bei dem die Leute eben auch, die vielleicht nicht ortsunabhängig arbeiten, so ein bisschen reinschnuppern können in den Lifestyle. Das ist schon eine coole Sache. Marcus: Ja, also ich finde es auch cool, wenn man so ein Soft-Landing hat und nicht irgendwie alleine losziehen muss und dann krass irgendwo ankommt, überhaupt keinen Plan hat, wie man an seine Prepaid Sim-Karte hat, wo man arbeiten geht, wo man gleichgesinnte Leute findet. Ich meine, dafür sind so Workations richtig cool. Wie der Sebastian die macht oder unsere CAMPS oder das Surf Office. Also es gibt ja glücklicherweise jetzt immer mehr coole Angebote direkt für Digitale Nomaden. Das war vor drei Jahren noch nicht so. Umso besser, dass es jetzt so ist. Vielleicht kannst Du mal sagen, Du selber hast es ja jetzt auch mitgekriegt, Du warst auf Bali am Arbeiten für vier Wochen und dann warst Du wieder in Berlin oder in Deutschland und hast da gearbeitet, was genau ist für Dich so der Unterschied, wenn man woanders ist und von da arbeitet? Bastian: Also ich muss sagen, ich komme schon gerne auch nochmal wieder nach Hause. Ich habe auch noch meinen Wohnsitz in Deutschland, aber ich merke, dass ich mittlerweile gar nicht mehr so diese festen Arbeitsstrukturen brauche. Ich habe zwar schon so meinen gewissen Tagesrhythmus, aber wenn man zum Beispiel auf Bali sitzt und nem tollten Café mit ner super Aussicht, ich weiß nicht, vielleicht kennst Du in Ubud zum Beispiel das Clear Café, da hat man ne Aussicht direkt auf so nen Tempel. Irgendwie, wenn man ständig wechselnde Arbeitsaussichten auch hat, statt immer auf die ewig gleiche Wand zu gucken im Arbeitszimmer zu Hause, arbeitet man einfach irgendwie viel kreativer, habe ich den Eindruck. Und man sitzt da, dadurch dass man eben auch an schönen Orten eben was sehen möchte und sich zwangsläufig dann auch ein paar Auszeiten zwischendurch mal, um ein bisschen rumzurennen und die Gegend zu erkundschaften, gönnt man sich viel viel eher Pausen, die meiner Meinung nach einen wirklich produktiver machen, als wenn ich jetzt zu Hause sitze und nicht ständig den Drang habe, mal Pause zu machen. Und dann acht Stunden da sitze und davon aber vier Stunden oder so bei Facebook verbringe. Marcus: Hm ja, Facebook ist echt der mieseste Scheiß ever. Ich habe in anderen Interviews letztens schon erzählt, mich hat das irgendwann so genervt vor ein paar Monaten, dass dieser Algorhythmus so gut funktioniert und ich da auch regelmäßig - das passiert glaube ich jedem - dann in diesen Rabbit Wholes auf Facebook verschwinde, gar nicht mehr weiß, warum bist Du überhaupt auf Facebook gegangen. Was wollte ich da machen? Das war dann meistens irgendein Business-Anlass und dann verlierst Du Dich da in der Timeline. Bastian: (lacht) Richtig schlimm, auf jeden Fall! Marcus: Richtig mies, ne? Und ich habe gesagt: Ey, ich kaufe mir jetzt zwei, drei Facebook Aktien und immer, wenn ich mich dann darüber ärgere, dass mir das wieder passiert ist, dann freue ich mich wenigstens, dass ich ein bisschen mehr verweile da auf der Plattform. (beide lachen) Bastian: Ah, cooler Ansatz auf jeden Fall. Marcus: Aber was Du eben gesagt hattest, ist glaube ich ganz wichtig. Dass man, wenn man unterwegs ist, so geht’s auf jeden Fall mir und auch Feli, wenn man unterwegs ist, hat man irgendwie viel mehr Headspace und Kreativität, als wenn man in so eingefahrenen Strukturen ist. Was auf den ersten Blick erstmal… oder wenn man das hört, dann denkt man: Das kann ja nicht sein, man muss ja irgendwie mehr verarbeiten und viel mehr Challenges vielleicht unterwegs lösen und wie kann man dann noch mehr Power für das Business haben, als Zuhause in Berlin, wo man dann vielleicht im Betahaus schon gutes Internet hat, einen Desk, nen Stuhl. Und aber irgendwie ist es immer wieder so regelmäßig - das haben wir jetzt in Hongkong wieder gemerkt, in Bangkok, jetzt in Chiang Mai, dass jedes Mal, wenn wir den Ort wechseln, kam nochmal so ein neuer Schub. Ist das bei Dir auch so? Bastian: Ja, auf jeden Fall. Vor allen Dingen ist es ja auch so, dass man sich dann viel mehr damit abfindet oder auch arrangiert, wenn das Internet mal Scheiße ist. Man geht ja schon davon aus, dass man einfach nicht permanent so ne gute Leitung hat, wie man das jetzt vielleicht Zuhause in Deutschland hat, ne? Aber dann greift man auch viel, viel eher dazu eben die Aufgaben zu machen, die gerade kein Internet benötigen, als in Deutschland, wo man dann stattdessen ne halbe Stunde ständig seinen Browser irgendwie da aktualisiert und sich einfach nur abfuckt, dass das Internet nicht läuft. Marcus: Ja, ja, ja  (lacht)  Das hat der Noel glaube ich auch auf dem Talk bei der GLOBAL gesagt: Es gibt nix schlimmeres … es gibt nur eine Sache, die ist noch schlimmer als kein Internet, das ist langsames Internet. Was Dich immer so ein bisschen anteased, wo Du denkst so wow, scheiße ey, dann okay, mache ich vielleicht nur drei Seiten gleichzeitig im Browser auf anstatt fünf. Und dann…. nee! (lacht) Bastian: Auf Bali waren wir ja in ner wirklich wunderschönen Villa, aber die war mitten in den Reisfeldern gelegen. Und ich schätze mal, wenn man da jetzt ganz alleine gesessen hätte, dann hätte es auch ausgereicht, ne? Aber alles was ein bisschen mehr Datenvolumen gebraucht hat…. Also jedes Mal, wenn jemand irgendwie auf die Idee gekommen ist, was zu streamen oder so, gab’s dann erstmal Kasalla. (beide lachen) Und zum Skypen mussten wir uns generell absprechen ne. Aber wir hatten halt alle trotzdem super günstig Internet über’s Handy. Und das hat dann als Hot Spot auch besser funktioniert, als das lokale Internet jetzt über den normalen Router. Und ja, man arrangiert sich einfach. Also irgendwie kriegt man das dann doch alles auf die Kette. Und selbst, wenn man jetzt vielleicht denkt, dass man dadurch total ausgebremst wird bei der Arbeit, ist das irgendwie letzten Endes gar nicht der Fall gewesen. Marcus: Ja, und vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass wir die Dinge einfach leichter wegstecken oder dann easier einfach, einfacher nimmt und sagt: Dann ist das jetzt eben so. Aber dann kann ich jetzt kurz in Bali in den Reisfeldern spazierengehen oder mal ein bisschen konzeptionell was tun. Oder ich… keine Ahnung… Geh mal ne Runde zum Sport draußen. Bastian: Ja, auf jeden Fall! Das auf jeden Fall. Es ist auch so, dass bei einer Workation… was ich ziemlich cool finde an diesem Konzept Workation, ist einfach dass, auch wenn man als Anfänger vielleicht denkt, dass das nur gewisse Berufe oder am Anfang Freelancing oder diese typischen Klischee- Lebensmodelle um Digitaler Nomade zu werden, eigentlich gar nicht so weit verbreitet sind. Und dass man dann, wenn man dann mit zehn Leuten zum Beispiel in so ner Villa sitzt, erstmal merkt, dass fast jeder von denen was komplett anderes macht, ne? Und dass man dann eben auch so Einsichten bekommt. In ganz, ganz andere digitale Arbeitsfelder. Und jeder davon auch so ein bisschen profitiert ne? Also wir haben das halt so gemacht, dass je nach Interesse und je nachdem ob jemand auch selber bereit war, so eine Art kleinen Workshop für die anderen Teilnehmer zu geben, dass dann jeder von seinem Wissen einfach ein bisschen preisgegeben hat und jeder halt aufgrunddessen ein bisschen profitiert und für sich selber etwas mitgenommen hat. Und das finde ich eben super spannend an diesem Workation Modell auch. Marcus: Ja, das ist cool. Das ist fast wie so ein… das gesammelte Wissen an einem Ort zu vereinen und dann kann jeder davon profitieren. Und genauso, wie Du es gesagt hast, lief es bei uns im DNX CAMP auf Lissabon auch. Da hatten wir dann ne Social Media Expertin, die Anja, dabei, die spontan dann Breakout Session oder einen Workshop gegeben hat. Und am nächsten Tag hat jemand was über Copywriting erzählt und der Dritte hat dann das Logo für den Fünften gebaut und der Sechste wollte dann ein bisschen Input von mir, wie man einen Podcast startet. Also es ist irgendwie nochmal eine ganz andere Ebene. Klar gibt es das auch Online, dass man sich so aushilft, aber wenn man dann doch Face to Face oder nebeneinander am Rechner sitzen kann, dann gehen die Dinge irgendwie noch schneller und noch einfacher. Und das ist echt cool an diesen ganzen Retreat-Geschichten. Bastian: Auf jeden Fall, insbesondere wenn man dann mehrere Wochen am Start ist. Da entwickeln sich auch echt total schnell echte Freundschaften auch heraus ne? Also als ich jetzt zum Beispiel vor ein paar Wochen dann auf der DNX den Workshop hatte. Die Zeit die ich in Berlin war, habe ich bei Leuten gewohnt, die ich auf Bali kennengelernt habe, ne? Und das ist echt ziemlich geil. Also dieser ganze Networking-Aspekt auch. Marcus: Ja, absolut. Was für ein Thema hatte Dein Workshop auf der DNX? Bastian: Mein DNX Workshop hatte den Artikel “Freizeit Business Amazon FBA”. Marcus: Genau, vielleicht erklärst Du mal. Was heißt FBA und wie kannst Du auf Amazon ein Business machen? Bastian: Also mein Hauptbusiness - ich habe ein paar mehrere kleinere Standbeine - aber mein Hauptbusiness ist eigentlich das Verkaufen von indischen Gütern auf Amazon und Amazon macht einem das auch in Verbindung mit einem ortsunabhängigem Leben sehr einfach durch ihr sogenanntes FBA Programm. FBA steht dabei für Fulfillment bei Amazon. Und wie das Wort Fulfillment schon vermuten lässt, kümmern die sich um all den Kram, den man selber nicht machen möchte. Und man braucht ja beim Online-Handel echt allerlei normalerweise ne? Also so klassischer Online-Handel, da brauchst Du ein Lager, Du brauchst eine Büroausstattung und musst den ganzen Kram zur Post bringen oder brauchst zumindest nen Lieferanten, der das für Dich alles macht. Und das sind ja wahnsinnige Kosten, die da normalerweise entstehen würden. Und all diese unangenehmen Sachen, die nimmt Amazon einem dadurch ab, dass die natürlich eine ziemlich krasse Infrastruktur haben. Die haben ja selber in Deutschland neue Logistikzentren, die alle riesengroß sind und haben natürlich auch die beste Logistik, die Du Dir vorstellen kannst. Also natürlichen neben DHL etc. Aber dadurch kannst Du halt direkt Deine Waren vom Hersteller aus Asien oder eben auch selber von Zuhause, wenn Du nicht ortsunabhängig bist, die Sachen direkt zu Amazon ins Logisitkzentrum schicken. Dort werden die halt eingescannt, also jede Einheit muss mit einem Label versehen werden, damit die Leute auch wissen: Hey, das sind jetzt die Klamotten vom Basti. Und ab dann werden die halt auf der Plattform, also auf Amazon auf dem Marktplatz ganz normal angezeigt. Und wenn die dann gekauft werden, geht jemand ins Lager, holt das aus dem Regal, packt das ein, verschickt das und das geht physisch überhaupt gar nicht mehr durch meine eigenen Hände. Marcus: Ja, das ist ja richtig cool. Du sagst gerade aus China. Da kann man beispielsweise dann auf Plattformen wie Alibaba gehen. Was sowas wie Ebay für B2B ist ne? Bastian: Ja, das ist halt das größte Händlerverzeichnis weltweit. Das ist zwar eine chinesische Plattform, aber dennoch gibt es da eben auch weltweite Händler. Also man findet auch Anbieter aus Europa oder aus Afrika und anderen Kontinenten. Es gibt da auch noch eine andere Plattform, die ich gerne nutze. Die heißt globalsources.com. Die ist nicht ganz so groß, wie Alibaba aber trotzdem auch nochmal interessant so als Kontrastprogramm. Dann haben wir halt ein paar andere Angebote und so. Und Alibaba selbst ist halt echt die größte Handelsplattform der Welt. Die machen dreimal so viel Umsatz im Jahr, wie Amazon. Das ist schon echt richtig krass. Marcus: Das ist ne Hausnummer! Wie machst Du das? Wie schützt Du Dich da vor irgendwelchen Fake-Anbietern? Da hätte ich glaube ich, wenn ich jetzt überhaupt keine Ahnung davon hätte, erstmal ein bisschen Respekt. Dass ich sage: Okay, ich bin mit einem Chinesen in Kontakt oder weltweit mit irgendjemandem, hab den noch nie gesehen. Der will mir irgendwas anbieten für ein paar tausend Dollar, ich soll irgendwie drei oder fünftausend T-Shirts oder Einheiten kaufen und komme nicht weiter. Also wie kann man sich da schützen oder was sind so Deine Tipps? Bastian: Das Ding bei Alibaba ist natürlich, dass man schon daran gebunden ist, mehrere Stückzahlen zu nehmen. Man hat da neben jedem Artikel, den man dann eben sucht, ne sogenannte MOQ stehen. Das steht für Minimum Order Quantancy. Und diese Mindestabnahmemengen, die sind aber in der Regel erstens sowieso verhandelbar. Also ich habe das noch nie erlebt, dass ein Verkäufer nicht davon abgewichen ist. Meistens sind das Wunschnummern. Und in der Regel, um sicher zu gehen… Also es gibt auf Alibaba selber erstmal einige Filter, die man aktivieren kann. Die so die Scams quasi auch schon ein bisschen aussortieren. Zum Beispiel sind das die Gold Supplier. Und um so einen Gold Supplier Status zu bekommen, musst Du schon auch richtig Geld auf den Tisch legen, damit Du da eben auch über längere Zeit als Gold Supplier gelistet wird. Dass Du diesen Status hast, der eben Aushängeschild ist. Und Du siehst dann bei diesem Gold Supplier Logo, dass da an den jeweiligen Händlerseiten so angeheftet ist, wie lange die schon Gold Supplier sind. Und wenn die jetzt die Leute über den Tisch ziehen würden, dann könnten die nicht drei, vier oder manchmal sogar bis zu 15 Jahre, solange, wie es die Plattform gibt. Also da sind auch schon Leute dabei, die solange Gold Supplier sind, die könnten nicht Gold Supplier werden, wenn die Leute über den Tisch ziehen würden. Also das ist schon mal eine ganz gute Sache. Und dann gibt’s eben noch verschiedene Filter. Zum Beispiel: Wird da auch kontrolliert? Also da gehen Leute von Alibaba teilweise die Fabriken einzeln ab und gucken, ob diese Fabrik auch wirklich besteht und die checken halt deren Lizenzen und all so was. Also da gibt’s schon einiges, was einem da ein bisschen die Angst nehmen kann. Und grundsätzlich ist es auch wahnsinnig wichtig bevor man jetzt 1000 Stück von irgendwas bestellt und da Unsummen überweist, einfach auf irgendein Bankkonto, lasse ich mir vorab immer ein Sample zuschicken. Das dient zum einen dazu, zu wissen: Okay, haben die Leute überhaupt die Ware, die sie angeben zu haben? Und natürlich auch ein Qualitätstest. In der Regel schreibe ich für jedes Produkt ungefähr 10 Händler an, lasse mir von denen jeweils ein Sample zukommen und dann entscheide ich halt anhand des Samples, bei wem ich plane ein Geschäft einzugehen. Dann kommen noch so ein paar Verhandlungen dazu, was für Möglichkeiten die haben, das dann zu labeln mit meinem eigenen Logo und sowas. Und dann entscheide ich auch erst, wem ich dann den Zuschlag gebe. Marcus: Hm spannend. Das heißt, die Proben werden Dir kostenlos rausgeschickt von den Händlern oder musst Du noch was zahlen für die Samples. Bastian: Man muss für die Samples halt ein bisschen mehr bezahlen. Die sind höher angesetzt preislich, zum einen. Weil die halt per Express verschickt werden, damit wenn es zu einer Folgebestellung kommt, zu einer größeren, damit es auch schnell über die Bühne geht. Und der andere Faktor ist, dass es wahnsinnig viele schwarze Schafe aus Kundensicht gibt, die dann sagen: Hey, ich gehe einfach auf Alibaba, statt auf irgendeine andere Seite und kaufe mir für meinen Privatbedarf günstig meinen Kram und bestelle mir dann einfach einen Sample unter der Vorgabe, dass ich hinterher eine Großbestellung tätige. Und da sind natürlich mittlerweile auch viele Händler hintergestiegen und deshalb wollen die so die Spreu vom Weizen trennen und setzen den Samplepreis extra hoch an, sodass man dann vielleicht für einen Sample das hinterher pro Stück-Einheit vielleicht, weiß ich nicht - 8 Dollar kostet - vielleicht mal 80 Dollar zahlt, aber der Preis ist dann halt auch in der Regel anrechenbar auf die Folgebestellung. Marcus: Ah okay. Bastian: Also insofern, wenn man jetzt nicht 20 Samples oder so von verschiedenen Leuten bestellt. Das wäre natürlich schweineteuer. Dann ist das eigentlich keine große Nummer. Marcus: Okay. Dann hast Du gerade erwähnt, bei manchen Herstellern kannst Du es dann direkt Labeln lassen, private labeln lassen? Bastian: Genau, also was ich einkaufe sind sogenannte White Label Produkte. Also Produkte, die es so in der Rohform schon gibt. Das ist eigentlich - wenn Du Dich jetzt umguckst, da wo Du gerade sitzt, wirst Du wahrscheinlich mindestenst 10 Sachen sehen, die nicht mit irgendeiner bestimmten Marke assoziert werden, die theoretisch von irgendeiner freien Marke sein könnten. Du könntest jetzt sagen: Okay, ich verkaufe jetzt Tische, ne? Und dann ist das eben der LIFE HACKZ Tisch zum Beispiel. Marcus: Ja, oder ich habe hier so einen Geldbeutel vom Hongkong Night Market. Bastian: Ja, ne? Also theoretisch alles was es so in der Rohform schon gibt, kannst Du natürlich labeln lassen mit nem eigenen Logo. Zum einen hat das natürlich den Vorteil, dass Du dann kein Geld in der Entwicklung für ein neues Produkt, für irgendeine revolutionäre Idee oder sowas stecken musst. Weil Du Dir eben nur quasi schon fertige Produkte zunutze machst. Und Du kannst dann eben trotzdem das Ganze unter einer eigenen Marke verkaufen, weil da ja jetzt kein vorherrschendes Patent oder so drauf ist. Wenn ich jetzt sage: Okay, ich möchte jetzt Officeflucht Proteinshaker machen oder sowas ne? Dann schicke ich dem Händler mein Logo per E-Mail zu. Beziehungsweise frag den erstmal, was der für ein Format braucht und was es denn für Möglichkeiten gibt. Denn es gibt auch verschiedene Branding Möglichkeiten. Das kann ein Silkscreen sein, der Druck. Oder das kann jetzt bei Textilien zum Beispiel, sind das dann vielleicht Schilder, die die drauf nähen und sowas. Je nach Produkt... Marcus: Krass, also das kann richtig professionell aussehen auch. Also hinten dann die Schilder oben im Nacken und … boah. Bastian: Absolut, also die Sachen, die ich jetzt verkaufe, die könnten genau so gut in jedem X-beliebigen Laden hängen. Also das ist schon alles… ich meine, die meisten Sachen, die wir in Deutschland im Alltag nutzen, die kommen ja auch bestimmt zu 90% trotzdem irgendwo aus Asien, ne? Nur weil die jetzt qualitativ verpackt sind… achso, das ist sowieso ein Aspekt, auf den ich jetzt gleich nochmal eingehen möchte. Die Produkte selber, die werden oft nicht so wertig wahrgenommen, wenn die zum Beispiel schlechter verpackt sind. Und kaum hast Du eine ziemlich stylisch designte Verpackung, denken die Leute direkt: Hey, das ist ein Premium Produkt, obwohl das eigentlich das gleiche Ding in Grün ist, ne? Das ist auch nochmal so ein Faktor. Also wenn man sich bei Amazon von der Konkurrenz abheben möchte, da kann man gleich nochmal ein bisschen intensiver drüber sprechen, dann brauchst Du eigentlich… Du musst das Ganze eigentlich einfach nur ein bisschen schöner verpacken. Marcus: Bei Alibaba bestellst Du dann nur das nackte Produkt ohne Verpackung oder musst Du das unter Umständen nochmal anboxen und dann neu verpacken lassen? Bastian: Nee, das ist eigentlich mehr so… also es geht nicht nur um die Verpackung, sondern auch um das Gesamterscheinungsbild. Ich würde jetzt zum Beispiel meine Produkte… Meine Produkte, die bekommen halt immer ein schönes Label, also in meinem Ermessen zumindest schönes Label. Ich lasse dann die Logos von einem Designer, mit dem ich da arbeite, gestalten, den ich auf Upwork gefunden habe, der sehr, sehr gut arbeitet. Und die Datei schicke ich halt wie gesagt den Asiaten. Die labeln das Produkt und in der Regel, die die Produkte ja auch für den Verkauf im Einzelhandel eigentlich auch herstellen, bieten die meistens Inhouse auch trotzdem Verpackungsherstellung an. Verpackungsherstellung, also der Druck, der geht meistens allerdings erst ab ner Stückzahl von 1000 Stück. Wenn ich jetzt aber ein Produkt herstellen lassen möchte, aber nicht direkt mit 1000 Stück starten möchte, sondern vielleicht nur mit 100 oder mit 200, dann hat man die Möglichkeit diese 1000 Verpackungen zwar von denen durcken zu lassen - ich lasse auch das Verpackungsdesigner von meinem persönlichen Designer machen, weil die Asiaten da meiner Meinung nach, einfach nicht so das ästhetische Auge haben. Das kann man zwar nicht so pauschal sagen, aber oft ist die Verpackung einfach nicht schön. Und dann lasse ich das Design für die Verpackung dem Hersteller zukommen. Der druckt dann zwar 1000 Verpackungen, aber ich kaufe ja generell, auch wenn es nur 100 oder 200 Stück sind, nur Sachen ein, von denen ich glaube, dass ich auf lange Sicht auch weiter von dem Händler beziehe. Und der hält dann einfach die Verpackungen zurück auf Lager. Und wenn dann die nächsten 200 oder vielleicht beim nächsten Mal 400 Stück bestellt werden, dann nimmt der einfach die Verpackung, die ich im Vorfeld schon bezahlt habe. Die Verpackung ist auch in der Regel nicht so teuer. Da zahle ich für 1000 Pappverpackungen, die nach meinem Design bedruckt sind ungefähr 130 Dollar. Marcus: Hm okay, das ist überschaubar. Bastian: Ja, das ist auf jeden Fall viel, viel billiger, als wenn ich das jetzt in Deutschland drucken lassen würde, zumal das natürlich auch ein zusätzlicher Arbeitsschritt wäre, das dann hier selber umzuboxen, ne? Marcus: Das heißt, wie verwaltest Du dann Deine ganzen Bestände bei den einzelnen Alibaba Händlern und was noch Amazon liegt und stellt Amazon das irgendwie in Rechnung, wenn Du da irgendwie 10000 Sachen hinbestellst und es kauft doch keiner was und es liegt dann die ganze Zeit in irgend so einem Fulfillment Center bei Amazon rum? Bastian: Also ich habe eigentlich nur ne ganz normale Excel Datei bei der ich selber den Überblick habe, was die Alibaba Händler anbelangt. Bei wem ich noch wieviele Verpackungen zum Beispiel liegen habe. Aber wenn Du jetzt bei Amazon etwas verkaufst… Wenn ich jetzt zum Beispiel 300 Einheiten von Bratthermometern oder was weiß ich was zu Amazon schicken würde, dann sieht man das im eigenen Seller Backend. Also da gibt’s ne Verkäuferplattform, die heißt Sellers Central und da sehe ich dann stets meinen Lagerbestand. Ich kann mir sogar so Erinnerungen per E-Mail einstellen, wenn ich zum Beispiel weiß: Okay, der und der hat ca. die und die Leadtime. Also Leadtime ist die Dauer, die ein Artikel braucht um hergestellt zu werden, mit meinem Logo jetzt dann zum Beispiel ne? Das muss dann ja schon wieder individuell gemacht werden. Dann kann ich mir Erinnerungen in meinem Seller Central Backend einstellen, dass ich zum Beispiel zwei Wochen… bzw. wenn ich jetzt noch 30 Stück auf Lager habe oder 100 Stück, je nachdem sich der Artikel im Schnitt verkauft. Dass ich dann eine Erinnerung bekomme: So, ich muss jetzt den Lagerbestand wieder aufstocken. Marcus: Hm krass, ja. Smartes System. Mega spannend die Welt und man trifft immer mehr von diesen Amazon Sellern. Ich glaube in Deutschland ist es noch recht überschaubar. International kommt’s mir gerade so vor, wenn ich in Coworking Spaces unterwegs bin, ist da gerade jeder zweite irgendwie involviert. Jetzt gerade auch eben, als wir Wasser geholt haben am Spender. Da ist glaube ich ein Pole, ein Deutscher und ein Ami, die zusammen auch Private Label irgendwas auf Amazon dann machen. Und da musste ich direkt an Dich denken. Bastian: Ja, in Amerika ist das halt echt krass ne? Da ist der Markt echt aktuell richtig am Brummen. Und deshalb verkaufe ich auch lieber in Deutschland. Zum einen ist es natürlich ein bisschen einfacher. Und es ist einfach nicht so extrem Competitive. Also der deutsche Markt hat einfach noch viel, viel mehr Potential, weil das ist ja wie mit allen Sachen. Deutschland hängt einfach Amerika immer so zwei, drei Jahre hinterher, sage ich mal. Und das ist einfach eine super Möglichkeit zum einen vom amerikanischen Markt zu lernen, aber sich da eben auch die Inspiration zu holen für zum Beispiel neue Produkte. Ich verkaufe aktuell zum Beispiel ein Produkt, dass es in Deutschland so noch gar nicht gab. Also es ist eine Variation eines ganz normalen Produkts, dass es auf Amazon gibt. Aber ich habe es halt in Amerika gesehen, dass es da voll der Topseller geworden ist und ja, das läuft jetzt super gut an. Marcus: Cool! Und wenn Du jetzt wie auch immer durch Deine Recherchen - da gibt es wahrscheinlich bestimmte Indikatoren, woran Du siehst, es könnte erfolgreich sein. Was könnte zum Beispiel so ein Indikator sein? Dass es noch nicht so viele Bewertungen gibt, oder es das Produkt schon gibt oder in Scheiße gibt und Du willst das in cool machen? Bastian: Ja, also cool machen ist sowieso schonmal ein guter Ansatz, aber ich finde … also mein Ansatz, den ich hauptsächlich verfolge ist, zunächst suche ich natürlich ein Produkt nach gewissen Kriterien aus ne? Es sollte nicht saisonal sein. Es sollte nichts elektronisches sein, weil bei Elektronik hat man ne längere Gewährleistung und da kann man einfach davon ausgehen, wenn ich irgendwie 1000 Stück von irgendeinem elektronischen Gerät bestelle, dann wird eins davon mindestens nicht funktionieren. Das ist einfach Murpheys Law oder so. Das ist einfach bei Elektronik der Fall. Dann sollte es nix Komplexes sein, nix dass auf dem Weg leicht kaputt gehen kann und da habe ich halt so eine gewisse Liste an Kriterien, die ich auch auf meinem Blog in der Amazon Artikelserie, die ich geschrieben habe mal ein bisschen erläutert habe. Marcus: Wie ist die URL von Deinem Blog? Bastian: officeflucht.de. Marcus: Genau., können wir gleich nochmal drauf eingehen. Bastian: Ja, und mein Ansatz ist dann, wenn ich mir die Competition angucke, also in der Regel findet man ja trotzdem fast jedes Produkt auf Amazon Deutschland. Vielleicht nicht in so vielen Variationen, wie auf dem amerikanischen Markt, aber man findet einfach hauptsächlich Produkte von Leuten, die so schon seit Jahren Online Handel betreiben, eigentlich über ihre eigene Plattform und Amazon nur als zusätzlichen Verkaufskanal nutzen. Und deshalb haben die sich nie wirklich damit auseinandergesetzt, wie man Amazon gut umsetzt. Und da ist mein Ansatz einfach mehr zu schauen, was kann ich da besser machen? Und Du hast da so viele Indikatoren, die es einem leicht machen, ein Produkt Listing zu verbessern. Zum Beispiel positive und negative Reviews. Weil was hat zum Beispiel dem vorherigen Kunden nicht gefallen. Warum haben die ne negative Review hinterlassen? War es einfach nur ein Mangel an Informationen, dass die Produktbeschreibung nicht ausreichend war und die irgendwas bekommen haben, von dem die dachten, dass es so sein würde oder was steht da sonst noch alles drin? Oder auch diese Fragensektion. Du hast auch vor den Bewertungen in jedem Produktlisting bei Amazon, wenn da Fragen gestellt worden sind, die unklar waren, dann hast Du da die Fragen und die Antworten. Den Dialog halt zwischen Käufer und Verkäufer. Und ich suche mir dann halt all die Informationen zusammen und packe die einfach direkt in mein eigenes Listig, damit da möglichst wenig Rückfragen überhaupt entstehen. Das ist zum einen natürlich super für den Kunden, weil Du ein viel informativeres Listing hast und das nimmt Dir hinterher im Umkehrschluss auch viel mehr Arbeit ab, in Sachen Kundensupport oder so, den Du sonst leisten müsstest, weil Du dann ja jedem einzeln schreiben würdest. Und das Ganze lässt sich eben auch noch ausweiten auf den Titel. Dass Du den Titel mit ein paar entsprechenden Keywords versiehst, dass Du tolle Fotos einstellst. Weil Fotos sind einfach mega wichtig im Online Handel. Weil wenn die Leute nicht in den Laden gehen, um sich das Live anzugucken, dann sollten die Fotos halt so real wie möglich sein. Die müssen ne gewisse Größe haben, damit die mit der Maus auch zoombar sind und all sowas. Und das machen unglaublich viele Verkäufer auf Amazon mega schlecht. Und dann natürlich der Hauptfaktor zum differenzieren von der Konkurrenz ist zum Beispiel auch der Prime Versand. Weil viele Leute, wie gesagt, die lange schon den Online Handel betreiben und ihr eigenes Lager haben, die haben sich mit dem FBA Programm zum Beispiel gar nicht auseinandergesetzt. Viele Leute denken: Erstens muss das ja mega teuer sein, wenn die einem all die Arbeit abnehmen. Erstens ist es das nicht. Aber die Leute haben dadurch, dass die das selber verschicken, kein Schildchen neben ihrem Produkt, dass es per Prime verschickt wird. Weil wenn die Sachen von mir direkt zu Amazon geschickt werden und direkt auch im Lager liegen, dann kann Amazon ja auch garantieren, weil die es halt direkt aus dem Regal nehmen können, dass die Sachen morgen vor der Tür liegen. Und das ist den Kunden einfach immer, immer wichtiger. Die Zahlen gerne zwei, drei Euro mehr, wenn die wissen, dass liegt morgen vor meiner Tür. Marcus: Absolut! Ich filtere auch immer nur nach Prime. Bastian: Ja, siehste? Das geht eben nur für Sachen, die auf Lager liegen. Und das ist dann bei mir halt eben der Fall. Marcus: Ja, echt krass. Und dieses Prime ist glaube ich auch gar nicht so teuer. Ich weiß gar nicht was ich da zahle, zwanzig, dreißig Euro pro Jahr und ich meine, wenn man viel bei Amazon bestellt, lohnt sich das so sehr. Weil Du hast es halt am nächsten Tag vor der Tür. Bastian: Ja, ich glaube, das ist ein Fuffy im Jahr, aber dennoch ne? Also 10 Sachen bestelle ich bestimmt im Jahr bei Amazon locker und da ist das Geld ja schon wieder raus ne? Marcus: Absolut und ich glaube, Du kannst sogar irgendwie mit Deinem Haushalt sharen. Irgendwie ist Feli da noch mit drin. Ich glaube sogar mein Bruder oder meine Mutter, obwohl die ganz woanders wohnen. Bastian: Ja genau, das stimmt auch, ja hast Du recht. Marcus: Ja, Du hast es mega, mega schnell raus. Du sagtest gerade unter Umständen muss man auch Kundensupport machen. Also der bleibt dann nach wie vor bei Dir liegen oder kann man das auch noch outsourcen? Bastian: Also, es kommen nur Fragen spezifisch zu dem Produkt bei Dir an. Also die Käufer haben schon die Möglichkeit Dir per Mail ne Frage zu stellen. Aber alles was mit Reklamationen und Rückfragen zur Sendung selber, zum Sendungsstatus und all sowas zu tun hat, das läuft alles über Amazon. Da musst Du rein gar nichts machen. Und ich habe bisher, ich glaube wirklich, ich mache das seit 7 Monaten intensiv und ich glaube, ich kann an zwei Händen maximal abzählen, wie oft mich ein Kunde angeschrieben hat. Marcus: Hm, und wie ist das, wenn Du jetzt ein neues Produkt ausfindig gemacht hast und sagst: Okay cool, hier anhand meiner Checkliste, das könnte passen, ich gebe dem mal… give it a shoot. Ich versuch’s jetzt mal. Hast Du da ein bestimmtes Budget, um das Risiko erstmal zu deckeln und sagst: Okay, ich gehe da jetzt mal mit 200/300 $ rein oder 500 $ und dann gucke ich, wie sich das abverkauft und kaufe es unter Umständen dann nach? Muss man dann direkt überlegen, kriege ich bessere Preise, wenn ich mehr auf einmal hole. Kann man das irgendwie so ein bisschen eingrenzen? Bastian: Man bekommt natürlich immer bessere Preise, wenn man mehr nimmt. Ich jongliere jetzt natürlich auch mit anderen Preisen, als zu dem Zeitpunkt, wo ich noch angefangen habe. Aber gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass man jetzt ganz frisch sich für das Thema interessiert und anfangen möchte. Also zunächst einmal braucht man natürlich ein bisschen Geld, um sich die Samples zukommen zu lassen. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass so ein Sample, weiß ich nicht - 60 $ bis 80 $ kostet und man 5 davon bestellt, dann sind das ja quasi schon 450 $ Pi mal Daumen. Das Ding ist, man kann durchaus mit 500 € starten, wenn man jetzt darauf verzichten würde vorab viele teure Samples zu bestellen, denn es gibt ja verschiedenste Produktgruppen. Man kann auf jeden Fall bei Amazon Sachen für 15 $ oder 15 € verkaufen, die im Einkaufspreis vielleicht knapp nen Dollar kosten. Also es gibt da auf Alibaba über 400 Mio. verschiedene Produkte. (beide lachen) Das ist einfach krank. Man kann sich auf Alibaba so dermaßen verlieren. Also wenn ich auf Produktsuche bin, manchmal lasse ich mich da auch einfach nur fallen und stöbere mich durch die bescheuertsten Kategorien, einfach nur, um sich so ein bisschen inspirieren zu lassen. Marcus: Krass! Bastian: Und, wenn man dann meint ein Produkt gefunden zu haben, eben nach diesen gewissen Kriterien ausgewählt, kann man natürlich je nach Produktgruppe auch mit einem kleinen Budget starten. Ich persönlich finde, dass man so ungefähr mit 1000 bis 1500 Euro starten sollte, damit man auch direkt einige Units zum verschenken hat. Denn verschenken sollte man am Anfang einige Units im Gegenzug für positive Produktbewertungen. Denn in Deutschland ist es halt so, dass…. also ich weiß ja nicht, wie oft Du schon etwas positiiv bei Amazon bewertet hast. In der Regel, wenn man seine Sachen auspackt und man ist zufrieden, ja dann freut man sich halt ne, aber da gehen die wenigsten Leute zurück auf Amazon und schreiben eine positive Review. Das ist irgendwie in Deutschland so, dass man dann.... Marcus: Also nicht nur auf Amazon. Bastian: Ja genau, aber Deutschland, da gehste dann eher zurück und bewertest, wenn Du mit irgendwas nicht zufrieden bist. Und deshalb kann man sich in Deutschland von der Konkurrenz super gut abheben, indem man positive Reviews sammelt und das kann man dann eben dadurch machen, dass man sagt: Okay, ich generiere hier in meinem Seller Backend so einen Rabatt Code, müssen keine 100% sein, aber zum Beispiel einen Rabatt dafür, dass man Leuten dann anbietet, das Produkt zu “testen” und erwartet dann halt im Gegenzug ne tolle, ausführliche Review. Und dafür gibt es bei Facebook zum Beispiel verschiedenste Gruppen. So Amazon Produkttester Gruppen, in denen auch Kunden unterwegs sind, einfach nur mit dem Ziel eben Gratis regelmäßig irgendwelche Produkte abzugreifen. Und das ist so eine Win Win Situation eben für beide Seiten eigentlich ne? Und mein Ansatz ist zum Beispiel, also ich verkaufe sowohl im Küchendepartment als auch in der Haustiernische. Und je nachdem, was ich gerade für ein Produkt bewerbe, gehe ich dann für das Beispiel Haustier einen Hundeartikel, den ich erst letzte Woche gelaunched habe zum Beispiel… es gibt ja Online nicht nur bei Facebook haufenweise Hundeliebhaberforen und all sowas und Hundebesitzerforen. Und wenn man da jetzt eben so nen Post schaltet: Hey, ich habe hier ein neues Produkt am Start und hat nicht jemand Bock? Ich suche irgendwie 20 Leute oder 40 Leute, je nach dem, wie teuer das Produkt, daran entscheide ich dann, wieviele ich davon am Anfang auch weggebe. Da kommen die Leute natürlich angerannt in Scharen und man hat gar nicht soviel, wie man weggeben wollen würde. Also dieses Review-Sammeln, das ist mega simple und das ist echt noch so ein Knackpunkt, mit dem man sich da super von der Konkurrenz abheben kann und sehr sehr schnell auch mal auf der allerersten Seite landen kann, ne? Marcus: Krass! Bastian: Das ist echt eine coole Sache. Marcus: Super geiler Hack. Danke für’s Teilen hier auf dem Podcast! Bastian: Klar, Mann. Marcus: Das war mir jetzt auch noch nicht so bewusst. Und im besten Fall wählst Du dann noch ein Produkttester aus, der unter Umständen noch ein Video davon macht oder? Bastian: Also Bilder auf jeden Fall, Video muss es jetzt nicht sein. Ich möchte den Leuten das jetzt auch nicht unglaublich schwer machen, also da denke ich dann lieber darüber nach, ob ich selber einfach mal ein Video drehe für mein Produktlisting, das ich dann zusäzlich zu den Bildern schalte. Marcus: Okay, sind das dann die Leute, manchmal liest man in den Rezensionen unten “das ist ein Produkttester” oder “dieses Review kommt von einem Produkttester”? Bastian: Genau. Marcus: Also das schaltet Amazon dann automatisch, sobald Du irgendeinen Rabatt dahinterlegst? Bastian: Nee, die Bewerter sollen das eigentlich von sich aus dazu schreiben. Ich animiere die Leute nicht gezielt dazu, das noch dazuzuschreiben. (lacht) Es ist aber schon eigentlich von Amazon gewollt. Marcus: Ah und dann hauen die dann das Label dadrauf und diesen Vermerk? Bastian: Nee nee, Amazon macht das selber gar nicht. Marcus: Es gibt aber so nen… das habe ich schonmal irgendwo gesehen. Vielleicht haben sie es nicht mehr. Es gab mal so ne kleine Amazon Produkttestgruppe direkt von Amazon glaube ich. Darum habe ich mich gerade gewundert, ob die jetzt wirklich direkt von Amazon waren. Aber vielleicht haben die es auch wieder eingestellt oder wir recherchieren da noch mal. Bastian: Amazon selber macht das glaube ich nicht. Also die Leute nehmen dann für ihre Facebook-Gruppen und so, nehmen die natürlich ein Amazon Logo und so als Titelbild, aber Amazon selber bewirbt das so nicht. Also man kann halt verschiedene Rabatt Codes generieren und Amazon würde nicht direkt schnallen, dass die Leute das zum Beispiel von mir über irgendeine Facebook-Gruppe oder sowas bekommen haben. Im Endeffekt, wenn Du einen Rabattcode gibst, es könnte ja genauso gut sein, dass ein Artikel beschädigt beim Kunden angekommen ist. Der schreibt Dich an und dann sagst Du dem: Okay, hör mal zu, ich kann Dir einen Rabatt Code gewähren, dann kriegst Du den gleichen Artikel nochmal rabattiert. Insofern wäre das dann ja jetzt nicht alleine aufgrund des Rabatt Codes... Marcus: Nee, da macht das schon wieder keinen Sinn, was ich da gerade überlegt habe. Aber was es gibt, ist dieser verifizierter Käufer, ne? Bastian: Ja genau. Also verifizierte Käufer Reviews sind eben die Reviews von Leuten, die es auch wirklich gekauft haben. Da zählen allerdings auch trotzdem die Rabattkäufer mit hinzu. Nur, Du könntest jedes Produkt theoretisch auf Amazon bewerten. Nur wenn Du jetzt den Artikel selber gar nicht gekauft hast, dann wäre es kein verifiziertes Käuferreview. Du kannst aber auch dahergehen und theoretisch jetzt zum Beispiel das Mikro, dass Du jetzt benutzt für unser Interview, könntest Du auch auf die Amazon Seite gehen und das Produkt einfach bewerten. Marcus: Okay, und da ist der Gedanke hinter, es sind vielleicht Leute, die das Produkt haben, aber nicht bei Amazon gekauft haben und trotzdem gerne eine Review hinterlassen wollen. Bastian: Genau, genau. Warum auch immer? Marcus: Gibt’s dann nicht auch schon so negative SEO oder dass Du bei Konkurrenten hingehst und deren Produkte dann runterbewertest oder irgendwelche Klickworker das machen? Bastian: Nee, nee, also das nimmt auf jeden Fall Überhand. Das ist mir persönlich auch zum Glück noch nicht untergekommen, aber wenn ein Review offensichtlich nicht ganz rechtens ist, bzw. nicht mit Grund auf Deiner Seite landet, dann kannst Du Dich auch an den Support wenden und das beanstanden und dann entfernen die sowas auch. Marcus: Okay cool. Wie ist das, wenn Du jetzt ein neues Produkt dann aufnimmst in Deine Produktpalette oder in Deinen Amazon Sellers Account und dafür dann ein neues Branding brauchst, weil Du alles ja alles private labelst, richtig? Bastian: Hm ja? Marcus: Dahinter steckt doch auch richtig viel Kreativarbeit, was eigentlich Agenturen sonst machen für irgendwelche Unternehmen. Machst Du das alles selber? Wie entsteht dann so ne neue Marke oder ein neues Logo? Bastian: Also um ehrlich zu sein ist es ein total simpler Prozess, weil wenn ich jetzt sage, ich suche zum Beispiel die Nische Haustiere jetzt, nehmen wir das jetzt einfach mal, ich suche Produkte für die Nische Haustier, weil das ist eine super Nische. Die Produkte sind nicht komplex. Die sind nicht massig groß oder schwer, was natürlich auch für den Transport wichtig ist. Man zahlt ja für den Transport dann eben auch aus Asien hierhin und so. Deshalb ist Haustier zum Beispiel eine super Nische. Leute geben gerne Geld aus für ihre Haustiere. Dann versuche ich ein relatives neutrales Logo mir auszudenken. Also ich gestalte das nicht selber, aber ich gehe zum Beispiel auf Google und gehe dann in die Bildersuche und gebe einfach sowas banales wie Pet Logo ein. Und dann gucke ich, was so alles auftaucht, was mir gefällt und dann sammle ich mir so drei oder vier verschiedene Designs, die mir gefallen und dann schicke ich die alle vier meinem Designer und sage dem: Hör mal zu, das gefällt mir an dem gut, das gefällt mir an dem gut. Kredenz da mal irgendwie was schönes zusammen. Dann kriege ich ein paar Entwürfe zurück und dann suche ich mir ein fertiges Logo aus und um ehrlich zu sein, war es das eigentlich schon. Ich brande einfach nur dieses Private Label Produkt und mir geht es gar nicht darum, zumindest am Anfang nicht, eine riesengroße Marke aufzubauen, aus der jetzt wirklich ein Konzern wird, weil ich verkaufe diese Sachen eben nicht auf einer eigenen Website, sondern nur auf Amazon und da suchen die Leute in der Regel, wenn es jetzt nicht Kopfhörer oder ne Waschmaschine oder was weiß ich was ist. Es sind ja nur Produkte, die einen gewissen Zweck erfüllen. Wenn jetzt jemand nach ner Hundeleine sucht, dann ist ihm das relativ egal, was das für ne Marke ist, ne? Mir geht es viel mehr da drum, wenn sich zum Beispiel die Produkte untereinander kaum unterscheiden, dann geht es um die Darstellung des Produktes, wie ich eben schon gesagt habe. Wie das Listing aussieht, wie die Bilder aussehen und vielleicht eben auch, wie das Logo aussieht. Und deshalb ist mir wichtig, dass  mein Logo eben cool aussieht und dann stecke ich da halt in die Logoentwicklung ein bisschen Geld rein. So teuer ist das eine Logo dann eben auch nicht. Und es sollte halt möglichst neutral sein, weil Haustier eben auch eine große Nische ist. Wenn ich jetzt ein Hundelogo hätte, dann wäre es vielleicht nicht praktisch, wenn ich hinterher Katzenartikel verkaufe oder sowas. Und das gleiche gilt eben zum Beispiel auch für den Shopnamen. Also ich verkaufe jetzt wie gesagt Haustierartikel und Küchenartikel. Da kann ich jetzt schlecht irgendeinen Tiernamen für meinen Verkäufernamen nehmen oder sowas. Da kannst Du Dich am besten neutraler nennen. Marcus: Du kannst nicht mehrere Shops aufmachen, je nach Kategorie oder Nische? Bastian: Kannst Du theoretisch schon. Da musst Du allerdings Amazon genau darlegen, weshalb, wieso, weswegen und das liegt in deren Händen, ob die das dann bewilligen oder nicht. Habe ich bisher einfach noch gar nicht probiert. Vielleicht mache ich es in absehbarer Zeit mal. Wenn die Sortimente so enorm wachsen, dass ich es dann hinterher irgendwie zu komisch aussieht, wenn ich dann zwei verschiedene Nischen verkaufe oder so. Aber grundsätzlich kann man schon mehrere Shops eröffnen, mit deren Erlaubnis halt nur und wenn es aber auch ein bisschen komplex halt mit dem ganzen Auseinanderhalten der Umsätze für die Steuern und sowas. Ich habe bisher einfach alles unter einem Hut und habe da auch keine Probleme mit bisher. Marcus: Außerdem wird das Profil an sich ja auch schwächer. Also wenn da alle Reviews, die Du da jetzt auf dem einen Profil sammelst ist ja auch fetter. Bastian: Auf jeden Fall, genau! Marcus: Und die Bilder, machst Du die selber? Oder hast Du die auch outgesourced an jemanden, der das dann professionell aufnimmt. Bastian: Also es hängt vom Artikel ab. Manchmal haben die Hersteller schon super gute Artikelfotos, weil die promoten es ja auch. Bei Alibaba hast Du dann manchmal richtig professionell aussehende Produktfotos und dann fragst Du die Leute einfach: Hey, ist das in Ordnung, wenn ich die Bilder nutze? Könnt ihr mir die vielleicht nochmal in einer höheren Auflösung zukommen lassen? Und das ist meistens der Fall. Und dann nehme ich eben diese Bilder und lasse mir dann auch von meinem Designer wiederum einfach mein Logo so dadraufmorfen. Sodass es dann so aussieht, als ob ich die Fotos selber gemacht hätte. Andernfalls hatte ich jetzt zum Beispiel letztens ein Produktshooting mit dem Hund von Tim Chimoys Mutter. Die wohnt nämlich auch in Wuppertal Marcus: (lacht)  Ich habe gesehen, dass Du einen Hund in Wuppertal suchst, ey. Ich dachte schon, was geht’n da ab? Bastian: Ja, ich habe ja wie gesagt noch einen Wohnsitz in Deutschland und wenn ich dann auch in Deutschland bin, dann mache ich eben manche Sachen dafür auch selber. Und gerade bei so emotionalen Fotos, die jetzt eben mit Hunden oder generell jetzt mit Haustieren zu tun haben, da soll das dann eben auch nicht so steril wie ne reine Produktfotografie im Studio aussehen, sondern eben auch mal ein paar schöne, bunte, echte Fotos, ne? Und deshalb habe ich dann zum Beispiel jetzt so ein kleines Produktshooting eben mit besagtem Hund gemacht und dann lasse ich die Bilder eben vernünftig nochmal bearbeiten und sowas. Es gibt allerdings auch Anbieter in China, die professionelle Produktfotos machen. Da kannst Du dann theoretisch innerhalb Chinas eine Einheit Deines Produktes diesem Fotografen zukommen lassen. Der macht dann professionelle Fotos davon und schickt die Dir hinterher zu ne? Das ist auch möglich. Das ist zwar auch nicht ganz billig. Zwar wesentlich billiger, als wenn Du es in Deutschland machen lassen würdest, aber da zahlst Du dann halt schon ein bisschen was für Deine Fotos. Also ich kenne jemanden, der auch sich erfolgreich auf Amazon verkauft und der hat diesen Service erstmal genutzt und da ging es um einen Hygieneartikel und da hat der Fotograf dann tatsächlich, damit er das schön darstellen konnte vor nem stylischen Waschbecken und so, da hat der einfach innerhalb des Komplettpreises quasi angeboten, dass er in ein Hotel geht, ein Zimmer mietet und dann halt in diesem Zimmer, damit er das Badezimmer nutzen kann, ziemlich geile Fotos an dem Waschbecken machen konnte. Also die lehnen sich da schon echt aus dem Fenster, um alles mögliche zu machen, dass der Kunde auch zufrieden ist. Also es gibt da unglaubliche Möglichkeiten. Und es ist auch wirklich alles ortsunabhängig machbar. Das ist echt das krasseste daran. Marcus: Das ist cool. Das nenne ich mal Service-Gedanken. Das sehen wir hier in Asien auch an jeder Ecke. Und dann merkste erst wieder, Du bist nicht mehr in Deutschland. Richtig cool! Ey, das ist so spannend, Digger, das Thema. Ich glaube, ich könnte Stunden mit Dir darüber quatschen. Wir sind jetzt schon fett auf 45 Minuten, aber zwei, drei Fragen dazu habe ich noch. Ich hoffe, es ist genauso spannend für die Hörer, wie für mich. Geht’s Dir mittlerweile schon so, wenn Du dann so… Du hast ja voll den FBA Blick schon. Fast wie beim FBI nur FBA auf Amazon dann. Wenn Du andere Produkte siehst, erkennst Du dann direkt, kannst Du das mit Alibaba Händlern matchen oder denkst: Das habe ich doch schonmal gesehen und das ist auch ein FBA Seller und kennt man dann irgendwann so Sachen? Bastian: Na klar. Ja auf jeden Fall. Also zum einen kenne ich durch das Verkaufen auf Amazon durch ein paar Mastermind-Gruppen und so, eben auch einige deutsche Seller. Und irgendwie muss ich immer ein bisschen schmunzeln, wenn man dann sieht, dass das innerhalb der deutschen FBA Szene, sage ich mal, ganz ganz oft Produkte sich doppeln. Obwohl es 400 Mio. Produkte auf Alibaba gibt. Den Leuten fehlt so ein bisschen die Kreativität. Und das ist eben auch das Problem, dass zum Beispiel auch viele meiner Leser haben. Ich bin zwar der Meinung, dass ich das alles sehr detailliert dargestellt habe, aber trotzdem ist das, was den meisten Leuten am schwierigsten fällt. Ein Produkt zu bestimmen, dass funktionieren könnte, um das bei Amazon zu verkaufen und die haben halt irgendwie immer diese Panik, dass es vielleicht ein Schuss in den Ofen ist oder so und dass man dann sein Geld in den Sand setzt, aber das ist ja einfach in den seltensten Fällen der Fall, weil selbst wenn man ein Produkt jetzt nicht gut vermarktet oder das einfach nicht gut geht. Du hast es ja zu einem so günstigen Preis direkt beim Hersteller gekauft, dass der Preis eigentlich unschlagbar ist. Selbst, wenn Du es dann hinterher zum Selbstkostenpreis bei Amazon verscherbelst, kannst Du Dein Geld eigentlich kaum verlieren. Weil Du es eben zum Einkaufspreis immer wieder loswerden kannst. Und deshalb finde ich, ist es ganz ganz oft auch einfach ein mangelnder Mut, es einfach mal zu wagen ne? Da denkt man dann über zig verschiedene Tools nach, die man zur Verkaufsoptimierung oder so nutzen könnte. Und es gibt da eben so verschiedene Tracking Tools, die den Umsatz Deiner Konkurrenten zum Beispiel ausspucken können und sowas. Marcus: Ja, hau mal rein, aber das ist glaube ich ein absolut deutsches Phänomen so. Bastian: Ja, die trauen sich nicht. Marcus: Ja, mittlerweile stehen ja auch mehr oder weniger auf der anderen Seite und haben den Mut. Ich kann es aber noch nachvollziehen, als ich auch noch so unterwegs war. Man wird halt so diszipliniert so, durch den ganzen Bildungsweg und die Gesellschaft und was weiß ich, dass man Angst hat und dass man sich dann über versichert und am liebsten noch die Deutschen, wenn Du irgendwas Online verkaufen willst, brauchen 10000 Siegel, Money Back Garantie und am liebsten würden die wenn sie Unternehmer sind nur irgendwas starten, wo sie die 100 Tausend Millionste Garantie haben, dass das auch funktioniert. Bastian: Die gibt’s auch bei Amazon nicht. Marcus: Ja, die gibt’s halt bei Amazon nicht und ich glaube die brennenste Frage, die dann alle immer interessiert ist so, okay, der Basti ist erfolgreich als FBA. Was sind denn jetzt die Produkte und die würden es direkt nachbauen. Die würden genau das gleiche machen wie Du. Das ist so langweilig! Bastian: Das habe ich ja eben gesagt und deshalb, ich bin zwar oft danach gefragt worden, aber deshalb sage ich jedem auch jetzt nicht, wie mein Verkäufername ist, weil ich gerade dadurch, dass ich jetzt einen Blog habe, der auch viel gelesen wird, laufe ich ja besonders Gefahr, dass das passiert. Wenn das eben schon in so kleinen Mastermind Gruppen passiert ne? Und ich gebe auch eben privat Workshops zu der ganzen Thematik und greife auch gerne Leuten unter die Arme und die können mich auch gerne jetzt sowieso an alle Hörer, ihr könnt mir auch gerne schreiben, wenn ihr Fragen dazu habt. Und grundsätzlich versuche ich den Leuten so viel wie möglich mit auf den Weg zu geben, dass die mit der Zeit auch anfangen zu verstehen, was für Produkte Sinn machen und was für Produkte nicht, ne? Man hat da zwar gewisse Kriterien, aber manchmal ist es in letzter Instanz auch noch ein bisschen Bauchgefühl, das da eben mitspielt. Marcus: Absolut. Glaube ich auch. Bastian: Man muss einfach versuchen, sich von der Angst freizumachen, dass man jetzt all sein Geld in den Sand setzt. Weil wie gesagt, das ist einfach in der Regel nicht der Fall. Marcus: Ja, und dazu kommt ja als Unternehmer, wir haben ja auch schon ein paar Projekte gestartet, die einfach nicht funktioniert haben. Dann kann man das Risiko ja erstmal minimieren, dadurch dass man dann nicht Unmengen an Kosten erstmal generiert, sondern erstmal vielleicht einen kleinen Testballon fliegen lässt. Und zum anderen, selbst wenn es nicht funktioniert, ey fuck it, das war ne coole Zeit, das war ne coole Erfahrung und Du hast wieder ein Learning, was ein anderer vielleicht noch nicht hat und Du machst den Fehler nicht ein zweites Mal. Bastian: Ja, es gibt da so einen ganz coolen Begriff aus dem Amerikanischen, das nennt sich “Fail Forwards”, weil im Endeffekt so, Du scheiterst eben nach vorne. Marcus: Ja, absolut. Bastian: Dass Du aus jedem eben ein bisschen was mitnimmst. Marcus: Ja, und in den Staaten ist es auch so, dass es Startup Founder, die schon drei oder vier Startups gegen die Wand gefahren haben, die sind super begehrt bei Geldgebern oder bei Investoren, weil die wissen genau, der hat seine Lektion gelernt. Der macht jetzt die ganzen Fehler, die er jetzt schon gemacht hat, macht er nicht nochmal. Dafür hat der einen Haufen an Erfahrung und der will wieder. Der steht hier schon wieder da und dieses Mal ist die Idee richtig geil und wir haben das jetzt getracked und der kriegt jetzt die Kohle. Bastian: Das ist echt so viel geiler. Also ich meine hier kriegst Du dann hinterher nach zwei gescheiterten Existenzen oder so, kriegst Du keinen Dispo Kredit mehr oder so. Ja, das ist einfach ein ganz anderes Mindset. Marcus: Ja total. Wie viel Commission musst Du an Amazon abgeben, wenn die das komplette Fulfillment für Dich machen? Bastian: Also für den Verkauf selbst, unabhängig von den Fulfillments zahlt man 15%. Klingt vielleicht viel, aber wenn man jetzt einen ganz eigenen Shop hat und den ganzen Traffic generieren müsste, den man auf Amazon bekommt, kommt man mit 15% lange nicht hin und die FBA Gebühren, die berechnen sich anhand der Größe und des Gewichts der jeweiligen Produkte. Und der Durchschnittspreis meiner Produkte pro Monat liegt so zwischen 0,03 Euro bis 0,06 Euro Lagergebühren im Monat, also das sind Peanuts. Marcus: Hm okay und dadurch, das hatte ich ja vorhin schonmal gefragt, was macht Amazon eigentlich, wenn da so ein Typ ist, der haut denen das ganze Lager voll, aber verkauft nichts davon und dann liegen da 100.000 Einheiten rum? Klar, die lassen sich das natürlich bezahlen dann pro Einheit. Bastian: Ja klar. Die lassen sich das bezahlen, aber wenn es sich jetzt nicht gut verkauft, dann kannst Du Dir die Sachen auch jederzeit zurückschicken lassen. Marcus: Ah stimmt, hm cool. Bastian: Also, wenn ich jetzt zum Beispiel 500 Einheiten von etwas verkaufe, wo ich glaube, dass ich da ein paar Monate brauche, um die 500 Einheiten zu verkaufen, dann schicke ich eben erstmal nur 200 zu Amazon und den Rest dann zum Beispiel zu mir in den Keller oder so. Marcus: Okay oder irgendwann mietest Du Dir irgendwo was an. Bastian: Ja oder so. Also grundsätzlich ist das natürlich bescheuert, wenn man jetzt weiß das ist jetzt ein Artikel, der nicht so eine große Verkaufsfrequenz hat, haufenweise Einheiten da zu Amazon zu schicken, weil es sind natürlich schon Kosten, die da wachsen. Gerade wenn man jetzt sehr sehr viele da hat, auch Kleinvieh macht Mist, ne? Egal ob das drei oder sechs Cent sind. Wenn Du jetzt 1000 Einheiten da liegen hast, dann ist das trotzdem Holz. Marcus: Ja, absolut. Und wie viele neue Produkte… ich kann mir ja auch vorstellen, das kann irgendwie süchtig machen oder? Dieses ganze FBA Thema. Ich finde es ja schon super faszinierend... Bastian: Ich habe aktuell gar nicht den Cashflow, den ich bräuchte, um alles mögliche zu kaufen. Also andere Leute haben Probleme irgendwie auf Produkte zu kommen. Und ich habe die Probleme, dadurch dass mein Geld, mein Kapital, gebunden ist an die Sachen, die ich im Vorfeld dann eben kaufe. Also ich kaufe ja quasi auf Lager in Vorkasse. Und dann ist eben das Kapital manchmal gebunden, solange bis sich die Sachen verkaufen und insbesondere brauchst Du auch immer ein bisschen Rücklage, um, wenn der Bestand sich dem Ende zuneigt, eben auch wieder eine größere Bestellung tätigen zu können. Und ich kann einfach aktuell gar nicht alles ins Sortiment nehmen, was ich gerne ins Sortiment nehmen würde. Das macht echt ein bisschen süchtig. Du stöberst dann und denkst Dir: Boah, das ist auch ne geile Idee und… Die Liste ist echt mega lang. Marcus: Oder ist das auch so innerhalb der FBA Szene oder bei euch in den Masterminds so, dann: Ey das ist der heiße Scheiß, wir müssen alle Tischtennisplatten verkaufen und jetzt müssen wir alle Pfannenwender verkaufen und jetzt Kugelschreiber oder so. Bastian: Ja so die ganzen Masterminds sind schon ziemlich cool. Die Leute sind alle völlig abgedreht und alle sind einfach so Hals über Kopf in diesem Amazon Business drin. Sobald sie einmal realisiert habe: Ey scheiße, das funktioniert wirklich, ne? Und die können das einfach alle gar nicht glauben, dass es so simpel sein kann und dann redet man zwar über allerlei, aber über die Produkte, die die Leute wirklich selber so verkaufen, da sind die Leute dann doch immer ein bisschen empfindlich. Also das ist mehr so ein Running Gag, wenn Du jemanden fragst, was er eigentlich verkauft. Weil Du dann eben weißt, dass da keine detaillierte Antwort kommt. Die sagen dann immer: Ja ich kaufe in der und der Nische und so. Ich meine, mache ich ja auch ne? Aber das liegt eben daran, dass Du eben nicht möchtest, dass das wie in Amerika zum Beispiel super schnell kopiert wird. Ich habe ja eben gesagt, der Markt der ist da viel viel stärker bzw. viel mehr Competetive und das Problem ist, dass in Amerika auch viel mehr Leute unterwegs sind, die wahnsinnig finanzkräftig ne. Selbst Amazon Verkäufer haben oft Investoren hinter sich. Die sagen: Okay, Du kennst Dich mit dem Markt aus. Wenn Du jetzt ein Produkt hast, das gut läuft, dann pumpe ich Dir Geld auf’s Konto und Du kaufst da keine Ahnung wie viele Tausend Stück von. Und wenn da jetzt jemand sieht, Du hast da zum Beispiel ein Produkt, das läuft super gut an, aber da gibt es nur so und so viele Einheiten von auf Lager offensichtlich, dann machen wir das gleiche eben, kaufen aber stattdessen 20.000 Stück und unterbieten in dem Preis ne? Und das ist einfach in Amerika Gang und Gebe. Die sitzen da wie die Aasgeier auf der Stange und ich finde, der deutsche Markt, der hat noch so krass viel Potential. Also da kann man mindestens in den nächsten fünf Jahren richtig, richtig was reißen. Und ich wollte das Ganze einfach in erster Linie Publik machen, weil ich es schade finde, dass das Digitale Nomadentum für viele Leute vermeintlich nicht umsetzbar ist, weil am meisten wird ja transportiert dieser Gedanke, dass man einen digitalen Beruf irgendwie erlernt haben muss ne? Dass Du als Freelancer anfängst, wenn Du nichts anderes onlinemäßig kannst und so. Und viele Leute, die sind einfach nicht so technisch versiert. Ich selber bin auch nicht sonderlich technisch versiert. Ich habe einmal meinen Blog mit Wordpress mit Ach und Krach in den letzten drei Monaten mit viel Arbeit, um mich da reinzufuchsen, irgendwie aufgesetzt und viel mehr habe ich technisch jetzt auch nicht auf dem Kasten. Marcus: Dafür sieht der sehr geil aus. Bastian: Ja dankeschön, danke! Ich wusste einfach, wie es ungefähr aussehen soll. Was mir gefällt und dann hat sich das dann einfach so ein bisschen im Prozess des Gestaltens so ergeben. Ich habe einfach darauf Wert gelegt, dass ich ein Premium Theme nehme, was so meinen Ansprüchen ausreicht. Und das war eigentlich am Anfang voll der Fehler, weil so ein Premium Theme mit so vielen Fähigkeiten, hat einfach viel viel mehr an Möglichkeiten, die Du alle noch gar nicht schnallst, weil Du ja auch noch nichtmal Wordpress schnallst. Deshalb, das war auf jeden Fall ein bisschen kontraproduktiv, aber mit dem Endprodukt bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden. Aber grundsätzlich nochmal zurück zu dem Gedanken, dass Amazon einfach für jedermann umsetzbar ist. Ich wollte damit einfach den Leuten einräumen, dass Du nicht was Technisches gelernt haben musst oder super im Programmieren oder sonstwas sein musst, um diesen Lifestyle zu leben ne. Weil das wäre einfach wahnsinnig schade, wenn das so vielen Leuten vorenthalten bleibt. Und so hast Du jetzt quasi mit Online-Handel über Amazon oder auch über ein paar andere Sachen, wie die über die ich schreibe, die Möglichkeit das eben auch ortsunabhängig zu gestalten und eben auch auf Achse zu sein und Du sagst ja selber, dass Du mittlerweile aus dem englischsprachigen Raum auch mehrere Leute kennst, die das eben genauso machen. Marcus: Hm, total viele. Immer mehr Trader und FBA Leute. Wobei die FBA Leute fast noch mehr sind, auf jeden Fall. Bastian: Ja und Shopify und so. Das ist auch ein bisschen stark vertreten in den USA zumindest. Marcus: Ja, das kommt. Also man merkt so, dass innerhalb der Szene wieder ganz neue Berufe oder ganz neue Mittel und Wege entstehen, um dann ortsunabhängig sein Geld zu verdienen. Jetzt gibt es auch immer mehr Udemy Kurse, Publishers und schlag mich tot. Also es sind nicht mehr nur noch Decoder, Programmierer, Designer, was Du eben sagtest, wo dann die Leute denken, okay, kann ich nicht, kann ich nicht, kann ich nicht. Scheiße, ich kann kein Digitaler Nomade mehr werden. Bastian: Ja genau! Und das ist echt ein wunderschöner Wandel und auch ein sehr sehr schneller Wandel und ich bin mega gespannt, wie es vielleicht in einem Jahr aussieht. Also bei mir hat sich im letzten halben Jahr so extrem krass viel getan. Ich meine, Du hast es ja selber ein bisschen mitverfolgt. Der Blog zum Beispiel, der ist ja auch gerade ein halbes Jahr alt und ich kann jetzt noch nichtmal sagen, ob ich in einem Jahr überhaupt noch Amazon mache oder so. Ich glaube zwar, dass es in einem Jahr noch viel viel besser laufen wird. Aber wer weiß, alles wandelt sich so schnell. Vielleicht hast Du plötzlich die Möglichkeit in so ein richtig geiles Startup zu investieren oder sowas oder verbreiten sich, wenn man so in diesem Digitalen Nomadensaft steht, sage ich mal, kriegst Du soviel mit. Und das ist einfach unglaublich viel wert. Also Du erweiterst ständig Deinen eigenen Horizont und lernst neue Sachen kennen und das finde ich mega spannend. Marcus: Das ist der Wahnsinn. Also gestern, als ich dann durch Chiang Mai gelaufen bin und dann hier die ganzen Freaks gesehen habe, die Digitalen Nomaden und wie smart die alle sind und was jeder so macht und dann dachte ich, eigentlich ist ja hier so diese Digitalen Nomadenwelt, in der wir jetzt auch drin sind, wie Disneyland für Unternehmer. Bastian: Ja, wir hatten auf Bali ein Mädchen zu Besuch in der Workation, die irgendwie eine Masterarbeit schreibt über das Thema Digitales Nomadentum. Ich weiß nicht mehr genau, was sie studiert, irgendwas mit Social Studies und haste nicht gesehen. Und die konnte das alles gar nicht glauben. Als sie dann in die Villa kam und wir saßen da alle mit unseren Laptops und hatten uns ein paar Bierchen auf den Tisch gestellt und ganz entspannt alle super produktiv gearbeitet. Die meinte dann, das ist ja wie Ferienlager für Erwachsene. (beide lachen) Marcus: Ja, oder was wir auch für krasse, krasse Rückmeldungen nach der DNX kriegen so, dass die Leute einfach nur dankbar sind und sagen: Ey wusste es nicht, ich wusste es wirklich nicht, dass es so ne Welt gibt und einfach so on Fire sind, dass viele wirklich über sich hinaus wachsen, um diesen Lifestyle dann realisieren zu können. Bastian: Ja, das ist echt krass. Und es gibt einem auch wahnsinnig viel zurück. Ihr kennt das ja selber von der DNX, aber auch was ich zum Beispiel so an Lesermails bekomme, ne? Marcus: Ja. Bastian: Gerade, wenn man selber vorher ziemlich viel Kritik dafür geerntet hat, dass man so einen Weg einschlägt, der ja am Anfang irgendwie so als Hirngespinnst abgestempelt wird oder so. Und wenn Du dann zum Beispiel Mails bekommst von Eltern, die Dir sagen, dass die ihrem Sohn, der nicht weiß ob oder was er studieren soll, Deine Seite empfohlen haben, ne? Und ich meine, ist ja klar, worum es bei der Seite geht. Die heißt halt Officeflucht, das ist einfach ein super geiles Gefühl. Marcus: Ja, das ist der Hammer. Da haben wir heute auch noch ne Rückmeldung gekriegt international von jemandem. Die war auf der DNX GLOBAL und ist jetzt voll mit ihrer ältesten Tochter dran, zusammen irgendwie ein Online Business aufzubauen und ist sie gerade voll am Überzeugen, ja. Das ist ja der Hammer so, was Du da alles für Leute inspirierst und was das für Wellen schlägt. Weil eigentlich ist es ja so, dass die Eltern sagen: Ey, mach was vernünftiges und mach nen guten Abschluss, geh zur Uni, blabla, was wir auch alle vorgesagt bekommen haben und dass jetzt selbst dann so die Eltern schon erkennen und offen dafür sind und sagen: Ey weißte, eigentlich ist es cool. Ich habe das jetzt mal ein bisschen reflektiert. Ich kenne diese “alte Welt”, sehe diese krassen aufgehenden Digitalen Nomaden, geh doch mal zur Konferenz, schreib doch mal Marcus und Feli und triff Dich mit denen oder so. Bastian: Ja, das ist echt unglaublich toll. Da bleibt mir auch manchmal echt die Spucke weg. Naja, aber es ist einfach toll, das viele Eltern eben auch so am Puls der Zeit sind oder zumindest offen für solche Veränderungen, weil jetzt wo ich öfters als Speaker eingeladen worden bin oder eben auch die Workshops gebe und Leute, die meine Leser sind zu Workations kommen. Und ich meinen Eltern dann erkläre, wie das alles funktioniert. Dass die Leute halt wirklich hierhin kommen, um mit mir hier gemeinsam dann zu wohnen. Jetzt langsam nehmen die das auch ein bisschen für bare Münze und zeigen auch ein bisschen mehr Interesse als am Anfang. Und das ist natürlich auch eine tolle Entwicklung. Marcus: Ja, das ist dann schon schön, ne? Weil am Anfang, vielleicht meinen die es auch gar nicht so ernst, aber die können es einfach nicht greifen und selbst meine Mutter hatte irgendwie Probleme, überhaupt akzeptieren können, dass Arbeit Spaß machen kann oder was cooles ist und wofür man brennt. Die kennen das von früher so, dass Arbeit muss weh tun, das ist scheiße und dafür kriegste ja Dein Geld. Also dieses Du tauscht Deinen Schmerz ein gegen so ein bisschen Kompensation. Und das war so schwer zu begreifen dann für meine Mutter, dass Du coole Sachen machen kannst und dafür noch Geld kriegst. Bastian: Naja, ich erinnere mich auch noch an einen Besuch bei der Berufsberatung nach der Schule bzw. irgendwie in der 12. Klasse oder so. Da ging’s dann halt zum BIZ hier zum Berufsinformationszentrum und ich hatte null Peilung, was ich machen wollte. Und dann hat die mich halt gefragt so nach meinen Interessen und dies und das. Und dann habe ich halt gesagt, ich möchte irgendetwas machen, was mir auch Spaß macht. Und dann sagt die ganz, mit so ner total versteinerten Mine “Spaß ist out. Man lebt um zu arbeiten”. Marcus: (lacht laut) Bastian: Das war einfach sowas von bezeichnend, weil die auch genau so aussah. Spaß ist out! Marcus: Ja, scheiße, scheiße, scheiße. Ja, erzähl mal. Du hast ja gerade gesagt, bei Dir ist es ziemlich krass abgegangen in den letzten paar Monaten. Vielleicht erzählst Du mal von Anfang 2015 bis jetzt haben wir November, was da alles passiert ist. Vielleicht um mal zu zeigen, was alles möglich sein kann. Ich meine, die meisten kennen wahrscheinlich unsere wilde Achterbahnfahrt von Feli und mir innerhalb von zwei Jahren. Einmal zum Mond und zurück, aber bei Dir ging es glaube ich gefühlt fast noch schneller. Bastian: Ja schneller würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, aber also wie gesagt, mein Blog, der ist jetzt ein halbes Jahr alt. Ich war exakt an meinem 30. Geburtstag auf einem Mastermind-Date vom Tim Chimoy. Der hat in Köln so ein Event veranstaltet. Wir waren acht Leute und jeder konnte halt so seine Idee pitchen und da haben wir das so im Laufe des Tages eben validiert oder eben in der Gruppe auch diskutiert, was wir an den Ansätzen gut finden und was nicht und so. Und das hat schon gut was gebracht. Marcus: Wie bist Du eigentlich auf den Blog von Tim gekommen oder überhaupt das erste Mal, was war so der Touchpoint mit Digitalen Nomaden? Bastian: Also wie es bei den meisten wahrscheinlich so ist, die überhaupt keinen Plan haben, was sie machen wollen und mega unzufrieden sind, mit dem was sie gemacht haben. Also ich bin gelernter Hotelfachmann. Ich habe auch in Düsseldorf, Du kommst ja aus Düsseldorf, auf der Kö im InterContinental meine Hotelfachausbildung gemacht und das ist einfach so ein komplettes Paralleluniversum, ne? Da gibst Du dann echt bei Dienstbeginn dann so Deine Würde an der Tür ab, habe ich so den Eindruck und verdienst mega schlecht, arbeitest unglaublich viel und das ging dann einfach irgendwann nicht mehr weiter. Ich hatte da einfach keinen Bock drauf. Das habe ich von Anfang an gemerkt. Schon eigentlich nach drei Monaten, habe ich schon drüber nachgedacht, die Ausbildung zu schmeißen. Und wie das dann eben so ist. Wenn Du total entnervt Zuhause sitzt mit dem Laptop und so, dann googlest Du echt so einen Schwachsinn, wie “Wie werde ich Millionär”? oder irgendwie sowas. Und dann kommste echt so von Hölzchen auf Stöckchen. Du liest erstmal tatsächlich so Investorenforen für Börsengedöns und all sowas ne? Und ja, wie gesagt, man kommt echt von einem aufs andere und dann hatte irgendjemand in so nem Finanzforum tatsächlich die 4 Stundenwoche, wie das bei den meisten halt so ist, die 4 Stundenwoche halt empfohlen. Dann habe ich die gelesen und da war ich einfach völlig umgehauen. Ich meine, mir war klar, dass jetzt nicht alles 1 zu 1 umsetzbar ist. Also das wird ja auch oft angeprangert, dass Tim Ferris damit so ein bisschen… Ja, viele Leute sagen, das ist ja nicht wirklich alles 1 zu 1 umsetzbar, aber die vergessen dabei, dass deren Ausgangsposition auch nicht die ist, die Tim Ferris da schon hatte. Der hat schon irgendwie 60.000 Dollar im Monat mit seinem Supplement Shop verdient. Grundsätzlich einfach die Ansätze, die Denkanstöße, die der gegeben hat, das hat für mich alles auf den Kopf gestellt. Und wenn Du dann einfach weiter so ein bisschen seinen Blog verfolgt hast und da wieder andere Leute empfohlen werden und all sowas. Also ich kam eigentlich erstmal so über die amerikanische Szene dann hinterher zur Deutschen. Und dann war Earthcity und der Blog von Conni auch, das waren so die erste, die ich gefunden habe. Und dann ging es halt immer weiter ne? Als ich dann das erste Mal von der DNX gelesen habe, das war dann auch im Mai, das war ja die erste wo ich war. Da war ich einfach total weggeblasen. Dass es überhaupt in Deutschland schon so eine Community gibt. Wenn die auch noch relativ klein ist. Ja und dann bin ich zu diesem Mastermind Date von Tim Chimoy von Earthcity gegangen und wollte einfach erstmal für die Idee… meine reine Idee war eigentlich noch gar nicht so stark diese Amazon Geschichte, sondern auch ein Digitaler Nomadenblog. Und da sagte der Tim dann auch erstmal: Huey, ein neuer Digitaler Nomadenblog. Haben wir noch gar nicht ne? Und als ich denen ein bisschen mehr erzählt habe, in welche Richtung das gehen soll, da fand er das auch ziemlich cool. Und als der Blog gelaunched ist, ein paar Tage vor der DNX im Mai, ich habe ja zum 1. Mai gelaunched, er hatte das Ganze dann auch gepushed mit nem ziemlich coolen Post den er gemacht hat, und ich habe eben direkt so ein paar Leute gehabt, die einen coolen Post rausgehauen haben, auch der Sebastian Canaves hatte einen Beitrag von mir reposted und all sowas. Und das war dann echt so, dass innerhalb dieser einen Woche Launch ich dann die Woche darauf auf der DNX teilweise schon angesprochen worden bin: Hey, Du bist doch der Basti von Officeflucht. Und das war einfach mega krass. Und ja, ein bisschen genetworked und all sowas und dann einfach Vollgas. Marcus: Geiles Branding muss ich sagen. Du hast auch einen hohen Wiedererkennungswert mit Deiner ganzen Optik und dem Design und dann noch ein cooles Logo dazu und irgendwie der Begriff passt ja auch wie Arsch auf Eimer. Man weiß worum es geht, Officeflucht. Also das hast Du echt gut hingekriegt. Bastian: Dabei ist das eigentlich gar nicht so eine komplexe Sache gewesen. Es ist ja eigentlich hauptsächlich Wiedererkennungswert durch einen roten Filter, der über den meisten Bildern liegt, ne? Eigentlich ist es echt keine große Nummer, aber es hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert und ich bin auch sehr froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, drei Monate daran zu arbeiten, bis es dann ne runde Sache war für mich selbst auch. Es gibt ja auch viele Leute, die sagen: Einfach raus damit. Launch erstmal und dann optimieren kann man auf dem Weg. Aber wenn man dann erstmal anfängt zu arbeiten. Also jetzt auch wirklich dann Beiträge zu verfassen und all sowas. Du hast hinterher irgendwie so viel zu tun, dass Du dann hinterher nicht mehr so die Ruhe hast, das nochmal anzugehen. Und so gibt’s ja haufenweise Blogs, die dann irgendwie drei Jahre lang so aussehen, wie in der Ausgangsposition bis die Leute dann irgendwann sagen, Okay, jetzt muss ich einfach mal relaunchen, weil es einfach nicht mehr dem entspricht, was ich wollte. Und ich glaube, dass ich relativ lange jetzt mit dem Design, so wie es ist, zufrieden sein kann. Und das ist auch glaube ich ein Hauptgrund dafür, dass Officeflucht dann so gut gestartet ist und auch viel gelesen wird. Weil die Leute sich ja auf dem Blog aufgrund der Optik auch wohlfühlen. Marcus: Hm, absolut. Glaube ich auch. Okay, Du warst gerade bei der DNX, wo Dich dann die ersten Leute angesprochen haben. Das war im Mai, ich glaube da waren wir noch im Babylon, genau, mit 500 Leuten. Bastian: Genau richtig. Ja achso genau, zurück zum Mastermind Day im Februar. Also ich habe ja erzählt, das war genau an meinem 30. Geburtstag. Die Leute haben mich gefragt: Wie Du bist an Deinem Geburtstag hier und so. Aber für mich war das dann echt so eine Sache. Ich bin jetzt 30. Das war für mich so eine Zahl, wo ich dann einfach mir selbst gesagt habe: So, jetzt aber richtig. Ich habe vorher so viele Sachen irgendwie ausprobiert und mal hier … ich habe ja zwei Mal studiert, beide Studiengänge geschmissen und so. Einfach mal wirklich zu sagen: So, jetzt bist Du 30. Das ist es jetzt. Das ist das was Du machen willst. Und da auch alles reinzuhängen und dann habe ich dem Tim gesagt, als er mich gefragt hat, wo ich denn damit hinmöchte. So was mein nächstes primäres Ziel ist. Und da habe ich dann gesagt: Ich möchte mal irgendwann auf der DNX nen Workshop geben. Und das war es dann eben auch, dass ich versucht habe, mich in der Szene eben besonders zu vernetzen und auch der Hauptgrund dafür, dass ich dann zum Beispiel auf so ne Workation hier nach Bali und sowas mitgefahren bin. Um eben auch so ein bisschen den Fuß in die Tür zu kriegen, sage ich mal. Deshalb, ich finde so Networking Events mega wichtig. Wenn ich mich jetzt nicht mit Sebastian Kuehn und mit Tim Chimoy und anderen namenhaften Leuten aus der Szene connected hätte, dann wäre es auf keinen Fall so schnell gewachsen. Weil wir sind eben auch Meinungsmacher. Und wenn die sagen, okay, die finden das cool, dann gucken sich andere Leute das eben auch überhaupt erst an. Und das finde ich, ist ein unglaublich wichtiger Aspekt. Und ja, dann habe ich eigentlich in der Zeit bis zur kommenden DNX hauptsächlich eben an Officeflucht und an meinem Amazon Business gearbeitet und hatte dann ja jetzt die Möglichkeit auf der letzten DNX nen Workshop zu geben. Und da war ich unglaublich nervös, weil das dann eben so greifbar das Ziel. Als ich das im Februar gesagt habe, da habe ich einfach noch nicht geglaubt, dass es dann so schnell passiert. Das war ja jetzt fünf Monate später und das war dann echt so ein Etappenziel. Ich habe wirklich drei Tage vorher nicht geschlaten. (beide lachen) Und der Workshop, der ging ja nur 45 Minuten eigentlich und ich fand es sowieso schon schwer so die Amazon Thematik in 45 Minuten zu packen. Ich meine, guck mal jetzt, wir reden ja schon über eine Stunde hier. Marcus: Ja krass! Bastian: Und ja, ich habe dann einfach die letzten Tage ständig noch an der Präsentation gesessen und irgendwas versucht zu optimieren, was eigentlich schon in Ordnung war und so. Als es dann vorbei, also kaum war ich auf der Bühne war ich echt super, super entspannt und dann … also ich habe super Feedback bekommen. Das hat total Spaß gemacht und dann habe ich auch echt so ein bisschen Blut geleckt. Und das obwohl ich bei der Keynote vom Fabian Dittrich nicht dabei war und alle haben mir dann erzählt, wie toll das war. Weil ich bin nebenan noch in den Raum gegangen und habe mir nochmal meine ganzen Notizen durchgeguckt und sowas. Da habe ich mich im Nachhinein ein bisschen geärgert. Naja, aber der Workshop ist super toll gelaufen und das war ne super geile Erfahrung und dann kam ja direkt die Woche danach das Entrepreneurship Summit. Da war ich dann mit dem Ben Paul zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten. Also Online Entrepreneurship, ortsunabhängiges Arbeiten. Und das war ja auch noch mal ne ganz andere Hausnummer. Das ist ne ziemlich große Veranstaltung, 1500 Leute sind da. Das war an der freien Universität Berlin. Und da habe ich echt erstmal überlegt, also Du hast mich ja vorgeschlagen und hast mich ja gefragt, ob ich das machen möchte. Und da habe ich erstmal einen Moment gezögert, weil als ich mir das Youtube Video vom Vorjahr angeguckt habe, da ist mir echt erstmal so die Spucke weggeblieben, weil das einfach nach so einer enormen Veranstaltung aussieht, ne? Da stehen Leute auf der Bühne, die wirklich die Welt verändern mit ihren Ideen. Und dann kommt da eben hier der Bastian von Officeflucht und erzählt ein bisschen: Hey, ich verkaufe Online bei Amazon, ne? Da kommt Dir das so surreal vor, warum Du überhaupt da vorne stehst und die Leute Dir zuhören, ne? Aber das krasse war einfach, dass auch da das Feedback enorm war. Also mich haben nach dem Vortrag locker 40 Leute noch über ne Stunde in der Lobby belagert, weil die alle wissen wollten, wie das alles funktioniert. Also ich habe mir da insgesamt… also  die Show auf der Bühne, die ging ja eine Stunde. Und dann hinterher habe ich mir nochmal eine Stunde oder anderthalb in der Lobby Zeit genommen für die Leute. Und da waren halt wirklich so 40 Leute ungefähr dabei. Und das krasse war einfach, also die Leute sind glaube ich alle auf mich zugekommen, weil das im Vergleich zu den Keynote Speakern, die zwar super inspirierend sind, aber irgendwie in einem ganz anderen Universum unterwegs sind. Dahingegen ist die Amazon Geschichte eben für jeden greifbar. Marcus: Ja absolut. Bastian: Und das hat das eben so interessant gemacht für viele Leute und da habe ich eben auch schon viele Anfragen bekommen jetzt für Workshops. Und ich denke, ich werde jetzt Anfang des Jahres, wenn wir aus Brasilien zurück sind - also ich werde nicht so lange in Brasilien bleiben. Dann werde ich so ab Januar/Februar auch anfangen so Amazon Mastermind Days quasi zu veranstalten. Marcus: Hm cool! Macht auf jeden Fall Sinn. Ja ich find’s auf jeden Fall ein geiles Zeichen von dieser fetten Veranstaltung vom Entrepreneurship Summit, das ja ne mega Reputation hat, weil die ja unter der Schirmherrschaft von dem Günter Faltin veranstaltet wird, der das geile Buch Kopf schlägt Kapital veröffentlicht hat. Und die haben das erste Mal glaube ich im letzten Jahr sind die auf uns zugekommen und haben gesagt: Ey da passiert irgendwie was. So Lifestyle Entrepreneurship hieß glaube ich das Pannel, wozu die uns dann angesprochen haben und haben gesagt, dass würden wir gerne mit ins Programm nehmen. Und das sind so irgendwie auch dann schon in gewisser Weise, auch wenn das alles noch sehr lange dauert, bis wir irgendwo in der Mitte der Gesellschaft vielleicht mal ankommen werden. Die Firstmover, die gesagt haben: Ey, wir laden euch ein, wir nehmen euch mit in unseren Kreis. Und kriege heute immernoch Feedback von unserem ersten Talk, den wir da vor einem Jahr, letztes Jahr im Oktober, gemacht haben und gesagt haben: Ey, ihr habt uns echt erreicht, getouched, ich habe was geändert. Seitdem verfolge ich euch, war jetzt auf der DNX und bei euch schien das ja jetzt genauso abgegangen zu sein. Bastian: Ja total. Weil die DNX ist halt speziell für Digitale Nomaden und deshalb ist sie bei vielen Gründern einfach noch total unter’m Radar. Und wenn Du jetzt beim Entrepreneurship Summit bist, wo wahnsinnig viele Unternehmer so im klassischen Sinne am Start sind und die hören sich dann, weil die einfach mal sich da in diese Sitzung reinsetzen, das sind ja verschiedene Events parallel auch. Wir waren natürlich auch direkt im Audimax, weil die sich wahrscheinlich gedacht haben: Hey, das ist ein spannendes Thema und das wird sicherlich viele Leute interessieren und es war auch gut besucht und ich fand es einfach krass, dass wir uns da zu zweit da ins Audimax stellen, wenn andere Leute eben echt so gestandene Unternehmer sind. Aber man merkt da einfach, dass dieser Wandel in der Stimmung oder bzw. in der Auffassung von Entrepreneurship schon durchaus da ist. Ich habe jetzt zum Beispiel relativ viel mit einem der Zuhörer aus dem Publikum im Nachfeld geschrieben, der hat ein ziemlich geiles Startup. Der macht ökologisch abbaubare Babywindeln. Das ist ja auch was, was für die Welt einen Mehrwert bildet, aber der schreibt mich jetzt an, wegen Amazon, weil er selber sagt, dass das ein viel viel angenehmeres Modell ist. Das ist irgendwie so, dass viele Leute gar nicht wissen, wie greifbar ein Teilpassives Business überhaupt ist. Marcus: Ja, deshalb ist es so gut, dass man dann auch immer präsent ist, bereit ist. Ich mache auch alles mit, was an Interviewfragen oder Speaking so kommt. Du hast ja jetzt auch voll Feuer gefangen. Das finde ich cool. Und gebe auch immer gerne Sachen dann weiter, wo wir dann nicht können oder weil so langsam ja immer mehr auf uns aufmerksam werden und vor zwei Wochen haben wir dann auch eine coole Begegnung gehabt hier an der University of Bangkok beim Entrepreneurship Fachbeirat. Keine Ahnung. Mit denen sind wir dann irgendwie connected worden. Also es zieht gerade immer weitere Kreise. Vielleicht machen wir mit denen was zusammen zur GLOBAL im März. Das auch so dieses klassische Unternehmertum, was ich ja auch noch an meiner Uni da im BWL-Studiengang gelernt habe, was so praxisfern gewesen ist, dass die so die ersten Schritte jetzt auch Richtung Amazon Selling machen oder anderen Businessmodellen, die absolut greifbar und realisierbar sind. Ich glaube, die meisten wissen es einfach nicht. Bastian: Ja, deshalb hat der Günter Faltin das ja auch überhaupt erst alles gestartet. Der war ja auch BWL Dozent oder Dozent speziell in Berlin für Entrepreneurship und hat dann auch eben irgendwann eben gesagt: Warum soll ich das unterrichten, wenn ich davon in der Praxis überhaupt keine Ahnung habe. Und so ist dann eben das Ganze entstanden mit der Teekampagne und Du siehst ja, was daraus geworden ist, ne? Marcus: Ja, ja, ja. Richtig, richtig fett! Ja, ich denke mal, das war die längste Folge ever bis jetzt. Wir sind jetzt bei 1 Stunde 16 Minuten. Wenn die Hörer noch nicht eingeschlafen sind, vielleicht für die letzten drei, die noch am Start sind, was sind so Deine nächsten Pläne in den nächsten paar Monaten? Speziell mit Officeflucht, businessmäßig oder auch privat? Bastian: Also erstmal, wie gesagt, fahren wir gemeinsam mit der Nomad Cruise nach Brasilien. Mein Ziel für’s nächste Jahr ist auf jeden Fall noch so ein paar Speaking Gigs zu bekommen und ein Ziel, das ich auf jeden Fall habe ist, ich möchte irgendwann - ich sage mal irgendwann ist eigentlich voll schlecht das so zu formulieren, aber - ich möchte irgendwann auf jeden Fall auch mal einen TEDx Talk halten. Marcus: Cool! Bastian: Und für’s nächste Jahr ist geplant einen Onlinekurs zu der ganzen Amazonsthematik, also ganz idiotensicher von Schritt 1 bis zum letzten halt, wie man das dann 1 zu 1 umsetzen kann. Da muss ich mich bestimmt auch für locker drei Monate einschließen, sonst mache ich das nicht, aber ja. Ich möchte das auf jeden Fall angehen jetzt, sobald ich zurück bin und dann wie gesagt, eben auch so ein paar Mastermind Days und auch Workations mit Schwerpunkt Amazon. Also quasi so ne Art Amazon FBA Bootcamp, sodass man dann zum Beispiel sagt, für ne Woche oder für zehn Tage, sodass Du eine vernünftige Zeit, die theoretisch auch Leute in Anspruch nehmen können, die berufstätig sind. Also nicht irgendwie ein ganzer Monat Workation oder so, sondern so ne Woche ungefähr bis zehn Tage, dass man den Leuten sagen kann, da gehen wir auch alles durch, was mit Amazon zu tun hat und Du fährst nach Hause mit ner Art Hausaufgabe und weißt, wir beschließen dort quasi schon, welchen Produkten Du Dich annehmen solltest. Sodass jeder quasi mit nem festen Plan nach Hause fährt. Marcus: Saucool! Ich merke schon, Du bist voll on Fire. Wir sind’s ja auch noch, Feli und ich. Denn das ist irgendwie das geilste was es gibt. Diese unternehmerische Freiheit das erste Mal ausleben zu können und nicht mehr um Erlaubnis fragen zu müssen. Das hat voll lange bei mir gedauert bis ich das mal gerafft und realisiert habe. Bastian: Ja und was auch alles daraus entsteht ne? Also es ist echt wie so ein Schneeball, der ins Rollen kommt. Marcus: Hm, ja cool! Ich freue mich, wir sehen uns ja schon in, keine Ahnung, eineinhalb Wochen dann in Gran Canaria und... Bastian: 12 Tage. Marcus: 12 Tage, geil! Und dann sind wir ja erstmal auf der Cruise zusammen nach Brasilien. Das wird bestimmt auch noch mal super inspirierend mit den ganzen anderen Digitalen Nomaden. Die Köpfe zusammenzustecken. Bastian: Ja super geil, auch weil es internationales sind. Marcus: Ja absolut, das ist auch nochmal so ein neues Level, was wir ja jetzt angegangen sind mit der DNX GLOBAL und einfach nicht mehr zu stoppen. Es ist einfach zu geil. Bevor wir uns jetzt hier zu lange selber feiern… (beide lachen) Vielen Dank für Deine Zeit! Bastian: Ja, danke Dir Mann! Dank Dir für die Einladung und es hat echt mega Spaß gemacht. Marcus: Sehr gerne. Hau rein Basti! Wir sehen uns. Bastian: Hau rein, bis dann! Marcus: Bis dann! Jo Leute, das war auch schon wieder eine neue Folge der LIFE HACKZ Show. Heute mit Basti Barami von officeflucht.de. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann hinterlasst mir doch einen Like bzw. eine Rezension auf iTunes. Ihr könnt mir aber auch gerne einen Like hinterlassen auf meiner Facebook-Seite. Das ist www.facebook.com/lifehackzshow oder ihr sucht da einfach nach LIFE HACKZ. Ich freue mich über jegliche Interaktionen, über Feedback von euch. Schreibt mir ne E-Mail an marcus@lifehackz.de, wie euch die Sendung gefällt. Was ich noch anders, was ich noch besser machen kann. Das hält die Show am Leben, das hält ich am Leben. Ich brauche euch, ich brauche euer Feedback! Danke, dass es euch gibt! Danke, dass ihr mir ein Lebenszeichen gebt! Und viel Spaß bei allem, was ihr gerade noch macht. Peace & out! Euer Marcus. [/su_spoiler] [/su_accordion]

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    Jochen Metzger | Der glückliche Unternehmer

