Tim Heidecker

  • 01:03:35

    Tim Cole | Bedeutung des Menschen als Marke im Zeitalter der Digitalisierung

    · PERSONAL BRANDING | Entfalte das Potenzial deiner Persönlichkeit als Marke in Zeiten der Digitalisierung

      Kurzportrait von Tim Cole Tim Cole ist der erste deutsche Blogger, denn er startete 1995 sein online Tagebuch. Er ist Buchautor und sein erstes Buch war auch gleich ein Bestseller mit dem Titel „Erfolgsfaktor Internet“, es erschien 1999 im Eco Verlag. Als Speaker rüttelt er Führungskräfte und Unternehmer auf, der Digitalisierung ins Auge zu schauen und hilf dabei die Zusammenhänge besser zu Verstehen. In Kürze erscheint sein aktuelles Buch in der zweiten Auflage mit dem Titel Digitale Transformation - Warum die deutsche Wirtschaft gerade die digitale Zukunft verschläft und was jetzt getan werden muss. Die Zeitschrift Focus Online nahm ihn in die Liste der 30 wichtigsten Internetmacher auf. Heute lebt und arbeitet er in der nähe von Salzburg als Wirtschafts- und Internetpublizist, Moderator und Trainer. Er ist einer unserer Mentoren bei come2coach ist und wird in Kürze Führungskräften und Unternehmern mit seinen Coachings in der ersten mobile Academy helfen. Kontakt Sende Tim eine E-Mail  Tims Website Tools Zencastr Mobile Apps Podcast BBC4 „In our time“ Runtastic Buchempfehlung Abschied vom Homo Oeconomicus (Günter Dueck) - Ebook - Buch [et_pb_toggle admin_label="Toggle" title="Podcast in Textform" open="off" use_border_color="off" border_color="#ffffff" border_style="solid"] Bevor diese Podcast Episode hier startet, noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache, denn wir haben eine Mobile App entwickelt, die sich „come2coach“ nennt. Diese Mobile App ist die erste Mobile Academy zum Thema Coaching für Führungskräfte. Was erwartet euch dort: Wir haben die besten Mentoren eingeladen in dieser Mobile Academy ihr Wissen mit euch zu teilen. Ladet euch die Mobile App auf euer Handy. Ihr findet sie im Appstore unter „come2coach“ oder besucht uns im Internet unter www.come2coach.academy. Ich freue mich, wenn ihr dabei seid und schickt uns gerne ein Feedback auf Facebook unter come2coach und wir sehen uns dort. Und jetzt viel Spaß mit der Podcast Episode. Norman: Herzlich Willkommen. Schön, dass ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM. Mit meinem heutigen Interviewgast spreche ich über die Bedeutung des Menschen als Marke im Zeitalter der Digitalisierung. Er ist der erste deutsche Blogger. Er startete 1995 sein Onlinetagebuch. Er ist Buchhautor und sein erstes Buch war auch gleich ein Bestseller mit dem Titel „Erfolgsfaktor Internet“, es erschien 1999 im Eco Verlag. Als Speaker rüttelt er Führungskräfte und Unternehmer auf, der Digitalisierung ins Auge zu schauen und hilft dabei die Zusammenhänge besser zu verstehen. In Kürze erscheint sein aktuelles Buch in der 2. Auflage mit dem Titel „Digitale Transformation: Warum die deutsche Wirtschaft gerade die digitale Zukunft verschläft und was jetzt getan werden muss.“ Die Zeitschrift Focus online nahm ihn in die Liste der 30 wichtigsten Internetmacher auf. Heute lebt und arbeitet er in der Nähe von Salzburg als Wirtschafts- und Internetpublizist, Moderator und Trainer. Besonders freut mich, dass er einer unserer Mentoren bei come2coach ist und in Kürze Führungskräften und Unternehmern mit seinem Coaching in der ersten Mobile Academy helfen wird. Bei mir ist im Interview, Tim Cole. Tim vielen Dank für deine Zeit. Schön, dass du da bist. Bist du ready? Wollen wir loslegen? Tim: Aber gerne. Norman: Tim, damit dich unsere Zuhörer noch ein wenig besser kennenlernen, kannst du ein bisschen mehr über dich als Person, wer ist Tim Cole privat, erzählen und wie genau deine berufliche Laufbahn ist? Also die Lücken füllen, die ich offen gelassen habe. Tim: Oje, das wäre sehr kompliziert. Es gibt eine Wikipedia Seite über mich, die ist ungefähr drei Seiten lang. Also das wichtigste vorab: Ich bin Amerikaner, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Ich bin aber auch gleichzeitig Schwabe ehrenhalber, weil ich lange in Stuttgart gelebt habe und mit 40 Jahren wird der Schwabe bekanntlich gescheit und meine Freunde hatten Sorgen, ob das bei mir funktionieren könnte, deswegen haben sie mich mal zum Schwaben ehrenhalber erklärt. Ob es funktioniert hat, wissen wir natürlich nicht, aber wie auch immer. Ich habe mal den Beruf des Journalisten von der Pike auf gelernt, als Volontär auf dem Land. Ich bin dann zu einer größeren Zeitung, zu den Stuttgarter Nachrichten und dann zur ganz großen Zeitung, zur Bild Zeitung gegangen. Ich bin dann ins Magazinfach abgedriftet. Ich habe eine Zeitlang bei der Motorpresse Stuttgart die Redaktionsgruppe Multimedia geleitet und habe mich dann 1980 zum ersten Mal selbstständig gemacht, bin aber dann wieder zurück und 1990 in die zweite Selbstständigkeit als Internetjournalist, weil mich das faszinierte. Seitdem mache ich alles Mögliche, ich publiziere über das Internet in klassischen Medien, ich publiziere im Internet, deswegen habe ich mir irgendwann Mal den Titel zurechtgelegt, Internetpublizist. Mal sehen, wie lange der sich durchhalten lässt. Ich habe dann, wie du richtig gesagt hast, 1999 zum ersten Mal ein Buch geschrieben über das Internet, mit dem Titel „Erfolgsfaktor Internet“. Und da passierte etwas Seltsames: Da kamen die Leute, die das Buch hätten lesen sollen, also Manager und sagten: „Herr Cole, wir haben keine Zeit, das Buch zu lesen. Wir sind ja Manager. Könnten sie nicht zu uns kommen und mal in einer Stunde auf unserem nächsten Kundenevent oder Führungskreis oder was auch immer, uns mal erklären, was in dem Buch drinnen steht? Dann brauchen wir es ja nicht lesen.“ Das ist ein Geschäftsmodell geworden. Ich schreibe ein Buch und rede darüber und so ziehe ich Land auf, Land ab. Die Süddeutsche Zeitung hat mich mal netterweise in einer Buchbesprechung als den Wanderprediger des deutschen Internets bezeichnet, was ich sehr witzig fand. Zum einen, da es offensichtlich ein deutsches Internet gibt und zum anderen, weil ich Pfarrersohn bin. Alle meine Vorfahren waren evangelische Pastoren. Nur ich bin aus der Art geschlagen, aber nun bin doch zum Wanderprediger geadelt worden. Das fand ich sehr schmeichelhaft. Norman: Und Tim Cole privat? Du bist Marathonläufer habe ich gelesen. Tim: Hobbykoch und Marathonläufer, die beiden bedingen sich gegenseitig. Ich muss dann immer für meine Sünden büßen, indem ich mal wieder 20 - 30 Kilometer renne. Ich verliere das Rennen allerdings gerade. Ich bin jetzt etwas übergewichtig und ich muss glaube ich wieder einen Zahn zulegen. Ich bin nicht mehr so ganz jung, ich bin Baujahr 1950. Vor ein paar Jahren haben meine Frau und ich beschlossen, dass wir uns der Hektik der Großstadt entziehen. Wir haben in München sehr gern gelebt und haben uns dann in den Lungau zurückgezogen. Der Lungau ist der südlichste Gau des Landes Salzburg, grenzt an Kärnten an. Wir leben auf 1100 Meter, mitten in der Natur. Man kann auch sagen, am Arsch der Welt. Man muss aber auch sagen, dass es hier sehr schön ist und wir viele Freunde hier haben und sehr viel Anschluss. Anschluss kann man auch wörtlich nehmen. Ich habe ein 100MB/Sekunde Internetanschluss von der Salzburg AG, das ist schneller, als ich es in München hätte. Und ich habe den Flughafen Salzburg in der Nähe und das sind die beiden Dinge, die ich brauche um meinen Beruf nachzugehen. Ich muss viel im Internet bewegen und ich muss mich viel  physikalisch bewegen, nämlich hin zu meinem Publikum, die auf mich warten, dass ich einen Vortrag halte. Wie gesagt, ansonsten genieße ich im Grunde so eine Art Unruhestand, von Ruhestand kann man eigentlich nicht reden -  und die gute Luft im Lungau. Norman: Ja, sehr schön. Gibt es in deinem Leben ein Erfolgszitat? Ich frage immer nach einem Glaubenssatz oder ein Erfolgsmantra. Gibt es so ein Zitat oder einen Satz, der dich dein Leben lang begleitet hat? Tim: Na ja, es gibt einen, der auch unmittelbar mit unserem Thema Mensch als Marke im Zeitalter der Digitalisierung zusammenhängt. Ich denke da nämlich an Andy Warhol, der mal gesagt hat: „Jeder wird in seinem Leben für 15 Minuten berühmt sein.“ Warhol war ein sehr weiser Mann. Nur er war seiner Zeit weit voraus, denn damals, als er das in den 60er Jahren geschrieben hat, war das mehr so ein Wunschgedanke. Heute ist es so, dass tatsächlich jeder sozusagen - und nicht nur 15 Minuten lang - berühmt sein kann. Zumindest mal in seinem Kreis. Wenn man also die sozialen Medien wie Facebook oder Twitter anschaut, da kann jeder von uns, wenn er einfach einen guten Spruch oder eine gute Idee, oder eine gute Information hat, plötzlich ein Millionenpublikum erreichen. Das kann jeder Depp. Das kann sogar der Herr Trump, der ja offensichtlich beschlossen hat, sein Amt in Zukunft per Twitter auszuführen. Jeder hat zu mindestens Mal die technische Möglichkeit für 15 Minuten berühmt zu sein. Ich denke, dass ist ein Prozess, an dem wir uns erst einmal noch gewöhnen müssen. Das kennen wir ja eigentlich nicht, als Spezies, als Menschen. Wir sind ja eher in dörflichen Gemeinschaften aufgewachsen im Zuge unserer Geschichte und es stellt sich dann heraus, dass es im Dorf zum Beispiel keine Geheimnisse gibt. Ich weiß das, weil St. Michael ist ein Dorf, wo ich jetzt lebe und wenn ich irgendetwas über meinen Nachbarn wissen will, dann gehe ich zur Christa. Die Christa wohnt nebenan und kennt jeden und weiß von jedem ganz genau was er tut, wann er es tut und wie oft er es tut. Ich denke also, dass diese Transparenz eher die Urform des menschlichen Zusammenlebens ist und das was wir als Privatheit und Rückzug ins Private verstehen, eigentlich wie eine künstliche Daseinsform ist. Historisch gesehen wahrscheinlich ein Produkt des Biedermeiers, des Aufkommens des Bürgertums. Die erstmals in der Lage waren sich tatsächlich zurückzuziehen in irgendwelche Räume. Das konnten früher ja nur mächtige Könige, Kaiser, wie auch immer. Der normale Mensch war ständig den Blicken sund dem Getuschel seiner Nachbarn ausgeliefert. Und in diesen Urzustand kommen wir jetzt wieder zurück. Es gibt im Internetzeitalter keine Geheimnisse und das macht uns wahlweise Sorgen. Die Leute beklagen, dass sie keine Privatheit mehr haben. Sie fürchten, dass sie ausspioniert werden von großen Markenunternehmen. Oder Leute wie ich sagen: das ist Klasse, dass die Anbieterseite mich ja sehr genau studieren kann und aufhören wird, hoffentlich, mich ständig mit Dingen zu belästigen, die ich ja gar nicht haben will, die mich ja gar nicht interessieren und stattdessen anfangen, mich wirklich nur mit Dingen zu erfreuen, die ich mich interessieren; die für mich in meinem Leben relevant sind. Ich denke, das nannte man früher Mal Kundenservice. Ich halte das für eine gute Sache, weiß aber, ich lebe ja nun lang genug in Deutschland, dass die Deutschen auf diesem Gebiet ein bisschen paranoid sind. Natürlich muss man die Auswüchse dieser Transparenz versuchen zu bekämpfen und vielleicht auch zu regulieren. Das weiß ich nicht genau, ob die Politik wirklich dazu in der Lage ist. Jedenfalls das ungezügelte Ausspionieren finde ich auch schlecht. Aber auf der anderen Seite: Wenn ein Anbieter mir zum Beispiel ein Geschäft anbietet, wie Amazon das tut.und sagt mir ganz offen, dass sie mich ständig beobachten und sie erfreuen mich dafür mit Angeboten, die genau auf meine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ich empfinde das als positiv. Ich empfinde es als so positiv, dass ich sogar das Angebot von Amazon mehrfach schon angenommen habe. Die haben gesagt: “Möchten Sie vielleicht einmal Bücher bewerten, die sie zwar haben, aber nicht bei uns gekauft haben.?” Ich habe ja schon lange vor Amazon Bücher gelesen und gekauft. Und das tue ich auch ab und zu mal. Ich nehme mir eine halbe Stunde Zeit und bewerte z.B. Krieg und Frieden oder David Copperfield, die seit 40 Jahren in meinem Bücherregal stehen, damit Amazon weiß, was mir gefällt und damit Amazon noch besser auf meine persönlichen Wünsche eingehen kann. Das heißt, im Grunde werde ich dann ja für Amazon zu einer Marke. Ich bin bekannt. Die wissen ganz genau, was sie von mir zu halten haben. Sie wissen auch z.B. ob ich pünktlich bezahle. Ob ich ein ordentlicher Mensch bin. Sie haben wahrscheinlich auch mein Ebay-Rating angeschaut, um festzustellen, dass ich 100 % zufriedene Geschäftspartner gehabt habe. Das sind alles im Grunde Markenkommunikationen des Einzelnen gegenüber, in diesem Fall, einen Anbieter. Im Grunde eine verkehrte Welt. Ströme der Markenkommunikation laufen in eine andere Richtung. Das sind Dinge, die noch sehr neu sind und teilweise noch nicht wirklich bekannt genug, dass wir darüber erschöpfende Auskünfte geben könnten. Aber ich denke, der Trend ist klar: Der Mensch als Marke wird sich immer mehr in den Mittelpunkt stellen und wird damit auch mächtiger. Mächtiger den Anbietern gegenüber, weil der Anbieter sozusagen gezwungen ist, sich auf diesen Einzelkunden einzustellen. Weil der Kunde ja die Macht besitzt, sozusagen die Höchststrafe für einen Anbieter auszusprechen, nämlich Entzug der Kundenbeziehung. Ich bin dann einfach nicht mehr dein Kunde, wenn du beispielsweise meine Daten irgendwie weitergibst an jemanden, der mich anfängt zu nerven oder wenn du nicht aufpasst und Hacker knacken deine Datenbank und klauen meine Kreditkartennummer. Dann halte ich dich als Anbieter, dafür verantwortlich und strafe dich ab, indem ich nicht mehr dein Kunde bin. Norman: Wie wichtig ist es aus deiner Sicht, dass sich Unternehmen genau damit beschäftigen? Weil das was du sagst ist ja im Grunde ein Mechanismus, den es heute gibt. Das ist ja kein Hexenwerk. Das benutzen auch schon viele Unternehmen. Vielleicht zu wenig deutsche Unternehmen als Teil ihrer Markenkommunikation. Oder vielleicht auch die Anschlussfrage daran: Warum ist bei deutschen Unternehmen - vielleicht auch aus deinen Erfahrungen, aus deinen Vorträgen und Gesprächen danach - so ein ablehnendes Verhalten zu spüren? Tim: Oje, jetzt tauchen wir dann mal tief ein in die Psyche deutscher Unternehmer und Manager. Vergiss bitte nicht: Ich bin Amerikaner und wir Angelsachsen haben ja ein anderes Verhältnis zu Technologie, zu Innovation aber auch zu Transparenz und Privatheit. Wir gehen damit etwas spielerischer, etwas lockerer um. Die Deutschen da sind in meinen Augen sehr verkrampft. Sicherlich hat das historische Gründe. Ich denke aber, es lässt sich wunderbar in einem einzigen Wort darstellen. Ein englisches Wort, nämlich „Angst“. Wir Amerikaner wissen ganz genau, was wir meinen, wenn wir „Angst“ sagen. Das ist natürlich das deutsche Wort „Angst“ entlehnt. Und wenn wir es verwenden, verwenden wir es um etwas zu beschreiben, so eine Art dumpfe, fast gotische Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen, vor dem Neuen. Man darf nicht vergessen, das Neue ist ja von seinem Wesen her fremd und das Fremde ist von seinem Wesen her zumindest mal ungemütlich oder sogar bedrohlich. Und ich denke, dass deutsche Manager insbesondere dazu neigen sich dieser „Angst“ hinzugeben und sozusagen notwendige Entscheidungen hinaus zu zögern, weil man eben Angst hat, eine falsche Entscheidung zu treffen. Dann ist es doch vielleicht besser gar keine Entscheidung zu treffen oder so weiter zu machen wie bisher. Diese Tendenz ist bedauerlicherweise in diesem Land sehr ausgeprägt. Ich habe das ja in meinem neuen Buch „Digitale Transformation“ versucht zu beschreiben und auch festzumachen an verschiedenen Parametern. Was ich für skandalös halte, ist die Umfrage des Bitkom, des IT Branchenverbandes vor einem Jahr zum Thema Homeoffice. Wo Chefs gefragt wurden, ob sie ihren Mitarbeitern auch gestatten, mal von zu Hause oder vom Starbucks Café aus zu arbeiten - 75 % haben mit Nein geantwortet. Der Mitarbeiter hat also schön ins Büro zu kommen, wo ich ihn sehe. Denn wenn ich ihn nicht sehe, dann schafft er ja nichts, der faule Hund. Das ist natürlich ein Führungsstil... das ist die digitale Steinzeit. Management by Kontrolle. Das hat nichts mit vernetztem Denken, das hat nichts mit Autonomie, das hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun. Ich denke da müssen Chefs wirklich umlernen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, das ich in diesem Buch aufzähle für verpasste Gelegenheiten. Das heißt jetzt nicht, dass alle deutschen Manager nun vor Angststarre in ihrem Sessel kleben. Es gibt selbstverständlich sehr interessante Beispiele von kleinen aber auch größeren Unternehmen, die mal so die ersten Schritte machen. Aber sie tun es meines Erachtens zu vorsichtig, zu langsam. Sie neigen dann eher dazu, noch einen Führungskreis einzuberufen oder so ein Seminar, wo sie so Typen wie mich als Referenten holen, um ihnen Mut zu machen, dass sie weitermachen sollen. Und dann gehen sie nach Hause und sagen: Oh ja, jetzt sollten wir eigentlich wirklich… Am Montag gehen sie dann wieder in die Firma und machen genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Es wird einfach viel zu viel geredet und viel zu wenig gehandelt. Es erinnert mich an den alten Professor Bullinger, der Chef der Frauenhofer-Organisation. Der war ja ein richtiger Schwabe. Er hat früher das Institut für Arbeitsorganisation in Stuttgart geleitet und der hat dann immer erzählt, dass sie am Frauenhofer-Institut eine absolut garantierte Erfolgsmethode gefunden haben zur Unternehmensführung - die sogenannte SMS-Methode. SMS steht für „Schaffe, nicht Schwätze“. Norman: Ich finde es ganz interessant, wenn man es auch mal Ganzheitlich betrachtet. Die Angela Merkel hat ja letztens in der Süddeutschen Zeitung was geschrieben, von wegen Deutschland droht digitales Entwicklungsland zu werden. Ganz ehrlich, nach meiner Meinung sind wir das schon. Vor allem im Hinblick auf unser Bildungssystem und vielleicht auch fehlendes politisches Engagement. Ich finde, da wird in den Schulen einfach auch zu wenig gemacht. Wenn ich mir England anschaue, die in der 7. Klasse einen Computer, mit dem die