marcus birro

  • Vladi Melnik ★ Wie du aus einem Blog ein Business machst

    · 00:49:13 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Vladi Melnik von Affenblog Hey Leute, hier ist schon eine neue Folge der LifeHackz-Show live aus Mallorca. Feli und ich sind hier gerade im Bedndesk Coworking und Coliving Space vom Matthias. Matthias ist ein Mallorquiner, den wir auf der DNX Global kennengelernt haben. Er hat uns spontan eingeladen, den Place hier mal auszuchecken und ich muss sagen, es ist richtig, richtig geil. Also hier scheint die Sonne, das Meer ist vor der Tür, man kann richtig viel unternehmen. Wir sind wieder mega produktiv, wie immer in so kleinen Orten. Und ich habe mir den Vladi Melnik vom Affenblog auf den Podcast geholt. Vladi ist noch in seinen 20er Jahren und hat dafür schon richtig viel auf die Beine gestellt. Checkt es aus, viel Spaß! In dieser Folge lernst du: Was du von einem Erwachsenen Job im Anzug lernen kannst. Alles über Content Marketing und wie du es richtig einsetzt. Mit welchen Methoden Vladi sein Blog aufgebaut hat. Wie du auch Tiefpunkt durchhältst. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES bedndesk STARTINWP Podcast Helden Affenblog Copyblogger Quick Sprout [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Hey Vladi, cool dass Du am Start bist! Wo genau bist Du gerade und ... Vladislav: Ich ... Marcus: Ja? Vladislav: Ich wollte jetzt schon dazwischen quatschen. (Beide lachen laut) Erzähl! Marcus: Ähm ja, erstmal cool, dass Du am Start bist, fangen wir nochmal so an. Vladislav: Ja, danke! Marcus: Wo bist Du gerade und wie würdest Du Dich selber bezeichnen? Womit verdienst Du Dein Geld? Vladislav: Also ich bin gerade am Bremerhaven an der Nordseeküste und ich bezeichne mich einfach gerne als Internet-Unternehmer. Das macht die Sache einfacher. Marcus: Ja, womit hast denn angefangen und was waren da so die nächsten Steps? Und wo stehst Du heute oder was ist heute so Dein Fokus? Vladislav: Ich war damals selbstständiger Web-Designer. Das war alles toll, ich hatte einen Umsatz, es hat Spaß gemacht. Das Ding ist halt: Ich war nicht nur Web-Designer, sondern ich war auch Screen-Designer. Bzw. ich war nur Screen-Designer. Das heißt, ich habe nur Layouts gemacht ohne Programmierung. Marcus: Das heißt damals, Du hast eine Ausbildung gemacht oder ein Abi oder Studium und bist dann direkt in die Selbstständigkeit gestartet oder wie war das? Vladislav: Nein, das ist ein bisschen komplizierter. Ich habe angefangen mit dem Designen mit Fitzeln. Dann habe ich immer noch so ein bisschen für so Eastboard Clans... kennst Du die? Bestimmt oder? Marcus: Nee, Clans ist das so Rollen-Computerspiele oder was? Vladislav: Das ist so Counter Strike und so. Marcus: Ja nee, da war ich nie drin so. Vladislav: Ach da warst Du nicht drin, okay. Auf jeden Fall habe ich damals viel für die Layouts gemacht und danach ging das immer so weiter und irgendwann waren da halt richtige Kunden am Start. Danach habe ich aber so ein bisschen pausiert oder nur nebenbei gemacht. Dann habe ich eine Ausbildung bei der Sparkasse in der IT gemacht. Also etwas ganz anderes. Ich dachte “mach mal was Richtiges” ne? Marcus: Mach mal einen Erwachsenen-Job, wie Conni sagt. Vladislav: Ja ja genau. Da war ich auch immer im Anzug und hab es dann auch nach der Ausbildung noch ein halbes Jahr dort ausgehalten und dann habe ich gesagt “Okay, kein Bock mehr! Ich mache diese Web-Design Geschichte”. Marcus: Und das war aber schon so mit 18, 19 oder wie alt warst Du da? Vladislav: Mit 17 habe ich, glaube ich, angefangen. Da war ich mit 19 1/2 fertig und habe dann mit 20 oder 21 mich selbstständig gemacht zum Web-Designer.   Marcus: Krass. Vladislav: Das habe ich dann auch ein Jahr lang gemacht und dann habe ich aber gemerkt “Hey, irgendwie malst Du nur bunte Bilder” weißt Du? Das macht ja auch nicht so viel Spaß. Und da dachte ich “Ich kann das nicht mein Leben lang machen, bunte Bilder malen.” Das macht einfach nicht so viel Spaß und erfüllt mich nicht so. Im Zuge dessen musste ich auch Kunden akquirieren. Das muss man ja. In Kaltakquise war ich nie so gut. Und ich glaube, wenn wir ehrlich sind, niemand mag Akquise, das ist kein gutes Ding. Da bin ich halt auf dieses Thema Bloggen und Content Marketing gekommen. Und auch, wie man mit einem Blog oder um einen Blog ein Business baut. Und da habe ich gedacht “Hey, das ist genau das, was ich will. Das ist genau das, was ich auch kann” und deswegen habe ich alles auf eine Karte gesetzt und dann losgelegt. Marcus: Cool! Das wollte ich jetzt aber noch fragen: Du bist relativ früh dann schon zur Einsicht gekommen oder hast gemerkt “Ey, das ist nix für mich”. Hattest Du irgendwelche Vorbilder oder Bücher gelesen oder so, die Dir den Rücken gestärkt haben oder die Dich dann in dem frühen Alter schon so tough den Weg haben gehen lassen? So dass Du weißt “Auf keinen Fall einen 9 to 5 Job. Das hat jetzt gereicht bei der Sparkasse”? Weil ich glaube, so früh sind ja wenige wirklich bereit All-In zu gehen und gerade in Deutschland sich selbstständig zu machen. Vladislav: Ja ja klar, das stimmt. Das Ding ist halt - wie gesagt - ich habe das im Prinzip, so rückwirkend betrachtet, schon mein halbes Leben gemacht. Also seitdem ich 14 bin, bin ich Screenlancer. Ich war schon immer so ein kleiner Unternehmer und habe halt immer weiter gemacht. Das mit dieser Sparkasse und so, davor noch ein Fachabi habe ich gemacht, das war quasi so ein Umweg, den ich gegangen bin. Ich dachte halt, ich gehe den richtigen Weg, das war dann aber doch der falsche. Und ich habe das einfach im Endeffekt bei der Sparkasse gemerkt. Das ist ja quasi der 9 to 5 Job. Im Anzug immer hingehen und auch Bankwesen ist ja sehr traditionell. Marcus: Absolut. Aber ich glaube auch, dass vielen Menschen so etwas mal helfen würde. Gerade die jetzt vielleicht frisch von der Uni kommen und noch nie irgendwo gearbeitet haben oder vielleicht ein Praktikum gemacht haben. Aber gar nicht diesen Schmerz - also für mich war das auch ein echter Schmerz morgens aufzustehen und dann 9 to 5 in den Job reinzugehen und für jemanden anderen zu arbeiten und zu funktionieren. Quasi während dieser Zeit, in der Du angestellt bist, nur für Deinen Chef dasein zu müssen um dann am Wochenende wieder auszurasten und dann wieder voll in dieses Tanztheater einzusteigen. Wer das nicht mitgemacht hat, ist meistens … oder öfters sind es auch Menschen, die das dann vielleicht nicht ganz so tough durchziehen, wie jemand, der das schon mal erlebt und gehabt hat. Und der dann sagt “Nee, ich mache alles! Ist mir scheißegal, aber ich gehe da nicht mehr in dieses Office zurück!” Vladislav: Das stimmt. Das war auch bei mir so, dass ich gesagt habe “Hey, das ist genau das, was ich nicht möchte!” Diese Erkenntnis ist ja auch gut. Du siehst ja auch, wie soll ich das nett ausdrücken? Die Leute, die schon ein bisschen älter sind, die dort arbeiten, das ist ja quasi so Deine Zukunft, wenn Du es so sehen willst. Und dann kannst Du ja auch abwägen “Okay, ist das die Zukunft, die ich einschlagen möchte oder nicht?” Das war bei mir halt nicht so. Marcus: Okay, und dann hast Du Dich selber eingelesen oder hast davon gehört und hast halt gesagt “So Content-Marketing könnte eigentlich das Tool sein, was irgendwann die Kaltakquise, die mir überhaupt kein Bock macht, ersetzt.” Vielleicht erklärst Du nochmal kurz, was Content-Marketing genau ist, in Deinen Augen. Vladislav: Das ist im Prinzip einfach nur Marketing mit Hilfe von kostenlosem Inhalt. Das können Blogartikel sein, Videos, Podcasts - so wie wir jetzt. Das ist halt alles Content-Marketing. Marcus: Genau. Und Du hast das ganze unter einer eigenen Domain auf einem Blog gemacht? Vladislav: Genau, auf dem Affenblog. Den hatte ich halt auch schon quasi… Also ich war Web-Designer und habe den Blog schon aufgesetzt. Einfach nur, weil ich Bock auf diese Marke “Affenblog” hatte. Auch auf dieses Theme, das Layout und die Farben. Und dann habe ich halt gedacht “Okay, jetzt habe ich hier eine Hülle” und kam dann auf diese Themen und habe gesagt “Das passt perfekt! Jetzt nehme ich im Prinzip diese Hülle einfach dafür”. Marcus: Haha cool! Also auch mal anders, wo Du zuerst gesagt hast “Ich habe Bock auf das Branding” und hattest das schon quasi vor dem geistigen Auge und hast gesagt “Das ist cool, ich bin Designer, ich brande mir das jetzt mal runter und mache eine Website. Und jetzt baue ich noch Inhalte und mal gucken, was dann gemacht wird”? Vladislav: Genau! Ich kam halt auf dieses Thema Bloggen und Blog Business und da dachte ich “Okay, da muss ich dann auch mal einen Blog starten”. Da habe ich ihn mir gleich gebrandet und hatte aber halt noch keinen Content. Viele Designer machen das ja immer so. Die machen immer das Drum-herum, aber das Wichtig vergessen sie halt. Marcus: Ja, und nützliche Inhalte sind dann halt - wie Du schon gesagt hast - Artikel. Ich glaube, Du hast bei Dir auch ein kleines Wikipedia bei Dir auf dem Affenblog aufgebaut. Ist das richtig? Vladislav: Was meinst Du jetzt konkret? Nicht das ich wüsste... Marcus: Auf jeden Fall eine gute Sichtbarkeit zu vielen Online Marketing Begriffen oder so. Ich weiß noch, dass ich selber mal etwas aufgebaut habe und geguckt habe aus verschiedenen Quellen, wie die zum Beispiel Online Marketing definieren oder so. Vladislav: Ah okay! Ich glaube, ich habe mal einen Artikel darüber geschrieben. Aber das ist ja cool, dass der so gut dabei ist. Marcus: Genau. Der hat extrem gut gerankt. Also vorher bin ich auch schon immer wieder auf den Affenblog gekommen und dachte so “Ey, krasser Name”. Vladislav: Ja der ist abgefahren ne? Marcus: Es bleibt auf jeden Fall irgendwie hängen, weil Du denkst so “Affenblog?! Was hat das jetzt mit Affen zu tun?” Wie bist Du darauf gekommen? Vladislav: Ich bin halt ein großer Fan von Virgin oder Richard Branson. Ich meine Virgin ist ja auch - Jungfrau - mega abgefahren. Da dachte ich “So etwas abgefahrenes brauche ich auch”. Und dann habe ich einfach überlegt und gebrainstormed und bin dann bei Tiernamen stehen geblieben und habe die Tiere dann durchgebrainstormed und bin dann beim Affen stehen geblieben. Affen sind halt cool, die sind sympathisch, die nehmen sich selbst nicht so ernst. Ja, das war es im Prinzip. Es ist eine chillige Marke. Damit kann ich mich auch identifizieren, also es passt. Marcus: Ja, wärst Du auch gerne ein Affe? Vladislav: (lacht laut) Nee, eher nicht, aber das passt. Marcus: Und wie ist das dann weiter gegangen mit Deinem Blog? Wolltest Du da erstmal nur eine Reichweite mit aufbauen oder über den Blog dann quasi an den Kunden kommen für das Webdesign oder immernoch webdesignen? Vladislav: Zu der Zeit habe ich die Karriere vom Webdesign halt an den Nagel gehängt und gesagt “Webdesign, da hab ich keinen Bock mehr drauf!” Das war auch einer meiner größten Fehler. Halt alles auf eine Karte zu setzen, empfehle ich halt jetzt niemanden. Lieber die Sache nebenbei aufzuziehen und dann umzuschwenken, wenn es läuft. Das dauert vielleicht ein bisschen länger, ist aber wesentlich einfacher. Du hast halt weniger verlorene Nerven, ne? Marcus: Okay, was war denn Dein Masterplan, als Du den Blog gestartet hast, um damit dann irgendwann Geld zu verdienen? Vladislav: Also einen wirklichen Masterplan hatte ich nicht. Ich habe einfach angefangen und im Endeffekt wollte ich halt digitale Produkte irgendwie machen. Weil ich halt auch weg wollte von dieser Zeit- und Geldkopplung. Ich wollte halt “ein richtiges Unternehmen” haben, und keine finanzielle Abhängigkeit mehr. Weil es ist ja schon etwas anderes, es ist ein kleiner Schritt, aber es ist dennoch halt einfach etwas anderes. Marcus: Ja absolut. Du arbeitest dann ja nicht mehr für andere. Du arbeitest dann halt für Kunden und musst Dich dann nicht auf Milestones committen und Skype-Calls. Vladislav: Genau. Es ist halt nur super schwer, dasselbe Umsatzniveau wieder zu erreichen. Du kannst zum Beispiel auch einen kleineren Stückpreis haben und hoffst Du darauf, das Niveau zu bekommen. Das ist halt schwieriger. Marcus: Mega! Darum empfehlen wir auch immer, dass es für viele der beste Weg ist, erstmal mit Kunden zu starten und nebenbei das Business aufzubauen. Vladislav: Empfehle ich! Marcus: Ja, Du auch, okay cool! Weil gerade am Anfang in der Selbstständigkeit kann es echt tough sein, wenn Du nicht weißt, was kommt jeden Monat da rein und kann ich meine Miete zahlen. Und habe ich genug Kohle. Und da helfen dann ein, zwei große Kunden, auch wenn es dann am Anfang ein bisschen hakeliger als ein eigenes Business zu haben - helfen auf jeden Fall weiter. Vladislav: Genau, das coolste ist aus der Blogsicht ist ja auch, wenn Du einen Blog startest und sofort Dienstleistung anbietest, kannst Du ja auch sofort Umsatz damit machen - im Prinzip mit dem Blog. Du musst nicht lange ein Produkt erstellen oder so. Das ist halt super cool. Marcus: Und wie schnell ging das dann bei Dir? Vladislav: Das hat ein bisschen gedauert. Ich habe erstmal versucht eine Reichweite aufzubauen. Mein Problem war, ich hatte noch nicht so viel Ahnung von dem was ich tun wollte und was ich auch tat. Deswegen habe ich halt ein bisschen experimentiert und geguckt “Okay, das funktioniert - das funktioniert nicht”. Ich habe ein bisschen Reichweite aufgebaut, ein kleine Publikum aufgebaut. Marcus: Und wie hast Du das gemacht? Also, was waren Deine konkreten Steps? Vladislav: Am Anfang habe ich wirklich richtig ghetto angefangen. Ich habe mir Leute rausgesucht bei Facebook und habe die direkt angeschrieben. Ich kannte halt niemanden, ich wusste - wie gesagt - nicht so richtig, was ich mache und habe die Leute direkt angeschrieben bei Facebook und gesagt “Hey, ich habe hier einen Blog. Der könnte Dich interessieren” so nach dem Motto. “Was hältst Du davon?” Also wirklich kalt ... Marcus: Das wollte ich gerade sagen, das ist ja fast schon wieder Kaltakquise. Vladislav: Ja ja klar, aber irgendwie musste ich ja starten ne? Marcus: Absolut. Vladislav: Und was ich dann gemacht habe, ist: Ich habe von potentiellen Lesern, auf deren Blogs kommentiert. Also nichtmal auf Influencer Blog, nicht auf größeren Blogs, sondern auf den Leser Blogs quasi und von da versucht, die Leute quasi heranzuziehen. Dann habe ich halt weiter kommentiert und auf größeren Blogs - Selbstständig im Netz ist ein gutes Beispiel. Und da habe ich immer wieder kommentiert. Ich hatte da auch einen Plan: Drei Kommentare am Tag zu setzen. Das ist ja auch cool. Ich weiß jetzt nicht, wielange ich das durchgezogen habe. Vielleicht 6 bis 12 Monate - keine Ahnung. Marcus: Hast Du da stumpf Deine URL reingepostet oder hast Du gehofft, dass die dann auf Deinen Namen in den Kommentaren klicken und dann auf die Seite kommen. Vladislav: Nee nee, ich habe schon versucht Mehrwert zur Unterhaltung zu liefern und auch eine Beziehung zu diesem Influencer aufzubauen. Da ging es dann lange über E-Mails, da haben wir halt ein paar E-Mails hin und her geschrieben. Dann hatte ich auch schon die ersten Gastbeiträge geschrieben - bei den größeren Blogs. So ging das dann im Prinzip. Marcus: Aber Du wirst auch unterschreiben, dass das harte Arbeit ist und dass man sich da nicht zu schade sein darf, auch beispielsweise Blogkommentare ohne Ende oder drei pro Tag zu schreiben, die dann aber echt einen Mehrwert liefern. Vladislav: Ja natürlich. Am Anfang ist es halt super schwer und die ersten Schritte - oder ich sage auch immer die ersten 100 E-Mail Abonnenten - das ist die Hölle. Das ist der schwerste Weg. Wenn Du die geknackt hast, dann wird es ein bisschen einfacher. Und ab dem 1000sten wird es wieder ein bisschen einfacher und ab dem 10000sten läufts dann so ein bisschen von sich und dann kann man halt weitersehen. Marcus: So und dann hast Du Dir peu á peu die Reichweite aufgebaut, von welchen Rücklagen hast Du zu dieser Zeit gelebt. Vladislav: Ich hatte noch ein bisschen was vom Wedesign und das war es im Prinzip. Marcus: Und wie ging es Dir dabei? Hattest Du starke Nerven oder hast Du schon gedacht “wooow, so langsam muss es jetzt mal losgehen”? Vladislav: Also es war super stressig, wirklich. Deswegen empfehle ich es niemanden. Einfach, weil diese ganzen schlaflosen Nächte… Also Du liegst halt Nachts manchmal wach und denkst Dir “Fuck, was kommt morgen? Und wie überlebst Du morgen?” Und das ist halt wirklich ein hartes Brot. Marcus: Und wie hast Du Dich motiviert? Vladislav: Ich glaube, ich habe mich einfach motiviert, indem ich einfach durchgehalten habe. Einfach morgens aufstehen und weitermachen. Das ist ja das schöne und es ist auch das, was ich wollte, weil ich so ein Chaot bin und sonst nichts auf die Reihe kriege. Du hast nur diesen einen Weg. Die Brücken hinter Dir sind abgebrannt. Das muss funktionieren! Punkt! Marcus: Ja für viele ist das auch irgendwie ein cooler Modus da All-In zu gehen oder so. Vladislav: Das ist für die Chaoten und die Kreativen glaube ich. Für die ist das ein sehr guter Weg. Marcus: Ich kenne da auch jemanden, der dann überhaupt nichts mehr hatte, auch keine Kohle mehr und hatte nur noch Geld für ein Ticket nach Bangkok, Thailand. Er hat sich das geholt und danach hat er gedacht “So, jetzt baue ich mir meinen eigenen Blog auf und mein eigenes Online-Business. Das war auch super hakelig und auch schon von der Hand in den Mund gelebt, aber am Ende hat es dann irgendwie funktioniert. Aber erst dann! Vladislav: Krass, heftig! Marcus: Und wie ging es dann weiter? Dann hattest Du immer mehr Reichweiter auf dem Affenblog, guten Content geschrieben und dann musste ja irgendwann das erste eigene Produkt hin oder? Vladislav: Ich habe davor noch… weil mein Problem war ja, ich schreibe ja das Affenbuch, was es aktuell gibt. Das war das Einsteigerprodukt bei mir. Das geht darum, ein Blog Business aufzubauen. Das Ding ist, ich konnte ja kein Buch darüber schreiben, weil ich selbst noch kein Blog Business hatte - ist ja klar. So und deswegen musste ich halt ein Produkt davor schalten und weil das thematisch so gut gepasst hat, habe ich halt so einen Wordpress-Kurs gemacht damals. Bloghütte hieß das. Ein super cooler Name oder? Marcus: Ja auf jeden Fall. Das hab ich auch gesehen. Vladislav: Ja ich hab´s mit den Namen. Und das war halt mein erstes Produkt. Ich weiß gar nicht, wie teuer das war. Ich glaube 67,00 €. Und das war so ein Video-Kurs. Ich glaube, da gab es auch Checklisten und so einen Scheiß. Das habe ich dann verkauft. Da hatte ich, glaube ich, eine E-Mail-Liste von 300 Abonnenten. Also eine relativ kleine Zielgruppe, ein kleines Publikum. Ich weiß gar nicht, wieviel Umsatz ich damit gemacht habe - irgendwie 1.000,00 € oder 2.000,00 €, keine Ahnung. Marcus: Du sagst gerade selber von Dir, dass Du ein totaler Chaot warst oder vielleicht auch noch bist. Vladislav: Ja, immernoch. (Beide lachen) Marcus: Auf der anderen Seite klingt das alles so ziemlich professionell und fachmännisch, dass Du sagst “Okay, erst habe ich da kommentiert, Reichweite aufgebaut, erstes Produkt gebaut, Videokurs mit Checklisten. Irgendwoher muss das ganze Wissen ja kommen. Hast Du da Tipps oder Ressourcen, die Du hier teilen kannst? Vladislav: Ich habe viel im amerikanisch-sprachigen Raum geguckt. Da gucke ich auch immernoch so ein bisschen. Am meisten hat es mir angetan “copyblogger” - finde ich super geil von Brian Clark. Und “quicksprout” von Neil Patel. Super geile Dinger! Marcus: Okay, cool! Die werde ich auch auschecken. Ja dann, erzähl doch mal weiter. Wie ging es dann weiter mit Deinem Affenblog oder Deinen Affenclan, glaube ich, den es dann auch irgendwann gab? Wie kam da eins zum anderen? Vladislav: Genau, also erstmal gab es dann nach der Bloghütte - da habe ich ein bisschen weitergemacht - und dann hatte ich ja quasi ein Blog Business. Ich hatte schon Erfahrung, ich konnte also darüber schreiben. Dann habe ich die Erstauflage des Affenbuchs rausgehauen. Da hatte ich, glaube ich, 800 oder 1000 Abonnenten. Da hatte ich das erste Business, wenn Du es so sehen willst, mit einem regelmäßigen Umsatz. Das war noch relativ klein, aber es war halt regelmäßig und man konnte halt so ein bisschen planen. Das war eine gute Planungsgrundlage. Dann habe ich halt weitergemacht. Das ist ja bei diesem Bloggerkonzept super simpel. Du musst halt einfach hochwertigen Inhalt veröffentlichen und diesen promoten. Dann kriegst Du Abonnenten, die teilen wieder Deinen Inhalt und dadurch geht die Spirale immer so weiter. Marcus: Und die Inhalte hast Du aber komplett selbst erstellt? Vladislav: Genau, die habe ich selbst geschrieben, zwei Mal die Woche habe ich mich hingesetzt und ungefähr 1000 Wörter geschrieben. Und nochmal ganz kurz zum Anfang: Ich habe echt bis zu 16 Stunden für einen Artikel gebraucht. Also ich habe da wirklich Zeit reingepumpt und gesagt “Hey, das ist mein Marketing-Instrument. Das muss funktionieren und es muss gut sein.” Marcus: Hast Du einen Contentplan gehabt oder wie bist Du auf neue Themen gekommen? Vladislav: Nee natürlich nicht, ich habe da quasi von der Hand in den Mund gebloggt und später erst einen Redaktionsplan erstellt. Jetzt läuft der immernoch und der Redaktionsplan ist super wichtig. Ohne geht halt nicht. Marcus: Blogger haben ja früher oder später oft das Problem sich weiter zu motivieren und durchzuhalten und immer wieder kreativ zu sein und neuen Content zu erstellen. Gab es bei Dir die Phasen auch und wie hast Du die überwunden? Vladislav: Das Ding ist: durchhalten ja. Das ist super wichtig beim bloggen. Das ist grundsätzlich beim Unternehmertum einfach wichtig. Das ist super schwer. Ich setze mir Zahlenziele, die versuche ich zu erreichen - im Sinne von Abonnenten. Ansonsten gibt es oft so Situationen, da hast Du einfach keinen Bock. Da denkst Du Dir einfach “Boah, jetzt habe ich überhaupt keinen Bock mehr zu schreiben”. Aber das Ding ist: Du musst halt einfach weiter machen. Weil irgendwann kommt die sonnige Zeit - sage ich mal. Und deswegen: Einfach machen! Marcus: Das krasse ist ja - ich weiß grad nicht, wo ich das gelesen habe - aber da gab es echt mal so Auswertungen oder die haben dann quasi so prophezeit was passiert wäre, wenn derjenige weitergemacht oder weitergebloggt hätte. Und da kam dann halt raus, dass mega, mega viele Leute - irgendwie 80% oder so - genau vor diesem Tipping Point dann aufhören. Das ist, glaube ich, genau dieses Tal oder diese Parabel, wo es am Anfang halt sehr steil hoch geht und dann wird es immer flacher und wenn Du da nicht durchhältst und weitermachst, dann hörst Du auf. Und das wäre aber genau der Punkt gewesen, wo Du hättest noch ein paar Monate weitermachen müssen und dann wäre das Ding abgegangen. Das finde ich auch ganz interessant. Feli merkt das auch immer wieder bei Travelicia, wie schwer es ist, sich regelmäßig zu motivieren. Ich habe auch angefangen auf Medium regelmäßig zu schreiben. Mehr oder weniger regelmäßig. Ich habe immer wieder coole Ideen und denke so “Da muss jetzt ein neuer Artikel kommen” und dann gibt es doch immer wieder wichtigere Sachen. Aber es gibt auch Tage an denen Du denkst “Boah geil, heute mach ich´s” und stehst dann auf, machst Dir Deinen Rechner auf, Scrivener oder direkt in Medium, da kann man ja auch ganz gut ablenkungsfrei schreiben und dann schreibst Du das Ding einfach so runter ne? Vladislav: Genau, das ist halt so. Momentan ist es auch viel einfacher mit Walter ist fester Freelancer - also fester Autor auf Freelance Basis. Gordon ist fest dabei. Das ist halt einfacher. Die Reichweite ist auch soweit gut, dass Gastbeiträge reinkommen. Ich habe so fünf bis sechs Gastbeiträge in der Pipeline - das hat sich gerade ein bisschen angestaut, das ist auch super. Die muss ich auch noch editieren. Es wird mit der Zeit immer einfacher und das merkt man auch. Ich könnte, wenn ich wollte, meine Zeit reduzieren, aber da habe ich halt nicht so viel Bock zu und deswegen… Man merkt einfach in der Zukunft, es wird viel einfacher und ich glaube auch, es wird in ferner Zukunft noch einfacher. Marcus: Ja klar. Je mehr Reichweite, umso spannender wird es dann ja auch, ne? Vladislav: Genau, das macht immer mehr spaß. Marcus: Und das Steinige und das Harte ist immer wieder der Beginn. Vladislav: Ich merke das auch selber. Der Anfang war super hart, aber es wird immer einfacher. Marcus: Du hast eben davon gesprochen, vom Blog Business und vom Blog leben zu können. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Leute, die unterstreichen und sagen “Der Blog selber ist kein Business”. Vielleicht kannst Du da mal so ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, was genau jetzt ein Blog sein kann. Vladislav: Ich sehe das so, dass ein Blog ein Business sein kann. Ich sage ja auch Blog Business dazu, weil das gehört halt einfach zusammen. Der Blog ist halt im Zentrum. Da entsteht die Marketing Aktivität, da baust Du Deine Reichweite aus, da baust Du Deine Beziehung zu Deinen Abonnenten auf, zu Deinem Publikum. Und drum herum quasi baust Du Deine Produkte. Aber für mich ist es halt eine Einheit, eine große Einheit. Marcus: Ja okay, dann ist das Verständnis das gleiche. Weil die Leute, die sagen, der Blog an sich ist kein Business, die meinen es aber auch so, dass der Blog dann ein Marketing Kanal ist oder halt ein Reichweiten-Booster. Vladislav: Genau, aber der Blog ist halt auch oder bei mir ist es zumindest so, dass der Blog auch gleich die Marke ist und im Prinzip auch gleich das Unternehmen, was dahinter steckt. Marcus: Ja absolut. Und zu dem Blog ist dann irgendwann noch ein eigener Podcast hinzugekommen? Wann war das Vladislav: Ja genau. Warte mal, war das eigentlich….? - bin ich mir nicht sicher. Ich glaube in den Staaten ging es da so vor einem halben Jahr oder so ziemlich mit Podcasten los, ne? Marcus: Ja, also ich habe schon immer so ein paar Podcast aus den Staaten gehört, wenn ich auf dem Weg zum Sport gewesen bin, auf dem Fahrrad oder so und fand das super faszinierend, was Pat Flynn und Ted Forbes und Rich Fowler und diese ganzen Typen gemacht haben. Ich fand das schon immer so subjektiv von der Wahrnehmung schon immer fett in den Staaten, aber ich glaube vor einem halben Jahr oder so, gab es noch einmal so einen richtig krasse Schub. Vladislav: Eine richtig dicke Welle, ne? Genau. Und dachte ich auch “Hey, da schwimme ich mit”. Und da habe ich halt Gordon gefragt. Wir hatten nämlich davor einen Podcast, der hat mich auch interviewt und es hat halt gestimmt. Ich hatte einfach Bock, er hat auch einfach eine geile Stimme, das muss man sagen! Und da haben wir halt zusammen Affen on Air gestartet. Weil ich auch keine Ahnung von diesem Podcast-Scheiß habe. Und diesem Schnibbeln und so, das ist nicht so mein Ding. Marcus: Ja, Gordon ist echt ein super cooler Kerl. Der mastert ja auch meine Folgen von LifeHackz. Vladislav: Ja super gut, echt. Marcus: Und er ist, glaube ich, auch schon ziemlich lange dabei, ne? Mit seinem Projekt - wie hieß der - Podcast-Helden? Vladislav: Ja genau, super... Marcus: Und hat Gordon Dir dann auch dabei geholfen, wie man den dann genau aufsetzt, sprech die Feeds aufsetzt und den Media Hoster auswählt und die Beiträge dann anlegt auf Wordpress? Vladislav: Genau, das ist alles Gordons Part. Marcus: Ah saucool, weil ich hab mich da durch das ganze Tutorial von Pat Flynn durchgekämpft, was im Übrigen super, super useful ist - mal wieder völlig kostenlos. Die Amerikaner leben uns dieses caring und sharing echt so bis zum Exzess vor. Die Anleitung war richtig cool. Das war echt harte Arbeit für ein paar Tage, aber wenn Du das einmal stehen hast, dann man mega happy und stolz darauf sein. Vladislav: Technik ist immer so ein Pain, ne? Da müsste man mal eine Lösung für finden. Marcus: Ehrlich gesagt: Ich bin so ein Frickler, so ein Perfektionist, was jetzt mittlerweile vielleicht gar nicht mehr so gut ist, weil ich wahrscheinlich an anderen Fronten noch mehr rausholen könnte, für mich oder für das Business und verliere mich dann immernoch gerne im Detail. Aber ich weiß noch früher, als ich studiert habe und keinen Bock hatte auf die Vorlesung, weil alles so theoretisch war, da habe ich lieber seitenlange Tutorials gelesen und selber versucht, einen Blog zu starten und online irgendetwas aufzubauen und aufzusetzen und wirklich jeden Step dann selber zu machen, anstatt das irgendwo outzusourcen. Geld hatte ich eh nicht dafür. Vladislav: Ja, ich bin auch so ein Perfektionist. Ich frickle auch noch zu viel selbst rum. Ich bin jetzt grad dabei... ich habe in Start in WP , kennst Du den auch - Sebastian? Marcus: Der ist super geil. Den haben wir jetzt auch am Start. Vladislav: Ich teste den jetzt auch. Wie gesagt, ich habe auch keinen Bock mehr auf diesen Technik-Scheiß. Das kostet so viel Zeit am Ende des Tages. Manchmal hast Du da echt ganze Tage, die halt nur mit diesem Technik-Kram verschwendet sind. Marcus: Ja absolut. Bei mir war das auch erstmal ein Step, das aus der Hand zu geben. Weil dann denkst Du “Ach komm, hier so eine Änderung an der Website und einen neuen Speaker einfügen oder einen Link ändern oder so, das kriegste ja irgendwie selber hin”. Aber wenn man sich da nicht diszipliniert, dann summiert sich das ja auch wieder. Und dann hast Du da ein, zwei Stunden mit irgendwelchen “Kleinigkeiten”  beschäftigt, die in dem Fall dringend sind, aber nicht wichtig. Und das ist irgendwann auch die Kunst zu entscheiden: Was ist wichtig, was bringt Dein Business nach vorne? Und was ist gerade dringend, aber kann vielleicht trotzdem erstmal liegen bleiben, weil es nicht den mega Impact hat ne? Vladislav: Yes! Marcus: Du hast dann angefangen zu Podcasten und was sind da Deine Themen? Was für ein Format nimmst Du da? Wie oft Podcastest Du? Vladislav: Also wir veröffentlichen die Episoden immer einmal die Woche - immer Mittwochs. Die sind auch quasi in dem Redaktionsplan vom Blog integriert. Das heißt, wir haben zwei Mal die Woche einen Artikel und einmal eine Podcast-Episode. Da haben wir auch ein Transkript. Das ist immer super cool für den Leser, für die Suchmaschine im Endeffekt. Und wie wir das machen ist quasi, dass Gordon und ich uns locker darüber unterhalten. Ich finde diese Interviews sind auch mega cool. Weil so Monologe sind ein bisschen langweilig denke. Bei so einer lockeren Unterhaltung da kommt auch vielmehr rüber, weil man auch Rückfragen stellen kann und so. Es macht halt einfach mehr Sinn. Und der Mehrwert, der erzeugt wird, ist denke ich auch größer. Marcus: Ja, das finde ich auch. Es ist irgendwie oft auch viel spontaner. Da nimmt ein Gespräch eine ganz andere Wendung, als Du Dir das vielleicht vorher ausgemalt hattest auf Deinem Blatt Papier, wenn Du alleine irgendwo rein redest.   Vladislav: Was wir auch noch ein bisschen verkaufen mit dem Podcast ist auch so ein bisschen gute Laune. Wir haben so einen Gute-Laune-Jingle am Anfang. Wir versuchen auch immer 20% gute Laune zu verkaufen. Marcus: Gute-Laune-Dinger ne? Vladislav: Ja, das ist wichtig! (Beide lachen) Marcus: Ja absolut, ich finde Spaß bei der Arbeit fühlt sich dann irgendwann auch nicht mehr nach Arbeit an. Vladislav: Genau! Marcus: Du sagst dieses Podcasten hattet ihr dann als allerletztes Projekt bei dem Affenblog gestartet und davor gab es noch den Affen Clan, oder? Vielleicht erzählst Du noch etwas zum Affen Clan. Was genau da jetzt abgeht. Vladislav: Nach dem Affenbuch gab es dann auch nochmal eine zweite Auflage. Ich weiß jetzt gar nicht, ob es die zweite oder dritte Auflage ist. Also es kann sein, dass es noch eine dritte Auflage gab vom Affenbuch. So und jetzt habe ich für Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres auch die vierte Auflage schon auf dem Schirm quasi. Danach habe ich gesagt “Okay, das Affenbuch ist ein Ebook” und dann habe ich gesagt “Okay, jetzt kommt der nächste Schritt - nämlich eine Mitgliedschaftsseite”. Das Thema ist gleich, wie man ein Blog Business aufbaut. Aber bei der Mitgliedschaft hast Du halt die Vorteile, dass Du mehr Interaktionen machen kannst. So ein Ebook kannst Du halt lesen und das war´s. Und dann habe ich halt den Affen Clan hochgezogen. Letztes Jahr habe ich damit angefangen. Das war auch so eine Nacht und Nebel-Aktion. Den hatte ich nämlich noch für dieses Jahr auf der To-Do. Und weil ich ja so ein Chaot bin und das Jahr fast vorbei. Ich dachte nur “Fuck, ich muss das jetzt noch rausbringen!” So und dann habe ich glaube ich in drei Wochen diese Basis hochgezogen. Das war auch super stressig. Also Verkaufstexte geschrieben, Landing Page aufgesetzt, diese ganze scheiß Technik aufgesetzt vom Backend, die ersten Inhalte erstellt, einen Redaktionsplan dafür gemacht, und das ganze auch noch promoted irgendwie, einen Launch daraus gemacht. Dann habe ich das gelauncht, ich glaube, das war im Januar. Und jetzt sind wir gerade so 50 Leute. Da gibt es halt einmal ein Forum, das ist ein wichtiger Bestandteil. Dann gibt es Grundlagen. Das heißt, die holen Dich halt so schnell wie möglich von 0 auf 100, sage ich mal. Und mittlerweile gibt es auch regelmäßige Webinare, zwei Mal im Monat, wo wir uns dann mal für eine Stunde am Montagabend zusammensetzen. Da besprechen wir dann eine Lektion. Das machen auch Gordon und ich zusammen, weil es halt einfach cool ist. Am Ende gibt es auch noch eine Q&A Runde, wo man dann auch noch Rückfragen stellen kann. Das ist schon fast wie ein Coaching, weißt Du? Marcus: Das klingt sehr Hands-on und es klingt auch sehr nahe an den Teilnehmern dann ne? Vladislav: Ja, es macht auch super viel Spaß. Und diese Webinare werden auch aufgezeichnet, werden getagged, werden archiviert und so ist mit der Zeit auch ein super cooles Archiv entstanden. Wie gesagt, so eine Mitgliedschaft macht auch super viel Spaß, weil Du siehst halt auch die Ergebnisse. Wir teilen auch jeden Monat wichtige Kennzahlen miteinander und dann siehst Du halt “Okay, das geht aufwärts bei denen”. Marcus: Und die Leute motivieren sich dann gegenseitig, dass man weiß, derjenige hat auch mehr oder weniger mal bei Null gestartet oder mit mir zusammen und bei denen geht es jetzt langsam. Vladislav: Genau, die sind halt alle ungefähr auf dem gleichen Level, aber einer ist halt ein bisschen weiter, der andere steht halt noch am Anfang. Aber das ist halt schön. Da guckt man “Okay, der ist halt zwei Monate weiter als ich. Das heißt, bei mir wird es wahrscheinlich auch so aussehen, wenn ich das gleiche mache, was er gemacht hat.” Das ist halt super cool! Marcus: Ja was Du so alles erzählst klingt mega straight und produktiv, um das zu sagen. Gibt es gewisse Routinen oder Strukturen in Deinem Tag? Wie kriegst Du das hin, dass Du da so viel Output hast? In so jungen Jahren gerade auch. Wie alt bist Du jetzt? Vladislav: Ich bin 25 jetzt. Das ist schon alt. Marcus: Ja, ich denke mal für das was Du da jetzt aufgebaut hast in den letzten Jahren, ist das schon ganz gut. Es ist ganz gut schnell alles gegangen. Vladislav: Ja, das war okay. Also auf jeden Fall Routinen… Ich habe halt versucht, einen lockeren Tagesablauf zu haben. Das habe ich aber nicht hinbekommen. Weil da habe ich nur gearbeitet und habe halt überhaupt nicht entspannt. Das ist ja auch nicht gut. Marcus: Du hast einfach so geguckt “Was liegt an, worauf habe ich Bock. Ach dann schreibe ich jetzt einen Artikel und morgen dann halt wieder einen Newsletter und übermorgen Facebook Post”, aber halt nicht alles an einem Tag dann eher wahrscheinlich, ja? Vladislav: Genau so in etwa. Oder ich habe auch versucht “Okay, jetzt schlafe ich mal ein bisschen aus, dann fange ich an zu arbeiten. Dann arbeite ich halt länger. Das hat - wie gesagt - nicht gefruchtet. Weil ich habe dann im Endeffekt nur gearbeitet. Ich konnte halt nicht loslassen. Das ist ein bisschen schwierig gewesen. Jetzt arbeite ich immer so von acht bis sieben ungefähr, mit einer Stunde Mittagspause. Dann mache ich zwischendurch viele Pausen. Auch wenn ich irgendwann beim Schreiben keinen Bock habe, dann lege ich mich kurz auf die Couch und gucke dann ein bisschen in meinem Handy rum. Das passt. Und ansonsten schreibe ich halt Vormittags immer viel. Ich bin nämlich am Morgen noch super klar und je später es wird desto mehr Matsche kommt in meinen Kopf. Jetzt geht es noch, nachmittags ist es schon ein bisschen schwierig, aber abends bin ich dann echt auch schon ausgepowert und kriege produktiv nichts mehr hin. Also vormittags schreibe ich viel und nachmittags mache ich halt diesen Verwaltungskram oder irgendwelche Podcast-Geschichten oder so etwas. Marcus: Ja, das kenne ich. Gerade was so kreative Sachen angeht, da ist man morgens irgendwie am kreativsten, ne? Vladislav: Ja, aber ich glaube bei manchen ist es verschieden. Es gibt auch Nachteulen, die sind dann nachts produktiver. Bei mir ist es halt morgens. Marcus: Bei Tim Ferris zum Beispiel glaube ich. Der schreibt am liebsten nachts. Vladislav: Ja, der ist auch eine Nachteule, ne? Marcus: Ich selber bin ja eigentlich auch früh morgens am produktivsten und suche mir dann immer einen Task raus, der so der wichtigste Task ist, der den meisten Impact hätte, wenn ich ihn schaffen würde, auf meinem Business. Und den nehme ich mir dann vor und den gehe ich dann immer an mit frischem klaren Kopf. Und das sind aber auch meistens so fette Brocken, die Du dann nachmittags um vier, fünf Uhr auf keinen Fall mehr schaffen kannst. Vladislav: (lacht) Ja, da hast Du auch keinen Bock mehr bestimmt, ne? Marcus: Nee, also ich glaube, das ist wirklich so, da habe ich auch mal einen Artikel auf Medium drüber geschrieben, dass man pro Tag quasi wie so ein Wasserglas an Menge an Real Power hat, an Entscheidungsfähigkeit und auch so dieses etwas durchzuziehen, das Standing. Und je später der Tag ist, umso schwieriger ist das. Vladislav: Das ist eine schöne Metapher. Das habe ich noch nie so gesehen, aber es ist echt so. Also auch ein Wasserglas ist dann irgendwann leer. Marcus: Ja das ist leer und wenn Du dann abends entscheiden musst, so krass irgendetwas Strategisches - keine Ahnung - wo findet die nächste DNX Global statt oder so, da kannst Du halt keinen klaren Gedanken mehr fassen um 22:00 Uhr, wenn Du durch bist und den ganzen Tag gearbeitet hast. Aber wenn Du sagst “ich stehe früh auf” und mittlerweile versuche ich das zur Routine zu machen, immer mit dem Sonnenaufgang aufzustehen. Das ist jetzt gerade in Berlin um 5:30 Uhr gewesen. Ich muss da gucken, ich bin heute in Palma de Mallorca angekommen oder auf Mallorca und bin unten an der Playa entlang. Dann Bed & Breakfast Coworking Space und hier ist es glaube ich ein bisschen später: 5:45 Uhr oder so. Wenn Du dann so früh aufstehen würdest und dann halt um 06:30 Uhr damit anfängst, dann klappt das viel besser, so fette strategische Sachen zu entscheiden. Vladislav: Bei mir ist es auch immer so, dass wenn ich zum Beispiel nachmittags irgendwelche Social Media Posts oder E-Mail Kampagnen schedule, dann mache ich da mega viele Fehler immer. So, das regt einen auch immer auf. Ich schedule die immer nachmittags und morgens gucke ich dann nochmal, ob ich alles richtig gemacht habe. Vor allem mit Daten, da bin ich nicht so gut mit. Da habe ich dann manchmal ein falsches Datum, eine falsche Uhrzeit oder so ein Scheiß. Das ist schon alles vorgekommen. Marcus: Ja, das habe ich auch voll oft. Dann schedule ich irgendetwas vor und dann weiß ich “Oh, der Post geht gleich live um 9:00 Uhr oder 9:30 Uhr” oder so und gucke dann um 8:00 Uhr nochmal rein und schreibe den dann nochmal komplett um oder anders und entdecke noch voll viele Fehler, ne? Das ist echt krass. Was sind die nächsten Steps bei Dir mit dem Affenblog? Vladislav: Weiter wachsen. Also mein nächstes Ziel sind die 50.000 E-Mail Abonneten. Das ist glaube ich auch eine gute Hürde. Ansonsten kommt jetzt demnächst das erste Tool, was wir jetzt rausbringen: Banana Content. Das ist also ein SEO Tool für smarte Blogger, also für unser eins. Genau optimiert auf unsere Bedürfnisse. Da möchte ich auch langfristig mehr in die Richtung gehen, dass ich also mehr in diese Tool-Richtung gehe. Ich habe halt gemerkt, so ein Tool zu machen, macht mir super viel Spaß. Ich bin auch der Meinung, ich kann das gut. Einfach, weil ich so einen starken Vereinfachungsgedanken habe. Bei mir muss alles super simpel sein und das kommt jetzt demnächst. Marcus: Baust Du die Tools dann selber? Weil Du sagst, Technik ist voll Pain in the Ass für Dich? Vladislav: Genau, nee, ich habe mich mit Jonas Breuer zusammengetan für Banana Content und ich plane auch noch weitere Partner zu suchen, mit denen ich halt so diese ganzen Tools aufbauen möchte. Marcus: Und ein Tool, was ihr schon am Start habt, ist Chipnotes, ist das richtig? Vladislav: Nee, das haben wir wieder eingestampft. Das war ein bisschen fernab des Blogs. Das war einfach nur eine coole Notizenapp. Marcus: Und wieso habt ihr die wieder eingestampft? Vladislav: Wie soll ich sagen? Das hat einfach nicht so gut … Ja wie soll ich das vernünftig sagen? - Aus Zeitgründen. Wir haben gesagt “Okay, da haben wir keine Zeit dafür. Das hatte einfach nicht soviel mit dem Affenblog zu tun. Das war einfach nur eine cool Notizenapp. Marcus: Und dann hast Du gesagt, lieber ganz vom Markt nehmen oder einstampfen, als ein halbfertiges Produkt irgendwo mit im Portfolio rumzuschleifen. Vladislav: Genau, das war noch nie so wirklich drin. Das war nur so am Rande. Und diese Banana Content ist jetzt drin. Und die Ideen, die ich noch habe für die anderen Tools, die gehören direkt zum Affenblog. Marcus: Was ist Banana Content? Vladislav: Das ist das SEO Tool für smarte Blogger, was jetzt demnächst kommt in einigen Monaten. Marcus: Das heißt, was kannst Du damit genau machen? Vladislav: Da hast Du vier Schritte. Du kannst halt eine ____ Recherche machen direkt in Deinem Wordpress Dashboard. Du hast wichtige Kennzahlen, die Dir jetzt sagen “Okay, der Blogartikel ist gut optimiert für die Suchmaschine”. Du kriegst Tipps zur Onpage Optimierung, wie Du den Artikel optimieren kannst. Du hast eine Möglichkeit potentielle Linkpartner zu finden, wo Du sagen kannst “Hey der Vladi hat darüber geschrieben, ich hau den mal an” oder irgendein anderer Typ hat darüber geschrieben “den hau ich mal an und bitte um link oder um share” und Du hast auch noch ein Ranktracking, dass Du immer weißt, wie gut das funktioniert. Vor allem diese Tracking Funktionen bieten halt kaum Tools an. Und das haben wir halt drin. Da kannst Du immer nachgucken “Okay im Durchschnitt pro Woche rankt der Artikel auf Platz 6”  oder so. Dann weißt Du, Du hast gute Arbeit geleistet. Marcus: Ja, das klingt echt nach einem smarten Tool. Gerade im deutschen Bereich gibt es ja kaum gute SEO Tools bzw. es gibt ein paar, aber viele wurden dann auch irgendwann gar nicht mehr weiter entwickelt. Vladislav: Genau und es gibt halt auf der Seite nur diese High End Dinger. Die halt viel zu viel machen und auch nicht unbedingt das machen, was wir halt brauchen. Wir haben einen starken Fokus auf Content. Und deshalb heißt das Tool auch Banana Content. Da kommt in ferner Zukunft auch noch mehr dazu. Es wird nicht nur ein SEO Tool sondern ein Content Marketing Tool. Die Kennzahl momentan beruhen sich nur auf SEO Werte und was cool wäre, wenn die in Zukunft sagen “Okay, Dein Content ist gut”. Marcus: In Terms of Shares auf Social Media Plattformen zum Beispiel? Vladislav: Genau. Also, dass Du den Scope ein bisschen breiter fasst, also nicht nur SEO, sondern auch Content. Es ist halt schwer einen Wert für die  Content-Qualität zu bestimmen. Aber in die Richtung soll es langfristig gehen. Marcus: Aha, cool! Du bist…. Vladislav: ...spannende Geschichte. Marcus: Ja, das finde ich auch. Gerade auch, weil ich auch selber aus dem SEO-Bereich komme. Vladislav: Ach echt? Das wusste ich gar nicht. Marcus: Ja, ich habe damals in meinen ersten Corporate Jobs im Online Marketing angefangen und da speziell dann auch im SEO-Bereich, weil das das war, was ich privat vorher schon ganz gut konnte und mich dareingefuchst habe und quasi so neben der Uni privat mir beigebracht habe, um meine eigenen Seiten irgendwie zum ranken zu bekommen und kostenlosen Traffic zu kriegen. Als Student hatte ich kein Geld, um Traffic einzukaufen. Dann habe ich mich ziemlich stark mit SEO beschäftigt, bin auch viel zu Konferenzen gegangen und war bei vielen SEO Skype Chats, in so versteckten Chats, Greyhead, Blackhead, irgendwie alles durch. Und bin dann nach und nach so ein bisschen breiter geworden und gewachsen im Netz, Online Marketing. Vladislav: Spannende Geschichte, cool. Das wusste ich nicht. Ich hau´ Dich dann mal an, wenn es eine Testversion gibt. Das passt dann ja gut. Marcus: Klar, auf jeden Fall. Da kannst Du Dich schonmal auf viel Feedback einstellen. Vladislav: Ja, das ist gut. Marcus: Weil die Kombi SEO und Perfektionist verleitet ja nur dazu, irgendwie so tief dann immer irgendwie einzutauchen und tausend Sachen zu finden und zu suchen. Und genau das hatte mir damals auch so viel Spaß gemacht bei der Arbeit. Das erste Mal, dass ich was hatte wo ich mir dachte “Geil, ich kann irgendwie eine Webseite auseinandernehmen”. Und auch heute noch, wenn ich auf einer neuen Seite surfe - ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, Du kommst ja jetzt nicht aus dem SEO Bereich - ist das erste, was ich checke: Wie ist der Title optimiert? Was für eine Description hat er am Start? Hat er irgendwie Umlaute richtig? Hat er die URL richtig am Start? Die verwendeten Überschriften. Also direkt irgendwie so eine krasse On-page Analyse einmal im Kopf runter gerattert. Vladislav: Krass, das geht nicht raus, ne? Marcus: Nee, auf keinen Fall! Vladislav: Bei mir ist es halt mit Webdesign so. SEO-mäßig gucke ich da überhaupt nicht drauf, aber ich gucke mir halt das Webdesign an. Dann gucke ich “okay, hier ist ein Pixel zu viel. Das ist nicht schön. Die Farbe geht gar nicht”. Das kriege ich nicht raus.   Marcus: Und was sagst Du zu unseren Seiten und Logos? Vladislav: Finde ich gut, finde ich schön. Ich war auf dieser LifeHackz-Seite, passt gut, gefällt mir gut! Marcus: Okay cool, danke! Du bist im Bremerhaven hast Du am Anfang gesagt. Vladislav: Genau. Marcus: Wie stehst Du zu diesem digitalen Nomadentum? Ist das auch eine Option für Dich oder sagst Du “In diesem Setting im Bremerhaven bin ich am produktivsten und will eigentlich gar nicht raus” oder “ich habe eine Frau/Freundin” - keine Ahnung? Vladislav: Also das Ding ist, ich finde es grundsätzlich cool. Ich meine, die Idee ist einfach cool, wenn Du arbeiten und reisen kannst. Das kannst Du ja bestätigen. Das Ding ist momentan: Ich fokussiere mich halt auf den Aufbau. Wie gesagt, ich bin auch ein Chaot und wenn wir halt mal verreisen, ist das für mich immer mit Stress verbunden. Ich komme echt nicht klar, wie ihr das macht, weil wenn ich reise, ist es wie gesagt mit Stress verbunden. Deswegen denke ich auch, ich würde es momentan nicht so gut hinkriegen. Es wäre halt ein bisschen stressig für mich. Momentan bin ich im Home Office, das ist okay. Was ich mir auf jeden Fall dieses Jahr noch holen werde, ist ein Office außerhalb. Zuhause ist es für manche toll. Ich bin jetzt drei Jahre hier und habe einfach kein Bock mehr. Wenigstens ein bisschen rauskommen. Das ist halt super schön. Was meine Freundin und ich aber angepeilt haben, ist so in ein oder zwei Jahren, wenn das ganze so ein bisschen ohne mich läuft, dann auf jeden Fall eine Weltreise für 6 oder 12 Monate. Das ist auf jeden Fall ganz oben auf der To-Do. So ein paar geile Städte. Ich habe auch so geguckt…. Hast Du Steve Jobs Biographie gelesen? Der hat da auch so eine Tour gemacht. Ich glaube, angefangen hat er in München, Schweiz und dann nach Indien. Und diese Tour will ich auch gerne machen. Meine Freundin will bestimmt auch nochmal irgendwelche Touren mitnehmen. Und auf so eine große Tour hätte ich auf jeden Fall noch Bock. Das sollte man, denke ich, auch mitnehmen, wenn man halt auch die Möglichkeit hat und das haben wir ja. Marcus: Absolut ey, das Reisen hat nochmal so etwas in mir freigesetzt. Also für mich persönlich auch ein persönliches Wachstum, das war nochmal so ein Gamechanger und so ein Trigger, dass ich so ganz anders die Welt gesehen habe. Vladislav: Das glaube ich auch, Du tickst halt ganz anders, also… wie gesagt, das habe ich auf dem Schirm. Sonst war mir die Freiheit primär ganz wichtig. Dass ich halt arbeiten kann wo ich will, wann ich will. Jetzt habe ich zwar relativ feste Arbeitszeiten, aber dennoch kann ich die Zeit so ein bisschen hin- und herschieben. Marcus: Aha, arbeitest Du auch am Wochenende durch? Vladislav: Ich arbeite Samstags vormittags, aber wie gesagt, da mache ich so ein bisschen Verwaltungskram, weißt Du? Das ist auch so ein Pain, glaube ich, ne? Marcus: Absolut, das ist für mich, wenn die Leute so sagen “Ey Marcus, hier mit dieser 4 hour workweed und so, das klappt ja überhaupt nicht. Wie ist denn das bei Dir? Arbeitest Du nur vier Stunden?” Und um die Leute da so ein bisschen abzuholen sage ich so “Also irgendwie kriege ich es schon hin mit der 4 hour workweek. Ich arbeite wie ein Schwein, aber es fühlt sich nicht nach Arbeit an. Nur diese vier Stunden Buchhaltung und Rechnungen schreiben, das ist meine Workweek.. Vladislav: (lacht laut) Genau. Marcus: Das ist dann meine Workweek. Vladislav: Die mache ich halt am Samstagvormittag immer schön in Ruhe. Da schläft die halbe Welt noch und dann mache ich das. Marcus: Ja, ich liebe es auch ehrlich gesagt, Samstags und Sonntags zu arbeiten, gerade wenn wir unterwegs sind. Irgendwo in der Welt vergessen wir eh, welcher Wochentag ist. Das ist ein bisschen anders, wenn wir nach Berlin zurückkommen und ich mit meinen Kumpeln abhänge, die dann eher so einen 9 to 5 Job haben oder ich zum Sport gehe - zum Krav Maga. Dienstags und donnerstags ist das dann Abends, weil die Berufstätigen dann halt tagsüber arbeiten. Dann weiß ich halt immer ganz genau, wann Samstag und Sonntag ist. Aber grundsätzlich ist es total okay samstags und sonntags am Rechner zu sein, weil dann Null Distraction ist und keine E-Mails kommen und irgendwelche Leute etwas von Dir wollen und man dann einfach so geradeaus fahren kann. Vladislav: Genau. Also noch einmal zur 4 Hour Workweek: Ich glaube, ich könnte das, wenn ich halt wirklich krass bin, zu reduzieren. Bestimmt so vier, sechs Stunden so in der Woche. Aber dann hast Du ja auch kein Wachstum. Das ist dann nur Erhalt. Dann wirst Du immer die gleichen Umsätze fahren und Du würdest aber auch nicht so coole Sachen produzieren. Das ganze Ergebnis wäre nicht geil. Marcus: Nee, das glaube ich auch nicht und klar, ein passives Einkommen ist cool. Aber selbst das coolste passive Einkommen oder voll automatisierte System erfordert glaub ich, immernoch ein bisschen Input, sei es nach ein paar Monaten oder einem halben Jahr oder so. Vladislav: Das denke ich. Also ich glaube auch, wenn wir mal bei Steve Jobbs bleiben, der hatte im Endeffekt ja auch bei seinem riesengroßen Konzern auch immernoch das letzte Wort und überall so die Augen und die Hand drauf, ne? Marcus: Mmh, absolut. Vladislav: Ich glaube, komplett ohne geht auch nicht oder kaum. Marcus: Nee und was man auch früher noch gekauft hatte, diese vollautomatisierte Systeme oder dieses passive Einkommen über Ebooks oder Affiliateseiten, die dann von selbst ranken und so. Aber selbst die brauchen ja immer wieder frische Backlinks, sonst kommt halt irgendwann jemand, der das dann ausrankt und dann ist Deine Seite unten und dann ist Dein smart passive Income auch nicht mehr da. Vladislav: Genau, die Welt ist halt schnell. Die bewegt sich. Da musst Du mitspielen. Marcus: Ja ja, absolut. Aber auf der anderen Seite macht es ja auch mega Spaß. Also ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber mich motiviert das irgendwie jeden Tag zu wissen “Oh geil, Du kannst wieder an den Rechner und kannst irgendetwas produzieren, irgendein Value erschaffen” und gucken, wie Du da weiterkommst. Und nicht “Ah okay, das läuft jetzt - that´s it”. Ich glaube, das wäre auch gar nichts für mich. Ich könnte nicht nur am Strand liegen und gar nichts machen. Vladislav: Genau, nee ich auch nicht. Das ist auch immer das, was ich sage… Wäre ich jetzt super reich, dann würde ich das gleiche auch machen, weißt Du? Also da würde sich nicht viel ändern. Ich finde auch grundsätzlich cool, wenn ich mal so ein Buch lese, dann denke ich mir “Cool, ich lese hier ein Buch” und im Endeffekt werde ich halt dafür bezahlt, weißt du, indirekt. Und das ist halt auch so: Was gibt es Geileres?! Da kannst Du ein Buch lesen, was Du sowieso lesen würdest und Du wirst im Endeffekt dafür bezahlt und machst langfristig auch die Welt zu einem besseren Ort. Marcus: Okay cool Vladi! Das war sehr viel Input, ziemlich coole Infos von Dir. Also ich bin echt geflasht, was Du in Deinen jungen Jahren schon alles auf den Weg gebracht hast und auch wie schön professionell so Dein ganzes Business aussieht. Aber das kommt wahrscheinlich dann von Deinem Design Background. Es ist auf jeden Fall sehr schön streamlined. Vladislav: Danke danke ja! Darauf achte ich auch sehr. Marcus: Ja ich finde… Um da noch kurz drauf einzugehen, vernachlässigt auch viele richtig krasse gute Onlineunternehmer, gerade auch die, die aus dem SEO oder Online Marketing Bereich kommen, die sind technisch top drauf, haben total viel Wissen, haben auch richtig geile Produkte, aber das Design kippt hinten immer total über. Und das kann auch in vielen Fällen den Unterschied machen. Vladislav: Da stimme ich Dir zu. Das Ding ist halt auch: Es liegt ja auch nahe. Wenn Du halt so aus der Technik kommst, dann hast Du halt nicht so ein Gespür für Design in der Regel. Bei einem Designer ist es auch so wichtig, wie Du sagst, das kann einen Unterschied machen, weil vor allem auch bei so Themen wie Content und digitalen Produkten. Die kannst Du ja nicht anfassen. Oder auch bei digitalen Tools, da ist halt das Design entscheidend und bestimmt auch die wahrgenommene Qualität. Das heißt, wenn Du den gleichen Content hast, das Design aber viel besser aussieht und professionell aussieht, wird der ganze Content auch als viel hochwertiger wahrgenommen. Marcus: Ja ja absolut. Da stimme ich Dir auch voll zu. Also glücklicherweise hat bei uns im Team - ich mache meine ganzen Businesses mit Feli zusammen. Feli hat da ein ganz gutes Auge und Gespür für Design und ich bin dann halt mehr so der Frickler und der Techniker im Hintergrund und sorge für den Traffic und konzeptioniere gern. Cool, als letztes würde ich Dir noch gerne die Frage stellen: Welche drei Dinge würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen, die nicht zum Überleben notwendig sind? Vladislav: Sehr cool! Meine Freundin natürlich, ne? Die darf ich mitnehmen oder? Marcus: Die darfst Du mitnehmen. Vladislav: (lacht) Okay Marcus: Auf jeden Fall, ist wichtig. Vladislav: Dann ich glaube ein MacBook und irgendwie so ein mega UMTS-Stick. Mehr bräuchte ich nicht oder? Nee, meine Freundin, ein MacBook und so - das passt! Marcus: Das passt ne? Komplett abgedeckt. Ja cool, vielen Dank Vladi. Vladislav: Ich danke Dir Marcus, hat Spaß gemacht! Marcus: Und wir hören uns und sehen uns bald wieder. Grüße nach Bremerhaven! Vladislav: Wir hören uns, Grüße nach Mallorca! Tschöö! Marcus: Ciao! [/su_spoiler] [/su_accordion]    

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  • Sebastian Prestele ★ Wie Thailand mir den Mut gegeben hat Dinge einfach zu machen