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait von Jochen Metzger Familienvater von 5 Kindern Gefragter IT-Trainer und Coach für Unternehmer Jochen ist selbst Unternehmer und Podcaster > "Der glückliche Unternehmer Podcast" Buchempfehlung Denke (nach) und werde reich (Napoleon Hill) - E-Book - Hörbuch - Buch bei Amazon Getting Everything You Can Out of All You've Got (Jay Abraham) - E-Book - Buch bei Amazon The MasterMind Marketing System (Jay Abraham) - Hörbuch Tools & Mobile Apps Rechnungen online schreiben mit www.smoice.com NetMemo LastPass Password Manager & Secure  Kontaktdaten Website: www.der-glueckliche-unternehmer.de Facebook LinkedIn Xing   Podcast in Textform Norman Glaser: Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass du wieder dabei bist. Hier ist Norman von MARKENKONSTRUKT.FM. Mein Interviewgast heute ist Jochen Metzger. Jochen, vielen Dank für deine Zeit und die Zusage zu diesem Interview. Bist du ready für diesen Talk? #00:00:34-2# Jochen Metzger: Definitiv ready, Norman und ich freue mich sehr heute bei dir sein zu dürfen. #00:00:40-8# Norman Glaser: Sehr cool. Weil das ist im Grunde, wie soll ich sagen, wir tauschen uns quasi gerade aus, denn du hast mich eingeladen, #00:00:50-6# Jochen Metzger: Ja. #00:00:50-9# Norman Glaser: Zu einer Folge, die bei dir in deinem Podcast, du bist nämlich ein Podcast-Kollege, was mich besonders freut, #00:00:56-3# Jochen Metzger: Mhm (bejahend). #00:00:56-4# Norman Glaser: Erscheinen wird. Dein Podcast heißt "Der glückliche Unternehmer Podcast". #00:01:00-8# Jochen Metzger: Absolut. #00:01:01-4# Norman Glaser: Und ich habe mir gedacht, ich lade dich einfach auch ein als kleines Dankeschön für deine Einladung. (lacht) #00:01:07-6# Jochen Metzger: Ja, das ist doch wunderbar. #00:01:09-3# Norman Glaser: Aber vor allem, weil du natürlich unglaublich Erfahrung auf diesem Gebiet hast und ich denke, dass unsere Zuhörer hier bei MARKENKONSTRUKT.FM davon echt profitieren können. Lass uns loslegen und stelle dich doch vielleicht kurz selber vor und erzähle uns ein bisschen über dich als Person. Wer ist der Jochen privat und was ist dein Business? #00:01:29-9# Jochen Metzger: Ja, also ich bin Jochen tatsächlich und im Wesentlichen zeichnet mich eigentlich aus, dass ich Familienvater bin von 5 Kindern. 2006 bin ich in eine ziemliche Krise gekommen, wurde von meinen Kindern getrennt und habe mich seitdem wieder aufgerappelt und bin sozusagen tätig im technischen Bereich. Ich führe Projekte durch, bin sehr gefragter IT-Trainer im technischen Trainingsbereich und meine Leidenschaft ist, sind die Unternehmer und Coache dort eben auch Unternehmer, die in ihrem Leben weiterkommen wollen, in ihrem Business weiterkommen wollen und bei mir ist ganz stark der Fokus darauf, dass ich möchte, dass Unternehmer nicht nur erfolgreich sind, sondern eben auch glücklich. Und das ist für mich eine ganz, ganz wichtige, ja eine wichtige Botschaft oder auch ein wichtiger Kern im Coaching, das ich mit Unternehmern mache. Einfach das herauszuarbeiten, wann bist du eigentlich als Unternehmer glücklich? Was gehört dazu? Und das ist für jeden anders. #00:02:30-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). Warum glücklich? Warum stellst du glücklich so in den Fokus? #00:02:36-4# Jochen Metzger: Ja also ich sehe es halt einfach so, dass man als Unternehmer einfach, man fängt irgendwann an, je nachdem, manche fangen an als Selbständiger, entwickeln sich dann weiter und es werden immer mehr Aufgaben und ich bin eigentlich meistens mit einem bestimmten Ziel angetreten, was ich erreichen wollte. Also mancher hat die Motivation, ach nee ich möchte jetzt nicht mehr für jemand arbeiten, möchte mich frei fühlen und dann kommt man in so eine Maschinerie rein, das heißt, es wird immer mehr, man ist immer mehr beschäftigt, man hat immer weniger Zeit und dabei vergisst man sich dann selbst. Das Unternehmen wird größer, man hat mehr Verantwortung und dann ist es so, dass man oftmals nicht so organisiert ist, dass man das dann auch genießen kann. #00:03:18-4# Norman Glaser: Absolut ja. Da bin ich völlig bei dir. Also gerade im Zeitalter der Digitalisierung ist natürlich dieses Glücklichsein immer mehr gefährdet auch so durch die Medien. Sind es auch so Erfahrungen, die du machst in den Gesprächen mit den Unternehmern? #00:03:31-6# Jochen Metzger: Ja das ist das Eine, aber es ist auch ganz klare Definition und ganz klares Herausarbeiten, was ist eigentlich mein Job als Unternehmer? Wofür bin ich eigentlich zuständig und was ist etwas, was nur ich machen kann und niemand anderer. #00:03:47-2# Norman Glaser: Ja. #00:03:47-6# Jochen Metzger: Und dann hat es natürlich auch viel mit dem Persönlichen zu tun. Wo halte ich fest, wo habe ich Denkgrenzen? Wo sage ich, nein um Gottes Willen, wenn ich jetzt da nur in meinem Büro sitze und mich weiterbilde, was denken dann die Mitarbeiter? Als Beispiel. Oder wenn ich schon, da gibt es ja dieses schöne Buch "Um 13 Uhr mittags gehe heim". #00:04:07-6# Norman Glaser: Ja. (lacht) #00:04:08-5# Jochen Metzger: Und das ist auch der Punkt. Um Gottes Willen jetzt geht der nach Hause, was denken die Mitarbeiter? Das kann doch nicht sein. Und das sind eigentlich so Sachen, die sehr oft auch im Kopf stattfinden, das heißt, wir arbeiten sehr, auch ganz stark an diesen Mindsets, die jemand hat und gucken einfach in welche Richtung geht das und ganz klar zu gucken, was sind Fachaufgaben, was sind Managementaufgaben und welche Aufgaben habe ich als Unternehmer und wie kann ich da Schritt für Schritt hinkommen von der Situation aus, in der ich aktuell bin? #00:04:37-7# Norman Glaser: Ja. Kannst du so in einem Satz oder zweien sagen, WAS meine Aufgabe als Unternehmer ist? #00:04:43-9# Jochen Metzger: Ja natürlich. Also in erster Linie ist deine Aufgabe als Unternehmer die Wirkung nach außen und das Wichtige ist, dass du nicht an sozusagen nicht in, Entschuldigung, nicht IN deinem Unternehmen arbeitest, sondern AN deinem Unternehmen und ich vergleiche es immer so ein bisschen damit. Wie verwendest du deine Zeit? Ist es eine Aufgabe, die du abarbeitest oder führt das, was du tust, dazu, dass dein Unternehmen besser wird? #00:05:08-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:05:08-9# Jochen Metzger: Und da wir ja sozusagen auch nur ein bestimmtes Zeitkontingent im Monat haben, ist es einfach wichtig, dass man möglichst großen Hebel hier ansetzt. Und das Interessante ist ja, wenn ich das tue und wenn ich die Verantwortung eingehe und vorwärtsgehe, wird mein Unternehmen automatisch noch erfolgreicher. #00:05:28-7# Norman Glaser: Ja. Gibt es so, wenn du an die Unternehmer denkst und die Gespräche, die du ja auch in deinem Podcast führst, die ich ja regelmäßig konsumiere, gibt es da irgendwie so DREI Engpässe, die du sagen kannst, das fällt dir immer wieder auf. Daran stoßen sich die Unternehmer oder da reiben sie sich auf? #00:05:53-4# Jochen Metzger: Also es ist schwierig zu sagen, ob es wirklich DREI gibt, aber was mir auffällt, so im Wachstumsprozess oder was sehr, sehr schwierig ist für manche Unternehmer oder Selbständige ist, wirklich einen vernünftigen, guten Vertrieb aufzubauen. Und ich stelle es mir einfach immer so ein bisschen bildlich vor, das heißt, habe diesen Kanal, wo Aufträge reinkommen und der muss immer gut gefüllt sein. Also DER muss auch funktionieren, der muss auch ein System haben. Wie komme ich an neue Aufträge? Wer ist mein Zielkunde? Für was stehe ich und für was stehe ich nicht? Und oftmals haben Unternehmer eben das Problem, dass sie dann sagen, ja, aber was ist denn, wenn ich jetzt Aufträge nicht annehme, weil ich sage, das ist nicht mein Kerngeschäft? #00:06:33-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:06:34-4# Jochen Metzger: Vielleicht kommen dann keine neuen mehr. Ja. Und es ist einfach wichtig zu gucken, WAS sind die wichtigen Bestandteile und das ist natürlich in erster Linie auch der Punkt des Verkaufs. Das heißt, wenn ich keinen Vertrieb habe, wenn ich keinen vernünftigen Verkauf habe, dann kommen nicht kontinuierlich die Aufträge rein und dann plätschert alles so dahin und dann habe ich wirklich auch das Problem, dass ich sage, oh da kommt ein Auftrag, den sollte ich auf jeden Fall annehmen, weil wer weiß, wann der nächste kommt. #00:07:00-0# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:07:00-3# Jochen Metzger: Und das geht tatsächlich auch NICHT nur kleineren Unternehmen so und ich habe auch mit Unternehmern zu tun, die sagen, ich habe 30 Mitarbeiter, ich habe trotzdem dieses Problem, weil wir keinen vernünftigen Vertrieb haben. Denn es fällt auch in unserer Zeit einfach vielen schwer, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und einfach einen Menschen anzurufen und dann zu sagen, okay wie verkaufe ich es denn jetzt. Gut, das gilt jetzt für den Selbständigen und wenn man jetzt da ein bisschen größer denkt, zu sagen, wie kann ich denn jetzt diesen Vertrieb aufbauen. Das ist auf jeden Fall EIN entscheidender Punkt. #00:07:30-1# Norman Glaser: Mhm (bejahend). Kannst du sagen, wie die digitalen Medien oder welche Rolle die digitalen Medien jetzt speziell im Vertrieb dabei spielen? #00:07:39-9# Jochen Metzger: Ja ich sage mal, man kann es relativ einfach sagen, entweder mache ich Push-Marketing oder Pull-Marketing, das heißt, entweder sozusagen gehe ich nach draußen und sage, hier wie sieht es aus, wir und so und das ist sozusagen der klassische Punkt, wenn man jetzt zum Beispiel sagt, ich mache jetzt Kaltakquise. Ich freue mich drauf, wir haben demnächst Tim Taxis bei uns im Podcast. Aber in dem Fall zu einem ganz anderen Thema und oder ich sage halt, okay ich baue einen Kanal auf, wo ich einen WERT sozusagen vermittle. Das kann INHALT sein, das kann ein bestimmtes PAPER sein und wo derjenige sich schon informieren kann, bilden kann. Ein Beispiel wäre zum Beispiel, wenn ich jetzt eine Agentur wäre, könnte ich zum Beispiel ein Paper machen, Faktoren, auf die ich achten muss, wenn ich erfolgreich mit einer Agentur zusammenarbeiten will. #00:08:31-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:08:32-0# Jochen Metzger: Und das ist natürlich was, was ich dann rausgeben kann und so kann ich dann sozusagen meinen KANAL aufbauen und kann und das ist das Schöne am Digitalen, für MICH am digitalen Marketing, so wie ich es verstehe, ist, dass ich einfach dann einen Kanal habe, der an sich schon funktioniert. Den ich immer wieder feintunen kann und immer wieder sagen kann, okay, wo platziere ich das jetzt, mache ich GASTARTIKEL in anderen Blogs, gehe ich in andere Podcasts rein, mache ich Werbung dafür, mache ich Facebook Werbung? Und trotzdem habe ich dann schon einen funktionierenden Kanal, an den ich schrauben kann, wo zusagen MEINE KUNDEN schon reinkommen und das SCHÖNE ist, dass diese Kunden ausgewählt sind. Das sind Kunden, die mit mir zu tun haben wollen, die sind VORPOSITIONIERT, das heißt, diese Kunden WOLLEN mit mir sprechen, die wissen, dass ich für das, was ich tue, Experte bin. Und dann wollen die mit mir sprechen, dann sind die total glücklich. Und das ist ein völlig anderer Kunde als einen, den ich anrufe und sage, pass mal auf, wir sind hier xyz, willst du mit uns zusammenarbeiten? Und das ist einfach das Schöne, was ich sehe, was im digitalen Marketing passiert. Früher war es eben auch, dass das DIRECT Marketing, wo das auch eine Rolle gespielt hat, das hat sich jetzt ein bisschen natürlich im digitalen Bereich verlagert. #00:09:51-6# Norman Glaser: Was mir echt gut gefällt und da bin ich in großer Resonanz mit dir, ist diese Kombination aus Offline, Online. Also, dass ich sage, ich kann den klassischen Vertrieb, so wie wir ihn kennen, nicht komplett abschaffen, sondern ich ergänze den durch digitale Kanäle, durch ein cleveres Marketing. Ich schaffe einfach einen breiteren TRICHTER, um einfach zu mir zu finden. #00:10:17-1# Jochen Metzger: Ja oder auch #00:10:17-8# Norman Glaser: Das finde ich klasse. #00:10:18-1# Jochen Metzger: Einfach mehrere Säulen. Also der große Marketing- #00:10:22-2# Norman Glaser: Genau. #00:10:22-2# Jochen Metzger: Für mich Marketing-Guru, den ich LIEBE, also ich könnte tatsächlich den ganzen Tag nichts Anderes hören außer Jay Abraham. Der sagt einfach, pass auf, es gibt einfach verschiedene Säulen und ich wäre DUMM und ich wäre richtig regelrecht dumm, wenn ich nicht mehrere Säulen aufbauen würde. #00:10:38-6# Norman Glaser: Ja. #00:10:38-6# Jochen Metzger: Wenn ich nicht sagen würde, es gibt die Säule, es gibt die Säule, es gibt die Säule. Ein klassisches Beispiel ist zum Beispiel ist zum Beispiel in Amerika, da haben die, ich glaube Faxwerbung. War es Faxwerbung? Nein, es gab die ganzen, es gab so, wo man im Fernsehen Werbung gemacht hat und irgendwie gab es da Änderung und plötzlich sind die alle eingegangen. Die durften das nicht mehr machen und wenn ich mein Geschäft nur auf diesen einen Kanal aufgebaut habe, DANN habe ich ein Problem. #00:11:02-4# Norman Glaser: Ja. #00:11:02-4# Jochen Metzger: Dann habe ich ein richtiges Problem. Und so ist es genauso, was ist, wenn Google plötzlich seine Sachen ändert und ich mache aber nur AdWords? #00:11:10-0# Norman Glaser: Genau. #00:11:11-0# Jochen Metzger: Was ist, wenn ich nur Facebook Werbung mache und Facebook ändert was. Was ist, wenn ich nur Direct Marketing mache und die Post erhöht ihre Gebühr #00:11:20-4# Norman Glaser: Fatal. #00:11:21-0# Jochen Metzger: Um Faktor 10? Was ist, wenn ich, zum Beispiel ein klassischer Fall, meine Frau, die war im Vertrieb für Pharmabereich im Vertrieb und dann haben die dann einfach ihre, gab es da eine Änderung, so dass das keinen Sinn mehr gemacht hat, dass sie direkt zu den Ärzten gegangen sind. Das heißt, hier muss ich natürlich immer mit der Zeit gehen und gucken, was passt. Aber natürlich, wie du das auch sagst, es macht einfach Sinn sich breit aufzustellen, also nicht zu breit natürlich, aber einfach seinen Vertrieb auf mehrere Säulen zu stellen. Definitiv. #00:11:53-8# Norman Glaser: Ja. Und eine Säule und das ist eine Super Überleitung, ist natürlich das Thema Podcasten und das habe ich ja eingangs gesagt, würde ich gerne mit dir hier auch in dieser Show besprechen. Doch bevor wir dort hinkommen würde ich gerne noch ein bisschen mehr über dich erfahren. #00:12:07-4# Jochen Metzger: Gerne. #00:12:08-5# Norman Glaser: Gibt es ein Zitat oder gibt es irgendwie so einen Leitsatz, ein Lebensmotto, was dich so in deinem Leben begleitet hat? #00:12:15-9# Jochen Metzger: Also, es gibt einen neuen Satz, der mich begleitet #00:12:20-1# Norman Glaser: (lacht) #00:12:20-5# Jochen Metzger: Und der ist auch von einem sehr bekannten deutschen oder schweizer oder lichtensteiner Coach, ich habe jetzt leider den Namen vergessen, der gesagt hat, "die Qualität der Gedanken", jetzt muss ich kurz überlegen, "die Qualität der Gedanken bestimmt die Qualität der Ergebnisse" und ich bin #00:12:40-8# Norman Glaser: Sehr cool. #00:12:41-8# Jochen Metzger: Großer Fan, ja, das ist einfach ganz fantastisch, weil ich einfach sage, HEY!, also jeder Mensch hat es in der Hand, gute Gedanken zu denken. Und es ist für mich etwas, was genauso dazugehört zum Leben wie Sport, einfach als Unternehmer sich zu trainieren, sich selbst zu trainieren oder auch mit einem Coach zusammen zu trainieren, einfach immer bessere Gedanken zu denken. Denn zum Beispiel, wir hatten die Unternehmerin Anke Domaske da, fand ich ganz, ganz faszinierend, die hat so eine Faser entwickelt aus MILCH und die sehr, sehr hautfreundlich ist und die hat gesagt, wir haben sie gefragt und so, haben Sie denn gar keine Angst, dass das nicht klappt? Und sie sagte, nein ich habe keine Angst, weil ich weiß, dass es funktioniert. #00:13:24-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:13:24-7# Jochen Metzger: Und das ist schön, das ist sozusagen, aber viele kennen vielleicht das auch. Man hat Zweifel, aber an diesem DING kann man arbeiten. Man kann eine positive Einstellung haben, man kann POSITIV in die Welt schauen und das ist wichtig, dass man seinen GEIST trainiert, dass man sich in eine positive Richtung bringt und dass man TAGTÄGLICH einfach diesen MUSKEL des Denkens trainiert, damit man dort immer besser wird. Denn der Verstand ist wie ein JAGDHUND und wenn man den auf das falsche Ziel schickt, dann zerfleischt der einen. Und dafür ist der Verstand da, der Verstand ist ein DIENER meiner selbst und es wichtig, dass ich den in die Richtung schicke. #00:14:04-3# Norman Glaser: Ja. Jochen, was mir BESONDERS gut gefällt, ist, dass es von INNEN kommt. Also, wenn man sich so alles um sich herum, ob privat oder geschäftlich anschaut, dann kommt meistens der IMPULS vielleicht von außen, aber die VERÄNDERUNG findet immer von INNEN statt. Wenn ich mir eine Zelle anschaue, fängt die Veränderung von innen, vom Zellkern aus statt. Also ist ein großartiges Zitat. Gab es denn in deinem LEBEN mal so einen Moment, wo du es richtig schwer hattest, wo du vielleicht für dich so ein BESONDERES LERNEN erlebt hast, so ein besonderer Moment einfach, wo sich für dich was geändert hat? #00:14:45-3# Jochen Metzger: Ja also ein sehr starker Moment war natürlich für mich die Krise, in der ich 2006 war. Also ich habe alle Zeichen irgendwie nicht gehört und ich habe es auch, kann es mir bis heute auch nicht erklären, wo meine Frau sich dann von mir getrennt hat und ich habe sehr viel gearbeitet davor und ich hatte einen GLAUBENSSATZ in meinem Kopf, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die hieß, falls ich mich mal trennen sollte, will ich mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen. Und ich bin das beste Beispiel dafür, dass sich selbst erfüllende Prophezeiungen funktionieren, #00:15:16-5# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:16-7# Jochen Metzger: Weil genau, das habe ich dann auch gemacht und ich habe VIEL mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht, ich habe die Kinder in den Mittelpunkt meines Lebens gerückt, was ich vorher nicht gemacht hatte und das war für mich ein sehr, sehr, sehr großer Lernerfolg und ich bin bis heute total dankbar dafür, weil meine Kinder auch sagen, damals warst du, davor warst du kein Vater. Ich bin eigentlich erst mit 36 Vater geworden, da war meine jüngste Tochter aber schon 8 und ich glaube der älteste 12 oder 13 #00:15:43-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:44-0# Jochen Metzger: Und das war für mich ein sehr, sehr, also ein schmerzlicher Moment auch, aber auch sehr positiv, weil daraus ist dann auch alles Weitere entstanden. #00:15:54-9# Norman Glaser: Wow. Also vielen Dank auch für die persönlichen Einblicke. Gab es auf der anderen Seite auch so einen AHA-Moment, so ein Gamechanger für dich, einfach ein unglaublicher Moment, vielleicht auch so in deinem Business, wo du gesagt hast, wow, das ist jetzt genau mein Weg? #00:16:11-0# Jochen Metzger: Also das mit genau mein Weg, da tue ich mich ja immer ein bisschen schwer, weil ich habe für mich vor einiger Zeit herausgefunden, dass meine LEIDENSCHAFT immer dort ist, wo meine BEGEISTERUNG ist und das kann aber #00:16:21-5# Norman Glaser: (lacht) Sehr gut. #00:16:22-2# Jochen Metzger: Auch wechseln. Und es ist so, das hat mich sehr erleichtert, muss ich sagen, weil ich immer so dann, du brauchst jetzt DAS EINE DING, was dann und da musst du dich spezialisieren und DAFÜR musst du stehen und jetzt gehe ich immer sozusagen dahin, wo die Energie ist und was ich für mich tatsächlich festgestellt habe ist, dass ich auf eine Art vielleicht anders bin und das möchte ich auch JEDEM ich möchte auch jeden dazu ERMUTIGEN, das auch für sich zu erkennen. Also es gibt Menschen, die sind mehr gefühlsgesteuert, andere sind mehr visuell. Ich bin ein stark gefühlsgesteuerter Mensch, ich muss mich immer WOHLFÜHLEN, das ist wichtig und ich finde es einfach auch wichtig für sich immer zu gucken, da gibt es Patentrezepte dort draußen, das heißt, man macht #00:17:04-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:17:04-8# Jochen Metzger: Die Dinge so oder so und wenn du ein Online Business machen willst, dann musst du das so und so und so machen. Und man muss für sich immer gucken, ist das etwas, was zu mir PASST, ist das so wie ich es gerne haben möchte oder möchte ich es vielleicht in irgendeiner Form verändern. Ich bin zum Beispiel SUPER schlecht darin, einfach Dinge zu tun. Also so wie irgendwie eine E-Mail zu schreiben oder #00:17:27-5# Norman Glaser: (lacht) #00:17:28-3# Jochen Metzger: Irgendwas fertig zu machen, was dann so banal ist, so ein Einstein-Dinge, Sachen durchdenken, über Probleme reden, Lösungen finden, liebe ich. Aber so einfach Sachen, die fallen mir total schwer oder mal Website erstellen oder so. Nicht, dass ich es nicht kann, ich weiß wie es geht, aber da drücke ich mich, das geht nicht und so. Und ich habe es für mich ein bisschen dadurch gelöst, dass ich viele Sachen jetzt einfach abgebe und dass ich einfach jemand habe in meiner Assistentin als ein Beispiel, die mir ganz, ganz viele Sachen abnimmt. Ich muss mich nicht mehr um die Post kümmern, ich brauche mich um bestimmte administratorische Sachen nicht kümmern, ich habe bestimmte Projekte, die auf Autopilot laufen, wo zum Beispiel eben ich Geld verdiene, obwohl ich nichts mehr damit zu tun habe, sondern das macht der Administrator und das macht meine Assistentin, die, das System habe ich einmal aufgesetzt, wie, wann, wo berichtet wird und das LIEBE ich und das ist das, wo ich sozusagen auch immer mehr hin will, das immer mehr in mein Leben zu bringen. Denn als Unternehmer ist es einfach wichtig, dass wir die ZEIT und die Muße und einfach die Möglichkeiten haben von draußen einfach draufzuschauen #00:18:35-5# Norman Glaser: Ja. #00:18:36-1# Jochen Metzger: Und dazu brauchen wir, ist für MICH total wichtig, dass ich auch die Ruhe habe und mein wichtigster Leitsatz ich eigentlich, ich möchte die Dinge einfach immer in Ruhe machen können. #00:18:44-8# Norman Glaser: Ja. Ja und das große Thema Begeisterung, wie du es gesagt hast, im Privaten wie im Geschäftlichen die Dinge, die du mit Begeisterung tust, die werden gut. Also FAMILIE begeistert dich, dein BERUF, deine Berufung begeistert dich. Ich meine, das sind ja schon Privilegien, die man hat. #00:19:01-5# Jochen Metzger: ABSOLUT, das sind totale Privilegien auch einfach immer wieder seinen Tag gestalten zu können, also immer wieder zu sagen, ah okay, jetzt probiere ich mal DAS. Also mein, ich weiß, ich muss ungefähr so FÜNF Stunden pro Tag produktiv arbeiten, dann ist okay so. Dann ist okay. So und jetzt hatte ich wieder, hatte ich mehr gemacht und jetzt merke ich so, oah! das passt schon wieder nicht so richtig. #00:19:26-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:19:27-3# Jochen Metzger: Und das ist immer wichtig für mich dann die Balance zu finden und das ist ein absolutes Privileg, wo ich auch sage, das habe ich mir auch erschaffen, aber gleichzeitig habe ich mir auch Chaos erschaffen #00:19:37-8# Norman Glaser: (lacht) #00:19:37-9# Jochen Metzger: Und ich habe zum Beispiel, war auf einer Schulung eine Woche und merkte dann, um mich rum brach so das Chaos aus und dann dachte ich, JA, das hast du dir erschaffen, das ist eine deiner nächsten Baustellen um die du dich kümmern musst. Wie kriegst du dieses Chaos los und da kommen wir natürlich wieder zu dem Punkt, zu sagen, es gibt ein Unterschied zwischen Delegieren und abgeben. #00:19:55-1# Norman Glaser: Ja. Den kannst du vielleicht gleich nochmal erzählen. (lachen beide) #00:19:59-8# Jochen Metzger: Das ist (unv.) #00:20:00-3# fantastisch. #00:20:01-4# Norman Glaser: Aber lass uns zurückkommen zum Podcast. Erzähle doch mal, ich habe glaube ich eingangs gesagt, ZWEI Jahre bist du schon dabei, du bist glaube ich bei über 90 Folgen? #00:20:13-9# Jochen Metzger: Ja. #00:20:14-1# Norman Glaser: Also du bist eigentlich ein alter Hase im Geschäft. (lacht) Ich habe ja auch schon mal im Podcast erzählt, dass die Amerikaner da VIEL weiter sind. Der amerikanische Markt, ich glaube über 200.000 Podcasts haben, also nicht Folgen, sondern unterschiedliche Podcasts. Erzähle doch mal, wie hat das bei dir angefangen, wie bist du überhaupt auf diese Idee gekommen und also wie baust du dein Podcast heute auf? Du machst es ja mit einem Partner zusammen, wenn ich es richtig verstanden habe? #00:20:46-0# Jochen Metzger: Genau. Also letztendlich habe ich lange mit mir gerungen, ob ich das mache und ich habe mir auch gesagt, wenn ich das machen MÖCHTE, DANN möchte ich das auch so machen, dass ich sage, das ist jetzt nicht eine Eintagsfliege, wo ich sage, ich mache das jetzt mal eben, sondern ich wollte, dass es auch etwas ist, wo ich mich VERPFLICHTE und sage, so das mache ich jetzt. #00:21:06-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:21:07-5# Jochen Metzger: Das mache ich jetzt und ich mache das jetzt bis zu meinem Lebensende, so ungefähr. #00:21:11-3# Norman Glaser: (lacht) #00:21:12-4# Jochen Metzger: Ja das ist jetzt so einfach, das ist jetzt Teil meines SEINS so. Das war mir wichtig. Und es war schon ursprünglich so gedacht als ein Vertriebskanal, um das Thema "der glückliche Unternehmer" weiter nach vorne zu bringen. Und wie haben wir es gemacht, also ich habe eben festgestellt, dass ich jemand bin, der gut funktioniert oder auch gut rüberkommt, wenn er mit anderen spricht, also sozusagen dieses INTUITIVE oder aus der Situation heraus, du stellst mir gute Fragen und ich gebe Antworten und jeder weiß, wenn ich irgendwo im Podcast bin, dass, wenn ich die gleichen Fragen gestellt bekomme, immer wieder andere Antworten rauskommen. #00:21:54-9# Norman Glaser: (lacht) #00:21:55-1# Jochen Metzger: Also und das ist das, was ich liebe. So ich bin jetzt nicht so derjenige, der irgendwie stundenlang irgendwas vorbereitet und dann das abliest und möglichst authentisch und so. Das ist nicht meines. Und dann habe ich überlegt, okay wie kannst du das machen? Und dann habe ich mit Achim gesprochen und gesagt, wie sieht es denn aus? Achim, hättest du Lust? Und er hat gesagt, ja ich weiß nicht und so, hm hm hm. Und er hat dann ja gesagt und dann haben wir damit angefangen und wir haben tatsächlich recht dilettantisch damit angefangen. Die oder einfach vielleicht gesagt, ich habe nämlich am Anfang immer den, das Jingle habe ich gesprochen am Anfang. #00:22:33-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:22:33-5# Jochen Metzger: So habe ich einfach reingesprochen, angefangen aufzunehmen, habe ich gesprochen und dann die zweite Sache, die ich gemacht habe, die mir von Anfang an immer wichtig war, weil ich habe ja zu Eingang gesagt, ich mag keine manuelle Arbeit, das finde ich ganz, ganz schrecklich. Und also manuell, dass man die Dinge, die sich wiederholen, immer machen muss und dazu verpflichtet ist, weil sonst geht es nicht. Dann habe ich mir überlegt, wie machst du das? Und ich habe von Anfang an ganz viel Automatisierung eingebaut. #00:23:03-0# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:23:03-5# Jochen Metzger: Das heißt, ich habe von Anfang an mich Stunden um Stunden herangesetzt, um Prozesse zu schreiben, WIE funktioniert das genau. Und ähnlich wie bei dir, was ihr auch gemacht habt, ist, ICH sitze wirklich nur da, eine halbe Stunde und podcast und der Rest ist der Rest. Das heißt, mein Aufwand zu podcasten, liegt in der Woche bei maximal eine Stunde, außer ich mache jetzt mehr, bin jetzt noch irgendwo zu Gast oder mache in der Woche mehr Folgen und der REST wird erledigt und das ist das, was mir von Anfang an wichtig war, um einfach das zu machen, was ich am besten kann, nämlich reden. #00:23:38-6# Norman Glaser: Sehr gut, ja. Man sieht, es funktioniert super, Jochen. (lachen beide) Hast du vielleicht für uns, für vielleicht auch gerade die, die so Podcast-Thema vielleicht gerade angefangen haben. Du weißt, wir sind jetzt auch erst seit 4 Monaten am Start. Hast du so irgendwie so 3 wertvolle Hacks, wie man einen Podcast so professionell wie möglich aufziehen kann? #00:24:02-8# Jochen Metzger: Also ich finde dieses Thema Positionieren beim Podcast total wichtig. Ich bin jetzt, wir sind jetzt nicht so super positioniert, aber ich liebe einfach das, was ich tue und ich finde "der glückliche Unternehmer" ist einfach der glückliche Unternehmer und fertig. #00:24:15-7# Norman Glaser: (lacht) Mhm (bejahend). #00:24:16-6# Jochen Metzger: Aber es gibt eben Podcasts, die finde ich auch ziemlich genial. Also zum Beispiel gibt es einen Podcast von einer Kollegin, die macht zum Beispiel einen Podcast über, wie man Webinare macht. Oder zum Beispiel eben die Spezialisten, die sagen, wie man podcastet, was man dabei beachten muss. So, #00:24:35-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:24:35-2# Jochen Metzger: Das sind die Spezialisten dafür und DANN habe ich eben diesen SCHÖNEN Effekt, dass Menschen, die das hören und genau verankern in ihrem Kopf, aha, okay, also, wenn ich Webinare brauche, mich da weiterbilden will und was wissen muss, dann kann ich dann doch da eine Anfrage stellen, die kann mir bestimmt helfen. #00:24:54-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:24:55-2# Jochen Metzger: So und dann ist sozusagen diese Verbindung da. Und das würde ich tatsächlich am Anfang, wenn man das KANN und wenn das einem LIEGT, direkt fest (unv.) #00:25:02-9# Was ist eigentlich das Ziel und der Zweck meines Podcast? #00:25:07-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:25:07-8# Jochen Metzger: Also sehr, sehr schön, Stefan Heinrich zum Beispiel ist Experte für, auch Kaltakquise, Verkaufen an Entscheider und der hat jetzt einen neuen Podcast, da geht es um Marketing. Und "Marketing ganz einfach" oder so ähnlich. #00:25:22-0# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:25:22-1# Jochen Metzger: Und das finde ich total faszinierend, weil der gesagt hat, ich habe jetzt den Podcast, der ist für Verkaufen an Entscheider, das ist der eine Podcast und den anderen Podcasts, da mache ich ein ganz anderes Thema. Das ist das un das Thema und das verknüpft der alles zu einem Gesamtpaket und dann passt das auch in den Marketingmix rein. #00:25:39-4# Norman Glaser: Mhm (bejahend). Okay, also Positionierung, das ist ja genau das, was ich ja auch immer empfehle, wenn es um das Thema MARKE geht. #00:25:46-3# Jochen Metzger: Genau. #00:25:47-6# Norman Glaser: Dann Zielgruppenorientierung. Also, dass du fokussierst. #00:25:50-3# Jochen Metzger: Ja. #00:25:50-5# Norman Glaser: Mit deiner Positionierung. #00:25:52-4# Jochen Metzger: Ja. #00:25:52-9# Norman Glaser: Okay? #00:25:53-1# Jochen Metzger: Ja. #00:25:53-3# Norman Glaser: Und der dritte Hack? #00:25:54-5# Jochen Metzger: Der dritte Hack wäre sozusagen für sich selbst herauszufinden, WAS kann ich gut und was kann ich nicht gut. Also ich bin tatsächlich, sehe das auch tatsächlich als guten Hack, wenn man sagt, okay, ich bin der, der podcastet, ich kann gut reden oder mir macht das Spaß mit anderen zu sprechen und den Rest will ich nicht machen und sich darum wirklich drum zu kümmern. Ich weiß es nicht genau, also wie viele Podcaster das selber machen und wie viele das alles outgesourct haben oder dass es jemand anderes erledigt. Das finde ich persönlich sehr, sehr wichtig. #00:26:30-7# Norman Glaser: Das ist ja ein. Sorry. #00:26:32-7# Jochen Metzger: Ja erzähl weiter. Mhm (bejahend). #00:26:34-5# Norman Glaser: Das ist ja im Grunde auch die große Frage. Wenn ich hauptberuflicher Podcaster bin und alles selber mache, dann muss ich damit auch irgendwie GELD verdienen. #00:26:43-0# Jochen Metzger: Ja. #00:26:43-8# Norman Glaser: Hast du dich schon mal damit beschäftigt inwieweit man DAS monetarisieren kann? #00:26:49-9# Jochen Metzger: Ja also ich, also das ist so. Ich weiß ja schon so langsam auch, was funktioniert. Also es ist einfach tatsächlich so, dass wir Gäste in der Show haben und diese Gäste, das weiß ich sozusagen, weil ich auch mit den Hörern spreche. Die haben dann zum Beispiel eben Angebote verwendet, benutzt, gebucht von diesen Gästen. Also das ist für mich eine Möglichkeit vorab mit diesen Gästen zu sprechen und zu sagen, wie sieht es aus? Können wir da einen Deal machen? Das mache ich auch, da fange ich auch inzwischen auch mit an beziehungsweise habe ich auch angefangen, DAS zu machen. Und dann kommt es einfach auch ein bisschen auf die Reichweite drauf an. Also wir haben zum Beispiel Leute, die laden unsere Action Sheets runter. Es gibt Leute, die gehen bei uns in den Newsletter. Dann über diesen Schritt, über den Podcast. ABER, du brauchst dann natürlich eine entsprechende Reichweite für und diese Reichweite aufzubauen, das dauert einfach seine Zeit. Ich würde es eher als Ergänzung sehen wollen. Also für mich ist es zum Beispiel, gibt es zwei Effekte, das eine, was ich definitiv weiß, ist, dass die Menschen, die meinen Podcast hören, mir vertrauen, dass sie das gut finden, #00:28:00-4# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:28:00-7# Jochen Metzger: Was ich mache. Dass sie das authentisch finden und dass das eine MÖGLICHKEIT ist sozusagen, mich als Person oder als Markt oder wie auch immer zu positionieren. Das ist das Eine. Das Zweite ist, für mich ist es auch eine gute Möglichkeit, das muss jeder halt gucken, um auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen, zu denen ich sonst keinen Kontakt hätte. #00:28:19-5# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:28:19-6# Jochen Metzger: Also, zum Beispiel. Eine Möglichkeit sich als Experte zu positionieren, ist, indem man mit anderen Experten spricht. Und das ist eine, für mich eine Plattform, so ein Podcast, wo das möglich ist, weil ganz ehrlich, also wir haben das ganze Interviewthema ist bei uns auch ein Prozess. Da kümmert sich meine Assistentin drum. Die sucht nach bestimmten Kriterien Podcast Gäste raus und schreibt die an und das FUNKTIONIERT. Das ist so, dass wir eher Zusagen kriegen als Absagen. Also 80 Prozent Zusagen, weil jeder natürlich sich freut, wenn er ein Publikum hat, vor dem er sprechen kann, über sein Produkt reden kann, über seine Ideen, seine Denke, seine Ansätze sprechen kann. Das wäre für mich ein zweiter Punkt. #00:29:05-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:29:05-6# Jochen Metzger: Was man von Anfang an bedenken muss, ist, was will ich damit erreichen? Und WIE will ich das erreichen. Und es ist nicht ganz einfach diesen Sprung hinzukriegen von einem Audiomedium hin zu, dass jemand eine Aktion macht, dass er wirklich dann hingeht und sagt, okay, ich trage mich jetzt im Newsletter ein oder ich rufe jetzt irgendwo an oder so. #00:29:25-1# Norman Glaser: Ja. #00:29:26-0# Jochen Metzger: Wenn man Coach ist zum Beispiel, macht es durchaus Sinn, ich weißt, dass der Thomas Reich das macht, dass der einfach auch seine Telefonnummer nennt im Podcast. Wenn ihr Fragen habt #00:29:34-9# Norman Glaser: (lacht) #00:29:35-1# Jochen Metzger: Über Coaching und so weiter, dann ruft mich an. Und ich weiß definitiv, dass es bei ihm halt funktioniert im Thema Business Podcasting. #00:29:43-7# Norman Glaser: Ja. Kannst du sagen, für WELCHE Unternehmen das vielleicht eine Ergänzung im Marketing Mix ist? #00:29:50-7# Jochen Metzger: Also #00:29:51-3# Norman Glaser: Also ist das #00:29:52-1# Jochen Metzger: Ja es wäre immer dann eine Ergänzung, wenn es wichtig ist, ein gutes Vertrauen aufzubauen. Also das Vertrauen mit meiner Zielgruppe aufzubauen und ich kann es im Mix ja auch verwenden, das heißt, ich könnte, wenn ich im Newsletter bin, könnte ich noch (unv.) #00:30:05-1# verwenden. Wenn ich in Facebook bin, Kampagnen mache, zu sagen, schaut doch mal hier rein, hier habe ich nochmal ein Thema, also in der Zweitverwertung. Ich könnte es eben auch verwenden, wenn ich bestimmte Gäste habe als zusätzliches Material, wenn ich in die Vermarktung gehe. Das heißt, ich kann es wirklich auch nutzen, gezielt, um Content zu produzieren, den ich vielleicht so schwierig produzieren könnte. Aber zurück zu deiner Frage, immer dann, wenn es wichtig ist, Vertrauen aufzubauen und eine ganz bestimmte Zielgruppe in einer Nische zu erreichen. #00:30:39-6# Norman Glaser: Ja. Super spannend. Wie kamt ihr auf die Idee, das zu zweit zu machen? Also ihr seid ja immer im Wechsel glaube ich in den Interviews und gar nicht zusammen in den Interviews oder? #00:30:51-5# Jochen Metzger: Ja also #00:30:52-6# Norman Glaser: Ich habe jetzt nicht alle 90 Folgen gehört. #00:30:54-3# Jochen Metzger: Ach so okay. Hm hm. (lachen beide) #00:30:57-1# Norman Glaser: Ich arbeite aber dran. #00:30:58-1# Jochen Metzger: Das ist schon mal ein K.O. Kriterium. Nein, also Spaß beiseite. Also es ist so, dass wir am Anfang immer Themen zu zweit gemacht haben und dann muss ich ganz ehrlich sagen, irgendwann gingen uns so ein bisschen die Themen aus und ich hatte aber noch keinen Prozess am Start, wie wir das mit den Interviewgästen machen und ich bin, da ich das eben nicht gut kann, das liegt mir nicht, irgendwie Leute anzuschreiben so, also diese Tätigkeit immer und immer, immer wieder zu machen, habe ich da einen Prozess entwickelt und das funktioniert, das heißt, wir kriegen immer einen konstanten Strom von neuen Gästen. Bei mir sieht das dann so aus, ich mache meine E-Mail auf und sage, ah! dann und dann ist der und der Gast da. Wunderbar. Mehr habe ich damit nicht zu tun, erstmal im ersten Schritt. #00:31:40-5# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:31:40-4# Jochen Metzger: Und manchmal sage ich halt auch, okay den und den Gast möchte ich haben und dann stellen wir eine Anfrage. So und es hat mehrere Gründe, warum wir das zu zweit machen. Und das muss man eben auch gucken wie das funktioniert. Für mich stand tatsächlich Pate "Sanft und sorgfältig". #00:31:59-0# Norman Glaser: (lacht) #00:31:59-6# Jochen Metzger: Ich habe mir gesagt, ich möchte eigentlich sowas mal wie "Sanft und sorgfältig", aber für Business. #00:32:04-0# Norman Glaser: Mhm (bejahend). Klar. #00:32:04-6# Jochen Metzger: Und die Idee war so ein bisschen das erweiterte Wohnzimmer zu haben, dass wir quasi dort mit anderen sprechen, ganz entspannt und andere hören zu. Und so erlebe ich das auch bei "Sanft und sorgfältig", die quatschen einfach da und reden miteinander und zufällig hören auch andere Leute zu. Und das war das FORMAT. Und einfach aus dem heraus geboren, weil ERSTENS finde ich es gut, dass man einen festen Termin hat, wo man sagt, okay ich mache das jetzt. Es geht nicht anders, ich habe um 15 Uhr den Termin, dann kommt der Achim und dann geht es los. Manchmal sagen wir, ach komme, heute müssen wir ein bisschen Mastermind noch machen, das ist eigentlich morgen geplant, dann verschieben wir auf morgen. Aber das ist sozusagen die Verpflichtung, wenn jemand Probleme hat, Dinge regelmäßig zu tun, ist eine Verpflichtung natürlich immer gut. Und das zweite ist, dass ich es einfacher finde mit anderen zu sprechen. Wenn man jetzt einen Co-Host hat, dann kann man sich die Bälle ein bisschen zuwerfen. Achim lacht immer, wenn ich zu ihm sage, und Achim, was sagst du dazu? #00:33:01-1# Norman Glaser: (lachen beide) Genau. #00:33:02-6# Jochen Metzger: Na super. War klar, dass das wiederkommt. Und das Zweite ist, wenn du Gäste hast, dann hast du natürlich den Vorteil, dass du dir nicht alle Themen selber ausdenken musst. Das ist ein weiterer Punkt. Das wäre aber das Thema Gäste. Zurück zu dem Thema, warum Achim. Es ist einfach ein Format, was ich liebe, wenn man mit jemand redet und es kommt einfach auch sehr gut an. #00:33:23-9# Norman Glaser: Ja. Cool. Jochen. #00:33:30-3# Jochen Metzger: Nee, Norman. (lachen beide) #00:33:34-2# Norman Glaser: Ich wollte den Lacher hören. Wenn ich auf die Uhr schaue, würde ich gerne mit dir noch unsere BERÜHMT und berüchtigte quicke Q & A Session machen. #00:33:45-5# Jochen Metzger: Schön. #00:33:46-3# Norman Glaser: Ich würde dir ein paar Fragen stellen, auf die du vielleicht ganz spontan und schnell und kurz antwortest, sodass wir in kurzer Zeit möglichst den HÖCHSTMÖGLICHEN BENEFIT haben. Bist du ready? #00:33:57-3# Jochen Metzger: I'm ready. #00:33:58-0# Norman Glaser: (lacht) Was hat dich anfangs davon abgehalten Unternehmer zu werden? #00:34:04-8# Jochen Metzger: Puh! eigentlich nichts. Ich wollte immer schon Unternehmer werden. #00:34:07-2# Norman Glaser: (lacht) Welcher Moment oder Rat hat einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben und auf dein Business? #00:34:17-2# Jochen Metzger: Also eigentlich das Lesen des Buches von Napoleon Hill "Denke nach und werde reich". #00:34:22-1# Norman Glaser: Okay. Cool. Das packen wir auf jeden Fall in die Shownotes. Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, was du selbst einsetzt? Du hast ja gesagt, du automatisierst viel? Vielleicht hast du da so ein paar coole Hacks für uns? #00:34:35-5# Jochen Metzger: Ich verwende tatsächlich zum Rechnungschreiben SMOICE.COM. Was ich sehr gut finde, weil das kann ich mit dem Tool kann ich alles an meine Assistentin delegieren. #00:34:45-6# Norman Glaser: Okay. Welche 3 MOBILE APPS benutzt du am liebsten? Was ist auf deinem Startscreen auf dem Handy? #00:34:54-0# Jochen Metzger: Ich liebe Notepad, nein wie heißt das? Jetzt muss ich mal kurz gucken. Das heißt, oh! geht jetzt nicht so schnell. Das habe ich in meinem Startscreen, genau. NETMEMO PLUS verwende ich. Das ist für mich sehr, sehr wichtig und total existenziell, weil es mir ermöglicht mit meiner Assistentin zu kommunizieren und zwar NUR dadurch, dass ich den Knopf drücke, ihr eine Nachricht schicke, sie einen Task bekommt und der automatisch ins Ticketsystem geht. Das ist die eine App. #00:35:22-7# Norman Glaser: NETMEMO? #00:35:23-2# Jochen Metzger: NETMEMO PLUS heißt das. #00:35:25-3# Norman Glaser: Plus okay. #00:35:25-9# Jochen Metzger: Gibt es allerdings glaube ich nur für Android. Das Zweite ist LASTPASS, ist aber ein bisschen technisch, weil LASTPASS ist die Möglichkeit Passwörter online zu teilen. Das ist existenziell für mein Team. Weil ich ein virtuelles Team habe und ich kann sozusagen bestimmte Credentials, bestimmte Zugangsdaten einfach mit entsprechenden Teams teilen. WENN jemand das verwenden sollte, immer die Zwei-Faktor Authentifizierung einschalten, GANZ wichtig. #00:35:55-2# Norman Glaser: Ja. Okay. Haben wir schon 3? Nein. #00:35:59-9# Jochen Metzger: Und, äh! wir haben noch kein Drittes. Nummer 3 ist, was habe ich als Drittes? Wahrscheinlich meine E-Mail App. (lachen beide) #00:36:12-6# Norman Glaser: Okay du bist Android User, das habe ich jetzt schon rausgehört. Was für Musik hörst du, wenn du so sagst, ich brauche jetzt mal so einen kreativen Impuls oder so ein bisschen Entspannung? #00:36:24-1# Jochen Metzger: Was höre ich für Musik? Also ich höre sehr gerne Dubliners. #00:36:31-0# Norman Glaser: Dubliners? Okay, packen wir auch in die Shownotes. (lachen beide) Kannst du uns ein Buch empfehlen, was für dich so einen großen Mehrwert hatte. Du hast ja jetzt glaube ich schon zwei oder drei genannt. Aber gab es so DAS Buch, wo du sagst, das würde ich unbedingt empfehlen. Wie heißt das Buch und worum geht es da? #00:36:52-1# Jochen Metzger: Ich glaube das Buch heißt "The Slight Edge" und es geht darum, dass es eben wichtig ist, kleine Schritte zu gehen und dass man manchmal denkt, dass man nicht vorwärtskommt, aber wenn man kontinuierlich kleine Schritte geht, dann kommt man auch zum ZIEL. Und die Schritte kontinuierlich vorwärts zu gehen ist das, was einen nachher erfolgreich macht. #00:37:19-0# Norman Glaser: Ja. Super. Ja, vielleicht noch zum Schluss, kannst du uns noch einen Tipp mit auf dem Weg geben, bevor wir das Interview beenden und uns natürlich sagen, wie wir dich am besten erreichen können? #00:37:35-4# Jochen Metzger: Ein Tipp mit auf dem Weg. Ja, also ein Tipp mit auf dem Weg ist für mich, eine existenzielle Sache bei mir ist immer gewesen oder ist gewesen, eine Mastermind Gruppe zu haben. Bei mir ist das, dass ich zwei Mastermind Gruppen habe, in denen ich bin und zwar geht es einfach darum, dass man sich mit jemand, der verpflichtet ist, zusammen telefoniert zusammen skyped einmal die Woche und sagt, was ist das, was man bis nächste Woche erreichen will, was sind die Herausforderungen, was ist die eine Sache? Und das hilft mir sehr auf Kurs zu bleiben, auch mich auszutauschen. FINDEN kann man mich unter DER-GLUECKLICHE-UNTERNEHMER.DE und was mir sehr wichtig ist, wenn ihr feststeckt, wenn ihr merkt, ich komme nicht weiter, ich weiß nicht wie ich ein Problem lösen soll, biete ich ein ganz spezielles LÖSUNGS-COACHING an, das findet ihr unter UNTERNEHMER.LINK/COACHING, in einem ersten Schritt, 15 Minuten, die VÖLLIG kostenlos sind, gucken wir, ob wir da weiterkommen, ob ich dir weiterhelfen kann und das ist eine ganz tolle Möglichkeit, um einfach bei manchen Dingen weiterzukommen, wo ich vielleicht schon Monate feststecke. #00:38:44-4# Norman Glaser: Sehr cool. Jochen, vielen, vielen Dank. Wir verlinken alles in den Shownotes, auch wie wir dich am besten erreichen können. Und deine ganzen Empfehlungen und echtes Insides. Vielen Dank für deine Zeit und dass es geklappt hat und ich wünsche dir eine schöne Zeit. #00:38:59-8# Jochen Metzger: Sehr gerne, sehr gerne. Und euch viel Spaß in der nächsten Woche und Dankeschön, dass ich hier sein durfte. #00:39:06-1# Norman Glaser: Danke, Jochen. Bis bald! Ciao! #00:39:07-9#   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. 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    Anne M. Schüller | Expertin für digitale Transformation

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait zu Anne M. Schüller Managementdenker, Keynote-Speaker und mehrfach preisgekrönte Bestseller-Autorin und Business-Coach Europas führende Expertin für Touchpoint Management, Kundenloyalität und Empfehlungsmarketing Anne M. Schüller zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum 2015 wurde sie in die Hall of Fame der German Speakers Association gewählt Mehr als 20 Jahre lang hatte sie Führungspositionen in Vertrieb und Marketing verschiedener nationaler und internationaler Dienstleistungsunternehmen inne und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten Seit 2001 ist sie selbstständig tätig Zu ihren Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft Ihr aktuelles Buch ist: „Touch Point Sieg“ Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation Kontakt zu Anne M. Schüller Internetseite: www.anneschueller.de Kontaktaufnahme per Email: info@anneschueller.de E-Book Touch. Point. Sieg. Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation Hörbücher Touchpoints Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute Das Touchpoint-Unternehmen Mitarbeiterführung in unserer neuen Businesswelt   Podcast in Textform Der Markenkonstrukt Podcast. Wir machen Marken, Digital, Inspiration, Tipps und Impulse für Führungskräfte, Manager und Unternehmer zum Thema Digitale Transformation. Im Gespräch über digitale Markenführung von und mit Normen Glaser.   Norman spricht: Schön das Du wieder rein hörst. Hier ist Norman Glaser von MARKENKONSTRUKT.FM. Ich freue mich ganz besonders heute und bin auch ein ganz klein wenig aufgeregt, denn mein Gast ist Anne M. Schüller. Hallo Anne! Bist Du bereit für das Interview? Anne spricht: Ja, lass laufen. Norman spricht: Lass laufen, sehr gut. Anne ein kurzes Intro über Dich. Du bist Managementdenker, Keynote-Speaker und mehrfach preisgekrönte Beststeller-Autorin und Business-Coach. Du gilst als Europas führendste Expertin für Touchpoint Management, Kundenloyalität und Empfehlungsmarketing. Du zählst zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum. 2015 wurdest Du in die Hall of Fame der German Speakers Association gewählt. Mehr als 20 Jahre lang hast Du in Führungspositionen in Marketing und im Vertrieb in verschiedenen nationalen und internationalen Dienstleistungsunternehmen gearbeitet und mehrere Auszeichnungen erhalten. Seit 2001 bist Du selbstständig tätig. Zu Deinem Kundenkreis zählt die Elite der Wirtschaft und Dein aktuelles Buch, worüber ich mich ganz besonders freue und was hier gerade vor mir liegt, „Touch Point Sieg“ Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation, und das ist ja genau unser Thema hier im Podcast. Anne spricht: Ja. Norman spricht: Das war jetzt nur ein kleiner Überblick, Anne. Anne spricht: Ja das war schon gut gemacht. Norman spricht: Ich würde Dich bitten, vielleicht kannst Du uns ganz kurz was zu Dir als Person, also wer ist die Anne privat, erzählen und was Du so beruflich machst. Anne spricht: Also privat bin ich jemand der unglaublich neugierig ist und sein ganzes Leben lang neugierig geblieben ist und ja, ich hab so das Gefühl ich bin etwas vor meiner Zeit geboren, weil ich bin ja ein totaler Analogxinier und alles das, was jetzt passiert in der neuen Welt, Social Media und jetzt in der Digitalisierung und was auf uns zukommt, das ist so unglaublich spannend, dass ich eigentlich mein Leben nochmal sicherlich noch 50 Jahre weiter leben möchte, um all das noch mit anzukucken. Ja vielleicht bis zur, ganz spannendes Wort, die Singularität. In der Zwischenzeit habe ich ganz lange, ja im Vertrieb und Marketing gearbeitet und habe ein BWL Studium mit Schwerpunkt Marketing hinter mir, hab 15 verschiedene Jobs gemacht, hab lange im Ausland gearbeitet, bin bisschen durch die Welt getingelt und hab mich dann nach vielen vielen Aufgaben im Sales und Marketing bei internationalen Konzernen tatsächlich 2001 selbstständig gemacht. Norman spricht: Wow. Anne spricht: Ja. Norman spricht: Das ist doch mal ein bewegtes Leben. Anne spricht: Bewegtes Leben und so einen Lebenslauf den hat zu meiner Zeit kein einziges Unternehmen erfreut. Wenn man heute so einen Lebenslauf vorzeigt, dann finden das die Personalabteilungen durchaus interessant. Also es hat sich viel verändert und das ist auch gut so. Norman spricht: Ja, absolut. Anne spricht: Ja. Norman spricht: Stell Dir doch mal vor, Du bist auf einer Speednetwork-Party. Also man kennt das ja so, man ist auf irgendeiner Veranstaltung, Businessveranstaltung. Wie würdest Du … Anne spricht: Ist noch eben privat, hm? Norman spricht: Gibt’s auch privat? Anne spricht: Partnerschaftsbörse Norman spricht: Ja, ok. Darauf komm ich dann bei der nächsten Frage zurück. Anne spricht: Früher war da so ein Lämpchen auf dem Tisch. Norman spricht: Ja, genau. Oder Klingel. Anne spricht: Ja, oder Klingel. Aber ich hab das nie gemacht. Ich kenn das nur vom Hören Sagen. Norman spricht: Sonst hätte ich das als nächste Frage eingebaut. Nein, aber auf einer Businessveranstaltung geht es ja immer darum, in wenigen Worten zu sagen, was ist so die Einstellung oder die Positionierung. Jetzt war ich auf Deiner Webseite, hab so viele tolle Sachen gesehen. Wie würdest Du das in wenigen Sätzen zusammen erzählen? Anne spricht: Also ich helfe Unternehmen die Kunden besser zu verstehen. Und wie mache ich das? Ich verstehe mich als Advokat des Kunden, d.h. ich bringe den Blick und die Stimme des Kunden in die Unternehmen. Da würde man jetzt zunächst sagen, das ist noch gar nichts Besonderes, aber den Unternehmen gelingt es und den Menschen in den Unternehmen gelingt es eben oft nicht, genau das zu tun. Die glauben das sie kundenorientiert sind, wenn man aber die Kunden befragt, dann sind sie es nicht wirklich und ich komme eben, und das ist mein Luxus, völlig unabhängig z.B. auf große Veranstaltungen, ich arbeite ja als Speaker und kann dort auf der Bühne Klartext reden. Ja, ich bin oft die Einzige, die überhaupt dem Unternehmen mal klipp und klar sagen kann, was da heute überhaupt abgeht. Früher war so eine Bezeichnung Hofnarr, das war der Einzige der den Königs auch mal die Meinung sagen konnte, das musste natürlich nett verpackt werden, insofern sind meine Vorträge eben auch, ja, im wesentlichen Infotainment mit ganz viel Nutzwert. Norman spricht: Ja, absolut und der Blick durch die Augen des Kunden, ich sage immer, man mag dem anderen einen Kopf aufsetzen, ist ja so im Daylie Business, wenn man so will, gar nicht so einfach. Anne spricht: Aus zwei Gründen. Erstens, man wird natürlich Betriebsblind im wahrsten Sinne des Wortes und das zweite ist, in den Unternehmen darf man ja oftmals gar nicht Kundenorientiert denken, sondern soll sich an bestehende Abläufe halten. D.h. die meisten Unternehmen sind Prozessgetrieben und nicht Kundengetrieben, d.h. man macht sich durch festgelegte Prozesse das eigene Leben angenehm, schön und gut und rund und glatt und der Kunde soll sich in die von dem Unternehmen vorgedachten Abläufe fügen und der Kunde eben erlebt genau das oft als sehr sehr unbequem. Man klaut ihm Zeit auch dadurch, dass die Abläufe sehr kompliziert sind und das sind genau Dinge, die abgestellt werden müssen. Norman spricht: Ja. Was mir auch, Du bist ja auch im YouTube Kanal wunderbar vertreten, was mir in einem Video besonders auffiel ist, dieses Thema des Interesses für den Jagdprozess, den Kunden zu gewinnen. Anne spricht: Ja. Norman spricht: Aber wenn man ihn dann hat, ihn dann tatsächlich auch zu betreuen, nachhaltig zu betreuen und dann wirklich dort auch ein Erlebnis zu schaffen. Ob das jetzt ein Serviceerlebnis, ein Dienstleistungserlebnis ist, ist ja doch eine Herausforderung für ein Unternehmen scheinbar. Anne spricht: Ja, dahinter steckt also eine nach wie vor völlige falsche Management- oder Marketing Denken, auch mit falschen, ganz falschen Vertriebs- und Marketingmodellen im Hintergrund. Also wenn wir z.B. den berühmten Sales funnel nennen, der Verkaufstrichter, der im Vertrieb ja sehr aktuell ist, der reicht nur von der klassischen Liedgewinnung über das Verkaufsgespräch bis zum Abschluss und dann ist der Sales funnel zu Ende. Oder wenn wir den Buying-Cycle nennen, der umfasst wenigstens noch die Stammkundenbetreuung. Das Wichtigste allerdings, nämlich den Kunden bis zum Mundpropagandisten, Botschafter und Multiplikatoren weiter zu entwickeln, diesen Schritt sind die meisten Unternehmen noch gar nicht gegangen. Ja, wenn wir uns den Kaufprozess aus Kundensicht einmal ankucken, dann wir der Kunde sich vorinformieren und das tut er offline nach wie vor, ja, d.h. er spricht Experten in seinem Umfeld an und holt sich deren Meinung ein, aber die Kunden tun es eben hauptsächlich heute online. D.h. die gehen gar nicht auf die Webseite des Unternehmens um sich vom Unternehmen selbst informieren zu lassen, sondern die hören sich an, was andere Menschen an Erfahrungen mit dieser Marke, mit diesem Produkt, diesem Anbieter eben schon gemacht haben und dann geht der Daumen hoch oder der Daumen geht runter. D.h. man fällt oft schon durchs Rost, bevor das Unternehmen überhaupt eine erste Kontaktmöglichkeit hatte. Und im Be-to-Be kommt man nicht einmal auf die Shortlist, weil man eben, also der Interessent im Vorfeld zu viel Negatives vielleicht schon gehört hat. So, d.h. der komplette Kaufkreislauf des Kunden der beginnt mit Mundpropaganda und Weiterempfehlungen von Dritten, dann interessiert sich, dann darf sich das Unternehmen antreten, dann kommt es zum Ja und jetzt müssen die Unternehmen eben, jetzt müssen sie anfangen richtig gut zu werden, denn wenn der Kunde dann ein Stammkunde ist und er ist begeistert und die Geschäftsbeziehung ist vertrauensvoll und erlebt immer wieder Verblüffendes, Überraschendes, vor allen Dingen aber eine Spitzenleistung von Spitzenleistern, dann wird er die Mundpropaganda machen, die es braucht um neue Kunden zu gewinnen. D.h. der Kunde ist längst in einem anderen Kaufkreislauf unterwegs und die Unternehmen sind aber noch in diesen alten Verkaufsmodellen und das ist ein Gag, der derzeit sehr stark auseinandergeht. Norman spricht: Das deckt sich ja eigentlich auch mit der Aussage, die ich ja auch in meinen Blogbeiträgen immer schreibe, dass die Unternehmen glauben, dass das momentan, der ganze Digitalisierungswahn nenn ich es mal, nur ein Trend oder Hype ist, den man einfach nur abwarten muss oder vielleicht auch noch die Schädigung im Kopf so ein bisschen drin ist mit dieser New-Econemy-Blase, die das geplatzt ist. Lässt sich irgendwie eine Prognose ableiten, wo Du sagst, was passiert, wenn ich mich als Unternehmen heute dem Onlinethema nicht öffne? Anne spricht: Naja, zunächst muss man mal überlegen, wofür steht denn Digitalisierung, das ist natürlich jetzt im Moment ein totales Buzzword, Norman spricht: Ja. Anne spricht: Tschuldigung, was natürlich heutzutage fallen muss. Digitalisierung ist natürlich sehr sehr breit angelegt, dazu kann das ganze Thema Online gehören, dazu kann das ganze Thema Social Media gehören. In der Industrie sprechen wir von Industrie 4.0, also eine Digitalisierung von Produkten im Wesentlichen. Der Begriff ist sehr sehr umfassend. Was man sicher sagen kann, dass die Digitalisierung geht nicht mehr weg, weil sie den Menschen, sprich den Kunden Annehmlichkeiten bieten, das Leben besser machen, das Leben interessanter machen, das Leben schneller machen und immer dann, wenn der Kunde, der Nutzer, der User, wenn er irgendwo Vorteile sieht, dann springt er darauf. D.h. er möchte sich verbessern und das ist letztlich Evolution, da jeder der in irgendeiner Weise besser war als ein anderer hat sein Erbgut in die Zukunft bringen können und deswegen sind die Menschen so gut darin, das neue, dass interessant ist, eben auch aufzugreifen und wer da nicht mitzieht, der bleibt auf der Strecke und das ist ja schon sichtbar. Es gibt schon sehr sehr viele Unternehmen, die sind auf der Strecke geblieben, weil sie das Thema Digitalisierung als eine Blase angesehen haben oder als sekundär sichtig und ja, dann kommen die jungen wilden und die arbeiten nach dem Motto „Welche Branche hätten wir denn diese Woche?“, und oft genug haben die interessante Geschäftsmodelle. Norman spricht: Da gibt es ja diesen schönen Spruch „Früher haben die Großen die Kleinen gefressen“, „Heute fressen die Schnellen die Langsamen“. Würdest Du das genauso sehen? Anne spricht: Ja, den muss man noch weiterentwickeln, „Heute fressen die Digital-Fitten die Digital-Unfitten“. Norman spricht: Ja. Anne spricht: Das ist der Punkt. Norman spricht: Was ich auch sehr schön finde, in unserem Vorgespräch haben wir so über das Thema Offline/Online gesprochen und Du hast einen interessanten Satz gesagt, den ich sehr gut fand, dass dieses Brückenbauen stattfinden muss. Also ich muss natürlich auch einen Offlinezugang schaffen, wenn der Kunde das wünscht, aber ich muss eben auch den Onlinezugang schaffen. Anne spricht: Ja. Also man muss auch erkennen, wir haben eben heute nicht nur die digital Fitten da draußen, wir haben eben nach wie vor die digital Unfitten, ja, oder wenn man es anders sagen möchte, wir haben die Analogxinies, die ältere Generation, wobei alt nicht unbedingt zwangsläufig bedeutet, digital unfit und wir haben eben die digital Natives, ja, das sind die, die sind in einem digitalen Umfeld groß geworden. Wir haben die Y-ner, wir haben jetzt inzwischen natürlich die Generation Z. Ja, Dein Kind wird wahrscheinlich noch eine andere Generationenbezeichnung bekommen, die im Moment noch nicht ausgedacht ist. D.h. die sind in eine digitale Welt hineingeboren worden, die sind dort kultiviert worden, d.h. die sind ja ganz anders mit solchen Geräten in Verbindung gekommen, denen erschließen sich solche Geräte und alles Digitale erschließt sich denen intuitiv, während wir Analogxiniers, wir müssen dass alles mehr oder weniger mühsam lernen und im Hinterkopf haben wir immer „Um Gottes Willen, bloß nichts falsches machen, es könnte ja etwas kaputt gehen“. Ja, d.h. viele sind nach wie vor sehr vorsichtig wenn es um digitale Dinge geht und die Unternehmen haben heute noch beide Kundenkreise, die digital Fitten und die digital Unfitten, und die müssen für beide Kundenkreise, also zumindest wenn sie beide haben, auch noch beide Wege, den offline, den klassischen Offlineweg und natürlich den neuen Onlineweg anbieten. Und selbst die Onliner, die lernen inzwischen, es ist ganz schon cool manchmal offline zu sein, dass macht da ja irgendwie viel mehr Spaß, weil ich da meine Multi Sensorik und alles Sinnliche natürlich viel viel besser ausleben kann und das ganze wird, wenn man dann in die Handforschung kuckt, das ganze wird dann natürlich auch vom Hirn auch entsprechend belohnt. Also Offline-Aktivitäten werden vom Hirn viel stärker belohnt als Online-Aktivitäten, deswegen rutscht auch vieles heutzutage wieder in die Onlinegeschichte. Norman spricht: Ja. Wow. Interessant. Kannst du einem Unternehmen, dass sich so mit diesem ganzen Thema digitale Transformation beschäftigt, auf strategischer Ebene vielleicht so ganz grob drei Schritte an die Hand geben, wie man sich diesem Thema am besten nähern kann? Also wie man diesen Prozess vielleicht erst mal nur initiieren kann in seinem Unternehmen? Anne spricht: Ja, also der erste Schritt ist natürlich ein Verstehen. Ja, was bedeutet Digitalisierung. Digitalisierung bedeutet eben Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen, d.h. jeder Unternehmensbereich ist davon betroffen, das Marketing, der Vertrieb, die Produktion, der Einkauf, Personalwesen, jeder Bereich ist davon betroffen und es ist eben keine IT-Aufgabe. Ja, d.h. es muss das ganze Unternehmen durchfluten, man kann das nicht wie in einem klassischen Silobetrieb in einem Einzelnen Silo verorten, was ja heute nach wie vor sehr oft die IT-Abteilung ist, weil dann würden nicht die richtigen Dinge passieren. Die Einstellung ist, dass ganze Unternehmen muss sich digitalisieren, Jeder im Unternehmen muss die Digitalisierung verstehen, das ist der erste Schritt. Und der zweite Schritt ist, sich eben dann konkret zu überlegen, was brauchen denn meine Kunden? Weil im Rahmen von Digitalisierung muss ich natürlich nur das machen, was die Kunden, auch zukünftige Kunden, eben haben wollten und wofür die bereit wären ihre Stimmzettel, sprich die Geldscheine dann am Ende auch auszugeben. Und wenn ich diesen zweiten Schritt gegangen bin, dann geht es natürlich in die Umsetzung und da ist dann richtig viel zu tun. Norman spricht: Ja. Wir beraten ja auch ganz viele Unternehmen, auch große Konzerne. Es stellt sich immer wieder die Frage oder ich beobachte auch immer wieder, dass dieses digitale Thema eher so mit spitzen Fingern angefasst wird. Es wird gerne in die IT- oder Marketingabteilung geschoben, es werden vielleicht auch so In-House-Labs entwickelt, nur damit sich die Unternehmensführung jetzt nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigen muss. Ich frage mich, wer ist verantwortlich, also wer muss die Strategie führen, wie kann man das als Unternehmensführung an sich nehmen dieses Thema, wenn doch diese Berührungsängste da sind oder dieser Abstand zu diesem Thema da ist? Anne spricht: Also da sind wir bei einem ganz ganz großen Thema, dass nämlich abgesehen davon, dass wir in der Unternehmensspitze eben immer hauptsächlich noch Analogxinier haben, für die dieses Thema einfach ein Vorsichtsthema ist, weil sie es nicht verstehen und nicht intuitiv in dieser Welt zu Hause sind. Abgesehen davon, und das ist der Knackpunkt, das ist der eigentliche Knackpunkt, die Unternehmensstrukturen vor allen Dingen in größeren Unternehmen und speziell in Konzernwelten sind Unternehmensstrukturen aus dem letzten Jahrhundert. D.h. in den Unternehmen ist es oft so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Man arbeitet noch mit Organisationsmodellen, die in industriellen Zeiten richtig waren, also eine Teilung von Aufgaben, dass sich jeder spezialisieren konnte und die Prozesse, die nacheinander folgen dann zu einem Ergebnis führten. Die industrielle Zeit ist bis auf wenige Ausnahmen vorbei, es ist eine Wissensgesellschaft, wir sind in einer digitalisierten Gesellschaft unterwegs und wir sind in einer Netzwerkgesellschaft unterwegs, d.h. seit Anfang dieses Jahrhunderts hat sich da draußen die Welt das Business in Netzwerken organisiert und das wird in den Unternehmen noch kein bisschen abgebildet. Wir haben da immer noch die alten Top-Down Strukturen, ja, ganz oben thront der Chef und darunter in Kästchen eingesperrt seine brave Gefolgsmann Schaft. Ja, der Chef ist von einer Ja-Sager-Wolke umgeben und darunter in Organigrammen tauchen die als Fußvolk meistens noch nicht einmal auf, sind dann die braven Mitarbeiter, die sich unten abrackern müssen, die abarbeiten müssen, was man sich oben ausgedacht hat. D.h. wir haben nach wie vor hier so eine Command-und Control-Struktur. Führungskräfte haben hauptsächlich die Aufgabe, das unten umzusetzen, was man sich oben ausgedacht haben und die Mitarbeiter dazu zu bringen, im Sinne des Unternehmens zu spuren. D.h. ich kriege entkräftete Mitarbeiter, die machen Dienst nach Vorschrift und mit solchen Mitarbeitern kann ich natürlich die Zukunft nicht erreichen, d.h. der erste Schritt wären, die Unternehmensorganisation, das Organisationsmodell und die internen Prozesse in Frage zu stellen und vor allen Dingen die Silos aufzureißen. Ja, und damit sind wir bei dem Punkt, Digitalisierung betrifft das ganze Unternehmen, das kann ich nicht in Silos verorten, weder im Marketing, schon gar nicht in der IT, sondern der Chef müsste als erstes sich neben sich setzen, einen Digitalbeauftragen, oder wie man den immer auch nennen möchte, der für das ganze Unternehmen für alle Bereiche zuständig ist. Und der muss dann auch Einfluss üben können in alle Abteilungen hinein, um die notwendige Digitalisierung, die passende und notwendige Digitalisierung auch voranzutreiben. Norman spricht: Ja. Anne spricht: D.h. ich muss Unternehmensstrukturen aufbrechen, ich muss Machtstrukturen aufbrechen und kein Manager würde eine Palastrevolution anzetteln, weil er würde die Äste absägen, auf denen er selber sitzt. D.h. das derzeitige Management hat ein riesen Interesse daran, dass die Konstruktionen so wie jetzt erhalten bleiben, weil dann behalten die Macht, dann behalten die Führungspositionen, dann behalten die die ganzen Privilegien, die sie dadurch haben. Deswegen ist das derzeitige Management nicht geeignet, das Unternehmen in die Digitalität zu führen. Ich spreche hier von großen Unternehmen Und jetzt passiert genau das, was wir sehen. Es werden an irgendeiner kleinen Ecke werden so Innovationlabs werden eingerichtet, die werden dann teilweise sozusagen aus dem Unternehmen rausgenommen, das sie nur ja nicht in diese Maschinerie eines klassischen Top-Down-organisierten Unternehmens mit der ganzen Bürokratie und den ganzen Prozessen und den ganzen Entscheidungswegen usw., dass sie nur ja nicht da reinrutschen, sondern das die für sich sehr schnell sehr agil etwas vorantreiben können. Und jetzt ist die Frage, dass, was diese Innovationlabs oder wie man die auch immer nennt, was die ausarbeiten. Jetzt muss es ja irgendwann ins Unternehmen zurückgereicht werden, was passiert dann damit? Und leider haben die tolle Ideen, haben tolle Konzepte und vieles davon bleibt in den Unternehmen auf der Strecke, weil dort diese Verharrungskultur nach wie vorherrscht. Norman spricht: Ist das nicht auch eine finanzielle Frage? Ich mein, ich muss ja zwei Strukturen parallel führen. Ich muss die alte hierarchische Struktur führen und das In-House-Start-Up eigentlich ja auch noch mitfinanzieren? Anne spricht: Ja. Norman spricht: Und ich kann sie ja nicht übereinanderlegen. Also die einen die mit ihren Turnschuhen durch die Abteilung rennen und die anderen, die mit Schlips und Krawatte ihren alten Strukturen nachhängen. Also, und das ist ja in vielen Unternehmen so zu beobachten, die dann wirklich solche In-House-Start-Ups führen. Ist das finanziell tragbar auf Dauer? Das funktioniert doch nicht. Anne spricht: Ja, die eine Geschichte ist sozusagen, da entstehen parallel zwei unterschiedliche Unternehmenskulturen, die nach wie vor in den Käfigen sitzen, die mit Anzug und Krawatte und Rahmengeräte jeden Tag zur Arbeit kommen müssen und in ihre trostlosen Büros gehen, ja in langen Fluren und alles ist grau in grau. Die schauen natürlich voller Neid auf die, die da jetzt in diesen Innovationslabs hocken und mit Turnschuhen und mit T-Shirts unterwegs sind und die ganze Zeit den Strahlemann machen, weil die eben auch die Rahmenbedingungen schaffen, die ein fröhliches Arbeiten ermöglichen, weil die haben eben verstanden, nur in heiteren Hirnen können ganz große Kreativsprünge gelingen. Und d.h., ich hab auf der einen Seite, ich nenn das die vergiftete Unternehmenskultur, das ist die Alte und auf der anderen Seite die lachende Unternehmenskultur, das ist die Neue. Und nur aus dieser lachenden Unternehmenskultur können kreative große neue kreative Konzepte entstehen, d.h. hier entstehen zwar unterschiedliche Unternehmenskulturen, das ist die eine Geschichte. Aber es gibt noch eine andere Sache, die ist noch viel viel ausbremsender und das sind eben die alten Mechanismen, eben den Unternehmen, gerade in den größeren Unternehmen, die aus Budgetrunden bestehen, die aus Zielvereinbarungssystemen bestehen, die aus Quartalsergebnisberichten bestehen und die vor allen Dingen auf kurzzeitige Ergebnisse zielen. Und solange ich kurzzeitige Ergebnisse im Blick habe, kann ich nur meine alten Produkte oder Dienstleistungen immer noch ein bisschen optimieren. Ich kann eine Sonderverkaufsaktion machen, ich kann schönere Farben machen, ich kann neue Verpackungen machen, ich kann also nur ein klein bisschen optimieren, schnelles Innovatiönchen hinbekommen um dann im nächsten Quartal Umsatzmäßig ein bisschen besser dazustehen und Budget und Ziel zu erreichen. Ja, d.h. die Unternehmen fokussieren sich auf was völlig Falsches, nämlich auf ihre Ziele und auf ihre Budgets und wenn man jetzt weiß, Ziele und Budgets, das sind Ratespiele. Ja das ist gar nichts was vom Markt herkommt, das ist zocken auf die Zukunft und dann geht es eben nicht darum, für den Markt das Beste zu tun, sondern, ja, bei diesen Ratespielen eine Punktlandung zu machen. Das ist völlig abstrus, was in Unternehmen stattfindet, aber die Unternehmen sind in diesen Mechanismus gefangen. So, und jetzt brauch ich eine Durchbruchinnovation, ja, die in der Regel auch durchdigitalisiert sein muss und das dauert, das ist eben nicht im nächsten Monat dann schon dann auf der Matte und das kann nicht im nächsten Quartal schon den Umsatzsprung hervorrufen und in dem Dilemma stecken die Unternehmen. Ja, d.h. Digitalisierung hat ja oft auch, wird begleitet von dem Schlagwort Disrupt und Disrupten und disruptiv und das bedeutet ich muss mein Geschäftsmodell völlig auf den Kopf stellen, was völlig anderes machen und sowas kann in einer laufenden Organisation nicht passieren und deswegen ist es kein Wunder, dass die richtig neuen Geschäftsmodelle von anderen Unternehmen kommen, von jungen Unternehmen kommen, die diese ganzen Hürden nicht haben, die diese ganzen alten Traditionen nicht mit im Bordgepäck schleppen, die vor allen Dingen leicht und agil unterwegs sind. Und die nicht in die Vergangenheit kucken, sondern in die Zukunft, weil die haben nichts zu verlieren wie die alten Manager, die haben nur etwas zu gewinnen. Norman spricht: Wie kann man, und das ist glaub ich die zentrale Frage, wie kann man es lösen? Wie kann man es schaffen oder ist am Ende das große Unternehmen der auch mittlere Unternehmen mit diesen gefestigten Managementstrukturen dem hilflos ausgeliefert und kann am Ende am Markt nur ein kleines agiles innovationskräftiges Unternehmen einkaufen, zukaufen? Ist es der Zukauf, der ein Unternehmen dann in Zukunft weiterbringt, wenn aus den eigenen Reihen nichts kommen kann, weil sich die Struktur sich nicht ändern lässt? Oder was kann man tun? Anne spricht: Ja, also der Zukauf ist natürlich eine Möglichkeit, ja. Den würde ich sogar favorisieren, weil dann eben auch nicht diese Neidkultur, ach die da eben, was weiß ich im Tom-XY Lab oder Lab ABC, die machen sich da ein tolles Leben und es kommt ja gar nichts bei rum, was uns jetzt hier umsatzmäßig hilft. Diese Neidkultur kann schon gar nicht entstehen. Ich würde also einem solchem Unternehmen eben, ja erst mal raten, schauen sie sich nach entsprechenden Zukäufen um und wenn man die derzeit erfolgreichen Unternehmen in der digitalen Szene sich ankuckt, in erster Linie Google und Facebook, die haben ja, selbst die haben genau das gemacht. Norman spricht: Ja die machen das. Anne spricht: All das was die Zukunft ihnen bringen soll, haben sie nicht aus eigenen Ressourcen heraus weiterentwickelt, sondern die kaufen sich in den Bereichen, die die interessiert, die besten am Markt und locken die an durch interessante Konditionen und dabei sprechen wir eben nicht nur über Geld und können so die nächsten Sprünge viel schneller vollbringen. Norman spricht: Ja. Anne jetzt haben wir uns verquatscht. Interviewleitfaden ist im Papierkorb gewandert. Nichts desto trotz möchte ich noch einmal einen kleinen Schwank auf Dich machen. Und zwar, ich beginne mein Interview immer mit einem Lieblingszitat. Gibt es für Dich so ein Erfolgszitat, was so Dich Dein Leben lang begleitet hat oder was bei Dir morgens über dem Spiegel hängt? Anne spricht: Mhh, also ich habe in Zitat, das mein Geschäftsbestreben ein bisschen auf den Punkt bringt, d.h. Service, Sales und Marketing heißt Menschen glücklich machen. Ja und wenn ich Menschen sagen meine ich eben im ersten Schritt die Mitarbeiter im Unternehmen, die müssen glücklich sein, denen muss es gut gehen, die müssen Freude bei der Arbeit haben um dann wiederum die Kunden glücklich machen zu wollen. Und glücklich das lässt sich jetzt natürlich in viele Bereiche lässt sich das aufschlüsseln. Ein Mensch ist glücklich, wenn er ein gutes Leben hat. Ein Unternehmer ist glücklich wenn sein Geschäft gut läuft. Ja, d.h. ich helfe dann den Kunden entweder ihr Leben zu verbessern um glücklicher zu werden oder ich helfe meinen Be-to-Be-Kunden erfolgreicher zu werden, im Business erfolgreicher zu werden, um dann glücklich zu werden. Also das wäre so das Zitat, was ich den Unternehmen auch gerne mit auf den Weg gebe. Norman spricht: Ist ja eigentlich auch das Urinteresse eines Unternehmers? Wenn wir so überlegen, damals der Schmied, der besonders gut Stahl schmieden konnte, der hatte da einfach eine Fähigkeit und konnte der Gemeinschaft Nutzen bringen. Und man hat so manchmal den Eindruck, dass es so bisschen auch aus dem Fokus geraten ist. Anne spricht: Ja, wir hatten natürlich leider eine sehr unglückliche Phase im Wirtschaftsleben, das war diese Geschichte Sharehoder Value, wo es vor allen Dingen darum ging, die Anteilseigner, also die Finanzierer eines Unternehmens gut dastehen zu lassen, die glücklich zu machen, ja, nicht den Kunden sondern den Anteilseigner und da hatten wir dann eben Gewinnmaximierungsstrategien, die berühmten 25 % Rendite, die das Unternehmen abwerfen sollte, um die Anteilseigner glücklich zu machen. Und diese Phase, diese sehr unglückliche Phase an der haben eben die klassischen Unternehmen, die traditionellen Unternehmen heute noch zu knabbern, weil sie eben aus dieser Denke heraus die ganzen Unternehmensstrukturen aus dem letzten Jahrhundert noch weiter mit sich herumschleppen. Und die jungen Unternehmer haben, ja die haben verstanden, wenn ich meine Kunden glücklich mache und wenn ich auch helfe die Welt ein bisschen besser zu machen, dann kann ich am Ende erfolgreich sein und Erfolg bedeutet dann eben nicht nur erfolgreich sein im Sinne von Millionen oder Milliarden zu scheffeln, sondern Sinn im eigenen Leben zu erkennen und altruistisch eben auch anderen und warum nicht, wenn es möglich ist, der Welt ein bisschen Gutes tun. Und ich erkenne selbst bei all der Kritik, die man haben kann, erkenne ich bei den jungen Menschen sehr sehr stark diese Denkrichtung. Ja, d.h. wir werden Unternehmen haben, die, natürlich ein Unternehmen muss Gewinne machen, aber eben jetzt nicht, das ist nicht der Unternehmenszweck und die Unternehmen die sehr viele Gewinne machen, werden diese Gewinne auch sehr stark der Welt zurückgeben, auf die eine oder andere Weise und ich denke da wird eine ganz neue Form von Kapitalismus entstehen, der sehr viel mehr auf teilen ausgelegt ist, der sehr viel mehr demokratische Strukturen hat und das ganze Netzwerk, das Social Web ist ja letztlich auf teilen, auf sharen angelegt und die Sharingmodelle, die haben jetzt im Moment natürlich auch ganz viel Zulauf. Norman spricht: Ja. Du hast gerade gesagt, den Kunden glücklich machen und hast auch von Marketing und Vertrieb gesprochen. Was mir so…. Anne spricht: Und von Service. Norman spricht: Und von Service, klar. Worauf ich nur hinaus möchte ist, ich habe auch die Beobachtung gemacht, es geht ja letztendlich darum, dass das Unternehmen seine Unternehmensleistung möglichst annähernd zu 100 % in den Markt kommuniziert oder transportiert und da ist ja auch eine Marketing- und eine Vertriebsabteilung notwendig. Was mir aufgefallen ist, warum arbeiten die in der Regel nicht so gut zusammen? Warum ist das immer so ein Konflikt? Anne spricht: Ja, wir haben hier Machtkonstruktionen, wir haben hier Machtkonstellationen, wir haben auch Incentive Programme. Ja, also Zielsetzungen in den Unternehmen, Incentive Programme, die sehr egoistisch ausgelegt sind, jeder will seine eigenen Ziele erreichen, jeder braucht ein maximales Budget um seine eigenen Ziele erreichen zu können. D.h. wir haben in den Unternehmen sehr stark auch ein Gegeneinander, wir haben speziell im Vertrieb haben wir nach wie vor Rennlisten, ja da rennen sozusagen die ganzen Vertriebsleute gegeneinander, statt zu verstehen miteinander kann ich viel mehr erreichen. D.h. ein Vertriebler würde auch nach wie vor seine besten Verkaufstricks am liebsten für sich behalten, um am Ende erster zu sein auf der Rennliste. Ja und ich sage, wenn es einem Unternehmen nur einer Betriebsorganisation gelingt, jeder Vertriebler schenkt seine allerbeste Idee, Vertriebsidee, die Umsatz bringt, schenkt er all seinen Kollegen. Und wir sprechen z.B. von 50, dann kriegt der 50 neue Ideen dazu, d.h. über das teilen wird man reicher und über das teilen wird man besser. Das wird aber in den Unternehmen noch gar nicht verstanden, weil eben dort sehr stark das Thema noch gegeneinander statt miteinander eine Rolle spielt und das betrifft eben sehr stark Vertrieb und Marketing, weil das Abteilungen sind, die nah beieinander sind, die zusammenarbeiten sollten, aber eben auf Grund der Unternehmen Strukturen eben genau das nicht tun und das kommt dann furchtbar beim Kunden an. Ja, also ich war kürzlich bei einem Unternehmen, da wurde Telekommunikationsunternehmen, ich habe den Namen jetzt nicht, da wurde der neue Marketingleiter vorgestellt, also der natürliche Feind der Callcentereinheit. Ich habe das gar nicht verstanden. Hinterher hat man mir das so erklärt, Marketing verspricht immer Dinge, die man dann im Vertrieb, sprich im Shop nicht halten kann und die armen Salesmitarbeiter, also die Agents, die Callcenter Agents die haben dann ständig die frustrierten Kunden im Ohr. D.h. das ist ein typisches Siloding, jeder macht sein eigenes Ding und vergisst ganz dabei, wie es den Kollegen dabei geht. So, und die nächste Geschichte ist jetzt die, also die meisten Unternehmen sind eben auf Neuumsatz fokussiert, d.h. die Vertriebsmannschaft das sind die Helden vom Dienst. Die werden gepampert, die werden richtig richtig mit Geld überschüttet und man vergisst in den Unternehmen alles was der Vertrieb tut kostet nur Geld. Bis der Kunde ja gesagt hat, hat der Kunde nur gekostet und hat noch gar nichts verdient, d.h. nach dem ja beginnt man in den Unternehmen endlich mit dem Kunden Geld zu machen, also am Kunden zu verdienen und was passiert, der Kunde wird zu B-Mannschaft weitergeleitet, das sind eben die Mitarbeiter im Innendienst, schlechter bezahlt, schlechter angesehen, müssen ihre Prozesse einhalten, dürfen nicht wie der Kunde will und wenn man als Kunde ganz viel Pech hat, dann kommt man sogar an eine C-Mannschaft. Wer ist das? Das sind externe Mitarbeiter in Callcentern, externen Callcentern, d.h. man ist jetzt Kunde, das Unternehmen verdient jetzt Geld und man ist es nicht einmal wert als Kunde, dass man von Mitarbeitern des Unternehmens bedient wird und pfleglich behandelt wird. D.h. es ist eine völlig falsche Denke, die da dort entsteht und solange wir diese Denke in den Unternehmen haben, haben wir nicht Kooperation, sondern wir haben eben den internen Wettbewerb mit allem, was schließlich dann beim Kunden ankommt und das ist mehr Frust als Lust. Und das Geschäftsmodell was Unternehmen heute haben sollten, wären eben den Kunden, den Bestandskunden zu begeistern, nicht nur, wenn man damit Geld verdienen kann, sondern weil dieser Bestandskunde, der begeisterte, eben der Vorverkäufer für neue Kunden ist. Und dies ist sozusagen Spiel über Bande, ja, dann ist der Vertrieb eben nicht mehr so wichtig, sondern dann geht es eben mehr drum den Service stark zu machen, dass der die Kunden begeistert, dass die Kunden dann eben Mundpropaganda Weiterempfehlungen machen, das ist viel glaubwürdiger als dass was die Unternehmen selber dem Markt erzählen. Ich glaube lieber denen, die die Erfahrungen schon gemacht haben, dem Dritten, dem Pier sozusagen, dem Menschen in meinem Umfeld oder online als dem Unternehmensvertreter und das sind eben neue Konstrukte, die die Unternehmen noch gar nicht verstehen, die alle nicht in die Tat umsetzen, ganz abgesehen von der Digitalisierung ansich. Norman spricht: Ja. Ist es nicht auch so, dass durch die Digitalisierung jetzt ein Stück weit auch die Marketingabteilung in eine Messbarkeit reinrutscht? Also der Vertrieb war ja anhand der Zahlen messbar. Eine Marketinganzeigenkampagne beispielsweise im Print war ja in der Vergangenheit nicht wirklich messbar, welche Leads wurden daraus generiert. Aber z.B. durch Onlinemarketing ist das ja jetzt alles abbildbar, also damit entsteht ja dann auch wieder so ein gewisser Wettbewerb. Anne spricht: Naja, also man muss jetzt erst mal überlegen, wofür steht denn überhaupt eine Marketingabteilung? Ja, also Marketing im ursprünglichen Wortsinne war ja eine auf den Markt, sprich den Kunden ausgerichtete Unternehmensführung. Und Marketing hat ja sozusagen fast alles von dem, was in dieser Definition steckt, verloren. Norman spricht: Verloren, ja. Anne spricht: Vertrieb gehörte ursprünglich mal zum Marketing. Die ganze Kommunikation gehörte ursprünglich mal zum Marketing, sogar Produktentwicklung gehörte ursprünglich mal zum Marketing. So Marketing reduziert sich jetzt, wenn man so will auf bunte Bildchen und klassische Werbung und noch ein bisschen rechts und links und genau das sind die Dinge, die der Markt immer weniger braucht. Ja man sieht es an der ganzen Bannergeschichte, an den Bannerblockern. Die Kunden wollen nicht mehr mit Werbung geflutet werden, die Kunden wollen kein Marketing oder kein Markenstalking. Die wollen sich selber die Informationen suchen von Menschen und dort, wo sie glauben auch wertvolle und wahre Informationen bekommen. D.h. das Marketing im klassischen Sinne gibt es gar nicht mehr. Ja, ich würde also weg vom Silo denken, dann eben auch Marketingabteilung in der Forma auflösen. Ich propagiere ja den Touchpointmanager, d.h. wir bilden hier die Reise des Kunden, die Costumer Journey durch das Unternehmen ab, in zick zack zwischen online und offline, so macht es der Kunde ja auch tatsächlich, d.h. ich kann keine Online- und keine Offlineabteilung separieren, sondern ich muss das alles synchronisieren, Costumer Journey mit den einzelnen Touchpoints und jeder Touchpoint muss jetzt optimiert werden, über Abteilungsgrenzen hinweg. Und da gibt es dann eben diesen Touchpointmanager, das wäre diese zweite Position, die ich ganz oben neben den Vorstand setzen würde, die Abteilungsunabhängig agiert, also der der für Digitalisierung zuständig ist, der der für den Kunden, für alles was mit dem Kunden zu tun hat, zuständig ist und die beiden oben, die arbeiten Hand in Hand und vernetzen sozusagen das ganze Unternehmen, um letztlich im Sinne des Kunden zu agieren. Weil es gibt nur einen einzigen der hilft das Unternehmen, das Überleben des Unternehmens sicher zu stellen, und das ist ein glücklicher Kunde. Norman spricht: Und diese Position, dieses Touchpointmanagers, wie Du gesagt hast, ist für mich auch eine dauerhafte Position. Ich habe letztens einen Artikel gelesen, da ging es darum, dass es wohl nur ein temporäres, temporär zu besetzende Position wäre. Aber in meinen Augen ist das eine feste Größe. Anne spricht: Ja natürlich. Natürlich, weil die Reise des Kunden durch das Unternehmen solange der Kunde Kunde ist, die hört ja niemals auf. Und die sollte auch soweit in die Zukunft gehen, solange der Kunde Kunde sein mag und solange er auch die Stimmzettel hat, um die Leistungen des Unternehmens zu kaufen. D.h. das ist On going und so muss auch der Touchpointmanager gesehen werden, weil sonst würde er ja an einer Stelle mal einen Touchpoint optimieren, Projektmäßig, seine Arbeit wäre erledigt und dann bleibt alles stehen oder es fällt zurück in alte noch schlimmere Zeiten und das merkt natürlich der Kunde und er wird es quittieren. Norman spricht: Ja, absolut. Anne spricht: Ja, vieles wird in den Unternehmen überhaupt nicht verstanden. Ich bin manchmal wirklich baff, weil vieles davon ist im Grunde gesunder Menschenverstand, aber leider kommt den Managern auf dem Weg nach oben der gesunde Menschenverstand verloren und leider wird er einem auch an den Universitäten abtrainiert, weil dort fokussiert, gerade in den Managementausbildungen natürlich alles auf Zahlen, Daten, Fakten, Strukturen, Prozesse, Analysen, d.h. man beschäftigt sich nur mit Zahlen und so werden die Zahlen zum Ziel eines Unternehmens und nicht der Kunde. Norman spricht: Ja. Ich denke das hat auch viel mit dem Mindset zu tun, ne? Also wie Du mal gesagt hast, dieses Thema Wissen wirklich zu teilen, heißt ja nicht nur, ich pflege eine Community außerhalb meines Unternehmens bei Facebook, sondern ich muss auch als Unternehmen selbst mit den Mitarbeitern eine Community bilden und voneinander lernen und profitieren können. Anne spricht: Ja. Also dieser erste große Schritt und das ist die ganz große Bremse im Moment, dieser erste große Schritt, der muss intern vollzogen werden. Und solange wir das nicht haben, solange wir dort verharren in Strukturen aus dem letzten Jahrhundert werden die Unternehmen so wie sie jetzt aufgestellt sind, die werden die Zukunft nicht erreichen können. Eher ihnen das außen, ich muss erst mal innen einen großen Frühjahrsputz machen. Viele Unternehmen müssen kernsaniert werden, um sie überhaupt auf die Zukunft vorzubereiten, um überhaupt richtig aufgestellt zu sein. Und dann mit kollaborativen Methoden, also ich muss ganz viel muss ich erst mal entrümpeln. Ja, nicht noch was obendrauf, nicht Digitalisierung oder dieses und jenes Kundenprojekt obendrauf. Erst muss ich kucken, was muss weg. 50 % aller Prozesse können schon mal entsorgt werden. Kill a stupid rule, so nennen die Amerikaner da so einen Prozess. 50 % das wäre für mich eine Maßzahl aller Prozesse, alles was Strukturen sind, alles was Zahlen fixiert, das muss erst mal wieder weg, damit wieder Leichtigkeit reinkommt, damit ein Unternehmen agil sein kann auf dem Markt und nicht so erstarrt in seinen Prozessen. Und wenn das gemacht ist, dann kann man sich ganz neu auf den Kunden ausrichten und da würde ich eben den Digitalisierungsmenschen und den Kasten Touchpointmanager als Schlüsselpersonen und als Schlüsselpositionen sehen für die Zukunft. Norman spricht: Ja, absolut. Anne in jedem Deiner Sätze ist ein Feuerwerk an Impulsen, unglaublich. Aber ich möchte nicht verpassen noch ein bisschen was über Dich zu erfahren. Erzähl uns doch noch mal ein bisschen was zu Deinem aktuellen Buch. Was hat Dich bewegt? Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation, Touchpoint Sieg. Anne spricht: Ja, also zunächst mal dieses Thema Touchpointmanagement, das kuck ich mir ja schon seit ungefähr 2010 schon sehr intensiv an. Ich habe damals ursprünglich das erste Buch des Touchpoint geschrieben und gedacht, damit, ja, habe ich das Thema abgedeckt und hab dann eben in der Folge gesehen, als ich mit den Unternehmen begann an diesen Themen zu arbeiten, die wahren Blockaden sind eben drinnen im Unternehmen. Hab dann das zweite Buch geschrieben, das heißt „Das Touchpointunternehmen“, das bringt das Touchpointmanagement eben rein in die Unternehmen, in die internen Prozesse und dann war es klar, ich schreibe das dritte Buch, ich mache eine Trilogie daraus, denn das ganze Thema Kommunikation und Digitalisierung, das rückte dann, das war abzusehen, immer mehr in den Vordergrund und so ist dann dieses dritte Buch als logisch richtig folgendes Buch um diese Thematik zu komplettieren ist dann entstanden. Norman spricht: Ja. Kannst Du noch einmal so inhaltlich eine kurze Zusammenfassung geben für unsere Zuhörer. Ich habe es wie gesagt gestern erst gekriegt. Anne spricht: Ja gestern haste es gekriegt. Norman spricht: Wird eine Wochenendlektüre werden. Anne spricht: Ja 380 Seiten, dann lies es schnell. Norman spricht: Ja, wenn bis zum Ende. Anne spricht: Dann bis zum Ende. Am Ende stehen übrigens im Ausblick ganz ganz wichtige Sätze noch, die eigentlich schon wieder, ja, Stoff bieten für mein nächstes neues Buch, mal schauen wie sich die Dinge entwickeln. Also worum geht es in dem Buch? Ich zeige erst einmal auf, wohin sich die digitale Welt entwickeln wird, in welcher Schnelligkeit, das jetzt auch passiert. Wir sprechen ja von exponentiell, nicht nur von einer lineareren Weiterentwicklung, von einer exponentiellen, d.h. wir werden Dinge in den nächsten Jahren auf uns zukommen sehen, die eigentlich Science-Fiction, bis vor kurzem Science-Fiction waren. D.h. wir werden Science-Fiction sich realisieren sehen in einer unglaublichen Schnelligkeit und sehr viel disruptives, wenn sehr sehr viele Unternehmen, altklassische Unternehmen dabei den Bach runtergehen und es werden neue Geschäftsmodelle entstehen, neue Organisationsmodelle, neue Finanzierungsmodelle, die jungen wilden sind da richtig gut. Eine Parallelwelt die ist ja bereits entstanden. Eine Parallelwelt zu schaffen, die dann zeigt, wo es in Zukunft langgeht. So das ist sozusagen der Vorspann und dann habe ich drei Teile. Im ersten Teil geht es darum, wie können wir in dieser sich digitalisierenden Welt erfolgreich sein. Und mein Erfolgsrezept ist eben, es muss menschlicher werden und es muss emotionaler werden, das ist Teil eins. Da kommt auch ganz viel über das Thema Multi Sensorik, auch was im Hirn abgeht bei all diesen Prozessen, das ist sehr sehr wichtig, das zu verstehen, um die Menschen zu verstehen. Im Teil zweit geht es dann, Teil zwei Point, da geht es eben um die Touchpoints. Die neuen Touchpoints auch und wie können wir diese Customer Journey ins Unternehmen bringen und die Touchpoints optimieren. Und im dritten Teil Sieg geht es dann um eine siegreiche Kommunikation. Wie muss Kommunikation heute funktionieren, um aus Kundensicht eben den Kunden zum Ja sagen zu bringen und ihm seine Stimmzettel zu entlocken. Norman spricht: Ja, sehr schön. Vielleicht auch an dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, zu dem Podcast gibt es natürlich die Shownotes, wo wir das alles verlinken werden, Dein Buch verlinken werden natürlich und wir werden eine Aktion starten, die sei hier auch gleich noch erwähnt, Markenkonstruk.fm schenkt also den ersten zehn Zuhörern, die eine Rezession auf i-Tunes schreiben, eine Bewertung auf i-Tunes schreiben und auf unserer Webseite das Ganze auch noch hinterlassen, jeweils ein Buch „Touchpoint Sieg“. Und ich glaube ich bin wie gesagt, ich setze mich jetzt gleich hin und lese das Buch. Anne bevor wir uns jetzt verabschieden….. Anne spricht: Ja. Gut mach Dein Büro jetzt um 12 Uhr zu. Norman spricht: Ja genau, ich mach jetzt Schluss. Anne bevor wir jetzt zum Abschluss kommen, vielleicht noch ganz kurz ein Tipp, den Du vielleicht als Rat den Unternehmern, Führungskräften und Managern mit auf den Weg geben möchtest und wie sie Dich am besten erreichen können. Anne spricht: Ok. Also der Rat an die Manager ist, hört den jungen Menschen zu, ladet die ein, lest nicht über die berühmte Generation Y, sondern ladet die ein, hört denen zu, lasst die jungen Leute Mentoren sein. Die haben die besten Ideen, die frischen Ideen, die können Euer Unternehmen umkrempeln. Das wäre mein wichtigster Rat an die Kollegen, an die Unternehmen und ein Unternehmen, das mich jetzt sozusagen einmal buchen möchte, um zu sagen, wir möchten jetzt hier jemanden haben, der von außen aus der Helikoptersicht sozusagen unser Unternehmen mal anschaut, wir möchten den Brückenbauer zwischen Kunde und Unternehmen, den möchten wir für uns gewinnen. Also ich halte Vorträge und ich mache vor allen Dingen Großgruppen-Workshops, weil ich glaube an die Weisheit der Vielen. Ich glaube an Bottom-up, ich glaube die Mitarbeiter wissen besser als die Unternehmensspitze, wie man die Kunden glücklich machen kann und man kann heute nur ein Unternehmen mit den Mitarbeitern weiterentwickeln, deswegen mach ich eben nur Großgruppen-Workshops, das sind so 50, 60, 70, 80 Mitarbeiter, die zusammen an tollen Kundenkonzepten arbeiten. Und wer mich dafür buchen möchte, ich bin erreichbar unter www.anneschüller.de und ein paar anderen Webseiten über info@anneschüller.de und ganz leicht auch telefonisch zu finden. Norman spricht: Ja, auch das verlinken wir in den Shownotes. Anne spricht: Das ist gut. Norman spricht: Anne, ich sag ein ganz großes Dankeschön. Es war mir ein unglaubliches Vergnügen und ja, ich wünsche Dir viel Erfolg und wir bleiben in Verbindung. Anne spricht: Ja unbedingt. Ich komm Dich besuchen. Norman spricht: Sehr gern. Anne spricht: Im Odenwald. Norman spricht: Sehr schön. Anne, vielen Dank für Deine Zeit und ja, bis bald. Anne spricht: Gerne. Bis bald. Danke. Norman spricht: Ciao.   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für deine Bewertung bei iTunes.   Wir versorgen dich einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen kostenlos. Melde dich für unseren Newsletter an.   Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn bitte in deinen Netzwerken, dadurch unterstützt du uns enorm! Danke!!!