Schüler arbeiten können, austeilen, um per Programmierbefehl irgendeinen Mechanismus auszulösen und dergleichen. Und in Deutschland wird diskutiert, ob iPads Sinn machen oder das Augenlicht zerstören oder keine Ahnung. Also ich glaube, wenn man sich das mal in diesem vernetzten Kontext anschaut, dann ist es ja nicht nur ein Unternehmensproblem, sondern dann fängt das ja auch schon viel früher an. Tim: Ich hatte auch den Eindruck, die Frau Merkel muss irgendwie mein Buch in die Hand gekriegt haben. Weil sie genau das nachbetet, was ich da ja vor einigen Jahren geschrieben habe. In der Tat ist Deutschland ein digitales Entwicklungsland was sehr viele dieser Dinge angeht. Mal ein willkürliches Beispiel herausgegriffen: Du kannst heute immer noch die Einzelhandelskaufmann-Ausbildung abschließen, ohne auch nur eine einzige Stunde im viel berühmten deutschen dualen Bildungssystem zum Thema E-Commerce gehört zu haben. Also die Lehrpläne unserer Berufsausbildung sind teilweise wirklich steinzeitlich und müssen dringend überarbeitet werden. Aber von wem? Die Lehrer selbst sind ja überfordert, weil sie in der Regel ja auch ein Produkt der vordigitalen Ära sind. Es ist eigentlich eher so, dass die Schüler den Lehrern was beibringen können, in diesem Fall. Norman: Ja. Tim: Ich weiß ja jetzt ehrlich gesagt nicht genau, wie es in Deutschland so aussieht. Wie gesagt, ich lebe ja im Land hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen, im Lungau. Norman lacht. In der Volksschule gibt es einen Computerraum und die Kinder sind ab der ersten Klasse im Computerraum. Die haben Computerunterricht. Die machen Computerspiele. Mein Nachbarssohn, der ist in der vierten Klasse, der ist zu einer Schach-AG  gewechselt und spielt jetzt online Schach. Das ist keineswegs so, dass die Kids jetzt von uns dringend Unterricht im Digitalismus brauchen. Im Gegenteil, was sie vielleicht brauchen ist eher so ein bisschen Lebensklugheit. Diese können die Alten vielleicht noch irgendwie versuchen zu vermitteln, aber ob die Kids auch zuhören? Wir haben unseren Eltern ja auch nicht zugehört. Norman: Ich glaube auch persönlich, dass das Bildungssystem so nicht reformierbar ist. Das ist ja über 100 Jahre alt. Der Richard David Precht ist ja auch ein sehr leidenschaftlicher Redner zu diesem Thema und ich glaube, es muss einfach neue ergänzende Lösungen geben, wie man der Jugend jetzt das Programmieren beibringt oder auch die Auswahl an Mentoren ermöglicht. Wenn ich mir anschauen, wer die Lehrer an den Schulen sind. Sind das wirklich begeisterte Leute, die das Thema Internetzeitalter unterrichten können oder Digitalisierung? Also wie „up to date“ ist man denn heute als Lehrer in der Schule? Ich glaube, wir brauchen auch wirklich neue Modelle um dahin zu kommen. Ich versuche jetzt so ein bisschen eine Brücke zu schlagen, zum Thema Mensch als Marke: Vor allem auch im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung zum einen, aber auch das Bewusstsein schon zu schaffen, der totalen Vernetzung. Dass ich wirklich die Möglichkeit habe, mir online eine Reputation aufzubauen und wenn man vielleicht auch mal auf die Arbeitswelt von morgen blickt, dass ich dann eher nicht der Angestellte eines Unternehmens bin, sondern eher auf Projekten arbeite, die ich mir selber aussuche, für die ich angesprochen werde. Dann ändert sich ja meine digitale Wahrnehmung, also wie ich wahrgenommen werde als Persönlichkeit, enorm. Tim: Das ist richtig, ja. Ich bezweifle wie gesagt, dass die heutige Lehrergeneration in der Lage ist den Kids das beizubringen, aber ich denke, das ist auch nicht schlimm, weil die Kids sind erstaunlich gut darin, sich das selber beizubringen; sich selber sozusagen in diese Welt hinter dem Bildschirm zurechtzufinden. Mir ist eigentlich nicht Angst und Bange davor. Manchmal würde ich mir wünschen, dass meine Tochter vielleicht so ein bisschen weniger intime Fotos postet. Also jetzt nicht irgendetwas Sexuelles, das nicht. Aber von ihrer Tochter, sie ist selber Mutter geworden und so. Also ich weiß noch, vor ein paar Jahren hat sie einmal mit ihrem Freund Schluss gemacht und das  hat sie bei Facebook gemacht. Alle Freunde haben das auch mitbekommen und haben sich dann in zwei Lager gespalten. Die einen haben gesagt “versuch es nochmal mit ihm” und die anderen haben gesagt “schick ihn in die Wüste” - die Wüste hat dann gewonnen. Man sollte ein bisschen vorsichtig mahnend die Stimme heben und sagen: „Also Kids, habt ihr schon mal überlegt, was es vielleicht einmal später bedeutet?“ Aber Andererseits, wie gesagt, diese Transparenz für Sprachen, ist eh nicht aufzuhalten. Also wird sowieso alles irgendwann mal rauskommen. Wir müssen nur lernen vielleicht etwas besser damit umzugehen. Es gibt in der italienischen Volkstheatertradition, der sogenannten Commedia dell'Arte eine Figur, nämlich den Pulcinella. Und es gibt gewisse Stücke, Lazzi heißen die auf Italienisch, die immer wieder gespielt werden und die jeder kennt. In einem davon erzählt jemand dem Pulcinella ein Geheimnis. Pulcinella ist nicht in der Lage ein Geheimnis für sich zu behalten, also geht er Reihum zu allen Akteuren und erzählt denen das Geheimnis. Er sagt aber dazu: „Psst, Achtung, Geheimnis! Nicht weitererzählen.“ Das Ergebnis: Nach 10 Minuten kennt jeder im Stück und jeder im Publikum das Geheimnis, aber das Stück geht weiter und alle tun so, als wäre es ein Geheimnis. Das ist das, was man im italienischen ein „Segredo di Pulcinella“ nennt. Also Pulcinella ist Geheimnis; ein Geheimnis das keines ist, wo aber alle so tun, als ob es eines wäre. Ich habe dafür mal den Begriff geprägt der digitalen Diskretion und gesagt: „Eigentlich brauchen wir gesellschaftliche Spielregeln, die wir uns aber selber geben müssen und die unsere Kinder sozusagen für sich selber neu erfinden müssen, für den Umgang mit potentiell schädlichen und unangenehmen Wahrheiten”. Jemand der als Troll ständig andere outet, den sollten wir eigentlich dann auch bestrafen können. Und welche bessere Methode der Strafe im Zeitalter der totalen Kommunikation könnte es geben, als eben nicht mehr mit ihm zu kommunizieren. An sowas denke ich, aber das können wir nicht beibringen, das können wir nicht von oben verordnen, das müssen die User, insbesondere die jungen User, selber herausfinden, wie sie mit diesen Themen umgehen wollen. Das ist keine politische Aufgabe, das kann die Frau Merkel nicht verordnen. Das muss wirklich aus dieser Generation heraus selbst entstehen und ich denke, ich bin Optimist, dass die Kids das ganz gut machen werden. Norman: Was du gerade gesagt hast, finde ich auch sehr interessant und sehr wichtig. Dass man sich ja bewusstmachen muss, dass man sich ja so oder so, positiv wie negativ, eine digitale Identität schafft. Wir wissen, das Internet vergisst nichts. Das heißt, der Personalchef von Morgen wird sicher tiefer über mich Bescheid wissen, als dass mein Lebenslauf ihn gerne glaubhaft machen möchte. Tim: Aber auf der anderen Seite, weiß ich über die Firma alles - das ist das Schöne. Norman: Natürlich. Tim: Wir spielen auf einem Level Playing Field. Der Personalchef muss aufpassen, dass ich überhaupt ihn als potentiellen Arbeitgeber in Frage nehme. Denn ich habe ja die totale Information über diesen Arbeitgeber - wie es den anderen Mitarbeitern dort gefällt; ob die gerne dort arbeiten oder ob sie stöhnen und ob es da vielleicht einen Chef gibt, der unbeliebt ist. Das ist ja alles dann bekannt und da kann ich ja als Jobsuchender wunderbar mir aussuchen, wohin ich gehen will. Also das ist keineswegs eine Einbahnstraße, sondern das ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, diese Transparenz. Norman: Sehr schön! Schön auch nochmal dargestellt, absolut. Wie kann ich mich aus deiner Sicht denn als Marke online oder digital positionieren? Was findest du, sind so die drei wichtigsten Dinge, die es da zu beachten gilt. Tim: Na ja. Es ist natürlich nicht jeder so eine Rampensau wie ich, der sich auch per Facebook, Twitter und YouTube selbst darstellt. Das ist auch Teil meines Geschäftsmodells. Es gibt ja auch den anderen Typen, den meiner Frau zum Beispiel, die zwar auf Facebook ist, aber höchst widerwillig und zwar nur deshalb, weil meine Tochter uns irgendwann eröffnet hat, dass sie in Zukunft keine E-Mails mehr schreiben will und wenn wir mit ihr kommunizieren wollen, dann muss das halt über Facebook oder über Skype passieren. Meine Frau geht sehr, sehr vorsichtig damit um. Sie lässt sich nur schwer aus der Deckung herauslocken, aber sie nimmt aktiv an diesem Onlineleben teil. Sie hat sicher viel, viel weniger Freunde als ich, was man halt so im Facebook-Zeitalter eben als Freund bezeichnet. Bei ihr sind es eigentlich wirklich echte Freunde, mit denen sie aber tatsächlich intensiven Kontakt pflegt. Es war sehr schön, als ich ihr ihre Facebook-Seite eingerichtet habe - das kann man ja mit drei Mausklicks machen - da saßen wir nebeneinander am Computer und nach ungefähr drei Minuten poppt plötzlich eine Nachricht auf: „Gabi, bist du es? Hier auf Facebook?!“. Und Gabi meinte: „Wow, das ist ja die Roswitha! Mit der habe ich ja schon seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr gehabt.“ Und so geht das dann weiter. Also ich denke, jeder muss natürlich für sich entscheiden, wie sehr er auch kommunikativ in die Offensive geht, aber im Grunde ist jeder von uns zumindest  mal  in die Lage versetzt, nach außen hin so viel von sich zu kommunizieren, wie er oder sie will. Noch interessanter ist natürlich, dass man ja nicht unbedingt immer die Wahrheit kommunizieren muss. Also ich kann mich ja auch dann mal in einem Chatforum oder sonst irgendwo mal als Frau ausgeben oder vielleicht als Sechstklässler, oder wie auch immer. Also ich finde diese Freiheit, die man auf diese Art und Weise bekommt, sozusagen die Wahrnehmung des eigenen Ich zu formen und zu beeinflussen, hochinteressant. Also ich kann im Grunde online der sein, der ich gerne sein möchte. Das geht weit über das Verkleiden zu Silvester oder zum Karneval oder zu Halloween hinaus. Es ist wirklich die Möglichkeit, an sich und an seiner Wahrnehmung von außen zu bauen. Deswegen gehen ja auch die Kids hin und pimpen ihre Facebook-Seite oder ihre Snapchat-Seite mit einem großen Aufwand. Einfach weil es ihnen Spaß macht, ein Image von sich hinaus zu projizieren, dass sie kontrolliert und bestimmt haben und nicht das, was  ihnen sozusagen aufgezwungen worden ist. Das ist ein Akt der Befreiung; eine neue Möglichkeit des Ausdrucks und ich finde das toll. Ich finde, wir sollten viel mehr Gebrauch davon machen. Norman: Ich habe Einfluss eigentlich auf den ersten Eindruck. Den habe ich ja nicht unbedingt, wenn ich jemanden persönlich treffe. Dann sieht der mich und macht sich ein Bild, wie ich meine Haare trage oder was ich an Klamotten anhabe. Im Internet habe ich da einen Einfluss darauf. Ich sehe natürlich auch die Gefahr, dass man so die Authentizität verliert. Dass man sich als was darstellt und dann im öffentlichen Leben oder dann, wenn man sich wirklich Angesicht zu Angesicht trifft, dass nicht darstellt. Sondern dass dann eine Enttäuschung stattfindet, weil dann einfach die Kluft zu groß ist zwischen digital und offline. Tim: Aber was ist daran neu? Also ich denke, dass ist so alt wie die Menschheit. Man versucht einen möglichst guten Eindruck von sich zu projizieren und wenn man dem nicht standhält und diesem Bild nicht gerecht wird, dann ist die Enttäuschung da. Okay - so what? Also ich denke, das wird sich einrenken mit der Zeit. Irgendwie finde ich den Typen zwar cool, kann aber leider nicht mit ihm arbeiten, weil er unverlässlich ist und zu spät liefert. Dann sollten wir uns trennen. Das ist auch nichts Neues. Norman: Ich denke auch, dass muss deckungsgleich sein. Etwas ganz Interessantes: Ich habe letztens einen Beitrag gelesen, da wurde zuerst mal so eine Behauptung in den Raum gestellt, dass wir im Laufe der nächsten 15 Jahre 11 – 16 Millionen Arbeitslose in Deutschland haben werden, weil verschiedene Jobs wegfallen. Es wird keine Taxifahrer mehr geben. Amazon hat ein neues Shopsystem, auch kürzlich erst in einem Video vorgestellt, wo es keinen Kassierer mehr gibt. Wo Roboter die Regale mit Waren einräumen und man in den Laden geht, sich ein Produkt schnappt aus dem Laden rausgeht und der ganze Zahlvorgang ist automatisiert über das Handy gelaufen. Wie wichtig ist es heute und ich sage jetzt mal egal welchen Alters, für die Leute sich mit dem Thema online oder digitalen Zeitalter auseinander zu setzen und sich jetzt schon im Hinblick auf diese Arbeitsplatzsituation, die uns ereilen wird meines Erachtens, sich damit auseinanderzusetzen oder sich auch gut auszukennen, wie ich mich dort positioniere oder mir vielleicht sogar ein zweites Standbein aufzubauen? Tim: Diese Fragestellung hat für mich zwei Aspekte, die beide sehr wichtig sind: Das eine ist, wie gehe ich selber damit um? Und zweitens: Wie geht die Gesellschaft mit der Situation um? Gehen wir vielleicht mal zur persönlichen Frage: Ich denke, wir leben in einer Zeit, in der Qualifikation immer wichtiger wird. Wir brauchen junge Talente, wir brauchen ausgebildete Fachkräfte. Keine Branche, die ich kenne, klagt nicht über Talentmangel. Alle haben das gleiche Problem. Auf der anderen Seite haben wir ein riesen Heer von Arbeitslosen. Ich denke, unser Problem ist, wir haben die falschen Arbeitskräfte. Wir haben sie teilweise auch selber uns herangezüchtet, teilweise haben wir es zu leicht gemacht, als Dropout zu landen und im Grunde in einem nicht qualifizierten Beruf zu landen. Aber das Problem ist auch der Qualifikationsdruck, der auf die sogenannten niedrig oder nichtqualifizierten Berufe wächst. Ich habe neulich einen Vortrag vom Chef der österreichischen Arbeitsmarktservice gehört, dem sogenannten AMS, der gesagt hat: Es genügt heute nicht, wenn du einen Lagerarbeiter vermittelst, dass er zwei starke Arme hat - er muss auch mit der Lagersoftware umgehen können. Und das verdeutlicht für mich ganz klar das Problem vor dem wir stehen, dass wir im Grunde Leute brauchen, die qualifiziert sind und die auch bereit sind sich immer wieder neu zu qualifizieren, weil die Berufsbilder und die Geschäftsmodelle ändern sich ja in der Zeit der digitalen Disruption teilweise über Nacht. Leute die bis jetzt in einem Job sehr gut aufgehoben waren, sind morgen unter Umständen schon nicht mehr beschäftigbar, wenn sie nicht in der Lage sind, sich neue Skills anzueignen und das möglichst schnell. Ich denke Supermarktverkäuferinnen und Frisösen haben wir eigentlich genug. Was wir dringend brauchen sind all jene ehrgeizige, anpassungsfähige Menschen, die bereit sind, sich notfalls auch immer wieder neu zu erfinden, also ein großes Maß an Mobilität und Flexibilität mitbringen. Das ist der persönliche Aspekt. Der soziale Aspekt ist eigentlich ein viel ernsthafterer und bedrohlicherer. Es ist natürlich schon so, dass wir durch die Automation, durch die Digitalisierung und die Vernetzung, viele Tätigkeiten, die bisher von Menschen erledigt werden mussten, von Maschinen erledigen lassen können. Und das dadurch tendenziell die Zahl der verfügbaren Jobs in einem Wirtschaftsstandort wie Deutschland sinken wird. Die Frage ist: Was machen wir dann mit den Leuten, die durch die Ritze fallen; mit den Leuten, die unvermeidbare Opfer der Digitalisierung sein werden? Denn machen wir uns nichts vor: Es gibt bei jeder Innovation Gewinner und Verlierer. Es werden natürlich auch viele neue Jobs geschaffen werden durch die digitale Transformation, aber da bin ich auch dann eher etwas pessimistisch. Ich denke, dass sich das nicht die Waage halten wird, sondern das all along die Zahl der verfügbaren Jobs einfach zurückgehen wird. Das heißt, wir müssen unter Umständen als Gesellschaft eine Möglichkeit finden mit der Tatsache klar zu kommen, dass es kein automatisches Recht auf Arbeit gibt. Dass aber die Menschen, die entweder freiwillig oder gezwungen sozusagen dem Erwerbsleben fernbleiben müssen, dass für diese Menschen alternative Modelle geschaffen werden müssen, sodass sie trotzdem ein erfülltes und menschenwürdiges Leben führen können. Ich denke nicht, dass es genügt, sie als Harz 4 Empfänger abzuschieben und hoffen, dass sie nach Möglichkeit den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen. Dann sind wir schnell bei Albtraumszenarien wie diesen. Ich denke, es müssen Alternativen geschaffen werden. Warum ist denn die Lohnarbeit das einzige Modell in unserer Gesellschaft? Das hat historische Gründe natürlich. Aber es gibt ja auch andere. Es gibt Formen der nicht monetären Vergütung. Ich denke so an Beispiele aus der Share-Economy oder aus den Open Source Bewegungen zum Beispiel - Wikipedia, wo Menschen viel Zeit ihres Lebens darin investieren, für andere Menschen Informationen zusammenzutragen und aufzubereiten ohne Aussicht auf irgendwelche monetäre Entlohnung. Warum tun sie das? Weil sie vom Beifall ihrer Freunde zum Beispiel oder ihrer Umwelt Befriedigung ziehen. Warum können wir nicht Situationen schaffen, wo Menschen, die nicht über die richtigen Skills verfügen, um Arbeiten zu können, dass diese trotzdem noch produktive Teile der Gesellschaft sein können, ohne dass sie deswegen Notleiden. Das ist ein politisches und gesellschaftliches Umdenken, das weit über irgendwelche Digitalisierungsdiskussionen hinausgeht. Norman: Ja, ich glaube auch, dass so wie es den Rat der Weisen gibt - vielleicht gibt es den ja und ich weiß es nicht - , müsste es vielleicht einen Rat der Digitalexperten geben, der gemeinsam mit einer Bundesregierung wirklich beleuchtet, welche Modelle gibt es, welche Möglichkeiten gibt es Lösungen zu finden für das Szenario, was eh nicht aufhaltbar ist. Ich war letztens wieder im Gespräch mit jemanden, der gesagt hat, ich bin mit der Digitalisierung überhaupt nicht einverstanden, wo einfach noch nicht angekommen ist, dass es völlig egal ist, was man selber davon hält und wie man sich dem verschließt, weil das Umfeld sich dieser Veränderung hingeben