    · 00:59:45 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Sebastian prestele von Phuketastic Willkommen zu einer neuen Folge von der LIFE HACKZ Show! Diesmal live aus Chiang Mai in Thailand. Chiang Mai ist ein Hotspot für digitale Nomaden und wir sind hier gestern angekommen, abends. Also habe ich noch nicht viel gesehen und checken heute so erstmal tagsüber so ein bisschen den Ort aus und habe mir direkt einen Coworking Space gesucht, wo ich gutes Internet habe, bin jetzt hier im Punspace und bisher gefällt’s mir hier echt gut, zumal hier auch viele andere digitale Nomaden in der Stadt unterwegs sind. Das heißt, in den nächsten Tagen stehen auch ein paar Meetups an und wir treffen uns mit anderen Leuten. Also, ich bin mal gespannt auf meine Zeit hier in Chiang Mai. Ne Woche werden wir hierbleiben. Ansonsten waren wir gestern nochmal in Bangkok unterwegs, um ne Location für die nächste DNX GLOBAL am 1. März 2016 zu finden. Und taadaaa… Wir haben eine gefunden! Und die ist einfach hammer, die ist richtig geil! Ist ein Theater, passen glaube ich 500-600 Leute rein. Merkt euch den Termin: 1. März, wenn ihr ortsunabhängig unterwegs seid oder als digitaler Nomade in der Welt, solltet ihr am 1. März nach Bangkok kommen und bei der nächsten DNX GLOBAL dabei sein. In der heutigen Folge spreche ich mit Sebastian Prestele, der seine Wurzeln in Phuket, Thailand geschlagen hat. Er ist ein deutscher Unternehmer, der zuerst als Tauchlehrer nach Phuket gegangen ist und sich dann nach und nach Online Skills angeeignet hat, einen super spannenden Werdegang hat, ein Typ ist, der Sachen einfach macht und angeht. Das alles erfahren wir heute auf dem Podcast. Darauf könnt ihr euch schonmal freuen. Die heutige Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal und das 5 Minute Journal ist ein Tool, das Dir hilft produktiver zu sein und achtsamer und mit mehr Dankbarkeit in den Tag zu gehen. Das heißt, Du gehst mit einem positiven Mindset durch das Leben und das ist so eine Art Tagebuch, was man jeden Morgen ausfüllt und jeden Abend, auch nochmal so als Check-in ausfüllt und seitdem ich das tue, regelmäßig benutze, hat sich mein Leben wirklich nochmal komplett verändert. Ich kann’s jedem nur empfehlen, checkt es aus unter www.fiveminutejournal.com. Und jetzt viel Spaß bei der nächsten Folge! In dieser Folge lernst du: Wie man Dinge angeht und nicht hinausschiebt. Wie man einen Podcast macht und was man dafür braucht. Was ein bisschen Minimalismus mit unserem Kopf anstellt. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 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Ich bin ja heute in Chiang Mai angekommen und jetzt hier im Coworking Space, Punspace und teste das mal aus und habe mir jetzt vorgenommen, viele Podcast-Interviews aufzunehmen in den nächsten Tagen, weil dann das Internet wieder schlechter wird wahrscheinlich. Auf der Cruise habe ich dann gar kein Internet auf dem Meer. Und mit den meisten, mit denen ich schedule, die sind irgendwo in den Staaten oder in Europa. Das heißt, ich kann ja erst um 15 Uhr, 16 Uhr loslegen. (grinst) Und das ist ganz cool, dass Du in meiner gleichen Zeitzone bist und wir das jetzt - 11:15 Uhr haben wir - das Interview hier am Morgen aufnehmen können. Sebastian: Yes, cool! Geht mir auch so, weil meine Interviews sind normalerweise auch meistens nachts dann. Und da so tagsüber ist doch einiges angenehmer. Marcus: Ja, ich glaube, das vergessen auch viele so, wenn die sich tiefer mit dem Thema Digital Nomads befassen oder gerade das erste Mal davon hören und denken, das ist ja cool und das will ich auch! Und irgendwie scheint das ja alles ganz easy zu sein. Gerade wenn man in Thailand ist oder in Südamerika und dann  sechs, sieben Stunden entfernt ist von Europa, wenn man da sein Core Business hat, heißt es oft auch mal nachts den Wecker stellen und aufstehen, ne? Sebastian: Ja, auf jeden Fall. Es hat aber auch den Vorteil, dass teilweise über Nacht dann die Anfragen reinkommen und man die abarbeiten kann, bevor die Leute auf der anderen Seite der Welt aufstehen. Marcus: Absolut, das liebe ich! Und ich liebe es, gerade so wie jetzt in Thailand, wenn Du vor der Timezone bist, oder? Sebastian: Ja, genau. Marcus: Richtig doof - also was heißt doof, aber es fühlt sich anders an - wenn Du dann in Mexico oder Brasilien bist und bist halt immer sechs Stunden hinterher. Du stehst dann morgens auf und Deutschland ist dann schon im Nachmittag und Du hast das ganze Postfach voll und bist total überfordert und versuchst das noch schnell wegzuarbeiten, um die Leute noch zu erwischen, wenn irgendwas wichtiges ist, die dann auch, wenn sie nen 9 to 5 Job haben oder irgendwo im Büro sitzen, dann meistens auch dann in den nächsten zwei, drei Stunden wieder nach Hause gehen. Und das ist gerade irgendwie schön an Thailand. Sebastian: Ja, ich denke diese fünf, sechs Stunden sind auch noch manageable. Das ist nicht irgendwie… es ist halt nicht 12 Stunden komplett andersherum, sondern es ist halt ja… fünf, sechs Stunden, das kann man ganz gut machen. Marcus: Ja, ja, also in Europa sitzt man da ganz gut so in der Mitte. Irgendwie in so nem Sandwich ne? Links Südamerika und rechts dann der ganze Thailandraum und Asien. Ja Du sagst Phuket. Was in aller Welt hat Dich nach Phuket verschlagen? Sebastian: (grinst) Ja ganz … ich bin jetzt seit inzwischen 11 Jahren hier. Marcus: Wow! Sebastian: Und ich kam ganz ursprünglich mal als Tauchlehrer 2004. Mein Jugendtraum war irgendwann mal ins Ausland gehen und als Tauchlehrer arbeiten und das habe ich mir dann 2004 erfüllt. Marcus: Hast Du dann auch die ganze Tauchlehrerausbildung gemacht? Sebastian: Ja, also ich habe angefangen zu tauchen, ich glaube 1999 oder 2000 oder so was, in Kroatien und habe dann bis letztlich Dive Master habe ich alles vorher gemacht in Europa. Und dann habe ich sechs Monate Ausbildung gemacht gegen Mitarbeit zum Tauchlehrer, das heißt, da war dann halt Minimalgehalt und Kosten und viel frei. Marcus: Ja. Sebastian: Und dann eben waren wir ne Truppe von fünf Leuten, die hatten dann nen Ausbilder und haben dann eben hier mitgearbeitet und die Ausbildung zum Tauchlehrer bekommen, dann die Prüfung gemacht und dann bin ich da geblieben. Der Ursprungsplan war eigentlich in die Karibik weiterzuziehen, aber da wurde irgendwie nie was draus. Also irgendwie bin ich hier hängengeblieben. (grinst) Marcus: (grinst) Was genau hat Dich denn in Phuket gehalten? Sebastian: Ähm ja… ich weiß gar nicht mehr so. Es war damals halt einfach… wir hatten ein cooles Team. Also es war einfach so, dass richtig coole Leute zusammenarbeiten. Die Arbeit hat Spaß gemacht. Ich habe dann die Möglichkeit bekommen auf so ein Safarischiff zu gehen. So sechs Tage, sechs Nächte Touren auf die Similans. Und Similans sind halt in Thailand so mit das Beste, was das Tauchen zu bieten hat. Das waren sie zumindest damals und das wollte ich unbedingt machen. Das habe ich dann auch zwei Jahre gemacht und dann war ich halt schon drei Jahre da und irgendwie habe ich mich dann eingelebt und meine heutige Frau kennengelernt und dann hat sich das so alles ergeben. Es war dann so mehr und mehr so ein Prozess. Ich bin da reingerutscht. Das war nie bewusst irgendwie entschieden, aber ja. Irgendwann habe ich mich halt einigermaßen heimisch gefühlt und dann wollte ich nicht mehr großartig weg. Marcus: Ja, ja wie so oft ne? Man kommt dann in so einen Flow rein und dann ergeben sich Sachen, die man vorher gar nicht auf dem Plan hatte. Aber der Punkt ist glaube ich, man muss auch ready sein für die Geschichten dann. Viele sagen dann auch immer “Boah, andere haben viel mehr Glück als ich und da funktioniert das irgendwie alles. Da sieht das so easy aus.” Vielleicht spielt da auch manchmal ein Quäntchen Glück ne Rolle, aber ich glaube auch es spielt ganz oft ne Rolle, inwieweit man sich darauf einlässt und ready und bereit ist für neue Situationen und die dann auch zu embracen, also anzunehmen.   Sebastian: Auf jeden Fall. Also ich habe das so oft gehört. Einmal schon, also bevor ich los bin. Ich habe immer gesagt, ich mache das irgendwann. Ich gehe ins Ausland, ich will unbedingt Tauchlehrer werden und niemand hat’s verstanden in meinem Freundeskreis. Ja, keiner konnte nachvollziehen, warum ich überhaupt weg will a) und b) warum überhaupt Tauchlehrer. Und ich hab’s trotzdem gemacht und habe letzten Endes auch viel dafür aufgegeben, weil von meinem Freundeskreis von früher ist halt niemand übrig geblieben. Und das andere, als ich dann hier war, habe ich jedes Jahr die gleichen Leute, die halt dann zum Tauchen kommen und später dann andere Leute, die halt sagen “Ja, ich würde auch so gerne im Ausland leben. Ich will das auch machen und Du hast es so gut” und ich habe immer nur gesagt “Dann mach’s doch einfach! Mach’s einfach. Mein Gott, was hält Dich zurück?” Letzten Endes ist es Deine freie Entscheidung und wenn Du es nicht machst, dann brauchst Du Dich auch nicht darüber aufregen, dass es anderen besser geht oder andere glücklicher sind. Du musst einfach… ja. Wenn Du das willst und wenn es das Ding ist, was Du machen willst, im Ausland zu leben, dann musst Du halt die Entscheidungen treffen und es tun. Mit der Konsequenz dann… welche Konsequenz das dann auch immer für Dich ist, was Du aufgibst oder auch nicht. Marcus: Ja genau, mit allen Konsequenzen, Vor- und Nachteilen, Arbeit, Hazel, Work, Unsicherheit. Alles was damit zusammenhängt, dann auch Dich drauf einzulassen ne? Und das sind genau die gleichen Leute, als ich damals noch in Corporate Jobs gearbeitet hab. Ich hab’s gehasst, ey ich hab fast gekotzt! Das waren Leute, die dann jeden Tag in die Firma gekommen sind, mit so ner Fresse, überhaupt keinen Bock auf die Arbeit hatten und gesagt haben “Morgen kündige ich!” “Morgen ist echt mein letzter Tag” oder “ich geh zum Chef, ich kann nicht mehr.” “Ich lasse das jetzt eskalieren” oder ich mache dieses und ich mach jenes. Und dann beim ersten Mal denkste noch “Oh cool, ja tougher Typ. Mal sehen was morgen passiert…” So dann ist der nächste Tag. Da passiert nichts, null. Und dann kommt der wieder “Ja warte, warte, aber morgen” oder “Nee, ich guck mir das jetzt… ich hab nochmal überlegt. Ich guck mir das nochmal zwei, drei Tage an” und dann immer wieder, immer wieder und irgendwann kannste die Leute nicht mehr ernst nehmen. Und die gehen einfach nicht in die Umsetzung ne? Sebastian: Ich meine, es ist ja auch nicht so leicht, ja? Es ist nicht so leicht, letztlich lebensverändernde Entscheidungen zu treffen, aber einfach halt immer nur zu sagen: Ich mache das, ich mache das und dann nie was zu machen ist halt viel schlimmer, als irgendwann einfach mal den Stecker zu ziehen und zu sagen: So, jetzt ist der Tag gekommen und da passiert wirklich was. Marcus: Ja, und ich glaube das Gefährliche ist auch, dass man irgendwann sich selber nicht mehr glaubt. Also zum einen das Umfeld glaubt einem irgendwann nicht mehr. Das ist ja schon Kacke genug, aber irgendwann kommt man auch in so einen Modus rein. Man erzählt sich selber Geschichten, wo man selber weiß, wahrscheinlich passiert das eh nicht. Sebastian: Stimmt. Marcus: Und verliert total die Verbindlichkeit zu dem was man sagt und das ist glaube ich auch irgendwie ganz doof. Sebastian: Ja, ich denke das ist… ja wahrscheinlich, es ist wahrscheinlich wie mit allem. Das ist so wie, wenn Du Sport machst oder früh aufstehen. Im Prinzip ist es ja auch alles… es sind Habits und Du sabotierst Dich selbst, wenn Du Dir etwas vornimmst und es dann doch nicht umsetzt. Und so ist es dann bei einer großen Sache, wie jetzt ins Ausland zu gehen oder den Job zu kündigen oder was auch immer, genau das gleiche. Marcus: Ja. Und als Du dann als Tauchlehrer in Phuket gearbeitet hast, hast Du auch Deine jetzige Frau kennengelernt, ist das richtig? Sebastian: Ja, genau. Marcus: Und mittlerweile hast Du ja auch ein sehr solides Online Business aufgebaut. Hattest Du damals schon Online Skills oder Überlegungen oder Tendenzen auch mal in die Richtung gehen zu wollen oder war es erstmal der Wunsch überhaupt woanders zu leben und zu arbeiten? Sebastian: Also Online Skills hatte ich überhaupt keine. Ich konnte ein bisschen E-Mails schreiben und das war’s. Aber ansonsten glaube ich hatte ich absolut keine Ahnung von Computern. Marcus: Ja interessant. Sebastian: Und ähm, also der Wunsch jetzt nach Selbstständigkeit, der war damals noch gar nicht so, also nach einer selbstständigen Tätigkeit, war gar nicht so groß. Also mein Ding war ursprünglich wirklich: Ich wollte unbedingt als Tauchlehrer arbeiten. Das war so ganz ganz groß mein Ding. Und nachdem ich das aber eine zeitlang gemacht habe, also für fast vier Jahre, kam dann eben der Punkt, wo ich gemerkt habe, es ist zwar schön und ich habe mir das jetzt erfüllt, aber so jetzt habe ich’s erfüllt und es muss was neues kommen. Und da war dann eben der Punkt, dass ich halt auch gesehen habe: Die ganzen Leute so in meinem Umfeld, mit denen ich dann hier zu tun hatte, jetzt mal unabhängig von den Tauchlehrern, aber die hatten halt alle ihr eigenes Business und ähm von daher, die waren alle 15, 20 Jahre älter und hatten ein erfolgreiches Business. Und das hat mich dann gereizt in diese Richtung zu gehen und was eigenes aufzubauen. Marcus: Das war aber jetzt nicht zwingend ein Online Business, was die hatten? Sebastian: Nein. Genau. Es ging gar nicht so sehr um’s Online Business. Ich habe mir dann wirklich ewig lange den Kopf zerbrochen, was ich machen könnte und hatte überhaupt keine Ahnung mit was ich loslegen könnte. Also war vollkommen hilflos eigentlich. Das lag auch daran, mir hat das Kapital gefehlt. Mir hat die Zeit gefehlt als Tauchlehrer und all diese Sachen, was man sich dann so einredet. Und habe dann erstmal weiter die Angestelltenschiene gemacht und kam dann in den Vertriebsjob. Also erstmal ins Hotel und wurde da dann abgeworben für nen Vertriebsjob, wo ich dann in ganz Asien rumgeflogen bin und Sanitärprodukte aus Europa verkauft habe. Und da wurde ich dann von meinem Chef auf ne Wordpress-Fortbildung geschickt, weil der gesagt hat, ich soll die Firmenseite irgendwie mitbetreuen. Marcus: Mmmhhh cool! Sebastian: Und da hat mir dann derjenige, der mir die Worpress Skills beigebracht hat, hat mir dann erzählt von nem gemeinsamen Bekannten, der mit einem Bananenblog Geld verdienen würde. Marcus: (lacht) Mit nem Bananenblog. Sebastian: Genau. Also ich konnte mir nichts drunter vorstellen, aber ich habe mir dann diese Seite angeschaut. Das war glaube ich so 2008 oder sowas. Und der hatte ne Seite und da hat er einfach über Bananen geschrieben und hat das mit Ads irgendwie, wie auch immer, monetarisiert. Also ich glaube damals ging das noch. Heute wahrscheinlich auch nicht mehr. Marcus: Ich überleg’ gerade was Google darauf matchen könnte, wenn jemand nach Bananen sucht. Vielleicht Fruchtshakes oder so, die man dann im großen Stil einkauft oder das Pulver dazu. Ja. (lacht) Sebastian: Ich weiß auch nicht, was er gemacht hat. Also da hatte ich auch keine Ahnung, wie es funktionieren soll, aber ich habe halt gesehen, er hat diesen Bananenblog und irgendwie verdient er Geld und dann bin ich in dieses ganze Online Ding so reingeschlittert und habe dann angefangen mal Geld verdienen im Internet einzugeben und kam dann so auf die diversen Seiten. Marcus: Ohhh, ganz gefährlich! (beide lachen) Tiefer Abgrund. Sebastian: Genau. So hat’s letztlich angefangen. Marcus: Ja, bei vielen. Sebastian: Alles so mal durch gemacht, was es da so gibt, inklusive der Forex und Kasinostrategien und dem ganzen Schmarn. Und so nach und nach kam ich dann in dieses Thema rein und habe dann meine ersten Seiten angefangen mit Übersetzungen von englischen Blogs auf Deutsch und AdSense draufklatschen und so weiter. So das war so der Einstieg irgendwann in 2009, so um den Dreh rum.   Marcus: Und dann hast Du Deine ersten Cents und Dollars von Google AdWords bekommen? Sebastian: Ganz genau. Ja das war wirklich noch Sense. Dann habe ich mit Eigenklicks usw. bis ich rausgeflogen bin… (beide lachen) Ich glaube, was auch viele gemacht haben. Marcus: Ja, zu der Zeit auf jeden Fall. Oder irgendwie rumgefahren sind, dann in Coworking Spaces gegangen sind oder in andere Büros oder bei Freunden, und dann auf die eigenen Ads geklickt haben und Banner und so ne? Sebastian: Genau. Bei mir war es so: ich war ja damals auch unterwegs. Also halt in ganz Asien. Das heißt, ich habe dann in Kuala Lumpur zwei Mal geklickt und in Singapur zwei Mal geklickt und in Taiwan zwei Mal geklickt usw. Marcus: (lacht) Sebastian: Das ist natürlich nicht so aufgeflogen, aber letzten Endes hat’s natürlich nichts gebracht, außer ein paar Cent und irgendwann bin ich dann trotzdem aus dem Index raus. Marcus: Mh mh. Sebastian: Ja, das war dann so der Einstieg und dann kamen so die ersten Ideen mit Services. Dann habe ich so ne Grafikoutsourcing Design gestartet. Also ich habe… das war einmal Logoerstellung und Bildbearbeitung und Clipping Path usw. Da habe ich Kunden in Deutschland gesucht und habe das ganze dann an Freenlancer in Indien weitergegeben.   Marcus: Mh, smart! Sebastian: Hat ne zeitlang gut funktioniert, bis dann die ganz großen Firmen da eingestiegen sind und das halt automatisiert angeboten haben. Marcus: Wie Fivrr zum Beispiel? Sebastian: Nein, also da gibt’s spezielle Clipping Path Anbieter und Bildbearbeitungsanbieter und so, also richtig große. Die haben dann ein paar hundert Angestellte usw. Marcus: Ah okay. Sebastian: Und das einfach nicht gut funktioniert. Marcus: Und wie hast Du den Kontakt zu den Freenlancern in Indien bekommen? Sebastian: Über Elance. Marcus: Ja. Sebastian: Ja. Also im Prinzip hat es so angefangen, dass ich selber irgendwie ein Logo gebraucht habe und festgestellt habe:Hey, da gibt es so ein Ding, wie Elance. Da sitzen Leute in Indien und die machen das total billig. Und da habe ich mir gedacht, naja, davon… also ich habe dann ein paar Leuten in Deutschland davon erzählt und niemand wusste davon, dass es das gibt. Und da dachte ich mir: Ja, wenn das keiner weiß, warum biete ich es dann nicht an und verkaufe es weiter nach Indien und nehme mir die Differenz. Marcus: Ja, ein typisches Geo Arbitraje Model ne. Ja, ich war auch total überrascht, wie einfach der Zugang war dann. Ich hatte davon auch schon immer gehört. So: Ja, es gibt Klickworker in Indien, die sind viel günstiger oder auf den Filis und die machen richtig gute Arbeit, können auch gut Englisch sprechen und als ich das dann das erste Mal auf Elance oder dann ODesk dann ausprobiert habe, war ich auch total geflasht und dachte “Das ist ja cool! Da sind ja echte Menschen und die arbeiten und die verstehen Dich und die liefern pünktlich ab. Die sind auch happy. “ Sebastian: Die machen richtig gute Arbeit. Marcus: Genau, die machen gute Arbeit und mit ein paar bin ich dann auch auf Skype ein bisschen tiefer ins Gespräch gekommen und sogar auch mal privat so ein bisschen gechattet und oftmals ist ja so der Vorwurf, man nutzt da irgendwelche Sachen aus in anderen Ländern, wo das Lohnniveau nicht so hoch ist. Aber ganz im Gegenteil. Dadurch, dass der so viele Jobs über mich bekommen hat, war der einer der reichsten da irgendwie im Ort am Ende des Tages und konnte seine ganze Familie davon ernähren und auch noch seinem Bruder Geld abgeben. Also man muss das immer im Verhältnis sehen. Sebastian: Genau, und ich finde das jetzt aus der Perspektive von jemandem, der jetzt halt in Asien lebt… Die Leute verdienen halt einfach weniger und Du kannst ja das Lohnniveau hier nicht mit dem Lohnniveau in Deutschland vergleichen. Und das ist kein Ausnutzen, wenn jemand einen guten Stundenlohn für etwas bekommt, an seinem Wohnort. Dann ist es ja kein Ausnutzen, sondern es ist eine Chance für den wirklich was zu machen und das ist natürlich schwierig für den Freelancer in Deutschland dann, der sich dann auf dieses Lohnniveau runter ziehen lassen muss. Marcus: Absolut. Sebastian: Für den ist es schwierig, aber das kein Ausnutzen von dem Inder oder Filipino, weil der wirklich gutes Geld verdient. Marcus: Ja und es ist einfach - so hart es dann auch für die Freelancer in Deutschland ist, die wahrscheinlich auch gute Arbeit machen und ihre Lebenshaltungskosten decken müssen, aber das ist dann der Preis der GLOBALisierung und des freien Marktes. Sebastian: Ja. Ich denke halt, als Freelancer in Deutschland musst Du halt dann einfach auf andere Marktbereiche gehen. Es gibt einfach bestimmte Sachen, die sind halt wirklich einfach zu machen und das macht mehr Sinn das an jemanden zu geben, der wenig verlangt und in Indien sitzt. Und es gibt andere Sachen, da brauchst Du halt ein bestimmtes Verständnis. Marcus: Ja. Sebastian: Ein kulturelles Verständnis und das gebe ich halt dann lieber jemanden, der in Deutschland sitzt, der genau weiß, was ich will. Marcus: Ja, also ehrlich gesagt bin ich dann auch irgendwann davon weg, als die Projekte noch professioneller wurden oder gerade jetzt, wo wir auch mit dem fetten DNX Brand arbeiten, haben wir jetzt ne feste Designerin, die Saskia, die sitzt in Hamburg. Und ja, die ist wahrscheinlich ein paar Cent teurer, als so jemand auf den Filis, aber dafür hat es… wie Du eben schon sagtest, gibt es keine kulturellen Überschneidungen oder die Briefings kann man halt einfacher loswerden an jemanden, der Dich auch versteht oder mitdenkt und irgendwie so mehr in Deiner Denke ist. Also es hat dann auch schon Vorteile und man muss selbst entscheiden, wieviel einem das dann Wert ist, zusätzlich zu zahlen, genau. Genau, wir waren jetzt bei Deinem Business bei dem Outsourcing Clipping Work. (beide lachen) Und wie ging’s dann weiter? Also ich find’s mega, mega spannend, wie Du vom Tauchlehrer über die ersten Schritte Online und jetzt bei dem Clipping Service bist. Sebastian: Also ich habe dann noch verschiedene andere Sachen. Ich habe so ein bisschen Import/Export und dann habe ich mal…. Marcus: Über welche Plattform ging Dein Import/Export? Sebastian: Ich habe ein bisschen über Ebay versucht, habe also… verschiedenes. Und dann letztlich war es so: Dann hat mein Vater, der ist eigentlich Arzt, aber hat dann angefangen Möbel und Kunsthandwerke und solche Sachen aus Thailand zu importieren und in Deutschland zu vertreiben. Und dann habe ich für ihn halt das ganze Sourcing gemacht in Chiang Mai und da bin ich ein bisschen halt da reingekommen, aber letzten Endes war es dann so, dass ich mich entschieden habe, aus Thailand wegzugehen und bei meinem Vater in der Firma einzusteigen. Marcus: Mh. In dieses Sourcing… in diese Import/Export Möbel Geschichte. Sebastian: Genau, weil er… also es war halt so, dass er halt hauptberuflich als Arzt mit eigener Praxis tätig war und so nebenbei versucht hat ein Business aufzubauen, was zeitmäßig relativ schwierig ist, wenn Du schon 60 Stunden als Arzt tätig bist. Marcus: Klar, wann war das? In welchem Jahr? Sebastian: Das war… also angefangen hat… ich glaube, das war so 2010 sowas, wo er da losgelegt hat und ich bin dann 2011, sind wir, zurück nach Deutschland. Ja so um den Dreh rum, genau. Marcus: Du sagst wir, da warst Du schon mit Deiner Frau zusammen, ne? Sebastian: Ja genau. Wir haben geheiratet 2009 und mein Sohn ist geboren 2010 und dann sind wir halt als Familie nochmal zurück nach Deutschland. Marcus: Mh, krasser Schritt oder? Sebastian: War extrem krass, weil es war halt so, dass… hier ging es halt jahrelang immer aufwärts. Also vom kleinen Tauchlehrer über … bin ins Management eingestiegen, im Hotel und dann Vertrieb und das ganze Herumfliegen, gutes Geld verdienen und ja, so ein bisschen durch Asien jetten. Also es ging halt immer nach oben und dann auf einmal aus Thailand mit Familie wieder zurück. Und nachdem ich meinen Job hier gekündigt hatte und die Tickets nach Deutschland gebucht waren, ist bei meinem Vater die Firma ausgebrannt. Das heißt, das Lager war komplett zerstört, alles war weg und wir sind genau in dieses Chaos halt reingekommen und das hat dann entsprechend nicht so funktioniert. Das hat dann dazu geführt, dass das arbeiten miteinander hatten, nicht funktioniert. Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen, wie es dann weitergehen soll usw. Letztlich hat das dazu geführt, dass ich alles was ich angespart hatte, verloren habe, kein Geld verdient habe, wieder in mein altes Kinderzimmer musste, weil wir uns nichts anderes leisten konnten erstmal. Und dann gesagt habe “Ich muss daraus und wieder zurück nach Thailand”. Und das war dann … dann sind wir Anfang 2013 nach eineinhalb Jahren in Deutschland wieder zurück und als ich die Entscheidung getroffen habe, nach Thailand zurückzugehen, war halt auch der Gedanke so: Aber was mache ich dann, wenn ich zurückgehe? Weil alter Job war weg. Das Outsourcing Ding habe ich inzwischen aufgegeben gehabt usw. Und dann kam der Gedanke “Naja gut, womit kennst Du Dich wirklich aus?” Und das war nunmal alles, was mit Tourismus rund um Phuket zu tun hat und mir ist aufgefallen, dass es zu dem Zeitpunkt keine deutschsprachige Seite gibt, die sich ganz gezielt um Phuket kümmert. Also ne Destination Site speziell nur für Phuket und dort den Urlaubern ganz gezielte Tipps gibt und ähm dann habe ich gesagt: Okay, dann mache ich das. Ich baue so ne Seite auf und baue über dieses Seite, in der ich Informationen teile, baue ich mir ein Business auf und schaue einfach, was für Services werden dann gesucht und was kann ich anbieten? Und das habe ich dann Ende 2012 gestartet und Anfang 2013 sind wir dann zurück nach Thailand. Und dieses Phuket Wissen habe ich mir jetzt über die letzten drei Jahre aufgebaut. Und es sieht so aus… Ich habe halt den Phuket Blog. Das ist der größte deutschsprachige Phuket Blog und rund um den Blog gibt’s halt a) diverse Ebooks, das heißt Reiseführer. Dann habe ich einen Thailändisch-Onlinekurs, in dem man halt die Grundlagen der Thaisprache lernen kann von zu hause aus und ich biete die Buchung von Mietwagen und Ausflügen und Transfers usw. alles über eine Online-Plattform an. Marcus: Cool! Wie ist die URL von Deinem Phuket Blog? Sebastian: Phuketastic.com Marcus: Okay, verlinken wir auf jeden Fall in den Shownotes und muss sagen, ich selber fühle mich auch richtig wohl auf der Seite. Gerade weil ich jetzt überlege nach Phuket zu gehen, um da Muy Thai zu trainieren. Tiger Muy Thai oder in einem der anderen Camps, die wohl alle da auf der Straße verteilt sind. Sebastian: Genau, gleich bei mir um’s Eck ist eins. Marcus: Echt? Supercool! Dann sehen wir uns ja auf jeden Fall live. Und ähm, beispielsweise diese Autogeschichte… Du bringst denen dann Leads und hast mit ner lokalen Agency gepartnert oder wie läuft das? Sebastian: Genau, also zum Beispiel bei… im Prinzip ist es so, also bei Rollern zum Beispiel: ich habe ein paar eigene Roller gekauft und wenn die jetzt bei mir im Umkreis sind, dann stelle ich halt meine eigenen Mietroller zu. Ich mache das normalerweise ab sieben Tage Mindestmietdauer, weil sonst rentiert sich’s nicht, da jemanden hinzuschicken. Und wenn es weniger ist, dann gebe ich das einfach an diverse Agenturen ab. Das gleiche ist es beim Mietwagen. Bei Mietwagen ist es halt so, dass viele von denen… also klar, es gibt Hertz und Avis. Das habe ich einfach mit nem Affiliate Link versehen. Also, wer darüber buchen will, der kann das gerne machen, aber manche sagen: Wir wollen das von nem lokalen Anbieter haben und dann vermittle ich einfach die. Das gleiche ist mit Ausflügen. Du kannst halt Touren buchen nach Phi Phi Island oder James Bond oder was auch immer. Und da habe ich halt diverse Anbieter getestet und vermittle das über so ein lokales Reisebüro, das nem Bekannten von mir gehört. Das heißt die Leute buchen über meine Plattform und ich verteile es dann an die entsprechenden Leute.   Marcus: Mh, ich finde das ist auch wieder ein gutes Beispiel, wie man smart den Traffic, den man dann irgendwann generiert, dadurch dass man ne gute Seite hat und gute Inhalte liefert und gute Infos, den dann irgendwie zu monetarisieren, wie auch immer. Wie Du eben auch schon sagtest: Sei es durch Affiliate Links, die Du einbaust. Das ist dann ziemlich passiv oder direkte Deals, die Du dann lokal abschließt mit den Agenturen und denen dann die Leads bringst, oder Deinen eigenen Thai Sprachkurs, wahrscheinlich über Skype, oder? Sebastian: Nee nee, das ist ein Onlinekurs. Das ist ein Videokurs mit 12 Lektionen. Also der geht über 12 Wochen. Marcus: Cool. Sebastian: Ich habe das ursprünglich mal versucht mit den Skype-Lektionen, aber das Problem ist halt a) die Zeitzonen, was wir Eingangs hatten, ja? Ich muss das dann eigentlich immer nachts machen, weil die meisten Leute sind ja berufstätig. Das heißt, die machen das nach der Arbeit. Von daher müsste das halt bei immer irgendwie so um 22 Uhr frühestens… wäre das dann möglich. Und da hatte ich keine Lust. Und dann ist die Internetstabilität halt auch immer ein Problem. Und Du verdienst einfach pro Stunde nicht entsprechend. Also, es zahlt ja keiner mehr als 15 oder 20,00 Euro maximal die Stunde und dann ist es halt extrem schlecht skalierbar und da habe ich mir gesagt: Okay, dann bauen wir einfach nen Onlinekurs. Marcus: Ja, perfekt. Auf welcher Plattform hast Du den gebaut? Sebastian: Den habe ich über Wordpress mit DigiMember als Membership-Plugin und OptimizePress für die Kursinhalte. Und dann halt einfach die Videos sind bei Vimeo gehostet. Marcus: Jetzt wo Du das gerade erzählst und dem Hörer wahrscheinlich klarwird, wie umtriebig Du auch bist, was Du alles versucht hast und was Du gemacht hast und auch nachdem Du eben erwähnt hattest, dass irgendwie jeder von Deinen Kollegen, mit denen Du damals beim Tauchen zusammen abgehangen hast oder die Du da kennengelernt hast in Phuket, selbstständig gewesen ist und irgendein Business gemacht hat ne? Dazu hatte ich gestern auch noch ein spannendes Gespräch mit nem Professor, den Kontakt hattest Du ja sogar vermittelt, an der Bangkok University zusammen mit Felicia, dass die Selbstständigen oder die Unternehmer hier wie Helden behandelt werden und mit großem Respekt und mit großer Ehrfurcht angesehen werden, weil die sich was trauen und was machen. Und da ist mir nochmal klargeworden, wie was für ein trauriges Dasein eigentlich der Unternehmer in Deutschland führt. Und ähm… ich selber kenne das ja auch, wenn ich dann mal wieder in Berlin bin beim Fitnessstudio oder mit ein paar Leuten dann spreche und ins Gespräch komme “Was machste?” Dann sage ich “Ich bin selbstständig” und meistens ziemlich kompliziert zu erklären, was ich mache. Ich sage einfach ich erstelle Webseiten für Kunden oder mache irgendwas Online. Aber alleine da kriegste dann schon mitleidige Blicke und denkst so “Woah nee und krass und dieses Risiko. Wie kannst Du das aushalten und kannst Du noch nachts ruhig schlafen? Und es ist mehr so Mitleid, was einem in Deutschland entgegensteht, als irgendwie so “Cool, ist richtig geil, was Du machst! Wie kann ich Dir helfen?” Sebastian: Das stimmt. Ich glaube in Deutschland sitzt man halt einfach sehr, sehr gemütlich in seinem Angestelltenjob. Man mag ihn vielleicht nicht besonders, aber man sitzt halt einfach sehr gemütlich dadrin und man hat dieses Sicherheitsnetz und so. Das funktioniert alles und hier in Thailand ist es halt einfach so … also wenn Du Angestellter bist, der Großteil der Angestellten verdient halt wirklich nix. Marcus: Wieviel verdienen die so im Schnitt? Sebastian: Okay, das ist natürlich jetzt abhängig von der Region, aber ich meine, wenn man mal ganz unten nimmt. Jemand der nix großartig gelernt hat und irgendwo hier als Angestellter Kellner, also wirklich so die Leute, die man so im Alltag trifft im Supermarkt oder so, die verdienen vielleicht 250,00 Euro im Monat? Marcus: Ja. Sebastian: Und klar, dann gibt’s natürlich bessere Bürojobs und mittleres Management. Die verdienen dann auch ihre, irgendwo 600,00 Euro bis 1.000,00 Euro im Monat, was dann für hier schon okay ist, aber jemand, der halt wirklich … also die Selbstständigkeit ist hier einfach nochmal anders. Es hat nen anderen Stellenwert und die Leute, die hier wirklich etwas aufbauen, weil es jetzt natürlich auch wirtschaftlich anders da sind, und da haben sie nen anderen Stellenwert in der Gesellschaft. Marcus: Mh. Sebastian: Und was jetzt die Europäer angeht… hier ist es halt so… es gibt halt die einen, die nix auf die Reihe kriegen und die anderen, die die halt richtig Gas geben und sich Sachen aufbauen und entsprechend halt auch wirtschaftlich anders gestellt sind. Und auch die haben dann halt den anderen Status dadurch. Und es gibt ja kein Sicherheitsnetz. Also wenn mein Business morgen crashed, dann stehe ich halt auf der Straße, dann war’s das halt. Marcus: Ja. Sebastian: Also von daher: Es gibt nur die Richtung nach vorne und Gas geben und Sachen aufbauen. Marcus: Ja, das verkörperst Du ja total. Ich glaube neben der Website Phuketastic hast Du noch mehr Sachen mittlerweile aufgebaut oder hast Du zum Beispiel auch nen eigenen Podcast an den Start gebracht und hattest Du noch so ein Hochzeitsding laufen? Also immer, wenn ich irgendetwas von Dir gesehen habe oder an Dich gedacht habe, dachte ich “Boah, der Typ ist echt… Der ist umtriebig, der hat Feuer im Arsch, der macht, versucht und tut” und mir war so klar, irgendwann bist Du mal mega erfolgreich mit allen Sachen. Sebastian: Mh cool, dankeschön! Ja, ich meine, also bei dem Hochzeits Business, weil Du das jetzt ansprichst, es war so: Ein guter Freund von mir hat das aufgebaut über acht Jahre und hat dann aber gesagt, er will nicht mehr weiter machen und hat’s mir dann angeboten. Ich hab gesagt, das passt eigentlich ganz gut zu dem, was ich mache. Er hat sich bis dahin nur auf den englischsprachigen Markt konzentriert und ich habe gedacht, wenn ich das übernehme, dann kann ich halt über meine bestehende Plattform dann den deutschsprachigen Markt mit angehen. Und dann habe ich angefangen eben Hochzeiten mit anzubieten und das passt eigentlich ganz gut rein. Und ich denke, Du hattest es Eingangs gesagt im Prinzip, es geht darum, die Möglichkeiten, die sich Dir präsentieren einfach auch zu ergreifen. Und ich glaube, jeder hat extrem viele Möglichkeiten, Dinge zu tun. Es ist halt immer nur die Frage: Nutzt Du die Möglichkeit in dem Moment, wo sie sich Dir präsentiert? Und manchmal muss man vielleicht bestimmte Dinge einfach ausprobieren, um festzustellen, dass das nicht das richtige ist, sondern dass es nicht funktioniert. Aber wenn Du halt nie irgendwas ausprobierst, dann wirst Du auch nicht an den Punkt kommen, wo irgendwas funktionieren kann. Marcus: Genau, und genau aus dem Grunde hat sich das ja dann schon wieder gelohnt, das mal auszuprobieren. Zu testen und wenn es nur die Erkenntnis ist: Das ist absolut nichts für mich! Sebastian: Ja genau. Und zum Beispiel das Hochzeits Business, das ist jetzt nicht irgendwie so, das ist keine Erfüllung für mich, aber ich hab’s ausprobiert, weil ich wissen wollte, wie es ist. Ob das passt. Ich habe mein Investment lange wieder drin. Also von daher: Ich könnte morgen aufhören und hätte ne Erfahrung gewonnen. Mein Investment ist wieder da. Ich habe ein bisschen Geld damit gemacht und gut ist. Also von daher… voll okay. Marcus: Und Du bist jetzt an dem Punkt, dass die Seite Phuketastic Dein Haupthub ist quasi, wo der meiste Traffic ankommt, richtig? Sebastian: Ja genau, genau. Marcus: Und den monetarisierst Du dann über diese verschiedensten Arten, über die wir gerade gesprochen haben und hast jetzt aber vor ein paar Monaten noch nen eigenen Business Podcast gestartet. Sebastian: Genau! Ja im Prinzip war es so, es war schon lange so ein Wunsch von mir, ein bisschen meine Erfahrungen auch weiterzugeben und da habe ich erstmal den Blog gestartet. Wobei man dazu sagen muss, dass mir nie so wirklich klar war, was ich genau eigentlich für wen weitergeben will. Und ich habe immer gedacht: Okay, ich starte das Ding einfach mal und das wird sich im Laufe der Zeit schon heraus kristallisieren für wen ich da eigentlich was mitteilen kann. Und das ist halt auch so ein Ding einfach. Ich hatte den Wunsch das zu starten, ohne genau zu wissen wie und warum, aber ich wollte es einfach machen, also habe ich gesagt: Okay, einfach mal anfangen und es wird sich einfach zeigen, was passiert. Und ähm... Marcus: Ja, dann werd’ doch mal konkret an diesem Beispiel: Wie hast Du angefangen? Sebastian: Mit dem Blog oder mit dem Podcast? Marcus: Mit dem Podcast. Da war jetzt, da ist die Idee gereift, Du hattest Bock auf nen Podcast. Haben bestimmt auch viele, die jetzt mich verfolgen oder die anderen Podcaster und sagen: Boah, das wäre vielleicht noch was. Aber wissen wahrscheinlich nicht: Wo soll ich anfangen? Und fangen dann nie an. Sebastian: Genau und so war es auch bei mir. Ich habe das lange vor mir hergeschoben mit dem Podcast, weil ich habe dann immer wieder versucht zu recherchieren, wie funktioniert das eigentlich? Und es gibt gar nicht so wirklich konkrete Anleitungen wie es funktioniert. Jeder erzählt ein bisschen was. Und ich fand’s relativ kompliziert, obwohl ich jetzt doch schon ein paar Jahre online bin, aber ich fand es relativ kompliziert und hab’s dann immer wieder vor mir hergeschoben. Und dann habe ich gesagt: Okay, bis zum Ende des Jahres will ich das Ding einfach starten und 20 Folgen produzieren. Das war so Mitte des Jahres. Und dann habe ich mir einfach gesagt: Okay, die erste Folge geht am 15. September Online und dann habe ich angefangen Leute anzuschreiben und in dem Moment, wo ich die ersten Interview-Gäste, die dann zugesagt hatten, hatte, gab’s letztlich auch kein zurück mehr, weil Du kannst dann nicht sagen: Okay, jetzt habe ich ein Interview mit fünf Leuten geführt und dann lässt Du es wieder einschlafen. Also von daher, war die Strategie einfach zu sagen: Okay, ich setze mir jetzt ne Deadline. Ich mache mir den sozialen Druck, indem ich die Interviews schonmal terminiere. Marcus: Ja. Sebastian: Und dann kann ich nicht mehr zurück und dann muss ich alles andere irgendwie herausfinden, wie es funktioniert. Und genauso war es dann auch. Ja, also dann habe ich halt herausgefunden, was brauche ich an Equipment, was brauche ich an Technik und wie nehme ich auf? Wie schneide ich das? usw. Und ich würde jetzt nicht sagen, dass es hochprofessionell ist. Ich meine in Deinem Fall, Du sourced es ja out, ja? Du machst ja das Schneiden nicht selbst. Marcus: Ja genau, aber ich musste mich natürlich auch komplett reinfuchsen, um dann nachzudenken über den Workflow. Sebastian: Genau. Und es ist halt einfach nochmal was neues, aber dieser Druck von außen ist extrem hilfreich. Also finde ich. Ich brauche halt Druck von außen. Ich weiß zwar, was ich will grundsätzlich, aber es dann umzusetzen, finde ich immer sehr hilfreich einfach zu wissen, da ist irgendjemand. Also zumindest ein gewisser sozialer Druck dahinter. Marcus: Genau, das schafft irgendwie Verbindlichkeit und… Sebastian: Genau und das zweite war: Ich habe gesagt, wenn ich’s mache, dann verpflichte ich mich auch wirklich eine Folge pro Woche rauszubringen und entsprechend musste ich halt jetzt auch dafür sorgen, dass die Interviews gescheduled werden. Dass die tatsächlich stattfinden usw. Und bisher habe ich auch noch keine Folge ausgelassen. Also jetzt sind wir bei Folge 10 und ja… Soweit schaut’s so aus, dass alles funktioniert und bis zum Jahresende ich auf meine 20 Folgen komme. Marcus: Hm Cool! Und was war letztendlich Deine wichtigste Ressource auf dem Weg? Gerade dieses ganze technische Know how anzueignen für den Podcast? Sebastian: Also ich habe einmal, es gibt auf Smart Passive Income von Pat Flynn, der hat ne relativ ausführliche Videoanleitung auf Englisch. Also den habe ich mir angeschaut. Und dann gibt’s natürlich von Podcast-Helden auf Deutsch gute Ressourcen von Gordon Schönwälder. Christian Gursky hat auch auf seinem Blog ein bisschen was drüber geschrieben. Ich habe mir dann einfach so die diversen vorhandenen Ressourcen angeschaut und einfach dann ausprobiert, was funktioniert und was nicht. Marcus: Hm perfekt. So hab ich’s ja auch gemacht. Also ich glaube die erste Ressource war auch von Pat Flynn, was ja ziemlich ausführlich ist und dann sogar noch mit Videos, um überhaupt ein Gefühl dafür zu kriegen, wie funktioniert das alles? Ein paar Sachen waren ein ganz bisschen veraltet glaube ich so ... Sebastian: Genau, mit dem Burberry Plugin. Das brauchst Du gar nicht mehr. Ich hab’s einfach so direkt auf Lipsyn gehostet  um das mit dem Plugin zu machen. Marcus: Ja, oder die Mediahoster. Ich weiß gar nicht, ob da zum Beispiel schon Soundcloud mit bei war. Ich habe mich für Soundcloud entschieden. Aber das ist ein super guter Einstieg. Und dann, wenn Du glaube ich dann vielleicht auf Deutsch noch etwas haben willst, bietet der Gordon mittlerweile richtig gute Ressourcen und Kurse an. Und Deine Drittressource war auch jemand aus Deutschland? Sebastian: Ja, Christian Gursky. Der macht so Sachen. Der ist halt auch ein Podcaster und hat auch diverse kostenlose Inhalte dazu. Er hat aber glaube ich auch nen Kurs. Marcus: Cool! Die verlinken wir auf jeden Fall alle in den Shownotes. Aber ich glaube, das ist jetzt auch mal eine ganz gute Case Study für andere, wie geht man so’n Ding an? Was passiert da im Kopf? Du hast auch gesagt, Du hast es dann immer wieder herausgeschoben, genau so wie bei mir. (beide grinsen) Sebastian: Ja. Marcus: Wobei man ja denken müsste, wir müssten es mittlerweile eigentlich auch besser wissen, aber da kann sich keiner von freimachen, dass man dann doch manchmal doch wieder intuitiv eher davon wegläuft. Sebastian: Und ich glaube, es ist halt auch so ein riesen Berg von neuen Aufgaben irgendwie. Und ich habe das in meinem Kopf halt riesen groß gemacht. Da habe ich mir überlegt: Okay, also erstmal brauchst Du Equipment, dann musste schneiden, dann brauchste ein Tonbearbeitungsprogramm, dann musst Du das Ding aufnehmen können. Dann musst Du es irgendwo hosten. Wie hostet man das überhaupt? Dann brauchst’n Logo dafür usw. Also ich habe mir ungefähr 1000 Einzelschritte überlegt, was man alles braucht und dann wurde es halt einfach so ein riesen Ding. Aber ich glaube, unter’m Strich sagst Du: Okay, Du musst es aufnehmen, irgendwie schneiden und dann muss es irgendwie Online. Das sind eigentlich nur drei Sachen, die Du dafür brauchst. Dadurch wird’s dann deutlich kleiner. Marcus: Genau, also ich glaube der Trick ist, dieses riesen Projekt oder Apparat oder die Vision, die man im Kopf hat, dann in viele kleine Einzelteile zu zerlegen. Sebastian: Ja, genau. Und dann einfach abzuarbeiten und einfach mal… ich glaube auch, oftmals hält halt die Vorstellung von Perfektion einen auf. Du hörst nen Podcast, die sind perfekt produziert mit nem super Intro und nem Outro und Übergängen und die Sprachqualität ist top usw. Und Du willst es dann genau so machen, anstelle einfach mal loszulegen. Marcus: Aha, okay. Ich habe mich da auch so unter Druck gesetzt und dachte so: “Nee, das muss das perfekte Produkt sein” und “Scheiße, irgendwie die erste Folge war doch nicht so cool und Du hast so viele Stotterer drin, so viel Äähhs und fängst jetzt an zu schneiden”. Sebastian: Genau und auch ja… Oder da ein Rauschen drin zu haben oder es ist zu leise oder zu laut. Aber letzten Endes, was soll’s? Ich meine, Du bist ja nicht… Du machst ja keine perfekte Radioshow. Klar, es soll schon einigermaßen gut sein, aber perfekt wird’s sowieso nie. Marcus: Nee, nie. Und ich glaube, das lieben die Leute auch, die Authentizität dann am Ende des Tages. Sebastian: Genau, das ist wichtig. Marcus: und nicht perfekt ist. Und ganz wichtig ist glaube ich auch, der Pat Flynn - ich weiß nicht, ob Du das gefunden hast - hat dann auch mal so ne Hörpröbe von seiner allerersten Aufnahme irgendwo eingestellt und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und das macht einen dann auch selber wieder Mut. Sebastian: Genau oder bei John Lee Dumas von Entrepreneurs On Fire. Ich habe mir dann, bevor ich losgelegt habe, auch mal seine ersten Folgen angehört. Und es ist extrem monoton, langweilig. Und er sagt es selbst auch immer in seinen eigenen Podcasts, dass er schlecht war, in dem was er getan hat. Und ich glaube, man muss einfach akzeptieren können, dass man am Anfang schlecht ist und über die Zeit besser werden kann. Es ist ein Mindshift. Du musst es einfach zulassen, dass Du anfangs nicht gut bist und es vielleicht schlecht machst. Dann ist es halt so. Marcus: Ja, in Deinen Augen. Sebastian: Ja, in Deinen Augen, genau. Weil für jemand, der noch nie irgendwas produziert hat, bist Du… kannst Du wahrscheinlich trotzdem ein Vorbild sein. Marcus: Es ist halt immer… genau… immer so das Verhältnis wo Du stehst oder was Dein Anspruch ist. Sebastian: Ja genau. Marcus: Und Du bist in dem Moment, in dem Du Deine erste Folge aufnimmst eh ja schon viel weiter, als wahrscheinlich 99% der Leute, die gerne mal ne Folge aufnehmen würden. Sebastian: Ja genau. Und Du kannst ja auch eine Solo-Folge, die kannst Du ja auch mal produzieren, ohne dass es irgendjemand hört. Marcus: Mmh, ja. Oder ich habe aus Spaß mit Feli glaube ich mal eine aufgenommen. Einfach mal hier auf GarageBand ohne das dann live gehen zu lassen, einfach mal, um so ein Gefühl dafür zu kriegen. Was passiert da eigentlich? Und das ist natürlich schrecklich, wenn Du das erste Mal Deine eigene Stimme hörst. Hast Du vielleicht früher auch schon mal auf dem Kassettenrekorder oder so. Die meisten, die können das nicht ertragen, aber ganz ehrlich: Man gewöhnt sich dran, oder? Sebastian: Ja und man gewöhnt sich dran… ich weiß nicht, also ich finde jetzt meine Stimme inzwischen gar nicht mehr so schlimm und ich habe lustigerweise… mein erstes Interview war mit Tim von Earthcity... Marcus: Meins auch! (beide lachen) Tim muss immer herhalten! Sebastian: Genau, Versuchspuppe (grinst) Und bei mir war das so, weil ich halt bei ihm auf dem Podcast… Das war mein erstes Podcast-Interview für das ich eingeladen wurde. Und ich glaube, es auch der erste deutsche Podcast, den ich gehört habe und deswegen habe ich gesagt: Okay, dann lade ich ihn auch ein. Marcus: Mh. Sebastian: Und er hat gemeint, er findet, ich hätte eine gute Podcast-Stimme. Da dachte ich: Okay, wenn das schonmal einer sagt, dann, so schlimm kann’s nicht sein und dann habe ich auch auf iTunes ein oder zweimal gesagt bekommen in Rezensionen, ich hätte ne gute Podcast-Stimme. Und wenn es drei Leute sagen, dann kann die Stimme gar nicht so extrem schlimm sein. Marcus: Nee. Sebastian: Selbst kann man es natürlich nie beurteilen, aber ja. Es ist immer schön, wenn jemand anderes dann Dinge, die Du selbst furchtbar findest als gar nicht so schlimm ansieht. Marcus: Mh cool! Das ist ein gutes Beispiel, wie man Sachen angeht. Was mich jetzt noch interessieren würde wäre: Hast Du eine tägliche Routine? Oder noch genauer: Hast Du ne bestimmte Morgenroutine? Sebastian: Ja, also bei Morgenroutine muss ich sagen, dass ich grundsätzlich kein Morgenmensch bin. Aber ich gemerkt habe, dass immer, wenn ich Phasen hatte, wo ich wirklich ne tägliche Morgenroutine hatte über Wochen, dass es mir deutlich besser ging. Also mental, Produktivität usw. Auch von der Ausgeglichenheit her und ich aber trotzdem immer wieder Schwierigkeiten habe, die über lange Zeit aufrechtzuerhalten. Und momentan bin ich wieder dabei eine aufzubauen. Ich hab’s ne Zeit lang gemacht wirklich mit vor 6.00 Uhr aufstehen, aber das ist mir einfach zu früh. Da fehlt mir dann… das schaff’ ich nicht. Momentan ist es so 7.00 Uhr aufstehen und mein Fixpunkt dabei ist, dass ich meinen Sohn gegen 8.45 Uhr fahre jeden Tag. Also das muss ich einfach… das ist sehr wichtig. Hab ich ihm versprochen, dass ich ihn immer bringe. Also von daher, das ist Teil der Morgenroutine. Also ich stehe 7.00 Uhr auf, mache jetzt momentan mit der 7 Minuten Workout App, die Du mir empfohlen hast. Marcus: Mh, das funktioniert? Sebastian: Ja, das ist super! Also ich mache den sehr gerne und es ist halt 7,5 Minuten ist halt ein schöner, knackiger Start irgendwie. Dann ganz wichtig, ich mache jeden Morgen das Bett, weil Du kennst es ja auch. Haben wir auch schonmal, glaube ich, drüber geredet. Marcus: Ja, aber erklär’ mal. Sebastian: Und zwar einfach, dass wenn Du morgens Dein Bett machst, ist es halt so der erste Win am Morgen. Bei mir ist es so, ich bin grundsätzlich ein sehr chaotischer Mensch und ich weiß halt, dass wenn ich diesen Step mache und das Schlafzimmer ordentlich hinterlasse, dann gibt es mir so einen geordneten Einstieg in den Tag irgendwie. Ich weiß halt, wenn ich in das Zimmer reinkomme, ich fühl’ mich einfach besser, es nicht unordentlich zu sehen. Und es ist ähnlich wie abends, dass ich halt einfach nochmal bevor ich ins Bett gehe, ne kleine Runde drehe und einfach die Sachen kurz aufräume. Alles irgendwie… dass ich weiß, wenn ich morgens ins Zimmer komme, an meinen Schreibtisch oder ins Wohnzimmer oder wie auch immer, dann weiß ich, dass alles irgendwie schön aufgeräumt ist und ich fühle mich einfach wohler dabei. Das hilft mir dann produktiver zu sein. Und gut, ansonsten, nachdem ich meinen Sohn in den Kindergarten gebracht habe, mache ich das normalerweise auf dem Rückweg, da höre ich immer Podcasts und höre den dann weiter, mache mir dann nen Kaffee, setz’ mich dann auf die Terrasse, höre den Podcast zu Ende, das sind dann meistens so 15, 20 Minuten, trinke dabei meinen Kaffee und danach gehe ich dann an die Arbeit. Das ist so meistens die Morgenroutine. Das heißt so, ich bin so gegen 9, kurz nach 9 Uhr und bis ich dann mit Kaffee fertig bin, ist es meistens so 9.15 Uhr oder 9.20 Uhr und dann kann ich gestärkt mit Kaffee und allen aus dem Haus, kann ich dann anfangen zu arbeiten. Marcus: Mh, ich glaube, was ein ganz wichtiger Hack, ist dieses Belohnungssystem und aufgeräumt zu sein, oder? Ich liebe es auch zum Beispiel jetzt gerade sitze ich hier an dem Schreibtisch und nehme mit Dir den Podcast auf und habe nur den Rechner und das Mikro vor mir. Und alles andere besitze ich entweder gar nicht oder hab’s irgendwo anders hingelegt oder ist gar nicht im Blickfeld. Also ich liebe es minimalistisch zu sein und die Sachen echt Straight to the Point und sehr plain, sei es jetzt Hardware Devices, wie meinen Rechner und die anderen Tools, die man braucht, aber auch ansonsten allen möglichen anderen Ballast im Leben. Sebastian: Vielleicht zu dem Minimalismus noch ganz kurz: Jetzt ist’s ja bei mir nochmal ein bisschen anders, weil ich mit Familie und natürlich festem Wohnsitz einfach nochmal anders ausgestattet bin, als ihr, die halt wirklich nur mit sehr, sehr wenig Sachen um die Welt fliegt. Vielleicht gibt’s ja den einen oder anderen, der auch noch einen festen Wohnsitz hat. Marcus: (grinst) Bestimmt viele. Man muss auch immer sagen: Also, ganz kurz, um nochmal einzuhaken, weil es ja auch immer wieder kommt. Wir wollen ja auch niemanden missionieren und irgendwie sind da auf nem Weg, Leute überzeugen zu wollen, dass das der einzig wahre Lifestyle ist und man so extrem leben muss, wie wir. Wir zeigen einfach nur, was möglich sein kann. Wir wissen ganz genau, dass wir da auch ziemlich extrem sind und die Speerspitze sind, aber ich glaube, das muss man auch so ein bisschen, wenn man so ne exponierte Stellung haben will. Aber das heißt jetzt auf keinen Fall, dass das für jeden genau das richtige ist. Wahrscheinlich ist so ein Mittelweg am gesündesten. Sebastian: Genau. Bei mir ist es halt so: Ich möchte jetzt dieses ewige Reisen zum Beispiel gar nicht. Und ich bin ganz froh, dass ich nen festen Wohnsitz habe, aber ich weiß halt genau, dass wenn ich jetzt morgen entschließen würde für die nächsten drei Monate irgendwo anders hinzugehen, dann könnte ich mein Business halt trotzdem mitnehmen. Also für mich ist es einfach die geistige Freiheit zu wissen, ich kann jederzeit woanders hingehen, aber ich muss es nicht. Und jetzt in Bezug auf den Minimalismus: Also ich besitze jede Menge Sachen. Ich habe auch ein Auto usw., aber ich sorge halt trotzdem dafür, dass ich zu viel Ballast einfach abschmeiße. Also wenn ich halt merke, dass irgendwie … also ich mache das häufig, dass ich einfach Sachen entweder verkaufe oder verschenke oder wegschmeiße einfach, um Sachen rauszukriegen, die ich nicht wirklich brauche. Und es geht mir einfach deutlich besser, jedes Mal, wenn halt Sachen weggehen, geht’s mir deutlich besser. Und von daher, ich denke mir, Minimalismus muss nicht sein, dass Du nur noch 20 Gegenstände hast und eine Unterhose, die Du irgendwie jeden Tag irgendwie im Waschbecken auswäscht... Marcus: Besser nicht… (beide lachen) Sebastian: … sondern ich glaube, es geht einfach um ein bewussteres Leben damit. Einfach zu sagen: Okay, was sind Dinge, die ich wirklich brauche, die mir was bedeuten und die auch nen praktischen Nutzen haben und alles andere halt nach und nach zu reduzieren. Marcus: Ja, und spannender Punkt ist auch, was Du eben sagtest: Auch das Entschlacken und das Freimachen, kann einen total belohnen. Viele kennen es wahrscheinlich jetzt, die es vorher noch nie gemacht haben, eher so: Ich kaufe mir neue Schuhe, ich kaufe mir ein Kleid, ein T-Shirt, whatever und habe dann kurz diesen Trigger, dass ich mich belohnt fühle, aber nach ner Woche ist das neue iPhone irgendwie auch nicht mehr so spannend. Aber das kann auf der anderen Seite genau so viel Spaß machen, wenn man weiß “Boah jetzt geil! Ich habe den Schrank wieder freigeräumt und die sind jetzt erstmal aus meinem Kopf die Sachen”. Sebastian: Mh, und es ist ja auch so, dass speziell wenn Du eigenen Wohnraum hast, je mehr freien Platz Du zur Verfügung hast, umso größer die Tendenz diesen freien Platz mit irgendwas zu füllen, normalerweise.   Marcus: Ja. Sebastian: Und dem muss man halt sich irgendwie so ein bisschen widersetzen und einfach schauen, dass…. Marcus: Ja, und es ist echt nicht easy, ne? Viele unterschätzen das und denken so “Ah okay, wenn ich will, kann ich von heute auf morgen alles wegschmeißen”. Ey, selbst wir Hardcore-Minimalisten haben glaube ich vier Anläufe oder so gebraucht und sind dann mit den ganzen Klamotten immer wieder zum Trödelmarkt gefahren, zum Flohmarkt, zum Roten Kreuz, haben was abholen lassen von der Caritas. Und immer wenn Du denkst so “Ey, das ist es jetzt, geil! Wir sind jetzt hier irgendwie mehr oder weniger auf Null” und wenn dann noch ne Reise dazwischen ist und Du kommst zurück und Du hast nur den Backpack dabei gehabt, dann denkst Du “Boah scheiße, das haben wir ja auch noch alles und das habe ich Null vermisst” und dann fängst Du wieder von neu an. Sebastian: Ja. Bei mir ist jetzt gerade die Verbindung… es ist jetzt wieder schlecht bei mir. Weiß nicht, ob Du mich normal hörst, aber Du bist abgehackt. Marcus: Ich höre Dich jetzt noch normal, sonst versuchen wir mal weiter, weil ich nehme ja hier beide Tonspuren auf… Hörst Du mich noch? Sebastian: Ich höre Dich, aber es ist abgehackt. Also wenn es auf Deiner Seite passt, dann hast Du ja wahrscheinlich die Aufnahme richtig. Marcus: Ja bei mir passt es. Dann kriegen die Hörer jetzt auch mal mit, was manchmal so für technische Hakeleien laufen können, gerade wenn man die Podcast Interviews dann über Skype aufnimmt, aber es ist irgendwie alles machbar. Ach ich glaube, ich weiß woran es liegt. Ich synchronisiere nämlich gerade parallel über Dropbox den ersten Teil der Aufnahme, die wir eben gemacht haben. Das hat jetzt mal auf Pause gemacht. (beide lachen) Auch ein guter Hack, wenn man mal wieder mehr Bandbreite braucht. Die ganzen Synchroniserungen…. Okay, so viel zu Deinen Morgenroutinen. Und genau, noch ein Punkt, der mir dazu eingefallen ist: Es muss nicht immer Reisen sein, sondern das ist glaube ich echt ein super Beispiel: Du nimmst dann diese Unternehmerische Freiheit und die freie Zeit, die Du dadurch gewinnst dazu, um Dein Kind zum Kindergarten zu bringen und abzuholen. Sebastian: Ja genau, also ich habe einfach für mich gesagt, für mich ist halt meine Familie extrem wichtig. Ich habe meinem Sohn versprochen, dass ich ihn jeden Tag zum Kindergarten bringe und abhole. Ja gut, ab und zu geht’s halt einfach nicht, weil ich irgendwie nen Termin habe, aber ich versuche wirklich jeden Termin, den ich nehmen muss so zu legen, dass er nicht in diesen Zeitraum passt. Das heißt zum Beispiel Podcast Interviews, die gibt’s halt grundsätzlich nur vorher oder nachher. Andere Treffen auch. Das ist einfach für mich ganz wichtig, dass ich dieses Versprechen ihm gegenüber einhalte. Und ich organisiere halt meinen Tag so außen herum und der Kindergarten hat halt, wie jetzt letzte Woche zum Beispiel bei Halloween, dann ist da halt so ein Halloween-Umzug und da bin ich halt auf jeden Fall mit dabei. Also ich kann halt einfach ganz spontan, jederzeit sagen, ich gehe halt in den Kindergarten oder wenn er krank ist, dann bleibe ich halt zu hause und bin halt einfach zu hause und ich arbeite dann halt nicht. Und von daher, ich habe die Freiheit mich um die Familie zu kümmern, wenn’s halt sein muss und das ist für mich eigentlich das wichtigste dabei. Marcus: Okay Sebastian, was ist Deine größte Schwäche und worin willst Du besser werden? Sebastian: Ich denke, die größte Schwäche sind letztlich zwei Sachen, die miteinander zu tun haben. Es ist auf jeden Fall Fokus und Prokrastination. Und die haben denke ich miteinander zu tun. Mir fällt’s durchaus schwer, weil ich halt viele verschiedene Sachen mache. Einfach den Fokus zu finden, worauf ich mich wann, wie, wo fokussieren muss. Oftmals sind’s halt einfach so viele einzelne Aufgaben, die man tun könnte oder auch tun müsste…. Marcus: oder würde… Sebastian: ...oder würde, genau. Und ähm, dann neue Ideen, die man gerne umsetzen möchte. Marcus: Ja, das ist dieses SOS-Syndrom ne? Sebastian: Ja genau. Shiny Objects Syndrom, ja. Und dann ist es halt einfach schwer. Womit fange ich an? Und manchmal geht’s mir halt dann einfach so, dass es so viele Sachen sind, dass ich letzten Endes dann gar nichts mache. Oder extrem lange brauche bis ich dann mit den einzelnen Sachen anfange. Und das heißt, wo ich auf jeden Fall gerne besser werden würde, wäre zu sagen: Einfach noch klarer zu wissen, was sind die Dinge, auf die ich mich fokussieren muss? Und dann alles andere mehr und mehr abzugeben, sodass ich halt meine Zeit wirklich fokussiert auf die Dinge verwenden kann, die wichtig sind, um mich dann eben auch ablenkungsfrei auf diese Sachen stürzen zu können. Marcus: Mh, ganz ehrlich: Also mir geht’s genau so. Nach wie vor. Auch wenn ich so viel dazu jetzt gelesen habe und probiert habe und Tools nutze. Es passiert immer wieder, dass ich auf Facebook gehe und irgendwas schedulen will oder businessmäßig plane oder loswerden will oder recherchieren will und dann mich total drin verliere und am Ende sogar gar nicht mehr weiß, warum ich überhaupt auf Facebook gegangen bin. Sebastian: Ja, und ich glaube es geht jedem so. Also es gibt wahrscheinlich niemand.... ich meine Du bist jetzt jemand, der wirklich sich mit Produktivität und Hackz usw. auseinandersetzt, und selbst Dir geht’s so. Marcus: Ja. Sebastian: Von daher, man sollte sich glaube ich einfach auch eingestehen, dass es normal ist. Und auch mal… ich glaube man darf sich auch mal die Phasen eingestehen, wo man mal nicht so produktiv ist. Das gehört glaube ich auch dazu. Marcus: Ja, und irgendwann, ich glaube vor einem Jahr, habe ich mich so sehr über mich selber geärgert und über Facebook gleich gesagt habe “Ey Leute, dieser Algorhythmus, der funktioniert einfach. Ich kauf’ mir jetzt ne Facebook Aktie” (beide lachen) Und immer, wenn ich mich das nächste Mal darüber Ärger, dass ich auf Facebook gewesen bin, freue ich mich, dass die noch ein bisschen mehr Verweildauer durch mich kriegt und eventuell dadurch der Börsenwert von dem Unternehmen steigt. Sebastian: Haste Dir ne Aktie gekauft? Marcus: Ja ja habe ich. Sebastian: Ja? Okay. Marcus: Ja, ich hatte auch voll Schwein damals. Da war die noch mega günstig zu haben. Irgendwie 35,00 Euro. Jetzt ist die bei fast 100,00 Euro oder so. Also fast verdreifacht. Hätte ich mal ein bisschen mehr Mut gehabt, ein bisschen mehr investiert, aber dieses Hätte, Wenn und Aber… Da lasse ich lieber mal die Hände von, von der Börse. Aber ich hab ja nur eine irgendwie erstmal reingelegt ins Portfolio, um mich nicht mehr ständig über mich selbst zu ärgern oder wenn andere dann darüber reden, wieviel Zeit sie auf Facebook verbringen. Da denke ich: Ja okay, ist ja ganz cool. (beide grinsen) Gut, ich denke mal, das war ein guter Rundumschlag von dem, was Du alles so machst, was Du für ein Typ bist, was Du für einen Background hast. Mega spannend! Ähm, allerletzte Frage noch: Sebastian: Okay. Marcus: Wenn Du merkst, Du bist am Rechner und hast aber das Gefühl, Du kommst nicht weiter… Es geht nicht voran und Du bist einfach leer im Kopf. Ich verpasse da leider nach wie vor immernoch den Zeitpunkt zu sagen: Okay, heute geht nix mehr, ich klapp’ jetzt den Rechner zu und geh’ raus und mach Sport oder irgendwas. Wie gehst Du damit um? Hast Du da irgendeinen Trick? Was machst Du, wenn Du nicht weiterkommst? Sebastian: Ah puhh, schwer. Also ja, ich kenne die Situation gut, wo … ja genau, wo Du einfach merkst, Du sitzt zwar jetzt da und solltest Du, aber eigentlich hatt’s überhaupt keinen Sinn da irgendwas weiter zu machen. Also ich kenne das dann schon. Dann werden dann doch mal Stunden vertrödelt irgendwie mit Youtube Videos gucken usw. Aber wenn’s mir bewusst wird und ich glaube darum geht’s ja, sich das bewusst zu machen, was nicht immer funktioniert, aber wenn’s mir bewusst wird, dann mache ich auch den Computer einfach zu und gehe dann mal raus und gehe die Stunde irgendwie laufen oder mache ein bisschen Sport. Oder ja… ich habe zum Beispiel hier fünf Minuten von hier, also bei uns im Wohnviertel, gibt’s nen Swimming Pool. Ich kann da zum Schwimmen gehen und da kann ich meine Bahnen ziehen. Also ich mache das dann schon, dass ich rausgehe. Oder ich setze mich einfach auf den Roller und dreh’ ne Runde und fahre ein bisschen rum. Marcus: Geil! Roller fahren ist cool in Thailand! Sebastian: Ja, auf jeden Fall. Und sehr entspannend auch, da kommt Fahrtwind rein und vor allem, Du kriegst jede Menge Sauerstoff und dann ja… Wenn ich wieder zurückkomme, dann läuft’s auch normalerweise wieder. Aber ich glaube das wichtigste dabei ist, dass man sich bewusst wird, wenn so eine Phase kommt und sich dann auch eingesteht, dass es jetzt einfach besser wäre, mal zuzumachen und nicht sich zu zwingen, weiterzumachen, weil’s sowieso nix bringt. Marcus: Okay perfekt. Super Schlusswort! Ich freue mich schon. Müssen wir sehen, ob wir es schon Anfang nächsten Jahres hinkriegen, wenn ich nach Phuket komme und wir uns auf jeden Fall dann treffen? Sebastian: Ja, ansonsten auf der DNX GLOBAL, nehme ich an. Marcus: Auf der DNX GLOBAL, genau. Da gibt’s auch News zu. Wir haben gestern die geilste Location ever gefunden, haben das direkt fix gemacht. 1. März, der Termin steht und wir sind im Aksra Theatre Center und ja… Alle Infos dann über die bekannten Websites, aber das wird richtig Fett. Du bist eingeladen, wenn Du kommst. Sebastian: Ja, ich bin auf jeden Fall da. Ist ja nicht soweit von mir. Gute Stunde Flug und da bin ich! Marcus: Ja cool! Danke für Deine Zeit! Sebastian: Okay, danke Dir! Marcus:  Und bis bald! Sebastian: Okay, bis bald, ciao. Marcus: Ciao.   Yo yo, das ist dann doch wieder eine etwas längere Folge geworden. Ich glaube knapp ne Stunde oder so. Eigentlich wollte ich jetzt mal versuchen, ein bisschen knackiger zu werden und nur noch ne halbe Stunde oder 40 Minuten mit meinen Gästen zu reden, aber wenn’s so spannend ist, dann will ich auch nicht aufhören. Dann will ich lieber noch mehr bohren und noch mehr Infos für euch daraus holen. Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Wenn ja, gebt mir ne Rezension und Bewertung auf iTunes ab oder bzw. zusätzlich auch ganz gerne: Schreibt mir ne Mail an marcus@lifehackz.de wen ich vielleicht mal auf die Show holen sollte, was euch gefällt, was euch nicht so gut gefällt. Und wenn ihr sagt, das ist cooler Stuff, den Marcus macht und das würde ich gerne irgendwie unterstützen, dann haben wir immer noch unsere Charity Aktion für Straßenkinder in Salvador laufen, weil in zwei Wochen, glaube ich… Genau in zwei Wochen geht es auf die Cruise von Gran Canaria nach Brasilien und Feli und ich haben dazu eine Charity Aktion gestartet. Alle Infos zu dieser Aktion unter www.lifehackz.de/charity. Vielen Dank, Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]    

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  • Mars Dorian ★ eBooks und Zeichnungen vom anderen Stern

    · 00:57:16 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Mars Dorian Hey Leute, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz! Heute mit einem Gast, den ihr alle schonmal gesehen habt. Nicht ihn direkt, aber auf jeden Fall seine Zeichnungen. Mars Dorian hat nämlich das Cover für die LifeHackz-Show entworfen und ja… Mars hat nicht nur Qualitäten im Sketchen und Zeichnen, sondern er ist auch unter die Schreiber gegangen und schreibt jetzt ziemlich krasse, abgefahrene Science Fiction Geschichten, Self-Publishing. Ja, checkt das Interview aus. Viel Spaß! In dieser Folge lernst du: Wie ein Coworking Space dich produktiver machen kann. Wie du eine Karriere findest die zu deinem Lebensstil passt. Wie du Twitter zum netzwerken nutzt. Was du beim veröffentlichen deiner Bücher auf Amazon beachten solltest. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Mars Dorian Scrivener Coach.me [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Mars Dorian (Intro) Marcus: Hey Mars, cool dass Du am Start bist! Mars: Danke, dass Du mich dabei hast Mann. Ich bin hier in meinem Studio eingekächert. Ich habe hier die Gardinen zu, alles zugeschlossen und bin hermetisch abgeriegelt, damit das hier funzt. Marcus: Ja sehr geil. Ich wollte Dich nämlich gerade fragen: Wo bist Du und was machst Du da? Mars: Also ich bin gerade in der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg. Und zwar teile ich mir mit einer Künstlerin einen Studioplatz. Das ist dann da der Hinterhof quasi, in so einem Gewerbegelände und hier sind überall Startups herum und da ist immer viel am rascheln und viel am machen und arbeiten... hier gehe ich halt hin um zu arbeiten. Marcus: Okay, das heißt, Du brauchst auch irgendwie, im das trennen zu können auch in Deinem Kopf, einen eigenen Arbeitsplatz getrennt von Deiner Wohnung - Du bist nicht so der Home-Office Typ? Mars: Ja, ich meine, kann ich auch, aber ich find’s halt geiler, wenn Du wirklich in einer Umgebung bist, wo wirklich - ich sage mal - 99% der Menschen arbeiten. Das hat so eine ganz eigene Energie, wo ich denke “Shit, wenn ich jetzt irgendwie hier rumstehe oder faul bin, dann fühle ich mich schlecht”, verstehst Du? Weil hier alle um mich herum arbeiten. Das gibt mir wirklich Antrieb immer am Ball zu bleiben. Gerade weil ich ja mein eigener Boss bin, muss ich ja ein gewisses Maß an Selbstdisziplin aufbringen. Marcus: Absolut. Also ich kenne es ja von uns beiden selber, von Feli und mir, wenn wir unterwegs sind klappt das immer eine Zeit lang ganz gut, auch von zu Hause zu arbeiten oder gerade, wo wir gerade sind, dann in irgendeinem Airbnb oder so. Aber irgendwann kommt der Punkt so, wo Du dann merkst, Du wirst antriebsloser und brauchst vielleicht mal ne neue Umgebung. Also schön ist, wenn man’s selber merkt, weil meistens schlittert man da so rein, ohne es richtig zu merken. Aber wenn wir dann mal rausgehen und beispielsweise im Coworking Space sind oder so, denken wir so “Shit, warum haben wir das nicht vorher gemacht? Hier ist irgendwie…” wie Du schon sagtest, das färbt auch ab, wenn alle anderen Headsets aufhaben und konzentriert am Rechner arbeiten, dann hast Du kein Bock da der einzige zu sein, der auf Facebook seine Zeit verschwendet oder so, sondern haust dann auch gleichzeitig rein. Mars: Das funktioniert super geil. Ich sag mal ganz kurz: Wo ich in Tokio war… und Tokio ist so eine Stadt, die ist so energisch, die rennen fast. Also die laufen, aber die rennen und Du hast das Gefühl, alles ist in Bewegung, wie so ein endloser Strom von Menschen. Und ich hatte richtig Scham als ich mich mal hingesetzt habe und gegessen habe, weil um mich herum alles was machen. Selbst wenn sie irgendwo herumsitzen, arbeiten sie irgendwie an ihrem Smartphone oder machen sich irgendwelche Notizen und ich dachte “Ach, ich bin hier voll der faule deutsche Sack hier”. (beide lachen) Geht ja gar nicht klar! Marcus: Krass! Tokio steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Bucket-List, wo ich unbedingt mal hin will. Also Du sagst es ist cool da? Mars: Also, es ist halt ganz anders als europäische oder westliche Kulturen. Da ist ein ganz anderer Kulturzweig. Die denken anders, die sprechen anders, aber es ist halt in dem Sinne exotisch und ich mag halt japanische Kultur. Ich mag die Popkultur, also Videospiele, Comics, das Essen und all so was. Deswegen hat’s mich dahingezogen. Marcus: Cool! Du selber machst ja auch viel mit Comics und Videospielen, Zeichnungen. War das ein Grund, weswegen Du nach Tokio gegangen bist? Mars: Auf jeden Fall! Ich mach ja jetzt hauptberuflich Illustrationen und die japanische Popkultur hat ja einen Rieseneinfluss. Also ich mache nicht den japanischen Stil mit diesen großen Mangaaugen und so, aber bestimmte Einflüsse hat die Kultur auf mich und das war halt der Hauptgrund, warum ich dahin gegangen bin. Weil ich dachte “Wie kann so ein kleines Land…”, was relativ klein ist im Vergleich zu Amerika oder China oder Europa “...so eine fette Kultur haben und solche Videospiele kreieren, die so kreativ sind und solche Comics und Zeichentrickfilme?”. Das hat mich einfach umgehauen. Und ich wollte dem auf den Grund gehen. Marcus: Mmh, das heißt, Du hast Dich schon immer bewusst irgendwie daran orientiert oder kam das irgendwann unbewusst, dass Du, wenn immer Du irgendetwas gezeichnet hast, ging es so in die Richtung. Und dann hat man so gemerkt, irgendwie ist das so wahrscheinlich das Land, was Dich am meisten beeinflusst? Oder die Kultur dort? Mars: Nee, das lag… als ich noch klein war, habe ich noch hauptsächlich amerikanische und europäische Comics gelesen. Also aus dem europäischen Raum waren es so französische, franco-belgisch nennt sich das. So Spirou, Fantasio und Marsupilami und Asterix und Obelix und die ganzen Klassiker, ne? Dann kamen die Amis mit ihren Superhelden Marvel und DC. Aber dann kam das langsam mit diesen japanischen Einflüssen. Und wo das ganze populär wurde, auch in Berlin… und als ich dann in die Comicshops gegangen bin, war ich halt total fasziniert, weil die völlig anders. Also die waren völlig anders gezeichnet. Die Charaktere waren völlig anders. Es gab keine Superhelden und keine Detektive. Es waren völlig andere Welten und das hat mich so fasziniert, da musste ich mich halt mehr damit beschäftigen. Und dann kam der Einfluss halt. Marcus: Mmh, genau. Und wie kam das dann, dass Du so da reingeschlittert bist in diesen Comic… Manga ist ja nicht in diesem Comic-Style… Gab es da spezielle Kundenwünsche, die gesagt haben “Ey, ich brauche ein neues Cover, das soll genau so und so aussehen? Oder war es eher so, dass Du Dich selber ausgetobt hast und irgendwann gemerkt hast so “Das ist mein Ding! Hier bleibe ich, das mache ich jetzt”? Mars: Ja also als ich noch zur Schule ging, habe ich quasi Videospiele gespielt und dann versucht, das in Comicform umzusetzen ne? Und das war Haupthobby. Das war mit Leidenschaft. Ich habe einfach Comics nach Laune gemalt ne? Und irgendwann habe ich dann für die Jugendzeitung gemalt, hab damit ein bisschen Geld verdient. Und dann hatte jemand das gesehen und hat gesagt “Ey, kannst Du nicht Comic-Strips für ein Magazin machen, so für ne Handwerkszeitung?” Da habe ich gesagt “Ja mach ich, cool”. Dann habe ich auch ein bisschen Geld mit verdient, so 100,00 Euro im Monat. Marcus: Damals noch in der Schule als Schüler? Mars: Genau in der Schule als Jugendlicher. Da war ich - keine Ahnung - 15, 16 oder so. Dann hab ich da ein paar hundert Euro mal extra im Monat in der Tasche gehabt und da dachte ich “Ey, das ist richtig geil”. Und ich bin halt so ein Riesen-Fan, also das wusste ich damals noch nicht, aber im Prinzip, dass Du Dein Business um Deinen Lebensstil herum baust ne? Und ich hatte auch mal damit gespielt, weil ich auch so Filme gemacht habe, Filmregisseur zu werden. Aber das habe ich dann irgendwann aufgegeben, weil ich gemerkt habe, ich bin absolut introvertiert und ich kann nicht mit Menschen jeden Tag arbeiten und früh aufstehen und immer so ein riesen Set um mich herum zu haben ja? Ich will so lange schlafen wie ich will. Ich will rumreisen und ich will nur quasi meinen Computer haben und dann meine Karriere aufbauen. Und weil ich halt Comics gemacht habe, habe ich das versucht halt zu verbinden ne? Also wie kann ich diesen Lebensstil haben und wie kann ich aber trotzdem damit Geld verdienen. Dann ist das halt in diese Illustrationsecke hingekommen. Marcus: Ja, saucool. Und das Internet bietet sich ja dann, gerade auch für Typen wie Dich, die eher introvertiert sind, dann auch mega gut an, dass man sagt “Ich entscheide selbst, wann ich jemanden an mich heranlasse und auf wen ich reagiere”. Mars: Ja also das Internet… Ich hab mal ganz früher am Anfang meines Blogs vor fünf Jahren oder so geschrieben: das Internet ist meine liebste Religion. Ich habe sogar quasi… mich bedankt, wenn ich einen Auftrag hatte so an meinen Mac. So “Danke für den Kunden!” So als ob das so eine Statue… So eine Buddha-Statue wäre. Ich hatte mal richtig krasse Probleme, weil ich nicht studiert hatte und ich wusste halt meinen Weg nicht in der Welt ne? Und mit dem Geld verdienen und kreativ sein hat auch nicht so geklappt. Marcus: Wann war das? Mars: Das war…. also ich bin gleich nach der Schule halt um die Welt gereist für vier Jahre. Bin dann immer zig Monate nach Berlin zurückgekommen und dann wieder rumgereist. Ich war in Japan, Amerika, Mexico und um Australien habe ich auch gelebt und innerhalb Europa. Marcus: Cool! Also immer mit nem Backpack, als Backpacker oder hast Du auch lokal irgendwie gearbeitet? Mars: Also immer unterwegs, aber ich habe immer schon so kreative Services so gemacht mit dem Computer. Aber es war noch keine Karriere. Also ich habe dort als Barkeeper meistens gearbeitet oder in Australien auf’m Feld und solche Jobs halt. Ähm, und dann immernoch so ein bisschen auf’s Internet geschielt, weil ich dachte “Oh Mann”. Ich muss immer, wenn ich in ein neues Land gehe, neue Arbeit suchen. Das ist ja schön, wenn ich mir irgendwie etwas aufbauen könnte, was unabhängig ist. Was, egal ob ich in Thailand bin oder in Australien, dass ich mir so was trotzdem aufbauen kann und das nicht immer von vorne anfangen muss. Und dann kam ich dann aber irgendwann zurück, weil ich dann keinen Bock mehr hatte, nach den ganzen Reisen, und dann war ich 24 glaube ich. Und da hatte ich eine richtig Hardcore-Phase, wo ich echt depressiv war. Da bin ich zu meiner Mutter…. musste ich da zurückziehen, weil ich ganz wenig Geld verdient habe. Und ich hatte ne kleine Ausbildung gehabt in dem Sinne und da war ich echt frustriert. Ich wusste einfach nicht, wie es weitergeht. Wie mache ich jetzt ne Karriere, die zu meinem Lebensstil passt. Und das ging - sage ich mal - eineinhalb Jahre so. Und es waren die dunkelsten Zeiten mit Abstand in meinem ganzen Leben. Und das war so schlimm, ich war sogar mal auf so einer Suizid-Intensivstation, ich glaube das war in Prenzlberg irgendwo. Und das war nur noch Schwarz bei mir. Ich wollte nicht aus meinem Bett rauskommen. Ich dachte, ich hab mein Leben verkackt. Ich habe es verschwendet , anstatt etwas ordentliches zu machen und jetzt weiß ich überhaupt gar nicht, wie es weitergeht ne? Und dann habe ich irgendwann, quasi um das zu bewältigen, habe ich mir so ein Grafik-Tablet geholt und habe das an meinem Computer angeschlossen, einfach damit ich kreativ bleibe. Damit ich noch irgendwie meinen Kopf beibehalte, verstehst Du? Als Bewältigung quasi der Probleme... Marcus: Ja auf jeden Fall! Das ist auch wichtig. Mars: Ja genau. Das war reine Therapie eigentlich. Und da habe ich gedacht “Fuck, das ist so geil”. So mit dem Grafik-Tablet kannst Du alles digital machen, geht sauschnell, musst nicht rumradieren und so. Und da hat mich das so ein bisschen abgelenkt und dann habe ich es halt auf ner Webseite dann gepostet und gebloggt dazu immer. Und dann hat irgendwann mal ein Australier gesagt “Hey, ist richtig cool was Du machst. Kannst Du für mich einen Avatar machen?” Und da habe ich gesagt “Äh… klar”. Und dann hat er noch gefragt “Du bist doch professioneller Illustrator oder?” Und da sagte ich “Ja, ich habe Aufträge aus aller Welt”. (beide lachen) Aber einer war halt aus Amerika und der Antrag von ihm aus Australien und ich war aus Deutschland, also war es ja schon international. Marcus: Auf jeden Fall. Mars: (lacht) So ein bissche so “Fake it until you make it” ne? Und nee… und dann hat der mir irgendwie - keine Ahnung - 150 $ dafür gegeben und da dachte ich, wenn ich das jetzt richtig mache, dann kann ich jetzt meine eigene Karriere daraus machen. Naja und dann habe ich quasi wie ein besessener immer gebloggt über Kreativität und da meine Zeichnungen digital gezeigt... Marcus: Auf Deiner eigenen Domain oder war das noch damals irgendwie so ein Tumblr oder Blogger oder so? Mars: Also ich bin gleich am allerersten Tag sag ich mal zu Wordpress… ist das .org? Marcus: Ja, es gibt irgendwie beides. Das eine sind die Themes und das andere ist so der Hoster ne? Mars: Genau. Ich verwechsle immer… das ist ja die Abkürzung. Aber nee, ich wollte von Anfang an gleich meine eigene Domain haben. Ich habe dann Marsdorian. Weil das Mars war immer mein Spitzname, den ich als… also Marius ist ja der Hauptname, aber Mars habe ich dann immer gehabt und habe dann meinen Namen gleich gemacht mit .com. Hab mich da gleich reingefitzt, weil Leute gesagt haben “Vergiss diese ganzen Free Templates, Du musst Deine eigene Domain haben, dann kannst Du Dein eigenes Business bauen”. Marcus: Und woher hattest Du dieses Wissen zum Beispiel? Mars: Ähm, ich hab… ich hab mal einen Amerikaner getroffen in Berlin, der davon erzählt hat, dass er mit dem Internet Geld verdient. Und das hatte ich damals noch nicht verstanden und der hat mir das gezeigt irgendwie. Der hat so Online Marketing gemacht, also dieser Klassiker. Anderen Leuten… also das Hauptgeld zu verdienen, indem man anderen Leuten erklärt wie man Geld verdient, verstehst Du? Marcus: So Internet Marketer. Mars: Genau, also so Hardcore. Wenn Du so einen Klischeefilm machen würdest, dann würdest Du ihn nehmen. Und der hat es mir gezeigt  und dann bin ich auf amerikanische Internet Marketing Seiten gegangen. Und ich muss sagen, das war ziemlich…. das wusste ich damals noch nicht, aber die waren schon ziemlich… wie soll ich sagen? Es war richtig suspekt, ne? Für mich waren das schon kleine Gauner irgendwie. Die haben dann so pyramidenmäßig solche Schemes gemacht und haben gesagt “Ja, ich sage Dir, wie man da irgendwie für 197 $ für den Kurs, sage ich Dir halt, wie man richtig Geld verdient”. Und dann habe ich herausgefunden, das Business was die da promoten ist wie man Geld verdient, verstehst Du? Marcus: Ja ja, und meistens dann auch ohne Background. Also so den Leuten erklären zu wollen, wie man ein Business aufzieht, aber selber noch nie eins hochgezogen zu haben. Mars: Ja genau! Und dann so Business Consulting von Leuten, die noch nie ein Business aufgebaut haben. Dann ist das Business das Business Consulting. Marcus: Ja. Mars: Und da habe ich gedacht “Ah Mann, aber so was will ich ja irgendwie nicht machen. Da fühle ich mich… das passt nicht zu mir”. Aber ich halt… das Gute daran war, ich habe gelernt “Aha, also man kann Geld online verdienen, was schonmal richtig geil ist”. Und dann bin ich erstmal in diese Szene reingerutscht… Reingerutscht - wie das klingt (lacht) Voller Scham und dann habe ich Internet-Marketing gemacht. Marcus: Ja, also ganz ehrlich: Als ich die ersten Touchpoints so mit dem Internet hatte - jeder stößt ja irgendwann drauf so, sei es über irgendeinen App und dann über Nacht reich werden oder irgendwie Geld im Schlaf verdienen - und dann denkst Du Dir “Scheiße, was ist das denn Cooles?! Mal gucken was da so hintersteckt”. Und dann kriegst Du so ein, zwei, drei Teaser-Videos und wirst mit E-Mails kaputt gebombt und musst dann immer mehr Geld zahlen. Und die meisten raffen dann ziemlich schnell, dass da nicht viel hintersteckt. Aber für den ersten Aha-Moment, um selber zu merken so man kann im Internet wahrscheinlich auch Geld verdienen, war es in dem Fall für mich richtig und in Ordnung. Und glücklicherweise habe ich dann schnell erkannt, wie substanzlos das ist. Mars: Ja, und wie Du schon gesagt hast, das ist ein bisschen so wie beim Hubschrauber, wo Du so Kurskorrektur machst ne? Da gehste mal vom Weg ab und dann “Ah, jetzt muss ich in die Richtung” “Ah nee, jetzt bin ich wieder falsch - muss ich in die Richtung”. Immer so Crash und Burn, wie man das auf Englisch sagt. Und es war aber für mich der Einstieg. Und dann habe ich halt aber trotzdem sehr viel gelernt. So ein bisschen so von Marketing, so ein bisschen mit den Keywords, ähm, wie man interessante Blogartikel schreibt, wie man mit anderen Bloggern in Kontakt gerät und so. Und ich hatte mir dann halt so eine Base aufgebaut von Leuten, die halt hauptsächlich Blogger oder Online Marketer waren oder wirklich in diesem Bereich tätig waren. Aber die Leute wo ich wusste, okay, die hatten auch was drauf und die hatten eigentlich ein anderes Business davor noch... Marcus: Und über welchen Kanal? Mars: Halt Twitter hauptsächlich. Marcus: Okay. Also Twitter hat für Dich in dem Moment richtig gut funktioniert. Mars: Ja also für mich ist nach wie vor Twitter das beste Netzwerking-Tool, was ich überhaupt kenne. Ich habe da richtig so ein bisschen in diese Network Schiene gefahren. Da habe ich mir gedacht “Okay, also jetzt jede Woche will ich zwei, drei coole neue Leute adden und dann will ich irgendwie gucken, ob ich mit denen klarkomme, ob die geile Sachen schreiben, ob ich mich mit denen verbinden kann.” Und hab mir dann wirklich dann so - ich sag mal - systematisch dann so ein Netzwerk aufgebaut und nebenbei halt meinen Blog gemacht, meine ganzen digitalen Zeichnungen gezeigt. Und weil die meisten Leute dann in meinem Netzwerk so technisch versiert waren und so blogger- und marketingtechnisch unterwegs waren, aber keine Ahnung von Zeichnung und Kreativität hatten ne? Wann immer dann irgendwie jemand nen Auftrag braucht der irgendwie “Ey, kannste den Blog für mich designen oder kannst Du ne Slide-Show für mich machen oder so”, dann sind sie irgendwie zu mir gekommen oder haben mich weiter empfohlen. Und so habe ich es mir dann aufgebaut. Marcus: Cool. Also richtig cool! Ähm, ich muss ja sagen, ich bin auch ein großer Fan von Deinen Bildern und deswegen habe ich Dich ja gefragt, ob Du Bock hast, das Cover zu machen hier für die LifeHackz-Show. Also alle Hörer, die jetzt zuhören, werden wahrscheinlich auch schon das Cover gesehen haben, wo ich in Comic-Version drauf bin. Das kommt auch aus Deiner Feder und ja… also das Coole bei Dir ist irgendwie, ich finde, das sieht sehr Unique aus. Man erkennt direkt so Deinen Style, dass man weiß “Ey, das ist Mars Dorian!” Du hast ja auch ein Cover, glaube ich, für Patrick Hundt mal gemacht für ein Ebook oder so... Mars: Ja zwei. Marcus: Ja zwei sogar. Ohne zu wissen so, wer es wirklich gemacht hat, konnte man direkt sehen: das warst Du! Und ich glaube, das ist auch total wichtig in der Online Welt. Sich da irgendwie abzugrenzen und seinen eigenen Style zu verfolgen und weiterzugehen. Mars: Ich denke, das ist so eine Lektion die ich gelernt habe. Du willst Dich ja von der Masse ausgleichen und zeigen…. Marcus: ...unterscheiden ja. Mars: ...unterscheiden genau! Ah manchmal… Weil ich alles auf Englisch mache… Mein Deutsch ist so verkommen, das ist richtig peinlich. Marcus: Ja, aber das ist krass, also das finde ich cool. Bei mir ist es ja genau anders herum. Ich starte die Sachen ja eher auf Deutsch erstmal so. Da fühle ich mich sicherer in meiner native language, wie die DNX Conference oder jetzt auch den LifeHackz Podcast oder alle anderen Sachen, die wir dann irgendwann international skaliert haben, habe ich erstmal im Deutschen getestet. Ja… und um so cooler, dass Du den Mut hattest… oder wahrscheinlich war es für Dich in dem Fall einfacher. Deswegen bist Du den Weg gegangen alles auf Englisch direkt anzuschieben und zu machen. Mars: Ja, ich meine ich war halt immer schon Fan von der englischen Sprache. Und ich wollte halt auch, dass meine erste Seite so einen internationalen Flair hat. Ich mag es einfach auch auf englisch zu bloggen. Ich habe aber auch gehört von Illustrator-Freunden dann, dass sie gesagt haben, dass die Hauptaufträge meistens dann aus der westlichen Welt aus Amerika oder Nordamerika kommen. Dass da in Deutschland noch nicht dieser große Bedarf ist. Und da habe ich gedacht “Ja, da mache ich mich gleich international” in dem Sinne. Marcus: Also nen geilen Künstlernamen: Mars Dorian. Wer hat Dir den gegeben? Mars: Also mein Hauptname ist…. ahhh ich zittere! (lacht) nee der Hauptname ist also Marius Dorian Schmidt. Marcus: (lacht laut) wie geil! Ja? Mars: Und ich habe äh… Schmidt hat mir halt nie gefallen, weil für mich halt Schmidt das Mittelmaß schlechthin ne? Entweder ist es der häufigst deutsche Name oder der zweithäufigste neben Müller. Und da dachte ich, das passt einfach nicht zu meiner Persönlichkeit und zu meinem Stil. Da habe ich den halt weggelassen und hatte schon früher als ich Jugendlicher war, habe ich dann immer so Marius Dorian geschrieben. Marius Dorian ist eigentlich dann der Hauptname, ist nicht mal der Mittelname Dorian. Eigentlich müsste ich immer Marius Dorian angeredet werden, aber ist halt zu lang. Und dann habe ich aber mal die… weil damals habe ich mal einen geilen Film gesehen. Irgendwie ging es um den Planeten Mars und weil Rot meine Lieblingsfarbe war, habe ich gedacht “Hey, wenn ich nur das i und das u von Marius rausstreiche, dann habe ich Mars Dorian”. Marcus: Ja, sau geil. Mars: Und wirklich, es sind ja nur zwei Buchstaben, die ich da verändere und da komme ich auf den Namen und den habe ich halt für alles benutzt. Ich glaube, das hat echt meiner Karriere geholfen. Marcus: Glaube ich auch. Also ich glaube auf jeden Fall, dass Du jetzt cooler als Mars Dorian unterwegs bist, als Marius Dorian-Schmidt. Mars: Ja (lacht) Herr Schmiiiihiidt, Schmitty... Marcus: Nee, könnte ich mir Dich auch gar nicht mehr vorstellen. Also ich habe Dich als Mars Dorian kennengelernt und von daher bist Du Mars Dorian. Und überall wo Du auftrittst bist Du ja auch Mars Dorian. Insofern cool, dass Du es hier mal quasi announced hast oder enthüllt hast (lacht) wie Dein echter Name ist, aber bleib lieber bei Mars Dorian. Da bist Du mir sympathischer mit.   Mars: Ja kein Problem. Marcus: Ok cool! Und dann warst Du quasi beim Start so ein bisschen in dieser Multi Level Marketing, Internet Marketing Szene, Reichwerden über Nacht Geschichte irgendwie gelandet und hast dann aber zum Glück im Helikopterflug gesehen “Aha, ich muss ein bisschen justieren meine Richtung. Ich will ja auch irgendetwas machen, worauf ich stolz sein kann und irgendwie morgens in den Spiegel gucken kann” und bist dann so weiter geflogen. Mars: Genau, also ich hatte da halt dann mehr Auftrag… durch mein Netzwerk auf Twitter habe ich da mehr Aufträge bekommen, halt in dem zeichnerischen Bereich. Und irgendwann habe ich gesagt… ich bin da manchmal ein bisschen extremer ne? Ich sage mal, wenn ich etwas gut finde, dann mache ich das jetzt auch 150%. Und da habe ich mich halt darauf voll konzentriert bis ich das quasi im Laufe von dann ein, zwei Jahren dann zu einer Hauptkarriere gemacht habe, wenn man es so nennt. Und ähm ja… Und das mache ich halt nach wie vor immernoch. Also ich liebe halt zu zeichnen und zu designen. Und ich habe aber auch es gemocht zu schreiben in Englisch. Und irgendwann habe ich dann gemerkt, ich will… das Problem ist immernoch bei diesem Business, dass Du ein Freelancer bist, verstehst Du? Marcus: Mmh. Mars: Das heißt, ich muss auf Aufträge warten. Und das geht mir so…. Ich bin ein Typus, der nicht gerne auf andere wartet. Ich fühle mich dann so, wie so ein Kleinkind, was die Eltern so um Erlaubnis fragen muss “Mami, darf ich das machen? Papa, darf ich das” und dann so “NEIN das will ich nicht!” Und dann habe ich gedacht, ich würde gerne irgendwie etwas haben, was man skalieren kann, ne? Scalable wie die Amis das so sagen. Also digitale Produkte. Und da dachte ich “Wie kann ich das mit meinem Wissen verbinden?” Weil ich dann halt schon hauptberuflich Illustrator gemacht habe international mit hauptsächlich britischen und amerikanischen und kanadischen Kunden, habe ich dann ein Ebook gemacht, was ich dann voll illustriert habe, wie man halt sich so eine Online Indie Illustrationskarriere aufbaut. Basierend auf allem was ich da gewusst habe ne? Und den habe ich dann “Outstander Guide” genannt. Mit PDF alles selbst designed, es gab, glaube ich, 90 Illustrationen und da wollte ich halt etwas ganz anderes machen. Die anderen PDFs waren immer so hässlich, immer so viel Text. Und ich wollte genau das perfekte…. also perfekte Verbindung zwischen Illustrationen und unterhaltsamen Informationen, die den Leuten aber auch wirklich helfen. Und da habe ich halt alles cool designed und etwas völlig neues dann gemacht, wie ich gedacht habe, und habe dann meine Sales Page geschrieben auf meinem Blog. Das habe ich ja auch alles gelernt: Copywriting, 1 on 1 und so. Und dann habe ich das verkauft. Und dann habe ich halt dadurch, da diesen 44 $ oder so und hatte da ein paar hundert Seiten. Dann habe ich das verkauft und dann habe ich dann immer dadurch… ähm also ein paar pro Monat verkauft, so vier oder 5. Und das sind dann auch 200 $, 300 $, 400 $ dann mal gewesen. Und dann habe ich gedacht “Wow, das funktioniert richtig geil”. Und nach zwei oder drei Jahren verkaufe ich immernoch ein paar Exemplare immer mal. Da denke ich, das ist so ein cooles Prinzip, dass Du etwas machst und es verkauft sich von selber. Du musst nicht immer Deine Zeit aktiv tauschen, verstehst Du? Aber ich wollte auch langsam von dieser Online Marketing Sparte wegkommen und dann habe ich mich dann auf Self Publishing gestürzt. Das war dann das nächste große Abenteuer. Marcus: Okay cool. Das ist noch gar nicht solange her oder? Mars: Nee, also ich habe vor zweieinhalb Jahren angefangen, mich damit zu beschäftigen und zu schreiben, aber nur als Training. Und erst seit einem Jahr mache ich das, ich sage mal konzentrierter, fast jeden Tag. Ich mache erstmal die Klientenarbeit und dann schreibe ich ein paar Stunden, um mir da etwas nebenbei aufzubauen. Marcus: Ja und Dein erstes Werk, wann ist das bei Amazon live gegangen? Mars: Also genau im Juli 2014. Also knapp ein Jahr. Marcus: Knapp ein Jahr, ja meins nämlich auch. Und davor hatten wir uns, glaube ich, mal unterhalten wo Du sagtest, Du trainierst das gerade und Du bist, glaube ich, auch großer Fan von Online Kursen und sich da 1000%-ig reinzufuchsen in irgend ein Thema bevor Du dann konfident genug bist und sagst “Okay jetzt ist es ready for public und jetzt gehe ich live” ne? Mars: Genau. Ich habe mich schon vor drei Jahren zum ersten Mal damit beschäftigt. Alles gelesen: Ebooks, wie man bessere Stories schreibt - ich bin halt ein riesen Science-Fiction und Thriller Fan, das heißt es ist alles Fiction - und dann habe ich aber auch, wie man das online macht, wie man online eine Karriere aufbaut. Und habe mich bis zum geht nicht mehr da reingekniet und jeden Tag tausende Wörter auf Englisch geschrieben. Ich wollte das alles bootstrappen. Ich weiß nicht, wie das auf Deutsch heißt. Also, so günstig wie möglich aubauen ne? Und da habe ich Blogleser gefunden, die mir das Probelesen, auf Fehler durchsuchen und so. Und dann habe ich meine ersten zwei Bücher rausgebracht und die haben halt gnadenlos gefloppt. Marcus: Weißt Du auch, woran das lag? Mars: Ja also das erste Buch, da hatte ich glaube ich fünf am ersten Tag verkauft und dann ein oder zwei Bücher pro Monat, was nichts ist. Ja. Und das hat mich echt… also ich muss schon sagen, das hat mich echt im Ego verletzt, weil ich mich da so reingekniet habe. Und der Grund war einfach, im Publishing musst Du Dein Genre kennen. Du musst, also eigentlich wie in jedem Business, Deine Zielgruppe kennen. Und ich habe gedacht, wenn ich etwas schreibe, was ich cool finde, dann wird das schon irgendjemand anderes cool finden. Aber so läuft die Welt nicht ne? Die Leute, die dort erfolgreich sind, die gucken sich genau an, was die Leute mögen und dann sagen die, was mag ich und wie überschneidet sich das dann? Die gucken dann Science-Fiction - Aha! Apokalypse, dann mache ich das, dann benutze ich diese Keyword da und dann blablabla und dann... Marcus: Mmh, das ist auf jeden Fall auch eine eigene Wissenschaft für sich, dieses ganze Ranking auf Amazon Selfpublishing Listen denke ich mal. Und ja, wie Du schon sagtest, die meisten vergessen leider, dass die richtige Arbeit erst anfängt, wenn der Blogpost geschrieben ist oder das Video aufgenommen ist oder die Podcasting Folge aufgenommen ist oder der Podcast live ist. Ich habe mir so den Arsch aufgerissen, dann die Bewertungen auf iTunes zu kriegen und dann da alle Leute wieder genervt und ... Mars: (lacht) Marcus: … ähm, sodass es mir selber peinlich war, aber anders geht es leider nicht. Und das vergessen viele oder ich kann es auch verstehen, da haben viele keinen Bock drauf, weil es harte Arbeit ist und auch echt nervend sein kann, aber das macht glaube ich am Ende des Tages auch den Unterschied. Mars: Ich meine, Du musst Dich wirklich vorbereiten. Du musst Deine Zielgruppe vor allen Dingen kennen. Das ist wie bei jedem anderen Business auch. Und ganz ehrlich Indie Publishing ist wie ein normales Online Business. Du musst genau das Package, das richtige haben, die richtige Sprache benutzen für Deine Zielgruppe, die richtigen Keywords auf Amazon und so. Das ist wie Google. Amazon funktioniert fast genauso wie Google. Mittlerweile wurde der Text in der Bookdescription, die ganzen Keywords haben muss und dann extra noch die Genre. Da gibt es dann noch zig Unterkategorien, die Du auch kennen musst. Und dann habe ich es gemacht. Dann habe ich mein zweites Buch herausgebracht im Dezember und da habe ich gedacht “Ah, das muss jetzt aber besser laufen”. Und es ist marginal besser gelaufen, da hatte ich dann irgendwie fünf oder zehn Kopien verkauft im Monat. Und dann ist es aber auch so ein bisschen runtergegangen. Und dann war ich so frustriert Mann. Ich wollte fast mein MacBook erschlagen. Da dachte ich, ich mache mir sooo viel Arbeit verstehst Du? Und ich bin wegen Fehler alles durchgegangen, hatte Leute, die mir dabei helfen. Und dann habe ich gedacht, ich bin halt so ein Fighter Typ, ich kann nicht aufgeben. Ich finde das so geil, es macht so Spaß. Ich mag auch die Cover zu designen und dann habe ich vor einem Monat mein drittes Buch herausgebracht. Marcus: Wo Du gerade Cover erwähnt hast - machst Du in den Büchern selber dann auch nochmal Illustrationen rein, alle X Seiten? Mars: Habe ich vor in der Zukunft, aber erstmal nicht. Also erstmal will ich das klar trennen. Marcus: Mmh okay. Mars: Weil, dann werden auch die Dateien riesengroß und dann musst Du quasi eine Gebühr an Amazon bezahlen für jedes extra Megabyte und so. Nee, ich will das erstmal wirklich so auf das Genre genau adressieren und dann genau wissen, wie das funktioniert und das mit meinem einzigartigen Stil dann verbinden. Marcus: Genau, willst Dir auch erstmal als Texter Anerkennung holen. Mars: Genau! Und dann habe ich halt… ich hatte so einen leichten düsteren Moment im Januar, Februar, wo ich dann gemerkt habe, dass die zwei Bücher überhaupt nicht laufen und da haben die Leute gesagt “Hey, aber Du schreibst so cool”. Und dann hatte ich dann trotzdem so zwei, drei kleine Fans, die mir gesagt haben “Hey, Du schreibst so geil. Das ist so anders und Deine Covers sehen so geil aus”. Und dann habe ich gesagt “Ja, aber die laufen nicht so gut”. Und da haben die gesagt “Ah weitermachen! Ich kaufe Dein nächstes Buch, versprochen!” Und dann haben die sich bei mir auf der E-Mail Liste eingetragen. Ja, und dann habe ich halt noch viel mehr gelernt, wie das alles funktioniert und wie ich mich verbessern kann. Ich mache ja alles auch auf Englisch ne? Das ist ziemlich schwer, so ein richtig professionelles Buch dann noch auf Englisch zu schreiben. Und dann habe ich mich aber noch mehr reingekniet und dann war ich richtig unruhig und dachte “Nein, die Welt muss mich beachten” verstehst Du? Ich finde das so geil. Und dann habe ich alles, was ich gelernt habe in den letzten zwei, drei Jahren dann in das neue Buch reingesteckt. Marcus: Wie heißt das? Mars: Fear the Liberator Marcus: Cool! Und was ist da passiert? Mars: Ja und das… Ich meine, ich habe jetzt im ersten Monat kanpp 1000 $ damit verdient. Marcus: Cool! Mars: Und, also es läuft, es ist kein Bestseller, aber ich verkaufe im Schnitt 20 Kopien am Tag. Und dann kriege ich noch die ganzen Ausleihen von Amazon. Und da kriegst Du einen halben Cent pro Seite, bezahlen die Dir, der gelesen wird auf dem Kindle. Marcus: Mmh, okay das ist das Abrechnungsmodell. Das ist erstmal kostenlos oder was? Mars: Also äh, Du kannst das zum Preis angeben ne? In meinem Fall erstmal 3 $, also 2,99 $ und dann sind die Leute, die aber auf Amazon, sage ich mal, diesen Amazon Prime Account haben und irgendwie 150 $ pro Jahr bezahlen oder so. Und dann kriegen sie bestimmte Vorteile. Schnellere Lieferung, Serien und kostenlos Bücher. Aber Amazon bezahlt Dich dann dafür, für jede Seite die die dann kostenlos lesen - einen halben Cent. Marcus: Ah, ich habe mich immer gefragt, wie das funktioniert. Wie die dann die Autoren daran beteiligen, wenn Amazon die Bücher kostenlos herausgibt. Ob die Dir das Buch quasi komplett abkaufen oder dann so einen ja… so eine Leistungsabrechnung machen und das ist ja genau der Fall ne? Mars: Genau, also Amazon will, dass Du halt wichtige Bücher schreibst, weil je mehr die lesen, desto mehr wirst Du dann bezahlt und ein halber Cent klingt halt nach nichts ne? Aber an dem ersten Tag wurden 50 Seiten gelesen. Und da dachte ich “Was ist denn des, das sind dann 25 ct. oder keine Ahnung” dachte ich “das ist ja armselig”. Und am zweiten Tag waren dann 540. Und da dachte ich “naja,  3 € ist ja auch nicht die geile Bombe. Aber jetzt im Schnitt werden so zwischen 10.000 und 14.000 Seiten am Tag gelesen. Marcus: Nur über diese Prime Accounts ne? Mars: Extra. Und das kommt noch zu meinen Verkäufen hinzu ne? Und da kommen alleine durch die Ausleihen pro Tag 50 $ bis 70 $ zustande. Marcus: Wow, wow, respekt! Mars: Ja es summiert sich und nur von dem einen Buch. Und jetzt entdecken die Leute dann auch meine anderen beiden Bücher. Marcus: Ja ja klar, das ist natürlich dann so ein Domino-Effekt ne? Mars: Ja. Und da habe ich endlich mal … ich dachte so “Jaaa, erhört! Die ganze harte Arbeit”. Ich bin ja nicht reich dadurch, aber es ist geil halt, dass Du schonmal so ordentlich eine … Ich meine, 1000 $ sind halt nicht ohne pro Monat ne? Und dass Du das auf einmal verdienst, weil sich endlich Deine Arbeit auszahlt ne? Und jetzt habe ich richtig Motivation dann halt noch mehr zu schreiben und es noch besser zu machen. Marcus: Nee, das braucht ja jeder Künstler und jeder, der irgendwie selbstständig ist oder so. In gewisser Weise die Bestätigung, dass das was Du machst auch cool ist und bei den Leuten ankommt und in dem Fall läuft es ja dann über die Leute, die das Buch dann kaufen oder lesen. Mars: Genau. Und es ist richtig. Du willst halt auf der einen Seite etwas richtig geiles kreieren. Aber auf der anderen Seite willst Du auch, dass die Welt - ich … keine Ahnung, Künstlerego oder so. Ich meine, das will doch eigentlich jeder Unternehmer. Du willst ja Kunden haben, die Dein Produkt geil finden. Marcus: Klar. Mars: Und ja, dann kriege ich auch immer mehr… Ich mache auch E-Mail Subscribers, damit ich denen das neue Buch dann schicke und so. Marcus: Das baust Du dann in die Bücher mit ein, diese E-Mail Subscription? Mars: Genau. Ich habe am Anfang eine Aufforderung, Call-to-Action heißt es ja. Und dann am Ende des Buches. Und das geht dann ungefähr so “Hey, wenn Dir die Geschichte gefallen hat, dann kannst Du Dich bei meinem Newsletter eintragen” oder so. Da schicke ich dann kostenlos eine Beta-Version. Also das sind so Vorversionen und da kannst Du bei Cover-Entscheidungen mitmachen und all so was. Und da kriege ich auch immer so 30 bis 40 Subscriber pro Woche mittlerweile. Marcus: Wow. Mars: Und wenn Du dann das nächste Buch rausbringst, dann kannst du zum Beispiel kostenlos eine Version rausbringen. Dann lesen die das und können Dir dann ein ehrliches Review auf Amazon oder so geben, was dann wieder den Verkäufen hilft. Und es ist auch super, um mit Deinen Lesern quasi in Kontakt zu treten und im Austausch zu bleiben. Ich finde das hammer geil. Marcus: Ja ich finde das auch super wichtig, so ein bisschen ein Feeling dafür zu kriegen: Wer sind meine Kunden oder meine Leser? Mars: Ja, ich meine, die traditionellen Autoren, die sind da sooo - keine Ahnung - konsverativ oder die leben noch in nem alten Jahrhundert. Die bauen überhaupt kein Verhältnis zu ihren Lesern auf. Die sind in nem Elfenbeinturm, produzieren und irgendwo unten sind die Bauern und die kaufen’s dann. Und ich finde gerade im Indie-Bereich, also im Online Bereich sind die Leute relativ nah digital ne? Und ich finde es cool, wenn dann Leute kommen “Hey, ich habe Dein Buch gelesen. Finde ich super geil. Was war das oder was war mit dem los?” Und dann beantwortest Du die Fragen und folgst ihm auf Twitter oder so. Ich finde, das ist cool. Marcus: Das ist mega cool. Weißt Du denn, woher die Leser kommen, aus welchen Ländern bei Dir? Mars: Äh, also hauptsächlich kann ich bei Amazon ja sehen, wo die Verkäufe stattfinden. Und die sind - ich sage mal - 95% oder 98% aus Amerika. Marcus: Cool! Mars: Und da kommen quasi alle englischsprachigen Länder. Da kommt Großbritannien, Australien und Kanada. Marcus: Mmh, alle native speakers mehr oder weniger. Und brauchst Du da einen amerikanischen Account, um auf dem US Amazon Market publishen zu können? Oder kannst Du das als … egal wo Du her bist und dann einfach anchecken? Mars: Du kannst überall da wo Amazon quasi ne Zentrale hat, kannst Du Deine Bücher hochladen und dann fragt Dich Amazon, wo Du die verkaufen willst. Das ist ja das geile. Also es ist egal, ob Du in Mexico bist, in Japan, Frankreich oder Deutschland, da wo es überall Amazon gibt. Da können dann überall Deine Bücher verkauft werden. Also Du hast… ein Amerikaner hat jetzt keinen Vorteil gegenüber, wenn er in Amerika ist und Du in Deutschland. Marcus: Okay, das wollte ich wissen. Oder ob Du einen extra Account irgendwie dann aufsetzen musst. Mars: Nö, also Du kannst es wirklich unabhängig davon machen. Wenn Du da auf englisch schreibst, dann ist wirklich das Buch dann qualitativ das Entscheidende. Das ist halt freier Kapitalismus mehr oder weniger. Ein Unterschied ist nur, dass die wunderschöne amerikanische Finanzbehörde Dir automatisch 30% abziehen will von jedem Verkauf. Marcus: Was?! Und das machen sie auch? Mars: Naja, also die wollen halt, dass Du für jedes Buch, was Du in Amerika verkaufst, auch wenn Du in Deutschland bist, denen nochmal extra 30% zahlst. Aber, da gibt es halt diese ganzen … weil viele Konzerne in Deutschland und Amerika in beiden Ländern aktiv sind, gibt es so eine Regelung, dass man nicht doppelt besteuert wird. Und da muss man sich … und da haben die meisten Leute Schiss. Ich hatte soviel Schiss, ich habe fast zwei Jahre damit gewartet, Du musst dann wirklich die amerikanische Steuerbehörde anrufen und mit denen diskutieren über ein Telefon, dass sie doch bitte…. Und dann musst Du Formulare hinschicken. Marcus: Doppelbesteuerungsabkommen ne? Mars: Genau. Ist ein bisschen aufwändig und Du musst die echt anrufen und … ich will schon nicht mit der deutschen Steuerbehörde reden, aber dann musst Du mit den Amis und die behandeln… die sagen dann wirklich äh, Du bist dann ein Alien. Die bezeichnen Dich da als Alien. Marcus: (lacht) Ja krass, dass es da noch so Oldschool ist. Dass man da noch anrufen musst und so verfahren wie mit dem Doppelbesteuerungsabkommen, ich meine, das Wort an sich ist ja schon… trieft ja nur so vor Bürokratie. Aber in dem Fall ja endlich mal was gutes, also was heißt gutes. Sollte ja eigentlich normal sein, dass man nur einmal Steuern zahlt, aber in dem Fall muss man sich da befreien lassen. Und man muss selber aktiv werden, was schon wieder uncool ist. Mars: Genau. Und es wird ja irgendwie jetzt leichter werden, habe ich gehört. Das war vor ein, zwei Jahren noch ein bisschen aufwändiger, aber ich wollte es halt machen und jetzt ist es halt auf 0% herunter gestuft. Marcus: Cool. Und Dein Einkommen versteuerst Du ja ganz normal hier in Deutschland, was Du dann selbstständig einnimmst. Mars: Genau. Marcus: Von daher Doppelbesteuerung ansonsten. Arbeitest Du aktuell an Deinem nächsten Buch? Mars: Ja, also ich mache halt noch Illustration nach wie vor. Aber ich merke jetzt gerade, wo die Leidenschaft jetzt immer mehr hingeht. Und es läuft langsam durch diese relativ guten Verkaufszahlen und durch das Feedback… äh… verwende ich immer mehr Zeit mit dem Schreiben quasi. Und ich bin gerade dabei drei neue Bücher zu schreiben. Das nächste in zwei Wochen wieder raus. Marcus: Mmh krass. Was heißt drei neue. Schreibst Du die Parallel immer so, wie Du gerade Bock hast und wie die Story dann weiter in Deinen Kopf kommt? Mars: Ja also ich mache immer einen ersten Draft quasi. Den mache ich in zwei Wochen. Da schreibe ich wie ein Berserker so 5000 Wörter am Tag. Und dann so richtig bäm bäm bäm. Marcus: Krass. Hast Du da ein Tool? Mars: Also ich benutze Scrivener. Ich weiß nicht, ob Du es kennst? Marcus: Ja, es ist sehr bekannt ne? Das benutzen viele Blogger und Feli auch gerade, die an ihrem Ebook schreibt. Mars: Also für längere Bücher ist das ideal. Und ich habe halt diesen… Du kannst ja… das ist so geil, so ein bisschen videospielmäßig. Da hast Du diese Statusleiste. Hast Du schonmal gesehen oder? Marcus: Ja mit den Wörtern ne? Mars: Genau. Und dann füllt die sich auf, wie bei so einem Streetfighterspiel ne? Am Anfang ist es rot, dann wird es so gelblich… nee orange, gelblich und dann wird’s so langsam grün. Und dann kannst Du es wirklich auffüllen mit Deinem täglichen… wenn Du sagst, heute will ich 3000 Wörter schaffen, dann schreibst Du es rein, da hast Du diese Statusleiste und dann füllt die sich langsam auf mit jedem Wort, das Du schreibst. Und das tracke ich dann über halt jeden Tag. Und dann macht es halt süchtig. Du willst Dich immer selber irgendwie überbieten. Und das ist für mich halt schon die Nummer 1 Produktivität im Schreiben dann. Marcus: Ja ja, auf jeden Fall. Und so Trigger funktionieren nicht bei jedem, aber bei mir auch total gut. Also kleine Belohnungsdinger. Sei es so eine Skala oder Du kannst irgendetwas abchecken oder ne Checkbox oder es kommt ein Klingelton, wenn Du irgendetwas erreicht hast. Also mir helfen so kleine Tools auch immer saugut. Mars: Ja ja, das ist so ein bisschen diese Spielmechanik, die die da reinbringen ne? Und die funktioniert aber wirklich und das gekoppelt einfach… äh, ich meine, das ist schon ein bisschen krank… ich gehe jeden Tag auf mein Amazon-Konto, alle 10 Minuten und gucke nach, ob die Sales sich erhöhrt haben. Marcus: Das ist glaube ich normal. Gerade wenn Du anfängst oder so. Oder ich freue mich auch immernoch über jeden kleinen Affiliate Sale oder so, der reinkommt. Und da habe ich auch noch nie die Notifications abgestellt. Also das ist das einzige, was mehr oder weniger gerne in meine Inbox kommen darf per E-Mail. Mars: Das stimmt, aber ich meine, ich glaube das bricht mir so in die Produktivität rein. Weil ich kann manchmal mitten in einer Story sein und die Szene ist hammer geil und dann denke ich “Hey, ich habe mindestens schon 20 Minuten nicht mehr in mein Amazon-Konto reingeguckt.” Marcus: (lacht) Fuck, nee. Mars: So ein süchtiger! Marcus: Ja krass, aber da gibt es ja auch Tools für ne? Mars: Hah, Du meinst, wo man sich irgendwo das Internet verbietet oder so? Marcus: Ja, mehr oder weniger. Man sich ja Seiten sperren, wie Facebook. Aber … Selfcontrol heißt das glaube ich für den Mac. Und da kannst Du dann auch Dein Amazon-Konto temporär sperren. Mars: Wow. Ich glaube... Marcus: Ja… weil wahrscheinlich ist es viel cooler, wenn Du da einmal am Tag Abends reinguckst und die Zahl dann exorbitant gewachsen ist, als wenn man da alle 10 Minuten trackt und da vielleicht alle 40 Minuten ein mini Erfolgserlebnis hat. Mars: Das stimmt absolut, aber ich muss auch sagen, es verbessert auch meinen Tagesablauf. Ich war früher immer… wie sagt man? - Nachtaktiv. Hab nur nachts gearbeitet und tagsüber habe ich die ganze Zeit gepennt. Was katastrophal erstmal für die Gesundheit ist. Für manche Menschen, für mich war es das. Ich war immer schlaff. Hab irgendwann nicht mehr viel mitbekommen. Marcus: Tagsüber meinst Du? Mars: Genau. Wenn ich dann irgendwann mal mit Leuten unterwegs war. Ich hatte immer so eine Barriere um mich ne? Und da habe ich mir so richtig so, sage ich mal, den Rhythmus versaut. Und dann musste ich mich halt zwingen, früh ins Bett zu gehen, damit ich dann tagsüber noch aktiv bin, damit ich auch was von meinem sozialen Leben habe. Marcus: Ja ich kenne das noch so ein bisschen aus meiner Studienzeit. Da bin ich auch voll da reingerutscht. Gerade vor Klausuren oder wenn ich lernen musste. Es ist schwer da wieder rauszukommen irgendwann. Mars: Das stimmt und deswegen muss man sich so, wie Du gesagt hast, so kleine Tricks geben, wie man das irgendwie schafft. Und bei mir ist Amazon KDP, dieses Konto, der Trick. Weil am Abend bin ich dann so schlaff und dann schlafe ich nicht mehr so lange, weil ich das erste was ich mache, wenn ich aufwache ist, ich gehe in mein Konto rein. Marcus: Mh geil. Mars: Weil die meisten Sales kommen ja aus Amerika. Das heißt, wenn ich penne, passiert eigentlich am meisten was. Marcus: Das heißt, Du hast schon richtig Bock dann morgens um 8 oder um 7 aufzustehen, um ... Mars: Auf jeden Fall. Und weil ich weiß, da muss irgendetwas passiert sein in den letzten sieben Stunden. Weil da sind die meisten dann aktiv, wegen der Zeitzonenverschiebung. Und das stimmt dann auch, dann habe ich die meisten Sales an Ausleihen. Und es ist süchtig, aber es hilft mir auch nicht mehr so lange zu schlafen. Also man muss kreativ damit umgehen können. Marcus: Ja, man muss auch die Vorteile sehen und in Deinem Fall, wenn das hilft endlich mal aus so nem alten Habit auszubrechen... Mars: Also ich schlafe nie mehr als 9:00 Uhr morgens mittlerweile. Nie mehr! Marcus: Und früher bist Du um 17:00 Uhr aufgestanden oder so ne? Mars: 17:00 Uhr, 16:00 Uhr, 18:00 Uhr manchmal. Ich hatte zwei Monate, das war richtig krank… also wir...also krank. Ich war auch krank dadurch. Ich hatte für zwei Monate mal kein Sonnenlicht gesehen. Marcus: Mmh heftig, alter. Ich hatte das aber dann auch während des Studiums, dass ich manchmal solange… also ich hatte dann immer bis morgens durchgelernt bis 8:00 Uhr, 9:00 Uhr morgens, bin dann schlafen gegangen, wenn alle aufgestanden sind und musste mir dann den Wecker stellen, damit nicht der Supermarkt um 20:00 Uhr zu macht und ich mir Lebensmittel holen konnte um 19:30 Uhr oder so. Dann habe ich mir echt den Wecker - ungelogen - auf 19:00 Uhr oder 19:20 Uhr gestellt, um noch schnell in den Supermarkt gehen zu können. Mars: Es ist unglaublich, wie die Gesellschaft daraus ausgerechnet _____ Normalschläfern ne? Ich weiß noch, wie ich dann immer so irgendwie irgendwelche Arzttermine hatte und die haben gesagt “Ja, da können Sie um 16:00 Uhr vorbeikommen”. Da sage ich “Ist ja viel zu früh!” Marcus: (lacht laut) Mars: Ich meine, “nicht 4:00 Uhr morgens, 16:00 Uhr nachmittags” - “Ja, es ist viel zu früh! Da bin ich noch im Tiefschlaf!” Marcus: (lacht) Mars: Und die haben gedacht, ich verarsch’ die alle. Marcus: Mhh, ja das ist schon krass. Und ich fand’s noch krasser, wie schnell man sich daran gewöhnen kann. Wie schnell man denkt, so “Ja fuck, das ist jetzt halt mein Rhythmus.” Und alles andere passt man dann irgendwie daran an. Mars: Ja, das ist halt die Power und die Gefahr des Menschen. Du kannst Dich an fast alles gewöhnen, wenn Du Dich konditionierst. Aber für mich war es dann irgendwann… ich war halt so schlaff und bin dann echt zum Arzt gegangen und die hat dann echt gesagt “Kannst Du nicht machen. Also Dein Immunsystem ist schon runter deswegen.” Marcus: Mhh krass, also der Mensch braucht ja, das ist ja nachgewiesen, auf jeden Fall Sonnenlicht. Sonst geht er irgendwann zugrunde. Und genau das ist dann wahrscheinlich bei Dir passiert ne? Mars: Ja und wir sind auch nicht dafür ausgerichtet, nachts aktiv zu sein. Sind wir einfach nicht - biologisch. Es gibt manche Menschen, die können es gut verkraften - ob es Genetik ist oder keine Ahnung - aber bei mir war es halt nicht so der Fall. Ich hatte halt immer Einbußungen. Ich war immer benebelt gewissermaßen, wenn ich dann mal wach war. Marcus: Mhh, ja mittlerweile bin ich auch richtig happy irgendwie und versuche gerade, wenn ich unterwegs bin, total nach der Natur zu leben. Sprich: Wenn die Sonne aufgeht, versuche ich aufzustehen. Wake up with sunrise. Das ist auch so ein Habit, was ich mir jetzt angewöhnt habe. Und dann … ja, wenn Du den ganzen Tag unterwegs bist, ist man abends automatisch müde, wenn die Sonne untergeht. Und man ist einfach irgendwie fitter und aufgeweckter und kriegt auch mehr geschafft. Mars: Auf jeden Fall! Marcus: Auch wenn ich mir das immer eingebildet habe, dass ich nachts besser lernen kann. Vielleicht war es dann auch so beim Studium. Weil ich liebe es ehrlich gesagt, auch wenn alles um mich herum still ist und irgendwie keine Ablenkung ist oder irgendjemand was von mir will. Aber das sind jetzt die ersten paar Stunden am Tag so. Wenn ich dann… in Berlin ist die Sonne voll früh aufgegangen, als ich noch vor ein paar Wochen da war. Ich glaube um 5:00 Uhr oder so. Wenn ich dann um 5:00 Uhr aufgestanden bin, hatte ich bis 8:00 Uhr oder 9:00 Uhr morgens meine Ruhe. Jetzt hier auf Mallorca geht die Sonne um 6:00 Uhr auf, aber ich habe dann trotzdem noch ein paar Stunden für mich, um die Sachen zu schaffen, die ich dann früher vielleicht nachts gemacht hätte. Mars: Ja. Nee, also ich denke schon, ich will auch mehr im biologischen Rhythmus bleiben und bis jetzt funktioniert es prächtig. Also, ich kriege viel gebacken. Illustrationsarbeit, Schreiben kriege ich im Schnitt 3.000 bis 5.000 Wörter am Tag raus, abends treffe ich mich dann ab und zu mal mit Leuten, wie Dich, also Online Entrepreneure, sehr viele Amis, die mittlerweile nach Berlin kommen und so. Und ja, da versuche ich da halt noch so nen Lifestyle Rhythmus reinzubringen, wo Du die Balance hast. Weil ich habe gemerkt, Du kannst … Ich fand es immer geil, dieses zu Tode arbeiten fast schon. Jeden Tag so 10-12 Stunden. Ich meine so hart “Ich bin so männlich, ich kann alles abarbeiten” verstehst Du? Marcus: Mhh so _____-mäßig? Mars: Oh Mann! Ich war so süchtig nach dem. Der ist immer so “Hustle, hustle, hustle”. Der ist ja auch so extrem ne? Aber ich habe gemerkt, die Qualität der Arbeit leidet auch darunter. Marcus: Das habe ich auch gemerkt. Irgendwann geht der Output…. Du kannst halt nicht irgendwie zehn Stunden am Stück produktiv und richtig gut sein. Und wenn Du dann mal gezwungen bist, den Rechner zuzumachen und hast nur noch drei Stunden. Auf einmal kriegst Du viel mehr gebacken, als wenn Du vielleicht sechs hättest, weißt aber dass Du sechs Stunden hast. Mars: Genau, das ist dieses Prinzip, wo ich den Namen nicht aussprechen kann, aber dass die Arbeit sich immer so ausbreitet, je nach dem wieviel Zeit Du zur Verfügung hast. Zwei Stunden kannst Du auf zehn Stunden ausbreiten. Marcus: Ja genau. Und das ist das verheerende. Wenn Du vorher genau weißt, wieviel Zeit Du dafür hast, wie beispielsweise im normalen Job, wenn Du um 9:00 Uhr morgens dahin gehst und um 17:00 Uhr gehst Du nach Hause und weißt genau in der Zeit musst Du das schaffen, dann streched Du Dir das so genau in kleine Häppchen, dass das genau reinpasst. Und das gleiche würde wahrscheinlich auch funktionieren, wenn Du weißt, Du hast nur einen halben Tag zur Verfügung und auf einmal gibst Du mega Gas. Mars: Ja, wir brauchen wirklich den Druck. Marcus: Ja, oder beispielsweise beim Bodybuilding haben wir da früher, als wir da angefangen haben mit Bankdrücken und so. Das funktioniert fast immer wieder bei Leuten so, die dann trainieren und wissen 60 kg ist mein Gewicht, das schaffe ich locker zehn Mal oder so. Und dann macht der das 3, 4, 5, 6 Monate und irgendwann legt der Trainingspartner, ohne dass der Typ das weiß, 2,5 kg mehr drauf rechts und links. Dass Du bei 65 kg bist. Und der Typ schafft das total locker. Und dann sagst Du ihm “Ey Junge, das waren jetzt 65 kg” und dann fallen die meistens vom Glauben ab, weil wenn Du denen das vorher gesagt hättest, dann hätten sie es nicht gedrückt. Aber in dem Glauben, dass es nur 60 kg sind und Du ja schon immer mit 60 kg keine Probleme hattest, schaffst Du auf einemal auch diese 65 kg. Also Du kannst… Dein Gehirn ist irgendwie so, ich weiß nicht, so ein Muskel, der auch immer wieder gechallenged werden muss, ansonsten wird er einfach lahm und schläfrig. Mars: Das ist eigentlich echt skuril ne? Du musst Dein Gehirn permanent selbst verarschen. Marcus: Ja, oder immer wieder neu challengen oder so. Ansonsten ja, ein Mensch ist ein Gewohnheitstier, wie Du schon sagst. Man adaptiert ziemlich schnell Gewohnheiten und findet sich darin auf einmal mega gut zurecht. Mars: Ich glaube, es ist auch einer der wichtigsten Sachen als selbstständiger Unternehmer, dass Du halt diese Gewohnheiten hast, diese Disziplin ne? Weil Willensstärke reicht irgendwann nicht mehr aus. Also mit Willensstärke bist Du irgendwann am Ende. Aber Rituale ne? Angewohnheiten. Wenn die erstmal sind, dann ist es sehr sehr leicht, da drauf zu bleiben. Ich kann mich noch daran erinnern, vor drei Jahren da hatte ich Probleme 500 Wörter auf Englisch zu schreiben. Jeden Tag hatte ich echte Probleme. Und dann wollte ich immer eine Pause machen pro Tag und sagen “Aach, kann ich auch nächste Woche machen” verstehst Du? Aber irgendwann habe ich mich “gezwungen” immer 500 Wörter zu schreiben. Und dann habe ich das immer ein bisschen höher gedreht und mittlerweile sind es bei mir wirklich zwischen 3.000 und 5.000 Wörter am Tag. Und in dem gleichen Zeitraum wohlgemerkt. Also ich schreibe heute nicht länger als früher, aber es ist einfach, weil Du es so perfekt trainiert hast. Und ich war mal mit der Familie hier in der Ostsee für eine Woche. Und ich hatte nach drei, vier Tagen schon so Entzugserscheinungen gehabt. Weil ich nichts mitgenommen hatte. Ich wollte mal weg vom Internet. Und ich habe echt schon angefangen. Als ich gelesen habe, wollte ich schon mit dem Zeigefinger in meinem Buch Sachen markieren, so wie beim Kindle quasi. Hab mich gewundert: Wieso wird das jetzt nicht schwarz - ach fuck, ist ja ein echtes Buch! ne? Und ich habe echt schon so ein bisschen mit den Fingern geklimpert, weil ich immer irgendwas schreiben wollte vom Keyboard her und da habe ich gesagt “Wow, wie ein Süchtiger”. An sich schlecht, aber gut, weil es ein Ritual war. Und sofort als ich nach Hause kam dann nach eineinhalb Wochen, bin ich sofort ans Keyboard gegangen und habe meine 2.000 Wörter geschrieben. Ich musste es! Da war ich dann wieder mal High. Marcus: Ja perfekt. Also bei mir war es auch so. Anfang des Jahres habe ich versucht, viele Strukturen einzuführen in meinen Tagesablauf, besonders die Morning Routine habe ich da irgendwie versucht zu implementieren. Wie irgendwie jetzt 7 Minuten App. Das ist ein funktionales Training mit so ner App. Oder das 5 Minute Journal, wo man so ein Tagebuch morgens ausfüllt, für was man dankbar ist, was man heute erreichen will, was den Tag zu nem guten Tag machen würde, also in einen positiven Mood kommt. Und ein Beispiel ist noch Meditation und dann mit dem most important Task anzufangen. Und je öfter Du das wiederholst und umso mehr Du etwas machst, irgendwann denkst Du gar nicht mehr drüber nach. Wie beim Zähneputzen oder so. Und das hat mir nochmal so nen Produktivitätsschub gegeben auf meinem gesamten Business, dass es echt auf allen Ebenen aufs nächste Level gekommen ist. Dadurch dass ich viel strukturierter war und viel geordneter und nicht mehr so viel Zeit verplempert habe, habe ich in der gleichen Zeit viel mehr geschafft, so wie Du mit Deinen Wörtern. Mars: Ja, es ist unglaublich was man damit erreichen kann. Du kannst Dich da richtig systematisch aufbauen dadurch. Marcus: Mhh und das würde ich jedem Unternehmer empfehlen. Also vielleicht nicht gerade zum Anfang. Da ist es einfach viel zu geil mal endlich alles machen zu können und dürfen ohne um Erlaubnis zu fragen, was man möchte. Solange man dann immernoch den Fokus so auf’s Business hat und gute, coole Sachen machen will und viel Output hat. Aber irgendwann ist so der Punkt gekommen, glaube ich, wo genau dieses Routinenaufsetzen und Struktur an den Tag bringen, ein riesen Gamechanger sein kann, um nochmal weiter vorwärts zu kommen. Mars: Vor allen Dingen, was auch passiert ist, irgendwann ist es nicht mehr dieses Disziplinhaben. Das hört sich immer so hart an, das ist so zwanghaft ne? Aber wenn Du diese ganzen Rituale, es ist ja nicht ein Ritual, es sind ja mehrere Rituale ne? Früh aufzustehen ist ein Ritual. Gleich ein bisschen Sport zu machen ist ein Ritual. Deine 2.000 Wörter zu schreiben ne? Und diese ganzen Rituale machen Dich dann mehr oder weniger dann automatisch erfolgreicher, verstehst Du? Weil Du das dann jeden Tag machst und Du musst Dich aber nicht mehr dazu zwingen oder Willenstärke aufbringen. Du machst es einfach, weil Du konditioniert bist. Marcus: Genau, das ist der Trick. Dafür ist es am Anfang schwierig, aber man sollte erstmal mit kleinen Sachen loslegen. Und wenn Du so jeden Morgen vielleicht Liegestütze machen willst, dann reicht erstmal eine Liegestütze pro Tag, das kriegt jeder hin! So, und wenn Du das eine Woche lang durchgezogen hast, dann machst Du zwei pro Tag. Und wenn Du das ne Woche lang durchgezogen hast, versuchst Du jeden Morgen drei zu machen. Das funktioniert. Man soll auf jeden Fall nicht irgendwie die Ziele zu hoch stecken, weil sonst ist man zu enttäuscht, wenn man es nicht schafft und lässt es dann ganz bleiben. Und genau. Aber wenn man das dann einmal geschafft hat… es gibt Studien, die sagen, wenn Du es 30 Tage hintereinander geschafft hast, dass es vom Habit zur Gewohnheit geworden. Bzw. vom Habit ist ja ein Gewohnheit - vom Habit zur Routine. So, dass Du gar nicht mehr darüber nachdenkst, wie beim Zähneputzen oder so. Mars: Genau. Das habe ich auch gehört: 30 Tage. Und stell Dir mal vor, das machst Du dann ein oder zwei Jahre ne? Dann bilden sich richtig diese Synapsen in Deinem Kopf, verstehst Du? Und dann geht das wirklich ins Fleisch und Blut über und das ist großartig. Ich finde das großartig! Marcus: Ja ich auch, absolut! Und eine richtig gute App, wer neue Habits implementieren will oder so, ist Coach.me. Ich weiß nicht ob Du die kennst? Mars: Nee, kenne ich nicht. Marcus: Die hieß früher Lift, hat sich jetzt umbenannt in Coach.me. Da sind auch ein paar Coaches unterwegs, wo Du dann das buchen kannst, wenn Du nichts zum Sticks … und irgendwie Probleme hast. Ich weiß nicht, wie gut das mit den Coaches funktioniert, aber ich nehme die App nur, um halt täglich zu tracken, was ich geschafft habe und was nicht. Mars: Mhh ja cool, ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren, weil ich bin leidenschaftlich dabei immer alles zu tracken. Ich mache immer die Pommodore Technique, hast Du vielleicht auch schonmal gehört. Also diese 25 Minuten konstant arbeiten ohne Unterbrechung, dann 5 Minuten Pause, dann wieder 25 Minuten konstant arbeiten ohne jegliche Unterbrechung. Das versuche ich mir wieder anzueignen, damit ich einfach mehr schaffe. Marcus: Funktioniert das bei Dir? Also gerade, wenn Du so im Schreib-Flow bist oder so, dass Du dann nach 25 Minuten sagst “Okay cut, ich darf nicht mehr weiter”? Mars: Ja, also bei mir ist Schreib-Flow wirklich… ich kann den selber herbeiführen. Ich bin nicht auf diesem New Agy Trip, wo ich sage “Och, die Muse muss mich da besuchen” und so. Ich kann das mittlerweile. Das ist für mich Training, ne? Wenn ich eine bestimmte Musik höre und ein paar Sachen schreibe, komme ich in den Schreib-Flow. Und dann kann ich wieder raus und dann komme ich wieder rein. Das ist kein Problem für mich. Marcus: Cool, da bist Du auf jeden Fall schon sehr konditioniert. Mars: Ey ich mache das jetzt schon, ich meine Semi-Professionell seit einem Jahr, aber Bloggen habe ich ja schon seit fünf Jahren gemacht und da musste ich auch immer so mein Schedule haben jede Woche oder alle zwei Wochen. Und da habe ich mir das über Jahre hinweg aufgebaut. Das musst Du einfach. Ich will nichts dem Zufall überlassen. Marcus: Ja und gerade jetzt was Deine nächsten Pläne angeht weiter beim Buchschreiben zu bleiben, nicht der Schlechteste. Mars: Ja, auf jeden Fall. Ich will noch zwei Bücher rausbringen bis zum Ende des Jahres. Das nächste ist schon fertig, das bringe ich in ein paar Wochen raus und … Marcus: Und wie heißt das? Mars: Das nenne ich “The Dust Crusade”. Da geht es so um postapokalytisch um die Zukunft. Wie sich neue Communities bilden und wie sich dann so die Menschen versuchen, wieder einzugliedern und was schief geht und was klappt und was nicht klappt und so. Ich mag halt immer die Systematik, was in der Zukunft passieren kann und wie der Mensch damit umgeht. Marcus: Mhh spannend. Es ist vielleicht spannend mal irgendwann, wahrscheinlich werden wir es nicht mehr erleben, dann Deine Bücher daneben zulegen, was dann wirklich in der Zukunft alles passiert ist. Mars: Oh ja, das wird keiner mehr von uns überleben. Aber ich hoffe, es wird nicht so düster, wie meine Geschichten. Marcus: Ja, das hoffe ich auch nicht. Okay cool! Okay Mars, tausend Dank für Deine Zeit! Es war mega spannend mit Dir zu quatschen und mehr über Deine aktuellen Projekte zu erfahren, wie Du von dem Design Sketch-Ding zum Buchschreiben gekommen bist. Saucool! Ich verfolge es auf jeden Fall immer sehr gespannt. Ich werde Deine Seite in den Shownotes verlinken und vielleicht sagst Du nochmal, wie man Dich am besten erreicht oder findet, gerade auch auf Twitter? Mars: Genau, also die beste Adresse ist quasi meine Mutterschiffbasis. Das ist meine Website: marsdorian.com. Und auf Twitter, das ist mein Lieblingsnetzwerk, da bin ich dann @marsdorian. Marcus: Perfekt! Cool, danke für Deine Zeit. Mars: Vielen Dank und ich hoffe, Deine Zuhörer werden etwas lernen und hoffentlich wird das Gespräch deren Leben bereichern. Marcus: Auf jeden Fall, da bin ich stark von überzeugt. Also, bis dann und hau rein! Mars: Tschüssikowski! Marcus: Ciao! Das war die LifeHackz-Folge mit Mars Dorian vom anderen Stern. Falls euch die Folge gefallen hat, gebt mir eine Bewertung bei iTunes und lasst mir mal Feedback zukommen an marcus@lifehackz.de. Bis zum nächsten Mal, ciao, haut rein! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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  • Jahn Sterley ★ Unternehmensberater goes Online Business