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  • 01:28:15

    Künstliche Intelligenz ist ein alter Hut! In Zukunft verbindet Neuralink Menschen mit Maschinen

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    Elon Musks Neuralink – die Zukunft menschlicher Intelligenz?   Es war einmal ein junger Mann namens Elon Musk, der auszog, um das Leben der Menschheit zu revolutionieren. Er wollte ihr neuen Lebensraum auf anderen Planeten zugänglich machen und sie unabhängig von fossilen Brennstoffen werden lassen. Seine Ideen schienen vielen wie Fieberträume eines Größenwahnsinnigen – der Erfolg gab ihm letztendlich jedoch Recht und brachte die Kritiker zum Verstummen. Eines Tages dachte sich unser Revolutionär, es müsse doch irgendwie möglich sein, die menschliche Kommunikation zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Er holte sich die klügsten Köpfe aus Technologie, Wissenschaft und Industrie, um zusammen mit ihnen unter dem Namen Neuralink ein Zauberhütchen für das menschliche Gehirn zu entwickeln. Dieses soll es nicht nur möglich machen, ohne Sprache direkt mit Gedanken von Mensch zu Mensch zu kommunizieren, sondern auch eine direkte Kommunikation – ohne externes technisches Equipment – zwischen Gehirn und Computern Wirklichkeit werden lassen. So erdachte er sich eine ebenso faszinierende wie für viele auch einschüchternde künstliche Intelligenz, die unser Leben in nicht allzu ferner Zukunft vielleicht von Grund auf verändern wird. Wie das funktionieren soll, erfährst du im folgenden Artikel.   Elon Musk als Zauberer des 21. Jahrhunderts   Jene Zeiten, in denen Technik als unsexy galt und höchstens ebensolche Nerds interessierte, sind längst vorbei. Nerd ist heute alles andere als eine abschätzige Bezeichnung – viel mehr nennen sich mittlerweile auch jene, die mit technischen Spielereien, Computern, Comics und ähnlichem kaum etwas am Hut haben, als solche. Zum Nerd-Dasein gehört natürlich auch das passende Outfit. Karohemd und dick gerahmte Kunststoffbrillen müssen es mindestens sein – wenn auch Letztere oft mit normalem Glas bzw. Kunststoff bestückt sind. Wie so oft überwiegt eben auch hier der trügerische Schein das tatsächliche Sein. Wo aber kommt dieser Hype um zuvor hauptsächlich belächelte Typen plötzlich her? Neben filmischen und sonstigen popkulturellen Bearbeitungen des Themas Nerd hat wohl vor allem einer einen guten Teil zur plötzlichen Glorifizierung des linkischen Technikfreaks beigetragen: Elon Musk.   Der gebürtige Südafrikaner ist der Popstar unter den Nerds und hat es mit seinen bahnbrechenden Ideen sowie Unternehmen geschafft, Nerds cool werden zu lassen. Dank einem Milliardenvermögen, Modelfreundinnen und einem nicht zu vernachlässigenden Maß an Exzentrik führt er den Lebensstil eines Hollywoodstars, um den er natürlich von unzähligen Menschen beneidet wird. So haben es CEOs, Ingenieure und Unternehmensgründer auf die gleiche Stufe wie Sänger, Schauspieler und Models geschafft. Wer hätte sich das vor nicht allzu langer Zeit träumen lassen? Elon Musk wurde 1971 in Pretoria, Südafrika, als Sohn eines Maschinenbauingenieurs und eines Models geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Musk wie der typische Nerd: mit jeder Menge Büchern und Computern. Im Alter von 12 Jahren entwickelte er bereits sein erstes eigenes Comupterspiel namens Blastar, welches er sogar an eine Computerzeitschrift verkaufen konnte.   Mit 17 Jahren verließ Elon Musk Südafrika und lebte fortan in der Heimat seiner Mutter, Kanada. In den USA erwarb Musk den Bachelor in Physik und Volkswirtschaftslehre, bevor er zusammen mit seinem Bruder Kimbal und rund 2000 US-Dollar Startkapital sein erstes eigenes Internetunternehmen gründete.   Bei diesem Unternehmen handelte es sich um Zip2, das 1999 um sagenhafte 307 Millionen US-Dollar von Compaq aufgekauft wurde. Zuvor war noch niemals ein derartig hoher Preis für ein Internetunternehmen bezahlt worden.   Im selben Jahr gründete Musk das Unternehmen X.com, das ein Onlinebezahlsystem anbot und im Jahr 2000 mit dem Konkurrenzunternehmen Confinity fusionierte. Heraus kam PayPal, das schnell zum wichtigsten internationalen Onlinebezahlsystem wurde und im Jahr 2002 um 1,5 Milliarden US-Dollar an eBay verkauft wurde.   Nach diesem Verkauf wandte sich Musk von Internetunternehmen ab, um sein neues Ziel zu verfolgen: die Massenanfertigung technisch hochkomplexer und teurer Produkte. So gründete er im Jahr 2002 das Raumfahrtunternehmen SpaceX, das bis dato unbemannte Raumflüge verkauft hat. In Zukunft sollen jedoch auch bemannte Raumflüge angeboten werden. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, die Kosten der Raumfahrt zu senken, um menschliches Leben auf anderen Planeten zu ermöglichen. Am 28. September 2008 ist es dem Unternehmen gelungen, erstmals eine vollständig aus privaten Mitteln finanzierte Flüssigtreibstoffrakete in den Orbit zu schicken – und das mit rund zwei Drittel niedrigeren Kosten als bei staatlichen Raumflügen.   Seit 2004 investiert Elon Musk – mittlerweile CEO und Product Architekt des Unternehmens – auch in den auf die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen spezialisierten Autohersteller Tesla. Dieser gab 2014 all seine Patente frei, um auf diese Wise die Entwicklung von Elektrofahrzeugen voranzutreiben.   2006 gründete Elon Musk mit seinen Cousins Lyndon und Peter Rive das Unternehmen SolarCity, das Solarstromanlagen herstellt und betreibt.   Bei dem 2013 gegründeten Unternehmen Hyperloop handelt es sich um ein Projekt zur Realisierung eines neuen Konzeptes für Personen- und Güterverkehr. Abgeschlossene Kapseln sollen in einer Doppelröhre auf Luftkissen auf bis zu 1 220 km/h beschleunigt werden und so Transporte kostengünstiger als mit einem Zug möglich machen. Ein Testmodell soll noch in diesem Jahr – 2017 – vorgestellt werden.   Das 2015 gegründete Unternehmen OpenAI ist eine gemeinnützige Organisation zur Erforschung künstlicher Intelligenz. Diese Organisation soll im Dienste der gesamten Menschheit stehen.   Im März 2017 stellte Elon Musk schließlich sein Unternehmen Neuralink der Weltöffentlichkeit vor. Dieses Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Gehirn-Maschinen-Schnittstellen spezialisiert, die unsere Gesellschaft von Grund auf verändern sollen.   Das steckt hinter dem Unternehmen Neuralink   Wenn du der Meinung bist, dass die Ziele von SpaceX und Tesla schon abgedreht sind, solltest du dich jetzt gut festhalten. Mit Neuralink möchte Elon Musk nämlich nichts anderes als unsere Gehirne miteinander und mit Computern verbinden. Während es Elon Musk bei Tesla und SpaceX darum geht, was die Menschheit in Zukunft tun wird, geht es ihm mit Neuralink darum, wie der Mensch in Zukunft sein wird. Alleine an dieser Unterscheidung kannst du bereits erkennen, wie groß und allumfassend die Mission von Neuralink ist. Geht es nach Elon Musk, werden wir also nicht nur bald den Weltraum und fremde Planeten besiedeln, sondern auch noch dank Body Augmentation ständig mit unseren Computern verbunden sein. Bislang übliche und bekannte Eingabemethoden wie Keyboards, Trackpads aber auch Sprachsteuerung werden somit obsolet – du denkst, der Computer macht. Dabei hat dein Gehirn auch automatisch Zugriff auf alle Programme und Dateien auf dem Computer. Doch das ist noch nicht alles: So soll nicht nur die unmittelbare Kommunikation zwischen Gehirn und Computer möglich werden, sondern auch jene zwischen Gehirn und Gehirn. Konkret heißt dies, dass Sprache dann überflüssig wäre. Du müsstest deine Gedanken und Ideen also nicht erst mühsam in Sprache übersetzen, sondern könntest diese direkt an deine Mitmenschen senden.   Ein Interface zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern – was sich für die einen nach der reinsten Dystopie anhört, lässt andere auf eine segensreiche Zukunft hoffen. Ein erklärtes Ziel von Elon Musks Neuralink ist die Integration einer künstlichen Intelligenz – kurz KI – in das menschliche Bewusstsein. Dabei versteht Neuralink die KI als eine Art zusätzlichen Teil des Menschen. Ähnlich unserem Selbst wäre die KI ein Teil von uns, ein zusätzlicher Bereich unseres Gehirns, der untrennbar mit uns verbunden ist. Die Grenze zwischen unserem biologischen Ich und der KI würden verschwimmen, wir würden eins werden. Dies würde es auch erlauben, cloud-basiertes KI-Computing auf eine Art und Weise in unser Gehirn zu integrieren, dass es nicht mehr möglich wäre, dieses von unserem Selbst zu unterscheiden. Elon Musk zieht hier den Vergleich mit unserer Sprache und dem Sprachzentrum in unserem Gehirn: Auch hier kann niemand zwischen seinen sprachlichen Äußerungen und den dafür zuständigen Regionen im Gehirn unterscheiden.   Du musst dich allerdings noch nicht auf ein Body Enhancement mit einem neural lace – einem künstlichen neuronalen Netz – vorbereiten, denn laut Elon Musk hast du dafür noch ein wenig Zeit. So soll die Technik frühestens in acht bis zehn Jahren für den Einsatz an gesunden Menschen startbereit sein. Zuvor möchte sich das Unternehmen Neuralink nämlich auch noch der Entwicklung therapeutischer Anwendungen widmen, mit denen unterschiedliche neurologische Probleme behandelt werden sollen. Diese Vorgehensweise ist sicherlich auch in Hinsicht auf die nötigen Zulassungen klug.   I can´t wrap my head around it – Neuralink verstehen   Wahrscheinlich hat jeder, der sich näher mit Neuralink und dem dahinter stehenden Konzept auseinandersetzt, das Gefühl, gerade mit einer Zeitmaschine in die Zukunft gereist zu sein. Um Neuralink wirklich zu verstehen, musst du das Konzept sowohl von innen als auch von außen betrachten. Die Innensicht bezieht sich dabei auf die technischen Herausforderungen, denen sich die Entwicklungsingenieure stellen müssen, während die Außensicht die Herausforderungen der gesamten Menschheit betrachtet. Wo befinden wir uns momentan? Wie sind wir hierher gelangt? Wie könnte unsere Zukunft aussehen? Das sind die Fragen, die hinter Neuralink stehen. Lass es uns also wagen und versuchen, Neuralink wirklich zu verstehen.   Von Nervenzellen und Gehirnmaschinen   Um Neuralink zu begreifen, müssen wir ganz am Anfang beginnen. Und dort steht die Nervenzelle, die erstmals vor rund 580 Millionen Jahren bei Quallen auftrat. Bei diesen Quallen handelte es sich um die erste Art, die mit einem Nervennetz ausgestattet und somit in der Lage war, wichtige Informationen aus der Umwelt aufzunehmen. So ausgerüstet konnte diese Ur-Qualle im Gegensatz zu anderen früheren Lebewesen auf Veränderungen in der Umwelt reagieren und ihre Überlebenschancen dramatisch erhöhen. Rund 30 Millionen Jahre nach dieser Qualle erschien ein neuer Spieler auf dem Feld – der Plattwurm. Dieser verfügte plötzlich nicht nur über einzelne Nervenzellen, sondern auch über eine Zentrale, die all diese Nervenzellen miteinander koordinierte, sowie Bahnen, die die Informationen von den einzelnen Nervenzellen in diese Zentrale transportierten. Kurz: Dieser Plattwurm war das erste Lebewesen mit einem Gehirn und einem zentralen Nervensystem. Diese Ausrüstung machten ihn so erfolgreich, dass andere Spezies bald seinem Vorbild folgten und Gehirne sowie Nervensysteme hervorbrachten. Diese entwickelten sich auch rasch weiter und wurden immer leistungsfähiger sowie effizienter.   Als nächster Big Player der Evolution erschien vor rund 265 Millionen Jahren der Frosch auf dem Bildschirm. Dieser war das erste Lebewesen, das atmete und einen Herzschlag hatte, also mit einem Herzkreislaufsystem ausgestattet war.   Etwa 40 Millionen Jahre später entwickelten sich mit kleinen Nagern die ersten Säugetiere. Diese verfügten nun nicht mehr nur über reine Überlebensfunktionen, sondern auch über komplexe Gefühle wie Liebe, Angst und Wut – und eben einem dafür zuständigen limbischen System. Über die nächsten 100 Millionen Jahre wurden Säugetiere laufend komplexer, bis vor etwa 80 Millionen Jahren die ersten Vorläufer von Primaten auftauchten. Diese waren mit einer Frühversion des Neocortex ausgestattet, der sich bald als echtes Zukunftsmodell erweisen sollte. Bei Hominiden war er schließlich der tonangebende Boss, der die Nutzung von Werkzeug, strategisches Jagen und eine planvolle Zusammenarbeit mit anderen Hominiden überhaupt erst möglich machte. Abgesehen davon ist es der Neocortex, der den Menschen denken lässt. Er ist der entscheidende Baustein, der dafür sorgt, dass Menschen komplexe Gedanken formen, langfristige Pläne schmieden und vernünftige Entscheidungen treffen.   So ging es dann eine geraume Zeit weiter, bis vor rund 100 000 Jahren der nächste Meilenstein folgte: Der Mensch begann zu sprechen. Er erfand ein Referenzsystem mit verschiedenen Lauten, die als Symbole für tatsächliche Gegenstände und Vorgänge dienen. 50 000 Jahre später verständigten sich Menschen dann bereits in komplexen Sprachen miteinander. Es ist also nicht übertrieben, wenn wir sagen, dass der Neocortex den Menschen zu einem Zauberer gemacht hat. Er hat es nicht nur ermöglicht, dass der Mensch eine komplexe innere (Gedanken-)Welt aufbaut, sondern auch, dass er diese mittels vibrierender Luft und einem Symbolsystem mit anderen Menschen teilt. Wie cool ist das eigentlich?   Eine wesentliche Errungenschaft dieser Entwicklung ist die Fähigkeit zu lernen. So konnten dank Sprache Erfahrungen nicht nur unter den einzelnen Stammesmitgliedern ausgetauscht, sondern auch von Generation zu Generation weitergegeben werden. Fehler konnten auf diese Weise plötzlich vermieden und neue Erkenntnisse geteilt werden. Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, was für ein Erfolgsboost dies für die Menschheit war.   Hatte ein Stammesmitglied eine clevere Idee, profitierten alle anderen Mitglieder über viele Generationen hinweg von dieser. Konnte zum Beispiel die Jagd durch eine Beobachtung effizienter gestaltet werden, ließ dies den anderen zugleich mehr Zeit für andere Arbeiten wie etwa die Herstellung von Werkzeug und Waffen, die mit der Zeit ebenfalls immer mehr verbessert werden. Auf diese Weise konnte nach und nach Wissen gesammelt und aufgebaut werden, von dem die Menschheit als Gesamtes profitierte. Und um dieses zu tradieren, war und ist Sprache unbedingt notwendig. Sie ist es, die es erlaubt, die wichtigsten Erkenntnisse an die nächste Generation weiterzugeben. Große Ideen können so in handliche kleine Pakete verpackt und anderen überreicht werden.   Die Rolle der Sprache beim menschlichen Lernprozess und dem Aufbau von kollektivem Wissen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Zum einen ermöglicht Sprache innerhalb einer Generation größere Lernerfolge, zum anderen können diese Lernerfolge dank Sprache auch an die nächste Generation weitergegeben werden. Auf diese Weise lässt sich Wissen immer vergrößern und ausbauen, sodass irgendwann eine kollektive Intelligenz entsteht. Und von dieser profitiert die Menschheit deutlich mehr als von der individuellen Intelligenz. Wenn du heute jemand ohne jedes Wissen alleine im Wald aussetzt und ihn anweist, das effizienteste Jagdwerkzeug zu entwickeln, wird er es kaum schaffen, Pfeil und Bogen zu entwickeln – obwohl du diese sicher als primitive Waffen bezeichnen würdest. Erst das Weitergeben und Teilen von Erkenntnissen sowie Wissen mittels Sprache hat deren Entwicklung überhaupt erst ermöglicht. Kollektive Anstrengung ist nämlich eine Grundvoraussetzung für derartige Errungenschaften.   Sprache dient nicht nur dem Aufbau und der Vermittlung von Wissen, sondern auch der Formung sozialer Strukturen. Diese sind wiederum eine Voraussetzung für die Entstehung dauerhafter Siedlungen, in denen mehrere verschiedene Stämme einen Super-Stamm bilden. In diesem Super-Stamm können die einzelnen Stämme ihr kollektives Wissen miteinander teilen und so eine Art Wissensturm aufbauen. Auf diese Weise kann die Lebensqualität aller gesteigert werden – so wie es rund 10 000 Jahre v. Chr. G. das erste Mal geschah. Dieser Effekt lässt sich mit dem Metcalfe’schen Gesetz erklären. Dieses besagt, dass „der Nutzen eines Kommunikationssystems proportional zur Anzahl der möglichen Verbindungen zwischen den Teilnehmern (also etwa dem Quadrat der Teilnehmerzahl) wächst“. Das heißt, dass zwei Menschen eine Konversation haben können, während drei Menschen bereits vier einzelne Konversationsgruppen – drei verschiedene Zwei-Personen-Gespräche sowie ein Gruppengespräch – haben können. Zwanzig Personen haben sage und schreibe 1 048 555 Konversationen. Anhand dieser Rechnung kannst du dir vorstellen, wie sehr Menschen in großen Siedlungen und Städten von dem dort vorhandenen Wissen profitieren. Mehr Konversation bedeutet nicht nur mehr Wissensaustausch, sondern auch viele neue Ideen, neue Entdeckungen und bahnbrechende Innovationen. Die Voraussetzung für Fortschritt sind also Menschen, die miteinander sprechen.   Zuerst war die Sprache, dann kam die Schrift. Experten gehen heute davon aus, dass Menschen erstmals vor rund 5000 bis 6000 Jahren damit begannen, ihr Wissen niederzuschreiben. Damit gelang dem kollektiven Wissen der Menschheit der Sprung aus den Gehirnen in ein anderes Medium. Bis dahin wurde Wissen ausschließlich in Form von Erinnerungen und live ausgetauscht. Das hat zwar in Stämmen von überschaubarer Größe durchaus funktioniert, in größeren Gruppen wäre Wissen auf diese Weise jedoch schnell verloren gegangen. Das Festmachen von Gedanken an physischen Objekten wie Stein und Papier war also die logische Weiterentwicklung des bisherigen Entwicklungsprozesses. So begann der menschliche Wissensturm sich physisch zu manifestieren und wurde gut organisiert in Universitäten und Bibliotheken aufbewahrt. Dieses gesammelte Wissen stellt so etwas wie die Betriebsanleitung für das Leben dar, die das Erlangen neuer Erkenntnisse ermöglicht, die ihrerseits wiederum Eingang in dieses Handbuch finden. So kann jede Generation ihr Leben mit einem höheren Wissensstand beginnen und den Fortschritt weiter vorantreiben.   Für alle Menschen gilt dies allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert. Zuvor war in Büchern niedergeschriebenes Wissen nämlich nur einer ausgewählten Elite zugänglich gewesen. Dies sollte sich erst mit der Erfindung des Buchdrucks ändern – welche eigentlich schon einige Jahrhunderte zuvor in China stattfand, aber du weißt ja: If it didn´t happen in the west it didn´t happen at all. Also zurück zu Guttenbergs good old Stempelmaschine – was sie im Grunde nämlich war – die es plötzlich möglich machte, unzählige Kopien von Büchern herzustellen. Diese waren nun nicht nur erschwinglich, sondern auch für jedermann zugänglich, was dazu führte, dass Bildung plötzlich kein Vorrecht der Elite mehr war. Wissen konnte nun rasant verbreitet werden – dies markiert den Beginn der Massenkommunikation. Wissenstürme waren nun nicht mehr auf einzelne Städte beschränkt, vielmehr begann die Menschheit wie ein einziger Organismus zu funktionieren und einen gemeinsamen Mega-Wissensturm zu errichten. Dieser gemeinsame Wissensturm ist dabei das Gehirn des Organismus und jedes einzelne menschliche Gehirn eine Nervenzelle – so entstand der menschliche Koloss.   Das ewige Streben nach mehr Wissen   Mit Zugang zum gesamten menschlichen Wissen ist es dem menschlichen Koloss gelungen, Dinge zu erfinden, die kein Mensch jemals für möglich gehalten hätte – Schnellzüge, Autos, Glühbirnen, Telefone, Computer und das Internet, um nur einige zu nennen. Er hat die Menschheit in die Tiefen des Meeres und in den Weltraum geführt. Massenkommunikation wurde durch die Erfindung von Radio und Fernsehen neu definiert – diese erlauben es, einen menschlichen Gedanken in Sekundenschnelle in die Gehirne von Millionen anderer Menschen zu bringen.   Denkt man an die menschliche Kernmotivation, Gene weiterzugeben, dann besteht die Kernmotivation des menschlichen Kolosses wahrscheinlich darin, Werte in Form neuerer und besserer Technologien zu erzeugen, die die Menschheit als Gesamtes weiterbringen. Und jedes Mal, wenn er das macht, wird er automatisch zu einem besseren sowie schnelleren Erfinder und Entwickler.   Etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts begann der menschliche Koloss an seiner bislang ambitioniertesten Erfindung zu arbeiten – um Werte zu schaffen, fing er an, Maschinen zu entwickeln, die Werte schaffen.   Maschinen sind in vielen Bereichen besser als Menschen, wenn es darum geht, bestimmte Arbeiten zu erledigen. Dadurch werden wiederum jede Menge neue Ressourcen frei. Maschinenarbeit hat Unmengen menschlicher Energie und Zeit freigesetzt, die nun dafür genutzt werden können, neue Innovationen zu entwickeln.   Nachdem die Arbeit unserer Arme an Maschinen in Fabriken outgesourct wurde und die Arbeit unserer Beine an fahrende Maschinen, wäre der nächste logische Schritt, dass auch die Arbeit unseres Gehirns an eine Maschine outgesourct wird.   Womit wir bei der Erfindung des Personal Computers angelangt wären. Eine der Aufgabe von Computern ist das Sichern von Erinnerungen. So waren Computer zu Beginn Erinnerungsmaschinen – darüber hinaus waren sie jedoch anders als Bücher auch dazu in der Lage, Informationen zu verarbeiten. Ähnlich wie es Industriemaschinen ermöglichen, physische Prozesse outzusourcen, erlaubten es Computer plötzlich, das Verarbeiten von Informationen outzusourcen. Dabei kannst du dir ein Softwareprogramm wie eine Maschine zur Verarbeitung von Informationen vorstellen. Dies hat sich als überaus nützlich erwiesen, sodass Computer bald eine wesentliche Rolle im menschlichen Leben spielten. Ende der 80er-Jahre war es in westlichen Industrienationen schließlich üblich, dass ganz normale Menschen ihren persönlichen Gehirnassistenten in Form eines Computers hatten.   Der nächste große Sprung gelang in den 90ern. Zu Beginn dieses Jahrzehnts lernten die Millionen von isolierten Gehirnmaschinen/Computer miteinander zu kommunizieren. Sie haben mit dem Internet ein weltweites Netzwerk von Gehirnmaschinen gebildet – den Computer-Koloss. Und dieser macht den menschlichen Koloss noch einmal unglaublich stärker und leistungsfähiger.   Das Internet ist so etwas wie das Zentralnervensystem des menschlichen und des Computer-Kolosses . Es ermöglicht es, dass die einzelnen Nervenzellen – Computer und menschliche Gehirne – miteinander verbunden sind und Informationen in Lichtgeschwindigkeit zwischen diesen ausgetauscht werden. So kann der menschliche Koloss dank Internet viel schneller und effizienter denken. Durch den unbeschränkten Zugang zum gesamten menschlichen Wissensturm fing der menschliche Koloss darüber hinaus auch an, wesentlich schneller zu lernen. So wie Computer als Erweiterung einzelner menschlichen Gehirne dienen, dient der Computer-Koloss als Erweiterung des menschlichen Kolosses.   Nun ist der menschliche Koloss also mit seinem ersten echten Zentralnervensystem, einem erweiterten Gehirn sowie einem mächtigen neuen Instrument ausgestattet. Dies erlaubt es ihm, Innovation auf ein vollkommen neues Level zu heben. Dabei hat er bislang einen großen Teil seiner Bemühungen auf die Verbesserung seines Computerfreundes gelegt, denn je leistungsfähiger dieser ist, umso leistungsfähiger ist auch er selbst. Heute sind Computer daher schneller und billiger als je zuvor, das Internet wireless und die Chips klein sowie leistungsfähig. Beinahe jeder Mensch hat mittlerweile einen Computer in seiner Hosentasche. Was ist also der nächste logische Schritt dieser Entwicklung? Richtig, Computer müssen denken lernen. Zwar gibt es bereits lernfähige Software, menschliches Denken beherrschen Computer aber immer noch nicht. Eine tatsächliche KI existiert bis dato nicht.   Was der menschliche Koloss geschaffen hat, ist aufgrund seiner Fähigkeit, unabhängig und vernünftig zu urteilen, enstanden. Das ultimative Brain Extension Tool, eine echte künstliche Intelligenz, müsste daher ebenfalls über diese Fähigkeit verfügen und tatsächliche selbstständig denken können. Wir haben keine Ahnung, wie es tatsächlich sein wird, wenn der Computer-Koloss eines Tages seine Augen öffnet und tatsächlich ist. Mit seinem Willen, Werte zu schaffen, ist es jedoch das erklärte Ziel des menschlichen Kolosses, dies herauszufinden. Cogito ergo sum.   So funktioniert unser Gehirn   Wissen funktioniert nach dem Schema eines Baumes. Der Stamm ist unbedingt notwendig, um die Äste und Blätter zu halten. Ohne Grundwissen gibt es also auch kein Detailwissen. Aber was hat das mit Elon Musks Zauberhütchen für das Gehirn zu tun? Nun, um dessen Konzept und die Idee dahinter zu verstehen, musst du verstehen, warum Elon Musk dieses Hütchen unbedingt entwickeln will.   Zu verstehen, was ein Gehirn-Computer-Interface – oder kurz GCI – ist, wie dieses funktioniert und wo die Technologie momentan steht, sind sozusagen einige der Hauptäste, die nötig sind, um auch die Blätter zu verstehen. Darüber hinaus ist es auch unbedingt notwendig, zu verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert – das ist unser Baumstamm. Lass uns also mit diesem Basiswissen loslegen.   Das Gehirn schwimmt nicht einfach frei im Schädel, sondern ist von drei Hirnhäuten umgeben: Die Pia Mater ist jene Haut, die das Gehirn direkt umgibt. Sie ist überaus zart und direkt mit der äußeren Schicht des Gehirns verbunden. Die Arachnoid Mater folgt auf die Pia Mater. Bei ihr handelt es sich um eine Haut sowie Fasern, die für den einzigen Freiraum zwischen dem Gehirn und dem Schädel sorgen. Die Fasern der Arachnoid Mater stabilisieren die Position des Gehirns und dienen überdies als eine Art Stoßdämpfer, falls du dir einmal den Kopf irgendwo anschlagen solltest. Dieser Zwischenraum ist mit Rückenmarksflüssigkeit gefüllt, in der das Gehirn schwimmt. Die Dura Mater ist die äußerste der drei Hirnhäute. Sie ist fest, robust und auch wasserfest. Diese Haut ist mit dem Schädel verbunden. Im Gegensatz zum Gehirn selbst verfügt sie über Schmerzsensoren – wenn du also Kopfschmerzen hast, tut dir höchstwahrscheinlich die Dura Mater weh.   Das Gehirn ist das komplexeste uns bekannte Objekt. Nichts anderes enthält so viele Informationen und ist so dicht strukturiert. Und dabei arbeitet das menschliche Gehirn lediglich mit 20 Watt – ein ähnlich leistungsfähiger Computer benötigt 24 000 000 Watt. Gleichzeitig handelt es sich bei unserem Gehirn aber auch um eine unansehnliche Masse irgendwo zwischen Pudding und Götterspeise, die ähnlich einer Qualle ihre Form verlieren würde, würden wir sie auf einem Tisch platzieren. Letztendlich sind wir alle nur ein komisch aussehendes, gelee-artiges Ding, das unseren Körper bewohnt. Ich hoffe, du kannst mit dieser Vorstellung gut leben, auch wenn sie noch so abstrakt und seltsam ist. Kein Wunder also, dass sowohl Aristoteles als auch die alten Ägypter dachten, das Gehirn sei bloß irgendein nutzloses Ding.   Heute wissen wir zwar, dass das Gehirn das Zentrum unseres Mensch-Seins ist, wie es funktioniert haben wir aber noch längst nicht verstanden. Um ehrlich zu sein, haben wir überhaupt keinen Plan, was unser Gehirn ist, was es macht, wie es das macht und warum. Wir stehen im Dunkeln und können uns selbst nicht verstehen. Vielleicht werden wir dies nie können. Vielleicht ist es nicht möglich, dass sich eine Maschine selbst vollkommen begreift. Wir wären aber nicht der menschliche Koloss, wenn wir es nicht versuchen würden.   Wäre das menschliche Gehirn so einfach, dass wir es verstehen könnten, wäre es so einfach, dass wir es nicht verstehen könnten   Alles klar? Dachten wir uns doch. Auch wenn der Mensch momentan noch nicht einmal ansatzweise in der Lage ist, das Gehirn zu verstehen, wird es uns mithilfe des menschlichen Kolosses und auch des Computer-Kolosses – also unseres gigantischen Wissensturms – irgendwann vielleicht gelingen, alle Geheimnisse des Gehirns zu entschlüsseln. Heute müssen wir uns an dieser Stelle damit begnügen, einen Blick auf das zu werfen, was wir bereits wissen. Dafür dauert das auch nicht so lange, versprochen.   Das Reptilienhirn ist jener Teil unseres Gehirns, der der Evolutionsstufe der Reptilien entspricht und damit gleichzeitig der älteste. Alles, was dieser Teil unseres Gehirns tun kann, können auch Frösche und Eidechsen tun. So ist das Reptilienhirn zum Beispiel dafür zuständig, dass unser Herz schlägt, dass wir atmen, dass der Blutdruck reguliert wird, dass wir uns bei Übelkeit übergeben, dass wir kauen und schlucken, dass wir unsere Ausscheidungen kontrollieren, dass wir unsere Umwelt mithilfe unserer Sinne wahrnehmen sowie dass wir uns motorisch unter Kontrolle haben.   Das limbische System sorgt dafür, dass wir am Leben bleiben. Es ist dafür zuständig, dass wir essen, trinken, Sex haben und vor etwas Gefährlichem wegrennen. Darüber hinaus ist das limbische System auch der Sitz unserer Emotionen. Letztendlich sind aber auch diese wichtig für das Überleben – zumindest wenn es um das Überleben in einem komplexen sozialen System geht. Das eigene limbische System kontrollieren zu können ist eines der wichtigsten Zeichen von menschlicher Reife und gleichzeitig ein fundamentales menschliches Problem. Zwar ist das limbische System einer der Faktoren, der uns zum Mensch macht, dabei hat es jedoch leider nicht verstanden, dass wir mittlerweile in einer zivilisierten Gesellschaft leben. Lässt du deinem limbischen System also die Oberhand, wird es schnell dein Leben ruinieren. Zu den wichtigsten Teilen des limbischen Systems zählen die Amygdala, der Hippocampus und der Thalamus. Der Neocortex ist jener Teil des Gehirns, der Säugetiere zu Säugetieren macht. Der Neocortex besteht aus dem Stirnlappen, dem Scheitellappen, dem Hinterhauptslappen und dem Schläfenlappen.   Der Frontallappen beheimatet unsere Motorik, unsere Persönlichkeit sowie unser Denken. Als Teil von diesem ist der präfrontale Cortex für rationale Entscheidungen zuständig – er ist sozusagen der vernünftige Erwachsene in unserem Kopf.   Der Scheitellappen kontrolliert die Körperfühlsphäre. Alles, was du mit deinem Körper fühlst und wie du deine Körperteile bewegst, wird hier gesteuert.   Der Schläfenlappen ist der Sitz unserer Erinnerungen und unseres Gehörs.   Der Hinterhauptslappen ist hingegen fast ausschließlich für das Sehen zuständig. Das besonders Interessante an diesen einzelnen Abschnitten des Neocortex ist, dass es sich dabei nicht etwa um ganze Teile des Gehirns handelt, sondern lediglich um die äußeren zwei Millimeter. Das Geheimnis liegt in den charakteristischen Falten des Gehirns. Diese ermöglichen es, bei gleichbleibendem Volumen die Oberfläche zu vergrößern. Würde man nun den Cortex vom Gehirn nehmen und entfalten, erhielte man ein Laken in der Größe von etwa 48 cm x 48 cm, wohingegen das Gehirn selbst nur eine Länge von etwa 16 cm hat. Cool, oder?   Immerhin können wir zumindest einmal festhalten, dass die Wissenschaft bereits versteht, welcher Teil des Gehirns wofür zuständig ist. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang es erstmals, Gehirnzellen sichtbar zu machen. Damals war die Überraschung groß, denn man hatte nicht erwartet, ein Neuron zu sehen. Dieses ist jedoch der ausschlaggebende Player im Gehirn sowie im Zentralnervensystem. Schließlich dauerte es jedoch bis in die 50er-Jahre des folgenden Jahrhunderts, um herauszufinden, wie Neuronen miteinander kommunizieren. Das wollen selbstverständlich auch wir wissen, weshalb wir nun einen genaueren Blick auf klassische Neuronen werfen.   Neuronen verfügen über eine Art Stamm, das Axon. Dieses Axon ist im Ruhezustand leicht negativ geladen. Der Kontakt mit anderen Neuronen überträgt Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, die je nach ihrer Art die elektrische Aufladung verändern. Übersteigt die elektrische Aufladung einen gewissen Punkt, löst sie das Aktionspotenzial des Neurons aus, sodass Erregung auf andere Nervenzellen übertragen wird. Dies geschieht, indem ein Elektrizitätsimpuls durch das Neuron, aus den Axonterminalen über die Synapsen in die Dendriten anderer Neuronen fließt. So findet Informationsübertragung statt.   Die Erregungsleitung ist dann besonders schnell möglich, wenn Axone von einer Myelinscheide umgeben sind. Dies ist zum Beispiel bei scharfem Schmerz der Fall. Diese Art von Schmerz spürst du sofort, während stumpfer Schmerz erst nach einer kurzen Verzögerung einsetzt. Der Grund hierfür ist, dass scharfer Schmerz über von Myelinscheiden umgebene Axone übertragen wird und dumpfer Schmerz nicht.   Das Netzwerk in unserem Gehirn   Ähnlich wie Computertransistoren übertragen auch Neuronen Informationen mithilfe eines binären Systems – es gibt 0 für kein Aktionspotenzial und 1 für ein abgefeuertes Aktionspotenzial. Das Gehirn besteht aus rund 100 Milliarden Nervenzellen, wovon sich rund 20 Milliarden im Cortex befinden.   Wenn du eine Fertigkeit übst und schließlich gut darin wirst, haben sich die Chemikalien, die für die Informationsübertragung zwischen Neuronen verantwortlich sind, dementsprechend angepasst und eingestellt. Aus diesem Grund heißt es auch Übung macht den Meister: Damit die Chemikalien sich nämlich einstellen können, musst die Tätigkeiten immer wieder wiederholen. In diesem Fall kommt es jedoch noch nicht zu einem dauerhaften Lernerfolg. Erst wenn du etwas oft genug wiederholt hast, erkennt dein Gehirn, dass diese Tätigkeit dauerhaft gebraucht wird, und nimmt strukturelle Änderungen vor. Das heißt, dass sich nicht nur die Chemikalien verändern, sondern die Neuronen selbst. Sie ändern ihre Form, ihren Ort und passen ihre Verbindungen den geforderten Bedingungen an.   Diese Fähigkeit von Neuronen, sich sich zum Zwecke der Optimierung chemisch, funktional sowie strukturell zu verändern, nennt man neuronale Plastizität. Bei Babys ist sie am stärksten ausgeprägt, denn das Gehirn eines Babys ist bereit, sich an unzählige Anforderungen anzupassen.   Auch wenn neuronale Plastizität im Laufe des Lebens abnimmt, bleibt sie doch immer erhalten. Sie ist der Grund, warum wir Zeit unseres Lebens lernfähig bleiben, warum wir alte Gewohnheiten ablegen und neue annehmen können. Dabei ist der Trick, alte Gewohnheiten loszuwerden, lediglich der, lange genug am Ball zu bleiben. Wenn du lange genug durchhältst, verändert dein Gehirn die programmierten Abläufe und plötzlich wird ein neues Verhalten zur Gewohnheit. Es hat sich sozusagen physisch in deinem Gehirn manifestiert.   Das Gehirn besteht grundsätzlich aus grauer Substanz und weißer Substanz. Während die graue Substanz hauptsächlich Zellkörper enthält, befinden sich in der weißen Substanz in erster Linie Leitungsbahnen – Axone, die in eine Myelinschicht gehüllt sind.   Die graue Substanz findet sich in zwei Bereichen des Gehirns: dem limbischen System, in Teilen des Stammhirns sowie in der 2 Millimeter dicken Schicht des Cortex. Dazwischen befindet sich weiße Substanz voll mit den Axonen der Cortikalneuronen. Du kannst dir den Cortex daher wie eine große Kommandozentrale vorstellen, die Anweisungen durch die weiße Substanz – die sich nicht nur im Gehirn, sondern auch in anderen Teilen des Zentralnervensystems findet – schickt.   Das Nervensystem besteht aus zwei Teilen: dem Zentralnervensystem mit dem Gehirn und dem Rückenmark sowie dem peripheren Nervensystem mit einer Vielzahl von Neuronen, die vom Rückenmark in den restlichen Körper gehen.   Miteinander kommunizierende Interneuronen sind die häufigste Art von Neuronen. Sie sind klassische Vermittler.   Des Weiteren unterscheidet man zwischen motorischen Neuronen und sensorischen Neuronen, die das periphere Nervensystem bilden. Die Aufgabe motorischer Neuronen ist es, Impulse vom Gehirn und vom Rückenmark an Muskeln und Drüsen weiterzuleiten. Sensorische Neuronen leiten Informationen von den Sinnesorganen an das Gehirn, das Rückenmark sowie das Nervenzentrum im Darm weiter.   Das periphere Nervensystem hat seinen Ursprung im motorischen sowie im somatosensorischen Cortex. Von dort schlängeln sich die sensorischen Neuronen durch die weiße Substanz des Gehirns hinunter zum Rückenmark, das letztendlich nichts anderes als ein massives Bündel von Axonen ist – so wie ein Nerv, nur wesentlich dicker. Vom Rückenmark aus strömen die sensorischen Neuronen in alle Teile des Körpers. Alles, was du spürst wird schließlich im somatosensorischen Cortex verarbeitet.   Vielleicht hast du nun den Eindruck, dass wir das Gehirn und seine Funktionsweise bereits recht gut verstehen. Nun, da müssen wir dich leider enttäuschen und daran erinnern, dass das Gehirn immer noch ein großes Fragezeichen für die Wissenschaft ist. Zwar wissen wir mittlerweile, wie das Gehirn im Kleinen funktioniert und wie Neuronen miteinander kommunizieren. Wir kennen auch das Big Picture, wie das Gehirn aufgebaut ist, welcher Bereich wofür zuständig ist und wie viele Neuronen sich im Gehirn befinden. Was wir jedoch nicht wissen, ist wiedie einzelnen Bereiche des Gehirns ihre Aufgaben erledigen. Einer der unzähligen Gründe hierfür ist die bereits zuvor genannte neuronale Plastizität – diese bedeutet nämlich, dass jedes Gehirn sich aufgrund seiner ganz individuellen Erfahrungen entwickelt und sich selbst geformt hat. Wie ein Gehirn arbeitet, hängt von seinen jeweiligen Erfahrungen im Laufe seines Lebens ab. Neben Arealen wie dem motorischen Cortex und dem visuellen Cortex, die zumindest ansatzweise verstanden werden, gibt es auch Hirnregionen, die nach wie vor ein absolutes Rätsel sind. Zu diesen zählen zum Beispiel das Sprachzentrum sowie die für Mathematik und Erinnerungen zuständigen Areale. Der Frontallappen, also jener Bereich, in dem du lebst, ist bislang sogar völlig unerforscht.   So enttäuschend dies alles auch klingt, das fehlende Verständnis des menschlichen Gehirns ist nicht der Grund, warum die Realisierung von Elon Musks Gehirn-Computer-Interface so schwierig ist. Dieser liegt vielmehr darin, die Herausforderung einer physischen Zusammenarbeit mit dem Gehirn zu meistern. Und dies ist eine monumentale Aufgabe.   Das Gehirn-Computer-Interface   Wahrscheinlich hast du dich beim Lesen bereits gefragt, wann wir endlich zum eigentlichen Thema, dem Gehirn-Computer-Interface, kommen. Keine Sorge, den nächsten Abschnitt werden wir Elon Musks Zauberhütchen und seinem theoretischen Hintergrund widmen. Um dieses zu verstehen, ist jedoch grundlegendes Wissen über das menschliche Gehirn notwendig. Daher war das Vorspiel heute etwas länger. Tut uns leid.   Stell dir vor, ein Mensch, der vor 50 000 Jahren gelebt hat, käme in unsere Zeit. Klar, er wäre von all den Errungenschaften wie Autos, Flugzeugen, Hochhäusern, Computern und dem Internet schier überwältigt. Weniger überwältigt wäre er aber wahrscheinlich, wenn er sehen würde, dass wir immer noch auf die gleiche Art und Weise miteinander reden wie er damals mit seinen Kumpels. Hier hat sich in den letzten 50 000 Jahren nicht gerade viel getan. Auch unsere Körper entsprechen im Großen und Ganzen noch ziemlich genau dem Old-School-Modell – wie kann das eigentlich sein bei all dem technischen Fortschritt? Warum ist unser ganzes Leben von der Nutzung von Hightech geprägt, aber unser Körper und unser Gehirn im Speziellen ist nach wie vor unangetastet? Nun, ein Grund hierfür ist sicher, dass viele Wissenschaftler schlicht und ergreifend davor zurückschrecken, das menschliche Gehirn – also den Kern des Menschseins – zu berühren. Dies scheint sich aber mit Elon Musks Neuralink gerade zu ändern. Vielleicht stehen wir damit auch vor dem nächsten Evolutionsschritt 50 000 Jahre nach der Erfindung der Sprache.   Gehirn-Computer-Interface ist nicht gleich Gehirn-Computer-Interface. Ganz im Gegenteil, es gibt Pläne und Ansätze für zahlreiche verschiedene GCIs, die unterschiedlichen Zwecken dienen. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie zwei grundsätzliche Probleme lösen müssen: Wie bekomme ich die richtige Information aus dem Gehirn? Wie sende ich die richtige Information in das Gehirn?   Die erste Frage zielt darauf ab, wie es möglich sein kann, die von den Neuronen gesendeten Informationen aufzunehmen. Die zweite Frage beschäftigt sich hingegen damit, wie es möglich sein kann, Neuronen zu stimulieren.   Beide Vorgänge laufen natürlicherweise automatisch die ganze Zeit in unserem Gehirn ab. Während du das hier liest, senden die Neuronen deines Gehirns Anweisungen an deine Augen. Diese nehmen wiederum Photonen auf, die Neuronen in der entsprechenden Region deines Gehirns stimulieren, sodass in deinem Gehirn ein Bild dieser Wörter hier entsteht. Dieses Bild stimuliert Neuronen in einem anderen Teil deines Gehirns, sodass du auch die in den Bildern steckenden Informationen verarbeitest. Neuronen senden und nehmen also Informationen entgegen – und genau hier wollen GCIs dazwischenfunken.   Du denkst dir jetzt vielleicht, dass das ja nun nicht so schwierig sein kann. Schließlich geht es ja nur um etwa 20 Milliarden kleine Neuronen, die im lediglich 2 Millimeter dicken Cortex sitzen. Könnten wir dort ein bisschen reinfunken, würden wir eine nie dagewesene Kontrolle über uns und auch die Welt erlangen.   Schließlich sind Neuronen auch 100 000-mal so groß wie Atome, und die können wir immerhin schon spalten. Wo ist also das verdammte Problem? Nun, betrachten wir den Sektor der Neurowissenschaften und die immensen Fortschritte, die laufend in diesem gemacht werden, ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis wir neuronale Aktivitäten beeinflussen und steuern können. ABER: Wir wissen immer noch nicht, wie das Gehirn funktioniert.   Lass uns versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Dafür benötigen wir wieder unseren ausgefalteten Cortex in der Größe 48 cm x 48 cm.   Stell dir vor, wir vergrößern diesen um das 1000-fache – dann hätte er die Seitenlänge von sechs Straßenblocks in Manhattan und du würdest etwa 25 Minuten benötigen, um einmal um ihn herum zu laufen. In diesem Maßstab würde das Gehirn selbst in den Madison Square Garden passen, es wäre bloß doppelt so hoch.   Der 2 mm dicke Cortex wäre nun 2 m dick und wir könnten bequem sehen, was in ihm passiert. Dazu müssten wir idealerweise nur einen Würfel von der Größe eines Kubikmeters aus unserem ausgerollten Cortex schneiden, das Durcheinander, das in diesem herrscht, ausleeren und versuchen, alles wieder einzufügen.   Zuerst würden wir die Somas wieder zurück in den Cortex-Würfel bringen. Diese wären etwa 1 bis 1,5 cm dick. In unserem Cortex-Würfel würden sich rund 40 000 Neuronen befinden und jedes Soma würde 3 cm Platz einnehmen und in allen Richtungen 3 cm Abstand zu seinen Freunden haben.   Neuronen bestehen jedoch nicht nur aus Somas, sondern auch aus fühlerartigen Dendriten, die sich über drei bis vier Meter in verschiedene Richtungen erstrecken würden, sowie aus bis zu 100 Meter langen Axonen. Darüber hinaus hätten wir auch noch mehr als 20 Millionen Synapsen, also neuronale Verbindungen zwischen den einzelnen Neuronen. UND dann wären da noch die unzähligen aus anderen Teilen des Cortex kommenden Axone. Somit hätten wir im Grunde einen großen Haufen elektrische Spaghetti, in dem wir kaum herausfinden könnten, welche Neuronen wir nun genau stimulieren möchten. Ach ja, und da wäre auch noch das Problem der neuronalen Plastizität. Die Spannung der Neuronen ändert sich bis zu hundertmal in der Sekunde. Die Millionen von Synapsen in unserem Cortex-Würfel ändern ihre Größe ständig und tauchen auf und verschwinden spontan. Neuronen sind aber nicht die einzige Herausforderung in unserem Cortex-Würfel. Neben diesen gibt es auch noch rund 40 000Gliazellen in diesem. Diese haben verschiedene Aufgaben wie zum Beispiel das Einwickeln von Axonen in Myelin und das Auffangen von Chemikalien. Darüber hinaus fungieren sie auch als das Immunsystem des Gehirns.   Der dritte Spieler im Bunde sind Blutgefäße. In unserem Cortex-Würfel befänden sich rund ein Kilometer Blutgefäße. Es geht also so richtig ab – und das in nur einem Kubikmillimeter. Wer nun ein Gehirn-Computer-Interface entwickeln möchte, muss einerseits herausfinden, was die einzelnen Somas in bestimmten Regionen des Cortex sagen, und andererseits genau die richtigen Somas stimulieren, um sie dazu zu bringen, genau das zu tun, was die Wissenschaftler möchten. Viel Erfolg!   Das Alles wäre schon schwierig genug in unserem tausendfach vergrößerten und aufgefaltetem Modell – in Wirklichkeit müssen Wissenschaftler jedoch mit einem originalgroßen und gefalteten Cortex arbeiten. Von diesem ist lediglich ein Drittel seiner Oberfläche frei zugänglich, der Rest ist in Falten versteckt.   Darüber hinaus können Wissenschaftler nicht in Laboren an frei liegenden Gehirnen arbeiten, sondern müssen mit in lebenden Menschen steckenden Gehirnen Vorlieb nehmen und dabei natürlich so nicht-invasiv wie möglich vorgehen. Dabei ist der Cortex nicht die einzige Hirnregion im Visier der Wissenschaft. Einige interessante Konzepte für Gehirn-Computer-Interfaces zielen auf weit tieferliegende Regionen des Gehirns ab, was die ganze Sache natürlich nicht unbedingt einfacher macht. Die Frage, die uns nun beschäftigt, lautet: Wie gehen Wissenschaftler mit all diesen Problemen um und wie wollen sie diese Hürden überwinden?   Der momentane Stand der Wissenschaft   Um Informationen von Neuronen zu sammeln, benötigt man die richtigen Instrumente. Bei diesen spielen vor allem drei Faktoren eine ausschlaggebende Rolle: Invasivität: Ist ein operativer Eingriff nötig und wenn ja, wie invasiv ist dieser Reichweite: Wie viele Neuronen können gleichzeitig stimuliert werden Auflösung:Hier geht es darum, wie detailliert die empfangenen Informationen sind. Dies umfasst sowohl eine räumliche als auch eine zeitliche Komponente.   Das langfristige Ziel besteht natürlich darin, Instrumente zur Verfügung zu haben, die in allen drei Kriterien überzeugen können. Momentan müssen Wissenschaftler allerdings noch Kompromisse eingehen und sich fragen, auf welches Kriterium sie am ehesten verzichten können. Die aktuell verwendeten Instrumente können leider nicht in allen drei Bereichen überzeugen. Aber lass uns einmal einen Blick auf die momentane Auswahl an Instrumenten werfen.   Mit diesen Instrumenten können Informationen von Neuronen gesammelt werden   Elektroenzephalogramm – EEG: Dieses Instrument punktet bei den Kriterien Reichweite sowie Invasivität, hat jedoch nur eine niedrige räumliche sowie eine mittlere zeitliche Auflösung. Mit einem EEG lassen sich elektronische Aktivitäten im Gehirn aufzeichnen – allerdings nur in ihrer Gesamtheit und nicht von einzelnen Neuronen. Elektrocorticography – ECoG: Hier überzeugen Reichweite und die hohe zeitliche Auflösung. Das Funktionsprinzip ist das gleiche wie beim EEG – nur dass die Elektroden hier direkt auf die Gehirnoberfläche – für gewöhnlich unter der Dura Mater – platziert werden. So können auch die Störeinflüsse des Schädels beseitigt und die Signale einzelner Neuronen besser erkannt werden. Leider handelt es sich hierbei jedoch offensichtlich um einen invasiven Eingriff. Local Field Potential – LFP: Dieses Verfahren hat zwar nur eine geringe Reichweite, dafür jedoch eine hohe zeitliche sowie eine mittlere räumliche Auflösung. Oh, und es ist überaus invasiv. Bei LFP werden keine Elektroden an der Oberfläche des Gehirns angebracht, sondern winzig kleine Nadeln mit Elektroden an den Köpfen ein oder zwei Millimeter in den Cortex eingeführt. So nehmen sie den Durchschnitt der elektrischen Ladung aller Neuronen in einem bestimmten Umkreis auf.   Der große Nachteil dieses Verfahrens liegt in seiner geringen Reichweite. Aus diesem Grund ist es inzwischen so weiterentwickelt worden, dass bis zu 100 Nadeln gleichzeitig in eine Region des Cortex gesenkt werden können. Dies ermöglicht es, einzelne Signale in einem größeren Bereich aufzunehmen. Single-Unit Recording: Hier steht eine sehr hohe Auflösung einer extrem niedrigen Reichweite sowie hoher Invasivität gegenüber. Die hier benutzten Nadelelektroden haben eine sehr scharfe Spitze, um so einen höheren Widerstand zu erreichen. Auf diese Weise können die Signale extrem naher Neuronen ohne Hintergrundgeräusche aufgenommen werden. Darüber hinaus werden auch Elektroden ohne Spitze eingesetzt, die ähnlich wie eine Pipette ein Stück eines Neurons ansaugen, um so noch klarere Aufnahmen zu erhalten. Im Gegensatz dazu werden bei Sharp Electrode Recording extrem scharfe Elektroden in Neuronen eingeführt.   Das sind also die Instrumente, die Neurowissenschaftlern zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen – unglaublich fortgeschritten und gleichzeitig immer bei weitem noch nicht elaboriert genug. Dennoch haben sie es möglich gemacht, fundamentales Wissen über das Gehirn zu gewinnen und bereits erste einfache Gehirn-Computer-Interfaces zu entwickeln. Diese wollen wir uns jetzt einmal etwas genauer ansehen.   Neuralinks Vorgänger: Diese 3 Arten von Gehirn-Computer-Interfaces gibt es bereits   Das erste Gehirn-Computer-Interface geht zurück auf das Jahr 1969. Damals ist es dem Wissenschaftler Eberhard Fetz gelungen, ein einzelnes Neuron in einem Affengehirn mit einer Wählvorrichtung vor dem Affen zu verbinden. Jedes Mal, wenn der Affe so dachte, dass sich die Wählvorrichtung bewegte, bekam er eine Belohnung – das war die Geburtsstunde des ersten Gehirn-Computer-Interfaces.   In den folgenden Jahrzehnten hat sich kaum etwas auf dem Gebiet der Gehirn-Computer-Interfaces getan. Dies sollte sich erst in den 90er-Jahren ändern, als die Dinge langsam in Fahrt kamen. Unserem Wissensstand über das Gehirn entsprechend haben sich die Bemühungen stets auf jene Regionen des Gehirns konzentriert, die wir am besten verstehen. Dazu zählen zum Beispiel der motorische und der visuelle Cortex. Heute unterscheiden wir drei Arten von Gehirn-Computer-Interfaces, die bereits erfolgreich eingesetzt werden.   Nummer 1: Gehirn-Computer-Interfaces, die auf den motorischen Cortex abzielen   Der motorische Cortex hat zwei große Vorteile: Wir verstehen ihn im Vergleich zu anderen Regionen relativ gut und er ist außerdem sehr übersichtlich, das heißt, bestimmte Bereiche des motorischen Cortex kontrollieren auch bestimmte Körperteile. Das macht den motorischen Cortex geradezu zum idealen Ziel für ein Gehirn-Computer-Interface. Ach ja, darüber hinaus ist dieser Bereich des Gehirns eine der Hauptsteuereinheiten, die unsere physischen Bewegungen kontrolliert. Somit handelt es sich bei ihm bereits um eine Art Fernbedienung.   Für den motorischen Cortex konzipierte GCIs zielen darauf ab, dass du mit diesem nicht nur deine eigenen Körperteile, sondern auch Maschinen steuern kannst. So wie Nerven die Verbindung zwischen deinem motorischen Cortex und deinen Gliedmaßen sind, soll das GCI die Verbindung zwischen deinem motorischen Cortex und einem Computer sein.   Heute ist es bereits möglich, dass vom Hals abwärts gelähmte Personen einen Cursor auf einem Bildschirm nur mit ihren Gedanken steuern. Dafür wird ein Multielektroden-Feld in den motorischen Cortex der Person implantiert. Dieser funktioniert nach wie vor einwandfrei, das Problem liegt schließlich beim Rückenmark. Auf diese Weise kann die Person dann über die Elektroden in ihrem motorischen Cortex den Cursor auf dem Computerbildschirm steuern. Die implantierten Elektroden zeichnen auf, welche Neuronen feuern, wenn die Person ihren Arm nach links bewegen will, und welche Neuronen feuern, wenn die Person ihren Arm nach rechts bewegen will. Diese Daten werden dann auf einen Computer übertragen, der das so gewonnene Muster aufzeichnet.   Nach diesem Prinzip ist es auch möglich, Armprothesen ähnlich wie Gliedmaßen zu steuern. Der bisherige Höhepunkt dieser Forschungen ist das von Miguel Nicolelis entwickelte Exoskelett, mit dem ein gelähmter Mann bei der Fußball-WM den Eröffnungskick machen konnte. Hierin liegt die Basis für zukünftige Technologien – wie eben Elon Musks Brain-to-Brain-Kommunikation. Wie diese aussehen könnte, wurde ebenfalls von Miguel Nicolelis bereits eindrucksvoll demonstriert. Dieser hat in einem Experiment den motorischen Cortex einer Ratte in den USA sowie jenen einer Ratte in Brasilien via Internet miteinander verbunden. Die Ratte in Brasilien war in einem Käfig mit zwei transparenten Boxen, von denen eine eine Belohnung enthielt. Um an diese zu gelangen, musste die Ratte einen Hebel drücken. Die Ratte in den USA befand sich ebenfalls in einem Käfig mit zwei Boxen, von denen in einer eine Belohnung wartete. Diese Boxen waren allerdings nicht transparent und so hatte die Ratte keine Ahnung, in welcher Box sich die Belohnung befand. Allerdings erhielten beide Ratten ihre Belohnung nur, wenn die ahnungslose US-Ratte den richtigen Hebel drückte. Diese erhielt Informationen aber nur vom motorischen Cortex der brasilianischen Ratte. Erstaunlicherweise wurden die Ratten mit der Zeit immer besser und besser, bis ihre beiden Corteces fast wie ein einziges Nervensystem arbeiteten. Beeindruckend, oder?   Nummer 2: Gehirn-Computer-Interfaces als künstliche Augen und Ohren   Ähnlich wie den motorischen Cortex verstehen Wissenschaftler auch den sensorischen Cortex bereits recht gut. Dies ist einer der Gründe, warum Gehirn-Computer-Interfaces in Form künstlicher Augen und Ohren zum Teil bereits Realität sind. Darüber hinaus ist es oft nicht nötig, direkt in das Gehirn einzudringen, sondern es reicht aus, sich mit den Regionen, die Augen und Ohren mit dem Gehirn verbinden, zu beschäftigen.   Im Gegensatz zu unseren Gehirn-Computer-Interfaces der ersten Gruppe, die auf den motorischen Cortex abzielen, geht es hier nicht darum, Informationen aus den Neuronen herauszubekommen, sondern darum, Neuronen zu stimulieren und Informationen zu ihnen zu schicken.   Was das Gehör betrifft, ist das Cochlear-Implantat ein Meilenstein. Bei diesem handelt es sich um einen kleinen Computer, der auf der im Ohr gelegenen Seite ein Mikrophon hat und ein Kabel auf der anderen Seite. Dieses ist mit einer Reihe von Elektroden an der Hörschnecke (Cochlea) verbunden. Das Ganze funktioniert wie ein natürliches Ohr und kann daher zurecht als künstliches Ohr bezeichnet werden.   Und obwohl die Hörqualität derzeitiger Cochlea-Implantate noch lange nicht an jene gesunder Ohren heranreicht, ermöglichen sie es dennoch, dass Gehörlose mit einem intakten Hörnerv verbale Kommunikation mit anderen Menschen betreiben können.   Auch was das Sehen betrifft, konnten bereits ähnliche Fortschritte erzielt werden. Retinal-Implantate können die Aufgabe gesunder Augen übernehmen und Informationen in Form elektrischer Impulse an Nerven weitergeben.   Zwar haben aktuelle Retinal-Implantate lediglich 60 Sensoren, denen rund eine Million Neuronen der Retina gegenüberstehen, die stete Weiterentwicklung verspricht für die Zukunft jedoch wesentlich bessere Sehergebnisse. So soll es mit 600 bis 1000 Elektroden bereits möglich sein, Gesichter zu erkennen und zu lesen.   Nummer 3: Gehirn-Computer-Interfaces zur Stimulation des Gehirns   Bei dieser Kategorie der GCIs geht es nicht um Kommunikation, sondern darum, im Inneren des Gehirns Veränderungen herbeizuführen, um bestimmte Funktionen zu verbessern. Für gewöhnlich werden bei diesem Verfahren ein oder zwei Kabel mit Elektroden in das Gehirn – oft in das limbische System – implantiert, während ein kleiner Schrittmacher in die Brust eingesetzt wird.   Diese Form der GCIs wird heute zum Beispiel zur Behandlung von Parkinson und OCD eingesetzt. Als Behandlungsmethode bei Phantomschmerzen nach Amputationen, bei Depressionen, bei PTSD und bei Migräne befindet sich der Einsatz von GCIs noch in der Erprobungsphase. Da diese jedoch auch bei anderen neurologischen Erkrankungen bereits erfolgreich eingesetzt werden, darf auch hier mit raschen Fortschritten gerechnet werden.   Vor diesen Herausforderungen steht Elon Musk mit Neuralink   Nachdem du den Status quo im Bereich Gehirn-Computer-Interfaces nun kennst und genug Wissen über die Funktionsweise des Gehirns hast, können wir einen Blick in die Zukunft wagen. Zuerst sollten wir uns aber noch kurz mit Elon Musks Unternehmensphilosophie beschäftigen. Elon Musks Vorgehensweise ist bei all seinen Unternehmen im Grunde die gleiche: Er findet etwas, das das Potenzial dazu hat, die Lebensqualität der Menschheit deutlich zu steigern. Dabei ist ihm bewusst, dass wichtige Veränderungen, die die gesamte Menschheit betreffen, dann am schnellsten vonstatten gehen, wenn der menschliche Koloss an diesen arbeitet. Er weiß aber auch, dass der menschliche Koloss nur dann anfängt zu arbeiten, wenn es gute ökonomische Gründe dafür gibt. Kurz: wenn es sich lohnt, Ressourcen zu investieren.   Elon Musk tritt meist als diejenige Kraft in Erscheinung, die den entscheidenden Startfunken liefert, sodass eine Veränderung endlich in Gang gebracht wird. Dies ist auch der Grund, warum er selbst im Engineering-Bereich und nicht etwa in der Wissenschaft tätig ist. Er sieht den Bereich Engineering nämlich als jenen, der den Fortschritt am ehesten zurückhält. Daraus folgt gleichzeitig, dass die Bereiche Wissenschaft, Business und Industrie von Engineering abhängig sind. Der Bereich Engineering ist daher der entscheidende Funke, der den Motor überhaupt erst zum Laufen bringt.   Das erste erklärte Ziel von Neuralink ist es, Gehirn-Computer-Interfaces zu entwickeln, die bei bestimmten Schädigungen des Gehirns – etwa nach einem Schlaganfall oder nach Verletzungen – eingesetzt werden. Diese sollen in etwa vier Jahren serienreif sein. Alles, was darüber hinaus geht, ist jedoch weit weniger klar. Letztendlich geht es darum, den Funken, der die Neuro-Revolution auslöst, zu finden. Die Frage dabei ist: Welcher Funke wird das sein? Auf jeden Fall hat es sich Elon Musk mit Neuralink zur Aufgabe gemacht, dieser Funke zu sein. Dabei werden neben technologischen Hürden aber auch noch andere Probleme auf ihn warten.   Problem Nummer 1: Die Menschen sind skeptisch   Umfragen sprechen eine klare Sprache: So fürchten sich US-Amerikaner vor Gehirn-Computer-Interfaces noch mehr als vor Gen-Manipulation. Dabei spielt sicherlich die hinlänglich in der Bevölkerung verbreitete Vorstellung von GCIs eine ausschlaggebende Rolle. Diese unterscheidet sich natürlich fundamental von dem, was Elon Musk im Sinn hat. So erklärt Neuralink Mit-Gründer Flip Sabes, dass Computerchips im Gehirn – etwa in Form des Cochlear-Implantates oder von Gehirnstimulation bei Parkinson – längst Realität sind. Für ihn ist es daher kein so großer Schritt mehr hin zu Implantaten, die Informationen aus dem Gehirn lesen und in dieses senden. Betrachtet man die Geschichte anderer bahnbrechender biotechnologischer Erfindungen wie Herzschrittmachern oder auch Organtransplantationen, kann es gut sein, dass Flip Sabes recht behält.   Problem Nummer 2: Wir verstehen das Gehirn nicht   Dass wir das Gehirn so gut wie gar nicht verstehen, haben wir im Laufe dieses Texts bereits ausführlich behandelt. ABER: Auch hier kann Flip Sabes beruhigen. So erklärt er, dass es durchaus möglich sei, das Gehirn zu decoden, ohne die Dynamiken der Abläufe im Gehirn wirklich zu verstehen. So ist das Auslesen der Daten aus dem Gehirn ein technisches Problem, während das Verstehen des Ursprungs dieser Daten und der Organisation der Neuronen ein ganz anderes Problem ist.   So würde es bereits ausreichen, wenn wir technisch dazu in der Lage wären, Neuronen mit Computern sprechen zu lassen. Die lernfähige Maschine erledigt dann den Rest, was uns wiederum neues Wissen über das Gehirn liefern wird.   Problem Nummer 3: Verärgerte Mega-Konzerne   Mit seinen Unternehmen betritt Elon Musk immer Terrain, das bereits von kräftigen und mächtigen Platzhirschen beherrscht wird. Bislang handelte es sich hierbei um die Autoindustrie, die Öl- und Gasindustrie sowie die Militärindustrie. Diese können es in der Regel überhaupt nicht leiden, wenn plötzlich jemand daher kommt und versucht, Ihnen das Wasser abzugraben.   Bei Neuralink ist das nun doch etwas anders, denn hier gibt es bislang keine Industrie und somit auch keine Disruption. Eine echte Neuro-Revolution würde hingegen eine Disruption für alle Industriezweige bedeuten.   Problem Nummer 4: Die Bandbreite   Bis jetzt hat noch niemand jemals mehr als ein paar hundert Elektroden in das menschliche Gehirn gepflanzt. Wir wollen es an dieser Stelle nicht spannender machen, als es unbedingt sein muss: Diese Anzahl wird nicht ausreichen.   Für Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation benötigen wir eine deutlich höhere Bandbreite – laut Neuralink-Team müssen es wohl eine Million Elektroden im Gehirn sein. Dabei verhält es sich hier jedoch wahrscheinlich ähnlich wie bei der Entwicklung des Computerchips. So geht man bei Neuralink davon aus, dass auch im Bereich der Elektroden für GCIs Moore´s Law zum Tragen kommen wird. Dann wäre das Ziel von einer Million Elektroden im Jahr 2034 erreicht. Und im Moment deutet alles darauf hin, dass dies tatsächlich der Fall ist. Problem Nummer 5: Die Implantation des Zauberhütchens   Wer lässt sich schon gerne den Schädel aufsägen?   Eines ist klar: So lange es notwendig ist, den Schädel zu öffnen, werden sich Gehirn-Computer-Interfaces nicht großflächig durchsetzen.   Nicht-Invasivität ist daher eine der Hauptvoraussetzungen für den Erfolg von Neuralinks GCI. Die andere wäre eine automatisierte Anbringung des Interfaces mit Maschinen, wie sie heute ähnlich für LASIK-Eingriffe eingesetzt werden. Würde beides Realität, würde dies einer Revolution gleichen.   Neben der Implantation bzw. Anbringung des Interfaces stellen sich jedoch noch weitere Probleme. So haben Menschen mit GCIs heute noch Drähte aus dem Kopf hängen – ein Problem, das unbedingt gelöst werden muss. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Fragen zur Energieversorgung, der Biokompatibilität, dem Platzbedarf und vor allem auch der Kommunikation mit Neuronen.   Auch wenn die Probleme momentan noch schier unüberwindbar wirken, sollten wir nicht vergessen, dass dies höchstwahrscheinlich auch bei anderen Erfindungen der Fall war. Letztendlich wurden aber auch diese Realität und Normalität.   So wird Elon Musk Zauberhütchen die Welt verändern   Früher oder später wird es gelingen, massentaugliche Gehirn-Computer-Interfaces zu entwickeln und deren Einsatz wird die Gesellschaft von Grund auf verändern. Bei genauerer Betrachtung der menschlichen Geschichte – wie wir sie in diesem Artikel beleuchtet haben – sind GCIs aber mehr eine logische Fortführung der bisherigen Entwicklung als eine Revolution. Am Anfang war das Säugetiergehirn, dann kam die Sprache, dann die Schrift, dann der Buchdruck, dann die Elektrizität, dann das Telefon, das Radio und der Fernseher, dann der Computer und dann schließlich das Internet. Wenn du diese Entwicklung stringent weiter denkst, sind Gehirn-Computer-Interfaces der logische nächste Schritt.   Bereits jetzt befinden wir uns am Anfang von Augmented und Virtual Reality, die unsere reale Welt mit der digitalen verschmelzen lassen. Und Gehirn-Computer-Interfaces machen nichts anderes, als diese direkt in unser Gehirn zu transportieren.   Jenes Gehirn-Computer-Interface, das schließlich den Durchbruch für diese Technik darstellen wird, wird sich nahtlos in unser Gehirn einfügen – so als wäre es einfach ein weiterer Teil des Cortex. Es würde es uns ermöglichen, drahtlos mit anderen Trägern eines solchen Interfaces, mit Computern und mit der Cloud zu kommunizieren. Kurz: Es würde unser Denken aus unseren Köpfen hinaus bringen. Und genau das will Elon Musk mit Neuralink erreichen.   Elon Musk bezeichnet sein Gehirn-Computer-Interface als dritte Stufe des Gehirns. Die erste Stufe ist das limbische System und die zweite der Cortex. Elon Musk will unseren Gehirnen also eine dritte, digitale Ausbaustufe verpassen. Für ihn sind Computer, Smartphones und verschiedene Applications bereits die dritte Ausbaustufe unserer Sinne und wir schon weit näher am Cyborg, als wir wahrhaben wollen. Für viele gleicht der Verlust ihres Smartphones dem Verlust einer Gliedmaße, so wichtig ist dieses bereits für sie. Letztendlich sind wir und ist unser Alltag technisch schon so weit aufgerüstet, dass wir ohne unsere technischen Extensions nicht mehr leben können und wollen. Jeder von uns ist längst nicht mehr bloß reale Person, sondern besitzt auch ein digitales Ich, das er mittels entsprechender Endgeräte und Internet in wenigen Sekunden rund um die Welt schicken kann. Wie groß ist der Schritt hin zum Gehirn-Computer-Interface dann also tatsächlich noch?   Die Antwort auf diese Frage ist simpel: In Wirklichkeit ist er weit kleiner, als er sich für uns anfühlt. Letzten Endes liegt der Unterschied zu jetzt lediglich in einem anderen Medium. Auch jetzt sind Sprache, Telefon,Computer und Internet nur Instrumente, um Gedanken von einem Gehirn in ein anderes zu senden. Seltsamerweise akzeptieren wir dies jedoch wesentlich einfacher, wenn diese Instrumente nicht fest mit unserem Körper verbunden sind. Elon Musk sieht das jedoch deutlich anders. Für ihn machen die Fähigkeiten einen Cyborg aus und nicht, ob sich seine technische Ausstattung außerhalb oder innerhalb seines Körpers befindet. Die Frage ist nicht, ob wir Cyborges werden sollen – diese sind wir ja längst – sondern, ob wir uns vom primitiven Cyborg zur Hochleistungsversion upgraden wollen.   Ein Gehirn-Computer-Interface würde schließlich nur bedeuten, dass wir die dritte Ausbaustufe unseres Gehirn, die wir ja jetzt auch schon nutzen, von außerhalb unseres Gehirns ins Innere verlegen. Alle Endgeräte würden somit überflüssig und durch unser aufgerüstetes Gehirn ersetzt werden. Dies würde nicht nur die Mensch-Computer-Kommunikation revolutionieren, sondern auch die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation. Diese müsste plötzlich deutlich weniger Hürden überwinden und wäre somit viel schneller und effektiver. Der Unterschied würde sich in der Realität bemerkbar machen wie jener zwischen einer der ersten Internetverbindungen und modernem High-Speed-internet. Nicht umsonst spricht Elon Musk immer wieder von der Bandbreite und ihrer großen Bedeutung für die Effizienz unserer Kommunikation.   So würde sein Zauberhütchen nicht nur Endgeräte wie Smartphone und Computer überflüssig machen, sondern auch unsere Hände und unsere Stimmbänder. Kommunikation würde direkt von Gehirn zu Gehirn stattfinden und dementsprechend effizient sein. Doch das ist noch nicht alles: Darüber hinaus wäre Kommunikation plötzlich auch wesentlich genauer, denn das Gehirn müsste Gesprochenes oder Geschriebenes nicht länger interpretieren und entschlüsseln, um die tatsächliche Botschaft zu verstehen. Diese würde einfach direkt ankommen. Jeder von uns kennt den Kampf, die richtigen Worte zu finden, damit das, was man meint auch richtig beim Gegenüber ankommt. Nun, mit Elon Musks Zauberhütchen würde immer alles genau so ankommen, wie du es meinst, denn du sendest ja direkt aus deinem Gehirn und musst deine Gedanken nicht erst umständlich in Sprache umwandeln. Jetzt kommunizieren wir sozusagen in Low Resolution, aber mit Neuralink würden wir auf HD aufrüsten. Oder stell dir vor, du hast einen Film gesehen und beschreibst ihn dann einem Freund – das ist unser momentaner Stand. Mit Neuralink wäre es so, als ob ihr beide den Film gesehen hättet.   Elon Musk bezeichnet menschliche Kommunikation als sehr lossy. Vieles geht durch die Translation von Gedanken in Sprache verloren, sodass wir erstens nie sicher sein können, ob das, was wir senden wollen auch beim Gegenüber ankommt und es zweitens für uns auch sehr umständlich ist, unsere Gedanken für andere zugänglich zu machen. Dies gilt nicht nur für die Nutzung von Sprache, sondern auch für Bilder, Musik und Videos. Auch wenn diese Informationen sowie Emotionen oft nuancierter vermitteln können, reichen sie dennoch nicht an die Fülle unserer Gedanken heran. Letzten Endes ist Kommunikation immer der Versuch eines Gehirns, etwas mit einem anderen Gehirn zu teilen. Und genau das möchte Elon Musk mit Neuralink deutlich vereinfachen, indem er Hilfsmittel überflüssig werden lässt. Vielleicht fängt damit auch die zweite große Ära der Kommunikation an – standen am Beginn isolierte Gehirne, gefolgt von der Ära der indirekten Gehirnkommunikation, wären wir dann im Zeitalter der direkten Gehirnkommunikation. Möglicherweise befinden wir uns jetzt gerade an der Schwelle zu dieser neuen Ära und vielleicht wird unsere Zeit einmal jene der digitalen Hilfsmittel sein. Im neuen Zeitalter der direkten Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation werden diese obsolet sein und wir werden keine Computer und keine Smartphones mehr benötigen – alles, was wir heute an Endgeräten haben, wird dann in unseren Köpfen sein.   Das Zeitalter der Gehirn-Computer-Interfaces hat bereits begonnen   Revolutionäre und allumfassende Veränderungen wie der Übergang von der indirekten Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation zur direkten erfolgen niemals über Nacht, sondern immer schrittweise. Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, dass die Ära der Gehirn-Computer-Interfaces bereits begonnen hat. So gibt es bereits heute tausende von Menschen, die mit einem Cochlea-Implantat hören, mit einem Retinal-Implantat sehen und die dank Implantaten in ihrem Gehirn Krankheiten wie Parkinson trotzen. Und bei all diesen Implantaten handelt es sich bereits um Gehirn-Computer-Interfaces.   Als nächster Schritt werden GCIs wahrscheinlich dafür eingesetzt werden, um eingeschränkte Körperfunktionen wiederherzustellen – wie zum Beispiel bei der Steuerung von Armprothesen. Darüber hinaus geht es Elon Musk jedoch auch um die Wiederherstellung verloren gegangener Hirnfunktionen, etwa nach Operationen, Schlaganfällen oder aber auch aufgrund hohen Alters. So könnte zum Beispiel im Fall von Demenzkranken Memory Enhancement eingesetzt werden, um das schwächer werdende Gedächtnis zu unterstützen.   Irgendwann werden Blindheit und Taubheit – egal ob ursächlich im jeweiligen Sinnesorgan oder im Gehirn lokalisiert – der Vergangenheit angehören. Irgendwann werden sogar perfekte Sicht und Hörkraft wiederherstellbar sein – und Millionen von Menschen werden plötzlich eine bis dato für sie unerreichbare Lebensqualität erfahren. Prothesen und sogar vollständige Exoskelette werden dazu in der Lage sein, sowohl motorische als auch sensorische Fähigkeiten zu übernehmen. Das bedeutet, dass Amputationen und Lähmungen nur einen minimalen Langzeiteffekt haben werden.   Auch für an Alzheimer Erkrankte sind die Prognosen positiv: Da bei dieser Krankheit die Erinnerungen selbst oft nicht verloren sind, sondern lediglich die Brücken zu diesen, könnten GCIs diese irgendwann ersetzen.   Und dann wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem auch gesunde Menschen Interesse an Gehirn-Computer-Interfaces haben werden. Deren Verbreitung wird wahrscheinlich einem ähnlichen Muster folgen wie jene des Mobiltelefons: Was anfangs noch den Reichen vorbehalten war, hat sich letztendlich bei allen Bevölkerungsschichten durchgesetzt.   So wird Neuralink die Kommunikation verändern   Wenn wir von Kommunikation in Zusammenhang mit Neuralink sprechen, können wir sowohl Kommunikation zwischen Menschen als auch Kommunikation zwischen Menschen und Computern meinen. Letztendlich geht es immer um den motorischen Cortex als Fernbedienung. Was bei Menschen mit Lähmungen und amputierten Gliedmaßen beginnt, wird sich später bei gesunden Menschen in Form von Augmentation Applications fortsetzen. Irgendwann wirst du deinen motorischen Cortex dazu benutzen, um dein Auto bis zu deiner Haustüre rollen zu lassen, um deine Eingangstür aufzusperren, um deine Kaffeemaschine zu bedienen und um die Heizung zu regulieren.   Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation mit Neuralink   Um dir diese Idee vorstellen zu können, solltest du alles, was du über sprachliche Kommunikation weißt, vergessen. Wie wir bereits erwähnt haben, ist menschliche – und besonders verbale Kommunikation – lossy, das heißt, auf dem Weg vom Sender zum Empfänger geht vieles verloren. Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation mit Neuralink wird eher dem Ansehen eines Films gleichen. Dabei ist es selbstverständlich alles andere als einfach, sich momentan vorzustellen, wie es wäre, gemeinsam mit jemand anderem zu denken – schließlich hat das auch noch niemand ausprobiert. Dabei wäre es im Zeitalter von Neuralink auch möglich, in Gruppen zu denken. Die einzelnen Mitglieder der Gruppe könnten sich dabei auch auf verschiedenen Kontinenten befinden und dennoch ihre Gehirne zu einem großen Denkzentrum zusammenschließen. Wahrscheinlich denkst du jetzt das gleiche, was alle Menschen bei dieser Vorstellung in den Sinn kommt: Können dann alle meine Gedanken lesen?   Nein, können sie nicht. Laut Elon Musk wäre diese Kommunikation selbstverständlich auch willensbasiert und jeder würde nur das von seinen Gedanken freigeben, was ihm angenehm ist. Eben ganz so wie jetzt beim Sprechen.   Darüber hinaus musst du dir auch keine Sorgen über den Verlust deiner Individualität machen. Die bisherigen Erfahrungen und Entwicklungen haben gezeigt, dass technischer Fortschritt Individualität immer verstärkt.   Multimedia-Kommunikation mit Neuralink   Stell dir vor, du hast ein exaktes Bild von etwas in deinem Kopf, und kannst dieses Bild detailgetreu in das Gehirn einer anderen Person senden. Wie viel einfacher wäre dies, als immer auf umständliche verbale Beschreibungen, die deine Idee niemals tatsächlich wiedergeben können, zurückzugreifen.   Dies würde Ingenieuren, Architekten und Designern vollkommen neue Möglichkeiten eröffnen, das Anfertigen von Skizzen hinfällig werden lassen und wesentlich schnelleres Arbeiten erlauben.   Emotionale Kommunikation mit Neuralink   Wir alle wissen, dass es manchmal überaus schwierig bis gar unmöglich ist, Gefühle in Worte zu fassen. Gefühle sind für jeden Menschen einzigartig, und wenn du sagst, dass du traurig bist, meinst du vielleicht etwas anderes als dein Nachbar.   Wie viel einfacher wäre es da, wenn wir unser Gegenüber unsere Gefühle einfach direkt vermitteln und spüren lassen könnten. Auch das soll mit Neuralink möglich sein, indem die eigenen Gefühle direkt in das limbische System anderer Menschen projiziert werden. Auf diese Weise sollen wir die nächste Stufe der Empathie erreichen.   Sensorische Kommunikation mit Neuralink   Ein weiteres Ziel von Neuralink ist es, den Menschen ein breiteres Spektrum an sensorischen Erfahrungen zu ermöglichen. So soll Neuralink so etwas wie ein weiteres Sinnesorgan werden, das den Menschen seine Umwelt auf komplett neue Art und Weise erfahren lässt. Darüber hinaus lässt sich mit Neuralink selbstverständlich auch der sensorische Output steigern – stell dir vor, du könntest einen anderen Menschen zum Beispiel eine besonders schöne Aussicht durch deine Augen sehen lassen, indem deine Retina sich über Neuralink mit seinem visuellen Cortex verbindet. Faszinierend, oder? Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Sinnesorgane. Zudem könntest du Werkzeuge wie einen elften Finger bewegen, denn sie wären direkt mit deinem motorischen Cortex verbunden. Alleine auf dem Gebiet der Chirurgie wäre dies ein immenser Fortschritt und Gewinn für alle.   Du könntest auch deine Erinnerungen exakt aufnehmen und bei Bedarf erneut abspulen und wieder erleben. Alle YouTube-Videos, die wir jetzt ansehen können, könnten wir mit Neuralink erleben. Das heißt, jeder wäre in der Lage, alles zu erleben.   So kannst du mit Neuralink dein Gehirn kontrollieren   Verbesserte Kommunikation ist nur eines der Ziele, die Elon Musk mit Neuralink verfolgt. Ein anderes ist ein höheres Level von Kontrolle über das eigene Gehirn.   So könnte Neuralink zum Beispiel die Koordination von limbischem System und präfrontalem Cortex deutlich optimieren. Momentan gestaltet sich die Zusammenarbeit dieser beiden Areale mitunter durchaus schwierig, etwa wenn es darum geht, ob du das dritte Stück Kuchen auch noch essen solltest oder lieber doch nicht. Dein limbisches System wird sicher dafür sein, denn erstens ist der Kuchen voller wertvoller Kalorien und zweitens weiß es ja nicht, wann du wieder auf eine derartig wertvolle Nahrungsquelle stoßen wirst. Dein präfrontaler Cortex wird hingegen sicher Nein sagen, denn ein drittes Stück Kuchen ist offensichtlich unvernünftig. Beide Gehirnareale haben sich in unterschiedlichen Zeiten entwickelt, in denen die Bedürfnisse und Lebensumstände von Lebewesen deutlich verschieden waren – daher dieser Zwiespalt.   Mit Neuralink soll es jedoch möglich sein, die Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme vom Genuss zu entkoppeln. So könntest du gesunde und exakt auf die Bedürfnisse deines Körpers abgestimmte Nährstoffe zu dir nehmen und dich dabei fühlen, als ob du dir eine Riesenpizza mit extra Käse und Salami reinziehst. Das Gleiche würde dann natürlich auch für andere Genüsse – und Laster – gelten, die potenziell gesundheitsschädlich sind.   Das ist aber noch nicht alles: So soll es mit Neuralink auch möglich sein, Stimmungsschwankungen, Depressionen und andere Probleme, die durch chemisches Ungleichgewicht im Gehirn entstehen, positiv zu beeinflussen. Somit würde Neuralink die Aufgabe von Psychopharmaka übernehmen, dabei jedoch wesentlich exakter und zielgerichteter sein.   Möchtest du hören, was dein Hund hört? Mit Neuralink kein Problem. Auch Schmerzen könnten dank Neuralink irgendwann der Vergangenheit angehören. Sie sind letztendlich nichts anderes, als der Hinweis deines Körpers, dass irgendwo etwas nicht stimmt. Dank Neuralink könnte es möglich sein, dein Gehirn ganz ohne Schmerzen auf derartige Probleme hinzuweisen.   Zu guter Letzt wäre Neuralink auch das ideale Tool, um das eigene Wissen zu vergrößern. Schließlich hätte dein Gehirn dank Neuralink ständig Zugang zu allen Informationen dieser Welt.   Und die Gefahren?   Schöne neue Welt – danach klingt die Zukunft mit Neuralink zumindest bis jetzt. Aber wie uns die Geschichte in aller Ausführlichkeit bereits gelehrt hat, dauert es meistens nicht lange, bis jemand auftaucht, der alles ruiniert. Daher sollten wir uns auch beim Gedanken an Neuralink schon mal besser damit anfreunden, dass es auch hier jemanden geben wird, die diese Technik nur allzu gerne missbraucht. Und gerade hier ist das Potenzial extrem groß.   Eine engere und bessere Verbindung zwischen den Menschen bringt viel Gutes, kann auch auch jede Menge Schlechtes nach sich ziehen. A….löcher werden zahllose Möglichkeiten haben, um ihren Hass und Zwietracht zu verbreiten – eben wie bereits jetzt im Internet, dann aber noch deutlich potenziert.   Computer können von Viren befallen sein und abstürzen. Bei Problemen machst du einen Restart oder kaufst im schlimmsten Fall einen neuen. Leider kannst du dir aber kein neues Gehirn kaufen, weshalb Neuralink wesentlich sicherer sein muss als unsere heutige Technologie.   Ja, ja, das Problem mit dem gehacked werden. Das ist wirklich ein Problem, schließlich geht es dann um deine Erinnerungen und Gefühle. Noch schlimmer ist nur die Vorstellung, dass Hacker nicht nur Informationen aus deinem Gehirn stehlen können, sondern auch in dieses senden und so deine Gedanken verändern und dich dazu bringen können, Dinge zu tun, die du eigentlich gar nicht willst. Eine tolle Vorstellung – not. Dies würde Tür und Tor für politischen Missbrauch öffnen. Organisationen wie ISIS könnten Millionen von Menschen manipulieren, sodass diese sich ihnen anschließen. Möchtest du noch weiter über dieses Szenario nachdenken? Wir ehrlich gesagt nicht. Lass uns einfach hoffen, dass Elon Musk auch hierfür eine Lösung hat.   Und es wird doch gut – Neuralink wird unsere Gesellschaft zum Besseren verändern   Ob Autos, Flugzeuge oder das Internet – bislang hat noch jede bahnbrechende Erfindung auch Schlechtes mit sich gebracht. Und dennoch würde niemand die Zeit zurückdrehen und auf diese verzichten wollen. Letztendlich sind die Vorteile einfach deutlich größer als die Nachteile, auch wenn jede neue Technologie das Potenzial hat, Schäden zu verursachen.   Darüber hinaus liegt es in der Natur des Menschen, neuen Technologien erst einmal skeptisch bis ablehnend gegenüber zu stehen. Dahinter steht die Angst, diese seien ungesund und würden uns weniger menschlich machen. Ehrlicherweise müssen wir aber sagen, dass eine revolutionäre Entwicklung wie Elon Musks Gehirn-Computer-Interface tatsächlich auch Gefahren und ein hohes Missbrauchspotenzial in sich birgt. Und diese Szenarien werden wahrscheinlich auch Realität werden. Nichtsdestotrotz werden die guten und nützlichen Seiten überwiegen und die Menschen mit der Zeit lernen, mit den Gefahren umzugehen und diese einzudämmen. Hat sich das Zauberhütchen erst einmal etabliert, wird wahrscheinlich niemand mehr ohne dieses leben wollen – eben ganz so wie es sich auch heute mit einst revolutionären Technologien verhält.   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. 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  • Linkbuilding fra engelske til danske sites

    · The Industrious Geeks - Online Markedsføring

    Efter at have fået spørgsmålet stillet flere gange, så vil vi i denne episode taler om hvordan vi mener, at man kan drage fordel af links fra engelske sider til danske sider. Vi vil komme omkring hvordan man får de rigtig gode links (inkl. et eksempel) og hvilke links man lettere kan få i et større antal. Søren og Mikael er ikke helt enige om alle tingene, så du kommer til at høre holdninger og... Læs mere The post Linkbuilding fra engelske til danske sites appeared first on Online Markedsføring - Mikael Rieck om Effektiv Internet Marketing.

    starstarstarstarstar
  • 00:48:39

    Nick Hein ★ Deutscher UFC Fighter über die richtige Einstellung und hartes Training