wird. Das wird einfach stattfinden, mit einem oder eben ohne einem. Was ich auch noch ein interessantes Bild finde - auch hier wieder zwei Personengruppen: Der eine ist Manager, arbeitet 70 – 80 Stunden, meinetwegen in der Unternehmensberatung auf hohem Niveau und berät so in der klassischen Art und Weise. Der Andere ist Fließbandarbeiter und ein absoluter Crack bei YouTube. Er weiß wie Google funktioniert, er kennt die Mechanismen, er weiß wie er Reichweite aufbauen kann. Und ich glaube auch, dass es da so einen Shift geben wird in der Zukunft. So wird vielleicht der Fließbandarbeiter sich selbst wirklich als Onlineexperte eine ganz andere Perspektive schaffen können, als der Manager der Unternehmensberatung, der gar keine Zeit hat sich auch mit anderen Themen beschäftigen oder mit der Digitalisierung per se zu beschäftigen und dessen Job vielleicht wegbricht, weil diese Form der Beratung morgen gar nicht mehr gebraucht wird. Tim: Ja gut. Das ist diese geistige Flexibilität, von der wir jetzt schon mehrfach gesprochen haben. Die wird glaube ich in Zukunft wichtiger sein als gelerntes Wissen. Norman: Glaube ich auch. Tim, was ist deine wichtigste Botschaft, die du in die Welt hinaus tragen möchtest. Tim: Ich glaube, wir sollten uns als Marke fühlen und stolz auf uns sein. Ich denke, das ist so eine ganz wichtige Geschichte. Ich kann ja auch nur Selbstbewusstsein projizieren, wenn ich es besitze. Wir sollten also Freude an dem haben, was wir tun und diese Freude auch kommunizieren können. Wir haben Macht als Konsumenten, als Verbraucher, als Empfänger von digitalen Inhalten und Informationen. Wir sollten uns dieser Macht bewusst sein und auch darauf stolz sein und wir sollten vor allen Dingen diese Angst ablegen vor der Zukunft. Die Zukunft wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Es ist unser Job sie so zu gestalten, wie wir sie haben wollen. Das wird keiner für uns machen können. Wir leben im Zeitalter der Selbstbestimmung. Das Internet, die Digitalisierung und die Vernetzung geben uns dazu die Möglichkeiten - wir sollten sie nutzen. Norman: Sehr schön. Wenn du sagst, wir sollten uns gegen die Angst entscheiden, dann ist entscheiden genau mein Stichwort: Wie triffst du Entscheidungen und was hilft dir dabei? Tim: Ich gebe zu, ich bin eher ein  Bauchmensch. Ich treffe sehr, sehr viele Entscheidungen einfach so aus der Situation heraus, spontan. Ich bin nicht jemand, der lange darüber nachdenkt. Ich habe gelernt mich auf meine Intuition zu verlassen. Die Entscheidung zum Beispiel Internetjournalist zu werden, habe ich eigentlich in einem Gespräch beim Abendessen mit meiner Frau getroffen. Daraus folgten alle möglichen Dinge. Wir mussten umziehen nach München, das ganze Wirtschaftsmodell umstellen. Das haben wir einfach so mal geschwind, wie gesagt, bei einem Glas Rotwein entschieden. Ich wäre aber auch glaube ich und das ist wichtig, in der Lage gewesen, diese Entscheidung notfalls zu korrigieren bzw. relativ schnell zu reagieren, wenn ich merke, das geht in die falsche Richtung. Aber ich denke, dass muss jeder wissen, wie er seine Entscheidungen trifft. Aber nicht zu lange nachdenken. Das ist glaube ich der Rat, den ich insbesondere deutschen Managern geben würde. Traut euch doch einfach mal es auszuprobieren. Versucht auch nicht, wenn ihr ein Digitalisierungsprojekt habt, die eierlegende Wollmilchsau zu schaffen. Man kann nicht alles auf einmal machen. Wenn man es versucht und fällt dann auf die Schnauze, dann ist unter Umständen alles hin. Während, wenn wir mal ein Projekt aufdröselt in einzelne Module, jedes Modul startet und man sagt: „Nach 90 Tagen wollen wir uns mal hinsetzen und schauen, ob es jetzt sehr vielversprechend ist oder nicht. Und wenn es nicht vielversprechend ist, beenden wir es.“ Dann hast du nicht das ganze Schiff riskiert, sondern vielleicht ein kleines Beiboot. Ich denke, dieser auch etwas unverkrampfte Umgang mit der Zukunft und Chancen und Risiken, das würde uns hier in diesem Land ganz besonders gut zu Gesicht stehen. Norman: Vielleicht um das auch noch zu ergänzen: Du hast eben von der Angst gesprochen. Ich glaube, wir müssen einfach diese Angst, Fehler zu machen, ablegen und uns erlauben, bewusst Fehler machen zu dürfen, um einfach zu lernen. Ich glaube, wir müssen einfach viel mehr lernen. Das Lean-Startup-Prinzip basiert ja auf ich gehe mit einem Prototypen live und schaue, was die Community dazu sagt und wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann korrigiere ich den Fehler, aber ich mache das im Livebetrieb um einfach schneller zu sein, um schneller zu lernen. Tim: Deswegen bin ich in letzter Zeit auch so gerne in Berlin. Berlin hat ja eine blühende Startup-Szene und die machen ja jeden Tag irgendwelche Veranstaltungen. Oft bin ich auch dabei und ich finde es toll. Die jungen Berliner bezeichnen Berlin als die Hauptstadt des Scheiterns und das sagen sie aber mit stolz geschwellter Brust, weil sie wissen, in Berlin werden viel mehr Firmen gegründet als in irgendeiner anderen deutschen Großstadt. Natürlich gehen dann aber auch viele davon pleite. Aber das ist keine Schande! In Berlin, wenn du eine Firma in den Sand setzt, ist es ein bisschen so wie in Amerika, in Silikon Valley. Dann stehst du auf und wischt dir den Staub ab und gründest die nächste Firma und die wird dann der nächste Google. Davon ist jeder überzeugt. Das ist eine sehr positive Grundstimmung und davon hätten wir glaube ich in Deutschland gerne mehr. Norman: Ja, das stimmt. Es ist auch ein völlig anderes Mindset, was die Amerikaner haben. Fährst du dort einen Porsche, klopfen dir die Leute auf die Schulter und sagen “Das hast du großartig gemacht!”  In Deutschland erntest du Neid mit diesem Auto. Gibt es derzeit ein Projekt, für das du gerade brennst oder was du gerne leidenschaftlich vorantreibst oder treiben möchtest? Tim: Nun ja, ich betreibe seit nunmehr 21 Jahren mit großer Leidenschaft meinen Blog. Den Cole Blog – www.cole.de. Es macht mir nach wie vor wahnsinnige Freude. Ich weiß natürlich auch, dass ich nur einem sehr begrenzten Publikum damit gegenüberstehe. Aber immerhin haben wir es jetzt soweit geschafft, dass ich so im Jahr 40.000 – 50.000 Unique Visitors habe. Norman: Nicht schlecht. Tim: Das ist wie bei einer Kleinstadtzeitung oder so. Aber das ist MEINE Zeitung und ich kann da bestimmen, was ich machen will und was ich sagen will. Ich bekomme viel Feedback und das ist für mich eine riesen Bereicherung. Ähnlich ist es mit Facebook, das ich auch mit großer Leidenschaft betreibe und wo ich auch ständig im Dialog bin mit teilweise hochinteressanten, hochintelligenten Menschen. Das ist nicht bloß alles Käse und Tratsch im Alltag. Natürlich, 99 % davon schon, aber für dieses eine Prozent der intelligenten Auseinandersetzung mit sehr intelligenten Menschen - dafür lohnt es sich. Und das sind Dinge, für die ich brenne. Das muss ich schon sagen. Ich bin ein leidenschaftlicher Kommunikator und ich habe noch nie so viele Möglichkeiten gehabt zu kommunizieren, wie gerade heute. Ich wollte auch zu keinem anderen Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte leben als gerade jetzt, wo so viel los ist und wo ich einfach dieses ungeheure Klavier der Kommunikationsmöglichkeiten vor mir habe und darauf spielen kann, was ich will. Norman: Schön gesagt. Tim, ich habe noch so eine kleine Quick Q&A-Session, in der ich dir schnell hintereinander ein paar Fragen stelle und du einfach aus dem Bauch heraus die passende Antwort lieferst. Hast du Lust? Tim: Probieren wir es. Norman: Ok. Frage 1: Was hat dich anfangs davon abgehalten dich als Marke zu positionieren? Tim: Die fehlenden technischen Möglichkeiten. Norman: Wenn die Leute an dich denken, was ist das eine Wort wofür du selbst als Marke bekannt sein willst oder schon bist? Tim: Rampensau. Zumindest mein Freund Michael hat das mal gesagt. Nein, ich denke, was die Leute immer wieder verblüfft bei mir ist, dass ich, obwohl ich so alt bin, scheinbar doch begriffen habe, was gerade läuft und im Grunde mit den Jungen Schritt halten kann. Darauf bin ich auch ein bisschen Stolz. Norman: Ja, ich verfolge deinen Blog und folge dir auf Facebook und du bist für mich persönlich der Botschafter zum Thema Digitalisierung oder überhaupt im digitalen Zeitalter. Tim: Der Wanderprediger, ne? Norman: Genau, der Wanderprediger. Für mich ist es einfach wichtig, dich in meinem Newsfeed zu haben. Tim: Schön, danke. Norman: Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? Tim: Der Rat meines Freundes Ossi Urchs mir einen Internetanschluss legen zu lassen. Ossi war ja der Guru des deutschen Internets. Der hat ja auch diese langen Rastalocken bis zum Hintern gehabt. Ein ganz kluger und sehr, sehr lieber Mensch, mit dem ich dann auch später ein Buch geschrieben habe, „Digitale Aufklärung“. Ossi war ein Schüler der Frankfurter Schule. Er hat in Frankfurt Philosophie studiert, hat aber Jahre lang in Indien und irgendwelchen Ashrams indischen Lehrern zugehört und war ein Experte für indische Philosophie. Und diese Mischung war hoch interessant. Wir kannten uns schon lange und er hat mich dann irgendwann mal besucht in meinem Büro in Stuttgart und meinte, ob er schnell eine E-Mail schicken könnte. Und ich sagte: „Was ist das?!“ Und er meinte “das müssen wir aber ändern”. Er kannte damals den Marc Sheldon sehr gut. Das war Chef von Compuserve. Compuserve war damals eine winzig kleine Firma, die gerade anfing so E-Mailanschlüsse und Internetanschlüsse zu verkaufen und der Landesgeschäftsführer, der Marc, der kam dann zu mir ins Büro und kroch unter meinem Schreibtisch herum und hat ein Modem angeschlossen. Ich denke damals, dieser Rat von Ossi, der hat mein Leben so nachhaltig verändert, wie wahrscheinlich nichts Anderes. Norman: Kannst du uns eine Internetressource oder Tool nennen, was du selbst einsetzt? Tim: Das ist so, als wenn du mich fragen würdest: Welche Taste beim Klavier verwendest du am häufigsten? Norman: Das ist auch eine schöne Frage. (lacht) Tim: Das häufigste ist wahrscheinlich Google. Ohne Google könnte ich nicht leben. Das geht soweit, dass wir auf dem Wohnzimmertisch ein iPad liegen haben, das immer da ist, weil wenn wir irgendwie fernsehgucken oder uns unterhalten und jemand sagt: „Wie hieß denn nochmal der Schauspieler, der damals diesen Oscar gewonnen hat?“ Also früher hätte man die Frage einfach wieder vergessen. So greift man sofort zum iPad, geht zu Google und hat sofort die Antwort. Dieser Instant-Access zu Informationen ist glaube ich das Wichtigste. Darüber hinaus gibt es natürlich als Computer-Mensch, ich bin noch ein Outlook-Verwender, das gebe ich leider etwas verschämt zu. Word, Powerpoint, im Internet natürlich so Dinge wie Twitter. Das Tool was wir gerade verwenden, Zencastr, das habe ich noch nicht gekannt, habe ich aber gleich ausprobiert. Das ist toll! Da kannst du nämlich einen Podcast aufnehmen und gleich in der Cloud oder in deine Dropbox speichern und es dort dann verwenden. Also ich denke, ich werde jetzt eine Reihe von Podcasts auf meinen Blog veröffentlichen mit diesem Tool, das du mir gezeigt hast, weil vorher kannte ich das nicht. Und das ist das Schöne: Man entdeckt jeden Tag ein neues Tool und ich denke diese Flexibilität und diese Neugier ist ganz, ganz wichtig, weil es gibt immer ein Tool, das besser ist, als das was ich heute gerade verwende und das sollte man wirklich nutzen. Norman: Dann machen wir gleich noch ein bisschen Werbung für Zencastr. Die gibt es seit 01.09. letzten Jahres. Das ist ein kleines Startup und das Interessante ist: Ich habe vorher die Interviews mit Skype aufgezeichnet. Das bedeutet aber, dass quasi beide Tonspuren, deine und meine, auf meinem Rechner aufgezeichnet werden und das hat den Nachteil, wenn deine Internetverbindung oder meine Internetverbindung schlecht ist und du hast dann Aussetzer bei dir in der Tonspur, dann hast du das am Ende auch auf der Aufzeichnung. Zencastr nimmt quasi jetzt auf deinem Rechner deinen Ton auf und meinen Ton auf meinem. Das heißt, der ist quasi nativ auf dem System drauf und lädt dann nach unserem Gespräch alles hoch. Damit hast du eine Topaufnahme, ganz egal wie die Internetverbindung während unseres Gesprächs war. Eine richtig coole Idee. Tim: Tolle Idee. Norman: Ja. Und ich benutze es auch für meine Soloshows für die Webseite. Aber schön zu wissen, dass es dann auch Audio gibt bei dir auf der Seite. Tim: Wie gesagt, alle Tasten des Klaviers sollte man spielen. Norman: Welche drei Mobile Apps außer Facebook benutzt du am häufigsten auf deinem Handy? Tim: Podcast, weil ich beim Laufen ständig Podcasts höre. Ich bin ein Geschichtsfreak. Insbesondere interessiert mich die britische Geschichte und da gibt es einen wunderbaren Podcast von BBC4 „In our time“ und das höre ich ständig beim Rennen. Das bedeutet, dass die zweite Applikation auch mit Laufen zu tun hat -  nämlich Runtastic, weil ich mich sehr gerne selber kontrolliere, wie fleißig warst du heute, wie schnell warst du, wie langsam? Leider langsam. Und was ganz wichtig ist „the flashlight“, die Taschenlampe. Bei uns im Lungau wird es derzeit um 16:00 Uhr dunkel und am nächsten Morgen wird es erst um 09:00 Uhr wieder hell und ich muss ständig rausgehen und Holz holen, weil es bei uns sehr, sehr kalt ist und wir immer Feuer machen. Diese Taschenlampe habe ich sicher jeden Tag 3 – 4 Mal im Gebrauch. Das zeigt ja mal wieder, das Uninteressanteste was du mit dem Smartphone machen kannst, ist telefonieren. Das Ding ist ja mittlerweile das Schweizer Taschenmesser des Digitalzeitalters. Da ist ja alles drin und wir entwickeln ja auch zunehmen ein symbiotisches Verhältnis zu diesem Gerät. Ich denke, die einzige Steigerungsform, dass wir das Gerät noch näher an uns heranlassen würden, dass wäre, wenn man uns einen Schlitz in die Stirn macht, um die Sim-Karte reinzustecken. Ich denke, in diese Richtung wird es auch mal gehen. Norman: Absolut, das denke ich auch. Ich denke dieses ... Tim: Cyborg... Norman: Ja, oder auch das Implantieren von irgendwelchen Chips, RFID Chips und so weiter. Ich glaube, da wird es auch hingehen. Im Silikon Valley gibt es ja auch einige Universitäten, die daran forschen. Tim: Das nächste werden dann solche Kontaktlinsen sein, die wir in die Augen tun und die uns diese Google Glass Funktion bietet. Also digitale Inhalte vor unserem Blickfeld projizieren, was natürlich am Ende bedeutet, dass die Grenze zwischen Realität und virtueller Realität komplett verschwimmt. Wir wissen dann gar nicht mehr: Wo hört das Reale auf und wo beginnt das Digitale? Das ist für uns dann eine Welt. Norman: Nächste Frage zum Thema Musik: Was hörst du gerne für Musik? Tim: Klassische. Norman: Was genau? Tim: Gute klassische Musik. Natürlich so die üblichen Verdächtigen: Mozart, Bach, Beethoven. Ich bin ein großer Mendelssohn-Fan. Ich spiele auch selbst Klavier. Also nicht nur auf der virtuellen Tastatur. Die Lieder ohne Worte oder die Kinderlieder von Mendelssohn finde ich ganz toll. Copland ist eine große Quelle der Freude für mich - Operation Symphony und solche Dinge. Im Grunde habe ich keine Vorlieben oder Abneigungen. Es muss gut sein, es muss mich ansprechen, es muss für mich etwas bedeuten. Aber Musik ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens. Norman: Hat ja Apple auch ganz gut verstanden. Tim: Ja. Norman: Wir werden deine Bücher, die jetzt in der Show genannt wurden natürlich in den Shownotes verlinken. Gibt es darüber hinaus noch eine Buchempfehlung von dir, welches für dich persönlich vielleicht auch einen ganz großen Mehrwert hatte? Wie heißt dieses Buch und worum ging es in diesem Buch? Tim: Was ich wahnsinnig gerne gelesen habe, ist von meinem Freund Günter Dueck “Abschied vom Homo Oeconomicus”. Dueck ist kein sehr humorvoller Mensch, aber ein sehr witziger Mensch. Es macht Spaß ihm zuzuhören, wenn er redet. Er kichert ständig, wie wenn er sich über seine eigenen Witze amüsieren würde. Und so sind die Bücher auch. Sehr hintersinnig und er appelliert in diesem Buch dafür, dass man diesen absoluten Rationalismus in Frage stellt und auch mal sich wieder traut Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu fällen. Das hat mich bestätigt, in meiner eigenen Spontaneität. Aber er konnte das so wunderbar intellektuell untermauern, dass mir das ungeheuer gut gefallen hat. Eigentlich sind alle Bücher von Dueck sind klasse, aber dieses insbesondere hat mir Spaß gemacht. Norman: Schön, das verlinken wir auch in den Shownotes. Ja bevor wir uns versabschieden Tim, kannst du uns zum Schluss noch einen Tipp für Führungskräfte auf den Weg mitgeben und wie wir dich am besten erreichen können? Tim: Mich erreichen können? Norman: Ja. Tim: Ich würde gerne einfach den Tipp wiederholen von Professor Bullinger, „Schaffe, nicht Schwätze“. Und erreichen tut man mich unter cole.de oder per E-Mail als tim@cole.de. Ansonsten tauche ich immer wieder als tc1066 auf, bei Skype oder bei Facebook oder so. Das liegt daran, dass ich ein Fan der britischen Geschichte bin und 1066 war ein wichtiges Datum: Die Schlacht bei Hastings, Wiliam der Eroberer, die letzte erfolgreiche Invasion Englands von außen. Norman: Sehr schön. Tim, es hat mir super viel Spaß gemacht. Wir müssten fast hier jeden Monat eine Folge machen um auch einfach etwas zu bewegen da draußen in den Köpfen, in den Herzen und am Ende natürlich auch den Tatendrang aktivieren, vieler Manager, Politiker und vor allem auch in unserem Bildungssystem. Vielen Dank nochmal für deine Zeit und nur das Beste für dich.[/et_pb_toggle]   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne Dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass Du diesen Podcast mit Deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch Deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für Deine Bewertung bei iTunes.   Wir versorgen Dich einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen kostenlos. 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    Tim Chimoy ★ über Routinen und Produktivität