    · 00:49:55 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit jahn sterley von fitvolution Hey Leute, was geht? Ich bin immernoch in Mallorca im Coliving und Coworking Space Bedndesk bei bestem Sonnenschein, blauen Himmel, Meer, Strand, schnellem Internet, was will man mehr? Am Freitag ziehen wir weiter nach Lissabon, wo wir dann unser nächstes DNX Camp starten. Aber davor habe ich die Zeit noch genutzt ein weiteres Interview für LifeHackz aufzunehmen. Und dieses Mal mit dem lieben Jahn Sterley. Jahn ist Unternehmensberater, der nebenbei gerade sein Online Business aufbaut, begeisterter Sportler ist und sein Blog lautet fitvolution.de. Und auf fitvolution.de gibt Jahn Tipps, wie man sich, gerade auch unterwegs oder mit wenig Zeit oder wenn man viel in Hotels unterwegs ist, sprich also nicht die Zeit hat regelmäßig ins Fitnessstudio gehen zu können, wie man sich auch so fit halten kann. Mit funktionalem Training, ohne dass man auf Geräte angewiesen ist. Ja, checkt das Interview aus, viel Spaß! In dieser Folge lernst du: Wie Jahn in sechs Monaten 13 Kilo abgenommen hat. Warum auch eine 80 Stunden Woche keine Ausrede ist keinen Sport zu machen. Wie die Idee zu Fitvolution auf der DNX BERLIN geboren wurde. Warum du dein Projekt auch unperfekt auf den Markt bringen solltest. Wie du auch unterwegs ohne Fitnessstudio und Geräte Muskeln aufbauen kannst. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Fitvolution DNX BERLIN Stumple Upon [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Jahn Sterley Das ist die LifeHackz Show Folge Nr. 19 (Intro) Marcus: Hey Jahn, cool dass Du am Start bist bei LiveHackz! Jahn: Hi Marcus, sehr schön, dass ich dabei sein darf! Marcus: Ja cool, danke für Deine Zeit. Und sag mal: Wo bist Du und was machst Du gerade? Jahn: Ich bin gerade in der Wohnung von meiner Freundin und wir sind jetzt am Wochenende gerade von unserer Ostseeumrundung wieder zurückgekommen. Marcus: Okay cool, das heißt wir haben heute Montagnachmittag, Du musst nicht arbeiten oder arbeitest Du noch oder hast Du jetzt gerade frei? Wie sieht das aus? Jahn: Ja, also ich muss gerade nur noch arbeiten, aber ich kann das gerade remote tun und bin gerade auch so ein bisschen zwischen zwei Projekten, mache etwas Akquise und mache halt viel für meinen Blog jetzt. Marcus: Okay cool, das heißt, Du bist eigentlich noch Unternehmensberater und hast aber die Freiheit für diesen Job von überall zu arbeiten? Jahn: Theoretisch geht das manchmal, aber meistens ist es tatsächlich noch so, dass der Kunde erwartet, dass man vor Ort ist, wenn man für ihn arbeitet. Aber wie gesagt, gerade machen wir eher Themenentwicklung und dann habe ich da ein bisschen mehr Freiheit. Marcus: Okay und in dieser Freiheit weiß ich von Dir, arbeitest Du mit Hochdruck an Deinem Fitenssprojekt fitvolution. Vielleicht kannst Du dazu mal ein paar Worte verlieren, wie das alles entstanden ist, was die Motivation dahinter ist und ja, wo ihr jetzt steht und wo ihr angefangen habt? Jahn: Genau, also fitvolution ist so mein Herzensprojekt gerade. Der Hintergrund ist einfach der: Ich habe schon immer unheimlich gerne Sport gemacht. Also, das war schon immer eins meiner großen Leidenschaften. Und zu Studienzeiten war ich eher so ein klassischer Pumper, also fast jeden Tag im Fitnessstudio eigentlich. Und als ich dann mit meinem Studium fertig war, habe ich eben angefangen als Unternehmensberater zu arbeiten. Marcus: Ja und wann hast Du mit dem Fitnesssport angefangen? Sprich, als Du angefangen hast zu studieren oder schon vorher? Jahn: Also im Prinzip so ein bisschen trainiert habe ich schon so zu Abizeiten, aber so richtig ins Fitnessstudio gegangen bin ich erst als Student und dann auch so. Marcus: ...klassisches Pumperstudio mit irgendwie bunten Neon-Klamotten und glatzköpfigen Türstehern oder wie muss man sich das vorstellen? Jahn: Ja volles Programm, absolut. Nee, also ehrlicherweise war das Budget Studentenstudio, wo dann eben die ganzen Studis hingerannt sind, weil’s billig war und auch in der Studentenstadt. Ich habe meinen Master in Gießen gemacht. Da ist außer Studenten nicht viel an sonstigem Volk da. Marcus: Okay, aber trotzdem hat es gereicht, um da Feuer zu fangen und zu sagen: Ey Fitness, das ist irgendwie der richtige Sport für mich, auch wenn er jetzt nicht so wirklich… ja, so im Team stattfindet. Aber, wenn ich von mir selber spreche, ich will das nicht missen auch mal alleine für mich zu sein und gerade beim Sport und ich bin da auch oft einer, der über Sachen nachgrübelt und das kann ich supergut, wenn ich pumpen gehe und im Fitnessstudio bin oder woanders Sport mache. Jahn: Ja genau. Also, ich bin tatsächlich… eigentlich komme ich ja aus dem Vereinssport. Ich habe insgesamt knapp 12 Jahre lang Fußball gespielt und auch andere Mannschaftssportarten ausprobiert. Aber dadurch, dass ich immer schon so ein bisschen Hummeln im Hintern hatte und ein dringendes Bedürfnis, meinen Wohnort zu wechseln, war es dann irgendwann schwierig, dann immer in einem neuen Verein den Anschluss zu finden. Also ich bin direkt nach dem Abi umgezogen und dann bin ich wieder umgezogen und im Studium und danach. Dann habe ich einfach den Fitnesssport für mich entdeckt und das ist jetzt so mein Ding. Marcus: Mhh und wie war dann die Entwicklung von Muckibudenpumper zu dem, was Du jetzt machst? Jahn: Genau. Das ist im Prinzip nach dem Studium passiert, weil ich dann eben als Unternehmensberater angefangen habe zu arbeiten. Und da hat man ja jetzt nicht so ne klassische 40 sondern eben eine 60, 70, manchmal 80 Stundenwoche und ist eben ständig unterwegs. Als ich damit angefangen habe, habe ich es im Prinzip gemacht, wie die anderen Kollegen. Sprich: Ich habe mich unterwegs dann primär von Lieferessen und Room-Service und in Restaurants ernährt und habe das Training so ein bisschen schleifen lassen, weil das Fitnessstudio ist dann immer weit weg. Und die anderen machen irgendwie auch keinen Sport und man hat permanent zuviel Stress. Ja und nach zehn, elf Monaten ungefähr hatte ich dann knapp 10 kg mehr auf der Waage und deutlich an Muskeln verloren. Und dann hatte ich irgendwann so nen Aha-Moment, in dem ich dann eben festgestellt und beschlossen habe, dass es so nicht mehr weitergeht. Dann habe ich eben nach Mitteln und Wegen gesucht, wie ich eben unterwegs mich trotzdem gesund ernähren kann und ... Marcus: Sorry, dass ich Dich unterbreche. Gab es da irgendwie einen ausschlaggebenden Moment, wo Du gesagt hast, so geht’s auf keinen Fall weiter oder war es so ne schleichende Entwicklung und irgendwann hast Du gesagt “Boah nee, ich kann mich nicht mehr sehen und jetzt muss ich etwas ändern”? Jahn: Tatsächlich habe ich das so gar nicht aktiv realisiert, sage ich mal, sondern es gab einen bestimmten Moment, an den ich mich noch ganz gut erinnern kann. Und zwar waren zwei von meinen Hosen kaputt und ich musste dann neue Hosen kaufen gehen. Und ich habe immer Hosen in Größe 34/32 getragen. Und dann bin ich da in das Klamottengeschäft gegangen und habe so ein paar Hosen anprobiert und bin da nicht mehr reingekommen. Und dann kam so ne freundliche Verkäuferin zu mir her und hat mir dann mitgeteilt, dass ich wahrscheinlich einfach 36/32 Hosen kaufen soll. Ich hab dann zwei 34/32 Hosen gekauft... Marcus: Aus Trotz ne? Jahn: ...hab die mit nach Hause genommen und habe beschlossen, so spätestens in nem halben Jahr passe ich da wieder rein. Marcus: Mhh, cool. Jahn: Und dann habe ich eben in knapp sechs Monaten um die 13 kg abgenommen und habe viele Bücher gelesen und…. Marcus: Wie hast Du das geschafft? Wahrscheinlich über Cardio oder so, dass Du dann in so kurzer Zeit soviel abgenommen hast? Jahn: Ganz viel Ernährung. Ich habe viel Tabata gemacht, habe eben dieses Bodyweighttraining für mich entdeckt. Hatte überhaupt einfach meinen Sport wieder entdeckt. Marcus: Cool und was ist Tabata zum Beispiel? Jahn: Tabata ist High Intensity Intervalltraining. Das extrem kompakt in vier Minuten eben die Fettverbrennung maximiert. Also, damit wird der Stoffwechsel angekurbelt durch eine extreme Schwankung zwischen hochintensiven Intervallen und Pausenintervallen und damit lässt sich eben in minimalem Zeitaufwand unheimlich viele Kalorien verbrenen. Marcus: Krass! Und das ist dann funktional oder geht man dafür irgendwo hin ins Studio und braucht Geräte. Jahn: Nee, das Coole am Tabata Workout ist, dass man es eben tatsächlich immer und überall machen kann und man braucht nichts dafür. Der Klassiker ist Sprinten, sprich, kurze Sprints mit Laufunterbrechung und was man auch sehr gut machen kann ist zum Beispiel Burpees, weil das auch ne Übung ist, die man ganz cool für den Körper machen kann. Marcus: Boah, die machen einen tot ne? Jahn: Ja und dann mach mal 20 Sekunden Burpees so schnell, wie Du kannst und  dann 10 Sekunden Pause und dann wieder 20 Sekunden so schnell, wie Du kannst. Wenn Du das dann in 4 Minuten gemacht hast, dann biste echt am Kotzen. Marcus: Das glaube ich Dir, dass Du dann im Strahl kotzt. Ähm, ich hatte Burpees ehrlich gesagt vorher noch nie so oft im Schirm, weil ich neben diesem Fitnessstudio eigentlich Jahre lang nicht mehr viel anderen Sport gemacht habe, bis ich dann wieder auf’s funktionale Training umgestiegen bin und dann auch mit dem Krav Maga angefangen habe. Und da sind Burpees auch super beliebt. Gerade im letzten Drittel des Trainings. Bei uns ist immer so ein Drittel aufwärmen, ein Drittel Technik und das letzte Drittel ist dann Drill mit Anwendung von den Techniken und da zwischendurch dann diese Burpee einheiten. Du gehts kaputt! Das ist echt…. Jahn: Aber es ist eine super effektive Übung auf jeden Fall. Marcus: Mhh okay und dann hast Du innerhalb von nem halben Jahr hast Du gesagt? Jahn: Ja genau. Marcus: 13 kg abgenommen? Jahn: Vor nem halben Jahr habe ich ungefähr 13 kg abgenommen. Am Ende von meiner Anstellung habe ich dann glaube ich 15 oder 16 kg verloren gehabt. Dann bin ich dann auch meinen ersten Marathon gelaufen. Dazu ist noch zu sagen, bevor ich damit angefangen habe, bin ich überhaupt nicht gelaufen. Das ist vielleicht auch ganz interessant. Ja, da waren eben ganz viele Leute in meinem Umfeld, also Kollegen, Freunde, Bekannte, Geschäftspartner, eben sehr beeindruckt von, wie ich eben in so kurzer Zeit und obwohl ich so viel Stress habe und ständig unterwegs bin, das geschafft habe. Marcus: Ja, höchsten Respekt. Gerade als, ich glaube, Unternehmensberater steht man auch ganz schön unter Strom oder auch unter Druck ne? Jahn: Ja, auf jeden Fall, ja. Deswegen, ich sagte ja schon, bei mir ist nicht 40, sondern eher 60, 70, manchmal 80 Stundenwoche und das ist glaube ich, für viele auch dann eine willkommene Ausrede, um gar keinen Sport mehr zu machen und gar nicht mehr nach ihrer Ernährung zu gucken. Marcus: Klar und wie sehen die das? Sehen die das dann eher so “Ich gebe jetzt hier 20 Jahre als Unternehmensberater Gas und bin dann durch” und dabei bleibt es ja meistens nicht, oder ist denen das gar nicht so bewusst und die sind einfach irgendwann so tief da drin, dass man gar nicht mehr über den Tellerrand guckt? Jahn: Das ist ganz unterschiedlich. Also, die meisten Leute arbeiten ja nicht lange in der Unternehmensberatung. Also ich glaube, ich habe mal irgendwo gelesen, dass der Unternehmensberater durchschnittlich 4,5 Jahre in der Beratung bleibt und dann entweder nen Burnout hat oder vorher schon den Job wechselt, nach intern irgendwohin oder man steigt halt irgendwie auf und ist dann Manager oder Partner oder wie auch immer. Je nach dem, wie das eben in dem Beratungshaus, in dem man tätig ist heißt und ist dann eben eine Etage höher und hat dann eben nicht mehr ganz so viel Stress, wenn man eben die Soldaten unter sich hat, sage ich mal. Marcus: Ja, das heißt, ihr seid dann die Eingreiftruppe, die wirklich noch in die Unternehmen reingeht und da die Akten wälzt und nicht gern gesehen seid, weil die meisten haben dann Angst, dass dann irgendwie Personal gestrichen wird. Jahn: Ja, prinzipiell ist das so. Ich habe zum Glück Unternehmen, bei denen das nicht so ausgeprägt ist. Wir sind etwas gerner gesehen, weil wir nicht ganz so strategisch und stärker operativ unterwegs sind. Wir machen da viel Prozessoptimierung und Projektmanagement, ganz stark Digitalisierung gerade. Marcus: Mhh cool. Also um so krasser, dass Du dann nebenbei noch diese Erfolge erzielt hast im sportlichen Bereich. Hast Du dadurch dann andere Kollegen motivieren können, auch etwas ändern zu können? Jahn: Absolut, also ich habe ne Hand voll von Kollegen und auch Mitarbeitern von Kunden, die auf mich zugekommen sind und die Tipps von mir haben wollten, die ich auch so ein bisschen gecoacht habe inzwischen, die auch regelmäßige Blogleser sind. Und da haben einige auch schon echt gute Erfolge erzielen können. Marcus: Okay, und wann war das jetzt, dass Du so in diesen Sportmodus dann voll drin warst und den Marathon gelaufen bist und wieder dann Dein Gewicht runter hattest und wieder in die Hosen gepasst hast? Jahn: Den Marathon bin ich gelaufen... letztes Jahr im September müsste das gewesen sein. Tatsächlich hätte ich dann zwischenzeitlich mal ne Hosengröße kleiner gebraucht, weil für den Marathon habe ich dann noch ein bisschen mehr abgenommen. Aber ja, das war meine tiefste Gewichtsphase, da dürfte ich so 83 kg gehabt haben ungefähr. Marcus: Und war das okay für Dich oder bist Du dann bewusst wieder ein bisschen mit den Kilos hoch und hast gesagt “Nee, eigentlich will ich ein bisschen athletischer aussehen”. Jahn: Ja also ich habe mich dann wieder ein bisschen nach oben trainiert und pendle jetzt so zwischen 86, 87, 88 kg. Da fühle ich mich eigentlich recht wohl. Marcus: Mhh, manchmal verliert man da auch so ein bisschen das Gefühl für, wenn man gerade so ein großes Ziel vor Augen hat, gerade glaube ich, wenn man Gewicht verlieren will, dann irgendwo auch den Punkt wieder zu finden, dass man sagt “eigentlich geht es jetzt, viel mehr muss man gar nicht mehr verlieren”. Ist das bei Dir auch so gewesen? Jahn: Ja, wobei ich auch gewusst habe, dass ich mehr Gewicht verlieren sollte, als ich eigentlich ursprünglich vorhatte, einfach damit ich sicherer und in ner guten Zeit durch den Marathon durchkomme. Marcus: Okay, weil bei mir war das so, ich bin halt ein totaler Extremtyp und schon immer gewesen. Dieses Schwarz-Weiß-Muster und bin irgendwann auch im Studium dann in so ner krassen, krassen Muckibude gelandet, im Masse Gym in Münster, wo auch einige dann auf die Bühne gegangen sind und echt die Hardcore Bodybuilder. Die wollten mich dann auch heranzüchten und ich habe mich voll motivieren lassen. Ich bin auch immer schnell zu begeistern und habe dann nachts den Wecker gestellt und Kartoffeln gegessen und Superkilo Plus und dieses Mass Plus und nur Kohlenhydrate irgendwie reingestopft. Ähm, habe glaube ich, bei 83 kg angefangen und war dann irgendwann bei 96 kg. Nur sah das nicht mehr cool aus, weil ich habe zwar trainiert, aber auch gefressen, wie ein Schwein und irgendwie war ich total fett und dick und irgendwie habe ich mir dann, zum Glück, irgendwann nicht mehr selber gefallen und gesagt so “Nee, so geht’s nicht weiter.” Ich glaube, ich war da mal wieder in Düsseldorf bei meinen Kumpels und die sagten auch irgendwas “Bist Du irgendwie krank oder so? Du bist so aufgedunsen und hast soviel zugenommen” und ich dachte ja immer, das sei cool, weil ich habe mich ja immer an den Leuten orientiert, die im Studio waren, aber habe dann voll so den Blick für die Realität verloren. Dann habe ich gesagt “Okay, Du änderst was!” Und wenn ich was mache, mache ich das voll radikal und bin dann morgens immer zum Cardio Training gegangen und habe dort nichts gefrühstückt. Dann auf leeren Magen zwei Stunden Crossstepper gemacht und habe dann innerhalb kürzester Zeit auch ziemlich viel verloren. Ich bin, glaube ich, von 96 kg irgendwann auf 76 kg runter. Bis die Leute - die gleichen Leute, die vorher gefragt haben, ob ich krank bin, weil ich so fett bin - gefragt haben, ob ich irgendeine Krankheit habe oder so, weil ich auf einmal so ausgemärgelt bin. Da war dann der Punkt für mich “Okay, warte. Du musst mal wieder irgendwie in die Normalität rein”. Ich habe mich dann zum Glück irgendwann bei 80, 81, 83 kg reingependelt. Jetzt bin ich glaube ich bei 81 kg bei 1,88 m und ganz gut athletisch. Jahn: Ja auf jeden Fall. Aber da bist Du tatsächlich noch ein bisschen extremer unterwegs als ich. Also ich denke schon immer, ich renne immer jedem Ball so schnell nach, wie ich kann. Marcus: Nee nee, das Ding bei mir ist auch, und darum sind auch Feli und ich in der Kombination so gefährlich, weil wir beide uns ziemlich für irgendwas Neues begeistern lassen und dann da irgendwie voll reinsteppen und nichts anderes mehr kennen. So war es dann einmal, als ich in diese Pumpen Bodybuilding Szene da reingekommen bin und dann, wo ich dann das Ziel hatte, ich will abnehmen. Und dann ist es, glaube ich, aber immer wieder wichtig, egal was für Ziele das sind, dass man überhaupt Ziele hat. Jahn: Auf jeden Fall, ja. Das ist auch ein ganz großes Thema, was man bei ganz vielen Leuten immer wieder feststellt, wenn man sich mit denen unterhält, dass sie gar keine so richtig konkreten Ziele haben. Marcus: Meinst Du jetzt im Sportbereich oder allgemein überhaupt so? Jahn: Allgemein. Aber tatsächlich ist es oft so, wenn ich mit Leuten rede, die so Tipps haben wollen zum Thema, “wie werde ich fitter, wie werde ich gesünder, wie kann ich abnehmen?” dass sie einfach die falschen oder überhaupt gar keinen echten Ziele haben. Die sagen halt so “Ja, ich möchte halt irgendwie abnehmen. Was mache ich denn da am besten?” Und das ist halt nicht unbedingt der optimale Ansatz. Marcus: Ja, also cooler wäre es wahrscheinlich, wenn man sagt “Ich will innerhalb von drei Monat so und so aussehen” oder “so und so viel Kilo wiegen” oder “Ich möchte so einen Ärmel haben” oder… irgendwas. Jahn: Genau, da sollte man einfach konkreter sein. Also hier Stichwort: Smarte Ziele. Das macht schon ein Stück weit Sinn, auf jeden Fall. Dann ist tatsächlich der erste Schritt mit den meisten Leuten, dass man sich erstmal hinsetzt und sich überlegt, was möchtest Du eigentlich genau und warum möchtest Du das überhaupt? Und dann hat man schon den ersten Schritt geschafft. Marcus: Mhh, ich glaube, das wird auch oft übersehen, das “Why”. Warum mache ich irgendetwas? Jahn: Auf jeden Fall. Marcus: Und ich denke mal, wenn jeman zu Dir kommt und sagt, er will was ändern, dann wird er ja irgendein Why haben, nur die meisten machen sich darüber keine Gedanken ne? Jahn: Ja und viele haben auch das falsche. Marcus: Mhh, zum Beispiel? Jahn: Zum Beispiel… ähm… das Thema “Bild nach außen” und so. Also ganz oft ist es so, dass die Leute eben abnehmen wollen. Oder Jungs wollen meistens Muskeln aufbauen, weil es den Mädels gefällt. Oder weil sie denken, dass es den Mädels gefällt. Marcus: Mhh genau, ja. Wollte ich auch. Für den Strandbody ne? Jahn: Ob das jetzt das richtige Why ist, ist halt die Frage. Marcus: Ja und wann war der Zeitpunkt dann bei Dir, dass Du gesagt hast “Ich habe jetzt soviel Wissen oder soviele Leute sprechen mich an und gleichzeitig habe ich Bock, etwas eigenes zu starten” oder wie kam es überhaupt zu dem Blog? Wann hast Du fitvolution gestartet und aus welcher Motivation? Jahn: (grinst) Nach der DNX. Im Oktober letztes Jahr war ich auf der DNX und ich habe, als ich eben diese Transformation durchgemacht habe, habe ich mit immer mehr Leuten gesprochen, die alle Tipps wissen wollten und gemeint haben “Hier gerade dieses Fitness, wenn man viel durch die Gegend reist, da gibt es nicht so richtig was und wie mache ich das?” Und habe dann ganz vielen Leuten immer wieder das gleiche erzählt und die so ein bisschen gecoached und dann bin ich irgendwie auf euer Event gestoßen... Marcus: Weißt Du noch worüber? Jahn: Über Ben Paul’s Blog war das. Marcus: Okay mhh. Jahn: Und war dann da und war total geflasht von dem Spirit und was die ganzen Leute da so erzählt haben und da dachte ich, das wäre doch eine geile Möglichkeit eigentlich auf der Basis eben nen Blog zu starten. Also nen Blog hatte ich vorher überhaupt noch gar nicht gedacht. Wobei es eigentlich ganz lustig ist, weil wenn man mich fragen würde “Was sind eigentlich so Deine zwei größten Leidenschaften?” dann würde ich wahrscheinlich sagen: Sport und schreiben. Und das passt halt so wie Arsch auf Eimer, dachte ich mir. Warum nicht über Sport schreiben? Und da habe ich jetzt riesen Spaß dran, die Seite aufzuziehen und so zu gucken, wie die Lesezahlen jeden Monat mehr werden. Marcus: Cool. Wie hat sich das bei Dir entwickelt? Jahn: Ja so anfangs ist nicht so viel passiert und inzwischen sind wir jetzt den dritten oder vierten Monat über 5.000. Also jetzt im August sind wir schon bei etwa 7.000 Uniques. Das finde ich eigentlich schon ganz cool. Marcus: Ja, das ist super cool. Also es ist ja noch nicht einmal ein Jahr her und ich glaube, Du weißt das, weil Du ja auch auf der DNX gewesen bist, dass so etwas lange dauert und hast dementsprechend dann hoffentlich auch das Durchhaltevermögen gehabt. Also klar, am Anfang ist es total scheiße. Weil dann denkst Du, es passiert nichts. Ich schreibe mir hier die Finger wund und arbeite und tue und mache, aber irgendwann kommt, glaube ich, so der Point… irgendwie so ein Tipping Point, wo dann so das eine das andere wieder ergibt und so ein kleiner Domino-Effekt passiert. Hast Du das auch feststellen können bei Dir auf dem Blog? Jahn: Ja, auf jeden Fall. Also, es geht primär darum dran zu bleiben und immer weiter zu lernen und sich nicht einfach in eine Richtung dann festzubeißen, sondern immer zu sagen “Okay, das funktioniert. Jetzt mache ich das weiter und versuche aber noch etwas neues dazuzumachen, was dann vielleicht nochmal ne Verbesserung bring.” Also ich habe wirklich total blauäugig das Ding gestartet. Habe mir den Kurs direkt nach der DNX geholt von Conni und Sebastian und habe mir dann noch zwei Bücher reingezogen zu dem Thema und habe dann den Blog komplett selbst aufgezogen. Habe dann noch HTML und CSS gelernt. Marcus: Boah cool! Jahn: Total bekloppt eigentlich, aber da bin ich auch so ein bisschen wie Du, glaube ich. Wenn ich mir so eine Idee in den Kopf gesetzt habe, dann renne ich da einfach in die Richtung. Marcus: Okay und Du bist wahrscheinlich dann auch so wie ich, so ein bisschen perfektionistisch, ne? Jahn: Ähm, ehrlicherweise ist das eher der Part von meinem Geschäftspartner. Also ich mache das ja zusammen mit Dustin. Der ist Physiotherapeut. Also Dustin ist einfach ein Kumpel von mir, den ich vor ein paar Jahren mal kennengelernt habe und als ich die Idee hatte, dachte ich, geh mal auf ihn zu, um da einfach so ein bisschen Expertise reinzubringen und auch so ein bisschen ne ruhige Stimme. Weil ich mir dachte, zum einen macht es mehr Sinn zu zweit zu starten, weil man halt sich gegenseitig so ein bisschen hilft, dranzubleiben. Dann bringt er eben noch die Expertise mit rein und er ist eher der perfektionistische Typ. Manchmal für meinen Geschmack ein bisschen zu perfektionistisch. Marcus: Ja, das ist nicht immer cool. Man steht sich ja auch oft selber im Weg. Jahn: Ja, ich habe ja auch die Steve Jobs Biografie gelesen und so. Ich bin dann tendenziell auch eher möglichst früh raus mit was auch immer man hat. Aber manchmal macht’s halt auch Sinn und dann muss man sich irgendwo in der Mitte finden und ich glaube, das ist dann auch irgendwo die beste Lösung. Marcus: Mhh, das heißt, Dustin war schon von Anfang an mit im Boot bei fitvolution? Jahn: Ja, also es war tatsächlich… Ich hatte diese Idee, als ich… tatsächlich hatte ich schon so ein bisschen die Idee als ich zur DNX hingefahren bin und die hat sich dann auf der Konferenz eben konkretisiert und ich bin dann zu Dustin hin und habe ihm erzählt, was ich gerne machen würde. Und er hat dann gemeint “Boah, ist ja voll die geile Idee und hast Du da und daran schonmal gedacht? Und das und das vielleicht noch zu machen”. Und dann habe ich gesagt “Hey, das ist auch ne coole Idee. Und… warum machen wir das nicht zusammen?” Und dann haben wir das gemeinsam aufgezogen. Marcus: Saucool. Und wer ist eure Zielgruppe? Jahn: Also, unsere Zielgruppe sind im Prinzip Menschen, so ein bisschen wie ich. Also Leute die eben viel um die Ohren haben und auch viel unterwegs sind. Das heißt, gerade so digitale Nomaden ist sicherlich auch ein Teil unserer Zielgruppe. Tendenziell haben wir uns aber eher so in der Richtung Business People ausgerichtet. Sprich Manager und Consultants etc., weil das eben auch die sind, die wir als erstes direkt angesprochen haben. Aber vor allem haben wir einfach den Fokus der Ortsunabhängigkeit. Das ist uns sehr wichtig. Dass man die Konzepte, die wir erarbeiten überall machen kann und mit möglichst geringem Zeitaufwand auch. Weil Zeit ist das wertvollste Gut, was wir haben. Marcus: Ja absolut. Und gerade in diesem Businessbereich habt ihr beide oder Du nicht zuletzt dann auch die Reputation, dass man sagen kann “Ey der Typ hat echt viel um die Ohren und kriegt’s trotzdem hin noch neben dem Blog auch noch selber soviel Sport zu machen. Also dem glaube ich das, was er da schreibt” ne? Jahn: Genau, das macht die Sache natürlich sehr authentisch, deswegen. Und so ist die Idee ja auch entstanden, weil einfach Leute aus meinem Umfeld gesagt haben, “Da gibt es eigentlich noch nichts und Du hast das voll drauf” Dann habe ich halt gesagt, ich mache das mal. Marcus: Okay cool und Du hast die Entscheidung nicht bereut, sondern Du bist jetzt voll dabei und das ist absolut Dein Ding? Jahn: Ja, das ist großartig. Es ist auch, wie Du es auch immer wieder sagst, wenn ich etwas für fitvolution mache, dann nehme ich das gar nicht so als Arbeit wahr. Meine Freundin… wenn ich dann irgendwie bis spät nachts, weil ich ja ziemlich lange am Arbeiten bin und dann eben nachts das meistens noch machen muss, am Computer sitze und sie eigentlich schon schlafen möchte oder irgendetwas anderes. Marcus: Ja, das kenne ich noch von ganz früher, als ich nebenbei meinen ersten Blog aufgebaut habe und Feli dann auf der Couch gewartet hat oder so, bis ich dann endlich mal fertig bin, das war nicht optimal. Von daher, vielleicht kannst Du ja in irgendeiner Form Deine Freundin auch mal begeistern oder mit einbinden oder dass sie ein eigenes Projekt hochzieht. Jahn: Da bin ich tatsächlich schon dran, das sollte ich jetzt vielleicht nicht so laut sagen. Marcus: (lacht)  Sie sitzt gerade hinter Dir ne? Sonst bring sie einfach mal mit auf die nächste DNX. Jahn: Das habe ich fest vor, ja. Oh, jetzt guckt sie ganz skeptisch. (beide lachen) Marcus: Ja, weil zu zweit oder auch mit dem Partner, das kann auch richtig viel Spaß machen. Also ich erfahre das ja selber und Du hast ja jetzt schon einen Partner, von daher ist es schonmal ganz cool, dass Du das ganze nicht alleine angehst. Weil das ist, glaube ich, so wichtig, gerade wenn man dann die ersten Hürden hat und die ersten Challenges und ah…. ich weiß nicht, wie oft ich, wenn ich alleine gewesen wäre, wahrscheinlich den Gedanken gehabt hätte “nee, das bringt ja alles nichts, ich höre jetzt auf und schmeiße hin und gehe wieder zur Arbeit”. Jahn: Das dachte ich mir auch schon, ja. Mehrfach dachte ich das schon. Wenn ich jetzt allein gewesen wäre, dann hätte ich wahrscheinlich hingeschmissen. Also, den Moment hatte ich schon zwei, drei Mal. Vor allem, wenn man dann tatsächlich irgendwie drei Monate den Blog schreibt und dann lesen so nen Artikel nicht mal 20 Leute, obwohl man all seinen Freundin Bescheid gesagt hat, dass ein neuer Artikel erschienen ist. (beide lachen) Marcus: Gut, aber mittlerweile seid ihr ja wirklich an einem Punkt, wo ihr ein paar tausend Leser pro Monat habt, ne? Jahn: Genau, mittlerweile läuft das ganz gut. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir eben so das ein oder andere Social Media Netzwerk für uns entdeckt haben und so ein bisschen SEO jetzt machen, was wir am Anfang eben überhaupt nicht kannten. Also man wächst da halt auch so ein bisschen rein. Marcus: Ja genau und ich glaube, nur so geht´s. Also wie Du es gemacht hast, einfach erstmal ins kalte Wasser springen, loslaufen, alles mal ausprobieren und alle Plugins installieren, deinstallieren, in irgendwelchen Netzwerken anmelden, wieder abmelden, gucken welche Buttons funktionieren und welche nicht. Genauso haben wir es auch bei Travelicia gemacht. Jahn: Du musst Dich ja nicht wieder abmelden, Du musst die Profile am besten stehen lassen, da ist ja meistens ja noch ein mehr oder weniger sinnvoller Backlink drin. Marcus: Stimmt, stimmt und welches Netzwerk habt ihr für euch jetzt entdeckt, wo Du sagst, das funktioniert besonders gut und bringt euch Traffic? Jahn: Der meiste Traffic kommt logischerweise über Facebook, aber was jetzt vielleicht nicht so viele Leute auf dem Schirm haben ist Stumble Upon. Marcus: Ähm ja, das habe ich jetzt auch nicht auf´m Schirm. Jahn: Das ist tatsächlich mein… eigentlich ist es sehr verbreitet im englischsprachigen Raum, aber das wird auch in Deutschland immer größer und ich habe mir auch den Besucherstrom mal angeguckt, den wir über dieses Netzwerk kriegen und da sind auch 80% tatsächlich aus Deutschland und die suchen eben gerade wohl im Fitness- und Lifestylebereich ganz gerne nach Dingen, die da einfach sind und da kriegen wir schon ein paar hundert Uniques jeden Monat rein jetzt. Marcus: Cool, vielleicht erklärst Du mal kurz, was das ist. Weil ich hab das zwar schonmal gehört, aber... Jahn: Bei Stumble Upon da stumbled man quasi durch Websites oder genau… die kann man da publishen. Sprich, Du postet da nen Link zu nem Blogartikel rein und der landet bei denen dann in diesem Zufallsgenerator und dann, wenn sich da jemand einloggt und der gibt dann Interessen an und dann habe ich da zum Beispiel im Sport- und Fitnessbereich einen Artikel von mir gepostet und der hat eben bei Interesse Sport- und Fitnessbereich und stumbled da so ein bisschen, dann bekommt er immer die Seite angezeigt und kann dann Daumen hoch und Daumen runter machen. Und dann gibt es, je nach dem wie viele Daumen Du nach oben hast, wird natürlich logischerweise dann der Artikel öfter angezeigt. Marcus: Cool, also so ein Trafficverteiler, ein Aggregator. Jahn: Genau, also das ist ein ganz cooles Ding. Ich hatte am Anfang auch gedacht, mhh, ob das was ist. Aber ich wollte einfach mal alles ausprobieren und wir haben uns jetzt gegen Instagram entschieden, weil das für uns irgendwie nicht so gut funktioniert hat und wir ja auch nicht so die Fotografen sind, ehrlicherweise. Aber mal gucken, ob das vielleicht noch dazukommt. Man muss sich halt auch immer so ein bisschen fokussieren, was bringt uns am meisten mit möglichst geringem Aufwand, weil wir ja auch beide noch berufstätig sind. Weil wenn Du sagst, wir sind ins kalte Wasser gesprungen… es ist ja bei uns schon eher so, dass wir da das eben nebenberuflich aufbauen. Nicht wie viele andere, die gesagt haben “So, jetzt alles oder nichts”. Marcus: Ja ich finde, das ist auf jeden Fall eine smarte Variante. Ich habe ja auch meine ersten Blogs neben meinem Angestellten- normalem Job gestartet, um erste Erfahrungen zu sammeln, weil mir auch die Sicherheit wichtiger war. Einen festen Job zu haben und genug Geld zu verdienen. Jahn: Genau, das müsste ja eigentlich der deutsche Start ins digitale Nomadenleben eher sein. Marcus: Ja absolut. Das heißt, Du arbeitest im Moment aber noch Full Time für die Unternehmensberatung und machst das alles nur in Deiner Freizeit? Jahn: Genau. Marcus: Und der Plan ist? Jahn: Ja so mein Traum wäre es natürlich schon, dass ich irgendwann sagen kann, hier fitvolution ist jetzt so dick... Also ich habe ehrlicherweise noch zwei kleinere Projekte, die da noch nebenher laufen. Dass ich dann davon ortsunabhängig leben kann und da arbeite ich drauf hin. Ich weiß noch nicht genau, wann das jetzt der Fall sein wird. Und bislang haben wir so zwei, drei Leitanläufe schon gemacht. Sprich ich war dann jeweils so einen Monat unterwegs und für nächstes Jahr haben wir da mal nen dreimonats Exit Light geplant. Und da einfach mal sehen, wie es läuft. Marcus: Ja, finde ich genau richtig die Herangehensweise. Und nicht Vollrisiko und All-In zu gehen. Das meinte ich eben auch nicht mit ins kalte Wasser springen. Sondern eher, einfach mal den Blog live gehen lassen und gucken, was da passiert und dann die verschiedensten Sachen auszuprobieren. Jahn: Ja auf jeden Fall. Also, die beste Idee bringt da nichts, wenn man sie nicht umsetzt und eine mittelmäßige Idee ist bei einer guten Umsetzung immernoch deutlich besser, als die beste Idee, die eben nie umgesetzt wird. Marcus: Mhh, das heißt, Du glaubst, Du hast genau zum richtigen Zeitpunkt gestartet und bist jetzt irgendwie nicht der Meinung “Ich hätte das noch viel früher machen müssen” oder zu einem anderen Zeitpunkt wäre es noch besser gewesen? Jahn: Also, ganz ehrlich? Wenn ich schon zu Studienzeiten die Idee gehabt hätte, dass ich so was machen könnte, dann wäre das vielleicht alles anders gelaufen. Aber prinzipiell bin ich jetzt wirklich froh, dass ich jetzt so den Weg gegangen bin, weil… also gerade als Unternehmensberater, da lernt man Unternehmen einfach auf so eine Art kennen und man lernt eben, wie Businesses laufen. Und wie so Projektmanagement und so was funktioniert, in einem ganz anderen Kontext. Und man interagiert gleich schon mit Leuten auf sehr hohen Ebenen, sage ich mal. Also ganz oft auf der Top Manager- und Vorstandsebene auch teilweise unterwegs. Und das ist schon eine coole Erfahrung und man kann ja die Dinge auch im Nachhinein nicht ändern. Also hätte, wäre, wenn bringt ja auch nichts einfach. Marcus: Nee, auf keinen Fall. Aber es gibt halt ein paar Leute die sagen “Boah Scheiße, ich habe viel zu lang rumkonzeptioniert und bin nie live gegangen”. Das war ja eher nicht der Fall. Jahn: Nee, also ich würde sagen, als ich die Idee hatte, bin ich dran und wie gesagt, Dustin hat mich da immernoch ein bisschen gebremst mit dem Livegehen. Wenn es nach mir gegangen wäre, dann wäre es schon etwas früher passiert, aber wir haben uns dann irgendwann halt ein Datum gesetzt und zu dem sind wir dann live gegangen, so wie wir dann waren und das war schon ziemlich gut, denke ich mal. Da musste man sich nicht besonders für schämen und wie gesagt, da war ja auch der Traffic noch nicht so hoch. Deswegen kann ich jedem nur raten: Bring das Ding live und die Besucher, die nicht Deine Freunde und Verwandten und Bekannten sind, die kommen sowieso erst, wenn Du die ersten Macken rausgebügelt hast. Marcus: Mhh, das ist glaube ich, ganz normal. Gerade auch unter Google-Aspekten, wo es dann darum geht, wie lange ist die Webseite schon sichtbar und im Netz, ist es eigentlich um so besser, das Ding irgendwann live gehen zu lassen, weil Du nur dadurch den Trust auch von Google gewinnst. Was jetzt nur einer von vielen Rankingsignalen ist, aber wenn man zu lange wartet, dann ist die Seite auch zu neu. Jahn: Genau, und dann bis man dann mal ins Ranking kommt. Wenn die Seite dann schon zwei, drei Jahre drin steht, dann rankt zu so nem Keyword natürlich auch gleich viel schneller. Und vor allem ist es auch so, man kann dann die Sachen nicht wirklich proben. Natürlich kann man sich auf dem Rechner so ne Dummieseite anlegen, die dann irgendwie hier mit Xampp oder so auf so einem virtuellen Server gelegt und da rumschrauben und lernen, wie man so ne Seite aufbaut. Aber wie die Leute wirklich drauf reagieren und wieviel von so nem Text, den Du geschrieben hast, die lesen, das siehst Du ja erste, wenn Du wirklich die Webseite eben live hast. Marcus: Absolut, aber komischerweise stehen gerade, glaube ich, die Deutschen - ich war da genauso - sich da selber im Weg und versuchen oftmals so das perfekte Produkt am Reisbrett zu kreieren, vielleicht vorher noch viele Ressourcen zu verbrennen und vielleicht noch Geld und Zeit darein zu stecken, bevor man denkt “Boah, jetzt kann ich´s der Welt zeigen” und dann interessiert sich keine Sau dafür. Jahn: Absolut, ja. Marcus: Ich glaube, da haben die Amis uns einiges voraus. Und wer das halt perfektioniert hat, damals mit dem Windows Betriebssystem war, glaube ich, Microsoft. Die haben das Ding dann irgendwann live gehen lassen und ich weiß nicht, wie viele Sicherheit Patches und Updates ich da alle zwei Tage wieder reinschieben musste, bis die dann endlich eine einigermaßen stabile Vollversion hatten und dann gab es schon wieder eine neue Version. Jahn: Ich habe gerade nur die Hälfte verstanden Marcus, von dem was Du gesagt hast. Marcus: Ah okay, äh ich sag´s nochmal: Also eigentlich … verstehst Du mich jetzt besser? Jahn: Ja, jetzt verstehe ich Dich wieder, aber Du warst gerade… war die Verbindung weg. Marcus: Okay, cool. Ich sagte gerade, perfektioniert haben es eigentlich die Amis und gerade dann Microsoft, die ne völlig unfertige Windows-Version auf den Markt geschmissen haben und dann alle zwei Tage ihre Sicherheitsupdates und Patches hinterhergeschoben haben. Jahn: Das ist eigentlich der Extremansatz ja. Ganz so unfertige Produkte möchte ich dann doch nicht rausgeben. (lacht) aber ja, wer hat das noch gleich gesagt? Wenn Dein erster Launch nichts ist, wofür Du Dich schämen musst, dann hast Du zu lange gewartet? Marcus: Mhh ja, der LinkedIn-Gründer. Ich komme gerade auch nicht auf den Namen, aber da hat er auf jeden Fall recht. Jahn: Auf jeden Fall ein klasse Zitat! Marcus: Ja absolut! When you´re not embarrased from your first Version, you´re too late. Oder irgendwie so was ne? Jahn: Genau, und dann ist es ja auch immer so, dass man bei seinem ersten Launch … den musste man ja auch nicht in den großen Ventilator werfen, sondern man kann da ja auch sich eben ne kleine Gruppe aussuchen. So Beta-Tests und so. Das ist ja super. Da sind die Leute auch dankbar für, wenn sie dann ausgewählt werden als exklusive Betatester. Du hast eben gleich Leute, die Dein Produkt testen und dann kannst Du die Macken rausbügeln und musst Dir nicht überlegen, was könnten die Leute besser finden. Sondern Du siehst eben wirklich, was die Leute besser finden, was Du dann verbessern kannst. Marcus: Ja, gibt es um fitvolution den Blog selber noch Produkte, die ihr erstellt und anbietet, baut oder habt ihr da eine Strategie? Jahn: Genau, also wir haben unsere vier Elemente. Und wir arbeiten da auch momentan an digitalen Produkten. Unser Ziel ist, dass wir da ein Kurs-System anbieten und jetzt Schrauben wir aber aktuell an den Ebooks-Zeilen. Vier Sück insgesamt. Ich schreibe gerade an einem zum Thema Motivation und Dustin schreibt gerade an eine Ebook zum Thema Schmerzprävention und -linderung. Da wollen wir dann unsere fitvolution Framework drauf aufbauen und in Zukunft soll es dann eben auch einen Online Kurs geben, der dann darauf aufbaut quasi. Marcus: Cool! Gibt es bei euch auch Trainingspläne oder individuelle Coachings? Jahn: Das gibt´s tatsächlich. Die Coachings, die haben wir jetzt nicht offiziell auf der Webseite ausgeschrieben, aber ab und zu mal kontaktiert uns jemand per E-Mail oder über Bekannte von Bekannten und dann machen wir sowohl Coaching, als auch Dustin macht viel Personal Training. Eben sowohl live in Persona als auch über Skype. Aber, wie gesagt, langfristig wollen wir tatsächlich das so ein bisschen automatisieren, dass wir nicht mehr da eben…. also, dass der Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Ertrag so ein bisschen sich löst voneinander. Marcus: Cool, wie hältst Du Dich jetzt aktuell fit? Jahn: Also aktuell mache ich unheimlich viel Bodyweight Training und habe auch mein TRX immer dabei. Auch jetzt auf unserer Ostseeumrundung musste meine Freundin auch mit mir dann mit dem TRX trainieren. Sie ist eigentlich ne Fitnessstudio-Anhängerin, eine überzeugte. Marcus: Kurse oder Geräte? Jahn: Sowohl als auch. Sie ist auch Kurstrainerin. Aber, da wir eben viel unterwegs jetzt waren und nicht immer ein Fitnessstudio in der Nähe ist… also wir waren auch zwei Mal in nem Fitnessstudio, sind da ganz spontan hingefahren und haben gefragt “Wie sieht´s aus? Habt ihr eigentlich Day-Passes?” und da geht dann auch meistens was. Aber wir haben auch mit TRX und mit Bodyweight Übungen trainiert und an richtig geilen Spots so. Also ich schicke Dir da auch gerne mal ein cooles Bild. Da muss ich mal eins rauskramen. Marcus: Gerne. Jahn: Ich denke, dass lässt sich da auch irgendwie für benutzen, dann so wirklich richtig schon morgens am Strand aufwachen und erstmal im Workout mit dem TRX oder irgendwie mal schnell ein Tabata-Workout auf dem Steg oder so. Da haben wir echt ein paar coole Sachen gemacht und es geht halt. Das ist halt die Message. Marcus: Es funktioniert, oder? Egal von wo. Jahn: Genau, egal von wo. Also ich würde sagen, ich bin jetzt deutlich fitter, als zu irgendwelchen Zeiten, in denen ich fünf, sechs, sieben Mal ins Fitnessstudio gerannt bin. Ich investiere deutlich weniger Zeit in mein Training und ich gehe nur noch selten ins Gym. Marcus: Da warst Du wahrscheinlich auch übertrainiert oder? Jahn: Das ist durchaus auch möglich, ja. Und ich hatte auch ein anderes Zielbild, ein anderes Ideal. Mir ging es eben primär darum, Muskeln drauf zu packen und jetzt verfolge ich da ein anderes Ziel. Ich sage immer ganz gerne, ich möchte in der Lage sein, an einem Tag einen Marathon in unter vier Stunden zu laufen und am nächsten Tag trotzdem noch 120 kg Bank zu drücken. Momentan bekomme ich´s hin und das ist so der Fitnesszustand, den ich mir erhalten möchte. Marcus: Ja. Jahn: Nicht mehr so einseitig, wie früher. Marcus: Ja, das heißt, Du hast jetzt auch keine bestimmte Trainingsform, die Du empfehlen würdest, sondern Du würdest sagen, das muss jeder individuell für sich entscheiden, was da am ehesten in Frage kommt? Jahn: Auf jeden Fall. Also, es kommt ja immer auf Dein Ziel an. Aber auch wenn jetzt viele sagen, wenn Du Muskelmasse aufbauen möchtest, dann geht das nur im Fitnessstudio… Ich habe tatsächlich in meiner letzten Massephase fast ausschließlich mit dem TRX und Thera Bändern trainiert und auch innerhalb von vier, fünf Monaten bestimmt 6 kg Muskelmasse draufgepackt. Da gelten ein bisschen andere Regeln, weil es bei mir im Prinzip Regains waren und die Muskelmasse war auch schonmal da. Aber dennoch ist es so, dass man auch ohne ins Fitnessstudio zu gehen und ohne jetzt irgendwie ständig schwere Hanteln zu bewegen auch Muskeln aufbauen kann effektiv. Marcus: Absolut mhh. Jahn: Da habe ich auch einige Blogartikel geschrieben in den letzten zwei, drei Monaten. Marcus: Das ist cool. Das war nämlich eine meiner größten Sorgen, ehrlich gesagt, als wir in diesen Lifestyle gestartet sind und dann ortsunabhängig gearbeitet haben und viel unterwegs waren. Da dachte ich so “Boah Scheiße ey, irgendwie… wo ist mein Gym? Ich hab Bock zu pumpen und kann hier nicht trainieren” und habe dann auch angefangen Blogs zu lesen oder wie das dann vielleicht Knastinsassen machen, mit viel funktionalem Training und Push-Ups und habe mich dann erstmal dran orientiert und die erste Maßnahme war, als ich dann wieder zurück war, mir so ein TRX-Band zu holen. Das macht den Körper total athletisch irgendwie, ne? Jahn: Auf jeden Fall, ich finde auch, dass sich meine Figur zum positiven entwickelt hat. Und wie gesagt, ich gehe auch viel Laufen inzwischen. Also ich habe so ein bisschen diese Hindernisläufe auch für mich entdeckt im letzten Jahr jetzt und bin dreimal den Tough Mudder gelaufen, war beim Spartan Race dabei und solche Dinge. Ich bin jetzt eben zwei Wochen beim Serengeti Park Laufen, in der Nähe von Hannover, dabei. Marcus: Und die Läufe sind cool? Jahn: Ja, also mir macht es super viel Spaß. Das sind so Hindernisläufe, also nicht klassisch geradeaus rennen. Also das habe ich auch mal gemacht, wie gesagt Marathon musste ich laufen. Der stand auf meiner Bucket List. Marcus: Wie lange hast Du gebraucht? Jahn: Ähm, knapp über vier Stunden. Marcus: Ah cool, ist doch ne geile Zeit. Hammer. Jahn: Und solche Hindernisläufe, das ist einfach ne ganz andere Herausforderung. Ich sage auch immer, so einen Tough Mudder sollte man mindestens einmal mitgemacht haben. Einfach, dass man das mal erlebt hat. Marcus: Meinst Du denn, jeder packt das? Jahn: Ich glaube, jeder packt das. Also wenn man sich da ausreichend drauf vorbereitet und das braucht weniger Vorbereitungszeit, als man jetzt denkt, und wenn Du so 10 km so durchgehend laufen kannst, ohne dass Du das Gefühl hast, Du kippst gleich um und machst noch ein paar Übungen für die Vorbereitung - habe ich tatsächlich auch einen Blogartikel darüber geschrieben, wie man sich in kürzester Zeit für so nen Tough Mudder fit machen kann - dann schafft das jeder. Vor allem macht man das im Team und dann ist es noch einmal ein ganz anderes Thema. Weil da geht es nicht um die Zeit, da wird keine Zeit gemessen, sonst geht es allen Leuten darum durchzukommen. Und da ist so ein Spirit dann auch dabei. Jeder hilft sich gegenseitig und wir haben Leuten über Hindernisse geholfen, die habe ich noch nie vorher in meinem Leben getroffen. Man lag dann Arm in Arm im Ziel und hat sich zusammen gefreut und gefeiert, dass man es geschafft hat. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Marcus: Geil! Steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Bucket List. Jahn: Wir können gerne mal zusammen laufen, wenn wir da einen Termin finden. Marcus: Ja gerne! Wenn ich dann in Berlin bin oder in Deutschland, dann komme ich da gerne angereist und mache einen mit, wenn das so ist, wie Du sagst, dass es nicht zu viel Vorbereitung erfordert, weil ich nicht so der größte Lauffan bin. Also ich baue es immer mal wieder ein und dann bleibe ich aber nicht dabei, weil ich denke so, andere Sachen machen mir mehr Spaß. Jahn: Ja, da können wir dann ja mal quatschen. Ich stelle Dir dann mal so ein kleines Vorbereitungs-Workout zusammen und dann kriegen wir es schon hin. Marcus: Mhh cool. Und wie ist das, wenn jemand jetzt sagt “Boah, da hätte ich mal Bock drauf, aber der Jahn hat jetzt gesagt, da kann man nur im Team antreten”. Gibt es da auch zusammengewürfelte Teams, wenn Du als Alleinstreiter da irgendwie aufschlägst? Jahn: Also tatsächlich ist das überhaupt gar kein Thema. Ich habe das in Nordrhein Westfalen ausprobiert. Da bin ich tatsächlich ohne Team hingefahren, ganz alleine. Und trotzdem… also es ist wie ein großes Team, sage ich mal. Man trifft dann Leute und selbst wenn man die Leute, wie gesagt, noch nie vorher gesehen hat, helfen die sich gegenseitig und entweder hängt man sich dann irgendwo dran und läuft dann mit einer Gruppe durch oder man ist da so ein bisschen random unterwegs und an jedem Hindernis findet sich dann schon jemand. Und man hilft dann den anderen und dann helfen einem die anderen auch. Das geht absolut. Man findet auch ganz viele neuen Freunde. Also das ist ne coole Sache. Marcus: Geil. Also das hört man irgendwie jetzt gerade schon an Deinen Erzählungen, dass da wohl so ein echt einmaliger Spirit und Vibe und Kameradschaft herrscht ne? Jahn: Ja total, das auf jeden Fall. Marcus: Und wie lange braucht man so beispielsweise für den Tough Mudder, bis man da durch ist? Jahn: Ja so… wir haben so zwischen zwei und zweieinhalb Stunden gebraucht, aber da gibt es, wie gesagt, keine Zeitvorgabe und man kann sich da auch Zeit lassen. Und je nach dem wann man startet, kann es auch sein, dass man lange anstehen muss an den Hindernissen und dann kann man schon drei Stunden brauchen. Man hat auch immer die Pausen, wenn man dann mal an so einem Hindernis warten muss und von daher ist das eigentlich echt kein Problem. Wie gesagt, wenn man so ein bisschen Vorbereitung macht, was so Hangeln und Zugübungen für den Oberkörper angeht, Liegestütze und eben, wie gesagt, dann durchgehend in einem guten Tempo 10 km laufen kann, dann ist das recht unproblematisch. Das ist wirklich nur eine Kopfsache dann. Marcus: Mhh okay cool. Und wofür die Liegestütze? Jahn: Also man muss oft unter Hindernissen durchkrabbeln zum Beispiel. Und dann ist es ganz gut. Oder man muss sich auch wo hochziehen und hochdrücken. Also, das wäre ja so das typische Muscle Up Training. Aber das werden wohl tatsächlich die wenigsten Leute aus dem Stehgreif schaffen. Deshalb ein gutes Oberkörpertraining mit einbauen, braucht man aber nicht so viel. Marcus: Okay, aber das geht auch alles funktional ohne Hanteln und Stangen ne? Jahn: Das geht absolut funktional. Also, wir haben auch tatsächlich auf unserem Blog zwei Bodybuilding Trainingspläne, die man sich kostenlos runterladen kann, unabhängig von irgendwelchen Coaching Programmen etc. Und wenn man… der eine ist für Anfänger, der andere für Fortgeschrittene und ehrlicherweise, wenn man den Anfängerplan in Kombination mit einem ein- bis zweiwöchigen Lauftraining für drei Monate kombiniert, dann sollte man in den allermeisten Fällen schon absolut fit genug sein, um so nen Tough Mudder mitzulaufen. Marcus: Cool! Das klingt gut. Ja, lass uns das auf jeden Fall im Auge behalten, wann der nächste ist und Ping mich einfach mal an und schreib mir, wann der Termin ist. Ich bin ja jetzt Mitte September wieder zurück in Deutschland - ich glaube für acht Wochen oder sechs Wochen oder so. Und ansonsten 2016. Jahn: Bis 2016 kriegen wir Dich dann auf jeden Fall fit. (Beide lachen) Marcus: Ja, ich habe da auf jeden Fall Bock drauf und dann starten wir alle im Team fitvolution würde ich sagen. Jahn: Coole Sache, ja. Marcus: Okay mein lieber Jahn, das hat sehr viel Spaß gemacht. Es war sehr informativ und interessant. Ich denke mal auch für alle Hörer. Hast Du noch den ultimativen Tipp für Leute, die sagen “Boah fuck ey jetzt, diesen Sommer habe ich es nicht geschafft. Ich hätte auch gerne mal so einen Waschbrett oder ne richtig geile Strandfigur” Was würdest Du denen demjenigen empfehlen, wann soll der anfangen und womit soll der anfangen. Jahn: Ja, lest meinen Blog auf jeden Fall! (Beide lachen) Und ansonsten ist es ganz viel eine Entscheidungssache einfach. Man muss sich die richtigen Ziele setzen und dann nach dem Weg dahin suchen. Und wenn man sich dann noch die richtigen Leute sucht, wie gesagt, über so eine Community oder so einen Blog, den man dann abonniert. Das muss jetzt nicht unbedingt unserer sein, es gibt da ja auch andere gute Blogs da draußen und sich da einfach regelmäßig da Motivation abholen, sich Mitstreiter suchen, dann bekommt man das auch hin. Es ist immer schwierig, wenn man kein konkretes Ziel hat und nicht so richtig sein Warum kennt und dann auch niemanden hat, der einen auf dem Weg unterstützt. Deshalb soll man sich da immer zu aller erst mit auseinandersetzen und dann läuft das schon. Marcus: Okay, perfekt. Danke nochmal. Jahn: Ja, danke Dir! Marcus: Ja, sehr gerne und wir beide sehen uns ja bald wieder in Berlin! Jahn: Genau, mach´s gut, bis dann, ciao! Marcus:  Mach´s gut, ciao!   Jau, das war auch schon wieder eine weitere Folge von LifeHackz. Ihr findet alle Shownotes und Links zu dieser Folge unter www.lifehackz.de. Dort ist auch ein Button. Schickt mir eine Sprachnachricht. Ihr könnt mir Feedback hinterlassen oder mir auch eine E-Mail über das Kontaktformular schicken oder direkt an marcus@lifehackz.de. Ich freue mich von euch zu hören. Ansonsten hören wir uns wieder zur nächsten Folge. Peace and Out!   [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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  • Vera Ruttkowski ★ Als virtueller Assistent ins Digitale Nomadenleben