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit Nick Hein Hey Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von LIFEHACKZ mit dem mega sympathischen Nick Hein! Nick ist Leistungssportler und der bekannteste deutsche MMA Fighter. Nick hat vor mehreren Wochen vor zigtausend Fans in der Berliner O2 World seinen letzten Kampf gewonnen, ist aktuell in Thailand im Trainingscamp und bereitet sich auf seinen nächsten Kampf vor. Wir beide haben telefoniert und über das korrekte Mindset als Leistungssportler gesprochen und die besonderen Herausforderungen im MMA und auch seinen Weg zur MMA. Viel Spaß mit dieser Folge, haut rein! In dieser Folge lernst du: Wie man nach Niederlagen wieder auf die Beine kommt. Was Nick direkt vor einem Kampf entspannt. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES https://www.facebook.com/NickHeinMMA https://twitter.com/nickheinmma http://www.sherdog.com/fighter/Nick-Hein-50774 http://www.ufc.com/fighter/Nick-Hein [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Nick Hein Das ist die LifeHackz-Show, Folge Numero 10!! Hey Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz mit dem mega sympathischen Nick Hein! Nick ist Leistungssportler und der bekannteste deutsche MMA Fighter. Nick hat vor mehreren Wochen vor zigtausend Fans in der Berliner O2 World seinen letzten Kampf gewonnen, ist aktuell in Thailand im Trainingscamp und bereitet sich auf seinen nächsten Kampf vor. Wir beide haben telefoniert und über das korrekte Mindset als Leistungssportler gesprochen und die besonderen Herausforderungen im MMA und auch seinen Weg zur MMA. Viel Spaß mit dieser Folge, haut rein! Marcus: Hey Nick! Vielen Dank für Deine Zeit! Danke, dass Du hier bei LifeHackz am Start bist! Nick: Ja, ich freue mich, dass ich dabei sein kann und komm, bombardier mich mit den Fragen! (beide lachen) Marcus: Okay, sehr gerne. Sag mal, wo bist Du gerade und weshalb? Was machst Du da? Nick: Ich bin zurzeit im Tiger Muay Thai Trainingslager oder Trainingscamp in Phuket, Thailand. Was mache ich hier? Ich bereit mich, wie immer wenn ich hier bin, auf einen Kampf vor. Ich habe jetzt zurzeit zwei Termine in Aussicht stehen. Das wird sich jetzt im Laufe des heutigen oder des morgigen Tages entscheiden, welcher Termin es sein wird. Ich kann nur sagen, dass ich auf jeden Fall dieses Jahr noch einmal kämpfe. Marcus: Cool! Nick: Und vorausschauend habe ich mir sofort meinen Sohn und meine Frau geschnappt und bin ins Trainingslager geflogen, denn ich bin auch ein Athlet, der - ich sag mal so, der das Leben zu genießen weiß. Das heißt, was Gewichtsfragen angeht bin ich in der Offseason schon mal gut und gerne 15, manchmal auch 15 plus Kilo über meinem Wettkampfgewicht. Also 15 plus ist noch sehr, sehr großzügig beschrieben. Also ich war schon bei knapp 90 kg jetzt relativ zeitig nach meinem letzten Kampf. Um da einfach einen einigermaßen sanften Übergang in die Wettkampfphase zu finden, starte ich mein Trainingslager eben auch ziemlich früh. Deswegen bin ich jetzt schon hier und es ist einfach - wie immer - geil. Marcus: Bist Du dann immer im gleichen Gym. Im Tiger Muay Thai warst Du, glaube ich, schon beim letzten Mal. Nick: Genau, ich bin immer in dem gleichen Gym. Das ist zur Abwechslung mal etwas schönes. Ich bin da jemand, der sehr oft das Gym bzw. die Location in Deutschland gewechselt hat, weil ich einfach mit dem Level nicht zufrieden war und ich bin dann letztlich hier in Thailand gelandet und muss sagen, dass ist hier schon, wie sagt man - wie würde der Geißen sagen? - Absolut Endstufe! (Marcus lacht) Also, ich habe hier erstmal wirklich eine große Auswahl an hochklassigen Wettkämpfern, an Trainingspartner. Und das Level der Trainer ist eben auch sehr hoch. Und in jedem Bereich haben die hier einen sehr, sehr guten Trainer. Das heißt im Ringen, im Thai-Boxen selbstverständlich, auch in den Übergängen fürs MMA, im BJJ. Also es ist halt ein durchgehend hohes Niveau. Und deswegen ist das für mich hier der Place To Be. Marcus: Okay, cool. Du hast in Deutschland dann auch schon viel getestet und ausprobiert. Vielleicht auch in anderen Ländern, aber Du sagst an Thailand kommt aktuell nichts ran für Dich? Nick: Ja also meiner Erfahrung nach. Ich habe mal in Deutschland viele getestet. Ich habe zum Ende, bzw. ich habe zum 01.01. dieses Jahres meinen sicheren und auch geliebten Job bei der Bundespolizei aufgegeben für meine momentane absolute Leidenschaft, das MMA. Leidenschaft untertreibt es eigentlich auch ein bisschen. Also es ist schon neben oder hinter meiner Familie, mein Lebensinhalt. Ich stehe morgens auf, ich lebe den Leistungssport durch und durch. Und mir war halt klar, dass ich, wenn ich diese Entscheidung treffe, dann muss ich auch einen soliden Plan haben, was ich mach und mit wem ich das vor allen Dingen mache. Ich hatte einfach keine Zeit. Ich bin jetzt auch schon 31. Da hast Du nicht mehr so viele Jahre, die Du verschwenden kannst in Leistungssport. Und wenn ich jetzt Schriftsteller wäre oder Künstler, dann würde ich sagen “Ja, es geht grad erst los”, aber beim Leistungssport ist es halt so, gerade auch in meiner Gewichtsklasse, da sollte man jetzt schon nicht mehr so viele Fehler machen. Deswegen war mir klar, ich muss irgendwo hin, wo das Level einfach top ist. Ich habe dann auch mit einigen Gyms in Amerika erst Kontakt aufgenommen. Dann war auch die Idee nach Schweden zu gehen. Aber es ist dann doch letztendlich das Tiger Muay Thai geworden und bis jetzt habe ich die Entscheidung nicht bereut. Marcus: Sehr cool! Kriegt man dann Support von dem Verband? Du kämpfst ja in der größten Organisation der Welt, bei der UFC. Stehen die Dir da bei Seite, wenn Du sagst, ich brauche irgendwie ein neues Trainerteam oder ich möchte mich verändern. Ich möchte ein neues Gym. Inwiefern sind die da involviert? Also jetzt auch nicht nur im Zuge dessen, wenn man ein neues Gym sucht, sondern auch überhaupt, wenn Du sagst “ich komme an dem Punkt gerade nicht weiter” oder “ich bin nicht zufrieden mit dem, wie ihr mich supportet”. Kann man mit denen gut reden oder ist es doch alles sehr topdown von den Amis? Nick: Also, Du musst Dir das so vorstellen: Die UFC ist bisher das, ich sage mal, der tollste Arbeitgeber den ich mir vorstellen kann. Das heißt, in der Zeit, wenn Wettkämpfe sind, die holen mich vom Flughafen ab. Du hast eigentlich permanent einen Babysitter um Dich herum. Und die brauchen wir Kämpfer, weil wir ja natürlich in der Wettkampfwoche sind mit Gewicht machen und unsere Aufregung usw. Also meine Frau hat da kein leichtes Spiel mit mir. Und ein bisschen von diesem Ballast kann sie eben an den Staff von der UFC halt abgeben. Die kümmern sich um alles. Auch was den finanziellen Support angeht, muss ich sagen, kommt da nichts an die UFC ran. Man muss aber auch sagen, dass die UFC jemand ist, die oder ein Verband ist, der nichts zu verschenken hat. Die gehen hin und sagen “pass auf, zeig uns wie sehr Du das willst. Zeig uns, wie sehr Du bereit bist dafür zu arbeiten und dann entlohnen wir Dich dementsprechend auch.” Das heißt am Anfang muss man sich natürlich auch erst mal beweisen. Das heißt, ich bin einer von vielen, ja? Ich habe jetzt erst drei Kämpfe in der UFC in der mit Abstand vollsten Gewichtsklasse der UFC. Das heißt, um auch die Sonderbehandlung zu bekommen, muss ich erst mal einiges leisten. Ich muss ganz ehrlich sagen, das finde ich auch nur fair, weil ansonsten würde die Firma schnell pleite gehen. Marcus:  Ja ja, absolut. Das ist ein gewinngetriebenes Unternehmen und ich meine, das was die machen, machen die richtig gut. Die haben ja einen riesen Anteil an dem Erfolg von dieser ganzen Sportart, weil die, glaube ich, die ersten sind, die das echt professionell angegangen sind und auch immer wieder gucken, dass es neue Deals gibt mit TV-Sendern oder mit Streaming-Portalen. Ich glaube, jetzt gerade vor zwei Tagen wurde jetzt ein fetter Deal geclosed mit Pro7, Sat1. Ist das richtig? Nick: Ja im Maxdome, genau. Das ist korrekt ja. Das heißt, der Deal ist der Folgende, dass Maxdome jetzt sich die Rechte an der UFC für den deutschsprachigen Raum gesichert hat und demnächst alle Events, ich glaube ab dem - ich verwechsle da immer die Zahlen, aber ich glaube es UFC 190 - Kampf von Ronda Rousy gegen Bethe Correia. Wenn alle Main Events und alle Events des deutschsprachigen Raums und Asien und Afrika, glaube ich - ich weiß es nicht ganz genau - über Maxdome im deutschen Fernsehen zu sehen sein, was sensationell ist. Jetzt ist UFC auch endlich wieder im deutschen Fernsehen präsent und darüber habe ich mich, mit vielen anderen natürlich, auch sehr, sehr gefreut. Ich bin auch gespannt jetzt. Ich denke, das wird auch einiges für den Sport in Deutschland ändern. Und was ich noch sagen wollte zu dem, was Du eben gesagt hast: Du musst Dir vorstellen, die UFC ist so innovativ, dass der Verband eigentlich mittlerweile oder der Name des Verbandes mittlerweile schon so groß ist, gerade für den Laien, wie der Sport selber. Man hört das oft, wenn Leute keine Ahnung haben, dann sagen die, ich trainiere UFC. Oder “ich will auch UFC machen”. Die meinen natürlich MMA Sport. Das liegt einfach dadran, weil dieser Verband so present ist durch gutes Marketing, durch sehr intelligente Entscheidungen. Jeder kann von dem Reebok Dealer halten, was er will, aber er wird natürlich die Idee, die dahinter steht, einen Sporn auch nach außen hin zu uniformieren und für den Laien erkennbar zu machen, ist schon auch da wieder, ich sage mal, den anderen Verbänden eine Nasenlänge voraus. Ich glaube, dass die Idee auf lange Sicht trotzdem aufgehen wird, auch wenn jetzt viel Kritik an der Sache erst mal besteht. Marcus: Ja klar, dass sind wahrscheinlich auch so Leute, die das dann von der ersten Stunde mitgemacht haben und denen das dann irgendwann eine Spur zu kommerziell wird, was die UFC macht beispielsweise, glaube ich auch vor dem Aldo gegen McGregor Kampf, da um die halbe Welt und die täglichen Vlogs . Wo ich mir die echt gerne angeguckt habe und das ist halt die Zukunft. Die Leute wollen viel Material von den Kämpfern. Die wollen authentisches Material haben und dass ist dann nicht nur diese drei oder fünf Runden im Ring, ne? Nick: Man will diese Story haben. Man will das persönliche Drama haben. Ich meine, was verkauft Tickets? Auf der einen Seite spektakuläre Kämpfe, aber eben auch die Story hinter den Kämpfern. Wenn ich Interesse an dem Sport habe, dann hole ich mir vielleicht ein Pay per View und gucke mir mal ein Event an. Aber wenn ich wirklich die Leidenschaft, vielleicht auch für einen Sportler entwickele, dann hole ich mir vielleicht das ganze Jahresabo. Du verstehst, der Gedanke, der dahinter ist. Man möchte natürlich auch eine Story erzählen und das machen die einfach auch sehr gut und sehr interessant. Es wird eben auch viel Geld in diese Countdown Videos und On-the-Fly heißen die und Embeddeds. Das sind momentan schon gute Videofilme, die auch mit den großen anderer Sportarten zu vergleichen sind. Das hast Du beim Boxen schon seit Jahren, dass sie die interessanten Hauptkämpfe dann durch die Trainingslager, durch persönliche Konflikte dann begleiten. Das ist eigentlich so ein bisschen mehr fast schon wie Big Brother, eben nur für den Leistungssport. Also, ich glaube - um dem Zuschauer den Sport interessant zu machen - muss man dem auch andere Facetten zeigen. Marcus: Ja das glaube ich auch. Und ich glaube, deswegen funktioniert das mit so Typen wie Conor McGregor natürlich ziemlich gut, der total polarisiert. Das ist halt einer, der viel Trash-Talk macht, sich mit den anderen Gegnern verbal anlegt, schon vor dem Kampf. Was hältst Du persönlich von dem Conor, sowohl sportlich als auch außerhalb des Käfigs? Nick: Das ist ein wahnsinns Athlet. Mein persönlicher Stil ist es nicht. Also dieses Trash Talk. Ich sage mal, wer gewinnt, hat recht, ja? Solange ihn danach keiner vom Thron stößt bzw. ihn keiner seinen Zug zum Stillstand bringt, hat er recht. Er hat ja eine Daseinsberechtigung. Genau so wie Ronda Rousey, genau eigentlich wie alle Champs. Es gibt halt manche, die das ein bisschen ruhiger angehen lassen und mache sind halt andere Charaktere. Ich habe halt einen anderen Stil. Ich sage halt nicht, ich bin irgendwie - weiß ich nicht - auserkoren oder so. Ich bin der Junge von nebenan halt. Ich bin jemand, der genauso banal ist und aus dem selben Napf frisst, wie alle anderen. Und das zeige ich eben auch gerne, dass ich vor allen Dingen fehlbar bin. Ich denke mal über sich selber lachen, ist immer noch am sympathischsten. Marcus: Absolut und das macht Dich, glaube ich, auch so beliebt bei den Fans, weil Du total bodenständig bist. Wir beide haben uns jetzt in Berlin im Tempodrom, glaube ich, kennengelernt. Nick: Genau! Marcus: Und Du hattest irgendwie Zeit auch für jeden, ein kurzes Quätschchen zu halten, kurz Fotos machen mit den Fans. Und ich habe Dich dann hier wegen dem Podcast gefragt und Du warst direkt dabei. Was ja richtig, richtig cool und richtig sympathisch ist. Also danke nochmal dafür! Und zum Conor wollte ich auch nochmal sagen, was die Leute ja nicht sehen, sind diese hunderttausende von Stunden oder auch bei Dir und bei den anderen Sportlern, die sich quälen, um auf so ein Level zu kommen, um sich das überhaupt leisten zu können, eine bisschen größere Fresse zu haben, aber dann trotzdem die Lieferung im Ring zu bringen. Und dafür bedarf es dann immer diese tausende von Trainingseinheiten, was vorher dann keiner sieht. Nick: Jetzt muss man davon sagen, dass vom Erfolg hat McGregor mir, sage ich mal, einiges voraus. Der Junge ist auf Platz 1 der Weltrangliste oder zumindest, ich weiß jetzt nicht, wie das ist mit dem Interims Championship Titel, den er hat im Vergleich zum Aldo, aber er ist auf 1 oder 2. Ich bin ja immer noch im Leichtgewicht einer von vielen. Das muss man halt so sehen. Wer weiß, vielleicht kriege ich ja auch mal eine riesen Fresse, wenn ich mal erfolgreicher werde. (beide lachen) Nein, aber, trotz alle dem, ich glaube, ich habe zu spät für das was ich mache im Sport Anerkennung bekommen, um jetzt noch abzuheben. Ich habe mein Leben lang ein bescheidenes Auto gefahren und immer in der Halle gelebt - ein Tonhallenkind halt. Und trainiert und meine Zeit verbracht. Und wenn Du dann mit 30 in die UFC kommst, dann ist die Zeit vom Höhenflug - das ist wie mit der Pubertät -wahrscheinlich vorbei. Marcus: Wie bist Du denn zur UFC gekommen? Muss man sich da bewerben? Hast Du einen Manager oder ein Team um Dich herum gehabt? Läuft das über Agenturen oder gucken sich die dann noch Talente aus? Nick: Also es war so, dass ich eigentlich einen ziemlich erfolgreichen Lauf vom Jahr - ich muss mal kurz überlegen, ich glaube es war 2013. Da ging es los. Da habe ich irgendwie vier oder fünf Kämpfe in Folge gewonnen und dann habe ich einen Anruf bekommen von meinem damaligen Manager. Er war zu dem Zeitpunkt noch nicht mein Manager, aber er rief mich eben an und sagte “pass auf, ich glaube mit dem Lauf, den Du hast, mit dem was Du gerade so machst und was Du vielleicht auch nach außen darstellst, damit kann man arbeiten. Was hältst Du davon: willst Du es nicht versuchen in der großen Liga mitzuspielen?”. Und da habe ich gesagt “ja, auf jeden Fall”. Und dann hat er mir noch einen Kampf organisiert. Das war auch ein starker Gegner. Das waren, ich sage mal, ähnliche Bedingungen, wie in der UFC. Das heißt in einem Octagon, eben nicht in einem Ring, denn ich habe den Großteil meiner Kämpfe vorher in einem Ring gemacht. Weil die Veranstalter in Deutschland immer irgendwie ein Problem damit gehabt haben, weil sie halt den Sportlern noch weniger als Sport verkaufen konnten. Weil sie halt Angst hatten, dass die Leute dann sagen “ah Käfig, das sind diese harten Kämpfe”. Weil so viele Kämpfe vorher im Ring organisiert werden. Also hat mein Manager darauf bestanden, dass ich einen Kampf in einem Octagon mache und auch mit den Regeln, wie in der UFC. Und den Kampf habe ich eben gewonnen und dann, relativ zeitig, kam dann der Vertrag auch schon von der UFC. Ja, das war kurz bevor sie nach Deutschland gekommen sind. Man hat sich eben auch umgesehen nach deutschen Talenten und ich habe dann eben den Zuschlag bekommen. Seitdem ist das eine glückliche Liaison zwischen der UFC und mir. Marcus: Das ist doch wahrscheinlich ein Hammer Gefühl oder? Wenn das Angebot dann von der UFC kommt? Nick: Ach ja, es ist ja nicht nur das! Es sind ja nicht nur die Kämpfe und das ganze Drumherum. Die UFC hat halt auch gemerkt, dass sie in mir jemanden hat, der gerne mit im Rampenlicht oder mit den Kameras spielt und auch gerne nach außen hin vielleicht auch so ein bisschen das Bild des Sports zurecht rückt. Und ich bin halt auch nicht unbedingt auf den Mund gefallen. Was mir im Nachhinein wahrscheinlich eher zum Verhängnis wurde, ich kann ja meine Klappe nicht halten. Ich rede dann so gerne und viel. Deswegen, da müssen wir gucken, dass wir den Podcast hier nicht sprengen, aber man hat mich dann eben auch für Werbezwecke dann nach Göteborg eingeladen. Ich war in Stockholm eingeladen. Nach Dublin letztes Jahr, wollten sie mich gerne holen. Ich war in London zur Beyond Octagon. Das ist eine UFC Show, wie hier Ran Fußball. Also man hat michnoch neben den Kämpfen relativ gut eingespannt und das funktioniert eigentlich ganz gut. Ich glaube sogar, dass ich in England viel mehr Follower als in Deutschland habe, weil die mich einfach da im Fernsehen schon das ein oder andere Mal gesehen haben. Und das kriegt man hier in Deutschland halt gar nicht so mit. Marcus: Ja das ist leider das Ding, dass es in Deutschland noch nicht so präsent ist. Aber das ändert sich jetzt hoffentlich. Das sind alles immer so kleine Steps, die dann hoffentlich irgendwann dahin führen, sodass es auch ein anerkannter Sport ist. Genauso wie Boxen. Was hier auch eine riesen Präsenz hat und ich weiß nicht, aber vielleicht kannst Du etwas dazu sagen? Ich habe jetzt schon ein paar Mal von irgendwelchen Studien oder so gelesen, dass wegen der Verletzungen oder ich meine die Argumentation gegen MMA Kämpfe im Fernsehen zu zeigen, ist ja meistens so, dass es zu brutal aussieht und die Verletzungen sind sehr krass. Aber ich glaube im Vergleich zum Boxen, was hier ja so abgefeiert ist, ist man beim MMA noch ziemlich gut geschützt oder? Nick: Ich würde noch weiter gehen. Ich habe mein Leben lang Judo gemacht. Übersetzt heißt Judo ja “Der sanfte Weg”, eine Sportart, die wird in Schulen angeboten und auch olympisch ist. Ich habe 20 Jahre meines Lebens mit Judo verbracht und habe mich gerade auch in den letzten Jahren meiner Judokarriere mehr und deutlich heftiger verletzt als ich mich jemals im MMA verletzt habe. Ich habe mir da ein Bein gebrochen im Olympiajahr 2008. Das war richtig heftig. Das hat so laut geknackt. Marcus: Beim Training oder was? Nick: Beim Training, ja. Als hätte ein Ast im Wald gebrochen. Das war schrecklich gewesen. Ich bin, glaub ich, in den letzten fünf Jahren meiner Judokarriere bin ich fast ein Mal pro Jahr operiert worden. Ob das jetzt Bandgeschichten waren, Brüche oder kleinere Absplitterungen. Ich habe diese Anzahl der Verletzungen und auch nicht die Heftigkeit oder die Schwere der Verletzungen, nicht annähernd im MMA gehabt. Ich habe mir im MMA die Nase halt schon gebrochen und die ein oder andere Cut Verletzung gehabt. Das sind die Folgen, die halt auch im Fernsehen dann deutlich zu sehen sind. Wenn Du halt eine Platzwunde hast, das blutet halt. Du blutest wie ein Schwein und das sieht natürlich ganz, ganz heftig auf den Bildern oder auf dem Filmmaterial aus. Aber das ist es nicht. Das ist eine Platzwunde, die Abends bei der Aftershow Party schon wieder keine Sau interessiert. Ich erinnere mich an meinen ersten Kampf in der UFC. Ich habe gegen Drew Dober gekämpft. Der Junge hat einen richtig großen Cut von mir bekommen und hat Abends bei der Party schon wieder meine Schwester klargemacht. Und die sind jetzt verheiratet. (Marcus lacht) Also es geht. Marcus: Das ist auch eine krasse Story oder? Nick: Ja, aber es ist die Wahrheit. Unser Kampf war der mit Abstand blutigste Kampf an diesem Abend. Und Abends hat das schon keinen mehr interessiert. Es ist halt diese Oberflächlichkeit der Verletzung. Beim Judo hatte ich Verletzungen gehabt, die mich teilweise fast ein Jahr aus dem Training geworfen haben. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Ich habe am Boden gelegen und geschrien. Und gerade die Anfälligkeit der Verletzungen an den Beinen und an den Bändern ist beim Judo relativ häufig. Also geh mal in den Judo Verein und frag mal, wie viele Leute da Kreuzbandrisse hatten. Das ist eben die einseitige Belastung dieses Sports. Beim MMA hast Du eben die ganze Bandbreite aller Kampfsportarten. Das heißt, die Belastung ist eben auch auf - ich sags jetzt mal so blöd - auf alle Bereiche verteilt und eben nicht nur einseitig beim Boxen auf den Schädel immer wieder. Oder einseitig beim Judo eben auf die Gelenke. Das ist halt einfach so. Deswegen ist die Heftigkeit, auch statistisch gesehen, deutlich geringer beim MMA. Das will zwar von den Laien erstmals keiner glauben, aber die Leute haben ja ganz am Anfang auch nicht geglaubt, dass die Erde rund ist und eben keine Scheibe. Man braucht halt manchmal eine Weile, um die Pille zu schlucken. Marcus: Es hat sich ja auch im Laufe der Jahrzehnte, gerade auch beim MMA, vieles professionalisiert und die Regeln sind ja auch immer klarer geworden. Der Kämpfer wird immer besser unterstützt. Nick: Und vor allen Dingen umfangreicher. Und gerade auch eben, meine Fresse, wenn ich darüber nachdenke, wieviele Doktorchecks wir mittlerweile über uns ergehen lassen müssen im Vorlauf. Also ehrlich, mittlerweile muss ich sagen, das nervt ja fast schon. Jedes Mal Blutabnahme, jedes Mal Kernspin - okay nicht jedes Mal Kernspin. Aber jedes Jahr und immer wieder auf irgendwelche Schäden im Kopf. Alles was halt irgendwie die Gesundheit angeht. Und wir müssen uns jedes Mal komplett untersuchen lassen vor den Kämpfen. Und dann wird gerade am Waagetag auch noch mal gecheckt. Dann wird vor den Kämpfen gecheckt. Dann wird nach den Kämpfen gecheckt. Ich musste dieses Jahre nichtmal zur Pressekonferenz. Die waren der Meinung, dass mein Bein ein bisschen vielleicht belastet wäre. Ich wollte unbedingt zur Pressekonferenz. Ich bin dann Abends noch tanzen gegangen, aber die haben halt gesagt “Nee, Du gehst ins Krankenhaus und wir checken das erst. Ansonsten 6 Monate Sperre!” Also man wird da schon wirklich bemuttert. Weil sie aber eben auch wollen, dass der Sport salonfähig wird und dass die Leute das endlich checken, dass es hier eine Sportart ist und eben kein, was weiß ich. Marcus: Kein Kirmes-Boxen oder irgendetwas anderes. Du hast eben erwähnt, dass Du Dich krass verletzt hast bei der Vorbereitung auf Olympia, glaube ich, ne? Ich habe auch in dem Interview gelesen, wie das dann für Dich war, als dann jemand anderes quasi Olympiasieger geworden ist. Bist Du dann darüber zum MMA gekommen oder wie war das? Vielleicht erzählst Du nochmal kurz. Nick: Also der Gedanke des MMAs hat eigentlich angefangen mit einer alten VHS-Kassette im Jahr 2000, die mir jemand in die Hand gedrückt und gesagt hat “Zieh Dir das rein. Das ist krass!” Und dann habe ich mir das reingezogen und es war wirklich so ein absolutes Schockerlebnis. Das war vergleichbar mit dem Augenblick, als ich das erste Mal Bloodsport gesehen habe. Das war UFC 1. Das war natürlich auch von den Regeln noch sehr, sehr spartanisch. Also da gab es eigentlich fast gar keine Regeln. Die konnten teilweise auch in _____ kämpfen oder der erste Kampf war glaube ich Royce Gracie gegen einen Boxer, der hat dann auf der einen Seite einen Boxhandschuh angehabt, auf der anderen Seite die blanke Hand. Also total abenteuerlich. Und die haben sich am Boden auch gegenseitig in die Klötze getreten. Also es war schon heftig. Marcus: Ich glaube, die haben dort auch die verschiedensten Kampfstile immer einfach gegeneinander in den Ring geworfen, um zu gucken, wer ist denn jetzt besser hier? - Der Sumo oder der Boxer? Nick: Genau, das war halt eben auch die Idee. Der Gedanke, der auch von Hollywood-Forschern aufgenommen wurde, um das - ich sag mal so - ilustriert im Bloodsport dann verarbeitet wurde. Welche Kampfsportart ist denn jetzt die beste? Das war natürlich eine Frage, die sich auch in den Gyms weltweit irgendwie nach einer Weile dann breit gemacht hat. Wer ist denn eigentlich der Beste? Da gab es eine Familie, die gibt es immernoch, die Gracies. Die waren halt der Meinung, dass das Brazilian Jiu Jitsu eben die beste Sportart ist. Um das zu beweisen hat dann der - oh mann, da gibt es so viele Gracies - ich glaube, der Rorion Gracie, hat dann eben die UFC gegründet. Und sie haben natürlich auch ihren eigenen Mann, den Royce Gracie, reingesetzt, mit der Hoffnung, dass der eben alle besiegt und das hatte er eben dann auch. Er war der mit Abstand leichteste und schmächtigste von allen. Und das hat halt damals auch diesen Sturm auf die ganzen BJJ Shows gegeben. Weil dann wollten alle auf einmal auch wie Royce Gracie sein. Und so ist das dann eben entstanden. Ich habe das gesehen und habe gedacht “Alter Schwede, was ist das?”. Auf der anderen Seite habe ich mir auch gedacht “Mann, ich glaube, das könnte ich auch”. Irgendwie hat der Gedanke immer mitgespielt. Danach haben wir uns dann auch mit Freunden im Jugenzentrum getroffen. Da gab es dann unten im Keller so eine Halle mit Matten ausgelegt. Ich mit Judo und der andere mit Boxhandschuhen und dann haben wir da losgelegt. Das sah halt genauso martialisch aus, wie bei der UFC 1. Aber es war halt unter Freunden. Der Gedanke, das wirklich so zu machen, der ist eben über die Jahre dann gewachsen. Das war ungefähr 2000, wo ich das gesehen habe. Dann hat es eben bis 2009 gedauert, bis ich dann meinen ersten Kampf gemacht habe. Und ein wichtiger Faktor war eben auch, dass diese Flamme, die Leidenschaft für das Judo, erloschen ist. Und das ist in diesem Jahr 2008 passiert. Du musst Dir vorstellen, mein Traum war immer irgendwie Judo-Weltmeister oder Judo-Olympiasieger zu werden. Das war auch lange Zeit auf der Schule im Informatikkurs mein Passwort: Judo Olympiasieger. Das hat sich so durch mein Leben gezogen. Und dann habe ich ein absolutes Schreckensjahr gehabt: 2008. Da war ich in der Olympiaquali und habe dann eine absolute Niederlagenserie hingelegt und das hat dann auch noch damit gekrönt, dass ich mir dann nach dem Trainingslager in Russland dann zu hause beim Training das Bein gebrochen habe. Das war diese Geschichte mit dem im Training. Ah, das war schon heftig. Ich habe da ungefähr 10 Minuten gelegen und habe nur geschrien. Marcus: Und was war da los, bei den Niederlagen? Kannst Du das jetzt irgendwie einordnen? War da Dein Kopf irgendwie nicht in Ordnung, ich meine oft hat man… Nick: Nein, manchmal soll es einfach nicht sein. Ich habe in Russland zum Beispiel gekämpft gegen einen Brasilianer. Und das waren so ganz obskure Geschichten. Da kämpfe ich und ich kämpfe - der ist dann auch später für Brasilien dann zu den olympischen Spielen gefahren - und ich führe gegen den. Und die Russen, wenn die ihre Jungs anfeuern, dann machen die das auch auf englisch so ein bisschen. Dann rufen die mal: Ra-si-a, also englisch wie Russia. Aber was ich verstanden habe war irgendwie: Bra-sil-ia, Bra-sil-ia. Und ich denke “Verdammte Scheiße! Warum feuern die denn den Brasilianer an?!” Das war schonmal das erste. Und dann musst Du Dir vorstellen, ich führe bis eine Sekunde vor Schluss den Kampf. Dann rennt der in der letzten Sekunde, wirklich auf mich zu und anstatt einfach zur Seite zu gehen und den an mir vorbeilaufen zu lassen, habe ich versucht den noch Bluffen und bin dabei selber auf dem Rücken gelandet. Das ist jetzt keine übertriebene Geschichte. Ich bin mit der Schlusssekunde, mit dem Schlussgong bin ich auf den Rücken gefallen und habe die Wertung abgegeben und der hat den Kampf gewonnen. Ich war dann raus aus dem Turnier und es war einfach ein Pestjahr. Ein absolutes Pestjahr. Das zog sich von Wettkampf zu Wettkampf so. Und dann - wie gesagt - mit der krönenden Belohnung des gebrochenen Beins. Dann habe ich gesagt, der Traum Olympia… Ich wollte nichts mehr von Olympia wissen. Ich war dann in Japan und das war ja die Olympiade in Peking. Jetzt ist China nicht so weit von Japan weg, das heißt das sind so knapp zwei Stunden Zeitdifferenz. Ich habe die ganze Zeit Judo und olympische Spiele ignoriert. Das heißt überall in den Gyms, auf jedem Fernsehprogramm, in der Stadt auf großen Bildschirmen, überall konnte man Olympia sehen. Ich habe der Sache gar keine Aufmerksamkeit gezollt. Irgendwann an einem Tag, da waren wir den ganzen Tag unterwegs. Und ich humpel den ganzen Tag auf Krücken, schleppe mich dann irgendwann ins Appartement hoch, schmeiß mich nach einem langen Tag in der Stadt aufs Sofa, mache zum ersten Mal den Fernseher an und was sehe ich genau in dem Augenblick. Wie Ole Bischof Olympiasieger wird, gerade in dem Augenblick! Das war Live, wie der meinen Traum lebt in meiner Gewichtsklasse und ich habe gedacht “Ey! Wer schreibt gerade hier dieses Drehbuch?! Wie bitte ist das?” Ich war so enttäuscht von diesem ganzen Jahr, von meinem ganzen Aufwand, den ich darein gebracht habe. Ich sag Dir wirklich, das war so als hätte jemand das Feuer dann ausgemacht für den Sport. Das war einfach zu viel. Marcus: Krass! Du bist dann wirklich von heute auf morgen nicht mehr zum Training gegangen oder hast gesagt “ich bin raus”? Nick: Doch, ich habe noch gekämpft. Noch ein bisschen. Aber ich habe gemerkt, dass mir das immer schwerer gefallen ist. Wir waren dann in Brasilien in einem Trainingslager und ich war jeden Tag deprimiert. Ich bin dann morgens vor allen anderen aufgestanden, ich war dann schon - weiß ich nicht - um fünf oder sechs Uhr wach, habe mich dann irgendwann nach draußen gesetzt und einfach nur nachgedacht. Da habe ich mir gesagt “ey, ich bin in Brasilien, das Wetter ist gut, das Essen ist gut, die Menschen sind gut drauf und ich bin totunglücklich”. Und dann habe ich mir geschworen, ich werde etwas ändern, wenn ich nach Deutschland zurückkomme. Ich werde etwas ändern und dann habe ich mir in Deutschland eben einen MMA Verein gesucht. Und so hat es dann angefangen. Marcus: In Köln? Nick: Jetzt muss ich echt mal überlegen. Ich habe also mein aller aller erstes MMA Training in Berlin gemacht, muss ich dazu sagen. Bei MMA Berlin, so heißt der Verein immer noch. Ich habe aber zu der Zeit dann - als ich mich entschieden habe, etwas zu ändern - wieder in Köln gewohnt und habe mir dann in Köln einen Verein gesucht. Marcus: Okay cool. Und dann bist Du auch direkt nach einer gewissen Zeit zu den ersten Turnieren gefahren und hast erste Erfahrungen gesammelt? Deinen Record quasi an Umfang aufzubauen? Nick: Das Lustige ist, da hatte ich ja schon einen MMA Kampf. Bei mir war ja nicht so richtig was mit Erfahrungen sammeln. Ich bin halt mal irgendwie zum MMA Training in Berlin gegangen und habe da direkt meinen ersten Kampf gemacht. Aber das lief halt noch so nebenbei. Aber ich bin dann, wie Du gerade sagst, nach Köln gegangen und da hatte ich schon meinen ersten Kampf bekommen. Da war dann auch für mich klar, dass ich Judo früher oder später aufhöre. Marcus: Ja cool. Und jetzt zurückblickend und was Du jetzt alles schon für den deutschen MMA Sport gemacht hast und wo Du jetzt stehst in der UFC, denke ich, war das die richtige Entscheidung. Und Du bist damit, glaube ich, auch glücklicher oder? Nick: Ich wache jeden Morgen auf und bin glücklich. Ich habe letztens noch zu meiner Frau gesagt “Hättest Du das gedacht vor einem oder zwei Jahren?” Und wir haben uns dann beide beim Lachen erwischt. Eigentlich lebe ich momentan meinen Traum. Aber was ich auch direkt noch sagen will: ich bin da noch lange nicht fertig. Also, das habe ich nicht in der Hand. Das hat der liebe Gott in der Hand. Das kann ich selber jetzt nicht bestimmen. Das kann morgen schon vorbei sein. Eine schlimme Verletzung - das muss man auch so respektieren. Aber wenn es nach mir geht, dann ist das jetzt die erste Stufe auf der Leiter des Erfolges oder der Zeit die Spaß macht. Da würde ich gerne noch den einen oder anderen draufsetzen. Marcus: Ja so sehe ich das auch. Also ich habe da so ein Gefühl, dass das jetzt gerade erst der Anfang ist. Also sowohl bei Dir als auch für den ganzen MMA Sport hier in Deutschland und die UFC. Nick: Das hast Du sehr lieb gesagt, Dankeschön! Marcus: Auf jeden Fall! Ich habe noch mal eine Frage zum Mindset und der Vorbereitung auf Deine Gegner, speziell bei Dir im Kopf. Bist Du so ein Typ, der sich dann total abschottet vor den Kämpfen, je näher die rücken oder brauchst Du diese sozialen Kontakte? Bewusst Du bewusst nach Thailand gegangen, um hier in Deutschland nicht diese volle Aufmerksamkeit zu haben? Wenn Du hier in Deutschland in der O2 World kämpfst vor 50.000 bis 60.000 Leuten. Das ist ja schon krass ne? Nick: Also die Aufmerksamkeit habe ich ja letztendlich trotzdem. Man hat sich ja auch so ein bisschen darauf gestützt. Mir die Aufmerksamkeit - ich sag das jetzt mal so blöd - so in die Schuhe zu schieben. Das mache ich aber, wie gesagt, auch gerne. Da bin ich sehr dankbar für und das ist eben auch trotzdem eine Sache, die ich immer wieder ein bisschen unter Kontrolle halten muss. Denn ich mag diese Aufmerksamkeit natürlich auch. Ich bin jemand der trotz alle dem ein Perfektionist ist, was das Training angeht. Und dieses Mindset, gerade was den Gegner angeht… Man hat mich mal gefragt “Hasst Du Deinen Gegner?” Das war jetzt irgendwie eine Frage im Vorlauf auf meinen Kampf gewesen. Also das ist absoluter Blödsinn. Ich glaube, wenn ich Zeit im Kampf für solche Gedanken habe, dann habe ich einiges falsch gemacht. Du musst Dir vorstellen, so ein Trainingslager, das ist eine so intensive Erfahrung. Gerade auch, was das Gefühl des sich selber überwindens angeht. Gerade auch auf den letzten Metern, den letzten Wochen. Sprich, die Diät, die harten Sparringseinheiten, die harten Konditionseinheiten. Das kann nicht jeder. Viele sehen oft den Spaß und den Ruhm, den man so ein bisschen hat. Also viele wollen gerne mal in der Disko sich nicht anstellen müssen und sagen “ich bin der und der” und wollen durchgehen. Das wollen alle. Aber das harte Training, ich habe vor zwei Tagen erst im Strahl aus dem Ring rausgekotzt. Das sind halt die Sachen, die die Leute nicht so gerne selber erfahren wollen. Und dieses Mindset, das jeden Tag durchgemacht zu haben, das wirkt sich am Ende dann so aus, dass Du einfach funktionierst. Ich programmiere mich jetzt quasi acht oder neun Wochen auf einen Kampf, jeden Tag durch hartes, hartes Training, so dass ich am Ende das abrufen kann ohne darüber nachzudenken. Ohne eben diese Gedanken zu haben. Das heißt, wenn ich mich gut vorbereitet habe, was jetzt im letzten Kampf der Fall war, dann funktioniere ich am Ende noch. Dann bin ich absolut emotionslos bei dem was ich mache sondern dann funktioniere ich eben. Es gibt da so eine schöne Beschreibung: Dann ist man im Zen, dann ist man im Sein, dann ist man im Jetzt. Dann funktioniert man einfach ohne auch nur eine Millisekunde Zeit zu verschwenden. So sieht das aus. Meist äußert sich das auch in der Woche davor, dass ich unheimlich entspannt bin. Wenn ich weiß, ich habe alles gemacht, alles läuft, dann bin ich unheimlich entspannt. Das hat man jetzt auch in Berlin gesehen. Wir haben ja viel zu viel Spaß eigentlich gehabt. Mein Chef, Gerald Meine, von der Sicherheitsgruppe Berlin, der auch gleichzeitig quasi mein Manager und Berater und auch mein größter Beschützer, der hat ein Polizeiauto von der State Troooer aus Amerika gekauft und dann sind wir da durch Berlin gefahren und haben Halli Galli gemacht, damit jeder weiß, dass der Sergent ist. Marcus: Mit Blaulicht und so ne? Nick: Ja genau, mit Blaulicht. Die UFC war auch so gebufft davon und haben hinterher gesagt, das haben sie noch nie gesehen. Du musst Dir vorstellen, wir haben eine Nummer durchgezogen, als wäre ich Conor McGregor. Also die Leute am Alexanderplatz, die den Aufzug da gesehen haben, wie wir da mit Bodyguards und mit Polizeiauto reinmarschiert sind, die dachten, da kommt jetzt Michael Jackson höchstpersönlich. Das kann ich eben aber auch nur dann genießen, wenn ich wirklich mich voll und ganz der Sache - neun oder zehn Wochen - hingegeben habe. Marcus: Ja, das glaube ich auch, und ich glaube so etwas ähnliches hat auch der Boxer Mayweather gesagt. Da war kurz vorm Kampf jemand bei ihm in der Kabine und wusste jetzt nicht, ob er den überhaupt ansprechen kann oder so und da meinte er “ey komm, setz Dich, ich habe Zeit. Was ich jetzt nicht in der Vorbereitung mir erarbeitet habe, das hole ich jetzt auch nicht mehr auf in den letzten zehn Minuten”. Nick: Genau so ist es. Marcus: Der war mega entspannt. Nick: Ja, das ist so. Wir haben eben noch darüber geredet. Im Gang, in den Katakomben, als wir quasi im absoluten, größten Spannungsaugenblick, kurz bevor wir in die O2 Arena gegangen sind. Ich meine, da waren jetzt irgendwie 8000 bis 9000 Leute da, die auf uns gewartet habe. Ich habe gleich den wichtigsten Kampf meines Lebens und was haben wir in dem Gang gemacht? Wir haben ein bisschen Salsa getanzt. Wir hatten einfach bock auf Tanzen, weil die Musik gut war und einfach - ich weiß gar nicht, wie wir darauf gekommen sind genau. Aber wir haben es getan. Also nicht mit meinem Gegner, ja. Der war schon auf dem Weg ins Octagon, aber ich hatte ja noch ein bisschen Zeit. Das kannst Du eben auch nur, wenn Du wirklich entspannt im Kopf bist. Marcus: Ich habe ja auch schon ein paar Kämpfe von Dir vorher gesehen und jetzt natürlich auch den in Berlin. Da hat man dann auch gesehen, allein von Deinem Fitnesslevel oder so, was für eine krasse Steigerung Du jetzt in Thailand dann noch einmal hingelegt hast. Gerade auch zum Beispiel, was die Beinarbeit angeht, die ganzen drei Runden durch. Das war auch so einer der Hauptelemente an denen Du gearbeitet hast, oder? Nick: Das war eines der Hauptelemente, an denen ich gearbeitet habe. Und jetzt arbeiten wir wieder an etwas. Man ist immer nur so gut wie sein letzter Kampf. Ich möchte den letzten Kampf als Standard jetzt nehmen und möchte natürlich einen drauf setzen. Und ich will beim nächsten Mal wieder, dass die Leute sagen “Das hätten wir jetzt nicht erwartet”. Aber im positiven Sinne. Weißt Du, ich bin ein bisschen, was das MMA angeht, ein Spätstarter, aber irgendwie ging das bei mir jetzt immer kontinuierlich weiter. Und wenn ich irgendwie gemerkt habe, ich komme irgendwo nicht weiter, dann habe ich etwas geändert. Ich bin da einfach zu stur, um aufzugeben. Ich glaube mit dem Mindset und vor allen Dingen der Gnade des lieben Gottes, dass ich gesund bin und dass meine Familie gesund bleibt, könnte das jetzt ruhig noch so ein paar Jahre weitergehen. Marcus: Ja, von mir aus auch. Also ich werde Dich auf jeden Fall weiter beobachten. Nick: Also Deinen Segen habe ich schonmal. Dankeschön! Dann wird alles gut. Marcus: Weißt Du schon, wie lange Du jetzt in Thailand bleibst? Das hängt wahrscheinlich auch von dem nächsten Kampf ab, oder? Wann und wo der dann stattfindet? Nick: Genau so ist es. Ich darf vertraglich leider noch nichts sagen. Ich kann nur sagen, es gibt zwei Alternativen. Eine ist ein bisschen weiter weg bzw. von Deutschland ein bisschen weiter weg. Die andere Variante wäre Europa, wahrscheinlich. Das entscheidet sich jetzt. Beide Kämpfe werden super interessant für mich. Und ich würde das schon so machen, wie auch beim letzten Mal, dass ich bis kurz vor dem Kampf hier im Trainingslager bleibe. Marcus: Hast Du jetzt auch schon Deine Ernährung umgestellt? Also kochst Du gerade ab und wirst dann wieder leichter? Nick: Ich muss, ja. Marcus: Also ich habe Dich ja gesehen einmal beim Kampf in Berlin und dann kurz danach noch einmal im Tempodrom in Berlin und da waren dann schon, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, 10 bis 15 Kg mehr drauf, ne? Nick: Also, Du willst jetzt sagen, dass ich Fett bin, ja? (beide lachen) Nein, Du hast schon recht, das waren locker 15 Kg mehr. Ich bin, wie gesagt, der Junge von neben an. Ich liebe, verdammt nochmal, Schokolade. Ich liebe es, Nachts aufzustehen und einfach etwas aus dem Kühlschrank rauszunehmen und mir das reinzudrücken. Ich habe das vorher schon so gemacht und ich mache das jetzt immernoch so, wenn ich kann. In der Vorbereitung kann ich es nicht mehr und das ist eben die Zeit, die jetzt halt wieder angebrochen ist. Ich brauche diese Zeit auch bis zum Wettkamp, um mit dem Gewicht runterzukommen. Marcus: Hast Du dann einen bestimmten Coach nur für die Physis? Gibt es dann Coaces nur für Kicken, nur fürs Boxen, nur für Bodenkampf? Nick: Ja genau, ich habe in Deutschland mit Jack, also Jakov Maximovic, jemanden gehabt, der sich der Sache angenommen hat. Und jetzt hier im Tiger Muay Thai habe ich _________. Das ist der blonde, gutaussehende, muskelbepackte Kerl, der auch in Berlin an meiner Seite war. Das ist jemand, der sowohl mein Fitnessprogramm für mich plant, aber auch einen großen Teil der Ernährung übernimmt. Und jetzt muss ich auch ganz ehrlich sagen, meine Frau. Meine Frau ist mittlerweile eine ganz feste Bank hinter mir. Gerade was die Diät am Ende angeht. Die hat sich unglaublich auch gemacht, was McGyvern - so nenne ich das - angeht. Also die kann locker ein 3 bis 4-Sterne Menü aus - ich sage mal - ein paar Zwiebeln, Lauch und einem Küchenmesser aus dem Hotel und einen weißen Fisch machen. Weil ich eben nicht die Buffets in den Hotels dann vor den Wettkämpfen sehen kann. Und wir bleiben dann meist im Zimmer und sie zaubert mir da etwas mit dem Wasserkocher und eben die Zutaten, die wir selber mitbringen. Sie ist da schon echt eine Bank. Marcus: Cool! Das klingt auf jeden Fall so, als ob Du perfekt aufgestellt bist für den nächsten Kampf und hoffe ich noch ganz viele andere Kämpfe, die auch noch kommen, ne? Nick: Ja ich denke auch, aber danke, ja. Marcus: Okay Nick. Vielen, vielen Dank für Deine Zeit. Ihr seid jetzt auch fünf Stunden vor Deutschland. Ich bin ja gerade mal wieder in Berlin, weil wir nächste Woche eine fette Konferenz machen. Und deshalb will ich Dich auch nicht mehr zu lange aufhalten, bevor Du schlafen gehst, ich glaube wir haben 23.00 Uhr. Also grüß Deine Frau, grüß Deine Family. Lass uns in Kontakt bleiben. Tausend Dank nochmal! Nick: Sehr sehr gerne! Danke, dass ich dabei sein durfte! Marcus: Ja sehr gerne. Vielleicht kannst Du noch mal Deine Facebook-Seite am Ende nennen, für die Leute, die jetzt auch an Dir interessiert sind oder allgemein am Sport MMA. Nick: Genau, also für alle, die mir folgen wollen oder mit mir in Kontakt sein wollen: nickheinmma ist der Begriff, den ihr sowohl bei Twitter, Instagram, aber auch Facebook eingeben könnt und dann findet ihr mich. Nick Hein MMA. Relativ einfach und relativ leicht zu merken. Marcus: Ich verlinke das auch noch einmal in den Shownotes zu diesem Podcast. Also in dem Sinne: Vielen Dank, wir bleiben in Kontakt und viel Erfolg für deinen nächsten Kampf ja? Nick: Super, hat mich gefreut! Dankeschön! Marcus: Gerne, ciao! Wenn Dir die Folge mit dem deutschen MMA Fighter Nick Hein gefallen hat, dann hinterlasse doch bitte eine Bewertung auf iTunes. Alle Links und Shownotes findest Du auf www.LifeHackz.de. Danke und bis bald! Dein Marcus. [/su_spoiler] [/su_accordion]

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    Joe Görbert ★ Immer Power- 5 Hackz die dein Energielevel maximieren

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit Joe Görbert von BrainHive Ethical Marketing Hey Leute, hier ist LIFE HACKZ und hier ist euer Gastgeber Marcus Meurer. Diesmal wieder life aus Berlin. Wir sind zurück, nachdem wir jetzt in oder auf Mallorca und in Portugal unterwegs gewesen sind, sind wir jetzt hier in Berlin in ner Airbnb Wohnung und bereiten die nächste DNX Konferenz vor. Mein heutiger Gast ist ein mega spannender Typ, der ein Teilnehmer bei uns im DNX CAMP gewesen ist, der Joe Görbert und ich habe mir immer gedacht: Wie macht der das? Wie kann man so viel Energie haben, so viel Power und so wenig schlafen? Und das war Grund genug, den alten Businessplan-Ghostwriter mal vor’s Mikro zu holen und mit ihm über Polyphasenschlaf zu reden, über Energiesnacking. Was ist gut, günstig und auch praktisch für unterwegs, wenn man sich fit halten will. Er hat über Vitalessenz konservieren gesprochen, was, ich glaube, für einige Leute von euch mega spannend sein kann. Wir haben über Genussgifte und andere Substanzen wie Alkohol, Koffein, Taurin, Kokain, Amphetamine, Ecstasy, etc. pp. gesprochen. Was man da vielleicht auch präventiv machen könnte, um sich mal auf so einen Exzess vorzubereiten, wenn es denn mal sein muss. Und er hat uns verraten, wie er es macht, seine Gedanken zu beherrschen. Und welche kleinen Tricks man aus dem selben Bereich noch anwenden kann. Das ganze klingt jetzt ziemlich esoterisch oder spirituell, ist es aber überhaupt nicht. Die Infos sind mega hands-on und auch für mich total augenöffnend, will ich fast sagen, gewesen und hat mich echt in vielen Bereichen auch zum Nachdenken gebracht. Von daher: Ihr könnt euch auf die Folge freuen. Bevor ich euch jetzt in die Folge entlasse, möchte ich kurz auf unsere Charity-Aktion hinweisen, die Feli und ich mit dem heutigen Tag, am 28. September starten. Heute ist Felis Geburtstag. Wir fahren von Europa nach Brasilien und möchten, wenn wir in Brasilien sind, das zum Anlass nehmen, Straßenkinder aus Bahia zu unterstützen. Checkt unsere Aktion aus unter www.lifehackz.de/charity. Jeder Euro hilft. Wir würden uns total freuen und jetzt viel Spaß mit der Folge mit Joe! In dieser Folge lernst du: 1. Polyphasenschlaf: Was ist das und wie mache ich das? - Schlafdefizite mit Power Napping kompensieren - Auf Wunsch einschlafen: Mindfulness Meditation - Kommentar zur extremsten Form des PPS: Die Übermensch Challenge 2. Energie-Snacking: Was ist günstig, gesund & praktisch? - 6 Lebensmittel, die perfekt zum Snacking taugen (Rohe Erdnüsse, Apfel, Falafel/Hülsenfrucht-Salgados, Melone --> Messer dabeihaben, Nussmus-Haferkeks, gebackene Kürbisstücke) - Der Kohlenhydrat-Komplott und was dieser mit uns macht - Praktische Beispiele, wann man was und wie mitnimmt - Kommentar zum ultimativen Powerdrink --> Ingwer-Grüntee extrakt mit Zitrone 3. Thema Vitalessenz konservieren- Tantrismus und Retention. - Kurzer Kommentar zum Buch "Tao of Health, Sex and Longevity" von D.P. Reid  - Techniken der Ejakulationskontrolle - Techniken des Verschließens des "Tor des Lebens" zur punktuellen Auslösung von Energieschüben 4. Über den Konsum von Genussgiften und anderen Substanzen. - Die krassesten Energiekiller-Substanzen: THC, Alkohol, Koffein, Taurin, Kokain, Amphetamine und Ecstasy - Leberkur, Elektrolyt- & Wasserhaushaltsmanagement zur Verringerung negativer Substanzkonsumeffekten 5. Gedankenbeherrschung und sonstige Zen-Tricks. - Die destruktive Wirkung des permanenten inneren Dialogs - 3 Visualisierungen, die sofort den Kopf klären - Die Kryas - Die Bandas - 5 Bushaltestellenübungen, die deine Energiekanäle durchpusten   Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de]  1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES BrainHive Ethical Marketing Facebook Joe Görbert Solreign LifeHackz Charity Aktion [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Jo hi Leute! Willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ. Und ich bin super happy, dass ich hier mit dem Joe, ein Teilnehmer von unserem DNX CAMP in Lissabon, zusammensitze. Hi Joe, cool dass Du am Start bist! Joe: Ja hi Marcus! Marcus: Joe ist ein absoluter Life Hacker, deshalb passt er perfekt auf den Podcast hier drauf. Und wir sind gerade an Tag 9, glaube ich, von unserem 10-tägigen Camp und ich kenne keinen, der so viel Energie Tag für Tag an den Tag legt und nichts auslässt und immer guter Laune ist und trotzdem hellwach. Und die meisten Leute fragen sich auch: Wie macht der Typ das? Und wann schläft der überhaupt mal? Und von daher, sag mal, was sind so Deine besten Hackz, um so energiegeladen zu sein, wie Du bist? Und vielleicht steigen wir gerade mal mit dem Thema Schlafen ein, wenn Du Bock hast. Joe: Genau Marcus, also ähm, ich habe ein paar Themen mir zusammengeschrieben und das Erste, worüber ich sprechen würde, wäre der Polyphasenschlaf eben. Viele von uns haben ja das Problem, gerade wenn sie unterwegs sind und traveln, dass sie halt nicht sehr viel schlafen. Dass sie eher mal Party machen und dann am nächsten Tag gleich schon Action. Und oft sind sie auch in nem Hostel, wo man vielleicht auch gar nicht so viel schlafen kann einfach, weil immer Leute kommen und früh raus und hier und da und Ausflüge… Und ähm, der Polyphasenschlaf ist sehr interessant. Also es gibt manche Leute, die das richtig auf die Spitze treiben mit der bekannten Übermensch Challenge. Dass sie nur noch zwei Stunden am Tag schlafen. Und wie das funktioniert, ist einfach so, dass viele von uns, die eben den Monophasenschlaf benutzen, dass die eigentlich in Wirklichkeit nicht so tief schlafen dabei, dass das Brain also immernoch wach ist und Dinge verarbeitet. Und jemand, der seinen Körper trainiert für den Polyphasenschlaf, es gibt übrigens auch Biphasenschlaf und andere Schlafarten, dass der einfach ausgeruhter ist, weil er direkt einpennt. Marcus: Das heißt, wenn ich jetzt abends meistens so gegen 23:00 Uhr oder 0:00 Uhr ins Bett gehe und morgens dann um 6:00 Uhr oder 7:00 Uhr aufstehe, dann bin ich ein Monophasenschlaf...Schläfer oder? Joe: Genau, das wäre der typische Monophasenschlaf. Marcus: Okay. Ich glaube, ich hatte auch mal ne App installiert, wo Du dann genau sehen konntest, wo dann glaube ich, die Tiefschlafphasen waren, wo man dann unruhiger war und wo man dann in diesen REM Modus reingekommen ist und wo gerade nicht. Und der Ansatz bei Dir ist jetzt glaube ich, in dem Prinzip was Du gerade machst, dass dann in verschiedene Phasen zu splitten und nur diese wichtigste, diese Tiefschlafphase mitzunehmen oder? Joe: Genau, genau. Also was ich die meiste Zeit mache ist eben, dass ich drei, vier Stunden schlafe und dass ich dann, wenn ich während des Tages arbeite und wenn ich merke, dass ich müde werde, dass ich mir einfach eine Schlafbrille überziehe und mir Stöpsel ins Ohr stecke und dass ich mich dann in so eine Art Kurzmeditation begebe. Darüber wollte ich auch noch kurz sprechen, weil viele von uns haben halt das Problem, dass sie nicht auf Wunsch einschlafen können. Dass das Brain dann einfach weiter noch irgendwelche Gedanken spinnt und dass man dann quasi in seinem Bett liegt und nicht abschalten kann. Was ich einfach mache ist, dass ich mich auf mein Bett lege, Augen zu, Schlafbrille, Stöpsel rein und dass ich dann verschiedene Übungen durchgehe. Also ich beginne dann mit so einer Visualisierung, dass ich mir einen Ventilator in den Kopf visualisiere, der meine Gedanken so nach hinten raus pustet. Ja, so blöd sich das anhört. Aber … Als nächstes dann kommt eine Atmung von 10 nach 1 jedes Mal beim Ausatmen, 1 nach unten zählen und immer versuchen… also… Zum Beispiel: 10 nach unten zählen und jedes Mal länger ausatmen und es doppelt so lange ausatmen wie man einatmet. Und sich dann wirklich voll und ganz auf die Atmung konzentrieren. Und dann, was man noch zusätzlich machen kann, wenn trotzdem Gedanken hochkommen ist, ich sage euch einfach die mächtigste Übung - es gibt verschiedene Übungen, die man machen kann - ist dass man alle Gedanken sich wie so ein Universum vorstellt und jeder einzelne Gedanke ist quasi ein Stern in diesem Universum. Und in der Mitte ist eine Sonne ja? Und die Sterne poppen halt so auf ja - verschiedene Gedanken. Man hat vielleicht auch Themen, die man bewusst ansteuern kann. Zum Beispiel Partnerschaft, Karriere, Konflikte, Ziele, Träume, Wünsche, Ängste, Dinge für die man sich möglicherweise auch schämt oder so. Also Dinge, die quasi negativ ankern, weil die sind sehr stark. Und dann, wenn man denkt, dass man sein Universum abgesteckt hat. Das es wirklich jetzt zu 90% Sachen sind, die einen am meisten beschäftigen, dass man diese Sterne einfach in diese Sonne hineinvisualisiert. Die Sonne zieht quasi alles zusammen, öffnet sich am Ende und verschluckt alles und wird dann schwarz und zu einem schwarzen Loch. Und möglicherweise ist man dann schon echt müde. Also sowieso, weil man hat ja nur drei Stunden geschlafen und vorher natürlich den Wecker gestellt, auf 20 Minuten. Also 20 Minuten ist das ideale Powernapping-Zeit, wenn man schon 30 oder 40 Minuten macht, dann tendiert man dazu zu lange zu schlafen ne? Und dann hat man wieder das Problem, dass der Schlaf nicht so geil ist, wie er eigentlich sein könnte, so energetisierend. Marcus: Also das heißt, Du fällst mittlerweile dann relativ schnell in den Schlaf, wenn Du Visualisierungen und die Übungen machst und stellst Dir den Wecker, sodass Du mit Visualisierung am Anfang nach 20 Minuten wieder aufstehst? Joe: Korrekt, ja genau. Marcus: Und kann man das trainieren? Würdest Du sagen, Dir fällt es mittlerweile leichter dann direkt in den Schlaf zu fallen. Das heißt, der Körper rafft schon: Okay cool, jetzt endlich kann ich mal wieder 20 Minuten runterfahren. Dass das dann schneller geht als am Anfang? Joe: Völlig korrekt. Also das was quasi das Brain wach hält, das sind die … das ist so ein Zeigarnik Effekt, also Unvollständigkeiten ja? Es kann sein, dass man am Tag irgendwie einen Konflikt hatte mit jemandem oder dass man irgendwie Angst hat, was vergessen zu haben. Und deshalb ist es geil, wenn man zum Beispiel die ganze Zeit To Do Listen auch macht. Und es ist geil, wenn man quasi seine Energiezentren im Körper, also “Chakren” reinigt, sodass negative Energien nicht so wirklich reinkommen. Zum Beispiel, dass man sich klarmacht: Okay, dieser Typ hat mich jetzt angepflaumt, aber in Wirklichkeit beschäftigt mich das, weil ich mich schuldig fühle. Dass der vielleicht irgendwie recht hat. Und jetzt jemand, der sich selbst gut verzeihen kann, der quasi schon spirituell so ein bisschen vorangeschritten ist, der verzeiht sich das dann einfacht, verzeiht ihm und pennt dann einfach. Marcus: Ja, echt mega krass! Ich habe, glaube ich, das erste Mal auf dem Blog oder auf dem Podcast von Tim Ferris da gehört, als der den Matt Mullenweg zu Gast hatte, den Gründer von Automattic, die größte Firma, die hinter Wordpress steht, und war damals schon mega fasziniert. Hab dann mal im Kopf ein bisschen durchgespielt, ob das noch ne Option für mich sein könnte, und hab’s dann ehrlich gesagt relativ schnell wieder verworfen, weil ich glaube, das wird wahrscheinlich auch der Knackpunkt für die meisten Menschen sein. Das ist schon eine Umstellung im “normalen Leben” oder “Tagesablauf” oder? Wie machst Du das? Joe: Ja, also ich glaube, es fällt halt alles zusammen. Wenn man zum Beispiel jetzt besonders viele Genussgifte konsumiert oder wenn man andere Dinge tut, die dem Körper nicht so helfen, jetzt zum Beispiel keinen Sport treibt oder so etwas. Es ist schwerer einzuschlafen. Es ist das Leichteste, wenn man den ganzen Tag an der frischen Luft war oder wenn man einfach das Energietief auch nutzt, zum Beispiel am Nachmittag. Das kann richtig geil sein, wenn man jetzt irgendwie um 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr beim Lesen von irgendwelchen Blogartikeln oder beim Schreiben merkt “Aha, ich werde langsam müde”. Und dann ist es so schön einfach. Also das können wir machen, weil wir halt Webworker sind, aber manch andere können es vielleicht nicht so gut machen, ist, dass man sich einfach zurückzieht, alles dunkel macht, sich ein bisschen hinlegt und dann einfach 20 Minuten schläft. Und dann muss man aber auch so viel Disziplin haben, dann aufzustehen. Zur Not möglichst irgendwelche Sachen machen, die den Blutdruck wieder nach oben treiben und sich dann wieder diszipliniert an die Arbeit begibt. Marcus: Und wie machst Du das dann in der Nacht, wenn’s dann zwischen 1:00 Uhr und 6:00 Uhr oder 1:00 Uhr und 7:00 Uhr… bist Du dann weiter produktiv oder arbeitest bis dann wieder der nächst Schlaf-Cycle ansteht und nach wieviel Stunden steht bei Dir immer ein Cycle an? Joe: Also jetzt war es ja hier während den Camps so, dass wir meistens erst so um 3:00 Uhr oder 4:00 Uhr überhaupt schlafen gegangen sind. Aber ich arbeite dann einfach solange ich Power habe. Und wenn ich echt keinen Bock mehr habe zu arbeiten und ich aber trotzdem noch nicht müde bin, dann lese ich was. Oder was ich dann noch mache ist vielleicht noch ein bisschen Yoga, noch vielleicht irgendwelche Planking oder eben Bodyweight Übungen, wenn ich noch Power habe. Und dann einfach Meditation und dann irgendwann penne ich schon ein. Und ansonsten wurde auch bewiesen, dass eine Meditation Schlaf ersetzen kann. Das heißt, wenn ich echt genervt bin, dass ich nicht einschlafe, dann versuche ich dieses Gefühl gar nicht so richtig aufkommen zu lassen, sondern versuche das wieder in der Meditation zu versenken, weil ich einfach weiß, dass wenn ich jetzt einfach meditiere, ruhig bin, die Muskeln entspanne, dass es quasi fast genauso gut ist, wie der Schlaf. Und dann bin ich nicht so gestresst, weil das ist das Schlimmste. Wenn man dann genervt ist und “scheiße, scheiße, scheiße… Ich muss morgen so viel erledigen. Warum schlafe ich nicht ein, warum schlafe ich nicht ein?!” Und dann die Mühle, die dreht sich. Und die Mühle - Achtung! - ist wie eine Wassermühle. Das heißt, wenn Du ein bisschen Wasser drauf gießt, dann fängt sie schon an zu drehen und das Momentum fängt an. Und dann diese ganzen Übungen, die man vorher gemacht hat, die verpuffen. Die Wirkung verpufft. Also sobald die merkt, dass die Mühle sich anfängt zu drehen, visualiert den Ventilator, der das ganze Wasser aus der Mühle rauspustet und die Mühle steht still. Und diese innere Stille ist auch wirklich sehr magisch. Also, solltet ihr zu den wenigen gehören, die es schaffen, die innere Stille, also die Abwesenheit von sämtlichem inneren Dialog über einige Minuten zu halten, dann fallt ihr sowieso in so eine meditative Ekstase, die auch beschrieben wurde von Eckhart Tolle “The Power of now” oder von Carlos Castaneda “Das Wirken der Unendlichkeit” oder diese ganzen anderen Gurus. Oder Lao Tse, die alle diese innere Stille, die unglaublich energetisierend ist ne? Die schafft so richtig allignment von der Krone des Kopfes bis zum Perineum - wie heißt das auf Deutsch? also so dieses unterste Chakra. Und ihr merkt so richtig, wie es so in euch auf hallt und das lustige ist, man kann es richtig spüren im Körper. Also der Darm fängt dann so an zu gluckern und so und irgendwie… seine eigene Atmung hört man so… man driftet dann weg und manch andere würden dann in nem luziden Traum fallen oder würden irgendwelche halluzinogenen Bilder bekommen, eben die Abwesenheit von Reizen in dem Moment. Das Brain fängt dann an, so fantastische Dinge zu spinnen und es ist ganz, ganz faszinierend. Man sieht dann Tiere, total abgefahren… Total abgefahrenen Tiere oder… also ich meine, das kann man ausprobieren, wenn man einfach Schlafentzug macht. Einfach mal zwei Tage nicht pennen und dann sich in eine ruhige Zone zu begeben ohne zu schlafen und ohne natürlich irgendwie Taurin oder Koffein oder so was zu sich zu nehmen. Und dann einfach mal zu gucken, was das Brain mit einem macht. Und es echt abgefahren so.   Marcus: Krass, also mega krass, mega faszinierend, finde ich! Was genau ist die Übermensch oder Überchallenge in dem Zusammenhang mit Polyphasenschlaf? Joe: Also die Übermensch Challenge ist so das Extremste, was man machen kann. Das ist, dass man nur noch zwei Stunden wirklich am Tag schläft. Und zwar in Blöcken von 20 Minuten, alle vier Stunden. Und da braucht man eben mindestens zwei Monate, dass man da reinkommt. Und es ist für den Körper unglaublich anstrengend. Also, wenn man das nicht durchzieht, nicht die Disziplin hat, dann schadet man sich damit. Man muss das wirklich einmal durchziehen und dann hat man aber echt Gold, weil man muss überlegen, wieviel Schlaf man spart. Also das sind 100 Tage pro Jahr, fast schon, die man spart und die man produktiv sein kann. Und ich kenne einen, der das macht. Ein Kumpel von mir. Und der ist immer in so einer Art High irgendwie. Also der ist die ersten zwei Monate total erledigt, oder war er erledigt und ist dann aber echt so… ey der pennt und dann hat er wieder Power. Und man muss aber auch aufpassen auf sein Skelett. Weil natürlich das Liegen verlängert auch die Wirbelsäule. Und wenn man diese faxen macht und dann die ganze Zeit aktiv ist und Übungen macht usw., dann schadet man möglicherweise seinen Muskel- und Skelettapparat, sofern man nicht Entspannungsübungen auch macht. Also Yoga, Meditation oder am besten ist das Suspension Yoga. Also wo man sich dann irgendwo hinhängt und dann die Wirbelsäule einfach strecken lässt von der Schwerkraft. Marcus: Krass, krass, krass! Kann ich dazu nur sagen. Und mega spannend. Wieviele Stunden Schlaf hast Du denn im Schnitt pro Tag? Joe: Ich dürfte so, während eben diesen Belastungsphasen, wie hier im DNX CAMP, dürfte ich so bei vier, fünf Stunden maximal sein. Und dann ja… jetzt am Wochenende haben wir ja quasi drei, vier Tage eigentlich fast durchgemacht. Also in diesen drei, vier Tagen war ich wohl bei so drei, dreieinhalb Stunden und dann jeweils zwei Nickerchen von 20 Minuten am Tag. Marcus: Wahnsinn! Und ich kann ja jetzt den Zuhörern bestätigen, Du sitzt ja neben mir hier. Ich habe Dich gesehen die ganzen Tage. Du bist jetzt irgendwie nicht völlig fertig und groggy und hast mega Augenringe und siehst aus, wie ein Zombie, sondern ganz im Gegenteil. Irgendwie Du bist immer der Erste, der unten vor der Tür steht und sagt “Wann geht’s weiter? Wo geht’s hin? Ich bin fit” und auch immer super prepaired ist. Also wenn wir unterwegs sind und jetzt dann surfen waren, nehme ich mir immer vor, ich hole mir ein paar Snacks oder irgendetwas zu essen für danach, weil ich weiß, wie teuer das dann an der Beach Bar ist und vergesse das dann immer. Aber Du hast immer in Deinen Taschen irgendwelche Nüsse oder Snacks oder Power Energy Booster, was auch immer. Das würde mich jetzt auch mal interessieren: Was genau sollte man da beachten und wie schafft man’s dann auch günstig irgendwie sein Energielevel hochzuhalten mit der Hilfe von Nahrungsmitteln? Joe: Genau, also das finde ich ganz wichtig. Das ist quasi der nächste Baustein so, für dieses Energiehaben andauernd. Also das eine Thema ist Schlaf, das andere ist, dass man eben seinem Körper quasi eine ständige Zufuhr an kleineren Einheiten von Nahrung eben gönnt. Und das sollte man halt so kombinieren, dass der Körper es auch perfekt verwerten kann. Also ich habe in meinen Taschen meistens Erdnüsse und da nehme ich so rohe Erdnüsse, die ich hier vom Markt kaufe. Fast für’n Appel und ein Ei. Marcus: Genau. Gesalzene? Joe: Ja. Also man kann auch gesalzen und geröstet. Die sind meistens leider mit Sonnenblumenöl eben geröstet. Und dieses Öl ist eben nicht so gut verwertbar für den Körper. Da darf man vielleicht auf den Geschmack jetzt nicht so übertrieben achten. Es ist auch so, wenn man lange Zeit eben auf salziges und pikantes verzichtet, dass die Geschmacksknospen dann einfach stärker aufwachen und dann… zum Beispiel die Erdnüsse, wenn ich richtig bewusst die esse, dann schmeckt es fast wie Pinienkerne. Also besonders diese rohen halt. Da ist so was fein Nussiges irgendwie. Das macht mir echt Spaß. Und ja, andere Sachen, die man so dabei haben kann - abgesehen von eigentlich allen Nüssen, also auch Cashewkerne oder so sind ganz genial - da nehme ich aber zum Beispiel von den rohen Abstand. Einfach weil die irgendwie zu …. also die führen irgendwie zu Gas im Magen und so. Marcus: Ja Blähungen. Joe: Ja genau. Hart gekochte Eier sind echt geil. Einfach drei hartgekochte Eier dabei haben, wenn man zum Surfen geht. Äpfel… ähm, es gab mal ne Zeit, da habe ich immer so riesen Falafel dabei gehabt, die noch so mit Käse gefüllt waren. Ist auch geil. Tendenziell soll man eigentlich Kohlenhydrate und Proteine nicht mischen. Das kann der Körper schlecht verdauen von den Enzymsäften her. Es ist besser, wenn man die drei großen Gruppen einzeln konsumiert und Fette, Proteine, Zucker, Kohlenhydrate trennt. Also Zucker ist natürlich ein Kohlenhydrat. Es gibt Zucker und Stärke, aber wenn man es alles vermengt, dann hat der Körper umso mehr Arbeit. Und auch wenn man besonders viel isst gleichzeitig, dann macht das eher müde. Das nimmt eher Energie. Und es ist besser, wenn man so ne ständige kleine Zufuhr hat. Gebackener Kürbisse ist genial auch und ja, wenn ich unterwegs bin, esse ich auch gerne einfach Tomaten. Marcus: Und das gilt jetzt aber nur, wenn Du unterwegs bist? Und das heißt, Du nimmst aber auch normale Mahlzeiten zu Dir, weil Du sitzt ja gerade neben mir und bist gut gebaut und sportlich durchtrainiert. Das geht nicht nur mit Nüssen und irgendwie ein paar rohen Eiern ne? Joe: Genau. Also ich folge den taoistischen Ernährungsprinzipien. Die vor allen Dingen eben den Konsum von Proteinen und Früchten predigen. Also ich esse jeden Tag einige Eier, jeden zweiten Tag eine Hühnerbrust. Mische das hauptsächlich mit Avocado, Guacamole oder eben so Tomatensaucen, die ich selbst mache. Und ansonsten esse ich auch mal Haferflocken mit Früchten. Aber Wasser… Also von Milch würde ich grundsätzlich abraten. Da bin ich mit den Paleo-Leuten auf einer Wellenlinie. Marcus: Warum? Joe: Naja pasteurisierte Milch ist halt so sehr schwer für den Körper zu verdauen wegen dem Milchzucker da drin. Und jetzt, wenn sie nicht pasteurisiert ist, ist es okay. Auch andere Produkte wie Schafsmilch oder Ziegenmilch sind okay. Marcus: Pasteurisiert heißt haltbar machen. Joe: Genau, das ist einfach erhitzt und durch das Erhitzen, denaturieren die Enzyme die da drin sind und die dem Körper helfen würden, die Laktose zu verdauen. Und ich bin echt so weit, dass ich noch nichtmal irgendwie teure Hafermilch, Mandelmilch oder Kokosmilch nehme. Ich nehme einfach Wasser und wie gesagt, also wenn man den Körper ein Stück weit diese ganzen künstlichen Geschmacksverstärker, Salze und Gewürze entzieht, dann… Die Geschmacksknospen wachen auf und es ist echt geil und jede Rosine schmeckt wie ne Praline und es ist echt geil ja. Marcus: Hammer. Und das geht auch bei Leuten, die jetzt Jahre lang viel Salz gegessen haben oder vielleicht sogar noch Kaffee oder geraucht haben? Meinst Du, da sind diese Knospen irgendwann… sind die wieder zu reaktivieren? Wenn Du jetzt mal ein Jahr vielleicht ein bisschen bewusster und abstinenter von diesen ganzen Geschmacksverstärkern lebst? Joe: Also ich weiß es von meinem eigenen Dad. Er hat lange Zeit im Ausland gearbeitet und der kann extrem scharfe Sachen essen und alles andere schmeckt ihm nicht so richtig. Wenn er Nutella ist, dann ist die immer mit dem vollen Löffel, weil er sagt, er schmeckt es sonst nicht. Und ich meine auch irgendwo gelesen zu haben, dass diese Geschmackspapillen oder wie sie heißen, diese Knospen, dass das zu den wenigen Zellen gehört im Körper, die sich eigentlich nicht mehr regenerieren oder teilen. Deshalb, ältere Leute haben oft kaum mehr Geschmack. Marcus: Ja das stimmt, das habe ich auch schonmal gehört. Wir können nicht mehr so gut schmecken, genau. Stimmt. Was ist der Kohlenhydrate-Komplott? Joe: Genau, das war das nächste worüber ich sprechen wollte. Noch kurz hier zu dem Thema: Also möglicherweise die, die rauchen und die halt vielleicht es nicht zu sehr übertreiben und die jetzt nicht irgendwie direkt aus der Flasche die scharfe Sauce trinken, die haben bestimmt ne gute Chance, wenn sie das ein paar Monate lassen, dass sie dann das wieder bekommen. Und es ist sehr interessant, jetzt bei Life Coaches die ich kenne, die halt so Yogisch sind, die können das gar nicht ab ja? Also wenn Du denen Pesto gibst oder so, was vielleicht irgendwie etwas salziger ist, dann, die mögen das einfach nicht, die wollen das nicht. Na gut. Und der Kohlenhydrat-Komplott ist einfach, dass das eben in den meisten westlichen Gesellschaften quasi dieses Weißmehlzeug überall ist. Also egal ob man jetzt irgendwie ein Gebäck zu sich nehmen möchte oder ob es hier um Döner geht, was in dieser KiTa ist, Pizza, also alles ist eben dieses billig, kurzkettige Kohlenhydratzeug, was überhaupt nicht gut ist für Dich. Was das Dir Energie raubt. Es raubt Dir richtig Energie, weil das eben Deinen Spiegel durcheinander bringt, Deinen - ich weiß nicht ob es der Blutzuckerspiegel ist, jetzt genau. Aber dieses kurzkettige macht auf jeden Fall Heißhunger und dann isst Du auch zu viel. Und dann isst Du oftmals diese kurzkettigen Kohlenhydrate vermischt mit Proteinen oder mit irgendwelchen Palmfetten am besten noch oder Zucker oder so. Und das ist halt echt Scheiße ja? Ähm… Das ist vor allen Dingen langfristig… kann es zu Krankheiten führen, aber selbst kurzfristig ist es einfach so was, was Dir einfach Energie raubt. Das ist als ob Du statt zu essen, um Energie zu produzieren, ist es essen, was Dir Energie wegnimmt.   Marcus: Also Du meinst damit, dass der Körper dann eher damit beschäftigt ist, diese ganzen Giftstoffe zu bekämpfen und dadurch die Energie verloren geht, als dass Dir das Essen, was Du dann zu Dir führst, vielleicht ne Pizza und Dir denkst “Ich brauche mal wieder ein bisschen Power”, dass das total kontraproduktiv ist? Joe: Ja genau. Also ähm, der Körper stützt sich da drauf. Das sind kurzkettige Sachen, da muss er nicht viel dran arbeiten. Naja gut, es wird schon Energie produziert, aber es kostet einfach zu viel, das zu verarbeiten und oftmals, wie gesagt, sind dann auch noch Backtriebmittel drin oder es ist einfach so ne Nahrungspampe, wo der Körper mit arbeiten muss und das ist einfach auch schlecht oder so. Also wenn man etwas bewusster isst, dann merkt man, was das für einen Impact hat. Marcus: Ja ich glaube, dass hat jeder auch schonmal gemerkt, wenn er sich einfach überfressen hat, weil der Geschmack einfach so gut war, aber eigentlich man selber dieses Bedürfnis nach den Hunger zu stillen, das war schon längst erfüllt, aber man frisst dann trotzdem noch die Pizza auf und nimmt sich vielleicht auch noch die Pizzabrötchen. Ich glaube, das ist auch dieses Weißmehl pur, die Pizzabrötchen oder so und dann noch fett Kräuterbutter drauf und danach möchte man eigentlich nur noch sterben und hasst sich selber, wenn Du dann so im Bett rumliegst. Also so geht’s mir. Joe: Ja genau, die Ernährungsindustrie ist wahnsinnig geschickt dabei, wie auch die Videospielindustrie, wie auch die Medien uns quasi daran zu ziehen und dem was wir schwach sind, ja. Und jetzt haben wir vor zwei Tagen auch chinesisch gegessen und es war wahnsinnig lecker wegen diesem Geschmackverstärkerzeug und letzten Endes sind wir eben, ja wenn irgendwas geil schmeckt, dann… in Afrika gibt’s auch die Tiere, die diese vergorenen Früchte essen, weil’s einfach süß ist und weil sie danach so beduselt sind. Da muss man einfach auch wieder hier die Disziplin mitbringen, möglichst was dabei haben, was man essen kann. Also wenn ich da rumlaufe da draußen, ich gehe dann meistens in den Supermarkt und hole mir da irgendwie Äpfel oder Orangen. Ich habe auch meistens ein Messer dabei. Das heißt, ich kann mir so ne fette Melone holen. Und Melone gehört zu den geilsten - das wollte ich noch kurz sagen - Nahrungsmitteln überhaupt. Es wird auch rauf und runter in den taoistischen Schriften gepredigt, dass man sich ne Melone schnappt, die Kerne raus... Marcus: Wasser oder Honig? Joe: Ja, also ich mag die Honigmelonen, da fahr ich voll drauf ab Mann! Die sind einfach so geil. Und dann ist man echt pappsatt, wenn man mal so ne halbe Melone weggeputzt hat und es ist auch günstig. Marcus: Okay, da hast Du aber schon ein krasseres Messer am Start, wie so ein Buschmesser oder so. Also wenn Du ne ganze Melone aufschlitzt? Joe: Genau, ich habe so ein kleines Switchplate. Das ist auch zur Sicherheit eben. Ich meine, wir machen beide Krav Maga, mit so nem Clip und so, relativ unobstrussiv, also dass keine Blockade irgendwie in der Tasche ist und ja, damit packe ich eigentlich ziemlich gut durch so. Marcus: Und neben den ganzen Nahrungsmitteln, die man jetzt isst, gibt’s nen ultimativen Tipp für Dich, was man als Drink vorbereiten könnten oder am Start haben sollte oder vielleicht zu Hause machen kann, wenn man mal wieder nen mega Energieschub braucht? Joe: Das habe ich jetzt hier während dem Camp leider nicht so oft gemacht, einfach weil das schon so ein bisschen Organisation erfordert. Das ist einfach, dass man so sich einfach Ingwerwurzeln holt und die ganze Ingwerwurzel in 2 l Wasser geschält und in Streifen geschnitten aufkocht, zusammen mit drei oder vier Teebeuteln Grüntee und dass man das dann am Ende alles einmal kurz durchfiltert und sich dann in Glasflaschen abgefüllt in den Kühlschrank stellt. Und das Zeug ist scharf, ja? Es brennt richtig in der Kehle, aber es macht richtig… also Wahnsinn. Das ist ein echt geiles Zeug und mir schmeckt’s gut. Na gut, jetzt habe ich vorhin gesagt, so scharf ist eigentlich nicht so gut, aber das ist irgendwie eine andere Art von Schärfe von diesem Ingwer, der einen so richtig wachbrennt irgendwie. Ich weiß auch nicht. Marcus: (lacht) Joe: Ja und in taoistischen und TCM Medizin ist sowieso Ingwer auch etwas reinigendes. Also wenn ihr irgendwie mal ne Nacht durchgefeiert habt und dann dieses Zeug trinkt, dann entgiftet und entschlackt es vom allerfeinsten. Und Grüntee sowieso. Marcus: Wie kriegst Du die Ingwerwurzel so kleingehackt? Wieviel sagst Du nochmal? Drei Stück? Joe: Eine ganze Ingwerwurzel, ich weiß nicht, so 200 gr oder so. Das ist schon einiges, das ist richtig viel. Und was man am besten macht ist mit nem Löffel, dass man so lang scraped und ich meine, ich bin so gehetzt, manchmal lass ich auch so kleinere Augen, lasse ich da dran, scrape das einfach nur so auf und dann hacke ich das einfach in so, keine Ahnung, Einzentimeter breiten Streifen. Wenn ich manchmal unterwegs bin mit anderen Travelern, die beschweren sich dann “Joe, Du musst das kleiner hacken”, aber ich hab einfach keinen Bock und keine Zeit und ich koche es einfach richtig klein.   Marcus: Ja cool. Kommen wir zum nächsten Thema: Vitalessenz konservieren, Tantrismus und Retention. Was genau ist darunter zu verstehen? Ich weiß, da kommt jetzt wieder irgend so eine krasse Wissensbombe. Darum liebe ich das so, dass wenn wir die letzten Tage zusammen gewesen sind, lernt man immernoch total viel Neues damit, wenn man mit Dir abhängt, gib mal ein bisschen Input zu dem Thema. Joe: Also das erste Mal habe ich eben mit dem Thema zu tun gehabt, als ich das Buch “The Tao of Health, Sex, and Longevity” von D.P. Reid gelesen habe. Und Retention beschreibt den Akt, dass wenn man quasi einen sexuellen Höhepunkt erlebt, dass man die Körperflüssigkeiten, die der Mann dann normalerweise verströmen würde, dass man die durch Atmung und Muskelverschluss im Körper hält. Und das ist quasi so eine Art 30% Orgasmus. Es ist nicht so ganz durchrüttelnd und das ist so komplett wie quasi so alles rausreißt, was ja irgendwie so ein schönes rausreißen ist. Die Franzosen nennen es ja Petit Mort, also der kleine Tod. Und dass man quasi in dem Moment, wo man quasi kommen würde, dass man das einfach hochzieht, reinzieht, die Wirbelsäule quasi so hochvisualisiert... Marcus: Das geht oder was? Joe: Genau. Das steht im Buch exakt wie es geht. Wenn ich es jetzt hier erklären würde, würde ich einfach sagen, dass man die selben Muskeln, die man auch zum Verschluss des Perineums, also wo man die letzten Urintropfen rausdrückt, dass man diese Muskeln zusammenzieht. Man muss das ein paar Mal üben. Also wenn ihr euch selbst berührt, könntet ihr versuchen sehr nah an diesen Höhepunkt zu gehen und dann einfach damit spielt und irgendwann hat der Körper keinen Bock mehr das nochmal zu machen. Also irgendwann wird die nötige Stimulation wird zu extrem und die hat keinen Bock mehr und ihr lasst dann einfach abschlaffen. Macht das ein paar Mal und dann merkst Du diese Schranken besser und dann merkst Du auch, dass es möglich ist, das zu bewahren, dieses Ding. Und viele die ich kenne, die masturbieren sehr viel oder sie praktizieren eher die körperliche Liebe mit Personen und jedes Mal lassen sie die Essenz rausfließen und nach den taoistischen Prinzipien ist es okay bis zum 25. Lebensjahr. Dann ist man quasi eine nicht versiedende Quelle von dieser Vitalessenz, aber danach ist es schon schwierig und man sagt zwischen 25 bis 35 soll man eigentlich nur noch jedes zweite Mal das versprühen. Und ab 35 eigentlich nur noch jedes fünfte Mal und ab 55 nur noch eigentlich jedes 50. Mal. Also so steht es in dem Buch, ungefähr so. Und äh, es ist wirklich…. also ich kann sagen, dass diese Essenz bewahren… teilweise macht es einen natürlich total verrückt, weil man sehr horny ist, die erste Zeit. Aber dann letzten Endes diese Hornyness kann man transformieren in andere Potentiale und ich merke es auch, wenn ich mich sehr horny fühle, dann fällt es mir leichter wütend zu werden komischerweise. Und es fällt mir dann leichter auch zu trainieren. Also teilweise kann es dann sein, dass ich an all so Sachen denke, absichtlich, die mich wütend gemacht haben als Teenager oder so. Und dass ich dann einfach meine 30 Push-Ups mache, als wäre es überhaupt nichts, weil ich…. Marcus: Krass! Was auf jeden Fall wissenschaftlich bewiesen ist, dass bei Hochleistungssportlern, wie Profifußballern oder Boxern oder auch Tennisspielern, wenn die ein wichtiges Match haben, dass es einen Unterschied macht, ob die Freundin dann noch ins Mannschaftshotel darf die letzten Nächte und man dann wahrscheinlich auch Sex hat und sich da verausgabt oder man das über Tage halt ansammelt und dann wahrscheinlich auch dieses Adrenalin und der Push, was sich dann ja auch ganz natürlich bei Männern dann auch anstaut, halt in dem Fall dann für dieses eine sportliche Ereignis nutzt. Und das ist mittlerweile Gang und Gäbe, dass bei wichtigen Turnieren oder so nicht ohne Grund dann auch keine Spielerfrauen ins Hotel dürfen. Ich meine, da steckt ganz klar auch dieser Punkt dahinter. Joe: Genau. Also von Muhammad Ali ist bekannt, dass er zwei Wochen vor einem Kampf nichts mehr an sich gemacht hat oder beziehungsweise niemanden mehr an sich heran gelassen hat. Eben weil…. ich glaube, es geht hier um Testosteron, dass ist das. Adrenalin kommt ja quasi durch den Spiegel vom Testosteron und es ist leichter da reinzugehen. Auch Konzentration und ich meine auch von einen von den Zen-Meistern gehört zu haben, dass eben die Flüssigkeiten der das Gehirn schwimmt, dass diese Flüssigkeit ziemlich ähnlich ist zu der Flüssigkeit, die auch die Spermien ernährt. Also im Gehirn selbst diese Nährflüssigkeit. Und also ich weiß, dass ich quasi, wenn ich mit einem Mädchen zusammen bin und da geht einiges, dann ich bin einfach viel viel platter als sonst. Und hoch interessant ist auch, dass die Essenz, die dabei verloren geht, dass das quasi die Premorgio Essence ist, aus der man die anderen Energien quasi hochdestilliert und die dann letztlich auch dazu führen, dass man diese ganzen besonderen Fähigkeiten entwickelt, die auch die Shaolin Mönche haben. Also die können ja Nadeln durch Glas werfen und irgendwie auf ihren Fingerspitzen balancieren und irgendwie nasse Laken trocknen auf dem Himalaya sitzend und diese ganzen krassen Shaolin Tricks, die für uns quasi schon fast übermenschlich sind. Eben dass die das quasi hochdestillieren und zwar aus ihrer männlichen Vitalessenz. Diese Yen Energie, also diese positive, sich aber verbrennende, verzehrende Energie. Marcus: Krass. Und lebst Du denn nach diesem Muster zwischen 25 und 35 so oft und danach dann nur jedes fünft Mal und wenn Du bei 50 bist, vielleicht nur noch jedes 50. Mal… Machst Du das? Joe: Ähm, ich muss natürlich zugeben, dass gerade in diesen Zeiten, wo wir sehr viel Angebot haben von pornographischen Schriften usw., dass es teilweise, wenn gerade auch irgendwie so eine Schwächephase ist, ich hatte einen schlechten Tag oder irgendwie hab mal wieder irgendwie…. man will sich einfach so einen Release geben ja? Dann kann es schon sein, dass man schwach wird, aber tendenziell bereut man es dann hinterher auch, weil wenn man eben so bewusst ist und so mit sich gearbeitet hat, man merkt das voll. Es fehlt so. Es ist wie, wenn Du aus dem Baum ein Stückchen raushackst oder wenn Du irgendwas wegnimmst aus dem Kuchen oder so, Du fühlst, da hat irgendwas vitales meinen Körper verlassen. Ja das ist wirklich... Marcus: Das heißt, Du hast es auf jeden Fall auch schonmal praktiziert als Du mit nem Mädel zusammen im Bett warst und ihr dann Sex hattet und Du hast es dann unterdrückt. Sind die Frauen dann nicht eher enttäuscht und denken dann so “Scheiße, was passiert denn hier? Der Typ kommt nicht” und erklärst denen dann erstmal das Buch oder was geht dann ab? (beide lachen) Joe: Ja, es ist tatsächlich so, dass man schon ab und zu auch mal das erwähnt irgendwie in der Konversation, wenn irgendwie das Thema zum Sex wandert und so. Dass man eben sich mit tantrischen - ja wie sagt man - Techniken beschäftigt hat. Und ja, ähm, es macht Lust auf mehr. Also es ist dann so, dass man echt drei, vier Mal dann das macht und ich meine, das Teil will ja, das es rausgeht. Und dann ist es umso motivierter das zweite und dritte Mal und ich meine, das ist dann schön auch für die Frau, ja. Die kann dann das alles mitnehmen und Du hältst auch relativ lange durch und ich meine, laut den Schriften wiederum ist es auch so, dass man durch den Akt des Zurückziehens auch irgendwie so ein bisschen sich mit der Hidden Energy der Frau dann verbindet und das ist halt super vitalisierend. Diese Technik, wenn man das Buch liest “The Tao of Health, Sex and Longevity”, wurde entwickelt von einem Zen-Meister, der eben seinen Herrscher beraten sollte, der eben einen Harem hatte und jeden Tag mehrere Frauen befriedigen musste. Wie kann ich das machen, ohne dass ich schnell alt werde und dann auch sterbe und schwach werde, Immunsystem schwach usw.? Der hat gesagt “Ja, Du musst das so machen und außerdem wird auch Dein Gang geschmeidiger. Dann wirst Du besser singen können”. Also quasi die Vitalessenz, die sich dann andere Wege sucht, sich dann auszubreiten und umso attraktiver auch. Eine feinere Haut, strahlendere Augen und so. Und da muss man dann das der Frau klarmachen, dass das quasi gesund ist. Dann passt das schon. Marcus: Ja krass, das Buch werden wir auf jeden Fall in den Shownotes verlinken. Und kommen wir mal von einer der schönsten und geilsten Sachen der Welt zu einer schlimmsten und schädlichsten Sachen. Und zwar zu dem Konsum von Giften, anderen Substanzen, was Energiekiller sind und was dann auch zum kürzeren Leben führen kann. Was ist der absolute Scheiß? Was sollte man meiden? Was soll man auf keinen Fall machen? Joe: Also wir hatten ja jetzt in den Medien auch die Diskussion über Red Bull und andere Energy-Drinks. Dass quasi schon die Kids sich mit 13 den Scheiß reinziehen. Und das ist tatsächlich so, dass das echt viel kaputt macht. Also natürlich, wir alle trinken ab und zu Energy Drinks. Ich hab’s vermieden zuletzt. Ich habe halt meinen Ingwer Drink. Aber das ist echt nicht gut für den Körper. Also es zerstört Sachen, glaube ich. Und … ich bin kein Wissenschaftler. Ich kann nur so von meiner eigenen Erfahrung berichten und von dem, was ich fühle und was quasi den Leuten, denen ich folge dazu sagen. Aber es ist echt scheiße und ich weiß auch von meinem Ex-Chef, der die ganze Zeit dieses Zeug gesoffen hat, der sah echt scheiße aus Mann. Der hat auch Haare verloren und alles mögliche. Wahrscheinlich auch nicht so viel Potenz und was nicht alles. Und dann natürlich die ganzen anderen Sachen. Also, ich habe auch etwas Erfahrung mit THC natürlich, ich war früher Rasta und war relativ tief drin. Und auch die ganze Zeit kiffen ist auch ein Energykiller. Wenn man es nach langer Zeit erst den zweiten Tag macht, dann hat man noch so ein gedankliches Feuer. Dass man sich dann diese ganzen Ideen aufschreiben kann. Das ist vielleicht für den ein oder anderen ganz hilfreich und nützlich. Aber tendenziell ist das echt krass. Also jetzt von der Hierarchie der Drogen her ist das was, was richtig viel Energie wegnimmt. Da wird man so dumpf, so stumpf... Marcus: Gleichgültig ne? Joe: Ja, genau. Und dann gibt es eben noch, worüber ich kurz sprechen wollte, Kokain. Das war ja Dein Verdacht, dass ich mich möglicherweise mit solchen Sachen wachhalte. Marcus: (lacht) Ich weiß, aber irgendwas muss da ja sein, aber das ist ja der Polyphasenschlaf. Joe: Das ist für jemand, der in Kolumbien auch gelebt hat, so, dass natürlich ich auch mit dem Thema mich auch beschäftigt habe. Zerstört zu viel vom Immunsystem, selbst wenn das Zeug ziemlich frisch ist. Allein der Produktionsprozess von Kokain mit dem Kerosin und den anderen Lösungsmitteln, das ist einfach nicht so gut für den Körper. Dann Amphetamine, Ecstasy. Ecstasy macht einfach sau verpeilt. Dann hat man zwar Energie für eine Nacht, aber danach hat man drei, vier Tage bevor man einigermaßen sich gut wieder konzentrieren kann. Und Amphetamine - dasselbe Problem wie Kokain einfach. Das ist eine Chemiekur für den Körper. Und wenn man das dann aber machen will. Wenn man Lust hat und mal irgendwie auf die Goa Party gehen will und sich da nicht bequatschen lassen will… ah, kurz noch einen Kommentar vielleicht zu Alkohol: Das ist eigentlich unnötig, darüber jetzt lange zu reden. Alkohol ist natürlich zellzerstörend und auch eine Belastung für die Leber und würde langfristig auch das Energielevel senken. Kann man aber mal machen. Also, ich bin jetzt auch nicht so der mega Mönch, ja. Und wenn man mal auf der Goa Party ist und man weiß, dass man Mushrooms essen wird. Mushrooms auch hier wieder Gift für die Leber. Carlos Castaneda hat sich ja umgebracht mit Mescalin und Peyote, Kakteen und so. Der hat einfach seine Leber… die hat irgendwann den Geist aufgegeben, eben wegen diesen Schadstoffen. Marcus: Ja, ja. Das schädliche an den Drogen selber sind da dann die Abbaustoffe. Was übrig bleibt, ne? Also, das ist vielleicht ganz cool und kann ja bewusstseinserweiternd sein oder aufputschen oder einen wacher machen oder selbstbewusster oder kommunikationsfreudiger, aber die Downsides sind halt mega scheiße ne? Joe: Ja genau. Es ist einfach so ein bisschen so, wie wenn man sich irgendwie in die Fresse haut und man ist dann so ein bisschen beduselt und man ist irgendwie so “Ah ich sehe jetzt die Sternchen und die gefallen mir eigentlich so”, aber langfristig ist es doch irgendwo etwas, wo Du Deinem Körper Schaden zufügst und wenn man richtig flashen will, dann lohnt es sich eigentlich diese innere Stimme zu ernähren, weil Du gehst dann in die Ekstase, spürst dieses pulsierende, Du spürst auch ne wahnsinns Potenz auch ja? Du spürst, dass Du in luzive Träume rückst. Du kannst dann Dinge um Dich herum steuern. Also diese Dinge, die Dein Brain Dir gibt so und Dinge freisetzen. Und ich meine, die krassen Zen-Meister reden auch von dem Wein des Lebens, den die Speicheldrüsen irgendwann produzieren in Deinem Mund. Also das kann man alles googlen. Vieles davon ist vielleicht auch zu esoterisch, aber da steckt auch einige Wahrheit drin. Allein wieder richtig schmecken zu können, was das für ein Genuss ist. Kurz zum Thema, wenn man den feiern will, auf jeden Fall. Und man will sein Energielevel aber nicht schädigen und weiterhin so viel Power haben, ist es mal einfach ein paar Tage vorher auf Fette verzichten und der Leber quasi… also die Leber soll so richtig aufgemotzt sein, wenn dann die Schadstoffe kommen und dann sagt die Leber “Ah, das krieg ich hin, das kann ich absorbieren”. Marcus: Also das ist eigentlich genau das falsche. Es gibt ja, glaube ich, auch so nen Mist, dass man sagt: Ich schaffe eine Grundlage, ich muss jetzt richtig fettig essen, damit ich viel vertrage beim Saufen. Also ich glaube, das ist eher der Killer ne? Joe: Genau, also sowas ist vielleicht für die Verdauungsapparate okay oder dass man es dann länger aushält, weil die Fette kleiden dann so ein bisschen den Darm aus. Vermutlich ist es dann so, dass es dazu führt, dass es langsamer aufgenommen wird, der Alkohol. Das ist nicht nur vermutlich, es ist so. Aber die Leber muss mit diesem Fett arbeiten ja? Und das ist nicht gut. Was man lieber machen soll, ist dass man Fette abschaltet und dass man sieht… also die Kolumbianer machen das sau geschickt. Die besaufen sich mit Rum und trinken mit dem Rum zusammen Wasser mit Eis und essen dazu gesalzene unreife Mango. Und dann saufen die echt die ganze Nacht und es ist so geil, weil man einfach alles gleichzeitig managed: Wasserhaushalt, Elektrolytehaushalt. Man hat diese faserige Mango. Da sind sehr viele Ballaststoffe dabei. Der Alkohol geht in diese Fasern und gibt sich dann frei. Man ist richtig so auf so einem beschwippsten Plateau halt, sechs, sieben Stunden lang, hat Power, tanzt. Die Chicas lieben es und ja, also, man steht auf am nächsten Tag, wie ne Eins. Also für mich war es echt geil da in Medellin, auf diese Art und Weise eben Alkohol zu konsumieren. Marcus: Ja, ich glaube, das ist auch weitläufig bekannt, dass wenn man Alkohol und viel Alkohol, dass es glaube ich, die Dehydrierung, die einen dann fertig macht am nächsten Tag, dass man Kopfschmerzen kriegt oder so, weil man einfach zu wenig Wasser trinkt. Joe: Genau. Also, wenn wir uns angucken, die osmotischen Prozesse, die eben im Körper stattfinden ist so, dass der Alkohol das Wasser rauszieht und vor allen Dingen auch, dadurch dass Alkohol eben ein Gift ist, haben die Nieren und die Leber ein Interesse daran, dem Körper diese Gifte wieder zu entziehen und auszuschalten und es auch zu verstoffwechseln. Zum Beispiel, wenn wir den Rheinberg lesen, die deutsche Militärbibel, da steht drin, dass Alkohol für kurze Zeit Energie geben kann und ich meine Alkohol ist Ethanol, also das ist auch ein Kraftstoff irgendwo, der verbrannt werden kann in den Zellen und Alkohol kann auch fett machen. Nämlich weil der Körper damit was anfangen kann. Der kann daraus Energie produzieren. Aber der Preis ist einfach zu hoch. Und dieser osmotische Prozess, den einfach zu bewahren und auch natürlich für diese Verstoffwechslung, die da stattfindet, eben genug Salze zuzuführen, führt dazu, dass man es managen kann und dann halt den Genuss hat, ohne naja... Marcus: Okay cool. Dann bin ich hoffentlich gut vorbereitet für heute Abend auf unserer Abschlussparty oder mal irgendwelche Parties, die noch kommen werden. Lass uns mal zum nächsten Thema gehen: Gedankenbeherrschung. Und vielleicht noch mal so ein paar Tricks ganz tief aus Deiner Kiste, die Du mit uns hier teilen möchtest. Exklusiv mit den LIFE HACKZ Hörern. Joe: Ja sehr gerne, genau. Der letzte Punkt über den ich sprechen wollte. Und zwar wollen wir mal kurz über diesen permanenten inneren Dialog sprechen, den wir einfach führen mit uns. Jeder einzelne führt den mit sich. Der innere Dialog ernährt das Ego auch. Das Ego ist auch so ein bisschen eine Verblendung so mit Tönung. Man sieht die Dinge nicht mehr, wie sie sind, sondern man sieht Illusionen. Und wenn wir uns angucken, wie der Körper Energie verwendet, dann sehen wir, dass da ganz viel im Brain quasi verbrannt wird. Also dieses ständige Elektronengewitter da im Kopf. Das saugt unheimlich viel Substanz aus der Energiegewinnung, die stattfindet eigentlich in der dritten unteren Kammer. Also, im Zenbuddhismus reden wir über drei Kammern. Man hat die obere Kammer, die eben Zeugnis nimmt. Also, die Whittnessing-Chamber. Dann hat man die fühlende Kammer, ja das Herzchakrakammer. Und dann hat man die brennende Kammer, die eben The Driving Force ist. Also die antreibende Kammer. Und das ist auch bei weitem die größte. Das ist halt da wo unser Darm sitzt. Und der zieht halt die ganze Zeit Feuer, hält das innere Feuer nach oben. Und in der oberen wird’s quasi verbraten, bestimmt zu 60% oder so. Und wenn wir jetzt es schaffen, diesen inneren Dialog einfach zu brechen, eben mit verschiedenen Visualisierungen, mit verschiedenen Übungen der Balance, dann merken wir, dass wir unglaublich viel mehr Kraft haben. Marcus: Mit dem inneren Dialog meinst Du jetzt Selbstzweifel oder halt Dein eigener Krieg, mit dem jeder so zu kämpfen hat und “bin ich gut genug” und “ist der jetzt irgendwie sauer auf mich” und “Scheiße, da müsste ich noch was klären” und ähm “müsste, müsste, könnte, könnte noch so viel mehr machen und mache es nicht” und “war das jetzt schlecht? war das gut?” Also so die inneren Stimmen, ne? Joe: Genau, also dieser negative innere Dialog, den Du hier beschreibst, ist garantiert der destruktivste. Angst, Scham, Schuld und Kummer. Die vier großen negativen Emotionen, allerdings auch der praktische innere Dialog. Auch den hier meine ich. Also, die Planungen für den nächsten Tag. Deshalb alles auf die Listen. Ja? Listmaking ist so geil. Einfach alles dumpen, einfach raus. Und hier auch nochmal der Tipp mit der Speech Recognition. Wenn der Text nicht fehlerfrei sein muss, einfach mit Spracherkennung, das Zeug einfach runter diktieren mit Dragon oder sonst einem Diktierprogramm und dann hast Du’s raus. Du musst Dich nicht mehr damit beschäftigen. Irgendwas fällt Dir vielleicht ein, ey, dann sprichst Du’s. Und Du weißt, es ist safe so. Du kannst es nächsten Tag durchgehen, wenn die Arbeit wieder anfängt und Dich damit beschäftigen oder auch, wenn man gerade frisch verliebt ist. Mann, Du kannst an nichts anderes denken, als die Süße ja? Und dann einfach so ist es ganz wichtig, die … im Zen-Buddhismus gibt’s drei große Konzepte. Es gibt non-judgement, non-resistance, non-attachment. Und dann in dem Moment ist einfach so this too will pass. Also auch das geht vorbei. Es ist in dem Fall quasi Euphorie. Also deseuphorisierend ja? Und das bringt einen dazu Abstand zu nehmen von dieser emotionalen Attachment. Marcus: Was ja am Anfang auch ziemlich geil sein kann, aber auch, glaube ich, gleichzeitig ne riesen Gefahr. Weil wer hoch fliegt, der kann auch tief fallen ne? Also das ganze ein bisschen realistischer zu betrachten? Joe: Einmal das. Andererseits verringert das Deine Konzentrationskraft. Und das kann auch dazu führen, dass Du dann irgendwelche Fehler machst. Also, Du freust Dich zum Beispiel darauf, dass Du morgen nen Nobelpreis bekommst oder dass Du sprechen darfst vor Deiner Branche und Du weißt, es wird Dir so viele Kunden bringen und Du fühlst Dich so geil und Deine Eltern sind so stolz auf Dich, aber es bringt Dich nicht dazu, Energie zu konservieren und zu generieren. Du musst dann einfach so praktisch sein, wie die alten Zen-Meister und Yogis, dass Du diese Sachen halt nicht an Dich herankommen lässt. Und vor allen Dingen auch non-judgement, non-resistance. Du weißt nicht, ob es gut ist. Das ist non-judgment. Die Geschichte von dem Farmer kennst Du vielleicht? Marcus: Nee, erzähl mal. Joe: Also, der Farmer hat ein Pferd, das Pferd läuft weg, seine Nachbarn kommen “Ey, Dein Pferd ist weg, Mann! Das tut uns voll leid”. Und er so: “Ist es Glück, ist es Pech? Ich weiß es nicht.” Das Pferd kommt zurück und hat noch zwei weitere Wildpferde irgendwie dabei, weil es ist ein sehr attraktives Pferd, keine Ahnung. Die Nachbarn kommen wieder “Hey geil, Du hast jetzt drei Pferde! Du reicher Mann!” so. Und er dann so: “Ist es Glück? Ich weiß es nicht.” Dann sein Sohn, versucht das wildeste Pferd zuzureiten, bricht sich nen Arm. Dann die Nachbarn usw. Dann bricht ein Krieg aus und alle werden eingezogen, außer der Sohn mit dem gebrochenen Arm. Also diese Wechsel des Lebens und diese karmischen Verstrickungen, die Bewegungen des Taos sind so schwer einzuschätzen für uns Menschen. Und vor allen Dingen auch quasi … diesen Fluss muss man spüren und wenn man den Fluss beurteilt, die ganze Zeit, das ist Scheiße. Das hat einfach non-attachment, einen Schritt zurück, wir werden alle sterben, wir werden zurückgehen. Alles ist so wie es ist. Alles ist determiniert auch. Genau, das wollte ich noch sagen. Also, ich glaube sehr an den Determinismus. Dass niemand von uns wirklich viel Freiheit. Dass alles dazu führt eben, so wie es sein muss in diesem Moment. Und dass wir bis zur nächsten großen Kontraktion des Universums - also das Universum fällt ja irgendwann mal zusammen und dann wird es wieder explodieren - dass wir quasi bis dahin vor gefestigt sind. Und deshalb fasziniert mich relativ wenig, was passiert. Und dieses, was einen quasi so hoch und runter schlägt, das versuche ich eben zu absorbieren. Es gelingt mir manchmal, manchmal nicht. Ich bin halt auch nur ein Mensch. Aber es ist auf jeden Fall energiekonservierend. Marcus: Mh, und gibt’s dazu bestimmte Tricks oder Visualisierungen, die man dann anwenden kann, wenn genau dieses Kopfkino losgeht und die Gedanken verrückt spinnen? Joe: Genau, also, hier wieder der Verweis an “The Return to the Urban Warrior” von Barefoot Doctor. Ich weiß nicht, ich habe es glaube ich noch gar nicht erwähnt, dieses Buch gell? Okay, das ist auch ein brillantes Buch und da sind quasi zum Beispiel, mit seiner Wahrnehmung, mit seiner Aufmerksamkeit einfach in seine obere Kammer geht und einfach, also, wie so ein Querschnitt von seinem Kopf und da in die Mitte reingeht und dann einfach sagt “Wish to pass” Und wenn dann die Gedanken aufsteigen, dass man die Gedanken visualisiert wie Luftballons aber es regnet Kleber zum Beispiel. Und der Kleber drückt die Luftballons wieder runter oder man ist in einem Boot und das Boot leckt. Und was man dann macht, ist dass man das Boot mit Pech auskleidet und dann kann es nicht mehr lecken. Also dieses Leck ist quasi die Gedanken die reinkommen. Oder dass man die Gedanken visualisiert als Maus, die aus dem Loch raus will. Aber vor dem Loch sitzt eine Katze. Die Gedanken müssen dann immer wieder schnell zurück. Oder eben dieses Aufsteigende. Und dann, wenn man richtig geil ist oder richtig gut ist, dann kann man fühlen, woher die Gedanken kommen. Nämlich aus der Mitte des Hinterkopfes. Dort wo quasi der letzte Wirbel in den Kopf verschwindet. Von dort, nach den Zen-Lehren, steigen die Gedanken auf und dann kann man richtig sehen, wie es so ein nicht endender Schwall ist. Wenn man diesen Schwall spürt und fühlt und vielleicht sogar sieht, dann sieht man quasi die Atome bevor sie sich verbinden zu Molekülen. Und die Moleküle bevor sie sich verbinden zu komplexeren Gebilden. Und dann kann man seine Gedanken zwingen dazu, sich nicht mehr zu verbinden. Und das ist einfach nur fantastisch. Du zerspaltest quasi die Objekte, bevor sie sich verbinden. Und dann schläfst Du ein oder gehst in Ekstase oder sonst irgendwas geiles passiert. Marcus: Mh, krass. Du hast ja jetzt über die Visualisierungstechniken gesprochen. Was man machen kann, wenn der innere Dialog wieder verrückt spielt und wie man seine Gedanken in den Griff kriegen kann. Gibt es noch andere Techniken, die man machen kann on the go, wenn man gerade irgendwo im Alltag unterwegs ist oder so? Wo man dann im Straßenverkehr vielleicht nicht so die Zeit hat, so krass zu visualisieren? Joe: Also, eine Sache, die ich vorhin noch vergaß zu erwähnen bezüglich auch auf Retention war, wenn man einfach die Arschmuskeln und diese Perineum-Muskulatur, also diese Schließmuskulatur zusammenzieht, und man ist müde, dann merkt man nen krassen Energieschub so. Und was man machen kann, ist eben so eine Atmung - das sind die Banda-Atmungen, die Bandas. Das ist eben einfach komplett Ausatmen und dann so  die letzte Luft noch raus. Und dann die 3-Wege-Atmen. Also, zuerst Zwerchfell, Brust und dann das Schlüsselbein nach oben ziehen einfach, komplett einfach mal den Körper fluten mit Luft. Dann, das ist vielleicht nicht so für on the go, aber es ist auch geil: Quasi, vor allen Dingen wenn man schwer gegessen hat, so eine Art… Also die richtig geilen Yogis machen das auch per Atmung und Muskeln, so eine Art Bauchmassage ja? Und was man machen kann, wenn man noch nicht so geil ist, dass man das mit dem Bauch…. Also meine Yoga-Lehrerin in Sau Paolo, die hat sich dann so nach vorne gebeugt und dann hat sie irgendwie… so sie konnte irgendwie - ich weiß es nicht, genau wie - aber ihre Bauchmuskulatur von links nach rechts drücken. Das sah so absurd aus. Das sah aus, als ob ein Alien in ihrem Bauch lebt oder so. Und dann manchmal muss man auch furzen oder rülpsen oder so. Auf jeden Fall gehen dann Unreinheiten aus dem Körper raus, nach außen, über oben oder über unten. Und es macht auch, zum Beispiel wenn man jetzt durchgefeiert hat oder irgendwelche Probleme da hat, macht es, dass es weggeht. Weil es verbrennt dann einfach raus. Weil die Verbrennung wird einfach krasser. Weil eigentlich der Mensch hat im Körper, wenn er das innere Feuer richtig managed, die Macht alles mögliche rauszubrennen. Und beim Thema Kriyas, also das sind diese Reinigungsrituale, ist Thema Nasendusche und Thema so auch bestimmte Augenreinigungssession, einfach nochmal Unreinheiten entfernen. Es ist effektiv. Und was man zuletzt noch sagen könnte, drei, vier Übungen die man an der Bushaltestelle grundsätzlich machen kann, die einfach die Nadis - Nadis sind die großen Energiekanäle im Körper - dass man die einfach freikickt kurz durch bestimmte Dehnungsübungen. Weil was bei der Dehnung passiert… Ihr müsst mal versuchen zum Beispiel ein Gummiband - ja so ein fettes Gummiband - irgendwie mit irgendwas zu beschichten, was dann trocknet und dann dieses Gummiband zu dehnen. Und dann werdet ihr sehen, dass die Schale aufbricht natürlich. Und wenn ihr das Gummiband dann wieder zusammenziehen lässt, seht ihr wie diese Sachen einfach abblättern. Und nichts anderes passiert mit den großen Sehnen, Energie- und Muskelkanälen, also Muskelfasersträngen des Körpers, wenn ihr euch dehnt. Das ist einerseits das nach oben strecken, also macht die Hände so wie eine Pistole, streckt sich nach oben, dann nach links und nach rechts. Und ich kann auch vielleicht mal ein paar Links dann einfach in die Description werfen. Das ist die erste, das ist geil. Dann die zweite ist, dass man einfach irgendwas festhält und sich dann so dreht in die eine und die andere Richtung. Das zieht die ganze Horizontalarmkanal Schulter und Brust raus. Dann komplett die Füße ablegen auf ein höheres Objekt und dann nach unten die Beine durchdehnen und dann den Kopf nach links und nach rechts durchstrecken. Und dann was man machen kann ist, dass man nochmal den Rücken quasi nach vorne, also dass man sich die Zehen anfasst und dann zurück, Hohlkreuz und da zeige ich dann, wie man es mit einem Geländer machen kann. Also man schnappt sich ein Geländer oder es kann auch ein Mülleimer sein oder so ein Bordsteinpfeiler oder so, den kann man perfekt nutzen, um den Körper nach vorne nehmen und dann knackt es schon überall. Also Du musst natürlich ein bisschen aufpassen, aber danach einfach dann nochmal schnell atmen, dann vielleicht auch nochmal so ein bisschen diese Bauchgeschichte und paar Erdnüsse eingeschmissen und dann ist wieder richtig Power am Start. Marcus: Ja, Wahnsinn. Ich glaube, das war so eine krasse Wissensbombe, wie schon lange nicht mehr auf LIFE HACKZ in der knappen Stunde bis jetzt. Ich frage mich, woher hast Du das ganze Wissen oder wie bist Du überhaupt an dieses Thema eingestiegen? Gab es da einen Trigger? Und wielange braucht man, bis man da so tief drin ist wie Du? Joe: Also, ich hatte Vorteile oder Nachteile, je nach dem... dass meine Eltern gesundheitliche Probleme hatten und auch teilweise mentale Probleme, wenn man das so sagen kann. Und ich quasi selbst auch immer sehr kränklich war. Weil ich immer keine Ahnung hatte. Das hat zu verschiedenen negativen Konsequenzen in meinem Leben geführt. Ich hatte zum Beispiel im letzten Jahr auch ein Bandscheibenproblem, weil ich eben auch viel im Liegen gearbeitet habe als Ghostwriter. Ich hatte Zeiten meines Lebens wenig Energie, ich habe viel Computer gespielt und ich habe mich aber immer schon gerne mit fantastischen Geschichten beschäftigt. Und dann im letzten Jahr, als dieser Gau war, habe ich mich an alle Sachen wieder erinnert, die mir gesagt wurden. Hatte dann die Disziplin auch Übungen zu machen. Jeden Tag Planking, jeden Tag Bodyweight Training und Yoga eben und so. Bin jetzt auch wieder auf dem Damm, was total geil ist. Das kann man sich nicht vorstellen, wie es ist.   Marcus: Wielange hat das gedauert? Joe: Äh, wir sind jetzt hier im Monat 14, nachdem ich quasi gemerkt habe, dass es nicht mehr geht. Nach vier Hexenschüssen im meinem Leben, hat der letzte dann den Rest gegeben und ich merke jetzt wieder, also ich kann stundenlang stehen und gehen, das war vorher nicht so. Letztes Jahr war echt mies. Und ja, ich habe glaube ich, mit 17, 18 habe ich mich sehr viel mit Natur, Schamanismus beschäftigt. Dann kamen die Sachen mit Taoismus erst als ich 23, 24 war. Dann in Chicago hatte ich einen Burnout. Ich habe sehr schlecht gegessen. Hatte dann sehr starke Migräne. Marcus: Hattest Du da schon das Wissen über die falsche Ernährung und warst trotzdem aus irgendwelchen Gründen schwächer im Geiste, als Du es heute bist oder wusstest Du’s einfach nicht besser? Joe: Völlig richtig. Ich hatte das Wissen, aber ich habe mir gedacht “Komm…” Naja. Dieses “Ach komm” einfach, weil es ist einfach angenehm sich dieses Beef Jerky reinzuknallen und die Schokobrezeln und diese süßen Joghurts und einfach mal die Tiefkühlpizza zu pimpen. Also es ist einfach angenehm convenient oder es scheint zumindest so. Aber der Preis ist doch recht heiß. Und ich habe von Geburt an Gesundheitsprobleme auch. Also ich hatte unausgebildete Sehnen, als ich ein Baby war, als ich zur Welt kam und konnte meine Füße an die Schienbeine klatschen. Da war kein Bindegewebe oder so. Ich habe Allergien, ich hatte immer sehr dunkle Augenringe auch. Scheinbar sind meine Nieren nicht so gut ausgebildet. So hat es zumindest einmal so ein TCM Typ gesagt. Ich hatte Herz-Rhythmus Probleme als Kind, die ich auch heute teilweise noch habe. Also, ich bin nicht der fitteste, einfach genetisch bedingt. Und ja, jetzt letztes Jahr mit 27 dann hat’s schließlich rausgehauen und ich musste was tun. Marcus: Mh, ja umso besser, sonst hättest Du jetzt das ganze Wissen nicht, was Du mit unseren Hörern geteilt hast und ja… wie gesagt nochmal, also eine der spannendsten Folgen bis jetzt. Und am Anfang denkt man so “Okay, das ist mir alles ein bisschen zu esoterisch, was da beim Joe rauskommt” und jeder hat mal irgendwo mal was aufgeschnappt und ich bin da von Natur aus auch immer relativ skeptisch neuen Sachen gegenüber oder Menschen, die dann behaupten irgendwas anders oder besser zu wissen und…. aber je tiefer man dann eintaucht und je mehr man sich auch mit Dir unterhält, merkt man so “Wow ey, da ist echt auch krass Knowledge hinter”. Und ja… also danke nochmal, dass Du die Zeit gefunden hast. Wo kann man mehr über Dich erfahren beziehungsweise verschriftlichst Du auch Dein ganzes Wissen, was Du zu diesen Gebieten hast oder ist das jetzt einfach nur so ein Baustein in Deinem Leben, dass Du sagst “Das hilft mir auf anderen Ebenen dann zu besserer Leistung, aber ich mache mit anderen Sachen Kohle”? Joe: Ja also, ich habe ja lange Zeit als Businessplan Ghostwriter gearbeitet und brainhive.de ist bis heute eine meiner wichtigsten Quellen nebenbei als digitaler Nomade Einkommen zu generieren. www.brainhive-ethical-marketing.com gibt es seit drei Jahren und wird auch immer wichtiger. Vor allen Dingen macht es viel mehr Spaß. Es ist so, dass ich jetzt auf www.solreign.com die ganzen Bücher publiziere, sehr viele Textwerke, Gedichte, und da in den Blog werde ich auch dieses Wissen einbinden, aber tatsächlich habe ich lange Jahre leider nicht das gemacht, was mir Spaß macht oder was der Welt am meisten Nutzen bringt, sondern das was sich am leichtesten monetarisieren lässt. Bin aber in dem Prozess, Gott sei Dank, jetzt die Richtung zu wählen, die mich hoffentlich dazu bringt, dass ich Leidenschaft und Gelderwerb auch optimal verknüpfen kann. Marcus: Ja richtig cool, weil das ist ehrlich gesagt auch so eine Sache, die mir so ein bisschen aufgefallen ist. Das waren jetzt nur zehn Tage auf dem Camp, die aber sehr intensiv waren und ich glaube, wir haben alle von einander mega viel gelernt und als Du hier angekommen bist, war halt Dein Business mehr Mittel zum Zweck, um Geld zu machen und Geld muss man halt haben, um seine anderen Sachen machen zu können. Und ich glaube, da warst Du noch nicht so weit, wie Du jetzt heute bist, wo Du sagst so “Ey man kann ja eigentlich auch die coolen Sachen, die einem Spaß machen, wofür man Leidenschaft hat, was dann vielleicht aber auch ein bisschen länger dauert, bis das mal abhebt, dafür aber weniger nervraubend ist oder sich dann nicht so sehr nach Arbeit anfühlt, dass man auch dadurch dann langfristig Geld generieren kann.” Also genau Deine Stärken dann irgendwie zu Kohle zu machen. Also das habe ich persönlich schon so gemerkt über die Mastermind drüber und auch das, was Du jetzt gerade gesagt hast, passt total gut dazu. Deshalb bin ich echt happy, dass da vielleicht auch ein kleiner Mindchange oder Mindswitch innerhalb des Camps bei Dir stattgefunden hat. Joe: Ja definitiv, also, wo ich mich auch mit Romana unterhalten habe und sie dann uns entführt hat und dass was wir als Kind gerne gemacht haben. Und dass das ja vielleicht das ist, was wir jetzt auch mehr machen könnten, ist es so, dass ich recht desillusioniert manchmal bin und das für mich die Realität sehr entzaubert ist, weil ich viel auch mit Kunden zu tun habe, die mich echt als Tool benutzen auch. Und das geht vielen natürlich so. Ich bin auch froh, dass ich das habe, Gott sei Dank bin ich nicht im Office. Ich habe ja auch echt blöde Corporate Jobs teilweise gehabt. Und ich denke, dass ich mit der Leverage, die ich jetzt hier bekommen habe, in Form von Know-How und Kontakten, dass ich wohl auf sechs Monate tatsächlich einiges wuppen werde, was mich zum glücklicheren, noch produktiveren und vor allen Dingen ja auch von der Ressourcenbasis her potenteren Menschen macht. Marcus: Cool, wir sind gespannt, wir bleiben nah dran! Deine Projekte verlinken wir in den Shownotes. Vielen Dank Joe und wir hören uns bald wieder! Joe: Danke Marcus! Yeah Leute, das war auch schon Folge 25 der LIFE HACKZ Show. Richtig krass, wenn man denkt, dass wir erst vor ein paar Wochen On Air gegangen sind und jetzt schon 25 Folgen Live haben. Das fühlt sich an, als ob das ganze Ding erst gestern gestartet ist. Auf der anderen Seite fühlt es sich aber auch schon so an, als ob’s das schon immer gibt. Mir macht’s auf jeden Fall richtig viel Spaß! Und wenn ihr sagt, für euch ist es auch cool, ihr könnt nen Mehrwert daraus ziehen und die Folgen, die bringen euch was, der Content ist kostenlos, würde ich mich freuen, wenn ihr euch erkenntlich zeigt und unsere Charity Aktion unter www.lifehackz.de/charity unterstützt. Ansonsten alles weitere zu dieser Folge mit Joe Görbert unter www.lifehackz.de/025, das ist die Folgennummer. Dort findet ihr auch alle Shownotes und Links zum krassen, krassen, spannenden Typ Joe. Ansonsten viel Spaß bei allem, was ihr jetzt noch macht und bis zum nächsten Mal! [/su_spoiler] [/su_accordion]    