    · DNX Podcast ???? Marcus Meurer

          Interview mit Tim Chimoy von Earthcity In der ersten Folge spreche ich mit Tim Chimoy, einer der ersten Deutschen der über das Thema ortsunabhängiges Arbeiten auf seinem Blog geschrieben hat. Tim und ich haben uns vor gut 2 Jahren bei dem ersten Treffen von Digitalen Nomaden auf dem Tempelhofer Feld in Berlin kennengelernt. Wir waren damals… 12 Leute! Schon krass wenn man mal kurz reflektiert was seitdem passiert ist. Seitdem ist auch ein Tim ein sehr guter Freund von mir, den ich sehr wegen seiner unaufgeregten und durchdachten Herangehensweise schätze und respektiere. Tim ist erfolgreicher Unternehmer und verdient sein Geld mit productized Services. Tim betreibt den super usefullen Blog Earthcity, ist Autor mehrerer Bücher, macht den Podcast „I LOVE MONDAYS“ und veranstaltet Masterminds auf der ganzen Welt. Alle Links zu Tim Projekten und dieser Podcast Folge findest du auf www.lifehackz.de/tim Wir sprechen in dieser Folge über    Routinen und wie wichtig Struktur sein kann.    Die berühmten Rabbit Holes in denen man sich gerne mal verliert wenn man auf Facebook surft.    Warum man lernen sollte wichtige Dinge von dringenden zu unterscheiden.    Wie Tim sein Team aufgebaut hat und welchen Dienst er für sein virtuelles Sekretariat nutzt.    Das SOS: Shiny Objects Syndrom.    Die Power von Meditation. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus   Shownotes I Love Mondays-Podcast Stilnomaden Earthcity Planet Backpack Travelicia E-Büro [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Cool, dass ihr hier mit am Start seid bei dem Lifehackz Podcast! Ich freue mich total, dass wir heute jemanden dabei haben, den ich super gerne mag und den ich jetzt schon länger kenne auf dem Weg als digitaler Nomade. Herzlich Willkommen Tim Chimoy! Tim: Hi Marcus! Danke, dass ich in Deiner Folge dabei sein darf und ick freu mir! Marcus: (lacht) Ja perfekt! Wir haben ja eben schon einen Einstieg bei Dir auf dem Podcast gehabt. Also die Leute, die den ersten Teil von dem Gespräch gerne hören möchten, gehen auf den I Love Mondays-Podcast, den ich in den Shownotes auch verlinken werde. Da haben wir sogar die Themen DNX, was ist aktuell bei mir auf dem Tisch und wir haben auch ein bisschen darüber gesprochen, wie ich dazu gekommen bin, diesen Podcast aufzusetzen und was so die Schwerpunkte von Liefhackz sind. Okay, und damit können wir auch direkt einsteigen. Der Podcast Lifehackz beschäftigt sich rund um alle Themen: Routinen, Produktivität, wie verbessere und optimiere ich mein tägliches Leben. Das coole ist, Tim ist Unternehmer, selbstständig, digitaler Nomade. Er hat glaube ich, schon viel rumprobiert was Routinen angeht, Produktivität, Fokus und das möchte ich gerne mit Tim besprechen. Deshalb meine erste Frage an Dich: Hast Du eine bestimmte Morgenroutine oder Abendroutine? Tim: Also ich finde das Thema extrem spannend und schaue auch immer, was vor allem Du gemeinsam mit Feli da macht, weil ihr da extrem weit seid. Ich für meinen Teil muss sagen, ich versuche immer verschiedene Dinge zu implementieren. Ab und zu klappt mal was, aber viel funktioniert dann auch wieder nicht, weil ich mir auch oft zu viel vornehme. Zum Thema Morgenroutine versuche ich schon immer relativ zur gleichen Zeit aufzustehen. Ich bin jemand, der relativ spät aufsteht. Mit spät würde ich mal sagen, zwischen 9.00 Uhr und 9.30 Uhr. Dann gehört zu meiner Morgenroutine, dass ich relativ schnell ins Bad verschwinde und mich dusche, weil das einfach ein wichtiger Schritt ist, um fit zu werden. Außerdem habe ich für mich erkannt, dass die Gefahr, dann später im Schlafanzug vor dem Rechner zu sitzen und schon zwei, drei Stunden zu arbeiten, während man noch ungewaschen und ungeduscht ist. Das ist einfach kontraproduktiv, weil man im Grunde nur so etwas notwendiges vor sich hinschleppt. Wenn ich das getan habe, dann habe ich eigentlich immer das Bedürfnis das Haus zu verlassen. Kann aber in vielen Fällen am besten von zu Hause arbeiten. Das heißt also im Grunde, ich verlasse das Haus bewusst für eine kurze Zeit, um dann wieder zurückzukommen und dann mit der Arbeit zu beginnen. Und das endet dann bei mir in 90% aller Fälle darin, dass ich einfach draußen frühstücke. Das ist manchmal finanziell schwierig, zumindest wenn man in Deutschland ist, geht das ganz schön auf die Kohle, aber ich muss morgens einfach mal raus. Ich bin da nicht unbedingt der Typ, der morgens schon mit Sport einsteigt. Von daher ist meine Morgenroutine dann eigentlich waschen, zu Hause vielleicht noch einen Kaffee trinken, vielleicht aber auch nicht und dann auch direkt raus. Draußen noch einen Kaffee trinken und ein Brötchen essen und dann zu Hause in den Arbeitstag zu starten. Das ist eine kleine Routine, an der man noch viel verbessern kann, aber zumindest schon mal ein Anfang. Marcus: Ja Struktur ist mega wichtig, in welcher Form auch immer. Also ich finde es cool, dass das bei Dir schon durchgeplant ist. Das hat nicht jeder. Die Frage ist noch: Duschst Du kalt oder warm? Tim: Ich versuche ab und zu mal an guten Tagen auch 20 Sekunden kalt zu machen, aber in der Regel doch eher warm. Da bin ich ne Pussi (lacht) Marcus: Ja also ein Warmduscher (beide lachen) Und gibt es ein bestimmtes Tool oder Ritual, mit dem Du Dich dann in den richtigen Arbeitsmodus begibst? Bzw. hast Du da auch immer irgendwas, dass Du dann am gleichen Ort arbeitest oder in der gleichen Haltung oder ein bestimmtes Setting da sein muss? Tim: Also was ich da auch für mich festgestellt habe, was enorm wichtig ist, ist Ordnung auf dem Schreibtisch. Es passiert häufig mal bei mir, dass ich abends noch am Schreibtisch sitze und dann vielleicht auch private Dinge dort mache. Dass ich mir auch vielleicht irgendwelche Filme auf meinem Laptop angucke und mich dann in meinen Sessel setze und der Laptop trotzdem auf dem Schreibtisch steht und dann passiert es auch mal, dass der Schreibtisch noch mit irgendwelchen Dingen voll ist, die da nicht hingehören. Wenn ich das abends nicht schon beseitigt habe, dann ist Schritt 1 meinen Schreibtisch erst mal absolut aufzuräumen und freizumachen. Da bin ich so ein bisschen ein Ordnungsfanatiker an der Stelle. Dazu gehören einige Seiten leeres Papier, ein Stift der gut und schön schreibt, mein Laptop, dass alle Dinge gut angeschlossen sind, dass keine Kabel wild herum liegen. Es muss einfach eine gewisse Grundordnung herrschen. Wenn ich es schaffe, so zu sagen „dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen“, dann hab ich meinen Facebook-Blocker sofort an. Wenn ich es nicht schaffe, dann gurke ich erst einmal 20 oder 30 Minuten in Facebook rum und denke dann irgendwann: „Scheiße, jetzt musst Du denn mal anschmeißen!“ Aber ich gehe jetzt mal vom besten Tag aus: Am besten Tag räume ich den Schreibtisch pico bello frei, mache den Facebook-Blocker an und starte dann mit Aufgaben, die mich langfristig weiterbringen, wie z.B. schreiben, Dinge planen. Ich versuche also dieses klein, klein zu vermeiden, wie z.B. E-Mails und so. Marcus: Das heißt also an Deinem perfekten Tag bist Du dann, wenn Du anfängst zu schreiben auch noch nicht in Deinem Posteingang gewesen und warst auch noch nicht auf Facebook unterwegs und hast auch nicht heimlich beim Frühstück mal auf Dein Smartphone geguckt. Tim: Beim Frühstück schon mal auf das Smartphone geguckt. Davon kann ich mich noch nicht so freimachen. Solange das dann aber auch in dem Moment passiert, wo ich eh noch nicht am Schreibtisch sitze, finde ich das jetzt auch nicht soooo schlimm. Aber zumindest, wenn ich dann am Schreibtisch sitze, mache ich das am perfekten Tag definitiv nicht mehr. Ich weiß z.B. für mich, es ist definitiv für mich besser, wenn ich diese Routinen einhalte, d.h. das Wissen ist da und ich kann das auch absolut bestätigen, dass der Tag dann besser „fluppt“. Ich muss nur gestehen, ich bin nicht jemand, der da knallhart mit der Umsetzung jeden Tag gleich gut funktioniert. Marcus: Das geht glaube ich jedem so. Das passiert mir immer wieder. Das passiert den absoluten Produktivitätspäpsten, wie Tim Ferris, dass er sagt, er verschwindet mal in einem Rabbit-Whole auf Facebook und kommt erst nach Stunden wieder hoch an die Luft und sagt, „was ist denn jetzt schon wieder passiert? Ich wollte eigentlich nur einen Post absetzen.“ Ich glaube, das kennt jeder. Das ist mega ärgerlich, gerade wenn man ja das Wissen hat, dass es anders viel cooler ist und auch viel strukturiert und ruhiger ist und man nicht in den Reaktionsmodus geht. Es ist glaube ich, eine der größten Herausforderungen in der heutigen Welt, dieses ständige Ablenken. Und jeder will Deine Aufmerksamkeit haben und da lässt sich ja jeder immer wieder etwas Neues einfallen. Tim: Also was bei mir vor allem schlimm ist, da kannst Du mir vielleicht auch mal einen Tipp zu geben, wenn man dann in so einem Rabbit-Whole wie Facebook sich reinziehen lässt und dann irgendwann wieder rauskommt, dann guckst Du auf die Uhr und denkst gerade „ach, jetzt haben wir schon 12.00 Uhr“ und dann geht´s nämlich los mit „ich wollte doch noch...“ und dann geht innerlich die Hektik los und dann steigert man sich da so rein. In dieser Hektik mag man sich dann manchmal selber gar nicht mehr und irgendwie macht man sich die Hektik auch irgendwie selbst, weil man sich dann selbst unter einen Zeitdruck setzt. Marcus: Ja, das ist doof. Das löst dann so eine negative Emotionskette aus, dass man denkt: Mist, ich habe gefailed und wusste das war nicht gut, jetzt habe ich noch weniger Zeit. Muss die Zeit aber irgendwie aufholen. Man wird verkrampfter und hektischer und irgendwie wird man dann auch schlechter im Output. Das passiert aber auch immer wieder jedem. Ich glaube, das Einzige was hilft ist, sich immer wieder bewusst zu machen, dass man die Ruhe bewahren sollte und dass man immer eine Sache zu einer Zeit macht und nicht zu viele auf einmal, weil Du unterm Strich... Ich war früher auch jemand, der hatte 20 Tabs im Browser geöffnet und nebenbei noch fünf andere Apps laufen; und da hat er noch was runtergeladen; rechts habe ich noch was hochgeladen; und da habe ich an einem Text gelesen; und da habe ich geschrieben und alles gleichzeitig gemacht. Dann habe ich mir aber immer aufgeschrieben, was ich am Ende des Tages alles erreicht habe und einen Strich drunter gezogen und es war viel weniger, als wenn Du diese Sachen ganz bewusst gemacht hättest. Also mehr Achtsamkeit ins Leben bringst und sagst: Ok, ich warte jetzt auf den Download. Das dauert dann halt 30 Sekunden. Das ist auf jeden Fall auch eine der größten Herausforderungen. Weg von diesem Multitasking, was irgendwann mal vor zehn oder 15 Jahren total angesagt war und die Leute am produktivsten sind. Das sind die Multitasker und die können so viel auf einmal managen. Gerade Manager können viel managen und sitzen jetzt alle mit Burn-Out irgendwo in den Krankenhäusern. (beide lachen) Tim: Also once-at-a-time finde ich, ist ein sehr guter Tipp. Was ich oft merke, ich packe mir immer so viel auf die To-Do-Liste, dass eigentlich meine To-Do-Liste ein To-Do wird. (beide lachen) Marcus: Also Du verwaltest quasi Deine Verwaltung. Tim: Ja, das ist ganz furchtbar. Marcus: Das Ding ist ja auch immer, was viele falsch machen, man geht immer vom perfekten Tag aus und dass man nicht abgelenkt wird. Dass also nicht mal jemand anruft und man vielleicht doch mal zehn Minuten länger auf die Bahn warten muss oder man länger einkaufen muss als eingeplant. Und deshalb packt man sich möglichst viele Dinge in den Tag und denkt „ach, das schaffst Du auch noch, und das schaffst Du auch noch“. Weil man denkt, dass man das alles schaffen würde. Dann geht es Dir richtig gut, weil Du hast ja viel geschafft. Das macht es aber eher schlecht, weil es die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Du eben nicht alles schaffst und dann ist man wieder unzufrieden mit einem selbst. Der Trick ist eigentlich ein oder maximal zwei Dinge rauszusuchen, oder sich vorher bewusst zu machen, welche Dinge hätten einen richtigen Impact auf mein Business, oder würden den Tag zu einem perfekten oder einen guten Tag machen. Und sich erst mal nur auf diese zwei Dinge zu konzentrieren. Wenn Du die dann schon geschafft hast, dann kann der Rest des Tages eigentlich nur noch gut und cool werden. Tim: Du meinst also quasi einen langfristigen Impact. Negativbeispiel: ich beantworte eine E-Mail. Positivbeispiel: ich habe ein Stück meines Buches nach vorne gebracht. Marcus: Genau. Die Kunst ist das wichtige von den dringenden zu unterscheiden. Es gibt viele dringende Sachen. Das können mal E-Mails sein und man denkt, die sind auch wichtig, weil sie gerade dringend sind. Aber das sind meistens eher unwichtige Sachen. Und wichtige Sachen sind die, die Dich dann mittel- oder langfristig mit deinem Business weiterbringen. Und das erfordert aber auch erst mal eine Lernkurve unterscheiden zu können: was sind denn jetzt eigentlich die Sachen, die mich persönlich weiterbringen. Oder was sind die Sachen, wo andere einfach nur irgendwas von mir wollen und deshalb die Dringlichkeit steigt. Aber die Dringlichkeit wird ja von außen beeinflusst. Das sind Leute, die schreiben Dir eine E-Mail, weil sie etwas von Dir wollen und Du bist dann quasi wieder im Passivmodus und da darf man dann nicht reingeraten. Das ist schwierig, aber hilft ungemein. Wenn man sich bewusst macht, was ist wichtig und was ist dringend und dann die wichtigen Sachen angeht und nicht die dringenden. Tim: Ja da muss ich sagen, bin ich mittlerweile ganz gut drin. Also eine E-Mail auch mal liegen zu lassen. Wenn mir jetzt zum Beispiel jemand schreibt, der ein Anliegen hat. Klar, man möchte natürlich nicht als der gelten, der einfach nicht antwortet. Ich antworte ja auch gerne, gerade wenn es um Leser geht. Ich möchte allen antworten, weil ich auch Spaß an der Interaktion habe. Weil ich den Leuten helfen will, weil sie mir ja mit ihren Fragen auch sehr weiterhelfen. Denn sie geben mir ja auch Ideen für meinen Content, das ist auch für mich wertvoll. Aber trotzdem dann zu sagen, man muss sich jetzt mal auf die wichtigen Dinge fokussieren, dann bleibt die E-Mail jetzt vielleicht auch mal eine Woche liegen. Dann kann es vielleicht auch mal passieren, dass jemand Dir eine zweite E-Mail schreibt und Dir schreibt, „Das enttäuscht mich jetzt aber, dass Du nicht antwortest“. Das muss man dann wahrscheinlich in Kauf nehmen und das tue ich mittlerweile auch. Das tut mir dann schon irgendwie Leid, wenn jemand schreibt „Hey, warum antwortest Du nicht? Das enttäuscht mich.“ Aber gut, irgendwann antwortet man dann halt und versucht es zu erklären. Oder wie siehst Du das? Marcus: Ja, ich sehe das ähnlich wie Du. Am Anfang ist man sehr darum bemüht und man sollte man auch, das zurückzugeben, was andere von einem erwarten. Da geht es ja wieder um das Thema Erwartungen von anderen erfüllen. Die haben dann eine Frage an Dich, schreiben Dir und hoffen dann auch auf eine Antwort. Und das möchte man auch ehrlich gerne zurückgeben. Gerade Feedback von Lesern und Fans ist ungemein wichtig, erhält einen am Leben und motiviert einen jeden Tag weiterzumachen. Oder auch gerade negatives Feedback. Da muss nur erst mal ein Umdenken einsetzen, dass man sagt, dass das eigentlich die wichtigste Form von Feedback ist. Wenn ich etwas an meinem Produkt verändern will oder gucken will, wie das ankommt. Dass man denen zuhört, die jetzt nicht Deine absoluten Fans sind. Auf der anderen Seite muss man auch diese absoluten Embassadors gut behandeln und das ist so schwierig. Ich glaube, das ist ein Thema, was viele Leute beschäftigt, die nur beschränkte Zeitressourcen haben und dennoch bewundere ich in den Staaten die Menschen, die immer noch jede E-Mail beantworten. Das möchte ich auch nach wie vor. Und dann sind es nicht mehr ganz so lange E-Mails, aber ich habe mir immer noch als Primesse gesetzt, dass jeder, der etwas will oder schreibt, auch eine Antwort bekommt. Ob früher oder später, ob kurz oder lang, aber auf jeden Fall, gibt es immer eine Antwort. Tim: Ja, das mache ich im Grunde auch so, aber die Antwort ist dann wirklich manchmal einfach nur zwei Sätze. Das geht halt nicht anders. Marcus: Hast Du denn schon mal versucht, Dinge auszulagern; Dir ein Team aufzubauen, mit mehr Leuten, an Deinem Unternehmen oder Business zu arbeiten? Und was sind da Deine Erfahrungen? Tim: Also ich merke ganz klar, dass Aufgaben abzugeben, sehr sehr wertvoll ist, wenn man es richtig strukturiert. Das habe ich für mich definitiv gemerkt. Ich mach das schon seit längerem. Zum Beispiel in meinem CAD-Business. Ich verdiene also nach wie vor den Großteil meines Einkommens mit direktem Kundengeschäft und verkaufe Architekten und Immobilienfirmen sogenannte CAD-Zeichnungen, technische Zeichnungen, aber auch 3-D Visualisierungen von Gebäuden. Das geht da so ein bisschen in die künstlerische Richtung. Und von diesen Zeichnungen und 3-D Visualisierungen mache ich eigentlich nur noch 5% der Arbeit selber. Also ich gebe das alles an mein Freelancer-Netzwerk weiter. Das ist so meine älteste Erfahrung mit Teamzusammenarbeit. Da würde ich sagen, ist es enorm wichtig, dass man eine gute kommunikationsfähige findet. Dass da jeder weiß, was er leisten muss. Und dass auch jeder irgendwie mitdenkt. Was vielleicht für den einen oder anderen Zuhörer ein interessanteres Beispiel ist, wäre zum Beispiel für meinen Blog. Da habe ich, seitdem ich im Februar 2012 mit meinem Blog angefangen habe, das bestimmt zwei Jahre lang komplett alleine gemacht. Vor wenigen Monaten habe ich gerade damit angefangen, Dinge