    · 00:59:17 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Vera Ruttkowski von verava Hey Leute, Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! Dieses Mal live aus Düsseldorf in einer verregneten Airbnb Wohnung Mitte Oktober. Wir kommen gerade aus Berlin wieder. Haben dort die bereits vierte deutsche DNX veranstaltet, die richtig cool gelaufen ist. Wir haben ein neues Konzept probiert. Wir haben viele Workshops nebeneinander laufen lassen parallel im Bar Camp Style und jeder konnte quasi ganz frei entscheiden zu welcher Session er gehen wollte. Also es musste sich vorher nicht angemeldet werden. Man konnte sogar noch spontan während der Workshops die Workshops switchen zu den einzelnen DNX Themen und hatten davor im Betahaus ne Keynote vom Fabian Dietrich, der echt ein mega, mega spannender Typ ist. Und das war so der DNX Samstag, der glaube ich auch gut angekommen ist bei den Leuten. Wir werten gerade noch das Feedback aus, aber so wie es aussieht, werden wir diese Workshop-Geschichte auch für die nächste DNX im Mai beibehalten. Also nicht mehr ganz so strikt, dass man sich vorher entscheiden muss, in welchen Workshop man gehen möchte, sondern dass man dann ganz spontan entscheiden kann: Wo möchte ich rein? Und auch die Workshops ein bisschen knackiger und kürzer gefasst, so auf 45 Minuten. Das hat sich auf jeden Fall bewährt. Die Party war richtig fett am Maybachufer in Kreuzkölln und weil die Party so krass war, waren einige am Sonntagvormittag dann noch ein bisschen angeschlagen und Sonntag haben wir dann weitergemacht mit einem Brunch für die Leute. Der Joe Löhrmann von My Traveling Piano hat noch ne Session an seinem Klavier gegeben mitten im Görlitzer Park, wo dann selbst kurz … ja, dieses ganze Drogengedeale zum Erliegen gekommen ist und die Dealer sich da um’s Klavier gestellt haben und erstmal gar nicht gerafft haben … Was geht’n hier ab? Was ist DNX? Was machen die ganzen Flaggen hier? Wir waren nämlich im Edelweiss 36, was mitten im Görli angesiedelt ist. Ja, und nach der Performance vom Joe hatten wir dann noch Mastermindsessions, die gut angekommen sind. Also die werden wir auf jeden Fall bei der nächsten DNX im Mai auch anbieten. Ja… Summasummarum echt ne gelungene Veranstaltung. Aber ihr seid jetzt hier auf der LIFE HACKZ Show und neben der DNX mache ich die LIFE HACKZ Show jede Woche Freitag mit einem spannenden Gast. Und dieses Mal - da habe ich mich sehr drauf gefreut auf das Interview, das hatten wir schon lange geplant - mit der Vera Ruttkowski. Die ist unser VA, das heißt Virtueller Assistent. Und Vera ist mehr oder weniger unser Schweizer Taschenmesser. Sie ist die Allround-Waffe für Newsletter vorbereiten, Accounting, Buchhaltung, ähm Social Media springt sie mal ein, macht die Koordination mit unserem technischen Wordpress Service, macht das Teilnehmer Management für die DNX Konferenzen, scheduled die Interviews mit den Bewerbern für die DNX CAMPS, noch und nöcher. Und deshalb ist es glaube ich für euch auch mal spannend hinter die Kulissen zu gucken von unseren Projekten und auch zu sehen, was macht ein virtueller Assistent den ganzen Tag. Es ist nämlich nicht nur irgendwie Flüge buchen und irgendwie Termine koordinieren, sondern das ist noch viel mehr. Vera ist gerade im Sun Desk in Taghazout/Marokko und ja… Da habe ich sie im Skype-Raum erwischt. Viel Spaß mit dem Interview! In dieser Folge lernst du: Was ein virtueller Assistent macht und welche Aufgaben er für dich übernehmen kann. Warum es der ideale Einstiegsjob ins ortsunabhängige Arbeiten ist. Welche Tools ideal sind um remote zusammenzuarbeiten. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus   SHOWNOTES verava.de STARTINWP Trello Wunderlist SEO in the SUN fernarbeit.net SunDesk IdeaCamp Betahaus Creative Loft Blogfabrik Carla Vollert Eventmanagerin [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Okay, welcome to LIFE HACKZ und ner neuen Show. Diesmal mit Vera Ruttkowski, die gerade live in Taghazout/Marokko ist. Hi Vera, grüß Dich! Vera: Hi Marcus! Wie geht es Dir? Marcus: Ja, mir geht’s gut. Ähm, wir sind gerade in Düsseldorf angekommen, nachdem wir dann gestern unsere Zelte in Berlin endgültig abgebrochen haben und machen hier gerade so ein bisschen Family & Friends Besuch. Waren gestern Abend schon bei meiner Mom, die heute Früh auch wieder auf Reise geht. Darum mussten wir das da reinquetschen und morgen treffe ich mich mit Kumpels und gehe zum Fußball mit denen. Zur Fortuna, die hoffentlich mal wieder gewinnen, danach ein bisschen Altstadt und Samstag fahren wir dann zu Felis Eltern. Ja, ist eigentlich ganz cool mal wieder nach Hause zu kommen, aber das Wetter geht halt gar nicht mehr klar in Deutschland. Wir haben jetzt Mitte Oktober und ich freue mich schon auf Asien. Nächste Woche geht’s los. Vera: Ja, das kann ich mir vorstellen. Das habe ich jetzt gemerkt, als ich auf der DNX war. Es war echt schon ganz schön kalt in Deutschland. Also, ich bin jetzt auch froh, dass ich hier in Marokko bin, wo es schön sonnig und warm ist. Marcus: Ja, erzähl mal. Wo genau bist Du denn da jetzt? Vielleicht erinnern sich einige, dass Feli und ich vor kurzem auch in Taghazout gewesen sind. Vera: Ja genau. Nachdem ich euren Bericht da gesehen habe, bin ich total angefixt worden, wollte auch unbedingt hier in das Sun Desk Coworking in Taghazout und ich habe die Magdalena dann ja auch getroffen auf der DNX im August, auf der Global. Marcus: Mh Cool! Vera: Und habe danach entschieden, dass ich hier auch unbedingt mal vorbeischauen muss und ja, ich bin jetzt Montagabend angekommen und fühle mich jetzt schon total wohl. Also, es ist super hier. Jeden Morgen gibt’s ein Frühstück auf der Dachterrasse mit allen Coworkern, die da sind. Und ja… Kann den Tag schön mit Meerblick starten und es ist echt cool. Marcus: Ist geil oben das Rooftop, oder? Vera: Ey ist super! Also, ich bin auch jetzt jeden Morgen schonmal gleich vor’m Frühstück schonmal hochgegangen, so als Einzige und habe mir da den Sonnenaufgang angeguckt. Also, andere gehen schonmal zum Strand zum Laufen. Es ist ja auch alles super nah hier. Marcus: Ja, also wer noch nicht da war, sollte auf jeden Fall mal Sun Desk auschecken. Ich habe es auch so genossen da die Zeit. Wir waren da nach Tarifa glaube ich direkt da, kurz vor der Global und dann waren unsere Akkus auch richtig, richtig voll. Also, da kommt man richtig gut runter, kann produktiv sein und hat nicht viel Ablenkung und es ist einfach convinient ne? Einfach cool, um da so ein Soft Landing in den Digital Nomad Lifestyle zu kriegen. Vera: Ja total. Also, ich bin auch ganz sicher, dass ich nochmal hierher komme. Ich bin jetzt nur zwei Wochen hier, aber ich bin mir sicher, ich komme nächstes Jahr irgendwann nochmal wieder. Marcus: Ja voll geil, weil ohne Scheiß, genau das habe ich auch bei Feli gesagt, als wir dann da waren. Ich glaube, wir waren auch so zwei Wochen oder zweieinhalb oder so und sagte “Ey, irgendwie, ich will gar nicht gehen, aber egal, wir müssen ja jetzt zur Global, aber lass uns doch mal das so im Hinterkopf behalten als Rückzugsort, wenn gar nichts mehr geht und wir irgendwie total gestresst sind und gar nicht mehr weiterkommen. Dann wissen wir, die Magda gibt’s. Marokko gibt’s. Taghazout gibt’s und ab ins Sun Desk.” Vera: Ja genau. Es ist echt cool hier, weil das Dorf ist ja auch echt nicht groß. Also, Du hast nicht so viel, was Du hier machen kannst. Was ja auch ganz cool ist. Also, wenn Du halt mal zwischendrin ne Pause brauchst, klappste den Rechner kurz zu, gehst mal ne Runde irgendwie ins Dorf, trinkst da irgendwie einen schönen Saft oder einen Tee, guckst den Sonnenuntergang an und kannst dann wieder weiterarbeiten. Marcus: Oah, hör auf ey! Ich will wieder los ey! Ich meine, ich jammer ja echt auf hohem Niveau, aber jetzt hier, ich sitze am Küchentisch in der Airbnb Wohnung in Düsseldorf-Flingern und gucke raus und hier regnet’s und es ist grau (lacht) Vera: (lacht) Marcus: Hart! Aber, … egal. Du bist jetzt in Taghazout im Sun Desk unterwegs und Du bist auch digitale Nomadin und verdienst von unterwegs Dein Geld. Ich habe Dich ja vorhin kurz vorgestellt. Du bist unsere virtuelle Assistentin. Vielleicht erklärst Du mal für die Leute, die jetzt nicht 100% wissen, was eine virtuelle Assistentin alles macht, wofür Du beispielsweise jetzt bei uns verantwortlich bist, bei unseren DNX Projekten und was darüber hinaus noch geht. Vera: Also an eine virtuelle Assistentin kann man eigentlich ganz gut alles auslagern, was einem selber zu viel Zeit kostet irgendwie, um sich auf seinen Fokus, auf seine Mainprojekte zu konzentrieren. Das ist je nach Kunde ganz unterschiedlich. Bei euch ist es jetzt ganz viel, ich sag mal, auch Administratives. Was so Buchhaltung angeht, Belege sortieren, Kundenmails bearbeiten. Was ich auch für andere Kunden auch viel mache ist Facebook Communities betreuen oder Webseiten. Und ja… Also, was ich an dem Job auch super gerne mag, ist das es so vielseitig ist. Ich schreibe auch viel, Copywriting ist eben auch dabei. Und ja, macht Spaß! Also es ist abwechslungsreich und ... Marcus: Kann ich mir vorstellen. Und ich glaube, was auch mega wertvoll ist, Du kriegst natürlich auch krasse Insides in die einzelnen Projekte oder wie andere Menschen dann ein Projekt aufziehen, ne Website erstellen, dann das erste Marketing machen, die ersten Kunden kommen, wie die Kommunikation ist. Ich meine, ich kann mir ja vorstellen, dass der Job mega, mega spannend ist. Ich habe ja jetzt nur meine eigenen Projekte, darum machen wir immer mehr, damit wir noch mehr Abwechslung haben, aber ich denke mal, wenn ich nochmal nen zweiten Job oder so brauchen würde, dann vielleicht auch als Assistent oder irgendwo, um gleichzeitig in so viele verschiedene Projekte reinschauen zu können, das geht glaube ich nur als virtueller Assistent ne? Vera: Ja, das ist eben das total coole an dem Job. Also ich sage mal, das der ideale Einstiegsjob für jemanden, der irgendwie so in das ortsunabhängige Arbeiten rein will. Weil Du kannst erstmal mit wirklich ganz kleinen administrativen Sachen auch anfangen und wächst Du einfach Stück für Stück da rein. Also ich habe seitdem… ich mache das jetzt seit etwas über einem Jahr - ich habe so viel gelernt, das ist richtig cool! Also, auch jetzt, wie bei Dir zum Beispiel: Also, ich hatte nie ne Ahnung, wie man irgendwie, ich sage mal, einen Podcast bei Soundcloud hochlädt oder in Wordpress - dadurch dass ich für so viele Kunden auch irgendwie die Sachen … die Blogposts usw. vorbereite -  habe ich echt so viel gelernt und ja, es ist echt ein cooler Job, wo man noch dafür bezahlt wird, dass man was lernt (lacht). Marcus: Ja absolut. So soll es sein! Und wir haben es ja auch selber gesehen, wie Du dann auch quasi mit uns gewachsen bist. Wir haben Dich ja dann auch reingeholt erstmal für die ersten kleineren Testaufgaben, administrative Sachen - wie Du gesagt hast, Buchhaltung und Excel-Tabellen - und mittlerweile testen wir Dich ganz gerne immer weiter aus und challengen Dich da ehrlich gesagt auch immer so ein bisschen und gucken mal bis Du Stopp sagst, aber irgendwie nimmst Du jede Hürde, die da kommt immer wieder mit Leichtigkeit und super schnell und jetzt hast Du uns geholfen beim Business Konzept für unseren Bank Termin in Hongkong. Ähm, das ist glaube ich echt, echt cool, was man da an Lernkurve auch hinlegen kann als virtueller Assistent, wenn man will. Vera: Ja, und man muss halt wollen. Klar, es gibt immer auch mal wieder Momente, die habe ich auch, wo ich denke “Uoa Scheiße, das kann ich ja gar nicht”. Aber eigentlich kannst Du es im vorhinein nicht sagen. Du musst es eben einfach mal ausprobieren. Also, und … es gibt da auch genug Quellen im Internet, wo man dann irgendetwas lernen kann und sich die Skills einfach draufschaffen kann. Wenn man da bock drauf hat, denn geht das auch. Marcus: Ja, und man kann echt sagen, Du bist so unsere Allround-Waffe. Ich glaube Dein Titel ist auch Operations Ninja. Immer wenn wir nicht wissen, wer könnte das jetzt für uns machen, haben wir glücklicherweise Dich als Backup oder Voll Back, bevor dann vielleicht ein Bereich so groß wird, wie beispielsweise der Eventbereich. Da haben wir uns ja dann jemanden reingeholt, die Carla, die dann ein paar Teile dann wieder übernommen hat. Aber solange niemand da ist oder man anfangen will und vielleicht überhaupt erstmal testen will, wie ist es, wenn man jemanden hat, der einem zuarbeitet, dann ist dieses virtuelle Assistentending mega, mega gut. Und wir oder ich ärgere mich ehrlich gesagt auch, dass wir da erst so spät drauf gekommen sind. Also es war schon immer ein Thema, aber ich habe mich auch immer ein bisschen schwer getan mit loslassen zu können und Dinge übergeben, Vertrauen zu schenken an andere und irgendwann war aber der Punkt, ich glaube das ist noch gar nicht so lange her, im Juno oder so, in Tarifa haben wir geskyped, unser Kickoff Call, wo Du dann angefangen hast zu arbeiten. Und seitdem denke ich: Wow wie geil, warum haben wir das nicht vorher gemacht? Vera: Ja gut, das ist natürlich für viele auch oft nochmal irgendwie so ein Hemmnis, sich erstmal zu überwinden. Ganz am Anfang ist es erstmal mehr Arbeit. Also wenn Du Sachen auslagern willst, dann musst Du Dich erstmal selber organisieren. Du musst es natürlich dem- oder derjenigen erklären, dem Assistenten. Musst also wirklich mal Deine Prozesse aufsetzen und das mal durcherklären und am Anfang - das habt ihr ja auch gemerkt - stellt man auch super viele Fragen. Aber dadurch, wenn man darüber erstmal rüber ist, dann läuft’s halt immer besser und dann kannst Du immer mehr auch einfach so auslagern, musst da gar nicht mehr drüber schauen und gewinnst so mehr Zeit für andere Sachen. Marcus: Ja, zumal das ja auch immer ne große Chance ist: Oft hat man die ganzen Prozesse irgendwie für sich selber aufgesetzt. Die sind irgendwo im Kopf. Man weiß, wie es geht, aber sobald Du das dann jemand anderen erklären musst, ist es richtig gut, dass man dann gezwungen ist, das einmal aufzuschreiben. Wir machen das bei uns ja über Trello, über das Project-Management-System und schreiben dann den ganzen Workflow - zum Beispiel jetzt zur Erstellung von einer Podcast Folge. Ich weiß nicht, wieviel Zeichen lang die ganze Trello Karte, aber es ist halt dann einmal verschriftlicht. Und selbst, wenn man das dann mal an jemand anderen übergeben muss, hast Du es endlich mal einmal niedergeschrieben ne? Vera: Genau, das haben wir ja jetzt auch gemerkt, als wir die Carla noch dazugeholt haben mit ein paar Prozessen, die ich schon gemacht habe und an sie übergeben haben, dass das super easy war durch die Trello Karten. Das haben wir einfach ins andere Board rübergeschoben, weil der Prozess halt einmal aufgesetzt war und dann läuft es gleich. Marcus: Ja. Welche Tools verwendest Du denn mit den anderen Kunden oder auch mit uns neben Trello, die Dir als virtuelle Assistentin, die ja nie live mit den Kunden zusammenarbeitet. Sondern Du bist immer an einem anderen Ort, wo wir dann gerade sind oder die anderen Kunden. Welche Tools erleichtern da Dir das Leben als virtuelle Assistentin? Vera: Ich muss sagen, mein ganz klarer Favorit ist Trello. Das funktioniert echt super und wenn ich einen Neukunden habe, der irgendwie noch kein eigenes System hat, dann empfehle ich immer das zu benutzen, weil das einfach super übersichtlich ist und ich weiß nicht, es macht auch einfach Spaß, diese Karten dann hin und her zu schieben. Marcus: Das ist glaube ich so ein bisschen nach dem Canva Prinzip oder so aufgebaut, wo man früher die Post Its hatte und verschiedene Levels oder Stufen dann immer die Tasks dann glaube ich rumschieben konnte. Was würdest Du denn empfehlen? Man kann bei Trello ja verschiedene Spalten anlegen. Was wäre da sinnvoll? Weil ich glaube, viele wissen erstmal gar nicht, wo sie anfangen sollen und dann, obwohl das System eigentlich relativ simpel ist, wenn man einmal eingestiegen ist, ist der Start glaube ich ein bisschen Tricky, um da so eine Struktur reinzugeben. Was würdest Du empfehlen? Vera: Auf jeden Fall verschiedene Boards für verschiedene Themenbereiche anlegen. Also ich sage mal, sowas wie Social Media, Marketing, Webseite, Allgemeines. Und dann in die Spalten eben einteilen: To Do und dann Check und für die jeweilige Person und noch ein Done Board. Alles was erledigt ist reinpackt, aber das bleibt halt ja immernoch da. Ist auch das Gute daran, auch mit der Suchfunktion, dass man alte Sachen immernoch mal wiederfindet. Marcus: Ja und ich glaube, die Done-Spalte ist insofern wichtig: Man kann auch Karten archivieren über Archive und dann habe ich die aber irgendwie nie mehr wiedergefunden, weil man dann über 3, 5 Klicks irgendwie das Archiv dann nochmal suchen musste und dann war alles total messi und war auch nicht mehr auf dem richtigen Board. Also dann ist glaube ich ein richtig guter Tip, den Du gerade gegeben hast und dann kann glaube ich Ongoing auch noch ganz gut sein, oder? Vera: Stimmt Ongoing für so Tasks, die einfach irgendwie jeden Tag oder jede Woche passieren müssen. Die dokumentiert man einfach in dem Ongoing, kann sich dann aber auch noch ein Datum ja noch setzen und die Kalenderfunktion nutzen, dass man dann auch, sage ich mal, jeden Freitag daran denkt, einen bestimmten Task auszuführen. Marcus: Nutzt Du dann die Kalenderfunktion von Trello? Vera: Nicht ganz so. Ich habe für mich selber noch ne Wunderlist, die ich auch unterteilt habe in meine ganzen verschiedenen Kunden und noch in meine eigenen Projekte und da lasse ich mir einfach auch Erinnerungen schicken, weil es für mich ganz cool ist, die dann auch noch per E-Mail kommen und am Rechner aufpoppen. Also, da kann man echt gar nichts mehr vergessen. Marcus: Ja, ich denke mal, gerade als VA im Kundengeschäft, wo Du ja dann auch Verantwortung trägst für wichtige Sachen, die dann beim Kunden passieren, ist es glaube ich das A und O, zuverlässig und reliable zu sein. Und keine Deadlines irgendwie zu verpassen oder zu vergessen ne? Im Gegensatz zu Deinen eigenen Projekten, die man dann wahrscheinlich, ja, im Zweifel immer wieder nach hinten verschiebt und posponed, weil die Kundensachen erstmal wichtiger sind. Vera: Ja das stimmt. Deswegen habe ich auch fast ein Jahr gebraucht, um jetzt mal meine Website fertig zu kriegen (lacht). Weil andere Sachen dann doch immer irgendwie wichtiger waren. Marcus: Aber jetzt ist sie live? Vera: Ja! Ich hab sie endlich live bekommen und mit der Hilfe auch was von euren Tipp, mit Start in WordPress. Die sind echt super auch die Jungs. Also ich verstehe immernoch nicht, wie die immer alles so schnell hinkriegen. Marcus: Ja, der Hammer ne? Vera: Aber das ist echt cool. Marcus: Ja. Vera: Genau, und die Seite ist jetzt endlich live. Es ist so ein bisschen über alles, was ich so mache, über was ich so anbiete und ein bisschen bloggen werde ich aber auch dadrauf. Also, auch über solche Themen, was wir gerade besprochen haben. Wie Zusammenarbeit funktioniert mit einem VA und was für Tools man so nutzen kann. Marcus: mh, und unter welcher URL findet man die Seite? Vera: Verava, also das ist mein Name: Vera und VA. Marcus: Vera für Virtual Assistance Vera: Genau. Marcus: .de, ne? Vera: Ja. Marcus: Aber das verlinken wir auf jeden Fall nochmal in den Shownotes. Ich finde, die Seite ist richtig schön geworden. Vera: Dankeschön! Ich bin auch ganz… Ja, ich habe schon wieder eine Liste mit Sachen, die ich verbessern möchte, aber ich glaube, das ist so normal. Marcus: Echt? Ja, das ist normal. Ich kenne es ja selber, wenn man eigene Seiten hat, hat man immer so eine mega To-Do Liste: Ach, das müsste man, das könnte man… Das coole ist aber, ich jetzt, der Deine Liste nicht kennt und bin gerade auf Deiner Seite, ich denke die ist schon cool. Die ist perfekt. Also, ich wüsste jetzt gerade nicht, was man optimieren muss. Also, es ist ja eigentlich immer nur irgendwie Stress für einen selber, weil man weiß: Oh, ich will unbedingt den Button dadrin haben, der ist immernoch nicht da. Vera: (grinst) Genau. Ja aber das ist eben echt auch cool, mit denen da von Start in Wordpress. Also muss ich echt nochmal sagen. Egal was für eine Idee man hat. Wenn man sagt “Ey, ich find das jetzt irgendwie total cool, wenn da - ich weiß nicht - ein rotierender Globus ist, auf den ich klicken kann, dann fragt man die das und schon finden die irgendwie ne App oder ein Plugin und empfehlen einem das. Also die sind echt super drauf. Marcus: Das finde ich gut, dass die auch konzeptionell mitarbeiten und nicht sagen: “Ey, Du musst mir genau sagen, ich führe jetzt stumpf irgendeine technische Anweisung aus. ich baue einen Facebook Button da ein, aber darüber hinaus müsst ihr selber sehen wie ihr klarkommt.” ne? Das finde ich echt auch gut, diesen Servicegedanken, den die da jeden Tag leben und super schnell sind die. Ich frage mich auch, wie die das machen. Vera: Ja, das ist echt krass. Marcus: Ich habe ja früher auch selber ziemlich lange an unseren Seiten gebastelt und geschraubt und alles alleine gemacht und kann ja einschätzen, wie lange so allein ne kleine Änderung dauert. Und wenn Du die dann in das Ticketsystem legst, was ich übrigens auch ziemlich cool finde bei Start in Wordpress, dass man genau sehen kann: welche Sachen sind gerade offen? Auf welchem Status sind die? und Du kannst es dann auch noch mit Prioritäten versehen. Ähm, ja… meistens sind die ruckzuck abgearbeitet. Vera: Ja. Nee, das Ticketsystem ist auch ganz cool. Durch meine Kunden, ich muss mich da auch ein bisschen anpassen, an jedem, welches System wer benutzt. Ich muss sagen, Trello ist da mein Favorit. Ich benutze aber auch mit anderen Kunden Basecamp, Asana gibt es noch, dann … was haben wir denn noch? - Redmine. Marcus: Mh, das habe ich noch nie gehört. Ja. Vera: Ja, das ist… da kann man auch gleich Dateien hochladen. Aber ich muss echt sagen, von allen ist wirklich Trello das, was auch wirklich am übersichtlichsten ist. Also, gerade bei Asana muss ich komischerweise immer wieder feststellen, dass die To Do’s da irgendwann so im Nirwana verschwinden und einfach drin liegen bleiben. Ich glaube, es ist einfach nicht so übersichtlich. Marcus: Ja, ich habe keine anderen getestet und bin direkt mit Trello gestartet, weil ich das von so vielen empfohlen bekommen habe. Und gut zu hören von Dir jetzt nochmal, die auch die anderen Systeme kennt, dass das wohl im Moment State of the Art ist und das geilste daran ist, es ist komplett kostenlos ne? Vera: Ja, das ist echt cool. Ja was es noch gibt, ein ganz cooles Tool, ist CoSchedule. Das benutze ich mit einem Kunden, wo ich eben viele WordPress-Einträge mache und das ist dann ein Kalendersystem. So wie so ein Redaktionskalender. Da drin planst Du dann gleich die Beiträge für ne WordPress-Seite, kannst die dann da drin schreiben und vorplanen und nen Redakteur zuweisen. Und das ist dann mit WordPress verknüpft und dann kannst Du dann gleich den Beitrag schreiben. Also für den speziellen Zweck ist das ganz cool.   Marcus: Ja, man muss halt immer gucken: Was ist der Anwendungsfall. Wir haben ja, so wie Du, neben Trello auch noch die Wunderlist laufen und die hat dann den Vorteil gegenüber Trello, dass man da besser terminieren kann finde ich. So, dass Du dann irgendwie eine Übersicht hast: Was steht heute an, morgen an? Und kannst diese einzelnen Tasks besser verschieben, abhaken. Zumal wenn ich mit Feli arbeite, dann immer ziemlich viel administrative oder Entscheidungen anstehen, die dann wichtig sind und das kannst Du dann irgendwie in der Wunderlist schneller und agiler abarbeiten, finde ich. Aber da muss jeder für sich selber glaube ich, ein System finden, ne? Vera: Ja, ich habe auch lange geschaut. Auf die Wunderlist bin ich tatsächlich eher durch euch auch gekommen, weil ich dann gehört habe, ihr benutzt die. Und das funktioniert für mich aber auch wirklich gut. Also, gerade für so Tasks eben, wo ich wirklich irgendwie jeden Freitag um 8.00 Uhr dran denken muss. Marcus: Ja, genau. Vera: Und da macht’s auch wieder Spaß, das ist auch wieder das gleiche Prinzip glaube ich. Dieses abhaken, was dann ein schönes Geräusch macht. Marcus: Jaaa, das ist so krass, was das psychologisch auslöst. Dieses Gratification System oder Bonification. Dass man irgendwas, wie bei so Computerspielen, wenn dann “brrrrimbedim” Giana Sisters das nächste Level erreicht und dann gibt es noch einen geilen visuellen Effekt, dass Du dann Diamanten gewonnen hast oder so. Vera: (lacht) Genau. Marcus:(lacht) Das funktioniert bei mir genau so gut mit To Do’s und mit den Tasklisten, scheinbar bei Dir auch, oder? Vera: Ja, das funktioniert bei mir auch. Deswegen mag ich eben auch Trello so gerne, weil irgendwie, ich schiebe echt gerne diese Karten hin und her. Ja, klappt gut. (grinst) Marcus: Ich hatte eben gesagt: Wir haben ziemlich lange gebraucht, bis wir überhaupt unser Team aufgebaut haben und die ersten Leute reingeholt haben. Du warst glaube ich, mehr oder weniger neben der Grafikerin, neben der Saskia, mit der wir schon lange zusammenarbeiten, unsere erste virtuelle Mitarbeiterin und danach ist es ja ziemlich schnell gewachsen, unser virtuelles Team. Was würdest Du sagen, oder kann man generell ne Empfehlung geben oder irgendwelche Indizien benennen, woran man merkt: So, jetzt ist es Zeit. Ich brauche jemanden, der mir hilft. Weil ich glaube bei ganz vielen, was ich leider sehe, die haben ne falsche Einstellung, gerade auch am Anfang, gerade auch zum digitalen Nomaden Lifestyle oder ihr eigenes Business aufzubauen. Die reden mit mir, sind da für DNX, haben noch keinen eigenen Blog und sagen: “Ja, aber schreiben ist ja langweilig und das will ich outsourcen und Social Media will ich outsourcen, SEO will ich outsourcen.” Und dann frage ich den: “Was willst Du dann noch selber machen?” Also auf der einen Seite ist es glaube ich richtig wichtig und gut, die Sachen mindestens einmal oder für eine gewisse Zeit selber gemacht zu haben und dann aber auch den Punkt zu erkennen “Okay, jetzt brauche ich Hilfe”. Vera: Ja, also das würde ich auch sagen, dass es tatsächlich wichtig ist, alles wirklich auch mal selber gemacht zu haben. Auch um den Prozess optimal übergeben zu können, muss man einfach auch selber, wie der läuft. Also ich hab’s ja mittlerweile auch schon ein bisschen angefangen, dass ich Sachen outsource an andere virtuelle Assistenten, weil ich zum Teil wirklich so einen Workload habe, dass ich da nicht mehr hinterherkomme. Das mache ich aber auch nur mit Sachen, die ich selber schon eine ganze Weile gemacht habe, wo ich genau weiß, wie die laufen, was man beachten muss, um das auch wirklich optimal übergeben zu können. Marcus: Das ist ja jetzt auch wieder ein ganz gutes Beispiel. Du hast jetzt auch irgendwann gemerkt. Da ist einfach zu viel Workload, Du bist mehr mit dem Abarbeiten beschäftigt, als vielleicht sogar Deine eigenen Projekte fallen eh hinten runter und dann sind die Kunden vielleicht sauer. Also spätestens dann sollte man glaube ich das Team erweitern und was könnte so ein Trigger für jemanden sein, der jetzt nur eigene Projekte hat und an seinem Business arbeitet und schraubt? Vera: Ich würde auch einfach mal beobachten, woran Du - sage ich mal - viel zu viel Zeit sitzt, weil’s Dich einfach soviel kostet, Dich dazu zu überwinden. Jeder hat ja irgendwie Aufgaben, die er nicht so gerne mag. Also, ich sage mal, einige schreiben viele Artikel irgendwie runter, weil sie super gerne schreiben. Und dann werden die Artikel aber nie veröffentlicht, weil es die Leute dann total viel Zeit kostet, das ins Blog einzustellen, die Fotos dazu zu packen, die Stichworte dazu zu stecken. Das ist ja auch nochmal locker ne Stunde, die da drauf geht. Und da scheitert’s dann auch bei vielen, die sagen “Oh nee, da habe ich jetzt keinen Bock drauf.” Und dann bleiben die gut geschriebenen Artikel ewig liegen. Also, wenn man so was merkt, dass man auch irgendwie irgendeine Aufgabe immer wieder aufschiebt, dann sollte man sich vielleicht überlegen, ob die nicht einfach jemand anderes übernehmen kann. Marcus: Mh, und wie war das bei Dir? Du hast ja erst glaube ich auch in einer Anstellung als virtuelle Assistentin gearbeitet, hast Dich dann mehr oder weniger nebenbei selbstständig gemacht. Jetzt machst Du es glaube ich komplett selbstständig. Jetzt baust Du ein Team auf. Also Du durchläufst gerade auch diese ganzen Stufen von diesem Unternehmertum glaube ich. Wie fühlt sich das für Dich an? Oder hattest Du vorher nen Plan, oder hast Du einfach Step by Step weitergemacht und geguckt was passiert? Vera: Nee, also ich hatte überhaupt keinen Plan. Ich muss fast sagen, ich bin ja in dieses ganze Nomadentum usw. echt reingerutscht. Ähm angefangen habe ich mit dem Job eigentlich nur, weil ich nen Job gesucht habe, den ich auch von Teneriffa aus machen kann. Also da bin ich ja vor zwei Jahren von Deutschland aus hingegangen und habe dann... Marcus: Okay, Komplett? Heißt: Du hast Dich auch in Deutschland abgemeldet? Vera: Nee. Also ich war noch gemeldet. Eigentlich wollte ich nur für ein halbes Jahr mal hin, so ne Auszeit machen. Aber nach dem halben Jahr hatte ich dann irgendwie keinen bock mehr zurückzugehen. Und, ähm ja, da ist es halt schwierig Jobs zu finden und dann habe ich einfach mal nach irgendwie Online Jobs gesucht, die vielleicht auch so ein bisschen aus meiner Richtung... ich habe ja ursprünglich Marketingkommunikation studiert. Und ja, in der Richtung gibt’s halt auf Teneriffa überhaupt keine Jobs. Das kannste voll vergessen. Und auf irgendwie Callcenter arbeiten oder so hatte ich gar keine Lust. Marcus: Ja, ich glaube, das ist so der Klassiker dann auf kleinen Inseln ne? Vera: Genau. Da gibt’s halt nen Haufen, weil es da ja auch so ne spezielle Steuerzone gibt für Unternehmen. Also da gibt es echt viele deutsche Callcenter und solche Sachen. Und nee, also, das habe ich mir auch gedacht. Dafür bist Du jetzt auch nicht irgendwie auf ne Insel gegangen, damit Du dann den ganzen Tag in so einem dunklen Callcenter sitzt. Dann habe ich halt nach Online Jobs gesucht und bin da eben auf so ein Angebot gestoßen für virtuelle Assistentin. Und hab halt erstmal gedacht “Ja cool, das kannste ja von zu Hause machen. Da kannste einfach hier bleiben”. Und ja, dann kam nach und nach dann auch so durch euch und durch die Conni so die Erkenntnis “Ja geil! Das kannste ja nicht nur von da machen. Das kannste ja von überall machen”. (grinst) Und ja, jetzt entwickelt sich das echt total cool, auch durch die Kontakte, muss ich echt sagen, die ich auf der DNX geknüpft habe, immer mehr. Dass ich da auch so meine eigenen Sachen starte. Marcus: Ja, saugeil. Und ich glaube, Du bist auch ein gutes Beispiel für, wenn man gut ist in dem, was man tut, dann wird man automatisch weiterempfohlen. Und es gibt nichts besseres als eine authentische, ehrliche Weiterempfehlung von jemandem, dem die Leute vertrauen. Wir haben Dich ehrlich gesagt jetzt auch schon ziemlich oft als Virtuelle Assistentin weiterempfohlen, weil wir so zufrieden sind mit dem, was Du tust. Und davor steht halt dann die tägliche harte Arbeit, aber es ist am Ende des Tages zahlt sich das immer aus. Vera: Ja klar. Und gerade in dem Job ist es ja auch wirklich Vertrauenssache. Also es gibt ja viele Sachen, die man an nen virtuellen Assistenten abgibt. Das sind halt wirklich vertrauenswürdige Sachen. Du gibst Deine ganzen Zugänge ab zu allem möglichen, zum ich sage mal jetzt Mailchimp und zur WordPress Seite und vielleicht sogar zur Bank. Und dann musst Du halt der Person auch echt vertrauen. Marcus: Ja genau, da ist erstmal ne Empfehlung Gold wert und dann würde ich vielleicht auch peu á peu vorgehen und dann die ersten Zugänge vielleicht sharen, so wie wir es gemacht haben. Und letztendlich hast Du jetzt auch ne Bankvollmacht und hilfst uns da beim Accounting und bei den Überweisungen. Vera: Genau, und das muss man eben Stück für Stück aufbauen auch, ja. Marcus: Und Du bist jetzt an dem Punkt, dass Du sagst “Ich brauche ein Team, ich brauche Unterstützung” und stellst dann mehr oder weniger Leute für Dich an, die dann Jobs übernehmen, ne? Vera: Ja genau, also ich habe mittlerweile eben auch ein paar, die mich auch schon gefragt haben “wie bist Du denn an Jobs gekommen” usw. und “ich will damit auch gerne anfangen”. Und da habe ich jetzt schon so zwei, drei mit denen ich zusammenarbeite und ein paar Sachen auslagere, wenn ich auch einfach nicht mehr dazu komme oder wenn ich mich auch gerne auf andere Sachen fokussieren möchte. Marcus: Klar, irgendwann kommt man dann an den Punkt, wo man dann ready ist und ja, die Möglichkeit hat, dann auch Sachen auszulagern, die einem selber vielleicht gar nicht mehr so viel Spaß machen, aber für jemand anderen cool sind für den Einstieg, ne? Vera: Genau und so mache ich das jetzt auch. Also ich versuche so die Sachen zu behalten, die mir total viel Spaß machen oder die ich auch einfach nicht auslagern kann, weil sie halt echt Vertrauenssachen sind. Und bei anderen Sachen versuche ich eben dann auch andere da mit ins Boot zu holen. Marcus: Mh, ja, wichtig ist glaube ich, dass die Leute verstehen, dass ne virtuelle Assistenz - ich hatte mir das früher ganz am Anfang auch so vorgestellt: Okay, das ist sowas wie ne Sekretärin im analogen Leben. Die macht dann die… irgendwelche Kalenderverwaltungen oder Termine und das war’s dann und kocht vielleicht noch ein bisschen Kaffee. Das fällt dann weg, wenn man digital unterwegs ist. Dass da viel mehr hintersteckt. Also Dich setzt man, wie gesagt, ein, um irgendwelchen konzeptionellen Sachen zu schreiben. Du machst bei uns Mailchimp, Du bereitest Newsletter vor, Du machst das Accounting, Du machst Buchhaltung, Du machst Social Media, bevor wir da jetzt jemanden hatten. Also das kann viel mehr sein ne? Es kann eigentlich alles sein. Vera: Ja klar. Das kann auch Vertrieb sein. Also auch Angebote erstellen, Rechnungen schreiben. Du kannst auch, wenn es gut dokumentiert ist, Deine gesamte Kundenkorrespondenz irgendwie auch auslagern. Da benutzen wir ja zum Beispiel auch Help Scout, was ja für solche Sachen super funktioniert. Marcus: Genau, das ist cool oder? Vera: Ja, das ist echt klasse. Also gerade bei so vielen Mail Accounts ist das wirklich klasse, wie man es auch hin- und herschieben kann und ne Übersicht behält. Marcus: Ja, also Help Scout ist so ein Ticket Help Service System, wie zum Beispiel auch Zendesk oder so. Da gibt es glaube ich ein paar andere auf dem Markt. Und Help Scout wurde mir … ich glaube Sebastian Canaves sogar empfohlen, der auch immer sehr versiert ist, was so Tools und Technik angeht und er hat dann herausgefunden, dass es die einzigen sind, wo Du dann quasi über das System in dem Backend antworten kannst, was dann aber wirklich 100% noch wie eine E-Mail aussieht. Und das fand ich echt sympathisch, weil ich finde es manchmal unangenehm: Du schreibst an irgendeine info- oder service@-Adresse, willst was wissen und kriegst dann erstmal ne Ticket Nummer, was Du tracken kannst und so und dann fühlst Du Dich eigentlich nur wie diese Ticket Nummer, die Du da mit automatisierter E-Mail zurückkriegst. Vera: Nee, da ist Help Scout schon besser. Vor allem auch, weil man es von verschiedenen Mail Accounts schicken kann und untereinander hin- und herschieben, sich austauschen, mal ne Notiz reinschreiben, wenn man jetzt nicht weiß, was man antworten soll, kann man schnell nen anderen Teammember fragen. Das funktioniert echt gut. Marcus: Okay und als Du dann vor - wann war das? - vor zwei Jahren auf Teneriffa die ersten VA Jobs übernommen hast, war das vor zwei Jahren? Vera: Vor nem Jahr. Also ich bin vor zwei Jahren hin, hab dann erstmal was ganz anderes gemacht. Sechs Monate Praktikum in ner Sprachschule (grinst) Auch um halt spanisch zu lernen. Marcus: Kannst Du jetzt perfekt spanisch? Vera: Perfekt würde ich nicht sagen. Also ja klar, ich habe halt jetzt auch zwei Jahre da gewohnt und auch in ner Stadt, wo fast keine Touris oder Expats sind, sondern vor allem Locals und ja, da ist man auch einfach gezwungen zu sprechen. Also ja, ich verstehe alles und ich kann mich fließend unterhalten, perfekt ist es aber sicherlich nicht. (grinst) Marcus: Ja. Und wie war das dann, als Du dann in diese VA Geschichte eingestiegen bist und parallel bist Du dann auf dem Lifestyle der digitalen Nomaden aufmerksam geworden oder wie kam da eins zum anderen? Und wie bist Du dahingekommen, wo Du jetzt stehst. Ich meine, das ist ja eigentlich nichts, wenn man mal überlegt, vor einem Jahr hast Du die ersten Jobs übernommen als VA, dann noch für eine andere Firma und jetzt bist Du im Sun Desk und arbeitest quasi von überall für echt spannende Kunden und Menschen. Wie kam das alles zusammen? Vera: Ja das ist echt krass. Ich hab’s mir erst gestern wieder gedacht, als wir hier Mittags, nen kurzen Mittagsausflug zum Markt gemacht haben. Wir haben dann hinterher noch so nen geilen Avocadosmoothie getrunken und ich habe echt gedacht: Krass, vor nem Jahr hätte ich das nicht gedacht, dass ich jetzt hier in meiner Mittagspause mal eben in Marokko auf nem Markt sitze und so nen Avocadosmoothie trinke und danach einfach mal wieder arbeite. Also es ist echt super cool. Marcus: Aber so geht es glaube ich gerade vielen bei uns in der Szene. Ich meine, irgendwie sind wir alle so krass durch die Decke geschossen und im Windschatten schießen die Leute dann auch noch alle rechts und links neben einem hoch und irgendwie macht’s total Spaß im Moment. Was war denn dann der erste Trigger? Du hast den Blog von Conni entdeckt oder hast Dich dann entschieden zur DNX zu kommen? Hast dann irgendwann für uns gearbeitet… Vera: Genau, ich habe den Blog von der Conni entdeckt, dann auch vom Sebastian und habe dann gesehen, dass die ja zur DNX kommen im Mai. Und da habe ich mir gedacht “Ah ja gut, dann guckste Dir das mal live an”. Und ja, ich erinnere mich da noch dran. Ich war da echt noch voll schüchtern, kannte gar keinen und habe dann irgendwie gedacht “Okay, mal gucken, was die da alle machen”. Ich fand das dann voll krass, das zu hören, wie sie sich unterhalten haben. So “Ja, und dann fliege ich jetzt nach Thailand und dann sehen wir uns demnächst in Tarifa” und ich habe da echt nur große Augen gemacht und habe gedacht “Boah, das ist ja total cool.” Marcus: Mh, aber ich glaube es ist wichtig zu sehen, dass das auch Realität ist. Dass das nicht irgendwelche Träumereien auf dem Blog sind, sondern man trifft dann die Leute und merkt dann: Ey, das funktioniert ja wirklich. Die fliegen ja echt nach Tarifa und machen die ganzen Projekte, die sie erzählen. Ich glaube, das motiviert auch dann andere zu sehen, die genauso viel Feuer gefangen haben, vielleicht auf dem gleichen Level sind und dann sich gegenseitig motivieren, dass das auch funktioniert, ne? Vera: Genau, das ist eben total wichtig. Also, dass man sich auch wirklich vernetzt und ne Community hat und sich unterstützt. Das hat mir am Anfang auch ziemlich gefehlt, muss ich sagen. Gerade in meinem Job, ich meine, Du sitzt halt eigentlich den ganzen Tag nur alleine vor’m Rechner. Dann kriegst Du Deine Aufträge, hast aber trotzdem irgendwie ja nicht wirklich irgendwen, den Du fragen kannst. Und wenn Du da auch mal Probleme usw. hast und auch, das hat ja schon so angefangen: Wo finde ich denn eigentlich Jobs? Und wo finde ich neue Auftraggeber? Und was kann ich dann eigentlich berechnen? Oder alles mögliche. Und das ist auch ein Grund, das ist jetzt auch noch ein Projekt, an dem ich zusammen mit dem Johannes Völkner arbeite. Was viele nicht wissen: Er hat ja auch als virtueller Assistent mal angefangen. Und ... Marcus: Ja, ich glaube, er hat auch mal einen Guestpost für Tim Ferris geschrieben zu dem Thema. Das ist ganz witzig. Vera: Genau, und wir haben jetzt eben - also er hatte die Seite eh schon, wir haben die jetzt noch mal so ein bisschen aufgefrischt die Seite: fernarbeit.net Und das ist jetzt halt so ein Jobportal für virtuelle Assistenten, wo echt jetzt auch schon ganz coole Jobangebote drinstehen und die Assistenten können sich eben bewerben. Erstmal bei uns, wir gucken das dann an. Und wir wollen das noch so ein bisschen weiter ausbauen zu ner Community, dass eben wirklich die VA’s da nen Platz haben, wo sie sich austauschen können. Genau, da sind wir gerade so im Aufbau, aber wer Bock hat, kann sich das halt schonmal angucken und sich auch schon mal bewerben. Marcus: Ich stelle mir das gerade vor, die ganzen VA’s, die für die spannendsten Projekte auf der ganzen Welt arbeiten, was das für’n Wissen dann ist in dieser Community ne? Vera: Genau. Und auch eben tatsächlich so wie ich es ja jetzt auch schon mache. Also viele lachen, wenn ich sage irgendwie “Ich suche mir als VA ne VA”, aber viele haben sicherlich auch ab und zu wirklich mal auch so Hochphasen an Arbeit, wo man es an andere auslagern kann. Das gebe ich dann auch lieber an jemanden, den ich irgendwie schon kenne vielleicht aus ner Community und ja, so kann man sich dann auch gegenseitig wirklich so unterstützen und ich glaube, das wird ganz cool.   Marcus: Ja, da bin ich mir sicher und ich glaube, das ist bei vielen auch noch gar nicht angekommen, wie viel einem eine virtuelle Assistenz das Leben oder gerade auch Wachstum beim Business erleichtern kann. Vera: Ja, auch gerade weil Du Dich auf andere Sachen fokussieren kannst. Also ich sage mal jetzt, für Dich jetzt auch irgendwie, den Podcast aufnehmen ist total cool. Das ist auch das, was Dir Spaß macht, aber dann hinterher nochmal irgendwie ne Stunde das Transkript lesen und das auf die Website stellen, das ist halt was, was Du super abgeben kannst. Marcus: Ja, ich habe mich da vorher reingefuchst in dieses Podcast-Thema und ja 99% der Podcasts die gescheitert sind, sind daran gescheitert, nicht dass sie keinen Spaß mehr am Aufnehmen hatten, sondern dass sie dann mit dieser ganzen Administration dann irgendwann überfordert waren und das dann hinten runtergefallen ist. Und ja, dahinter hängt ja ein riesen Apparat, den Du dann glücklicherweise koordinierst. Aber Du bist ja nicht die einzige, die dann losrennt, wenn jetzt gleich die Aufnahme fertig ist mit uns beiden. Das kann man dann ja vielleicht nochmal kurz erklären, was dann passiert. Ich glaube, da haben mich in letzter Zeit auch ein paar Leute nach gefragt. Vera: Ich glaube, das ist auch von den ganzen Tasks, die wir so haben der echt jetzt am coolsten schon so durchkoordiniert ist. Also, wir haben ja diese Trello Karte, wo das alles dokumentiert ist und ja jetzt in dem Beispiel, wenn jetzt die Aufnahme fertig ist, dann packst Du die in die Dropbox. Marcus: Die wird sogar automatisch… ist das verknüpft mit Call Recorder. Also ich habe ein Tool, was dann hier über Skype aufnimmt und da ist dann der Dropbox Ordner hinterlegt, genau. Vera: Ja, dann gebe ich eben dem Gordon Bescheid, der ja auch schon ein Podcast mit Dir gemacht hat. Der schneidet dann das mit dem Intro und dem Outro zusammen, guckt nochmal, dass der ganze Ton passt und macht da eben die finale Datei zu. Der gibt mir dann wieder Bescheid, wenn er damit fertig ist. Dann geb ich die finale Datei weiter, gebe die über die Dropbox frei an die Jessica, die dann das Transkript macht. Die mir das dann als Google Doc freigibt, wenn sie fertig ist. Das ist echt … (lacht) Marcus: Das ist echt ein krasser Workflow. Vera: Ja, Du hast derweilen schon im WordPress den Beitrag angelegt, mit schonmal ein paar Shownotes, die ich vielleicht nicht wissen kann und den Beitrag leg ich dann noch komplett an mit den Shownotes, mit den Learnings, mit den Bildern, die dann auch in der Dropbox liegen. Marcus: … dem Text abgeschrieben von der Folge. Vera: Und genau. Und dann macht uns die Saskia noch das Bild für die Facebook-Seite. Marcus: Stimmt. Vera: Stimmt, die ist dann auch noch beteiligt (lacht) Marcus: (lacht) Genau, dann wird er gescheduled. Mittlerweile bin ich ja wieder auf einmal die Woche gegangen. Vera: Ja, ich glaube, das ist auch ganz gut. Also, einmal die Woche ist schon ganz gut glaube ich (lacht) Marcus: Ja, ich wollte halt erstmal Präsent sein und zeigen so “Ey, hier bin ich! Ich geh nicht mehr weg.” LIFE HACKZ gibt’s jetzt zweimal die Woche und so einen krassen Buzz erzeugen. Das hat glaube ich ganz gut funktioniert. Aber jetzt ist auch für mich, also viel zu herausfordernd. Gerade zum Beispiel, wenn wir jetzt zwei Wochen oder ich glaube zehn Tage oder so auf die Cruise gehen, wo wir überhaupt kein Internet haben. Dann in Jericoacoara ist auch nicht mega schnelles Internet und da dann jede Woche - ich muss ja auch selber die Folgen aufnehmen plus diese ganze Produktion - das wäre glaube ich echt tough geworden ne? Vera: Ja, ich glaube einmal die Woche reicht auch, ist ganz gut vom Rhythmus her und gibt ja mittlerweile genug alte Folgen, die man sich dann noch anhören kann. Marcus: Ja genau. Das ist sehr cool. Ich glaube viele haben es nicht geschafft immer alle Folgen mitzukriegen. Dann können die das mal aufholen, aber genau. Dann wird das gescheduled auf mittlerweile jeden Freitagmorgen und dahinter hängt dann ein Feed über Soundcloud, wo dann iTunes quasi einen kleinen Push kriegt, dass ne neue Folge da ist und das geht eigentlich auch richtig schnell, dass es dann bei iTunes auftaucht. Und ja, diese ganze Soundcloud Geschichte übernimmst Du ja auch ne? Vera: Stimmt, genau. Doch ganz viel. Das es echt so ein...Wir mussten jetzt mal gucken, wie lang dieser Task eigentlich ist da in Trello (lacht) Marcus: Mh, das ist die längste Karte auf jeden Fall. Und kurz zur Info: Soundcloud ist ein Mediahoster. Kennen viele von euch und so eine mp3 Datei für den Podcast sollte man nicht auf den eigenen Server legen, weil der auch immer mal wieder ausfallen kann und da sollte man auf jeden Fall irgendwie nen Mediaserver nehmen. Ich glaube Lip Sync ist noch ne Alternative. Soundcloud fand ich noch ein bisschen moderner und frischer. Gerade auch weil man dann das Snip mit einbauen kann in Wordpress und darüber dann den Player laufen lassen kann. Ja, soviel zu dem Podcast Workflow. Wielange bleibst Du jetzt noch in Taghazout? Was sind danach Deine nächsten Pläne? Vera: Ich bleibe jetzt zwei Wochen hier, dann fahre ich nochmal zurück nach Teneriffa, weil, also ich habe ja jetzt zwei Jahre da gewohnt und habe auch richtig ne feste Wohnung gehabt und nen Haufen Zeug angesammelt und alles mögliche. Und ja, muss jetzt dann die Wohnung… ich habe die gekündigt letztens. Marcus: Krass! Also Du machst Dich jetzt komplett auch ortsunabhängig? (grinst) Vera: (grinst) Ja erstmal schon. Also ich bin mir zwar sicher, dass ich irgendwann nach Teneriffa wieder zurückkomme, weil es ist ziemlich cool da. Also, kann ich auch allen mal empfehlen, die da auch mal als Nomade auch hin wollen. Ich weiß gar nicht, warum da nur da Gran Canaria so groß beworben wird. Also, weil Teneriffa ist schon echt super cool. Marcus: Da gibt’s auch nen Coliving und Coworking Space ne? Vera: Genau, das SEOintheSUN in Puerto de la Cruz. Das ist jetzt nicht da, wo ich wohne, aber ich bin jetzt trotzdem in letzter Zeit immer öfter hingefahren, obwohl ich da irgendwie ne halbe Stunde mit dem Bus von mir aus fahren muss, aber es war es mir trotzdem wert, weil es ist super cool da und super schnelles Internet und ein nettes Café dabei. Coole Leute. Der Frank, der das macht, ist auch super motiviert und ja, ist voll der Fan auch von der ganzen Nomadenszene und lädt auch im Moment immer Leute ein. Marcus: Auf jeden Fall ein cooler Typ. Vera: Ja super cool und also wenn man da in dem Coworking ist, kann man auch total viel unternehmen. Was ich jetzt auch schon ein paar mal ihm mitgemacht habe, also auf Teneriffa kannst Du eh so viel machen. Du kannst Surfen, Du kannst in die Berge fahren. Es gibt da den Teide. Das ist irgendwie der höchst Berg Spaniens. Also das ist der Vulkan, da kannst Du dann rauf. Im Winter liegt da sogar Schnee. Ja, ist echt cool dort. Und vom Leben her auch super günstig. Und eigentlich kannst Du auch das ganze Jahr über an den Strand gehen. Also kälter als 20 Grad wird’s eigentlich selten. Marcus: Okay, sollte jeder mal auschecken. Du brichst jetzt trotzdem Deine Zelte da ab? Vera: Deswegen habe ich jetzt auch so gefroren, weil ich es gar nicht mehr gewohnt bin, irgendwie weniger als 20 Grad zu haben. Marcus: Ja, wir auch nicht. Also Oktober geht echt nicht mehr klar und es wird wahrscheinlich nächstes Jahr auch keine deutsche DNX im Oktober mehr geben. Es ist einfach zu kalt. (Beide lachen) Genau, und Du hast gerade gesagt, Du brichst Deine Zelte in Teneriffa ab, musst nochmal zurück und dann? Vera: Dann habe ich jetzt erstmal nur ein One-Way-Flug nach Bangkok, will dann aber weiter nach Chiang Mai und ja… Da bleibe ich erstmal einen Monat und habe gedacht, eventuell danach nach Bali. Marcus: (lacht) Wenn das jetzt andere hören ne? Die denken immer, das ist zu krass, aber... Vera: Ja, ich find’s toll. Ich habe das auch schon mit ein paar Leuten, die ich schon kenne, dass man sich jetzt echt verabredet, so “Hey, dann sehen wir uns am 11. November in Chiang Mai auf’n Bier”. Und das klingt so völlig normal und noch vor nem Jahr habe ich irgendwie gedacht: Ey super krass. Aber jetzt ist es irgendwie so, ja. Und das ist auch das coole dran finde ich gerade. Also gerade auch mit der DNX Community und dass es jetzt eben so wächst, dass Du, wenn Du zu solchen - ich sage mal auch - Hotspots fährst, wo viele Nomaden sind, dass Du eigentlich immer irgendjemanden triffst, den Du auch schon kennst. Also so wie jetzt hier, ich wusste das gar nicht. Ich bin hier ins Sun Desk gefahren und jetzt ist hier halt der Thomas schon hier, den ich ja auch auf der DNX mal getroffen habe. Marcus: Vom IdeaCamp ne? Der hat auch nen Talk gemacht, genau. Vera: Und das ist halt total lustig. Also… Man kommt da irgendwie am anderen Ende der Welt an und triffst einfach schonmal wen. Marcus: Ja, da hat sich nämlich meine Perspektive jetzt auch verändert. Vor drei Jahren, als wir angefangen haben, war das noch nicht so. Und man war echt allein unterwegs und ich bin so happy, dass wir uns hatten und ich mit Feli dann getravelt bin und Business gemacht habe. Und da war dann immer die Frage so “Ja, wielange willst Du das denn noch machen? Und wirst Du irgendwann sesshaft”. Und da war eigentlich noch meine Einstellung: Wir machen das jetzt solange uns das gefällt und irgendwann werden wir wieder sesshafter und bauen uns wieder einen Freundeskreis auf und irgendwie noch festere Bindungen. Aber seitdem ist soviel passiert und wir haben so viele Leute erreicht mit der DNX, die jetzt auch diesen Lifestyle leben, und es gibt immer mehr Plattformen, wo man sich vernetzen kann, dass ich jetzt gerade überhaupt keine Notwendigkeit sehe davon abzulassen. Im Gegenteil: Jetzt fängt’s gerade erst an Spaß zu machen, weil man genau weiß - wie Du schon sagtest - wir fliegen jetzt nächste Woche nach Hongkong. Da treffen wir jetzt zwei Leute, die zufällig auch gerade da sind. Zum Beispiel Sebastian und Line glaube ich. Und dann nach Bangkok. Da seid ihr alle und spätestens in Chiang Mai triffst Du dann wieder einen Haufen Nomaden. Und ja. Die Freunde sind auch überall verteilt und irgendwo trifft man immer irgendjemanden. Vera: Ja ich habe auch gemerkt, auch aus der DNX jetzt wieder im Oktober auch so die Abschiede sind gar nicht… man könnte ja meinen, sie sind jetzt irgendwie voll traurig, weil man sich nur irgendwie dann mal für zwei, drei Tage in Berlin sieht, aber es ist gar nicht, weil Du weißt einfach irgendwie früher oder später irgendwo auf der Welt siehst Du die Leute wieder. Und das macht richtig Spaß. Marcus: Ja, die sind nicht weg, die sind einfach nur woanders. Und meistens sind die dann da, wo Du dann irgendwann früher oder später auch aufschlägst. Sei es jetzt Chiang Mai, Bali, Bangkok. Diese Hotspots, da gibt’s eigentlich fast ne Nomadengarantie ne? Vera: (grinst) Genau. Oder ihr jetzt dann auf der Cruise. Da habt ihr ja zehn Tage irgendwie auch nen ganzen Haufen versammelt. Marcus: Ja genau, da haben wir richtig viele Leute noch erreicht, dann über unsere Social Media Reichweite, was cool ist und das sind glaube ich über 100 Leute, die da am Start sind. Und darauf freuen wir uns jetzt auch schon richtig. Aber ich kann auch verstehen, wenn andere uns dann reden hören und vielleicht das erste Mal auf der DNX sind die ersten zehn Minuten da irgendwo sitzen im Betahaus und nebenan am Tisch “Ja, wir sehen uns dann nächste Woche in Bangkok, und Dich sehe ich dann auf der Cruise und wir beide nehmen in Bali ein Haus zusammen”, dass die denken: Was sind das denn für Spinner? Was geht’n da ab? (beide lachen) Vera: Ja wie gesagt, das habe ich im Mai auch noch gedacht und jetzt mache ich’s selber. (beide lachen) Gut, ich meine das klingt auch immer alles super cool, aber es ist auch ein bisschen ne Challenge auch. Sich dann zu organisieren, irgendwie einen Arbeitsrhythmus zu finden. Also die wenigsten von uns haben ja irgendwie so ein geiles passives Einkommen, dass sie irgendwie wirklich den ganzen Tag nur zum Surfen gehen können. Sondern ... Marcus:  Und wenn sie die Zeit haben, dann haben die vorher jahrelang das Ding aufgebaut ne? Vera: Genau. Also das geht ja auch nicht so, wie viele auch irgendwie vielleicht denken, so “Ja, jetzt mache ich mal ein geiles Travelblog und dann lebe ich davon”. Nee! Also ich arbeite jetzt im Moment tatsächlich auch deutlich mehr, als ich je in irgendnem Corporate Job gearbeitet habe. Aber es macht mir einfach viel mehr Spaß und weil ich es mir auch selber frei einteilen kann. Also jetzt im Moment vom Gefühl her glaube ich auch tatsächlich, dass es unterwegs fast noch besser funktioniert, als an einem Ort. Marcus: Strange ne? Vera: Ja, also jetzt gerade hier in so einem Coworking. Das macht auch die Atmosphäre. Du hast die ganzen Leute um Dich herum, die auch noch arbeiten. Dich guckt keiner strange an, wenn Du halt am Freitagabend um 21:00 Uhr noch am Rechner sitzt und arbeitest. Weil da sitzen noch fünf andere, die das auch machen. Ja und dann guckst Du Dich zwischendrin halt mal an und sagst so “Hey, mal ne Pause” und gehst mal kurz raus nen Kaffee trinken. Marcus: Ja ja, die Erfahrung haben wir auch gemacht. Das ist total … ja … total komisch. Weil viele denken, wenn wir in Berlin sind und haben das Betahaus oder Creative Loft oder Blogfabrik oder irgend nen anderen Coworking Space, wo wir dann arbeiten können mit mega schnellem Internet und keine Challenges unserer Infrastruktur hätten, wären wir viel produktiver. Aber genau das Gegenteil ist immer der Fall. Wir fallen dann wirklich mehr oder weniger… adaptieren wir dann diesen 9 to 5 Lifestyle, weil die meisten meiner Kumpels gehen dann am Wochenende weg. Oder ich kann dann nur abends Sport machen und dann stehen wir morgens mit den ganzen Arbeitnehmern auf. Und das ist irgendwie total komisch und man fühlt sich nach einer gewissen Zeit auch schon wieder total falsch und total schlecht an. Und deshalb ist das cool, wenn man dann wieder unterwegs ist, wo dann die Zeit nicht mehr so die krasse Währung ist oder das ganze Leben nicht nach diesem Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr abgestimmt ist, sondern man sitzt dann auch mal um 21:00 Uhr in so einem Coworking Space und hat damit überhaupt kein Thema. Vera: Genau. Man weiß ja zum Teil…. Also, es geht einem schon nach ner Woche fast hier so: Welcher Tag ist heute eigentlich? Mittwoch, Donnerstag? Dann musst Du erstmal im Kalender nachgucken, weil es auch nicht mehr so wichtig ist. Ist jetzt Wochenende oder nicht? also... Marcus: Null. Man ist irgendwie total im Flow und wenn man mal ne Auszeit machen will und surfen gehen will oder abends mal weggehen, dann geht man einfach mal abends weg. Aber es ist egal, welcher Tag gerade ist. Vera: Genau. Marcus: Und Du sagtest gerade: Es ist eine große Herausforderung. Das werden wir ja auch nicht müde zu betonen. Egal wo wir gefragt werden oder auch auf der DNX, auf der Bühne die Speaker, dass es harte Arbeit ist, aber es sich absolut lohnt. Wie kriegst Du Dich selber organisiert, dass Du die Arbeit dann schaffst an den geilsten Orten der Welt? Vera: Gut, ich fange ja gerade erst an zu reisen. Das werde ich noch selber sehen, wie ich das hinbekomme. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, das habe ich auch von euch so gelernt noch durch Deinen Podcast und durch viele andere, die das ja auch sagen, dass es wichtig ist, sich eine Routine aufzusetzen. Also, dass man wirklich irgendwie auch seine festen, mehr oder weniger festen, Arbeitsstunden hat. Dass man sagt: Okay, ich arbeite immer definiv morgens und schaffe da schonmal das wichtigste weg. Also ich bin tatsächlich mittlerweile ein richtiger Frühaufsteher geworden und versuche wirklich so früh wie möglich morgens die wichtigsten Aufgaben wegzuschaffen. Marcus: Ja, schreibst Du Dir dann vorher raus, was die wichtigsten sind oder weißt Du das dann im Hinterkopf? Vera: Nee, ehrlich gesagt checke ich das morgens tatsächlich so mit den ganzen verschiedenen Tools die ich eben habe und gucke eben wirklich, was das dringendste gerade ist und das wichtigste. Und gucke dann, dass ich die Sachen erledige. Wenn ich’s kann, dann organisiere ich mir auch schon am Abend vorher mal ein bisschen, aber es ist bei meinem Job halt ein bisschen schwierig, weil ich halt oft sehr spontan Sachen dann ins Trello gelegt bekomme. Marcus: Ja, zumal Du ja jetzt…. Genau, jetzt bist Du noch ungefähr in der europäischen Zeitzone, aber wenn es jetzt nach Asien geht und die anderen vielleicht in Südamerika oder so, irgendwann verschieben sich ja auch total die Zeitzonen. Da muss man glaube ich dann noch flexibler sein und morgens reingehen und gucken: Okay, was brennt gerade an? Was ist Prio1 bei welchem Kunden? Vera: Ja genau. Wo ich mich echt noch organisieren muss, wo ich noch gucken muss, wie ich da nen Rhythmus reinfinde: Als ich jetzt fest in Teneriffa gewohnt hatte, hatte ich eben auch mein festes Sportprogramm und hatte dort meine Trainerin und hatte mit der fixe Termine. Und das muss ich jetzt nochmal gucken, wie ich das auf die Reihe kriege, wenn ich unterwegs bin. Marcus: Jaja, das sind so die ganzen Aufgaben, die man dann Step by Step lösen muss. Wie kriege ich meinen regelmäßigen Sport hin, wie kriege ich meine Ernährung gesund aufgestellt? Aber das ist ganz normal. Ich glaube, da wächst man einfach rein. Da sollte man auch nicht alles auf einmal jetzt irgendwie sich selbst unter Druck setzen, dass alles 100% funktioniert. Aber mit der Zeit kriegst Du da auch Routine dann drin und weißt zum Beispiel in Taghazout kann ich Dir empfehlen, gibt es draußen so nen Fitness Cours. Ich weiß nicht, ob Du den schon gesehen hast am Strand. Vera: Ja, habe ich gestern schon gesehen, ja. Da hängen die ganzen Kids abends immer rum. Marcus: Ja genau, machen Klimmzüge und so. Und da war ich dann auch immer abends beim Sonnenuntergang mit meinem TRX Band. Das gab dann natürlich auch immer großes Geschrei und Gejubel, wenn man dann da mit den ganzen Jugendlichen zusammen Workouts gemacht haben. Also es ist cool einfach auch mal an anderen Orten Sport machen zu können. Aber man muss natürlich flexibel sein. Man kann dann nicht überall Crossfit machen oder Krav Maga oder ins Fitnessstudio gehen. Dann hat man halt mal zwei Klimmzugstangen und muss dann funktionales Training machen. Vera: Ja oder man muss dann eben auch gucken, was es vor Ort gibt. Also hier gibt’s ja auch wohl so Yoga Kurse. Die wollte ich mir jetzt morgen Früh mal angucken. Marcus: Cool. Vera: Und das ist ja dann auch das coole an dem Job, wenn Du halt nicht mehr so an 9 to 5 gebunden bist, dann kannste halt auch mal morgens um 9:00 Uhr zum Sport gehen und arbeitest dann halt eben davor und danach weiter. Marcus: Ja, absolut. Vera: Was man jetzt halt in so nem 9 to 5 Job nicht unbedingt machen kannst. Oder auch hier sind ja auch viele die zum Surfen gehen. Die gucken dann eben aus den Fenstern und sagen “Woah, jetzt sind gerade geile Wellen. Dann mache ich jetzt ne Pause und gehe mal ne Stunde Surfen”. Marcus: Aha (lacht) Ja, so muss das sein! Genau! Also man orientiert sich dann wieder mehr an den Elementen. Wenn die Sonne aufgeht, steht man dann vielleicht früh auf. Wenn die Wellen gut sind, geht man raus zum Surfen. Wenn es dunkel wird, wird man hoffentlich müde und geht dann schlafen ne? Vera: Genau. Marcus: Ich find’s auch eine coole Facette von diesem Lifestyle, so hab ich’s auf jeden Fall erlebt, dass man wieder ein bisschen mehr so back to nature geht und mehr im Jetzt lebt. Das absolut. Und dann auch sich eher so an der Natur orientiert, was abgeht und sein Leben danach richtet und nicht irgendwie: Du musst jeden Tag Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Büro sein. Vera: Genau! Ja und auch was ich jetzt gerade auch merke: Dadurch, wenn Du jetzt keine eigene Wohnung und nicht mehr so viele Verpflichtungen hast, fällt auch einfach so viel organisatorisches Zeug da weg. So irgendwie “Ja, ich muss jetzt meine Stromrechnung zahlen gehen, und jetzt muss ich zum Supermarkt, und jetzt muss ich irgendwie die Wohnung putzen”. Das haben wir ja meistens gar nicht mehr solche Sachen. Klar, da musst Du halt gucken, wie buche ich den nächsten Flug und wo finde ich den nächsten Coworking Space, aber ja... Marcus: Nee, man verwaltet sich schon ganz schön selber, wenn man ne eigene Wohnung hat, dann vielleicht noch irgendwelche Versicherungsverträge laufen hat, dann noch ein Auto hat, irgendwie nen Fernseher, Pay TV, keine Ahnung… man schafft sich da selber so nen riesen kleinen Mikrokosmos, der die ganze Zeit verwaltet werden muss. Vera: Mh, genau. Wenn das mal wegfällt, dann bist Du auch irgendwie viel freier. Marcus: Ja, absolut. Okay cool, ich glaube, Du musst gleich auch den Skype Raum für den Thomas wieder räumen. Vera: Ja, ich glaube, ich werde hier wieder rausgeworfen. (beide lachen) Marcus: Das ist meistens ja auch cool an den Coworking Spaces, dass die quasi mit der Szene mitwachsen und mit den Bedürfnissen von den Coworkern. Ich glaube, ich weiß nicht, ob der noch hängt, gerade im Sun Desk in Taghazout - hat die Magda mir erzählt - haben sie Flatscreens aufgehangen, weil da Trader gearbeitet haben, die dann die Börsenkurse im Griff haben mussten. Irgendwelche ortsunabhängigen Nomaden. Und das ist cool. Also es gibt meistens mittlerweile überall nen Skype Raum. Es gibt vielleicht noch Obst, es gibt Wasser, es gibt Flatscreens wo man traden kann. In Mallorca gab’s nen 3D Printer, wenn man den nutzen wollte. Es gibt Faxgeräte, es gibt Drucker. Also es ist echt voll ausgestattet oder? Vera: Ja, da in Teneriffa zum Beispiel auch in dem Coworking da von Frank, der hat auch so nen richtigen Schalldichten Soundraum. Also wenn man auch wirklich irgendwelche Soundaufnahmen machen will, Podcasts usw. Den hat er auch extra eingebaut. Marcus: Cool. Vera: Und hier gibt’s ja auch… heute gibt’s zum Beispiel Mittagessen für alle. Marcus: Cool. Vera: Da muss ich mich auch schon nicht drum kümmern. Marcus: Ja, ja, ja. Ja. Mega spannend und ja, danke für die Insides in das VA Leben und auch in Dein persönliches Leben. Ich glaube, das war für viele Hörer sehr aufregend mal zu erfahren, was macht ein VA überhaupt und wie kann man sich …. Vera: Ich glaube auch, weil viele, wie Du gesagt hast, viele glauben halt wirklich ein VA macht nur irgendwie Reisebuchungen und irgendwie ein paar Telefonanrufen. Aber es kann einfach viel, viel mehr sein. Also da würde ich auch jedem empfehlen, der irgendwas hat, was er irgendwie …  Aufgaben hat, die er auslagern will auch einfach mal mit nem VA sprechen. Und sagen “Ey, kannst Du das übernehmen oder wie können wir das machen?” Marcus: Ja, und wie wir erfahren haben, hast Du ja mittlerweile jetzt auch ein super gutes Netzwerk in dieser VA Welt. Also wenn jemand dazu irgendwelche Fragen hat, kann er sich an Dich wenden und Du hilfst ihm da auf jeden Fall weiter oder? Vera: Ja logo. Gerne. Marcus: Okay, cool. Dann grüß mal die Magda, die das Sun Desk da betreibt und den Thomas, den wir gut kennen und die anderen Coworker. Viel Spaß beim Mittagessen! Vera: Dankesehr! Und wir sehen uns dann in Bangkok oder? (lacht) Im Februar. Marcus: Ja, wir sehen uns im Februar in Bangkok und haben eben ja schon im Vorgespräch kurz gequatscht. Vielleicht schaffen wir es ja auch noch, dass wir uns im November da sehen. Ich glaube am 11. kommst Du. Da könnten wir grad noch da sein wegen dem Location Scouting für die DNX Global, ansonsten spätestens im Februar in Bangkok. Vera: Ja cool, ich freu mich. (beide lachen) Marcus: Ich mich auch, ciao Vera! Vera: Ciao! So Leute, das war auch schon wieder Folge 29 der LIFE HACKZ Show. Ich hoffe, sie hat euch genauso gut gefallen, wie mir. Und ihr konntet jetzt mal ein bisschen so mitnehmen, was ein virtueller Assistent den ganzen Tag macht, wie spannend das sein kann und ich glaube für viele, gerade auch zum Einstieg in den digitalen Nomaden Lifestyle kann so ne virtuelle Assitenzposition genau das richtige sein. Man wächst mit seinen Aufgaben, man kriegt mega viele Insides. Man sieht, wie handlen andere ihr Business. Wie bauen andere ihre Projekte auf? Wie kommunizieren die anderen mit ihren Kunden? Also man kann sich richtig viel abgucken und man wird auch mega ins Vertrauen gezogen. Man kriegt Insides in irgendwelche Backends von Google Analytics Statistiken, darf mit den Kunden kommunizieren, kann ganze Social Media Kanäle verwalten. Ich glaube, das ist für den Einstieg einer der geilsten digitalen Nomadenjobs. Ich persönlich würde dann vielleicht nebenbei noch an meinem eigenen Business arbeiten, vielleicht einen eigenen Blog aufbauen, um einen Expertenstatus zu generieren oder an einem Ebook schreiben etc. pp. Wie man das genau macht, erfahrt ihr auf jeden Fall auf der DNX, hier auf LIFE HACKZ, in der digitalen Nomadengruppe auf Facebook. Mittlerweile gibt’s richtig, richtig viele Ressourcen. Ja, momentan läuft noch unsere Charity Aktion für Straßenkinder in Brasilien in Bahia de Salvador, wo wir mit der Digital Nomad Cruise Mitte November hinfahren. Es wäre super cool, wenn ihr vielleicht 1 € oder 2 € für unsere Charity Aktion übrig habt und spenden würdet. Alle Infos dazu findet ihr unter www.lifehackz.de/charity. Bei LIFE HACKZ immer darauf achten, dass HACKZ mit Z geschrieben wird. Ansonsten, wenn ihr Feedback habt, es kommen immer mehr E-Mails rein, worüber ich mich richtig, richtig freue hier zu dem Podcast, dann schreibt mir an marcus@lifehackz.de und wenn ihr es noch nicht gemacht habt, hinterlasst mir bitte, bitte, bitte,bitte,bitte,bitte eine Rezension und Bewertung auf iTunes. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal! Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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  • Marcus Meurer | Digitaler Nomade & Online Unternehmer