    starstarstarstarstar
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    David Brandstätter | Medienhäuser & Verlage transformieren sich digital

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait von David Brandstätter Gelernter Nachrichtenredakteur; Laufbahn begann 1981 bei der Main-Post in Würzburg mit einem Voluntariat. Nach verschiedenen Positionen in der Redaktion, im Mai 1993 zum Chefredakteur der Zeitungstitel der Mediengruppe Main-Post berufen. Seit Juli 2001 als Geschäftsführer an der Spitze der Mediengruppe. Darüber hinaus seit 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der dpa (Deutschlands größter Nachrichtenagentur). Kontaktinformationen Website E-Mail  Mobile Apps Vivino-Wein-Scanner Main-Post ePaper Kickers App Musikempfehlung Guns N'Roses Buchempfehlung Das Ende ist mein Anfang (Tiziano Terzani) - Ebook - Hörbuch - Buch Anselm Grün - Bücher   [et_pb_toggle admin_label="Toggle" title="Podcast in Textform" open="off" use_border_color="off" border_color="#ffffff" border_style="solid"] Norman: Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von Markerebell FM. Ich freue mich ganz besonders, denn mein Interviewgast heute ist der Würzburger Verlagsmanager David Brandstätter. David, vielen, vielen Dank für Deine Zeit und schön, dass Du heute da bist. Wollen wir loslegen. David: Gerne, wir können loslegen. Norman: David, Du bist gelernter Nachrichtenredakteur und Deine Laufbahn begann 1981 bei der Main Post mit einem Voluntariat. Nach verschiedenen Positionen in der Redaktion wurdest Du im Mai ‚93 zum Chefredakteur der Zeitungstitel der Mediengruppe Mind Post berufen und seit Juli 2001 stehst Du als Geschäftsführer an der Spitze der Mediengruppe und bist darüber hinaus seit 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der DPA, Deutschlands größter Nachrichtenagentur. David, das war jetzt nur ein kleiner und kurzer Überblick über Dich. Damit Dich unsere Zuhörer noch ein wenig besser kennenlernen, stell’ Dich doch vielleicht kurz selber noch mal vor und erzähl’ uns ein bisschen mehr über Dich als Privatperson. Wer ist denn David Brandstätter privat? Und was genau Dein Business ist. #0:01:24.8 David: Ja, das mache ich gerne. Ich muss eine kleine Korrektur machen: Ich bin seit 2003 im Aufsichtsrat der Deutschen Presseagentur und seit zwei Jahren dort der Vorsitzende, aber ansonsten hast Du hervorragend recherchiert. Norman: (lacht) Okay. David: Du kannst jederzeit auch bei uns anfangen als Nachrichtenjournalist. Norman: Ja, sehr schön. David: Gerne ein paar Sätze zu mir als Privatperson: Wie würde ich mich beschreiben? Ein 55-jähriger, der den Genüssen des Lebens zugetan ist, gutes Essen und guten Rotwein liebt. Da muss man natürlich schauen, dass man da ein bisschen davon wieder los wird. Insofern treibe ich auch ganz gerne Sport. Im Sommer, vorzugsweise bei dem Wetter, mit dem Rennrad. In der Übergangszeit dann Mountain Bike; wenn es mal Schnee gibt, gerne auch als gebürtiger Österreicher und als Kind der Berge, natürlich muss Skifahren jedes Jahr dabei sein. #0:02:15.2# Und ansonsten habe ich noch ein großes Grundstück - Brachland, am Hang gelegen – zu pflegen. Da ist die Mäharbeit echtes... Norman: ...Herausforderung. David: ...hartes Working, ja absolut. Und das Holz für den Kachelofen mache ich auch weitgehend selber. Insofern, die Mischung als Alternative zum Job ist eigentlich ganz gut, weil der Job ist in erster Linie Schreibtischarbeit. Du hast meinen Werdegang und meine Laufbahn beschrieben. #0:02:43.6# Heute bin ich zuständig für ein Unternehmen, das 125 Mio. Euro Umsatz macht, die Wurzel als regionale Tageszeitung hat. Heute sind wir Gott sei Dank sehr breit aufgestellt, haben eine sehr große Logistiksparte, wo wir 125 Mio. Euro Umsatz machen mit dem wichtigsten Produkt, das wir zustellen. #0:03:02.7# Nach der Zeitung ist der Brief – wir sind dort einer der großen Anbieter, aber wir sind als Medienhaus auf allen digitalen Kanälen unterwegs. Und was sich für uns auszeichnet und uns auch relativ stabil darstehen lässt in schwierigen Zeiten, ist die Tatsache, dass wir sehr viele Dienstleistungen für andere Verlage erbringen. Das heißt, wir drucken sehr viele andere Produkte, andere Zeitungen, andere Anzeigenblätter, andere Magazine. Wir arbeiten im Prepressbereich – also, wenn es darum geht, Anzeigen zu setzen, Anzeigen zu gestalten für viele andere Unternehmen. Da sind so Edelmarken dabei, wie die Zeit oder Handelsblatt oder Wirtschaftswoche. #0:03:42.7# Wir haben ein Kunden Service Zentrum, in dem wir nicht nur unsere eigenen Kunden betreuen, sondern auch beispielsweise die vom Handelsblatt und von etlichen weiteren Unternehmen, auch die Redaktion liefert anderen zu, sodass wir auch ein Dienstleister für andere Unternehmen sind. #0:03:59.7# Norman: Ja, super. Vielen Dank für den kleinen Einblick. Bevor wir einsteigen in das Thema Digitalisierung oder digitale Markenführung, würde ich mit Dir sehr gerne – gerade aus Sicht eines Verlagsmanagers – noch mal das Thema Marke beleuchten. Wie Du vielleicht weißt, beginnen wir unser Interview immer mit einem Glaubenssatz oder Erfolgszitat. Hast Du sowas wie ein Zitat oder so ein Mantra, nach dem Du lebst? #0:04:27.0# David: Ich bin da immer ein kleines Bisschen vorsichtig, aber klar, man hat schon so ein paar Lebenserfahrungen von denen man sagt, dass das eigentlich ganz gut funktioniert. Sehr unspektakulär, aber ich habe eines festgestellt: Was immer Du Dir intensiv vornimmst, kannst Du auch erreichen. Das Merkwürdige ist eigentlich, aber auch das Positive, was uns allen Mut machen sollte in Zeiten von Umbruch, erst recht daran zu arbeiten und sich Dinge vorzunehmen. #0:04:58.9# Gerade im schwierigen Umfeld ist das oft sogar besser erreichbar, weil einfach mehr in Bewegung ist. Da gibt es nur eine alte Weisheit der Chinesen, die mir sehr gut gefällt – ich will das jetzt gar nicht als Erfolgszitat verkaufen, aber für mich ist es so etwas wie eine persönliche Motivation. Die Chinesen sagen: Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen. #0:05:20.4# Norman: Ja, sehr schön. David: Ich finde das sehr motivierend wirklich darüber nachzudenken. Was negativ ist an einer Veränderung, da müssen wir eigentlich nie nachdenken. Das erreicht uns sofort. Wo wir danach suchen müssen und wir danach trachten müssen ist: Wie können wir diesen Wind der Veränderung nutzen? Und da stellt sich eigentlich – und das ist eine positive Erfahrung, die ich in all den Jahren gemacht habe – heraus, da lässt sich ganz viel gestalten und ganz viel bewegen. Wie gesagt, es kommt nur darauf an, wie ich mit dem Thema umgehe. #0:05:52.1# Norman: Ja und das kann ich an dieser Stelle auch absolut bestätigen. Wir kennen uns jetzt nicht so intensiv, haben uns aber schon ein paar Mal getroffen. Ich denke da an unser letztes Treffen, auch mit Deinem Kollegen zusammen: Das was ich da gespürt habe, das sind tatsächlich Windmühlen. Was mich total begeistert hat, war dieses Brückenbauen im Kopf – die Flexibilität, diese Agilität über Ideen nachzudenken und vor allen Dingen aktiv nach Lösungen zu suchen, also Dinge nicht zu bewerten, sondern zu verwerten. Was kann man daraus machen? – Das fand ich sehr cool. #0:06:33.1# David: Hm. Norman: An dieser Stelle kann ich diesem Zitat auch nur folgen. Gab es in Deinem Leben ein Moment, an dem Du es etwas schwer hattest, woraus Du dann für Dich Deine Learnings ziehen konntest? Gab es so einen Moment, so ein prägendes Erlebnis für Dich? #0:06:53.5# David: Es gibt natürlich ganz viele Momente in einem Leben, wenn man da selbst kritisch und ehrlich drauf schaut. Immer wenn man Fehler gemacht hat, ist das zunächst ärgerlich, bedauerlich, aber es ist immer so eine Aufforderung Dinge zu verändern. Es gibt vielleicht ein prägendes Ereignis: Ich wurde im Jahr 1995, ich war da jung an Jahren, ich war gerade 34 Jahre alt, war erst zwei Jahre Chefredakteur, aber immerhin schon in einer extrem verantwortlichen Position für 130 Journalisten und dort wurde ich plötzlich noch zusätzlich – so wollte es unser Gesellschafter – Geschäftsführer bei unserem Wettbewerber, der zwar in Wirklichkeit zu 80% unsere Tochter war, nämlich dem Volksblatt hier in Würzburg. Also, der zweiten Zeitung, die gemessen an uns sehr, sehr klein ist, eine deutlich geringere Auflage hat und wirtschaftlich in massivster Schieflage war. #0:07:48.5# Als ich dort antrat, wurden die letzten 20% Anteile an die Main Post übergeben und damit aber auch ein ganz schöner Scherbenhaufen. Es war ganz schnell klar, es gibt überhaupt gar keine Chance der Fortsetzung, wenn wir nicht bei 34 Mitarbeiterin insgesamt, 50% entlassen. Ich hatte damals das Angebot, ich müsste das nicht machen, ich sollte dann lieber hinterher schauen, wie man die Marke halten könnte, wie man die Zeitung noch am Markt halten könnte, wie man wenigstens die 17 Arbeitsplätze retten könnte – man würde einen Interimsmanager holen. #0:08:25.7# Darauf habe ich natürlich gerne verzichtet, weil ich wollte mir schon das Team selbst zusammenstellen, mit dem wir in Zukunft weiter arbeiten und das war mir wichtig, auch den anderen 17, die gehen mussten versuchen zu helfen, weil das waren Kollegen, die ich persönlich sehr gut kannte. Es gab zwei Kollegen, mit denen habe ich regelmäßig damals Fußball gespielt und denen musste ich dann sagen, dass es nicht weiter geht. Das sitzt tief in den Knochen und die Analyse war für mich: Man hat einfach viel zu lange zugesehen, ist untätig geblieben und hat jede schwierigere Maßnahme, beispielsweise: Muss ich an der Tarifbindung bleiben? Kann ich mit den Leuten reden, ob man auf Teilzeit geht? Und, und, und. Also, das hat man eigentlich versäumt und hat es nicht getan. Ich sage es ein bisschen böse: Man hat vielleicht den bequemeren Weg gemacht. Solange, bis man wirklich vor der Wand gehangen ist. #0:09:19.1# Insofern ist für mich etwas sehr, sehr Prägendes immer in den guten Zeiten Vorsorge zu treffen für die schlechten Zeiten. In unserer Branche heißt das immer, weit voraus auf Sicht fahren und auch das Unangenehme angehen. Selbst, wenn man genau weiß, man wird keinen Applaus kriegen, wo viele Mitarbeiter vielleicht sagen „Das kann doch gar nicht sein, uns geht es doch jetzt sehr gut“. Da muss man immer wieder den Leuten sagen „Jetzt ja.“ Aber das kann sich sehr schnell ändern und das ist für mich etwas sehr Prägendes und ich bin sehr, sehr glücklich und auch ein bisschen stolz – ich bin jetzt 15 Jahre Geschäftsführer in einer schwierigen Branche, aber wir haben hier bei der Main Post in Würzburg niemanden betriebsbedingt in dieser Zeit kündigen müssen, was glaube ich ganz wenige Zeitungen sagen können. #0:10:04.5# Norman: Ja, absolut. Glückwunsch dazu! Was mich interessieren würde: Du hast gesagt, weit vorausschauend zu denken ist extrem wichtig. Ich glaube, das ist auch eine Fähigkeit, die man für sich haben muss. Wie schaffst Du es, dass Du genügend Abstand hast, diesen Adlerblick überhaupt herzustellen? Ist es Deine Hangkoppel oder Deine Hangwiese pflegen und das Holzhacken oder wie schaffst Du das, dass Du diesen nötigen Abstand hast? #0:10:32.2# David: Das klingt albern, aber es ist tatsächlich wichtig, dass man sich auch einen Freiraum jenseits der Arbeit schafft und zwar einer, der dann durchaus ein bisschen dazu geeignet ist, fast meditativ den Gedanken nachzuhängen. Da ist Radfahren gut, weil man stundenlang mit sich alleine ist. Ich mache gar keinen Hehl daraus, ich fahre auch gar nicht ungerne alleine. Meine Frau findet das aus Sicherheitsgründen immer nicht so spannend, aber ich mache das wirklich gerne, um völlig mit mir alleine zu sein und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. #0:11:07.2# Die Arbeit am Hang und Holzhacken und ähnliches ist alles dazu gut geeignet. Aber selbstverständlich und das muss man auch immer deutlich sagen: Es ist auch ganz wichtig, eine Atmosphäre im Unternehmen zu schaffen, die eigentlich gerade dazu einlädt immer alles auszusprechen, was die Menschen bewegt. Und da ist die Mischung auch im Unternehmen genügend Leute zu haben, die einen ansprechen und auf etwas aufmerksam machen und eher kommen und sagen, was sie nicht so gut finden – Lob ist nett, aber meistens ... Lob von unten nach oben ist eher Zwecklob, auf den kann man verzichten. Also diese Mischung, dass man inspiriert wird, dass hier auch Fragen aufgeworfen werden, dass es kritische Menschen gibt, die sich genauso auseinandersetzen und dann die Zeit, das in Ruhe zu reflektieren – was man im Büro ehrlicherweise nie machen kann, weil man da immer in einer Mühle ist -, diese Kombination ist glaube ich ganz gut. #0:12:06.1# Und man muss ehrlich sein: Die Veränderung, die unsere Branche erfasst hat, da stimmt alles, was es an Prognosen gegeben hat. Nur ein Fehler wurde immer gemacht und der wird nach wie vor immer noch gemacht. Das ist der Faktor Zeit. Es wird immer ein viel zu kurzes Zeitfenster genannt - berühmt: Bill Gates mit keiner Druckmaschine mehr, oder keine gedruckte Zeitung im Jahr 2000. Die Kernaussage, die er getroffen hat, ist richtig, nur die Zeiträume sind durchaus geeignet, dass wir uns darauf einstellen können, ohne dass wir revolutionär alles einreißen müssen. Aber klar, man muss Dinge erkennen, anerkennen auch und sagen “Jawoll, das wird so kommen” und auch wenn es im Moment fast ein bisschen Eigenkanibalisierung ist, aber wir starten jetzt damit und versuchen diesen Weg konsequent zu gehen. #0:12:57.3# Norman: Ja. Was Du gerade gesagt hast, dieses “Bei sich selbst sein”, dieses “für Dich Fahrradfahren, für Dich alleine dieses Spirituelle”, da bin ich auch völlig bei Dir. Ich bin hier im Odenwald, ich kenne mich aus mit Hangwiesen (lacht). Und das ist tatsächlich ein guter Tipp, wenn man in der Stadt wohnt, da einfach in die Natur zu gehen und da genügend Abstand herzustellen, um von außen auf die Dinge zu schauen. Kannst Du uns vielleicht noch einen Tipp mitgeben - als Du damals in der Situation als 34-Jähriger warst und vor diesen Gesprächen standest, die Leute entlassen zu müssen oder gemeinsam nach Lösungen suchen zu müssen - gibt es da einen Tipp, falls einer der Zuhörer in so einer Situation ist, der Dir geholfen hat damals den Weg zu gehen oder diese Aufgabe zu meistern? #0:13:52.9# David: Wichtig war für mich anzuerkennen, dass ich hier etwas tun muss, was zwar eine große wirtschaftliche Notwendigkeit hat, aber was einen massivsten Eingriff für die betroffenen Menschen bedeuten wird. Selbst für die, die bleiben. Selbst die, das ist glaube ich ein sehr menschliches Phänomen, da gibt es ein schlechtes gewissen: “Warum kann ich bleiben? Warum ist mein Arbeitsplatz erhalten geblieben - und das waren solche Situationen - und warum muss der junge Familienvater gehen? #0:14:25.4# Was mir sehr geholfen hat war die Tatsache, dass ich versucht habe bei allem was ich hier tue, immer das Thema Menschlichkeit und eine Werteorientierung in den Vordergrund zu stellen. Für mich war die wichtigste Erkenntnis hinterher die Tatsache, dass es keinen Einzigen der 17 betroffenen, die dann nicht mehr bei uns arbeiten konnten, nicht die Straßenseite gewechselt haben, wenn sie mich in der Stadt getroffen haben. #0:14:52.7# Und die schönste Botschaft und das was mich am meisten freut ist, es sind alle Kollegen untergekommen. Wir konnten sogar den ein oder anderen später wieder mit etwas Verzögerung an Board nehmen, weil das natürlich genau die Leute waren, die ich mir in meinen Notizblock geschrieben hatte, wenn wir wieder freie Stellen haben, dass selbstverständlich die bekommen. Und das glaube ich haben die Menschen sehr anerkannt, dass sie gemerkt haben, dass das kein geheucheltes Mitgefühl ist, dass das kein ganz gut einstudiertes Szenario ist, sondern dass das werteorientiert war, was ganz schwer ist in der Situation. Und das hat mir sehr geholfen. #0:15:36.4# Eigentlich die Motivation immer diese Werteorientierung, so etwas wie Unternehmenskultur, so etwas wie Menschlichkeit als ganz wesentliches Element in der Führung einzubauen und heute mache ich regelmäßig Wertetage für neue Mitarbeiter, wo wir genau über dieses Thema sprechen. Also nicht irgendwelche Unternehmensleitlinien an die Wand zu hängen, sondern herzugehen und zu sagen “Ich möchte mit möglichst jedem neuen Mitarbeiter persönlich einen Tag lang darüber sprechen” - in einer Gruppe mit 15 Leuten, mehr mache ich aber nicht, sodass sich jeder mit einbringen kann. So, dass man sich wirklich persönlich begegnen kann, um darüber zu sprechen, wie wir miteinander umgehen wollen; wie wollen wir dieses Unternehmen gemeinsam nach vorne bringen? Und das funktioniert erfreulicherweise ganz gut. #0:16:21.0# Norman: Ja, das ist beispielhaft. Das finde ich super. Gerade diese Vertrauensbasis ist natürlich enorm. Wenn Du so einen Mitarbeiter zurückholst in Dein Unternehmen, ist das natürlich eine unglaubliche Basis für die gemeinsame Arbeit. Gab es in Deinem Leben - um jetzt mal die andere Werkstätte zu bedienen - den Aha-Moment mit einer Erkenntnis für Dich, wo Du sagst, das war für Dich prägend oder das war ein Game-Changer? #0:16:49.0# David: Es war tatsächlich die Erkenntnis, nachdem ich hier durchaus autoritäre Führung in dem Haus erlebt habe - das hat natürlich auch damit zu tun. Ich bin hier in den 80er Jahren gestartet. Das war auch eine deutlich andere Welt. Dann waren natürlich ganz andere Generationen als Chefs dran. Das waren alles Leute, die noch im Krieg geboren wurden, also noch einen ganz anderen Erfahrungshorizont haben und ein ganz anderes Deutschland auch erlebt haben. Und ich wusste immer genau, das liegt mir nicht. Das kann es nicht sein. #0:17:23.5# Ich habe meine Wurzeln nie vergessen. Jeder Mitarbeiter in unserem Haus weiß, dass der Brandstätter aus einem kleinen österreichischen Bergdorf kommt - eine kleine Beamtenfamilie. Mich hier zu generieren als der große Zampano ... “Leute, ich habe die Weisheit mit den Löffeln gefressen und…” - Das hätte ich als lächerlich empfunden. Das hätten die Leute mir nicht abgenommen und insofern musste ich einen eigenen Weg finden: Wie erreiche ich die Menschen? Anselm Grün hat das mal schön definiert: Führen ist zielorientierte Beeinflussung von Menschen. Also, wie schaffe ich es zielorientiert Menschen zu beeinflussen, dass wir gemeinsam die gesteckten Ziele erreichen? Und da habe ich meinen Weg relativ bald gefunden und das war tatsächlich so etwas, wie diese Erfolgsblattgeschichte prägend, dass ich gesehen habe: Eine Werteorientierung, die Menschen Respekt gegenüber zu erweisen; den Menschen Wertschätzung entgegenzubringen; ihnen zu vertrauen; ihnen auch etwas zutrauen - das sind alles Dinge, die die Menschen gerne annehmen und sie zahlen umgekehrt dafür mit tollem Engagement, mit Leistung, mit Ideen, sich engagiert einbringen und das hat mich bestärkt, das immer mehr zu tun und immer stärker zu leben und möglichst als Kultur in unser Haus einzuplanen - was NICHT, das sage ich auch ausdrücklich, nicht unbedingt von den 80er Jahren herausgewachsen ist. Das musste wirklich neu hier implementiert werden. #0:18:57.7# Norman: Das musste entstehen und ihr habt dafür den Boden bereitet im Grunde. David: Ja.  Norman: Was natürlich ein super spannendes Thema ist und das war so unser Vorgespräch: Wenn wir über die Medienbranche, auch über Zeitungsverlage und dergleichen, reden, dann ist da auch immer eine gewisse Kluft zwischen der digitalen Welt. Aber irgendwie empfinde ich das bei euch zum Beispiel überhaupt nicht. Wir haben ja in den Zeitungen der letzten Jahre lesen können, dass Tageszeitungen schließen mussten, weil die Umsätze nicht mehr da waren, weil die Anzeigenumsätze zurückgegangen sind. Wie begegnet ihr dem Thema Digitalisierung? #0:19:37.8# David: Auch da gilt, was ich vorhin gesagt habe, es ist immer die Frage: Ist das ein Feind, der auf mich zukommt?  Norman: (lacht) Sehr gut, ja.  David: Oder ist das ein Chance? Klar, in der ersten Wahrnehmung, das ist ein Prozess den wir bei Veränderungen immer wieder haben. Erst gab es diese Phase der leichten Negation. So nach dem Motto: Das geht vorbei. Also gar nicht ernst nehmen, da hat die ganze Branche meiner Meinung nach extremst viel verschlafen. Denn es gab natürlich merkwürdige Bildschirmtextmodelle und, und, und in Urzeit tatsächlich wieder gescheitert sind, weil sie einfach keinen echten Mehrwert den Menschen gebracht haben. Da gab es schon viele, die nach dem Motto “Das ist etwas Vorübergehendes, das geht vorbei” gehandelt haben. #0:20:19.6# Dann kommt diese Phase wo man merkt “Nee, das geht nicht vorbei - Hilfe! Die nehmen uns etwas weg”, dann empfindet man sowas wie Drohung. Wir haben - Gott sei Dank muss ich sagen - eigentlich früh angefangen darüber nachzudenken und zu sagen: Wenn das Ding nicht weg geht und uns bedroht, dann müssen wir umgekehrt schauen, wo könnte es uns helfen? Natürlich haben wir zuallererst und am schnellsten verstanden, dass alleine in der Produktion unserer traditionellen Medien, die Digitalisierung natürlich der große Schritt nach vorne gewesen ist. Die ganze Produktion einer Zeitung, die vorher in ganz vielen Prozessschritten abgebildet durch viele Berufsbilder zerlegt wurde und ganz, ganz kompliziert wurde, wurde immer einfacher, immer schneller, immer bequemer - einfach durch Digitalisierung. Alleine ein Foto in die Zeitung zu bringen in den 80er Jahren und heute - das hat gar nichts mehr miteinander zu tun. Vom Zeitgewinn - was für uns natürlich auch ein wichtiger Punkt ist - gar nicht zu reden, aber auch vom Aufwand her. Das war der erste Beginn. #0:21:21.2# Und der zweite war, dass wir nach und nach festgestellt haben: Dieses Medium hat einen ganz, ganz großen Vorteil, weil die Menschen, die damit aufwachsen, die nutzen alles was ihnen hilft. Wenn wir diese Kanäle, die für diese Menschen sehr in ihrem Habitus drin sind, nutzen, um sie zu erreichen, dann werden sie uns auch annehmen. Da haben wir relativ bald eine Chance erkannt, dass wir gerade junge Menschen vielleicht sogar früher abholen als früher im Print. Man muss auch ehrlicherweise sagen: Wenn mich einer fragt, als ich Journalist wurde, wieviel Zeitung ich als 17- oder 18-Jähriger gelesen habe, dann kann ich entweder eine ehrliche Antwort geben oder ich muss schwindeln. Das war verdammt wenig. 0:22:06.4 Wohingegen wir, wenn wir die Digitalisierung gut nutzen, ganz neue Möglichkeiten haben. Das ist ein langer Prozess gewesen, das kam nicht über Nacht, aber das haben wir nach und nach erkannt und deshalb haben wir - das wichtigste ist die Grundeinstellung - gesagt: Wo können wir unsere Flügel und unsere Windmühlen hinbauen, um davon zu profitieren? Das ist meine Lebenserfahrung, es gibt nichts Gutes im Leben, was nicht etwas Schlechtes hat, aber umgekehrt kann das nicht sein. Es gibt auch nichts vermeintlich Schlechtes, was nicht auch etwas Gutes hat. Ich glaube, mit so einer inneren Haltung, kann man natürlich sehr viel bewegen und sehr viel mehr erreichen.  Norman: Ja. Vielleicht noch mal die Frage: Wie habt ihr es tatsächlich gemacht? Habt ihr Labs gegründet oder habt ihr Arbeitsgruppen einen Zeitraum gegeben, in dem Dinge entwickelt wurden? Weil man hört ja doch beispielsweise von der Pro7 - Sat1 Media AG, dass da ein Inkubator entsteht, was da entsprechend pusht. Oder die Süddeutsche Zeitung, da weiß ich zum Beispiel, dass da versucht wurde an Community Plattformen zu schrauben. Also, man hatte ein bisschen das Gefühl, es ist alles ein wenig ohne Strategie, also Insellösungen zu schaffen, um Testballons fliegen zu lassen und zu schauen: Funktioniert das? Wie habt ihr das intern gelöst - was hat sich vielleicht auch in euren Prozessen, neben dem Mindset natürlich, geändert? #0:23:30.0# David: Wir haben natürlich hier auch wie jeder andere - alles andere wäre eine nette Story - unser Lehrgeld bezahlt und unsere Fehler gemacht und fünf Mal den Weg verändert. Unsere erste Plattform mainpost.de wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Also, wir haben sehr früh begonnen und haben das damals als absolute Insel betrieben, nach dem Motto “Das ist etwas ganz Anderes, das muss man jetzt völlig anders und völlig losgelöst machen” und wir haben gar nicht die Hauptchance darin gesehen auch Nachrichten darüber zu nehmen, sondern eher ein bisschen Infotainment oder so.#0:24:14.3# Dann hat man es mehr an die Zeitung herangeführt und hat gesagt “Das kann nicht sein, dass wir eigentlich sehr wertvolle Inhalte haben”, damit meine ich vor allem die aus der Region, weil die sind nicht substituierbar, die gibt es nur exklusiv bei uns. Dann ist man da herangegangen und hat sehr stark versucht, diesen Digitalbereich in das Unternehmen reinzuziehen, was sich auch als nicht richtig erwiesen hat, weil binnen kürzester Zeit natürlich selbst die besten Digitalleute eher zu Printlern wurden, weil sie hier schnell entsprechend sozialisiert wurden. #0:24:43.7# Heute versuchen wir einen Weg zu gehen, der eine Mischung darstellt. Wir haben eine eigene Einheit für den Digitalbereich. Wir haben vor einigen Jahren, da bin ich auch sehr glücklich darüber, uns an einem Startup mehrheitlich beteiligt, sodass ich sagen kann das ist unsere Tochtergesellschaft - das Würzburger Leben. Da werden sehr stark die sozialen Netzwerke genutzt. Dort werden wir einen extrem großen Spielraum haben nach dem Motto, dass wir gerade dafür sorgen, dass wir juristisch und steuerrechtlich und sozialversicherungsrechtlich, die für einen Geschäftsführer wichtig sind, dass wir das alles einhalten. Ansonsten haben die die größte Freiheit. Die können sich ihre PCs holen, wenn sie da auf eine Marke stehen, die bei uns üblicherweise nicht eingesetzt wird, sie haben ihre eigenen Räume und sie haben keine Vernetzung, sondern sie arbeiten nur über WLAN, damit sie fünf Mal am Tag den Platz wechseln können - also sie haben alle Möglichkeiten, um kreativ zu sein. Das parallel als Fokus zu haben, aber immer wieder versuchen dort Links zu schaffen, was schwer ist am Anfang. Denn eines kann ich guten Gewissens sagen: Die Ablehnung dieser neuen Truppe gegenüber war zunächst riesengroß. #0:26:00.5# Norman: Das wäre meine nächste Frage gewesen, genau.  David: Ich hatte schon Spitznamen… “Der heilige Patron von Würzburger Leben” und und und. Mir war nur eines klar: Wir treffen dort auf Menschen, die Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringen, die wir in dem Maße nicht haben. Wir machen anderes sehr gut, aber die machen eben Dinge gut, wo wir nicht diesen Erfahrungsschatz haben. Heute können wir alle darüber lachen. Es gibt eine intensive Zusammenarbeit; eine gegenseitige Beratung, weil auch die Kollegen von Würzburger Leben haben natürlich erkannt: So manches aus dieser tradierten Welt ist auch nicht ganz falsch. #0:26:37.7# Manches Geschäftsmodell das wir machen, das kann man eigentlich wunderbar aus einer analogen in eine digitale Welt transferieren und erweist sich dort auch als erfolgreich. Heute ist es ein gegenteiliges Befruchten, wobei wir schon klar darauf achten, dass jeder seine Identität und seine eigene DNA behält. Und in dieser Mischung glaube ich, dass das ganz erfolgreich ist. #0:27:01.9# Norman: Ja, das hatte ich in einem Interview mit Anne Schüller auch besprochen, wo sie gesagt hat: Der Job ist es nicht, alles zu digitalisieren, sondern es ist im Grunde die Aufgabe beide Welten miteinander zu verbinden, sodass diese von einander partizipieren können. Und das fand ich eigentlich ein sehr schönes Bild, aber ich verstehe natürlich auch die Herausforderung, die Du gerade genannt hast, in eine etablierte Prozessstruktur bei euch ein Startup einzubauen. Das sind dann die, die mit Chucks ins Büro kommen und ihren Mac mitbringen. Wie habt ihr es geschafft intern da Akzeptanz zu schaffen? Weil das bedingt ja, dass diese beiden Welten in irgendeiner Form zusammen kommunizieren müssen; dass dort eine Verbindung hergestellt wird. Wie schafft man das? #0:27:55.1# David: Was man nie unterschätzen darf - da machen es sich Manager manchmal ein bisschen leicht - das erste ist, das klare Bekenntnis. Es muss von ganz oben kommen. Es kann nicht sein, dass ich mich auf die Akquisition beschränke und dann lasse ich den Dingen freien Lauf, so nach dem Motto “Das wird sich jetzt schon in irgendeiner Form regeln”. Ich habe schon klar ausgesendet, indem ich ganz provokant mit den beiden Kollegen, den Gründern, die auch als Geschäftsführer tätig sind, immer wieder mal essen gegangen bin und zwar so, dass ich viele Mainpostler gesehen habe und die gedacht haben “Oh, der war mit denen schon wieder essen”. Um einfach deutlich zu machen, man will das; das ist von oben gewünscht; er versucht schnell Mitstreiter von oben her zu finden. Mit Michael Reinhardt, unserem Chefredakteur, hatte ich einen, der von der ersten Minute an dabei war, weil der erkannt hat, da können auch wir in höchstem Maße davon profitieren. Das ist auch ein Stück weites Vorleben. #0:28:51.4# Dann haben wir die Kollegen einquartiert in unseren Räumen in der Lokalredaktion. Die sind in der Innenstadt, wir sind als eigentliches Unternehmen am Stadtrand. Aber in dieser relativ kleinen Einheit. Und allein, wenn sich Menschen ob sie wollen oder nicht, jeden Tag im Flur begegnen und im Workcafé einen Espresso trinken oder so, dann entsteht auch so etwas, was wir feststellen: Es sind eigentlich auch Menschen und gar nicht fiese und gar nicht so verkehrte. Und so wächst nach und nach etwas. Und dann, was ganz wichtig ist und unser kleines Erfolgsgeheimnis: Man muss Erfolge immer zelebrieren und verkünden. #0:29:26.9# Norman: Sehr gut.  David: Ich habe immer wieder dafür gesorgt: Wenn irgendetwas gemeinsam gelungen ist, dass das möglichst jeder im Unternehmen mitkriegt, weil das steckt an. Und so ist eigentlich etwas in der Zwischenzeit gewachsen, sodass ich guten Gewissens sagen kann: Da braucht man niemanden mehr beschützen oder auf jemanden Achtgeben, sondern man achtet sich gegenseitig. #0:29:52.3# Norman: Ja, sehr gut. Das sind noch mal zwei wichtige Dinge. Einmal was Du gesagt hast, dass die Unternehmenslenker, die Unternehmensführung im Grunde dahinter steht und ganz klar signalisiert, dass ist gewünscht/gewollt, arbeitet zusammen - das finde ich super wichtig. Und auch dieses Erfolge zelebrieren/Erfolge feiern finde ich extrem wichtig, um es sichtbar zu machen, dass es nicht im Startup bleibt oder in der “alten Welt” bleibt, sondern dass man das zusammen feiert. Das finde ich super. Gibt es Strategien, mit denen ihr euch beschäftigt in eurer Markenführung, wo es darum geht, wie man Qualitätscontent in Geschäftsmodelle wandelt? Das ist ja die große Diskussion, die immer wieder stattfindet, dass im Internet erst mal alles verfügbar ist oder man Abomodelle entwickelt. Aber wie kann man sicherstellen, dass wirklich die Qualität, die ihr produziert, die die Nachrichtenagenturen produzieren, dass die am Ende auch monetarisiert werden? Gibt es da Überlegungen bei euch, die ihr anstrebt, über die Du sprechen kannst? #0:30:58.3# David: Wir versuchen natürlich, wie viele andere Regionalzeitungen, zunächst einmal eines: Ganz klar für uns zu definieren, wo haben wir wirklich im Markt eine echte Chance? Und da ist die erste Vokabel, die in dem Zusammenhang immer fällt “Substituierbarkeit”. Ist eine Information woanders frei verfügbar, möglicherweise in gleicher oder vielleicht sogar noch besserer Qualität? - Dann muss man von vorne herein sagen: Da sollten wir gar nicht sehr viel Liebesmühe darauf verwenden. Ich brauche niemandem erklären, wie die Champions League Auslosung für Bayern München ausgegangen ist. Wenn aktuell ein dramatisches Erdbeben in Mittel-Italien ist, dann ist das nicht die Meldung, die der Leser bei der Mainpost sucht bzw. er würde nie und nimmer dafür bezahlen. #0:31:45.4# Die strategische Ausrichtung unseres Hauses ist ganz klar: Wir müssen noch viel mehr als wir es in der Vergangenheit getan haben, unsere Kapazitäten - immerhin 140 Redakteure - auf nicht substituierbare Inhalte aus der Region konzentrieren. Dafür müssen wir das Unternehmen dramatisch umbauen. Da sind wir gerade in einem ganz großen Prozess drin, weil natürlich auch vieles was regional stattfindet, sehr wohl substituierbar ist. Jeder Polizeibericht wird veröffentlich und den kriegt jeder Wettbewerber, den kriegt auch eine junge Truppe, wie Würzburger Leben. Die haben jetzt so ein Angebot “Blaulicht”, der sehr viele Zugriffe generiert. Das ist auch kein USB. Und ich habe die Meldung der AOK, wenn hier etwas angeboten wird oder von Vereinen, das ist alles substituierbar. #0:32:36.4# Das ist für uns bitter, weil vor 20 Jahren war das Regionale und selbst die Dinge, die ich jetzt genannt habe, das war schon explosiver Stoff im Print der Mainpost. Den hat kein anderer in dem Maße bieten können und das müssen wir einfach lernen. Wie im Spitzensport: Wenn ein neuer Spieler bei den Basketballern oder den Zweitligisten Würzburger Kicker verpflichtet wird, das ist auch nichts mehr Exklusives, was in der Mainpost steht. Im Regelfall ist das ganz, ganz schnell über’s Netz verbreitet. #0:33:07.5# Das ist eine riesen Herausforderung für uns, weil wir noch viel mehr auf Spurensuche gehen müssen; noch viel mehr spannende Geschichten entwickeln müssen; noch viel mehr hinterfragen, was ist hinter dem Ereignis? Warum passiert an der Stelle zum fünften Mal ein Unfall? Warum gibt es da diese Auseinandersetzungen? Warum gibt es da ein Problem? und und und, also noch viel stärker dort einzusteigen. Dann bin ich mir aber sicher, wenn wir das Ausspiel noch besser lernen, also das Auswerten von Daten, noch besser wissen, was die Menschen interessiert, dass wir noch schneller und noch gezielter ihnen ein Angebot machen könnte - das machen all die eCommerce Betreiber wunderbar. Wenn ich meine Bestellung aufgegeben habe, habe ich gleich drei weitere Vorschläge. Und das müssen wir von denen natürlich abschauen und lernen. Dann bin ich überzeugt, dass Menschen auch dafür bezahlen werden. #0:34:00.4# Da versuche ich auch unseren Leuten Mut zu machen. Ich brauche eigentlich nur von der Zahl der Leser, die wir heute im Print haben. Wenn die morgen alle nur noch digital zu uns kommen, da brauche ich eigentlich nur zwei Artikel, wenn sie uns 99ct. dafür bezahlen. Also eine halbe Tasse Capuccino. Wenn die zwei Mal sagen “Das interessiert mich und dafür zahle ich 99 ct.”, dann fällt die Katze auf die alten Füße und wir betreiben das Business genauso erfolgreich weiter, wie bisher. #0:34:32.9# Wir müssen unsere Denke verändern. Wir kommen aus einer Flatrate. Wir kommen aus einem generalistischen Angebot, eine Zeitung, die aus vielen, vielen Beiträgen entsteht, wo wir natürlich nicht so naiv sind zu glauben, dass es allzu viele Menschen gibt, die das alles lesen, sondern es wird sehr selektiv wahrgenommen. Das ist beim digitalen neu für uns, das müssen wir lernen, diese Selektion von vorne herein zu betreiben und den Leser gar nicht erst alles anzubieten, sondern möglichst gezielt das anzubieten, von dem wir glauben, dass es ihn interessieren könnte. Das klingt leichter als es natürlich im Alltag ist, weil unsere Redakteure haben tausende von Jahren anderer Erfahrungen, wenn ich das zusammen zähle über alle Mitarbeiter und das ist ein Lernprozess. Da tun sich die Jungen sehr viel leichter, aber es hat eigentlich jeder erkannt, dass da eine riesen Chance drin liegt. Und deshalb habe ich den Eindruck, dass in diesem anstrengenden Prozess die Leute durchaus sehr, sehr engagiert mitziehen. #0:35:33.3# Norman: Gibt es einen Beirat oder so eine Gruppe bestehend aus den alten Hasen, den Redakteuren, die das Business natürlich von der Pike auf gelernt haben, bis hin zu den Neuen? Ich glaube, so ein paar Verbindungen mit Würzburger Leben hast Du schon genannt. Einfach auch, um von denen zu lernen? Habt ihr so einen extra Beirat oder irgendwie so einen Expertenkreis gegründet, um da diese Learnings zu machen? #0:36:00.8# David: Ja, wir haben im Prinzip im Bereich der digitalen Medien eine eigene Firma MBDM - Mainpost Digitale Medien - die ein Stück weit diese Aufgabe natürlich übernehmen, die Koordination zu machen und im Rahmen eines Prozesses - das heißt im Moment Aladdin, das war die Idee unseres Chefredakteurs; ich nehme an, er hat auf den guten Geist aus der Flasche Bezug nimmt und deshalb den Projektnamen vorgeschlagen oder gewählt hat. Dort werden wir sehr gezielt in vielen Einzelprojekten - für mich ist so ein Lebensmotto immer “Big dreams in small steps”, dass wir hier die große Vorstellung, die wir in etwa haben, diese Visionen, in viele, viele einzelne Schritte zerschlagen und daraus einzelne Projekte machen. Da sind wir gerade dabei, die einzeln aufzusetzen. #0:36:50.4# Ich habe das immer wieder, nur wir machen das jetzt im Rahmen von Aladdin noch mal sehr viel konzertierter und sehr viel konzentrierter, dass wir uns hier die einzelnen Dinge vornehmen, um zu sagen “In kleinen Schritten dem Ziel immer mehr entgegenkommen”. #0:37:03.8# Norman: Das ist ja fast eine amerikanische Strategie, wenn man sich das Buch durchliest “Silicon Valley”, da wird genau das beschrieben. Dass im Grunde unsere deutsche Ingenieurdenke uns dazu verleitet, erst mal in jahrelangen aufwendigen konzeptionellen Prozessen große Projekte zu entwickeln, um dann schnell festzustellen, dass es nicht funktionieren, anstatt in kleinen Schritten wirklich diese Lernprozesse selbst zu machen; die Fehler selbst zu machen, um dann auch zu verstehen, was die Community sich wünscht und die zu involvieren. #0:37:32.9# David: Ganz genau. Da habe ich einen kleinen Vorteil durch einen Geburtsfehler. Als Österreicher habe ich nie so diese Ausdauer gehabt, das Schwimmen immer nur theoretisch am Tisch zu lernen, sondern mir war da immer lieber, ins Wasser zu springen. Beim Skifahren ist tatsächlich so in Österreich. Ich kann mich gut erinnern: Wenn Du in die Schule gehst, ich bin mit fünfeinhalb Jahren in die Volksschule gekommen, da fragt mich mein Lehrer nicht “Kannst Du Skifahren?”, sondern da heißt es “Und übrigens, jeden Mittwoch im Winter, wenn Schnee liegt, gehen wir statt Sport machen, fahren wir Ski” und dann bist Du in den Sessel geschmissen worden oder musstest schauen, wie Du hoch kommst und … nur so kann man aber etwas lernen. Insofern kommt mir das persönlich sehr entgegen, weil ich immer der Meinung bin, die Pioniere haben die Landkarte auch gemalt, während sie gen Westen gezogen sind. #0:38:21.2# Norman: Ja, absolut. Was ich auch eine sehr spannende Frage finde ist: Wie triffst Du Entscheidungen und was hilft Dir dabei? Ob das jetzt eine Projektentscheidung ist, das finde ich eigentlich völlig egal, aber nennen wir mal eine mittelkomplexe Entscheidung, die jetzt vielleicht nicht sofort aus dem Bauch heraus entstehen kann. Gibt es da einen Prozess, den Du durchläufst oder hast Du eine Entscheidungsroutine vielleicht, so einen Ablauf, den Du immer wieder zelebrierst, um dann schnell auf den Punkt zu kommen? #0:38:53.5# David: Vor jeder Entscheidung stehen bei mir immer viele Fragen. Das können Fragen an Mitarbeiter sein; das können Fragen an Geschäftspartner oder Kunden sein. Einfach möglichst viel sich selbst schlau zu machen. Ich habe mir eines abgewöhnt: Ich bin ein sehr impulsiver und emotionaler Mensch. Ich neige innerlich immer schnell dazu, wenn irgendetwas ansteht, selbst eine Entscheidung zu haben und die möglichst auch schnell zu treffen. Da nehme ich mich ganz bewusst zurück und versuche mich selber neutral zu stellen und zu sagen “Mach Dich noch schlauer”. Das tatsächlich in Gesprächen und da ist immer ganz, ganz wichtig ein sehr intensives Zuhören. Zuhören heißt bei mir auch, immer die innere Bereitschaft zu haben, seine Meinung auch zu ändern. Und am Ende eines Prozesses vielleicht genau das Gegenteil zu sagen von dem, wie man in ein Thema gestartet ist. #0:39:46.4# Und im Laufe der Jahre hat das bei mir dazu geführt, dass sich daraus ein Bild entwickelt, das immer klarer wird, wo die Konturen deutlicher werden und was ein inneres Wohlgefallen auslöst. Und dann fällt mir die Entscheidung im Regelfall leicht und das ist dann 50% Kopf und 50% Bauch, wobei Bauch eher meint, die Erfahrung die man hat. Das ist eines der wenigen Privilegien, wenn man alt wird, dass man zumindest Erfahrungen sammeln durfte und immer wieder weiß, das hat gut funktioniert und da weniger, und da ist ein Learning und da bist Du auf die Nase gefallen. Das ist eher etwas, was in mir reift, wo ich mich eher zurücknehme, aber feststelle: Es gibt da einen Moment, wo man ein richtiges Bild vor sich hat. Das gilt für Geschäftsmodelle, das gilt für Entscheidungen generell. Ein Chef von mir hat mir mal gesagt, ein Österreicher, der schön auf österreichisch gesagt hat “A guates Geschäftsmodell, passt auf a Bierdeckel”. #0:40:54.8# Gerade in der digitalen Welt ist sehr, sehr viel sehr, sehr komplex. In Richtung Kunden, in Richtung Kommunikation muss ich es schaffen, sehr einfach darzustellen, sonst ist es weder dem Kunden vermittelbar, noch nach innen kann ich den Menschen begeistern, warum sollte man das tun. Das erfordert im Regelfall tatsächlich ein bisschen Zurücknehmen, viel zuzuhören und aus diesem Filtrat dann das Beste herauszuziehen. Dann geht es schnell. Meistens ist es oft so, dass die Leute dann sagen “Jetzt ist es schon entschieden?” Dann sage ich “Ja, aber eigentlich haben wir relativ lange darauf hingearbeitet”. Jetzt brauchen wir nicht noch 24 Berechnungen. Dadurch wird es nicht besser. Irgendwann muss man es einfach polieren und … #0:41:35.9# Norman: … Ja, machen... David: ...machen. Das ist für mich schon so ein Management-Kreislauf. Man muss entscheiden, man muss tun, man muss feiern, man muss korrigieren, man muss entscheiden, man muss tun, man muss feiern. Ganz wichtig natürlich das Feiern, das gehört auch dazu. #0:41:52.1# Norman: Ja absolut. Eine ganz interessante Frage, die ich noch habe ist: Das begegnet mir eigentlich immer in allen Strategieprozessessen, nämlich die Herausforderung. Du hast als Unternehmen eine gewisse Unternehmensleistung. Das sind Produkte, das sind Dienstleistungen, all das was Du im Markt anbieten möchtest und hast natürlich das Thema, dass je komplexer das Unternehmen ist, desto schwieriger ist es natürlich. Du hast eine Marketingabteilung, Du hast eine Vertriebsabteilung, Du hast vielleicht eine Company für digitale Medien usw.  Wie schafft ihr es, dass alle ein einheitliches Verständnis über die Unternehmensleistung haben, damit diese auch nahezu - 100% ist nicht möglich-, aber nahezu 100% in den Markt kommuniziert werden kann? Also, dass das Marketingkonzept von euch am Ende auch am Markt landet; dass der Vertrieb genau das denkt und ausspricht, was eure Unternehmensleistung ist. Wie stellt ihr das in der Unternehmensführung sicher, dass das am Markt ankommt? #0:42:59.5# David: Da hat ein reiner Zufall oder eine Entscheidung unserer ehemaligen Gesellschafter, bevor wir zu Augsburg kamen, waren wir bei Holzbrink in Stuttgart - als man die Entscheidung getroffen hat von einer Doppelgeschäftsführung auf einen Geschäftsführer umzustellen, war für mich die Situation so, dass ich mich natürlich völlig neu aufstellen musste. Ich habe dann eines eingeführt, wovon ich jetzt nach acht Jahren sagen kann, dass sich das perfekt bewährt hat. Ich habe alle wesentlichen Bereiche vom Personal über Finanzen über Marketing über Redaktion, Vertrieb, über Technik, alle an einen Tisch geholt. Wir sind im Gremium insgesamt acht Kollegen, die an mich berichten. Wir sitzen zu neunt zusammen und wir sitzen jeden Freitag zusammen. Es ist die wichtigste Sitzung der Woche und gehen dort alle Themen durch. Das führt dazu, dass wir einen sehr, sehr guten Informationsstand haben, was in den einzelnen Bereichen passiert. Wir haben den ganz großen Vorteil, dass ganz viele Ideen in dieser Runde reifen, weil es durchaus dann noch einen gibt, an den man gar nicht gedacht hat, der sagt: “Oh, das passt aber perfekt bei mir noch mit rein”. #0:44:12.5# Norman: Perfekt, super.  David: Das ist extremst wertvoll, auch wenn mancher Kollege auch mal eine Stunde hier sitzt und guten Gewissens für sich wahrscheinlich sagen könnte “Naja, da ist jetzt gar nichts für mich dabei”, aber er erkennt das Thema, wenn er im Hause angesprochen wird. Dann kann er dazu eine Aussage treffen und dadurch spreche nicht mehr nur ich alleine mit einer Stimme, sondern wir sind im Regelfall idealerweise - natürlich gibt es immer leichte Abweichungen -, aber idealerweise und es funktioniert wirklich sehr gut, haben wir schon mal neun Stimmen. Und wenn neun Führungskräfte nur mal jeweils ihre zwei Stellvertreter dann darüber noch mal in Kenntnis setzen, dann sehen wir schon, dass wir ein gutes Schneeballsystem auf den Weg bringen. #0:44:57.1# Dazu gibt es weitere Runden. Jedes Quartal kommt beispielsweise das komplette Management zusammen, um dort noch mal ein Update über die wichtigsten Bereiche zu liefern, aber da sehe ich schon, dass die Leute eigentlich gut informiert sind und das es nur hier nur noch um ein paar letzte Informationen geht. Weil, da hast Du völlig recht: Das ist mit das Entscheidenste, dass wir unsere Stärke komplett ausspielen. Wir haben auf die Art und Weise beispielsweise vor gar nicht allzu langer Zeit beschlossen, was ein neues Geschäftsfeld sein könnte aus all den Fähigkeiten, die am Tisch sitzen. #0:45:30.5# Und dann sind wir so auf Corporate Publishing gekommen. Dass wir einfach sagen, wir haben alles und wir wollen es anders angehen, als manche andere, die dann natürlich im ganz, ganz großen Stil sich das Bahnheft machen oder Lufthansa-Magazin. Wir sagen nein. Wir wollen das regional anbieten und wir wollen jede Einzelfähigkeit. Wir bieten heute bei Corporate Publishing an, dass wir ein Lektorat machen für etwas; dass wir nur Fotos machen; dass wir nur Gestaltung machen; dass wir irgendwelche Teile der Dienstleistung übernehmen und aus diesem Zusammenspiel der einzelnen Kompetenzen heraus - und ich muss sagen, das ist ein absoluter Hit - wir haben da in kürzester Zeit einen siebenstelligen Umsatz aufgebaut, tolle Produkte, hoch attraktive, junge Menschen. Wir merken, dass wir uns hier wirklich leicht tun Hochkaräter zu holen, weil die einfach kapieren “Wow, das ist absolut multimedial”. Da wird ein Webmagazin nachgefragt für die Universität Würzburg, also Uniklink Würzburg. Die machen den kompletten Web-Auftritt. Dann mache ich hochwertigste Magazine; dort mache ich Lektorat für Kliniken und, und, und. Wir haben alle Fähigkeiten im Haus. Wir waren uns aber gar nicht so bewusst, dass man die einzeln natürlich auch noch einmal ganz anders unseren Kunden zur Verfügung stellen können. Sowas entsteht in einer Gruppe, wenn man Woche für Woche zusammensitzt und jedes mal sieht “Wow, wir können das und wir können das und wir können das”. #0:46:55.1# Norman: Ja, perfekt. Also die Synerigen einfach zu nutzen über die Fachabteilungen hinweg - genial.  David: Und natürlich, wie immer: Zelebrieren. Jeder im Haus weiß, das funktioniert, das ist super, die bauen auf. Das begann mit einem einzigen. Das war ein “Assistent”, einer der in der Unternehmensentwicklung direkt mir zugearbeitet hat. Den habe ich das Thema mal vorbereiten lassen und habe ihm gesagt “So, jetzt spring ins Wasser und schwimm’ mal”. Heute haben wir eine ganz ordentliche Truppe schon längst aufgebaut, die das managed und die jetzt weiter wachsen wird. Da bin ich felsenfest davon überzeugt. #0:47:31.1# Norman: Ja, sehr gut. Wie wird sich aus Deiner Sicht die Medienbranche, gerade im Hinblick auf das digitale Zeitalter entwickeln? Kannst Du da mal Deine Glaskugel anschmeißen und mal reinschauen für uns?  David: Ich bin da optimistisch, weil wir werden nach wie vor Zeit haben, den Umbau weiter hinzukriegen. Ich glaube, dieser erste Wind, der dort herübergegangen ist und die, die schwache Mauern gebaut haben und an Windflügel gar nicht gedacht haben, ich sage es mal bösartig: Die sind weg. #0:48:06.8# Es ist ja tatsächlich so, dass es Einstellungen von Zeitungen gibt und es Insolvenzen von Zeitungen gibt. Es wird noch zu Konzentrationen kommen. Das wird nicht jedem richtig gut gefallen, aber das wird unausweichlich bleiben. Wir werden diese Vielfalt, wie wir sie heute haben an Eigentümern und eigenständigen Häusern, die in Deutschland fast weltweit einzigartig ist, die wird es nicht geben. Man wird sich zu größeren Verbünden zusammenschließen müssen, also kritische Massen zu haben. Da bin ich mir auch ganz sicher. Und wir werden auch große Investitionssummen brauchen. Springer zeigt ja - die machen das schon sehr, sehr klug - die nehmen richtig Geld in die Hand, aber das kann ich eben, wenn ich einen Laden in dieser Dimension bin. Das kann der Kleinstverlag oder kleine mittelständische Verlag irgendwo in der Provinz mit einer Auflage von 30.000 oder 40.000 ganz sicher nicht. Insofern, da muss es Zusammenschlüsse geben. #0:49:01.3# Ich bin aber eigentlich sehr optimistisch, dass die Branche auch in einer digitalen Welt sich gut behaupten wird. Sie wird Best Practice nachmachen; wir rücken enger zusammen; es gibt viel mehr Zusammengehörigkeitsgefühl, mehr Solidarität, weniger Eitelkeit. Es gibt durchaus ein paar Merkmale, die ich sehr, sehr positiv empfinde. Ich will meinen, die Branche ganz gut beurteilen zu können über die Jahre. Da tut sich gerade Vieles wo ich sage, man hat es verstanden und es geht jetzt los. Es wird seine Zeit in Anspruch nehmen. Das ist keine Frage und es wird unterwegs mit Sicherheit noch den ein oder anderen Kollateralschaden geben und einiges wird sich nicht realisieren lassen und es werden Dinge noch verschwinden, aber im Wesentlichen glaube ich, wird die Branche gut aufgestellt und gestärkt, sehr stark weiterhin multimedial - ich glaube auch an die gedruckte Zeitung in 20 Jahren. Sie wird völlig anders ausschauen als heute, eine völlig andere Rolle haben, aber es wird sie geben. Da bin ich mir sicher und gleichzeitig wird es die digitalen Angebote aus den Häusern geben mit guter Qualität und hoher Akzeptanz. #0:50:15.4# Norman: Ja, das glaube ich auch. David, gibt es so ein Passion Project bei Dir, was Du mit Leidenschaft und dem Herz in der Hand gerne vorantreibst aktuell oder treiben würdest? David: Ein Thema das uns am Herzen liegt, fast muss ich sagen liegen muss, das ist: Wie können wir den lokalen Einzelhandel auf dem Wege in die digitale Zeit begleiten? Denn wir haben in den letzten Jahren im Anzeigenmarkt eines festgestellt: Der nationale Anzeigenmarkt ist extremst geschrumpft. Ich will nicht die harte Vokabel “zusammenbrechen” sagen, aber sie wäre auch nicht falsch. #0:50:52.0# Die Rubrik Märkte sind extrem zusammengeschmolzen, da haben uns Brachenfremde eigentlich die Butter vom Brot genommen und wir müssen schwer kämpfen als Zeitungsverlage, dass wir unseren Stellenmarkt, Automarkt und Immobilienmarkt in der digitalen Welt wenigstens noch ein bisschen was für uns behalten. Aber das sind eher die Brotsamen und das Große ist woanders gelandet und musste wenn, dann wieder von Verlagen zugekauft werden von Branchenfremden. #0:51:17.7# Was stabil ist über all die Jahre, zumindest für uns und das werden die meisten Kollegen bestätigen, ist der Umsatz mit dem lokalen Einzelhandel. Die sind natürlich nicht in dem Maße sofort in die digitale Welt gesprungen. Für die ist das manchmal auch eher eigene Bedrohung und ich glaube mit denen zusammen müssen wir etwas entwickeln. Wir haben vor zwei Jahren ein Projekt aufgesetzt, weil auch hier muss ich den Faktor Zeit mit berücksichtigen, um die Menschen zu sensibilisieren - das hieß “Lass den Klick in Deiner Stadt” - haben wir Menschen signalisiert, auch den Kunden, den Lesern: Wie wollt ihr haben, dass eure Innenstädte in zehn Jahren ausschauen? Capuccino-Bars und vielleicht noch ein paar Bäckerfilialen und sonst gar nix mehr, oder wollt ihr weiterhin einen bunten Branchenmix haben und ein Einkaufserlebnis haben? Da muss man sich darüber klar sein, welche Entscheidung ich treffe. #0:52:13.6# Der nächste Schritt war, dass wir seit diesem Jahr den Lieblingsladen haben. Dort können alle mitmachen und quasi in einem digitalen Schaufenster, das wir bewerben, Produkte anbieten. Das ist noch nur mit einer Reservierungsfunktion, und das wollen wir weiter machen. Wir verhandeln gerade - das darf ich verraten - mit einem Partner, der uns helfen könnte hier den nächsten Schritt zu machen, dass man auch digital deutlich mehr und sehr viel einfacher Produkte einstellen könnte. Wir haben die letzte Meile. Wir haben einen Kurierdienst. Also, wir könnten die Bequemlichkeit des eCommerce mit der Vertrauenswürdigkeit, mit der Nähe, mit der guten Beratungsleistung des Einzelhandels verbinden. Und das ist eine Vision für mich, dass ich sage: “Ja”. Gerade ein Minimum für all jene, die hier bei uns in Würzburg oder im fränkischen Raum produktiv tätig sind. Wir haben die Winzer, wir haben die Schnapsbrenner, wir haben Menschen, die hervorragende Produkte herstellen. Meistens haben die ein kleines Problem in der Vermarktung und im Verkauf. Sie sind leidenschaftlich in der Herstellung ihrer Produkte, aber nicht unbedingt die großen Marketingexperten. #0:53:28.1# Das wäre ein Minimum, die Leute, denen wir helfen können müssten, beginnend mit einem Kassensystem und endend bei entsprechender Bewerbung, aber auch natürlich viele Einzelhändler hier, dass wir versuchen müssten, mit denen gemeinsam was zu kriegen, weil - warum muss ich bei Amazon bestellen, wenn ich das gleiche Produkt bei einem Unternehmen… wenn ich den gleichen Komfort habe? Ich will die 24 Stunden zur Auswahl haben. Ich will vielleicht am Samstagabend, weil ich da mehr Zeit habe, mir das Produkt aussuchen und auch bestellen und ich möchte es auch möglichst am Montag in der Früh schon geliefert bekommen haben. Aber das ist kein Schoßtopper, das können wir den Menschen garantieren und dann obendrein immer noch zu sagen: Und dennoch weißt Du genau, wo Du es gekauft hast und wenn es Ärger gibt, wenn es eine Reklamation gibt, da kannst Du im Zweifel selbst noch einmal ins Geschäft gehen und sagen “Moment mal, da ist was passiert, das will ich so nicht haben”, was bei Amazon auch funktioniert, das will ich gar nicht in Abrede stellen, aber wo ich doch meine, dass es aufwendiger und langwieriger ist und werden kann und dann doch nicht mehr ganz so bequem ist, wie wenn ich genau weiß, wo ich mein Produkt gekauft habe. Das wäre so ein Aspekt. Das sind unsere langjährigen Partner, denen verdanken wir viel, die verdanken uns viel und ich fände es gut, wenn wir diese Partnerschaft noch viele, viele Jahre aufrechterhalten können. #0:54:48.6# Norman: Ja, das ist auch so ein Herzensprojekt, was ich so mit mir herumtrage, schon seit Jahren. Ich habe dazu auch mit Michael Hoppe einen Podcast gemacht zum Thema Kommune digital. Es gibt unter anderem in Oberbayern ein paar Kommunen, die da wirklich schon aktiv sind; die erste Konzepte launchen usw. Und ich denke auch, wir sagen ja, wenn wir über Marken sprechen, dass wir immer über Vertrauen sprechen, die so eine Marke geschaffen hat. Eine ganz spannende Marke ist natürlich auch die Stadt - nehmen wir Würzburg als Marke - der ich vertraue und was so mein Love Brand ist. Ich glaube, mit der Kompetenz, wie bei euch, eines Medienhauses ist es wirklich eine gute Sache den Einzelhändlern vor Ort, die aus eigener Kraft das nicht leisten können. Die können nicht sagen: “Ich baue mir jetzt eine Web-Plattform oder eine eCommerce Lösung” oder dergleichen, dass wir Digitalexperten da einfach mithelfen, etwas für die Region zu tun. Wenn ich mir hier im Odenwald den Ort Amorbach anschaue, dann ist in der Innenstadt einfach nichts mehr los. Da gibt es zwei Läden, das war’s. #0:56:01.3# David, wir - wenn ich auf die Uhr schaue - sind eigentlich schon am Ende, aber ich möchte mit Dir noch ganz schnell die Quick Q&A Session machen. Da stelle ich Dir ein paar Fragen und Du antwortest ganz spontan und wir springen gleich zur nächsten. Also in kurzer Zeit den höchsten Wert. Bist Du bereit? #0:56:18.8# David: Alles klar.  Norman: Was hat dich anfangs davon abgehalten, Online Unternehmer zu werden?  David: Eigentlich gar nix. Ich sage ausdrücklich, ich habe relativ schnell kapiert, dass das für mich ganz persönlich - das habe ich erst spät erkannt - durchaus Vorteil hat, deshalb nee, das sage ich ganz ehrlich, da hat mich eigentlich wirklich nichts abgehalten. #0:56:41.5# Norman: Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss in Deinem heutigen Leben oder in Deinem Business? Gibt es da einen? David: Das ist vielleicht ein nicht sehr schöner, aber ich gebe ganz ehrlich zu, er ist der prägendste gewesen. Mein Bruder hat im Jahr 2006 - eine Woche nachdem er unsere Mutter beerdigt hatte - einen Herzinfarkt gehabt. Er war drei Jahre im Wachkoma, bevor er sterben durfte und erlöst werden durfte. Das hatte für mich aber ein gutes: Es ist ein Benchmark, das mir in jeder Situation in meinem Beruf sagt: Das ist alles eigentlich nicht wirklich ein Problem, was wir hier haben. Das sind Dinge, die man einfach lösen muss und es gibt einem Gelassenheit und es zeigt einem auch, dass wir ein Talent haben, uns über Dinge aufzuregen und nervös zu werden, wo ich eigentlich sage: Das ist jetzt wirklich nicht das Große. #0:57:32.4# Norman: Wow. Danke für den persönlichen Einblick! Das bewegt. Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, was du selbst einsetzt und nutzt? David: Ja, ich mache keinen Hehl daraus, dass ich natürlich zum Beispiel ein Programm oder eine App habe zur Weinerkennung. Ich trinke zwischendrin auch mal einen guten Tropfen und da mache ich heimlich mein Foto und das Schöne ist, die App verrät mir Näheres über den Wein und sogar noch, wo ich die Möglichkeit habe, den zu kaufen. #0:58:04.0# Norman: Wie heißt die App? David: Vivino. Norman: Vivino? David: Vivino.  Norman: Okay, die verlinken wir in den Shownotes dieses Podcasts. Das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen: Deine drei wichtigsten Mobile Apps auf Deinem Homescreen, wenn Du Dir Dein Handy anschaust? David: Naja, also jetzt logischerweise Mainpost News… Norman: Ja klar (lacht). David: Was hast Du als Antwort erwartet? Dann kommen noch die, die definitiv stimmen. Das ist die Kickers App und die Basketball App, weil ich einfach die beiden Sportarten sehr gerne verfolge. Und dann gibt es noch eine, das darf ich gar nicht laut sagen: FitBit. Da mache ich auch noch Werbung für jemanden. Dort wird alles gesammelt, was meine von den Kollegen geschenkte Fitness Uhr, die ich am Armgelenk trage, hier zusammenfasst, was ich an Sport treibe oder leider nicht getrieben habe. #0:58:57.9# Norman: Was für Musik hörst Du gerne in Deiner Freizeit, um zu entspannen oder um einfach wieder herunterzufahren? Gibt es da irgendwas?  David: Ja, ich bin natürlich mit der Musik der 60er und 70er Jahre groß geworden und ich sage mal, bis in den 80er Jahren war Musik für mich Lebenselixir. Da konnte ich auch jede Besetzung, jede Formation in jeder Band sagen mit den Jahreszahlen und die Discographie kannte ich fast auswendig. Ich mache aber gar keinen Hehl daraus. Es gibt viel Zeitgenössisches, wo ich keine Ahnung habe - also man kennt Adele oder so - aber vieles was ich im Radio höre, was ich gar nicht kenne, nicht zuordnen kann, wo ich aber sage “Ja, doch, gefällt mir ganz gut.” Musik muss für mich immer eines haben: Es darf kein stampfender Rhythmus sein, der einfach stundenlang monoton an ein Hämmern erinnert und es muss in irgendeiner Form melodiös sein. Aber es kann ruhig krachen, also es darf schon auch gerne ein bisschen laut sein. Sowas wie Guns’n’Roses oder so finde ich schon auch ganz witzig. #0:59:56.7# Norman: Guns’n’Roses verlinken wir in den Shownotes, das passt gut (lacht). Kannst Du uns ein Buch empfehlen, was für Dich einen großen Mehrwert hatte? Wie heißt das Buch und worum ging es da?  David: Naja, Bücher… Also welche Bücher mir sehr, sehr viel, gerade für mein berufliches Leben gebracht haben, da kann ich gar kein einzelnes nennen, weil er so unendlich viele geschrieben hat. Das sind Bücher von Anselm Grün. Die haben mir wirklich definitiv geholfen und mich ein Stück weit geprägt. Es gibt ein Buch - wobei auch da werde ich noch mal ein bisschen nachdenklich - aber es hat mich sehr tief berührt. Wahrscheinlich weil ich es gelesen habe, als mein Vater gestorben ist. Das ist von Tiziano Terzani, so heißt er glaube ich. Ich bin mir nicht 1000%-ig sicher. Das heißt “Das Ende ist mein Anfang. Da geht es um einen Spiegel-Redakteur, der seinem Sohn von seinem Leben berichtet, nachdem er an Krebs erkrankt ist. Das hat mich sehr, sehr bewegt, diese Kommunikation zwischen dem sterbenden Vater und seinem Sohn. #1:00:58.8# Norman: Sehr gut, das verlinken wir auch in den Shownotes. David, wir sind am Ende. Zum Schluss vielleicht noch ganz kurz Dein letzter Tipp für unsere Zuhörer im Hinblick auf das Thema Digitalisierung und Marke und wie wir Dich am besten erreichen können.  David: Bei der Digitalisierung habe ich ein einziges Anliegen in dem Zusammenhang: Sie bringt so viel Positives; sie bringt so viel Bequemlichkeit und Vorzüge und ist vielleicht sogar für mehr Demokratie auf der Welt zuständig. Da hätte ich nur einen einzigen Wunsch: Dass wir alte Werte wie Respekt, Toleranz, Höflichkeit, Wertschätzung auch noch ein wenig mehr im Auge behalten, gerade wenn wir in Sozialen Netzwerken kommunizieren. Da finde ich einfach eine Verrohung, die mir ein Stück weit weh tut und von der ich glaube, dass sie den Menschen auch nicht gut tut. Da passiert etwas, was ich nicht gut finde und eigentlich ist es schade, weil Digitalisierung eigentlich verdammt viel Positives stiften könnte. Wenn wir damit ein bisschen sensibler umgehen, dann wäre es optimal. #1:02:09.9# Erreichen kann man mich ganz einfach bei der Main Post und E-Mail, da muss man einfach meinen Namen mit einem Punkt eingeben David.Brandstaetter@mainpost.de. #1:02:22.0# Norman: Okay. David, es hat mir großen Spaß gemacht. Ich könnte jetzt glaube ich noch eine Stunde mit Dir sprechen, aber dann müssen wir hier eine Pause machen. Es hat mich sehr gefreut. Vielen Dank noch mal für Deine Zeit und ich freue mich, wenn wir uns bald mal wiedersehen.  David: Alles klar, gilt genauso für mich. Das hat mir ebenfalls Spaß gemacht. Dir alles Gute und eurem ganzen Team! Norman: Danke, danke. Bis dann, ciao! David: Mach’s gut, ciao![/et_pb_toggle]   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. 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  • P1 podcaster - Fiktion til øret 2015-11-15

    · P1 podcaster

    Rudyard er bedemand på den lille engelske kanalø Piffling, hvor livet går sin stille gang. Men en dag åbner der en ny bedemandsforretning ovre på den anden side af gaden og konkurrenten er både sødere, sjovere og mere sexet end dødbideren Rudyard - det skaber rystelser i den lille by. Der ligger ikke en ø ved navn Piffling i den engelsk kanal og den emsige bedmand Rudyard er også tankespind. Historierne om de sære skæbner er ren fiktion og radioteater og de kan høres i den engelske fiktionspodcast Wooden Overcoats. Den er skabt af et hold unge engelske radioentusiaster, som med en god historie og masser af begejstring har samlet et hold af markante navne i engelsk comedy og fået dem til at arbejde gratis. Daily Telegraph har lige anmeldt og anbefalet bedemands sit-com'en og kaldt den "a quietly significant moment in British radio comedy". Radioproducenten John Wakefield fortæller om arbejdet med Wooden Overcoats, om friheden og mulighederne i at lave en podcast i stedet for at arbejde med de etablerede radiostationer og hvordan engelsk universitetsradio har fungeret som en talentrugekasse for ham og en del af hans kolleger. P1 podcaster fortæller desuden om en ny dansk podcast, der udspringer af det danske universitetsradiomiljø. Vært og tilrettelægger: Susanna Sommer.

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  • 00:13:41

    Außendienst vs. Online Vertrieb

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

      Online Vertrieb oder Außenhandel - Warum nicht einfach beides?   Je mehr die Digitalisierung Überhand nimmt, desto weniger wird offline gekauft. So scheint es. Tatsächlich ist der angebliche große Kampf zwischen Außendienstlern und dem Onlinehandel in aller Munde. Doch ganz so schwarz-weiß ist die Sache gar nicht. Richtig angepackt kann der Außendienst nicht nur mit der Digitalisierung und dem damit einhergehenden Online Vertrieb koexistieren, die Außendienstler können mit einer klugen Vorgehensweise sogar ihren Nutzen daraus ziehen.   Unternehmen ist nicht gleich Unternehmen   Für diese kluge Vorgehensweise müssen zunächst einmal wichtige Fragen geklärt und Analysen angestellt werden. Die erste Frage lautet ganz allgemein: Welche Art Unternehmen führst du? Geht es um ein B2C Unternehmen, haben deine Mitarbeiter also direkten Kontakt zum Endkunden, ist die Situation meist eine ganz andere. In B2C Unternehmen hat E-Commerce nämlich längst die Führung übernommen. Die wenigsten Unternehmen im B2C Bereich haben keinen Onlinehandel und das aus gutem Grund: Laut einer Studie der ForwardGroup aus dem Jahr 2016 shoppten im Vorjahr 61,4% der Deutschen online. Und warum auch nicht? Es geht schnell, ist bequem und einfach. Und das Angebot ist dank Amazon und Co. da. In B2C Unternehmen ist die ausführliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Onlinehandel also inzwischen Pflichtprogramm, sonst musst du davon ausgehen, dass einige deiner Kunden zur Konkurrenz überlaufen. Die einzige Ausnahme bilden B2C Unternehmen, die überdurchschnittlich teure Ware verkaufen, die nicht für den alltäglichen Einkauf bestimmt ist. Beispielsweise Immobilien oder Autos.   In B2B Unternehmen wird es komplexer. Es geht hier nicht um ein neues Oberteil, das im Zweifelsfall auch wieder zurück geschickt werden kann, wenn es doch nicht sitzt. Hier geht es um geschäftliche Entscheidungen und Beziehungen, die häufig mit höheren Kosten und damit auch mit schwerwiegenderen Entscheidungen verbunden sind. Darum sind Außendienstler, die einen persönlichen Kontakt zum Kunden aufbauen und pflegen in B2B Unternehmen noch immer ein entscheidender Faktor.   Klärungsbedarf: Besteht tatsächliche eine Konkurrenz zwischen Außendienst und Onlinehandel?   Die zweite Frage, die du dir als Unternehmer stellen musst: Hat der Außendienst in deinem Unternehmen de facto weniger Verkäufe durch den Onlinehandel, entsteht also eine tatsächliche Konkurrenz oder sind die Online-Kunden Kunden, die dein Unternehmen ohne Online Vertrieb gar nicht erst gehabt hätte? Gibt es also durch den Onlinehandel zusätzliche Verkäufe oder gibt es nur eine Umverteilung der bisherigen Verkäufe?   Dafür ist es sinnvoll, deine Verkäufe einmal genau unter die Lupe zu nehmen und zu analysieren, wie man es schon zu Zeiten von Print- und Fernsehwerbung getan hat. Was wurde über welchen Kanal verkauft? Dies musst du für dein Unternehmen selbst in die Hand nehmen, denn eine Faustregel gibt es hier nicht. Allerdings gibt es einige Forschungen zu den generellen Aspekten der Wechselwirkung Außendienst und Online Vertrieb. Im Rahmen der B2B-Studie des Consulting Unternehmens ECC Köln in Zusammenarbeit mit dem SAP-Unternehmen hybris, “Cross-Channel im B2B-Handel”, wurden beispielsweise 635 Entscheider aus dem deutschsprachigen Raum im März 2014 online zu ihren Einkäufen befragt. Die Studie kann eine erste Richtung aufzeigen und macht bereits deutlich, dass Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Vertriebskanälen eine Koexistenz zwischen Onlinehandel und Außendienst generell nicht nur möglich, sondern sogar sehr nützlich machen. Wichtig ist an dieser Stelle nur, dass du genau weißt, was über welchen Kanal vertrieben wurde und welcher Außendienstler mit welchem Kanal am besten arbeiten kann.   Wer hat welche Stärken im Vertrieb?   Oder anders gefragt: Was kann der eine, was der andere nicht kann und umgekehrt. Auch und gerade in Bezug auf die Unterschiede zwischen Online Vertrieb und Außendienst. Denn da gibt es einige. Ein Außendienstmitarbeiter schafft zum Beispiel Vertrauen. Er kann Fragen direkt beantworten und der Kunde hat ein Gesicht vor Augen. Außendienstler haben meist extrem hohe soziale Kompetenzen und eine ausgeprägte Menschenkenntnis. Sie können Kunden das Gefühl vermitteln, gut aufgehoben zu sein und das Richtige zu tun. Der Mensch-zu-Mensch Kontakt ist also beim Außendienstler im Business-to-Business Kontakt entscheidend.   Dies bestätigt auch die erwähnte Studie der ECC Köln. Sie besagt nämlich, dass sich zwar 57,8% aller Befragten online informieren, bevor sie einen Kauf tätigen, dieser Kauf aber in 31,5 Fällen nur nach einem persönlichen Kontakt mit einem Außendienst-Mitarbeiter des Unternehmens stattfindet. Diese Wechselwirkung der beiden Sektoren Außen- und Onlinehandel ist das entscheidende Element. Der eine Kanal scheint den anderen zu brauchen. Der Onlinehandel braucht den Außendienstler, um eine persönliche Bindung aufzubauen, um Emotionen zu entfachen, die zum Kauf anregen und um Vertrauen zu schaffen. Der Außendienstmitarbeiter braucht jedoch ebenso den Onlinehandel, um dem Kunden die Möglichkeit zu geben, sich selbstständig zu informieren und ggf. auch direkt selbstständig zu kaufen. Und in manchen Fällen sogar, um ihn anzulocken, denn oft bekommt ein Unternehmen und dessen Außenmitarbeiter neue Kunden durch den Onlineauftritt.   Onlinehandel macht den Kunden selbstständiger   Dies ist eigentlich die entscheidende Veränderung: Der Kunde wird selbstständig. Er kann sich durch den Online Vertrieb selbst Informationen holen und viel selbstbestimmter und eigenständiger handeln. Dies ist gut für den Kunden, es bringt dein Unternehmen jedoch in Zugzwang. Sagen wir es, wie es ist: Keinen Onlinehandel und vor allem keine Onlinepräsenz zu haben, ist in der heutigen Welt wirtschaftlicher Selbstmord. Deine Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt und wenn der Kunde dort auf den ersten Blick alles findet, was er braucht, wird es für ihn keinen Grund geben, weiter zu suchen, bis er dich in den gelben Seiten findet. In Zeiten der Digitalisierung wird vieles online erledigt und wenn dein Unternehmen seine Onlinepräsenz vernachlässigt, wird dies auf lange Sicht verheerend sein. Es lohnt sich also, etwas Energie in den Onlinehandel zu stecken, auch wenn dies erst einmal bedeutet, dass es an einigen Stellen schwieriger wird. Zum Beispiel für Außendienstmitarbeiter.   Was ändert sich also nun für Außendienstler und wie gehst du damit um?   Denn diese müssen nun besser informiert sein als vorher. Der Kunde ist es schließlich auch und kann viel gezieltere Nachfragen stellen. 
Außerdem stellt sich die Frage nach der Umverteilung der Provision, wenn der Kunde sich selbst schon informiert hat und der Außendienstler nur noch den letzten Kick zur Kaufentscheidung gibt. Das es eine Wechselwirkung zwischen Onlinehandel und Außendienst gibt, hat die Studie des ECC bereits gezeigt. Die wirklich spannende Frage ist nun, wie gehst du als Unternehmer mit dieser Wechselwirkungs-Beziehung um? Und zwar so, dass nicht nur der Gewinn stimmt, sondern auch so, dass alle Seiten zufrieden sind?   Wir haben am Anfang von Analysen gesprochen. Und genau an dieser Stelle werden diese wichtig. Du musst dich bestmöglich vorbereiten und dein Unternehmen noch einmal ganz neu kennen lernen: Welche Art Unternehmen führst du? Über welche Kanäle wird was vertrieben? Welcher Außendienstmitarbeiter hat welche Talente? Wie groß ist der jeweilige Anteil von Außendienst und Onlinehandel beim Verkauf?   Diese Fragen solltest du beantworten können, bevor du handelst. Denn nur wer sein Unternehmen kennt, kann auch die richtige Entscheidung treffen. Eine Marketinganalyse ist nichts neues. Schon als TV Werbung sich zur Printwerbung gesellte, mussten Unternehmer sich genauer anschauen, welcher Kanal für welches Produkt und welchen Käufer geeignet war. Nichts anderes geschieht hier, nur dass es nun darum geht, was besser on- und was besser offline erledigt wird. Vertrauen und persönliche Kontakte schaffen, sowie Kundenberatung ist beispielsweise besser in einer menschlichen Hand aufgehoben. Ein internationaler Vertrieb dagegen ist online einfacher.   Chancen statt Konkurrenz   Hast du all diese Fragen geklärt und Außendienstler und Onlinehandel nebeneinander eingeplant, ist noch auf eine letzte Sache zu achten: Ein Außendienstmitarbeiter hat persönlichen Kontakt zum Kunden und ist ein Talent in seinem Fach, sonst hätte er keinen Erfolg im Verkauf. Oft bestehen Kundenkontakte über Jahre und der Außendienstmitarbeiter bekommt nun mit dem Online Vertrieb eine Art Ablösung vor die Nase gestellt. 
Das kann schnell zu Unmut führen, denn anders, als der Onlinehandel, geht es hier um einen leibhaftigen Menschen, mit Emotionen.   Bedenke dies bei deiner Planung und mache deinen Außendienstlern klar, dass du ihren Wert erkannt hast und schätzt. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass du deinen Mitarbeitern klar machst, welchen Nutzen sie selbst aus der Digitalisierung ziehen können und Schulungen darüber anbietest, wie Außendienstler die Informationsflut, die der Onlinehandel mit sich bringt, dem Kunden gegenüber für ihre Zwecke nutzen können. Sie müssen zum Beispiel oftmals viel weniger Aufklärungsarbeit in Form von Präsentationen leisten und können direkt in den Fragenteil einsteigen. Das erspart ihnen Zeit und Arbeit.   Eine positive Wechselwirkung kann nur mit beiden aktiven Seiten funktionieren und auf die Talente des Außendienstmitarbeiters kann auch weiterhin kein B2B Unternehmen so ohne weiteres verzichten. Besonders, wenn viele der Verkäufe über den Onlinehandel als Zusatzverkäufe zu betrachten sind, ist es für dein Unternehmen wichtig, dass du genau analysiert, welche Verkäufe durch welchen Kanal entstanden sind, damit du beide Seiten angemessen fördern kannst.     Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für deine Bewertung bei iTunes.   Frisches Hörfutter direkt auf dein Smartphone   Du kannst nun umgehend auf dem Messenger deiner Wahl über neue Podcast-Episoden, Blogbeiträge, Newsletter und Aktionen auf dem Smartphone informiert werden und die Inhalte auch gleich abrufen. Zusätzlich kannst du dem MARKENREBELL auch Anregungen, Fragen oder andere Feedbacks senden, die dieser dann auf dem kurzen Weg gerne beantwortet. Wie das funktioniert, erfährst du hier. Klicke hier und wir versorgen Dich kostenfrei einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen in unserem Newsletter. Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn bitte in deinen Netzwerken, dadurch unterstützt du uns enorm! Danke!!!