gemeinsam mit Leuten umzusetzen, unter anderem mit zwei Leuten, mit denen ich sehr eng zusammenarbeite, die auch gute Freunde sind, Chris Braun und Dennis Hessenbruch. Wobei Chris Designerin ist und Dennis Programmierer. Die beiden setzen dann in diesem Fall gemeinsam mit mir die neue Webseite um oder zum Beispiel das Aussehen eines Kurses um. Die sind dann halt dafür umsatzbeteiligt. Es ist also nicht so, dass ich sie auf dem klassischen Wege anstelle und dafür ein Gehalt zahle, sondern die sind mit eingestiegen, werden am prozentualen Umsatz beteiligt und so haben wir alle wirklich Bock dazu, das Ding nach vorne zu bringen. Letztendlich und das ist das Geheimnis, was die meisten denken: oh da musst Du ja einen Teil des Kuchens abgeben und dann bleibt weniger für mich. Aber genau das ist halt der totale Fehlglaube, denn a) bringst du vielmehr nach vorne und multiplizierst den Umsatz und letztendlich hast Du mehr davon, die haben etwas davon und eigentlich ist es eine reine Win-Win-Geschichte. Marcus: Ja, das heißt, ihr seid mehr oder weniger ein Joint Venture, was sich dann den Umsatz aber auch die Kosten und den Gewinn gleichmäßig aufteilen. Tim: Im Grunde ist es jetzt nicht so, dass wir die Webseite gemeinsam betreiben. Wir haben zwar auch ein gemeinsames Projekt, das sind die Stilnomaden. Da ist absolut alles gleichberechtigt. Bei den Stilnomaden, also unserem Reiseblog, da ist es schon so, dass wir dort alle zu einem gleichen Teil beteiligt sind. Da auch langfristig eine GbR gründen wollen, wir aber dort aktuell aber fast keinen Umsatz generieren. Deshalb ist diese Sache nicht so relevant. Da schauen wir mal, wie es da in einem Jahr aussieht. Bei Earthcity, meinem Blog, den ich seit mehreren Jahren betreibe, da ist es so, dass die beiden mich unterstützen und umsatzbeteiligt sind, aber letztendlich schon noch der Großteil der Arbeit und auch der Blog selbst, eigentlich mein Projekt sind. Marcus: Und die URL ist Earthcity.de, richtig? Und Earthcity ist auch einer der ersten Blogs mit dem ich in Berührung gekommen bin, als ich mich eingelesen habe in das Thema „Digitale Nomaden“ und „gibt es die Bewegung auch in Deutschland“. Da ist Tim glaube ich der aller erst Blog gewesen, der darüber geschrieben hat, richtig? Tim: Ja, ich glaube ich habe mit Conni von Planet Backpack relativ gleichzeitig das Thema aufgegriffen. Ich habe aber den Blog nie so als Business nach vorne gebracht, weil ich halt immer noch die CAD- und Architekturgeschichte so als mein Hauptbusiness gesehen habe. Das Blatt hat sich mittlerweile ein wenig geändert. Irgendwann ist das 50:50 gelaufen und mittlerweile versuche ich fast eher dem Blog höhere Priorität einzuräumen. Weil es mir a) mehr Spaß macht und b) auch ein passiveres Einkommen ist und weil ich einfach merke, dass ich auf das klassische Kundengeschäft immer weniger Lust habe. Mein Ziel ist es eigentlich langfristig durch das Thema für das ich brenne, also das ortsunabhängige Arbeiten, wie es ja auch bei Dir ist - Du brennst auch dafür – zu meinem Hauptding zu machen. Und dann vielleicht irgendwann, wenn es mir finanziell möglich ist, noch einmal Architektur für mich selbst umzusetzen. Aber dieses direkte Kundengeschäft, das läuft gut, das läuft weiter, aber ganz im Vertrauen gesagt, ist mir mein Earthcity-Blog und auch mein zweites Projekt Stilnomaden nicht nur mehr Herzensprojekt, sondern da habe ich auch das Ziel, das zu meinem Hauptumsatz weiter auszubauen, ohne das andere komplett aufzugeben. Aber das steht dann halt eher in der zweiten Reihe. Marcus: So ähnlich haben Feli und ich das ja auch gemacht. Dass wir angefangen haben mit Kundenaufträgen und –projekten um ruhiger schlafen zu können. Ich glaube, das kannst Du auch nachvollziehen, dieser Schritt in die Selbstständigkeit, kann einem schon schlaflose Nächte und viele Gedanken bescheren, ob alles so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Um dann langsam zu switchen und immer mehr Umsatz über eigene Projekte, wie jetzt den Blog Travelicia zu machen oder über die DNX oder über andere Sachen, die dann Deine absolute Herzensangelegenheit sind und Deine Top-Prios sind. Tim: Letztendlich hat es natürlich auch etwas damit zu tun, dass man diese Reisefreiheit – oder vielleicht geht es gar nicht um Reisefreiheit, die Ortsunabhängigkeit an sich, die funktioniert war mit Kundengeschäft, aber da muss man immer entweder gewisse Tools nutzen oder ja, ich sag mal ein klassisches Beispiel: Gestern Abend ruft mich um 22.00 Uhr ein Kunde an wegen einem dringenden Auftrag. In Deutschland waren es noch 16.00 Uhr. Das ist dann natürlich dann eine Uhrzeit, wo eigentlich von Dir erwartet werden kann, dass Du noch ans Telefon gehst. Normalerweise habe ich einen Telefonservice, das E-Büro. Die gehen dann für mich ran. In dem Fall war es aber ein relativ wichtiger Kunde, der auch meine Handynummer hat. Und da überlegst Du dann. Jetzt hast Du vielleicht schon ein Bier getrunken – gehst Du da noch ran und redest mit dem, oder gehst Du nicht ran und meldest Dich am nächsten Tag und versuchst Dich da rauszureden? Also solche Dinge passieren Dir halt im direkten Kundengeschäft auch als digitaler Nomade. Marcus: Ich glaube, da kann es helfen, wenn man da ganz transparent mit seinen Kunden umgeht und sagt, so sieht es aus: dann bin ich erreichbar, da bin ich nicht erreichbar oder sich so Services wie E-Büro nimmt. In diesem Fall war es jetzt wieder ein Sonderfall, den man natürlich auch immer wieder mit Kunden hat. Von daher ist es nicht immer optimal, dann gerade unterwegs zu sein. Tim: Also E-Büro ist ein wunderschöner Service. Da geht immer ein Sekretariat für mich dran. Das macht einen professionellen Eindruck. Ich benutze die extrem gerne. Nur schwierig wird es dann natürlich, wenn dann jetzt Herr Müller anruft und Herr Müller „ach, ich brauche mal ganz ganz dringend jemanden, der dies und jenes ganz schnell für mich macht!“ Und dann die Dame im E-Büro:“äh, äh, äh“, die hat natürlich nur die Möglichkeit jetzt zu sagen, „der Herr Chimoy ruft Sie zurück“. Und dann versteht der Kunde aber nicht, warum jetzt das Sekretariat nicht in der Lage ist, das Gespräch mal eben weiterzugeben. Das sind dann so Dinge, wo es dann ein wenig hakt. Das sind zwar kleine Probleme, aber das lässt sich alles handlen. So ist es jetzt nicht. Ich empfinde Freelancing und Kundengeschäft, auch für jemanden der ortsunabhängig arbeiten möchte, nach wie vor als einen super Einstieg, oder für viele auch langfristig eine Perspektive. Da muss man sich an der Stelle nur ein gutes System überlegen. Marcus: Das zeugt ja auch davon, dass Du schon sehr lange in diesem Freelancing Geschäft unterwegs bist und auch relativ erfolgreich, wenn nicht der erfolgreichste digitale Nomade, den ich kenne, der auch noch von unterwegs große und wichtige Aufträge abwickelt. Hat es Dir da geholfen Fokus auf ein Projekt zu haben und zwischendurch vielleicht nicht mehr volle Power in Earthcity reinzugehen oder in Stilnomaden und dann erst mal zu schauen, dass das CAD-Business läuft und perfekt aufgesetzt ist. Oder Du hast glaube ich, auch noch einmal irgendwas mit Ernährungsplänen gemacht. Also Du bist umtriebig und hast viele Projekte gleichzeitig am Laufen. Konzentrierst Du Dich dann immer zeitweise auf ein Projekt voll oder hast Du alle immer so ein bisschen am Köcheln und hältst alle Bälle in der Luft? Tim: Ja also eher Letzteres. Ich habe immer alles so ein bisschen am Köcheln und das ist eigentlich etwas, was ich – wenn ich noch einmal von vorne starten würde, nicht mehr so machen würde. Man nennt das ja auch „Shiny Objects-Sydrom“. Ich bin da ziemlich anfällig für und ich glaube, ich hätte wesentlich schneller mit verschiedenen Dingen durchstarten können, wenn ich mich stärker fokussiert hätte. Mittlerweile habe ich für mich begriffen und auch gelernt, dass Fokus ein ganz, ganz wichtiges Erfolgskriterium ist. Und da habe ich viele Fehler gemacht und da hänge ich jetzt quasi ein bisschen drin. Aktuell sind die Umsätze bei mir zwischen Kundengeschäft und indirekten Einnahmen durch Blog, Bücher und Workshops so ungefähr 50:50. Das ist jetzt eine Situation, da gibst Du nicht mal eben eins davon auf, ne? Da plumpst dann mal eben 50% weg. Das ist aber trotzdem für mich aktuell unbefriedigend. Ich würde mich lieber auf eine Sache voll fokussieren und das ist auch eigentlich mein Ziel für 2015, da in die Richtung zu gehen. Unter anderem versuche ich gerade meinen Umsatz mit dem CAD-Business ein bisschen zu steigern, aber gar nicht mit der Absicht, da noch mehr Energie selbst reinzubringen, sondern einfach nur um meinen Umsatz das Stückchen höher zu bringen, dass ich mir da Fulltime noch jemanden mit reinholen kann. Das würde dann ja die Möglichkeit bieten, mich dann selbst eher auf der anderen Seite zu konzentrieren. Marcus: Ich glaube, genau das ist die Kunst. Sich fokussieren zu können. Ich kenne das nur zu gut, dieses Shiny-Objects-Syndrom und am Anfang haben wir auch alles gemacht. Feli und ich haben quasi einen riesen Bauchladen eröffnet, weil wir auch zu viel Angst hatten, wieder in den normalen Job zurückgehen zu müssen und kein Geld zu verdienen. Da haben wir überlegt, wir bieten jetzt erst mal alles an und versuchen alles irgendwie zu machen und umzusetzen. Man hat ja als Unternehmer gerade in den ersten paar Monaten oder im ersten Jahr ist es ja so ein hammer überwältigendes Gefühl, die Freiheit tun und lassen zu können, was man möchte. Das hat uns ehrlich gesagt überfordert und wir haben zu vielen Sachen auch nicht nein sagen können. Mittlerweile habe ich auch gelernt, dass wenn man nein sagt, man dem anderen ja nicht vor den Kopf stoßen möchte, sondern man sagt eher ja zu sich selber und zu seiner eigenen Zeit. Tim: Schönes Mantra. (lacht) Marcus: Ja ja, aber das dauert, bis man an dem Punkt ist. Und ich glaube, es geht eher so, wie Du es mit dem CAD-Business geplant hast, dass man ein Business weiter steigert und wachsen lässt oder auch selber wächst mit dem Business. Und wenn es groß genug ist, dann jemanden da rein zu holen, der es entsprechend weiterführen kann, um dann wieder an das nächste Projekt zu gehen. Tim: Wobei man da natürlich sagen muss, wenn das zweite Projekt – in diesem Fall das Herzensprojekt – halt ein Blog ist, dann muss man das natürlich doch immer auf einer gewissen Flamme noch warmhalten. Marcus: Absolut. Und das ist glaub ich auch das, was Dich jeden Tag antreibt. Das Feedback auf dem Blog und die Kommentare und die Leserzuschriften, oder? Tim: Ja, das absolut, die Leserzuschriften. Wenn Dir dann jemand schreibt „wegen Dir bin ich in diese ganze Sache reingekommen und habe dadurch diese ganzen coolen Blogs entdeckt und die DNX“. Und wenn Du jemandem diesen Eintritt in diese Möglichkeiten, die viele Leute gar nicht sehen, weil sie nicht über den Tellerrand gucken... Und mir ging es ja genauso, ich habe mir das ja durch englischsprachige Blogs erschlossen. Ich bin ja jetzt auch nicht von alleine darauf gekommen „hey, ich arbeite jetzt mal von überall“, sondern habe darüber gelesen und so ein Kommentar ist die geilste Motivation überhaupt. Total. Das geht Dir bestimmt auch so, oder? Marcus: Ja absolut. Egal in welcher Form ist das immer wieder geil, dass man denkt „cool, irgendwo kommt das an; irgendjemand hat Dein ein Interview gelesen; hat irgendetwas geändert, und wenn es nur eine kleine Nuance ist, oder Du jemanden auf der DNX noch mal eine neue Perspektive mitgegeben hast, das ist ein saugeiles Gefühl, wenn man weiß, man hat einen Impact auf andere Menschen im positiven Sinne. Tim: Total, und ich denke auch – da habe ich letztens noch drüber gelesen – es ist gar nicht so entscheidend. Viele Menschen bewegen sich so in ihrer eigenen Gedankenwelt und vergessen dabei, dass die Menschen um sie herum gar nicht Gedanken lesen können. Also, man definiert sich selbst immer so über seine eigenen Gedanken, aber die Umgebung definiert einen ja über die eigenen Taten. Und das klingt so naheliegend. Aber das kann man sich ruhig öfters mal wieder bewusst machen. Und wenn Du dann natürlich noch eine große Reichweite hast und viele Leute beeinflussen kannst, dann erst recht. Marcus: Wenn man sich das dann mal genauer überlegt, ist es ja schon logisch, wie Du schon sagtest, weil viele Emotionen oder, das wie Du Dich fühlst, kommt ja von außen. Und das kannst Du ja wieder beeinflussen mit dem was Du tust, aber in Interaktion mit anderen Menschen und nicht mit Dir. Tim: Ja genau, absolut. Schon verrückt, wie man manchmal in seinen Gedanken gefangen ist und vergisst, dass man die ja auch irgendwie nach außen tragen muss, damit man dafür rewarded wird. Marcus: Ja und was ich dann erst noch lernen musste, dass Gedanken einfach nur Gedanken sind, die bei Dir oben in Deinem Kopf entstehen, die gar nicht real sind. Das heißt, wenn Du jetzt traurig bist oder glücklich oder deprimiert, dann spielt das bei Dir im Kopf ab. Aber es ist kein Zustand, der jetzt irgendwo hier im Raum ist oder irgendwie von woanders kommt. Der entsteht nur durch Deine Gedanken oder wenn Du Existenzängste oder Verlustängste oder alles so Sachen. Da gibt es beispielsweise eine gute Übung bei der Meditation, dass man sich diese ganzen doofen Gedanken, wie Geldsorgen, Existenzängste, Frustration, Depression, dass man sich die so als kleine schwarze Wolken vorstellt. Die sind da irgendwo in der Luft im Himmel, aber oben drüber ist immer wieder der blaue Himmel. Und wenn Du das einzuordnen weißt, und wenn Du weißt, diese kleinen Wolken, die sind da. Temporär. Die können aber auch wieder weggehen. Ich glaube, dann kann man damit besser umgehen, als wenn man das so sehr auf sich selber projiziert und denkt, die Welt geht unter. Tim: Das finde ich sehr gut. Ich mache das so ähnlich, aber ich habe mir das nie so bewusst als Technik überlegt. Jetzt wo Du es so sagst, da denke ich an so Momente, wo ich durch winterlich depressive Landschaften laufe und mich einfach auf Orte konzentriere, die zum gleichen Zeitpunkt irgendwo auf der Welt sonnig und warm sind. Marcus: Ja genau, das ist sehr gut. Genau darum geht es. Dass Du selber mit Deinen Gedanken spielst und auf die Erkenntnis kommst: es ist doch nicht alles so schlimm, wie Du es Dir gerade in dem Moment vorstellst. Tim: Jetzt haben wir schon wieder über den Winter gelästert, der arme Winter. (beide lachen) Marcus: Cool Tim! Ich würde sagen: vielen Dank für das Gespräch! Was mich jetzt zum Abschluss noch interessiert. Was sind Deine aktuellen Projekte und was sind Deine Ziele in 2015, gerade auch in Bezug auf Deine persönliche Entwicklung oder Optimierung von irgendwelchen Strukturen oder Arbeitsabläufen in Deinem Business? Tim: Ja, so wie eben schon einmal kurz angerissen, ich will mich stärker fokussieren. Mein Ziel dieses Jahr ist, mich aus dem direkten Kundengeschäft stark herauszunehmen oder im Idealfall komplett herauszunehmen. Mein Blog Earthcity bekommt ein komplettes Redesign. Dort will ich langfristig über dieses Jahr eigentlich nur noch zwei Dinge anbieten: Mein geschriebenes Wort, also quasi die kostenlosen Blogartikel + Bücher und meine Workshops. Wahrscheinlich wird es noch einen kleinen Videokurs geben für das Freelancing, den ich auch geplant habe. Und das ist eigentlich das worauf ich mich sehr stark konzentrieren will. Und dann auch unser Herzensprojekt, die Stilnomaden. Da haben wir jetzt noch ein bisschen die Richtung geändert und das macht einfach extrem viel Spaß, weil ich da auch so ein bisschen meine gestalterische Kreativität, die man als Architekt irgendwie hat, ein bisschen austoben kann und weil ich auch extrem gerne mit den zweien zusammen arbeite. Also der Idealzustand am Ende des Jahres wäre eigentlich, dass ich mich aus dem Kundengeschäft rausgenommen habe und meine zwei Blogs sozusagen auch klarer ausgerichtet habe und da meine ganze Energie reingeht. Marcus: Und ein fetten Milestone in 2015 hast Du ja schon gesetzt mit Deinem Buchlaunch. Ist der nicht schon vor ein paar Wochen von statten gegangen? Tim: Ja genau, mein neues Buch „I Love Mondays“. Derselbe Name wie der Podcast, ist aktuell als Paket auf der Webseite erhältlich und in Kürze auch im Amazon Store. Ich merke einfach, ein Buch schreiben ist eine harte Sache und eine harte Nuss, aber es macht auch extrem viel Spaß und da wird wahrscheinlich dieses Mal zu noch anderen Themen noch etwas kommen dieses Jahr. Ich liebäugle sogar mit Belletristik, aber mal gucken. Marcus: Boah krass (beide lachen) Soviel zum Thema persönliche Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Tim: Ja aber da ist ja auch wieder das Thema Shiny-Objects ein Problem. Da sind wir eigentlich schon wieder bei zu vielen Baustellen. Also wenn ich mich da ernst nehmen will, dann muss ich das eigentlich auf nächstes Jahr verschieben (lacht) Marcus: Wir dürfen gespannt bleiben, was da noch so aus Deiner Ecke kommt. Also ich freue mich total, dass Du Gast bei mir gewesen bist, bei einem der ersten Podcast. Ich selber habe viel Spaß gehabt, ich hoffe das kommt auch rüber. Ich freue mich Dich wieder Live in Berlin zu sehen. Tim: Das war ein super Gespräch. Das können wir jetzt auch einmal im Monat machen. Marcus: (lacht) ja wenn Du willst, dann nehmen wir Dich jetzt als laufenden Running-Gag mit in die Show. Du bist ja gerade in Thailand, richtig? Tim: Genau, ich komme drei Tage vor der DNX im Mai nach Berlin und freue mich schon. Marcus: Ich freue mich auch Dich wiederzusehen. Tim: Ich mich auch, bis dann. Marcus: Bis bald!   [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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  • 00:48:37