    · 00:53:38 · DIGITAL THINK!NG - Markenführung | Kommunikation | Digitalisierung

    Kurzportrait von Marcus Meurer Digitaler Nomade und Online Unternehmer Sportler und leidenschaftlicher Selbstoptimierer Marcus liebt es ortsunabhängig zu sein und hat mit seiner Freundin Feli seit über 3 Jahren in über 20 Ländern gelebt und gearbeitet Marcus gründete mit Feli die DNX (Digitalen Nomaden Konferenz), die es seit 2014 gibt Marcus arbeitete u.a. als SEO bei Stepstone Mit seinem Podcast "Life Hackz Show" liefert Marcus Tools für ein besseres und gesünderes Leben Kontaktdaten Website www.marcusmeurer.de Podcast LIFE HACKZ Show Website DNX (Digitale Nomaden Konferenz) Profil auf LinkedIn Profil auf Xing E-Books The 4-Hour Work Week (Timothy Ferriss) Denke (nach) und werde reich (Napoleon Hill) Investment Punk (Gerald Hörhan) Hörbücher Die 4-Stunden-Woche. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben (Timothy Ferriss) Tools & Mobile Apps Wunderlist - Aufgabenmanagement Slack - Team Communication Trello - Projektmanagement Gmail – E-Mail von Google Google Kalender Coach.me - Goal Tracking, Habit Building & Motivational Coaching Duolingo - Kostenlos Englisch, Französisch und Spanisch lernen Five Minute Journal Pocket Blinkist – Zusammenfassungen von Sachbuch-Bestsellern Links Bose® QuietComfort® 25 Acoustic Noise Cancelling® Kopfhörer (geeignet für Apple-Geräte) schwarz   [et_pb_toggle admin_label="Toggle" title="Podcast in Textform" open="off" use_border_color="off" border_color="#ffffff" border_style="solid"] Norman Glaser: Hallo und herzlich willkommen! Schön, dass du wieder dabei bist. Hier ist Norman von MARKENKONSTRUKT.FM. Mein Interviewgast heute ist Marcus Meurer. Marcus, schön, dass du dir Zeit genommen hast. Bist du ready und startklar für unser Interview? #00:00:33-9# Marcus Meurer: Ja ich bin mega startklar. Ich habe Bock, ich bin ready, ich bin motiviert. Lass loslegen! #00:00:38-9# Norman Glaser: Sehr cool. Marcus, ein kurzes Intro über dich von mir. Du bist digitaler Nomade, Unternehmer, Sportler und leidenschaftlicher Selbstoptimierer. Du liebst es ortsunabhängig zu sein und hast mit deiner Freundin Feli seit über drei Jahren in über 20 Ländern gearbeitet und gelebt. Ihr beide seid die Gründer der DNX, die Digitale Nomaden Konferenz, die es seit 2014 gibt. Du hast unter anderem oder warst unter anderem SEO bei Stepstone und was mich ganz besonders freut, du bist tatsächlich mein inspirierender Quell überhaupt selbst einen Podcast zu machen, denn du bist selber Podcaster mit deiner LIFE HACKZ Show, #00:01:23-4# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). #00:01:23-6# Norman Glaser: Für ein besseres und gesünderes Leben. Marcus, das war erstmal ein kleiner Überblick über dich. Sag uns doch nochmal ein bisschen mehr über dich als Person privat. Also wer ist der Marcus privat und was genau dein Business ist? #00:01:38-7# Marcus Meurer: Ja also mittlerweile ist das Coole, dass die Übergänge fließend sind, vom Marcus privat zu Marcus Business, das war nicht immer so. Ich hatte auch mal ein Corporate Leben und war dann von nine to five oder noch viel länger, gerade zu meinen Agenturzeiten, in den Büros und habe von Montag bis Freitag gearbeitet, meistens auch am Wochenende. Aber mein Leben war halt davon bestimmt, was im Job gerade abgeht. Und mittlerweile ist so, dass ich selbstständig bin, dass ich ortsunabhängig arbeite, dass ich am Anfang für Kunden gearbeitet habe als Freelancer im Online-Marketing Bereich und da speziell auch SEO und jetzt aber eigene Businesses gestartet habe, eigenes Unternehmen gegründet habe, unter anderem dann die DNX Konferenzen organisiere, aber auch DNX CAMPS auf der ganzen Welt unter dem Brand DNX organisiere, den Podcast gestartet habe zusammen mit meiner Freundin, mit der ich alle Projekte gemeinsam mache, haben wir einen der größten Reiseblogs in Deutschland gestartet, den wir auch monetarisieren, haben eine Jobbörse an den Start gebracht, also sind mega umtriebig und das beschreibt mich auch privat eigentlich ganz gut, dass ich mega viel Energie habe, mega viel Power, eigentlich sehr passioniert bin in den Dingen, die ich tue und ich liebe es mich selbst ständig zu hinterfragen, mich selbst zu optimieren, wie du eben schon in der Einleitung gesagt hast, also dieses Lifehacking oder Biohacking, das ist so eines meiner Lieblingsthemen, weil ich sehr früh erkannt habe, dass Zeit eines der wenigen Güter ist, die du nicht erneuern kannst, die einmal da sind und das ist dann für immer weg dieser Tag, wenn der #00:03:10-8# Norman Glaser: Absolut. #00:03:10-8# Marcus Meurer: Einmal gelebt ist und deine Tage, die sind gezählt. Es ist leider so und von daher investiere ich da sehr viel Zeit und Kraft, um zu sehen wie ich mir meine Zeit am besten wieder selber zurückhole, weil das Leben ist einfach viel zu cool und viel zu schön als, dass man es irgendwo mit Sachen verschwendet, auf die man keinen Bock hat. #00:03:29-3# Norman Glaser: Ja absolut. Gibt es so ein Glaubenssatz oder so ein Erfolgsmantra für dich, was du vor dir herträgst? #00:03:36-7# Marcus Meurer: Ja ich habe ziemlich früh für mich das Mantra aufgesetzt, das war noch zu meiner Studienzeit, live life to the max. Damals hatte es noch ein bisschen andere Bedeutung für mich. Da war ich halt sehr viel auf Partys unterwegs und habe so das Leben genossen, also immer am Limit gewesen und jetzt hat sich der Fokus so ein bisschen verändert, aber nach wie vor bin ich eigentlich gerne immer am Limit und die Speerspitze für bestimmte Sachen, wie jetzt mit meinem Podcast für das Lifehacking oder diese ganze Digitale Nomaden Bewegung in Deutschland, die wir mehr oder weniger losgetreten haben und da immer noch sehr weit vorne als Meinungsführer agieren. Und das macht Bock und das treibt mich irgendwie an. #00:04:19-6# Norman Glaser: Ja. Bevor wir da einsteigen, weil das ist genau das spannende Thema, auf das ich unbedingt noch hinauswill. Vielleicht noch einen kleinen Schwenk. Gibt es oder gab es in deinem Leben einen Moment, an dem du es so richtig schwer hattest oder wo du wirklich so für dich so ein, ja so einen Lerneffekt oder so einen Lernmoment hattest? Der so dein persönliches Leben oder dein Business eben auch maßgeblich geprägt hat? #00:04:53-4# Marcus Meurer: Ja schwierige Zeiten gibt es ja immer, gerade als Selbständiger. Ich glaube das weißt du selber am besten, das ist ein ständiges Auf und Ab und das ist ein ewiger Kampf und kein Monat oder kein Tag, keine Woche ist so wie die andere und das ist immer so ein Gefühl von, was kostet die Welt und ich kann alles erreichen, zu, das bringt alles nichts, ich lass mich wieder anstellen und morgen bin ich pleite und habe nichts mehr zu essen und dann werde ich sterben. (lachen beide) Das ist echt ziemlich krass. Irgendwann lernt man dann damit besser umzugehen, aber am Anfang schlägt das echt ziemlich heftig rein und unabhängig davon gab es davor natürlich auch schon immer wieder Momente, zum Beispiel als ich mein Studium abgebrochen habe. Damals in Münster habe ich BWL studiert, wo man dann denkt, man erfüllt gewisse Erwartungen nicht oder soziale Normen nicht oder gesellschaftliche Erwartungen und wenn das doch vielleicht alles so eintritt, was dir alle Menschen versuchen weiszumachen, wie wird das wohl alles weitergehen, wo werde ich enden und dann gab es schon einige Krisen und Depressionen, aus denen ich mich dann aber immer wieder rausgekämpft habe. Und ich glaube, das ist aber ganz normal. Also es ist nie ein linearer geradliniger Verlauf im Leben, egal in welchen Bereichen, ob es jetzt Gesundheit ist, ob es Beziehung ist, ob es Sport, Ernährung, Job, alles was dazugehört. Da gibt es immer wieder so Ups and Downs und immer wenn du denkst so POW!, das ist jetzt so das Optimum, nach dem ich ja wie gesagt auch immer sehr strebe, habe ich mittlerweile gelernt, das wirst du niemals für immer halten können. Das wird auch immer wieder andere Zeiten geben und dann ist es okay, damit umgehen zu können und dann wieder von neu loszustarten und loszulegen. #00:06:31-8# Norman Glaser: Ja. Gab es denn in deinem Leben so den einen Aha-Moment, der dich dazu gebracht hat, das Leben zu führen so wie du es heute führst, also ortsunabhängig zu arbeiten und zu leben? Das also dieser eine Moment, der das, diesen Gamechanger bewirkt hat? #00:06:53-9# Marcus Meurer: Ja also es gab mehrere Aha-Momente. Bei mir kam das ja eigentlich alles zusammen, dass meine Freundin, die Feli, mit der ich ja auch das Business zusammenmachen, dass die vom Reisevirus infiziert war und dadurch (lachen beide) dann mich mega inspiriert hat, auch mehr von der Welt zu sehen und gleichzeitig habe ich dann die Selbständigkeit für mich entdeckt und habe gesagt, ich kann so nicht mehr weitermachen, ich habe irgendwie viel zu viel Energie habe ich dann auch gemerkt, gerade in Berlin wurde man dann von diesem Gründerumfeld gepusht, #00:07:22-7# Norman Glaser: Ja absolut. #00:07:23-1# Marcus Meurer: Wo jeder so sein eigenes Ding macht und dadurch, dass ich in den Startups gearbeitet habe, habe ich dann auch gesehen wieviel Knowhow die anderen auf dem, irgendwie auf dem Kasten hatten und habe gedacht, ich kann das irgendwie auch selber, ich kann auch mein eigenes Ding gründen, mit dem, was ich jetzt mir angeeignet habe. Und das kam irgendwie so zusammen, also es war nicht ein Aha-Moment zu sagen, so okay ich haue jetzt alles in den Sack und starte jetzt einen komplett neuen Lifestyle, sondern das kam irgendwie so peu à peu und habe dann aber nachdem ich so die ersten Schritte in dieses ortsunabhängige Arbeiten gegangen bin und nachdem ich dann unterwegs gewesen bin in Südostasien für 6 Monate mit meiner Freundin und wir die ersten Kunden aufgenommen haben und dann die erste Rechnung bezahlt wurde und die ersten 3,50 Euro kamen rüber, (lachen beide) #00:08:09-6# Norman Glaser: Ja, sehr geil. #00:08:10-2# Marcus Meurer: Das habe ich so krass abgefeiert und ich weiß noch, wir waren damals noch unterwegs in Indonesien auf einer Nachbarinsel von Bali, auf Kuta Lombok, also wo das Leben echt noch sehr simpel und basic ist. Ich mag es auch immer gerne an einfachen Orten zu sein und da habe ich gesagt so, ne eyh!, ich werde alles daran setzen, ich werde alles geben, alles was in mir steckt, nie wieder in einen Job gehen zu müssen, wo jemand anderes bestimmt, wann du wo sein zu hast, wie lange du arbeiten musst und an was du arbeiten musst. Und das war glaube ich nochmal so der letzte Trigger und so das letzte Aha-Erlebnis zu sagen, eyh! das ist es, das ist der heiße Scheiß, dieses ortsunabhängige Arbeiten und deshalb bin ich dann auch so öffentlich gegangen mit diesem ganzen Thema und versuche so viel Menschen wie möglich damit zu erreichen und zu inspirieren. #00:08:54-1# Norman Glaser: Ja. Ist wahrscheinlich auch, ich meine im Zeitalter der Digitalisierung, digitale Nomaden, das passt ja genau zusammen. Kannst du mal definieren, was ist ein digitaler Nomade für dich, also was macht den aus, wie lebt und arbeitet so ein Nomade? #00:09:15-4# Marcus Meurer: Ja. Per se die Definition ist ja ziemlich einfach. Das ist jemand, der mit Hilfe des Internets seinen Lebensunterhalt verdient und von daher ortsungebunden ist, also von überall arbeiten kann und das muss nicht unbedingt das Reisen sein, was viele missverstehen. Weil wir sind da so ein bisschen die Speerspitze, wir treiben es ja wirklich sehr auf die Spitze, indem wir gar keine Wohnung mehr haben, eigentlich ständig in der Welt rumturnen und das ist jetzt auch ein bisschen langsamer geworden, aber wir sind schon viel unterwegs, wir schaffen es mittlerweile auch an den krassesten Orten produktiv zu sein und da zu arbeiten. Haben beispielsweise Travelicia, den Reiseblog aus den Philippinen gelauncht, einem kleinen Fischerort El Nido auf Palawan. #00:10:00-3# Norman Glaser: Sehr cool. #00:10:00-7# Marcus Meurer: Wo es bis 16 Uhr keinen Strom gab und musste man sich einfallen lassen wie man dann die Leute dazu kriegt, den Generator anzuschmeißen und trotzdem haben wir es von da gelauncht. (lachen beide) #00:10:09-7# Norman Glaser: Sehr geil. #00:10:11-3# Marcus Meurer: Also das geht alles, wenn man will. Aber es kann ja auch sein, ich glaube, so wie du, der einfach die freie Zeit dann nutzt von woanders zu arbeiten oder zu anderen Arbeitszeiten zu arbeiten oder von seinem Lieblingscafé oder wie zum Beispiel Pat Flynn aus den USA, der nutzt die neu gewonnene Zeit, seinen Sohn vom Kindergarten jeden Tag abzuholen und er ist der einzige Vater, der sich das leisten kann und er ist der einzige Mann, #00:10:32-8# Norman Glaser: Sehr cool. #00:10:32-8# Marcus Meurer: Der da immer steht. #00:10:33-5# Norman Glaser: Yes! #00:10:34-4# Marcus Meurer: Und das ja kann jeder so für sich einsetzen wie er will. Für viele ist natürlich das Reisen, weil es mega spannend ist, für mich auch gerade, aber das ist gerade eine Phase, das wird in 10 Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr so sein, dass ich so viel um die Welt reise. Aber man weiß es nicht, das ist halt immer nur so eine Momentaufnahme. #00:10:50-5# Norman Glaser: Ja. Wie ist es so mit Disziplin? Ich meine, du musst ja sehr diszipliniert sein, um an den geilsten Orten der Welt überhaupt zu arbeiten. #00:10:58-1# Marcus Meurer: Ja. Das ist ein wichtiges Thema. Ich würde sagen, das ist jetzt nicht Prio 1, wenn du direkt, wenn du startest als Selbständiger oder als Unternehmer, dann sollte man auch mal dieses Feuer, die Flammen in alle Richtungen lodern lassen und das voll ausleben und von mir aus, also bei mir war es so, dass ich alle drei Tage irgendwie eine neue Idee hatte und die einfach umgesetzt habe und gestartet habe und eine Domain registriert habe, eine Website aufgesetzt habe und gesagt, eyh! das ist es jetzt, um dann Sachen, irgendwann musst du dann aber an den Punkt kommen und dich fokussieren, um zu sehen, okay was funktioniert, was funktioniert nicht. Wo ist überhaupt eine Nachfrage? Das machen ja viele auch falsch. Die bauen erstmal Produkte ohne mit der Zielgruppe gesprochen zu haben und dann wird man irgendwann auch feinfühliger für. Und dann kommst du an einen Punkt, das war bei uns so ziemlich genau nach, ja nach anderthalb Jahren oder nach gut einem Jahr, wo du merkst so, so einfach morgens Laptop auf und gucken was in der Inbox reingekommen ist und über Social Media und dann zu hustlen und nur on demand quasi für andere zur Verfügung zu stehen, das funktioniert so auf Dauer nicht. Ich meine du kriegst deine Sachen nicht mehr gewuppt, weil du dann irgendwann von diesen anfänglichen Entrepreneur on Fire so viel angeschoben hast, dass natürlich dann auch irgendwann die ganzen Sachen zurückkommen. So und dann ist es ganz wichtig, dass du da Struktur und Routine reinkriegst. Dass du dich organisierst, also ich bin echt ein totaler Fanatiker, was Struktur, Systeme angeht, Orga und nutze dafür zum Beispiel die Wunderlist, um meinen Most Important Task am Vorabend schon rauszuschreiben oder zu taggen. Habe jetzt eingeführt, dass ich nur noch in Blöcken arbeite. Also gestern war beispielsweise dann Business Development den ganzen Tag, wo wir gerade an einem fetten Online-Projekt sitzen. Morgen ist dann den ganzen Tag Lifehacks, heute sind Skype Calls und Interviews. Am Samstag ist dann wieder Business Development und Operations. Am Sonntag machen wir jetzt mal so einen kompletten Day Off. Das wird so das erste Mal sein, dass echt das iPhone auch einfach daliegt und gar nicht angefasst wird. Bin mal gespannt wie das funktioniert. (lachen beide) #00:13:00-9# Norman Glaser: Ja da bin ich auch gespannt. #00:13:02-9# Marcus Meurer: Ja aber ansonsten habe ich noch eine strikte Morgenroutine, die mir total hilft, eine Abendroutine. Also irgendwann kommst du an so einen Punkt, ich glaube sonst gehst du auch unter als Unternehmer, wo du dich selbst organisieren musst, weil sonst bist du nur noch der Spielball für die Anderen und ja sobald du an deine Inbox gehst und eine E-Mail beantwortest, bist du ja wieder jemand, der was für andere macht und letztendlich das, was dich voranbringt oder dein Business voranbringt, ist, wenn du Sachen machst, die den höchsten Impact für dich und dein Business haben und nicht, wenn du ja wenn du auf irgendwas reagierst. Ja. #00:13:30-5# Norman Glaser: Ich verfolge ja jede Folge deines Podcastes und erzähle doch mal unseren Zuhörern hier, wie sieht denn so deine Morgenroutine aus? #00:13:37-3# Marcus Meurer: (lacht) Ja okay. Ja, wenn du regelmäßig den Podcast hörst, weißt du ja wie sehr ich darauf schwöre und vertraue und optimiere das Ding auch immer weiter. Also es ist jetzt nicht in Stein gemeißelt. Vor einem halben Jahr sah die noch ein bisschen anders aus. Ich strebe da immer sehr zum Perfektionismus, den man wahrscheinlich nie erreichen wird. Aber jetzt heute, wir haben jetzt den zweiten Juno 2016 ist die Morgenroutine so, dass ich heute mit Sunrise aufgestanden bin in Tarifa. Das ist natürlich auch immer eine andere, eine Herausforderung, weil ich viel reise und letzte Woche war ich noch in Paris und davor war ich in Berlin #00:14:14-8# Norman Glaser: Das verschiebt sich, ja. #00:14:15-9# Marcus Meurer: Und in zwei Wochen bin ich in Limnos, auf Griechenland, auf einer griechischen Insel. Da verschiebt sich das immer so ein bisschen. Mal ist fünf, mal ist sechs, mal halb sieben, mal sogar schon halb fünf. Aber whatever, man gewöhnt sich daran und das Coole ist, eigentlich hat die Natur das ja auch so für einen vorhergesehen, wenn die Sonne scheint und es draußen hell ist, dann sollte man produktiv sein und irgendwie glaube ich daran, dass wenn die Sonne untergeht, dass die Natur sich irgendwann gedacht hat, dann schlafen die Tiere und die Menschen, um wieder neue Kraft zu sammeln für den nächsten Tag. #00:14:41-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:14:41-8# Marcus Meurer: Also mir bringt das sehr viel. Ich wache dann, egal wo ich gerade bin, auch egal wie früh das ist, mit dem Sonnenaufgang auf, habe da eine coole App, die heißt Sleep Better von Runtastic und die trackt deine Bewegung mit Hilfe des iPhones. Das legst du unter dein Kopfkissen und trackt, wann du einen unruhigeren Schlaf hast und weckt dich dann genau in diesem Moment, um nicht aus der Tiefschlafphase gerissen zu werden. #00:15:04-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:04-9# Marcus Meurer: Und das funktioniert so, dass du sagst, ich will spätestens um sechs geweckt werden, weil da die Sonne aufgeht und gibst ihm quasi so einen Zeitkorridor vor, eine halbe Stunde habe ich eingestellt und das heißt die App darf nicht zwischen halb sechs und sechs wecken, wenn sie merkt, ich habe gerade einen leichteren Schlaf. #00:15:20-5# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:20-6# Marcus Meurer: Das ist echt ein Unterschied, das ist total cool. #00:15:22-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:15:23-5# Marcus Meurer: Solltest du auch mal ausprobieren. #00:15:25-2# Norman Glaser: Ja das mache ich. #00:15:27-1# Marcus Meurer: Ja und du bist dann, ja du bist echt viel aktiver als wenn du aus so einem Tiefschlaf rausgeholt wirst. So und dann, wenn die App mich aufgeweckt hat, mache ich mein Bett (...) und viele werden sich fragen, wieso morgens das Bett machen, was hat das für einen Sinn so? (lachen beide) Habe ich damals auch nicht gemacht als Student, ABER es ist so, dass das dein erster Win ist. #00:15:49-7# Norman Glaser: Ja. Ja genau. #00:15:52-0# Marcus Meurer: Das ist so deine erste Aufgabe, dein erstes Accomplishment des Tages und so, dein erstes Check In, dein erster To Do, den du irgendwo abhaken kannst und das gibt dir ein gutes Gefühl, weil du startest positiv in den Tag mit einem Erfolgserlebnis. #00:16:04-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:16:05-3# Marcus Meurer: Dann geht es weiter, dann ziehe ich mich kurz an und nehme dann Kokosöl in meinen Mund und ziehe das für 20 Minuten in dem Mund hin und her. Das kommt aus der ayuverdischen Lehre, aus der Medizin und es ist bewiesen, dass dadurch Giftstoffe, die sich über Nacht dann in deinem Mund ansammeln und die Zunge ist auch eine Verlängerung von deinem Magen und von dem Darm, dass das alles sich im Mund sammelt. Und ich glaube da dran und wenn du dann 20 Minuten Öl ziehst und das danach dann ausspuckst, sollst du auch nicht in die Toilette oder ins Waschbecken spucken, weil da echt toxische Sachen dann mit drin sind. Also quasi im Papierkorb. Fühlt man sich echt mega gereinigt, dann auch noch die Zähne putzen und auch oben in der Mundflora (lachen beide) ist alles im Takt. Und während ich das mache, 20 Minuten sind ja erstmal eine Ansage, gerade, wenn du es noch nicht gemacht hast, es wird aber immer besser, mache ich mein Stretching Programm, also mit der Seven Minute App, das ist eine iPhone App und da sind auch andere Sportprogramme drauf und sieben Minuten dauert das nur. Also mir kann keine sagen, dass man nicht sieben Minuten des Tages Zeit hat, #00:17:13-9# Norman Glaser: Ja absolut. #00:17:14-0# Marcus Meurer: Das für sich zu tun. So und damit machst du schon mal immer so ein bisschen Sport. Habe vor kurzem auch dieses Faszien Stretching für mich entdeckt. Das ist erst wissenschaftlich seit ein paar Jahren anerkannt, dass der Mensch noch Faszien in sich drin hat neben dem Bindegewebe und den ganzen Sachen. Aber ist nochmal ein Thema für sich. Also stretche ich mich da, um mich zu aktivieren und setze mich dann hin und meditiere. Und das mache immer an dem gleichen Ort. Also je nachdem wo ich gerade bin, aber versuche dann in der Zeit, in der ich an dem Ort bin, immer an dem gleichen Ort zu meditieren, habe dazu auch meine Bose Noise Cancelling Kopfhörer, die ich nicht mehr missen will, dass es eigentlich die beste Anschaffung seit ever gewesen ist und meditiere mit einer App, die heißt Calm. Da bin ich vor kurzem umgestiegen von Headspace, Headspace ist ein super Einstieg für die, die ganz am Anfang stehen und irgendwann wollte ich mal gucken so, was in den anderen Meditations Apps erzählt wird. Guided Meditation heißt, es führt dich jemand durch die Meditation und ich bin jetzt bei Calm hängengeblieben, habe aber vorher ziemlich lange auch mit Headspace meditiert. Und das dauert so 15 Minuten und bringt dich erstmal in so einen Flow und bringt dich auch, also trainiert quasi deinen Muskel im Gehirn im Kopf, achtsamer zu sein, bewusster zu leben, Gefühle so zu erkennen, dass Gefühle einfach nur Gefühle sind, die in dir drin sind, die aber nicht Realität sind, die nicht unbedingt andere Leute so empfinden wie du es empfindest. #00:18:44-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:18:45-2# Marcus Meurer: Also echt bewusstseinserweiternd und das will ich nicht mehr missen und das hat mir auch geholfen in allen anderen Lebensbereichen achtsamer, produktiver, besser, positiver zu sein und es hat einfach mein ganzes Leben positiv verändert. Von daher kann ich jedem nur empfehlen auch zu meditieren. #00:19:01-2# Norman Glaser: Ja. Sehr cool. #00:19:03-1# Marcus Meurer: Okay und dann last but not least, zwei Punkte gibt es noch in der Morning Routine, frühstücke ich meistens oder immer zusammen mit meiner Freundin. Wir sind beide auch Fully Vegan jetzt umgestiegen, Hundertprozent Vegan und frühstücken ja morgens so einen Mix aus Chia Samen, Hafermilch oder Almond Milch. Aber ist keine echte Milch, also ist eher so ein Drink mit Chia Samen und Haferflocken. Das gibt dann so einen Pudding, das weichst du quasi die Nacht vorher schon ein und am nächsten Morgen ist dann so eine pudrige Masse, die mega gut schmeckt und darauf schnibbeln wir uns dann frisches Obst wie jetzt hier in Spanien ist dann Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren, also das, was gerade so lokal zu kaufen ist. Das schmeckt super, super geil, boosted dich ganz gut für den Tag. Ja und wenn du dann ready bist, fange ich mit dem MIT an, auch Eat the Frog genannt, glaube ich in der anderen Theorie, den wichtigsten, den schwersten Task, also diese fette Kröte, die du schlucken musst morgens und da is wichtig, dass man sich morgens, am Vorabend quasi schon Gedanken macht, was wäre jetzt so der Task, der dein Business am weitesten nach vorne bringt, der den meisten Impact hat und gerade nicht der Task, das verwechseln viele gerade am Anfang, das musste ich auch lernen. Nicht der Task, der irgendwie am dringendsten ist oder wo alle nach schreien oder wo du denkst so ah! das muss ich jetzt mal machen, sondern nein, der bleibt halt noch einen Tag länger liegen, sondern du überlegst so, von allen Sachen, die jetzt in meiner To Do Liste sind, WELCHES ist der Punkt, der ja der mein Business am weitesten nach vorne bringt, der den höchsten Impact hat, der wirklich was bewirkt. Und alle anderen Sachen können danach kommen. #00:20:43-6# Norman Glaser: Ja. Wow. Das sind doch mal ein paar echt coole Hacks. (lachen beide) #00:20:50-2# Marcus Meurer: Ja ich hoffe das war jetzt nicht zu viel Info auf einmal. #00:20:53-4# Norman Glaser: Ein paar habe ich selber sogar schon ausprobiert. Also es ist echt cool deinem Podcast zu folgen und das einfach mal für sich so zu testen und dann einfach auch selber Erfahrung zu sammeln. Also das kann ich wirklich nur jedem empfehlen und wir werden das natürlich auch in den Shownotes DIESER Show hier bei uns VERLINKEN. Ich habe noch eine ganz spannende Frage. Wie du weißt, ist unser Thema hier bei MARKENKONSTRUKT.FM das Thema digitale Markenführung. Mich würde deine Meinung mal interessieren, wie wird sich das Arbeitsleben so generell verändern, wenn dieses ortsunabhängige Arbeiten ja heute gerade durch die Digitalisierung ermöglicht wird oder ermöglicht ist? Wie wird sich das für Firmen unter Umständen bemerkbar machen? #00:21:41-6# Marcus Meurer: Nein, nicht nur unter Umständen. Es wird sich auf jeden Fall für die Firmen bemerkbar machen. Das merken wir ja jetzt schon und das ist eine mega spannende Frage. Und immer mehr Firmen erkennen gerade jetzt, dass sie gerade die jüngere Generation, die Generation Why, die sehr freiheitsliebend ist und ziemlich stark so einen Kopf und Willen hat und genau weiß, was sie wollen, was sie nicht wollen, dass es immer schwerer wird für die Firmen diese jungen Talente in ihr Unternehmen zu bekommen durch ein Salary Raise oder durch Shares oder durch ein Geschäftsauto oder ein Firmenhandy oder so. Die scheißen da drauf, #00:22:16-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:22:16-7# Marcus Meurer: Die haben irgendwie mehr Bock auf flexibles Arbeiten. Die haben, ja, mehr Bock sich selber ausleben zu können, ihre eigene Kreativität da einbringen zu können in die Unternehmen und da sollte ein Unternehmen dann auch genau hinhören und hinschauen und gucken, was diese Leute wollen und viele Unternehmen kommen auch zu uns als Gründer von der DNX oder zu mir und sagen, erkläre doch mal bitte, was ist da los. Wir können das gerade nicht greifen, wir kriegen die jungen Leute nicht mehr, die (lacht) wollen nur noch ortsunabhängig arbeiten oder selbstbestimmt arbeiten und wir haben jetzt auch ein paar Unternehmen gehabt, wo wir dann angefragt wurden, in die Unternehmen reinzugehen, um überhaupt mal zu erklären, mit welchen Tools wir arbeiten und welche Herausforderungen das hat, von überall zu arbeiten, um dann zu sehen, was kann man für die Unternehmen adaptieren. Beispielsweise unser Onboarding Prozess, wir haben ja jetzt mittlerweile auch ein Team aufgebaut von 15 Leuten, die alle ortsunabhängig irgendwie als Freelancer für uns arbeiten #00:23:19-4# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:23:19-6# Marcus Meurer: Und so ein Onboarding- oder Recruiting Prozess läuft dann ganz anders ab, dass du gar nicht mehr danach gehst, welche Abschlüsse hat derjenige oder wo hat der vorher gearbeitet, sondern es geht vielmehr darum, was für eine Einstellung, was für ein Mindset hat der, passt der zu meiner Company Culture. Weil wenn du da faule Eier drin hast, dann ist das viel schwieriger diese Leute oder das, was die Leute dann in die Firma reinbringen an negativen Effekten, die wieder rauszukriegen, als Fähigkeiten innerhalb des Teams aufzubauen, die schon vielleicht jemand anderes hat und die demjenigen dann nur noch beigebracht werden müssen. Also für uns ist viel wichtiger zu scannen, was hat der für eine Persönlichkeit oder wie sicher kann der, wie sicher ist der in der geschriebenen Kommunikation, weil bei uns dann viel über Trello und Slack läuft. Trello ist ein Projektmanagementtool, wo dann gebrieft wird und wo dann kommuniziert wird auf den einzelnen Karten, die dann immer ein einzelner Task sind. Also das ist so adaptiert von diesen Whiteboards, wo dann die ganzen Post Its draufhingen und man die Post Its immer verschoben hat und das #00:24:24-2# Norman Glaser: Ja genau. #00:24:24-6# Marcus Meurer: Ist das Gleiche in digital. Und Slack ist ein, quasi so ein Business-Check, wo du verschiedene Channels hast und kannst auch direkt Nachrichten schreiben, aber alles auf deine Tasks bezogen. Und da muss man sich natürlich auch gut ausdrücken können und zum Punkt kommen und nicht, da geht es dann nicht darum wie das Wetter irgendwo ist oder so. Das ist auch ganz schön, wir haben auch einen Campus oder so einen Fun Channel, weil das ist zum Beispiel auch eine Herausforderung, es fehlt, es ist schwer dann dieses, die soziale Komponente aufrechtzuerhalten, wenn du dann fully remote mit deinem Team arbeitest. Das, was sonst so in der Kaffeeküche funktioniert oder passiert in Unternehmen, das passiert dann bei uns online oder digital und Ziel ist aber dann auch unser Team regelmäßig für Retreats zusammenzuholen und das, was du dann quasi an Büromiete zahlst, das gibst du dann für diese (...) ja früher war es dann, wie ist nochmal der Name, diese Teambuilding Events oder so. Und jetzt sind es dann Retreats für Remote Companies, um die an einen Ort zusammenzuholen. Also es wird auf jeden Fall eine Rolle spielen in der Zukunft der Arbeit. Es wird nie Mainstream gehen, dieses ortsunabhängig arbeiten. Dafür erfordert es viel zu viel glaube ich auch, ja, viel zu viel starken Willen und man muss echt ein Typ dafür sein. #00:25:47-1# Norman Glaser: Ja. Passt nicht für jeden ne? #00:25:48-9# Marcus Meurer: Ja und auch die Selbständigkeit passt nicht für jeden. Aber möglicherweise gibt es immer mehr Unternehmen, die auch Arbeitnehmer einstellen, die von überall arbeiten können. Amerika ist da mal wieder federführend. Beispielsweise Automattic, die Betreiber von WordPress, die sind fully remote mit ein paar hundert Leuten. Buffer hat glaube ich jetzt 100 Mitarbeiter, die sind auch komplett ortsunabhängig und die Unternehmen, die fassen dann ihre Teams auch nicht mehr nach Teilbereichen zusammen, nach Marketing oder so. Dann gibt es nämlich nur noch Teams, die heißen Team Südamerika oder Team Mittelamerika oder Nordamerika oder Asien oder Thailand, also nach den verschiedenen (lachen beide) Zeitzonen. #00:26:26-2# Norman Glaser: Ja, sehr cool. #00:26:27-4# Marcus Meurer: Da passiert gerade mega viel und die Firmen erkennen auch, dass sie da irgendwas tun müssen. Microsoft habe ich angefragt zu einem Manifestum, Zukunft der Arbeit. Ich werde auch immer wieder von HR Magazinen angefragt, also es kommt so langsam, aber es dauert und gerade in Deutschland dauert das auch alles nochmal ein bisschen länger, weil die Arbeitswelt hier sehr konventionell gestrickt ist. #00:26:47-9# Norman Glaser: Ja. Das heißt der Tipp ist eigentlich für Unternehmen sich wirklich diesem Prozess einfach zu widmen? #00:26:53-5# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). #00:26:54-7# Norman Glaser: Und das bietet ihr ja konkret auch als Service, als Dienstleistung an, mit Unternehmen zusammen diese Prozesse, ja überhaupt erstmal zu entdecken, also, dass wirklich ja hier auf diesem Weg auch Fachkräfte erreicht werden können, #00:27:08-6# Marcus Meurer: Ja. #00:27:08-7# Norman Glaser: Die ich unter Umständen in meinem Unternehmen brauche. Aber es ist halt mehr als nur sich mit diesem, ja mit diesem Thema zu beschäftigen, als wirklich zu schauen, wie integriere ich das in meinem Unternehmen, wie schaffe ich das in meinen bestehenden Prozessen diese Agilität, diese digitale Agilität irgendwie einzubauen. #00:27:27-2# Marcus Meurer: Absolut, also das sollte jedes Unternehmen ganz hoch auf die Agenda tun, weil, wenn die Unternehmen da nicht von selbst darauf kommen, dann werden sie dazu gezwungen. Und das passiert gerade schon in Holland, in den Niederlanden, da ist jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht worden, das sofern es die Art der Arbeit ermöglicht, diese nur am Computer auszuführen, muss das Unternehmen dem Arbeitnehmer gestatten, Homeoffice zu machen und von Zuhause zu arbeiten. Das sind so die ersten Anzeichen dafür, dass es sonst halt reguliert wird und die Unternehmen merken es ja auch im HR Bereich, im Recruiting Bereich, dem War for Talents, der wird immer größer und immer härter und wenn du dann so ein Asset hast für die besten Leute, für Programmiere oder Coder oder die richtigen Online Marketing Cracks, die halt noch nicht die eigene Agentur aufgemacht haben, die immer noch inhouse arbeiten. Um so Leute zu kriegen, musst du dann so einen Trumph auf den Tisch legen und sagen, du kannst von überall arbeiten und wir bezahlen dir auch den Coworking Space und wissen das zu schätzen, dass du dafür aber bei uns im Team bist. Also es ist ein ganz fettes Asset und darum kriegt zum Beispiel Buffer oder Automattic oder Sapier, die ganzen Remote Companies in Amerika, die kriegen die ganzen Talente im Moment aus dem Silicon Valley und Google und Facebook fragen sich, was da gerade abgeht. #00:28:44-9# Norman Glaser: (lacht) Genau. Ja, ja genau. Absolut. Ja. Erzähl uns doch noch kurz ein bisschen was über die Digitale Nomaden Konferenz. Also durch dich und deinen Podcast habe ich überhaupt erfahren, dass es digitale Nomaden gibt und wie die so leben, wie die so arbeiten, was die so ausmachen. Wie kam es dazu, dass ihr diese Konferenz ins Leben gerufen habt und wie habt ihr das ganze Thema so weit vorangetrieben, um da federführend zu sein? Weil ihr habt da ja wirklich eine richtige Plattform gebaut über die Jahre. #00:29:15-8# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). Ja also wir haben ja eben darüber gesprochen, was mein größter Aha-Moment war. #00:29:21-8# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:29:22-4# Marcus Meurer: Und das war Anfang 2013 als wir in Südostasien unterwegs waren, die erste Rechnung gezahlt wurde und ich dann voll in diesen Digitale Nomaden Lifestyle eingetaucht bin, ohne vorher zu wissen, dass es den überhaupt gibt. Also es war nie geplant, (lachen beide) dass wir von unterwegs arbeiten. Es war geplant, ich hatte meinen Job gekündigt und eine Firma gegründet, um in Berlin eine Agentur für Online Marketing aufzumachen, also mehr weniger klassisch. Und da hatte ich schon glücklicherweise immer ziemlich viele Anfragen über LinkedIn und Xing, ob ich nicht mal für Unternehmen als Freelancer arbeiten könnte. War damals aber noch in der Startup Szene in Berlin unterwegs. Habe da mega viel Corporate Knowhow aufgebaut und konnte aber nicht, da ich dann meine Dienstleistung ankündige, hatte ich die Hoffnung, dass dann von den Anfragen doch noch einige übriggeblieben sind, die dann meine ersten Kunden sein können. Und habe aus dem Grund dann meinen Rechner mitgenommen, meinen Laptop nach Asien und wollte dann an meiner Website bauen, die Produkte shapen, wer ist meine Zielgruppe, eine Company mischen, aufsetzen, eine Vision, eine Strategie wie ich an die Leads komme, Conversionoptimierung, also irgendwie das ganze Strategische dann aufbauen und da ist dann halt irgendwie eins zum anderen gekommen, dass wir auf den Philippinen in Dumaguete saßen und da gerade ein Taifun über das Land gegangen ist für drei Monate, äh drei Tage, quasi auf dem Rooftop von einem Haus ausharren mussten, zum Glück aber Internet hatten und dann überlegt habe, eyh! ich habe so viel Bock, wir sind jetzt so viel gereist, warum lege ich nicht jetzt schon direkt mit der Akquise los, mit den ersten Kunden und da kam dann auch zusammen, dass Feli Bock hatte, was Eigenes zu starten, meine Freundin und so viel Reisewissen hatte und ich hatte das ganze Knowhow wie man Traffic generiert, wie man SEO macht, wie man Reichweite aufbaut für einen Blog, dass wir sagen, okay wir starten einen Reiseblog, aber von Anfang an mit der Intension, den zu professionalisieren, also den professionell zu betreiben und das auch als Einnahmequelle zu sehen und nicht einfach einen Hobbyblog, wir waren heute Eis essen und morgen gehen wir Motorrad fahren und ich hoffe euch geht es gut #00:31:15-6# Norman Glaser: (lacht) Mhm (bejahend). #00:31:17-1# Marcus Meurer: in Deutschland, sondern echte Inhalte und Mehrwert auf dem Blog zu liefern. Und der ist dann auch richtig durch die Decke gegangen. Mittlerweile haben wir über 80.000 Visitor pro Monat #00:31:25-3# Norman Glaser: Wow! #00:31:25-7# Marcus Meurer: Und könnten theoretisch nur noch von diesem Reiseblog leben. #00:31:28-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). Sehr cool. #00:31:30-4# Marcus Meurer: Und ja genau und dann sind wir dann in diesen Lifestyle reingetappt und haben dann so uns angeschaut und gefragt, gibt es noch mehr Leute, die so leben wie wir, vielleicht ja schon. Lass mal googeln und haben dann so die ersten digitalen Nomaden weltweit gefunden, also das Thema gab es da schon (...) und in Deutschland gab es aber kaum jemand. Also da gab es drei, vier Leute, die es gemacht haben und die haben wir dann auch angeschrieben. Wir sind immer stark im Netz, wir hatten das glaube ich auch, einer der Erfolgsgeheimnisse, warum wir gerade dafür prädestiniert waren dann auch so eine Konferenz oder eine Plattform zu schaffen, weil wir ein richtig großes Netzwerk schon hatten, zum einen aus meiner Online Marketing Zeit, meiner Zeit in den Startups, bin viel auf Meetups gegangen in Berlin, auf Konferenzen gewesen, war viel in Skype Chats. Also man kannte mich schon und ich hatte dadurch auch viele gute Kontakte und habe dann gesehen, okay es gibt schon andere Leute, die ortsunabhängig arbeiten, aber die haben sich meistens dann auch als Location, Independent, Entrepreneur oder so bezeichnet. Das Problem oder das Ding war, dass der Begriff digitaler Nomade oder digital Nomad schon ziemlich verbrannt war zu dem Zeitpunkt 2014 und das kommt daher, dass 2007 ein sehr revolutionäres Buch rausgekommen ist von Tim Ferris, die The 4-Hour Work Week, #00:32:39-6# Norman Glaser: Yes. #00:32:39-7# Marcus Meurer: Die 4 Stunden Arbeitswoche. Yes (lachen beide), das ist quasi so #00:32:42-7# Norman Glaser: Der Klassiker. #00:32:44-1# Marcus Meurer: Der Klassiker, die Bibel für viele Leute. Da steht auch richtig viel gutes Zeug drin, nach wie vor. Man muss es halt nur in die heutige Zeit adaptieren und übersetzen wie beispielsweise diese Google Adwords Testings, die Tim gemacht hat, die macht man heute mit Facebook, weil man da noch viel besser targeten kann. Aber so die Grundsätze, die sind immer noch WAHR und das ist auch ein richtig geiles Buch. Das einzige, was passiert ist, dass es so viele inspiriert hat, dass sie gesagt haben, ich kündige meinen Job, ich arbeite jetzt (lachen beiden) quasi auch nur noch 4 Stunden die Woche, #00:33:10-7# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:33:10-9# Marcus Meurer: Was ja auch eigentlich ein totaler Witz ist. Ich kenne keinen, der so hart arbeitet wie Tim Ferris, heute noch. Und ich selber habe für mich die 4 Stunden so definiert, dass die 4 Stunden quasi die Sachen sind, auf die ich keinen Bock habe wie Steuern oder Rechnungen oder Buchhaltung oder Mahnung oder irgendwie so einen Scheiß, 4 Stunden die Woche. Aber der Rest der Zeit, ich arbeite viel mehr als damals als Angestellter, aber das Coole ist, es fühlt sich einfach nicht mehr nach Arbeit an und das ist der große Unterschied. Darum die 4 Stunden Arbeit sind dann die Sachen, die keinen Spaß machen und das ist dann Arbeit von früher. Na ja und nach der 4 Stunden Woche waren halt viele Leute motiviert zu starten und dann gab es auf der anderen Seite viele smarte Internet Marketer, die so billige Crappy Landingpages gebaut haben, mit einem Typen mit Laptop am Stand und einem Cocktail (lachen beide) da neben sich und haben gesagt, passives Einkommen, passive Income, nie wieder arbeiten, wenn du diesen Kurs jetzt hier kaufst für 200 Euro oder erstmal ist es kostenlos und die haben ja dann ganz smarte Strategien, um dich immer weiter in diese Conversion reinzukriegen und am Ende kaufst du dann einen Kurs für richtig viel Geld, wo keine Inhalte drinstehen, keine wirklichen Inhalte oder Mehrwert drinsteht und am Ende bist du nur frustriert und das funktioniert alles nicht und das ganze digitale Nomaden Leben ist ehe eine totale Abzocke und Betrug und richtig Scheiße. Und deshalb war dieser Begriff dann so verbrannt, weil gerade so 2008, 2009, 2010 kamen dann die ganzen Internet Marketer mit diesen Seiten, die man heute leider immer noch im Netz findet und aber das war zum anderen genau eigentlich auch unsere Strategie, dass wir gesagt haben, nein wir setzen uns jetzt bewusst auf diesen Begriff und zeigen aber den Leuten, der Öffentlichkeit, den Medien, die dann irgendwann gekommen sind, dass es auch anders geht, dass es nachhaltig geht, dass es transparent geht, dass es authentisch geht, dass wir uns auf die Bühne stellen, dass wir greifbar sind und wenn wir Scheiße bauen, dann kommt keiner zu unseren Events oder dann keine Ahnung, gibt es einen Shitstorm im Internet, dann sind wir ganz schnell weg. Und (lacht) oder die Leute kommen zu uns und sagen uns, was wir da alles für einen Mist verkaufen. Die meisten Internet Marketer mit diesen Webseiten, die waren ja nicht zu greifen. Also wollten wir das Ganze in cool machen, gepaart mit unserem ganzen Online Knowhow aus der Startup Szene. Den Leuten dann auch die richtigen Tools an die Hand zu geben, dass man seine Unternehmen bootstrappen kann, dass man kein Venture Capital braucht, dass man nach dem Lean Startup Prinzip ziemlich schnell irgendwie das Minimum Viable Product live bringt, den MVP, wo du wenig Aufwand an Ressourcen hast, also wenig Zeit investierst und wenig Geld investierst, um erstmal zu gucken, gibt es eine Nachfrage, gibt es jemand, der das kauft. Du machst quasi gleich schon so einen Fake Selling Process und wenn du den ersten Kunden hast, das ist dann das Proof of Concept, dass du weitergehen solltest mit diesen Sachen. Also das wollten wir alles kombinieren, wussten, dass dieser Begriff sehr kontrovers ist als digitaler Nomade, gerade auch in Deutschland Nomade wegen diesen Miet-Nomaden, mussten wir auch und haben an der ersten Reaktion gemerkt, gerade auch von meiner Mutter oder so, die überhaupt nicht gerafft hat, dass ich jetzt, dass ich mich wirklich als Nomade bezeichnen will. Aber das uns geholfen, Aufmerksamkeit zu generieren und dadurch, dass wir beide, sowohl Feli und ich, auch noch einen Background im Eventmanagement haben, ich habe nämlich dann nach meinem abgebrochenen Studium eine Ausbildung zum Eventmanager gemacht, #00:36:16-0# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:36:16-0# Marcus Meurer: In einer Agentur und da den Online Marketing Bereich aufgebaut, war das dann quasi wie Steve Jobs das so gerne propagiert, dieses Connecting the Dots, dass du verschiedene Skills aus deiner Vergangenheit miteinander zusammenführst. Zum einen war die Riesennachfrage nach diesem Thema ortsunabhängiges Arbeiten. Die Leute haben es nicht gerafft, was wir machen. Wir haben ja auf Facebook dann Bilder gepostet von uns wie wir arbeiten und die ganze Zeit reisen. Und die haben gesagt, was ist da los, habt ihr geerbt, habt ihr im Lotto gewonnen? #00:36:43-2# Norman Glaser: (lacht) Ja. #00:36:44-3# Marcus Meurer: (lacht) Wann geht euch das Geld aus? Und viele haben glaube ich auch gehofft, dass uns irgendwann das Geld ausgeht oder wir keine Aufträge mehr machen, gerade in Deutschland ist glaube ich auch Thema Neid ein ziemlich großes Thema. Die wollten es auch nicht wahrhaben. Und als wir dann die zweite Saison, die dritte Saison, das vierte Jahr und (lacht) immer noch unterwegs waren und von überall gearbeitet, dann haben die Leute glaube ich gerafft, das ist for real. Und auch nachdem, das war ganz interessant, dann sind die Medien auf uns aufmerksam geworden und am Anfang waren wir so im Reisebereich und echt so Artikel, wo die uns nur vor die Wand gestellt haben, von wegen so, guckt euch mal die beiden Hippies da an, was haltet ihr von denen und dann gerade bei Spiegel ist immer richtig krass, Spiegel Online Kommentar Spalten, war es schon witzig wie dann die ganzen Nine to Fiver abgegangen sind, die irgendwie frustriert in ihrem Job waren. Aber das konnte ich aushalten, das konnte Feli auch gut aushalten, zum Glück waren wir auch zu zweit und letztendlich haben wir es professionelle gesehen und es hat ja Aufmerksamkeit für unser Thema gebracht und dann auch genug Leute, die erkannt haben, das ist for real und wir liefern gute Sachen. Und ganz witzig ist bei den Medien auch, dass wir dann erst im Reisebereich waren und irgendwann so in den Lifestyle Bereich gewandert sind. Und jetzt, wenn wir angefragt werden, dann eigentlich immer Wirtschaftsbereich sind, also #00:37:54-5# Norman Glaser: Business genau ja. #00:37:55-9# Marcus Meurer: (unv.) #00:37:55-1# Business. Und die erkennen, das geht um Business und es geht nicht um viel Reisen oder so, weil das kannst du ohne Business kannst du es nicht machen. Am Ende des Tages muss jeder irgendwie Einnahmen haben und von Kohle leben. Ich glaube spätestens auch, um dann nochmal dann den Kreis zu schließen zu meiner Mutter oder so, die den Nomadenbegriff nicht verstanden haben, als wir dann in der Wirtschaftswoche auf der Titelseite waren mit (lacht) und der Überschrift, Die Selbstoptimierer, oder bei Stern-TV dann waren oder vom Handelsblatt werden wir regelmäßig angefragt oder im Horizon, also diesen ganzen Wirtschaftsmagazinen. Dann haben auch glaube ich viele Leute verstanden, das ist nachhaltig, das ist cool, was die machen und das hat echt einen Impact. Ja und mittlerweile sind die Konferenzen, die sind aus der Nachfrage entstanden, zusammen mit unserem Background als Eventmanager zusammen mit den Knowhow als Online Marketer und dem Online Knowhow, zusammen mit dem Netzwerk, was wir uns beide schon aufgebaut haben in der Berliner Startup Szene, war es eigentlich ziemlich logisch dann ein Event irgendwann mal zu machen, weil es kamen dann so viele E-Mails und so viele Nachfragen und Kommentare auf Facebook und wir haben stundenlang echt damit verbracht, die E-Mails zu beantworten und den Leuten zu helfen und zu sagen, so, was die ersten Steps sind und wie man seine Passion vielleicht findet und was für Skills man braucht, was man mit der Wohnung macht, was man mit der Versicherung macht, was für technische Hardware man braucht. Also ist eine Riesen-Themenwolke. Und da haben wir gesagt, warum machen wir nicht mal ein Meetup in Berlin, im betahaus, in dem bekanntesten oder ersten, größten Coworking-Space #00:39:19-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:39:20-0# Marcus Meurer: Und haben einen Raum angefragt, glaube für 40 oder 50 Leute war das und wir hatten natürlich auch keine Kohle, sind zum betahaus gegangen und haben gesagt, wir haben diese Idee, wir sind digitale Nomaden und die so, was seid ihr, was ist das? Die haben es natürlich auch nicht gerafft und zum Glück ist das betahaus ziemlich offen, was so neue Sachen angeht. Die haben gesagt, irgendwie klingt das total crazy, wir verstehen auch nicht ganz, was ihr das machen wollt, aber macht einfach mal. #00:39:41-9# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:39:42-3# Marcus Meurer: Und (lacht) haben uns quasi dann das Go gegeben, erst zu zahlen, nachdem wir die ersten Tickets quasi verkauft haben und dann nachzahlen zu können. Also die waren da echt super. #00:39:50-9# Norman Glaser: Ja ist ja cool. #00:39:52-2# Marcus Meurer: Super supportive und sind immer noch ein Partner und ganz eng an unserer Seite. Wir machen in zwei Wochen, wie ich eben gesagt habe, ein DNX Camp auf Griechenland, auf Limnos und da ist betahaus zum Beispiel auch ein Partner und wir vereinen da unsere beiden Communities. Ja mittlerweile haben sie verstanden, was wir machen. Der Geschäftsführer von betahaus, der Gründer Christoph Fahle ist einer der größten Fans vom digitalen Nomaden Lifestyle mittlerweile und den haben wir auch gut inspiriert und ist mega dankbar, dass wir damals die DNX ins betahaus geholt haben. Ja und dann hatten wir halt diese Location oder eigentlich war es ein Workshop Raum für 40 Leute. Haben dann am 1.1.2014 den Sale aufgemacht, haben vorher die Website gebaut, das war ein Theme von Fiverr, äh von Themeforest für 5 Dollar (lachen beide) und habe da einfach halt das Eventtheme ausgetauscht. Viele Leute fragen sich, das sieht so geil aus und die Website und wie geht das? Und das war eigentlich alles ganz easy. Das sind auch wieder gute Beispiele für diesen, für den Startup Approach oder manche denken so, boah! wie viel Geld habt ihr für die Kreativagentur bezahlt? Dieses Logo mit dem Infinity Sign und dann die Buchstaben und irgendwie das passt alles und (lacht) dahinter ist, dass das in diesem 5 Dollar Theme der Platzhalter gewesen ist von dem (lacht), der hatte da genau seinen, der hatte auch irgendwie 3 Letter Brand. #00:41:03-3# Norman Glaser: Geil. #00:41:03-5# Marcus Meurer: Ich habe einfach die Buchstaben ausgetauscht, also dieses Infinity gab es schon und ich habe da einfach ein X (lachen beide) daraus gemacht und inspiriert von der SMX, Search Marketing Expo, dachte ich, okay wir machen eine Konferenz, also kommt dahinten ein X dran und habe das Digital Nomad Expo oder DNX dann genannt so und so ist das Logo entstanden. Die Leute wollen es oft nicht glauben wie einfach das alles sein kann. #00:41:24-4# Norman Glaser: Ja, ja. Man verkopft sich dahinter auch viel zu sehr, ne? #00:41:27-1# Marcus Meurer: Ja man verkopft sich. Genau. Und dann haben wir den Sale gestartet. Wir beide waren gerade auf Caye Caulker, das ist eine Karibikinsel in Belize am 1.1. und dachte so, die Leute machen sich viele Vorsätze, wollen was im Leben ändern, darum habe ich das extra auf den 1.1. gelegt und hatten dann auch ein paar Speaker an Board, also die drei, vier digitale Nomaden, die es damals in Deutschland schon gab, wie Tim Chimoy, Sebastian Canaves, Conni Biesalski oder so, mehr gab es da nicht und die haben das auch auf ihren Seiten geteilt. Die hatten natürlich auch schon ein bisschen Aufmerksamkeit und wir haben uns dann auch schon ein Riesen-Netzwerk aufgebaut gehabt, über die Interviews und über Facebook. Und als wir den Sale gestartet haben, hat irgendwie (lacht) gefühlt das ganze Internet oder ganze Facebook oder die Konferenz gesprochen und diese 40 Tickets, die waren in drei Minuten weg, wo ich dachte, du Scheiße, was geht denn hier ab? Und ich habe, weil Feiertag war am 1.1. dann auch keinen im betahaus erreicht, ob wir einen größeren Raum kriegen oder so und alle haben Millionen E-Mails gekriegt, dass die Leute dann auf dieses Event wollten und noch ein Ticket wollten und das war echt eine spannende Phase und habe dann den Peer, den Eventmanager am 2.1. erreicht und haben dann irgendwie einen größeren Raum mit 100 Plätze, das war dann innerhalb von einer Stunde weg und haben dann die ganze, das war echt der Wahnsinn, die ganze Etage am Ende gekriegt mit 200 Leuten und das war dann innerhalb von einem Tag waren alle Tickets weg und wir dachten so, geil. Aber auf der anderen Seite dachten wir auch, Scheiße, weil es total unsere Kalkulation zerhauen hat. #00:42:45-3# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:42:45-4# Marcus Meurer: Wir haben (lacht) natürlich gedacht, wir machen einen schönen Early Bird bis Ende März (lachen beide) und dann machen wir noch Normalpreis und ja dann sind alle Tickets quasi zum Early Bird weggegangen und haben aber dadurch, dass wir so viel Aufmerksamkeit hatten, dann die ersten Partner mit an Board gekriegt, Dropscan, die gesagt haben, das ist so geil, ich supporte euch und haben dadurch dann Breakeven geschafft und der Rest war dann Marketingbudget, weil wir eine geile Story hatten, wir hatten Medien auf unserem Event und das ist eigentlich so die Story der DNX, die immer größer geworden ist. Mittlerweile machen wir internationale Konferenzen DNX Global auf Englisch. Die letzte war in Bangkok im März. Planen die nächste in Lissabon oder Chiang Mai und hatten vor drei Wochen die letzte deutsche DNX. Das ist da wo wir herkommen, das war mittlerweile schon die fünfte Konferenz und das sind jetzt vier Tage Festival like mit vielen Pre-Events, Post-Events. Wir haben ein ganzes Kino angemietet für einen Kinofilm über digitale Nomaden und auf dem Main-Event hatten wir dann 500 Leute und ja. The Sky is the Limit. Ich weiß nicht, wo das noch enden soll, aber es geht auf jeden Fall ganz gut ab das Thema. #00:43:47-3# Norman Glaser: Ja. Für wen ist die DNX was? Also wenn ich mich dafür interessiere, wen sprecht ihr an, Zielgruppe? #00:43:54-1# Marcus Meurer: Zielgruppe sind Leute, die sich für das Thema interessieren. Die, die auch gerne ortsunabhängig arbeiten wollen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Mittlerweile gibt es immer mehr gute Ressourcen im Netz. Das erhöht aber auch das Problem, zu sondieren, so welches, wo fange ich jetzt an? Weil das kann einen auch erschlagen. Gerade auch dieses ganze Online Business Thema, wo man dann denkt, wo fange ich an und was sind die wichtigsten Skills? Und es ist für digitale Nomaden, die schon unterwegs sind, also die traveln, die sich gerne mit anderen digitalen Nomaden austauschen. Und mittlerweile ist einfach, ist es auch viel mehr. Viele sagen so, der Begriff digitale Nomaden passt auch gar nicht mehr, weil es auch viel um persönliche Weiterentwicklung geht, auch um das richtige Mindset. Und das merkst du ja auch auf meinem Podcast die Themen und die Speaker bei der DNX. Also, dass es eigentlich auch eine Plattform geworden ist für, ja weiß nicht, für Leute, die irgendwas verändern wollen in der Welt, die irgendwie da sind, die präsent sind, die auch online sehr präsent sind. Die man aber so offline noch nie hat greifen können oder die man noch nie zusammengebracht hat wie so ein Vladi Melnik vom Affenblog, der einen der größten Blogs in Deutschland betreibt, #00:45:06-6# Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:45:06-4# Marcus Meurer: Der aber vorher noch nie gespeaked hat, den haben wir auf die Konferenz geholt. Matthew Mockridge war da, #00:45:11-0# Norman Glaser: Yes. #00:45:11-2# Marcus Meurer: Ben Paul war da. Also richtig krasse Leute und ja man sollte einfach mal auf die Website gehen dnx-berlin.de sich inspirieren lassen, gucken, ob das irgendwie zu einem selber passt und dann bei der nächsten DNX am Start sein. #00:45:24-3# Norman Glaser: Ja, vielleicht auch für Unternehmen interessant, die sich damit auseinandersetzen vielleicht Fachkräfte zu rekrutieren, um dann in der DNX Community. #00:45:35-2# Marcus Meurer: Ja. Ja. Absolut. Also wir haben mega, mega Talente bei uns in der Community. Die ersten Unternehmen haben das auch erkannt. Die partnern dann mit uns, kommen als Partner mit an Board oder gehen einfach so auf die Konferenz, um auf diesen ganzen Networking Events dann Kontakt zur Zielgruppe zu kriegen, um einfach zu spüren und mitzukriegen oder einfach zu begreifen, was da gerade abgeht und was das für eine Bewegung ist und was die Leute antreibt. Also die, die man vielleicht noch triggern könnte für sein Unternehmen. Die Leute haben alle Drive, die haben Power, die wollen die Welt verändern und die sind auch bereit zu lernen. Also das merken wir bei den Leuten, die wir bei uns ins Team holen als Support. Wir haben jetzt angefangen die ersten Praktika zu vergeben und die sind so motiviert, die rocken alles weg und ich glaube dann wird sich jedes Unternehmen die Finger nach lecken so Leute im Unternehmen zu haben. Und dann ist glaube wichtig mal zu verstehen, wie ticken die Leute und womit kann man die triggern und da ist die DNX dann genau der richtige Ort die Leute zu treffen. #00:46:26-1# Norman Glaser: Ja. Cool. Marcus, bevor wir zum Ende kommen. Eine kleine Quick Q & A Session? #00:46:32-7# Marcus Meurer: Mhm (bejahend). #00:46:33-2# Norman Glaser: Ich stelle dir einfach ein paar Fragen und du antwortest ganz spontan und ganz schnell. #00:46:38-0# Marcus Meurer: Ja mache ich (lacht). #00:46:39-0# Norman Glaser: Erste Frage. Wo hältst du dich gerade auf? #00:46:41-1# Marcus Meurer: Tarifa, Andalusien, Südspanien, genau gegenüber von Afrika. #00:46:45-5# Norman Glaser: Und geiles Wetter wahrscheinlich? (lacht) #00:46:47-3# Marcus Meurer: Ja geiles Wetter auf jeden Fall und viel Wind. Ich bin ja jetzt passionierter Kiter #00:46:52-2# Norman Glaser: Kiter ja. #00:46:53-6# Marcus Meurer: Und wir sind fast jeden Tag draußen zum Kitesurfen. #00:46:55-7# Norman Glaser: Sehr cool. Also das passt doch perfekt. Was hat dich anfangs davon abgehalten Online Unternehmer zu werden? #00:47:01-5# Marcus Meurer: Die Angst, dass meine Fähigkeit und meine Skills nicht genug seien und dass keine Nachfrage da ist und dass überhaupt jemand irgendwas von mir kauft und dann irgendwie auch das falsche Verständnis um Erlaubnis bitten zu müssen, irgendwas starten zu dürfen oder starten zu können, weil die ganze Ausbildung, das Education System völlig darauf genormt ist, dass man in einen Nine To Five Job geht und irgendwo angestellt ist. #00:47:29-5# Norman Glaser: Ja. Okay. Welcher Moment oder Rat hat einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? #00:47:37-5# Marcus Meurer: Das war nicht der eine Rat, aber es war eine bestimmte Phase. Nämlich als wir von unserem ersten Thailand Trip nach Hause gekommen sind und ich da als digitaler Nomade gearbeitet habe in Südostasien, war nicht nur Thailand, sind wir in einem Coworking Space gelandet, der sich IdeaCamp nennt, in der Nähe vom betahaus und da die beiden Gründer, Thomas Jakel und Bastian Kröhnert haben so ein bisschen dieses Lean Startup Prinzip, was man auch in dem Hundred Dollar Startup Buch von Chris Guillebeau nachlesen kann, die haben das da sehr in die Community reingebracht, in der wir da gearbeitet haben und da hat sich dann das erste Mal so mein ganzes Mindset geändert von, ich habe jetzt ein Unternehmen gegründet, das Wichtigste sind erstmal Visitenkarten, ganz fett mit CEO drauf, Geschäftsführer, AGBs brauchen wir noch, wir brauchen keine Ahnung ein großes Team, Venture Capital, den ganzen Scheiß, den man eigentlich gar nicht braucht, das habe ich da das erste Mal erkannt und seitdem ich in der Spur unterwegs bin, rocken wir irgendwie alles weg. #00:48:34-3# Norman Glaser: Cool. Kannst du uns eine Internet Ressource oder ein Tool nennen, was du selbst einsetzt? #00:48:39-4# Marcus Meurer: Viele. (lacht) #00:48:42-3# Norman Glaser: Zu viele. (lacht) #00:48:44-6# Marcus Meurer: Zu viele Tools, aber man sollte auch nichts #00:48:46-3# Norman Glaser: Aber du organisierst dich sehr stark? #00:48:49-2# Marcus Meurer: Ja ich organisiere mich mega stark. Also ich organisiere mich selber und Feli, meine Mit-Geschäftsführerin und Freundin, in der Wunderlist. unser Team organisieren wir in oder wir kommunizieren mit unserem Team in Slack und unser Team selber nutzt das Projektmanagementtool Trello. Feli und ich haben uns da jetzt rausgezogen, weil sonst zu viele operative Sachen bei uns noch lagen und wir keinen Headspace hatten für Business Development und für die strategischen Dinge. Ich selber nutze liebend gerne Gmail in Verbindung mit dem Google Calendar, genau. Nehme noch die Coach.me App, um meine Routinen zu checken und aufzubauen und nehme Duolingo, die iPhone App, um eine neue Sprache zu lernen. Lerne gerade Spanisch und nutze dann noch liebend gerne das Five Minute Journal als App, #00:49:38-4# Norman Glaser: Yes. #00:49:39-0# Marcus Meurer: Das ist so ein Dankbarkeits Journal, Tagebuch, um ein positives Mindset zu gainen und last but not least. Ah zwei habe ich noch. (lacht) Ich gucke gerade auf meinen Homescreen, auf dem iPhone. #00:49:48-6# Norman Glaser: Ja, genau, (sonst?) #00:49:49-3# wäre meine Liste frei gewesen. (lacht) #00:49:51-0# Marcus Meurer: Ja genau. (lacht) Dann habe ich noch die Pocket App, wo du spannende Sachen, die du irgendwo im Netz findest, quasi abspeichern kannst für das Späterlesen, dass du nicht distracted wirst in deinem Workflow. Und die Blinkist App, das ist eine App, die dir die geilsten, besten Bücher in zehn Minuten zusammenfasst, die du dann auch als Hörbuch quasi in zehn Minuten immer hören kannst. Also da schaffst du locker ein geiles Buch pro Tag zu lesen oder zu hören. #00:50:16-0# Norman Glaser: Ja. Cool. Was für Musik hörst du gerne, die dich vielleicht auf neue Ideen bringt oder inspiriert? #00:50:22-1# Marcus Meurer: Ganz ehrlich, höre ich überhaupt keine Musik, wenn ich alleine bin oder mit Kopfhörern. Ich kann am besten arbeiten, wenn alles still um mich rum ist. Darum feiere ich auch diesen Noise Cancel, den Kopfhörer so sehr ab und mache dann immer den Noise Canceling Modus an und bin, also auch früher beim Lernen an der Uni oder für das Abi oder so habe ich es noch nie gekonnt mit Musik im Hintergrund zu lernen und ich kann, das ist glaube ich auch so mein Problem, ich bin (unv.) #00:50:44-9# und also sehr viel Energie und Power und vielleicht hast du ja auch die Lifehacks Folge gehört? #00:50:51-1# Norman Glaser: Habe ich gehört ja. #00:50:51-9# Marcus Meurer: Und ich kann nicht abschalten so und selbst, wenn Leute neben mir im Flugzeug oder im Bus sich irgendwas erzählen, ich kann nicht nicht-hinhören und das nervt mich selber und von daher Musik lenkt mich einfach nur ab. #00:51:02-2# Norman Glaser: Krass. Das heißt du hast Kopfhörer, um nicht Musik zu hören, sondern um die Umgebungsgeräusche auszuschalten? #00:51:07-4# Marcus Meurer: Genau. #00:51:08-5# Norman Glaser: Krass. Geil. (lachen beide) Letzte Frage. Kannst du uns ein Buch empfehlen, was für dich einen großen Mehrwert hatte und wie heißt dieses Buch und worum geht es da? #00:51:16-9# Marcus Meurer: Eins oder kann ich drei nennen? #00:51:22-6# Norman Glaser: Du kannst auch drei nennen. (lachen beide) #00:51:24-3# Marcus Meurer: Also zum einen The 4-Hour Work Week, weil da steht echt noch viel Wahres drin. Das ist der Klassiker, ne? #00:51:30-7# Norman Glaser: Ja. #00:51:31-1# Marcus Meurer: Dann Denke (nach) und werde reich, das ist eigentlich ein Buch, wenn man nur ein Buch lesen sollte, dann das. Rich Dad, Poor Dad und als Bonus, was ich gerade lese, ist Investment Punk. #00:51:46-9# Norman Glaser: Okay. Super. #00:51:48-3# Marcus Meurer: Das wären so die vier Bücher. #00:51:50-0# Norman Glaser: Ja. Verlinken wir natürlich alles in den Shownotes. Marcus, kannst du uns zum Schluss noch einen Tipp mit auf den Weg geben für das digitale Zeitalter, in dem wir leben und wie können wir dich am besten erreichen? #00:52:04-7# Marcus Meurer: Mein Tipp ist, die Gunst der Stunde zu nutzen, weil es noch nie in der Historie eine bessere Zeit gegeben hat als jetzt, um voll in diese digitale Arbeitswelt einzusteigen. Es sind alle Tools verfügbar, die man braucht, um ortsunabhängig oder digital zu arbeiten. Die meisten von den Tools sind sogar kostenlos. Das ganze Wissen dazu ist kostenlos im Internet verfügbar. Man kann sich einlesen in die verschiedenen Ressourcen oder Blogs. Es gibt immer mehr gute Online Kurse, die dann ein bisschen kosten, aber dafür hast du das Wissen dann condensed. Von daher the time is now, nutze die Zeit und wo man mich erreichen kann, ist am besten unter marcusmeurer.de und da sind dann auch Links zu allen anderen Projekten, dnx-berlin.de habe ich schon genannt und da ist auch ein Kontaktformular und da sind meine ganzen Social Media Profile, whatever Facebook, Twitter, Snapshat habe ich jetzt angefangen, Instagram. #00:53:01-5# Norman Glaser: Podcast. #00:53:02-3# Marcus Meurer: Einfach mal, Podcast genau, lifehacks.co , einfach mal nach Marcus Meurer googeln und ich glaube dann findet man ziemlich viel. #00:53:08-6# Norman Glaser: Genau. Wir verlinken auch das alles in den Shownotes. Marcus, hat mir total viel Spaß gemacht und vielen Dank, dass wir uns so auch mal direkt kennenlernen konnten. Du ja als mein inspirierender Podcast, der mich dazu gebracht hat, (lacht) MARKENKONSTRUKT.FM auf die Füße zu bringen. Vielen Dank für deine Zeit. #00:53:26-4# Marcus Meurer: Sehr, sehr, sehr geil. Ja vielen Dank, vielen Dank für deine Zeit. #00:53:29-3# Norman Glaser: Ja. Marcus, bis bald! Danke! Gute Reise! #00:53:31-8# Marcus Meurer: Ja hau rein! Ciao. #00:53:33-9# Norman Glaser: Ciao. #00:53:35-2#[/et_pb_toggle]   Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass du diesen Podcast mit deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für deine Bewertung bei iTunes.   Wir versorgen dich einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen kostenlos. Melde dich für unseren Newsletter an.   Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn bitte in deinen Netzwerken, dadurch unterstützt du uns enorm! Danke!!!  

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  • Bastian Barami ★ Wie du mit Amazon FBA ein ortsunabhängiges Business aufbaust