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  • 00:59:45

    Christian Rieken | Wie Dein Mindset Dich als Marke "Mensch" beatmet

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait von Christian Rieken Christian Rieken ist Coach, Trainer, Psychotherapeut, Seminarleiter und Mentor von Menschen, die aus ihrem Leben wirklich das Beste machen möchten Sein Rezept dafür lautet: Lausche achtsam dem Klang deines Geistes, erkenne einsichtig den Weg deines Herzens und Folge beharrlich dem Ruf deiner Seele, dann wirst du das finden, was man Glück nennen kann: Liebe, Verbundenheit, Frieden und Freiheit! Kontakt Info & Seminare  Online Academy YouTube-Kanal Podcast Talk about Podcast - berührt - bewegt - begeistert -  iTunes - Website Dein Geschenk Der Bodyscan Podcast in Textform   Norman: Herzlich willkommen! Schön, dass ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM. Mein heutiger Interviewgast ist Coach, Trainer, Psychotherapeut, Seminarleiter und Mentor von Menschen, die aus ihrem Leben wirklich das Beste machen möchten! Er blickt auf 30 Jahre Forschungs- und Praxisarbeit zurück und in unserem Austausch vor diesem Interview brachte er es wunderbar auf den Punkt. Er sagte: "Erkenne was wirklich ist, lass los was schadet und entscheide dich für das, was gut tut!" Bei mir heute im Interview ist Christian Rieken! Christian, vielen vielen Dank für Deine Zeit. Ich freue mich sehr das du heute da bist. Bist du ready und wollen wir loslegen? Christian: Ich bin absolut ready und ich freue mich riesig dabei zu sein. Vielen Dank auch an alle, die dabei sind! Norman: Schön! Christian, damit dich unsere Zuhörer noch ein wenig besser kennenlernen können, stell dich doch mal kurz selbst vor und erzähl uns etwas mehr über dich, wer ist Christian Rieken privat und was genau dein Business ist. Christian: Die Podcast-Sendung dauert so 2, 3 Stunden, also ich habe ein bisschen Raum oder? (lacht) Ich finde es immer extrem schwierig, sich selber oder auch überhaupt jemanden in so kurzer Zeit zu beschreiben, weil es natürlich so viele Etappen geben im Leben, den einen auch immer wieder verändern und wandeln. Ich habe mehr Bock, dass wir in die Thematik reingehen, weil ich glaube, dass alle mich dahingehend in unserem Gespräch heute viel, viel besser kennenlernen werden. Ich mag auch nicht so viel über das reden, was ich jetzt gemacht habe oder nicht gemacht habe, weil das was wir jetzt hier miteinander erarbeiten, das ist ein super Content, mit Sicherheit. Das wird den Menschen, die jetzt hier zuhören mit Sicherheit weiterhelfen. Nutzen wir die Zeit dafür. Was ich im kurzen mache hast du ja schon gesagt und wofür mein Herz schlägt. Wichtig ist mir bei allem, was ich tue, dass ich immer schaue, dass ich mir treu bleibe. Das ist meine ganz persönliche Marke nach außen hin - Echtheit, Authentizität, sich immer wieder fragen Das, was ich da tue: Ist das stimmig? Wie fühlt sich das an? Wie fühlt es sich im ganzen Körper an? Also nicht seinen Kopf-Konstrukten oder seinen Konditionierungen nur folgen, sondern eher schauen, die regelmäßig zu sprengen und zu gucken: Was ist dahinter; wo will das Sein eigentlich hin? Was ist der Ruf der Seele? Jetzt habe ich doch ein bisschen ausgeholt, aber das ist es eben. Norman: Ich bin auch ein begeisterter Hörer deines Podcasts - vielleicht kannst du ganz kurz nochmal etwas über deinen Podcast erzählen. Christian: Die Talk About Show - ja. Das ist eine tolle Reise, jetzt seit einem halben Jahr, auch recht erfolgreich. Das mache ich jetzt mal gar nicht abhängig von den vielen, vielen Downloads die da sind, wo ich mich riesig darüber freue, aber vor allen Dingen was es macht mit den Menschen. Der Slogan ist ja dieses Berührt, bewegt, begeistert. Das ist für mich auch etwas, wie wir sinnvollerweise durch’s Leben gehen können. Das wir schauen: Was berührt uns tatsächlich? Und dann gucken: Das was uns da berührt, hat das einen Geist in sich, der uns mobilisiert - also, der uns begeistert? Das Gegenteil wäre dann die Entgeisterung. Das gibt es genug auf der Erde. Und dann natürlich dieses Berührt, Begeistert und das auch ins Leben bringen. Das Bewegtsein, das man was anschiebt, dass man wirklich auch aus der Berührung heraus etwas macht und nicht aus irgendeinem - da wiederhole ich mich gleich nochmal, aber es passt irgendwie ganz gut - nicht aus irgendeinem Konstrukt oder irgendeinem Ziel, was man sich mal irgendwann gesetzt hat. Da bin ich sehr, sehr vorsichtig geworden. Das war früher viel in meinem Leben da und da bin ich ganz glücklich, ein Stück weitergekommen zu sein. Norman: Schön. Wir verlinken deinen Podcast natürlich auch in den Shownotes, soviel schonmal vorweg. Ich starte das Interview immer gern mit einem Erfolgszitat oder auch einem Erfolgsmantra. Gibt es so einen Satz oder einen Spruch in deinem Leben, der dich über einen längeren Zeitraum begleitet? Christian: Ja, auf jeden Fall. Er ist auch gleichzeitig für mich, für mein Leben und wahrscheinlich für die meisten Menschen die allergrößte Herausforderung überhaupt: Sei du selbst, das was du in der Welt sehen möchtest. Norman: Wow, schön! Christian: Ja, ich habe - ich will nicht sagen Anspruch -, aber ich glaube, dass wir gigantische Wesenheiten sind und eigentlich permanent unter unserer größeren, unter unserer Würde leben. Deswegen tauchen viele Menschen ein in das, was möglich wäre und bilden vielleicht auch eine innere Idee davon. Mit innere Idee meine ich ein Ganzkörpergefühl davon und dann kommen aber diese ganzen Glaubenssätze und diese ganzen Gedanken und der innere Dialog, der einen rauskatapultiert und runter bringt. Und wir merken dann, wie schwierig das tatsächlich ist, das zu sein, was wir wirklich sehen wollen draußen. Was wir von uns selber erwarten oder wie wir uns selber sehen wollen, aber wie wir auch die ganze Welt sehen wollen. Und dann immer wieder sich zu erinnern, dass es ja bei uns anfängt. Dass wir letztendlich diese Welt sind und dass da der Start ist und nirgendswo anders. Norman: Ja, was ich auch ganz spannend finde, um da gleich mal einzusteigen, ist die Ansicht: Wir beide können an einem Fluss sitzen und was auch immer auf diesem Fluss an uns vorbei treibt - du siehst etwas ganz anderes als ich. Dieses Schaffen von Realitäten, von Wirklichkeiten fängt ja tatsächlich im Kopf an. Also, das was ich tatsächlich mit meinen Gedanken mache. Christian: Ja. Das verrückte ist ja, ich habe eine ganze Zeit in meinem Leben und man findet das auch noch in Videos usw., da habe ich immer wieder davon gesprochen, dass wir Schöpfer der Realität sind und dass wir die Realität kreieren. Da bin ich ein ganzes Stück  - nicht von weggekommen, sondern das ist nur eine Halbwahrheit, sondern ich habe es für mich korrigieren können dahingehend, dass wir uns letztendlich entscheiden, welche Realität wir wahrnehmen. Das hat etwas mit unseren Wahrnehmungsbildern zu tun; mit unserem Gehirn zu tun. Das ist tatsächlich eine Entscheidung. Das was wir dann entschieden haben, sehen wir und erleben wir. Das ist genau das, was wir dann Unterschiedliches am Ufer wahrnehmen. Deine Entscheidungsmerkmale nehmen das wahr und meine nehmen das wahr. Wenn ich zum Beispiel ganz depressiv da sitze, dann sehe ich die Dunkelheit des Flusses und mir alle Felle wegschwimmen beispielsweise. Und wenn ich total positiv da sitze und die Entscheidung habe Das Leben hat viele Geschenke parat und man kann für alles dankbar sein, dann sehe ich alle mögliche: Die glitzernde Oberfläche, die kleinen Blümchen oder die kleinen Fischchen sogar darunter. Das ist tatsächlich eine Entscheidung und die müssen wir jeden Tag und minütlich eigentlich fast immer wieder uns anschauen, womöglich korrigieren und auch hinterfragen. Das macht uns glaube ich aus, dass wir das können, wir Menschen, wenn wir das nutzen. Norman: Unglaublich wertvoll, weil ich glaube auch, das Entscheiden unterscheidet sich auch von diesem Du musst positiv denken. Das sagen ja viele: Einfach positiv denken und dich mit dem Negativen gar nicht auseinandersetzen. Aber sich für etwas entscheiden heißt ja auch, sich gerade auch mit Themen, die einen auch beschäftigen, wie Emotionen, die auch anzuschauen und auch zu durchleben. Christian: Ja, ich bin wirklich auch kein Positivdenker-Fan. Absolut nicht. Ich glaube, dass das eine sehr, sehr destruktive Angelegenheit, wenn dabei - und jetzt kommt’s, das ist immer nur zur Hälfte richtig - tatsächlich das andere verdrängt oder übersehen wird oder in die Ecke geschoben wird oder abgewertet wird oder wie auch immer. Gerade - und das ist leider Gottes natürlich in der heutigen Zeit: Wir leben ja hier in einer sehr, sehr wohlständischen Gesellschaft; uns geht es gut und überall sind sie unterwegs und 1.000 tolle Startups und hier und da und man hat so das Gefühl, uns gehört die Welt. Das geschieht aber nur, weil wir den ganzen Rest ausblenden. Wenn ich jetzt mal die Welt kollektiv anschaue und ich bin Weltbürger - ich sage das immer wieder gerne, also ich bin tatsächlich Weltbürger. Das heißt, mich interessiert auch, was in Afrika los ist, was in Syrien ist, in der Türkei los ist und in was weiß ich, in Timbuktu los ist. Das ist alles ein Teil von mir und es wäre blind, wenn wir das nicht auch erkennen, weil rein auf Quantenebene oder auf Bewusstseinsebene ist es eben halt auch so. Das was ich hier gerade einatme sind Moleküle, die vor einer Stunde noch bei einem Taxifahrer in Nepal irgendwo waren oder so. Es ist nunmal auch physikalisch so und das ist alles eine große Energie und eine große Family. Es ist schwierig. Man kann natürlich Grenzen setzen und wenn diese Grenzen gesetzt sind, kann man schauen, dass man sich auf seiner Insel super cool und toll findet und glaubt, man kann alles machen, aber entweder schaffen wir es gemeinsam oder gar nicht. Das ist meine Haltung dazu und das versuche ich auch ein bisschen in meine Arbeit einzubringen, um auch letztendlich uns daran zu erinnern, dass wir alle Leid kennen und dass Leid letztendlich etwas ist, was uns auch zu Mitgefühl bringt und zu Demut und tatsächlich auch zur Liebe verführt. Das sind die großen Qualitäten, die uns alle gemeinsam retten können. Norman: Ja. Was ich auch sehr, sehr interessant finde - ich musste hier gerade ein paar Sachen aufschreiben; es ist so viel drin in deinen Sätzen -, ist dieses Thema was du jetzt gerade auch angesprochen hast: Gemeinsam, weil alleine werden wir es nicht schaffen. Dieser Kollektivgedanke, wo ich einfach auch glaube, dass gerade in Zeiten der Digitalisierung, in der wir nunmal leben, es auch durchaus sehr oberflächlich sein kann. Wie siehst du die Entwicklung, die in den nächsten Jahren ansteht? Was das Menschliche angeht? Christian: Ich bin kein Prophet. Ich habe da meine Hoffnung und meine Zweifel. Es ist schwierig. Ich möchte nicht sagen, dass es negativ schwierig ist, sondern es ist eine echte Herausforderung für uns alle. Dieses ganze digitale Zeitalter hat einen ganz großen Wert. Den Wert, dass wir tatsächlich, das was wirklich ist, also die Wahrheit, die wir auch alle sehen; die Realität, die auch für alle fühlbar ist, wenn er sich dafür öffnet; dass sich das tatsächlich streut und dass wir dessen gewahr werden können. Das hat man ja schon die letzten Jahrzehnte gemerkt durch Nachrichten usw. Und man weiß oder könnte wissen, was im Nachbarland los ist oder wie es anderen geht oder so. Es geht alles ganz, ganz schnell. Die Informationen gehen blitzschnell um den Erdball. So, und jetzt kommt es darauf an: Welche Informationen gehen blitzschnell um den Erdball. Es gibt ja diese schöne Geschichte - da gibt es verschiedene Varianten, aber eine die ich kenne ist, dass ein kleiner Indianerjunge zu seiner Großmama kommt, die ganz, ganz weise am Feuer sitzt und sagt “Liebe Großmama, ich weiß nicht was ich machen soll. Ich habe zwei Wölfe in meiner Brust und der eine Wolf ist böse und schrecklich und möchte überall alles zerschlagen und zerstören und ist total destruktiv usw. Und der andere ist voller Liebe und voller Mitgefühl und voller Güte und baut mich richtig auf. Ich weiß nicht genau, welcher Wolf wird sich durchsetzen. Ich habe ein bisschen Angst davor”. Dann hat die Großmutter ihn angeschaut mit liebevollen Augen und ganz weise zu ihm gesagt “Der Wolf, den du nährst”. Ich mag diese Geschichte unglaublich, weil das ist eigentlich der Job, den wir tagtäglich zu tun haben. Also, immer wieder zu gucken: Was nähren wir jetzt gerade mit unseren Gedanken und mit unseren Dingen, die wir aussenden und mit unseren Taten, mit unseren Gewohnheiten. Ich finde persönlich, obwohl ich irgendwie als Experte für so einen Bereich gelte, möchte ich doch immer wieder nur sagen: Es ist tagtäglich Arbeit. Es ist schwierig. Das ist eine Herausforderung. Desto erfahrener wir werden, umso klarer wird uns auch die Tragweite der Dinge, die wir da tun. Früher als ich jünger war, waren egoistische Taten die ich gemacht habe - das war halt Mein-Ding-machen. Da habe ich nicht weiter drüber nachgedacht. Heute allerdings hinterfrage ich auch die Dinge, die ich tue, die ich sage, die ich denke. Auch das was wir jetzt hier haben. Es geht ja an tausende von Menschen. Da hinterfrage ich auch: Ist das wirklich nährend, was ich da sage? Ist es das, was Menschen tatsächlich berührt und weiterbringt und auch nicht berührt und weiterbringt? Es geht ja immer bei mir los. Ich glaube, dass wir da alle etwas zu tun haben, dass wir uns immer wieder anschauen: Macht das wirklich Sinn für’s Ganze? Desto mehr ich mich meinem Herz gewidmet habe und dem was da in mir ist und meinen Körper gefragt habe, wie es dem mit den ganzen Dingen geht, die ich gesagt und getan habe, umso mehr bin ich altruistisch geworden. Praktisch die Erweiterung des Egoistischen, dass wir immer andere Menschen mit einschließen. Das heißt, dass wir bei allem was wir tun, denken, fühlen, sagen, machen und veranstalten uns immer überlegen: Ist das für alle gut? Ist das für diesen ganzen Globus gut oder ist das hier ein egoistisches Ding, womöglich sogar mit einem Hauch von “Nach mir die Sintflut, aber ich verdiene halt mal wieder 100.000 damit”. Also, wenn wir auf diesem Weg alle gemeinsam uns einigen können und unterwegs sind. Dass wir schauen, was wir nähren, dann haben wir glaube ich gigantische Möglichkeiten und Chancen tatsächlich auch in dieser äußeren Welt die letztendlich ein Spiegel unseres Bewusstseins ist, aber dieses Wunderschöne zu erleben, was wir Menschen tatsächlich sind; dieses Großartige, Würdevolle, dieses wahnsinnige Feld voller unbegrenzter Möglichkeiten. Wenn nicht, dann bleiben wir weiter im Tiefschlaf, flüchten uns in die Außenwelt und gucken, wo wir die nächste Befriedigung herkriegen, weil wir sind alle Gefühls-Junkies. Jeder von uns will gute Gefühle haben. Eigentlich geht es nur um ein gute Gefühl: Dieses simple Gefühl, sich gut zu fühlen. Das ist eigentlich alles was wir suchen in allem was wir tun. Das muss man sich mal reinziehen und jeder Mensch ist da gleich auf diesem Globus. Wir alle wollen, dass es uns gut geht - mehr nicht. Deswegen darf ich nichts tun, was mir schadet oder irgendeinem anderen Menschen schadet. Das ist jetzt hier nicht das Wort zum Sonntag, sondern im Umgedrehten hast du mich gefragt: Wie kriegen wir das hin? Und wenn mir jemand diese Frage stellt, dann ist das die Antwort darauf. Norman: Was ich auch super spannend finde und genau das, was du gerade gesagt hast beobachte ich auch bei erfolgreichen Menschen mit denen ich so spreche und ich assoziiere Erfolg nicht nur mit viel Geld verdienen, sondern vor allen Dingen ist für mich auch ein erfolgreicher Mensch, ein Mensch der es geschafft hat glücklich zu sein; der jeden neuen Tag als Geschenk wahrnehmen kann. Hier ist auch dieses altruistische System oder diese altruistische Denkweise vorherrschend, wirklich auch ganz bewusst die Leute mit einzubeziehen, vor allen Dingen etwas geben zu wollen. Also den eigenen Vorteil ein bisschen zurückzustellen. Christian: Ja, natürlich! Ich meine, geben ist seeliger denn nehmen. Das ist ja echt ein abgedroschenes Ding, aber wer das tut wird das auch herausfinden. Das Wunderbarste finde ich am Geben immer: Das war für mich immer sehr, sehr wichtig, weil ich habe natürlich auch in meinem Leben sehr viel Mangel kennengelernt und auch in meiner Kindheit bin ich sehr stark davon geprägt worden. Wenn ich etwas gebe, in dem Moment wo ich das tue, wenn ich da achtsam reintauche - was passiert in dem Moment wo ich das tue? Dann merke ich, in dem Moment wo ich das tue, bin ich reich, weil ich etwas zu geben habe. Das ist ein Reichtum, der braucht kein Objekt im außen oder soetwas, sondern das ist ein Reichtum, den kann ich in mir wahrnehmen. Für mich ist dieser Reichtum genau das Gegenteil von Mangel und wenn wir diesen Reichtum in uns spüren und das womöglich in einer größeren Anzahl, also kollektiv womöglich immer mehr aufbauen, dann fühlen wir uns alle als sehr reich. Das heißt, dass dieses Haben-wollen von anderen, dieses Brauchen, dieses Verlangen, dieses Süchtige, was wir oftmals an den Tag legen - auch wenn wir es nicht so nennen wollen, aber das Haben-wollen reicht ja, da weiß man schon genau was gemeint ist - dass das einfach weniger wird. Dass wir da ein Stück weit erkennen, dass das was wir wirklich brauchen schon lange in uns ist. Dass uns das sowieso beseelt. Dass unsere wahre Essenz sowieso nichts braucht. Das klingt jetzt ein bisschen erleuchtet - bin ich nicht, aber es ist auf alle Fälle die Richtung an der ich mich orientiere. Es geht ja oft so, dass man sich fragt: Was ist der Sinn des Lebens? Und ich glaube, auch das ist wieder eine Entscheidung. Da braucht man nicht nach suchen, nach dem Sinn des Lebens, sondern man kann sich dafür entscheiden. Und diese Entscheidung habe ich getroffen, dass ich das Wesentliche in meinem Leben in mir finden möchte. Norman: Ja. Das was du auch gerade gesagt hast, was mir ein gutes Gefühl macht. Diese ganzen Süchte, die ich vielleicht befriedige und da für einen Moment ein gutes Gefühl habe. Auf der anderen Seite kann es auch unglaublich befriedigend sein, wenn du zum Beispiel jemandem etwas zusagst und einfach mehr gibst, als du zugesagt hast. Alleine diesen Überraschungsmoment auf der anderen Seite wahrzunehmen, diese Freude, diese Begeisterung kann auch - finde ich - unglaublich befriedigend sein. Christian: Ja, also es gibt auch das Gegenteil. Auch jemandem zu sagen: “Nein! Dafür stehe ich jetzt nicht zu Verfügung”, das ist auch etwas, was ich gebe. Das darf man nicht vergessen. Die Gabe ist nicht immer der gefüllte Korb, sondern das “Nein” zum Beispiel kann auch für ihn der Moment sein Wow, das ist ja interessant. Der ist da authentisch. Der orientiert sich an sich selber. Wie wir und was wir zu geben haben kann ganz unterschiedlich aussehen. Da gehört es nicht immer dazu und das ist natürlich in unserer heutigen Welt sehr geprägt, immer eine Leistung zu bringen oder eine Gegenleistung; immer eine riesige Nummer machen. Ich weiß, dass ich schon diversen Menschen in meinem Leben einen sehr großen Dienst und eine sehr große Gabe geschenkt habe, indem ich gesagt habe “Nein, da stehe ich jetzt gerade nicht für zur Verfügung”. Aus verschiedenen Gründen: Entweder haben sie dadurch gelernt: Oh, man kann auch Nein sagen oder sie haben plötzlich - und das war es dann öfter in diesem Fall, gemerkt: Mensch, ich brauche den dafür auch gar nicht. Ich kriege das auch alleine hin. Norman: Ah, ja schön. Christian: Wenn man in diesem Bereich unterwegs ist, wie ich es bin, dann gibt es natürlich auch öfters mal Situationen, dass Menschen ganz gerne wollen, dass man die Probleme für sie löst. Und da war dieses Nein eine echte Gabe von mir und die fällt mir ja auch nicht leicht. Ich meine, ich mache diesen Beruf auch, weil es mir natürlich auch schon ein Anliegen ist, mit dem was ich mache zu helfen. Das ist ja ganz klar. Ich bin nun also weit davon entfernt ein Helfersyndrom zu haben. Das hatte ich noch nie. Aber trotz alle dem: Der Sinn dieser ganzen Geschichte ist ja, dass etwas Konstruktives dadurch wächst und manchmal wächst etwas neues Konstruktives, indem man sagt “Nein”. Eine Gabe kann das Unternehmen sein und das Unterlassen. Wichtig ist, dass es bewusst getan wird und bewusst auch als Gabe von einem selber kommt. Weißt du, wie ich das meine? Norman: Ja, absolut. Sehr, sehr, sehr interessant, ja. Dass ein Nein einen Wert hat, in welcher Form auch immer, den ich dem einen selber gebe. Christian: Das ist genauso wertvoll wie ein Ja. Wenn ich mir im Leben nicht überlege, was ich auf keinen Fall erleben will, dann werde ich da ja immer wieder reintappsen. Das Nein ist exakt genauso wertvoll, wie das Ja. Und das meine ich mit bewusst: Wenn es echt ist und authentisch aus mir herauskommt. Etwas unglaublich Wichtiges. Nehmen wir zum Beispiel meine Partnerschaft oder so etwas. Ob das nun geschäftlich ist oder eine persönliche Beziehung ist: Wenn ich merke, dass ich für etwas gerade nicht zur Verfügung stehe, aus welchem Grund auch immer, dass ich etwas nicht möchte und ich sage da kein “Nein”, dann rase ich sofort in die Unechtheit und diese Unechtheit ist für mich Betrug, dem man demgegenüber hat. Das ist für mich den anderen betrügen, weil ich einfach nicht ehrlich zu ihm bin, aus welchem Grund auch immer. Die Ehrlichkeit steht für mich da sehr, sehr weit oben und ich weiß, dass das nicht immer nur prickelnde Momente hervorruft. Es ist nicht unbedingt die Harmonie-Nummer im Leben, aber es ist die Nummer, wo ich in den Spiegel gucken kann und das ist mir persönlich das aller-, allerwichtigste. Ich kann auch nur dann ein gutes Vorbild sein für andere Menschen. Ich kann nur ein Beispiel für Menschen sein, wenn ich selbst mir gegenüber ehrlich bin mit all den verrückten Sachen, die mein Leben schon parat hatte. Das war ja jetzt hier wirklich nicht immer eine heilige Nummer oder so irgendetwas. Ich kenne alle möglichen Wege: Trauma, Kliniken, ich habe alles mitgemacht, Drogen, alles. Ich weiß, wovon ich rede. Das ist nix Theoretisches. Wir müssen immer sehr schauen, wer wir sind in dem Moment und uns so ehrlich wie möglich präsentieren und zeigen und dann hätten wir auch dieses ganze Problem mit diesen vielen Rollenspielen und Masken und dieses sich nicht wirklich echt begegnen und so nicht. Sondern dann wäre es einfach alles ein bisschen offener. Das ist doch so. Guck mal, du kennst Angst und ich kenne Angst. Du kennst Leid und ich kenne Leid. Du kennst Verletzung, ich kenne Verletzung. Du kennst Schamgefühl, ich kenne Schamgefühl. Du kennst Ohnmacht und Verzweiflung genauso wie ich, da könnte ich drauf wetten und wahrscheinlich jeder, der uns hier gerade zuhört. Warum begegnen wir uns nicht mal auf dieser Ehrlichkeit, sondern immer nur Show. Da ist nochmal die Schleife zur Internetwelt. Da wird es manchmal gefährlich, weil das ist natürlich eine Fake-Welt hoch 10, weil du dich da natürlich so entwerfen kannst, wie du dich da zeigen willst und genauso kannst du dich platzieren. Da muss man gucken, was man will, ne? Norman: Wie komme ich raus aus dieser Egoperspektive. Ich meine, wir schaffen uns ja alle selbst eine Identität. Wir haben den Fußballverein, sind vielleicht dieser Partei angehörig und identifizieren uns einfach mit diesen Gemeinschaften. Das ist auch unser Wunsch innerlich, irgendwo dazuzugehören. Da bildet sich dann dieses Umfeld um mich herum. Wie schaffe ich es, dass ich zum - wie du es eben gesagt hast - Unternehmer werde, anstatt zum Unterlasser, der nur in seinem Viereck unterwegs ist? Wie schaffe ich es da rauszukommen? Christian: Da gibt es verschiedene Ansätze. Erstmal diese Verbundenheit. Was mit dem Ego geschaffen wird, schafft keine echte Verbundenheit. Es schafft keine echte Liebe und schafft auch damit kein echtes Glück und keinen echten Erfolg. Das Ego muss immer Grenzen setzen. Man müsste sich jetzt hier schon mal einigen: Was ist das Ego? Das ist der unbewusste Verstandesanteil, der vor allen Dingen im Kopf, im Verstand unterwegs ist, für mich jetzt mal. Norman: Ja, für mich auch. Christian: Wodurch nährt sich das Ego? Oder sprechen wir mal darüber, wie es am besten schwindet; wie man es vielleicht ein Stück weit auflösen kann. Da habe ich eben schon ein bisschen drüber gesprochen. Wenn ich mich zeige, so wie ich bin - klar, ich weiß, jetzt sagt das Ego, da spricht der Verstand gleich wieder Oh Gott, dann bin ich aber angreifbar und verletzlich - ja, ja, genau. Genau das zu riskieren, das ist der Schritt. Zu riskieren komplett verletzlich zu sein; zu riskieren komplett angreifbar zu sein. Etwas, was ich seit Jahren praktiziere. Wenn ich in unsere Seminare schaue, in unsere Experience, da sind Menschen, die begleiten uns über Jahre. Es ist unfassbar, immer wieder. Sie tauchen mit uns in Ebenen ein, das hätte ich mir im Leben niemals träumen können, dass ich einen Weg kreieren darf, der Menschen so tief zu sich selbst bringt. Das war immer mein größter Traum und der ist echt in Erfüllung gegangen und das beseelt mich komplett. Der Grund dafür ist, dass die Menschen, wenn sie hier schon reinkommen und dann sitzen sie oben und dann schauen sie uns an - also meine Frau und ich - und sagen Ahh, endlich wieder zuhause. Hier kann ich sein, wie ich wirklich bin. Ist das nicht eine geile Aussage. Da stehen mir schon die Tränen in den Augen, wenn die erste Runde noch nicht vorbei ist, weil das berührt mich so tief. Einen Raum zu finden, wo du so wie du bist, mit dem ganzen Chaos und Scheiß, den du in dir trägst willkommen bist und sein darfst und es zeigen darfst und es leben darfst. Wenn wir das schaffen, diesen Raum und das ist meine große Vision, diesen Raum zu vergrößern. Also nicht nur hier in unseren Seminaren und Coachings usw., sondern weit darüber hinaus. Wenn das möglich ist, dann begegnen wir uns echt und dann brauchen wir nicht mehr dieses Ego, das beschützt, Grenzen setzt und eigentlich natürlich voller Angst ist. Dieses trennende Ego - da ist nichts getrennt. Jeder trennende Gedanke macht uns einsam und nicht verbunden. Und ich hab Bock auf Verbundenheit. Das merkst du auch, wie ich mit dir rede. Ich mag mit dir verbunden sein, ich spreche über meine Dinge so wie ich bin. Und ich mag mit jedem verbunden sein, der jetzt hier zuhört, weil ansonsten können wir uns die Nummer hier sparen.    Norman: Das ist auch ein sehr schönes Bild, das du gerade gemalt hast. Ich finde das total klasse - diesen Raum der Verbundenheit zu schaffen finde ich sehr schön, also auch über den physischen Raum hinaus. Christian: Ja, der ja auch wirklich nur eine kleine Illusion ist. Ich meine, in Wirklichkeit sind wir tatsächlich alle total verbunden und das zeigt sich auch. Und übrigens: Das Internet zeigt das auch wieder. Da spiegelt es ja. Und wenn ich meinen Kühlschrank aufmache und nur ein einziges Produkt rausnehme und wirklich mal mich hinsetze und da wäre ich den ganzen Tag mit beschäftigt, mir überlege: Wer ist alles daran beteiligt gewesen? Wie viele Hände waren da dran, dass das da ist? Das sind Abertausende. Wir sind nicht nur sowieso Rudeltiere, also wenn man auch die äußere, physische Welt ein bisschen einbezieht. So was wie Unabhängigkeit, alleine sein und Trennung gibt es gar nicht. Das ist alles nur künstlich vom Verstand gezogen, diese Trennungen. Die müssten auch alle nicht da sein. Die sind nur zum Schutz da. Angst und Schutz, das ist unser großer Widersacher und schau mal, du sprichst ja hier mit jemandem, der fast 11 Jahre massive Angststörungen und Panikattacken hatte. Also ich kenne mich wirklich mit Angst aus und ich weiß, wie sich Todesängste anfühlen, Tag für Tag. Es ist schon die Hölle und was der Verstand sich alles einfallen lässt. Da muss man gar keine Panikstörung haben, sondern was der sich alles einfallen lässt, um diese kleinen unbewussten Dinge des Alltags zu kontrollieren und zu sichern. Da gibt es im Moment auch viele, viele Mindsets die da unterwegs sind, die ich für bedenklich halte. Wir haben im Moment eine ganz tolle junge, spirituelle Dynamik drin, wo wahnsinnig viele Leute sich mit diesen Themen beschäftigen, mit Bewusstsein, Spiritualität usw. Man muss nur mal eins mit berücksichtigen, dass natürlich die meisten davon sehr wenig persönliche Erfahrung haben. Das heißt, es werden immer nur Mindsets weitergegeben und was dadurch passiert ist, dass man dadurch ein Stückchen weit weg geht vom tatsächlichen Sein. Mit dem Sein meine ich das, was aus dir heraus entsteht, ohne dass du etwas konditionierst; ohne dass du etwas an neuen Konstrukten und großen Zielbildern aufbaust, sondern einfach dieses Sein. Da habe ich das Gefühl, das ist im Moment ein bisschen am untergehen. Das würde ich sehr schade finden, weil da finden wir unsere tatsächliche Verbundenheit und nicht in diesem Hochkonditionieren - 5:30 Uhr stehen wir jetzt alle auf, haben drei Stunden Morgenritual, machen alle uns selbstständig, sind alle Startups. Weißt du was ich meine? Wir sind alle nur noch digital-nomadisch unterwegs und ich will da gar keinem jetzt zu nahe treten. Im Gegenteil: Ich finde das mega geil, dass das alles so passiert, aber ich weiß sehr gut aus meiner eigenen Erfahrung, dass alles was an Dynamiken unterwegs ist, immer zwei Seiten hat und es wäre mir einfach ganz lieb, wenn diese andere Seite mit Betrachtung findet und noch mehr Sein und Weisheit hineinfließt in das Ganze. Norman: Ja, da sind wir auch ganz schnell beim Mentoring, aber ich bin völlig bei deiner Botschaft, weil das was ich auch beobachte ist, dass gerade vielleicht auch mehr ein Trend entsteht zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und was ich dort sehr auffällig finde ist, wir sind konditioniert und da kritisiere ich ganz stark unser Bildungssystem in Deutschland - wir sind sehr stark konditioniert, nach Systemen, Abkürzungen oder Handlungsempfehlungen zu suchen. Gar nicht selber zu denken, sondern wirklich zu sagen: “Okay, wenn das für den funktioniert, dann funktioniert das für mich auch”. Da sehe ich eine riesen Gefahr. Christian: Ja, das ist auch völliger Quatsch. Das ist eben auch eine Konditionierungssache. Wir glauben, das funktioniert für den auch und deswegen konditionieren wir uns da sehr, sehr gerne hoch, machen das gleiche, aber weißt du? Was uns wirklich gut tut und ich bleibe mal wieder bei diesem schlichten, einfachen Guttun - was uns wirklich gut tut, das erfahren wir nicht durch unsere Ziele und unseren Verstand, weil die meisten unserer Ziele sind leider Gottes angstmotiviert. Die meisten Dinge die da geschehen sind angstmotiviert. Zum Beispiel: “So wie meine Eltern, das ist jetzt vorbei. Das ist Oldschool, so will ich nie sein”. Hey, diese Missachtung, die rächt sich irgendwann. Da will ich weg von etwas und weg von etwas - wenn man ganz ehrlich ist - es ist dann Angst dahinter. Wir leben ja im Moment in einem Zeitalter, wo Stress das Riesenthema überhaupt ist. Und Stress ist für mich eigentlich die Übersetzung für Angst. Die Leute sage nicht “Ich habe Angst”, die sagen “Ich bin gestresst”. Ja, aber warum bitte mache ich dann so viel oder warum stresse ich mich denn so? Warum? - Naja, weil ich will, dass irgendetwas nicht passiert oder dass irgendetwas unbedingt passiert. Und diese Frage muss man sich auch mal stellen: Was wäre denn, wenn das nicht passiert? Was kommt denn dann für ein Gefühl hoch? So. Und dann sind wir bei der Wahrheit. Dieses unangenehme Gefühl, das hochkommt, wenn das nicht genauso kontrolliert und läuft. Das ist es, was wir weg haben wollen und das funktioniert nicht. Das versuchen Menschen schon seit Jahrzehnten, Jahrtausenden auf unterschiedlichen Ebenen. Man stellt sich so egoistisch in den Mittelpunkt und glaubt, man ist der Schöpfer und hat alles in der Hand. Das halte ich für eine ganz große Illusion. Wir sind Teil dieses großen Spiels und wenn man genau hinschaut, gibt es nicht mal dieses Wir oder dieses Ich und dieses Du. Das ist auch nur eine Kreation. Alles, was du mit Ich meinst, wenn du dich beschreibst vor dem Spiegel - ich tauche jetzt mal ein bisschen tiefer ab; vielleicht fordert das den ein oder anderen mehr - wodurch entsteht ein Ich? Egoismus basiert nur auf einem Ich-Bild. Dieses Ich ist von vorne bis hinten eine erfundene Kreation des Geistes, mehr nicht. Norman: Absolut. Christian: Und dieses Ich wandelt sich auch alle paar Jahre und jedes Mal sagt man “Ich bin - Yeah”. Ja, aber es ist immer wieder etwas Neues. Es gibt gar kein dauerhaftes Ich. Das ist eine wandelnde Idee von Ideen, die du hast, wer du bist, aber das war es auch schon. Und wir halten wie verrückt an diesen Ideen fest. Das ist die sogenannte Ich-Identifikation. Wir schaffen uns ein falsches Selbstbild, suchen aber eigentlich das wahre Selbst. Das wahre Selbst hat aber mit dem Ich nichts zu tun. Das wahre selbst kennt keine Grenzen. Das wahre Selbst kennt nur Verbundenheit. Und jetzt will ich mal raus gehen aus dieser Erleuchtungstheorie, sondern ich gehe mal rein in das, was wir tun können, um das zu checken: Wir bauen eine wirkliche, gute, tiefe, achtsame Beziehung mit unserem Körper auf, weil unser Körper weiß das alles, was ich gerade gesagt habe und gibt uns sehr genaue Informationen, was für unser Leben wirklich stimmig ist und was nicht. Eine echt gute Beziehung zum Körper heißt nicht, dass ich jetzt Veganer bin, nur noch von Smoothies lebe, morgens mein Workout mache, abends mein Workout mache und mittags nochmal eine Yogastunde und zweimal 30 Minuten meditieren am Tag. Das sind Konzepte. Weil mein Hund zum Beispiel hat eine mega Beziehung zu seinem Körper, mega. Der kriegt alles mit. Jedes Tier überhaupt. Ich habe meinen Hund noch nie eine Yoga-Übung machen sehen. Norman: (lacht) Das macht er heimlich. Christian: (lacht) Und er trinkt auch keine Smoothies. Ich will es aber nochmal sagen: Ich habe überhaupt kein Thema gegen gesunde Ernährung, was für seinen Körper tun, Workouts machen, meditieren, alles auch Teil meines Lebens. Es geht um die Bewusstheit und um das Warum und was steckt da wirklich dahinter. Wenn es eine Notwendigkeit ist, um etwas aus mir herauszukonditionieren, dann lebe ich ein Konzept und baue mir nur ein neues Selbstbild auf, ein neues Ich und damit wieder ein neues Ego. Das Ego geht immer in Kampf, in Trennung, in Verurteilung und Abwertung. Das ist sein Job. Das Ego braucht nämlich Probleme. Ohne Probleme existiert es nicht. Das ist die Eigenschaft unseres Verstandes: Probleme schaffen und Probleme lösen. Norman: Ja, oder auch Feindbilder. Kommt auch ganz gut für’s Ego. Christian: Ja genau, richtig. Also, ich gehe nochmal zurück: Wenn wir uns auf unseren Körper beziehen und zwar wirklich: Das ist eine Achtsamkeitsschulung, das ist ein Training, das steht bei uns total im Vordergrund, wirklich ganz viel Körperarbeit, im Body immer wieder reingucken und mal wieder seine Grenzen wahrnehmen, zu spüren wo ist ein Ja und wo ist ein Nein erforderlich und dieses Ja und Nein kommt nicht aus dem Kopf. Die Grenzen werden nicht mit dem Kopf gezogen. Die Entscheidungen werden nicht mit dem Kopf getroffen, sondern aus dem Körper heraus. Das zeigt der Körper uns, vorausgesetzt ich habe diese Beziehung zu ihm. Zeigt er uns, dass er weit wird und sich entspannt, dann ist es gut für uns. Wird er eng und zieht sich zusammen: Nicht tun, Finger weg davon! Habe ich das Gefühl, etwas zieht mich energetisch hoch, ist das sehr schön: Weiter machen. Zieht mich etwas energetisch runter: Finger weg, sofort lassen. Und so weiter. Da gibt es eine ganze Palette von Merkmalen. Hat mein Körper das Gefühl, das ist etwas Helles, etwas Lichtvolles, ist es für mich förderlich. Ist es etwas Dunkles, wo er sich wegdrehen möchte, ist es weniger förderlich usw. Und ich meine damit nochmal abgrenzend nicht das Bauchgefühl, weil das wird immer sehr gerne falsch verstanden. Auf das Bauchgefühl würde ich keinem Menschen empfehlen sich zu verlassen, weil zum Beispiel: Du musst morgen auf die Bühne und ich weiß nicht, was du für eine Rampensau bist, aber wenn ich auf die Bühne muss - ich war viel auf den Bühnen - aber trotzdem, wenn ich auf die Bühne muss, dann habe ich erstmal auch ein ganz schön komisches Bauchgefühl. Da ist sowas wie Angst, da ist sowas wie Lampenfieber. Würde ich mich jetzt von diesem Bauchgefühl leiten lassen, dann würde ich die Sache nicht machen. Also jedes Mal, wenn es darum geht im Leben Komfortzonen zu bestreiten, haben wir eigentlich ein blödes Bauchgefühl. Würde ich mich jedes Mal darauf verlassen: Das ist nicht gut. Ein guter Ratgeber ist das Herz. Nun ist das Herz keine Person, von daher sollten wir es auch nicht personifizieren, aber die Qualität dessen, was unsere Seele, also unser Herz, möchte, kann über unseren Körper erfahren werden. Das ist, finde ich, einer der wesentlichsten Schritte für uns alle, um wieder die Führung zu bekommen, die wir brauchen im Leben. Denn die Intelligenz, die dort drin ist, übersteigt unseren Verstand bei weitem. Das sind Dimensionen, das kann man sich überhaupt gar nicht vorstellen. Das ist wie der kleine Mars im Vergleich zum Universum, was der Körper an Intelligenz hat, weil der schließt uns direkt an an unser großes Sein, an das Kollektive, an das Große Ganze sogar, nennen wir es das Göttliche, was wir sind und unser Verstand ist da schon sehr, sehr beschränkt - im wahrsten Sinne des Wortes. Norman: Ja, es ist ja auch irgendwie eine Betäubung, wenn wir uns da heute so anschauen, was wir eigentlich mit unserem Körper machen. Wir betäuben ihn einfach durch Massenkonsum, durch Ablenkung, durch den Fokus auf Dinge zu richten, die mit unserem Körper gar nichts zu tun haben. Hast du vielleicht aus deiner praktischen Erfahrung - ich weiß nicht, ob es vielleicht eine einfach Übung gibt, die man anwenden kann - dass man nach unserer Podcast-Episode in sich selbst ein bisschen eintauchen kann? Christian: Ja. Ich würde folgendes vorschlagen: Ich gebe dir sogar einen Link, den kannst du in die Shownotes packen. Wir haben in unserem Membership-Bereich eine Übung, die ist aus der Achtsamkeit bekannt: Der Bodyscan. Jetzt höre ich schon wieder in einigen Köpfen Ja, kenne ich schon. Das ist immer etwas, was der Verstand wahnsinnig gerne parat hat, aber Kenne ich schon heißt, nicht Weisheit damit erfahren zu haben. Und Kenne ich schon heißt, nicht wirklich Erfahrung zu haben. Ich glaube, jemand der nicht wenigstens mal so 50 Mal den Bodyscan gemacht hat, hat überhaupt keine Ahnung, wovon ich hier gerade rede. Es geht darum wieder eine tiefe Beziehung zu dem Körper aufzubauen. Ich gebe dir den Link dafür, den packen wir - wenn du magst - in die Shownotes. Das kann sich jeder kostenlos aus dem Membership-Bereich bei uns runterholen. Norman: Super, klasse. Christian: Das ist eine sehr praktische Übung ohne irgendwie komplexer zu werden. Es gibt viele Sachen, aber das ist eine ganz einfache Übung. Diesen Bodyscan empfehle ich zwei-, dreimal in der Woche zu machen - das ist eine Dreiviertelstunde. Und dann gibt es noch etwas für den Alltag und da hilft uns unser Atem. Dafür zu sorgen, dass ich immer und permanent mir meines Atems bewusst bin. Achte mal darauf, wenn du am Computer arbeitest: Du vergisst, wenn du zwei Stunden am Computer gearbeitet hast, dass es einen Körper gibt. Du bist komplett virtuell abgetaucht. Das heißt, es ist keine Bewusstheit mehr in deinem Körper. Aber eins ist klar: Der Computer und das was da virtuell läuft, ist nicht real. Das weiß man. Aber dein Körper ist super real. Das ist ganz klare Wahrnehmung und den brauchst du unbedingt. Das heißt, das Spiel worum es geht heißt “Bewusstheit in den Körper zu kriegen” und zwar in allen Bereichen, die du machst - beim Zähneputzen. Bewusstheit in den Körper, den Atem wahrnehmen, im Jetzt ankommen, in diesem einzigen Moment, der existiert, nicht immer wegzulaufen in die Zukunft oder in die Vergangenheit abzutauchen, sondern wirklich bewusst im Körper zu sein. Beim Sex auch so eine tolle Sache, Fluchtdroge normalerweise, wo auch nur so ein Konzept aufgesetzt wird, sondern einfach mal komplett bewusst in den Körper reinzugehen; aufzuhören zu glauben über irgendetwas etwas zu wissen, sondern eine neue Erfahrung damit zu machen. Ich kenne es von mir selber: Ich war sowas von verkopft unterwegs in meinem Leben und mir fällt es auch jetzt immer wieder nochmal auf, dass ich da merke: Oh je, Christian, da weißt du eigentlich mehr darüber. Jetzt wieder schnell zurück. Aber mir fällt es ganz schnell auf und das ist ja die Achtsamkeit. In dem Moment, wo es dir auffällt, dann wieder tief durchatmen, in den Körper, in den Atem, das wirkliche Wahrnehmen, was durch mich strömt. Wie soll ich jemals herausfinden, was ich wirklich bin, wenn ich mich ständig in den Dingen verliere, die ich nicht bin? Und was ich wirklich bin, ist nichtmal mein Körper, sondern das was meinen Körper belebt. Das was letztendlich in mir fließt, diese pure, pulsierende Energie, diese Lebensenergie, die wir alle gemeinsam sind - die beatmet mich als Mensch. Und wenn ich da meinen Fokus und meine Aufmerksamkeit nicht darauf lege, dann verliere ich das, was ich bin. Ich verliere mein wahres Selbst und dann muss ich natürlich vor lauter Angst, wer ich überhaupt bin und wo gehöre ich zu und wo finde ich Verbundenheit? - Dann muss ich natürlich ständig mich neu erfinden und ein neues Selbst erfinden, wie auch immer das aussieht und mich damit toll finden, damit ich irgendwie eine Wertigkeit habe und das geschieht in Millionen von Menschen. Norman: Ja genau. Ich glaube auch, diese eigene, innere Zufriedenheit ist extrem wichtig und nicht ständig sich selbst wandeln zu müssen für ein Außen, was ja mit mir gar nichts zu tun hat, sondern ich mache das, weil das vielleicht von außen von mir erwartet wird. Christian: Ich weiß, dass das alles eine starke Herausforderung, starker Tobak ist, aber du hast ein paar Fragen in die Richtung gestellt, wie kann es weitergehen usw. Und was sind meine Ideen dazu oder was sind meine Erfahrungen dazu. Ich habe das große Glück in meinem Leben, wirklich vollständig verloren gewesen zu sein im Außen. Also wirklich, mehr geht eigentlich kaum noch, kurz vor dem Exodus und das ist etwas, was mir natürlich schon zeigt, wo der Unterschied ist. Wenn man natürlich gar nichts anderes kennt und jetzt hier zuhört, es geht einem vielleicht auch soweit einigermaßen gut in seinem Leben, so wie es eben jetzt ist. Das gönne ich jedem Menschen der Welt. Ich habe es eben halt auch anders erlebt, aber dann fällt es manchmal schwer, auf solche Dinge aufmerksam zu werden. Das muss man ja auch nicht. Das ist ja auch keine Pflicht. Hier geht es letztendlich einfach mal darum, ein paar Überlegungen auf’s Buffet zu packen und einzutauchen und zu gucken: Was fühlt sich wirklich gut an und was will ich eigentlich vor allem wirklich im Leben? Das ist eine ganz wichtige Kernfrage und ich habe diese Frage schon tausenden von Menschen gestellt auf Seminaren, in Coachings: Was ist, was du wirklich, aber auch wirklich - es ist ja im Moment auch Mainstream, dass man fünf mal “wirklich” sagt - also: wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich im Leben willst? Das finde ich auch gut, weil dahinter steckt ja diese Idee Komm, sag mir, was es ganz tief ist. Norman: Ja. Christian: Witzigerweise wird das von vielen Menschen gesagt, die noch gar nicht so tief unterwegs sind oder waren, aber da sieht man, welche große Sehnsucht da ist und das finde ich super gut - wirklich, super, super gut. Darum geht es auch, um diese Tiefe, was ich wirklich will, Norman. Und was ich wirklich will ist ohne mich verstellen zu müssen, mit dir sein können. Ohne eine Maske aufsetzen zu müssen; ohne ein anderer sein zu müssen, möchte ich mich dir und dem Leben und allen anderen Menschen zeigen können und das Gefühl zu haben Oh, ich werde auch mit dem Ganzen geliebt. Und ich wette meinen Arsch darauf, aber wirklich, dass das jeder, der jetzt hier zuhört, genauso möchte. Das ist das, was uns alle verbindet. Norman: Das glaube ich auch. Jetzt hast du schon mehrfach angedeutet und das ist auch eine Frage in meinem Podcast, die ich immer wieder ganz gerne stelle, nach der eigenen Story. Magst du die mit uns teilen, wo der Moment für dich war, wo du es so schwer hattest und du dann diesen Gamechanger hattest, um daraus zu kommen? Christian: Hm, ich glaube der erste Gamechanger war in meiner Jugendzeit. Ich habe ziemlich heftige Dinge erlebt, die man nicht wirklich erleben möchte und ich habe mir meine Träume nicht nehmen lassen. Ich bin ein Spinner und ich bin ein Träumer geblieben und ich wollte einfach daran glauben: Ich bringe es mal zu richtig was. Ich werde alt, weise und reich. So irgendwie die Kombination. Reich hat sich ein bisschen verwandelt. Früher war es natürlich mehr monetär gesehen. Heute beziehe ich meinen Reichtum noch aus ganz anderen Quellen, wobei ich auch das Geld absolut für eine wichtige Energie halte. Da haben wir uns letztendlich darauf geeinigt international, dass wir damit Dinge bewegen und das ist auch völlig in Ordnung. Dann habe ich vor 18 Jahren meine erste große, schwere Panikstörung bekommen, die wirklich heftig war und das war aber erst der Beginn von einer ziemlich langen, sehr intensiven Zeit. Um es auf den Punkt zu bringen, habe ich ein halbes Jahr lang tagtäglich Todesängste gehabt und man wollte mich nur noch mit Drogen vollpumpen und in Kliniken einsperren. In dieser Zeit hat mir eines weitergeholfen, dass ich ja schon mit 21 meine ersten Seminare gemacht habe und wirklich klugscheißerisch alles rausgehauen habe, wie man mental sein Leben auf die Reihe kriegt. Ich habe mir dann immer wieder diesen Satz gesagt: Jetzt Christian, kannst du von all dem profitieren, was du anderen Leuten gesagt hast. Jetzt musst du alles anwenden, was du jemals anderen gesagt hast. Und das hat mein Leben gerettet. Ich habe keine Drogen genommen, keine Tabletten genommen, bin damals in keine Klinik gegangen, die mich irgendwie sedieren wollte oder was weiß ich. Das waren ganz andere Sachen nachher. Und das war für mich entscheidend tatsächlich da weiter zu machen. Das war das erste Mal die starke Besinnung auf die Größe, die ich in mir habe.   Norman: Ein unglaublicher Mut auch, finde ich. Christian: Ja, den habe ich wohl sehr oft bewiesen und auch gebraucht. Dann gab es aber immer wieder ganz viele Sachen. Weil, wenn ich nicht eine gute Story draus machen würde, wäre es eine bad Story nach der anderen. Eine Krise kam nach der anderen. Danach kam das körperliche Aussetzen und die Schmerzzustände im Körper und das sich nicht mehr bewegen können usw. Aber dann war ich schon so tief im Bewusstsein und spirituell unterwegs, dass ich auch wusste: Das ist ein Körper, in dem etwas anderes Großartiges steckt. Ich muss herausfinden, was das Großartige da drin ist und für den Körper das Beste tun, was ich tun kann. Das habe ich dann auch lange Zeit nicht getan, aber so fügt sich das zusammen. Irgendwann bin ich dann auf diesen großen Punkt gekommen. Du hast vorhin diesen Satz wohl vorgelesen - der ist relativ neu von mir - weißt du das noch? Norman: Ja, ich lese ihn nochmal vor. Christian: Ja bitte, weil es ist echt eine Essenz der Zeit. Norman: Das ist richtig gut, ja "Erkenne was wirklich ist, lass los was schadet und entscheide dich für das, was gut tut!" Christian: Und das ist soo simpel und ich bin so glücklich, in dieser simplen Art angekommen zu sein, weil da steckt für mich alles drin. Aber alles. Aber das ist immer abhängig davon, wo du stehst von der Bewusstheit her. Also, erkenne was wirklich ist setzt voraus, dass du ein hohes Maß an Achtsamkeit hast; dass du dich dem wirklich stellst was ist. Weil der Verstand hat kein Bock auf das was ist. Der findet die Gegenwart echt zum Kotzen, weil da stirbt er. Der Verstand braucht die Vergangenheit und die Zukunft, damit er Probleme kreieren kann usw. Also, zu erkennen was wirklich ist und dann zu unterlassen was schadet und zwar weiß ich, dass egal was ich tue in meinem Leben: Alle Menschen, die auf diesem Globus unterwegs sind, daran beteiligt sind. Das heißt, wenn ich etwas tue, muss ich mich genau überlegen, was ich tue. Wenn es um das Guttun geht, dann muss ich genauso überlegen: Wenn ich anderen etwas Gutes tue, dann tue ich auch mir etwas Gutes damit. Tue ich mir etwas Gutes, tue ich auch anderen etwas Gutes damit. Aber tue ich mir etwas Gutes, was für andere schädlich ist, dann fällt es nicht in die Kategorie was Gutes zu tun. Norman: Hm und das Wort “entscheide dich”, darauf würde ich gerne nochmal kurz eingehen: Ich habe zumindest Menschen kennengelernt, die das so aus eigener Kraft nicht können. Die also nicht sagen können “Ich packe mich am eigenen Schopf und schaffe es, mich da rauszuholen”. Selbst wenn irgendwelche Bücher gelesen werden oder man vielleicht auch auf Seminaren gewesen ist. Wie schaffen es diese Menschen trotzdem aus dieser Lethargie oder Depression rauszukommen? Christian: Ja, also sie sollten sich an den eigenen Schopf packen (lacht). Nein, es ist natürlich klar: das ist das, was getan werden muss. Auf jeden Fall. Wie man dahin kommt, da gibt es auch wieder verschiedene Wege. Eine schöne Variante finde ich immer ist, sich zu überlegen: Wie geht es eigentlich weiter, wenn ich das nicht tue? Also sich mal eine Timeline ausmalen: Wie sehe ich eigentlich aus und wie wird mein Leben verlaufen, wenn ich das nicht ändere? Worum es jetzt hier geht. Das kommt ein bisschen aus der NLP. Ich war vor Jahrzehnten bei einem super Training mit Alexander Christiani - früher war das ein großer Trainer; ich weiß garnicht, wo er heute unterwegs ist, aber der war wirklich richtig gut - und da haben wir eine persönliche innere Phobie kreiert. Ich habe damals noch geraucht und das war der Tag, wo ich nicht mehr geraucht habe. Er ist mit mir einmal in so eine innere Höhle marschiert und da wurden alle Bilder aufgebaut, wie man Leben weiter geht, wenn ich weiter mich verpeste, mir meine Lunge und meinen Körper versaue usw. Aus dieser Innenreise bin ich rausgegangen und mir kotzübel und ich habe keine Zigarette mehr geraucht. Es gibt 1.000 Möglichkeiten, um sich da zu verändern und letztendlich muss man wissen, dass das was wir unterlassen in unserem Leben basiert auf irgendwelchen Mustern und programmen. Und diese Muster und Programme lassen sich alle, alle komplett lösen. Alle. Definitiv. Ich weiß, dass das ein Prozess ist. Es gibt da keine Wochenendseminare für, sondern das ist wirklich ein Prozess. Nicht umsonst sind hier Leute mit uns über zwei, drei Jahre und manchmal sogar länger unterwegs, weil es tatsächlich ein Prozess ist. Es braucht Training, es braucht Beharrlichkeit, es braucht Korrektur, es braucht immer wieder diese Momente, wo man das Gefühl hat Boah, ich bin total zurückgefallen. Ich habe das Gefühl, ich habe noch gar nichts gelernt. Das stimmt natürlich nicht. Es ist immer wieder ein Try and Error und aufstehen, hinfallen und man kann aber eins sehen: Wenn man da beharrlich am Ball bleibt, dann entsteht eine progressive Kurve nach oben und es verändert sich immer schneller, immer großartiger etwas. Das kann jeder erwarten, der bereit für diesen Weg ist. Menschen die eine Instantlösung suchen und diesen Weg nicht gehen wollen, habe ich noch keinen einzigen gefunden, der sich gravierend und nachhaltig dahingehend verbessert hat, im Sinne von Auflösung von Mustern und Programmen. Da habe ich noch keinen einzigen getroffen und ich bin schon lange genug unterwegs. Ich habe tausende von Menschen in meinen Seminaren gehabt über die Jahre. Das ist alles immer nur Nachhaltigkeit und ich weiß, dass es nicht so sexy ist, weil das klingt einfach nach Arbeit und da wird der Teil in einem nicht so befriedigt vom Verstand, der alles schnell und weg  haben will usw. Das ist mir alles klar, aber ich quatsche nicht mit dir, um ein sexy Marketing-Angebot für’s nächste Seminar zu machen, sondern um eine Einladung für eine wahrhafte Veränderung zu machen. Norman: Ja, obwohl ich das Seminar bei dir unbedingt empfehlen möchte, möchte ich aber auf jeden Fall nicht verpassen, das noch einmal zu unterstreichen, weil ich finde es extrem wichtig, dass es eigentlich niemanden da draußen gibt, der es nicht schaffen kann. Nur der Weg, der immer ein individueller Weg ist, ist einfach ein anderer. Der eine schafft eher den Zugang über Weg A und der andere über Weg B. Das kann man einfach nicht in einem System abbilden. Und was ich auch noch extrem wichtig finde, was für mich auch die Qualität deiner Arbeit nochmal besonders hervorhebt, finde ich ist dieses kontinuierliche Training. Ich gehe ja auch nicht in ein Fitnessstudio, mache fünf Übungen und bilde mir ein jetzt gesünder zu leben, sondern es ist die Kontinuität, das Einbauen ins eigene Leben, dass es ein Teil von dem eigenen Leben ist und ich konsequent auch daran glaube. Das geht dann wieder in unsere Bewusstseinsebene. Christian: Genau. Training ist alles und das Schöne ist, ich habe auch mit Menschen gearbeitet, die überhaupt nicht an das geglaubt haben, was ich ihnen da gesagt habe, aber die saßen glücklicherweise so im Dreck, dass sie nach diesem Strohhalm gegriffen haben, dessen was ich ihnen da empfohlen habe oder dessen, was wir hier gemeinsam erarbeitet haben, was sie dann zuhause weitergeführt haben. Und plötzlich kommen sie und sagen dann “Wow, ich hätte nie gedacht, dass es solche Veränderungen geben kann!” Es geht nicht darum, wie wir über die Dinge denken, es geht darum was wir tun und das ist heute auch etwas, was mir häufig auffällt: Es ist natürlich gut, wenn viel Wissen unterwegs ist, viele Kongresse, viele DVDs, viele Bücher usw. Das finde ich auch alles wirklich gut, alles toll, aber wenn dann jemand auf die Idee kommt, dadurch geschieht Verwandlung und Transformation und dadurch entsteht Weisheit, dann kann ich nur eins sagen: Hey bitte, verbrenne all deine Bücher. Schmeiß alle Videos weg. Schalt den Computer nicht mehr an. Das stimmt einfach nicht. Das ist nicht die Wahrheit. Weil deine persönliche Wahrheit und deine persönliche Weisheit und damit dein persönlicher Heilungsweg entsteht nur durch deine persönliche Umsetzung. Nur durch das Training. Nur durch die Erfahrung. Nur durch das im Prozess sein entsteht das. Norman: Ja, Erfolg hat drei Buchstaben, ne T-U-N, tun, man muss machen. Christian: Tag und Nacht. Norman: Ja, Tag und Nacht, genau (beide lachen) Christian: Nicht unnötig trödeln - ich war so lange in dem Geschäft (beide lachen) der Macher da draußen und der Erfolgsmenschen. Ich kenne die Sprüche alle ganz gut, ja. Aber weißt du, die Welt braucht nicht noch mehr wirklich erfolgreiche Leute, sondern sie braucht Menschen mit Liebe, mit Mitgefühl. Das hat der Dalai Lama neulich gesagt. Das fand ich total bewegend. Natürlich, erfolgreich ist immer eine Frage: Womit bin ich erfolgreich? Aber Mitgefühl, Liebe, Demut, Zusammengehörigkeit, füreinander da sein - das sind die Qualitäten, die uns alle hier auf der Welt verbinden und die uns wieder zusammen bringen können; die uns tatsächlich auch dafür sorgen können, dass es uns allen gut geht. Und da wir nix anderes wollen, wüsste ich nicht, wieso wir etwas anderes tun sollten. Auch dieses Ankommen. Du hast gesagt “ankommen”. Dieses Schaffen. Worum geht’s denn eigentlich? Was will ich denn schaffen? Na klar kommen Leute zu mir, die wollen ganz gerne ihre Körpersymptome weg haben oder ihre Ehe retten oder was weiß ich oder endlich aus ihrer Lebenskrise oder aus den finanziellen Sachen herauskommen, aber alles, alles, alles worum es da geht ist nur wohlfühlen. Ich habe so viele Menschen gesehen, die haben nix, gar nix. Sie haben frühzeitig ihre Eltern verloren in Kriegen oder was weiß ich, leben halb auf der Straße, haben nichts, aber haben ein großes Herz und ein Lächeln. Da habe ich gedacht: Das ist doch nicht möglich. Und wenn ich hier mal in Deutschland irgendwie in die U- oder S-Bahn einsteige und mir angucke, was Wohlstandsgesellschaft ausmacht, dann frage ich mich: Wo ist das Glück? Wo ist das Lächeln? Wo ist die Freude? Wo ist die Lebendigkeit? Wo ist das alles? Und das gibt mir schon zu denken. Ob diese ganzen Dinge, die wir im Leben für wichtig halten, tatsächlich so wichtig sind und ich glaube nicht.   Norman: Ich glaube auch nicht und es müsste nach meinem Verständnis viel früher anfangen. Nennen wir es Persönlichkeitsentwicklung, dieses Unterrichtsfach müsste es eigentlich geben. Christian: Ja klar, aber da müsste die Generation sich auch durchsetzen. Das kommt schon noch, da bin ich mir ganz sicher. Norman: Christian, wir haben maßlos überzogen, aber ist egal. Christian: Wirklich, ist dein Podcast so kurz? (beide lachen) Nicht mit mir! Norman: Wir machen einfach drei Teile daraus dieses Mal. Nein - ich habe noch eine Quick Q&A-Session mit dir vor, indem ich dir einfach ein paar Fragen schnell hintereinander stelle und ich ganz spontan deine Antworten dazu hätte. Bist du ready? Christian: Ja. Norman: Was hat dich anfangs davon abgehalten, dich selbst als Marke zu positionieren? Christian: Angst. Angst nicht zu genügen. Angst nicht mit dem richtigen Bild nach außen zu kommen. Norman: Wenn die Leute an dich denken, was ist das eine Wort, wofür du selbst als Marke bekannt sein willst oder schon bist? Christian: Echtheit, Authentizität. Norman: Schön, ja. Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? Christian: Suche nicht im Außen. Suche im Innen. Norman: Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, was du selbst einsetzt? Christian: Wie meinst du das genau? Internet Tool für was genau? Norman: Zum Thema Persönlichkeitsentwicklung, Meditation… Christian: Nö. Norman: Deine Online-Seminare. Christian: Ja, na klar, sicher. Also Human Essence, da ist das drauf was wir machen. wir haben auch eine Online-Akademie. Ich könnte jetzt keine nennen, aber es gibt ganz viele tolle Kollegen. Wenn es etwas ist, was man umsetzt… das soll jetzt eine kurze Antwort sein, aber wenn es Tools sind, wo ich was zum Umsetzen habe, nicht nur irgendwie ein neues Ebook oder ein Video, sondern wirklich Umsetz-Tools, dann immer schauen intuitiv, was einem da über den Weg läuft. Dafür gibt es wirklich viele, viele Quellen heutzutage und das ist auch gut so. Norman: Was für Musik hörst Du gern, die dich vielleicht inspiriert oder auf neue Ideen bringt? Christian: Was für Musik höre ich gerne? Buhh, ziemlich, ziemlich breit, aber ich bin schon recht modern unterwegs. Ich höre sehr gerne leichte Pop-Sachen und höre aber auch total gerne Sachen, wie Unheilig oder so, wo ich auf jedem Konzert war. Große Bandbreite. Mit Klassik komme ich nicht so gut zurecht, das ist nicht so mein. Die ganze Spiri-Musik mit ein bisschen Indisch-Pling-Pling kann ich auch nicht so gut mit, aber alles, was man hier so hört. Ich mag die Charts auch ganz gern. Und ich fange mit meiner Frau gerade einen Tanzkurs an und jetzt werden wir dann auch Deutsche Schlager hören. (lacht) Da habe ich mich ja immer gegen gewehrt, aber solche Sachen kommen jetzt auch mal so ein bisschen rein. Irgendwie machen sie gute Laune, ich weiß auch nicht. Ich wehre mich nicht mehr dagegen. Ich komme in das Alter, wo ich mich nicht mehr wehre (lacht). Und nochmal dazu: Ich liebe diese neue coole deutsche Musik, die entstanden ist. Das möchte ich nochmal sagen für unser Land. Das war echt überfällig - coole Sache! Norman: Ja, sehr cool. Das stimmt. Christian, wir sind am Ende. Bevor wir uns verabschieden: Kannst du uns vielleicht noch einen Tipp mit auf den Weg geben und wie erreichen wir Dich am Besten? Christian: Ja, humanessence.de oder einfach Christian Rieken googeln. Man kann mich googlen, man findet mich definitiv mittlerweile und ich habe einen recht großen YouTube-Kanal, da möchte ich gerne zu einladen. Natürlich möchte ich zur Talk About Show einladen. Da sind überall wertvolle Dinge, die man mitnehmen kann und ich freue mich vor allen Dingen mal auf ein persönliche Kennenlernen, weil dieses Persönliche hat immer noch eine ganz andere Qualität. Mal gemeinsam eintauchen in die Experience, in die eigene Erfahrung, in das Miteinander, in den Armen liegen, lachen und weinen - das was uns Menschen ausmacht. Norman: Schön. Christian, es war mir eine große Ehre und eine große Freude, dass du hier bei mir im Podcast warst und an dieser Stelle nur das Beste für dich! Christian: Dankeschön. Vielen lieben Dank für die Chance, die Gelegenheit und allen, die zugehört haben. Bye bye. Norman: Dankeschön. Bis dann, ciao!

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    Marcus Meurer | Digitaler Nomade & Online Unternehmer