    Ep. #51: Tim Heidecker

    · Kreative Kontrol

    Tim Heidecker is a talented musician and singer who is one-half of the rock and roll songwriting duo Heidecker and Wood. Along with Davin Wood, Heidecker released a record called Starting From Nowhere in 2011 after the pair had established a rapport working together on the TV program, Tim and Eric Awesome Show, Great Job! and […]

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  • 01:19:11

    [Bonus] - Tim Ferriss: [Part 2] Where Are You Not Replaceable?

    · The James Altucher Show

    I was very late and I was very upset at myself. I had flown three thousand miles. I moved into an Airbnb right next to where Tim was staying. I had written thousands of notes on ripped pieces of paper and stuck them all throughout the book. I had notes written up and around all the margins. I listened to dozens of his podcasts. And I've known him for years. All morning I had jotted down possible questions. And I was late to meet Tim for our podcast. Because the west coast is three hours a way in time travel from the east coast. That's how stupid I am. I rushed over and he was waiting. Tim follows his own advice. He was relaxed. No problems. I apologized, we spoke for awhile, and then started the podcast. Three hours later...not even close to done but we stopped. I want to be a better person in life. I want to be healthier. I want to be more creative. I want to find what is hidden inside of me, dig around, unleash it. I want to find the strength to do that. It's not an easy to thing to do. To scrape the dirt and dust that collects inside of ourselves. To explore. To wander. To create. Tim's book, "Tools of the Titans" is a guidebook for doing the above. And I had a lot of questions. ---- A few months after I started my podcast in 2014, Tim wrote me and said, "Can I call you and ask you some questions about podcasting". I said sure and he called and we talked for quite awhile. He called many podcasters during this period. Then he started his own podcast. He DOMINATED. All of his guests were amazing. He told me he was getting so much great advice from his guests it was overwhelming. The aftermath of a hailstorm where everything is just glowing and even the air you breathe seems cleansed. But that lasts only a short time until the atmosphere is filled with the everyday pollution of life. So he took a month off, re-listened to all his podcasts, and just for his own use he wrote down the advice he was hearing. "But it was too much," he told me. "I kept writing. It was clearly a book." It's not like any other book he's written. He steps out of the way in many cases, and let's these super-achievers do the talking. He curates their thoughts. They had found the hidden gems inside themselves, and long ago brought them up to share with the world to achieve their successes, and now they documented them with Tim. That's why I flew 3000 miles. I wanted the gems. I wanted answers. ---- I've had so many ups and downs I try to quantify what works on the way up. What goes wrong on the way down. I try to quantify: what are the steps for reinvention? I wonder: what makes someone break out of mediocrity? About seven months ago I threw out all of my belongings. I gave away or donated to the library about 3000 books. All of my books now are on my kindle. None of the answers were in my things. But now I have one physical book. Tim's. And I plan to keep it. Here are ten things (among many) I learned from the book and from our podcast: "ALL I HAVE TO DO IS SHOW UP" I'm impressed how Tim did his work before starting a podcast. Starting something new is not about taking risks. Jumping into the unknown, getting out of the comfort zone, doing something scary. It's not about bravery. It's the exact opposite. You can only do so many "new" things in life. So do the work beforehand. He called people up. He learned the craft as much as he could. He talked to people ranging from me to people at Apple. He had initial guests lined up. He had a huge launch. And he told me the other day that he is persistent at getting his guests. One recent guest, he told me, took two years to book. Which was refreshing for me to hear since it often takes me that long or longer to book many guests. Comedian Whitney Cummings told him: "My work is not done on the night of a big standup special. My work was done three months ago. All I have do is show up." Even though I was late for our podcast, I'm glad I showed up. - DOING IS EVERYTHING Derek Sivers told him, "If all we needed was more information, then everyone would be a billionaire with perfect abs." It's the DOING that's difficult. I asked Tim: "there's 700 pages of advice here. How can anyone follow everything? How do you know what will work for you?" Just pick a few things. Pick what resonates with you. Start slowly. It doesn't matter what you do. Just start DO-ing. Dan Ariely once told me something similar. "If you say sorry to someone, even if you don't mean it, even if THEY KNOW you don't mean it, then you still have a better relationship with them a year later compared with people who never say sorry." DOING > THINKING. - BLEED From Morgan Spurlock, the director of "Supersize Me" and many other great documentaries. "Don't be afraid to show your scars". This is not a book about suicide. But Tim shares the time he was considering it. This is not a book about anxiety or depression. But Tim shares his battles with those demons. This book is not just a book of advice, it's a book of Tim's own journey as he tries to make his life better. In the section with Tony Robbins, Tony talks about how he wakes up every morning and writes about what he is anxious about. I find this is very helpful. Instead of complaining to the outside world, you reveal to your inside world what it is you are scared of. When I was talking to Susan David in another podcast, she told me how if you write down your vulnerabilities just ONCE for 20 minutes, then even up to six months later the experimental group showed less signs of stress than the control group. Be vulnerable, write down three anxieties a day. I can't be true to others if I'm not true to myself. - MORNING PAGES Julia Cameron writes about this in the classic book, "The Artists Way". Brian Koppelman, writer of Rounders, Ocean's 13, Billions, etc swears by this technique for increasing his creativity. Many of Tim's guests say the same thing. What are morning pages? Sit down in the morning, write in longhand three pages of garbage without stopping. This uncages the anxious "monkey mind" and puts it on the page. It unleashes any writer's block because you have permission to write total nonsense. It frees the mind for the creativity it needs to do that day. - THE DOUBLE THREAT GUIDE TO BEING SUCCESSFUL When Tim spoke to Scott Adams, creator of Dilbert, Scott told him: "I always advise young people to become good public speakers". Anyone can do that, he says, with practice. "Suddenly you're in charge or maybe you are starting your own company. Capitalism rewards things that are both rare and valuable." If you are good at public speaking and one other skill, you make yourself more rare and valuable. Before Warren Buffett made one dime of money, he took a Dale Carnegie course on public speaking. After that, he made a dime of money. Or two. - DON'T BE AFRAID TO DO SOMETHING YOU'RE NOT QUALIFIED TO DO Dan Carlin, host of the super-podcast "Hardcore History" told Tim this. Dan was not a historian, didn't have a PhD, but was fascinated by history. His mother(!) told him, "why don't you do a podcast about the stories you tell here at the dinner table." He told his mother, but I don't have a doctorate." His mother said, "I didn't realize you had to have a doctorate to tell stories". And now he has the most popular history-based podcast on the planet. Kamal Ravikant, a past and future guest on my own podcast, told Tim, "If I only did things I was qualified for I'd be pushing a broom somewhere." Schools, corporations, government, parents, friends, want to put you in their own boxes. They have a menu for you, with only very limited choices today. But if you don't choose your own themes in life, then someone else will do the choosing for you and the results won't be as good. - THE THOUSAND TRUE FAN THEORY....EXPANDED Kevin Kelly tells tim, "Success need not be complicated. Just start with making 1000 people extremely extremely happy," Three ideas from this: Kevin's idea is that if they are true super fans, you will be able to build a product, charge for it, and they will pay, making you a living. Build a product that makes their lives better. Second idea: Have direct contact with your fans. This gets rid of all the middlemen and turns your relationships into a tribe. Third idea: Not every fan is a super fan. But the super fans will help you communicate with the other people who would be receptive to your message. The key here being: have an important and unique message. One that helps people. One that is a vision that people can believe in. Start small. Focus on the people who really care about what you are doing. As Seth Godin even says, "Find Ten" if you have to. Because if t's a good idea then ten will tell ten who will tell ten. Book recommendation from this chapter: "Small Giants" by Bo Burlingham, about companies that choose to be the best rather than the biggest. - ASK DUMB QUESTIONS This is a common theme throughout the book. Tony Robbins tells Tim, "We are the quality of the questions we ask." And both Alex Blumberg (super podcaster) and Malcolm Gladwell talk about the importance of asking dumb questions. People sometimes criticize me for interrupting guests on my podcasts. I get it. But the reality is: if I don't understand something during the podcast, then when else will I get the chance to understand. Alex Blumberg gives some good ways to start dumb questions: "Tell me about a time when..." "Tell me about the day when..." "What were the exact steps that got you to...." "Describe the conversation when..." And then with a follow up to any answer like, "How did that make you feel?" -- NO COMPLAINING Tracey DiNunzio told Tim a great line which I underlined twice in the book: "When you complain, NOBODY wants to help you": If you only focus what is wrong, then you will bring the people around you down. Be a source of growth for the people around you, so that they can become a source of growth for you. It's the "Honda" theory. If you just bought a Honda, you will suddenly see Hondas all over the road. If all you do is complain, you will only see the scarcity everywhere. And the abundance will leave you in the dust. - DON'T BELIEVE IN ALL THE SELF-HELP BOOKS This is not quite what was said, but this is my personal takeaway. BJ Novak, a writer from "The Office" for it's entire run and a successful comedian told Tim, "I read the book Daily Rituals and I am demoralized by how many great people start their day early." Instead, BJ spends several hours getting in a good mood. Walking, playing, fooling around, reading newspapers, etc. Getting in a good mood was the surest way to get creative ideas. He takes his own path. BJ's podcast recommendation: "Intelligence Squared". Oh! VERY important lesson from Novak. I'm always stressed that I need to publish every day. I even asked Ice T once: if you stopped doing things, how long would it take for people to forget about you? And he scared me when he answered almost immediately, "Six months". But Novak's advice to Tim was the opposite: "Take as long as you want if you're talented. You'll get their attention again if you have reason to." BOOM! - SAYING NO This came up as a theme in many of Tim's podcasts (including one with me about my book, "The Power of No"). When you are young and getting started, say "Yes" to anything. Tim was talking to super-investor Chris Sacca who said, "I'd even show up at meetings where I wasn't invited." But ultimately, so many "inbound" requests come in for your time you have to say "no" to almost all of it. Tim says: "3 to 4 mornings per week I am in "maker" mode until at least 1pm" - creativity without allowing for ANY interruptions. - "WISDOM IS ABOUT FOLLOWING YOUR OWN ADVICE" Sam Harris (a prior guest on my podcast as well) told Tim this. I strongly believe this. For a few years I was writing about my "daily practice" that I had used many times when things were at their worst for me. Then in 2015, two really difficult things happened to me. One financial and one in my relationships. Right away I said to myself, "Ok, let's see if this still works". And every night I would check the boxes: Did I improve 1% today physically,, emotionally, mentally, spiritually. Without this, I think I would have died or spun into massive depression both times. I followed my own advice. If you can't do this, then no advice will work. Advice is autobiography. ---- After the podcast was over, Tim and I spoke for awhile. He gave me advice about my podcast. He gave me advice about my next book. He told me some of the things that didn't make it into the book. Tim strives to increase his creativity. To experiment with new ideas, new formats, new ways to apply his creativity. "Try things as an experiment. Always give yourself an out. Then when something works, double down." I left his place and it was dark. I had spent the past week doing nothing but reading his book and preparing. The last thing Tim suggested, "Think about what advice your future self would give you right now." I thought about it. I went home. Had dinner. Thought more. This is what my 60 year old self should say if he could advise me right now: Care deeply about the work you do today. The future will take care of itself. Oh and, "Don't be late."  

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  • 01:22:01

    Ep. 196 - Tim Ferriss: [Part 1] Becoming a Titan & Overcoming Your Worst Weakness

    · The James Altucher Show

    I was very late and I was very upset at myself. I had flown three thousand miles. I moved into an Airbnb right next to where Tim was staying. I had written thousands of notes on ripped pieces of paper and stuck them all throughout the book. I had notes written up and around all the margins. I listened to dozens of his podcasts. And I've known him for years. All morning I had jotted down possible questions. And I was late to meet Tim for our podcast. Because the west coast is three hours a way in time travel from the east coast. That's how stupid I am. I rushed over and he was waiting. Tim follows his own advice. He was relaxed. No problems. I apologized, we spoke for awhile, and then started the podcast. Three hours later...not even close to done but we stopped. I want to be a better person in life. I want to be healthier. I want to be more creative. I want to find what is hidden inside of me, dig around, unleash it. I want to find the strength to do that. It's not an easy to thing to do. To scrape the dirt and dust that collects inside of ourselves. To explore. To wander. To create. Tim's book, "Tools of the Titans" is a guidebook for doing the above. And I had a lot of questions. ---- A few months after I started my podcast in 2014, Tim wrote me and said, "Can I call you and ask you some questions about podcasting". I said sure and he called and we talked for quite awhile. He called many podcasters during this period. Then he started his own podcast. He DOMINATED. All of his guests were amazing. He told me he was getting so much great advice from his guests it was overwhelming. The aftermath of a hailstorm where everything is just glowing and even the air you breathe seems cleansed. But that lasts only a short time until the atmosphere is filled with the everyday pollution of life. So he took a month off, re-listened to all his podcasts, and just for his own use he wrote down the advice he was hearing. "But it was too much," he told me. "I kept writing. It was clearly a book." It's not like any other book he's written. He steps out of the way in many cases, and let's these super-achievers do the talking. He curates their thoughts. They had found the hidden gems inside themselves, and long ago brought them up to share with the world to achieve their successes, and now they documented them with Tim. That's why I flew 3000 miles. I wanted the gems. I wanted answers. ---- I've had so many ups and downs I try to quantify what works on the way up. What goes wrong on the way down. I try to quantify: what are the steps for reinvention? I wonder: what makes someone break out of mediocrity? About seven months ago I threw out all of my belongings. I gave away or donated to the library about 3000 books. All of my books now are on my kindle. None of the answers were in my things. But now I have one physical book. Tim's. And I plan to keep it. Here are ten things (among many) I learned from the book and from our podcast: "ALL I HAVE TO DO IS SHOW UP" I'm impressed how Tim did his work before starting a podcast. Starting something new is not about taking risks. Jumping into the unknown, getting out of the comfort zone, doing something scary. It's not about bravery. It's the exact opposite. You can only do so many "new" things in life. So do the work beforehand. He called people up. He learned the craft as much as he could. He talked to people ranging from me to people at Apple. He had initial guests lined up. He had a huge launch. And he told me the other day that he is persistent at getting his guests. One recent guest, he told me, took two years to book. Which was refreshing for me to hear since it often takes me that long or longer to book many guests. Comedian Whitney Cummings told him: "My work is not done on the night of a big standup special. My work was done three months ago. All I have do is show up." Even though I was late for our podcast, I'm glad I showed up. - DOING IS EVERYTHING Derek Sivers told him, "If all we needed was more information, then everyone would be a billionaire with perfect abs." It's the DOING that's difficult. I asked Tim: "there's 700 pages of advice here. How can anyone follow everything? How do you know what will work for you?" Just pick a few things. Pick what resonates with you. Start slowly. It doesn't matter what you do. Just start DO-ing. Dan Ariely once told me something similar. "If you say sorry to someone, even if you don't mean it, even if THEY KNOW you don't mean it, then you still have a better relationship with them a year later compared with people who never say sorry." DOING > THINKING. - BLEED From Morgan Spurlock, the director of "Supersize Me" and many other great documentaries. "Don't be afraid to show your scars". This is not a book about suicide. But Tim shares the time he was considering it. This is not a book about anxiety or depression. But Tim shares his battles with those demons. This book is not just a book of advice, it's a book of Tim's own journey as he tries to make his life better. In the section with Tony Robbins, Tony talks about how he wakes up every morning and writes about what he is anxious about. I find this is very helpful. Instead of complaining to the outside world, you reveal to your inside world what it is you are scared of. When I was talking to Susan David in another podcast, she told me how if you write down your vulnerabilities just ONCE for 20 minutes, then even up to six months later the experimental group showed less signs of stress than the control group. Be vulnerable, write down three anxieties a day. I can't be true to others if I'm not true to myself. - MORNING PAGES Julia Cameron writes about this in the classic book, "The Artists Way". Brian Koppelman, writer of Rounders, Ocean's 13, Billions, etc swears by this technique for increasing his creativity. Many of Tim's guests say the same thing. What are morning pages? Sit down in the morning, write in longhand three pages of garbage without stopping. This uncages the anxious "monkey mind" and puts it on the page. It unleashes any writer's block because you have permission to write total nonsense. It frees the mind for the creativity it needs to do that day. - THE DOUBLE THREAT GUIDE TO BEING SUCCESSFUL When Tim spoke to Scott Adams, creator of Dilbert, Scott told him: "I always advise young people to become good public speakers". Anyone can do that, he says, with practice. "Suddenly you're in charge or maybe you are starting your own company. Capitalism rewards things that are both rare and valuable." If you are good at public speaking and one other skill, you make yourself more rare and valuable. Before Warren Buffett made one dime of money, he took a Dale Carnegie course on public speaking. After that, he made a dime of money. Or two. - DON'T BE AFRAID TO DO SOMETHING YOU'RE NOT QUALIFIED TO DO Dan Carlin, host of the super-podcast "Hardcore History" told Tim this. Dan was not a historian, didn't have a PhD, but was fascinated by history. His mother(!) told him, "why don't you do a podcast about the stories you tell here at the dinner table." He told his mother, but I don't have a doctorate." His mother said, "I didn't realize you had to have a doctorate to tell stories". And now he has the most popular history-based podcast on the planet. Kamal Ravikant, a past and future guest on my own podcast, told Tim, "If I only did things I was qualified for I'd be pushing a broom somewhere." Schools, corporations, government, parents, friends, want to put you in their own boxes. They have a menu for you, with only very limited choices today. But if you don't choose your own themes in life, then someone else will do the choosing for you and the results won't be as good. - THE THOUSAND TRUE FAN THEORY....EXPANDED Kevin Kelly tells tim, "Success need not be complicated. Just start with making 1000 people extremely extremely happy," Three ideas from this: Kevin's idea is that if they are true super fans, you will be able to build a product, charge for it, and they will pay, making you a living. Build a product that makes their lives better. Second idea: Have direct contact with your fans. This gets rid of all the middlemen and turns your relationships into a tribe. Third idea: Not every fan is a super fan. But the super fans will help you communicate with the other people who would be receptive to your message. The key here being: have an important and unique message. One that helps people. One that is a vision that people can believe in. Start small. Focus on the people who really care about what you are doing. As Seth Godin even says, "Find Ten" if you have to. Because if t's a good idea then ten will tell ten who will tell ten. Book recommendation from this chapter: "Small Giants" by Bo Burlingham, about companies that choose to be the best rather than the biggest. - ASK DUMB QUESTIONS This is a common theme throughout the book. Tony Robbins tells Tim, "We are the quality of the questions we ask." And both Alex Blumberg (super podcaster) and Malcolm Gladwell talk about the importance of asking dumb questions. People sometimes criticize me for interrupting guests on my podcasts. I get it. But the reality is: if I don't understand something during the podcast, then when else will I get the chance to understand. Alex Blumberg gives some good ways to start dumb questions: "Tell me about a time when..." "Tell me about the day when..." "What were the exact steps that got you to...." "Describe the conversation when..." And then with a follow up to any answer like, "How did that make you feel?" -- NO COMPLAINING Tracey DiNunzio told Tim a great line which I underlined twice in the book: "When you complain, NOBODY wants to help you": If you only focus what is wrong, then you will bring the people around you down. Be a source of growth for the people around you, so that they can become a source of growth for you. It's the "Honda" theory. If you just bought a Honda, you will suddenly see Hondas all over the road. If all you do is complain, you will only see the scarcity everywhere. And the abundance will leave you in the dust. - DON'T BELIEVE IN ALL THE SELF-HELP BOOKS This is not quite what was said, but this is my personal takeaway. BJ Novak, a writer from "The Office" for it's entire run and a successful comedian told Tim, "I read the book Daily Rituals and I am demoralized by how many great people start their day early." Instead, BJ spends several hours getting in a good mood. Walking, playing, fooling around, reading newspapers, etc. Getting in a good mood was the surest way to get creative ideas. He takes his own path. BJ's podcast recommendation: "Intelligence Squared". Oh! VERY important lesson from Novak. I'm always stressed that I need to publish every day. I even asked Ice T once: if you stopped doing things, how long would it take for people to forget about you? And he scared me when he answered almost immediately, "Six months". But Novak's advice to Tim was the opposite: "Take as long as you want if you're talented. You'll get their attention again if you have reason to." BOOM! - SAYING NO This came up as a theme in many of Tim's podcasts (including one with me about my book, "The Power of No"). When you are young and getting started, say "Yes" to anything. Tim was talking to super-investor Chris Sacca who said, "I'd even show up at meetings where I wasn't invited." But ultimately, so many "inbound" requests come in for your time you have to say "no" to almost all of it. Tim says: "3 to 4 mornings per week I am in "maker" mode until at least 1pm" - creativity without allowing for ANY interruptions. - "WISDOM IS ABOUT FOLLOWING YOUR OWN ADVICE" Sam Harris (a prior guest on my podcast as well) told Tim this. I strongly believe this. For a few years I was writing about my "daily practice" that I had used many times when things were at their worst for me. Then in 2015, two really difficult things happened to me. One financial and one in my relationships. Right away I said to myself, "Ok, let's see if this still works". And every night I would check the boxes: Did I improve 1% today physically,, emotionally, mentally, spiritually. Without this, I think I would have died or spun into massive depression both times. I followed my own advice. If you can't do this, then no advice will work. Advice is autobiography. ---- After the podcast was over, Tim and I spoke for awhile. He gave me advice about my podcast. He gave me advice about my next book. He told me some of the things that didn't make it into the book. Tim strives to increase his creativity. To experiment with new ideas, new formats, new ways to apply his creativity. "Try things as an experiment. Always give yourself an out. Then when something works, double down." I left his place and it was dark. I had spent the past week doing nothing but reading his book and preparing. The last thing Tim suggested, "Think about what advice your future self would give you right now." I thought about it. I went home. Had dinner. Thought more. This is what my 60 year old self should say if he could advise me right now: Care deeply about the work you do today. The future will take care of itself. Oh and, "Don't be late."  

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  • 01:08:04

    Ep. 73 - Tim Heidecker

    · Synchronicity with Noah Lampert

    This week comedic brilliance personified, Tim Heidecker joins me on Synchronicity. Anyone who knows me, knows that I preach the gospel of Tim Heidecker wherever I go. Tim has long been one of my favorite producers of comedy and entertainment so it was an honor to get to chat with him. Our conversation revolves around collaboration, intuition and what the hell is going on in the world today. If you know who Tim is, you're gonna enjoy this one. If you don't know who Tim is, you're still gonna enjoy this one.

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  • SBBM #22 – Is Advertising for You? Russel Howcroft Thinks So.