    · 01:22:10 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Bastian Barami von Officeflucht Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show. Heute mit Bastian Barami, dem Betreiber der Website Officeflucht. Und Bastian ist ziemlich fit im Thema Amazon Selling, Private Label Selling on Amazon und Grund genug, ihn für den LIFE HACKZ Podcast zu schnappen und auf den Zahn zu fühlen. Hinzu kommt: Er ist noch ein richtig cooler, netter, smarter, junger Typ, den ich sehr gerne mag. Check it out! Viel Spaß mit dem Interviwe mit Bastian Barami! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, die ich in den letzten Jahren in meinem Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFE HACKZ 10% Discount. In dieser Folge lernst du: Dass man gar nicht mega technisch versiert sein muss, um Digitaler Nomade werden zu können. Wieso Online-Handel mit Amazon FBA nicht schief gehen kann, wenn man es schlau angeht. Wie es möglich ist, von 0 auf 100 durchzustarten. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Officeflucht Entrepreneurship Summit   [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Das ist die LIFE HACKZ Show Folge Nr 38! Yo Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show. Heute mit Bastian Barami, dem Betreiber der Website Officeflucht. Und Bastian ist ziemlich fit im Thema Amazon Selling, Private Label Selling on Amazon und Grund genug, ihn für den LIFE HACKZ Podcast zu schnappen und auf den Zahn zu fühlen. Hinzu kommt: Er ist noch ein richtig cooler, netter, smarter, junger Typ, den ich sehr gerne mag. Check it out! Viel Spaß mit dem Interviwe mit Bastian Barami! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, die ich in den letzten Jahren in meinem Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFE HACKZ 10% Discount. Marcus: Jo Basti, cool dass Du am Start bist beim LIFE HACKZ Podcast! Bist Du ready? Bastian: Ich bin ready, danke für die Einladung, Mann! Marcus: Cool! Wo bist Du gerade und warum bist Du da, was machst Du da? Bastian: Ich bin gerade auf Gran Canaria. Wir veranstalten hier auch eine kleine Workation. Du weißt ja selbst von der Nomaden Cruise, wo Du selbst mitarbeitest - da sehen wir uns dann ja nächste Woche bzw. in etwas über 10 Tagen - und wir haben uns überlegt, dass wir so eine kleine Workation vorab starten, bei denen dann auch ein paar Leute am Start, die dieses Jahr auch mit auf’s Schiff gehen. Ich sitze jetzt hier in Las Palmas in unserer kleinen Butze und schaue mal, wie die Leute alle drauf sind, die jetzt noch ankommen. Ich bin jetzt der erste der da ist und morgen kommen ein paar und Sonntag kommt dann final der Rest der Truppe. Neun Leute sind wir. Marcus: Wow. Bastian: Und ja, das wird bestimmt eine coole Sache! Marcus: Ja, klingt echt gut, zumal Du ja glaube ich auch vor nicht allzu langer Zeit auch schon auf ner anderen Workation gewesen bist. Also, Du selber bist jetzt auch schon ganz schön viel unterwegs als Digitaler Nomade, wie ich das so mitkriege ne? Bastian: Ja schon. Das hat sich echt verdammt schnell entwickelt. Also auf der letzten Workation war ich selber noch als Teilnehmer dabei. Das war vom Sebastian Kuehn ne veranstaltete Workation auf Bali. Das war auch ne super, super, super geile Zeit. Einen Monat waren wir da und da hat man dann einfach echt Blut geleckt. Und jetzt haben wir eben entschieden, das Ganze nochmal ein bisschen auszubauen und das auch öfter zu veranstalten. Im März starten wir auch noch eine weitere Workation und der Sebastian selber macht auch, ohne dass ich jetzt bei jeder dabei bin, auch einige noch im kommenden Jahr. Das ist halt schon ein ziemlich cooles Modell, bei dem die Leute eben auch, die vielleicht nicht ortsunabhängig arbeiten, so ein bisschen reinschnuppern können in den Lifestyle. Das ist schon eine coole Sache. Marcus: Ja, also ich finde es auch cool, wenn man so ein Soft-Landing hat und nicht irgendwie alleine losziehen muss und dann krass irgendwo ankommt, überhaupt keinen Plan hat, wie man an seine Prepaid Sim-Karte hat, wo man arbeiten geht, wo man gleichgesinnte Leute findet. Ich meine, dafür sind so Workations richtig cool. Wie der Sebastian die macht oder unsere CAMPS oder das Surf Office. Also es gibt ja glücklicherweise jetzt immer mehr coole Angebote direkt für Digitale Nomaden. Das war vor drei Jahren noch nicht so. Umso besser, dass es jetzt so ist. Vielleicht kannst Du mal sagen, Du selber hast es ja jetzt auch mitgekriegt, Du warst auf Bali am Arbeiten für vier Wochen und dann warst Du wieder in Berlin oder in Deutschland und hast da gearbeitet, was genau ist für Dich so der Unterschied, wenn man woanders ist und von da arbeitet? Bastian: Also ich muss sagen, ich komme schon gerne auch nochmal wieder nach Hause. Ich habe auch noch meinen Wohnsitz in Deutschland, aber ich merke, dass ich mittlerweile gar nicht mehr so diese festen Arbeitsstrukturen brauche. Ich habe zwar schon so meinen gewissen Tagesrhythmus, aber wenn man zum Beispiel auf Bali sitzt und nem tollten Café mit ner super Aussicht, ich weiß nicht, vielleicht kennst Du in Ubud zum Beispiel das Clear Café, da hat man ne Aussicht direkt auf so nen Tempel. Irgendwie, wenn man ständig wechselnde Arbeitsaussichten auch hat, statt immer auf die ewig gleiche Wand zu gucken im Arbeitszimmer zu Hause, arbeitet man einfach irgendwie viel kreativer, habe ich den Eindruck. Und man sitzt da, dadurch dass man eben auch an schönen Orten eben was sehen möchte und sich zwangsläufig dann auch ein paar Auszeiten zwischendurch mal, um ein bisschen rumzurennen und die Gegend zu erkundschaften, gönnt man sich viel viel eher Pausen, die meiner Meinung nach einen wirklich produktiver machen, als wenn ich jetzt zu Hause sitze und nicht ständig den Drang habe, mal Pause zu machen. Und dann acht Stunden da sitze und davon aber vier Stunden oder so bei Facebook verbringe. Marcus: Hm ja, Facebook ist echt der mieseste Scheiß ever. Ich habe in anderen Interviews letztens schon erzählt, mich hat das irgendwann so genervt vor ein paar Monaten, dass dieser Algorhythmus so gut funktioniert und ich da auch regelmäßig - das passiert glaube ich jedem - dann in diesen Rabbit Wholes auf Facebook verschwinde, gar nicht mehr weiß, warum bist Du überhaupt auf Facebook gegangen. Was wollte ich da machen? Das war dann meistens irgendein Business-Anlass und dann verlierst Du Dich da in der Timeline. Bastian: (lacht) Richtig schlimm, auf jeden Fall! Marcus: Richtig mies, ne? Und ich habe gesagt: Ey, ich kaufe mir jetzt zwei, drei Facebook Aktien und immer, wenn ich mich dann darüber ärgere, dass mir das wieder passiert ist, dann freue ich mich wenigstens, dass ich ein bisschen mehr verweile da auf der Plattform. (beide lachen) Bastian: Ah, cooler Ansatz auf jeden Fall. Marcus: Aber was Du eben gesagt hattest, ist glaube ich ganz wichtig. Dass man, wenn man unterwegs ist, so geht’s auf jeden Fall mir und auch Feli, wenn man unterwegs ist, hat man irgendwie viel mehr Headspace und Kreativität, als wenn man in so eingefahrenen Strukturen ist. Was auf den ersten Blick erstmal… oder wenn man das hört, dann denkt man: Das kann ja nicht sein, man muss ja irgendwie mehr verarbeiten und viel mehr Challenges vielleicht unterwegs lösen und wie kann man dann noch mehr Power für das Business haben, als Zuhause in Berlin, wo man dann vielleicht im Betahaus schon gutes Internet hat, einen Desk, nen Stuhl. Und aber irgendwie ist es immer wieder so regelmäßig - das haben wir jetzt in Hongkong wieder gemerkt, in Bangkok, jetzt in Chiang Mai, dass jedes Mal, wenn wir den Ort wechseln, kam nochmal so ein neuer Schub. Ist das bei Dir auch so? Bastian: Ja, auf jeden Fall. Vor allen Dingen ist es ja auch so, dass man sich dann viel mehr damit abfindet oder auch arrangiert, wenn das Internet mal Scheiße ist. Man geht ja schon davon aus, dass man einfach nicht permanent so ne gute Leitung hat, wie man das jetzt vielleicht Zuhause in Deutschland hat, ne? Aber dann greift man auch viel, viel eher dazu eben die Aufgaben zu machen, die gerade kein Internet benötigen, als in Deutschland, wo man dann stattdessen ne halbe Stunde ständig seinen Browser irgendwie da aktualisiert und sich einfach nur abfuckt, dass das Internet nicht läuft. Marcus: Ja, ja, ja  (lacht)  Das hat der Noel glaube ich auch auf dem Talk bei der GLOBAL gesagt: Es gibt nix schlimmeres … es gibt nur eine Sache, die ist noch schlimmer als kein Internet, das ist langsames Internet. Was Dich immer so ein bisschen anteased, wo Du denkst so wow, scheiße ey, dann okay, mache ich vielleicht nur drei Seiten gleichzeitig im Browser auf anstatt fünf. Und dann…. nee! (lacht) Bastian: Auf Bali waren wir ja in ner wirklich wunderschönen Villa, aber die war mitten in den Reisfeldern gelegen. Und ich schätze mal, wenn man da jetzt ganz alleine gesessen hätte, dann hätte es auch ausgereicht, ne? Aber alles was ein bisschen mehr Datenvolumen gebraucht hat…. Also jedes Mal, wenn jemand irgendwie auf die Idee gekommen ist, was zu streamen oder so, gab’s dann erstmal Kasalla. (beide lachen) Und zum Skypen mussten wir uns generell absprechen ne. Aber wir hatten halt alle trotzdem super günstig Internet über’s Handy. Und das hat dann als Hot Spot auch besser funktioniert, als das lokale Internet jetzt über den normalen Router. Und ja, man arrangiert sich einfach. Also irgendwie kriegt man das dann doch alles auf die Kette. Und selbst, wenn man jetzt vielleicht denkt, dass man dadurch total ausgebremst wird bei der Arbeit, ist das irgendwie letzten Endes gar nicht der Fall gewesen. Marcus: Ja, und vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass wir die Dinge einfach leichter wegstecken oder dann easier einfach, einfacher nimmt und sagt: Dann ist das jetzt eben so. Aber dann kann ich jetzt kurz in Bali in den Reisfeldern spazierengehen oder mal ein bisschen konzeptionell was tun. Oder ich… keine Ahnung… Geh mal ne Runde zum Sport draußen. Bastian: Ja, auf jeden Fall! Das auf jeden Fall. Es ist auch so, dass bei einer Workation… was ich ziemlich cool finde an diesem Konzept Workation, ist einfach dass, auch wenn man als Anfänger vielleicht denkt, dass das nur gewisse Berufe oder am Anfang Freelancing oder diese typischen Klischee- Lebensmodelle um Digitaler Nomade zu werden, eigentlich gar nicht so weit verbreitet sind. Und dass man dann, wenn man dann mit zehn Leuten zum Beispiel in so ner Villa sitzt, erstmal merkt, dass fast jeder von denen was komplett anderes macht, ne? Und dass man dann eben auch so Einsichten bekommt. In ganz, ganz andere digitale Arbeitsfelder. Und jeder davon auch so ein bisschen profitiert ne? Also wir haben das halt so gemacht, dass je nach Interesse und je nachdem ob jemand auch selber bereit war, so eine Art kleinen Workshop für die anderen Teilnehmer zu geben, dass dann jeder von seinem Wissen einfach ein bisschen preisgegeben hat und jeder halt aufgrunddessen ein bisschen profitiert und für sich selber etwas mitgenommen hat. Und das finde ich eben super spannend an diesem Workation Modell auch. Marcus: Ja, das ist cool. Das ist fast wie so ein… das gesammelte Wissen an einem Ort zu vereinen und dann kann jeder davon profitieren. Und genauso, wie Du es gesagt hast, lief es bei uns im DNX CAMP auf Lissabon auch. Da hatten wir dann ne Social Media Expertin, die Anja, dabei, die spontan dann Breakout Session oder einen Workshop gegeben hat. Und am nächsten Tag hat jemand was über Copywriting erzählt und der Dritte hat dann das Logo für den Fünften gebaut und der Sechste wollte dann ein bisschen Input von mir, wie man einen Podcast startet. Also es ist irgendwie nochmal eine ganz andere Ebene. Klar gibt es das auch Online, dass man sich so aushilft, aber wenn man dann doch Face to Face oder nebeneinander am Rechner sitzen kann, dann gehen die Dinge irgendwie noch schneller und noch einfacher. Und das ist echt cool an diesen ganzen Retreat-Geschichten. Bastian: Auf jeden Fall, insbesondere wenn man dann mehrere Wochen am Start ist. Da entwickeln sich auch echt total schnell echte Freundschaften auch heraus ne? Also als ich jetzt zum Beispiel vor ein paar Wochen dann auf der DNX den Workshop hatte. Die Zeit die ich in Berlin war, habe ich bei Leuten gewohnt, die ich auf Bali kennengelernt habe, ne? Und das ist echt ziemlich geil. Also dieser ganze Networking-Aspekt auch. Marcus: Ja, absolut. Was für ein Thema hatte Dein Workshop auf der DNX? Bastian: Mein DNX Workshop hatte den Artikel “Freizeit Business Amazon FBA”. Marcus: Genau, vielleicht erklärst Du mal. Was heißt FBA und wie kannst Du auf Amazon ein Business machen? Bastian: Also mein Hauptbusiness - ich habe ein paar mehrere kleinere Standbeine - aber mein Hauptbusiness ist eigentlich das Verkaufen von indischen Gütern auf Amazon und Amazon macht einem das auch in Verbindung mit einem ortsunabhängigem Leben sehr einfach durch ihr sogenanntes FBA Programm. FBA steht dabei für Fulfillment bei Amazon. Und wie das Wort Fulfillment schon vermuten lässt, kümmern die sich um all den Kram, den man selber nicht machen möchte. Und man braucht ja beim Online-Handel echt allerlei normalerweise ne? Also so klassischer Online-Handel, da brauchst Du ein Lager, Du brauchst eine Büroausstattung und musst den ganzen Kram zur Post bringen oder brauchst zumindest nen Lieferanten, der das für Dich alles macht. Und das sind ja wahnsinnige Kosten, die da normalerweise entstehen würden. Und all diese unangenehmen Sachen, die nimmt Amazon einem dadurch ab, dass die natürlich eine ziemlich krasse Infrastruktur haben. Die haben ja selber in Deutschland neue Logistikzentren, die alle riesengroß sind und haben natürlich auch die beste Logistik, die Du Dir vorstellen kannst. Also natürlichen neben DHL etc. Aber dadurch kannst Du halt direkt Deine Waren vom Hersteller aus Asien oder eben auch selber von Zuhause, wenn Du nicht ortsunabhängig bist, die Sachen direkt zu Amazon ins Logisitkzentrum schicken. Dort werden die halt eingescannt, also jede Einheit muss mit einem Label versehen werden, damit die Leute auch wissen: Hey, das sind jetzt die Klamotten vom Basti. Und ab dann werden die halt auf der Plattform, also auf Amazon auf dem Marktplatz ganz normal angezeigt. Und wenn die dann gekauft werden, geht jemand ins Lager, holt das aus dem Regal, packt das ein, verschickt das und das geht physisch überhaupt gar nicht mehr durch meine eigenen Hände. Marcus: Ja, das ist ja richtig cool. Du sagst gerade aus China. Da kann man beispielsweise dann auf Plattformen wie Alibaba gehen. Was sowas wie Ebay für B2B ist ne? Bastian: Ja, das ist halt das größte Händlerverzeichnis weltweit. Das ist zwar eine chinesische Plattform, aber dennoch gibt es da eben auch weltweite Händler. Also man findet auch Anbieter aus Europa oder aus Afrika und anderen Kontinenten. Es gibt da auch noch eine andere Plattform, die ich gerne nutze. Die heißt globalsources.com. Die ist nicht ganz so groß, wie Alibaba aber trotzdem auch nochmal interessant so als Kontrastprogramm. Dann haben wir halt ein paar andere Angebote und so. Und Alibaba selbst ist halt echt die größte Handelsplattform der Welt. Die machen dreimal so viel Umsatz im Jahr, wie Amazon. Das ist schon echt richtig krass. Marcus: Das ist ne Hausnummer! Wie machst Du das? Wie schützt Du Dich da vor irgendwelchen Fake-Anbietern? Da hätte ich glaube ich, wenn ich jetzt überhaupt keine Ahnung davon hätte, erstmal ein bisschen Respekt. Dass ich sage: Okay, ich bin mit einem Chinesen in Kontakt oder weltweit mit irgendjemandem, hab den noch nie gesehen. Der will mir irgendwas anbieten für ein paar tausend Dollar, ich soll irgendwie drei oder fünftausend T-Shirts oder Einheiten kaufen und komme nicht weiter. Also wie kann man sich da schützen oder was sind so Deine Tipps? Bastian: Das Ding bei Alibaba ist natürlich, dass man schon daran gebunden ist, mehrere Stückzahlen zu nehmen. Man hat da neben jedem Artikel, den man dann eben sucht, ne sogenannte MOQ stehen. Das steht für Minimum Order Quantancy. Und diese Mindestabnahmemengen, die sind aber in der Regel erstens sowieso verhandelbar. Also ich habe das noch nie erlebt, dass ein Verkäufer nicht davon abgewichen ist. Meistens sind das Wunschnummern. Und in der Regel, um sicher zu gehen… Also es gibt auf Alibaba selber erstmal einige Filter, die man aktivieren kann. Die so die Scams quasi auch schon ein bisschen aussortieren. Zum Beispiel sind das die Gold Supplier. Und um so einen Gold Supplier Status zu bekommen, musst Du schon auch richtig Geld auf den Tisch legen, damit Du da eben auch über längere Zeit als Gold Supplier gelistet wird. Dass Du diesen Status hast, der eben Aushängeschild ist. Und Du siehst dann bei diesem Gold Supplier Logo, dass da an den jeweiligen Händlerseiten so angeheftet ist, wie lange die schon Gold Supplier sind. Und wenn die jetzt die Leute über den Tisch ziehen würden, dann könnten die nicht drei, vier oder manchmal sogar bis zu 15 Jahre, solange, wie es die Plattform gibt. Also da sind auch schon Leute dabei, die solange Gold Supplier sind, die könnten nicht Gold Supplier werden, wenn die Leute über den Tisch ziehen würden. Also das ist schon mal eine ganz gute Sache. Und dann gibt’s eben noch verschiedene Filter. Zum Beispiel: Wird da auch kontrolliert? Also da gehen Leute von Alibaba teilweise die Fabriken einzeln ab und gucken, ob diese Fabrik auch wirklich besteht und die checken halt deren Lizenzen und all so was. Also da gibt’s schon einiges, was einem da ein bisschen die Angst nehmen kann. Und grundsätzlich ist es auch wahnsinnig wichtig bevor man jetzt 1000 Stück von irgendwas bestellt und da Unsummen überweist, einfach auf irgendein Bankkonto, lasse ich mir vorab immer ein Sample zuschicken. Das dient zum einen dazu, zu wissen: Okay, haben die Leute überhaupt die Ware, die sie angeben zu haben? Und natürlich auch ein Qualitätstest. In der Regel schreibe ich für jedes Produkt ungefähr 10 Händler an, lasse mir von denen jeweils ein Sample zukommen und dann entscheide ich halt anhand des Samples, bei wem ich plane ein Geschäft einzugehen. Dann kommen noch so ein paar Verhandlungen dazu, was für Möglichkeiten die haben, das dann zu labeln mit meinem eigenen Logo und sowas. Und dann entscheide ich auch erst, wem ich dann den Zuschlag gebe. Marcus: Hm spannend. Das heißt, die Proben werden Dir kostenlos rausgeschickt von den Händlern oder musst Du noch was zahlen für die Samples. Bastian: Man muss für die Samples halt ein bisschen mehr bezahlen. Die sind höher angesetzt preislich, zum einen. Weil die halt per Express verschickt werden, damit wenn es zu einer Folgebestellung kommt, zu einer größeren, damit es auch schnell über die Bühne geht. Und der andere Faktor ist, dass es wahnsinnig viele schwarze Schafe aus Kundensicht gibt, die dann sagen: Hey, ich gehe einfach auf Alibaba, statt auf irgendeine andere Seite und kaufe mir für meinen Privatbedarf günstig meinen Kram und bestelle mir dann einfach einen Sample unter der Vorgabe, dass ich hinterher eine Großbestellung tätige. Und da sind natürlich mittlerweile auch viele Händler hintergestiegen und deshalb wollen die so die Spreu vom Weizen trennen und setzen den Samplepreis extra hoch an, sodass man dann vielleicht für einen Sample das hinterher pro Stück-Einheit vielleicht, weiß ich nicht - 8 Dollar kostet - vielleicht mal 80 Dollar zahlt, aber der Preis ist dann halt auch in der Regel anrechenbar auf die Folgebestellung. Marcus: Ah okay. Bastian: Also insofern, wenn man jetzt nicht 20 Samples oder so von verschiedenen Leuten bestellt. Das wäre natürlich schweineteuer. Dann ist das eigentlich keine große Nummer. Marcus: Okay. Dann hast Du gerade erwähnt, bei manchen Herstellern kannst Du es dann direkt Labeln lassen, private labeln lassen? Bastian: Genau, also was ich einkaufe sind sogenannte White Label Produkte. Also Produkte, die es so in der Rohform schon gibt. Das ist eigentlich - wenn Du Dich jetzt umguckst, da wo Du gerade sitzt, wirst Du wahrscheinlich mindestenst 10 Sachen sehen, die nicht mit irgendeiner bestimmten Marke assoziert werden, die theoretisch von irgendeiner freien Marke sein könnten. Du könntest jetzt sagen: Okay, ich verkaufe jetzt Tische, ne? Und dann ist das eben der LIFE HACKZ Tisch zum Beispiel. Marcus: Ja, oder ich habe hier so einen Geldbeutel vom Hongkong Night Market. Bastian: Ja, ne? Also theoretisch alles was es so in der Rohform schon gibt, kannst Du natürlich labeln lassen mit nem eigenen Logo. Zum einen hat das natürlich den Vorteil, dass Du dann kein Geld in der Entwicklung für ein neues Produkt, für irgendeine revolutionäre Idee oder sowas stecken musst. Weil Du Dir eben nur quasi schon fertige Produkte zunutze machst. Und Du kannst dann eben trotzdem das Ganze unter einer eigenen Marke verkaufen, weil da ja jetzt kein vorherrschendes Patent oder so drauf ist. Wenn ich jetzt sage: Okay, ich möchte jetzt Officeflucht Proteinshaker machen oder sowas ne? Dann schicke ich dem Händler mein Logo per E-Mail zu. Beziehungsweise frag den erstmal, was der für ein Format braucht und was es denn für Möglichkeiten gibt. Denn es gibt auch verschiedene Branding Möglichkeiten. Das kann ein Silkscreen sein, der Druck. Oder das kann jetzt bei Textilien zum Beispiel, sind das dann vielleicht Schilder, die die drauf nähen und sowas. Je nach Produkt... Marcus: Krass, also das kann richtig professionell aussehen auch. Also hinten dann die Schilder oben im Nacken und … boah. Bastian: Absolut, also die Sachen, die ich jetzt verkaufe, die könnten genau so gut in jedem X-beliebigen Laden hängen. Also das ist schon alles… ich meine, die meisten Sachen, die wir in Deutschland im Alltag nutzen, die kommen ja auch bestimmt zu 90% trotzdem irgendwo aus Asien, ne? Nur weil die jetzt qualitativ verpackt sind… achso, das ist sowieso ein Aspekt, auf den ich jetzt gleich nochmal eingehen möchte. Die Produkte selber, die werden oft nicht so wertig wahrgenommen, wenn die zum Beispiel schlechter verpackt sind. Und kaum hast Du eine ziemlich stylisch designte Verpackung, denken die Leute direkt: Hey, das ist ein Premium Produkt, obwohl das eigentlich das gleiche Ding in Grün ist, ne? Das ist auch nochmal so ein Faktor. Also wenn man sich bei Amazon von der Konkurrenz abheben möchte, da kann man gleich nochmal ein bisschen intensiver drüber sprechen, dann brauchst Du eigentlich… Du musst das Ganze eigentlich einfach nur ein bisschen schöner verpacken. Marcus: Bei Alibaba bestellst Du dann nur das nackte Produkt ohne Verpackung oder musst Du das unter Umständen nochmal anboxen und dann neu verpacken lassen? Bastian: Nee, das ist eigentlich mehr so… also es geht nicht nur um die Verpackung, sondern auch um das Gesamterscheinungsbild. Ich würde jetzt zum Beispiel meine Produkte… Meine Produkte, die bekommen halt immer ein schönes Label, also in meinem Ermessen zumindest schönes Label. Ich lasse dann die Logos von einem Designer, mit dem ich da arbeite, gestalten, den ich auf Upwork gefunden habe, der sehr, sehr gut arbeitet. Und die Datei schicke ich halt wie gesagt den Asiaten. Die labeln das Produkt und in der Regel, die die Produkte ja auch für den Verkauf im Einzelhandel eigentlich auch herstellen, bieten die meistens Inhouse auch trotzdem Verpackungsherstellung an. Verpackungsherstellung, also der Druck, der geht meistens allerdings erst ab ner Stückzahl von 1000 Stück. Wenn ich jetzt aber ein Produkt herstellen lassen möchte, aber nicht direkt mit 1000 Stück starten möchte, sondern vielleicht nur mit 100 oder mit 200, dann hat man die Möglichkeit diese 1000 Verpackungen zwar von denen durcken zu lassen - ich lasse auch das Verpackungsdesigner von meinem persönlichen Designer machen, weil die Asiaten da meiner Meinung nach, einfach nicht so das ästhetische Auge haben. Das kann man zwar nicht so pauschal sagen, aber oft ist die Verpackung einfach nicht schön. Und dann lasse ich das Design für die Verpackung dem Hersteller zukommen. Der druckt dann zwar 1000 Verpackungen, aber ich kaufe ja generell, auch wenn es nur 100 oder 200 Stück sind, nur Sachen ein, von denen ich glaube, dass ich auf lange Sicht auch weiter von dem Händler beziehe. Und der hält dann einfach die Verpackungen zurück auf Lager. Und wenn dann die nächsten 200 oder vielleicht beim nächsten Mal 400 Stück bestellt werden, dann nimmt der einfach die Verpackung, die ich im Vorfeld schon bezahlt habe. Die Verpackung ist auch in der Regel nicht so teuer. Da zahle ich für 1000 Pappverpackungen, die nach meinem Design bedruckt sind ungefähr 130 Dollar. Marcus: Hm okay, das ist überschaubar. Bastian: Ja, das ist auf jeden Fall viel, viel billiger, als wenn ich das jetzt in Deutschland drucken lassen würde, zumal das natürlich auch ein zusätzlicher Arbeitsschritt wäre, das dann hier selber umzuboxen, ne? Marcus: Das heißt, wie verwaltest Du dann Deine ganzen Bestände bei den einzelnen Alibaba Händlern und was noch Amazon liegt und stellt Amazon das irgendwie in Rechnung, wenn Du da irgendwie 10000 Sachen hinbestellst und es kauft doch keiner was und es liegt dann die ganze Zeit in irgend so einem Fulfillment Center bei Amazon rum? Bastian: Also ich habe eigentlich nur ne ganz normale Excel Datei bei der ich selber den Überblick habe, was die Alibaba Händler anbelangt. Bei wem ich noch wieviele Verpackungen zum Beispiel liegen habe. Aber wenn Du jetzt bei Amazon etwas verkaufst… Wenn ich jetzt zum Beispiel 300 Einheiten von Bratthermometern oder was weiß ich was zu Amazon schicken würde, dann sieht man das im eigenen Seller Backend. Also da gibt’s ne Verkäuferplattform, die heißt Sellers Central und da sehe ich dann stets meinen Lagerbestand. Ich kann mir sogar so Erinnerungen per E-Mail einstellen, wenn ich zum Beispiel weiß: Okay, der und der hat ca. die und die Leadtime. Also Leadtime ist die Dauer, die ein Artikel braucht um hergestellt zu werden, mit meinem Logo jetzt dann zum Beispiel ne? Das muss dann ja schon wieder individuell gemacht werden. Dann kann ich mir Erinnerungen in meinem Seller Central Backend einstellen, dass ich zum Beispiel zwei Wochen… bzw. wenn ich jetzt noch 30 Stück auf Lager habe oder 100 Stück, je nachdem sich der Artikel im Schnitt verkauft. Dass ich dann eine Erinnerung bekomme: So, ich muss jetzt den Lagerbestand wieder aufstocken. Marcus: Hm krass, ja. Smartes System. Mega spannend die Welt und man trifft immer mehr von diesen Amazon Sellern. Ich glaube in Deutschland ist es noch recht überschaubar. International kommt’s mir gerade so vor, wenn ich in Coworking Spaces unterwegs bin, ist da gerade jeder zweite irgendwie involviert. Jetzt gerade auch eben, als wir Wasser geholt haben am Spender. Da ist glaube ich ein Pole, ein Deutscher und ein Ami, die zusammen auch Private Label irgendwas auf Amazon dann machen. Und da musste ich direkt an Dich denken. Bastian: Ja, in Amerika ist das halt echt krass ne? Da ist der Markt echt aktuell richtig am Brummen. Und deshalb verkaufe ich auch lieber in Deutschland. Zum einen ist es natürlich ein bisschen einfacher. Und es ist einfach nicht so extrem Competitive. Also der deutsche Markt hat einfach noch viel, viel mehr Potential, weil das ist ja wie mit allen Sachen. Deutschland hängt einfach Amerika immer so zwei, drei Jahre hinterher, sage ich mal. Und das ist einfach eine super Möglichkeit zum einen vom amerikanischen Markt zu lernen, aber sich da eben auch die Inspiration zu holen für zum Beispiel neue Produkte. Ich verkaufe aktuell zum Beispiel ein Produkt, dass es in Deutschland so noch gar nicht gab. Also es ist eine Variation eines ganz normalen Produkts, dass es auf Amazon gibt. Aber ich habe es halt in Amerika gesehen, dass es da voll der Topseller geworden ist und ja, das läuft jetzt super gut an. Marcus: Cool! Und wenn Du jetzt wie auch immer durch Deine Recherchen - da gibt es wahrscheinlich bestimmte Indikatoren, woran Du siehst, es könnte erfolgreich sein. Was könnte zum Beispiel so ein Indikator sein? Dass es noch nicht so viele Bewertungen gibt, oder es das Produkt schon gibt oder in Scheiße gibt und Du willst das in cool machen? Bastian: Ja, also cool machen ist sowieso schonmal ein guter Ansatz, aber ich finde … also mein Ansatz, den ich hauptsächlich verfolge ist, zunächst suche ich natürlich ein Produkt nach gewissen Kriterien aus ne? Es sollte nicht saisonal sein. Es sollte nichts elektronisches sein, weil bei Elektronik hat man ne längere Gewährleistung und da kann man einfach davon ausgehen, wenn ich irgendwie 1000 Stück von irgendeinem elektronischen Gerät bestelle, dann wird eins davon mindestens nicht funktionieren. Das ist einfach Murpheys Law oder so. Das ist einfach bei Elektronik der Fall. Dann sollte es nix Komplexes sein, nix dass auf dem Weg leicht kaputt gehen kann und da habe ich halt so eine gewisse Liste an Kriterien, die ich auch auf meinem Blog in der Amazon Artikelserie, die ich geschrieben habe mal ein bisschen erläutert habe. Marcus: Wie ist die URL von Deinem Blog? Bastian: officeflucht.de. Marcus: Genau., können wir gleich nochmal drauf eingehen. Bastian: Ja, und mein Ansatz ist dann, wenn ich mir die Competition angucke, also in der Regel findet man ja trotzdem fast jedes Produkt auf Amazon Deutschland. Vielleicht nicht in so vielen Variationen, wie auf dem amerikanischen Markt, aber man findet einfach hauptsächlich Produkte von Leuten, die so schon seit Jahren Online Handel betreiben, eigentlich über ihre eigene Plattform und Amazon nur als zusätzlichen Verkaufskanal nutzen. Und deshalb haben die sich nie wirklich damit auseinandergesetzt, wie man Amazon gut umsetzt. Und da ist mein Ansatz einfach mehr zu schauen, was kann ich da besser machen? Und Du hast da so viele Indikatoren, die es einem leicht machen, ein Produkt Listing zu verbessern. Zum Beispiel positive und negative Reviews. Weil was hat zum Beispiel dem vorherigen Kunden nicht gefallen. Warum haben die ne negative Review hinterlassen? War es einfach nur ein Mangel an Informationen, dass die Produktbeschreibung nicht ausreichend war und die irgendwas bekommen haben, von dem die dachten, dass es so sein würde oder was steht da sonst noch alles drin? Oder auch diese Fragensektion. Du hast auch vor den Bewertungen in jedem Produktlisting bei Amazon, wenn da Fragen gestellt worden sind, die unklar waren, dann hast Du da die Fragen und die Antworten. Den Dialog halt zwischen Käufer und Verkäufer. Und ich suche mir dann halt all die Informationen zusammen und packe die einfach direkt in mein eigenes Listig, damit da möglichst wenig Rückfragen überhaupt entstehen. Das ist zum einen natürlich super für den Kunden, weil Du ein viel informativeres Listing hast und das nimmt Dir hinterher im Umkehrschluss auch viel mehr Arbeit ab, in Sachen Kundensupport oder so, den Du sonst leisten müsstest, weil Du dann ja jedem einzeln schreiben würdest. Und das Ganze lässt sich eben auch noch ausweiten auf den Titel. Dass Du den Titel mit ein paar entsprechenden Keywords versiehst, dass Du tolle Fotos einstellst. Weil Fotos sind einfach mega wichtig im Online Handel. Weil wenn die Leute nicht in den Laden gehen, um sich das Live anzugucken, dann sollten die Fotos halt so real wie möglich sein. Die müssen ne gewisse Größe haben, damit die mit der Maus auch zoombar sind und all sowas. Und das machen unglaublich viele Verkäufer auf Amazon mega schlecht. Und dann natürlich der Hauptfaktor zum differenzieren von der Konkurrenz ist zum Beispiel auch der Prime Versand. Weil viele Leute, wie gesagt, die lange schon den Online Handel betreiben und ihr eigenes Lager haben, die haben sich mit dem FBA Programm zum Beispiel gar nicht auseinandergesetzt. Viele Leute denken: Erstens muss das ja mega teuer sein, wenn die einem all die Arbeit abnehmen. Erstens ist es das nicht. Aber die Leute haben dadurch, dass die das selber verschicken, kein Schildchen neben ihrem Produkt, dass es per Prime verschickt wird. Weil wenn die Sachen von mir direkt zu Amazon geschickt werden und direkt auch im Lager liegen, dann kann Amazon ja auch garantieren, weil die es halt direkt aus dem Regal nehmen können, dass die Sachen morgen vor der Tür liegen. Und das ist den Kunden einfach immer, immer wichtiger. Die Zahlen gerne zwei, drei Euro mehr, wenn die wissen, dass liegt morgen vor meiner Tür. Marcus: Absolut! Ich filtere auch immer nur nach Prime. Bastian: Ja, siehste? Das geht eben nur für Sachen, die auf Lager liegen. Und das ist dann bei mir halt eben der Fall. Marcus: Ja, echt krass. Und dieses Prime ist glaube ich auch gar nicht so teuer. Ich weiß gar nicht was ich da zahle, zwanzig, dreißig Euro pro Jahr und ich meine, wenn man viel bei Amazon bestellt, lohnt sich das so sehr. Weil Du hast es halt am nächsten Tag vor der Tür. Bastian: Ja, ich glaube, das ist ein Fuffy im Jahr, aber dennoch ne? Also 10 Sachen bestelle ich bestimmt im Jahr bei Amazon locker und da ist das Geld ja schon wieder raus ne? Marcus: Absolut und ich glaube, Du kannst sogar irgendwie mit Deinem Haushalt sharen. Irgendwie ist Feli da noch mit drin. Ich glaube sogar mein Bruder oder meine Mutter, obwohl die ganz woanders wohnen. Bastian: Ja genau, das stimmt auch, ja hast Du recht. Marcus: Ja, Du hast es mega, mega schnell raus. Du sagtest gerade unter Umständen muss man auch Kundensupport machen. Also der bleibt dann nach wie vor bei Dir liegen oder kann man das auch noch outsourcen? Bastian: Also, es kommen nur Fragen spezifisch zu dem Produkt bei Dir an. Also die Käufer haben schon die Möglichkeit Dir per Mail ne Frage zu stellen. Aber alles was mit Reklamationen und Rückfragen zur Sendung selber, zum Sendungsstatus und all sowas zu tun hat, das läuft alles über Amazon. Da musst Du rein gar nichts machen. Und ich habe bisher, ich glaube wirklich, ich mache das seit 7 Monaten intensiv und ich glaube, ich kann an zwei Händen maximal abzählen, wie oft mich ein Kunde angeschrieben hat. Marcus: Hm, und wie ist das, wenn Du jetzt ein neues Produkt ausfindig gemacht hast und sagst: Okay cool, hier anhand meiner Checkliste, das könnte passen, ich gebe dem mal… give it a shoot. Ich versuch’s jetzt mal. Hast Du da ein bestimmtes Budget, um das Risiko erstmal zu deckeln und sagst: Okay, ich gehe da jetzt mal mit 200/300 $ rein oder 500 $ und dann gucke ich, wie sich das abverkauft und kaufe es unter Umständen dann nach? Muss man dann direkt überlegen, kriege ich bessere Preise, wenn ich mehr auf einmal hole. Kann man das irgendwie so ein bisschen eingrenzen? Bastian: Man bekommt natürlich immer bessere Preise, wenn man mehr nimmt. Ich jongliere jetzt natürlich auch mit anderen Preisen, als zu dem Zeitpunkt, wo ich noch angefangen habe. Aber gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass man jetzt ganz frisch sich für das Thema interessiert und anfangen möchte. Also zunächst einmal braucht man natürlich ein bisschen Geld, um sich die Samples zukommen zu lassen. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass so ein Sample, weiß ich nicht - 60 $ bis 80 $ kostet und man 5 davon bestellt, dann sind das ja quasi schon 450 $ Pi mal Daumen. Das Ding ist, man kann durchaus mit 500 € starten, wenn man jetzt darauf verzichten würde vorab viele teure Samples zu bestellen, denn es gibt ja verschiedenste Produktgruppen. Man kann auf jeden Fall bei Amazon Sachen für 15 $ oder 15 € verkaufen, die im Einkaufspreis vielleicht knapp nen Dollar kosten. Also es gibt da auf Alibaba über 400 Mio. verschiedene Produkte. (beide lachen) Das ist einfach krank. Man kann sich auf Alibaba so dermaßen verlieren. Also wenn ich auf Produktsuche bin, manchmal lasse ich mich da auch einfach nur fallen und stöbere mich durch die bescheuertsten Kategorien, einfach nur, um sich so ein bisschen inspirieren zu lassen. Marcus: Krass! Bastian: Und, wenn man dann meint ein Produkt gefunden zu haben, eben nach diesen gewissen Kriterien ausgewählt, kann man natürlich je nach Produktgruppe auch mit einem kleinen Budget starten. Ich persönlich finde, dass man so ungefähr mit 1000 bis 1500 Euro starten sollte, damit man auch direkt einige Units zum verschenken hat. Denn verschenken sollte man am Anfang einige Units im Gegenzug für positive Produktbewertungen. Denn in Deutschland ist es halt so, dass…. also ich weiß ja nicht, wie oft Du schon etwas positiiv bei Amazon bewertet hast. In der Regel, wenn man seine Sachen auspackt und man ist zufrieden, ja dann freut man sich halt ne, aber da gehen die wenigsten Leute zurück auf Amazon und schreiben eine positive Review. Das ist irgendwie in Deutschland so, dass man dann.... Marcus: Also nicht nur auf Amazon. Bastian: Ja genau, aber Deutschland, da gehste dann eher zurück und bewertest, wenn Du mit irgendwas nicht zufrieden bist. Und deshalb kann man sich in Deutschland von der Konkurrenz super gut abheben, indem man positive Reviews sammelt und das kann man dann eben dadurch machen, dass man sagt: Okay, ich generiere hier in meinem Seller Backend so einen Rabatt Code, müssen keine 100% sein, aber zum Beispiel einen Rabatt dafür, dass man Leuten dann anbietet, das Produkt zu “testen” und erwartet dann halt im Gegenzug ne tolle, ausführliche Review. Und dafür gibt es bei Facebook zum Beispiel verschiedenste Gruppen. So Amazon Produkttester Gruppen, in denen auch Kunden unterwegs sind, einfach nur mit dem Ziel eben Gratis regelmäßig irgendwelche Produkte abzugreifen. Und das ist so eine Win Win Situation eben für beide Seiten eigentlich ne? Und mein Ansatz ist zum Beispiel, also ich verkaufe sowohl im Küchendepartment als auch in der Haustiernische. Und je nachdem, was ich gerade für ein Produkt bewerbe, gehe ich dann für das Beispiel Haustier einen Hundeartikel, den ich erst letzte Woche gelaunched habe zum Beispiel… es gibt ja Online nicht nur bei Facebook haufenweise Hundeliebhaberforen und all sowas und Hundebesitzerforen. Und wenn man da jetzt eben so nen Post schaltet: Hey, ich habe hier ein neues Produkt am Start und hat nicht jemand Bock? Ich suche irgendwie 20 Leute oder 40 Leute, je nach dem, wie teuer das Produkt, daran entscheide ich dann, wieviele ich davon am Anfang auch weggebe. Da kommen die Leute natürlich angerannt in Scharen und man hat gar nicht soviel, wie man weggeben wollen würde. Also dieses Review-Sammeln, das ist mega simple und das ist echt noch so ein Knackpunkt, mit dem man sich da super von der Konkurrenz abheben kann und sehr sehr schnell auch mal auf der allerersten Seite landen kann, ne? Marcus: Krass! Bastian: Das ist echt eine coole Sache. Marcus: Super geiler Hack. Danke für’s Teilen hier auf dem Podcast! Bastian: Klar, Mann. Marcus: Das war mir jetzt auch noch nicht so bewusst. Und im besten Fall wählst Du dann noch ein Produkttester aus, der unter Umständen noch ein Video davon macht oder? Bastian: Also Bilder auf jeden Fall, Video muss es jetzt nicht sein. Ich möchte den Leuten das jetzt auch nicht unglaublich schwer machen, also da denke ich dann lieber darüber nach, ob ich selber einfach mal ein Video drehe für mein Produktlisting, das ich dann zusäzlich zu den Bildern schalte. Marcus: Okay, sind das dann die Leute, manchmal liest man in den Rezensionen unten “das ist ein Produkttester” oder “dieses Review kommt von einem Produkttester”? Bastian: Genau. Marcus: Also das schaltet Amazon dann automatisch, sobald Du irgendeinen Rabatt dahinterlegst? Bastian: Nee, die Bewerter sollen das eigentlich von sich aus dazu schreiben. Ich animiere die Leute nicht gezielt dazu, das noch dazuzuschreiben. (lacht) Es ist aber schon eigentlich von Amazon gewollt. Marcus: Ah und dann hauen die dann das Label dadrauf und diesen Vermerk? Bastian: Nee nee, Amazon macht das selber gar nicht. Marcus: Es gibt aber so nen… das habe ich schonmal irgendwo gesehen. Vielleicht haben sie es nicht mehr. Es gab mal so ne kleine Amazon Produkttestgruppe direkt von Amazon glaube ich. Darum habe ich mich gerade gewundert, ob die jetzt wirklich direkt von Amazon waren. Aber vielleicht haben die es auch wieder eingestellt oder wir recherchieren da noch mal. Bastian: Amazon selber macht das glaube ich nicht. Also die Leute nehmen dann für ihre Facebook-Gruppen und so, nehmen die natürlich ein Amazon Logo und so als Titelbild, aber Amazon selber bewirbt das so nicht. Also man kann halt verschiedene Rabatt Codes generieren und Amazon würde nicht direkt schnallen, dass die Leute das zum Beispiel von mir über irgendeine Facebook-Gruppe oder sowas bekommen haben. Im Endeffekt, wenn Du einen Rabattcode gibst, es könnte ja genauso gut sein, dass ein Artikel beschädigt beim Kunden angekommen ist. Der schreibt Dich an und dann sagst Du dem: Okay, hör mal zu, ich kann Dir einen Rabatt Code gewähren, dann kriegst Du den gleichen Artikel nochmal rabattiert. Insofern wäre das dann ja jetzt nicht alleine aufgrund des Rabatt Codes... Marcus: Nee, da macht das schon wieder keinen Sinn, was ich da gerade überlegt habe. Aber was es gibt, ist dieser verifizierter Käufer, ne? Bastian: Ja genau. Also verifizierte Käufer Reviews sind eben die Reviews von Leuten, die es auch wirklich gekauft haben. Da zählen allerdings auch trotzdem die Rabattkäufer mit hinzu. Nur, Du könntest jedes Produkt theoretisch auf Amazon bewerten. Nur wenn Du jetzt den Artikel selber gar nicht gekauft hast, dann wäre es kein verifiziertes Käuferreview. Du kannst aber auch dahergehen und theoretisch jetzt zum Beispiel das Mikro, dass Du jetzt benutzt für unser Interview, könntest Du auch auf die Amazon Seite gehen und das Produkt einfach bewerten. Marcus: Okay, und da ist der Gedanke hinter, es sind vielleicht Leute, die das Produkt haben, aber nicht bei Amazon gekauft haben und trotzdem gerne eine Review hinterlassen wollen. Bastian: Genau, genau. Warum auch immer? Marcus: Gibt’s dann nicht auch schon so negative SEO oder dass Du bei Konkurrenten hingehst und deren Produkte dann runterbewertest oder irgendwelche Klickworker das machen? Bastian: Nee, nee, also das nimmt auf jeden Fall Überhand. Das ist mir persönlich auch zum Glück noch nicht untergekommen, aber wenn ein Review offensichtlich nicht ganz rechtens ist, bzw. nicht mit Grund auf Deiner Seite landet, dann kannst Du Dich auch an den Support wenden und das beanstanden und dann entfernen die sowas auch. Marcus: Okay cool. Wie ist das, wenn Du jetzt ein neues Produkt dann aufnimmst in Deine Produktpalette oder in Deinen Amazon Sellers Account und dafür dann ein neues Branding brauchst, weil Du alles ja alles private labelst, richtig? Bastian: Hm ja? Marcus: Dahinter steckt doch auch richtig viel Kreativarbeit, was eigentlich Agenturen sonst machen für irgendwelche Unternehmen. Machst Du das alles selber? Wie entsteht dann so ne neue Marke oder ein neues Logo? Bastian: Also um ehrlich zu sein ist es ein total simpler Prozess, weil wenn ich jetzt sage, ich suche zum Beispiel die Nische Haustiere jetzt, nehmen wir das jetzt einfach mal, ich suche Produkte für die Nische Haustier, weil das ist eine super Nische. Die Produkte sind nicht komplex. Die sind nicht massig groß oder schwer, was natürlich auch für den Transport wichtig ist. Man zahlt ja für den Transport dann eben auch aus Asien hierhin und so. Deshalb ist Haustier zum Beispiel eine super Nische. Leute geben gerne Geld aus für ihre Haustiere. Dann versuche ich ein relatives neutrales Logo mir auszudenken. Also ich gestalte das nicht selber, aber ich gehe zum Beispiel auf Google und gehe dann in die Bildersuche und gebe einfach sowas banales wie Pet Logo ein. Und dann gucke ich, was so alles auftaucht, was mir gefällt und dann sammle ich mir so drei oder vier verschiedene Designs, die mir gefallen und dann schicke ich die alle vier meinem Designer und sage dem: Hör mal zu, das gefällt mir an dem gut, das gefällt mir an dem gut. Kredenz da mal irgendwie was schönes zusammen. Dann kriege ich ein paar Entwürfe zurück und dann suche ich mir ein fertiges Logo aus und um ehrlich zu sein, war es das eigentlich schon. Ich brande einfach nur dieses Private Label Produkt und mir geht es gar nicht darum, zumindest am Anfang nicht, eine riesengroße Marke aufzubauen, aus der jetzt wirklich ein Konzern wird, weil ich verkaufe diese Sachen eben nicht auf einer eigenen Website, sondern nur auf Amazon und da suchen die Leute in der Regel, wenn es jetzt nicht Kopfhörer oder ne Waschmaschine oder was weiß ich was ist. Es sind ja nur Produkte, die einen gewissen Zweck erfüllen. Wenn jetzt jemand nach ner Hundeleine sucht, dann ist ihm das relativ egal, was das für ne Marke ist, ne? Mir geht es viel mehr da drum, wenn sich zum Beispiel die Produkte untereinander kaum unterscheiden, dann geht es um die Darstellung des Produktes, wie ich eben schon gesagt habe. Wie das Listing aussieht, wie die Bilder aussehen und vielleicht eben auch, wie das Logo aussieht. Und deshalb ist mir wichtig, dass  mein Logo eben cool aussieht und dann stecke ich da halt in die Logoentwicklung ein bisschen Geld rein. So teuer ist das eine Logo dann eben auch nicht. Und es sollte halt möglichst neutral sein, weil Haustier eben auch eine große Nische ist. Wenn ich jetzt ein Hundelogo hätte, dann wäre es vielleicht nicht praktisch, wenn ich hinterher Katzenartikel verkaufe oder sowas. Und das gleiche gilt eben zum Beispiel auch für den Shopnamen. Also ich verkaufe jetzt wie gesagt Haustierartikel und Küchenartikel. Da kann ich jetzt schlecht irgendeinen Tiernamen für meinen Verkäufernamen nehmen oder sowas. Da kannst Du Dich am besten neutraler nennen. Marcus: Du kannst nicht mehrere Shops aufmachen, je nach Kategorie oder Nische? Bastian: Kannst Du theoretisch schon. Da musst Du allerdings Amazon genau darlegen, weshalb, wieso, weswegen und das liegt in deren Händen, ob die das dann bewilligen oder nicht. Habe ich bisher einfach noch gar nicht probiert. Vielleicht mache ich es in absehbarer Zeit mal. Wenn die Sortimente so enorm wachsen, dass ich es dann hinterher irgendwie zu komisch aussieht, wenn ich dann zwei verschiedene Nischen verkaufe oder so. Aber grundsätzlich kann man schon mehrere Shops eröffnen, mit deren Erlaubnis halt nur und wenn es aber auch ein bisschen komplex halt mit dem ganzen Auseinanderhalten der Umsätze für die Steuern und sowas. Ich habe bisher einfach alles unter einem Hut und habe da auch keine Probleme mit bisher. Marcus: Außerdem wird das Profil an sich ja auch schwächer. Also wenn da alle Reviews, die Du da jetzt auf dem einen Profil sammelst ist ja auch fetter. Bastian: Auf jeden Fall, genau! Marcus: Und die Bilder, machst Du die selber? Oder hast Du die auch outgesourced an jemanden, der das dann professionell aufnimmt. Bastian: Also es hängt vom Artikel ab. Manchmal haben die Hersteller schon super gute Artikelfotos, weil die promoten es ja auch. Bei Alibaba hast Du dann manchmal richtig professionell aussehende Produktfotos und dann fragst Du die Leute einfach: Hey, ist das in Ordnung, wenn ich die Bilder nutze? Könnt ihr mir die vielleicht nochmal in einer höheren Auflösung zukommen lassen? Und das ist meistens der Fall. Und dann nehme ich eben diese Bilder und lasse mir dann auch von meinem Designer wiederum einfach mein Logo so dadraufmorfen. Sodass es dann so aussieht, als ob ich die Fotos selber gemacht hätte. Andernfalls hatte ich jetzt zum Beispiel letztens ein Produktshooting mit dem Hund von Tim Chimoys Mutter. Die wohnt nämlich auch in Wuppertal Marcus: (lacht)  Ich habe gesehen, dass Du einen Hund in Wuppertal suchst, ey. Ich dachte schon, was geht’n da ab? Bastian: Ja, ich habe ja wie gesagt noch einen Wohnsitz in Deutschland und wenn ich dann auch in Deutschland bin, dann mache ich eben manche Sachen dafür auch selber. Und gerade bei so emotionalen Fotos, die jetzt eben mit Hunden oder generell jetzt mit Haustieren zu tun haben, da soll das dann eben auch nicht so steril wie ne reine Produktfotografie im Studio aussehen, sondern eben auch mal ein paar schöne, bunte, echte Fotos, ne? Und deshalb habe ich dann zum Beispiel jetzt so ein kleines Produktshooting eben mit besagtem Hund gemacht und dann lasse ich die Bilder eben vernünftig nochmal bearbeiten und sowas. Es gibt allerdings auch Anbieter in China, die professionelle Produktfotos machen. Da kannst Du dann theoretisch innerhalb Chinas eine Einheit Deines Produktes diesem Fotografen zukommen lassen. Der macht dann professionelle Fotos davon und schickt die Dir hinterher zu ne? Das ist auch möglich. Das ist zwar auch nicht ganz billig. Zwar wesentlich billiger, als wenn Du es in Deutschland machen lassen würdest, aber da zahlst Du dann halt schon ein bisschen was für Deine Fotos. Also ich kenne jemanden, der auch sich erfolgreich auf Amazon verkauft und der hat diesen Service erstmal genutzt und da ging es um einen Hygieneartikel und da hat der Fotograf dann tatsächlich, damit er das schön darstellen konnte vor nem stylischen Waschbecken und so, da hat der einfach innerhalb des Komplettpreises quasi angeboten, dass er in ein Hotel geht, ein Zimmer mietet und dann halt in diesem Zimmer, damit er das Badezimmer nutzen kann, ziemlich geile Fotos an dem Waschbecken machen konnte. Also die lehnen sich da schon echt aus dem Fenster, um alles mögliche zu machen, dass der Kunde auch zufrieden ist. Also es gibt da unglaubliche Möglichkeiten. Und es ist auch wirklich alles ortsunabhängig machbar. Das ist echt das krasseste daran. Marcus: Das ist cool. Das nenne ich mal Service-Gedanken. Das sehen wir hier in Asien auch an jeder Ecke. Und dann merkste erst wieder, Du bist nicht mehr in Deutschland. Richtig cool! Ey, das ist so spannend, Digger, das Thema. Ich glaube, ich könnte Stunden mit Dir darüber quatschen. Wir sind jetzt schon fett auf 45 Minuten, aber zwei, drei Fragen dazu habe ich noch. Ich hoffe, es ist genauso spannend für die Hörer, wie für mich. Geht’s Dir mittlerweile schon so, wenn Du dann so… Du hast ja voll den FBA Blick schon. Fast wie beim FBI nur FBA auf Amazon dann. Wenn Du andere Produkte siehst, erkennst Du dann direkt, kannst Du das mit Alibaba Händlern matchen oder denkst: Das habe ich doch schonmal gesehen und das ist auch ein FBA Seller und kennt man dann irgendwann so Sachen? Bastian: Na klar. Ja auf jeden Fall. Also zum einen kenne ich durch das Verkaufen auf Amazon durch ein paar Mastermind-Gruppen und so, eben auch einige deutsche Seller. Und irgendwie muss ich immer ein bisschen schmunzeln, wenn man dann sieht, dass das innerhalb der deutschen FBA Szene, sage ich mal, ganz ganz oft Produkte sich doppeln. Obwohl es 400 Mio. Produkte auf Alibaba gibt. Den Leuten fehlt so ein bisschen die Kreativität. Und das ist eben auch das Problem, dass zum Beispiel auch viele meiner Leser haben. Ich bin zwar der Meinung, dass ich das alles sehr detailliert dargestellt habe, aber trotzdem ist das, was den meisten Leuten am schwierigsten fällt. Ein Produkt zu bestimmen, dass funktionieren könnte, um das bei Amazon zu verkaufen und die haben halt irgendwie immer diese Panik, dass es vielleicht ein Schuss in den Ofen ist oder so und dass man dann sein Geld in den Sand setzt, aber das ist ja einfach in den seltensten Fällen der Fall, weil selbst wenn man ein Produkt jetzt nicht gut vermarktet oder das einfach nicht gut geht. Du hast es ja zu einem so günstigen Preis direkt beim Hersteller gekauft, dass der Preis eigentlich unschlagbar ist. Selbst, wenn Du es dann hinterher zum Selbstkostenpreis bei Amazon verscherbelst, kannst Du Dein Geld eigentlich kaum verlieren. Weil Du es eben zum Einkaufspreis immer wieder loswerden kannst. Und deshalb finde ich, ist es ganz ganz oft auch einfach ein mangelnder Mut, es einfach mal zu wagen ne? Da denkt man dann über zig verschiedene Tools nach, die man zur Verkaufsoptimierung oder so nutzen könnte. Und es gibt da eben so verschiedene Tracking Tools, die den Umsatz Deiner Konkurrenten zum Beispiel ausspucken können und sowas. Marcus: Ja, hau mal rein, aber das ist glaube ich ein absolut deutsches Phänomen so. Bastian: Ja, die trauen sich nicht. Marcus: Ja, mittlerweile stehen ja auch mehr oder weniger auf der anderen Seite und haben den Mut. Ich kann es aber noch nachvollziehen, als ich auch noch so unterwegs war. Man wird halt so diszipliniert so, durch den ganzen Bildungsweg und die Gesellschaft und was weiß ich, dass man Angst hat und dass man sich dann über versichert und am liebsten noch die Deutschen, wenn Du irgendwas Online verkaufen willst, brauchen 10000 Siegel, Money Back Garantie und am liebsten würden die wenn sie Unternehmer sind nur irgendwas starten, wo sie die 100 Tausend Millionste Garantie haben, dass das auch funktioniert. Bastian: Die gibt’s auch bei Amazon nicht. Marcus: Ja, die gibt’s halt bei Amazon nicht und ich glaube die brennenste Frage, die dann alle immer interessiert ist so, okay, der Basti ist erfolgreich als FBA. Was sind denn jetzt die Produkte und die würden es direkt nachbauen. Die würden genau das gleiche machen wie Du. Das ist so langweilig! Bastian: Das habe ich ja eben gesagt und deshalb, ich bin zwar oft danach gefragt worden, aber deshalb sage ich jedem auch jetzt nicht, wie mein Verkäufername ist, weil ich gerade dadurch, dass ich jetzt einen Blog habe, der auch viel gelesen wird, laufe ich ja besonders Gefahr, dass das passiert. Wenn das eben schon in so kleinen Mastermind Gruppen passiert ne? Und ich gebe auch eben privat Workshops zu der ganzen Thematik und greife auch gerne Leuten unter die Arme und die können mich auch gerne jetzt sowieso an alle Hörer, ihr könnt mir auch gerne schreiben, wenn ihr Fragen dazu habt. Und grundsätzlich versuche ich den Leuten so viel wie möglich mit auf den Weg zu geben, dass die mit der Zeit auch anfangen zu verstehen, was für Produkte Sinn machen und was für Produkte nicht, ne? Man hat da zwar gewisse Kriterien, aber manchmal ist es in letzter Instanz auch noch ein bisschen Bauchgefühl, das da eben mitspielt. Marcus: Absolut. Glaube ich auch. Bastian: Man muss einfach versuchen, sich von der Angst freizumachen, dass man jetzt all sein Geld in den Sand setzt. Weil wie gesagt, das ist einfach in der Regel nicht der Fall. Marcus: Ja, und dazu kommt ja als Unternehmer, wir haben ja auch schon ein paar Projekte gestartet, die einfach nicht funktioniert haben. Dann kann man das Risiko ja erstmal minimieren, dadurch dass man dann nicht Unmengen an Kosten erstmal generiert, sondern erstmal vielleicht einen kleinen Testballon fliegen lässt. Und zum anderen, selbst wenn es nicht funktioniert, ey fuck it, das war ne coole Zeit, das war ne coole Erfahrung und Du hast wieder ein Learning, was ein anderer vielleicht noch nicht hat und Du machst den Fehler nicht ein zweites Mal. Bastian: Ja, es gibt da so einen ganz coolen Begriff aus dem Amerikanischen, das nennt sich “Fail Forwards”, weil im Endeffekt so, Du scheiterst eben nach vorne. Marcus: Ja, absolut. Bastian: Dass Du aus jedem eben ein bisschen was mitnimmst. Marcus: Ja, und in den Staaten ist es auch so, dass es Startup Founder, die schon drei oder vier Startups gegen die Wand gefahren haben, die sind super begehrt bei Geldgebern oder bei Investoren, weil die wissen genau, der hat seine Lektion gelernt. Der macht jetzt die ganzen Fehler, die er jetzt schon gemacht hat, macht er nicht nochmal. Dafür hat der einen Haufen an Erfahrung und der will wieder. Der steht hier schon wieder da und dieses Mal ist die Idee richtig geil und wir haben das jetzt getracked und der kriegt jetzt die Kohle. Bastian: Das ist echt so viel geiler. Also ich meine hier kriegst Du dann hinterher nach zwei gescheiterten Existenzen oder so, kriegst Du keinen Dispo Kredit mehr oder so. Ja, das ist einfach ein ganz anderes Mindset. Marcus: Ja total. Wie viel Commission musst Du an Amazon abgeben, wenn die das komplette Fulfillment für Dich machen? Bastian: Also für den Verkauf selbst, unabhängig von den Fulfillments zahlt man 15%. Klingt vielleicht viel, aber wenn man jetzt einen ganz eigenen Shop hat und den ganzen Traffic generieren müsste, den man auf Amazon bekommt, kommt man mit 15% lange nicht hin und die FBA Gebühren, die berechnen sich anhand der Größe und des Gewichts der jeweiligen Produkte. Und der Durchschnittspreis meiner Produkte pro Monat liegt so zwischen 0,03 Euro bis 0,06 Euro Lagergebühren im Monat, also das sind Peanuts. Marcus: Hm okay und dadurch, das hatte ich ja vorhin schonmal gefragt, was macht Amazon eigentlich, wenn da so ein Typ ist, der haut denen das ganze Lager voll, aber verkauft nichts davon und dann liegen da 100.000 Einheiten rum? Klar, die lassen sich das natürlich bezahlen dann pro Einheit. Bastian: Ja klar. Die lassen sich das bezahlen, aber wenn es sich jetzt nicht gut verkauft, dann kannst Du Dir die Sachen auch jederzeit zurückschicken lassen. Marcus: Ah stimmt, hm cool. Bastian: Also, wenn ich jetzt zum Beispiel 500 Einheiten von etwas verkaufe, wo ich glaube, dass ich da ein paar Monate brauche, um die 500 Einheiten zu verkaufen, dann schicke ich eben erstmal nur 200 zu Amazon und den Rest dann zum Beispiel zu mir in den Keller oder so. Marcus: Okay oder irgendwann mietest Du Dir irgendwo was an. Bastian: Ja oder so. Also grundsätzlich ist das natürlich bescheuert, wenn man jetzt weiß das ist jetzt ein Artikel, der nicht so eine große Verkaufsfrequenz hat, haufenweise Einheiten da zu Amazon zu schicken, weil es sind natürlich schon Kosten, die da wachsen. Gerade wenn man jetzt sehr sehr viele da hat, auch Kleinvieh macht Mist, ne? Egal ob das drei oder sechs Cent sind. Wenn Du jetzt 1000 Einheiten da liegen hast, dann ist das trotzdem Holz. Marcus: Ja, absolut. Und wie viele neue Produkte… ich kann mir ja auch vorstellen, das kann irgendwie süchtig machen oder? Dieses ganze FBA Thema. Ich finde es ja schon super faszinierend... Bastian: Ich habe aktuell gar nicht den Cashflow, den ich bräuchte, um alles mögliche zu kaufen. Also andere Leute haben Probleme irgendwie auf Produkte zu kommen. Und ich habe die Probleme, dadurch dass mein Geld, mein Kapital, gebunden ist an die Sachen, die ich im Vorfeld dann eben kaufe. Also ich kaufe ja quasi auf Lager in Vorkasse. Und dann ist eben das Kapital manchmal gebunden, solange bis sich die Sachen verkaufen und insbesondere brauchst Du auch immer ein bisschen Rücklage, um, wenn der Bestand sich dem Ende zuneigt, eben auch wieder eine größere Bestellung tätigen zu können. Und ich kann einfach aktuell gar nicht alles ins Sortiment nehmen, was ich gerne ins Sortiment nehmen würde. Das macht echt ein bisschen süchtig. Du stöberst dann und denkst Dir: Boah, das ist auch ne geile Idee und… Die Liste ist echt mega lang. Marcus: Oder ist das auch so innerhalb der FBA Szene oder bei euch in den Masterminds so, dann: Ey das ist der heiße Scheiß, wir müssen alle Tischtennisplatten verkaufen und jetzt müssen wir alle Pfannenwender verkaufen und jetzt Kugelschreiber oder so. Bastian: Ja so die ganzen Masterminds sind schon ziemlich cool. Die Leute sind alle völlig abgedreht und alle sind einfach so Hals über Kopf in diesem Amazon Business drin. Sobald sie einmal realisiert habe: Ey scheiße, das funktioniert wirklich, ne? Und die können das einfach alle gar nicht glauben, dass es so simpel sein kann und dann redet man zwar über allerlei, aber über die Produkte, die die Leute wirklich selber so verkaufen, da sind die Leute dann doch immer ein bisschen empfindlich. Also das ist mehr so ein Running Gag, wenn Du jemanden fragst, was er eigentlich verkauft. Weil Du dann eben weißt, dass da keine detaillierte Antwort kommt. Die sagen dann immer: Ja ich kaufe in der und der Nische und so. Ich meine, mache ich ja auch ne? Aber das liegt eben daran, dass Du eben nicht möchtest, dass das wie in Amerika zum Beispiel super schnell kopiert wird. Ich habe ja eben gesagt, der Markt der ist da viel viel stärker bzw. viel mehr Competetive und das Problem ist, dass in Amerika auch viel mehr Leute unterwegs sind, die wahnsinnig finanzkräftig ne. Selbst Amazon Verkäufer haben oft Investoren hinter sich. Die sagen: Okay, Du kennst Dich mit dem Markt aus. Wenn Du jetzt ein Produkt hast, das gut läuft, dann pumpe ich Dir Geld auf’s Konto und Du kaufst da keine Ahnung wie viele Tausend Stück von. Und wenn da jetzt jemand sieht, Du hast da zum Beispiel ein Produkt, das läuft super gut an, aber da gibt es nur so und so viele Einheiten von auf Lager offensichtlich, dann machen wir das gleiche eben, kaufen aber stattdessen 20.000 Stück und unterbieten in dem Preis ne? Und das ist einfach in Amerika Gang und Gebe. Die sitzen da wie die Aasgeier auf der Stange und ich finde, der deutsche Markt, der hat noch so krass viel Potential. Also da kann man mindestens in den nächsten fünf Jahren richtig, richtig was reißen. Und ich wollte das Ganze einfach in erster Linie Publik machen, weil ich es schade finde, dass das Digitale Nomadentum für viele Leute vermeintlich nicht umsetzbar ist, weil am meisten wird ja transportiert dieser Gedanke, dass man einen digitalen Beruf irgendwie erlernt haben muss ne? Dass Du als Freelancer anfängst, wenn Du nichts anderes onlinemäßig kannst und so. Und viele Leute, die sind einfach nicht so technisch versiert. Ich selber bin auch nicht sonderlich technisch versiert. Ich habe einmal meinen Blog mit Wordpress mit Ach und Krach in den letzten drei Monaten mit viel Arbeit, um mich da reinzufuchsen, irgendwie aufgesetzt und viel mehr habe ich technisch jetzt auch nicht auf dem Kasten. Marcus: Dafür sieht der sehr geil aus. Bastian: Ja dankeschön, danke! Ich wusste einfach, wie es ungefähr aussehen soll. Was mir gefällt und dann hat sich das dann einfach so ein bisschen im Prozess des Gestaltens so ergeben. Ich habe einfach darauf Wert gelegt, dass ich ein Premium Theme nehme, was so meinen Ansprüchen ausreicht. Und das war eigentlich am Anfang voll der Fehler, weil so ein Premium Theme mit so vielen Fähigkeiten, hat einfach viel viel mehr an Möglichkeiten, die Du alle noch gar nicht schnallst, weil Du ja auch noch nichtmal Wordpress schnallst. Deshalb, das war auf jeden Fall ein bisschen kontraproduktiv, aber mit dem Endprodukt bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden. Aber grundsätzlich nochmal zurück zu dem Gedanken, dass Amazon einfach für jedermann umsetzbar ist. Ich wollte damit einfach den Leuten einräumen, dass Du nicht was Technisches gelernt haben musst oder super im Programmieren oder sonstwas sein musst, um diesen Lifestyle zu leben ne. Weil das wäre einfach wahnsinnig schade, wenn das so vielen Leuten vorenthalten bleibt. Und so hast Du jetzt quasi mit Online-Handel über Amazon oder auch über ein paar andere Sachen, wie die über die ich schreibe, die Möglichkeit das eben auch ortsunabhängig zu gestalten und eben auch auf Achse zu sein und Du sagst ja selber, dass Du mittlerweile aus dem englischsprachigen Raum auch mehrere Leute kennst, die das eben genauso machen. Marcus: Hm, total viele. Immer mehr Trader und FBA Leute. Wobei die FBA Leute fast noch mehr sind, auf jeden Fall. Bastian: Ja und Shopify und so. Das ist auch ein bisschen stark vertreten in den USA zumindest. Marcus: Ja, das kommt. Also man merkt so, dass innerhalb der Szene wieder ganz neue Berufe oder ganz neue Mittel und Wege entstehen, um dann ortsunabhängig sein Geld zu verdienen. Jetzt gibt es auch immer mehr Udemy Kurse, Publishers und schlag mich tot. Also es sind nicht mehr nur noch Decoder, Programmierer, Designer, was Du eben sagtest, wo dann die Leute denken, okay, kann ich nicht, kann ich nicht, kann ich nicht. Scheiße, ich kann kein Digitaler Nomade mehr werden. Bastian: Ja genau! Und das ist echt ein wunderschöner Wandel und auch ein sehr sehr schneller Wandel und ich bin mega gespannt, wie es vielleicht in einem Jahr aussieht. Also bei mir hat sich im letzten halben Jahr so extrem krass viel getan. Ich meine, Du hast es ja selber ein bisschen mitverfolgt. Der Blog zum Beispiel, der ist ja auch gerade ein halbes Jahr alt und ich kann jetzt noch nichtmal sagen, ob ich in einem Jahr überhaupt noch Amazon mache oder so. Ich glaube zwar, dass es in einem Jahr noch viel viel besser laufen wird. Aber wer weiß, alles wandelt sich so schnell. Vielleicht hast Du plötzlich die Möglichkeit in so ein richtig geiles Startup zu investieren oder sowas oder verbreiten sich, wenn man so in diesem Digitalen Nomadensaft steht, sage ich mal, kriegst Du soviel mit. Und das ist einfach unglaublich viel wert. Also Du erweiterst ständig Deinen eigenen Horizont und lernst neue Sachen kennen und das finde ich mega spannend. Marcus: Das ist der Wahnsinn. Also gestern, als ich dann durch Chiang Mai gelaufen bin und dann hier die ganzen Freaks gesehen habe, die Digitalen Nomaden und wie smart die alle sind und was jeder so macht und dann dachte ich, eigentlich ist ja hier so diese Digitalen Nomadenwelt, in der wir jetzt auch drin sind, wie Disneyland für Unternehmer. Bastian: Ja, wir hatten auf Bali ein Mädchen zu Besuch in der Workation, die irgendwie eine Masterarbeit schreibt über das Thema Digitales Nomadentum. Ich weiß nicht mehr genau, was sie studiert, irgendwas mit Social Studies und haste nicht gesehen. Und die konnte das alles gar nicht glauben. Als sie dann in die Villa kam und wir saßen da alle mit unseren Laptops und hatten uns ein paar Bierchen auf den Tisch gestellt und ganz entspannt alle super produktiv gearbeitet. Die meinte dann, das ist ja wie Ferienlager für Erwachsene. (beide lachen) Marcus: Ja, oder was wir auch für krasse, krasse Rückmeldungen nach der DNX kriegen so, dass die Leute einfach nur dankbar sind und sagen: Ey wusste es nicht, ich wusste es wirklich nicht, dass es so ne Welt gibt und einfach so on Fire sind, dass viele wirklich über sich hinaus wachsen, um diesen Lifestyle dann realisieren zu können. Bastian: Ja, das ist echt krass. Und es gibt einem auch wahnsinnig viel zurück. Ihr kennt das ja selber von der DNX, aber auch was ich zum Beispiel so an Lesermails bekomme, ne? Marcus: Ja. Bastian: Gerade, wenn man selber vorher ziemlich viel Kritik dafür geerntet hat, dass man so einen Weg einschlägt, der ja am Anfang irgendwie so als Hirngespinnst abgestempelt wird oder so. Und wenn Du dann zum Beispiel Mails bekommst von Eltern, die Dir sagen, dass die ihrem Sohn, der nicht weiß ob oder was er studieren soll, Deine Seite empfohlen haben, ne? Und ich meine, ist ja klar, worum es bei der Seite geht. Die heißt halt Officeflucht, das ist einfach ein super geiles Gefühl. Marcus: Ja, das ist der Hammer. Da haben wir heute auch noch ne Rückmeldung gekriegt international von jemandem. Die war auf der DNX GLOBAL und ist jetzt voll mit ihrer ältesten Tochter dran, zusammen irgendwie ein Online Business aufzubauen und ist sie gerade voll am Überzeugen, ja. Das ist ja der Hammer so, was Du da alles für Leute inspirierst und was das für Wellen schlägt. Weil eigentlich ist es ja so, dass die Eltern sagen: Ey, mach was vernünftiges und mach nen guten Abschluss, geh zur Uni, blabla, was wir auch alle vorgesagt bekommen haben und dass jetzt selbst dann so die Eltern schon erkennen und offen dafür sind und sagen: Ey weißte, eigentlich ist es cool. Ich habe das jetzt mal ein bisschen reflektiert. Ich kenne diese “alte Welt”, sehe diese krassen aufgehenden Digitalen Nomaden, geh doch mal zur Konferenz, schreib doch mal Marcus und Feli und triff Dich mit denen oder so. Bastian: Ja, das ist echt unglaublich toll. Da bleibt mir auch manchmal echt die Spucke weg. Naja, aber es ist einfach toll, das viele Eltern eben auch so am Puls der Zeit sind oder zumindest offen für solche Veränderungen, weil jetzt wo ich öfters als Speaker eingeladen worden bin oder eben auch die Workshops gebe und Leute, die meine Leser sind zu Workations kommen. Und ich meinen Eltern dann erkläre, wie das alles funktioniert. Dass die Leute halt wirklich hierhin kommen, um mit mir hier gemeinsam dann zu wohnen. Jetzt langsam nehmen die das auch ein bisschen für bare Münze und zeigen auch ein bisschen mehr Interesse als am Anfang. Und das ist natürlich auch eine tolle Entwicklung. Marcus: Ja, das ist dann schon schön, ne? Weil am Anfang, vielleicht meinen die es auch gar nicht so ernst, aber die können es einfach nicht greifen und selbst meine Mutter hatte irgendwie Probleme, überhaupt akzeptieren können, dass Arbeit Spaß machen kann oder was cooles ist und wofür man brennt. Die kennen das von früher so, dass Arbeit muss weh tun, das ist scheiße und dafür kriegste ja Dein Geld. Also dieses Du tauscht Deinen Schmerz ein gegen so ein bisschen Kompensation. Und das war so schwer zu begreifen dann für meine Mutter, dass Du coole Sachen machen kannst und dafür noch Geld kriegst. Bastian: Naja, ich erinnere mich auch noch an einen Besuch bei der Berufsberatung nach der Schule bzw. irgendwie in der 12. Klasse oder so. Da ging’s dann halt zum BIZ hier zum Berufsinformationszentrum und ich hatte null Peilung, was ich machen wollte. Und dann hat die mich halt gefragt so nach meinen Interessen und dies und das. Und dann habe ich halt gesagt, ich möchte irgendetwas machen, was mir auch Spaß macht. Und dann sagt die ganz, mit so ner total versteinerten Mine “Spaß ist out. Man lebt um zu arbeiten”. Marcus: (lacht laut) Bastian: Das war einfach sowas von bezeichnend, weil die auch genau so aussah. Spaß ist out! Marcus: Ja, scheiße, scheiße, scheiße. Ja, erzähl mal. Du hast ja gerade gesagt, bei Dir ist es ziemlich krass abgegangen in den letzten paar Monaten. Vielleicht erzählst Du mal von Anfang 2015 bis jetzt haben wir November, was da alles passiert ist. Vielleicht um mal zu zeigen, was alles möglich sein kann. Ich meine, die meisten kennen wahrscheinlich unsere wilde Achterbahnfahrt von Feli und mir innerhalb von zwei Jahren. Einmal zum Mond und zurück, aber bei Dir ging es glaube ich gefühlt fast noch schneller. Bastian: Ja schneller würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, aber also wie gesagt, mein Blog, der ist jetzt ein halbes Jahr alt. Ich war exakt an meinem 30. Geburtstag auf einem Mastermind-Date vom Tim Chimoy. Der hat in Köln so ein Event veranstaltet. Wir waren acht Leute und jeder konnte halt so seine Idee pitchen und da haben wir das so im Laufe des Tages eben validiert oder eben in der Gruppe auch diskutiert, was wir an den Ansätzen gut finden und was nicht und so. Und das hat schon gut was gebracht. Marcus: Wie bist Du eigentlich auf den Blog von Tim gekommen oder überhaupt das erste Mal, was war so der Touchpoint mit Digitalen Nomaden? Bastian: Also wie es bei den meisten wahrscheinlich so ist, die überhaupt keinen Plan haben, was sie machen wollen und mega unzufrieden sind, mit dem was sie gemacht haben. Also ich bin gelernter Hotelfachmann. Ich habe auch in Düsseldorf, Du kommst ja aus Düsseldorf, auf der Kö im InterContinental meine Hotelfachausbildung gemacht und das ist einfach so ein komplettes Paralleluniversum, ne? Da gibst Du dann echt bei Dienstbeginn dann so Deine Würde an der Tür ab, habe ich so den Eindruck und verdienst mega schlecht, arbeitest unglaublich viel und das ging dann einfach irgendwann nicht mehr weiter. Ich hatte da einfach keinen Bock drauf. Das habe ich von Anfang an gemerkt. Schon eigentlich nach drei Monaten, habe ich schon drüber nachgedacht, die Ausbildung zu schmeißen. Und wie das dann eben so ist. Wenn Du total entnervt Zuhause sitzt mit dem Laptop und so, dann googlest Du echt so einen Schwachsinn, wie “Wie werde ich Millionär”? oder irgendwie sowas. Und dann kommste echt so von Hölzchen auf Stöckchen. Du liest erstmal tatsächlich so Investorenforen für Börsengedöns und all sowas ne? Und ja, wie gesagt, man kommt echt von einem aufs andere und dann hatte irgendjemand in so nem Finanzforum tatsächlich die 4 Stundenwoche, wie das bei den meisten halt so ist, die 4 Stundenwoche halt empfohlen. Dann habe ich die gelesen und da war ich einfach völlig umgehauen. Ich meine, mir war klar, dass jetzt nicht alles 1 zu 1 umsetzbar ist. Also das wird ja auch oft angeprangert, dass Tim Ferris damit so ein bisschen… Ja, viele Leute sagen, das ist ja nicht wirklich alles 1 zu 1 umsetzbar, aber die vergessen dabei, dass deren Ausgangsposition auch nicht die ist, die Tim Ferris da schon hatte. Der hat schon irgendwie 60.000 Dollar im Monat mit seinem Supplement Shop verdient. Grundsätzlich einfach die Ansätze, die Denkanstöße, die der gegeben hat, das hat für mich alles auf den Kopf gestellt. Und wenn Du dann einfach weiter so ein bisschen seinen Blog verfolgt hast und da wieder andere Leute empfohlen werden und all sowas. Also ich kam eigentlich erstmal so über die amerikanische Szene dann hinterher zur Deutschen. Und dann war Earthcity und der Blog von Conni auch, das waren so die erste, die ich gefunden habe. Und dann ging es halt immer weiter ne? Als ich dann das erste Mal von der DNX gelesen habe, das war dann auch im Mai, das war ja die erste wo ich war. Da war ich einfach total weggeblasen. Dass es überhaupt in Deutschland schon so eine Community gibt. Wenn die auch noch relativ klein ist. Ja und dann bin ich zu diesem Mastermind Date von Tim Chimoy von Earthcity gegangen und wollte einfach erstmal für die Idee… meine reine Idee war eigentlich noch gar nicht so stark diese Amazon Geschichte, sondern auch ein Digitaler Nomadenblog. Und da sagte der Tim dann auch erstmal: Huey, ein neuer Digitaler Nomadenblog. Haben wir noch gar nicht ne? Und als ich denen ein bisschen mehr erzählt habe, in welche Richtung das gehen soll, da fand er das auch ziemlich cool. Und als der Blog gelaunched ist, ein paar Tage vor der DNX im Mai, ich habe ja zum 1. Mai gelaunched, er hatte das Ganze dann auch gepushed mit nem ziemlich coolen Post den er gemacht hat, und ich habe eben direkt so ein paar Leute gehabt, die einen coolen Post rausgehauen haben, auch der Sebastian Canaves hatte einen Beitrag von mir reposted und all sowas. Und das war dann echt so, dass innerhalb dieser einen Woche Launch ich dann die Woche darauf auf der DNX teilweise schon angesprochen worden bin: Hey, Du bist doch der Basti von Officeflucht. Und das war einfach mega krass. Und ja, ein bisschen genetworked und all sowas und dann einfach Vollgas. Marcus: Geiles Branding muss ich sagen. Du hast auch einen hohen Wiedererkennungswert mit Deiner ganzen Optik und dem Design und dann noch ein cooles Logo dazu und irgendwie der Begriff passt ja auch wie Arsch auf Eimer. Man weiß worum es geht, Officeflucht. Also das hast Du echt gut hingekriegt. Bastian: Dabei ist das eigentlich gar nicht so eine komplexe Sache gewesen. Es ist ja eigentlich hauptsächlich Wiedererkennungswert durch einen roten Filter, der über den meisten Bildern liegt, ne? Eigentlich ist es echt keine große Nummer, aber es hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert und ich bin auch sehr froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, drei Monate daran zu arbeiten, bis es dann ne runde Sache war für mich selbst auch. Es gibt ja auch viele Leute, die sagen: Einfach raus damit. Launch erstmal und dann optimieren kann man auf dem Weg. Aber wenn man dann erstmal anfängt zu arbeiten. Also jetzt auch wirklich dann Beiträge zu verfassen und all sowas. Du hast hinterher irgendwie so viel zu tun, dass Du dann hinterher nicht mehr so die Ruhe hast, das nochmal anzugehen. Und so gibt’s ja haufenweise Blogs, die dann irgendwie drei Jahre lang so aussehen, wie in der Ausgangsposition bis die Leute dann irgendwann sagen, Okay, jetzt muss ich einfach mal relaunchen, weil es einfach nicht mehr dem entspricht, was ich wollte. Und ich glaube, dass ich relativ lange jetzt mit dem Design, so wie es ist, zufrieden sein kann. Und das ist auch glaube ich ein Hauptgrund dafür, dass Officeflucht dann so gut gestartet ist und auch viel gelesen wird. Weil die Leute sich ja auf dem Blog aufgrund der Optik auch wohlfühlen. Marcus: Hm, absolut. Glaube ich auch. Okay, Du warst gerade bei der DNX, wo Dich dann die ersten Leute angesprochen haben. Das war im Mai, ich glaube da waren wir noch im Babylon, genau, mit 500 Leuten. Bastian: Genau richtig. Ja achso genau, zurück zum Mastermind Day im Februar. Also ich habe ja erzählt, das war genau an meinem 30. Geburtstag. Die Leute haben mich gefragt: Wie Du bist an Deinem Geburtstag hier und so. Aber für mich war das dann echt so eine Sache. Ich bin jetzt 30. Das war für mich so eine Zahl, wo ich dann einfach mir selbst gesagt habe: So, jetzt aber richtig. Ich habe vorher so viele Sachen irgendwie ausprobiert und mal hier … ich habe ja zwei Mal studiert, beide Studiengänge geschmissen und so. Einfach mal wirklich zu sagen: So, jetzt bist Du 30. Das ist es jetzt. Das ist das was Du machen willst. Und da auch alles reinzuhängen und dann habe ich dem Tim gesagt, als er mich gefragt hat, wo ich denn damit hinmöchte. So was mein nächstes primäres Ziel ist. Und da habe ich dann gesagt: Ich möchte mal irgendwann auf der DNX nen Workshop geben. Und das war es dann eben auch, dass ich versucht habe, mich in der Szene eben besonders zu vernetzen und auch der Hauptgrund dafür, dass ich dann zum Beispiel auf so ne Workation hier nach Bali und sowas mitgefahren bin. Um eben auch so ein bisschen den Fuß in die Tür zu kriegen, sage ich mal. Deshalb, ich finde so Networking Events mega wichtig. Wenn ich mich jetzt nicht mit Sebastian Kuehn und mit Tim Chimoy und anderen namenhaften Leuten aus der Szene connected hätte, dann wäre es auf keinen Fall so schnell gewachsen. Weil wir sind eben auch Meinungsmacher. Und wenn die sagen, okay, die finden das cool, dann gucken sich andere Leute das eben auch überhaupt erst an. Und das finde ich, ist ein unglaublich wichtiger Aspekt. Und ja, dann habe ich eigentlich in der Zeit bis zur kommenden DNX hauptsächlich eben an Officeflucht und an meinem Amazon Business gearbeitet und hatte dann ja jetzt die Möglichkeit auf der letzten DNX nen Workshop zu geben. Und da war ich unglaublich nervös, weil das dann eben so greifbar das Ziel. Als ich das im Februar gesagt habe, da habe ich einfach noch nicht geglaubt, dass es dann so schnell passiert. Das war ja jetzt fünf Monate später und das war dann echt so ein Etappenziel. Ich habe wirklich drei Tage vorher nicht geschlaten. (beide lachen) Und der Workshop, der ging ja nur 45 Minuten eigentlich und ich fand es sowieso schon schwer so die Amazon Thematik in 45 Minuten zu packen. Ich meine, guck mal jetzt, wir reden ja schon über eine Stunde hier. Marcus: Ja krass! Bastian: Und ja, ich habe dann einfach die letzten Tage ständig noch an der Präsentation gesessen und irgendwas versucht zu optimieren, was eigentlich schon in Ordnung war und so. Als es dann vorbei, also kaum war ich auf der Bühne war ich echt super, super entspannt und dann … also ich habe super Feedback bekommen. Das hat total Spaß gemacht und dann habe ich auch echt so ein bisschen Blut geleckt. Und das obwohl ich bei der Keynote vom Fabian Dittrich nicht dabei war und alle haben mir dann erzählt, wie toll das war. Weil ich bin nebenan noch in den Raum gegangen und habe mir nochmal meine ganzen Notizen durchgeguckt und sowas. Da habe ich mich im Nachhinein ein bisschen geärgert. Naja, aber der Workshop ist super toll gelaufen und das war ne super geile Erfahrung und dann kam ja direkt die Woche danach das Entrepreneurship Summit. Da war ich dann mit dem Ben Paul zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten. Also Online Entrepreneurship, ortsunabhängiges Arbeiten. Und das war ja auch noch mal ne ganz andere Hausnummer. Das ist ne ziemlich große Veranstaltung, 1500 Leute sind da. Das war an der freien Universität Berlin. Und da habe ich echt erstmal überlegt, also Du hast mich ja vorgeschlagen und hast mich ja gefragt, ob ich das machen möchte. Und da habe ich erstmal einen Moment gezögert, weil als ich mir das Youtube Video vom Vorjahr angeguckt habe, da ist mir echt erstmal so die Spucke weggeblieben, weil das einfach nach so einer enormen Veranstaltung aussieht, ne? Da stehen Leute auf der Bühne, die wirklich die Welt verändern mit ihren Ideen. Und dann kommt da eben hier der Bastian von Officeflucht und erzählt ein bisschen: Hey, ich verkaufe Online bei Amazon, ne? Da kommt Dir das so surreal vor, warum Du überhaupt da vorne stehst und die Leute Dir zuhören, ne? Aber das krasse war einfach, dass auch da das Feedback enorm war. Also mich haben nach dem Vortrag locker 40 Leute noch über ne Stunde in der Lobby belagert, weil die alle wissen wollten, wie das alles funktioniert. Also ich habe mir da insgesamt… also  die Show auf der Bühne, die ging ja eine Stunde. Und dann hinterher habe ich mir nochmal eine Stunde oder anderthalb in der Lobby Zeit genommen für die Leute. Und da waren halt wirklich so 40 Leute ungefähr dabei. Und das krasse war einfach, also die Leute sind glaube ich alle auf mich zugekommen, weil das im Vergleich zu den Keynote Speakern, die zwar super inspirierend sind, aber irgendwie in einem ganz anderen Universum unterwegs sind. Dahingegen ist die Amazon Geschichte eben für jeden greifbar. Marcus: Ja absolut. Bastian: Und das hat das eben so interessant gemacht für viele Leute und da habe ich eben auch schon viele Anfragen bekommen jetzt für Workshops. Und ich denke, ich werde jetzt Anfang des Jahres, wenn wir aus Brasilien zurück sind - also ich werde nicht so lange in Brasilien bleiben. Dann werde ich so ab Januar/Februar auch anfangen so Amazon Mastermind Days quasi zu veranstalten. Marcus: Hm cool! Macht auf jeden Fall Sinn. Ja ich find’s auf jeden Fall ein geiles Zeichen von dieser fetten Veranstaltung vom Entrepreneurship Summit, das ja ne mega Reputation hat, weil die ja unter der Schirmherrschaft von dem Günter Faltin veranstaltet wird, der das geile Buch Kopf schlägt Kapital veröffentlicht hat. Und die haben das erste Mal glaube ich im letzten Jahr sind die auf uns zugekommen und haben gesagt: Ey da passiert irgendwie was. So Lifestyle Entrepreneurship hieß glaube ich das Pannel, wozu die uns dann angesprochen haben und haben gesagt, dass würden wir gerne mit ins Programm nehmen. Und das sind so irgendwie auch dann schon in gewisser Weise, auch wenn das alles noch sehr lange dauert, bis wir irgendwo in der Mitte der Gesellschaft vielleicht mal ankommen werden. Die Firstmover, die gesagt haben: Ey, wir laden euch ein, wir nehmen euch mit in unseren Kreis. Und kriege heute immernoch Feedback von unserem ersten Talk, den wir da vor einem Jahr, letztes Jahr im Oktober, gemacht haben und gesagt haben: Ey, ihr habt uns echt erreicht, getouched, ich habe was geändert. Seitdem verfolge ich euch, war jetzt auf der DNX und bei euch schien das ja jetzt genauso abgegangen zu sein. Bastian: Ja total. Weil die DNX ist halt speziell für Digitale Nomaden und deshalb ist sie bei vielen Gründern einfach noch total unter’m Radar. Und wenn Du jetzt beim Entrepreneurship Summit bist, wo wahnsinnig viele Unternehmer so im klassischen Sinne am Start sind und die hören sich dann, weil die einfach mal sich da in diese Sitzung reinsetzen, das sind ja verschiedene Events parallel auch. Wir waren natürlich auch direkt im Audimax, weil die sich wahrscheinlich gedacht haben: Hey, das ist ein spannendes Thema und das wird sicherlich viele Leute interessieren und es war auch gut besucht und ich fand es einfach krass, dass wir uns da zu zweit da ins Audimax stellen, wenn andere Leute eben echt so gestandene Unternehmer sind. Aber man merkt da einfach, dass dieser Wandel in der Stimmung oder bzw. in der Auffassung von Entrepreneurship schon durchaus da ist. Ich habe jetzt zum Beispiel relativ viel mit einem der Zuhörer aus dem Publikum im Nachfeld geschrieben, der hat ein ziemlich geiles Startup. Der macht ökologisch abbaubare Babywindeln. Das ist ja auch was, was für die Welt einen Mehrwert bildet, aber der schreibt mich jetzt an, wegen Amazon, weil er selber sagt, dass das ein viel viel angenehmeres Modell ist. Das ist irgendwie so, dass viele Leute gar nicht wissen, wie greifbar ein Teilpassives Business überhaupt ist. Marcus: Ja, deshalb ist es so gut, dass man dann auch immer präsent ist, bereit ist. Ich mache auch alles mit, was an Interviewfragen oder Speaking so kommt. Du hast ja jetzt auch voll Feuer gefangen. Das finde ich cool. Und gebe auch immer gerne Sachen dann weiter, wo wir dann nicht können oder weil so langsam ja immer mehr auf uns aufmerksam werden und vor zwei Wochen haben wir dann auch eine coole Begegnung gehabt hier an der University of Bangkok beim Entrepreneurship Fachbeirat. Keine Ahnung. Mit denen sind wir dann irgendwie connected worden. Also es zieht gerade immer weitere Kreise. Vielleicht machen wir mit denen was zusammen zur GLOBAL im März. Das auch so dieses klassische Unternehmertum, was ich ja auch noch an meiner Uni da im BWL-Studiengang gelernt habe, was so praxisfern gewesen ist, dass die so die ersten Schritte jetzt auch Richtung Amazon Selling machen oder anderen Businessmodellen, die absolut greifbar und realisierbar sind. Ich glaube, die meisten wissen es einfach nicht. Bastian: Ja, deshalb hat der Günter Faltin das ja auch überhaupt erst alles gestartet. Der war ja auch BWL Dozent oder Dozent speziell in Berlin für Entrepreneurship und hat dann auch eben irgendwann eben gesagt: Warum soll ich das unterrichten, wenn ich davon in der Praxis überhaupt keine Ahnung habe. Und so ist dann eben das Ganze entstanden mit der Teekampagne und Du siehst ja, was daraus geworden ist, ne? Marcus: Ja, ja, ja. Richtig, richtig fett! Ja, ich denke mal, das war die längste Folge ever bis jetzt. Wir sind jetzt bei 1 Stunde 16 Minuten. Wenn die Hörer noch nicht eingeschlafen sind, vielleicht für die letzten drei, die noch am Start sind, was sind so Deine nächsten Pläne in den nächsten paar Monaten? Speziell mit Officeflucht, businessmäßig oder auch privat? Bastian: Also erstmal, wie gesagt, fahren wir gemeinsam mit der Nomad Cruise nach Brasilien. Mein Ziel für’s nächste Jahr ist auf jeden Fall noch so ein paar Speaking Gigs zu bekommen und ein Ziel, das ich auf jeden Fall habe ist, ich möchte irgendwann - ich sage mal irgendwann ist eigentlich voll schlecht das so zu formulieren, aber - ich möchte irgendwann auf jeden Fall auch mal einen TEDx Talk halten. Marcus: Cool! Bastian: Und für’s nächste Jahr ist geplant einen Onlinekurs zu der ganzen Amazonsthematik, also ganz idiotensicher von Schritt 1 bis zum letzten halt, wie man das dann 1 zu 1 umsetzen kann. Da muss ich mich bestimmt auch für locker drei Monate einschließen, sonst mache ich das nicht, aber ja. Ich möchte das auf jeden Fall angehen jetzt, sobald ich zurück bin und dann wie gesagt, eben auch so ein paar Mastermind Days und auch Workations mit Schwerpunkt Amazon. Also quasi so ne Art Amazon FBA Bootcamp, sodass man dann zum Beispiel sagt, für ne Woche oder für zehn Tage, sodass Du eine vernünftige Zeit, die theoretisch auch Leute in Anspruch nehmen können, die berufstätig sind. Also nicht irgendwie ein ganzer Monat Workation oder so, sondern so ne Woche ungefähr bis zehn Tage, dass man den Leuten sagen kann, da gehen wir auch alles durch, was mit Amazon zu tun hat und Du fährst nach Hause mit ner Art Hausaufgabe und weißt, wir beschließen dort quasi schon, welchen Produkten Du Dich annehmen solltest. Sodass jeder quasi mit nem festen Plan nach Hause fährt. Marcus: Saucool! Ich merke schon, Du bist voll on Fire. Wir sind’s ja auch noch, Feli und ich. Denn das ist irgendwie das geilste was es gibt. Diese unternehmerische Freiheit das erste Mal ausleben zu können und nicht mehr um Erlaubnis fragen zu müssen. Das hat voll lange bei mir gedauert bis ich das mal gerafft und realisiert habe. Bastian: Ja und was auch alles daraus entsteht ne? Also es ist echt wie so ein Schneeball, der ins Rollen kommt. Marcus: Hm, ja cool! Ich freue mich, wir sehen uns ja schon in, keine Ahnung, eineinhalb Wochen dann in Gran Canaria und... Bastian: 12 Tage. Marcus: 12 Tage, geil! Und dann sind wir ja erstmal auf der Cruise zusammen nach Brasilien. Das wird bestimmt auch noch mal super inspirierend mit den ganzen anderen Digitalen Nomaden. Die Köpfe zusammenzustecken. Bastian: Ja super geil, auch weil es internationales sind. Marcus: Ja absolut, das ist auch nochmal so ein neues Level, was wir ja jetzt angegangen sind mit der DNX GLOBAL und einfach nicht mehr zu stoppen. Es ist einfach zu geil. Bevor wir uns jetzt hier zu lange selber feiern… (beide lachen) Vielen Dank für Deine Zeit! Bastian: Ja, danke Dir Mann! Dank Dir für die Einladung und es hat echt mega Spaß gemacht. Marcus: Sehr gerne. Hau rein Basti! Wir sehen uns. Bastian: Hau rein, bis dann! Marcus: Bis dann! Jo Leute, das war auch schon wieder eine neue Folge der LIFE HACKZ Show. Heute mit Basti Barami von officeflucht.de. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann hinterlasst mir doch einen Like bzw. eine Rezension auf iTunes. Ihr könnt mir aber auch gerne einen Like hinterlassen auf meiner Facebook-Seite. Das ist www.facebook.com/lifehackzshow oder ihr sucht da einfach nach LIFE HACKZ. Ich freue mich über jegliche Interaktionen, über Feedback von euch. Schreibt mir ne E-Mail an marcus@lifehackz.de, wie euch die Sendung gefällt. Was ich noch anders, was ich noch besser machen kann. Das hält die Show am Leben, das hält ich am Leben. Ich brauche euch, ich brauche euer Feedback! Danke, dass es euch gibt! Danke, dass ihr mir ein Lebenszeichen gebt! Und viel Spaß bei allem, was ihr gerade noch macht. Peace & out! Euer Marcus. [/su_spoiler] [/su_accordion]

    starstarstarstarstar
  • Sebastian Canaves ★ Digitaler Multipreneur mit zuviel Energie und Ideen…