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait von Marcus Meurer Digitaler Nomade und Online Unternehmer Sportler und leidenschaftlicher Selbstoptimierer Marcus liebt es ortsunabhängig zu sein und hat mit seiner Freundin Feli seit über 3 Jahren in über 20 Ländern gelebt und gearbeitet Marcus gründete mit Feli die DNX (Digitalen Nomaden Konferenz), die es seit 2014 gibt Marcus arbeitete u.a. als SEO bei Stepstone Mit seinem Podcast "Life Hackz Show" liefert Marcus Tools für ein besseres und gesünderes Leben Kontaktdaten Website www.marcusmeurer.de Podcast LIFE HACKZ Show Website DNX (Digitale Nomaden Konferenz) Profil auf LinkedIn Profil auf Xing E-Books The 4-Hour Work Week (Timothy Ferriss) Denke (nach) und werde reich (Napoleon Hill) Investment Punk (Gerald Hörhan) Hörbücher Die 4-Stunden-Woche. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Timothy Ferriss) Tools & Mobile Apps Wunderlist - Aufgabenmanagement Slack - Team Communication Trello - Projektmanagement Gmail – E-Mail von Google Google Kalender Coach.me - Goal Tracking, Habit Building & Motivational Coaching Duolingo - Kostenlos Englisch, Französisch und Spanisch lernen Five Minute Journal Pocket Blinkist – Zusammenfassungen von Sachbuch-Bestsellern Links Bose® QuietComfort® 25 Acoustic Noise Cancelling® Kopfhörer (geeignet für Apple-Geräte) schwarz   [et_pb_toggle admin_label="Toggle" title="Podcast in Textform" open="off" use_border_color="off" border_color="#ffffff" border_style="solid"] Norman Glaser: Hallo und herzlich willkommen! Schön, dass du wieder dabei bist. Hier ist Norman von MARKENKONSTRUKT.FM. Mein Interviewgast heute ist Marcus Meurer. Marcus, schön, dass du dir Zeit genommen hast. Bist du ready und startklar für unser Interview? #00:00:33-9# Marcus Meurer: Ja ich bin mega startklar. Ich habe Bock, ich bin ready, ich bin motiviert. Lass loslegen! #00:00:38-9# Norman Glaser: Sehr cool. Marcus, ein kurzes Intro über dich von mir. Du bist digitaler Nomade, Unternehmer, Sportler und leidenschaftlicher Selbstoptimierer. Du liebst es ortsunabhängig zu sein und hast mit deiner Freundin Feli seit über drei Jahren in über 20 Ländern gearbeitet und gelebt. Ihr beide seid die Gründer der DNX, die Digitale Nomaden Konferenz, die es seit 2014 gibt. Du hast unter anderem oder warst unter anderem SEO bei Stepstone und was mich ganz besonders freut, du bist tatsächlich mein inspirierender Quell überhaupt selbst einen Podcast zu machen, denn du bist selber Podcaster mit deiner LIFE HACKZ Show, #00:01:23-4# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). #00:01:23-6# Norman Glaser: Für ein besseres und gesünderes Leben. Marcus, das war erstmal ein kleiner Überblick über dich. Sag uns doch nochmal ein bisschen mehr über dich als Person privat. Also wer ist der Marcus privat und was genau dein Business ist? #00:01:38-7# Marcus Meurer: Ja also mittlerweile ist das Coole, dass die Übergänge fließend sind, vom Marcus privat zu Marcus Business, das war nicht immer so. Ich hatte auch mal ein Corporate Leben und war dann von nine to five oder noch viel länger, gerade zu meinen Agenturzeiten, in den Büros und habe von Montag bis Freitag gearbeitet, meistens auch am Wochenende. Aber mein Leben war halt davon bestimmt, was im Job gerade abgeht. Und mittlerweile ist so, dass ich selbstständig bin, dass ich ortsunabhängig arbeite, dass ich am Anfang für Kunden gearbeitet habe als Freelancer im Online-Marketing Bereich und da speziell auch SEO und jetzt aber eigene Businesses gestartet habe, eigenes Unternehmen gegründet habe, unter anderem dann die DNX Konferenzen organisiere, aber auch DNX CAMPS auf der ganzen Welt unter dem Brand DNX organisiere, den Podcast gestartet habe zusammen mit meiner Freundin, mit der ich alle Projekte gemeinsam mache, haben wir einen der größten Reiseblogs in Deutschland gestartet, den wir auch monetarisieren, haben eine Jobbörse an den Start gebracht, also sind mega umtriebig und das beschreibt mich auch privat eigentlich ganz gut, dass ich mega viel Energie habe, mega viel Power, eigentlich sehr passioniert bin in den Dingen, die ich tue und ich liebe es mich selbst ständig zu hinterfragen, mich selbst zu optimieren, wie du eben schon in der Einleitung gesagt hast, also dieses Lifehacking oder Biohacking, das ist so eines meiner Lieblingsthemen, weil ich sehr früh erkannt habe, dass Zeit eines der wenigen Güter ist, die du nicht erneuern kannst, die einmal da sind und das ist dann für immer weg dieser Tag, wenn der #00:03:10-8# Norman Glaser: Absolut. #00:03:10-8# Marcus Meurer: Einmal gelebt ist und deine Tage, die sind gezählt. Es ist leider so und von daher investiere ich da sehr viel Zeit und Kraft, um zu sehen wie ich mir meine Zeit am besten wieder selber zurückhole, weil das Leben ist einfach viel zu cool und viel zu schön als, dass man es irgendwo mit Sachen verschwendet, auf die man keinen Bock hat. #00:03:29-3# Norman Glaser: Ja absolut. Gibt es so ein Glaubenssatz oder so ein Erfolgsmantra für dich, was du vor dir herträgst? #00:03:36-7# Marcus Meurer: Ja ich habe ziemlich früh für mich das Mantra aufgesetzt, das war noch zu meiner Studienzeit, live life to the max. Damals hatte es noch ein bisschen andere Bedeutung für mich. Da war ich halt sehr viel auf Partys unterwegs und habe so das Leben genossen, also immer am Limit gewesen und jetzt hat sich der Fokus so ein bisschen verändert, aber nach wie vor bin ich eigentlich gerne immer am Limit und die Speerspitze für bestimmte Sachen, wie jetzt mit meinem Podcast für das Lifehacking oder diese ganze Digitale Nomaden Bewegung in Deutschland, die wir mehr oder weniger losgetreten haben und da immer noch sehr weit vorne als Meinungsführer agieren. Und das macht Bock und das treibt mich irgendwie an. #00:04:19-6# Norman Glaser: Ja. Bevor wir da einsteigen, weil das ist genau das spannende Thema, auf das ich unbedingt noch hinauswill. Vielleicht noch einen kleinen Schwenk. Gibt es oder gab es in deinem Leben einen Moment, an dem du es so richtig schwer hattest oder wo du wirklich so für dich so ein, ja so einen Lerneffekt oder so einen Lernmoment hattest? Der so dein persönliches Leben oder dein Business eben auch maßgeblich geprägt hat? #00:04:53-4# Marcus Meurer: Ja schwierige Zeiten gibt es ja immer, gerade als Selbständiger. Ich glaube das weißt du selber am besten, das ist ein ständiges Auf und Ab und das ist ein ewiger Kampf und kein Monat oder kein Tag, keine Woche ist so wie die andere und das ist immer so ein Gefühl von, was kostet die Welt und ich kann alles erreichen, zu, das bringt alles nichts, ich lass mich wieder anstellen und morgen bin ich pleite und habe nichts mehr zu essen und dann werde ich sterben. (lachen beide) Das ist echt ziemlich krass. Irgendwann lernt man dann damit besser umzugehen, aber am Anfang schlägt das echt ziemlich heftig rein und unabhängig davon gab es davor natürlich auch schon immer wieder Momente, zum Beispiel als ich mein Studium abgebrochen habe. Damals in Münster habe ich BWL studiert, wo man dann denkt, man erfüllt gewisse Erwartungen nicht oder soziale Normen nicht oder gesellschaftliche Erwartungen und wenn das doch vielleicht alles so eintritt, was dir alle Menschen versuchen weiszumachen, wie wird das wohl alles weitergehen, wo werde ich enden und dann gab es schon einige Krisen und Depressionen, aus denen ich mich dann aber immer wieder rausgekämpft habe. Und ich glaube, das ist aber ganz normal. Also es ist nie ein linearer geradliniger Verlauf im Leben, egal in welchen Bereichen, ob es jetzt Gesundheit ist, ob es Beziehung ist, ob es Sport, Ernährung, Job, alles was dazugehört. Da gibt es immer wieder so Ups and Downs und immer wenn du denkst so POW!, das ist jetzt so das Optimum, nach dem ich ja wie gesagt auch immer sehr strebe, habe ich mittlerweile gelernt, das wirst du niemals für immer halten können. Das wird auch immer wieder andere Zeiten geben und dann ist es okay, damit umgehen zu können und dann wieder von neu loszustarten und loszulegen. #00:06:31-8# Norman Glaser: Ja. Gab es denn in deinem Leben so den einen Aha-Moment, der dich dazu gebracht hat, das Leben zu führen so wie du es heute führst, also ortsunabhängig zu arbeiten und zu leben? Das also dieser eine Moment, der das, diesen Gamechanger bewirkt hat? #00:06:53-9# Marcus Meurer: Ja also es gab mehrere Aha-Momente. Bei mir kam das ja eigentlich alles zusammen, dass meine Freundin, die Feli, mit der ich ja auch das Business zusammenmachen, dass die vom Reisevirus infiziert war und dadurch (lachen beide) dann mich mega inspiriert hat, auch mehr von der Welt zu sehen und gleichzeitig habe ich dann die Selbständigkeit für mich entdeckt und habe gesagt, ich kann so nicht mehr weitermachen, ich habe irgendwie viel zu viel Energie habe ich dann auch gemerkt, gerade in Berlin wurde man dann von diesem Gründerumfeld gepusht, #00:07:22-7# Norman Glaser: Ja absolut. #00:07:23-1# Marcus Meurer: Wo jeder so sein eigenes Ding macht und dadurch, dass ich in den Startups gearbeitet habe, habe ich dann auch gesehen wieviel Knowhow die anderen auf dem, irgendwie auf dem Kasten hatten und habe gedacht, ich kann das irgendwie auch selber, ich kann auch mein eigenes Ding gründen, mit dem, was ich jetzt mir angeeignet habe. Und das kam irgendwie so zusammen, also es war nicht ein Aha-Moment zu sagen, so okay ich haue jetzt alles in den Sack und starte jetzt einen komplett neuen Lifestyle, sondern das kam irgendwie so peu à peu und habe dann aber nachdem ich so die ersten Schritte in dieses ortsunabhängige Arbeiten gegangen bin und nachdem ich dann unterwegs gewesen bin in Südostasien für 6 Monate mit meiner Freundin und wir die ersten Kunden aufgenommen haben und dann die erste Rechnung bezahlt wurde und die ersten 3,50 Euro kamen rüber, (lachen beide) #00:08:09-6# Norman Glaser: Ja, sehr geil. #00:08:10-2# Marcus Meurer: Das habe ich so krass abgefeiert und ich weiß noch, wir waren damals noch unterwegs in Indonesien auf einer Nachbarinsel von Bali, auf Kuta Lombok, also wo das Leben echt noch sehr simpel und basic ist. Ich mag es auch immer gerne an einfachen Orten zu sein und da habe ich gesagt so, ne eyh!, ich werde alles daran setzen, ich werde alles geben, alles was in mir steckt, nie wieder in einen Job gehen zu müssen, wo jemand anderes bestimmt, wann du wo sein zu hast, wie lange du arbeiten musst und an was du arbeiten musst. Und das war glaube ich nochmal so der letzte Trigger und so das letzte Aha-Erlebnis zu sagen, eyh! das ist es, das ist der heiße Scheiß, dieses ortsunabhängige Arbeiten und deshalb bin ich dann auch so öffentlich gegangen mit diesem ganzen Thema und versuche so viel Menschen wie möglich damit zu erreichen und zu inspirieren. #00:08:54-1# Norman Glaser: Ja. Ist wahrscheinlich auch, ich meine im Zeitalter der Digitalisierung, digitale Nomaden, das passt ja genau zusammen. Kannst du mal definieren, was ist ein digitaler Nomade für dich, also was macht den aus, wie lebt und arbeitet so ein Nomade? #00:09:15-4# Marcus Meurer: Ja. Per se die Definition ist ja ziemlich einfach. Das ist jemand, der mit Hilfe des Internets seinen Lebensunterhalt verdient und von daher ortsungebunden ist, also von überall arbeiten kann und das muss nicht unbedingt das Reisen sein, was viele missverstehen. Weil wir sind da so ein bisschen die Speerspitze, wir treiben es ja wirklich sehr auf die Spitze, indem wir gar keine Wohnung mehr haben, eigentlich ständig in der Welt rumturnen und das ist jetzt auch ein bisschen langsamer geworden, aber wir sind schon viel unterwegs, wir schaffen es mittlerweile auch an den krassesten Orten produktiv zu sein und da zu arbeiten. Haben beispielsweise Travelicia, den Reiseblog aus den Philippinen gelauncht, einem kleinen Fischerort El Nido auf Palawan. #00:10:00-3# Norman Glaser: Sehr cool. #00:10:00-7# Marcus Meurer: Wo es bis 16 Uhr keinen Strom gab und musste man sich einfallen lassen wie man dann die Leute dazu kriegt, den Generator anzuschmeißen und trotzdem haben wir es von da gelauncht. (lachen beide) #00:10:09-7# Norman Glaser: Sehr geil. #00:10:11-3# Marcus Meurer: Also das geht alles, wenn man will. Aber es kann ja auch sein, ich glaube, so wie du, der einfach die freie Zeit dann nutzt von woanders zu arbeiten oder zu anderen Arbeitszeiten zu arbeiten oder von seinem Lieblingscafé oder wie zum Beispiel Pat Flynn aus den USA, der nutzt die neu gewonnene Zeit, seinen Sohn vom Kindergarten jeden Tag abzuholen und er ist der einzige Vater, der sich das leisten kann und er ist der einzige Mann, #00:10:32-8# Norman Glaser: Sehr cool. #00:10:32-8# Marcus Meurer: Der da immer steht. #00:10:33-5# Norman Glaser: Yes! #00:10:34-4# Marcus Meurer: Und das ja kann jeder so für sich einsetzen wie er will. Für viele ist natürlich das Reisen, weil es mega spannend ist, für mich auch gerade, aber das ist gerade eine Phase, das wird in 10 Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr so sein, dass ich so viel um die Welt reise. Aber man weiß es nicht, das ist halt immer nur so eine Momentaufnahme. #00:10:50-5# Norman Glaser: Ja. Wie ist es so mit Disziplin? Ich meine, du musst ja sehr diszipliniert sein, um an den geilsten Orten der Welt überhaupt zu arbeiten. #00:10:58-1# Marcus Meurer: Ja. Das ist ein wichtiges Thema. Ich würde sagen, das ist jetzt nicht Prio 1, wenn du direkt, wenn du startest als Selbständiger oder als Unternehmer, dann sollte man auch mal dieses Feuer, die Flammen in alle Richtungen lodern lassen und das voll ausleben und von mir aus, also bei mir war es so, dass ich alle drei Tage irgendwie eine neue Idee hatte und die einfach umgesetzt habe und gestartet habe und eine Domain registriert habe, eine Website aufgesetzt habe und gesagt, eyh! das ist es jetzt, um dann Sachen, irgendwann musst du dann aber an den Punkt kommen und dich fokussieren, um zu sehen, okay was funktioniert, was funktioniert nicht. Wo ist überhaupt eine Nachfrage? Das machen ja viele auch falsch. Die bauen erstmal Produkte ohne mit der Zielgruppe gesprochen zu haben und dann wird man irgendwann auch feinfühliger für. Und dann kommst du an einen Punkt, das war bei uns so ziemlich genau nach, ja nach anderthalb Jahren oder nach gut einem Jahr, wo du merkst so, so einfach morgens Laptop auf und gucken was in der Inbox reingekommen ist und über Social Media und dann zu hustlen und nur on demand quasi für andere zur Verfügung zu stehen, das funktioniert so auf Dauer nicht. Ich meine du kriegst deine Sachen nicht mehr gewuppt, weil du dann irgendwann von diesen anfänglichen Entrepreneur on Fire so viel angeschoben hast, dass natürlich dann auch irgendwann die ganzen Sachen zurückkommen. So und dann ist es ganz wichtig, dass du da Struktur und Routine reinkriegst. Dass du dich organisierst, also ich bin echt ein totaler Fanatiker, was Struktur, Systeme angeht, Orga und nutze dafür zum Beispiel die Wunderlist, um meinen Most Important Task am Vorabend schon rauszuschreiben oder zu taggen. Habe jetzt eingeführt, dass ich nur noch in Blöcken arbeite. Also gestern war beispielsweise dann Business Development den ganzen Tag, wo wir gerade an einem fetten Online-Projekt sitzen. Morgen ist dann den ganzen Tag Lifehacks, heute sind Skype Calls und Interviews. Am Samstag ist dann wieder Business Development und Operations. Am Sonntag machen wir jetzt mal so einen kompletten Day Off. Das wird so das erste Mal sein, dass echt das iPhone auch einfach daliegt und gar nicht angefasst wird. Bin mal gespannt wie das funktioniert. (lachen beide) #00:13:00-9# Norman Glaser: Ja da bin ich auch gespannt. #00:13:02-9# Marcus Meurer: Ja aber ansonsten habe ich noch eine strikte Morgenroutine, die mir total hilft, eine Abendroutine. Also irgendwann kommst du an so einen Punkt, ich glaube sonst gehst du auch unter als Unternehmer, wo du dich selbst organisieren musst, weil sonst bist du nur noch der Spielball für die Anderen und ja sobald du an deine Inbox gehst und eine E-Mail beantwortest, bist du ja wieder jemand, der was für andere macht und letztendlich das, was dich voranbringt oder dein Business voranbringt, ist, wenn du Sachen machst, die den höchsten Impact für dich und dein Business haben und nicht, wenn du ja wenn du auf irgendwas reagierst. Ja. #00:13:30-5# Norman Glaser: Ich verfolge ja jede Folge deines Podcastes und erzähle doch mal unseren Zuhörern hier, wie sieht denn so deine Morgenroutine aus? #00:13:37-3# Marcus Meurer: (lacht) Ja okay. Ja, wenn du regelmäßig den Podcast hörst, weißt du ja wie sehr ich darauf schwöre und vertraue und optimiere das Ding auch immer weiter. Also es ist jetzt nicht in Stein gemeißelt. Vor einem halben Jahr sah die noch ein bisschen anders aus. Ich strebe da immer sehr zum Perfektionismus, den man wahrscheinlich nie erreichen wird. Aber jetzt heute, wir haben jetzt den zweiten Juno 2016 ist die Morgenroutine so, dass ich heute mit Sunrise aufgestanden bin in Tarifa. Das ist natürlich auch immer eine andere, eine Herausforderung, weil ich viel reise und letzte Woche war ich noch in Paris und davor war ich in Berlin #00:14:14-8# Norman Glaser: Das verschiebt sich, ja. #00:14:15-9# Marcus Meurer: Und in zwei Wochen bin ich in Limnos, auf Griechenland, auf einer griechischen Insel. Da verschiebt sich das immer so ein bisschen. Mal ist fünf, mal ist sechs, mal halb sieben, mal sogar schon halb fünf. Aber whatever, man gewöhnt sich daran und das Coole ist, eigentlich hat die Natur das ja auch so für einen vorhergesehen, wenn die Sonne scheint und es draußen hell ist, dann sollte man produktiv sein und irgendwie glaube ich daran, dass wenn die Sonne untergeht, dass die Natur sich irgendwann gedacht hat, dann schlafen die Tiere und die Menschen, um wieder neue Kraft zu sammeln für den nächsten Tag. #00:14:41-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:14:41-8# Marcus Meurer: Also mir bringt das sehr viel. Ich wache dann, egal wo ich gerade bin, auch egal wie früh das ist, mit dem Sonnenaufgang auf, habe da eine coole App, die heißt Sleep Better von Runtastic und die trackt deine Bewegung mit Hilfe des iPhones. Das legst du unter dein Kopfkissen und trackt, wann du einen unruhigeren Schlaf hast und weckt dich dann genau in diesem Moment, um nicht aus der Tiefschlafphase gerissen zu werden. #00:15:04-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:04-9# Marcus Meurer: Und das funktioniert so, dass du sagst, ich will spätestens um sechs geweckt werden, weil da die Sonne aufgeht und gibst ihm quasi so einen Zeitkorridor vor, eine halbe Stunde habe ich eingestellt und das heißt die App darf nicht zwischen halb sechs und sechs wecken, wenn sie merkt, ich habe gerade einen leichteren Schlaf. #00:15:20-5# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:20-6# Marcus Meurer: Das ist echt ein Unterschied, das ist total cool. #00:15:22-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:23-5# Marcus Meurer: Solltest du auch mal ausprobieren. #00:15:25-2# Norman Glaser: Ja das mache ich. #00:15:27-1# Marcus Meurer: Ja und du bist dann, ja du bist echt viel aktiver als wenn du aus so einem Tiefschlaf rausgeholt wirst. So und dann, wenn die App mich aufgeweckt hat, mache ich mein Bett (...) und viele werden sich fragen, wieso morgens das Bett machen, was hat das für einen Sinn so? (lachen beide) Habe ich damals auch nicht gemacht als Student, ABER es ist so, dass das dein erster Win ist. #00:15:49-7# Norman Glaser: Ja. Ja genau. #00:15:52-0# Marcus Meurer: Das ist so deine erste Aufgabe, dein erstes Accomplishment des Tages und so, dein erstes Check In, dein erster To Do, den du irgendwo abhaken kannst und das gibt dir ein gutes Gefühl, weil du startest positiv in den Tag mit einem Erfolgserlebnis. #00:16:04-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:16:05-3# Marcus Meurer: Dann geht es weiter, dann ziehe ich mich kurz an und nehme dann Kokosöl in meinen Mund und ziehe das für 20 Minuten in dem Mund hin und her. Das kommt aus der ayuverdischen Lehre, aus der Medizin und es ist bewiesen, dass dadurch Giftstoffe, die sich über Nacht dann in deinem Mund ansammeln und die Zunge ist auch eine Verlängerung von deinem Magen und von dem Darm, dass das alles sich im Mund sammelt. Und ich glaube da dran und wenn du dann 20 Minuten Öl ziehst und das danach dann ausspuckst, sollst du auch nicht in die Toilette oder ins Waschbecken spucken, weil da echt toxische Sachen dann mit drin sind. Also quasi im Papierkorb. Fühlt man sich echt mega gereinigt, dann auch noch die Zähne putzen und auch oben in der Mundflora (lachen beide) ist alles im Takt. Und während ich das mache, 20 Minuten sind ja erstmal eine Ansage, gerade, wenn du es noch nicht gemacht hast, es wird aber immer besser, mache ich mein Stretching Programm, also mit der Seven Minute App, das ist eine iPhone App und da sind auch andere Sportprogramme drauf und sieben Minuten dauert das nur. Also mir kann keine sagen, dass man nicht sieben Minuten des Tages Zeit hat, #00:17:13-9# Norman Glaser: Ja absolut. #00:17:14-0# Marcus Meurer: Das für sich zu tun. So und damit machst du schon mal immer so ein bisschen Sport. Habe vor kurzem auch dieses Faszien Stretching für mich entdeckt. Das ist erst wissenschaftlich seit ein paar Jahren anerkannt, dass der Mensch noch Faszien in sich drin hat neben dem Bindegewebe und den ganzen Sachen. Aber ist nochmal ein Thema für sich. Also stretche ich mich da, um mich zu aktivieren und setze mich dann hin und meditiere. Und das mache immer an dem gleichen Ort. Also je nachdem wo ich gerade bin, aber versuche dann in der Zeit, in der ich an dem Ort bin, immer an dem gleichen Ort zu meditieren, habe dazu auch meine Bose Noise Cancelling Kopfhörer, die ich nicht mehr missen will, dass es eigentlich die beste Anschaffung seit ever gewesen ist und meditiere mit einer App, die heißt Calm. Da bin ich vor kurzem umgestiegen von Headspace, Headspace ist ein super Einstieg für die, die ganz am Anfang stehen und irgendwann wollte ich mal gucken so, was in den anderen Meditations Apps erzählt wird. Guided Meditation heißt, es führt dich jemand durch die Meditation und ich bin jetzt bei Calm hängengeblieben, habe aber vorher ziemlich lange auch mit Headspace meditiert. Und das dauert so 15 Minuten und bringt dich erstmal in so einen Flow und bringt dich auch, also trainiert quasi deinen Muskel im Gehirn im Kopf, achtsamer zu sein, bewusster zu leben, Gefühle so zu erkennen, dass Gefühle einfach nur Gefühle sind, die in dir drin sind, die aber nicht Realität sind, die nicht unbedingt andere Leute so empfinden wie du es empfindest. #00:18:44-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:18:45-2# Marcus Meurer: Also echt bewusstseinserweiternd und das will ich nicht mehr missen und das hat mir auch geholfen in allen anderen Lebensbereichen achtsamer, produktiver, besser, positiver zu sein und es hat einfach mein ganzes Leben positiv verändert. Von daher kann ich jedem nur empfehlen auch zu meditieren. #00:19:01-2# Norman Glaser: Ja. Sehr cool. #00:19:03-1# Marcus Meurer: Okay und dann last but not least, zwei Punkte gibt es noch in der Morning Routine, frühstücke ich meistens oder immer zusammen mit meiner Freundin. Wir sind beide auch Fully Vegan jetzt umgestiegen, Hundertprozent Vegan und frühstücken ja morgens so einen Mix aus Chia Samen, Hafermilch oder Almond Milch. Aber ist keine echte Milch, also ist eher so ein Drink mit Chia Samen und Haferflocken. Das gibt dann so einen Pudding, das weichst du quasi die Nacht vorher schon ein und am nächsten Morgen ist dann so eine pudrige Masse, die mega gut schmeckt und darauf schnibbeln wir uns dann frisches Obst wie jetzt hier in Spanien ist dann Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren, also das, was gerade so lokal zu kaufen ist. Das schmeckt super, super geil, boosted dich ganz gut für den Tag. Ja und wenn du dann ready bist, fange ich mit dem MIT an, auch Eat the Frog genannt, glaube ich in der anderen Theorie, den wichtigsten, den schwersten Task, also diese fette Kröte, die du schlucken musst morgens und da is wichtig, dass man sich morgens, am Vorabend quasi schon Gedanken macht, was wäre jetzt so der Task, der dein Business am weitesten nach vorne bringt, der den meisten Impact hat und gerade nicht der Task, das verwechseln viele gerade am Anfang, das musste ich auch lernen. Nicht der Task, der irgendwie am dringendsten ist oder wo alle nach schreien oder wo du denkst so ah! das muss ich jetzt mal machen, sondern nein, der bleibt halt noch einen Tag länger liegen, sondern du überlegst so, von allen Sachen, die jetzt in meiner To Do Liste sind, WELCHES ist der Punkt, der ja der mein Business am weitesten nach vorne bringt, der den höchsten Impact hat, der wirklich was bewirkt. Und alle anderen Sachen können danach kommen. #00:20:43-6# Norman Glaser: Ja. Wow. Das sind doch mal ein paar echt coole Hacks. (lachen beide) #00:20:50-2# Marcus Meurer: Ja ich hoffe das war jetzt nicht zu viel Info auf einmal. #00:20:53-4# Norman Glaser: Ein paar habe ich selber sogar schon ausprobiert. Also es ist echt cool deinem Podcast zu folgen und das einfach mal für sich so zu testen und dann einfach auch selber Erfahrung zu sammeln. Also das kann ich wirklich nur jedem empfehlen und wir werden das natürlich auch in den Shownotes DIESER Show hier bei uns VERLINKEN. Ich habe noch eine ganz spannende Frage. Wie du weißt, ist unser Thema hier bei MARKENKONSTRUKT.FM das Thema digitale Markenführung. Mich würde deine Meinung mal interessieren, wie wird sich das Arbeitsleben so generell verändern, wenn dieses ortsunabhängige Arbeiten ja heute gerade durch die Digitalisierung ermöglicht wird oder ermöglicht ist? Wie wird sich das für Firmen unter Umständen bemerkbar machen? #00:21:41-6# Marcus Meurer: Nein, nicht nur unter Umständen. Es wird sich auf jeden Fall für die Firmen bemerkbar machen. Das merken wir ja jetzt schon und das ist eine mega spannende Frage. Und immer mehr Firmen erkennen gerade jetzt, dass sie gerade die jüngere Generation, die Generation Why, die sehr freiheitsliebend ist und ziemlich stark so einen Kopf und Willen hat und genau weiß, was sie wollen, was sie nicht wollen, dass es immer schwerer wird für die Firmen diese jungen Talente in ihr Unternehmen zu bekommen durch ein Salary Raise oder durch Shares oder durch ein Geschäftsauto oder ein Firmenhandy oder so. Die scheißen da drauf, #00:22:16-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:22:16-7# Marcus Meurer: Die haben irgendwie mehr Bock auf flexibles Arbeiten. Die haben, ja, mehr Bock sich selber ausleben zu können, ihre eigene Kreativität da einbringen zu können in die Unternehmen und da sollte ein Unternehmen dann auch genau hinhören und hinschauen und gucken, was diese Leute wollen und viele Unternehmen kommen auch zu uns als Gründer von der DNX oder zu mir und sagen, erkläre doch mal bitte, was ist da los. Wir können das gerade nicht greifen, wir kriegen die jungen Leute nicht mehr, die (lacht) wollen nur noch ortsunabhängig arbeiten oder selbstbestimmt arbeiten und wir haben jetzt auch ein paar Unternehmen gehabt, wo wir dann angefragt wurden, in die Unternehmen reinzugehen, um überhaupt mal zu erklären, mit welchen Tools wir arbeiten und welche Herausforderungen das hat, von überall zu arbeiten, um dann zu sehen, was kann man für die Unternehmen adaptieren. Beispielsweise unser Onboarding Prozess, wir haben ja jetzt mittlerweile auch ein Team aufgebaut von 15 Leuten, die alle ortsunabhängig irgendwie als Freelancer für uns arbeiten #00:23:19-4# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:23:19-6# Marcus Meurer: Und so ein Onboarding- oder Recruiting Prozess läuft dann ganz anders ab, dass du gar nicht mehr danach gehst, welche Abschlüsse hat derjenige oder wo hat der vorher gearbeitet, sondern es geht vielmehr darum, was für eine Einstellung, was für ein Mindset hat der, passt der zu meiner Company Culture. Weil wenn du da faule Eier drin hast, dann ist das viel schwieriger diese Leute oder das, was die Leute dann in die Firma reinbringen an negativen Effekten, die wieder rauszukriegen, als Fähigkeiten innerhalb des Teams aufzubauen, die schon vielleicht jemand anderes hat und die demjenigen dann nur noch beigebracht werden müssen. Also für uns ist viel wichtiger zu scannen, was hat der für eine Persönlichkeit oder wie sicher kann der, wie sicher ist der in der geschriebenen Kommunikation, weil bei uns dann viel über Trello und Slack läuft. Trello ist ein Projektmanagementtool, wo dann gebrieft wird und wo dann kommuniziert wird auf den einzelnen Karten, die dann immer ein einzelner Task sind. Also das ist so adaptiert von diesen Whiteboards, wo dann die ganzen Post Its draufhingen und man die Post Its immer verschoben hat und das #00:24:24-2# Norman Glaser: Ja genau. #00:24:24-6# Marcus Meurer: Ist das Gleiche in digital. Und Slack ist ein, quasi so ein Business-Check, wo du verschiedene Channels hast und kannst auch direkt Nachrichten schreiben, aber alles auf deine Tasks bezogen. Und da muss man sich natürlich auch gut ausdrücken können und zum Punkt kommen und nicht, da geht es dann nicht darum wie das Wetter irgendwo ist oder so. Das ist auch ganz schön, wir haben auch einen Campus oder so einen Fun Channel, weil das ist zum Beispiel auch eine Herausforderung, es fehlt, es ist schwer dann dieses, die soziale Komponente aufrechtzuerhalten, wenn du dann fully remote mit deinem Team arbeitest. Das, was sonst so in der Kaffeeküche funktioniert oder passiert in Unternehmen, das passiert dann bei uns online oder digital und Ziel ist aber dann auch unser Team regelmäßig für Retreats zusammenzuholen und das, was du dann quasi an Büromiete zahlst, das gibst du dann für diese (...) ja früher war es dann, wie ist nochmal der Name, diese Teambuilding Events oder so. Und jetzt sind es dann Retreats für Remote Companies, um die an einen Ort zusammenzuholen. Also es wird auf jeden Fall eine Rolle spielen in der Zukunft der Arbeit. Es wird nie Mainstream gehen, dieses ortsunabhängig arbeiten. Dafür erfordert es viel zu viel glaube ich auch, ja, viel zu viel starken Willen und man muss echt ein Typ dafür sein. #00:25:47-1# Norman Glaser: Ja. Passt nicht für jeden ne? #00:25:48-9# Marcus Meurer: Ja und auch die Selbständigkeit passt nicht für jeden. Aber möglicherweise gibt es immer mehr Unternehmen, die auch Arbeitnehmer einstellen, die von überall arbeiten können. Amerika ist da mal wieder federführend. Beispielsweise Automattic, die Betreiber von WordPress, die sind fully remote mit ein paar hundert Leuten. Buffer hat glaube ich jetzt 100 Mitarbeiter, die sind auch komplett ortsunabhängig und die Unternehmen, die fassen dann ihre Teams auch nicht mehr nach Teilbereichen zusammen, nach Marketing oder so. Dann gibt es nämlich nur noch Teams, die heißen Team Südamerika oder Team Mittelamerika oder Nordamerika oder Asien oder Thailand, also nach den verschiedenen (lachen beide) Zeitzonen. #00:26:26-2# Norman Glaser: Ja, sehr cool. #00:26:27-4# Marcus Meurer: Da passiert gerade mega viel und die Firmen erkennen auch, dass sie da irgendwas tun müssen. Microsoft habe ich angefragt zu einem Manifestum, Zukunft der Arbeit. Ich werde auch immer wieder von HR Magazinen angefragt, also es kommt so langsam, aber es dauert und gerade in Deutschland dauert das auch alles nochmal ein bisschen länger, weil die Arbeitswelt hier sehr konventionell gestrickt ist. #00:26:47-9# Norman Glaser: Ja. Das heißt der Tipp ist eigentlich für Unternehmen sich wirklich diesem Prozess einfach zu widmen? #00:26:53-5# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). #00:26:54-7# Norman Glaser: Und das bietet ihr ja konkret auch als Service, als Dienstleistung an, mit Unternehmen zusammen diese Prozesse, ja überhaupt erstmal zu entdecken, also, dass wirklich ja hier auf diesem Weg auch Fachkräfte erreicht werden können, #00:27:08-6# Marcus Meurer: Ja. #00:27:08-7# Norman Glaser: Die ich unter Umständen in meinem Unternehmen brauche. Aber es ist halt mehr als nur sich mit diesem, ja mit diesem Thema zu beschäftigen, als wirklich zu schauen, wie integriere ich das in meinem Unternehmen, wie schaffe ich das in meinen bestehenden Prozessen diese Agilität, diese digitale Agilität irgendwie einzubauen. #00:27:27-2# Marcus Meurer: Absolut, also das sollte jedes Unternehmen ganz hoch auf die Agenda tun, weil, wenn die Unternehmen da nicht von selbst darauf kommen, dann werden sie dazu gezwungen. Und das passiert gerade schon in Holland, in den Niederlanden, da ist jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht worden, das sofern es die Art der Arbeit ermöglicht, diese nur am Computer auszuführen, muss das Unternehmen dem Arbeitnehmer gestatten, Homeoffice zu machen und von Zuhause zu arbeiten. Das sind so die ersten Anzeichen dafür, dass es sonst halt reguliert wird und die Unternehmen merken es ja auch im HR Bereich, im Recruiting Bereich, dem War for Talents, der wird immer größer und immer härter und wenn du dann so ein Asset hast für die besten Leute, für Programmiere oder Coder oder die richtigen Online Marketing Cracks, die halt noch nicht die eigene Agentur aufgemacht haben, die immer noch inhouse arbeiten. Um so Leute zu kriegen, musst du dann so einen Trumph auf den Tisch legen und sagen, du kannst von überall arbeiten und wir bezahlen dir auch den Coworking Space und wissen das zu schätzen, dass du dafür aber bei uns im Team bist. Also es ist ein ganz fettes Asset und darum kriegt zum Beispiel Buffer oder Automattic oder Sapier, die ganzen Remote Companies in Amerika, die kriegen die ganzen Talente im Moment aus dem Silicon Valley und Google und Facebook fragen sich, was da gerade abgeht. #00:28:44-9# Norman Glaser: (lacht) Genau. Ja, ja genau. Absolut. Ja. Erzähl uns doch noch kurz ein bisschen was über die Digitale Nomaden Konferenz. Also durch dich und deinen Podcast habe ich überhaupt erfahren, dass es digitale Nomaden gibt und wie die so leben, wie die so arbeiten, was die so ausmachen. Wie kam es dazu, dass ihr diese Konferenz ins Leben gerufen habt und wie habt ihr das ganze Thema so weit vorangetrieben, um da federführend zu sein? Weil ihr habt da ja wirklich eine richtige Plattform gebaut über die Jahre. #00:29:15-8# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). Ja also wir haben ja eben darüber gesprochen, was mein größter Aha-Moment war. #00:29:21-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:29:22-4# Marcus Meurer: Und das war Anfang 2013 als wir in Südostasien unterwegs waren, die erste Rechnung gezahlt wurde und ich dann voll in diesen Digitale Nomaden Lifestyle eingetaucht bin, ohne vorher zu wissen, dass es den überhaupt gibt. Also es war nie geplant, (lachen beide) dass wir von unterwegs arbeiten. Es war geplant, ich hatte meinen Job gekündigt und eine Firma gegründet, um in Berlin eine Agentur für Online Marketing aufzumachen, also mehr weniger klassisch. Und da hatte ich schon glücklicherweise immer ziemlich viele Anfragen über LinkedIn und Xing, ob ich nicht mal für Unternehmen als Freelancer arbeiten könnte. War damals aber noch in der Startup Szene in Berlin unterwegs. Habe da mega viel Corporate Knowhow aufgebaut und konnte aber nicht, da ich dann meine Dienstleistung ankündige, hatte ich die Hoffnung, dass dann von den Anfragen doch noch einige übriggeblieben sind, die dann meine ersten Kunden sein können. Und habe aus dem Grund dann meinen Rechner mitgenommen, meinen Laptop nach Asien und wollte dann an meiner Website bauen, die Produkte shapen, wer ist meine Zielgruppe, eine Company mischen, aufsetzen, eine Vision, eine Strategie wie ich an die Leads komme, Conversionoptimierung, also irgendwie das ganze Strategische dann aufbauen und da ist dann halt irgendwie eins zum anderen gekommen, dass wir auf den Philippinen in Dumaguete saßen und da gerade ein Taifun über das Land gegangen ist für drei Monate, äh drei Tage, quasi auf dem Rooftop von einem Haus ausharren mussten, zum Glück aber Internet hatten und dann überlegt habe, eyh! ich habe so viel Bock, wir sind jetzt so viel gereist, warum lege ich nicht jetzt schon direkt mit der Akquise los, mit den ersten Kunden und da kam dann auch zusammen, dass Feli Bock hatte, was Eigenes zu starten, meine Freundin und so viel Reisewissen hatte und ich hatte das ganze Knowhow wie man Traffic generiert, wie man SEO macht, wie man Reichweite aufbaut für einen Blog, dass wir sagen, okay wir starten einen Reiseblog, aber von Anfang an mit der Intension, den zu professionalisieren, also den professionell zu betreiben und das auch als Einnahmequelle zu sehen und nicht einfach einen Hobbyblog, wir waren heute Eis essen und morgen gehen wir Motorrad fahren und ich hoffe euch geht es gut #00:31:15-6# Norman Glaser: (lacht) Mhm (bejahend). #00:31:17-1# Marcus Meurer: in Deutschland, sondern echte Inhalte und Mehrwert auf dem Blog zu liefern. Und der ist dann auch richtig durch die Decke gegangen. Mittlerweile haben wir über 80.000 Visitor pro Monat #00:31:25-3# Norman Glaser: Wow! #00:31:25-7# Marcus Meurer: Und könnten theoretisch nur noch von diesem Reiseblog leben. #00:31:28-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). Sehr cool. #00:31:30-4# Marcus Meurer: Und ja genau und dann sind wir dann in diesen Lifestyle reingetappt und haben dann so uns angeschaut und gefragt, gibt es noch mehr Leute, die so leben wie wir, vielleicht ja schon. Lass mal googeln und haben dann so die ersten digitalen Nomaden weltweit gefunden, also das Thema gab es da schon (...) und in Deutschland gab es aber kaum jemand. Also da gab es drei, vier Leute, die es gemacht haben und die haben wir dann auch angeschrieben. Wir sind immer stark im Netz, wir hatten das glaube ich auch, einer der Erfolgsgeheimnisse, warum wir gerade dafür prädestiniert waren dann auch so eine Konferenz oder eine Plattform zu schaffen, weil wir ein richtig großes Netzwerk schon hatten, zum einen aus meiner Online Marketing Zeit, meiner Zeit in den Startups, bin viel auf Meetups gegangen in Berlin, auf Konferenzen gewesen, war viel in Skype Chats. Also man kannte mich schon und ich hatte dadurch auch viele gute Kontakte und habe dann gesehen, okay es gibt schon andere Leute, die ortsunabhängig arbeiten, aber die haben sich meistens dann auch als Location, Independent, Entrepreneur oder so bezeichnet. Das Problem oder das Ding war, dass der Begriff digitaler Nomade oder digital Nomad schon ziemlich verbrannt war zu dem Zeitpunkt 2014 und das kommt daher, dass 2007 ein sehr revolutionäres Buch rausgekommen ist von Tim Ferris, die The 4-Hour Work Week, #00:32:39-6# Norman Glaser: Yes. #00:32:39-7# Marcus Meurer: Die 4 Stunden Arbeitswoche. Yes (lachen beide), das ist quasi so #00:32:42-7# Norman Glaser: Der Klassiker. #00:32:44-1# Marcus Meurer: Der Klassiker, die Bibel für viele Leute. Da steht auch richtig viel gutes Zeug drin, nach wie vor. Man muss es halt nur in die heutige Zeit adaptieren und übersetzen wie beispielsweise diese Google Adwords Testings, die Tim gemacht hat, die macht man heute mit Facebook, weil man da noch viel besser targeten kann. Aber so die Grundsätze, die sind immer noch WAHR und das ist auch ein richtig geiles Buch. Das einzige, was passiert ist, dass es so viele inspiriert hat, dass sie gesagt haben, ich kündige meinen Job, ich arbeite jetzt (lachen beiden) quasi auch nur noch 4 Stunden die Woche, #00:33:10-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:33:10-9# Marcus Meurer: Was ja auch eigentlich ein totaler Witz ist. Ich kenne keinen, der so hart arbeitet wie Tim Ferris, heute noch. Und ich selber habe für mich die 4 Stunden so definiert, dass die 4 Stunden quasi die Sachen sind, auf die ich keinen Bock habe wie Steuern oder Rechnungen oder Buchhaltung oder Mahnung oder irgendwie so einen Scheiß, 4 Stunden die Woche. Aber der Rest der Zeit, ich arbeite viel mehr als damals als Angestellter, aber das Coole ist, es fühlt sich einfach nicht mehr nach Arbeit an und das ist der große Unterschied. Darum die 4 Stunden Arbeit sind dann die Sachen, die keinen Spaß machen und das ist dann Arbeit von früher. Na ja und nach der 4 Stunden Woche waren halt viele Leute motiviert zu starten und dann gab es auf der anderen Seite viele smarte Internet Marketer, die so billige Crappy Landingpages gebaut haben, mit einem Typen mit Laptop am Stand und einem Cocktail (lachen beide) da neben sich und haben gesagt, passives Einkommen, passive Income, nie wieder arbeiten, wenn du diesen Kurs jetzt hier kaufst für 200 Euro oder erstmal ist es kostenlos und die haben ja dann ganz smarte Strategien, um dich immer weiter in diese Conversion reinzukriegen und am Ende kaufst du dann einen Kurs für richtig viel Geld, wo keine Inhalte drinstehen, keine wirklichen Inhalte oder Mehrwert drinsteht und am Ende bist du nur frustriert und das funktioniert alles nicht und das ganze digitale Nomaden Leben ist ehe eine totale Abzocke und Betrug und richtig Scheiße. Und deshalb war dieser Begriff dann so verbrannt, weil gerade so 2008, 2009, 2010 kamen dann die ganzen Internet Marketer mit diesen Seiten, die man heute leider immer noch im Netz findet und aber das war zum anderen genau eigentlich auch unsere Strategie, dass wir gesagt haben, nein wir setzen uns jetzt bewusst auf diesen Begriff und zeigen aber den Leuten, der Öffentlichkeit, den Medien, die dann irgendwann gekommen sind, dass es auch anders geht, dass es nachhaltig geht, dass es transparent geht, dass es authentisch geht, dass wir uns auf die Bühne stellen, dass wir greifbar sind und wenn wir Scheiße bauen, dann kommt keiner zu unseren Events oder dann keine Ahnung, gibt es einen Shitstorm im Internet, dann sind wir ganz schnell weg. Und (lacht) oder die Leute kommen zu uns und sagen uns, was wir da alles für einen Mist verkaufen. Die meisten Internet Marketer mit diesen Webseiten, die waren ja nicht zu greifen. Also wollten wir das Ganze in cool machen, gepaart mit unserem ganzen Online Knowhow aus der Startup Szene. Den Leuten dann auch die richtigen Tools an die Hand zu geben, dass man seine Unternehmen bootstrappen kann, dass man kein Venture Capital braucht, dass man nach dem Lean Startup Prinzip ziemlich schnell irgendwie das Minimum Viable Product live bringt, den MVP, wo du wenig Aufwand an Ressourcen hast, also wenig Zeit investierst und wenig Geld investierst, um erstmal zu gucken, gibt es eine Nachfrage, gibt es jemand, der das kauft. Du machst quasi gleich schon so einen Fake Selling Process und wenn du den ersten Kunden hast, das ist dann das Proof of Concept, dass du weitergehen solltest mit diesen Sachen. Also das wollten wir alles kombinieren, wussten, dass dieser Begriff sehr kontrovers ist als digitaler Nomade, gerade auch in Deutschland Nomade wegen diesen Miet-Nomaden, mussten wir auch und haben an der ersten Reaktion gemerkt, gerade auch von meiner Mutter oder so, die überhaupt nicht gerafft hat, dass ich jetzt, dass ich mich wirklich als Nomade bezeichnen will. Aber das uns geholfen, Aufmerksamkeit zu generieren und dadurch, dass wir beide, sowohl Feli und ich, auch noch einen Background im Eventmanagement haben, ich habe nämlich dann nach meinem abgebrochenen Studium eine Ausbildung zum Eventmanager gemacht, #00:36:16-0# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:36:16-0# Marcus Meurer: In einer Agentur und da den Online Marketing Bereich aufgebaut, war das dann quasi wie Steve Jobs das so gerne propagiert, dieses Connecting the Dots, dass du verschiedene Skills aus deiner Vergangenheit miteinander zusammenführst. Zum einen war die Riesennachfrage nach diesem Thema ortsunabhängiges Arbeiten. Die Leute haben es nicht gerafft, was wir machen. Wir haben ja auf Facebook dann Bilder gepostet von uns wie wir arbeiten und die ganze Zeit reisen. Und die haben gesagt, was ist da los, habt ihr geerbt, habt ihr im Lotto gewonnen? #00:36:43-2# Norman Glaser: (lacht) Ja. #00:36:44-3# Marcus Meurer: (lacht) Wann geht euch das Geld aus? Und viele haben glaube ich auch gehofft, dass uns irgendwann das Geld ausgeht oder wir keine Aufträge mehr machen, gerade in Deutschland ist glaube ich auch Thema Neid ein ziemlich großes Thema. Die wollten es auch nicht wahrhaben. Und als wir dann die zweite Saison, die dritte Saison, das vierte Jahr und (lacht) immer noch unterwegs waren und von überall gearbeitet, dann haben die Leute glaube ich gerafft, das ist for real. Und auch nachdem, das war ganz interessant, dann sind die Medien auf uns aufmerksam geworden und am Anfang waren wir so im Reisebereich und echt so Artikel, wo die uns nur vor die Wand gestellt haben, von wegen so, guckt euch mal die beiden Hippies da an, was haltet ihr von denen und dann gerade bei Spiegel ist immer richtig krass, Spiegel Online Kommentar Spalten, war es schon witzig wie dann die ganzen Nine to Fiver abgegangen sind, die irgendwie frustriert in ihrem Job waren. Aber das konnte ich aushalten, das konnte Feli auch gut aushalten, zum Glück waren wir auch zu zweit und letztendlich haben wir es professionelle gesehen und es hat ja Aufmerksamkeit für unser Thema gebracht und dann auch genug Leute, die erkannt haben, das ist for real und wir liefern gute Sachen. Und ganz witzig ist bei den Medien auch, dass wir dann erst im Reisebereich waren und irgendwann so in den Lifestyle Bereich gewandert sind. Und jetzt, wenn wir angefragt werden, dann eigentlich immer Wirtschaftsbereich sind, also #00:37:54-5# Norman Glaser: Business genau ja. #00:37:55-9# Marcus Meurer: (unv.) #00:37:55-1# Business. Und die erkennen, das geht um Business und es geht nicht um viel Reisen oder so, weil das kannst du ohne Business kannst du es nicht machen. Am Ende des Tages muss jeder irgendwie Einnahmen haben und von Kohle leben. Ich glaube spätestens auch, um dann nochmal dann den Kreis zu schließen zu meiner Mutter oder so, die den Nomadenbegriff nicht verstanden haben, als wir dann in der Wirtschaftswoche auf der Titelseite waren mit (lacht) und der Überschrift, Die Selbstoptimierer, oder bei Stern-TV dann waren oder vom Handelsblatt werden wir regelmäßig angefragt oder im Horizon, also diesen ganzen Wirtschaftsmagazinen. Dann haben auch glaube ich viele Leute verstanden, das ist nachhaltig, das ist cool, was die machen und das hat echt einen Impact. Ja und mittlerweile sind die Konferenzen, die sind aus der Nachfrage entstanden, zusammen mit unserem Background als Eventmanager zusammen mit den Knowhow als Online Marketer und dem Online Knowhow, zusammen mit dem Netzwerk, was wir uns beide schon aufgebaut haben in der Berliner Startup Szene, war es eigentlich ziemlich logisch dann ein Event irgendwann mal zu machen, weil es kamen dann so viele E-Mails und so viele Nachfragen und Kommentare auf Facebook und wir haben stundenlang echt damit verbracht, die E-Mails zu beantworten und den Leuten zu helfen und zu sagen, so, was die ersten Steps sind und wie man seine Passion vielleicht findet und was für Skills man braucht, was man mit der Wohnung macht, was man mit der Versicherung macht, was für technische Hardware man braucht. Also ist eine Riesen-Themenwolke. Und da haben wir gesagt, warum machen wir nicht mal ein Meetup in Berlin, im betahaus, in dem bekanntesten oder ersten, größten Coworking-Space #00:39:19-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:39:20-0# Marcus Meurer: Und haben einen Raum angefragt, glaube für 40 oder 50 Leute war das und wir hatten natürlich auch keine Kohle, sind zum betahaus gegangen und haben gesagt, wir haben diese Idee, wir sind digitale Nomaden und die so, was seid ihr, was ist das? Die haben es natürlich auch nicht gerafft und zum Glück ist das betahaus ziemlich offen, was so neue Sachen angeht. Die haben gesagt, irgendwie klingt das total crazy, wir verstehen auch nicht ganz, was ihr das machen wollt, aber macht einfach mal. #00:39:41-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:39:42-3# Marcus Meurer: Und (lacht) haben uns quasi dann das Go gegeben, erst zu zahlen, nachdem wir die ersten Tickets quasi verkauft haben und dann nachzahlen zu können. Also die waren da echt super. #00:39:50-9# Norman Glaser: Ja ist ja cool. #00:39:52-2# Marcus Meurer: Super supportive und sind immer noch ein Partner und ganz eng an unserer Seite. Wir machen in zwei Wochen, wie ich eben gesagt habe, ein DNX Camp auf Griechenland, auf Limnos und da ist betahaus zum Beispiel auch ein Partner und wir vereinen da unsere beiden Communities. Ja mittlerweile haben sie verstanden, was wir machen. Der Geschäftsführer von betahaus, der Gründer Christoph Fahle ist einer der größten Fans vom digitalen Nomaden Lifestyle mittlerweile und den haben wir auch gut inspiriert und ist mega dankbar, dass wir damals die DNX ins betahaus geholt haben. Ja und dann hatten wir halt diese Location oder eigentlich war es ein Workshop Raum für 40 Leute. Haben dann am 1.1.2014 den Sale aufgemacht, haben vorher die Website gebaut, das war ein Theme von Fiverr, äh von Themeforest für 5 Dollar (lachen beide) und habe da einfach halt das Eventtheme ausgetauscht. Viele Leute fragen sich, das sieht so geil aus und die Website und wie geht das? Und das war eigentlich alles ganz easy. Das sind auch wieder gute Beispiele für diesen, für den Startup Approach oder manche denken so, boah! wie viel Geld habt ihr für die Kreativagentur bezahlt? Dieses Logo mit dem Infinity Sign und dann die Buchstaben und irgendwie das passt alles und (lacht) dahinter ist, dass das in diesem 5 Dollar Theme der Platzhalter gewesen ist von dem (lacht), der hatte da genau seinen, der hatte auch irgendwie 3 Letter Brand. #00:41:03-3# Norman Glaser: Geil. #00:41:03-5# Marcus Meurer: Ich habe einfach die Buchstaben ausgetauscht, also dieses Infinity gab es schon und ich habe da einfach ein X (lachen beide) daraus gemacht und inspiriert von der SMX, Search Marketing Expo, dachte ich, okay wir machen eine Konferenz, also kommt dahinten ein X dran und habe das Digital Nomad Expo oder DNX dann genannt so und so ist das Logo entstanden. Die Leute wollen es oft nicht glauben wie einfach das alles sein kann. #00:41:24-4# Norman Glaser: Ja, ja. Man verkopft sich dahinter auch viel zu sehr, ne? #00:41:27-1# Marcus Meurer: Ja man verkopft sich. Genau. Und dann haben wir den Sale gestartet. Wir beide waren gerade auf Caye Caulker, das ist eine Karibikinsel in Belize am 1.1. und dachte so, die Leute machen sich viele Vorsätze, wollen was im Leben ändern, darum habe ich das extra auf den 1.1. gelegt und hatten dann auch ein paar Speaker an Board, also die drei, vier digitale Nomaden, die es damals in Deutschland schon gab, wie Tim Chimoy, Sebastian Canaves, Conni Biesalski oder so, mehr gab es da nicht und die haben das auch auf ihren Seiten geteilt. Die hatten natürlich auch schon ein bisschen Aufmerksamkeit und wir haben uns dann auch schon ein Riesen-Netzwerk aufgebaut gehabt, über die Interviews und über Facebook. Und als wir den Sale gestartet haben, hat irgendwie (lacht) gefühlt das ganze Internet oder ganze Facebook oder die Konferenz gesprochen und diese 40 Tickets, die waren in drei Minuten weg, wo ich dachte, du Scheiße, was geht denn hier ab? Und ich habe, weil Feiertag war am 1.1. dann auch keinen im betahaus erreicht, ob wir einen größeren Raum kriegen oder so und alle haben Millionen E-Mails gekriegt, dass die Leute dann auf dieses Event wollten und noch ein Ticket wollten und das war echt eine spannende Phase und habe dann den Peer, den Eventmanager am 2.1. erreicht und haben dann irgendwie einen größeren Raum mit 100 Plätze, das war dann innerhalb von einer Stunde weg und haben dann die ganze, das war echt der Wahnsinn, die ganze Etage am Ende gekriegt mit 200 Leuten und das war dann innerhalb von einem Tag waren alle Tickets weg und wir dachten so, geil. Aber auf der anderen Seite dachten wir auch, Scheiße, weil es total unsere Kalkulation zerhauen hat. #00:42:45-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:42:45-4# Marcus Meurer: Wir haben (lacht) natürlich gedacht, wir machen einen schönen Early Bird bis Ende März (lachen beide) und dann machen wir noch Normalpreis und ja dann sind alle Tickets quasi zum Early Bird weggegangen und haben aber dadurch, dass wir so viel Aufmerksamkeit hatten, dann die ersten Partner mit an Board gekriegt, Dropscan, die gesagt haben, das ist so geil, ich supporte euch und haben dadurch dann Breakeven geschafft und der Rest war dann Marketingbudget, weil wir eine geile Story hatten, wir hatten Medien auf unserem Event und das ist eigentlich so die Story der DNX, die immer größer geworden ist. Mittlerweile machen wir internationale Konferenzen DNX Global auf Englisch. Die letzte war in Bangkok im März. Planen die nächste in Lissabon oder Chiang Mai und hatten vor drei Wochen die letzte deutsche DNX. Das ist da wo wir herkommen, das war mittlerweile schon die fünfte Konferenz und das sind jetzt vier Tage Festival like mit vielen Pre-Events, Post-Events. Wir haben ein ganzes Kino angemietet für einen Kinofilm über digitale Nomaden und auf dem Main-Event hatten wir dann 500 Leute und ja. The Sky is the Limit. Ich weiß nicht, wo das noch enden soll, aber es geht auf jeden Fall ganz gut ab das Thema. #00:43:47-3# Norman Glaser: Ja. Für wen ist die DNX was? Also wenn ich mich dafür interessiere, wen sprecht ihr an, Zielgruppe? #00:43:54-1# Marcus Meurer: Zielgruppe sind Leute, die sich für das Thema interessieren. Die, die auch gerne ortsunabhängig arbeiten wollen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Mittlerweile gibt es immer mehr gute Ressourcen im Netz. Das erhöht aber auch das Problem, zu sondieren, so welches, wo fange ich jetzt an? Weil das kann einen auch erschlagen. Gerade auch dieses ganze Online Business Thema, wo man dann denkt, wo fange ich an und was sind die wichtigsten Skills? Und es ist für digitale Nomaden, die schon unterwegs sind, also die traveln, die sich gerne mit anderen digitalen Nomaden austauschen. Und mittlerweile ist einfach, ist es auch viel mehr. Viele sagen so, der Begriff digitale Nomaden passt auch gar nicht mehr, weil es auch viel um persönliche Weiterentwicklung geht, auch um das richtige Mindset. Und das merkst du ja auch auf meinem Podcast die Themen und die Speaker bei der DNX. Also, dass es eigentlich auch eine Plattform geworden ist für, ja weiß nicht, für Leute, die irgendwas verändern wollen in der Welt, die irgendwie da sind, die präsent sind, die auch online sehr präsent sind. Die man aber so offline noch nie hat greifen können oder die man noch nie zusammengebracht hat wie so ein Vladi Melnik vom Affenblog, der einen der größten Blogs in Deutschland betreibt, #00:45:06-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:45:06-4# Marcus Meurer: Der aber vorher noch nie gespeaked hat, den haben wir auf die Konferenz geholt. Matthew Mockridge war da, #00:45:11-0# Norman Glaser: Yes. #00:45:11-2# Marcus Meurer: Ben Paul war da. Also richtig krasse Leute und ja man sollte einfach mal auf die Website gehen dnx-berlin.de sich inspirieren lassen, gucken, ob das irgendwie zu einem selber passt und dann bei der nächsten DNX am Start sein. #00:45:24-3# Norman Glaser: Ja, vielleicht auch für Unternehmen interessant, die sich damit auseinandersetzen vielleicht Fachkräfte zu rekrutieren, um dann in der DNX Community. #00:45:35-2# Marcus Meurer: Ja. Ja. Absolut. Also wir haben mega, mega Talente bei uns in der Community. Die ersten Unternehmen haben das auch erkannt. Die partnern dann mit uns, kommen als Partner mit an Board oder gehen einfach so auf die Konferenz, um auf diesen ganzen Networking Events dann Kontakt zur Zielgruppe zu kriegen, um einfach zu spüren und mitzukriegen oder einfach zu begreifen, was da gerade abgeht und was das für eine Bewegung ist und was die Leute antreibt. Also die, die man vielleicht noch triggern könnte für sein Unternehmen. Die Leute haben alle Drive, die haben Power, die wollen die Welt verändern und die sind auch bereit zu lernen. Also das merken wir bei den Leuten, die wir bei uns ins Team holen als Support. Wir haben jetzt angefangen die ersten Praktika zu vergeben und die sind so motiviert, die rocken alles weg und ich glaube dann wird sich jedes Unternehmen die Finger nach lecken so Leute im Unternehmen zu haben. Und dann ist glaube wichtig mal zu verstehen, wie ticken die Leute und womit kann man die triggern und da ist die DNX dann genau der richtige Ort die Leute zu treffen. #00:46:26-1# Norman Glaser: Ja. Cool. Marcus, bevor wir zum Ende kommen. Eine kleine Quick Q & A Session? #00:46:32-7# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). #00:46:33-2# Norman Glaser: Ich stelle dir einfach ein paar Fragen und du antwortest ganz spontan und ganz schnell. #00:46:38-0# Marcus Meurer: Ja mache ich (lacht). #00:46:39-0# Norman Glaser: Erste Frage. Wo hältst du dich gerade auf? #00:46:41-1# Marcus Meurer: Tarifa, Andalusien, Südspanien, genau gegenüber von Afrika. #00:46:45-5# Norman Glaser: Und geiles Wetter wahrscheinlich? (lacht) #00:46:47-3# Marcus Meurer: Ja geiles Wetter auf jeden Fall und viel Wind. Ich bin ja jetzt passionierter Kiter #00:46:52-2# Norman Glaser: Kiter ja. #00:46:53-6# Marcus Meurer: Und wir sind fast jeden Tag draußen zum Kitesurfen. #00:46:55-7# Norman Glaser: Sehr cool. Also das passt doch perfekt. Was hat dich anfangs davon abgehalten Online Unternehmer zu werden? #00:47:01-5# Marcus Meurer: Die Angst, dass meine Fähigkeit und meine Skills nicht genug seien und dass keine Nachfrage da ist und dass überhaupt jemand irgendwas von mir kauft und dann irgendwie auch das falsche Verständnis um Erlaubnis bitten zu müssen, irgendwas starten zu dürfen oder starten zu können, weil die ganze Ausbildung, das Education System völlig darauf genormt ist, dass man in einen Nine To Five Job geht und irgendwo angestellt ist. #00:47:29-5# Norman Glaser: Ja. Okay. Welcher Moment oder Rat hat einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? #00:47:37-5# Marcus Meurer: Das war nicht der eine Rat, aber es war eine bestimmte Phase. Nämlich als wir von unserem ersten Thailand Trip nach Hause gekommen sind und ich da als digitaler Nomade gearbeitet habe in Südostasien, war nicht nur Thailand, sind wir in einem Coworking Space gelandet, der sich IdeaCamp nennt, in der Nähe vom betahaus und da die beiden Gründer, Thomas Jakel und Bastian Kröhnert haben so ein bisschen dieses Lean Startup Prinzip, was man auch in dem Hundred Dollar Startup Buch von Chris Guillebeau nachlesen kann, die haben das da sehr in die Community reingebracht, in der wir da gearbeitet haben und da hat sich dann das erste Mal so mein ganzes Mindset geändert von, ich habe jetzt ein Unternehmen gegründet, das Wichtigste sind erstmal Visitenkarten, ganz fett mit CEO drauf, Geschäftsführer, AGBs brauchen wir noch, wir brauchen keine Ahnung ein großes Team, Venture Capital, den ganzen Scheiß, den man eigentlich gar nicht braucht, das habe ich da das erste Mal erkannt und seitdem ich in der Spur unterwegs bin, rocken wir irgendwie alles weg. #00:48:34-3# Norman Glaser: Cool. Kannst du uns eine Internet Ressource oder ein Tool nennen, was du selbst einsetzt? #00:48:39-4# Marcus Meurer: Viele. (lacht) #00:48:42-3# Norman Glaser: Zu viele. (lacht) #00:48:44-6# Marcus Meurer: Zu viele Tools, aber man sollte auch nichts #00:48:46-3# Norman Glaser: Aber du organisierst dich sehr stark? #00:48:49-2# Marcus Meurer: Ja ich organisiere mich mega stark. Also ich organisiere mich selber und Feli, meine Mit-Geschäftsführerin und Freundin, in der Wunderlist. unser Team organisieren wir in oder wir kommunizieren mit unserem Team in Slack und unser Team selber nutzt das Projektmanagementtool Trello. Feli und ich haben uns da jetzt rausgezogen, weil sonst zu viele operative Sachen bei uns noch lagen und wir keinen Headspace hatten für Business Development und für die strategischen Dinge. Ich selber nutze liebend gerne Gmail in Verbindung mit dem Google Calendar, genau. Nehme noch die Coach.me App, um meine Routinen zu checken und aufzubauen und nehme Duolingo, die iPhone App, um eine neue Sprache zu lernen. Lerne gerade Spanisch und nutze dann noch liebend gerne das Five Minute Journal als App, #00:49:38-4# Norman Glaser: Yes. #00:49:39-0# Marcus Meurer: Das ist so ein Dankbarkeits Journal, Tagebuch, um ein positives Mindset zu gainen und last but not least. Ah zwei habe ich noch. (lacht) Ich gucke gerade auf meinen Homescreen, auf dem iPhone. #00:49:48-6# Norman Glaser: Ja, genau, (sonst?) #00:49:49-3# wäre meine Liste frei gewesen. (lacht) #00:49:51-0# Marcus Meurer: Ja genau. (lacht) Dann habe ich noch die Pocket App, wo du spannende Sachen, die du irgendwo im Netz findest, quasi abspeichern kannst für das Späterlesen, dass du nicht distracted wirst in deinem Workflow. Und die Blinkist App, das ist eine App, die dir die geilsten, besten Bücher in zehn Minuten zusammenfasst, die du dann auch als Hörbuch quasi in zehn Minuten immer hören kannst. Also da schaffst du locker ein geiles Buch pro Tag zu lesen oder zu hören. #00:50:16-0# Norman Glaser: Ja. Cool. Was für Musik hörst du gerne, die dich vielleicht auf neue Ideen bringt oder inspiriert? #00:50:22-1# Marcus Meurer: Ganz ehrlich, höre ich überhaupt keine Musik, wenn ich alleine bin oder mit Kopfhörern. Ich kann am besten arbeiten, wenn alles still um mich rum ist. Darum feiere ich auch diesen Noise Cancel, den Kopfhörer so sehr ab und mache dann immer den Noise Canceling Modus an und bin, also auch früher beim Lernen an der Uni oder für das Abi oder so habe ich es noch nie gekonnt mit Musik im Hintergrund zu lernen und ich kann, das ist glaube ich auch so mein Problem, ich bin (unv.) #00:50:44-9# und also sehr viel Energie und Power und vielleicht hast du ja auch die Lifehacks Folge gehört? #00:50:51-1# Norman Glaser: Habe ich gehört ja. #00:50:51-9# Marcus Meurer: Und ich kann nicht abschalten so und selbst, wenn Leute neben mir im Flugzeug oder im Bus sich irgendwas erzählen, ich kann nicht nicht-hinhören und das nervt mich selber und von daher Musik lenkt mich einfach nur ab. #00:51:02-2# Norman Glaser: Krass. Das heißt du hast Kopfhörer, um nicht Musik zu hören, sondern um die Umgebungsgeräusche auszuschalten? #00:51:07-4# Marcus Meurer: Genau. #00:51:08-5# Norman Glaser: Krass. Geil. (lachen beide) Letzte Frage. Kannst du uns ein Buch empfehlen, was für dich einen großen Mehrwert hatte und wie heißt dieses Buch und worum geht es da? #00:51:16-9# Marcus Meurer: Eins oder kann ich drei nennen? #00:51:22-6# Norman Glaser: Du kannst auch drei nennen. (lachen beide) #00:51:24-3# Marcus Meurer: Also zum einen The 4-Hour Work Week, weil da steht echt noch viel Wahres drin. Das ist der Klassiker, ne? #00:51:30-7# Norman Glaser: Ja. #00:51:31-1# Marcus Meurer: Dann Denke (nach) und werde reich, das ist eigentlich ein Buch, wenn man nur ein Buch lesen sollte, dann das. Rich Dad, Poor Dad und als Bonus, was ich gerade lese, ist Investment Punk. #00:51:46-9# Norman Glaser: Okay. Super. #00:51:48-3# Marcus Meurer: Das wären so die vier Bücher. #00:51:50-0# Norman Glaser: Ja. Verlinken wir natürlich alles in den Shownotes. Marcus, kannst du uns zum Schluss noch einen Tipp mit auf den Weg geben für das digitale Zeitalter, in dem wir leben und wie können wir dich am besten erreichen? #00:52:04-7# Marcus Meurer: Mein Tipp ist, die Gunst der Stunde zu nutzen, weil es noch nie in der Historie eine bessere Zeit gegeben hat als jetzt, um voll in diese digitale Arbeitswelt einzusteigen. Es sind alle Tools verfügbar, die man braucht, um ortsunabhängig oder digital zu arbeiten. Die meisten von den Tools sind sogar kostenlos. Das ganze Wissen dazu ist kostenlos im Internet verfügbar. Man kann sich einlesen in die verschiedenen Ressourcen oder Blogs. Es gibt immer mehr gute Online Kurse, die dann ein bisschen kosten, aber dafür hast du das Wissen dann condensed. Von daher the time is now, nutze die Zeit und wo man mich erreichen kann, ist am besten unter marcusmeurer.de und da sind dann auch Links zu allen anderen Projekten, dnx-berlin.de habe ich schon genannt und da ist auch ein Kontaktformular und da sind meine ganzen Social Media Profile, whatever Facebook, Twitter, Snapshat habe ich jetzt angefangen, Instagram. #00:53:01-5# Norman Glaser: Podcast. #00:53:02-3# Marcus Meurer: Einfach mal, Podcast genau, lifehacks.co , einfach mal nach Marcus Meurer googeln und ich glaube dann findet man ziemlich viel. #00:53:08-6# Norman Glaser: Genau. Wir verlinken auch das alles in den Shownotes. Marcus, hat mir total viel Spaß gemacht und vielen Dank, dass wir uns so auch mal direkt kennenlernen konnten. Du ja als mein inspirierender Podcast, der mich dazu gebracht hat, (lacht) MARKENKONSTRUKT.FM auf die Füße zu bringen. Vielen Dank für deine Zeit. #00:53:26-4# Marcus Meurer: Sehr, sehr, sehr geil. Ja vielen Dank, vielen Dank für deine Zeit. #00:53:29-3# Norman Glaser: Ja. Marcus, bis bald! Danke! Gute Reise! #00:53:31-8# Marcus Meurer: Ja hau rein! Ciao. #00:53:33-9# Norman Glaser: Ciao. #00:53:35-2#[/et_pb_toggle]   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für deine Bewertung bei iTunes.   Wir versorgen dich einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen kostenlos. Melde dich für unseren Newsletter an.   Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn bitte in deinen Netzwerken, dadurch unterstützt du uns enorm! Danke!!!  

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    Der Chief Digital Officer als Held der Digitalisierung

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      Chief Digital Officer - A new hero is born. Der digitale Wandel greift mit rasanter Geschwindigkeit um sich. Und wie jedes Zeitalter braucht auch die digitale Ära einen Helden. Im konkreten Fall ist dies der Chief Digital Officer – kurz CDO. Er ist das Enfant terrible der Vorstandsebene und gehört in großen Konzernen wie Toyota, L´Oreal und Starbucks bereits zum Inventar. Und diese Riesen können nicht irren – oder? Obwohl kaum jemand mehr an den bahnbrechenden Auswirkung der digitalen Transformation und der allumfassenden Bedeutung der Digitalisierung zweifelt, gibt es immer noch Unternehmen, die sich gegen die Schaffung der Position eines CDOs wehren. Haben diese vielleicht recht oder haben sie einfach – wie so oft im Fall der Digitalisierung – die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und präsentieren dir im folgenden Ratgeber alles, was du über den Chief Digital Officer wissen musst.   Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten   Wir sagen es klar vorweg: Dein Unternehmen sollte sich längst mitten in der digitalen Transformation befinden. Besser, du hast gestern bereits mit der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen begonnen, als du tust es heute. Dass du dabei strategisch vorgehen solltest, versteht sich von selbst. Dabei solltest du nicht den Fehler machen, die digitale Transformation als etwas zu sehen, das in kurzer Zeit abgeschlossen werden kann. Vielmehr handelt es sich beim digitalen Wandel um einen Prozess, der einem Marathonlauf ähnelt. Dementsprechend gut sollte auch deine Kondition sein, damit dir nicht auf halber Strecke die Luft ausgeht. Grundsätzlich dauert es in der Regel fünf bis sieben Jahre, um den digitalen Wandel in einem Unternehmen über die Bühne zu bringen. Damit dies auch wirklich gelingt, muss die gesamte Führungsriege mit an Bord sein und den digitalen Wandel mit allen Kräften vorantreiben. Zudem müssen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, sodass notwendige Maßnahmen auch realisiert werden können. Das gesamte Unternehmen muss an einem Strang ziehen, wenn die Digitalisierung gelingen soll. Ein Akteur ist dabei jedoch besonders wichtig, denn bei ihm laufen alle Fäden zusammen – der Chief Digital Officer. Im Gegensatz zu Managern, die hauptsächlich mit dem operativen Geschäft beschäftigt sind und zudem nicht über das notwendige Know-how verfügen, hat der CDO alle nötigen Ressourcen frei, um den digitalen Wandel in erforderlicher Weise voranzutreiben. Aus diesem Grund ist er dein Joker, der dein Unternehmen erfolgreich digitalisiert. Die Digitalisierung zieht grundlegende Veränderungen in allen Bereichen eines Unternehmens nach sich. Sie beschränkt sich keinesfalls auf einzelne Bereiche, sondern verändert disruptiv das gesamte Unternehmen. Sei es die Unternehmenskultur, das Marketing oder Produktionsprozesse, alles ist vom digitalen Wandel betroffen und muss tiefgreifend verändert werden. Bislang eingesetzte Prozesse werden durch andere ersetzt und neue Geschäftsmodelle werden entwickelt. Dies kann mit bestehenden Unternehmensstrukturen jedoch kaum gelingen, denn diese sind nicht auf die neuen Anforderungen ausgerichtet. Zudem erfordert der digitale Wandel rasches Vorgehen, was die bestehenden Unternehmensstrukturen ebenfalls meist überfordert. Es muss also eine Lösung her für diese Probleme und das möglichst schnell. Und genau hier kommt der Chief Digital Officer ins Spiel, denn er verfügt nicht nur über das nötige Wissen, sondern kann die bestehende Situation in deinem Unternehmen sowie sinnvolle Veränderungen auch richtig einschätzen, sodass er dein Unternehmen erfolgreich in die neue Ära führen kann.   What the f*** is a CDO? Was ist ein Chief Digital Officer eigentlich?   Zugegeben, Chief Digital Officer klingt ganz cool. Aber wir wissen: Nicht alles, was sich lässig anhört, ist es dann in Wirklichkeit auch. Im Fall des Chief Digital Officers hält der Inhalt jedoch, was der Name verspricht. Der CDO hat nämlich eine ausschlaggebende Funktion in Unternehmen, die den digitalen Wandel erfolgreich meistern wollen. Die Digitalisierung erfordert zahlreiche und auch sehr tiefgehende Eingriffe in Unternehmensstrukturen sowie -organisation, die zum Teil massive Veränderungen nach sich ziehen. Es erklärt sich von selbst, dass solche Eingriffe niemals plan- und strategielos erfolgen sollten, sondern einer überlegten sowie durchdachten Vorgehensweise bedürfen. Hierbei benötigt es nicht nur Personen, die Ahnung von Digitalisierung sowie der digitalen Transformation von Unternehmen haben, sondern auch Akteure, die alle Vorhaben koordinieren und gezielt vorantreiben. Und genau das ist die Stärke des Chief Digital Officers. Seine Position lässt sich im Großen und Ganze folgendermaßen beschreiben: Die Aufgabe des Chief Digital Officers ist es, sich um die digitale Transformation in einem Unternehmen zu kümmern. Dabei geht er dieses Vorhaben nicht nur von der Businessseite her an, sondern entwickelt gleichzeitig auch eine Onlinestrategie sowie einen Plan für den E-Commerce-Bereich. Er muss zugleich die Rollen als Change Manager, Stratege sowie Impulsgeber einnehmen und die einzelnen Maßnahmen der digitalen Transformation des gesamten Unternehmens auf eine Schiene bringen. So sorgt er dafür, dass das Unternehmen den digitalen Wandel erfolgreich hinter sich bringt und für das digitale Zeitalter fit wird, während er zugleich für eine nahtlose Costumer Journey sorgt, bei der alle on- und offline Touchpoints perfekt aufeinander abgestimmt sind.   So weit, so gut. Auf sich gestellt kann der CDO jedoch kaum signifikante Veränderungen bewirken. Hier bedarf es der kompromisslosen Unterstützung des Unternehmens. Damit der Chief Digital Officer alle genannten Punkt erfolgreich umsetzen kann, benötigt er unbedingt einen Sitz im Vorstand, denn erst durch diesen wird er überhaupt erst handlungsfähig. So muss der CDO klar formulierte Strategien zur Umsetzung des digitalen Wandels im Unternehmen verfassen. Diese müssen folgende Punkte enthalten: Prozesse: Der CDO muss feststellen, welcher Technologien sowie Strukturen es bedarf, um unternehmensinterne Prozesse durch die Digitalisierung effizienter gestalten zu können. Digitale Services und Produkte: Der CDO muss erkennen, welche Potenziale der Digitalisierung für das Unternehmen genutzt werden können. Hierzu muss er auch neue digitale Services und Produkte entwickeln, die einerseits die Einnahmen des Unternehmens steigern und andererseits die Kundenzufriedenheit erhöhen. Kultur und Know-how: Der CDO muss herausfinden, welche Instrumente und Methoden eingesetzt werden müssen, um den digitalen Wandel im Unternehmen voranzutreiben. Darüber hinaus muss er evaluieren, welches Know-how die Mitarbeiter des Unternehmens benötigen, um die einzelnen Schritte auch umsetzen zu können. Marketing und Sales: Der CDO hat auch die Aufgabe, eine digitale Marketing-, Sales- und Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Er muss herausfinden, welche digitalen Kanäle genutzt werden, welches Budget nötig ist, wie sich der Absatz über digitale Kanäle steigern lässt und wie die Kundenakquise, der Vertrieb sowie der Support über digitale Kanäle gestaltet werden sollen. Zudem ist er auch für die Entwicklung einer Social-Media-Strategie verantwortlich. Big Data: Der CDO muss einen Überblick darüber haben, welche Daten das Unternehmen sammelt und wie es diese auswertet und verwendet.   Natürlich kann auch ein Chief Digital Officer diese Veränderungen nicht über Nacht bewerkstelligen. Eine Digitalisierungsstrategie kann zum Beispiel auf fünf Jahre ausgelegt sein. In ihre Ausarbeitung sollten alle Bereiche des Unternehmen miteinbezogen werden, um den digitalen Wandel im Unternehmen wirklich umfassend und erfolgreich vollziehen zu können.   Abgesehen von seinen einzelnen Aufgabengebieten ist die Tatsache, dass alle Unternehmensbereiche von der Digitalisierung betroffen sind, das, was dem Posten des Chief Digital Officers letztendlich seine große Bedeutung gibt. Der CDO ist dabei so etwas wie der Wächter über alle Transformationsprozesse, die er gleichzeitig auch plant und vorantreibt. Er ist es auch, der die Umsetzung in allen Bereichen des Unternehmens überwacht und als Schnittstellen zwischen diesen fungiert. Dabei hat er auch die Funktion eines Mediators inne, der zwischen den einzelnen Abteilungen sowie auch Mitarbeitern vermittelt und diese überhaupt erst auf die digitale Reise schickt. Seine Aufgabe ist es auch, den Mitarbeitern des Unternehmens die Digitalisierung schmackhaft zu machen und sie laufend für die anstehenden Veränderungen zu motivieren. Das geht natürlich nicht alleine mit Tschakaa, du schaffst es!, sondern bedarf auch handfester Argumente. Der Erfolg eines CDOs lässt sich zum Glück aber durch Datenanalyse – und das in vielen Fällen sogar in Echtzeit – belegen. Wurden die jeweiligen Ziele aus dem Strategie-Paper bislang erreicht oder hinkt die Umsetzung hinterher? Dies sollte sich jederzeit problemlos feststellen lassen, sodass Verbesserungen und Kurskorrekturen rechtzeitig vorgenommen werden können.   Das muss ein Chief Digital Officer können   All-in-one device suitable für every purpose – das ist die wenig poetische, aber umso zutreffendere Beschreibung eines Chief Digital Officers. Er ist so etwas wie der Tausendsassa im Vorstand, die eierlegende Wollmilchsau, die alles kann und für alles zuständig ist. Unter anderem aus diesem Grund können CDOs auch aus so ziemlich allen Bereichen kommen. Ob IT, Kommunikation, Betriebs- und Volkswirtschaft, Dienstleistung oder Verwaltung, Chief Digital Officers sind oft Quereinsteiger, die aus den unterschiedlichsten Feldern kommen. Dabei müssen sie aber sehr wohl bestimmte Anforderungen erfüllen: Sie müssen zum Beispiel über langjährige Erfahrung als Führungsperson in der digitalen Welt verfügen und sich dabei als überaus belastbar erwiesen haben. Nicht umsonst findet man gerade viele Personen, die bereits selbst an der Entwicklung digitaler Produkte oder auch an der Gründung von Start-ups beteiligt waren, in der Position eines CDOs. Diese bringen nämlich die idealen Voraussetzungen dafür mit, um alteingesessene Unternehmen in das digitale Zeitalter zu führen.   In der wissenschaftlichen Literatur werden die Aufgaben eines Chief Digital Officers als sehr nachfrageorientiert beschrieben. Einerseits soll der CDO den digitalen Wandel im Unternehmen forcieren, planen und überwachen, andererseits soll er Mitarbeiter motivieren sowie für den Wandel fit machen. Im Detail muss ein Chief Digit_al Officer folgende Anforderungen erfüllen: Er muss über grundlegende BWL-Kenntnisse verfügen. Er muss ein technisches Basiswissen haben, um mit der IT sowie dem CIO zielführend kommunizieren zu können. Er muss eine umfassende Expertise im Bereich E-Commerce mitbringen. Er muss über Erfahrung in der (Weiter-)Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle verfügen. Er muss bereits Transformationsprozesse gestaltet und miterlebt haben. Er muss einen transparenten, offenen, kooperativen, agilen sowie hierarchielosen Führungsstil haben. Er muss über Leidenschaft für Innovationen und neue Technologien verfügen. Er muss über aktuelle digitale Trends im Bild sein. Er muss großes Verständnis für Nutzer- und Kundenbedürfnisse haben. Er muss wissen, wie Daten verstanden und analysiert werden. Er muss mit Leib und Seele hinter der Digitalisierung stehen, denn nur so kann er Mitarbeiter ausreichend motivieren und den digitalen Wandel im Unternehmen vorantreiben. Er sollte idealerweise in Unternehmen unterschiedlicher Größe gearbeitet haben   All das sollte ein geeigneter Kandidat für den Posten des CDO idealerweise mitbringen. Von allen genannten Anforderungen ist wohl die hohe Affinität zur Digitalisierung die wichtigste. Es versteht sich von selbst, dass jemand, der nicht voll und ganz vom digitalen Wandel, dem Nutzen der Digitalisierung und den unzähligen Möglichkeiten neuer digitaler Technologien überzeugt ist, niemals ein guter CDO sein kann. Nur wer selbst für etwas brennt, kann auch andere anstecken. Und eine der Hauptaufgaben des Chief Digital Officers ist es schließlich, die Mitarbeiter von der Wichtigkeit und dem Nutzen der Digitalisierung zu überzeugen, sodass diese den digitalen Wandel mittragen und seine Pläne umsetzen.   Same same, but different? Das unterscheidet den CDO vom CIO   Nicht alle sind von der Notwendigkeit eines Chief Digital Officers überzeugt. Vielfach argumentieren die Kritiker damit, dass doch auch der Chief Information Officer die Aufgaben eines CDOs übernehmen könne. Dies mag auf den ersten, oberflächlichen Blick auch nicht so abwegig wirken, bei genauerem Hinsehen fallen jedoch schnell grundlegende Unterschiede sowohl bei den Qualifikationen als auch den Aufgabengebieten beider Positionen auf. Der grundlegende Unterschied zwischen CIO und CDO liegt darin, dass der CIO im Gegensatz zum CDO zwar über jede Menge technisches Wissen verfügt, sich dabei aber in der Regel kaum mit den anderen von der digitalen Transformation betroffenen Bereichen auseinandersetzt. Das Aufgabengebiet des CDO beschränkt sich – wie weiter oben beschrieben – längst nicht nur auf die technische Umsetzung des digitalen Wandels, sondern umfasst alle Unternehmensbereiche.   So benötigt der CDO nicht nur Erfahrung im Erstellen digitaler Businessmodelle, sondern auch ein hohes Maß Leadership-Qualität sowie Verständnis für den Nutzer. Kurz: CIO und CDO verfügen in der Regel über unterschiedliche Mindsets und ein damit einhergehendes unterschiedliches Verständnis des Themas Digitalisierung. Während sich das Know-how und die Betrachtungsweise des CIOs auf die technischen Aspekte beschränkt, sind jene des CDOs wesentlich umfassender und globaler. Das heißt jedoch nicht, dass der CIO keine wichtige Aufgabe bei der digitalen Transformation hätte. Ganz im Gegenteil, gerade zu Beginn des Transformationsprozesses ist der CIO einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Partner des CDO. Dieser ist letztendlich meist auch nur so lange an Bord, bis die digitale Transformation erfolgreich durchgeführt wurde. Wurde das Unternehmen einmal digitalisiert, ist die Rolle des CDO oft obsolet. Ab dann übernehmen vielfach CIO und CCO die neu geschaffenen Aufgaben. Der CDO kann jedoch auch die Rolle des CCO übernehmen. Dies sollte in jedem Unternehmen individuell entschieden werden. CDO und CIO haben gemeinsame und auch getrennte Aufgabenbereiche. Die Aufgaben des CIO umfassen Geschäftsprozess- und Anwendungsentwicklung Verbesserung der Leistung der technischen Infrastruktur Sicherung und Vernetzung der IT   Die Aufgaben des CDO umfassen: Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle Verbesserung interner und externer Strukturen Steuerung der Digitalisierung Repräsentation nach außen Schnittstellenkoordination Aktives Netzwerken   Die gemeinsamen Aufgaben von CIO und CDO umfassen: Visions- und Strategieentwicklung Effizienzsteigerung Erkennen von Trends und Technologien IT-Controlling und IT-Projektmanagement   Auch die Anforderungen an beide überschneiden sich zum Teil. So umfassen die Anforderungen an den CDO: Aktives Change-Management, das den digitalen Wandel im Unternehmen vorantreibt   Die gemeinsamen Anforderungen an CIO und CDO umfassen: Technikkompetenz Betriebswirtschaftliche Kenntnisse Projektmanagementkompetenz Führungskompetenz Soft Skills Strategisches Denken und Handeln   Ach nö, brauchen wir den wirklich? Darum braucht dein Unternehmen einen CDO   Ja, wir wissen, du kannst es wahrscheinlich nicht mehr hören, ABER: Die Bedeutung des digitalen Wandels kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. JEDES Unternehmen, das weiterhin erfolgreich auf dem Markt bestehen will, muss sich der digitalen Transformation unterziehen und die dafür nötigen Maßnahmen setzen. Dabei ist es völlig egal, aus welchen Bereich das Unternehmen kommt, was es produziert und verkauft, wie hoch sein Umsatz ist oder wie viele Mitarbeiter es beschäftigt. Um die Digitalisierung kommt NIEMAND herum. Was aber braucht es, um den digitalen Wandel erfolgreich zu vollziehen? Nun, vor allem eine Person, die alle Maßnahmen plant und koordiniert – also so etwas wie einen Chief Digital Officer. Dieser benötigt wiederum folgende drei Dinge: Kompetenz Handlungsspielraum Den richtigen Führungsstil   Wie bereits erwähnt, muss bei der digitalen Transformation strategisch und gezielt vorgegangen werden. Das Vorantreiben der digitalen Transformation ist keinesfalls etwas, das von bereits bestehenden Führungspersönlichkeiten nebenbei betrieben werden kann. Zwar müssen alle den digitalen Wandel und die damit verbundenen Maßnahmen mittragen, es muss dabei jedoch einen Hauptverantwortlichen geben, der als Knotenpunkt zwischen allen Bereichen und allen Beteiligten fungiert – eben den CDO. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die nicht aus dem Online-Business stammen, sondern dieses erst nachträglich erschlossen haben bzw. noch mitten in diesem Prozess stecken. Dasselbe gilt insbesondere auch für größere Unternehmen, denn bei diesen ist der strategische und auch praktische Aufwand besonders groß.   Michael Nilles als Paradebeispiel eines Chief Digital Officers   Theorie ist schön und gut, dennoch zeigen praktische Beispiele meist am besten, wie etwas funktioniert. So auch im Falle des Chief Digital Officers. Wir haben daher nach einem Paradebeispiel für einen erfolgreichen CDO gesucht und sind dabei auf Michael Nilles gestoßen. Er ist so etwas wie der Superstar und das Poster Child unter den CDOs, der allen anderen als leuchtendes Beispiel gilt. In seiner Funktion als Chief Digital Officer hat er den digitalen Wandel aller Geschäftsprozesse im Unternehmen Schindler, einem Aufzug- und Rolltreppenhersteller, überwacht und vorangetrieben. Und das mit so großem Erfolg, das sein Name seither als Synonym für erfolgreiche Chief Digital Officer genannt wird. Daher ist es sicher hilfreich, einmal einen genaueren Blick auf seinen Werdegang und sein Wirken zu werfen.   Fachkenntnisse, Führungskompetenz und Soft Skills – der Weg zum Chief Digital Officer   Michael Nilles ist nicht direkt als CDO bei Schindler eingestiegen, sondern hatte in diesem Unternehmen zuvor bereits den Posten des Chief Information Officers besetzt. Seine Karriere ist daher auch ein gutes Beispiel für die Transformation von CIO zum CDO. Als CIO erhielt Nilles im Jahr 2016 zusätzlich die Position des CDO sowie eine Beförderung in die Geschäftsleitung. Für den März 2018 ist außerdem der Beitritt in den Verwaltungsrat von Schindler vorgesehen. Dort wird er dann für die Digitalstrategie des Unternehmens verantwortlich sein. Dabei bringt nicht jeder die Qualifikationen eines Michael Nilles mit. Dieser sticht mir seinen Kompetenzen sowie seiner Expertise deutlich hervor und ist somit so etwas wie der Gold Standard, an dem sich andere messen lassen müssen.   Dass es so wenige CDOs wie Michael Nilles gibt, ist nicht alleine die Schuld der Kandidaten. Auch die Unternehmen blockieren deren Wege immer noch zu sehr. Vor allem, wenn es im die Aufnahme in die Geschäftsleitung sowie in den Verwaltungsrat geht, lässt die Durchlässigkeit sehr zu wünschen übrig. Gerade, was die Digitalisierungskompetenz der Verwaltungsräte betrifft, gibt es noch sehr viel Aufholbedarf. Doch erst, wenn CDOs dort ankommen, wird der Digitalisierung das nötige strategische Gewicht verliehen. Hier hat Schindler den richtigen Weitblick bewiesen, indem Michael Nilles sowohl in die Geschäftsleitung als auch in den Verwaltungsrat aufgenommen wurde. Ein Beispiel, dem andere Unternehmen unbedingt folgen sollten.   Auch aus der Sicht renommierter Head Hunter hat Michael Nilles alles richtig gemacht. Diese betonen immer wieder, dass vor allem eine ganzheitliche Sicht sowie Herangehensweise an die digitale Transformation eines Unternehmens wichtig sind. Darüber hinaus spielen auch eine hohe Affinität zu neuen Technologietrends eine wesentliche Rolle. Kenntnisse im Application Portfolio Management, wann Zusammenarbeit und Outsourcing notwendig sind sowie wie Integration funktionieren kann, müssen ebenfalls zwingend vorhanden sein. Michael Nilles hat hinlänglich bewiesen, dass er all das mitbringt. So hat er sich aus dem IT-Bereich stammend laufend weiterentwickelt und nicht nur bewährte Geschäftsprozesse digitalisiert, sondern ist zugleich auch Allianzen mit skalierbaren Plattformen im industriellen Internet der Dinge eingegangen. Ein Beispiel hierfür ist die Nutzung der Digital-Plattform Predix des US-amerikanischen Konzerns GE.   Erfolgreiche CDOs wie Michael Nilles zeichnet auch aus, dass sie nicht nur die fachlich hellsten Köpfe sind, sondern vor allem, dass sie eine hohe Lösungskompetenz besitzen. Schließlich müssen sie festgefahrene Unternehmensstrukturen aufbrechen und effektive sowie bezahlbare Lösungen für die Anforderungen der digitalen Ära finden. Fachidioten sind hier absolut fehl am Platz, obgleich die Erfahrung gezeigt hat, dass vor allem bei Spezialisten aus dem IT-Bereich ein sehr hohes Risiko besteht, einen solchen zu erwischen. Dieses Risiko sinkt, wenn die Kandidaten bereits über Erfahrungen in der Beratung sowie im operativen Bereich verfügen. Nichtsdestotrotz muss natürlich auch das nötige Fachwissen vorhanden sein. Dieses muss auch unbedingt laufend auf dem aktuellen Stand gehalten und erweitert werden.   Das Gesamtpaket eines kompetenten Chief Digital Officers wird schließlich durch Soft Skills abgerundet. Gerade ein CDO muss über ein hohes Maß an Sozialkompetenz verfügen, um die notwendigen Änderungen im Unternehmen installieren zu können. Wer wie ein Holzhammer vorgeht, braucht sich nicht wundern, wenn er auf Widerstand stößt. Auf der anderen Seite müssen natürlich auch die Unternehmen die passenden Bedingungen bieten, um die besten Kandidaten für den Posten des Chief Digital Officers anzuziehen. Da jüngere Anwärter in der Regel eher die geforderte Affinität zu neuen Technologien mitbringen, spielen die Werte eines Unternehmens eine besonders große Rolle. Jüngere Kandidaten achten nämlich stärker darauf, wofür ein Unternehmen steht und auf einen tieferen Sinn ihrer Arbeit als ältere Kollegen. Demzufolge haben gerade Unternehmen mit einem Command-and-Control-Stil oft große Probleme, kompetente Kandidaten für die Position des CDOs zu finden. Es reicht heute eben nicht mehr aus, Ziele zu setzen und deren Umsetzung zu überwachen. Vielmehr müssen Führungskräfte heute die idealen Rahmenbedingungen schaffen, in denen ihre Mitarbeiter Ziele selbstbestimmt realisieren können. Der Führungsstil kann entscheidend dafür sein, ob der digitale Wandel in einem Unternehmen funktioniert oder eben nicht. Dieser sollte von Hierarchielosigkeit, Flexibilität, Kreativität sowie Innovationsgeist geprägt sein, dabei aber auch gleichzeitig die klassischen Leadership-Tugenden wie Integrität, Verlässlichkeit und einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein beinhalten.   Fundierte Fachkenntnisse, Erfahrung in der Führungsebene sowie im operativen Geschäft, ein hohes Maß an Flexibilität und Innovationsgeist sowie ausgeprägte Sozialkompetenz – das ist das Erfolgsrezept von Michael Nilles, dem Poster Child aller Chief Digital Officer. Damit ein Unternehmen für Kandidaten dieses Formats interessant ist, muss es jedoch auch die entsprechenden Bedingungen bieten. So sollten sich Unternehmen unbedingt vom Command-and-Control-Stil verabschieden und stattdessen ein hohes Maß an Selbstbestimmung zulassen. Darüber hinaus sollten sie dem CDO den Aufstieg in die Geschäftsleitung sowie den Verwaltungsrat ermöglichen, denn nur auf diese Weise kann die Digitalisierung im gesamten Unternehmen strategisch erfolgen.   Diese 5 Faktoren entscheiden über den Erfolg eines Chief Digital Officers   Ob ein CDO erfolgreich ist, hängt zum einen davon ab, ob er der geeignete Kandidat für diese Position ist und das notwendige Rüstzeug mitbringt, und zum anderen, ob das Unternehmen die nötigen Rahmenbedingungen für seinen Erfolg schafft. Im Detail entscheiden vor allem die folgenden 5 Faktoren über Erfolg und Misserfolg eines Chief Digit_al Officers: Die Rolle des CDO muss klar definiert sein: Es reicht nicht aus, einen CDO einzustellen und dann darauf zu warten, dass dieser es schon irgendwie richten wird. Vielmehr muss die Rolle eines CDO mit all seinen Aufgaben klar umrissen sein, bevor du dich überhaupt auf die Suche nach geeigneten Kandidaten machst. Aus der Aufgabenbeschreibung des CDO muss deutlich hervorgehen, welche unternehmerischen Ziele er verfolgen und welche operativen sowie strategischen Spielräume er erhalten soll. Soll er bei Entscheidungen bloß mit am Tisch sitzen oder muss er neue Strategien zwingend unterzeichnen? All dies muss geklärt sein, bevor du einen Chief Digital Officer einstellst. Der richtige Kandidat muss ausgewählt werden: Zwar sind Kandidaten aus der IT und der Digitalwirtschaft aufgrund ihrer Fachkenntnisse prädestiniert für die Position des Chief Digital Officers, diese reichen alleine jedoch noch nicht aus, um als CDO erfolgreich zu sein. Vielmehr muss ein CDO auch Erfahrungen mit der jeweiligen Unternehmensform, ausreichend Managementkompetenz, Leadership Skills sowie ein hohes Maß an Empathie sowie Sozialkompetenz mitbringen. Erst diese Mischung macht ihn zu einem vielversprechenden Kandidaten für den Posten des CDO. Er muss richtig in das Unternehmen eingeführt werden: Gerade hier kommt es noch häufig zu Fehlern. Dabei kann bereits die Einführung des CDO in das Unternehmen über seinen Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Hier ist es vor allem wichtig, dass die oberste Führungsebene am besten noch vor der Einführung des CDO dafür sorgt, dass dieser nicht nur eine relevante Position im Unternehmen erhält, sondern von Führungskräften sowie Mitarbeitern auch als wichtig wahrgenommen wird. Innovationen müssen begrüßt werden: Neues führt häufig automatisch zu Abwehrreaktionen. So sind viele Mitarbeiter und auch Führungskräfte auch CDOs gegenüber zu Beginn oft noch skeptisch eingestellt. Schließlich steht auch er für das Brechen mit Althergebrachtem und Ungewissheit. Wie gut er aufgenommen wird, hängt daher vor allem auch von der Unternehmens- und Arbeitskultur ab. Diese ist erfahrungsgemäß in alteingesessenen Unternehmen meist nicht ideal für die Aufnahme eines Chief Digital Officers. Wenn die Kultur grundsätzlich auf Bewahrung von Traditionen basiert, ist das Unternehmen wahrscheinlich noch nicht bereit für einen CDO. In diesem Fall muss die Unternehmenskultur vor der Einstellung eines Chief Digital Officers in kleinen Schritten verändert werden, damit die Mitarbeiter später den CDO und auch mit ihm einhergehende große Veränderungen akzeptieren. Bereitstellung einer eigenen, klar definierten Position:> Der CDO unterscheidet sich von CTO und CIO unter anderem dadurch, dass er keine Supportfunktion im klassischen Sinne erfüllt, sondern Geschäfts- und Produktstrategien sowie operative Entscheidungen in allen Bereichen des Unternehmens beeinflusst. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Erfolge des CDO auch deutlich als solche zu kennzeichnen. Nur so kann er das nötige Standing im Unternehmen aufbauen.   Same old thinking, same old results – warum der Chief Digital Officer nicht die Lösung des Problems ist   Viele Kandidaten für den Posten des Chief Digital Officers haben die Erfahrung gemacht, dass Unternehmen den digitalen Wandel als eine Art zu lösendes Problem sehen, dass sie in den Griff bekommen sollen. Hier offenbart sich bereits ein grundlegendes Missverständnis, das nicht nur den Erfolg von Unternehmen gefährdet, sondern auch CDOs das Leben schwer macht. Beim digitalen Wandel handelt es sich nämlich vielmehr um eine Evolution als um ein kurzzeitiges Problem, nach dessen Lösung es weitergehen kann wie bisher. Viele Unternehmen – insbesondere Versicherungen und Banken – müssen sich sogar komplett neu erfinden. Kurz gesagt: Es gibt kein Problem und der Chief Digital Officer ist daher auch nicht die Lösung. Vielmehr ist er die Schlüsselfigur, um das Unternehmen auf eine neue Evolutionsstufe zu hieven.   Der digitale Wandel unterscheidet sich in der Praxis von bisher zu lösenden Problemen in erster Linie dadurch, dass es nun nicht mehr möglich ist, bekannte Instrumente und Werkzeuge zu verwenden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Vielmehr geht es unter anderem darum, diese Werkzeuge durch neue zu ersetzen, was eine grundlegende Veränderung bedeutet. Demzufolge muss sich auch der Vorstand um die Digitalisierung seines Unternehmens kümmern. Ist diese Einsicht einmal vorhanden, kann die Suche nach einem Chief Digital Officer beginnen.   Mit diesen Problemen sehen sich viele CDOs konfrontiert   Eines der größten Probleme bei der digitalen Transformation ist die Tatsache, dass viel zu oft immer noch bestehende Strukturen und Prozesse einfach digitalisiert werden. Ähnlich verfahren viele Unternehmen auch in Hinsicht auf Chief Digital Officer. Sie schaffen diesen Posten und erwarten, dass es damit getan ist. Strategische Planung und Richtungsfestlegung? Fehlanzeige. Dass das nur schiefgehen kann, müssen wir wahrscheinlich nicht extra erwähnen.   Zudem glauben die anderen Vorstandsmitglieder häufig, dass sie sich mit der Schaffung des CDO-Postens quasi aus der digitalen Transformation freikaufen können. Schließlich gibt es jetzt ja jemanden, der sich um die Digitalisierung kümmert. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn bei der Digitalisierung handelt es sich um eine allumfassende Veränderung, die alle Personen sowie Bereiche eines Unternehmens betrifft. Es kann also niemand so weitermachen wie bisher. Auch eine Abgrenzung der einzelnen Zuständigkeitsfelder ist fehl am Platz. Viel zu oft kommt es nämlich zum Kampf um Ressourcen anstatt zu Kooperation mit dem Ziel, den Wandel so erfolgreich wie möglich voranzutreiben. Diese Zusammenarbeit ist jedoch eine Grundvoraussetzung, damit die digitale Transformation gelingt.   Neben der falschen Rollenvorstellung des CDOs liegt ein weiteres Problem in der fehlenden Unterstützung durch das Unternehmen gerade zu Beginn. So darf er oft erst nach einer gewissen Zeit ein Team bilden und bekommt auch erst später die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt. Das ist oft das typische Schicksal von Change Managern – diese müssen sozusagen gegen Windmühlen kämpfen und erhalten wesentlich mehr Gegenwind als Unterstützung. Dies hat oft zur Folge, dass selbst die besten CDOs letztendlich zerrieben werden und frustriert aufgeben.   Um dies zu verhindern, solltest du deinem CDO gegenüber sowohl in Hinsicht auf Handlungsspielraum und Befugnisse als auch in Hinsicht auf Budget sehr großzügig sein. Darüber hinaus müssen alle anderen Bereiche mit dem CDO zusammenarbeiten, sodass die Digitalisierung auch wirklich die hinterste Unternehmensecke erreicht. Das heißt: Cross-funktionale Teams statt Silo-Strukturen. Nur so kann Digitalisierung gelingen.   Ein weiteres großes Problem zeigt sich bei der Auftragsbeschreibung von CDOs. Was soll er denn nun eigentlich machen? Und wer weiß, was er machen soll? Schließlich gab es diesen Posten bislang ja noch nicht. Diese Fragen lassen sich daher erfahrungsgemäß kaum eindeutig beantworten. Liest man jedoch die Stellenanzeigen für CDOs, erhält man bereits ein etwas aufschlussreicheres Bild, das jedoch eher Mitleid mit dem armen Schwein, das all diese Anforderungen erfüllen soll, weckt. So soll ein Chief Digital Officer als Change Manager das gesamte Unternehmen verändern und in das digitale Zeitalter führen als Coach für die anderen Vorstände fungieren perfekt mit Daten und deren Analyse umgehen ein neues IT-Framework einführen digitale Prozesse implementieren Social Media-Profi sein und dieses für digitale Markenführung nutzen die Unternehmensbelegschaft in Arbeit 4.0 einführen die Unternehmenskultur nachhaltig verändern neue Finanzierungs- und Vertriebskanäle erschließen   Diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig und gibt nur einen kurzen Überblick über die extrem hohe Erwartungshaltung, der sich CDOs gegenüber sehen. Zudem zeigt sich an dieser das Problem mit der exakten Definition des Aufgabengebiets.   Du solltest jedoch unbedingt genau festlegen, was du von einem Chief Digital Officer erwartest und welche Aufgaben dieser in deinem Unternehmen übernehmen soll, bevor du dich überhaupt erst auf die Suche nach geeigneten Kandidaten machst. Schließlich weißt du ja auch erst dann, wonach du eigentlich suchen sollst.   Ein weiteres Problem, vor dem zahlreiche Unternehmen bei der Suche nach einem Chief Digital Officer stehen, ist die Tatsache, dass sie nicht wissen, wo sie diesen finden sollen. Zwar gibt die Liste der Anforderungen an einen CDO einen guten Orientierungsrahmen vor, letztendlich beschreibt sie aber nichts anderes als eine eierlegende Wollmilchsau – und diese zu finden gleicht der Suche nach dem Heiligen Gral. Dabei stehen viele Unternehmen auch vor dem Dilemma, zwischen zwei grundsätzlichen Wegen entscheiden zu müssen: Entscheidet man sich für eine alteingesessene Führungskraft, erhält man meistens einen typischen Vertreter des bekannten Systems, welches ja gerade durch ein neues ersetzt werden soll. Entscheidet man sich hingegen für einen jungen Wilden ist die Scheu, diesem die für den Wandel notwendige Verantwortung zu übertragen, meist zu groß. Was also tun? Diese Frage beschäftigt nicht nur Unternehmen selbst, sondern auch Head Hunter und Consulting Agenturen. Letztendlich befinden sich alle auf dem gleichen Wissensstand und verfügen auch alle über den gleichen Erfahrungsschatz, wenn es um den idealen Chief Digital Officer geht.   In der Praxis hat sich gezeigt, dass dann meist Kompromisse eingegangen werden. Diese sehen meist folgendermaßen aus: Es wird jemand aus dem Vorstand zum CDO ernannt. Das Problem hierbei ist, dass diese Personen, die ja zu den alten Hasen zählen, nicht genug Affinität zu neuen Technologien mitbringen und auch nicht in ausreichendem Maß mit agilen Methoden vertraut sind. Es wird jemand, der IT kann, zum CDO ernannt. Hier ist das Problem, dass die Aufgaben des CDO nur zu rund 20 Prozent aus dem Bereich IT stammen. Beim Rest handelt es sich um IT-fremde Thematiken. Es wird jemand, der bereits ein Start-up gegründet hat, zum CDO ernannt. Hier werden wahrscheinlich sowohl Unternehmen als auch der CDO enttäuscht werden. Es wird jemand, der Karriere machen will, zum CDO ernannt. Karrieretypen sind meist darauf bedacht, die Regeln nicht zu verletzen, und vermeiden es daher, Bestehendes infrage zu stellen. Genau das muss ein guter CDO jedoch machen. Jemand aon außerhalb des Unternehmens wird zum CDO ernannt. Gibt es keine unternehmensinternen Kenntnisse, wird meist zu viel Zeit benötigt, bis sich der CDO im Unternehmen zurecht findet.   Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor – was schon Goethe so schon auszudrücken vermochte, beschreibt hervorragend die heutige Situation der Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten Chief Digital Officer. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld der Suche wirklich darüber im Klaren zu sein, was Digitalisierung für dein Unternehmen konkret bedeutet und die notwendigen Maßnahmen nach Prioritäten zu reihen. Dann kannst du genau jene Kandidaten suchen, die die obersten Prioritäten erfüllen und bereits mitbringen. Den Rest können sie auch später noch lernen.   Ein Problem, das keinesfalls unterschätzt werden sollte, ist die große Diskrepanz zwischen neuen Arten der Zusammenarbeit sowie Mitarbeiterführung und den gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Wer von einem deutschen Silicon Valley träumt, wird bald auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Flexible Arbeitszeiten und -orte, das Führen virtueller Teams mit womöglich rund um den Globus verstreuten Mitarbeitern, Crowd Working, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen – Arbeit 4.0 ist zum Teil nicht problemlos mit den deutschen Gesetzen vereinbar und verlangt ein Verlassen des über Jahrzehnte aufgebauten juristischen Schutzrahmens. Hier besteht daher die Gefahr, sich strafbar zu machen, was die ganze Sache mit der Digitalisierung natürlich noch wesentlich komplizierter macht. Arbeitnehmerschutz, Compliance, Arbeitnehmerüberlassung, Datenschutz und Privacy sind nur einige der Herausforderungen, die überwunden werden müssen. Dies kann dir jedoch nicht alleine gelingen, sondern muss gesamtgesellschaftlich gelöst werden. Da hiervon natürlich nicht nur CDOs betroffen sind, sondern die gesamte Arbeitswelt starten Bund und Länder auch die notwendigen Initiativen. Du kannst also für die Zukunft hoffen, dass die entsprechenden Bedingungen für Arbeit 4.0 geschaffen werden. Bis dahin solltest du jedoch vorsichtig sein.   Jene Probleme, die bei der Suche nach einem geeigneten Chief Digital Officer zu Tage treten, sind oft auch ein Symptom für ein grundlegendes Missverständnis der digitalen Transformation. Wer die Bedeutung des digitalen Wandels und der damit einhergehenden, notwendigen Veränderungen in seinem Unternehmen nicht richtig verstanden hat, sucht natürlich auch nicht nach der passenden Person für diese Position. Daher ist dies auch genau die richtige Situation, um die persönliche Einstellung zu sowie das Verständnis des digitalen Wandels zu hinterfragen. Ist dir bewusst, was Digitalisierung wirklich für dein Unternehmen bedeutet? Oder hast du deren Auswirkungen bislang vielleicht unterschätzt? Die Beantwortung dieser Fragen und eine ehrliche Selbstreflexion helfen dir hier sicher weiter.   So sieht die Lage momentan in deutschen Unternehmen aus   Der Chief Digital Officer ist in aller Munde. Kaum ein Posten wird derzeit so heiß diskutiert und auch wir haben uns ja bereits in aller Ausführlichkeit zu diesem Thema geäußert. Wie aber sieht die Situation momentan in der Realität der deutschen Unternehmen aus? Darüber gibt eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin nähre Auskunft. Diese hat sich nämlich mit der aktuellen Lage in deutschen Unternehmen beschäftigt und mehr oder weniger Überraschendes zu Tage gebracht.   Wirft man einen Blick auf DAX-Unternehmen, entdeckt man wenig neue Informationen: 40 Prozent von diesen beschäftigen heute einen Chief Digital Officer. Etwa 20 Prozent haben in ihrem Unternehmen einen ähnlichen Posten wie jenen des CDOs geschaffen. Dies entspricht laut Forschungserkenntnissen dem allgemeinem aktuellen Stand der Digitalisierung in Deutschland. So verfügen die DAX-Unternehmen Daimler, BASF, E.ON, SAP, Merck sowie SAP bereits über einen CDO, während die Deutsche Bank, ThyssenKrupp, ProSiebenSat1 Media, BMW, Volkswagen und Bayer vergleichbare Posten geschaffen haben. Hier fällt auf, dass es in erster Linie Industriekonzerne sind, die die Wichtigkeit eines Chief Digital Officers erkannt haben. In dieser Branche haben daher auch überdurchschnittliche 60 Prozent der Unternehmen bereits einen CDO. An zweiter Stelle folgen Chemieunternehmen mit 33 Prozent sowie der Dienstleistungssektor mit 30 Prozent. Bei Letzterem fällt auf, dass gerade Finanzdienstleister noch häufig ohne CDO auskommen. Alles in allem lassen diese Beobachtungen den Schluss zu, dass vor allem die Konzernriesen auf Chief Digital Officer setzen – neun der 15 größten DAX-Konzerne haben bereits einen CDO bzw. ein Äquivalent berufen. Je kleiner die Unternehmen werden, desto seltener trifft man auch auf einen CDO.   Ganz anders gestaltet sich die Situation bei den MDAX-Konzernen: Von diesen verfügen lediglich vier Prozent über einen Chief Digital Officer. Das heißt, dass nur zwei MDAX-Unternehmen – nämlich Schaeffler sowie Airbus – bereits einen CDO haben. Zwei weitere Unternehmen – Klöckner und Axel Springer – haben zwar keinen CDO, lassen dafür aber den CEO dessen Aufgaben übernehmen und zeichnen sich im Vergleich zu anderen MDAX-Unternehmen durch eine bereits fortgeschrittene digitale Transformation aus.   Wer sind die CDOs, die in den großen DAX-Unternehmen die digitale Transformation vorantreiben? Im Schnitt sind sie männlich, 41 Jahre alt und Absolventen eines technischen, naturwissenschaftlichen oder betriebswirtschaftlichen Studiums. In ihrer Position als Chief Digital Officer sollen sie für die Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie entwickeln und diese auch umsetzen. Sie sollen darüber hinaus digitale Kenntnisse mitbringen, digitale Geschäftsmodelle etablieren und die unternehmensinterne digitale Transformation managen.   In Hinblick auf die zu bewältigenden Aufgaben haben die Unternehmen Kandidaten gewählt, die folgende Punkte erfüllen: Sie haben ein Gespür für die Wünsche der Kunden, sodass sie diesen maßgeschneiderte Services und Produkte anbieten können. Sie verfügen über hohe strategische Kompetenz. Sie sind kreativ und visionär. Sie verfügen über fundierte Kenntnisse in den Bereichen Technologie sowie Projekt- und Prozessmanagement. Jene CDOs, die auf Change-Management und Marketing spezialisiert sind, verfügen eher über ein IT-Grundverständnis, während jene, die hauptsächlich digitale Services und Produkte entwickeln sollen, über tiefergehenderes Wissen im IT-Bereich verfügen. Sie verfügen über ein gewisses Verständnis der IT-Architektur. Sie zeichnen sich durch hohe Belastungs- sowie Begeisterungsfähigkeit, Kommunikationsstärke und Überzeugungskraft aus. Sie verfügen über wichtige Soft Skills wie Empathie, Eigenmotivation, Durchsetzungskraft und Neugier.   Die Untersuchung der HTW kommt in Hinsicht auf die Aufgaben der CDOs zum Schluss, dass diese sich zahlreichen Schwierigkeiten gegenüber sehen. Zu diesen zählen in erster Linie unklar definierte Aufgabenbereiche, zu knappe Budgets sowie Vorstände, die zwar von Veränderungen sprechen, deren Umsetzung in der Praxis aber nicht unterstützen. Daraus lässt sich wiederum schließen, dass der CDO den Rückhalt und die bedingungslose Unterstützung des CEO benötigt, um wirklich erfolgreich zu sein. Hierfür wäre es gut, aber nicht zwingend notwendig, würde der CDO im Vorstand des Unternehmens sitzen. Auf jeden Fall aber muss er über die nötigen Befugnisse und Kompetenzen verfügen.   Ein weiteres typisches, aus den Studienergebnissen ersichtlich gewordenes Problemfeld ist die Schnittstelle zwischen CDO und CIO. Je nachdem, wie ein Unternehmen die Position des CDOs definiert, kann es aufgrund von Überschneidungen zu Konflikten um Ziele und Ressourcen kommen. Diese haben wiederum Verzögerungen sowie im schlimmsten Fall Stillstand zur Folge.   Letztendlich lässt sich wohl zusammenfassen, dass die Situation in deutschen DAX- und MDAX-Unternehmen hinsichtlich Digitalisierung und CDOs durchwachsen ist. Während große DAX-Unternehmen die Wichtigkeit eines Chief Digital Officers erkannt und daraus folgend diese Position bereits geschaffen haben, scheinen MDAX-Unternehmen immer noch mit der Digitalisierung zu kämpfen. Hier ist besonders auffällig, dass einige Unternehmen auf den CEO als CDO setzen. Im Gegensatz zu Unternehmen, die gänzlich auf CDOs oder ein Äquivalent verzichten, können diese jedoch auch Fortschritte im Digitalisierungsprozess vorweisen. Letztendlich ist es immer besser, die Digitalisierung in irgendeiner Form voranzutreiben als gar nicht. Die Implementierung eines Chief Digital Officers ist dabei natürlich das Ideal – wovon jedoch noch nicht alle Unternehmen überzeugt zu sein scheinen.   Vergleicht man die Situation in Deutschland mit jener weltweit, zeigt sich ein ähnliches Bild. Im internationalen Vergleich finden sich jedoch in der Werbebranche, in den Medien sowie im Verlagswesen bislang die meisten CDOs. Die Bereiche Einzelhandel, NGOs und der Finanzdienstleistungssektor zeigen einen starken Aufwärtstrend. Die typischen Kandidaten für diese Position ähneln sich meist und entsprechen im Großen und Ganzen dem deutschen Durchschnitts-CDO.   Ist dein Unternehmen bereit für einen Chief Digital Officer?   Die digitale Transformation eines Unternehmens bringt grundlegende Veränderungen mit sich. Nicht umsonst ist in diesem Zusammenhang häufig von Disruption die Rede. Diese Veränderungen sollten keinesfalls mit der Holzhammer-Methode durchgeführt werden, sondern müssen behutsam und strategisch geplant erfolgen. Dabei ist es in erster Linie auch wichtig, dass dein Unternehmen für diese bereit ist. Letztendlich gibt es keinen richtige Zeitpunkt für den Einsatz eines CDO. Ausschlaggebend ist jedoch das Niveau der Digitalisierung im jeweiligen Unternehmen. In der Entdeckungsphase, in der erste digitale Applikationen noch planlos ausprobiert werden, sowie nach einer abgeschlossenen digitalen Transformation ist die Notwendigkeit eines Chief Digital Officers nicht akut gegeben.   Anders sieht es in der Aufbauphase sowie in der Industrialisierungsphase aus. Während ein CDO in der Aufbauphase eine Vision formulieren, Initiativen anregen sowie Programme, Strukturen und Standards festlegen kann, kann er in der Phase der Industrialisierung Veränderungen der IT-Funktionen anregen, Messgrößen zur Analyse von Daten festlegen und die Digitalisierung allgemein vorantreiben. Ob dein Unternehmen einen CDO braucht, hängt also davon ab, wo dein Unternehmen momentan gerade steht.   Grundsätzlich gilt: Je traditioneller und alteingesessener ein Unternehmen ist, desto größer sind auch die zu erwartenden Schwierigkeiten beim digitalen Wandel. Es hilft also nichts, wenn du bereits nach geeigneten Kandidaten für die Position eines CDOs Ausschau hältst, ohne zuvor überprüft zu haben, ob dein Unternehmen überhaupt für Veränderungen bereit ist. Strikte Hierarchien und ein Command-and-Control-Stil stehen dem Wandel nur im Weg und machen wichtige Veränderungen unmöglich. Im Gegensatz dazu sorgen Vertrauen in den CDO sowie viel Handlungsspielraum dafür, dass der digitale Wandel gelingt. Dieser erfordert ein hohes Maß an Flexibilität sowie Offenheit für neue Technologien und Prozesse. Das sind die Grundvoraussetzungen, um die digitale Transformation unter der Führung eines Chief Digital Officers zu schaffen. Erst, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du dich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten machen. Dieser sollte dann natürlich auch richtig in dein Unternehmen eingeführt werden. Das heißt konkret: Er sollte in der Unternehmenshierarchie direkt unter dem CEO stehen und volle Handlungsfreiheit haben. Nur dann können selbst hervorragende Chief Digital Officer ihre Kompetenzen voll ausspielen und dein Unternehmen erfolgreich digitalisieren.   Darum braucht dein Unternehmen einen Chief Digital Officer   Der Posten des CDO gehört zu jenen mit dem größten Gestaltungsspielraum. Und genau das macht ihn so schwierig zu besetzen. Dabei solltest du bedenken, dass sich die Situation noch verändern wird, da die digitale Transformation noch in den Kinderschuhen steckt und gerade erst Fahrt aufnimmt. Die Digitalisierung wird in Zukunft immer mehr an Priorität gewinnen und mit ihr auch die Position des Chief Digital Officers. Heute müssen CDOs ihre Existenz aber teilweise noch an allen Fronten rechtfertigen und mit viel Gegenwind rechnen. Die deutschen Konzernriesen haben die Zeichen der Zeit jedoch bereits erkannt und CDOs in ihre Vorstände aufgenommen. Du solltest dir ein Beispiel an diesen nehmen und alles für die Implementierung eines Chief Digital Officers in deinem Unternehmen vorbereiten. Hierfür solltest du zuerst die Rolle sowie die Aufgaben des CDOs definieren und den momentanen Digitalisierungsstand deines Unternehmens evaluieren. Erst wenn du weißt, wo dein Unternehmen momentan steht, kannst du auch herausfinden, was dein idealer CDO können und mitbringen muss. Grundsätzlich sollte dieser über eine Mischung aus profunden Fachkenntnissen, Leadership-Erfahrung, Soft Skills und Rebellentum verfügen. So bringt er das notwendige Wissen mit und kann es trotzdem schaffen, bestehende Unternehmensstrukturen aufzubrechen und durch neue zu ersetzen. Denke immer daran, dass Digitalisierung ein ganzheitlicher Prozess ist und viel mehr einer Evolution gleicht als der Lösung eines Problems, nach der alles wieder wie gewohnt weiter geht. Der Chief Digital Officer hat die Aufgabe, dein Unternehmen auf diese nächste Evolutionsstufe zu hieven. Ist dies einmal gelungen, kann er dauerhaft in die neue Unternehmensstruktur integriert werden und dein Unternehmen weiterhin in der Umsetzung neuer Prozesse unterstützen.     Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für deine Bewertung bei iTunes.   Frisches Hörfutter direkt auf Dein Smartphone Du kannst nun umgehend auf dem Messenger Deiner Wahl über neue Podcast-Episoden, Blogbeiträge, Newsletter und Aktionen auf dem Smartphone informiert werden und die Inhalte auch gleich abrufen. 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  • 00:46:51