    · Small Business Big Marketing

    For those of you who aren't familiar with our beguile of of the advertising industry, just read the first chapter of Timbo's book - Cha Ching. However, we thought we'd get Russel Howcroft, arguably Australia's "Mr Advertising", on the show to defend his industry. Russel tells us about his advertising background, the success of the Gruen Transfer, and argues that televisions is still the cheapest form of advertising on a cost per thousand views basis. We also launch our fist Marketing Intensive... Show Notes Small Business Big Marketing 2 Day Marketing Intensive - Click here for more details Is Advertising for You? Russel Howcroft Thinks So (PDF Transcription)   Episode Transcription SBBM #22 – Is Advertising for You?  Russel Howcroft Thinks So. Ms Evancich:  This is the Small Business Big Marketing show with Tim Reid and Luke Moulton.  This show is lovingly put together for small business owners by small business owners to get practical ideas about attracting more customers more often.  So, if you're serious about building your business strap in for the ride.  Now, here's your hosts, Tim and Luke. Tim:  Lukey, Lukey, Lukey.  Look at you. Luke:  How are you, Timbo? Tim:  Oh, yes, good thank you, Luke.  How are you? Luke:  Very well thanks, mate. Tim:  Very very serious, like given I'm trying to sort of build the energy and you're bringing it one down. Luke:  Bringing it down.  No, I'm sorry.  Sorry, mate.  I had a big day yesterday.  I had a long day ... Tim:  I know you did. Luke:  ... so I will try to keep the energy up. Tim:  I know you did.  And it's good, you've ... have you blow waved your hair? Luke:  Something like that. Tim:  You have, haven't you? Luke:  And you haven't shaved so ... Tim:  A little quaff. Luke:  ... we're even. Tim:  Correct.  Correct.  Lukey and listeners, welcome back to Small Business Big Marketing the place where you, the small business owner, and if you're not a small business owner, turn off.  Yeah, we'll get them to turn off.  What do you reckon? Luke:  Don't turn off. Tim:  No, no, don't turn off. Luke:  You might be a marketing manager, you might be someone looking for inspiration. Tim:  Yeah, yeah.  Might be a chemist. Luke:  You might be a chemist. Tim:  Anyone who needs to stay in contact with their customers. Luke:  Hopefully a legal chemist. Tim:  An illegal chemist? Luke:  A legal, not illegal. Tim:  Absolutely, absolutely.  As opposed to ... Luke:  Not a backyard ... Tim:  No.  Like an industrial chemist. Luke:  ... meth lab chemist.  We don't want any of those. Tim:  Right, okay.  And so a place to come, small business owners, to learn how to do marketing that works, really. Luke:  Correct.  And that doesn't cost an arm and a leg, Timbo. Tim:  Cost an arm and a leg. Luke:  We've got ... Tim:  And ... Luke:  We've actually got a user ... a user.  We've got a list ... Tim:  Speaking of meth labs. Luke:  A listener question that we're going to address ... Tim:  Oh, Lukey. Luke:  ... towards the end of the show. Tim:  Lukey, this listener question is from Martin Leow, I don't know how to pronounce that.  It brought a tear to my eye. Luke:  It did. Tim:  It really touched a nerve.  And so it's a big question and Martin is clearly in a little bit of strife with his business and by God we're going to pull him out of it, Luke. Luke:  We're going to try. Tim:  We are going to pull him out.  Hey, Lukey? Luke:  Timbo. Tim:  What is on your mind? Luke:  What is on my mind, I have one big thing on my mind actually, Timbo. Tim:  Yep, yep. Luke:  Going through our stats of recent ... Tim:  Luke, Luke.

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  • SBBM #19 – Guerrilla Marketing, Blogging & Building Credibility

    · Small Business Big Marketing

    In Episode 19 of Small Business Big Marketing, Tim and Luke catch up for a chat about Guerrilla marketing, blogging and creating credibility. Tim tells us about his couple of days at the Tedx talks, a Selling from Stage seminar and networking success, while Luke shares his recent blogging strategies and Guerrilla marketing techniques.   Show Notes Shift Speaker Training (Jo's website) TED Talks SourceBottle.com.au (Tim suggested this was .com but it is actually an Australian websites) Guerrilla Marketing, Blogging & Building Credibility (PDF Transcription)   Episode Transcription SBBM #19 – Guerrilla Marketing, Blogging & Building Credibility Ms Evancich:  This is the Small Business Big Marketing show with Tim Reid and Luke Moulton.  This show is lovingly put together for small business owners by small business owners to get practical ideas about attracting more customers more often.  So, if you’re serious about building your business strap in for the ride.  Now, here’s your hosts, Tim and Luke. Tim:  Lukey, Lukey, Lukey. Luke:  How are you, Timbo? Tim:  Mate, isn’t it great to be back? Luke:  It sure is.  It feels like it’s been a while. Tim:  It has.  Welcome back, listeners, to Small Business Big Marketing where we simplify marketing, I think, Luke. Luke:  Yes, we do. Tim:  We used to say demystify.  I like simplify. Luke:  Yeah, definitely. Tim:  Because we’re simple blokes. Luke:  We are.  Simple blokes, simple needs. Tim:  One simpler than the other. Luke:  Let’s not say who.  Timbo, what have you been up to? Tim:  Mate, lots, lots.  This is a show, listeners, before we get stuck in, today’s show is all about a bit of a rambling between Lukey and myself as opposed to listening to someone who’s actually got something really intelligent to say about small business marketing. Luke:  Yeah.  We’re not in the studio today but we do have some exciting guests coming up in a couple of weeks’ time. Tim:  Correct.  Can we say where we are? Luke:  We can, yeah.  We’re just at my … Tim:  Luke … Luke:  My home. Tim:  Your kitchen. Luke:  My kitchen, that’s right. Tim:  Which is kind of cool, you know, because … I mean, we are lucky enough to do this show normally in a studio. Luke:  Yep. Tim:  But I was presenting at a conference yesterday and was talking … telling people about podcasting as a marketing tool and the fact is, you know, like here we are, we are in a kitchen, on the bench, being able to … Luke:  Got a laptop and a microphone. Tim:  A lappy and a mic. Luke:  Yeah. Tim:  You know, and a stopwatch to stop me from rattling on too much. Luke:  Yeah. Tim:  But that’s the thing, you know, like small business owners, listeners around the world, you can do it. Luke:  That’s right. Tim:  You can have your own show. Luke:  It’s all … it’s just all about consistency and getting something out there. Tim:  Hey, Lukey? Luke:  Timbo. Tim:  Went to TED last week. Luke:  TED in Sydney, how did it go? Tim:  TEDx they call it. Luke:  Yep. Tim:  Which is not the pornographic version of TED, it’s just the light version of TED.  So for listeners who don’t know what TED is, I think TED stands for, and I’m going to get this wrong, something like Technology, Environment and Design. Luke:  Yep. Tim:  If you haven’t been to ted.com, listeners, go.  It’s just full of great interviews from people around the world.  Their tagline is ideas worth sharing. Luke:  Yep. Tim:  And basically each listener gets 20 minutes on the TED stage, which is apparently an absolute privilege to be on the TED stage.  They only happen in Oxford and Cupertino, or somewhere like that.

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  • #421: Tim Heidecker / Top 5 Dramatic Performances by Comic Actors / Coffy

    · Filmspotting

    Filmspotting pays respect to the performers who decided they were no longer satisfied simply being clowns here to amuse with a countdown of the Top 5 Dramatic Performances by Comic Actors. Plus, Adam’s conversation with one such performer: Tim Heidecker of Tim & Eric fame discusses his transition to the semi-tragic side for his new film "The Comedy"... and Pam Grier stars as "Coffy" in the third Blaxploitation Marathon film. This episode is presented by Hover and FreshBooks. :00-2:25 - Billboard / FreshkBooks 2:26-22:54 - Interview: Tim Heidecker Music: Aimee Mann, "Charmer" 20:52-21:57 - Sponsor: Hover 22:14-28:41 - Massacre Theatre 28:42-34:40 - Polls, Notes 41:15-48:54 - Blaxploitation #3: "Coffy" Music: Aimee Mann, "Soon Enough" 50:14-54:07 - Donations 54:29-1:21:22 - Top 5: Dramatic Performances by Comic Actors 1:21:23-1:24:47 - Close / Outtake MUSIC - Aimee Mann LINKS / NOTES - Massacre Theatre winner: Robert Bryant - AK: I lied, I do remember the "Comiing to America" end credits bit - Josh's "Coffy" review PARTNERS - Fandor.com/Filmspotting - The Q&A with Jeff Goldsmith- iTunes Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices

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  • SBBM #23: Meet Yiying, The Twitter Fail Whale Designer

    · Small Business Big Marketing

    Imagine being responsible for designing one of the world's most famous online branding...and being paid less than five bucks for the privilege! Our guest did exactly that... and she'd do it again tomorrow! Meet, Yiying, the designer of Twitter's Fail Whale... Yiying was a delight to have on the show where she shares: The story behind that famous design; The critical elements to writing that perfect creative brief; The importance of visual branding; How much you should pay for a logo; Her dream to redesign the Google logo...In fact, she's already done it! So, grab a cuppa and a note pad... and strap in in for another ripping episode of Small Business Big Marketing. Links discussed in this show: Yiying's website The Small Business Big Marketing Intensive Join us on Facebook Meet Yiying, The Twitter Fail Whale Designer (PDF Transcription)   Episode Transcription SBBM #23 – Meet Yiying, The Twitter Fail Whale Designer Ms Evancich:  This is the Small Business Big Marketing show with Tim Reid and Luke Moulton.  This show is lovingly put together for small business owners by small business owners to get practical ideas about attracting more customers more often.  So, if you're serious about building your business strap in for the ride.  Now, here's your hosts, Tim and Luke. Tim:  Lukey, Lukey, Lukey.  What is that sound I hear? Luke:  Well that's right.  That's right, Timbo, I have had a lovely gorgeous daughter about a week and a half ago. Tim:  Probably you haven't.  Your wife might have. Luke:  Yes, well she did do all the hard work. Tim:  Yep, correct.  Correct.  Congratulations, mate. Luke:  Thanks, mate. Tim:  Gee, noisy child, hey, all that crying ... Luke:  No, she's ... Tim:  ... just quiet it down a bit. Luke:  She's been an absolute angel so far. Tim:  Has she? Luke:  Yeah. Tim:  Has she?  A marketer to be, do you think?  Has she got the glint in her eye? Luke:  Yeah, look, she's not talking yet so it's a little too early to tell. Tim:  Yeah, it is hard, yeah.  But often you can tell, a bit of gut ... gut instinct. Luke:  Yeah. Tim:  Gut feel, you know, like ... Luke:  Yeah. Tim:  ... look at her and go, yep, cut out ... cut out for marketing, hey. Luke:  I think we'll have to wait and see on that one, Timbo, but ... Tim:  Is she wearing the big brands?  I mean, you've got ... I know you've got a ... what's the stroller you've got? Luke:  Oh, I can't remember the brand. Tim:  Yeah, a McLaren. Luke:  But I tell you what ... Tim:  McLaren. Luke:  ... it's got more bells and whistles than my car that pram. Tim:  Mate, that ... that stroller would win a Formula 1 race. Luke:  Yep, yep.  No, she's currently wearing Bonds. Tim:  Oh, yep. Luke:  Good Australian brand. Tim:  Yeah, yeah, good. Luke:  Taken overseas now and made in China.  But anyway. Tim:  Okay, okay, that's fairly ... Luke:  (1:28). Tim:  Fairly intellectual of you to start the show.  Hey, listeners, congratulations to Lukey and his lovely wife Kim and welcome to the world little baby Isabella. Luke:  Isabella. Tim:  Great name. Luke:  Thank you very much. Tim:  Great name.  So it's ... it's just lovely to have an additional part to the Small Business Big Marketing family.  Is she on Twitter yet? Luke:  No. Tim:  Or LinkedIn? Luke:  No.  I'd better go and register all her social media and give it to her as her week two birthday present. Tim:  Yeah, yeah. Luke:  Yes. Tim:  I must get ... I must get LinkedIn with her.  And people of that age, what is she, a week and a half, what social media are they into, is it ...

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  • 03:04:11

    TIM HEIDECKER! GREGG TURKINGTON! MARK FROM NEWBRIDGE MEWS! I CANT DEFEND IT!

    · The Best Show with Tom Scharpling

    GREGG TURKINGTON calls in to discuss summer movies with Tom and claims TIM HEIDECKER hasn't seen The Mummy! TIM HEIDECKER calls up to defend himself! MARK FROM NEWBRIDGE MEWS calls in! Phones ring on the topic: I CAN'T DEFEND IT and MUCH MORE!

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  • 00:41:54

    Chris Gethard with Tim Heidecker

    · Talkhouse Podcast

    On the latest episode of the Talkhouse Film podcast, Tim and Eric's Tim Heidecker sits down in the Samsung 837 studio for a chat with Chris Gethard, of Broad City and The Chris Gethard Show. The two comedians discuss Heidecker's new record, In Glendale, their unusual career paths, Andy Kaufman, the SNL theme music, and more – before chaos (and even greater hilarity) ensues when they invite wave after wave of audience members to join them in the studio. For more filmmakers talking film and TV, visit Talkhouse Film at talkhouse.com/film.

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  • SBBM #24: 10 Marketing Nuggets to Help Grow your Business (Part #1)

    · Small Business Big Marketing

    Every now and then we like to surprise and delight you (actually we aim to do that all the time!), our treasured listener, with some little marketing nuggets laser-focused on building your business. So, with notebook and pen in hand (or iPad if you've succumbed to the Apple maketing machine as we have), sit down, strap in and get ready to action one or two of them...beacuse, as always, the magic's in the action. Formspring - Here's how we use it. Schedule tweets - We like Hootsuite. Book in to a course - We like our 2-Day Intensive that's coming up this August, 2010. Be active in forums. Ask for referrals - We use this. Ask when Tim's next free Referral Marketing webinar is here. .... Although we said 10 - we've split this show in two, so tune in next week for Part 2. In other news...Luke's got a second baby already...and has lovingly called it iPad. Tim's been booked to speak at this year's Flying Solo Live. Oh yeah...and join us on our Facebook and leave a written review on iTunes. 10 Marketing Nuggets to Help Grow your Business Part 1 (PDF Transcription)   Episode Transcription SBBM #24 – 10 Marketing Nuggets to Help Grow Your Business (Part #1) Ms Evancich:  This is the Small Business Big Marketing show with Tim Reid and Luke Moulton.  This show is lovingly put together for small business owners by small business owners to get practical ideas about attracting more customers more often.  So, if you're serious about building your business strap in for the ride.  Now, here's your hosts, Tim and Luke. Tim:  Lukey, Lukey, Lukey.  How are you, Dad? Luke:  Very well, Timbo.  Yourself? Tim:  Very good, thank you.  Good morning, listeners.  This is the morning for us.  Good morning and welcome back to Small Business Big Marketing. Luke:  Dot com. Tim:  Dot com.  The show where we hope to inspire by within five years, Luke, every small business owner in the world. Luke:  Five years, Timbo? Tim:  Well, I mean, I said in the world ... Luke:  What were you doing five years ... Tim:  ... I didn't say ... Luke:  What were you doing five years ago? Tim:  Yeah, good question.  Establishing a business. Luke:  Yes. Tim:  Establishing a business.  My business is about six years old. Luke:  Yeah, I was trying to think. Tim:  Yeah. Luke:  I remember when you walked ... walked through the doors when I was working at (0:59) I had my own web development business and you said, "Lukey, build me a website." Tim:  Did I?  Goodness me, that was a long time ago. Luke:  And I don't want to pay anything for it. Tim:  It feels ... yeah, yeah.  Yeah, that'd be right.  Yeah.  Yeah.  No, look, I ... it's been a long ride really. Luke:  Yeah, yep. Tim:  Can't believe it's six years. Luke:  Yeah. Tim:  But anyway I didn't come here to reflect on my ... Luke:  No. Tim:  ... business building acumen. Luke:  Timbo ... Tim:  How are you, mate? Luke:  I'm ... Tim:  How's Isabella? Luke:  She is doing beautifully.  She is ... she's sleeping quite well.  All these ... all the horror stories that every bloke has delighted ... Tim:  Not true. Luke:  ... in sharing with me, so far, touch wood ... Tim:  All lies. Luke:  ... she's been pretty good.  In saying that, my wife has been fantastic. Tim:  Lovely. Luke:  Given that I drove about, well I spend a couple of hours in the car a day. Tim:  You do. Luke:  So she ... I think she wants to make sure I get home okay. Tim:  Now, Lukey, you told me a very very interesting story.  So your wife rings you yesterday and says what? Luke:  Well I ... I was on my way home and I had rang ... rang my wife Kim and said, "Anything you want me to pick up?

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  • 00:52:11

    Ep. #163: Tim Heidecker and Gregg Turkington

    · Kreative Kontrol

    Tim Heidecker is the host of the highly esteemed film criticism web series, On Cinema at the Cinema, and also the star of the action show Decker, both of which air on Adult Swim. After a dramatic exit at the end of season five and missing the first episode of season six recently, Heidecker has […]

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  • 01:27:27

    Zoltan Biro - Chill Out Session 190 (Tim Angrave Special Mix)

    · Chill Out Session

    21 Tracks ... mixed/compilated by: Zoltan Biro © Tim Angrave / All Rights Reserved Tracklist 1. Tim Angrave - Endless Horizons 2. Tim Angrave - Wings 3. Tim Angrave - Sunshine 4. Tim Angrave - Nightvision 5. Tim Angrave feat. Gushi - Bellissimo Angelo 6. Klangstein - One (Tim Angrave Mix) 7. Tim Angrave - Emotions 8. Tim Angrave - Refined Interjection 9. Tim Angrave - The Art of Choice 10. Tim Angrave - Meditating Groove 11. Tim Angrave - Belief 12. Tim Angrave - Ultraviolet 13. Tim Angrave - Midnight Waves 14. Tim Angrave - Faith in You 15. Tim Angrave - Good Vibrations 16. Tim Angrave - Positivism 17. Tim Angrave - A Midsummer Morning 18. Ryan Farish - Life in Stereo (Tim Angrave Remix) 19. Synapsis - 6 A.m. (Tim Angrave Ambient Edition) 20. Ryan Farish - Round and Round (Tim Angrave Ambient Remix) 21. The Angel Flies In The Sky - Wellness (Tim Angrave Optimum Remix) http://chilloutsessionworld.blogspot.com

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  • 01:32:28

    Tim Ferriss: Halfway Through Life, What Really Matters?

    · Good Life Project

    This week, we're bringing you Tim Ferriss like you've never heard him.Ferris has been a man on a mission, driven to deconstruct mastery and excellence, then share what he's learned. It began with his own relentless experimentation and documentation, which yielded #1 New York Times bestsellers The 4-Hour Workweek, The 4-Hour Body and The 4-Hour Chef.In more recent years, though, this yearning has led him to sit down with hundreds of elite-performers, from a vast array of domains, on a quest to reveal what made them them. These conversations are shared weekly on Tim's award-winning podcast, The Tim Ferris Show. We recorded a Good Life Project conversation with Tim earlier this year, which you can listen to here.In today's conversation, we go in a very different direction. Tim actually lost a number of people this year, turned 40 and found himself in a deeply contemplative and emotional space, thinking about who he is, how he wants to create the next 40 years of his life and what matters. This all led him to seek out wisdom from many of the world's greatest thinkers and achievers, which he's condensed and edited into his latest book, Tribe of Mentors: Short Life Advice from the Best in the World.In this week's conversation, we drop into the deep end of the pool quickly. When we sat down with Tim, he'd recently returned from an intensive 10-day silent meditation retreat. While gone, he lost yet another close friend. He was, in his own words, in an incredibly "porous" place, leading more from the heart than the head, which is a bit of a major turnaround for him.We spent time deconstructing Tim's 10-day silent meditation experience, his struggles and awakenings, how it compared to psychedelic experiences and how, barring one major saving grace, his retreat may have sent him spiraling into a very bad place. We also talked about his experience with death, his decision to append audio of his most recently departed friend, Terry Laughlin, which was recorded by Terry's daughters in the hospital during his final days of life to the end of Tim's recent podcast interview with Terry. Tim also shared his decision to take the TED stage, switching last minute to talk about something deeply painful and personal, and what that meant to him, his lens on legacy work (and how it landed with his family, who didn't know what he'd be talking about). And, we explored Tim's awakening to a "softer" set of metrics to measure a life well-lived and his evolving definition of what it truly means to live a good life.Mentioned In This Episode:Tim's 2017 TED Talk: Why you should define your fears instead of your goalsTim's conversation with Terry LaughlinJack KornfieldTim's conversation with James FadimanTim's conversation with Dan Engle+--------------------------+Our Podcast Partners: ZipRecruiter: Post jobs for FREE, go to ZipRecruiter.com/good.ShipStation: Manage and ship your orders. FREE for 30 days, plus a bonus. Visit ShipStation.com, click on the microphone at the top of the homepage and type in GOODLIFE.MVMT Watches: Get 15% off today, go to MVMT.com/goodTunein: Did you know you can catch all-new episodes of some of your favorite podcasts early with TuneIn First Play? Download the free TuneIn app to start listening to your favorite podcasts early.Videoblocks:  Go to videoblocks.com/goodlife to get all the stock video, audio, and images you can imagine forjust $149.