    · 00:51:41 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Sebastian Canaves von Off the Path Hey Leute! Willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ! Und diesmal mit dem Tausendsassa und Multipreneur, multi skilled talent Sebastian Canaves. Bevor ich zum Sebastian komme, möchte ich aber gerne nochmal auf unsere Charity Aktion hinweisen, die am Montag angelaufen ist. Wir unterstützen Straßenkinder in Brasilien und besuchen dort live das Projekt, wenn wir mit der Cruise von Gran Canaria nach Bahia oder Salvador de Bahia gefahren sind. Das würde uns mega freuen, wenn ihr uns da unterstützt. 1 Euro, 3 Euro, 5 Euro, 10 Euro, whatever. Alle weiteren Infos über www.lifehackz.de/charity. Und mein heutiger Gast, Sebastian Canaves, ist vielen wahrscheinlich schon bekannt als einer der Köpfe der digitalen Nomadenszene, aber auch als Schreiber einer der größten Reiseblogs in Deutschland und auch außerhalb von Deutschland unter www.off-the-path.com. Ihr merkt schon, der Typ hat viel gemacht, hat noch viel mehr zu erzählen, also viel Spaß mit der Folge! In dieser Folge lernst du: Wie du wieder für dein Projekt brennen kannst. Warum Berlin super produktiv macht aber auch gefährlich ist. Wie man die Balance zwischen Privatleben und Business behält. Wie man mit der Skepsis von Freunden und Familie umgeht. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Off the Path Blogpreneur DNX JOBS Gmail Travelicia Blog Camp FastBill DNX CAMPS TravelWorkLive Periscope Kultreiter BlogFabrik [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Okay Leute, willkommen zu LIFE HACKZ, diesmal direkt aus Kreuzberg, der Blogfabrik, zusammen mit Sebastian Canaves. Sebastian, cool dass Du am Start bist! Sebastian: Ja danke, dass ich hier sein darf! Marcus: Wie soll man Dich vorstellen? Ich hatte das eben schonmal so ein bisschen im Pre-Intro überlegt, wie kündige ich Dich überhaupt an? Was bist? Bist Du ein Multipreneur? Bist Du ein Blogpreneur? Bist Du ein pfff… Tausendsasser irgendwie? Sebastian: Ja also ein Multipreneur würde das ganze schon ein bisschen passender beschreiben, weil … also Blogpreneur auf jeden Fall. Verschiedene Blogs. Aber halt eben auch Plugin, iOS App, Online Kurse, was weiß ich. Also richtig viel. Marcus: Ja. Ich glaube, dafür stehst Du auch, dass Du viele Sachen probierst, angehst, machst, nicht so viel drüber redest, sondern wenn man Dich trifft freue ich mich eigentlich immer drauf, weil ich dann immer weiß, dass irgendetwas neues dabei ist. Und eine coole Story und meistens dann auch Inspiration für uns: Was könnte man denn mal machen und ausprobieren? Wie ist das, wenn Dir eine neue Idee kommt? Bist Du da sehr strukturiert und schreibst vielleicht einen Businessplan oder hast Du eine Zielgruppe? Also da fehlt’s Feli und mir auch so ein bisschen, noch sortierter und durchdachter Projekte anzugehen Das ist uns gestern wieder aufgefallen, nachdem wir zu unserem neuesten Projekt mit jemandem geskyped haben und der hat dann tausend Fragen gestellt: Habt ihr euch darüber schon Gedanken gemacht und darüber und darüber? Hatten wir natürlich nicht. Wir machen’s meistens nach dem Bauchgefühl. Bisher hatten wir immer Glück gehabt. Vielleicht sollten wir da mal ein bisschen strukturierter werden. Wie ist das bei Dir? Hast Du da bestimmte Tools? Sebastian: Nein. Also ich habe überhaupt gar keine Struktur. Wenn ich eine Idee habe, wahrscheinlich wie ihr auch: Ich brenne dann erstmal voll und mache erstmal gar nichts und setze mich nur hin und schaue nach, was andere vielleicht gemacht haben. Gibt’s das ganze überhaupt schon? Wenn nein: Warum? Wer könnte meine Zielgruppe sein? Und diese ganzen Sachen, die man halt eben machen muss. Und von der Idee zur Umsetzung kann es manchmal nur ein paar Stunden sein. Also ich bin da recht schnell. Der Vorteil ist, ich bin mittlerweile in einer Position, wo ich’s mir leisten kann. Der Nachteil ist, dass ich halt auch nach wie vor noch echt oft auf die Fresse falle damit. Und viele Projekte halt einfach nicht klappen. Marcus: Was war denn zum Beispiel ne Sache, die nicht funktioniert hat? Sebastian: Ähm, die iOS App. Also Swapp App letztes Jahr meine eigene Schuld. Eigentlich eine sehr gute Idee, einfach eine ganz normale App, wo man Notizen sich selbst schicken kann in die eigene Inbox, um die halt abzuticken. Marcus: Also, ich habe es auch gerne genutzt und hab’s immernoch bei mir installiert. Sebastian: Genau. Wird wahrscheinlich nicht mehr funktionieren, weil ich sie mittlerweile aus dem App Store genommen haben nach einem Jahr. Aber da der einzige Fehler war halt einfach: Ich habe dann irgendwann keine Lust mehr gehabt bzw. ich habe kein Marketing betrieben. Die Idee war erst richtig gut. Die Idee kam auch richtig gut an. Ich habe - keine Ahnung - über 4.000 Downloads, glaube ich, in den ersten 24 Stunden gehabt damals. Marcus: Da hast Du noch ein bisschen Marketing gemacht ne? Sebastian: Genau, am Anfang da brennt man noch dafür, aber dann irgendwann gehen die Zahlen runter und dann hat man irgendwann die nächste Idee und man konzentriert sich auf das andere oder halt eben auf andere Projekte, die man sonst so am Laufen hat. Und es ist halt eben kein… es läuft nicht automatisch. Und man muss halt am Anfang was machen. Und das habe ich nicht gemacht bei der Swapp App. Alles andere habe ich richtig gemacht, nur das nicht und dementsprechend ist das ganze irgendwann in den Keller gegangen. Und Apple hat mich jetzt vor zwei, drei Monaten nochmal gefragt: Diese 99,00 Euro Aufnahmegebühr für den App Store nochmal zu bezahlen und dann habe ich mir die Einnahmen angeschaut, habe gesehen, okay, das lohnt sich nicht mehr. Soviel bringt die jetzt nicht mehr ein und habe sie dann quasi löschen lassen. Marcus: Okay cool, Du bist dann aber wenigstens auch so einer, der emotionslos seine Projekte beleuchtet und sagt: Okay, das bringt’s grad nicht. Ich habe nicht den Drive. Es kommt nicht der Revenue rein, der es noch lohnenswert machen würde das weiterlaufen zu lassen. Ich kille das Ding jetzt. Sebastian: Genau, also ich hatte auch nochmal überlegt und hatte Googlemail, weil das halt über… der E-Mailversand von diesen Notizen über Gmail läuft. Marcus: Über Dein privates Gmail Konto? Sebastian: Nee, ich hatte nochmal ein extra Konto, was dafür funktioniert. Es ist sehr kompliziert, ich kann’s jetzt nicht ganz genau erklären, weil das die Programmierer gemacht haben, aber die hatten dann diese 2 Step Authentification eingeführt und dadurch kam es zu einem kleinen Glitch in der App. Und da hätte ich irgendwie nochmal 200,00 € oder 300,00 € investieren müssen, um das zu verbessern und ein Update auf den App Store hochzuladen. Und das war mir der Stress überhaupt nicht wert. Das ganze war von Anfang an ein Experiment. Ich bin am Ende mit mehr Geld rausgegangen, als ich investiert habe. Also es war positiv. Marcus: Plus die Learnings. Sebastian: Plus die Learnings. Ich kann jetzt Dir erzählen, wir man eine App in den iOS Store reinbringt, ohne hunderttausende Euro auszugeben. Ich habe für das Ganze 2.500,00 € ausgegeben für diese App zu entwickeln, ne? Marcus: Gibt’s dazu nicht auch ein Ebook? Sebastian: Damals gab es noch kein Ebook. Ich habe alles so über Goolgesuchen und so weiter... Ich habe dann auch ein Ebook geschrieben. Marcus: Das meine ich ja. Sebastian: Ja ja. Ich habe ein Ebook geschrieben. Ich habe das aber auch nie veröffentlicht… (beide lachen) Marcus: Ich wusste, da war irgendwas. Sebastian: Ich glaube, ich habe 24.000 Wörter über dieses Ebook geschrieben und es ist eigentlich fertig. Es müsste nur noch ein Editor drüber gehen und dann hat man meine ganzen Learnings drin. Und dann kam wahrscheinlich wieder das nächste Projekt und ich habe vergessen es dann abzuschicken. Marcus: (lacht) Sebastian: Also, ja… so funktioniere ich oftmals und äh ja… Dadurch habe ich jetzt ein Learning mehr. Marcus: Auf jeden Fall. Sebastian: Ich bin reich an Erfahrung und ja. Marcus: Aber das macht Dich glaube ich auch aus. Dadurch dass Du schon so viel probiert und getan hast, hast Du natürlich auch mega viel Erfahrung und bist ein gefragter Speaker bei Unternehmen, wie ich weiß, gerade aufgrund dessen, dass Du so einen breiten Background hast. Was ist denn, man weiß ja nie ganz genau bei Dir, Dein aktueller Fokus oder wofür brennst Du mal, war es Off the Path, dann war es nicht mehr Off the Path, dann war es Blogpreneur, dann waren es die Online Kurse. Gibt es jetzt gerade irgendwas, sagen wir mal was vielleicht bis heute Abend noch Dein Fokus ist (beide lachen) und worauf Du gerade Bock hast? Sebastian: Also heute Abend und morgen auch noch und wahrscheinlich noch nächste Woche und nächsten Monat ist Off the Path nach wie vor. Also Off the Path ist jetzt seit vier Jahren mein Fokus und es war in den letzten… also zwischen November 2014 und März 2015, April 2015 war es nicht so ganz mein Fokus. Da habe ich so kurz das Gefühl, dass ich mich da verrenne, dass es nicht mehr so läuft, dass es vielleicht nicht mehr das ist, was ich machen möchte, weil es halt eben dieses multilingual ist und Facebookmarkt multilingual, Googlemarkt multilingual und dementsprechend hänge ich immer so ein bisschen hinterher. Ich könnte viel größer sein, als ich eigentlich bin. Und das hat mich halt so ein bisschen bedrückt. Marcus: Größer in Terms of Reichweite? Sebastian: Zahlen, Reichweite, Einnahmen, alles drum und dran. Wenn ich mich nur auf eine Sprache konzentrieren würde, dann wäre ich… könnte ich weniger arbeiten und mehr einnehmen. Das weiß ich. Aber ich habe jetzt vier Jahre so weiter gemacht und wir sind jetzt gerade dabei ein Rebranding durchzuführen. Und ich investiere gerade fast mein ganzes Geld in Off the Path, um diesen Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Es kommt ein neues Design nächsten Monat, wir haben jetzt einen neuen Online Shop, wir haben auch Kleidung, also Klamotten entwickelt, die wir als Print on Demand anbieten und das wird so das große Ding und ich möchte mit Off the Path wieder zurück an die Spitze. Und das wird mein Fokus für … zumindest noch für die nächsten 12 Monate mindestens, aber auch länger. Off the Path wird immer bleiben. Marcus: Ja, ja denke ich auch. Also ich glaube, das habe ich bei vielen schon gesehen, dass sie so ihr Vorzeigeprojekt, irgendwann wurde es dann ein bisschen langweiliger, dann “Ach komm, jetzt habe ich hier zwei, drei Jahre nur in diesen Blog reininvestiert und jetzt habe ich mal wieder Bock auf was neues” und merkst dann aber irgendwann kommt - das ist so ein kleiner Trigger - dann kommt vielleicht wieder eine Anfrage darüber, ne richtig geile Kampagne von ner fetten Firma und dann Du wirst als Speaker angefragt über diesen Blog und denkst so “Ach, eigentlich ist das Ding gar nicht so schlecht”. Sebastian: Genau, bei mir war das ganz genau so. Also ich habe vor zwei Monaten oder vor drei Monaten bei euch auf DNX JOBS ne Anzeige reingeschaltet. Ich hatte Mastermindfolgen gemacht mit richtig coolen Leuten und mein Problem war halt eben dieses Off the Path. Was soll ich damit machen? Die Empfehlung von diesen ganzen Online Unternehmern war: Stell jemanden ein. Nen Blog Manager. Und das habe ich dann auch gemacht, bei euch auf der Seite. Habe einen - keine Ahnung - Blog Manager Off the Path, Abenteuer/ Reise Blog, keine Ahnung, … Und daraufhin habe ich richtig viele Bewerbungen bekommen, habe jemanden eingeladen. Die war dann nicht so gut. Und dann die zweite Einladung, das war dann Nina, das war super. Und dann habe ich ihr so erzählt, was wir so vorhaben und was sie so alles machen würde. Dann dachte ich so “Boah ey, das müsste ich ja eigentlich selber machen”. Da habe ich dann so wieder so richtig Feuer gefangen und jetzt sind wir ein Team von drei Personen. Also wir haben Nina dann eingestellt. Die arbeitet bei uns mehr oder weniger Vollzeit für Off the Path, kümmert sich um die ganze PR, weil wir unglaublich viele Anfragen bekommen, wie bei Feli bei Travelicia auch. Und jetzt sind wir halt voll dabei, haben ne 12 Monatsplanung gemacht mit verschiedenen Produkten, die wir erstellen. Auch so kleine Redempts die wir jetzt vorhaben. Halt eben nächsten Monat den Relaunch, der wird richtig, richtig geil. Da freue ich mich so mega drauf, das der Welt zu präsentieren, weil wir auch richtig viel Zeit darein investiert haben. Marcus: Aber es bleibt trilingual? Sebastian: Es bleibt nicht trilingual, Französisch kommt raus. Es wird Deutsch, Englisch, in der Reihenfolge. Bisher ist es immer Englisch, Deutsch gewesen. Wir arbeiten gerade mit Dennis dabei, dass Deutsch die Hauptsprache wird und Englisch halt - weil wir es halt immer gehabt haben - nach wie vor da ist. Wir haben da jetzt auch eine Übersetzerin mit am Team. Das ist einfach so dieses, es bringt immer mehr Struktur rein in das ganze, damit es die Arbeit leichter macht, aber auch damit es weiterhin richtig viel Spaß macht. Weil es ist immer sehr nervig gewesen erst immer alles zu übersetzen. Es ist am Ende immer doppelte Arbeit. Und Du könntest halt die Zeit, die Du halt diesen Beitrag übersetzt, investieren um mal einen neuen zu schreiben ne? Und dementsprechend haben wir jetzt noch einen Übersetzer mit im Team, die das Halbzeit macht und dadurch die Prozesse besser optimiert. Jeder hat mega Bock an der ganzen Sache und es macht wieder richtig, richtig Spaß. Marcus: Ja, das ist geil. Ja manchmal fehlt da irgendwie so ein kleiner Turn nach links oder rechts, dass das Projekt wieder richtig viel Spaß macht. Das hatten wir auch schon mit Travelicia natürlich. Das hatten wir dann auch noch mit der DNX. Und wir können jetzt nicht zum fünften Mal wieder die Speaker auf die Bühne holen und diese Motivationstalks machen. Lass uns doch mal was anderes machen und nochmal durchgescannt, was war das Feedback, offen für andere sein. Und sobald Du dann was veränderst, hast Du wieder total viel Bock drauf. Sebastian: Ja, ganz genau. Marcus: Oder was man auch oft vergisst, weil man so tief in seinem eigenen Ding drin ist, wie bei Dir, als Du dann die Stellenausschreibung geschrieben hast oder das Interview hattest mit der Bewerberin, wo Du selber wieder gemerkt, wie geil ist das eigentlich?! Sebastian: Ganz genau, ja. Marcus: Das passiert uns dann auch manchmal, wenn wir mal wieder ein Interview für irgendjemanden geben, wo wir dann kurz erklären müssen, was machen wir denn überhaupt? Ey, dann gucken wir uns nur an und denken: Was haben wir eigentlich? Eigentlich ist es doch voll cool, was wir machen. Leider verliert man sich da manchmal zu sehr im Detail und seinen Wust. Und das ist halt auch so eine kleine Downzeit von dem Unternehmertum. The Sky is the limit. Es gibt keinen Deckel mehr. Man könnte alles machen, wenn man wollte und wenn man so ein Typ ist wie Du, ich, Line, Feli oder so, dann macht man auch alles und vergisst darüber dann manchmal, wie cool es eigentlich ist ne? Sebastian: Ja ganz genau. Also man verliert sich halt einfach in dieser Alltagsarbeit mehr oder weniger ne? Und man vergisst dann halt auch irgendwann so zu groß zu planen und all das drum und dran. Und als wir uns jetzt hingesetzt haben, Line, Nina und ich und halt diese 12 Monatsplanung gemacht haben, so okay: Dann und dann kommt dieses Ebook raus. Dann und dann machen wir dieses Event, dann und dann machen wir das und dann kamen diese Reisen dazwischen, die richtig geil werden und das war ein fach geil. Und da haben wir uns halt auch wieder so daran erinnert, wie es halt war damals anzufangen und… In zwei Wochen verlassen wir jetzt Deutschland und kurz davor habe ich noch einen Talk bei Google. Marcus: Geil! Sebastian: Also geil! Hammer ne?! Das ist für mich… also als ich die Einladung von Google bekommen habe, war so das größte Unternehmen der Welt möchte, dass ich denen irgendwie erzähle wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen sollen. Wie geil ist das denn bitte? Marcus: Ja, ja. Sebastian: Und deshalb macht man das auch. Das vergisst man dann einfach irgendwie kurz. Man muss sich halt immer nach wie vor… und das ist halt eben auch das, was wir als Unternehmer und Selbstständige halt, immer wieder machen müssen. Wir müssen uns selbst motivieren. Weil für uns ist halt Geld kein Motivator. Es sind halt immer diese krassen Erlebnisse, die wir halt immer wieder zwischendurch haben. Und das ist halt immer wieder schwer, das mal wieder vor Augen zu führen und alles drum und dran. Marcus: Ja, das ist glaube ich gleichzeitig auch so nicht die größte Herausforderung, aber das was es so schwer macht, wenn man immer wieder keine Erlebnisse hat und immer wieder unterwegs ist, das ist ja wie eine Droge in dem Sinne. Sebastian: Genau! Es ist ne ganz krasse Droge. Eigentlich die schlimmste Droge die man haben kann, weil man nie mit sich selbst zufrieden ist. Das ist das Schlimme daran. Ich meine, ich habe jetzt vor nem Monat mein Buch rausgebracht, wie geil ist das denn bitte? Ne? Also, ein eigenes Buch mit dem Ullstein Verlag, alles drum und dran. Und naja… Ungelogen? Vier Tage später war das vergessen. Marcus: Ja, ja! Sebastian: Weil dann halt eben das nächste kam. Und dann kam halt eben diese Einladung von Google und alles drum und dran. Und dann war halt dieses Buch, für das ich halt fast ein Jahr gearbeitet habe und geschrieben habe, wieder … naja nicht irrelevant, aber halt im Hintergrund ein bisschen geschoben. Marcus: Naja ein Buch ist ja ganz cool, aber das wäre noch cooler. Sebastian: Genau, ich habe mich vorgestern… also es ist wirklich seit einem Monat draußen oder eineinhalb und ich habe mich vorgestern ertappt, wie ich fast drei Wochen die Zahlen nicht angeschaut habe. Weil halt eben schon wieder was neues dazwischen war. Und es ist halt eben eine Droge. Genau, und man will halt immer wieder das nächste Highlight, das nächste Highlight, das nächste Highlight, das nächste Highlight... Marcus: Ja das ist echt eine Droge. Und wir fragen uns dann manchmal, wo soll das aufhören. Weil wenn Du denkst, wie bei Dir, so ein fettes Projekt, das Buch, dann denkt man sich wahrscheinlich so “Boah, wenn ich das habe, ey, dann feiere ich erstmal fünf Tage und mache Pause und lege mich in die Hängematte”. Aber es passiert ja nicht. Sebastian: Keine einzige Flasche haben wir aufgemacht... Marcus: Nee. Und das vergisst man leider manchmal auch so ein bisschen, so seine eigenen Erfolge zu feiern. Sebastian: Absolut, also wenn ich so eine meiner Empfehlung, die ich neuen Unternehmern immer geben würde: Feier Deine Erfolge! Ich weiß noch am Anfang haben wir jeden kleinsten Erfolg gefeiert. Das haben wir schon gemacht damals. Also ich weiß noch als Conni und ich damals das Blog Camp gestartet haben. Und die allererste Bestellung von Stefan Hohenhaus… ähm ich weiß nicht, Stefan hieß er mit Vornamen. Die Seite war um 12:00 Uhr online und um 12:30 Uhr kam die Bestellung. Ich bin mit dem Fahrrad Conni hinterher gefahren und wir haben bis um 4:00 Uhr nachts getrunken und gefeiert und fanden uns halt total geil. Und heutzutage bringst Du halt so ein mega krasses Buch raus und legst es halt irgendwie so ab, so okay, super, next. Und das sollte eigentlich nie sein und das weiß ich und trotzdem ... Marcus: ...passiert’s immer wieder ne? Sebastian: … passiert’s immer wieder, ja. Marcus: Ja, also wir haben da auch noch keine ultimative Lösung gefunden. Wir wissen, dass es so ist. Wir wissen, dass es anders sein sollte, aber wir ertappen uns da auch immer wieder. Sebastian: Ja, eben noch ne DNX. Super geil, geiles Feedback. Und dann nächster Tag, zack hinsetzen, Feedbackbögen checken und weiter und dann ist man sofort wieder in der Routine und hat überhaupt keine Zeit gehabt, das wirklich richtig zu genießen und sacken zu lassen und es steht sofort wieder das nächste an. Marcus: Null! Aber DNX ist zum Beispiel auch so ein gutes Beispiel von immer wieder neue Eindrücke und dass es eine Droge ist, dieses Adrenalin zu spüren. Das ist natürlich mega komprimiert dann auf diese beiden Tage, Du stehst total im Mittelpunkt, alle feiern Dich ab, finden es cool was Du machst. So und wir haben jetzt jedes Mal nach jeder DNX, wir haben jetzt mittlerweile schon drei deutsche und eine internationale gemacht, fällst Du dann in so ein tiefes Loch. Weil wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Auch wenn wir es wissen und auch vorbereitet sind, ist der Aufprall immer wieder so hart. Sebastian: Wenn dann aber keine Anfragen oder nix kommt und alle sind irgendwie so gesättigt mit dem was sie haben und Du dann irgendwie nicht mehr im Mittelpunkt auf einmal stehst. Marcus: Ja genau und nicht mehr so die… ich weiß nicht, das Gefühl wichtige Sachen zu machen in dem Moment. Wenn Du dann auf einmal nen halben Tag Buchhaltung machen musst und im schlimmsten Fall noch in der gleichen Stadt geblieben bist. Sebastian: Das ist richtige Arbeit. Marcus: Und dann denkst Du so “Ey Leute, es passiert nix mehr!” So, Du würdest dann irgendwann verrückt, was man auch niemals machen sollte als Unternehmer. Du checkst die ganze Zeit Deine Inbox und hängst da irgendwie drin oder guckst was auf Facebook passiert, was eigentlich total bescheuert ist. Deshalb haben wir uns jetzt angewöhnt direkt danach auch in einen anderen Ort zu gehen und wieder neue Eindrücke zu haben und das hat bis jetzt ganz gut funktioniert und dann wieder die neuen Projekte, aber… ja. Das ist zum Beispiel echt … andere würden gerne tauschen, weiß ich natürlich. Ich würde auch nie wieder zurückgehen wollen, aber es ist trotzdem eine Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist. Sebastian: Nee absolut, ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum ich ständig mich irgendwie mich neu erfinde oder neue Sachen erfinde, weil ich dann - ja keine Ahnung - wenn ich halt irgendwie merke “Och, jetzt ist’s aber ruhig, dann habe ich ja Zeit und dann könnte ich ja ein Plugin entwickeln lassen” oder ne 30-Tage Challenge für Blogpreneru erstellen oder sonst irgendwas, weißt Du? Und das ist wahrscheinlich auch eben halt der Grund und das ist gefährlich. Marcus: Bei Dir persönlich hat sich ja seit, ich glaube, eineinhalb Jahren bist Du jetzt mit Line zusammen? Sebastian: Zwei. Marcus: Zwei Jahre, auch ein bisschen was verändert, in der Art und Weise, wie Du arbeitest. Vorher warst Du doch sehr einzelkämpferisch unterwegs, bis Du dann als Team aufgepartnert hast mit Conni. Wie würdest Du sagen ist so die Rollenverteilung businesswise mit Line? Ist die genau so unter Strom wie Du? Das ist das Gefährliche bei Feli und mir. Wir pushen uns und pushen uns dann hoch, hoch, hoch, hoch bis wir mal wieder völlig übertrieben haben und dann beide deprimiert sind, dass wir nicht auf die Warnsignale gehört haben oder ist es bei euch besser verteilt? Ich meine, was auch viele Vorteile haben kann so Feli und ich, aber bei uns fehlt manchmal so der Moderater, der ein bisschen auf die Bremse drückt. Sebastian: Ja so… ich… die Distanz fehlt uns schon auch bei den Sachen, die wir machen. Weil sie an all meinen Projekten, die ich gestartet habe, 100 % beteiligt ist und auch einfach ein voller Partner halt ist. Also nicht nur im echten Leben sondern auch im Businessleben. Marcus: Ihr verbringt dann wahrscheinlich auch fast 24/7 miteinander. Sebastian: Also seit zwei Jahren sind wir eigentlich unzertrennlich. Immer wenn wir irgendwo hingehen, sage ich immer so, ja wir sind eine Person, auch wenn es nur … es gibt nur eine Einladung. Ich so: Ja, wir sind mehr oder weniger eine Person. Genau. Und ja, es ist schon auch sehr, sehr schwer. Also jetzt gerade sind wir auch an einem neuen Projekt. (lacht) Darum kann ich noch nicht so viel erzählen, aber Marcus: Ich hätte mich gewundert, wenn da kein neues Projekt kommen würde. Sebastian: (lacht) Nur für 2017 ist das geplant. Es ist halt einfach total bekloppt. Wir sitzen die ganze Nacht da bis um 1:00 Uhr nachts. Und dann stehen wir halt um 6:00 Uhr wieder auf und sind unter Strom und “Och, wir können das machen und das machen und schau mal, das habe ich gefunden” und das ist einfach total krass. Es funktioniert gut. Das Gefährliche auch hier ist aber die Distanz zwischen Business und privatem Leben. Wir versuchen da immer so ein bisschen die Balance zu halten und wir neigen, und mich würde auch ganz stark interessieren zu hören, wie es bei euch ist. Wir neigen immer mehr zu mehr Business zu machen, als eigentlich Beziehungen. Und das versuchen wir immer wieder so ein bisschen auszubalancieren. Auf Reisen funktioniert’s immer ein bisschen besser als hier in Berlin. Also ich habe… keine Ahnung, Berlin ist geil und ich finde Berlin im Sommer auch total toll. Aber ich habe langsam die Schnauze voll (lacht) und ich muss hier raus, weil es ist immer so, das ist der einzige Ort, wie ich so was wie einen Alltag habe und Routine. Was gut ist, eine Routine. Aber, die sich immer recht negativ bei uns auswirkt. Und wir hier von morgens um 8:00 Uhr - also wir sind heute morgen um 8:00 Uhr hier gewesen in der Blogfabrik - und wir sind bis abends um 21:00 Uhr hier drin. Und dann gehen wir nach Hause, essen - entweder auf dem Weg oder zu Hause was - und dann sitzen wir nochmal zwei Stunden dran bis 23:00 Uhr, 0:00 Uhr und arbeiten. Und da kommt dieses Beziehung hier in Berlin echt kurz. Was auf Reisen ein ganz anderes Thema ist, da ist es sehr balanciert, aber ja… Wie ist das bei euch? Marcus: Ähnlich muss ich sagen. Wir haben da eben im Vorgespräch auch kurz gesprochen, wo ich gesagt habe, gestern war wieder so ein Tag, da haben wir einen kleinen Kollaps gekriegt und ganz ehrlich sind da auch ein paar Tränen geflossen, weil man manchmal sich zu viel zumutet und gerade in Berlin, wo … ich habe immernoch nicht raus, warum das hier schlechter funktioniert als unterwegs. Wahrscheinlich liegt das daran, dass wenn man unterwegs ist, sich auch mal so ne Activity reinbauen kann, wie heute gehen wir Surfen. Man weiß genau, ich kann nur bis 12:00 Uhr arbeiten oder 14:00 Uhr, dann muss der Rechner zu sein und man ist den halben Tag an der frischen Luft, fühlt sich erfüllt. Denkt so: Ich habe mal außerhalb vom Computer auch was gesehen von der Welt und dann... Sebastian: Ich glaube, der Grund in Berlin ist, dass wir denken, dass wir Berlin kennen und deshalb nichts erkunden müssen. Ich glaube, dass einer der … also zumindest ist es bei uns einer der Gründe, weil wir denken so: Naja wir leben ja hier. Ich bin seit drei Jahren in Berlin. Ich war noch nie oben auf dem Fernsehturm. Den Reichstag habe ich wohl schon gesehen, aber ich kenne Berlin nicht. Weiß ich. Und trotzdem fehlt mir die Motivation da was zu sehen. Also da weiß ich, dass das meine eigene Schuld ist. Und dann aber bei Reisen funktioniert’s ne? Also letzte Wochen, wir waren in Marokko in Taghazout da in der Nähe, eine Woche Surf Camp und wir sind morgens um 9:30 Uhr an den Strand gefahren und sind nachmittags um 16:00 Uhr zurückgekommen. Und ich habe gestern meine Rescue Time Benachrichtigung bekommen, ich habe trotzdem 50 Stunden gearbeitet, obwohl ich mehr oder weniger den ganzen Tag am Strand war und keinen Laptop dabei hatte.   Marcus: Das ist ja das krass! Sebastian: Da habe ich mehr als ein Festangestellter gearbeitet und habe auch viel viel mehr erlebt und eine richtig geile Zeit gehabt. Marcus: Ja, das ist ja genau das Ding was Du auch eben meintest: Quality Time mit Deiner Freundin. Hier geht’s dann total unter. Das ist gestern auch mal wieder auf den Tisch gekommen. Ich bin abgelenkt am Rechner, höre ihr noch nicht mal richtig zu oder sie merkt gar nicht, wenn ich die Wohnung verlasse und sage “Ich gehe zum Sport”, weil sie so… das ist noch nicht mal böse gemeint, aber man ist so tief in diesen Projekten, dass man nur noch arbeitet, arbeitet, arbeitet, dann seine Prinzipien vergisst, morgens schon in die E-Mails geht, in Social Media, auch abends sich nicht die Zeit nimmt, was zu lesen und das leidet dann irgendwie total da drunter und das passiert, gerade wenn man in Berlin ist. Und wenn man unterwegs ist, finde ich, dann, weiß ich nicht, ist man irgendwie auch zufriedener. Das ist auf jeden Fall bei Feli ganz stark so, bei mir auch. Weil man mehr erlebt und offener ist. Die Menschen vielleicht auch eher das Mindset haben, was Du auch hast, wenn Du reist und wenn Du offene Menschen triffst, als hier in Berlin. Was jetzt auch nicht unbedingt als Vorwurf zu meinen ist. Aber da passt man sich dann eher wieder hier diesem 9 to 5 an, den die Leute hier arbeiten. Ich will dann auch mal was mit meinen Freunden machen, gehe Samstag dann raus, bin Sonntag im Arsch. Und da fühle ich mich an die alte Zeit erinnert, bin sauer über mich selber, dass ich so unproduktiv  gewesen bin und das ist irgendwie… Sebastian: Ja, das ist auch der Grund, warum meine Abmeldung aus Deutschland morgen im Briefkasten liegt. Ich habe vorhin schon mit dem Bürgeramt gesprochen und wir ab nächster Woche Mittwoch keine deutschen Staatsbürger mehr sind und dann halt ohne festen Wohnsitz. Marcus: Dann bist Du aber deutscher Staatsbürger noch. Sebastian: Ja, entschuldige, deutscher Staatsbürger aber ohne Meldeadresse. Genau. Ich… behalte natürlich meinen Pass Marcus: Staatenlos ja. Sebastian: Ja Staatenlos, dann hätte ich noch nen spanischen, aber ja… und wir jetzt dann erstmal nach, nur ganz kurz nach Bali. Da gehen wir mit Christian Häfner und seiner Heidi surfen. Marcus: Von FastBill ja. Sebastian: Genau. Für 12 Tage. Dann gehen wir nochmal nach Hongkong, unternehmen anmelden, Thailand und aber langfristig wollen wir jetzt halt im Winter vier Monate in Afrika verbringen, in Kapstadt. Und dann bin ich jetzt mal gespannt, wie das dann so ist, so nach nem Monat, wenn wir in Kapstadt gewesen sind, ob da auch eine Routine reinkommt, wie hier, oder ob wir dann die Qualität des Lebens dann auch noch ein bisschen besser ist als hier. Das wird jetzt einfach spannend, weil ich weiß, dass ich dazu neige, sobald ich meine etwas zu kennen, in diesen Trott reinfalle. Und äh, da bin ich mal gespannt, wie das dann in Zukunft… weil wir wollen ja wirklich mal länger irgendwo bleiben. Marcus: Muss ja auch irgendwie gehen oder? So nach zwei, drei Jahren muss ja auch mal Ende sein mit dem Reisen und dass man immer neue Sachen macht. Sebastian:  Also wir haben jetzt mal gesagt: Noch eine große Reise, mal schauen, wie lange die jetzt geht. Ich habe mal, so zwei Jahre haben wir mal die Auslandskrankenversicherung jetzt abgeschlossen, können sie noch auf fünf Jahre erweitern und dann sollten wir irgendwo einen Ort finden, wo wir leben wollen. Ich weiß aber, dass es nicht Deutschland sein wird. Aber Europa wäre schon ganz cool, aber mal schauen. Marcus: Ja, man weiß es nicht. Ist vielleicht spannend. Sebastian: Irgendwo, wo Sonne ist und Meer und warm , das ganze Jahr. Marcus: Ja, das ist ja irgendwie auch das geile an dem Lifestyle. Dass man eigentlich die Flexibilität hat, Pläne immer wieder umschmeißen zu können. Mal war es bei uns dann auch so. Wir wollen eine Homebase auf jedem Kontinent. Dann waren es bei uns die DNX CAMPS, wo wir dann den Anspruch hatten, auf jedem Kontinent, es wird wahrscheinlich jetzt funktionieren, weil wir gerade immer mehr Anfragen auch von anderen Coworking Spaces bekommen, ob wir nicht da mal ein Camp machen wollen, sodass wir am Anfang voll um diese Aufmerksamkeit gekämpft haben. Das wo Du meinst, dieses Marketing, da hört’s ja dann oft auf. Also wir hatten auch die Idee von den Camps und haben gedacht, die sind voll cool und dann war es halt schwer, weiter Marketing zu machen. Jetzt haben wir uns da echt reingekniet und auch viele Fotos gepostet von unserem letzten Camp in Lissabon und viele Videos aufgenommen. Aber es war harte Arbeit. Aber ich denke, es lohnt sich irgendwann am Ende des Tages auch. Man muss sich 100% committen und das haben wir zum Glück geschafft, als wir in dem Camp waren und haben uns dann die ganze Wunderlist, worüber Feli und ich uns koordinieren, und Trello leergeräumt, dass wir da nur Zeit hatten für die Teilnehmer und vielleicht einen Hauptfokus haben zu sagen, wir nehmen geile Bilder auf. Geile Fotos, wir machen Interviews mit den Participants. Wir sind für die da, wir hören denen zu, wir geben denen Feedback. Das hat uns halt komischerweise überhaupt nicht gestresst. Aber jetzt in Berlin gerade wieder, wo man sich denkt “Ach das könntest  Du noch schaffen” und kennst Du das? Man geht immer vom perfekten Tag aus und rechnet sich... Sebastian: Die wenigsten Tage sind eigentlich wirklich perfekt ne? Marcus: … und rechnet sich nie ein, dass auch mal jemand anrufen könnte, neben Dir steht oder Du doch mal schnell noch was einkaufen musst, kochen musst. Komischerweise blendet man das als Unternehmer alles aus und denkt so “Ach komm, das schaffst Du auch noch und das auch noch” und bist dann irgendwie enttäuscht, wenn Du nicht alles an dem einen Tag schaffst ne? Sebastian: Ja nee, ganz genau. Das ist bei uns haargenau so. Also heute morgen ist das beste Beispiel: Ich hatte eigentlich eine To Do Liste von hier zurück nach Marokko und ich habe zwei Punkte geschafft und dann kam halt hier ein Anruf und dann musste ich hier was koordinieren und... Marcus: ...und das habe ich noch vergessen... Sebastian: ...genau! Mein Kalender hatte sich irgendwie nicht synchronisiert und die Podcast stand da nicht drin. Also auch “Fuck!” Zum Glück, als ich jetzt rausgegangen bin war die schon da, sonst hätte ich das total vergessen gehabt. Und ja… solche Tage gibt es halt eben auch, dann ist man irgendwie nicht so produktiv, wie man gerne hätte. Marcus: Ja. Und ihr seid ja jetzt mitten im Vorgang eure Wohnung aufzulösen. Ihr seid dabei die Sachen zu verkaufen über Ebay Kleinanzeigen und Dich so komplett in Deutschland abzumelden. Wie hat da Dein Umfeld reagiert, wenn Du überhaupt noch irgendwelche Stränge zu sagen wir mal Leuten hast, die hier in Deutschland ein 9 to 5 Leben leben? Ich glaube, der Rest versteht das vielleicht mehr oder weniger oder vielleicht gerade Deine Familie, Eltern von Line, Deine Eltern? Sebastian: Also, Freunde, die 9 to 5 sind, also Bekannte aus dem alten Leben, aber aus dem Leben von vor vier Jahren, die es nicht wirklich mehr in das neue Leben geschafft haben. Dementsprechend habe ich nicht so viele. Marcus: Ja, das ist bei uns auch so. Sebastian: Dementsprechend musste ich nicht viel erklären. Da bin ich einfach weg. Und aber Familie. Es verändert sich ja eigentlich nichts. Nur weil ich keinen Wohnsitz in Berlin habe, heißt es nicht, dass ich nicht genauso oft oder sogar öfters in Deutschland bin. Weil ich habe ja immernoch diese 183 Tageregelung, ne? Und ich war die letzten drei Jahre, wenn es hinkommt, ein halbes Jahr in Deutschland. Also ständig am Anfang waren’s besonders viele Pressereisen mit dem Reiseblog und jetzt letztes Jahr waren wir halt in Neuseeland, in Australien, Bali, Thailand, ich weiß nicht, wo wir …. Hongkong, Macao… sind wir auch viel gereist. Nur zwischendurch mal ein paar Tage hier gewesen, aber - keine Ahnung - der Fakt, dass ich gesagt habe, wir melden uns ab, das ist für die meisten Leute so, das … das verstehen die nicht. Das ist für die so: Wir sind weg. Das sind wir ja gar nicht. Also wir sind ja…. Wir werden wahrscheinlich noch in der Nähe sein und keine Ahnung… Meine Familie, mit der habe ich schon geplant. Keine Ahnung, meine Eltern kommen … Also wir gehen nächste Woche nach Hannover und dann sehen wir uns im Januar in Südafrika und im März heiratet meine Cousine in Miami. Da sehen wir uns auch alle wieder und dann im Sommer sind wir sowieso in der Nähe und sehen uns die ganze Zeit. Also sehen wir uns effektiv öfters, als im letzten Jahr. Aber nur weil ich gesagt habe, ich habe dann keine Wohnung mehr in Berlin, damit haben sie alle ein Problem. Und es ist auch sehr, sehr lustig, weil meine Mutter hatte ja eigentlich genau das selbe damals gemacht. Meine Mutter ist ja nach Mallorca ausgewandert mit 20 und eigentlich nach wie vor… ich bin viel später ausgewandert. Sie hat genau das selbe gemacht, aber sie hat auch trotzdem ein großes Problem. Also, es ist vielleicht einfach der Fakt, dass man sagt, man ist ohne festen Wohnsitz und was weiß ich, aber der Rest der Familie… ja, die sind auch alle so. Die haben eine Augenbraue so hochgeschoben und sagen “Öh? Was machst Du da? Weißt Du eigentlich, was Du da tust?” Aber das gleiche haben sie auch gesagt, als ich gesagt habe, ich mache mich selbstständig. Und mittlerweile schieben sie den zweiten Satz dann immer hinterher “naja ich weiß ja, dass es keine Veränderung” und alles drum und dran und “das machst Du schon alles richtig” und so weiter und so fort. Aber Skepsis ist immer ein bisschen ein Begleiter. Und es ist aber auch okay. Ich meine, die Leute die lieben uns. Marcus: Klar! Sebastian: Wir sind denen halt viel Wert ne? Marcus: Ja, sonst würden sie ja gar nicht drauf reagieren. Sebastian: Und es wäre schlimm, glaube ich, wenn meine Mutter sagt “Alles klar Junge, dann tschüss und wir sehen uns dann irgendwann!” Also das wäre ja - weiß ich nicht - viel schlimmer, als diese Skepsis die halt einem entgegenkommt ne? Marcus: Ja, am Ende des Tages ist es glaube ich nur gut gemeint. Sebastian: Genau. Marcus: Es ist halt von deren Standpunkt aus so, die Erfahrung die sie selber haben, können sie einbringen und vielleicht würden sie es anders machen, aber ich glaube, mittlerweile sind sie auch zu sehen, dass was Du bis jetzt angegangen bist und gemacht hast, hat ja im Grunde immer funktioniert. Sebastian: Irgendwie am Ende des Tages lebe ich noch und ich kann mich selbst ernähren und es funktioniert. Und ich glaube auch… ich weiß auch, dass die meisten es genauso tun würden. Also wenn sie könnten und wenn sie nochmal in dem Alter wären, würden die auch irgendwie ihre Sachen packen und abhauen. Ganz klar. Marcus: Okay. Was motiviert Dich jeden Tag Deine Sachen zu machen? Sebastian: Mich motiviert anderen Leuten zu helfen. E-Mails zu bekommen, wo drin steht, dass mein Ebook denen unglaublich geholfen hat. Also mein Bangkok Ebook, dass wir irgendwie von einer ganz anderen Seite gesehen haben. Und die irgendwie skeptisch waren und ja total offen für’s Reisen sind. Also bei Off the Path. Das muss ich wirklich schon sehr… Oder bei Blogpreneure der Blog Camp motiviert es mich, wenn die Leute mir schreiben oder ich mich … ich treffe mich ja regelmäßig mit Leuten on the Road oder hier in Berlin. Marcus: Wie machst Du das? Machst Du dann spontane Meetups für Deine Fans? Sebastian: Spontan, auch One on Ones. Die sind auch nicht großartig irgendwo angekündigt. Wenn mir jemand schreibt und ich gerade wirklich Zeit habe, dann nehme ich mir immer gerne mal, nicht nen ganzen Tag oder nen halben Tag, sondern so 10 Minuten einen Kaffee trinken, bisschen quatschen. Marcus: Ich finde, das ist auch irgendwie sauwichtig um weiter so ein Gefühl dafür zu bekommen, wer sind eigentlich meine Zielgruppe oder wer sind die Leute? Sebastian: Genau, genau. Wer ist diese Person, die dahinter ist, weil ... Marcus: … wer kauft mein Ebook? Sebastian: Genau. Das finde ich schon sehr wichtig, dieses Persönliche zu halten und ich beantworte, obwohl ich meine 100 E-Mails oder 200 E-Mails am Tag bekomme schon noch 95% von allem persönlich. Es ist meistens immer nur ein Zweizeiler. Wenn ich - keine Ahnung - vier DIN A4 Seiten bekomme, dann bekommt er trotzdem nur drei, vier Zeilen von mir zurück “Danke, hat mich sehr gefreut, hier vielleicht noch ein kleiner Tipp…..” Also ich antworte keine DIN A4 Seite zurück, weil die Zeit mir dafür fehlt, aber es ist mir schon wichtig, dass wenn sich jemand die Zeit nimmt mir zu schreiben, dass ich mir die Zeit nehme zu antworten. Und das ist schon ein großer Motivator, diese ganzen E-Mails die ich bekomme. Ich hatte ja vorhin glaube ich schon erwähnt, also, Geld ist ein Null Motivator. Marcus: Ja ich glaube aber erstmal so bis zu einem gewissen Punkt, wo man weiß, man hat jetzt ein, zwei Jahre einen Puffer. Sebastian: Früher, klar. Also Geld war früher mein Antrieb. Das hat mich gefüttert. Also wenn ich gesehen “Boah, hier kommt Auftrag X rein” oder “Hier kauft jemand das Ebook und wenn ich so viele verkaufe, dann verkaufe ich so viel” ganz klar! Das war ein sehr, sehr starker Motivator, der sehr, sehr wichtig war, weil schon Existenzängste - besonders die ersten zwei Jahre - Alltag waren. Schlecht schlafen und alles drum und dran. Mittlerweile aber ist man halt in dieser glücklichen Position. Dass ich halt sagen kann: Geld ist es halt eben nicht. Und ich möchte Leuten helfen und das war schon immer gewesen. Heute ist dieses Helfen mir in den Vordergrund gekommen, weil halt eben dieser Geldfaktor nicht mehr so wichtig ist. Marcus: Aber wahrscheinlich auch deshalb, weil jetzt das Geld erstmal da ist, um vielleicht für ein, zwei Jahre - keine Ahnung - wo Du weißt, okay da habe ich jetzt erstmal Ruhe. Sebastian: Genau. Marcus: Und wenn es dann mal wieder knapp werden sollte, vielleicht nur noch für ein halbes Jahr reicht, dann haben wir vielleicht wieder andere Gründe. Sebastian: Also ich bin da eigentlich auch recht konservativ, was das angeht … äh Kohle. Und ich habe mir ein sehr, sehr gutes Puffer aufgebaut und zur Seite gelegt. Weil Leute immer dieses Thema, wie machst Du Altersvorsorge und so weiter und so fort. Und ich bin sehr gut aufgehoben. Ich bin jetzt gerade “nur” 26 ne? Und ähm... Marcus: Wie machst Du Altersvorsorge? Sebastian: Also ich habe jetzt erstmal einen ordentlichen Batzen bei Seite und wir kaufen jetzt demnächst halt ein schönes cooles Ding irgendwo. Ich kann Dir nicht sagen wo es ist und was es wird. Aber es wird auch so ein Business, aber Offline. Das wird auch richtig, richtig cool. Und das ist Teil meiner Altersvorsorge, ganz klar. Und weitere Businesse aufbauen. Also wir haben jetzt... Off the Path läuft sehr gut. TravelWorkLive läuft gut. Blog Camp ist noch nebenbei, das betreiben wir ja nach wie vor noch. Marcus: Wie viele Visitor hast Du auf den beiden Seiten? Sebastian: Auf Off the Path sind’s jetzt letzten Monat 87.000 gewesen. Marcus: Uniques? Sebastian: Ja. Und auf TravelWorkLive sind’s 25.000. Marcus: Cool. Sebastian: Ja, alles was ich SEO mäßig bei Off the Path falsch gemacht habe, habe ich bei TravelWorkLive richtig gemacht. Und dadurch kommen jetzt jeden Tag so 500, 600 Organic dazu. Und es wird immer jeden Tag mehr. Und das ist richtig, richtig gut. Und da laufen halt auch die Affiliate Produkte und so weiter und so fort. Da habe ich mich halt sehr gut darauf spezialisiert und das auch aufgebaut. Marcus: Da hast Du auch richtig viel Effort reingehauen. Sebastian: Ja ja richtig. Also ich habe es im November gelaunched, also vor fast genau einem Jahr, also vor 10 Monaten. Marcus: Da hattest Du ja auch diese krasse Vlog Serie angespielt. Sebastian: Genau, ich habe nach wie vor noch meinen Daily Vlog. Ne? Jeden Tag ein Video auf YouTube hochladen. Was mir keine Kohle bringt. Das bringt mir einfach nur Freude. Ich liebe es, dieses ganze Live Feedback von den Leuten zu bekommen und mit denen halt immer in Interaktion zu stehen und wirklich live mit denen zu quatschen. Deshalb liebe ich auch so Periscope. Marcus: Ja ja, jetzt wo Du es sagst, ich wollte es nämlich gerade anmachen, rede ruhig weiter. Sebastian: Ja ja, genau. Das man das Periscope macht und alles drum und dran und das ist halt richtig cool. Und ja… jetzt haben wir glaube ich, zwei Fragen so durcheinander gebracht. Also einmal die Motivation und halt eben auch die Altersvorsorge ne? Und ja, also diese verschiedenen Businesses, also Unternehmen, die wir halt führen sind ganz klar eine Altersvorsorge, aber das Ding bei einem Online Business ist halt eben so, dass Du halt nie weißt, wann Google das nächste Update rausbringt und wann Du richtig im Arsch bist ne? Und deshalb versuche ich jetzt in Zukunft halt auch ein paar andere Sachen zu machen und möchte mich halt auch auf Offline Businesses halt konzentrieren, genau. Marcus: Genau, ich kann’s nur empfehlen. Auch mal Offline ein bisschen was zu machen. Wir machen ja sehr viel im Verhältnis, oder anteilsmäßig im Vergleich zu unseren Online Sachen, wir müssen da vielleicht noch ein bisschen besser im Online und in... Sebastian: Ja, demnächst natürlich total Offline… natürlich, natürlich. Aber das funktioniert aber auch nicht ohne den Online Faktor. Marcus: Nee, auf keinen Fall. Die ganze Reichweite, die Aufmerksamkeit. Das Thema ist ja schon Online, aber das Event an sich und jetzt auch die Camps, wo manche dann auch die Augen verdreht haben, gerade diese Verfechter des passiven Einkommens sind und so sagen “Ey, das ist doch nur skalierbar, das ist doch überhaupt nicht passiv, was ihr da macht”. Aber auf der anderen Seite gibt uns das so viel Benefit und so viel Feedback von den Leuten, dass uns das dann auch wieder hilft vielleicht coole Online Projekte zu unternehmen. Sebastian: Ja, scheiß auf passives Einkommen. Nein, also ich bin da ja ganz anderer Meinung. Also ich finde passives Einkommen geil. Das habe ich mir zum Beispiel mit Blog Camp aufgebaut und wir arbeiten nicht intensiv, aber in Zukunft ein bisschen mehr an Blogpreneur. Das wird natürlich auch ein gutes…. das wird auch nie ein passives Einkommen sein, denn ich möchte ja für meine Community da sein. Und ich werde ein Forum haben und eine Facebook-Gruppe und so fort. Und da musst Du Dich mit den Leuten natürlich auseinandersetzen. Marcus: Ja absolut. 100% passiv wird auch nie funktioniert, dass selbst irgendwie eine gut rankenden Seite muss ja weiter… Sebastian: ...muss nach wie vor noch… ganz genau, ganz gemacht werden. Es geht zu einem gewissen prozentualen Anteil. Also TravelWorkLive zurzeit ist komplett passiv. Und das sind 1.000,00 Euro, die ich jetzt jeden Monat habe, die mehr oder weniger passiv sind, weil ich jetzt seit zwei Monaten eigentlich schon wieder nichts gemacht habe. Marcus: Keinen Beitrag mehr geschrieben. Sebastian: Keinen Beitrag mehr geschrieben habe und nichts und trotzdem kommt nach wie vor Traffic und so weiter und so fort. Aber ich werde wieder etwas machen müssen, gar keine Frage! Aber, deshalb bin ich auch kein Freund von passiven Einkommen und ich mag das Wort auch nicht, weil ich gerne für mein Geld arbeite. Und ich sehr, sehr gerne mit den Menschen zusammen arbeite. Das ist auch der Grund warum ich Coachings anbiete. Mein Mentoren Programm, wo ich zwei Leute im Monat drin habe. Wo ich immer so regelmäßig mit denen Skype. Das ist auch der Grund, warum ich Masterminds gerne organisiere oder Retreats wieder mal halt auch Bali und wir wollten eigentlich auch eins in Kapstadt machen. Das schaffen wir aus Zeitgründen nicht. Aber ich möchte mit den Leuten arbeiten. Das ist mir wichtig den Leuten halt zu helfen und sie weiter zu bringen und deshalb... Marcus: Deshalb kann ich Dich da nur motivieren und unterstützen, das auf jeden Fall so weiter zu machen. Wir haben es jetzt selber in Lissabon erlebt. Wir hatten 17 DNX CAMP Teilnehmer und wir waren einfach so happy zu sehen, was für nette, freundliche, positive Menschen unsere Zielgruppe sind, was einen dann auch wieder motiviert hat “Ey, eigentlich machen wir schon wahrscheinlich coole Sachen für die Leute und ziehen auch die richtigen Leute an”. Und manchmal vergisst man das so ein bisschen und verliert dafür so den Blick. Sebastian: Spätestens wenn der erste negative Kommentar reinkommt. Dann denkt man sich so “Oh, sind die alles so?” Marcus: Ja, “sind die alle so schlimm und schrecklich” Und irgendwie “verstehen die nicht, das was Du hier eigentlich rüberbringen willst im Way of Life” und dann hast Du aber wirklich so 17 super geile Menschen um Dich rum, die dann von selbst so motiviert sind, eigene Workshops zu machen. Breakout Sessions in einem Park oder Masterminds oder Ausflüge organisieren und am Ende ist es fast wieder so, “eskaliert” wie auf einer normalen DNX, dass keiner mehr zur Ruhe gekommen ist, weil so viel angeboten wurde und gemacht wurde und natürlich niemand irgendwie was verpassen möchte, waren die Leute fast so ein bisschen, ja nicht gestresst aber positiv gestresst, sodass sie danach erstmal durchatmen mussten. Aber egal, ich meine dafür steht dann aber auch so ein bisschen DNX. Wir wollen immer ein bisschen mehr geben als dass wir vorher versprechen. Meistens wollen wir dann zu viel und zu gut sein und so viel geben, dass oft im Feedback dann auch steht “Leute macht mal irgendwie einen Gang zurück und das würde für uns auch reichen”. Sebastian: Ja ja, ich bin auch ein ganz großer Verfechter von under promise, overdelivery. Marcus: Das ist schon cool. Nee, das ist wichtig, dass man da an der Zielgruppe dran bleibt. Ja, kommen wir jetzt langsam zum Ende. Du sagtest, das Design Off the Path steht gerade ganz oben auf Deiner Prio-Liste. TravelWorkLive müsstest Du mal wieder was machen. Wonach gehst Du da? Ist das ein Gut Feeling oder Dein Bauchgefühl? Wo müsste, hätte, würde man wieder was tun können? Oder ist es dann so ein Springen, wenn dann eine Anfrage von Google kommt über Off the Path, dass Du dann denkst “Boah, eigentlich ist der Blog voll geil, lass uns mal wieder mehr mit Off the Path machen um noch mehr Speaker Anfragen zu bekommen”? Sebastian: Ja, das ist eine sehr berechtigte Frage. Also wir haben mittlerweile eine Prioritätenliste. Off the Path ist unser Hauptunternehmen. Das ist unsere Nummer 1. Da haben wir auch eine Struktur mittlerweile reingebracht. Auch in den letzten zwei Monaten. Aber da ist für die nächsten 12 Monate richtig gut getaktet, an welchem Tag was gemacht wird. Wir arbeiten auch schon so zwei, drei Monate vor. Marcus: Bis auf welches Metalevel, dann geht der Newsletter raus, dann muss der Content geschrieben sein. Sebastian: Dann ja, also der Newsletter… den planen wir nicht ein. Das wird immer so einmal die Woche, da schreibe ich einen Newsletter, aber wir schreiben heute für in zwei Monaten.   Marcus: Mh cool. Sebastian: Das ist schon sehr wichtig. Oder wir wissen zumindest, wir haben einen Historial Plan für zwei Monate, sagen wir mal so. Und wir haben den Content für drei, vier Wochen schon fertig. Ab und zu schieben wir noch einen rein und schieben ein bisschen rum, aber wir haben die Struktur. Die haben wir auch erst, seitdem wir jetzt Nina mit im Team haben, weil ich gesagt habe: Jetzt haben wir auch ein neues Teammitglied und da müssen wir Struktur reinbringen. Also ich alleine kann unstrukturiert mit mir arbeiten. Aber das heißt nicht, dass eine fremde Person quasi mit meiner Unstrukturiertheit und meiner Spontaneität arbeiten kann. Und dementsprechend habe ich mich dazu gezwungen, alles aufgesetzt, wir haben ein richtig gutes System mit Trello, Evernote und Slack aufgebaut für die Teamkommunikation. Und das funktioniert jetzt auch richtig gut. Da musste ich nicht mehr so viel machen und mehr eingreifen. Jeder weiß, worin er gut ist und was er machen muss. Und da gibt es wenige Diskussionen. Das ist super. Marcus: Ihr arbeitet jetzt auch immer, wenn ihr in Berlin seid, eng mit Nina zusammen ne? Jetzt gerade ist sie auch hier. Sebastian: Genau, also wenn wir in Berlin sind, dann sitzen wir quasi die ganze Zeit zusammen. Also wir sind jetzt noch bis nächste Woche Mittwoch, also wir sind jetzt noch zehn Tage da. Das heißt wir sitzen hier jeden Tag zusammen. Und da wird dann gearbeitet und da wird strukturiert gearbeitet. Und wenn wir dann getrennt sind, ist es natürlich echt schwer da diese Motivation beizubehalten und alles drum und dran. Aber das funktioniert ganz gut. Wir waren ja jetzt letzte Woche in Marokko, auch mit ihr. Wir haben sie halt auch mitgenommen, wir haben das ganze Team quasi mitgenommen. Was auch für’s Teambonding richtig gut war und wichtig. Also um nochmal eigentlich zurück zur ersten Frage, das ist die Priorität Off the Path. TravelWorkLive ist so ein bisschen in den Hintergrund geschoben worden, weil wir uns halt eben da auf diesen Blog so sehr konzentrieren und ich wenig Zeit habe zurzeit, um mich da intensiv drum zu kümmern. Hier und da mache ich mal was, aber kann man erstmal getrost ignorieren und zur Seite legen. Da wird bestimmt irgendwann wieder etwas kommen und auch wieder viel. Aber dafür muss ich vorarbeiten. Und dann habe ich ja auch noch den Daily Vlog. Der Teil von beiden Blogs eigentlich ist. Er sollte mal für TravelWorkLive sein, aber mittlerweile ist er Teil für Off the Path. Marcus: Auf Deutsch oder Englisch. Sebastian: Auf Deutsch. Marcus: Deutsch. Da bist Du aber wieder täglich dran jetzt? Sebastian: Da bin ich täglich dran. Da mache ich jetzt seit 240 Tagen jeden Tag einen Vlog von meinem Leben. Wie wir gerade eben auch so immer so “Ah jetzt mache ich einen Podcast mit Marcus” und alles drum und dran. Und das macht richtig Spaß. Also es ist…. Marcus: Den schneidest Du auch selber? Sebastian: Den schneide ich auch selber jeden Abend. Ich brauche dafür ungefähr so, je nach Länge, zwischen 30 und 45 Minuten. Marcus: Wie lange hast Du für Deine ersten fünf Vlogs gebraucht? Sebastian: Ja ja, also ich glaube ganz am Anfang habe ich über eine Stunde gebraucht. Ich habe es runter auf einen Durchschnitt von 35 Minuten pro Episode, was okay ist. Also eine halbe Stunde jeden Tag finde ich immer Zeit um das zu schneiden. Und dann haben wir natürlich noch ein paar einzelne Projekte. Ich habe den Survey Lead Generator, wo ich gerade quasi einen Relaunch ein bisschen vorbereite. Ich habe den ganz neu programmieren lassen mit Klick Tip Integration. Das kommt irgendwann. Ich habe es fertig. Ich habe noch keine Zeit gehabt, mich da intensiv zu kümmern. Das ist halt einfach so ein Projekt, das liegt fertig da. Die neue Version ist da, aber ich konnte es noch nicht kommunizieren. Also das sollte irgendwann langsam an Prio gewinnen. Marcus: Irgendwann dann. Sebastian: Genau. Aber das dauert noch. Und dann habe ich noch Support Camp, wo wir für November einen Relaunch planen, was sehr gut läuft. Das ist richtig gut optimiert und läuft mehr oder weniger automatisch, weil ich ein ganz gutes Team dahinter habe. Ich habe jetzt den Martin, der ist neu mit dabei, der die Programmierung und den Support macht. Und ich kümmere mich hier und da noch für das Marketing. Und ja, das funktioniert. Und dann haben wir noch Blogpreneur irgendwann und noch ein neues Projekt, was wir gerade planen. Und da aber, die gewinnen dann irgendwann so ein bisschen an Priorität, sobald ich mich aus Off the Path halt ein bisschen rausnehmen kann und ein bisschen mehr Zeit habe. Marcus: Ja. Sebastian: Ich versuche jetzt da wirklich nicht mehr so viel zu arbeiten und meine Zeit entsprechend einzuteilen. Denn wenn wir jetzt ab in zwei Wochen halt auch wieder mehr oder weniger auf “Weltreise” gehen, diese verschiedenen Länder und Afrika so lange und so weiter und so fort, will man natürlich auch Zeit haben, etwas zu sehen. Und dann muss ich mich dann quasi aus Off the Path ein bisschen rausnehmen, um dann halt mehr Zeit für andere Sachen zu haben. Marcus: Ja cool. Ich merke, euch wird nicht langweilig, auf keinen Fall. Sebastian: Wir haben ja noch Kultreiter, das ist der Blog von Line. Den betreiben wir ja auch noch. Der muss ja auch noch jeden Monat mit drei, vier Beiträgen gefüttert werden. Marcus: Ja, aber da bleibt ihr dran. Und das macht Line auch noch sehr viel Spaß. Sebastian: Du, das ist mittlerweile einer der größten Reitblogs Deutschlands. Innerhalb von einem Jahr hat sie es geschafft da echt krass was aufzubauen. Der hat auch irgendwie so 50.000 Uniques im Monat und alles drum und dran. Und bringt auch ordentlich Einnahmen. Die Pferdeleute sind echt verrückt, wie sie auch in ihrem Engagement und alles drum und dran nochmal viel toller eigentlich, als andere Nischen. Richtig cool. Und ja… also wie Du gerade sagtest: Uns wird nicht langweilig. Wir haben einiges zu tun. Marcus: Okay cool. Und an dem Kultreiter bist Du dann auch beteiligt bei Line? Oder hilft sie bei euch und den neuen Projekten? Sebastian: Ja, also ich bin da jetzt nicht so dran beteiligt. Also das ist schon ihr Ding. Ich verstehe davon nicht viel. Ich bin in dem Sinne dran beteiligt, dass ich halt immer sage, “Du musst das jetzt so und so machen” und “wir müssen jetzt hier Optin und hier einen Freebie halt erstellen, damit wir halt ein bisschen die E-Mail Liste steigern können”. Aber was die Inhalte und so weiter angeht, da würde ich niemals was zu sagen, weil ich mich einfach nicht mit Pferden so gut auskenne oder gar nicht auskenne. Marcus: Dafür bei anderen Sachen um so mehr. Sebastian: Genau. Marcus: Ja, Sebastian, vielen Dank für Deine Zeit. Sebastian: Ich danke Dir! Marcus: Und wir hören und sehen uns bestimmt immer mal wieder überall auf der Welt. Sebastian: Ganz genau. Weil man sieht sich ja immer entweder hier oder auf Bali oder Südafrika, Bangkok - auf der DNX in Bangkok. (beide lachen) Marcus: Ah ja! Alles klar, bis dann! Ciao! Sebastian: Tschüss! Yeah, das war eine weitere Folge der LIFE HACKZ Show. Diesmal Live produziert in der Blogfabrik in Berlin Kreuzberg. Die Blogfabrik ist ein neues Projekt. Ich glaube das läuft erst seit drei oder vier Wochen, in dem verschiedene Content Creators im weitesten Sinne, sprich: Blogger, Autoren, Publisher, Podcaster zusammen kommen und zusammen Coworken. Das ganze funktioniert aber eher als Verein oder quasi geschlossener Verbund oder Mitglieder, die dort zusammenkommen. Also es ist nicht offen für jeden zugänglich. Man muss aufgenommen werden. Und der Deal ist, dass man eine bestimmte Anzahl von Artikeln oder Content pro Monat produziert für das Blogfabrik Magazin und dann dort quasi seinen Platz in dem Coworking Space oder Office hat. Auf jeden Fall super cool. Sehr nett eingerichtet, nette, freundliche Menschen. Der Sebastian ist hier noch bevor er das nächste Mal wieder nach Thailand losfliegt und ja… ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Wenn ja, und ihr sagt, ihr möchtet auch gerne mal was zurückgeben für den kostenlosen Content, den ich hier über den Podcast raushaue, dann lege ich euch unsere Charity Aktion ans Herz unter www.lifehackz.de/charity, mit der wir Straßenkinder in Salvador de Bahia unterstützen. Vielen Dank und Peace Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

    starstarstarstarstar
  • Christian Häfner ★ Unternehmen im Bootstrapping Modus starten

    · 01:09:25 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Christian Häfner von FastBill Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz. Heute mit dem Geschäftsführer von FastBill – Christian Häfner. Christian hat FastBill zusammen mit seinem Co-Founder komplett aus eigenen Mitteln aufgebaut, sprich er hat das Unternehmen gebootstrapped, was ich richtig, richtig geil finde und was ich schade finde, dass es immer so ein bisschen untergeht neben den ganzen fett Venture finanzierten Unternehmen, die viel Geld verbrennen – nicht alle aber einige. Daneben gehen die ganzen Boostrapping Sachen ein bisschen unter. Von daher, ich habe höchsten Respekt vor seiner unternehmerischen Leistung, finde ihn persönlich auch mega-cool – er ist ein guter Freund geworden mittlerweile, hat richtig viel Wissen zum Thema Unternehmertum. Deshalb freue ich mich total, dass er heute am Start ist. Alle Shownotes zu dieser Folge findet ihr unter lifehackz.de/007 und jetzt viel Spaß mit dem Interview mit Christian. In dieser Folge lernst du: Was für Christian Freiheit bedeutet. Wie man ortsuanbhängige Teams managed. Wie er sein Unternehmen gebootstrapped hat. Warum er für das nächste Projekt auf Venture Capital setzt. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus [ Shownotes FastBill https://de.letsseewhatworks.com/guerilla-marketing/ happycoffee.org Automattic Mobile Jazz Meerdavon.com [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Hi Christian! Cool, dass Du mit am Start bist! Christian: Hallo, freut mich! Marcus: Sag mal, wo bist Du gerade und wie bist Du dahin gekommen? Christian: Ja also jetzt heute bin ich im Home Office und sitze inmitten von einer ganzen Menge Kaffeeverpackungen, weil ich nämlich gerade für ein Business Kaffee auswähle. Und da ist zuhause ein guter Ort für. Marcus: Und was ist das? Du sagst jetzt das ist ein Business, das heißt Du hast mehrere, aber erzähl vielleicht erst mal was über das Kaffee-Business. Christian: Ja, ich mache tatsächlich ganz viele Sachen und ein Business davon ist ein Online Kaffeeshop: happycoffee.org. Den habe ich schon vor einigen Jahren gestartet. Ich habe zwischendurch den Kaffeeverkauf aber wieder eingestellt und den werde ich jetzt neu starten. Also im Wesentlichen geht es um fairen Kaffee, den ich importiere, mit einem Röster zusammenarbeite und den dann online hier in Deutschland verkaufe und demnächst dann auch europaweit. Marcus: Das ist ja cool! Und das Ding selber hast Du schon vor Längerem gestartet und hast es dann, wie Du selber sagst, erst mal auf Pending gelassen. Und wenn ich Dich richtig verstanden habe, nimmst Du jetzt wieder Fahrt auf? Christian: Ja ganz genau. Ich hatte ja auch irgendwann mal einen richtigen Job, irgendwann in meiner Vergangenheit. Ich habe in einem Konzern hier in Hamburg gearbeitet, was eigentlich auch ganz cool war. Allerdings hat es mich damals schon gedrängt, mal andere Dinge auszuprobieren. Ich wollte halt schon immer Unternehmer sein und habe schon ganz früher mal Sachen gegründet und naja, dieses Kaffeeprojekt habe ich damals gegründet, als ich dort noch angestellt war. Das hat mir mein Chef damals netterweise erlaubt. Dann habe ich eben versucht, á la 4-Stunden-Woche eine komplett ausgeschöpfte Wertschöpfungskette aufzubauen. Also einen Röster zu suchen, einen Anbauer suchen, einen Logistiker suchen. Und so kam das dann halt. Ich habe damals bis 2012 auch gute 50kg-70kg online verkauft. Das hat allerdings nicht gereicht, um davon leben zu können. Da ich mein heute erfolgreiches Startup FastBill quasi Vollzeit betrieben habe, habe ich mich darauf fokussiert; das Kaffee-Business eingestellt und zu der Zeit dann FastBill gemacht. Allerdings habe ich happycoffee vor eineinhalb Jahren dann wieder in die Hand genommen. Ich habe da ein kleines Team, das mit mir die Arbeit gemacht hat. Also Marketing, SEO, sodass wir da heute eine ganze Menge Nutzer auf dem happycoffee haben. Das ist eine gute Grundlage, um jetzt wieder mit dem Kaffeeverkauf anzufangen. Marcus: Sehr cool. Das ganze erinnert mich ein bisschen an diese Teekampagne vom Günter Faltin. Den kennst Du bestimmt auch oder? Christian: Ja absolut. Die erste Idee hatte ich auch, nachdem ich die 4-Stunden-Woche von Tim Ferris gelesen habe. Ich glaube, das war 2007 oder 2008. Da habe ich das gelesen und dachte mir: okay, jetzt musst Du auch irgendwas machen. Kaffee ist halt ein tolles Produkt. Das macht Spaß. Marcus: Gerade wenn es nachhaltig und fair getradet ist. Das ist glaube ich auch eine Sache, die sehr sinnvoll ist. Christian: Ja absolut. Viele große Röster nutzen das halt als Werbelabel. Für mich ist das schon eine Grundvoraussetzung, dass man über Bio und fairtrade nicht besonders reden muss. Deswegen muss das auch kein Billigkaffee sein, den es für 7,95 € bei Tchibo gibt. Sondern das ist halt ein Standard, wie man ihn bei Röstereien gewohnt ist. Der Coffee Circle ist da eine andere gute Marke, die sich in diesem Segment platziert hat und das wird hier nicht anders sein. Marcus: Du sagst gerade, Du bist in Deinem Home Office. Das heißt also, Du bist Dein eigener Chef, hast mehrere Firmen am Start und FastBill. Das ist glaube ich das Projekt, was die meisten vielleicht kennen werden, und kannst von überall arbeiten. Hast Du einen bestimmten Spot, wo Du am liebsten arbeitest oder wie bist Du so aufgestellt was Deine Locations angeht? Christian: Also für mich ist es die Mischung, ehrlich gesagt. Vielleicht noch kurz zu FastBill: Wir sind ja ein Team mit 25 Mitarbeitern und wir haben uns in drei Offices in Deutschland aufgeteilt. Da sind dann noch ein paar Leute in Home Offices. Das heißt, es gibt irgendwo einen Schreibtisch, da kann man auch hin, wenn man möchte. Da steht ein zweiter Monitor. Das ist ganz gut zum arbeiten und der ist bei mir im Betahaus, hier in Hamburg. Da haben wir einen kleinen Raum gemietet und da bin ich ganz oft. Allerdings ist das Thema Home Office für mich auch ganz gut und wenn ich eine Weile weg bin - ich gehe zum Beispiel gerne Surfen, in Bali demnächst wieder oder ich werde mal eine Weile in Stockholm sein. Das sind dann Dinge, die gehen dann auch. Ich muss sagen, man muss sich da immer im Umfeld einfinden. Insofern ist es vielleicht nicht immer die produktivste Zeit, aber es geht. Und ich finde dieses Unterwegssein und Reisen ist schon wichtig. Marcus: In Terms of: Was stellt das mit Dir an? Ich weiß, wie das bei mir ist wenn ich viel reise, aber wie ist das bei Dir? Christian: Ich kriege natürlich einen klaren Kopf und ich verstumpfe nicht. Ich habe halt die Möglichkeit, die Welt zu erleben. Und mir ist das halt super wichtig. Anderen Leuten sind andere Dinge wichtig wie zum Beispiel ein Auto, eine große Wohnung etc. Mir ist das nicht so wichtig. Ich möchte halt die Welt sehen, die Welt erleben. Ich möchte halt gerne in andere Kulturen abtauchen. Als ich zum Beispiel mal drei Monate in New York gelebt habe, das war fantastisch. Mal selber New Yorker zu sein. Und so ähnlich möchte ich es auch, nicht nur in großen Städten sondern auch kleinen Dörfern erleben. Das zum einen. Zum anderen surfe ich gerne, das habe ich ja schon gesagt. Und das geht halt nicht immer und in Hamburg ist das immer schwierig. Marcus: Das stimmt (grinst) Du sagtest gerade, Deine Mitarbeiter. Ihr seid mittlerweile 25 bei FastBill. Ihr verfügt über drei Büros, ich glaube in Hamburg, Frankfurt und wo noch? Christian: In Essen. Da haben wir noch Buchhaltung und Verwaltung. Aber mein Bruder zum Beispiel, der auch für uns arbeitet, der sitzt irgendwo in Bonn in seinem Home Office und hat dort ein Haus auf dem Land und das ist eben weit weg von jedem anderen Büro. Aber für ihn ist das tolle, dass er halt jetzt mit seinen Kindern mittags essen kann, die morgens zur Schule fahren kann und nachmittags dann wieder hat. Das ist auch eine Form von Luxus, die in seinem Fall jetzt zum Beispiel gar nicht so viel mit reisen zu tun hat, aber mit Familie, die man jetzt öfters sieht als wenn man einen 9 to 5 Job hat. Marcus: Also ich finde es gut, dass Du das gerade ansprichst, weil viele das ja immer am Reiseaspekt aufhängen und gerade auch die digitale Nomadenszene natürlich gerne unterwegs ist und viel reist. Dieses ganze Konzept, nicht mehr im 9 to 5 Job zu sein und als Solopreneur sein eigenes Ding zu starten und sein eigenes Geld zu verdienen, vielleicht sogar auch bei Dir ortsunabhängig in einem Unternehmen mitzuarbeiten. Das kann man für quality time und seine Familie nutzen, sein Sohn dann vom Kindergarten abholen. Das macht zum Beispiel Pat Flynn aus Amerika dann auch. Er sagt, er ist der einzige Familienvater, der seinen Sohn zum Kindergarten bringt und wieder abholt. Und das erlaubt auch dieses ganze Setting, was er sich geschaffen hat. Also einige nehmen das Reisen und andere nehmen sich mehr Zeit für die Familie und die Dritten nehmen das dann für ihr Hobby, wo sie dann endlich mal richtig gut drin werden. Ich glaube das macht es gerade so spannend. Christian: Ich würde das auch als Freiheit bezeichnen. Freiheit und was man wann, wo, wie mit wem macht. Also immer Reisen ist ja auch irgendwann anstrengend. Aber ich finde, man möchte sich einen Lifestyle, einen Tagesablauf schaffen. In meinem Fall zum Beispiel: Ich stehe immer ohne Wecker auf. Das ist für mich auch eine Art von Luxus und wenn ich morgen erst um 10.00 Uhr anfange oder um 11.00 Uhr, dann ist das halt mal so. Das sind Dinge, die müssten gehen und die sind mittlerweile so normal geworden. Wenn man das anderen erzählt und die sich dann immer wundern, gerade wenn sie dann noch in festen Arbeitsverhältnissen sind und halt ein schlechtes Gefühl haben, wenn sie dort später als 8.30 Uhr erscheinen. Diese Freiheit muss halt jeder für sich bestimmen. Da gebe ich Dir absolut recht. Marcus: Aber ich glaube da muss man auch erst mal hinkommen, sich das selber zuzugestehen. Also gerade Feli und ich haben ja sehr lange in Corporate Jobs gearbeitet und es wird jetzt immer besser. Aber es fällt uns nach wie vor immer noch schwer, uns zuzugestehen, am Nachmittag wenn man schon voll durchgepowert hat, mal ein oder zwei Stunden etwas anderes zu machen und sich auszuruhen oder zum Sport zu gehen. Diese 9 to 5 – Taktung ist immer noch total tief drin in den Leuten und ich glaube, deshalb fällt es vielen total schwer, sich das vorzustellen, wenn es noch andere Konzepte gibt. Christian: Ich meine, wir Unternehmer haben ja die große Herausforderung, dass wir von Erfolgsleistungen, also Output getrieben sind. Weniger Arbeiten, da kommt vielleicht weniger raus. Und ein Angestellter arbeitet glaube ich nicht so sehr für den Erfolg hinten raus, sondern mehr für das Geld, was er für diese Zeit bezahlt bekommt. Das ist so ein grundlegender Unterschied. Ich will jetzt nicht sagen, dass Angestellten die Arbeit nicht Spaß macht oder an sich nicht motiviert sind. Aber ein Unternehmer arbeitet halt in erster Linie für sich selbst. Man ist da sehr egoistisch unterwegs. Wir müssen uns dann eben disziplinieren. Diese Zeit, die wir eigentlich haben, eben nicht nur für diese Erfolgsergebnisse nachher zu investieren sondern eben für Dinge die wir vielleicht sonst so machen. Also bei mir ist es manchmal so, wie es sich ergibt und am Nachmittag geht man mit Freunden in den Biergarten. Es ist halt erst um 15.00 Uhr oder um 16.00 Uhr. Ja da habe ich dann auch kein schlechtes Gewissen. Aber genauso habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich mal bis 21.00 Uhr da sitze, weil ich mich so in irgendetwas vertieft habe, was halt gerade ziemlich geil ist in dem Moment. Marcus: Ja, das kriegen die meisten von außen ja gar nicht mit. Wie geil das eigentlich ist, was man da gerade macht. Nach wie vor, wenn wir reisen und dann in einem normalen Hostel einchecken und dann da sitzen und nachts sitzen oder freitags abends, wenn die anderen um uns herum Party machen und saufen, dann kriegen wir eigentlich nur noch mitleidige Blicke ab. Dabei wissen die ja gar nicht, an was für geilen Sachen wir da gerade arbeiten. Christian: Ganz genau. Auf der anderen Seit kann man dann vielleicht Party machen und einen saufen während die anderen arbeiten. Am Ende muss sich halt jeder seinen eigenen Rhythmus auferlegen und damit happy sein. Marcus: Absolut. Habe ich das richtig verstanden, dass Deine Mitarbeiter die freie Wahl haben von dort zu arbeiten, wo sie arbeiten möchten? Christian: Nein, das stimmt nicht 100%. Wir haben Mitarbeiter, die sind richtig dabei. Die müssen lernen, wie wir richtig ticken. Die müssen das Fach lernen und dafür ist es gut und wichtig in einer Umgebung zu sein, wo sie das tun können. Abgesehen davon haben die meisten kein professionell ausgestattetes Home Office und können eben in einem anderen produktiven Umfeld am Arbeitsplatz sein. Es ist allerdings so, dass die Leute dort tatsächlich gerne sind. Die kommen also auch, wenn sie nicht arbeiten und sitzen bei uns rum. Gerade so Studenten und hängen dann da ab und spielen Playstation oder lernen vielleicht für die Uni, wenn das mal ansteht. Also wir bieten ihnen so eine Art Wohnzimmer, in dem man aber auch produktiv sein kann. Aber es gibt auch Menschen oder Mitarbeiter, da ist das möglich. Einmal weil es nicht anders geht, wie zum Beispiel bei meinem Bruder. Aber wir sind da super flexibel. Wenn jetzt jeder verstreut wäre, ich weiß es nicht, vielleicht ist das noch mal eine Herausforderung, die wir noch lernen müssen. Das ist auf jeden Fall ein Ziel von mir. Dass wir da noch selbstbestimmter sein können, was jeden einzelnen betrifft. Marcus: Ich glaube, das ist eine Riesenherausforderung und mit ganz vielen verschiedenen Stellschrauben verbunden, dass das dann so läuft, wie vielleicht in einer Umgebung wo man dann doch enger zusammensitzt und schon festere Strukturen hat. Christian: Ich merke das zum Beispiel an einem Mitarbeiter aus Brasilien. Der Daniel. Er ist da seit zwei Jahren für uns und da haben wir halt auch das Problem oder die Herausforderung der Zeitverschiebung. Das ist jetzt nicht super kritisch in Brasilien, in Sao Paulo. Aber es ist halt eine Thematik, die man schon meistern muss. Also wir verabreden uns zum Beispiel regelmäßig für feste Calls und anders sieht man sich halt nicht. In einem Büro laufen Dir die Leute über den Weg oder man ruft mal schnell an innerhalb von Deutschland. In Brasilien, wo ich weiß, er hat einen komplett anderen Rhythmus als wir hier, da ist es eben nicht so schnell so zwischendurch gemacht sondern klar, geht auch mal per Zufall, aber es ist immer wichtig, dass wir in so einem Fall feste Zeiten vereinbaren und skypen. Marcus: Ich weiß das zum Beispiel von Automattic, die Coder von WordPress. Die arbeiten ja auch komplett Ortsunabhängig. Matt Mullenweg hat sein Team so aufgestellt, dass sich ein Team jeweils in der gleichen Zeitzone befindet und quasi gar nicht mehr nach Themengebieten oder nach Customer Service, Marketing etc. zusammengeführt sondern dass alle in der gleichen Zeitzone arbeiten. Das wäre vielleicht auch noch eine Option, aber das hat wahrscheinlich auch ganz andere Herausforderungen und Nachteile. Christian: Ja, da muss man die fachliche Aufteilung finden. Also wer muss mit wem zusammenarbeiten. Wenn man das weiß und jede Aufgabe klar beschrieben ist, dass jeder das tun kann was er soll, dann hätten wir einen Idealzustand, wo es dann sowieso egal ist, wie man wann mit wem redet. Häufig gibt es halt Schnittstellen, die auch im Alltag da sind. Deswegen, wie Du schon sagst, muss man halt schauen, dass man diese so legt, dass sie in derselben Zeitzone sind oder im besten Fall sogar am selben Ort. Marcus: Ich denke auch an so sensible Angelegenheiten wie Customer Service, wo Du auch ein gewisses Service Level Agreement hast, was Du dann auch aufrechterhalten willst. Und da wird es dann auch oft schwierig und kritisch. Christian: Genau. Gerade Support ist super kritisch gegenüber dem Kunden. Wir machen ja auch viel Telefonsupport. Wenn jetzt da zum Beispiel ein Kunde anruft und er im Hintergrund das Meer hört. Das kann für die einen vielleicht ganz lustig sein, aber hier muss man dann glaube ich doch ein gewisses Level erfüllen, den Service zu bieten, den wir bieten wollen. Marcus: Ja und was man nicht vergessen darf, es ist wirklich nicht für jeden etwas. Dieses ständige Reisen und das langsame Reisen. Matt Mullenberg hat beispielsweise gesagt, dass alle die Freiheit haben von dort aus zu arbeiten, von wo sie arbeiten wollen, aber 80% trotzdem in den Staaten bei ihren Familien sind und nicht irgendwie rumreisen. Christian: Ja erstaunlich. Also wenn bei uns die Mitarbeiter mal reisen, dann machen sie es so, dass sie ein paar Wochen Urlaub machen und dann aber ein paar Wochen Arbeit hinten dranhängen. Da ist zum Beispiel eine Kollegin in Bolivien gewesen, der andere in Peru. Die haben das halt genauso gemacht. Sie reisen langsam, sind dann aber auch vor Ort, um bei der Familie vielleicht zwei oder drei Wochen mehr zu arbeiten. Oder bei Freunden oder wie auch immer. Aber nicht die ganze Zeit mit dem Rucksack unterwegs und hüpfen von A nach B. Marcus: Nee, das geht auch gar nicht. Was ich aber auch fand war, als wir vor zwei Wochen in Barcelona gewesen sind, habe ich auch Stefan Klumpp von Mobile Jazz interviewt, der auch eine Reboot Firma aufgebaut hat und ein Büro in Barcelona hat. Die Mitarbeiter könnten theoretisch auch alle Home Office machen oder von woanders arbeiten, aber der Großteil ist dann doch täglich in das Büro gegangen. Sie haben nämlich gesagt, in deren Umfeld arbeiten eh alle 9 to 5 und da mache ich meine Arbeit an einem Ort, wo auch Gleichgesinnte sind und wo vielleicht eine Kaffeemaschine steht. Es muss halt nicht immer von zu Hause sein. Es kann ja auch etwas Cooles sein, im Büro mit gleichgesinnten Leuten abzuhängen und Spaß zu haben. Christian: Das stimmt. Also hier diese Sternschanze in Hamburg, wo ich ja mein Büro habe, da gehe ich schon gerne hin, weil ich zum Beispiel mittags mal rausgehen kann zu dieser Schulterblatt, dieser Alternativmeile, und lecker essen gehen kann. Das ist ja auch eine Form der Lebensqualität. Also es geht ja nicht nur um den Schreibtisch sondern auch um das Umfeld, in dem man sich da begibt. Wenn man da nur in seinem Home Office sitzt, das werden viele Leute mit Home Office kennen, da fällt einem auch irgendwann die Decke auf den Kopf. Deswegen sage ich immer, für mich macht es die Mischung. Ich bin gerne mal eine Woche Frankfurt, ich bin gerne mal eine Woche in Hamburg, ich bin auch gerne mal eine Woche ganz woanders. Oder auch mal zwei oder drei. Und diesen Wechsel mache ich jetzt seit Jahren und für mich klappt das eigentlich ganz gut. Marcus: Das machen Feli und ich auch. Sogar wenn wir in einer Stadt wie Berlin sind, dann ein paar Tage komplett zuhause oder wir treffen uns mit Christian Michaelis oder anderen Kumpels, die ihr Office hier in Berlin haben und Coworken dann zusammen in seinem Office und auch mal bei einem Kumpel in der Wohnung, sind dann aber auch gerne im Internet-Café unten zum arbeiten oder einfach in einem ganz anderen Café, wo es dann gutes WLAN gibt. Christian: Ja, das ist ja auch eine gute Form von Lifestyle. Also das man immer mal woanders ist, ist ja schon ein gewisser Lifestyle und das ist total cool. Marcus: Ja und ich finde, das braucht man auch um zu merken, man ist noch am Leben als wenn man ständig nur im Home Office so alleine vor sich hin programmiert oder sitzt. Wäre halt auch nichts für mich, vielleicht für andere. Aber es ist halt immer wieder schön mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und die Umgebung kennenzulernen. Christian: Absolut, da stimme ich Dir zu. Marcus: Wie ist es denn, wenn Du mit Deinem Bruder zusammenarbeitest? Christian: Das haben mich ganz viele Menschen gefragt als es dann soweit war. Vor eineinhalb oder zwei Jahren. Ich habe mit ihm selbst auch darüber gesprochen und da haben wir uns gefragt, was denn ist, wenn das nicht klappt. Und wir waren da beide recht sachlich an der Stelle und haben gesagt: okay, wenn es nicht klappt, dann klappt es nicht. Dann sucht er sich halt wieder etwas anderes. Er kommt eigentlich aus dem handwerklichen Bereich und hat vorher mit Software und Online eigentlich gar nichts zu tun gehabt. Aber er ist halt jemand, der so wie ich, gut sich selbst darstellen kann und ein toller Sales-Typ ist. Und jetzt verkauft er eben Software für FastBill. Und das klappt ganz gut. Wir hätten das nicht gedacht, dass er eben 500 km weit weg von mir arbeitet und wir jetzt nicht jeden Tag zusammen sind. Wir telefonieren auch nicht jeden Tag sondern er hat seinen Job mittlerweile relativ gut und autark im Griff. Das ist kein Problem. Auf der anderen Seite ist der große Vorteil, dass wir mehr Kontakt haben als vorher. Dadurch dass man halt über die Arbeit spricht, hat man auch mehr Zeit, sich im Nebensatz mal über private Dinge zu unterhalten. Oder seine Kinder, wenn die mal kurz in sein Büro kommen nachdem sie von der Schule kommen und er Skype anhat, dann sehe ich die auch mal. Also die Beziehung zu ihm und seiner Familie hat sich für mich intensiviert und das professionelle Level klappt auch super. Also da haben wir mittlerweile überhaupt gar keine Bedenken mehr und ich muss sagen, das war die absolut richtige Entscheidung. Wir finden das total toll. Marcus: Wie weit seid ihr alterstechnisch auseinander? Christian: Das ist mein eineiiger Zwillingsbruder. Zwei Minuten ist die Antwort. Marcus: Ja gut. Bei Zwillingen sagt man ja, dass es da gerade gut läuft, oder? Christian: Ja das stimmt schon. Aber es gibt natürlich Themen, da ist es immer ein bisschen komisch. Wie ganz am Anfang, als wir noch über Urlaubstage verhandelt haben. Ich glaube in seinem Fall wird Urlaub nur so halb gezählt. In meinem Fall genauso wie Arbeitszeiten. Da gibt es jetzt keine Stempeluhr. Da wird auch nichts erfasst bei uns. Am Ende ist es halt hier auch ergebnisorientiert. So etwas wie Gehälter oder Gehaltserhöhungen oder so, da muss man sich irgendwo einigen und ich versuche halt da nicht meine persönliche Meinung als Chef zu platzieren sondern versuche halt einfach so transparent wie möglich zu erklären, in welcher Situation das Unternehmen ist und was die Forderungen aus Unternehmenssicht sind und versuche das jedem Mitarbeiter mitzuteilen und am Ende Verständnis dafür zu bekommen, ob Gehalt A oder B ist. Ich glaube schon, dass bei uns alle gut verdienen. Aber es ist nicht so, dass ich jetzt der Samariter bin und mit Geld um mich werfen könnte. Das funktioniert auch nicht. Insofern versuche ich die Aufgabe des verantwortungsvollen Chefs zu erfüllen, als dass ich eine Transparenz gebe und Anforderungen klar definiere, aber auch dann mitfeiern lasse, wenn es denn Erfolge gibt. Das hält sich bei uns in einem guten Gleichgewicht. Wir feiern zusammen und wir ärgern uns aber auch zusammen, wenn irgendetwas nicht funktioniert und ich glaube, so muss es sein. Über alle Ebenen hinweg. Marcus: Also, ich habe mir das gerade mal mit meinem Bruder vorgestellt. Ich habe nämlich auch einen Bruder, der ist zwei Jahre jünger als ich und wir sind da natürlich eng beieinander. Gerade als wir Teenager waren, gab es da echt wilde Zeiten mit uns beiden aber auch zwischen uns. Er ist jetzt in der Immobilienbranche tätig und sehr, ich sag mal, alteingesessen und konservativ unterwegs. Es ist schwierig sich vorzustellen mit jemandem zusammenzuarbeiten, der so nah ist und wo man auch die empfindlichsten Stellen kennt. Auf der anderen Seite funktioniert ja genau das mit Feli und mir ganz gut. Ich meine, das ist ja auch eine besondere Beziehung im wahrsten Sinne des Wortes. Ich glaube, es kommt immer darauf an, wie professionell man da ran geht oder? Christian: Ja ich glaube, man darf das am Ende auch nicht zu professionell sehen. Also er hat natürlich einen riesen großen Vertrauensvorsprung am Ende gehabt, das stimmt schon. Aber er war vielleicht motivierter als ein anderer Mitarbeiter. Insofern haben wir uns am Ende halt beide die Ergebnisse angeschaut. Das war das, was gezählt hat und das war super. Und deswegen gibt es da überhaupt nix zu murren. Ich finde das toll. Ich habe auch noch einen älteren Bruder und habe ihm gesagt: Wie wäre es denn, wenn Du für uns arbeitest? Und er sagte dann, das ginge auf keinen Fall. Er könnte sich das im Moment nicht vorstellen, dass er für seinen kleinen Bruder arbeiten soll. Und das kann ich dann auch irgendwie akzeptieren, aber die Perspektive gibt es dann natürlich auch. Dass man da so ein emotionales und persönliches Empfinden hat. Aber das ist okay. Da müssen halt alle Seiten für offen sein. Ich glaube, dann geht das. Marcus: Ja ich glaube auch. Es gibt ja auch genug Beispiele, wo es geht. Beispielsweise auch bei Daily Deal - dem Internet Startup, das so etwas Ähnliches macht, wie Groupon in Berlin - gearbeitet. Und das wurde von den beiden Heilemann-Brüdern gegründet, Fabian und Ferry. Die haben sich auch saugut innerhalb des Unternehmens verstanden, aber auch privat haben sie immer noch ständig zusammen gehangen und sind zusammen surfen gefahren. Das sind auch zwei leidenschaftliche Surfer. Das Geheimnis, warum das so gut funktioniert hat, war, dass die Aufgaben ganz klar verteilt waren. Also dass der eine den Sales – ähnlich wie bei Dir jetzt – gemacht hat und der Fabian dann halt nur Investorengespräche, Business Development und die ganze Geschäftsführung, das ganze Organisatorische, HR und Financing/Accounting. Christian: Ja das stimmt, das hilft schon. Also nicht nur, wenn man mit einem Bruder arbeitet, sondern generell in einem Unternehmen mit mehreren Gründern. Das mache ich mit meinem Co-Founder René auch nicht anders. Der eine macht Produkte, der andere macht Sichtbarkeitsvermarktung. Wir stimmen uns trotzdem immer noch über alles ab und telefonieren viel und versuchen die Richtung gemeinsam zu halten. Aber am Ende ist es wichtig, dass jeder sein Ding machen kann und jeder seinen Aufgabenbereich verantwortet. Marcus: Wie kam das mit René zustande, dass ihr sagt, wir starten jetzt eine Company? Christian: Bei ihm war es so, dass wir uns jetzt nicht aus Kinderzeiten kennen, wie es bei manch anderen ist. Wir haben uns 2007 während eines Praktikums in New York kennengelernt. Da gab es so eine Reunite-Veranstaltung in Berlin nach diesem Praktikum. Und da haben wir uns kennengelernt, ein paar Bierchen getrunken und da ist 2007 dann ein Foto entstanden, was wir damals bei StudiVZ hochgeladen haben, mit dem Untertitel „Businesspartner in der Zukunft“ oder irgendwie so. Und das lag halt daran, dass wir das Gefühl hatten, dass wir auf einer Wellenlänge sind, auch wenn wir eigentlich total verschieden sind. Marcus: Eineinhalb Stunden oder wie lange kanntet ihr euch da? Christian: Ja, vielleicht irgendwie drei Stunden. Aber das war cool. Und wir sind dann nach diesem Tag, das muss im Dezember 2007 gewesen sein, auseinander gegangen und haben danach eigentlich nur ein paar mal im Jahr telefoniert und am Geburtstag angerufen. René hatte damals eine Agentur und ich hatte noch meinen Job bei OTTO hier in Hamburg und wir haben uns halt einfach regelmäßig darüber auf dem Laufenden gehalten, was wir gerade so machen. Und irgendwann 2010 haben wir dann gesprochen über das Thema FastBill, weil er das schon als Projekt in seiner Agentur mal so auf halber Arschbacke mitgemacht hat. Da haben wir halt festgestellt, dass ich eigentlich gerne gründen möchte mal wieder und er eigentlich auch, weil seine Agentur, da war er schon selbstständig und hatte auch schon zehn Mitarbeiter. Er wollte auch nicht mehr so richtig Agentur-Geschäft machen. Dann haben wir uns halt entschieden, dieses bisherige Leben hinter uns zu lassen und haben beide unsere Jobs gekündigt, bzw. er hat seine Agentur aufgelöst. Das war quasi ein harter Cut, den wir gemacht haben und ich glaube, im März 2011 haben wir uns dann beide Vollzeit für FastBill eingesetzt. Von da an ging es dann eben los. Wir haben dezentral gegründet. René ist dann in Frankfurt gewesen und ist dann sogar nach Saarbrücken gezogen, weil seine Frau da einen Job gefunden hatte und ich eben in Hamburg. Das war auch keine Option zusammenzuziehen. Aber wir wussten, dass es eben am Anfang wichtig ist, sich auszutauschen und eng beieinander zu sein. Also haben wir uns eine Wohnung in Frankfurt gemietet, die wir bis zum Schluss nicht mehr eingerichtet hatten, als mit einer Couch und einem Bett. Da haben wir uns dann alle zwei Wochen für eine Woche zusammengetan und haben dann 24/7 startup gemacht. Die andere Woche war dann die Woche, wo er in Saarbrücken und ich in Hamburg waren, jeweils bei unseren Freundinnen, um ich sag mal, das normale 9 to 5 zu halten. Und um ein social Leben drum herum zu haben. Die Freundin darf man ja auch nicht vernachlässigen. Marcus: Auf keinen Fall. Christian: War eine intensive Zeit, aber so war das. Das haben wir ein Jahr lang gemacht und mit Erfolg. Danach konnten wir uns eben auch ernähren von FastBill und weiter wachsen. Es hat dann noch einmal eineinhalb oder zwei Jahre gedauert, bis wir Mitarbeiter einstellen konnten. Mittlerweile hat sich das alles ganz gut entwickelt. Und ich bin nur noch, weiß nicht, alle vier bis acht Wochen mal in Frankfurt. Marcus: Ja krasse Story. So zu starten, habe ich bislang ehrlich gesagt auch noch nicht gehört. Das ist auch noch mal ein ganz neuer Ansatz. So voll wie bei Klausurtagungen, da sagt man auch, dass man sich da einschließt 24/7, zusammen mit seinen Geschäftspartnern und dann da etwas vernünftiges bei raus gekommen ist oder eine Entscheidung getroffen wurde und dann geht ihr da eine Woche nach Hause und dann geht ihr da wieder rein. Christian: Ja, wir hatten insofern Druck, dass wir uns einen Puffer von einem Jahr geschaffen hatten, durch Gründungszuschuss und dem privaten Puffer von dem wir leben konnten, ein Jahr lang. Und in diesem Jahr musste das Ding halt soweit fertig sein, dass es läuft. Und wir haben in dieser Zeit so viele lustige und kreative Sachen gemacht, wie die Startup-Tour von FastBill. Wir sind ganz viele Startups abgefahren in Deutschland und haben lustige Videos gedreht. Marcus: Ja, da musst Du gleich auch noch etwas zu sagen. Christian: Ja genau. Also alles ohne Regeln. Wir hatten uns einfach gedacht, wenn wir jetzt Adwords schalten wie alle anderen, dann sind wir immer noch nicht besser als alle anderen. Wir müssen halt irgendetwas anderes machen und das hat geholfen, dass wir da eben in dieser Bude waren und uns gegenseitig mit neuen Ideen gechallenged haben und Dinge einfach mal gemacht haben. Marcus: Ja, ich meine genau das ist der Knackpunkt bei vielen Leuten. Ich habe es jetzt gerade mit meinem LifeHackz auch wieder gemerkt. Ich kann das den Leuten gut erklären, wie es in der Theorie funktioniert. Bei uns hat es ja auch bei anderen Projekten immer ganz gut funktioniert und hier stand ich mir irgendwann wieder selber im Weg und wollte es zu perfekt machen und bin dann nicht rausgegangen damit. Wie kommt man in dieses Feld, dass man den totalen Freestyle im Kopf hat und sagt: Ey, ich schieß jetzt überall drauf, was geht und irgendwo bleibt etwas hängen. Christian: Ich gehe bei so etwas mit einer gewissen Naivität heran. Was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn es nicht klappt? Okay, am Ende kauft es keiner, das ist so vielleicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist, man macht sich zum Clown mit Aktionen. Aber dafür sind wir alle glaube ich nicht prominent genug. Marcus: Aber man hat ja in seinem Kopf immer krassere Worst-Case-Szenarien. Dass die Leute Dich auslachen oder keine Ahnung, Du kennst ja auch dieses Wort „Existenzangst“. Und das heißt ja, man existiert nicht mehr und dazu bedarf es ja, dass Du kein Geld mehr hast, um Dir Essen zu kaufen oder keine Wohnung mehr hast, um zu schlafen und dann irgendwann stirbst. Das ist ja eigentlich eine Existenzangst. Christian: Ja genau. Und da geht es uns in Deutschland ja relativ gut. Es gibt ja so etwas wie das Arbeitslosengeld. Und selbst danach gibt es noch Lösungen. Die sind dann nicht mehr schön, aber zumindest das Arbeitslosengeld sollte jeder Gründer auch mal bewusst einkalkulieren in seine Planung. Ich glaube man muss da drüber stehen, über den Meinungen von Anderen. Wenn man immer darauf wartet, dass man es allen recht macht, dann wird man tatsächlich nie machen, weil man wird es auch nie allen recht machen. Es gibt immer Leute, die sind Zweifler und man selbst ist dann vielleicht der Spinner. Ich habe das meinen Eltern auch nur schwierig erklären können, warum ich jetzt meinen sicheren Job bei OTTO kündige, wo meine Perspektiven geblüht haben und ich mich dafür in irgendetwas stürze, wo man überhaupt nicht weiß, was dabei später herauskommt. Heute, ein paar Jahre später, kann man natürlich sagen, es ist alles gutgegangen. Aber ich habe auch schon zu den drei Projekten, die jetzt gut klappen, schon fünf oder zehn Projekte gemacht, die halt nicht so gut geklappt haben. Das ist halt etwas, was man sich einfach mal trauen muss. Einfach mal Dinge zu machen und eine gewisse Weile dranzubleiben. Rumdrehen, wenn es nicht funktioniert. Ich glaube, wenn man es nicht probiert, dann hat man es halt auch nicht probiert. Und ich würde mich immer viel, viel mehr ärgern, wenn ich irgendetwas nicht probiert habe, als dass ich es probiert habe und am Ende weiß, dass es nicht funktioniert hat. Marcus: Aber es ist immer wieder krass zu sehen, wenn wir reisen oder unterwegs sind, oder auch zum Beispiel mit der amerikanischen Szene in Kontakt sind. Jetzt auf dem Event von Dynomite Circle in Barcelona wo wir waren. Wie selbstbewusst die Amis da rausgehen. Für die ist es auch ganz natürlich, dass sie Schulden machen. Dass sie ihre Kreditkarten aufbrauchen. Dann bestellen sie sich eben noch eine Kreditkarte. Das gehört eben so zum Unternehmertum und Bootstrappen dazu. Und der Deutsche hat irgendwie Angst sein Gesicht zu verlieren und Arbeitslosengeld ist für viele ja schon so, als ob sie sterben müssten. Christian: Ja, Gesicht verlieren und Schulden machen sind noch mal zwei ganz verschiedene Sachen. Das Gesicht verlieren passiert nicht. Ich glaube auch mittlerweile hat Deutschland eine recht gute Gründerkultur, wo zumindest der Versuch einer Selbstständigkeit anerkannt wird. Auch in der breiten Gesellschaft. Auch von Leuten, die ein Angestelltenverhältnis haben. Marcus: Meinst Du? Christian: Ja, besser als noch vor vielen Jahren. Wo es auch damals noch normal war, über Jahrzehnte bei einem Arbeitgeber zu bleiben. Heute wird es zumindest schon einmal akzeptiert, dass man den Arbeitgeber wechselt, weil das halt auch eben so ist. Das ist jetzt zumindest mein Umfeld. Ich habe da vielleicht auch viele Menschen in meinem Umfeld sensibilisiert und bin jetzt in einer Community, die relativ viel gründet. Das mag schon sein. Aber ich nehme es jetzt zumindest nicht mehr so wahr, dass Leute mit sehr viel Skepsis kommen, sondern ob ich Kaffee mache; meine Freundin hat jetzt einen Surf-Blog gestartet. Das sind alles Sachen, da sagen die Leute erst mal: Cool! Viel Erfolg! Wenn es am Ende nicht geklappt hat, dann hat es eben nicht geklappt. Aber da sagt jetzt keiner: Oh, hast Du Dir das gut überlegt? Und wie willst Du damit Geld verdienen? Das sind halt Fragen, die stelle ich mir eher. Marcus: Wie heißt der Blog? Christian: Meerdavon.com Marcus: Ich glaube, das hängt auch sehr vom Umfeld ab, wie Du schon sagtest, mit dem man sich umgibt. Nur jetzt für uns, nachdem wir so reingewachsen sind, Feli und ich, ist es natürlich leicht. Wir haben jetzt ein richtig cooles Netzwerk, die uns supporten und das gut finden und die einen positiven Einfluss auf uns haben. Aber wenn Du bei null startest – ich habe das ja selber miterlebt – ist es glaube ich richtig schwierig, in das richtige Mindset zu kommen. Das ist eine riesen Herausforderung. Klar, man kann viel lesen und man kann die Blogs lesen von den Leuten, die schon einen Schritt weiter sind und so. Aber es ist immer noch hart. Aber ganz ehrlich: Als ich noch in Düsseldorf gewesen bin und für Stepstone gearbeitet habe, hätte ich mich nie getraut, mich selbstständig zu machen oder eine eigene Company zu gründen und zu sagen, ich starte etwas Eigenes. Dann bin ich nach Berlin gekommen und ab dann war es eigentlich so klar für mich. Zuletzt, nachdem ich dann ein oder zwei Jahre mit Startups zusammengearbeitet habe und gesehen habe, wie die arbeiten und wie das überhaupt alles funktioniert und was die für Skills haben und was ich für Skills habe. Da gab es eigentlich gar keinen anderen Weg mehr, als dass ich mich auch selbstständig mache. Christian: Ich glaube, was vielen Menschen im Weg steht, die jetzt in einem Angestelltenverhältnis sind und da vielleicht über Jahre auch ein persönliches Leben aufgebaut haben, ist das Problem, dass der Anspruch sich selbst gegenüber viel zu hoch ist. Zum Beispiel: Man hat sich ein tolles Haus gekauft; man hat ein tolles Auto; man hat viel Platz; man hat Gartenmöbel; man hat einen Rasenmäher und all so Dinge, die man vielleicht gar nicht braucht. Das fällt den Menschen vielleicht irgendwann auf, dass sie diese Dinge nicht brauchen, aber auf der anderen Seite hindert es sie auch daran, etwas Neues zu starten. Weil dieser Lebensstandard ab einem gewissen Alter einfach viel zu hoch ist. Ich verstehe das, wenn jemand sagt, ich brauche 8.000,00 € - um mal eine Zahl zu nennen – um meinen Mindeststandard zu halten, weil ich vielleicht auch zwei Kinder habe; vielleicht auch meine Haushypothek abzahlen muss. Klar wird es echt schwer, so Gründer zu sein, weil man es am Anfang sicherlich nicht wegen dem Geld macht. Und ich glaube, sobald man sich selbst klarmacht, worum es eigentlich geht im Leben und was man eigentlich braucht – das ist jetzt bei mir nicht ganz so extrem wie bei euch – aber ich baue seit Jahren meine Wohnung ab, indem wir halt Sachen verkaufen, wenn ich zum Flohmarkt gehe und diese loswerde. Bei mir steht auch ständig etwas bei Ebay Kleinanzeigen drin. Und alle, die mir etwas schenken wollen, gerade auch zum Geburtstag, denen sage ich: schenkt mir lieber nichts, was ich irgendwo hinstelle, sondern etwas, was ich trinken, essen oder sonst irgendwie verbrauchen kann. Marcus: Ich weiß, wie hart und steinig der Weg ist. Christian: Ich glaube, wenn man sich frei von diesen Besitztümern macht und frei von dem, was man denkt, was man eigentlich braucht um glücklich zu sein, dann kommt man irgendwann in dieses, wo man sagt: vielleicht brauche ich ja auch viel weniger und ja ich probiere es einfach mal. Marcus: Ja absolut und so war es auch bei uns. Christian: Ich habe gelernt, mit total wenig zu leben und auch heute zahle ich mir relativ wenig Gehalt aus. Ich würde in jedem Konzern wahrscheinlich deutlich mehr verdienen. Alles was ich darüber habe, das investiere ich lieber in andere Sachen. Das ist eben so meine Art, meinen Lifestyle aufzubauen. Marcus: Ja, wenn Du da nicht mehr so viele Verpflichtungen, Verträge, Hypotheken und Schulden am Laufen hast, dann bleibt auch mehr Geld am Ende des Tages übrig, was man dann wieder verwenden kann für nichtmaterielle Dinge. Im Grunde investierst Du dann ja mehr in Dich und in Deine Zukunft, als wenn Du nur in Konsum oder so etwas investierst. Der ist ja vergänglich. Aber wenn Du Dich weiterbildest oder Dein nächstes Projekt hast oder irgendwelche coolen Sachen mit Deinem Geld anstellst, dann geht es ja auch weiter. Christian: Das stimmt. Es geht nicht darum, von total wenig zu leben. Es geht aber darum, die Dinge bewusster zu konsumieren und Dinge bewusster zu tun und bewusster einzukaufen. Wenn jemand ein Auto braucht, dann verstehe ich das, weil er vielleicht auch auf dem Land wohnt. Aber ob es dann unbedingt der beste 5-er BMW sein muss oder ob es nicht vielleicht auch ein Corsa tut, das ist die Frage, die muss sich dann jeder selber noch einmal beantworten. Marcus: Die muss er für sich selber beantworten und dann auch entscheiden: Was will ich eigentlich im Leben? Wie bei allen anderen Dingen muss man schon, gerade auch in unserem Lifestyle bei dem ortsunabhängigen Arbeiten und bei den digitalen Nomaden. Da steht 100% commited sein dazu und dann auch All-In gehen. Da kann man dann nicht irgendwie seinen BMW vor der Türe stehen haben und noch Sky Fußball-Abo laufen haben auf seinem fettesten Flat Screen, nur damit der größer ist als der Nachbar. Christian: Ja das stimmt. Marcus: Du sagtest eben, Du surfst auch gerne und Deine Freundin hat gerade einen Surf-Blog gestartet. Wie bist Du zum Surfen gekommen? Christian: Vor fünf Jahren hat meine Freundin zum ersten Mal gesagt: Lass uns doch mal surfen gehen. Und ich wollte das schon immer mal machen und weil mein Bruder mal vor zehn Jahren in Australien surfen war und davon tolles erzählt hat. Diesen Lifestyle rund um die Marken Billabong, Quicksilver und so, den fand ich schon immer toll. Und dann haben wir vor fünf Jahren in Portugal das erste Mal gesurft, oder vor vier Jahren war es glaube ich. Und wir haben uns die Füße aufgerissen und Seeigel in den Füßen gehabt und Bretter am Kopf gehabt und es war trotzdem so ein geiles Gefühl auf dieser Welle zu sein und wenn auch erst mal nur mitgeschliffen zu werden. Und da sind wir irgendwie dran geblieben. Und seitdem planen wir unsere Urlaube und Reisen ums Surfen herum. Mittlerweile sogar so extrem, dass wir, selbst wenn wir mal drei oder vier Wochen in Sri Lanka sind, vielleicht mal ein paar Tage Hinterland einplanen. Aber der Rest ist eigentlich immer Surfen. Marcus: Immer am Strand, immer am Meer. Christian: Genau. Immer am Meer, immer am Spot. So machen wir das auch in Bali jetzt zum Beispiel wieder. Halt hinfahren, Surfen, Surfen, Surfen, vielleicht mal irgendwie woanders hin, aber das ist eigentlich so das Ziel. Wir stehen da total auf diesen Sport. Das ist ja auch ein krasser Sport. Marcus: Ja absolut, das ist auch mega anstrengend. Christian: Aber auch auf diesen Lifestyle der dazugehört. Was ganz viel mit Entspannen zu tun hat und die Ruhe genießen. Wir finden das total toll. Mittlerweile gehen wir so zwei, drei mal im Jahr. Manchmal auch vier mal im Jahr, da gehen wir halt surfen. Und wir arbeiten auch daran, dass es noch mehr wird. Marcus: Cool, das klingt gut. Und was mich an den ganzen Wasserelementen fasziniert ist – wir machen ja gerne Kitesurfen und versuchen da auch gerade besser zu werden, hab auch mal surfen ausprobiert auf Bali, das war mir aber zu anstrengend – dass man das nicht so abschätzen kann. Du kannst nicht beeinflussen, wann die nächste große Welle kommt und ob der Wind gut genug ist, um Deinen Kite zu starten und welchen Kite Du nehmen musst, um da rausgehen zu können. Dass man sich selbst noch einmal bewusst macht, was für eine kleine Nummer man hier eigentlich ist, auf der ganzen Welt. Du sagtest eben, dass Du die Firma FastBill mit René zusammen gebootstrapped hast? Christian: Genau. Marcus: Was ist Deiner Meinung nach der Grund, dass es in Deutschland immer noch relativ wenig Aufmerksamkeit für diese gebootstrappten Unternehmen gibt und dann die Unternehmen, die fett die Kohle verbrennen, abgefeiert werden? Christian: Ja ich glaube, viel Geld klingt immer sensationell auf andere, die die Bild-Zeitung-Mentalität haben. Wenn man große Zahlen hat, dann gucken einfach mehr Leute hin. Wie viel diese Unternehmen dann tatsächlich haben oder sogar verbrennen, das ist vielleicht auch wieder eine Sensation. Also hört man auch dahin. Diese Wertschätzung für echtes Unternehmertum für „ich tue etwas und dafür bekomme ich etwas zurück, verdiene etwas und das investiere ich neu“, wenn man das von außen betrachtet, da ist die Kurve einfach viel flacher und deswegen vielleicht einfach nicht so sensationell, wenn man das berichten möchte. Man hört immer gerne extreme Zahlen, man hört gerne Erfolge oder man hört gerne Scheiterer-Stories oder so etwas. Dieses Bootstrapping ist halt so ein bisschen dazwischen. Das hat vielleicht eine langweilige Wirkung. Auf der anderen Seite finde ich, ist Bootstrapping das, was einen echten Unternehmer ausmacht. Wenn er Geld nur investieren kann, wenn er es vorher auch verdient hat, dann ist das einfach eine andere Herangehensweise. Beim Bootstrapping geht es halt darum schnell etwas zu verdienen, sinnvoll und smart zu reinvestieren und beim Venture Capital geht es halt darum natürlich auf der einen Seite Geld zu akquirieren. Das ist auch eine Leistung. Das durchlebe ich ja gerade auch bei dem anderen Startup, das ich mitgegründet habe. Aber hier geht es halt eher darum, breitgefächerter zu denken. Hier geht es darum zu überlegen „wie kann ich Geld ausgeben“ ohne erst mal nachzudenken „wie kann ich Geld verdienen“. Und das ist glaube ich in der Mentalität noch einmal anders. Beim Bootstrappen geht es sehr viel um Kreativität, um Anderssein, um Dinge einfach mal auszuprobieren, vielleicht auch etwas naiv ranzugehen. Beim Venture Capital geht es viel mehr um Struktur, um Abarbeiten von gewissen Dingen, um Marketing, was sich schon bewährt hat und gar nicht so sehr ums Anderssein sondern viel mehr um Fleißarbeit, um das mal so zu nennen. Marcus: Wie Du schon sagtest, eine Headline verkauft sich wahrscheinlich viel besser, wenn da fette Zahlen drin stehen als eine unternehmerische Leistung, die man dann erst mal Leuten erklären muss, die da nicht so in dem Thema sind. Christian: Ich finde aber auch und das will ich noch einmal klar sagen: da gibt es nicht das Bessere oder das Schlechtere. Ich finde sowohl den Weg Bootstrapping gut, ich finde aber auch den Weg VC gut, also Venture Capital. Weil das eben eine andere Art ist, ein Unternehmen aufzubauen und zu gründen. Was halt der Unterschied ist, ist dass verschiedene Bedingungen bei diesen Dingen erfüllt sein müssen. Zum Beispiel braucht man auch bei Venture Capital-Fällen auch eine Möglichkeit viel Geld auszugeben. Das ist ja vielleicht bei einigen Geschäftsmodellen gar nicht möglich sofort irgendwie die Millionen sinnvoll zu verballern. Und dann gibt es Modelle, wie zum Beispiel das Roller-Sharing hier in Hamburg – was gerade gestartet ist. Da muss man erst mal Roller kaufen damit es funktioniert. Also hier macht es fast gar keinen Sinn das aus eigener Tasche zu finanzieren, weil eben viele Kosten aufkommen. Und ich gründe gerade mit recommend.to auch ein neues Startup, wo wir glauben, dass die Voraussetzungen vorliegen. Wo wir jetzt definitiv auf der Suche sind nach Venture Capital und eben nicht den Bootstrapping-Weg gehen wollen. Marcus: Was wollt ihr dann mit dem Geld machen? Christian: Wir wollen es richtig machen. Wir wollen von Anfang an ein kleines Team haben, was sich zum Beispiel auf einem gewissen Niveau um Produktentwicklung, Vermarktung und Design kümmert. Wir wollen es vor allen Dingen in Personen investieren, die sich halt auch mal Vollzeit damit beschäftigen können, beispielsweise nur SEO-Content zu schreiben. Man kann das natürlich so ein bisschen mitmachen und am Wochenende mal mitschreiben oder man macht das ganze bewusst und richtig und Vollzeit. Und dann hat man in einem Jahr vielleicht ganz andere Ergebnisse, als wenn man es auf dem halben Arsch mitmacht. Und das meine ich immer mit richtig machen. Also, es gibt Disziplinen gerade im Marketing, die kosten einfach Zeit und Ressourcen. Und entweder man investiert sie oder man investiert nur ein bisschen und bekommt dann aber auch nur ein bisschen Ergebnisse raus. Marcus: Das heißt, ihr seid jetzt gerade auf der Suche nach einem Engine-Investment? Christian: Ja genau. Wir suchen ein Seed-Investment für recommend.to. Wir haben mittlerweile schon einen Prototypen der läuft. Wir haben eine Firma gegründet und sind jetzt gerade in der Phase, wo wir eben den nächsten Schritt gehen wollen und dafür suchen wir ein Seed-Investment. Marcus: Wie läuft das in der Praxis ab, dass man sagt, ich will jetzt eine Runde machen oder ich brauche Geld? Christian: Also man spricht natürlich mit einigen Investoren, steckt denen Pitch Decks zu und unterhält sich darüber, ob es sich eignet oder nicht. Also Investoren können auch sein: Kleine Investoren, Angels, können VCs sein, können Inkubatoren sein. Da gibt es ja mittlerweile ausreichend Verzeichnisse. Und ansonsten ganz viel Netzwerk natürlich. Was man natürlich braucht ist ein Pitch Deck und eine Weiterentwicklung dieses Pitch Decks. Marcus: Was genau ist so ein Pitch Deck? Christian: Ein Pitch Deck ist die Beschreibung Deines Vorhabens. Da steht drin, was wir machen; wer wir sind; warum wir das machen; was glauben wir, wo die Reise hingehen kann, also in Sachen von Wachstum. Da steht drin, was wir als nächstes machen wollen und wo die Vision am Ende ist. Und vielleicht noch Produktfolien von dem was wir schon haben. Marcus: Und was ganz wichtig ist für Investoren: Da stehen auch Zahlen drin. Christian: Ja absolut. Da stehen Zahlen drin. Was wir glauben, was wir brauchen. Da stehen Zahlen drin von was wir glauben, wohin wir wachsen. Also wie viele Nutzer haben wir heute, nächstes und übernächstes Jahr. Wie viel Umsatz machen wir heute, nächstes und übernächstes Jahr. Und was kostet das alles. Also klar, das ist ein möglichst detaillierter Plan über die nächsten drei Jahre mindestens, wo man eine Vorstellung vermitteln kann, wohin die Reise gehen soll. Und je mehr man schon beweisen kann, also in Form von echten Kunden, die es schon nutzen oder echten Wachstumsraten, die schon eingetreten sind, desto besser. Desto valider wird das ganze Pitch Deck und desto höher ist die Chance, dass auch ein Investor mitgeht. Man kann natürlich tolle Szenarien aufmalen auf Papier. Aber wenn überhaupt nichts davon in der echten Welt bewiesen wurde, dann ist es höchstens eine Wette, die ein Investor hier eingeht. Man versucht aber eben mit Ergebnissen, das so gut wie möglich zu validieren und das Risiko zu minimieren. Und irgendwann trifft man sich. Marcus: Und das ist dann das sogenannte Proof of Concept, was Du da gerade beschreibst? Christian: Genau. Also der Proof kann ja auf verschiedenen Eben erbracht werden. Also ein Proof of Concept kann sein, dass einer das Produkt erst mal so benutzt, wie man es sich vorstellt. Das kann aber auch sein, dass man eine Marketing-Maßnahme macht und auch das an Ergebnissen bringt, an was man gedacht hat. Wir zum Beispiel bei recommend.to haben halt ein Empfehlungs-Widget was nachher dargestellt wird. Und in diesem Empfehlungs-Widget ist ein kleiner Link, der nachher zurückgeht auf die recommend.to Seite, wo sich jeder, der das mal gesehen hat, auch so ein Widget erstellen kann – kostenlos. Und jetzt haben wir halt die Annahme, dass ein Teil von diesen Menschen, die dieses Widget sehen, dann auch da drauf klicken und selber das recommend.to benutzen wollen. Da ist allerdings gar keine Zahl dahinter zu legen, solange wir das nicht ausprobiert haben und mal 1000 Leute da drauf geklickt haben. Und dann können wir sagen „aha, jeder Zehnte klickt da drauf und jeder Zehnte baut sich einen Account und baut das selber ein“. Wenn man solche Zahlen hat, dann ist es validiert und kann es dann versuchen zu skalieren. Marcus: Ich glaube, ein Proof of Concept kann aber auch sein, was Rocket Internet gerne macht, wenn es in einem anderen Markt schon mal funktioniert hat und irgendwelche Firmen da sind, die damit Geld verdienen oder? Christian: Ja, das ist auch immer gut, wenn man das Rad nicht ganz neu erfindet. Das läuft auch bei uns so. Wir erfinden Empfehlungsmarketing nicht neu, wir machen es halt nur ein bisschen einfacher und ein bisschen schlauer also bisherige Lösungen. Aber es muss auch nicht immer so sein, dass ein anderer Markt schon zeigt, dass es funktioniert. Weil wir zum Beispiel in Brasilien mit FastBill jetzt gerade, da ist Buchhaltung einfach komplett etwas anderes als es in Deutschland ist. Und wir haben da quasi ein Produkt, das sieht zwar so ähnlich aus wie FastBill, aber das hat mit dem Deutschen schon fast gar nichts mehr zu tun. Und das sind dann halt schon Unterschiede. Aber was immer schon gut ist, ist wenn ein, zwei Player schon im Markt sind. Wenn also da schon bewiesen wurde, dass so etwas grundsätzlich funktioniert und man versucht halt jetzt, es etwas besser und anders zu machen, sodass man am Ende vielleicht doch noch die Nummer 1 wird. Man muss nicht immer der Erste im Markt sein. Marcus: Nee, das haben ja auch schon Sachen wie Facebook oder Google gezeigt. Christian: Genau. Marcus: Und wie viele Anteile gibt man dann in der Regel ab? Christian: Ich glaube, das ist eine Frage, die kann man so pauschal gar nicht beantworten. Am Ende ist so eine Bewertung, gerade in der ganz frühen Phase, super schwierig. Was ich immer denke, da gibt es so zwei, drei Faustformeln, ist, dass das operative Gründerteam, also die, die das dann den ganzen Tag Vollzeit machen, wenn es dann soweit ist, auf jeden Fall die Mehrheit im Unternehmen halten. Also 51%. Ein Investor sollte nicht über 25,1% gehen, weil er damit eine Sperrminorität hat und jede andere Entscheidung quasi blockieren könnte. Das wären so die zwei Faustregeln. Ansonsten ist es halt je später es wird, desto mehr Wert ist die Firma und desto geringer sind die Shares, die man für Geld abgibt. Am Ende muss man sich auch hier noch treffen. Es gibt so Inkubator Investoren, die bieten halt so Pauschal-Deals an. Zum Beispiel 10% für 100.000,00 €. Andere bieten 10% für 50.000,00 € an. Andere bieten halt viel mehr an. Investoren bieten noch viel mehr an. Aber am Ende ist es so viel Wert, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen. Marcus: Wäre es denn für euch eine Option einen Angel Investor mit reinzunehmen, der Knowledge, Know-how oder vielleicht durch eigene Arbeit Anteile bekommt? Christian: Ich glaube, das ist im Moment keine Option für uns, da wir halt schon ein Team haben und relativ viel Expertise drin haben. Da René und ich zum Beispiel as FastBill-Sicht hier viel zu beisteuern können und die anderen beide auch schon viel Erfahrung haben und ein Netzwerk mitbringen. Was wir letztendlich brauchen ist Zeit und die muss in Form von Gehalt bezahlt werden. Das ist das, was wir halt jetzt brauchen. Worüber man zusätzlich sprechen könnte, sind zum Beispiel Equity Deals, Media für Equity Deals, wo man also kein Geld bekommt sondern eben eine Advertising-Fläche, die man nutzen kann. Aber auch hier muss ganz klar geschaut werden, ist das die Zielgruppe, die man da erreicht und funktioniert das oder eben nicht. Geld ist auf jeden Fall wichtig, sonst geht es gar nicht. Marcus: Ja, jetzt sind wir ein bisschen tiefer in diese ganze Startup Szene und Investing und Founding eingestiegen, aber ich glaube, das ist auch für andere spannend, die da noch nicht so tief drin sind. Wenn man das jetzt alles so von Dir hört, Deinen Werdegang und wie viel Du schon gegründet hast und was Du jetzt gerade so machst und wo Du stehst, könnte man meinen, Du hast an einer krassen Elite-Uni studiert und vorher nur Einsen geschrieben und der Weg war mehr oder weniger so vorgezeichnet. Ist das der Fall? Christian: Also ich habe mein Abi von 3,4 an einer Dorfschule im Rheinland gemacht. Marcus: (lacht) Da war ich ja sogar besser! Christian: Ich habe BWL in Sachsen, in Freiberg, studiert. Das ist ein kleines 50.000 Einwohner Dorf. Marcus: Weil Dein Abi zu schlecht war? Christian: Weil mein Abi zu schlecht war, um in Köln oder sonst wo zu studieren. Und da habe ich mein Vordiplom mit 3,3 oder 3,2 abgeschlossen. Dann habe ich allerdings die Möglichkeit genutzt und an einem Doppeldiplom-Programm von meiner Uni teilgenommen, in Budapest an der amerikanischen Hochschule. Und da habe ich tatsächlich ein MBA gemacht. Also so ein internationales Diplom-Kaufmann-Ding. Das Gute war, dass das ein amerikanisches Bewertungssystem war und der Schnitt war immer wie meines, also eine 2,7. Man musste ich halt nicht gut sein sondern nur besser als die anderen. Wir als Deutsche BWL Studenten hatten da in diesem Studiengang einen unfairen Vorteil, weil das, was wir da gelernt hatten, eigentlich schon drei Monate vorher gelernt hatten. Dadurch waren wir natürlich immer viel besser als die Sprachwissenschaftler und Sozialökonomen, die halt aus den anderen Ländern, wie die Ukraine, Serbien und Russland kamen. Und das hat es dann relativ einfach gemacht. Diese Leistung wurde dann auch in Deutschland angerechnet und ich habe aber am Ende tatsächlich noch ein bisschen Gas gegeben im Studium und meine Diplomarbeit geschrieben. Die wurde dort auch im Uni-Verlag veröffentlicht. So kam es, dass ich am Ende mit einem Doppeldiplom mit Auszeichnung dort rausgegangen bin. Das war dann vielleicht auch das, was mich dann zu meinem ersten Job gebracht hat. Wobei die mich im ersten Job nie danach gefragt hatten. Ich hatte mich ja vor dem Abschluss beworben. Deshalb habe ich mein Hochschulzeugnis glaube ich, noch nie irgendwo vorzeigen müssen. Marcus: Das ging glaube ich bei Dir auf relativ schnell. War das da Dein erster Job in Hamburg? Christian: Ja, ich habe so zwischendurch mal gejobbt oder ein Praktikum gemacht, aber mein erster richtiger Job war dann hier bei OTTO in Hamburg 2007, als ich dann herkam. Marcus: Ja und wenn man sich selbstständig macht, dann brauchst Du eh keine Zeugnisse. Christian: Genau, da hat dann niemand mehr nach gefragt. Und ich glaube, dass dieses Hochschulzeugnis oder ein Diplom ist eine Eintrittskarte für den ersten Job würde ich sagen. Aber alles, was danach kommt, definiert sich hauptsächlich über Berufserfahrung. Also was hat man gemacht, wo, wann und wie. Wenn man da etwas vorweisen kann, dann ist das viel wertvoller als eine Eins auf dem Zeugnis. Marcus: Ja und ich glaube immer mehr Arbeitgeber realisieren das auch, dass es eigentlich viel wichtiger ist, was der im Jetzt und was hat er sich vielleicht in den letzten paar Jahren angeeignet, als was hat er vor zehn Jahren gemacht. Christian: Um vielleicht noch mal Deine Frage zu beantworten: Also keine Eliteuni. Ich komme aus einem ganz normalen Umfeld. Ich habe nie irgendwelche finanziellen Förderungen erhalten. Wir haben uns halt über den Bildungsweg finanziert. In Sachsen kann man allerdings auch ganz günstig studieren, muss man sagen. Ich habe 72,00 € pro Semester an Semestergebühren gezahlt. Das Zimmer im Studentenwohnheim hat 180,00 € gekostet. Da konnte ich prima mit 500,00 € bis 600,00 € leben. Und das war halt so ein Niveau, das habe ich quasi so die ganze Zeit durchgezogen. Hat funktioniert. Marcus: Stimmt, das sollte vielen anderen Mut machen, wenn man so Leute sieht wie Dich und man sich denkt „Krass, da komme ich eh nicht hin und der ganze Weg war schon vorgeplant für die ganzen Menschen.“ Gerade auch bei uns, den ganzen Querdenkern, den Solopreneuren, auch bei den digitalen Nomaden, da gibt es halt sau viele, die Quereinsteiger sind oder irgendetwas abgebrochen haben vorher und einfach nicht mit diesem Korsett von 9 to 5 reingehören. Und das sind eigentlich die, die dann oftmals viel Erfolg haben mit ihrem out-of-the-Box-Denken. Christian: Ja, zumindest ist die Uni nicht immer Schuld daran, dass man erfolgreich wird. Es gibt Elite-Leute, die kaufen sich in ihrem Job ein, indem sie teure Studiengebühren bezahlen und am Ende so halt ihren ersten Beratungsjob bekommen. Aber ob die dann da ewig bleiben ist auch so eine Frage. Ich muss immer schmunzeln, wenn man auf eine Visitenkarte schaut und da „Hochschulde St.-Gallen“, als Titel sozusagen, noch mit drauf steht. Da denke ich mir nur „oh Mann, wenn Du Dich nur darüber definieren kannst, dann bitteschön“. Marcus: Ja für viele ist es wichtig, irgendwelche Titel oder Visitenkarten zu drucken. Am besten noch mit Hologramm und so Geschichten. Christian: Ja, es gibt auch Branchen, da ist das vielleicht auch so gewollt. Ich distanziere mich davon und ich finde, dass es auf andere Dinge ankommt. Und heute zum Beispiel, wenn ich auf Messen bin oder zu Vorträgen gehe, auch in schicken Einrichtungen und namenhaften großen Beratungen. Wenn ich dahin gehe und Vorträge halte, da bin ich der einzige, der eine College-Jacke und ein T-Shirt anhat mit einem lustigen Spruch drauf. Die anderen tragen dunkle Anzüge. Marcus: Was für ein Spruch steht dann so bei Dir auf dem T-Shirt? Christian: Also, ich hatte die letzten Jahre immer ein T-Shirt mit dem Spruch „Chuck Norris braucht kein Büro“. Das war so meine Botschaft, weil wir ja mit FastBill ein Tool haben wollen, wo man mobil arbeiten und seinen Papierkram unterwegs bearbeiten kann. Mittlerweile steht drauf „Billing me softly“ oder „Smells like Teamspirit“. Wir gehen hier halt so ein bisschen in die Rockstyle-Ebene. Marcus: Ja, und dann immer ein Rockstar-Zeichen von der Hand. Krass! Christian: Ja, da werden wir demnächst auch eine ganze Kollektion rausbringen mit genau solchen Sprüchen. Die kann man dann auch erwerben, wenn man nicht bei FastBill arbeitet. Marcus: Cool, weil mich haben schon sau viele angesprochen, die Dich dann auf der DNX gesehen hatten auf den Fotos und die dann gesagt haben „Wie cool ist das denn? Kann man das irgendwie kaufen?“ Und was manche dann auch gedacht haben, war ob ihr da eine fette Kreativ-Agentur habt, oder wie kommt man da auf so Sprüche? Christian: Ja, wir haben tatsächlich eine Kreativ-Agentur. Das war ein Luxus, den wir dann in der späteren Unternehmensphase machen. Wir haben selber aber nur beschränkte Fähigkeiten, was die Kreativarbeit angeht. Was okay ist. Also habe ich angefangen das Thema auszulagern. Jetzt haben wir sowohl zum Beispiel die Gestaltung der Website von FastBill selbst, also die Applikationen, als auch das Drum-herum, da haben wir mittlerweile einen Modus gefunden, wo wir uns gegenseitig challengen und die arbeiten dann immer so tolle Sachen aus. Und da kommen dann so Sprüche raus. Marcus: Das ist cool. Das ist auf jeden Fall ein totaler Eye-Catcher. Auf der letzten DNX hast Du ja auch dafür plediert, dass man jede Werbefläche, die man hat, auch nutzen sollte. Christian: Der eigene Körper ist halt die günstigste Werbefläche. Ich habe gesagt, dass wer als Gründer kein T-Shirt mit der eigenen Marke drauf trägt, der macht ja einen grob fahrlässigen Fehler. Das geht nicht. Und witzigerweise haben die mich dann nach DNX viele Fotos erreicht von welchen, die mir dann ihre T-Shirts gezeigt haben. Super super witzig! Also es wurde verstanden und auch von vielen aufgenommen. Wir haben bei recommend.to sogar noch einen mit draufgesetzt und haben das Bedrucken der T-Shirts als solches als Guerilla-Aktion gemacht. Wir haben uns hier in den Hamburger Hafen gestellt und haben uns selber einen Siebdruck anfertigen lassen mit dem Spruch „I am a lover, not a liker“ und haben dann halt von wildfremden Menschen diese Klamotten bedruckt. Wir hatten aber auch T-Shirts dabei und haben vorher Leute eingeladen, die vorbeikommen und halt Live-Printing miterleben. Und das witzige ist, wir verkaufen da auch schon T-Shirts. Quasi per Hand gedruckt und die zahlen da 20,00 € für. Also das ist schon fast ein Finanzierungsmodell für die erste Phase. Marcus: Auf jeden Fall! Die zahlen da 20,00 € für und ihr habt noch eine zweite Werbefläche. Christian: Ja und diese Aktion als solche kann man auch wieder prima vermarkten und die T-Shirts fallen natürlich auch auf. Man wird darauf angesprochen „Warum bist Du denn ein Lover und kein Liker?“ Und die wollen dann halt ins Gespräch kommen. Und genau das ist halt das Wichtigste, dass man halt mit so einem Spruch im Kopf der Menschen bleibt. Also würde ich jetzt noch einmal neu einen Aufruf machen zu den T-Shirts, dann wäre meine Botschaft: Druck nicht nur ein Logo einer Firma, sondern druckt irgendetwas drauf, was im Kopf bleibt. Marcus: Ja oder etwas, was die Leute dann auch dazu bringt, das zu tragen. Ich meine nur das Logo, da brauchst Du schon eine richtig fette Marke und eine Botschaft haben, die auf jeder versteht. Christian: Ja genau. Ein lustiger Spruch geht immer und man will ja auch, dass es gesehen wird und am besten auch darauf angesprochen wird. Insofern darf man das ruhig provozieren und mit einem Augenzwinkern gesehen werden. Marcus: Ja absolut. Alles was eben nicht angepasst ist, ist ja schon wieder outstanding. Ich glaube, das ist auch so ein bisschen eure Taktik gewesen mit FastBill am Anfang auf den Fachkonferenzen oder wo ihr euch da überall rumgetrieben habt. Da wart ihr halt die Leute mit den College-Jacken und T-Shirts oder wie war das? Christian: Ja, das machen wir bis heute so. Ich glaube, ich war vor war vor vier Wochen auf der letzten Messe, die Tools. Und das Messebild ist ja immer gleich. Da sind ganz viele Stände mit ganz vielen Menschen in dunklen Anzügen, die Gummibärchen verteilen. Und vielleicht tauschen sie dann Gummibärchen gegen Visitenkarte, damit sie mal von einem Lied sprechen können. Wir haben gerade in Berlin, um das Beispiel mal zu nennen, natürlich wieder lustige T-Shirts angehabt und College-Jacken, aber auch Schilder gebaut, auf denen Botschaften standen. So etwas wie „Bobabo“ oder so etwas wie „Mr. Billing“, „Billing Talent“ oder „I like big bills and I can not lie“. Solche Sachen. Wir haben dann diese Schilder genommen und haben die den Kunden dann auch in die Hand gedrückt und haben dann Fotos damit gemacht und die dann auf einem kleinen Polaroid-Bild ausgedruckt. Und dann haben wir diese Bilder auf ein Experten-Zertifikat geklebt und den Kunden mitgegeben. Und dann haben wir ihnen gesagt: „Wir haben Dir jetzt das Produkt erklärt und Du bist jetzt Experte, herzlichen Glückwunsch!“ Und dann konnten die das mitnehmen. Und die Hoffnung war halt, dass der Kunde dadurch etwas in der Hand hat, wo er auch selbst mit drauf ist und die das eben nicht am Messe-Ausgang wieder wegschmeißen. Und das hat super gut funktioniert. Das ging bei Twitter teilweise rum. Ich kann empfehlen, sich das mal auf meinem Blog letsseewhatworks.com mal anzuschauen. Da habe ich auch ganz viel zu geschrieben und da sind auch viele Bilder online. Da kann man sich das mal anschauen, sowohl zur T-Shirt-Aktion von recommend.to als auch die Aktion von unserer Messe. Marcus: Sau geil, also der Blog und auch die Links, die wir hier so erwähnt haben. Die findet ihr dann auch nach dem Interview in den Shownotes. Das sage ich dann beim Outro auch noch mal, wie genau man da drauf kommt. Ja, ich muss sagen, wir sind jetzt auch lange dabei, aber es war auch mega spannend mit Dir mal in die verschiedenen Themen einzutauchen. Christian: Das freut mich. Marcus: Möchtest Du noch irgendetwas sagen oder loswerden? Christian: Nein, also so ein allgemeiner Aufruf ist immer schwer. Ich finde, wer gründen will, der kann gründen. Ich glaube, man braucht da nicht so viele Grundvoraussetzungen für. Man kann ruhig mal naiv und ruhig mal mutig sein. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass man am Ende doch wieder einen normalen Job macht. Insofern einfach mal machen und ich bin gespannt, was dann da am Ende alles so rauskommt. Marcus: Eine Frage habe ich noch an Dich: Was würdest Du machen, wenn Du 1.000.000,00 € auf Deinem Konto hättest und quasi nicht mehr arbeiten gehen müsstest? Wie sähe dann Dein Leben aus? Christian: Also ich glaube, ich würde mir nicht mehr Gehalt zahlen; ich würde mir nicht große Dinge leisten, die ich mir kaufe, zum Beispiel ein Haus oder so etwas. Sondern ich würde es wahrscheinlich als ein passives Gehalt oder eine Rente schon mal zur Seite legen und vielleicht ein bisschen was von abschöpfen, um mich oder ein kleines Team zu finanzieren, um an anderen Sachen zu arbeiten. Aber im Prinzip würde ich es erst mal hinlegen und gucken, dass das halt so ein bisschen das Backup ist für hinterher. Ich glaube, das würde mein heutiges Leben gar nicht so verändern. Marcus: Das ist gut, wenn man so etwas von sich sagen kann. Hey Christian, wir sehen uns ja in ein paar Wochen dann wieder in Berlin. Ich glaube in zwei Wochen ist die Global. Christian: Genau, ich freue mich. Marcus: Ich freue mich auch! Und danke für Deine Zeit und danke für das Interview! Christian: Sehr gerne, danke Dir! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