    Thomas Mangold ★ Produktiver und effizienter leben > Tausche Chaos gegen Ordnung

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit Thomas Mangold Hey Leute, was geht ab? Hier scheint die Sonne, hier ist blauer Himmel, das heißt, ich bin gerade richtig gut drauf und bin happy. Und ich habe mir heute Thomas Mangold geschnappt, den Guru in Sachen Effizienz und Produktivität und ja... wie ihr vielleicht wisst, sind das auch genau meine Themen. Von daher habe ich mich mega auf das Interview gefreut. Wir sind richtig tief eingestiegen in verschiedene Techniken, in Tools. Und ja... ich würde am liebsten mit dem Thomas noch zwei Stunden weiter labern, aber bevor ich jetzt hier zu viel rede, steigt besser ins Interview ein. Viel Spaß und haut rein! In dieser Folge lernst du: Wie du dich besser fokussierst und deine Aufgaben erledigt bekommst. Wie du deine ToDos in vier Prioritätenstufen einteilst. Was gegen akute Aufschieberitis hilft. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Selbst Management Website von Thomas ThomasMangold.me my fitnesspal Runtastic LOOX FITNESS PLANER 7-Minuten-App OFFTIME Todoist Evernote Eat That Frog! Video Wunderlist Trello Self Control Antisocial Freedom [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Thomas Mangold   Marcus: Hey Thomas, willkommen auf dem LifeHackz Podcast! Thomas: Hallo Marcus, freut mich, danke für die Einladung! Marcus: Ja sehr gerne. Wo bist Du gerade, was machst Du? Thomas: Ich sitze gerade in Wien in meinem Home Office und ja... bin im Bereich Selbstmanagement tätig, blogge auch über das Thema und ja... im Großen und Ganzen geht es bei mir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das ist mein großes Überthema, sage ich mal. Und damit beschäftige ich mich. Marcus: Okay, das heißt, am Ende soll dann der Impact sein, Du hast mehr Zeit für was auch immer? Thomas: Ja genau, für das, was Dir eben Spaß macht. Familie, Freunde oder Essen, wie auch immer und weniger halt an Deiner Arbeit oder Deinen Projekten arbeitest. Oder eben die Arbeit durch die Projekte eben schneller und produktiver über die Bühne bringst und dann eben mehr Zeit für diese Dinge zu haben. Marcus: Mhh. Das Thema Produktivität ist ja ein ziemlich wichtiges Thema, gerade bei uns Selbstständigen. Und gerade als Selbstständiger, der noch Online unterwegs ist und dann so Fallen, wie Facebook und Social Media ausgesetzt ist. Das ist für mich irgendwie immernoch die größte Challenge, da fokussiert zu bleiben. Merkst Du, dass der Bedarf oder die Nachfrage nach Dir und Deinen Kursen oder Deinen Produkten, oder speziell zum Thema Produktivität wächst und größer wird? Empfindest Du das auch so, dass es zum echten Problem werden kann? Thomas: Ja auf alle Fälle. Also, ich kenne mittlerweile so viele Menschen, die wirklich Probleme damit haben ihre Aufgaben, die ihnen gestellt werden, egal ob man jetzt selbstständig ist oder unselbstständig arbeitet, die noch über die Bühne zu bringen und die noch zu schaffen in der vorgegebenen Zeit. Das wird halt immer, immer schwieriger. Die Anforderungen werden immer höher und andererseits auch die Ablenkungen natürlich. Wie Du schon gesagt hast: Facebook, Twitter, Google, was da auch immer wartet, Youtube. Die werden auch immer größer und damit braut sich irgendwas zusammen dann, wo man dann mit den Aufgaben eben nicht mehr fertig wird. Und da muss man eben Strategien und Lösungen finden, damit man das doch schafft und ja... da setzt eben mein Blog, meine Kurse, meine Bücher setzen da an, genau. Marcus: Okay, das heißt, Du selber warst schon immer ein total effizienter, strukturierter und optimierter Mensch oder was für einen Background hast Du? Thomas: Ähm naja, ich war jetzt nicht der totale Chaot, das würde ich nicht sagen, aber ich war jetzt nicht so strukturiert und gut, wie ich jetzt arbeite und produktiv wie ich jetzt arbeite. Das war ich mit Sicherheit nicht. Also, ich habe mich mit dem Thema begonnen, schon während meines Studiums, mich zu beschäftigen und ja, es wurde dann immer mehr und irgendwann habe ich mir gedacht „Okay, da kannst Du mehr draus machen. Du weißt jetzt schon so viel über das Thema, da startest Du jetzt mal mit einem Blog“ ja. Und das war eigentlich der Beginn, aber ich war... als Schüler war ich nicht so gut strukturiert, sage ich jetzt mal (lacht). Da hat es eher gehapert an diversen Dingen, obwohl es da ja noch keine Ablenkungen wie Facebook und Smartphone oder so gegeben hat, aber trotzdem. Da waren dann halt die Ablenkungen anders. Ich war immer begeisterter Fußballspieler, begeisterter Sportler und habe halt lieber Sport getrieben als gelernt und ja... das hat sich dann auch oft in den Noten niedergeschlagen. Marcus: Ja, wir sind ja ungefähr fast gleiches Baujahr. Ich bin 77er und wenn ich mich zurück erinnere, eigentlich muss es ja voll die Oase gewesen sein ohne Smartphone, ohne Ablenkung, ohne Handys. Aber dann gab es halt andere Sachen ne? Dass man Sport gemacht hat oder sich mit Freunden getroffen hat, keine Ahnung. Also man konnte auch so seine Zeit irgendwie vertrödeln und sich um die Hausaufgaben drücken. Thomas: Genau! Das hat immer geklappt. (beide lachen) Marcus: Wie auch immer. Und was war dann der Trigger während des Studiums, Dich damit mehr zu beschäftigen? Thomas: Ja, dass ich einfach gemerkt habe... also in der Schule war es noch so, dass man halt einen klaren Stundenplan gehabt hat. Man hat gewusst, man muss hingehen. Und dann kam man auf die Uni und da war es eigentlich vollkommen egal, ob man anwesend war oder nicht - bei den meisten Kursen zumindest. Und ja... ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass ich da eigentlich viel Zeit vertrödele und nicht hingehe oder etwas anderes mache. Und dann kam die große Prüfung. Ja, und dann war es halt nicht so leicht wie in der Schule, dass man da halt noch ein, zwei Tage davor zu lernen beginnt und das schafft. Und dann kamen die ersten negativen Noten. Und das war so der Trigger wo ich gesagt habe „Okay, das kann so nicht weitergehen. Ich muss da vieles ändern.“ Und da habe ich eigentlich wirklich intensiv begonnen, mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Marcus: Mhh, also das war für mich ehrlich gesagt auch eine ganz neue Erfahrung, als ich dann frisch an die Uni gekommen bin, an der Uni Münster, und mir den Stundenplan dann selber zusammenstellen musste. Das konnte man dann ja noch irgendwie ein bisschen schieben und machen und tun, aber Du bist das erste Mal halt auf Dich selbst gestellt und für Dich selber verantwortlich, ob Du dahin gehst - bei uns gab es auch kaum Anwesenheitspflicht – oder nicht. Und wann Du anfängst zu lernen und womit Du lernst. Wichtig war eigentlich nur, dass Du zu den Klausuren erschienen bist. Und am Anfang habe ich dann auch viel zu spät angefangen und dann irgendwie mit Biegen und Brechen das gerade noch bestanden. Weil ich glaube, die meisten Menschen ticken so, dass sie erst loslaufen, wenn sie müssen. Thomas: Ja, so isses. Und das ist einer der größten Fehler und den habe ich jetzt versucht auszumerzen, eben durch gute Planung. Da kommen wir schon ins Thema Planung ein bissl hinein. Wenn Du Dir das gut einbläust und gut planst, Deine Aufgaben gut verteilst über die Zeit, die Du zur Verfügung hast, dann lebt es sich auch wesentlich entspannter. Das einzige, was man halt entwickeln muss, ist die Disziplin, das dann auch wirklich durchzuziehen und nicht so, wie gesagt, früher war ich... ich habe damals natürlich schon mit To Do Listen und Aufgabenlisten, damals noch in handschriftlicher Form auf irgendeinem Blatt Papier gearbeitet. Und das ist dann immer wieder auf den nächsten Zettel übertragen worden und so weiter und so fort. Und erledigt ist es nie worden, also ja, mittlerweile glaube ich, dass ich ganz gut in der Planung bin. Dass ich ganz gut darin bin auch zu wissen, was ich an einem Tag so erledigen kann. Also, dass ich mir nicht zu viel vornehme. Auch das ist ja oft eine Gefahr, dass man sich viel zu viel vornimmt und das dann nicht schafft und dann frustriert ist. Also da nehme ich mir lieber ein bisschen weniger vor und schaffe das dann und freue mich, dass ich dann am Ende des Tages meine To Do Liste abgearbeitet habe. Ja und eben was glaube ich noch ganz wichtig ist, sich in diesem Bereich noch ein bisschen Pufferzeiten zu lassen, weil ja immer wieder unvorhergesehene Dinge kommen. Mit denen arbeiten die wenigsten. Also die meisten die zu mir kommen, haben eben nicht diese Pufferzeiten, sondern den Tag von in der Früh bis Spätabends durchgeplant. Und wenn dann mal irgendetwas außergewöhnliches passiert, dann kommt’s eben dazu, dass man Aufgaben verschieben muss und das ist glaube ich, nicht optimal. Marcus: Ja dann kollabiert so das ganze System, was man sich vorher aufgestellt hat in seiner Wunderlist oder Evernote oder welchem To Do Planer auch immer. Thomas: Genau, so isses. Dann drückt man auf morgen, morgen, morgen, morgen und dann wird die morgige Liste wieder elendslang und das ist dann ein Riesending, das man dann irgendwann nicht mehr bändigt und irgendwann macht man den To Do Planer dann gar nicht mehr auf vermutlich. Marcus: Ja, das musste ich auch erstmal lernen. Also am Anfang bin ich auch immer davon ausgegangen, was ist der optimale Tag? Ich stehe dann und dann auf. Okay, dann bleiben mir vielleicht vier Stunden zum Arbeiten, später nochmal fünf, am Abend nochmal drei, wenn ich richtig viel weghauen will. So, und entsprechend habe ich dann die Tasks da reingehauen, aber ohne daran zu denken, dass auch mal jemand anrufen könnte oder eine E-Mail reinkommt, die dann doch so wichtig ist, dass sie da reingeschoben werden muss. Oder was auch immer passiert. Und dann ist Dein ganzer Plan eigentlich wieder für die Katz´ und Du bist wieder nur am Schieben: morgen, morgen, morgen. Wenn Du überhaupt ein Datum assigned hast. Das ist ja noch schlimmer. Ich habe mir da mittlerweile angewöhnt für alles dann auch ein Datum zu assignen in der Wunderlist. Aber wenn Du gar kein Datum hast, dann verrottet es irgendwie da, so in den Unterordnern ne? Thomas: Genau, so isses. Dann “Aus den Augen, aus dem Sinn” und ja… es ist so die Eisenhauer Matrix, wo man dann sagt, irgendwann wird es dann wichtig ja? Und dringend. Das ist ja das Problem ne? Wichtig und dringend. Und man sollte sich halt eher in dem Quadranten wichtig und nicht dringend bewegen und das versuche ich. Und seit ich das mache, ist wirklich… die Lebensqualität ist wesentlich höher dadurch. Man hat mehr Zeit die Dinge zu erledigen auch und es macht wesentlich mehr Spaß. Ja, wirklich geniale Sache. Aber wie gesagt, die meisten Leute warten dann eben, bis das wichtig und dringend wird und dann kommt eben die große Panik, dann kommt der Stress und ja… dann kommen viele Faktoren zusammen, die dann eben nicht schön sind. Marcus: Ja, das heißt, wenn Du Aufgaben angehst oder Tasks, teilst Du dann die Aufgaben in die beiden Teilbereiche wichtig und nicht wichtig und dringend und nicht dringend oder gibt es noch eine dritte Ebene? Thomas: Ich habe im Prinzip vier Stufen von Prioritäten: Die erste Priorität ist die sogenannte Eat that Frog-Aufgabe oder MIT sagt man glaube ich noch dazu: Most Important Thing. Genau ja, also das ist Priorität eins, die wir doch immer als erstes erledigt. Das ist halt so meistens die unangenehmste, wichtigste, ja… eine Mischung aus den beiden. Weil sie unangenehm und wichtig sind, erstens. Die versuche ich gleich als erstes am Tag zu erledigen, weil wenn die mal weg ist, dann ist man auch mental im Kopf viel, viel freier. Wenn man die dann mitschleppt über den ganzen Tag und erst am Schluss erledigt, hat man die immer irgendwie im Hinterkopf: “Ah dieses komische Ding da muss ich noch machen”. Und das ist dann ja… meistens nicht so gut. Das heißt Priorität eins bei mir. Priorität zwei sind dann die wichtig und dringenden Aufgaben. Die kommen halt rein. Die kann man nicht verhindern. Ich versuche halt, dass die immer ja… relativ gering gehalten werden. Aber wenn mir im Blog irgendein technischer Fehler auftritt oder irgendeine Mail reinkommt, wo etwas wichtiges zu erledigen ist, dann muss das natürlich Priorität haben, das ist ganz klar. Und ja, Priorität drei ist dann eben die wichtigen Dinge, aber die sind noch nicht dringend. Und da versuche ich eben die meisten meistens in dieser Kategorie drinnen zu sein. Und Priorität vier, wenn da noch so administrative Dinge, die weder wichtig noch dringend sind, sage ich mal. Aber eben auch erledigt werden irgendwann. Und ja… das sind so meine vier Prioritätenstufen, mit denen ich arbeite. Marcus: Mhh. Und ich glaube, viele fragen sich jetzt: Genau, wichtig und dringend ist Stufe eins, richtig? Thomas: Ja, der Eat that Frog ist Stufe eins und wichtig und dringend ist dann Stufe zwei, genau. Marcus: Ah, Eat that Frog, genau. Und Du sagtest gerade, das sind meistens die unangenehmsten Dinge. Gibt es noch ein paar Symptome, woran man so einen Task dann definieren kann oder festmachen kann? Womit man dann in den Tag starten sollte und warum sollte man den gerade am Anfang des Tages machen? Thomas: Ja, meistens sind das halt diese Dinge, die würde man gerne gar nicht erledigen. Oder es sind so unangenehme Dinge, die man am liebsten aufschieben, aufschieben, aufschieben würde. Und ja… wenn man die am Anfang des Tages erledigt, ist das eben ein befreiendes Gefühl, wenn man die mal erledigt hat ja? Weil das ist dann extrem motivierend. Weil dann denkt man sich “Ja, woah, jetzt habe ich dieses unangenehme und wichtig Ding hinter mir und jetzt bin ich voller Energie und kann weiter arbeiten. Also bei mir ist das zumindest so und bei vielen, vielen, denen ich diese Vorgehensweise vorgeschlagen habe, ist das ebenso. Man ist einfach top motiviert, wenn dieses Ding erledigt ist und hat es eben nicht mehr im Hinterkopf. Und das sind die zwei wichtigen Dinge für mich, die jedes Mal wieder… also ich bin jedes Mal wieder überrascht. Ich mache das jetzt schon extrem lange so. Also sicherlich über zwei, drei Jahre mit dieser Eat that Frog Aufgabe, und noch immer ist man nachdem man sie erledigt hat - immer gibt es auch keine, muss man auch dazu sagen - aber wenn es eine gibt, nachdem man sie erledigt hat, ist man dann total happy und glücklich, ja? Klingt komisch, ist aber so. (lacht) Marcus: Ja, also ich kann das voll bestätigen, weil ich arbeite auch nach einem ähnlichen Prinzip. Ich suche mir am Vorabend immer diesen so genannten - ich nenne den MIT “Most Important Task - raus und markiere den dann auch mit einem Sternchen in der Wunderlist. Also ich arbeite noch mit Wunderlist für mich selber. Wenn ich mit dem Team zusammenarbeite, dann über Trello. Und mir hilft dann immernoch die Zusatzfrage: Welche Aufgabe oder welcher Task hätte den größten Impact auf Dein Business oder auf Dein Leben? Und welcher Task würde Dein Leben irgendwie zum Besseren verändern? Das sind aber meistens, wie Du sagst, genau diese unangenehmen, diese fetten Monster, die man dann immer vor sich herschiebt. Und wenn man den dann trotzdem angeht und macht, wie Du schon sagst… und weil ich immer ziemlich früh aufstehe, habe ich den dann meistens schon um 9.00 Uhr oder um 10.00 Uhr fertig. Dann ist der Tag, der kann gar nicht mehr schlecht werden. Der ist dann schon so geil, weil Du denkst, Du hast mega was weggeschafft. Thomas: So ist es. Also es ist wirklich ein erhebendes Gefühl und wirklich genial. Und das was Du jetzt gerade gesagt hast mit dem größten Impact auf mein Leben in drei, vier, fünf Jahren, das ist natürlich dann auch eine coole Sache. Das versuche ich auch reinzubringen, aber das versuche ich eher in der Wochen- und Monatsplanung schon reinzubringen, dass ich da wirklich mich nur auf diese Dinge konzentriere. Und dass ich mich dann wirklich auf das Wesentliche konzentriere, was dann wirklich in meinem Leben dann den meisten Impact dann in Zukunft hat, ja. Aber mache ich auch. Marcus: Und wenn Du Dir dann… Machst Du das auch so, dass Du am Abend vorher Dir die To Do’s anschaust für den nächsten Tag, um schonmal zu wissen, was abgeht, oder planst Du dann morgens mit frischem Kopf? Thomas: In der Regel mache ich’s am Abend. Da ist es die letzte Aufgabe vorm Computer. Manchmal ist es aber auch die Erste in der Früh. Ich bin jetzt nicht ganz so streng mit mir, wenn ich am Abend dann… wenn der letzte Termin jetzt außerhalb ist, dann drehe ich den Computer jetzt nicht mehr extra auf und mache das. Aber mit Todoist, ja… dann mache ich das am nächsten Tag in der Früh. Aber in der Regel passiert’s auch am Vorabend, ja. Marcus: Ja, Todoist ist auch ein sehr cooles Tool, das verlinken wir auch in den Shownotes. Und ich habe gestern mit dem Holger Grethe vom Zendepot ein richtig spannendes Interview gemacht für den Podcast. Und er macht das beispielsweise so, dass er die Tasks immer projektbasiert angeht, das heißt, dass dann eine Woche oder je nach dem wie lange es dauert, dann nur um seinen Blog geht und dann geht es eine Woche nur um Business Development und dann geht es eine Woche nur um Online Kurse. Bei mir ist es so… ich weiß nicht… dafür spielt mein Kopf zu oft verrückt und ich brauche auch zu viel verschiedene Impressions, dass ich mir eigentlich den Tag immer so bunt zusammenwürfele. Würdest Du sagen, das ist nicht so cool oder was ist da Dein Tip? Thomas: Ich glaube, das muss jeder selbst für sich entscheiden. Beides probieren würde ich sagen. Ich bin da auch der Typ, der eher in Deine Richtung geht und sage “Okay, den ganzen Tag nur an einem Ding zu arbeiten, das ist mir irgendwie zu fade. Also ich brauche da auch mehrere verschiedene Dinge. Mal nen Blogartikel, dann vielleicht an einem Online Kurs arbeiten, dann wieder administrative Dinge erledigen und so. Also da bin ich auch eher in Deiner Richtung. Aber ich glaube, das muss - generell im Selbstmanagement ist es ja so - ausprobieren, was Du selbst für gut empfindest, das behalte bei. Und wo Du sagst, nein, das ist nichts für mich, das verwirft einfach wieder und schau das nächste Ding an. Das ist immer der Tip, den ich meinen Klienten gebe. Und das funktioniert in der Regel recht gut. Ich glaube, da muss jeder sein eigenes System finden. Jeder von uns ist ein bissl anders gestrickt und den Holger kenne ich auch sehr, sehr gut und habe mich schon oft mit ihm getroffen auch. Und ja… der macht das wirklich genial so und das passt für ihn so. Für mich würde das weniger passen.   Marcus: Okay, wie so oft: es kommt drauf an und ist ne Typ-Sache. Thomas: Genau, auf alle Fälle. Marcus: Aha und wenn Du dann die Tasks angehst, beispielsweise den MIT, ist das dann immer so ein Brocken, dass das auch mal vier, fünf, sechs Stunden dauern kann oder filetierst Du quasi Aufgaben, wenn Du weißt, sie würden von der Zeit her zu lange dauern? Thomas: Also, ich versuche das mehr zu filetieren. Aus dem ganz einfachen Grund, weil man so… also ich habe so das Gefühl produktiver zu sein. Ich versuche meine Aufgaben im Todoist relativ klein zu halten. Die gehen selten über ne Stunde drüber. Und so kann ich immer wieder dazwischen abhaken, abhaken, abhaken und sehe da mehr Fortschritt, als wenn ich da fünf Stunden an meinem MIT arbeiten würde und nach fünf Stunden da erst abhaken könnte. Das ist so ein bissl eine psychologische Geschichte von mir. Deswegen mache ich lieber die kleineren Tasks ja. Marcus: Ja, ich glaube bei vielen Menschen, bei mir auch, funktioniert dieses Belohnungssystem richtig gut. Und wie Du schon sagtest: Je mehr Du dann abhaken kannst und dann vielleicht noch so ein cooler Sound dazu kommt und dieses Checkmark irgendwie durch Deinen Fingerwisch entsteht… ich weiß nicht… ist ne coole Belohnung. Thomas: Ja auf alle Fälle ja. Es ist irgendwie jedes Mal so ein mentaler Kick und Du bist wieder frisch motiviert das nächste anzugehen. Das ist einfach genial, deswegen versuche ich möglichst oft abzuhaken. (lacht) Marcus: Ja, mir geht´s genauso. Und ich bin auch so ein Typ, wenn da irgendwelche Farbmuster sind und Du musst auf grün kommen oder Du musst auf 100% kommen oder Du musst irgendwie in einer App noch etwas dazukaufen, damit der Balken irgendwie komplett ist, dann lasse ich mich dadurch total triggern und mache das und versuche da irgendwie dranzubleiben. Thomas: Sehr gut, ja. Also es geht mir ähnlich. (lacht) Marcus: Okay, cool. Und wenn Du in dem Task selber drin bist, verwendest Du dann noch bestimmte Techniken wie Pomodoro? Vielleicht erklärst Du mal kurz, was das ist und ob das Sinn macht für Dich? Thomas: Ja, Pomodoro ist halt dass Du möglichst kleine Einheiten machst, ich glaube, 25+5 ist Pomodoro. Das heißt also 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Nein, das mache ich nicht, weil ich habe es probiert auch. Es ist an und für sich eine coole Sache, weil man wirklich länger konzentriert arbeiten kann, das schon. Aber mich hat das irgendwie gestört, dass ich dann mittendrin irgendwie da jetzt aufhören soll, Pause machen soll, wo ich gerade im Flow bin vielleicht, wo ich dann einen Artikel schreibe und gerade gut drauf bin und dann läutet dieses Pomodoro und reißt Dich irgendwie raus. Also mich hat das eher gestört dann am Ende. Deswege mache ich es nicht so. Also ich mache in der Regel regelmäßig Pausen, das auf alle Fälle. Ich versuche meine Aufgaben so im stummen Bereich anzusetzen und mache dann nach jeder Aufgabe eine kurze Pause und das funktioniert dann auch sehr gut, ja. Marcus: Mhh, ja mir geht es ähnlich. Ich habe auch schonmal Pomodoro getestet, war dann ein großer Verfechter davon, weil, das Gute an dem Pomodoro ist ja, das hat ganz strenge Regeln. Du musst dann diese 25 Minuten sitzen bleiben und nur an der Aufgabe arbeiten. Und sobald Du irgendwie rausgerissen wirst oder da einmal aufstehst und zur Toilette gehst oder was anderes, dann musst Du den Pomodoro wieder starten und reseten und von vorne machen. Was mich dann aber auch irgendwann gestört hat ist, manchmal bist Du in so nem Flow-Modus und Du bist richtig produktiv und auf einmal klingelt der Wecker und Du musst dann aufstehen und 5 Minuten etwas anderes machen. Thomas: Ja, das kann nix. Also für mich hat das halt… hab´s gut getestet. Das ist so eine Sache, die habe ich getestet und ist dann eben nix für mich gewesen, aber für manche passt das vielleicht. Manche arbeiten damit hochproduktiv. Für mich ist das eher weniger was. Marcus: Okay. Thomas: Wenn Du vorher gesagt hast, dieser Balken… Da habe ich noch einen coolen Tip mit dem ich auch arbeite. Bei großen Projekten mache ich mir auch solche Balken und unterteile die meistens so in 5%-10% Schritte auf meinem Whiteboard hier. Und dann male ich immer dazu. Je nach dem wie weit ich bei einem Projekt bin, male ich da immer dazu und das ist auch extrem motivierend und deswegen, die Idee mit den Balken gefällt mir sehr sehr gut, weil ich das selber verwende und da siehst Du halt, wie weit bist Du? Wie viel hast Du noch? Und das ist wirklich sehr, sehr motivierend so vorzugehen. Und es schützt auch noch ein bisschen so vor Aufschieberitis. Marcus: Ja, was gibst Du den Leuten für nen Tip, die an akuter Aufschieberitis leiden? Thomas: Ja, genau solche Dinge zu machen. Eben das ganze so ein bisschen zu visualisieren, darzustellen wie weit bin ich? Wohin muss ich noch? Ja? Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt, wo die meisten einen großen Fehler machen ist - jetzt ganz egal ob das mit Abnehmen zu tun hat oder irgendeine Todoist, die nicht erledigt wird - man plant ja zu wenig. Also ich muss mich genau hinsetzen und muss einen Plan erstellen, muss mir ne Strategie überlegen, wie will ich das machen? Und das machen die wenigsten, ja? Das heißt zu wenig Zeit in die Planung investiert und dann geht es meistens schief. Das ist der große, große Fehler beim Aufschieben meistens ja. Marcus: Ja, oder was ich auch gemerkt habe: Viele denken, dadurch dass sie eine App benutzen, ist das Problem schon gelöst. Thomas: Genau. Marcus: Es gibt richtig gute, coole Apps und dadurch kann man sich dann auch die Inbox 0 irgendwie leer machen, den Posteingang, wenn man alles in die App schiebt und dann ja… dann verrottet´s halt an nem anderen Ort. Also nicht mehr in Deiner Inbox, sondern liegt dann in Evernote oder Wunderlist. Also ich glaube, wichtig ist ja… irgendwie sich so motivieren zu können, dass man die Tasks dann auch angeht und im besten Fall dann auch so nen MIT dann irgendwann mal angeht ne? Thomas: Ja genau, das ist am optimalsten. Meistens sind ja genau das, diese MIT-Tasks dann ne? Diese Aufschieberitis-Dinger sind meistens MIT Sachen bei mir und wie gesagt, wenn es dann mal erledigt ist, ist es ein erhebendes Gefühl und man gewöhnt sich dann dran und freut sich zum Teil schon auf die MIT Sachen, weil man eben schon weiß, dass man sich danach gut fühlt ja? Das ist wichtig! Marcus: Mhh, also was bei mir richtig gut funktioniert, wenn ich nen MIT angehen will und das ist eigentlich jeden Tag jeden Morgen, ja nicht in den Posteingang gehen und ja nicht auch irgendwie Facebook oder so aufmachen. Weil bei mir ist so, sobald ich das Ding einmal aufmache, hat´s mich gecatcht und die Gedanken sind woanders und man verliert sich. Thomas: Ja absolut. Also mir geht’s bei Facebook so. Ich mache Facebook auf, weil ich eine Werbeanzeige erstellen will und finde mich 10 Minuten später im Newsfeed wieder (lacht). Das ist Wahnsinn. Also das ist unglaublich. Deswegen versuche ich das auch zu vermeiden, arbeite sogar mit Apps daran. Also Antisocial heißt das eine, wo Du das Facebook ausschalten kannst für gewisse Zeit, sodass Du einfach nicht drauf zugreifen kannst. Also generell alle Social Media Seiten. Und das andere heißt Freedom. Also auch recht cool, weil da kannst Du das ganze Internet kappen. Und gerade wenn ich an meinen Büchern schreibe oder Blogartikeln schreibe, da brauche ich das Internet ja nicht. Und so verhindere ich, dass da irgendwelche Ablenkungen kommen könnten. Marcus: Ja, man muss schon sagen: Das ist verdammt gut, der Algorithmus ne? Thomas: Ja, der ist Wahnsinn (lacht) Marcus: Und für’s MacBook gibt’s glaube ich noch Self Control als App für Social Media Blocking. Thomas: Genau ja, gibt’s auch. Und für’s Handy, für die, die kein iPhone haben, weil Apple das verhindert offensichtlich, gibt’s noch die App Offtime, die sehr, sehr cool ist. Da kann man verschiedene Profile erstellen. Also zum Beispiel das Profil Sport. Und da sage ich im Profil Sport, da kann ich zugreifen meinen Musik App, auf meinen Runtastic mit dem ich meinen Lauf eben triggere und auf Deine Sport Apps halt noch und alle anderen sind gesperrt und auch alle Anrufe oder SMS sind gesperrt. Und das ist echt ein cooles App, weil da kann man auch Arbeitsprofile machen und vieles, vieles mehr … Familie. Da kann man genau einstellen, wer kann auch von den Anrufern zu Dir durch und wer wird abgeblockt. Und das ist halt eine coole Sache. Gibt’s leider nur für Android im Moment. Aber ist wirklich eine coole App mit der ich sehr, sehr arbeiten auch. Marcus: Ja, klingt supergut auch. Danke für den Tip! Thomas: Gerne, gerne. Marcus: Was gibst Du Leuten mit auf den Weg, die ganz am Anfang stehen und jetzt das erste Mal ihre To Do Listen bauen und vielleicht auch es schaffen im MIT anzufangen und dann nicht wissen, wieviele Tage soll ich eigentlich arbeiten oder am Rechner verbringen? Gibt es da einen allgemeingültigen Hinweis oder Tip von Dir? Thomas: Ja, das kommt natürlich wieder sehr auf die Person an. Also ich bin ja generell auch jemand, der sehr, sehr gerne das tut, was er tut. Deswegen setze ich mir da keine Zeitlimits, aber ich versuche da natürlich schon… ich fange auch in der Regel sehr, sehr früh an. Also mein Tag beginnt… Mein Arbeitstag beginnt meistens schon um 6:00 Uhr. Arbeitstag unter Anführungszeichen. Ich bin ein Frühaufsteher auch. Und ja, ich versuche dann schon in der Regel bis 16:00 Uhr arbeite ich, allerdings mit Sport dann halt dazwischen natürlich und versuche dann einfach Freunde zu treffen. Die große Gefahr ist halt, dass viele dann vorm… gerade wenn man alleine arbeitet… daheim arbeitet… dass man dann daheim verhungert irgendwie, sage ich immer. Und die Sozialkontakte nicht mehr wahrnimmt und so. Und das ist eben absolut nichts für mich. Deswegen ja, wenn meine Freunde in der Regel mit ihrem normalen Job aufhören, dann höre ich auch auf vor’m Computer zu sitzen. Da treffen wir uns, machen irgendetwas, machen Sport oder treffen uns und gehen weg. Und das ist glaube ich, ganz, ganz wichtig. Aber im Prinzip muss es jeder für sich selbst wissen, wieviel er da investieren muss. Mein Ziel ist es halt irgendwann soweit zu sein, dass ich gerade mal vier Stunden, also den Vormittag da vor’m Computer verbringen muss und den Rest des Tages dann so gestalten kann, wie ich will. Also das ist mein großes Ziel. Und da bin ich noch nicht, aber ich bin auf dem guten Weg dahin. Marcus:  Perfekt. Und das, was Du gerade sagst, ist total interessant - auf mich bezogen. Weil immer wenn ich in Berlin bin und Du sagtest dann, irgendwann wenn Deine anderen 9 to 5 Freunde quasi frei haben und Du Dich Abends mit denen triffst, dann hörst Du auch auf und hast irgendwie ein bestimmtes Muster bis wann man arbeiten kann und dann ist auch Schluss. Und wenn ich unterwegs bin und die Tage noch viel länger sind und ich noch viel mehr Zeit habe für alles, erwische ich mich immer wieder, auch heute noch oder ich glaube letzte Woche oder so, dass ich mehr oder weniger vor’m Rechner dann verhungere und denke “Ja, Du könntest ja noch was machen”, aber so richtig effektiv ist man nicht mehr. Aber ich verpasse dann immer den Moment, einfach diesen Scheiß Deckel runterzuklappen und zu sagen “So, heute geht nix mehr. Ende.” Thomas: Ja, also, da erwische ich mich auch noch ab und zu dabei, muss ich ehrlich sagen. Wenn man dann so merkt, man ist überhaupt nicht mehr produktiv und so weiter. Und dann klappe ich ihn einfach zu und sage “Aus für heute”. Ja… Ich glaube, das perfekte Selbstmanagement wird es nie geben. Man wird immer wieder in irgendwelche Fallen tappen, aber das ist auch okay, solange es nicht regelmäßig passiert. Ich glaube ganz, ganz wichtig ist … ab und zu darf es passieren, aber wenn man regelmäßig immer Facebook aufmacht und dann 20 Minuten, 30 Minuten im Newsfeed drinhängt, dann muss man was ändern. Wenn das ab und zu mal passiert… Mein Gott, wir sind alle Menschen, sage ich immer. Das ist auch okay. Marcus: Ja auf jeden Fall. Und man hört es ja auch von den richtig effizienten Menschen in den USA, wie den Pat Flynn oder Tim Ferris oder so. Denen passiert das auch immer wieder, dass sie dann in so nem Rattenloch verschwinden und auf einmal immer wieder auftauchen und dachten “Ey Scheiße, was wollte ich jetzt eigentlich auf Facebook machen?” Also denen passiert das genauso und es soll ja auch nicht zur Selbstkastanei ausarten. Aber ich glaube gerade bei mir ist noch so geprägt so, von der alten 9 to 5 Mentalität “Zeit gegen Geld”. Solange Du am Rechner sitzt, verdienst Du Geld, solange der Deckel oben ist, scheint es ja irgendwie gut zu sein, was Du machst. Und das ist immernoch nicht ganz angekommen, dass ich selber bestimmen kann, wann ich aufhöre und wann ich wieder anfange zu arbeiten. Thomas: Ja, das stimmt. Da hilft vielleicht, dass Du Dir wirklich einen Terminplan machst und wirklich sagst “Okay, ich stelle mir jetzt das Smartphone auf 14:00 Uhr, 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr” und wenn das Smartphone läutet, dann ist Schluss für heute. Also mit dem habe ich auch eine Zeit lang gearbeitet und das hat auch gut funktioniert, weil ich mich auch immer wieder dabei erwischt habe. Gerade wenn, weiß ich nicht, wenn ich unterwegs war oder so, wie Du richtig sagst, dass man dann eben vor’m Computer noch rumsitzt und um 22:00 Uhr noch immer sitzt, ja. Und dann habe ich mir einfach gesagt “Nein, das geht nicht” und habe dann mein Arbeitsende in der Früh festgelegt und habe meinen Alarm programmiert. Und da habe ich dann tatsächlich auch zugeklappt, weil das dann wirklich… erstens Mal ist es unproduktiv. Es passieren viel zu viele Fehler dann schon, weil man ja unkonzentriert ist und nicht mehr so die mentale Energie hat und deswegen hat es meistens eh kaum etwas gebracht. Ja, da gehe ich dann lieber auf ein Bier irgendwohin und ja… schließe den Tag so. (lacht) Marcus: Ja, es gibt ja auch so ein Gesetz, dass man sich die Aufgaben, die man zu tun hat, immer - egal wie lang oder kurz der Zeitraum ist - genau in diesen Zeitraum legt. Ich komme gerade nicht auf den Namen. Thomas: Arkins Rogers Gesetz ist das glaube ich. Marcus: Genau. Thomas: Ja genau, das besagt halt: Je kürzer die Zeit ist, in der Du die Aufgabe erledigen kannst, um so produktiver bist Du natürlich. Und umso mehr konzentrierst Du Dich eben auf die wichtigen Dinge. Marcus: Ja, das ist echt krass. Wenn wir nen Ausflug machen und dann den ganzen Tag unterwegs sind. Und heute leihen wir uns wieder einen Roller und fahren über die Insel und dann weiß ich abends “Woah, ich habe jetzt nur noch drei Stunden oder ne Stunde für meine E-Mails oder ne halbe.” Du rast da durch, bist richtig effektiv, produktiv, auf dem Punkt, ähm ja… verschwendest keine Zeit. Und wenn man aber weiß “Oh ich habe den ganzen Tag hier, ich habe gutes Internet”. Weil wenn wir unterwegs sind haben wir manchmal auch nur so kurze Phasen, wo wir richtig gutes Internet haben, das hilft dann auch. Dann vertrödelt man soviel Zeit, immer wieder. Thomas: Ja, das stimmt, kenne ich auch. (lacht) Marcus: Also, wie man glaube ich merkt, das ist ein Riesenthema: Produktivität. Und eins, was mich auch sehr beschäftigt und sehr viel Spaß macht, mich immer wieder neu zu challengen und neu zu strukturieren, Routinen aufzusetzen. Thomas: Super ja. Ich glaube, gerade am Anfang, wenn man vielleicht startet mit diesen To Do Listen, dann macht’s vielleicht auch Sinn, das man sich daneben hinschreibt, neben jedem To Do: Wieviel Zeit will ich dafür investieren. Und sich dann vielleicht auch da den Wecker stellen. Also nicht Pomodoromäßig, sondern dass man einfach sagt “Okay, für diese Aufgabe möchte ich eine Stunde brauchen, und nicht mehr” und sich dann vielleicht irgendwo eine Uhr oder einen Countdown hinstellt und dann immer wieder sieht “Oh, soviel Zeit habe ich nur noch. Jetzt muss ich Gas geben”. Also das hilft auch am Anfang sehr. Marcus: Hast Du eine bestimmte Routine oder Struktur am Tag, die Du immer wieder abarbeitest? Und wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus? Thomas: Ja wie gesagt, dieser typische Tag, den gibt’s für mich eigentlich nicht, weil ich das eher immer wieder durchwürfele. Aber im Prinzip habe ich schon immer meine Hardfakts. Also mit meinem MIT beginne ich natürlich dann. Dann kommt in der Regel nach dem MIT, da bearbeite ich zum ersten Mal meine E-Mails ab. Das mache ich nur zweimal am Tag, dass ich meine E-Mails abarbeite übrigens. Marcus: Ah cool. Thomas: Und sonst bleibt’s geschlossen, weil sonst kommt immer wieder was rein und man ist abgelenkt. Deswegen habe ich mir das angewöhnt, wirklich nur zweimal am Tag, vielleicht auch ein drittes Mal am Abend - aber das ist eher selten ... Marcus: Ja, das hatte ich auch mal drauf, das ist auch ganz witzig. Und jetzt bin ich wieder zurückgefallen quasi, dass ich dann auch, wenn ich unterwegs bin und mir langweilig ist mal auf dem iPhone die Inbox checke. Und ich ärgere mich selber darüber. Ich glaube, das zeigt, es kann immer wieder passieren, dass man eine Routine oder einen Habit wieder neu aufbauen muss ne? Thomas: Genau ja, das passiert. Man hat den Fokus einfach nicht mehr drauf und dann kommt das eben neu. Aber dann muss man sich eben wieder neu drauf fokussieren und dann funktioniert das schon ja. Ich gebe halt den Tipp auch, immer alle Benachrichtigungen auszuschalten. Also Facebook- oder Mail-Benachrichtigungen. Bei vielen bimmelt ununterbrochen das Handy, weil Mails reinkommen. Also das ist halt ein Horror dann natürlich ja. Marcus: Ja, das hilft super. Das hilft ungemein. Also ich habe eh das Handy immer auf lautlos. Aber ich habe jetzt auch angefangen auf dem iPhone diese ganzen Bubbles auszuschalten, wo Du dann siehst… auch optisch einfach: 1, 2 neue Mails und dann ist man halt geneigt da reinzugehen. Und wenn Du das alles ausschaltest, alle Notifications die es gibt. Also dieses Vibrieren, den Ton, die Bubbles oben - Du lebst auf einmal viel entspannter. Thomas: So ist das, absolut. Das kann ich auch nur empfehlen. Also ich habe das auch alles ausgeschaltet zum Glück ja. Marcus: Okay cool. Thomas: Genau ja und was bei mir noch hinzukommt ist die Sporteinheit, die tägliche. Fast täglich sage ich jetzt mal. Ähm ja, entweder Fitnesscenter: Laufen, Radfahren, das baue ich dazwischen irgendwo ein, wenn ich sehe, ich brauche mal einen Time Out, dann passiert das zwischendurch irgendwie. Das kann sein am Vormittag, das kann sein am Nachmittag. Also ich bin jetzt nicht so einer, der jetzt jedes Mal den gleichen Stundenplan hat, weil ich die Abwechslung eben sehr, sehr gerne habe, aber ja… im Prinzip gehört dazu eben die MIT, dann gehört das Sportmachen dazu und ja. Zum rechten Zeitpunkt dann wirklich auch den Computer auch abdrehen. Das gehört auch noch dazu. Das sind so meine Ankerpunkte, die ich dann halt irgendwie verteile über den Tag. Marcus: Ja und wenn Du ins Fitnessstudio gehst - gestern erst habe ich eine App empfohlen gekriegt, hier in Mallorca im Gym von nem anderen Pumper - hast Du da eine Empfehlung für ne coole App? Oder bist Du da genauso hart und strukturiert zu Dir oder machst Du einfach Freestyle irgendwelche Geräte? Thomas: Nah, ich habe mein Programm… habe ich. Und Split-training und ja, da habe ich mein Programm zusammengestellt bekommen von nem befreundeten Fitnesstrainer und das ziehe ich durch. Ich versuche mindestens drei Mal in der Woche ins Fitnesscenter zu gehen und drei Mal laufen. Das ist so meine Minimumanforderung, gelingt auch meistens und an einem Tag ist dann dann Cheatday. da darf ich mich ausrasten und fertig. Das funktioniert sehr gut, da habe ich eigentlich keine Apps oder Tools, die ich empfehlen könnte für’s Fitnesstraining. Ähm, einzig die Ernährung vielleicht. Die tracke ich, weil das ganz gut funktioniert, dass man nicht zu viel zu sich nimmt, weil ich bin ja ein großer Fan von gutem Essen (lacht) und da habe ich eben mein Fitness Pale, das ich empfehlen kann, wo ich eben die Ernährung tracke und dann auch sehe “Okay, jetzt musst Du aufpassen. Jetzt hast Du schon zu viele Kalorien verbraucht. Jetzt gehst Du es wieder langsamer an”. Aber ansonsten verwende ich für’s Fitnesstraining… Ja und Runtastic eben verwende ich für das Tracken meiner Laufzeiten. Aber jetzt direkt im Studio nix. Was hast Du da empfohlen bekommen im Studio? Marcus: Äh, ich schau mal eben nach. Ich habe nämlich vorher auch immer Pläne gekriegt von nem Kumpel von mir, der auch Personal Trainer ist, aber irgendwie meldet der sich in letzter Zeit gar nicht mehr und kriege keine neuen Plände. Und die alten machen keinen Bock mehr. Loox heißt das. Und das ist ganz cool insofern, dass man … Da gibt es dann glaube ich, über 300 Pläne, je nach dem was man machen will: Kraftaufbau oder athletischer Körper oder Gewicht abnehmen oder Gewicht abbauen, Männer, Frauen… also man muss vorher sein Profil anlegen und kriegt dann entsprechende Pläne vorgeschlagen, auch von wirklichen Experten. Und kann dann aber diese Pläne auch immernoch individuell anpassen. Und das wollte ich jetzt mal ausprobieren, zumal da auch immernoch ne ganz gute Videoanleitung dazu ist, wenn man nicht genau weiß, welche Übung das ist. Und das ganze wird, sobald Du diesen als Mein Trainingsplan aktivierst, dann auch offline runtergeladen, dass Du dann gar nicht mehr Netz brauchst, wenn Du in irgendeinem Studio bist. Thomas: Okay, das ist cool ja. Sehr gut. Lade ich schon herunter. (beide lachen) Marcus: Und was ich noch empfehlen kann, was ich jeden morgen mache, ist die sogenannte 7-Minuten-App. Hast Du davon schonmal was gehört. Thomas: Das habe ich gehört ja. Marcus: Genau und das ist so 7 Minuten very intens, also sehr intensives Intervalltraining, funktionales Training. Was Du also überall machen kannst ohne Geräte oder ohne Fitnessstudio. Und das sind glaube ich 12 Übungen in die 7 Minuten reingepackt. Und ja… wenn Du das regelmäßig machst, hat das auch echt nen Impact auf Deinen Body und auf Deine Gesundheit. Das funktioniert ziemlich schnell und ziemlich gut. Thomas: Cool, muss ich probieren ja. Marcus: Kann ich nur empfehlen. So, und wenn Leute auf Deine Webseite selbst-management.biz kommen, was können die dort erwarten? Und was würdest Du empfehlen? Wo soll man einsteigen? Thomas: Ja, Einstieg ist immer schwierig. Also, einfach mal auf die Ressourcenseite schauen. Dort sind alle Artikel, die ich jemals geschrieben habe, zusammengefasst. Dort einfach mal drüberlesen und einfach dort einsteigen, was derjenige am spannendsten findet. Also da geht’s über Produktivität, Selbstmanagement, ich habe diverse Videos drinnen, meine Podcasts sind drinnen. Also da gibt’s wirklich viel zu sehen. Einfach einmal einsteigen, mit dem was Spaß macht. Ich empfehle das immer wieder. Auch wenn man mit Sport beginnt, nicht jetzt mit irgendwas einsteigen, was einem keinen Spaß macht, sondern mit dem einsteigen, was man gern tut. Es gibt jede Menge Tooltipps, Buchtipps; Zeitmanagement ist drin; Produktivität; Zero Inbox ist natürlich auch Thema; Lernen und Austauschen. Auch da habe ich sehr, sehr viel über Lernen geschrieben; um Energie; Gesundheit; Lifestyle gibt’s ein paar Artikel; wie man Ordnung schafft; mentale Stärke ist auch dabei; Evernote natürlich - ich bin ja ein großer Evernote Fan. Ja und diverse Videos und dergleichen mehr. Also einfach mal durchschauen auf der Ressourcenseite und sagen “Okay, das interessiert mich, damit fange ich an”. Und sich dann von dort aus weiter durcharbeiten und immer wieder was neues holen, würde ich sagen. Marcus: Mhh, wie lange gibt es die Seite jetzt schon. Thomas: Diese Seite gibt’s jetzt schon über zwei Jahre. Also es hat sich schon einiges angesammelt. Es kommen auch immer wieder neue Artikel hinzu natürlich. Zweimal im Monat kommt ein Artikel und einmal im Monat kommt ein Video dazu. Immer zu einem gewissen Thema und ja. Ich freue mich auch immer wieder, wenn Leute mich anschreiben und gewisse Themenwünsche äußern natürlich. Und sagen: “Da und da und da bräuchte ich Hilfe. Hast Du da was?” Und dann kümmere ich mich darum und das ist immer ein recht reger Austausch mit meinen Lersinnen und Lesern. Das ist immer spannend für mich auch. Marcus: Cool, das funktioniert immer am besten ne? Wenn Du mit Deinen Leuten redest und dann quasi das lieferst, was die Leute auch interessiert und nicht wo Du denkst, so das wäre jetzt ein wichtiges Thema ne? Das merken wir auch immer mehr. Thomas: Genau ja, ja. Auf alle Fälle. Marcus: Wieviel Traffic hast Du da jetzt so über die letzten Monate generiert? Thomas: Es haben sich jetzt in den letzten Monaten so 25.000 Lerinnen und Leser pro Monat eingependelt. Da stehe ich jetzt im Moment (lacht). Marcus: Cool. Thomas: Ja, aber ich bin zufrieden damit, also das passt. Marcus: Nee, richtig cool. Weil ich habe mich auch gewundert, ich komme aus dem SEO-Bereich. Ob zum Beispiel so eine biz-Domain - da streiten sich im SEO-Bereich ja immernoch die Geister so, ob man so eine gut zum Ranken kriegen kann oder ob man lieber auf eine .com oder .org oder .de gehen soll. Bei Dir, Du bist ein gutes Beispiel. Ich glaube, Du kriegst auch ganz gut SEO-Traffic oder? Thomas: Genau ja. Ich habe dann Experten mal, muss ich auch dazu sagen... vor nem halben, dreiviertel Jahr hat er sich um den SEO sehr genau gekümmert und da ist wirklich dann sehr, sehr viel weiter gegangen. Aber ich kriege sehr, sehr viel über Google ja. Der Großteil kommt über Google bei mir ja. Marcus: Mhh perfekt, und das kann ja nur besser werden. Das spricht aber dann auch für die Qualität des Blogs und wahrscheinlich der Trust und das Alter, was dann immer weiter in Deine Karten reinspielt, wenn Du dran bleibst und Content erstellst. Thomas: Genau, so isses. Also dranbleiben ist glaube ich, das Wichtigste beim Bloggen. Wie generell im Leben. Am Anfang habe ich mich lange herumgeschlagen mit wenigen Besuchern. Ja und dann sind’s immer mehr und mehr geworden und ja… wenn man da aufgibt in dieser Phase, ist das glaube ich schlecht. Also dranbleiben ist ganz, ganz wichtig. Marcus: Ja, ich glaube ich habe das schonmal auf dem Podcast gesagt. Es gibt auch so ne Erhebung oder Untersuchung: Was wäre passiert, wenn diejenigen den Blog weitergemacht hätten, wo sie genau aufgehört haben? Und in ganz, ganz vielen Fällen ist das genau der Punkt, wo die meisten Leute dann genervt drangehen und sagen “Nee, das bringt alles nix, ich steige jetzt hier aus. Ich höre auf” und kurz danach wäre dann dieser Big Point gewesen und gekommen. Thomas: Okay (lacht)  Das ist bitter, ja. Marcus: Ja, zum Glück wissen das dann die Leute nicht mehr, aber das zeigt nochmal, wie wichtig einfach das Durchhaltevermögen ist. Das Standing und klar, auch wenn man alleine ein Online Business angeht, ist es glaube ich noch schwieriger und dann passiert nichts auf dem Blog. Und dann ist es glaube ich um so wichtiger, sich mit gleichgesinnten zu umgeben oder beispielsweise in ne Mastermindgruppe zu gehen. Du selber bist auch in ner Mastermindgruppe, oder? Thomas: Ja genau. Also das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema für mich. Mastermind ist extrem wichtig, weil dort eben Leute sind, die verstehen was Du tust ja? Die wenigsten verstehen ja, was wir da wirklich tun. Wenn ich das normalen Freunden oder so erzähle, dann greifen die sich immer an den Kopf. Dass man damit Geld verdienen kann (lacht). Und ja, Mastermindgruppe hat mir wirklich auch einen Schub gegeben. Ich war zeitweise in drei Mastermindgruppen gleichzeitig, weil es mich wirklich inspiriert hat. Mittlerweile bin ich nur noch in einer, aber es ist wirklich eine sehr, sehr geniale Sache, weil Du Dich da austauschen kannst, neue Tipps bekommst, siehst was die anderen so machen und das wirklich sehr offen gehandhabt wird und da überhaupt kein Konkurrenzdenken ist oder so, sondern sich da gegenseitig weiterhelfen will. Und das ist wirklich… also, ich kann das nur jedem empfehlen, unbedingt eine Mastermind suchen oder selbst gründen und da dann glücklich werden. (lacht) Marcus: Auf jeden Fall. Ich kann es auch nur jedem empfehlen. Ich war da vorher immer so ein bisschen skeptisch und dachte “Wo kriege ich das denn jetzt noch reingebaut in meinen Kalender” und ja… Jetzt vor zwei Monaten war ich in Barcelona. Vom Dynamite Circle auf nem großen internationalen Event und da wurden dann auch Masterminds zusammengemischt und ich war in einer richtig, richtig guten Mastermindgruppe, wo es dann darum ging, sein Business auf’s nächste Level zu heben. Und das ist einfach so inspirierend. Erstmal so tiefe Insides in andere Businesses zu kriegen und dann diese Hilfsbereitschaft von den anderen für Dein eigenes Problem ne? Thomas: Genau ja, so isses. Also wie gesagt, ich habe sehr, sehr viel profitiert und ich wäre sicherlich nicht dort, wo ich jetzt bin ohne diese Mastermind. Das kann ich fix unterstreichen. Marcus: Und auf Deinem Blog gibt’s ja neben Deinen Blogartikeln, glaube ich, auch noch einen Videokurs und verschieden Bücher oder wie sieht das aus? Wie hast Du Dich da aufgestellt? Du hast auch noch einen eigenen Podcast? Erzähl mal ein bisschen. Thomas: Genau. Also der Podcast geht über dasselbe Thema. Also die Podcasts sind jetzt immer Artikel. Das gibt’s in geschriebener Form und gibt in Podcastform, weil manche hören lieber, manche lesen lieber. Marcus: Okay, wie machst Du das? Liest Du dann den Artiekl 1:1 ab oder änderst Du den ein bisschen? Thomas: Nein, nein, nein. Also der Podcast ist wesentlich ausführlicher. Also ich schreibe zuerst den Artikel und spreche dann im Podcast. Wenn ich ablesen würde, würde das kein Schwein hören wollen. (lacht) Also ich muss frei sprechen. Und ja… Das ist immer zu dem Thema des Artikels natürlich. Ich gehe ein bisschen mehr ins Detail im Podcast natürlich, weil man mehr Platz hat, mehr Raum hat, wenn man sprechen kann, als wenn man schreiben kann. Ich glaube, niemand würde 10.000 Wörter in einem Blogartikel lesen. Also der Blogartikel ist recht komprimiert, ich versuche da meistens so um die 1.000 Wörter zu halten und der Podcast ist eben dann für die Menschen, die genaueres erfahren wollen oder die ohnehin nur den Podcast hören. Also das passt dann schon. Dann haben wir da meine Bücher…. Marcus: Ganz kurz noch zum Podcast, weil das interessiert mich besonders, weil ich gerade erst am Anfang stehe und Du immer sehr weit oben auch in den Rankings zu finden bist. Also wahrscheinlich echt gute Inhalte da ablieferst: War das ähnlich, wie beim Bloggen, dass das erstmal ein bisschen gedauert hat, bis Du die Aufmerksamkeit hattest von den Leuten? Oder ging das direkt ab, wie eine Rakete? Thomas: Also der Podcast ist direkt abgegangen wie eine Rakete muss ich sagen, weil…. ja, Podcasts gibt’s jetz auch schon gut eineinhalb Jahre sicher. Und ja… ich habe damals halt schon ein paar Leser gehabt und man ist ja dann schnell in dieser Neukategorie oder wie heißt die? Marcus: Ja, ich hab’s auf englisch. Bei mir heißt sie “New & Noteworthy” oder so. Also Neu und Bemerkenswert oder so. Thomas: Ja, wenn man da mal drin ist und da vorne rankt, dann kommen extrem viele Leute dazu. Und das ist schonmal cool. Da kann man glaube ich, 10 oder 12 Wochen ist man da drin. Und da ist wirklich die Post abgegangen. Und ja, ich bin dann auch in den normalen Kategorien immer weiter nach vorne gewandert. In der Wirtschaftskategorie und es kommen immer wieder neue Hörer von Podcasts und das ist wirklich ein cooles Marketingtool. Das einzige, wo ich Probleme damit habe ist, die Leute dann auch auf die Webseite zu bekommen. Also da, weiß ich nicht, mache ich entweder was falsch oder die Leute einfach nicht. Gut, ich merk’s auch bei mir selbst, ja? Ich höre das im Fitnessstudio oder höre das in der U-Bahn oder im Auto und ja… Du gehst halt dann selten auf den Blog oder auf die Webseite. Da muss Dich schon was sehr, sehr spannendes dorthin locken, sage ich mal. Marcus: Ja es ist wirklich so, dass da ein Medienbruch ist. Das merke ich ja selber. Ich versuche es ja auch bei meinem Podcast, dass ich am Ende immer sage “Hinterlasst mir mal einen Kommentar irgendwie auf der Webseite oder schreibt mir an marcus@lifehackz oder hinterlasse mir eine Sprachnachricht”. Ich habe da alles eingebaut auf meiner Webseite, aber es kommt irgendwie kaum Interaktion, obwohl die Leute die Podcasts hören. Das sehe ich ja in den Stats bei Soundcloud. Aber ich kenne es von mir selber. Wenn ich den Podcast dann höre und ich bin im Bett oder so, dann habe ich keinen Bock mehr an meinen Rechner zu gehen, den anzumachen und demjenigen dann noch ne Nachricht zu schicken. Auch wenn’s vielleicht cooler wäre. Thomas: So isses, genau, ja. Also, das ist das Problem, aber gut… Das ist schön, ich freue mich über jeden Podcasthörer und es ist okay so. Ja, es ist halt ein zusätzliches Marketingtool auch für mich und ja, es funktioniert sehr, sehr gut. Marcus: Und es macht sauspaß oder? Thomas: Ja mörderisch. Also ich liebe Podcasten ja. Da kann ich mich so richtig auslassen und ja… ich glaube, das merkt man auch. Auch bei Dir merkt man das, dass es Dir ein Riesenspaß macht, als wenn man da vielleicht fade vorm Mikro sitzt und irgendetwas rein liest. Ich glaube, die Leute merken das einfach und deswegen glaube ich… ja… das ist auch ein Erfolgsrezept vom Podcast, dass Du da wirklich authentisch bist und Dir das wirklich Spaß macht. Marcus: Ja klar. Und wer so viele Folgen wie Du hat, ich glaube über 100 Stück oder so, solange kann man ja nicht irgendwas anderes vorgeben, als man ist. Man ist halt 100% authentisch auf’m Podcast und das ist ja auch das coole. Die Leute erleben Dich dann so wie Du bist und können dann entscheiden: Das gefällt mir oder das gefällt mir nicht.   Thomas: Genau so isses. Ja, das zum Podcast. hast Du noch ne Frage dazu? Marcus: Nee, zum Podcast. So! Und dann wolltest Du gerade noch so Deine anderen Produkte... Thomas: Ja, an anderen Sachen habe ich so ne Art Campus, ähn so nenne ich’s, TM Campus gelauncht. Das ist ThomasMangold.me. Und da habe ich eben meine Bücher; meine Kurse; meine Webinare, die ich auch mache ab und zu; meine Seminare, wenn ich welche gebe... die sind dann alle dort zu finden. Das habe ich dann vom Blog ein bisschen losgelöst jetzt. Oder bin gerade dabei, das loszulösen. Also vom Blog wird das alles verschwinden in nächster Zeit. Und da ist eben das alles zu finden. Und ja… funktioniert sehr, sehr gut diese Trennung. Und die Leute, die eben diese Produkte haben wollen, können auf diese Seite gehen und alle anderen sind mit dem Blog glücklich und das passt optimal. Marcus: Cool, das klingt nach einer logisch aufgebauten Welt, aber so was entwickelt sich ne? Thomas: Ja absolut, also natürlich habe ich einen Blog angefangen. Teilweise sind die Kurse auch noch in der Sidebar im Blog. Die werden jetzt alle verschwinden dort und es wird nur noch auf den Campus verwiesen. Aber ich glaube, gerade in unserem Business entwickelt sich wahnsinnig viel. Also, wenn ich meine Jahresplanung mache und jetzt schon zurückschaue auf meine Jahresplanung, dann überlege ich mir, ob ich nächstes Jahr überhaupt noch eine machen soll, weil sich einfach so viel ergibt dazwischen und man relativ kurzfristig dann halt Dinge ändert und ja, es macht halt Riesenspaß. Marcus: Ja, da ist einfach viel zu viel Musik drin bei uns, in den ganzen Online Businesses ne? Als dass man da zu lange im Voraus planen kann. Das ist echt zu Oldschool. Ich hab’s auch mal versucht, ne Jahresplanung oder Dreijahresplan… Fünfjahresplan, fragen auch immer gerne die Journalisten, aber ich kann da immer nur sagen “Ich lebe im Jetzt und es passiert viel zu viel, als dass ich jetzt sagen könnte, was in zwei Jahren ist, in drei Jahren… Ob ich dann noch digitaler Nomade bin? Wer weiß?” Oder ob ich dann vielleicht schon ne Insel besitze oder irgendetwas anderes mache… Kein Plan! Thomas: Genau, so isses. Also ich auch nicht. Mein großes Ziel ist es natürlich vom passiven Einkommen leben zu können. Das auf alle Fälle. Das ist meine große Vision, an der arbeite ich. Und da bin ich auf einem guten Weg, aber dass ich jetzt sage “In sechs Monaten kommt der und der Kurs und dieses und dieses Buch raus” das mache ich auch nicht mehr, weil da ergeben sich dazwischen so viele spannende Dinge, wo Du sagst “Okay, das machst Du”. Und das ist der große Vorteil von unserem Business. Wir machen einfach das, was uns Spaß macht und das möchte ich auf gar keinen Fall missen. Und das, was mir heute Spaß macht, muss mir in sechs Monaten keinen Spaß mehr machen und dann kann ich es ändern noch. Das ist das coole da dran. Marcus: Ja absolut unterschrieben. Ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort. Vielen Dank Thomas für Deine Zeit! Thomas: Danke für die Einladung, hat mich sehr gefreut! Marcus: Mich auch! Es war mega spannend. Wir können uns gerne auch noch ein paar Mal öfter austauschen, gerade auch zum Thema Produktivität, ich bin da auch ein totaler Freak. Von daher habe ich mich mega drauf gefreut, dass wir jetzt endlich mal miteinander gesprochen haben. Es war sehr cool, es hat mir total viel Spaß gemacht und wir bleiben auf jeden Fall in touch! Thomas: Super! Machen wir auf alle Fälle, freut mich sehr. Marcus: Dann wünsche ich Dir noch einen produktiven Tag! Thomas: Danke, Dir ebenso, ciao! Marcus: Danke, ciao!   Wow, vollgepumpt mit Motivation und Produktivitätsantrieb spreche ich hier direkt das Auto ein, dann geht die Folge auch schon zum Transkribieren und zum Mastern, so dass ihr sie möglichst schnell hören könnt. Ich hoffe, euch hat die Folge genauso viel Spaß gemacht, wie mir. Wir hören uns beim nächsten Mal. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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    Dominic Stühler | Vom Nerd zum Punk. Präsentiere Dich von Deiner besten Seite!

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

    Kurzportrait von Dominic Stühler Dominic Stühler ist Speaker und hilft seinen Kunden ebenfalls inspirierend zu präsentieren und vor allem andere mitzureißen. Er weiß worauf es ankommt und hat Methoden entwickelt, wodurch jeder selbst erfolgreich präsentieren kann.   Kontakt punk.academy Mobile Apps Wunderlist Evernote Prezi Präsentations App Buchempfehlung Sei nicht authentisch!: Warum klug manchmal besser ist als echt (Stefan Wachtel) - Ebook - Buch Podcast in Textform     Norman: Herzlich willkommen schön, dass ihr wieder rein hört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM. In meinem heutigen Interview mit Dominik Stühler, auch besser bekannt als Presentation Punk, spreche ich über das Thema "Vom Nerd zum Punk, präsentiere Dich von Deiner besten Seite". Dominic, schön, dass Du da bist. Vielen Dank für Deine Zeit. Bist Du ready und wollen wir loslegen?   Dominic: Vielen Dank, Norman. Auf jeden Fall. Los geht's.   Norman: Sehr cool. Dominic, Du bist Speaker, Vortragsredner und hilfst Deinen Kunden ebenfalls vor allem inspirierende Präsentationen zu erstellen, die mitreißen. Das finde ich immer extrem wichtig. Und Du weißt, worauf es ankommt. Du hast auch Methoden entwickelt, von denen oder die man sich mitnehmen kann und die man vor allen Dingen einsetzen kann, um selbst erfolgreicher zu präsentieren. Erzähl uns doch ein bisschen mehr über Dich. Wer ist Dominic Stühler privat? Und was genau Dein Business ist?   Dominic: Also Dominic ist ein riesengroßer Nerd, der vor fünf, sechs Jahren Physik studiert hat und sich damals die Frage gestellt hat, ob er Physik und Mathematik im Nebenfach studiert oder ob er Mathematik, im Nebenfach Physik, studiert, was eben für ihn der theoretischere Ansatz ist. Das heißt, ich war früher der Stereotyp dessen, was man den klassischen Langhaarigen, schwarze Klamotten tragenden, introvertierten Nerd nennt, der eine Hose besessen hat, weil er glaubte, er braucht auch nicht mehr und sich so ein bisschen Geld damit verdient hat, indem er Magic The Gathering, dieses Kartenspiel, gezockt hat. Also ich war echt tief drin und heute bin ich, wie Du gesagt hast, der Presentation Punk. Das heißt, ich helfe meinen Kunden erfolgreicher zu sein durch das richtige Auftreten. Und das war natürlich ein großer Change, der da stattgefunden hat, ein großer Kontrast.   Leute, die mich früher kennen und die mich heute kennen, für die ist es teilweise schwer zu sehen, dass das ein und dieselbe Person ist. Um ganz ehrlich zu sein, so eine kleine Anekdote über was ich gesehen habe mit der neuen iOS Version auf dem iPhone: Da werden jetzt Menschen kategorisiert in den Fotos, in der Foto App. Und er fasst die zusammen und die Bilder von früher und die Bilder von heute, das waren zwei verschiedene Personen. (lachen) Er matcht mich tatsächlich nicht mehr. Der Change, der bei mir stattgefunden hat, kam daher, dass ich eine Trainerausbildung an der Uni gemacht habe. Ich musste mir irgendwie das Studium finanzieren und dachte mir, Mensch, diese Informatik-Themen, die konnte ich eh schon immer, frühes Studium Informatik. Das fällt mir leicht, das kann ich den Leuten bestimmt gut beibringen.   Was ich damals nicht so richtig realisierte, wohl nicht so richtig bedacht habe, ist, dass das heißt: genau das, nämlich vor Menschen zu stehen und denen das beizubringen. Und ich erinnere mich wie heute noch an die erste Schulung, wo ich vorne stand und ein Hemd getragen habe, weil ich dachte, komm jetzt bist Du Dozent, jetzt musst Du ja auch ordentlich auftreten, jetzt musst Du seriös sein. Und diese erste Schulung gehalten habe und das war vor zwölf Leuten. Und ich hatte so unfassbares Lampenfieber, dass innerhalb kürzester Zeit das Hemd, das weiße Hemd, komplett durchgeschwitzt war.     Norman: Oh je.   Dominic: Und ich hatte da keinen Spaß daran und meine Studenten auch nicht. Weil, wenn jemand vorne steht, wo Du merkst, okay dem fällt das nicht leicht, der tut sich schwer, dem fallen die Sätze nicht richtig ein, der stottert da vielleicht so ein bisschen da vorne, dann fühlst Du Dich auch nicht wohl. Die Atmosphäre ist nicht angenehm. Und dann hab ich das noch zwei, dreimal gemacht und es wurde nicht besser. Und dann dachte ich mir, okay, also jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich breche das ab und lass es bleiben und sage, okay, das ist in die Hose gegangen oder ich knie mich jetzt richtig rein und versuche da wirklich besser zu werden. Und ich hatte mich für den zweiten Weg entschieden, hatte dann Bücher bestellt. Habe TED Talks angeschaut und habe mir angeschaut, was macht denn eigentlich wirklich Leute aus, die andere mitreißen, die da vorne stehen, wo man das Gefühl hat, das sind die geborenen Entertainer? Die wie diese Naturtalente wirken, als würden die sich nirgends wohler fühlen als auf der Bühne oder vor Leuten. Und dann habe ich verschiedene Sachen ausprobiert, ich hatte viel Gelegenheiten und ganz vieles davon ist gnadenlos in die Hose gegangen und hat für mich nicht funktioniert. Und andere Sachen haben sehr, sehr gut für mich funktioniert und dann habe ich da so gewisse Prinzipien erkannt für mich, wie wir Leute begeistern können und wie wir in Erinnerung bleiben. Und es ist völlig egal, ob das die Netzwerk Veranstaltung ist, ob das vielleicht so ein Interview wie das gerade eines ist oder dann eben doch vielleicht auf der großen Bühne ist.   Norman: Sehr, sehr spannend. Ich habe mir gleich einen Schwung Fragen noch zusätzlich aufgestellt. Es wird also ein längeres Thema heute mit dir. (lacht) Bevor wir da tiefer einsteigen und ich wirklich meine brennenden Fragen loswerden möchte, vielleicht noch die Frage vorneweg. Was ist so Dein Lebensmotto? Was ist Dein Erfolgsmantra oder Dein Treibstoff, was haut dich morgens aus dem Bett?   Dominic: Also ich bin der festen Überzeugung, das merke ich auch in der Arbeit mit meinen Studenten zusammen, dass wir extrem viel Potenzial und extrem viele fantastische Ideen haben und dass die aber nicht gehört werden. Und die werden nicht gehört, weil die Methode, weil das Handwerk fehlt wie man anderen Leuten das kommuniziert. Und das finde ich ein riesengroßes Problem und das finde ich total ätzend, dass wir eigentlich so viel geile Ansätze haben, aber die Leute das nicht rüberbringen.   Norman: Sehr cool.   Dominic: Und deshalb ist mein Motto tatsächlich Kommunikation, geile Vorträge zu liberalisieren. Ich will, dass jeder in der Lage ist, nicht die großen Entertainer und so ein paar Eliten, die auf der Bühne sitzen und fünfstellige Honorare bekommen, sondern ich will, dass jeder in der Lage ist, seine Idee zu kommunizieren und andere mitzureißen und zu inspirieren.   Norman: Schön. Dann ist genau das der Beitrag, damit nicht mehr so viel auf der Strecke bleibt. Weil wieviel wird nicht gehört und nicht gesehen?   Dominic: Absolut.   Norman: Schön. Wow. Ich würde gern mit dir noch einmal zu diesem Moment der Transformation oder so Deinem Change Moment zurück. Wer Dich kennt, weiß, Du bist am linken Arm tätowiert. Und mich würde interessieren, wann war der Moment, was in der Zeit des Seins des Nerd-Seins, des Ratio-Menschen, des Physikstudenten, oder ich meine, Du bist glaub ich auch Linkshänder, heißt hohe Kreativität. Das passt eigentlich nicht zu einem Physikstudent. Wann war so der Moment, an dem Du gesagt hast, so Presentation Punk, ich tätowiere mich jetzt oder war es schon?   Dominic: Tatsächlich ist es so, ich bin nicht nur am Arm tätowiert und wenn aber Leute mich darauf ansprechen, in meiner Wahrnehmung bin ich irgendwie schon immer tätowiert, komischerweise. Dabei sind meine Tattoos noch nicht mal ein Jahr alt. Also eben noch nicht so wahnsinnig lange. Das war letztes Jahr im September, also doch knapp ein Jahr. Da hab ich mich tätowieren lassen und der Moment, ich hab schon sehr lange so diese Tattoos im Kopf gehabt. Und hab mich aber jetzt erst so richtig bereit gefühlt, um ehrlich zu sein und so der große Change, glaube ich, kam dann wirklich dazu zu sagen: okay, ich traue mich das jetzt auch so nach außen zu gehen und das nach außen zu tragen, weil für mich das ein Ausdruck ist der inneren Haltung, die man aber ganz bewusst und öffentlich zeigen will. Und wie gesagt der große Unterschied, so das, was damit so begonnen hat, war zum einen natürlich diese Präsentation, aber der ganz große Unterschied war für mich, ich habe mich im zweiten Semester selbstständig gemacht und hatte so eine kleine Werbeagentur Typo Aid damals gegründet und das war der Punkt, wo ich gemerkt habe, neben diesen Ambitionen Physik zu machen und mein Ziel war es damals Professor für Theoretische Physik zu werden, woran ich gnadenlos gescheitert bin,   Norman: Krass. Ja Wahnsinn.   Dominic: War dann eben Type Aid, weil da habe ich gemerkt, mir macht es wahnsinnig viel Spaß mit Kunden zu interagieren, mir macht es wahnsinnig Spaß mit Leuten zu arbeiten und Dinge so aufzubereiten, damit andere Bock drauf haben und diese Werbeagentur war auch nichts Anderes als: Wie können wir Informationen so aufbereiten, dass sie für Andere leicht zugänglich werden? Und da hab ich jetzt kann ich dir sagen so einen roten Faden, den ich bei mir mittlerweile erkenne, den habe ich damals natürlich noch nicht gesehen. Es hat mich aber damals ziemlich aufgewühlt und ich dachte mir: hmm, komisch, wieso macht mir das so wahnsinnig viel Spaß? Eigentlich müssten es doch die Dinge sein, die mir sonst immer Spaß gemacht haben, nämlich Differentialgleichungen, bis spät in die Nacht rein irgendwas programmieren und das war so der Keim, der damals losgegangen ist, der zu wachsen begonnen hat und wo das Ganze dann ins Rollen gekommen ist.   Norman: Wahnsinn. Also es ist vor allen Dingen so ein krasser Move. Es ist nicht so ein wie soll ich sagen, so ein sanfter Übergang, sondern es sind eigentlich wirklich wie Du gesagt hast vorhin mit dem Beispiel, mit dem iOS Filter, zwei Persönlichkeiten eigentlich.   Dominic: Ja. Aber ich glaube, ich bin da auch so ein Typ der Extreme. Und ich verwende selber in meiner Didaktik sehr viele radikale Ansätze, weil ich eben glaube, dass wir durch gewisse Formulierungen, durch ein gewisses Auftreten, durch ein gewisses Framing, dass wir dann eher die Leute dazu bewegen über Dinge nachzudenken, in Erinnerung zu bleiben, den Gedanken anzustoßen als, wenn wir immer nur super differenziert sind und jedem versuchen alles recht zu machen.   Norman: Absolut. Ich suche immer auch in meinen Gesprächspartnern, oftmals gibt es so die eine Story. Manchmal gibt es auch mehrere in Momenten, in denen man es vielleicht auch ein bisschen schwieriger hatte. Gab es so einen Moment in Deinem Leben und was waren so Deine Learnings daraus?   Dominic: Ich hatte wahnsinnig viele solcher Momente, um ehrlich zu sein. Ich habe einen wahnsinnig verkorksten Schulweg, habe mit Ach und Krach dann noch ein Abitur gemacht, was alles Andere als abzusehen war, dass das passiert. Ich habe mein Studium abgebrochen. Das heißt, immer, wenn ich in Institutionen war und gelernt habe, habe ich gemerkt, irgendwie funktioniert das für mich nicht. Ist die Art und Weise, wie wir Dinge lernen, wie wir damit umgehen. Ist das für mich nicht befriedigend, hatte da immer mein eigenes Tempo. Mir ging das irgendwie immer zu langsam und falsch und zu wenig praktisch irgendwie.   Und ein ganz bedeutender Moment für mich war, das weiß ich noch wie heute, ich habe in Erlangen studiert und ich saß damals in meiner Wohnung, ich hatte wahnsinnig viele Bücher, ich habe so Bücher gesammelt als Hobby und keine Kohle mehr auf dem Konto. Und das war so der Moment, wo ich dachte: ja toll jetzt bist Du hier in dieser Wohnung, irgendwie das Studium geht nicht voran, Type Aid lief damals noch nicht so wie das vielleicht hätte laufen müssen. Ich habe diese ganze Sachen hier um mich herum stehen, aber irgendwie weiß ich nicht so richtig, was ich machen soll, ob ich mit dem Studium weiter mache, ob ich voll all in gehe in Typo Aid? Ich hatte zeitweise überlegt, ob ich vielleicht Koch werden will, weil mir auch so das Zubereiten von Speisen sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hatte das Gefühl ich kann weder vor noch kann ich zurückgehen. Es hat für mich keine Richtung hat mehr wirklich Sinn gemacht und das hat mich extrem verzweifeln lassen.   Irgendwann gab es dann diesen Punkt und das war so für mich der große Beginn, um ehrlich zu sein, von dem Materiellen wegzukommen. Weil ein Freund von mir hat gesagt: pass mal auf, verkaufe den ganzen Scheiß. Verkaufe diese ganzen Bücher, mache Dich mal frei, dann hast Du wieder Kohle auf dem Konto, dann kannst Du Entscheidungen treffen auch in eine andere Stadt zu gehen. Und dann geht es eigentlich erst wieder richtig weiter. Und ich hatte das Gefühl, er hat mich aber nicht verstanden, weil ich zu ihm gesagt habe: Pass mal auf, ich habe so viel Zeit gebraucht, diese Bücher und das alles zu sammeln. Ich kann das doch nicht einfach weggeben. Da hat er den klugen Satz gesagt: ja hast Du recht, aber mit ihnen bist Du auch nicht glücklich. Und das war so tatsächlich dieser Beginn.   Da habe ich die Bücher verkauft, habe angefangen meinen Hausstand komplett aufzulösen, bin Papier losgeworden damals und hab mich dann eben voll dafür entschieden, was ich am ehesten noch für mich richtig angefühlt hat und das war eben die Selbstständigkeit. Habe dann eben im achten Semester mein Studium abgebrochen und bin dann eben all in gegangen, was das angeht und heute habe ich die Punk Academy, meine Firma, bei dem ich eben den Kunden helfe eben erfolgreich aufzutreten, mit denen ich Workshops durchführe und denen wir aber auch helfen, Lerninhalte in Form von interaktiven Learnings E-Learnings und so weiter eben sinnvoll aufzubereiten.   Ich muss ehrlich sagen, als ich dann diesen Weg gegangen bin, gab es dann für mich nie wieder diesen Punkt, wo ich gezweifelt habe. Insofern weiß ich heute, dass das auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Weil ab diesem Zeitpunkt gab es nie wieder den Punkt, wo ich mir die Frage gestellt habe: ist es das Richtige? Fühlt sich das gut an? Ist das meine Leidenschaft? Folge ich meinem Weg? Sondern ich bin mittlerweile der festen Überzeugung.   Norman: Ich würde ganz gern mal mit Dir an diesen Moment ran zoomen, wo Du gemerkt hast, mit dem Thema "präsentiere Dich von Deiner besten Seite". Also, wo Du das den Leuten wirklich auch zeigst, wie es funktioniert, wo Du gemerkt hast, dass Du hier wirklich ein Problem löst. Gab es so ein Event, einen Vortrag oder ein Seminar, was Du gehalten hast, wo Du gemerkt hast: krass, das kann nur der richtige Weg für mich sein.   Norman: Ich habe ein Seminar gehalten zu Pressy, das ist so ein Tool, im Gegensatz zu Powerpoint, das eben nicht mit Folien funktioniert, sondern bei dem man so eine riesengroße Leinwand hat, eine große digitale Tafel. So kann man sich das vorstellen und da wird das wie so eine Kamerafahrt zoomt man rein oder wieder raus und zeigt den Kontext.   Und ich hatte so ein Tool, so einen Workshop gegeben in der Firma und da ging es auch eben darum, wenn man das jetzt einsetzt, dass es nicht immer am Tool liegt, sondern eigentlich an der Art und Weise, wie werden Dinge aufbereitet und wir nicht immer hinnehmen dürfen, dass, wenn andere Scheiße präsentieren, dass wir da mitmachen müssen. Und dann kamen nach diesem 6 Stunden Workshop 3 dieser Teilnehmer zu mir und meinten: “Dominic, Du hast uns so krass die Augen geöffnet” und dann dachte ich schon, na ja Pressy ist halt noch innovativ in Deutschland. Und da meinte er: “Dadurch, dass Du gesagt hast, wenn nicht ich, wer soll es dann machen? Sagt er: den ganzen Tag kriege ich Scheiß Präsentationen, ich nehme die mir an, ich füge die zusammen und schicke die weiter. Ich hab keinen Bock mehr da mitzumachen. Vielen Dank, dass Du mir da die Augen geöffnet hast”.   Norman: Stark.   Dominic: Und das war für mich auch ein totaler Augenöffner, weil ich gemerkt habe, dass da Messages mit dabei sind, die ich gar nicht als solche begriffen habe. Die mich auf eine Art und Weise zitiert haben, wie ich das gar nicht begriffen habe, dass das ein Zitat ist, wo ich gemerkt habe: da ist vielleicht doch mehr, was ich über diese Jahre an Erfahrung gesammelt habe. Und das war so der Punkt, wo ich gedacht habe: okay, ich glaube, da muss ich tiefer reingehen und will dann noch mehr Menschen helfen, dass sie diesen Weg gehen und bin dann eben von diesen Tools weggegangen hin zu den Methoden, mit denen ich mittlerweile arbeite.   Norman: Sehr cool. Wie Du weißt, brenne ich für außergewöhnliche Marken. Deswegen bist Du auch in diesem Podcast.   Dominic: Vielen Dank.   Norman: Deswegen habe ich Dich ja auch eingeladen. Sehr gerne. Wie bist Du auf den Presentation Punk gekommen? Wie bist Du darauf gekommen, daraus eine Brand zu bauen?   Dominic: Gar nicht. Ich hatte damals diese Ambitionen, unter dem Namen Presentation Revolution angefangen. Und das hat sich aber kein Mensch merken können. Das heißt, egal, wo wir waren, haben wir immer von Presentation Revolution, weil wir wollten diese Revolution anzetteln. Und das, haben die Leute uns so unterschiedlich benannt und verballhornt und gemeint, da ist jetzt Presentation Campus und Presentation Canvas, eines unserer Tools. Haben sie uns nach dem Tool benannt. Und dann habe ich einen Workshop, weil ich Gastdozent in Erlangen bin, habe ich einen Workshop wieder für Studenten gegeben. Und dann meinte so ein Student zu mir, Dominic Du bist so innovativ in Deinen Ansichten, Du bist so innovativ in den Methoden, die Du uns beibringst, Du bist voll der Punk.   Norman: (lacht) Sehr geil.   Dominic: Und dann fand ich das echt cool, ich habe mich da sehr geschmeichelt gefühlt und dann dachte ich mir: ach, warum nicht? Und dann gab es lange Zeit auf unserer Website verschiedene Produkte und ein Produkt war der Punkt. Das heißt, alle Workshops, die wir gegeben haben, liefen unter Punk. Und da haben wir aber gemerkt, dass alle Leute uns immer nur Punk nennen, Presentation Punk, Presentation Punk. Und da muss ich ehrlich sagen, haben wir uns komplett so umbenannt, weil wir gemerkt haben, dass das die Marke ist, wie uns die Leute wahrnehmen. Dass das die Marke ist, mit der wir assoziiert werden, mit denen die Leute merken, dass es ein Unterschied ist. Wir sind keine Präsentationstrainer, wir sind Presentation Punks.   Norman: Das ist genial, weil es eigentlich von Deiner Zielgruppe entstanden ist. Also Du gibst es nicht vor und drehst es   Dominic: Genau.   Norman: Im Markt, sondern es ist quasi gewachsen, aus sich selbst heraus. Sehr cool. Schön. Und das Thema Positionierung und Alleinstellung, oder wie würdest Du das formulieren? Was ist Dein USP? Was ist so Dein Ding, wo Du sagst: Und genau deshalb ruft man mich an?   Dominic: Es ist ja so, dass wir nicht die Ersten sind, die über das Thema Präsentieren reden. Es gibt da einen unfassbaren aufgeschwemmten Markt dafür, dass Leute anderen erzählen, wie man eben angeblich auftritt, wie man präsentiert und so weiter. Und das hat sicher auch alles seine Berechtigung. Aber eine USP kommt tatsächlich allein durch das Framing, das wir machen. Also wir bekommen ganz viel von Kunden mit, dass sie uns gebucht haben, weil sie den Markennamen anders wahrnehmen, weil sie gewisse Assoziationen daran knüpfen.   Wenn ich zum Presentation Punk gehe, erwarte ich mir endlich, wie ich Leute vom Hocker reißen kann. Ich will nicht mehr selber so langweilen und ich will selber nicht mehr gelangweilt werden. Deshalb gehe ich zum Punk. Und dann nehmen die Leute diese Sprache an und das ist tatsächlich, das muss ich ehrlich sagen, ein Teil der USP, dieses Framing so gemacht zu haben und diese Marke so zu haben. Das heißt, ganz viele Leute buchen uns, weil wir Seminare haben, die heißen "Präsentiere wie ein Punk", zum Beispiel. Und deshalb buchen uns die Leute. Das heißt, man kann es ein Stück weit auch damit vergleichen, wie wir gewisse Autoren mögen und manche Titel sprechen uns an und manche Stilistiken finden wir gut und andere eben nicht. Und genauso ist es mit diesem Markenauftritt.   Das Andere, was wir uns ganz stark auf die Kette schreiben, sind Methoden, die man sofort anwenden kann. Ich habe keine Lust Leuten lange Theorie beizubringen. Ich will Methoden haben und habe Methoden geschaffen, zum Beispiel, um eines herauszugreifen. Ich finde nicht, dass ich Leuten beibringen soll, wie man Powerpoint verwendet. Ich finde nicht, dass ich Leuten beibringen sollte, was Typographie ist, was "Goldener Schnitt" ist, wie man Farbenlehre macht und so weiter. Ich will, dass Leute geile Folien machen. Und deswegen haben wir ein Prinzip geschaffen und zwar, dass Deine Folien aussehen müssen wie Werbeplakate und erklären in 4 Schritten, wie man das hinbekommt ohne, dass Du eben diese Design-Kenntnisse brauchst. Und diese klaren handhabbaren Methoden, das ist das, wo wir uns ganz groß unterscheiden von allen anderen, weil wir versuchen da eben ziemlich prägnant zu sein, auf dem Punkt zu sein und damit eben sofort einen Unterschied zu machen.   Norman: Sehr cool. Wie würdest Du sagen oder welche Rolle spielt für Dich so auch die persönliche Nähe? Dass die Marke quasi Du als Person bist und nicht irgendein abstrakter Unternehmensname, der jetzt nicht personalisiert ist?   Dominic: Ich glaube heutzutage im Zeitalter von Social Media, von Influencer Marketing, wie es neudeutsch heißt, das heißt, dass es eben zentrale Figuren gibt, mit denen wir uns assoziieren können. Das Prinzip ist natürlich schon wesentlich älter und kennt die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Aber das hat man natürlich für sich jetzt wieder erkannt. Das glaube ich, ist etwas ganz, ganz Zentrales. Damit man eine klare Assoziation hat, dass man ein Verständnis davon hat: Was ist das? Was sind das für Werte? Wie tickt jemand? Wie sympathisch ist mir auch jemand? Insofern glaube ich, spielt das eine riesengroße Rolle.   Und ich muss ehrlich sagen, um mal so ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, ich habe natürlich auch schon Trainer angelernt, die in meiner Firma eingestellt, aber die Kunden wollten am Ende des Tages nicht meine Trainer haben, sondern die wollten, dass ich vorne stehe. Insofern ist es tatsächlich etwas, was ich mich mittlerweile, was ich mich beuge und sage: okay, klar, ihr bekommt den Presentation Punk. Das geht natürlich auch mit gewissen Tagessätzen dann einher, das versteht sich. Aber den Leuten ist es wichtig, dass sie eben dann mit mir zu tun haben und mit mir dann letztendlich die Arbeit auch zusammen haben. Denn diese Atmosphäre, die Du schaffst, die Art und Weise, wie Du mit Leuten interagiert, das ist eben etwas sehr Persönliches auch, wenn man wie wir eigentlich im B2B Business unterwegs ist. Oder vielleicht genau deswegen, weil ich merke, dass ganz viele unserer Kunden immer das Verständnis verlieren, dass wir alle Menschen sind.   Wenn es ein Vorstandsvorsitzender ist, dann hat jeder extrem Angst und sagt: Mensch, aber Du kannst doch nicht so präsentieren, das ist der Vorstand, das kannst Du nicht machen und ich dann sage: ja, aber das ist trotzdem ein Mensch, der heißt halt trotzdem Karl-Heinz und der hat gewisse Bedürfnisse. Der hat eine Frau und Kinder zu Hause, der kauft sich den 4K Fernseher und so weiter. Das heißt, der reagiert trotzdem auf Dinge emotional. Und der reagiert trotzdem auf gewisse Fakten auf eine Art und Weise. Und ich glaube, das macht den ganz großen Unterschied, das nicht zu vergessen, dass Menschen nicht je höher sie in der Hierarchie kommen, ihrer Funktion werden, sondern eben trotzdem Menschen bleiben. Und deswegen ist so diese Nähe zu einer gewissen Schlüsselfigur glaube ich extrem wichtig.   Norman: Ja. Jetzt sind unsere Zuhörer Führungskräfte und Unternehmer. Also perfekt. Eigentlich Deine Zielgruppe auch. Und jetzt muss ich sagen, wenn ich mir überlege, wer da auf der Bühne präsentiert, dann ist das am Ende des Tages eine Verkaufsveranstaltung. Jetzt weniger mit dem Thema, was ich vielleicht auf meinen Folien habe, sondern mehr so mit meiner Person und meine Präsentation entscheidet am Ende des Tages, ob man mich wahrnimmt, ob man mich ernst nimmt, ob ich gehört werde, ob ich Einfluss auf meine Karriere nehmen kann oder nicht.   Dominic: Absolut.   Norman: Wenn ich absolut schlecht präsentiere, dann ist das Thema relativ schnell auch durch. Das Thema Akzeptanz, Schaffung meiner Person oder meiner Inhalte, die ich kommunizieren will, ist mir wichtig, sonst würde ich mich nicht auf die Bühne stellen. Warum ist aus Deiner Sicht das so extrem wichtig überzeugend zu sein auf der Bühne?   Dominic: Weil es keine Alternative gibt. Es gibt keine Alternative zu "überzeugend zu sein". Wenn ich nicht überzeugend bin, wenn ich langweilig bin, wenn ich Leuten die Zeit stehle, dann schiebe ich meine Marke oder mein Unternehmen, jetzt überspitzt gesagt, aber Stück für Stück an den Rand des Abgrundes. Beispiel. Ich war vor 3 Tagen auf der Hub-Konferenz in Berlin. So. Da habe ich viele Vorträge gesehen und einer ist mir ganz besonders ins Auge gestochen.   Da war jemand, der hat auf der Bühne präsentiert zu einem neuen Ansatz von Fitnessgeräten. So. Der stand da vorne, der hat unfassbar unsicher gewirkt. Der hat sich innerhalb dieses fünfminütigen Pitches dreimal entschuldigt, weil irgendwas mit der Technik nicht funktioniert hat. Und obendrein, und das muss ich einfach so unverblümt sagen, war der fett. So. Jetzt steht da vorne jemand, der ist dick, der wirkt nervös, der wirkt nicht ausgeglichen, der entschuldigt sich die ganze Zeit und stellt Fitnessgeräte vor. Da funktioniert die Marke nicht. Das ist nicht glaubwürdig. Da kann mir keiner sagen: ach, das sind tolle Fitnessgeräte, denn Sie sehen, es funktioniert, weil dem Typen da vorne, dem schmeckt's ab und zu ganz gut. Das ist ja völlig okay. Der kann ja aussehen wie er mag, das ist völlig, völlig in Ordnung. Aber man muss sich schon die Frage stellen, wenn man eine gewisse Marke vertritt: Ist das das Bild, das ich nach außen geben möchte? Möchte ich da jemanden hinstellen, der vor dem Zielpublikum von tausend Leuten von Entscheidern sitzt und diese Präsentation in 5 Minuten letztendlich die Marke kaputt macht. Und das war für mich so ein zentrales Beispiel, dass mir wieder aufgefallen ist, warum, wenn man dann nicht überzeugt, wenn man nicht zur Marke passt, wenn man nicht das richtige Auftreten hat, ich mir die Frage stelle: Warum präsentiert er?   Da hat sich offenbar jemand keine Gedanken gemacht. Da kann man natürlich sagen: der war authentisch. Der ist halt so. Dem schmeckt es halt gut, aber authentisch ist nicht die letzte Lösung, wenn es darum geht, Unternehmen und Marken richtig zu vertreten. Das heißt, wenn wir in Erinnerung bleiben wollen, wenn wir wirklich einen Unterschied machen und Du sagst: das ist eine Verkaufsveranstaltung. Es ist immer eine Verkaufsveranstaltung. Dieser Bullshit, dass es Informationsvorträge und Überzeugungsvorträge gibt, das ist kompletter Käse. Es geht immer um Verkauf, um die eigene Person, der Sache. Es muss nicht um Produkte gehen. Das kann auch ein Gedanke, eine Idee sein, eine Strategie der Herangehensweise, ein Mindset, das ich verkaufen will. Und da stelle ich mir die Frage: wenn da 1.000 Leute im Raum sind und ich eine halbe Stunde präsentiere und ich fahre diese Präsentation gegen die Wand, habe ich 500 Stunden verschwendet. 1.000 Leute, halbe Stunde Zeit, sind 500 Stunden, die da angesammelt sind und die hab ich einfach verschwendet. Und ich behaupte, meiner Marke, meinem Unternehmen auch noch geschadet. Deshalb gibt es für mich keine Alternative als "ich muss überzeugen, ich muss herausstechen". Denn es gibt genügend Leute, die schlecht präsentieren, das ist ja der Mainstream.   Wenn ich heutzutage noch einen Unterschied machen will mit meinem Unternehmen, dann muss ich mir intern wie extern darüber Gedanken machen, wie kann ich Leute mitreißen?   Norman: Vor allen Dingen auch den Mut zu haben. Oftmals erlebe ich auch immer wieder überlassen die Leute die Präsentation anderen. Also die Delegation an ein Teammitglied oder einen Abteilungskollegen, der das vermeintlich besser kann, nur damit ich es nicht machen muss. Damit zahle ich natürlich auch nicht auf mein Image Konto ein, wenn ich es aus der Hand gebe. Dominic, eine Frage, um vielleicht auch jetzt mal so ein paar Mehrwerte rauszuhauen. Was würdest Du unseren Zuhörern mit geben, dass man sich nach der eigenen Präsentation wirklich an denjenigen erinnert? Gibt's da so 3 Hacks, 3 Tipps?   Dominic: Also das Entscheidende aus meiner Sicht ist, sich erst einmal um die Hausaufgaben zu kümmern. In so vielen Bereichen unseres Lebens schauen wir immer, dass wir die Details richtig machen und dass es um diese Kleinigkeiten geht. Wenn es darum geht, will ich Geld anlegen, dann mache ich mir über extrem komplizierte Finanzprodukte Gedanken oder wenn ich Sport mache und Ernährung mache, abends keine Kohlenhydrate essen und so weiter. Das sind Details, das ist mikroskopisch. Was ich entscheidend finde ist, dass man seine Hausaufgaben macht. Hausaufgaben machen heißt, ich muss mir Gedanken machen, was habe ich für ein Ziel? Was will ich wirklich erreichen? Und nicht so etwas wie einen überzeugenden Vortrag zu halten. Das ist kein Ziel.   Worüber sollen sich Leute Gedanken machen? Wieviele Leute sollen später auf unsere Facebook-Seite kommen? Wie viele Leute sollen mein Buch kaufen? Wie viele Leute sollen über etwas anderes nachdenken, eine klare Handlungsanweisung bekommen? Und so weiter. Und das Nächste ist, ich muss mir Gedanken darüber machen, wer sitzt denn da drin? Das heißt, das Problem ist, jeder von uns ist ja irgendwie ein Experte. Und wenn man Experte ist, hat man das große Problem, dass vieles für uns selbstverständlich ist, was für einen Laien nicht selbstverständlich ist. Das heißt, ich muss lernen die Sicht des Publikums einzunehmen. Ich muss verstehen, was sind deren Gedanken, deren Gefühle, deren Vorbehalte? Und das ist eine der stärksten Waffen zu wissen, was haben die für Vorbehalte, was für Klischees glauben die, um bewusst diese anzusprechen. Das heißt, jeder von uns will verstanden werden. Ein Publikum auch, wenn es eine Masse ist, will auch verstanden werden. Die wollen, dass sie das Gefühl haben, ja der weiß, wie es mir geht, der weiß, in welcher Situation ich bin, der weiß, wie schwierig gewisse Dinge sind, der weiß, wie leicht gewisse Dinge für mich sind. Und genau dieses Verständnis dazu haben, wer sitzt da drin sich, sich da Gedanken darüber zu machen und voll im Dienst des Publikums zu stehen.   Keiner meiner Vorträge gleicht dem anderen, weil ich immer das auf mein Publikum und auf die Situation abstimme. Das macht auch den Unterschied zu welcher Uhrzeit ich präsentiere und das macht den Unterschied, an welcher Location ich bin und das macht den Unterschied, vor welchen Leuten ich spreche und darauf passe ich immer meinen Vortrag an. Und wenn ich etwas Drittes vielleicht noch mit dazu nehmen würde: die Leute müssen - und es ist gerade an diese ganze Business Welt gerichtet - lernen, dass sie ihre Präsentationen sind und nicht Powerpoint. Das heißt, diese Folienschlachten, die da stattfinden, die Idee zu sagen, okay eine Präsentation fängt halt mit Folie Nummer 1 an. Klick klick klick klick klick klick klick Folie, Endfolie, Schlussfolie, "Vielen Dank für die Aufmerksamkeit". Damit kann man niemanden vorm Ofen vorlocken. Das heißt, man muss sich darüber Gedanken machen, was muss ich visualisieren und wo stehe ich im Zentrum, wo sollen die Leute mir zuhören, wo muss ich wirken, um da wirklich den Unterschied zu machen. Und deswegen vielleicht da als kleiner Tipp auch gleich zum Anfassen: Die häufigste Folie, die wir unseren Kunden verkaufen, ist eine schwarze Folie. Das heißt, wenn Du eine schwarze Folie im Powerpoint verwendest, hat das Publikum den Eindruck, der Beamer wäre in dem Moment ausgeschaltet. Und sie haben gar keine andere Gelegenheit als Dich anzuschauen. Wo sollen sie denn hinschauen. Und wenn Du wieder den Impuls setzen willst, wenn Du dann einfach ein Diagramm zeigen willst, zum Beispiel, oder ein wichtiges Bild oder ein Video, dann klickst Du, zeigst es und gehst danach wieder auf schwarz.   Norman: Sehr cool. Das ist ein echt guter Hebel um selbst den Fokus zu bestimmen. Absolut.     Dominic: Genau.   Norman: Die Leute lesen ständig und gucken sich die Bilder an, lesen die Präsentationen parallel. Das echt und Schwarz ist meine Farbe, hey. (lachen) Sehr geil. Super spannend fand ich das mit der Uhrzeit. Was ist ein Unterschied, ob ich morgens um 9 oder um 10 präsentiere und nachmittags abends 16, 18 Uhr?   Dominic: Also was wir immer versuchen zu verschweigen, was man aus dem Schulsystem oder auch in der Uni immer merkt, ist, wir haben eine gewisse Leistungskurve. Und wenn wir morgens um 8 Uhr präsentieren, sind die Leute wahrscheinlich gerade erst wach geworden, der Großteil zumindest, wenn wir kurz vorm Mittagessen sind, haben die Leute Hunger, wenn es abends ist, haben die Leute einen langen Arbeitstag hinter sich. Man kann nicht so tun als wäre das alles nicht passiert. Eine Anekdote dazu. Ich war letztes Jahr bei dem Frühjahrskongress der Unternehmensberater und da hat von einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat jemand präsentiert und das war eben schon 21 Uhr und wir wollten alle zum Buffet und der hat präsentiert und präsentiert und präsentiert. Und alle saßen so und sagen sich: Alter, höre zu präsentieren auf, wir wollen zum Buffet gehen. Vor allem, weil wir wussten, dass danach noch jemand von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kommt. So jetzt hat er präsentiert, präsentiert, dann kommt der andere auf die Bühne und jeder rollt schon mit den Augen. Der geht hin dieser Partner, klickt seine Folien durch, extrem schnell, schaut die Folien an, schaut nicht uns an, spricht mit uns kein Wort. Macht das ganze Ding aus, dreht sich zu uns hin und sagt: Merken Sie sich eins. Wir sind die Nummer 1. Und jetzt gehen wir zusammen essen.     Norman: Und er ist der Held.   Dominic: Standing Ovation.     Norman: Yes.   Dominic: 800 Leute, Standing Ovation. Der war der gefragteste Mann hinterher, an diesem Abend. Jeder wollte mit ihm Visitenkarten austauschen, weil der verstanden hat, wie unser Bedürfnis ist. Und verstanden hat, mit diesem einen Satz, dass er in Erinnerung bleibt. Hätte der die gleichen Kennzahlen runter gebetet wie der andere vor ihm auch, das wäre genauso untergegangen, weil die Leute alle ans Essen denken.   Norman: Eine geile Story.   Dominic: Man muss auch damit spielen. Das heißt, wenn meine Kunden zum Beispiel sagen: hey, Dominic, ich habe um 11:30 Uhr auf der Konferenz, habe ich den Slot bekommen, dann sage ich: pass mal auf, Du wirst keine halbe Stunde reden, Du wirst 15 Minuten reden und dann zu den Leuten sagen: hey, jetzt gehen wir zusammen mittagessen und da klären wir dann die ganzen Fragen, die er dazu habt. Und Du wirst auf dieser Konferenz gefeiert werden. Das verspreche ich Dir. Das heißt, wir müssen damit rechnen, welche Uhrzeit das ist und dann gegebenenfalls mit gewissen Aufweckern arbeiten, mit viel Interaktion arbeiten. Wir müssen sagen: okay, muss ich wirklich jetzt 45 Minuten die Leute vollquatschen oder ist es nicht wichtig, das prägnant zu setzen, um damit den Unterschied zu machen.   Norman: Sehr cool. Also vor allem deckt sich das perfekt mit dem, was Du vorhin gesagt hast, so den Kopf Deines Publikums aufzusetzen, diesen Perspektivwechsel zu schaffen. Das Publikum möchte halb zwölf einfach jemanden haben, der die zum Buffet bringt.   Dominic: Absolut. Ganz genau.   Norman: Sehr geil. Sehr, sehr coole Geschichte. Ja das ist echt eine geile (lacht). Ich stelle mir das gerade echt bildlich vor, weil Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind jetzt nicht so die spannendsten Themen, selbst wenn ich da inhaltlich drin wäre, hält sich dann die Euphorie und Begeisterung wirklich in Grenzen. Aber, vielleicht nochmal zu diesem Punkt. Was ich an Präsentationen, wenn ich mich einmal so reflektierend in meine Vergangenheit bewege an Präsentationen, die ich so erlebt habe, dann fällt mir eines ganz besonders auf und zwar fällt mir kaum eine Präsentation ein, die wirklich Gänsehaut verursacht hat. Kann jetzt hier und da auch am Thema liegen. Nicht jedes Thema verursacht eine Gänsehaut. Aber so eine gewisse Dramaturgie, dass ich merke, ich werde mit Spannung auf einen gewissen Punkt hin geleitet und dann gibt es noch einen netten Abspann oder sowas, gibt's da von Deiner Seite irgendwie noch ein Tipp, wie ich das gestalten kann, wenn ich jetzt nicht so die emotionale Rampensau bin, der Punk bin, noch nicht, weil ich noch nicht in Deinem Seminar war. Aber gibt es vielleicht so ein paar anfassbare Hebel, wo ich sagen kann: das kann ich machen, um es spannend zu machen?   Dominic: Also es gibt ein großes Missverständnis, was Dramaturgie und Storytelling auf der Bühne zu tun hat. Wir glauben oft, dass Dramaturgie darin bestünde, klein anzufangen, mich Stück für Stück zu steigern, zu steigern, zu steigern. Dann kommt der große Knall, der Höhepunkt, auf den alle gewartet haben und dann das Ganze sanft auszugleiten. Also so quasi so eine Dreiecksstruktur, dass das Dramaturgie ist. Was man aber gemerkt hat bei der Analyse von vielen Vorträgen von großen Rednern, ob das jetzt Steve Jobs oder Martin Luther King ist, völlig egal, ist immer das Gleiche, die gleiche Struktur, die sich abzeichnet und diese Struktur, um das einfach zu sagen, besteht aus Kontrast. Das heißt, ich habe den Wechsel, wenn ich vortrage, zwischen dem, wie es heute ist, Stand heute, wie das Publikum gewisse Dinge sieht, wie ich gewisse Dinge gesehen habe und wie es sein könnte. Das heißt, wie es gerade ist und wie es sein könnte. Und durch diesen Kontrast kommt Spannung auf. Das heißt am Anfang meines Vortrags sage ich den Leuten: passt mal auf, ich greife jetzt mal mein eigenes Thema raus. Ich will euch zeigen wie ihr von jemandem, der nicht auf die Bühne will, der introvertiert ist, zu jemanden kommt, der mitreißende Präsentationen hält und der nichts lieber macht als vor Leuten zu stehen und zu präsentieren. So. Diese Kontraste sind extrem wichtig.   Wenn es zum Beispiel um Quartalszahlen geht, es wurde in Q3, der Forecast, der wurde nicht erreicht, die Quartalszahlen wurden nicht erreicht. Meeting, Besprechung, dann sage ich: Passt mal auf. Wir haben in Q3 diese Zahlen verfehlt. Ich will euch aber zeigen, wie wir, wenn wir einen neuen Großkunden bekommen, im Q4 die Zahlen wieder bereinigen können. Und da sitzen die Leute im Publikum und denken sich vielleicht auch: Nö, glaube ich nicht. Das hört sich zu gut an. Das funktioniert nicht. Und das ist genau der Cliffhanger, den Du brauchst, damit die Leute Dir zuhören. Und dann geht es im Mittelteil genauso weiter, es ist immer der ständige Wechsel zwischen dem wie es gerade ist und dem wie es sein könnte, dem wie es gerade ist und dem wie es sein könnte. Und dadurch entsteht ein ständiges Spannungsfeld, bei dem Du immer wieder dem Publikum zeigst, jetzt kommen wir nochmal darauf zurück. Hey, ich weiß, wie die Welt aussieht für euch. Ich weiß, wie es ist. Und da können wir hinkommen. Ich weiß, dass wir in Q3 um 15 Prozent die Zahlen verpasst haben, aber wir haben 6 neue Kunden aktuell auf dem Tisch und 2 davon haben das Potenzial mehr Umsatz zu bringen als unserer größte Kunde aktuell. Aber ich weiß, wie man unterbesetzt ist letzten Endes, also es ist schwierig jetzt die Akquise dafür zu machen, da genau weiter reinzugehen, aber ich habe geschafft, dass wir ein neues Budget bewilligt bekommen haben, wir können noch ein paar neue Freelancer einstellen und so weiter. Das heißt, ich habe immer diesen Wechsel zwischen dem wie es gerade ist und dem wie es sein könnte. Das ist noch ein Tipp, den ich da mitgeben muss: Man darf und das ist genau das Prinzip, das dahintersteckt, nicht mit dem größten Argument bis zum Ende warten. Das hat man irgendwo mal in der Schule, bei Erörterungen hat man das mal gelernt, dass man das so machen sollte, stärkstes Argument zum Ende. Aber genau mit dem muss man anfangen. Genau das muss man den Leuten am Anfang geben, dann muss es richtig knallen am Anfang und dann hören die Leute einem zu. Andersrum, wenn ich die Leute 40 Minuten lang langweile und in den letzten 5 Minuten lasse ich es knallen, dann hört mir kein Mensch mehr zu.   Norman: Ja. Ist vorbei. Absolut. Wow, krass, Gibt es so ein paar Unterschiede zu Präsentationen? Ich stelle mir jetzt vor, Präsentationen im gehobenen Management vielleicht Vorstandspräsentationen oder eine Präsentation vielleicht vor Investoren. Gibt es da so, kann man das so sagen, so grundsätzliche Unterschiede in den Präsentationen oder ist der Duktus die Mechanik immer gleich?   Dominic: Genau. Die Mechanik ist immer die gleiche. Der Unterschied ist natürlich die Zielgruppe, die Du ansprichst. Der Unterschied besteht darin, wie visualisiert ich gewisse Dinge? Der Unterschied besteht darin, welche Sprache verwende ich, welche Metaphern verwende ich, welche Zahlen bringe ich jetzt letztendlich? Das muss ich immer aufs Publikum abstimmen und auf die Situation. Das heißt, die Themen, wie ich sie aufbereite, auch wenn es immer das Gleiche ist, ist immer unterschiedlich. So wie ich das vorhin auch erzählt habe, keine meiner Vorträge ist gleich. Aber die Methoden, die ich dafür verwende, die sind immer die gleichen. Das ist das, was ich vorhin meinte.   Viele Leute, auch im mittleren Management, gerade die glauben immer, je höher man kommt desto weniger könne man das machen. Das geht nur mit Leuten, die unter einem sind. Warum auch immer diese Annahme da ist? Weil das andere nur zu abstrakt. Ja wie wirkt denn jemand, der Vorstandsvorsitzende, der ist so unnahbar und da komme ich so schwer ran und der zeigt selten selber Emotionen und so weiter. Aber wie gesagt, wir sind alle Menschen und wir reagieren auf die gleichen Prinzipien. Das heißt, dieses Storyboard, das wir haben, das genau aufzeigt, eben wie man diese Kontraste aufbaut, ist etwas, was wir für jede Präsentation verwenden. Ob das Pitches sind mit Startups, die wir erarbeiten für Investorengespräche. Ob das eben für den Vorstand ist, der dann bei der Jahreshauptversammlung eben großen Appell rausschicken muss, wie es jetzt im nächsten Jahr weitergeht. Ob das für einen CEO ist, der eine neue Strategie, eine neue Ausrichtung für seine 16.000 Mitarbeiter beispielsweise darstellen muss. Es sind immer die gleichen Prinzipien, mit denen wir arbeiten. Und das fällt uns manchmal schwer. Hier noch eine kleine Anekdote: Wenn wir mit neuen Kunden zusammenarbeiten, habe ich immer ein Blatt Papier mit dabei. Da ist das einzige Blatt Papier, das es in meinem papierlosen Leben gibt. Das nehme ich mit in das Meeting und lege das sehr stark demonstrativ in die Mitte des Meeting-Tisches. So. Dann fängt unser Pitch an und wir quatschen mit denen drüber und reden darüber, wie wir ihnen helfen können, was so unsere Ansätze sind und so weiter. Und dann irgendwann kommt der Satz, dass irgendeiner der Verantwortlichen im Raum sagt: Ja, Dominic, mega cool, aber in unserer Branche geht das leider nicht. Und dann gehe ich in di