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  • 冬冬原创 Warmth in Deep Winter 情暖冬日

    · 冬冬读英文故事

    “Ring! Ring!” The bell rang. Tim knew it was time to go home again. He pulled on his blue and white mittens, newly knitted by his mother, and walked out the kindergarten gate with his best friend John. They held hands, but no one talked. They were too cold to talk. The coldness invaded them even through their thick winter coats.They walked through Arkansas Lane. Just as they were turning into Main Street, John spoke, “You know, Tim, this winter just goes on and on. It started like five months ago!” Indeed, this winter had been the longest in years. It was January. And the harsh winter started in September last year. After John said that, all was silent except for the howling winds.John lay in the hospital. He was in a deep sleep. The doctor in charge shook his head, “I’m sorry, Mrs. Parkinson. There’s no hope.” Silent sobs filled the emergency room. The sobs of the Parkinsons. And those of the reckless driver. Suddenly, John opened his eyes. “Mom, Dad,” he said, “I’m sorry. I wasn’t careful enough.” His voice was a whisper. “I need you to do one more thing for me. Take the mitten, and give it to Tim. Thank you. Bye.” He closed his eyes again. The doctor put his hand on John’s chest. “He’s gone,” he said. “I’m very sorry.”The Parkinsons left the hospital. “The mitten! Get it, Bill!” Mrs. Parkinson shouted to her husband. But even Mr. Parkinson could not catch the mitten in the winter winds. The only thing he could do was watch it fly away.Years went by since the accident. Tim was now in the third grade. A day did not go by that he did not miss John. “Ring! Ring!” The bell rang. Tim walked home. It was another long winter, longer than the one when the accident happened. Tim walked home alone. When he arrived, he threw his backpack on the couch before slumping onto it himself. He was extremely sad, for this was the day that John passed away. He had a quiet dinner of pasta. Then he climbed up the stairs to his room. He loved his room.He was tucking in when he heard a long howl. He looked out the window. A dog was there. He was looking wistfully up at Tim. Tim shut the windows. He was a dog person, but somehow that dog gave him the creeps. He got into bed when he heard the howl again.That night, he had a dream. He dreamt that John was standing in front of him. Beside him was a dog. He whispered to Tim, “Take him. He’s me!” Then all was quiet. Another dream popped up, but this one was about Tim riding a dragon in Camelot. Tim was bothered by the dream. So when the next night arrived, he sneaked down the stairs and opened the door. He went into his mother’s bedroom. “Mom? I need you! Wear your winter clothes and your mittens!” So, with a little complaining of Tim’s mom, the two stepped out of the house. And sure enough, the dog was waiting for Tim. Tim looked at the dog closely for the first time. It had a black tail, big black ears and brown spots all over his white fur. It ran into the woods, and the two chased after it. Tim spotted something in the snow. It poked out at a weird angle. Tim reached out and grabbed it. He cried, “Oh!” It was a blue and white mitten. The exact one the Parkinsons had lost. Tim watched as the dog ran past him towards his house. Tim ran after him, tears filling his eyes. He told his mom about the dream. His mom woke his dad. They all agreed to keep the dog.The next day, Tim told the Parkinsons. They agreed, too. Tim stayed at the Parkinsons for hot chocolate (It was Sunday). “I’m sorry about John” was the only thing Tim could say before he left.When he got home, his eyes filled with tears once more, for the dog was greeting him at the door. He was wagging his tail and barking loudly. Tim patted the dog’s head, “Thanks, John.” Then he walked inside with the dog following close behind. 情暖冬日 “叮铃!叮铃!”铃声响了。 蒂姆知道,又到回家的时候了。他带上妈妈新织的蓝白相间的连指手套,和最好的朋友约翰一起走出幼儿园的大门。两人手拉着手,谁也没有说话。天太冷了,冷得让人不愿意说话。身上的棉衣很厚,却仍旧无法抵挡凛冽的寒气。 他们穿过阿肯萨斯小巷,正要拐上主街时,约翰开口了:“你看,蒂姆,这个冬天太长了,五个多月了。”的确,这个冬天是近几年来最长的。现在是一月份,而寒冷的冬天从去年九月份就开始了。约翰说完,一切归于沉寂,只有寒风在耳畔怒吼着。 约翰躺在医院里,睡得很沉。主治医生摇了摇头,说道:“对不起,帕金森太太,希望不大了。”一时间,急诊室里传出了阵阵哽咽声——帕金森夫妇的哽咽声,夹杂着那个开英雄车的司机的哽咽声。 突然,约翰睁开了眼睛。 “妈妈,爸爸,”他说道,“对不起,都怪我,太不小心了。”他的声音低得像是耳语。“麻烦你们再为我办一件事情。拿着这只手套,把它交给蒂姆。谢谢。再见。”他再次闭上了眼睛。 主治医生把手放到约翰的胸口上。“他走了。”他说道。“实在对不起。” 帕金森夫妇离开了医院。 “手套!比尔,快抓住!”帕金森太太冲他的丈夫喊道。 可是,即便是帕金森先生也无法抓住风中的手套,只能眼睁睁地看着它随风而去。 事故已经过去好几年了。蒂姆现在上小学三年级了,可是,他的心里没有一天不想着约翰。 “叮铃!叮铃!”铃声响了。 蒂姆走回家去。这又是一个漫长的冬天,比事故发生的那个冬天还要长。蒂姆一个人走着。到家后,把背包扔到沙发上,接着,一屁股坐了下去。他很伤心,因为那天正是约翰离去的日子。他静静地吃着晚餐,晚餐吃的是意大利面。饭后,他爬上楼梯,来到自己的房间。他很喜欢自己的房间。 蒂姆正要就寝,突然听到一声嚎叫,叫声很长。他望望窗外,窗下有一只狗,正眼巴巴地看着他。蒂姆把窗户都关上了。他是一个非常喜欢狗的人,可是,不知道为什么,眼前这只狗让他浑身起鸡皮疙瘩。他上了床,突然,又传来一声嚎叫。 那天晚上,他做了个梦,梦见约翰站在他的面前,旁边站着一只狗。他小声对蒂姆说:“收下他。他就是我!”接着,是一片寂静。不一会儿,又做了一个梦。这一次,他梦见自己在卡米洛王国骑龙呢。 梦一直困扰着蒂姆。所以,等第二天夜晚来临时,他悄悄溜下楼梯,把房门打开。他走进了母亲的卧室。 “妈妈,我需要你的帮助!快穿上衣服,带上手套!” 妈妈嘟囔了几声,和蒂姆一起走了出去。果不其然,狗在外面等着蒂姆。蒂姆第一次好好看了看他。他长着黑色的尾巴,黑黑的长耳,雪白的皮毛上满是褐色的斑点。狗跑进了小树林,蒂姆和妈妈在后紧跟着。蒂姆看见雪地里有一样东西。那个东西从雪地里伸了出来,角度很奇怪。蒂姆伸出手去,把它拽了出来。突然,他惊叫一声:“天哪!”那是一只蓝白相间的连指手套,正是帕金森夫妇丢失的那只!蒂姆看着狗从他身边经过,朝房子的方向跑去。蒂姆跟在后面,眼里充满了泪水。他把梦一五一十告诉了妈妈。妈妈把爸爸摇醒。他们都同意把狗留下。 第二天,蒂姆把事情的来龙去脉告诉了帕金森夫妇,他们也双双同意了。蒂姆在帕金森夫妇家里喝着热巧克力(那天是个星期天)。“约翰的事情,我很难过”——这是蒂姆离开前所能说的唯一的一句话。 回到家里,他的眼睛再次湿润了。狗就站在门口,迎接他的归来。他摇晃着尾巴,大声叫着。蒂姆轻轻拍拍狗的脑袋:“谢谢,约翰。”说着,他走了进去,狗紧紧跟在后面。

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  • 18SP 054: Tim Mickelson | Your Personal Division I Golf Program

    · The 18STRONG Podcast: Golf | Golf Fitness | Mental

    What does it take to make your workouts and golf game 18STRONG? Join us as Tim Mickelson, head coach of the ASU Sun Devils Golf Team shares his expertise in the world of college golf.  Tim gives us an in inside look at what he's looking for in a recruit and walks us through the weekly schedule of their program. Over the past 4 years, Tim and his team have jumped the ranks in the college golf scene and are primed to be one of the top teams in the nation this year.  With such success, Tim is able to enlighten us with some of his suggestions for you to be most efficient when practicing in order to play your best golf. Subscribe to the 18STRONG Podcast on iTunes  and stitcher by clicking the button below:                                                             Tim Mickelson's Background Tim Grew up in California and is 7 years younger than his brother Phil Mickelson Like Phil, Tim played for ASU, winning a national championship, then went to Oregon State to finish his college career He played mini tour golf for a brief period, making it to the 2nd stage of Q-School He took a position at San Diego State, then became the Head coach at USD (University of San Diego) After 8 years at USD, he was named the head coach at ASU In his soon to be 5th year, Tim has taken the team from being ranked #85 to as high as #2 last year, and looking forward to a very promising year ahead. Highlights from this Episode Tim shares his background as a player, a coach, and what it was like growing up in the Mickelson household We discuss what it takes for a kid to even be looked at as a recruit for a program like ASU Tim highlights the on and of course characteristics that they look for in the young men they recruit Fitness has become such a big part of the game these days.  The team does golf specific workouts very regularly to keep them in shape and prepared for the season. With such an individualized sport, it's hard to keep a team atmosphere, but Tim looks at himself much like a baseball manager. It's not his role to work on a kid's swing, but more his job to find out where his weaknesses are in his game, so he can practice more efficiently Tim walks us through their practice schedule and what the life of the young golfer looks like at this level He relates what they do to you and your game.  He expresses several ways to make your practie more efficient Tim shares a great story about him and Phil CaddyShack or Happy Gilmore? Caddyshack Tim's Favorite Memory of Beating His Brother Phil on the Course: Playing a round at the Grand in San Diego, he was -10 after 12 holes.  He was beating Phil and Phil currently had the course record at -9.  Although he beat him that day, Phil was still able to get in Tim's head on the back nine, and Tim finished with a -8, two shots shy of beating Phil's record. What are you excited about in your near future? ASU has a pretty stellar line-up going into the 2015-2016 year.  They have 3 players that averaged less than 70 strokes in competitive rounds last year, which is pretty amazing. Where to Find Tim Mickelson and his ASU Sun Devils: Tim's Biography on the ASU website Twitter: Follow Tim:@goodwalkspoiled Follow the Team: @asumensgolf Facebook: ASU Men's Golf Team: Sun Devil Men's Golf Other Mentions from this Episode: Dr. Jay Brunza: Mental coach working with the Sun Devils (Formerly worked with Tiger Woods) Jimmy Yuan: Episode 053 The post 18SP 054: Tim Mickelson | Your Personal Division I Golf Program appeared first on 18STRONG.com.

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  • SBBM #25: 10 Marketing Nuggets to Help Grow Your Business (Part 2)

    · Small Business Big Marketing

    Part 2 of 10 Marketing Nuggets to Help Grow Your Business, find out the next 5 (or more!) great marketing tips. 6. Get speaking - Here's the best training course around to get you in the public speaking zone. 7. Network (face-to-face!). 8. Optimise your page titles. 9. Outsource - You can't do everything. 10. Sort your email signature out. 11. Under promise and over deliver.   10 Marketing Nuggets to Help Grow Your Business Part 2 (PDF Transcription)   Episode Transcription SBBM #25 – 10 Marketing Nuggets to Help Grow Your Business (Part #2) Ms Evancich:  This is the Small Business Big Marketing show with Tim Reid and Luke Moulton.  This show is lovingly put together for small business owners by small business owners to get practical ideas about attracting more customers more often.  So, if you're serious about building your business strap in for the ride.  Now, here's your hosts, Tim and Luke. Tim:  Lukey, Lukey, Lukey.  Welcome back to Small Business Big Marketing. Luke:  Dot com. Tim:  Dot com.  Say hello listeners. Luke:  Hello listeners.  How are you going? Tim:  Hello.  Hey, don't forget this is the show that ... we basically make marketing simple, Luke, I would say.  Because that's our little kind of ... Luke:  We certainly do. Tim:  ... tagline. Luke:  And we try to give people tips to essentially bootstrap their marketing, Timbo. Tim:  I don't think we could make marketing difficult.  We're not that smart. Luke:  No. Tim:  You know.  I've actually been listening to a great podcast that is called Six Pixels of Separation.  And they ... well they are a little bit of ... they're the ... they're the marketer's marketer. Luke:  Yep. Tim:  Yeah, those guys.  So if you want a bit more ... if you want a bit more intellectual marketing beyond Small Business Big Marketing head over to that.  Why did we promote them, Luke?  No, they deserve it.  You've got to share it around.  There's enough to go around, isn't there? Luke:  Correct. Tim:  Lukey, what's on your mind? Luke:  Timbo, I've actually been working on doing a bit of a campaign for Flippa because we're turning one, actually it's our first birthday. Tim:  Oh, beautiful. Luke:  So and, you know, maybe there's a bit of a tip in that, you know ... Tim:  I hope so.  I hope so.  I hope it's not a promo. Luke:  No.  Celebration your successes, I think. Tim:  Yeah, I agree.  Yep. Luke:  And, you know, no one else is going to turn around and congratulate you on one year. Tim:  Yeah, yeah. Luke:  So congratulate yourself. Tim:  Make it valuable to the client though, not as a navel gazing exercise. Luke:  Don't worry, we are indeed. Tim:  Yeah, yeah.  I think it's ... Luke:  We're actually giving away ... going to be giving away some credits, so. Tim:  That's a good idea.  And in fact if you've won an award, celebrate that on your packaging or your website. Luke:  Yep. Tim:  And if you haven't won an award, enter an award.  Enter something that gets you an award.  Because it is an important ... it's an important thing to be able to share. Luke:  Timbo, we're giving away more tips and we said there'd only be ... Tim:  I know.  I know.  This is the second part of a two part show, listeners, that we started last week and it's ... but you didn't ask me what's on my mind. Luke:  Timbo, what's on your mind? Tim:  I've started blogging again on SmallBusinessBigMarketing.com. Luke:  Look out. Tim:  Yep, look out, because there it is.  Little blogs.  Little ... little ... I was going to say nuggets, but these are nuggets.  But just little stuff that's on my mind.  When I see ... when I see marketing that really disappoints me or really excites me I'll ju...

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  • 00:46:07

    #005: Tim Ferriss on Super Learning and Pushing the Limits

    · Impact Theory with Tom Bilyeu

    Impossible is a not a word that exists in Tim Ferriss’ vocabulary. Ever learning and testing new theories, Tim Ferriss is living proof that if you are willing to put in the work, you can improve any skill. Learn more about Tim’s secrets for self-optimization in this episode of Impact Theory with Tom Bilyeu. Tim’s list of accomplishments is as impressive as it is surprising. He is a former professional break dancer for MTV Taiwan and a one-time national Chinese Kickboxing Champion. He is the first American to hold the Guinness world record in Tango, a horseback archer, and Princeton University guest lecturer. Tim is also an angel investor who has racked up a serious string of entrepreneurial mega hits including Uber, Facebook, Twitter and Alibaba. He is an unparalleled self-experimenter, professional note taker and would-be ninth grade teacher. He is widely known for his bestselling books, The 4-Hour Workweek, The 4-Hour Body and The 4-Hour Chef. He is also the host of the number one iTunes podcast The Time Ferriss Show, which has been downloaded more than 100 million times. Tim’s brand new book is Tools of Titans: The Tactics, Routines and Habits of Billionaires, Icons and World-Class Performers. In this episode, Tim dives deep into many of the lessons and strategies he’s learned over the years from his world-class guests and constant self-experimentation.   DISCUSSED IN THIS EPISODE: Tom and Tim discuss the driving force behind their greatest superpowers. [4:04] Tim talks about how you can test the impossible in 17 questions. [7:45] Tim defines red/blue team strategies and how to apply them. [13:36] Tim explains why setting low expectations for creativity leads to higher performance. [18:50] Tom and Tim talk about what it means to copyright your faults. [26:52] Tim emphasizes the importance of writing morning pages. [30:17] Tim talks about the most important takeaways from his new book. [31:31] Tim reveals an absurd goal that he has not shared with anyone else. [38:30] MENTIONED IN THIS EPISODE Tim’s latest book: Tools of Titans - http://amzn.to/2j26Mn5 [1:40] CEO of Twitter and Square Jack Dorsey - http://bit.ly/2iBo5h2 [3:18] Author of Wild, Cheryl Strayed - http://bit.ly/JxWqJr [3:22] PayPal cofounder and Facebook's first professional investor Peter Thiel - http://bit.ly/1kDYgsw [3:44] Cofounder and Executive Chairman of LinkedIn Reid Hoffman - http://bit.ly/2iYviWw [3:47]  Uber investor and Shark Tank panelist Chris Sacca - http://bit.ly/1kG5Sqs [6:17] Founder and Chairman of the XPRIZE Foundation Peter Diamandis - http://bit.ly/2jmV0HB [10:16] Entrepreneur, investor, and software engineer Marc Andreessen - http://bit.ly/2jmM4li [14:05] Author of The Alchemist Paulo Coelho - http://bit.ly/2aRHunD [19:03] Record producer Rick Rubin - http://rol.st/2jmZg9Q [19:12] Best-selling author & transformational journalist Neil Strauss - http://bit.ly/2jzFcOK [22:15] President of Pixar Ed Catmull - http://bit.ly/2jzYC68 [24:03]  Music that inspires Tom to write (Faint by Linkin Park) - http://bit.ly/1dPQnbJ [25:31] Author who gave Tim great advice about writer’s block Po Bronson - http://bit.ly/2joSaRV [26:06]  Comedienne and Actress Whitney Cummings - http://bit.ly/2jzT5Na [26:17] Tim’s favorite podcaster Dan Carlin - http://bit.ly/2jOqqTK [27:00] Author most famous for her book The Artist's Way Julia Cameron - http://bit.ly/1GzFv18 [30:19]  Entrepreneur and founder of CD Baby Derek Sivers - http://bit.ly/1jjcOjk [31:44] Best-selling author, speaker, and entrepreneur Seth Godin - http://bit.ly/1nzKslz [32:03] Professional snowboarder and two-time Olympic gold medalist Shaun White - http://bit.ly/2jV9W00 [36:58] Retired tennis player and former World No. 1 Andre Agassi - http://bit.ly/2iBuPvC [37:40] Academy Award winning actor, singer, and comedian Jamie Foxx - http://bit.ly/2gvtimr [43:08] Tom Bilyeu is the co-founder of 2014 Inc. 500 company Quest Nutrition — a unicorn startup valued at over $1 billion — and the co-founder and host of Impact Theory. Impact Theory is a first-of-its-kind company designed to facilitate global change through the incubation of mission-based businesses and the cultivation of empowering content. Every piece of content Impact Theory creates is meant to underscore the company mission to free people from The Matrix and help them unlock their true potential. Impact Theory exists to inspire the next generation of game-changing companies and creators that will make a true and lasting impact on the world. FOLLOW TOM BILYEU TWITTER: http://bit.ly/2iyjY5P INSTAGRAM: http://bit.ly/2j7vqX8 FACEBOOK: http://bit.ly/2hPStWo   FOLLOW IMPACT THEORY TWITTER: http://bit.ly/2iC5lN3 INSTAGRAM: http://bit.ly/2hPSGJa FACEBOOK: http://bit.ly/2iystOf   FOLLOW TIM FERRISS TWITTER: http://bit.ly/2jffIXh FACEBOOK: http://bit.ly/2jzTnU4 INSTAGRAM: http://bit.ly/2jV6ClJ

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