    starstarstarstarstar
  • Björn Tantau ★ Internet & Online Marketing Know-How aus über 20 Jahren

    · 01:29:47 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Björn Tantau Hey ihr Lieben und willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ! Dieses Mal live aus dem Surf Office in Lissabon, in dem wir seit zwei Tagen jetzt sind und unser DNX CAMP vorbereiten. Das DNX CAMP startet am Mittwoch mit 17 Teilnehmern. Und hier aus dem Surf Office Coliving und Coworking Space habe ich das Interview mit dem Björn Tantau aufgenommen. Björn ist ein alter Bekannter von mir aus der Online Marketing Zeit. Speziell aus dem SEO Bereich. Wir haben uns auf vielen Konferenzen getroffen, öfters beim Bierchen mal über die neuesten Trends und Hacks ausgetauscht und habe mir gedacht: Jetzt wo ich selber einen Podcast habe mit Zuhörern “Wieso mache ich das nicht mal mit dem Björn? Ruf ihn an über Skype und frag ihn aus, was gerade Phase ist in der  Internet Marketing oder Online Marketing Welt. Und nimm das Ganze auf, sodass alle was davon haben.” Also viel Spaß beim Interview mit Björn! In dieser Folge lernst du: Wie du 100% Performance bei deiner Marketing Strategie bekommst. Warum du deinen Realname bei Facebook nutzen solltest. Warum Podcasting gerade immer beliebter wird. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus   SHOWNOTES Björn Tantau Snapchat Instagram Periscope Meerkat Amy Porterfield Tim Ferriss Pat Flynn Social Media Examiner DNX BERLIN DNX CAMP   [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Björn Tantau   Marcus: Moin moin Björn and Welcome to the LifeHackz Show! Björn: Marcus, grüß Dich! Marcus: Wo bist Du? Was machst Du? Björn: Ich bin in Hamburg im Home Office und sprech mit Dir! Wo bist Du? Bei Dir ist die Frage ja richtiger, weil Du bist ja wahrscheinlich mehr als ich unterwegs. Marcus: Ja, wahrscheinlich. Also wir sind jetzt vor zwei Tagen in Lissabon angekommen, nachdem wir vorher auf Mallorca waren. In dem Bedndesk Coliving und Coworking Space. Ja, also und jetzt sind wir im Surf Office, also im nächsten Coliving und Coworking Space vom Peter Faber. Der hat auch eins schon in Gran Canaria aufgemacht und jetzt checken wir das hier in Lissabon aus. Björn: Das klingt doch sehr entspannt. Ich war vor zwei Wochen auf Menorca, aber nur im Urlaub. Insofern habe ich da nicht gearbeitet, aber ich weiß natürlich, dass auch Mallorca eine schöne Insel ist. Insofern ist es eine feine Sache da zu sein, auf jeden Fall. Marcus: Ja cool. Was ist so Dein Background? Also wir beide kennen uns ja jetzt auch schon länger persönlich, eher so aus der Online Marketing Szene und speziell da so aus dem SEO Bereich, wo ich ja auch herkomme und Du bist ja noch viel länger in diesem ganzen Bereich unterwegs und mehr oder weniger ein Urgestein in der deutschen SEO Szene oder Online Marketing Szene. Vielleicht erzählst Du mal so Deine erste Station. Seit wann Du da so die ersten Touch Points mit Online Marketing in Deutschland hattest und was Du jetzt aktuell gerade machst. Björn: Die ersten Touch Points sind in der Tat relativ lange her. Ich hatte irgendwann - das ist eine Geschichte, die ich immer gerne erzähle, die auch gerne mal nachgefragt wird - 1995 tatsächlich das erste Modem: 28,8 K von Motorola. Das war noch zu AOL Zeiten, wo man sich irgendwie für 50 oder für 20 Pfennig einwählen musste und dann kostete so eine Minute um die 10, 15, 20 Pfennig, keine Ahnung, irgendwie sowas war das, und da konnte man auch noch nicht gleichzeitig telefonieren und surfen. So war das damals. Das muss man den Leuten heute erklären. Also Menschen, die heute halt um die 20 Jahre alt sind, die können halt nicht verstehen, warum man denn nicht einfach so, keine Ahnung, sich hinsetzt und dann irgendwas macht und nebenbei mit dem Festnetz telefoniert. Das war damals so der erste Touch Point quasi und dann habe ich angefangen so einbisschen das Internet zu erforschen; bin tatsächlich relativ schnell in irgendwelchen Chat-Rooms gelandet. Das war damals 1998 irgendwie noch total angesagt. Ähm, wo man sich quasi mit, auch wie heute, mit eher unbekannten Leuten - also ich will nicht sagen, so wie bei Chat-Roullette - aber mit unbekannten Leuten unterhalten hat, aber es war alles noch ein bisschen gesitteter als heute. Also das Netz war auch nicht so überfüllt. Ich meine vor 20 Jahren waren da vielleicht irgendwie, keine Ahnung, in Deutschland, was weiß ich, so keine Ahnung, vielleicht ne Millionen Leute online oder zwei. Heute sind’s ja irgendwie 40, 50, 60 Millionen Leute. Und das war noch ein bisschen gesittet damals. Also, da war es nicht so krass, wie man’s heute kennt von irgendwie Snapchat und solchen Sachen. Ja, dann habe ich relativ schnell angefangen so zu gucken, was kann man denn da so machen? Und habe versucht damals für meine musikalischen Tätigkeiten - ich habe damals als DJ gearbeitet unter anderem, habe auch ein bisschen prodziert - das Internet da zu nutzen für diese Dinge und da ein bisschen Marketing zu machen. Und daraus entstanden relativ schnell Websites. Also klassische Websites, statische Websites, wo man halt versucht hat, oder wo ich versucht habe, irgendwelche Dinge nach vorne zu bringen. Das klappte auch ganz, muss man sagen relativ gut. Ich habe dann lange Jahre quasi nebenbei... was man heute ja als Sidepreneur bezeichnet. Du hast ja auch mit Michael schon gesprochen, glaube ich, da weißt Du ja, was ein Sidepreneur ist. Und da habe ich dann letztendlich über dieses selber erstellen von Webseiten, den Weg gefunden zu allen anderen Disziplinen die es so gibt. Also zum Online Marketing, zum SEO, ganz später auch dann zum Social Media Marketing. Aber damit fing es eigentlich an und ich habe dann nebenberuflich - ursprünglich habe ich ja einen Beruf aus der Finanzdienstleistungsbranche erlernt, was sicheres, man kennt das ja - und dann nachher halt erst festgestellt, dass Online ja viel geiler ist. Man muss sagen, ich bin ja Jahrgang 74, habe also 1995 Abitur gemacht und ganz klare Sache: Damals hätte sich noch keiner erträumen lassen, dass das mal in 20 Jahren so ist. Hätte ich damals schon gewusst, wie Online halt abgeht, hätte ich mit Sicherheit einen anderen Beruf damals gewählt oder gleich irgendwie ein Studium gemacht zu, keine Ahnung, Mediengestaltung oder irgendwie sowas. Oder Werbung, Marketing. Aber damals konnte sich halt niemand vorstellen, dass das Ganze so krass mal abgeht und fünf Jahre später, im Jahre 2000 bei der .com-Crisis sah es ja auch erstmal so aus, als ob der ganze Kram wieder quasi implodiert. Aber dann hat es sich ja relativ gut entwickelt. Naja, und ich war halt dann quasi in dem Teil drin, hab dann irgendwann 2006 meinen Hauptberuf an den Nagel gehängt und dann mich auf meine Webseiten konzentriert, unter anderem ein Musikportal, was lange Zeit gut lief mit knapp ner halben Millionen Hits pro Monat. Das hat also ne Zeit lang relativ gut funktioniert. War natürlich als Projekt, was 2001 gestartet ist, teilweise nicht so ganz sauber aufgebaut, sodass dann nachher da relativ viel Arbeit reingesteckt werden musste, um das ganze zu Maintainen und am Start zu halten. Ähm, habe über dieses Portal aber die ganze Sachen, die ich dann selber so entdeckt habe, von Suchmaschinenoptimierung über Social Media Marketing, Affiliate Marketing, also alles mögliche, was damit zusammenhängt, wenn man so ein Portal an den Start bringen möchte. Habe dann darüber auch letztendlich angefangen, Dienstleistungen selber anzubieten als Freelancer und habe das ein paar Jahre lang gemacht. Das war auch super und hat viel Spaß gemacht, nur habe ich dann irgendwann, so 2011/2012 gemerkt, dass man so als Ein-Mann-Freelancer letztendlich doch einfach an seine Grenzen stößt, im Sinne von Man-Power. Und mir waren dann die Projekte, die ich dann quasi betreut hatte - ich will nicht sagen uninteressant geworden, aber doch - zu klein geworden, sodass ich halt nochmal geguckt habe, wie kann ich jetzt nochmal so ein bisschen größer werden und selber meine Skills noch schärfen, indem ich halt an größeren Projekten arbeiten kann, also noch größeren Projekten, wie man auch in einem professionellen Team arbeiten kann und so kam ich dann 2012 zur alten THG, muss man heute ja sagen. Es gibt ja heute schon eine neue THG, aber damals bei der alten THG, wo ich dann Social Media Marketing, später auch Head of Social Media gemacht habe. Und da habe ich dann quasi diese ganzen anderen Sachen gemacht. Größere Portale betreut und dort quasi, das was ich generell schon alles wusste, ein bisschen geschleift, an größeren Sachen ausprobiert und natürlich auch noch viel dazu gelernt und so weiter und so fort. Dann war es mit THG ja bedauerlicherweise Mitte 2013, glaube ich, zu Ende. Dann bin ich zu einer weiteren Agentur in Hamburg gewechselt, habe so ein bisschen Inbound Marketing gemacht und bin jetzt quasi seit Anfang dieses Jahres bei Facelift, auch in Hamburg. Das ist ein sehr cooler Laden. Das sage ich nicht, weil ich da angestellt bin, das sage ich, weil es so ist. Weil Facelift halt diese Facelift Cloud bastelt und die Facelift Cloud ist halt so ne All in One Lösung für Social Media Marketing. Mittlerweile auch Digital Marketing, weil da auch E-Mail Marketing mit drin ist und all solche Sachen. Und das ist eigentlich ziemlich cool, weil ich da jetzt nochmal richtig so diesen Prozess kennenlernen kann. Was ich gemacht habe ist Marketing mit nem Team zusammen und ich kann da nochmal den Prozess kennenlernen, wie es halt so ist, nicht nur als Agentur oder als Dienstleister zu arbeiten, sondern wie man halt das Marketing für ein Produkt macht. Das kannte ich bisher…. also natürlich kannte ich das auch, weil ich früher selber auch schon Produkte gemacht habe, aber nicht in der Größenordnung. Das ist halt ein…. ja, wir bezeichnen uns gerne noch als Startup. Unter 50 Personen arbeiten dort. Über 1000 Kunden in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Und dort wird halt dieses Produkt noch richtig schön geschliffen und nach vorne gebracht. Und das ist halt sehr interessant, weil ich da halt nochmal wirklich auch selber meine Skills noch mehr schleifen kann, um zu sehen, wie ist das denn so abseits von Dienstleistungen für Kunden oder quasi technisches SEO für Kunden oder Social Media Marketing für Kunden. Wie bringt man so ein Produkt an den Start und wie macht man so ein Produkt richtig geil groß? Und man kann es quasi vergleichen mit Sachen wie Searchmetrics oder auch von mir aus Sistrix. Das ist so das Prinzip, nur halt das ganze nicht im SEO Bereich sondern im Social Media Bereich angesiedelt ist. Und ähm, da bin ich halt zurzeit angestellt und bin da auch - muss ich wirklich sagen - extrem happy. Man macht den Job da super gerne. Ich mache natürlich nebenbei und das muss ich ja dazu sagen, weil Leute, die mich jetzt kennen sich wundern “Hä, wieso? Ich dachte, der macht da nebenbei nur seine eigenen Sachen.” Ich mache natürlich nebenbei noch andere Dinge, wie bjoerntantau.com, mache nebenbei auch noch ein bisschen eigene Projekte. Das habe ich nie ganz sein gelassen, weil das auch keinen Sinn macht, eigene Projekte komplett hinzulegen, weil Du sonst einfach stehen bleibst in Deiner Welt, die Du halt acht Stunden pro Tag bearbeitest. Und um das halt zu vermeiden, versuche ich selber halt auf dem aktuellen Stand zu bleiben, wach zu bleiben, über den Tellerand zu blicken. Das geht halt nur, indem Du eigene Sachen machst. Einfach nur Sachen lesen, die aktuell sind, das reicht nicht. Du musst die Sachen anwenden, Du musst selber darüber schreiben, berichten und darüber auch ausprobieren und über diese Tätigkeit arbeite ich halt auch als Picker. Jetzt ist ja die Sommerpause zu Ende. Ich habe zum Beispiel im September als Picker wieder drei Termine und mache eigene Produkte, mache auch ein bisschen Coaching für ausgewählte Kunden, mache auch gerne mal einen Inhouse Workshop. Also all solche Dinge mache ich noch nebenbei. Das lässt sich alles unter einen Hut bringen, glücklicherweise. Und insofern ist es eigentlich für mich eine sehr gute Kombination und die ich eigentlich jetzt aktuell nicht missen möchte. Man weiß nie, was in fünf Jahren ist, aber jetzt zurzeit ist es für mich relativ entspannt und passt eigentlich genau. Und das wäre quasi so im Kurzabriss der Werdegang von, sagen wir mal so 2006 bis heute. Marcus: Krass! Björn: Beruflich gesehen. Marcus: Beruflich gesehen. Björn: Das Private lassen wir mal außen vor. Das ist ja nicht so wichtig. Marcus: Okay, das machen wir dann vielleicht irgendwann mal privat dann. Björn: Das machen wir bald demnächst bei nem Bierchen, falls Du da bist. Marcus: Ja, nee, demnächst bin ich nicht am Start, aber irgendwann sehen wir uns auf jeden Fall wieder in Berlin. Björn: Ja, ich wollte mir auch bei Zeiten mal hier Deine digitale - wie heißt die? DNX? Deine Konferenz da. Die wollte ich mir auf jeden Fall mal reinziehen. Die war glaube ich, zum zweiten Mal jetzt dieses Jahr oder? Oder zum dritten Mal? Marcus: Die war jetzt schon zum dritten Mal. Im Oktober ist jetzt zum vierten Mal die Deutschsprachige, und die erste Internationale war jetzt Anfang August. DNX heißt die - Digital Nomad Expo. Björn: Ah okay, sehr interessant, dann werde ich das mal auf dem Zettel behalten. Vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr, auf jeden Fall. Oktober wird zu knapp, aber nächstes Jahr… Weil, das Thema interessiert mich auch. Ich selber werde niemals digitaler Nomade werden, weil ich halt in Hamburg sesshaft bin, aber das Thema an sich finde ich sehr spannend. Insofern werde ich da nächstes Jahr bestimmt mal reinschauen. Marcus: Cool, geil, freue ich mich drauf! Bist auf jeden Fall eingeladen! Björn: Das höre ich gerne! Marcus: Ja, ich glaube, wie man jetzt gerade hören konnte, ein echtes Urgestein. Damals noch mit nem 14,4er Modem da eingewählt… nee, 28,8 dann. Björn: 28,8 ja, also aber es war trotzdem saulange. Marcus: Bei mir war es noch krasser. Also ich bin ja nicht weit weg von Dir. Ich bin Abi 97, Du bist 95. Und von daher war ich mit nem 14,4er Modem und davor noch mit nem Akustikkoppler unterwegs. Ich glaube, das kennen die allerwenigsten. Was da passiert ist, dass man so…. Björn: … ja Akustikkoppler kenne ich eigentlich nur aus dem Film War Games mit Matthiew Broderick. Ich hatte so’n Ding nie, aber ich hatte nen Kumpel, der hatte so ein Teil und ja… Der hat das aber auch dann relativ schnell auf den Müll geworfen, als es dann wirkliche Modems gab. Aber Akustikkoppler, das war glaube ich noch so Bildschirmtext und so’n Kram. Also ganz…. Marcus: Ja, drei Stunden warten für ein so ein ASCII Bild oder so, wo sich dann Zeile für Zeile aufgebaut hat. Und ich habe dann ehrlich gesagt, wo ich mich heute so ein bisschen drüber ärgere, weil Du gerade sagtest, wenn man das vorher gewusst hätte, was Online alles abgeht, dann hättest Du vielleicht noch früher da mit eigenen Sachen oder Business angefangen. Aber ich habe noch viel später angefangen. Also ich hing dann mehr in diesen Staff Mailboxen rum, die Du vielleicht auch kennst. Wo es dann so Download/Upload Ratios von 1:3 gab. Sprich: Du musstest 1 MB hochladen und durftest wieder 3 MB runterladen. Und das war schon viel. 1 MB hochladen hat dann glaube ich ne halbe Stunde oder ne Stunde gedauert. Björn: Auf jeden Fall! Damals bei Napster dauerte ja, glaube ich, irgendwie ein 3,8 MB Song, wenn Du Pech hattest, die ganze Nacht. Das war irgendwie Scheiße, aber na gut. Marcus: Naja, auf jeden Fall habe ich dann irgendwann dann auch den Dreh gefunden, das Internet dann auch professionell und für meine Projekt zu benutzen und irgendwann die ersten Websites gebaut und dann stand ich auch vor dem Problem: Wie komme ich jetzt an Websitebesucher? War mega stolz auf mein kleines Werk und irgendwann landet man dann bei SEO, weil man als Student ja nicht viel Kohle hat und dann kam dann irgendwie eins zum anderen. Björn: Genau. Also, wie ich schon gesagt habe, ist es tatsächlich so. Du machst ein eigenes Projekt und denkst Dir “Wow, das sieht ja geil aus”. Aber wenn es halt keiner sieht, ist es halt Scheiße. Also wenn Du dann kein Publikum hast, dann schockt das halt überhaupt nicht. Denn ich glaube, niemand sitzt gerne rum, kreiert irgendetwas und will nicht, dass es gesehen wird. Das heißt, Du sitzt halt rum und überlegst Dir “Wie kriege ich jetzt Besucher darauf?” Und ich zum Beispiel war damals noch in irgendwelchen E-Mail Newsgroups unterwegs und hab da ein bisschen rumgespamt und all solche Dinge, was man halt so 2001 gemacht hat oder 1998 und auch damals, wie heute, gab es da, wenn Du gespamt hast, auch tierisch auf die Glocke quasi. Weil da auch dann wohl tierisch geflamed und abgekanzelt wurdest von den Leuten, dass Du halt Spamer bist. Aber genau das ist der Punkt: Du machst halt was und willst, dass es gesehen wird und dann kommst Du halt letztendlich irgendwann an diesem ganzen SEO Bereich nicht vorbei, weil Du ja auch feststellst “Aha, da kann man ja irgendwie bei Google ranken und kriegt mega Traffic und auf der 1 landest, ohne Anzeigen schalten zu müssen. Also erstmal quasi für lau.” Dass man da natürlich mega viel Zeit reinstecken muss, wenn man wirklich überhaupt, also kostenfrei ranken will. Gut, damals war es ein bisschen einfacher, weil’s damals ja noch richtig spamy links gab, die auch gut funktioniert haben, aber... Marcus: ...Dann bist Du heute vielleicht spamy oder was heute cool ist, ist vielleicht in zehn Jahren schon wieder spamy. Also damals war es einfach sehr rabiat, ne? Björn: Ja definitiv, definitiv. Also das 10.000er Pack Forenlinks aus dem Footer, das klappte ja 2004 wie Hulle, ja? Klappt halt jetzt nicht, aber manche machen’s trotzdem. Marcus: Oder weißer Text auf weißem Grund oder so, das waren auch noch so meine lieblings Living-Hacks, wenn man die dann irgendwo noch woanders entdeckt hat oder so. Björn: Oder was dann kam war, den Text via CSS ausgelagert im Minusbereich. Marcus: Ja genau, so ganz weit weg rechts oder so. Björn: Oder Top 0, Left -100 px, sodass dann der Text quasi da war, aber durch CSS ausgelagert. Das heißt, Du konntest den auch nicht mehr mit Steuerung + A Dir angucken, was ja einfach war, weil weiß auf weiß. Das war dann schon quasi Keywords buffing oder hidden Text quasi schon 2.0. Aber auch das wurde von Google ja relativ hurtig erkannt. Das hat 2006, glaube ich, noch gut funktioniert, diese Methode. Marcus: Ja, das glaube ich. Und es war halt super spannend, immer wieder Google zu gamen und immer zu gucken, was funktioniert und “Scheiße, da ist wieder einer abgeraucht, also brauchen wir jetzt was neues”. Und ja, was mir damals auch total viel Spaß gemacht hat war, gerade zu den Anfängen der SEO Szene, diese geschlossenen Skype-Chats, die es glaube ich jetzt immernoch gibt… Björn: Ja, die gibt’s immernoch. Marcus: ... wo aber noch auf guten, auf hohem Niveau Wissen geteilt wurde, ohne dass man irgendwie Angst hatte, dass der andere dann auch ein Business aufmacht und einem die Kunden wegnimmt oder so. Björn: Ja das stimmt. Marcus: Ich habe da heute leider so ein bisschen das Gefühl, dass es so in SEO Szene ist und deshalb hat es mir ehrlich gesagt die letzten paar Jahre dann auch nicht mehr so viel Spaß gemacht. Irgendwann hat sich das professionalisiert. Die guten Leute haben irgendwie andere Kunden beraten und Agenturen aufgemacht oder für Agenturen gearbeitet und man ging irgendwann nicht mehr so offen mit seinem Wissen um. Natürlich ging es dann auch darum, selber irgendwie Kohle zu machen und nicht das ganze Wissen für lau rauszugeben, aber ich glaube, das ist ganz normal, wenn sich ein Markt konsolidiert und erwachsen wird. Das werden wir bei uns in der digitalen Nomadenszene vielleicht auch noch irgendwann erleben, aber jetzt gerade ist es irgendwie so ein bisschen - das hatte glaube ich der Marco Janck auch gesagt, als er das erste Mal auf der DNX war, letztes Jahr. Da hat er sich an die Anfänge der SEO Szene zurück erinnert, weil da bei uns echt dieses Caring und Sharing Prinzip im Moment noch super geil gelebt wird. Björn: Ja, die ist ja auch wahrscheinlich überschaubar bei euch die Szene. Ich kann mir auch jetzt aktuell nicht vorstellen, wie dieses digitale Nomadentum irgendwie industrialisiert werden sollte, wie es ja mit Branchen passiert. Also, bei euch ist es ja eher eine Frage des Lifestyles. Natürlich habt ihr alle auch Businesses, aber euch zeichnet ja aus, dass ihr quasi irgendwo vielleicht eine Homebase habt, keine Ahnung, bei euch wahrscheinlich Berlin, wo man irgendwie drei Monate im Jahr ist - und den Rest der Zeit halt einen Laptop sich nimmt und dann ist man halt in, keine Ahnung, Asien, Amerika, Australien. Es ist ja eher ein Lifestyle und nicht so ein Geschäftsmodell. Natürlich klar, Du könntest als Reiseanbieter vielleicht für digitale Nomaden Reisen anbieten, wo irgendwie, keine Ahnung… wo sich der Veranstalter um alles kümmert und Du kommst halt irgendwo an und kannst dann irgendwo einchecken und alles ist schon erledigt. Da ist dann die Frage, wie dann der Lifestyle darunter leiden würde, weil dann wärst Du ja einfach nur ein Pauschaltourist... Marcus: Ja, mehr oder weniger... Björn: Ich denke mal, Leute wie Dich zeichnet ja aus, dass Du quasi auch mal aus Bock irgendwo hinfliegst, nach dem Motto “Finde ich geil, war ich noch nie”. Und dann fährst Du da  halt hin und dann bist Du halt da; weißt aber auch gar nicht, was da am Start ist und musst erstmal Dich da ein bisschen zurechtfinden; suchst Dir da ein Hotel oder da ne Pension oder wie das so läuft. Oder keine Ahnung. Es ist ja wie gesagt, eher ne Frage des Lifestyles und nicht so des Produkts, wie es halt bei SEO letztendlich so ist. Marcus: Ja ja, was ich meine ist, dass dann irgendwann die Businesses ein bisschen aneinander rasseln oder aneinander geraten, aber es ist wie gesagt, im Moment noch alles cool. Aber genau, was Du dann eben gesagt hattest, vielleicht Reisen für digitale Nomaden anzubieten. Genau das machen wir mit den DNX CAMPS. Mehr oder weniger. Es sind keine Reisen. Es ist eher ein Coliving und Coworking, ziemlich intensiv von 10 bis 15 Leuten, 10 Tage lang an einem Spot und deshalb sind wir auch gerade im Surf Office. Ab Mittwoch startet hier das erste DNX CAMP in Lissabon, was auch ausverkauft ist mit 17 Leuten. Also da haben irgendwie zwei mehr aufgenommen. Und das kann aber ganz cool sein für die Leute, die a) irgendwie ein bisschen Comfort brauchen oder sagen “Ey, ich will mich nicht darum kümmern, wo finde ich die nächste Sim-Karte, wo kann ich arbeiten gehen, wo finde ich meine likeminded People, wo ist der Coworking Space?” sondern mehr oder weniger so ein Softlanding für Entrepreneure oder für digitale Nomaden, die… also Voraussetzung ist, dass Du ein eigenes Business laufen hast und kannst dann einfach dran teilnehmen und kriegst dann die Infrastruktur von uns schon gestellt und hast dann die Benefits, dass wir auch noch Aktivitäten machen. Also gesunden Lifestyle. Wir machen noch Sport und wir gehen miteinander raus. Aber wir Coworken auch, machen Masterminds, haben Talks etc. pp. Also da gibt’s auch schon die ersten Projekte. Wir sind nicht die allerersten, es gibt da auch andere, die das machen. Von daher hast Du da eigentlich schon in die richtige Richtung gedacht. Björn: Na siehste, läuft doch. Marcus: Jo. Ähm, eben hatten wir ja das Thema, dass wenn man ein neues Projekt gestartet hat, so wie wir vor zehn Jahren oder so, war mehr oder weniger SEO die erste Wahl. Du als Social Media Experte kannst mir vielleicht verraten, a) ob das immernoch so ist und b) wenn nicht: auf welche Kanäle Du setzen würdest, wenn Du sagst “Nee, ich habe irgendwie keine Ahnung mit SEO. Das ist mir alles zu kompliziert, ich habe aber auch keine Kohle für einen Dienstleister und Wordpress möchte ich mich auch nicht mit beschäftigen.” Was für andere Mittel und Wege gibt’s da? Björn: Also ich bin einer von denen, die niemals eine Disziplin komplett ausschließen würde, so nach dem Motto, keine Ahnung “SEO ist tot” oder so’n Scheiß. Ähm, das erzählen ja manche. Ich würde nicht sagen, Facebook ist tot oder Social ist tot. Es geht darum, dass Du letztendlich immer diesen einen Schritt gehst. Du schaust Dir an, welche Faktoren aus den einzelnen Disziplinen kann ich benutzen, um mein Business nach vorn zu bringen. Diese Faktoren suchst Du Dir aus. Diese Faktoren integrierst Du, die entwickelst Du weiter und diese Faktoren behältst Du. Alles andere, was Du nicht brauchst, was nicht funktioniert, das lässt Du dann quasi bleiben. Das heißt, Du nimmst Dir aus all dem, was Online Marketing zu bieten hat - das kann aus dem Bereich SEO sein, das kann aus dem Bereich Facebook sein, das kann aus dem Bereich Afiliate Marketing sein, das kann aus dem Bereich E-Mail Marketing sein - da nimmst Du Dir halt die Sachen raus, die für Dich persönlich am besten funktionieren und machst daraus quasi Dein eigenes Online Marketing für Dein Produkt oder für Dein Projekt oder Dienstleistung. Das muss auch nicht immer auf jedes einzelne Produkt passen. Es kann sein, dass Du ein Produkt hast, wo SEO wichtiger ist als Social Media Marketing und umgekehrt. Aber das ist halt der springende Punkt. Dass Du nicht mit diesem Scheuklappendenken da rangehst und sagst “So, ich muss jetzt unbedingt SEO machen, alles andere ist Schrott!” Du musst halt Dir überlegen, was funktioniert für Deinen Bereich am besten und das kann SEO sein, muss aber nicht. Das kann auch Facebook Marketing sein. Du kannst heutzutage wesentlich …. wenn Du es richtig anpackst, sehr, sehr viel Traffic Dir aus Facebook besorgen und es kommen auch immer neue Sachen dazu. Ich zum Beispiel bin jetzt aktuell am testen von einem Whatsapp Newsletter. Das heißt, ich habe durch Zufall vor zwei, drei Wochen herausgefunden, ein Thema mit dem ich mich auch schon länger beschäftige, weil ich mir überlegt habe: Wie kann man denn Whatsapp für’s Marketing einsetzen? Weil Whatsapp ist ja schnell, persönlich und vielleicht im Gegensatz zur E-Mail, sendet Whatsapp ja immer die Push-Nachrichten und Du kannst Dich dem ja gar nicht entziehen. Das heißt Whatsapp Newsletter und jetzt habe ich neulich durch Zufall ein paar Anbieter entdeckt, die ich mal alle jetzt durchteste. Und das ist ein echt spannendes Thema, weil Whatsapp, wie gesagt… E-Mail Marketing ist auch schon ganz geil, weil die E-Mail kriegst Du auch auf’s Handy, wenn Du willst. Aber die E-Mail kriegst Du nur auf’s Handy, wenn Du auch das eingestellt hast. Und viele Menschen haben das halt nicht, weil die sagen “Oh, ich krieg pro Tag 150 E-Mails. Dann bitte nur noch auf meinen Desktop-Rechner bei der Arbeit und nicht noch abends, wenn ich vor’m Fernseher sitze”. Whatsapp aber… wer Whatsapp installiert hat, der kriegt auch diese Nachrichten, weil er logischerweise wissen will, wenn ein Kumpel, Bekannter oder ein Freund ihn anwhatsapped, da will er es ja lesen. Und deswegen ist Whatsapp in Newslettern eine ziemlich coole Sache und ich teste es halt gerade jetzt seit ein paar Tagen und bin bisher relativ zufrieden damit, was da rumkommt. Es ist natürlich ganz neu und da muss man noch ein bisschen dran arbeiten, aber das ist halt, was ich meine. Es ist ein neues Produkt und es kann sein, dass es für Dein Produkt, Deine Dienstleistung, Dein Business funktioniert. Dann solltest Du es integrieren und weiterentwickeln. Es kann aber auch sein, dass es nicht funktioniert und dass Leute halt sagen “Hier WhatsApp, Du willst mich hier mit WhatsApp Nachrichten nerven, businessmäßig? Hier komm, weg und lass mich in Ruhe!” Dann klappt das halt nicht. Aber halt dieses Scheuklappendenken weglassen und immer flexibel sein, ne? Du musst halt sehen, alle Businesses, die auch groß geworden sind, sei es nun von Google über Facebook, das sind halt Leute, die halt immer sich gesagt haben “Ich brauche irgendetwas neues”. Und auch Google hat sich ja zum Beispiel aus bestehenden Konzepten, das war ja nix neues, Suchmaschine. Es gab ja vorher schon Altavista und Likecross und Fireball und wie sie alle hießen. Google hat es halt nur besser gemacht oder Facebook hat’s genauso… Es gab ja auch vorher schon Social Networks. Nur die haben halt gesagt “Ich benutze die Sachen für’s Business, die funktionieren. Die entwickle ich weiter und alles andere, damit halte ich mich nicht auf.” Und das ist halt der springende Punkt. Das ist ja auch das klassische Grow Marketing, dass Du halt sagst “Ich nehme genau die Filetstücke, die für mich gut sind und alles andere lasse ich auf dem Teller und das kann von mir aus auf den Müll, ich brauche das nicht”. Und die anderen Sachen werden weiter entwickelt und dann klappen auch meistens die Projekte ganz gut. Deswegen musst Du halt gucken was funktioniert und musst halt wissen was funktioniert. Und wenn Du halt das nicht testest, dann weißt Du es nicht. Aber dieses Testen ist halt manchmal nervig, manchmal anstrengend, manchmal musst Du ein bisschen Geld ausgeben und davor scheuen halt auch paar Leute zurück. Deswegen, um auf Deine Eingangsfrage zurückzukommen, würde ich niemals sagen “Mach nur SEO oder mach nur Facebook oder mach nur, was weiß ich, Instagram”, sondern guck Dir an, was funktioniert für Dich? Teste alles durch und dann weißt Du, was funktioniert. Es kann sein, dass alles funktioniert, es kann sein, dass von allen Sachen nur ein bisschen was funktioniert. Dann weißt Du aber genau, in welcher Disziplin sind für mich die richtigen Stellschrauben? Wo muss ich 50% nehmen, wo muss ich 10% nehmen, wo muss ich 30% nehmen und wo der Rest? Damit ich nachher meine 100% quasi Performance Marketing Funktionalitätskuchen bekommen, wer denn mein Produkt richtig antreibt. Und das ist letztendlich das, worauf es ankommt. Ich persönlich, als jemand, der aus der SEO Branche kommt und auch gesehen habe, wie sich dieses ganze SEO gewandelt hat und auch wie gefährlich SEO ist, wenn Du halt ne Strategie hast, die halt nicht so ganz safe ist und Google dann sagt “Ja, wir haben jetzt ein Update gemacht und ja, Sorry, aber Dein Projekt ist jetzt ne Zeit im Nirwana verschwunden”. Ich weiß noch, wie es damals bei Panda und Pinguin war. Da gab es Leute in den USA zum Beispiel, von da weiß ich’s. Die sind mit Projekten, von denen sie vorher wirklich gut gelebt haben, in einer Nacht alle weggerauscht und es gab da Leute, die waren danach halt suizitgefährdet. Und dann musst Du ganz klar wissen, wenn Du Deine Strategie auf nur einer einzigen Säule aufbaust und Du bist da ein bisschen spamy unterwegs oder nicht ganz koscher und mauschelst ein bisschen, dann musst Du wissen, dass Du, wenn Du Pecht hast, da halt rausgeworfen wirst. Das kann übrigens bei Facebook - das wissen viele Menschen nicht - auch passieren. Konkretes Beispiel, was gerade in den letzten Wochen durch die Medien geisterte: Wenn Du mit einem Fake Account auf Facebook unterwegs bist - manche Menschan haben ja so lustige Accounts und heißen dann Vorname: Moni, Nachname: Ka. Ne, schonmal gesehen? Oder Vorname: Flo, Nachname: Rian. Weil die ja denken “Haha, voll clever. Facebook erkennt mich nicht. Und die haben dann damit halt auch teilweise Business Accounts administriert. Als Business Manager oder Power Editor. Und solche Accounts wurden halt von Facebook immer schon gerne gesperrt und wurden auch in letzter Zeit gesperrt. Und das waren dann Leute, die konnten dann von heute auf morgen nicht mehr auf ihre Facebook Page zugreifen. Und wenn Deine Facebook Page halt ein integraler Bestandteil Deines Businesses ist, mit dem Du vielleicht Traffic generierst und darüber halt Umsätze generierst, dann hast Du ein Problem, wenn Facebook Dich geblockt hat. Deswegen ist es manchmal gut zu cheaten, nicht immer. Man sollte sich bei solchen Sachen, wenn da wirklich viel Geld dahintersteckt, natürlich nach den Richtlinien richten und dann entsprechend auch keinen Mist machen, weil sonst geht’s in die Hose. Und das ist halt, was ich auch Leuten, die mich halt fragen “Womit soll ich anfangen und worauf setzen?” Da sage ich immer so “Guck Dir an, was passt für Dich? Nimm die besten Sachen raus. Integriere die, entwickle die weiter und dann hast Du quasi am Ende Dein eigenes integrated Online Marketing”. Und das ist letztendlich das, was ich allen Leuten empfehlen würde. Marcus: Mh, also Du hast da echt viele und gute Punkte angesprochen, die man glaube ich, immer wieder wiederholen muss. Gerade bei Leuten, die neu in dieses ganze Online Business einsteigen und vielleicht auch irgendwie getriggert worden sind von jemandem, der gesagt hat “Das ist mega easy. Reichwerden über Nacht” Da gibt es leider immernoch so viel Schrott und spamige Seiten zu. Und die da mit völlig falschen Erwartungen einsteigen und dann merken: Es ist harte Arbeit. Und wie Du schon sagtest: Manchmal ist es ein bisschen unangenehm, es ist nervend neue Sachen zu probieren. Aber dieses Lernen, das hört nie auf. Das wird bei Dir nicht aufhören, obwohl Du schon 20 Jahre im Online Business bist. Das wird bei mir nicht aufhören. Und so muss man halt bereit sein, immer weiter zu lernen und auch zu testen und auszuprobieren. Und Du hast ja auch die Beispiele von Google und Facebook oder andere Startups in den USA.. Die haben auch immer wieder ihr Business Modell überprüft und Pivot gemacht, getestet - funktioniert nicht “Okay, wir machen das nächste”. Du testest jetzt gerade hier Whatsapp als neuen Channel. Ich teste gerade Periscope. Was hältst Du davon? Björn: Periscope ist ne lustige Sache, aber wird glaube ich in Deutschland nicht so groß werden, wie in den USA, weil das deutsche Zielpublikum meines Erachtens nicht so Öffentlichkeits…. oder so zurschaustellend getrieben ist, wie es in den USA ist. Unabhängig davon bin ich der Ansicht, dass Snapchat, Twitter mit Periscope in den nächsten paar Monaten einen fetten Strich durch die Rechnung machen wird, weil Snapchat nämlich genau das auch machen kann - rein theoretisch, rein technisch. Und Snapchat hat einfach, speziell bei den jugendlichen Zielgruppen, einen viel, viel höheren Stellenwert als das Twitter jemals haben kann. Du musst ganz klar sehen, dass Twitter ja krass in der Krise steckt. Und wenn ich Leute erzählen höre, dass Twitter irgendwie in Deutschland 9 Mio. User haben soll, dann sorry, da kann ich nur irgendwie ein bisschen grinsen. Ich habe letztens den Twitter Account gesehen von Manuel Neuer. Der hat irgendwie 2,8 Mio. Follower und ich behaupte, das ist 98% Twitter Germany Penetration bei 2,8 Mio. Followern. Weil Twitter einfach bei uns nicht groß geworden ist. Frag mich nicht, woran’s liegt. Marcus: Ich habe das ehrlich gesagt auch nie genutzt. Mir war das einfach zu viel, zu schnell, zu hektisch und noch ne Timeline mehr, die Du überhaupt nicht verfolgen kannst. Björn: Also in den USA ist es halt relativ organisch gewachsen und da hat auch jeder Fernsehmoderator, jeder Journalist hat da seinen Hashtag und seinen Twitternamen mit @ eingeblendet. Das ist bei uns irgendwie nie so gekommen, dass, keine Ahnung, Zirkus Halligalli läuft auf ProSieben, da hast Du da oben mal so nen Hashtag mit Halligalli, der dann mal für drei Sekunden eingeblendet wird. Und da wird auch viel diskutiert auf Twitter. Also man soll nicht denken, dass das da ne Geisterstadt ist. Aber vielleicht zu anderen Netzwerken, wie zum Beispiel Facebook oder auch Instagram oder auch Snapchat, wird da halt nicht so viel diskutiert. Und dieses Periscope ist ne feine Sache, es ist ganz nett. Man muss halt immer auch was zu bieten haben. Es ist halt so, wenn eine neue App wie Periscope rauskommt, dann nehmen das viele Menschen und satteln da einfach irgendwas rein und erzählen da irgendwas. Das ist natürlich ganz geil, wenn Du mit Deinen Freunden und Bekannten aktuell am Start bleiben willst. Also das ist natürlich super witzig, wenn Du zum Beispiel auf einer Party bist und irgendjemand ist, was weiß ich, irgend ein Kumpel von Dir hat keine Zeit oder was weiß ich, muss auf seine kleine Schwester aufpassen oder ist halt verhindert oder im Urlaub oder irgendwas. Das ist natürlich super geil, wenn Du dann die Party quasi via Periscope zu ihm bringen kannst. Das ist für den privaten Sektor ganz geil. Wenn Du so was aber im Marketing einsetzen willst, dann musst Du schon was zu bieten haben. Also wenn zum Beispiel David Guetta seine Show in New York halt live streamen würde, was er natürlich auch tut, das ist natürlich für die Fans ne geile Sache. Aber alle anderen, also der Friseursalon um die Ecke, der muss sich schon überlegen “Was kann ich jetzt bei Periscope machen, damit die Leute auch nen Mehrwert davon haben? Wir können zum Beispiel ein paar neuen Frisuren vorführen innerhalb von 10 Minuten”. Weil Du musst ja immer gucken, dieses Marketing muss sich ja nicht nur für die großen Brands lohnen, es muss sich ja auch für den Mittelstand und den KMU Sektor lohnen, weil sonst wird es halt nicht groß. Es gibt halt ein paar große Brands, klar. Die haben viele Fans, die haben viele Konsumenten, aber letztendlich, was die Sachen halt groß macht sind ja nicht die fünf, sechs großen Brands. Also, wenn jetzt irgendwie Snapchat hingegangen wäre und hätte gesagt “Wir überzeugen jetzt irgendwie Adidas, Nike und Puma”, dass sie halt Snapchat machen, dann wäre das halt nice to see gewesen, aber es wäre nicht groß geworden. Indem es halt die normalen Menschen machen und sich damit austauschen, dann wird die Sache groß. Und Du hast es ja bei Google+ gesehen. Dass Google+ ja massiv versucht hat diesen Google Hangout Kram mit FC Bayern und mit Fußballspielen und mit Backstage Berichterstattung und mit privater Hangout mit Klitschko und allen möglichen Leuten, da haben sie es auch nicht geschafft, weil Google+ einfach nicht diesen Nimbus hatte, dass es halt angesagt ist, ne? Und bei Twitter sehe ich das bedauerlicherweise ähnlich. Ich selber nutze Twitter. Ich fand’s auch immer sehr charmant, aber sie haben’s irgendwie in Deutschland - bisher, kommt ja vielleicht noch - nicht geschafft da irgendwie durchzustarten. Was ich halt bei Sachen wie Instagramm oder Snapchat ganz anders betrachte. Also wenn ich jetzt aktuell sagen müsste, wer sind die drei wichtigsten Social Networks, dann würde ich zurzeit sagen: Facebook, Youtube und Instagram und da würde ich mich noch versteifen als vierten wirklich zu nennen: Snapchat. Weil Snapchat hat - ich sehe das schon kommen - das ist noch so in den Kinderschuhen, weil es das ja auch erst seit ein, zwei, drei Jahren gibt. So genau weiß ich’s grad gar nicht. Ich glaube seit 2011 gibt’s das. Aber dieses Jahr wird’s dann richtig groß und da ist noch ziemlich viel Musik drin und das Medium ist halt einfach so, dass es halt schnell ist, es ist authentisch und es kann auch von Brands benutzt werden. Das ist halt das Spannende daran. Und das sind halt Dinge, die bei Twitter oder auch bei bei Google+ nicht so gut funktioniert. Da haben wir in Deutschland bei fast 30 Mio. Facebook Nutzern, die auch aktiv sind und Facebook ist ja auch nicht tot, auch wenn’s immer gesagt wird. Facebook wächst ja weiter. Und letzten Montag hatten sie ja erstmals an einem einzigen Tag 1 Milliarde aktive User auf Facebook. Das musst Du Dir mal reinziehen. Das ist ein Drittel der Online Weltbevölkerung, die an dem einen Tag… Also es gibt auf der Welt sieben Milliarden Menschen, aber nur drei Milliarden sind Online. Also an dem Tag waren ein Drittel der über’s Internet erreichbaren Menschen auf der ganzen Welt, auf dem ganzen Planeten, bei Facebook an dem Tag online, mindestens ein Mal aktiv. Also aktiv heißt ja bei Facebook, Du hast was gemacht. Du loggst Dich ein und postest was, likest was, kommentierst was. Und das ist schon ziemlich krass und Facebook mit 1,5, Milliarden Usern und in Deutschland halt knapp 30 Mio. aktiven Leuten. Das ist schon eine Marktmacht und da kommst Du auch schwer dran vorbei. Aber da fehlen mir halt die wirklichen Konkurrenten. Und Periscope ist halt ein lustiges Spielzeug, wird sich aber glaube ich für Twitter nicht sehr schnell rentieren. Also es ist glaube ich für Twitter eines so der letzten Rettungsanker, um es mal groß machen zu können. Aber ich glaube, es wird halt nicht lange dauern, bis Facebook da mit irgendwas nachzieht. Marcus: Ja, das Ding ist, das haben sie nämlich schon gemacht. Also einmal zu Periscope selber, glaube ich… ich glaube da schon dran irgendwie an das Format an sich. Dass jeder in der Lage ist, irgendwas live zu streamen und jetzt nicht wie beim Google Hangout vielleicht noch nen Desktop dafür braucht oder so. Theoretisch ging’s glaube ich auch über die App. Aber Periscope ist irgendwie noch ein bisschen einfacher. Und gerade für Leute, die viel in Personal Branding stecken, wie glaube Sascha Pallenberg hat bei Periscope jetzt schon knapp 3.000 Follower, weil der hat natürlich was zu zeigen, zu erzählen. Nicht wie der Friseur unten um die Ecke. Der Sascha ist viel unterwegs. Der ist auf Konferenzen, der speaked, der macht und ich hab’s jetzt auch ausprobiert. Ich habe eins aus Mallorca gemacht, eins aus Berlin, jetzt hier im Surf Office. Als ich heute am Strand war beim Surfen und es werden halt immer mehr Follower. Weil das Gute ist, es wird gepusht an alle Deine Twitter Follower sobald Du den Periscope anmachst. Aber ich habe jetzt glaube ich vor zwei Tagen mal beim Ferris gesehen, dass er genau dieses gleiche Periscope Format getestet hat über seinen Facebook Account, wobei er aber ja …. ich weiß nicht genau. Das wirst Du wahrscheinlich besser wissen. Die Promis haben ja nochmal ne andere App über Facebook und da ist die Funktion wohl schon freigeschaltet. Also genau was Du gesagt hast. Einfach mal eben platt gemacht, das ganze coole Periscope Projekt von Facebook…. Facebook Menschen oder so? Björn: Ich glaube es war Facebook Menschen, ja. Ähm, das haben aber nicht die Promis. Ich habe das auch schon letztes Jahr von Facebook angeboten bekommen zu installieren. Aber das gibt es bisher nur für’s iPhone. Und da ich noch ein Android habe und mir erst noch ein iPhone zulegen werde, kann ich’s noch nicht nutzen. Aber es ist tatsächlich eine Streaming App, die Dich halt mit den Followern auf Deiner Facebook Page sofort verbindet. Das finde ich ziemlich cool. Marcus: Richtig cool. Björn: Und es gibt auch noch Meerkat, diese andere Live Streaming App, die sich halt jetzt die ursprünglich an Twitter angedockt war, aber ich finde, da würden wir zu viel machen, das heißt ich hätte da Periscope gemacht und jetzt sind da weg und Meerkat dockt sich jetzt auch ein bisschen weiter an Facebook ran. So wird das, wenn Facebook in diesen Livestream Ding dann demnächst mal wirklich ernst macht, glaube ich wirklich, ist Periscope ratz fatz weg vom Fenster. Marcus: Aber an sich finde ich das Format cool Björn: Aber das Format ist nicht schlecht auf jeden Fall. Marcus: Es macht auf jeden Fall Spaß. Und wann kriegst Du denn genau diesen Status? Also Dich hat Facebook jetzt auch angesprochen. Mich leider noch nicht. Wann kriegt man diesen blauen Facebook Haken? Hast Du da irgendetwas... Björn: Keine Ahnung. Der war eines Morgens mal da. Ich weiß es nicht. Es hat sicherlich auch mit der Follower-Zahl zu tun. Ich hab ja irgendwie 15,5 Tausend Fans auf meiner Facebook Seite. Hat sicherlich was damit zu tun, aber irgendwann letztes Jahr, glaube ich, im - wann war das? Irgendwann im Sommer, ist mir gar nicht aufgefallen zuerst, aber dann so nach drei, vier Tagen sah ich dann so “Oh, da ist ja was neues”. Und dann habe ich das erstmal gesehen. Ich hab dafür nichts gemacht, also das kam von selber. Ich hab keinen Antrag gestellt und gar nichts, es war einfach irgendwann da. Es hat sicherlich damit zu tun, wieviele Fans Du hast, wie aktiv Du bist, welche Daten Du hinterlegt hast, sowie Reduzierung. Also ob Deine Website dahinter steckt, ob Du mit klaren Namen auftrittst und all so nen Quatsch. Aber ich kann’s Dir nicht sagen, ich habe mich damit auch ehrlich gesagt nicht befasst. Ich hab den Haken bekommen und dachte mir “Oh, das ist ja geil” und ... Marcus: Okay, aber ansonsten hast Du jetzt keine direkten Benefits gekriegt, außer dass Du zum Beispiel die Mention App runterladen kannst? Björn: Ähm, ich weiß nicht, ob man dafür Benefits bekommt. Also ich weiß nicht, ob man vielleicht bevorzugt wird. Ich erreiche mit meiner Seite… organische Reichweite grundsätzlich minimum 50%. Also ich kann nicht sagen, dass die organische Reichweite bei mir gefallen ist, wie viele ja sagen. Also ich erreiche mindestens 50%, wenn der Artikel mal schlecht läuft. In der Regel sind es so 70% bis 90%, die ich erreiche. Marcus: Organisch, wo nichts gekauft ist. Björn: Genau, organisch. Also nicht jetzt an einem Tag, aber halt über mehrere Tage verteilt. Ähm, manchmal auch mehr. Ich weiß nicht, ob Facebook dann solche Seiten bevorzugt, weil sie sagen “Okay, der ist wieder reduziert, der postet halt die schlauen Sachen” - aus Facebook-Sicht. Ähm, das liegt sicherlich auch am Feedback der User, auch bei mir gibt’s nicht nur likes und gute Kommentare. Auch ich muss mir relativ viel “Kritik” anhören, was ich teilweise ganz witzig finde, weil ich natürlich dann weiß, wo wirklich der Schuh drückt und manchmal bei mir auch Inhalte verwendet werden, die halt der Masse oder den Fans nicht so gefallen. Und da musste natürlich drauf reagieren, weil die Fans sind Dein Kapital und wenn die halt Dir reihenweise dieses Feedback geben, dann machst Du irgendwas falsch. Also, kriege ich auch so’n Feedback, bin ich auch dankbar drüber, weil ich nur so erkennen kann, ob ich irgendwas falsch mache und dann irgendwie reagieren kann. Aber ansonsten hat alles direkt damit zu tun. Möglicherweise liegt es auch am Adspend, also ich persönlich gebe jetzt nicht viel Geld für Werbung auf Facebook aus, aber so ein paar Euro sind es halt irgendwie im Monat. Aber das kann ich Dir nicht sagen. Ich habe auch noch nie eine Seite gesehen, wo das erklärt wurde. Es wäre vielleicht mal ein interessantes Thema für nen Blogartikel, auf jeden Fall, oder für nen Podcast, aber ich persönlich weiß es nicht. Und ich glaube auch nicht, dass man darauf hinarbeiten sollte. Ich glaube, man sollte einfach einen authentischen Kanal auf die Beine stellen und dort halt den besten Content präsentieren, den man hat und versuchen, das bestmögliche zu spreaden und dann - wie es auch bei mir war oder auch anderen Leuten, die ich kenne, wo es so war - kommt das halt irgendwann von selbst. Marcus: Ja, ganz organisch. Also einfach erstmal machen und tun und am Ende irgendwann das …. also es gibt ja nen Spruch: Money will follow. Und die ganzen anderen Sachen, die folgen dann auch. Björn: Genau, den gibt es und es trifft auch manchmal zu, manchmal nicht. Da muss man ein bisschen nachhelfen, aber in der Regel trifft der zu. Das ist ja… Produkte… ist ja wie bei Dir. Du hast ne eigene Konferenzreihe gestartet. Die kam offensichtlich ganz gut an. Also hast Du da Resonanz verursacht, die Leute fanden das gut und kommen auch wieder. Also gibt es weitere Ausgaben. Es gibt ja auch und gab ja auch Konferenzen im Bereich SEO, die halt nur ein oder zwei Mal stattgefunden haben, weil die halt nicht so gut waren. Und wenn das Produkt nicht gut ist, dann wird’s halt nicht nachgefragt und dann wird’s halt… rentiert es nicht und dann wirst Du eingestellt. Ganz einfach. Und so ist es quasi mit jeder… Ne Facebook-Fanseite ist ja letztendlich nicht mehr als ein Produkt. Und wenn das halt nicht angenommen wird von den Usern, dann wächst es auch nicht und ja… gut, das ist glaube ich der ganz normale Lauf der Dinge. Marcus: Das glaube ich auch. Und gerade bei Konferenzen ist es glaube ich auch wichtig, sich immer wieder in Frage zu stellen und nicht zu sagen “Ey, das war jetzt richtig geil”, gerade nach einer guten Konferenz oder mit vielen Teilnehmern hast Du natürlich viele Schulterklopfer und kannst dann auch schnell abheben. Und wichtig ist glaube ich, dass Du a) auf dem Boden bleibst und b) immer wieder den Status Quo hinterfragst und sagst - so wie wir es jetzt auch im Oktober machen, obwohl es jetzt drei Mal richtig gut mit diesem Konzept gelaufen ist - wollen wir jetzt nicht die vierte deutsche DNX wieder mit dem gleichen Konzept machen, halt mit vielen Talks und Workshops davor. Und da haben wir es jetzt komplett so ein bisschen umgemodelt und so Barcamp-Charakter, dass wir richtig viele Workshops haben, weil das war auch das Feedback von den Leuten, dass sie noch mehr in die Umsetzung gehen wollen und noch mehr Themen abdecken wollen. Und noch mehr vielleicht auch so Mastermind-Gruppen bilden wollen. Und wichtig ist glaube ich dann auch darauf zu hören und sich nicht weiter abfeiern zu lassen und alles ist cool und so weiter zu machen. Und ich kenne Konferenzen, da gibt’s jetzt die neunte oder zehnte Ausgabe. Die haben’s jetzt gerade auch immer schwerer, glaube ich, Fresh Blood zu kriegen und die Leute, die schonmal da waren, die kommen erst recht nicht mehr wieder. Von daher, ich glaube, das ist auch so ein kleines Erfolgsgeheimnis von der DNX, dass immer wieder eine Prise Neues gibt, wo man dann denkt “Scheiße ey, irgendwie will ich das nicht verpassen, wenn da was neues passiert. Ich will dabei sein”. Björn: Ja ganz genau. Aber na gut, das ist bei jedem Produkt so. Vom Auto über weiß der Geier was. Also, Du musst halt immer ne Schippe drauflegen oder Dich komplett neu erfinden. Marcus: Was ich mich frage, wenn ich Deinen Auftritt sehe und auch Deine Selbstbeschreibung im Podcast oder so, dann sprichst Du immer von Internet Marketing. Das Magazin für erfolgreiches Internet Marketing. Björn Tantau, der Internet Marketer etc. pp. Ich persönlich, muss ich Dir ganz ehrlich sagen, verbinde mit Internet Marketing eher spamige Seiten, in denen versprochen wird, wie man ziemlich schnell ohne zu arbeiten ganz viel Geld verdienen kann. Björn: Das stimmt. Marcus: Ist das von Dir bewusst gewählt, weil Du da auf ner Mission bist und sagst, es muss bessere Seiten zum Thema Internet Marketing geben? Weißt Du, dass Du damit aneckst, gerade mit diesem Begriff? Weil für mich war es immer ziemlich einfach dann zu sagen “Okay, die Internet Marketer, das ist halt so ein Klientel für sich. Die haben’s rausgefunden, wie sie ziemlich tricky, um die Ecke gedacht, Geld machen mit anderen Leuten, aber es ist alles nicht so nachhaltig. Für mich passt Du da überhaupt nicht rein, in diesen Begriff. Darum verwirrt mich das immer jedes Mal. Björn: Also meine Webseite hieß ursprünglich auch Online Marketing. Ich habe eigentlich nur beim Podcast bewusst das Wort Internet Marketing gewählt. Das lag eigentlich daran, dass ich persönlich den Eindruck hatte, dass es beim Online Marketing - wie soll ich das sagen - ein bisschen mehr darum ging, eigentlich Methodiken und Abläufe darzustellen, als es wirklich… Also, es wurde nicht so dargestellt, wie es eigentlich sein sollte. Also, Online Marketing beschränkt sich aus meiner Sicht irgendwie auf so ein paar Bereiche. Da gehört SEO dazu und ich seh’s eher technisch. Also Online Marketing war für mich immer so ein Bereich, der eher so technisch ist. Und mit dem was ich halt tue, fand ich, war das dem ganzen nicht mehr so gerecht. Denn selbst wenn Du über SEO sprichst und über technische Sachen, dann glaube ich, ist es letztendlich doch Internet Marketing. Du hast völlig recht, dass in diesem Bereich Internet Marketing auch diese vielen Info Marketeer unterwegs sind. Marcus: Ja genau die meine ich. Björn: Genau die meinst Du. Von denen ich aber dann in den letzten ein, zwei Jahren auch eine Menge Leute kennengelernt habe und Dir ganz klar sagen muss: Da gibt es auf jeden Fall ziemlich viel Schrott. Aber es gibt da ein paar Leute… und wenn Du halt Dich damit beschäftigst, dann wirst Du die auch erkennen, die Leute, die halt tatsächlich Produkte anbieten, die auch tatsächlich mehrwertig sind. Das sind dann halt die, die nicht mit dem Über-Nacht-Reichwerden werben, sondern die, die Dir halt wirklich sagen “Hier, ich stelle Dir einen Plan zur Verfügung. Und wenn Du diesen Plan befolgst, dann kannst Du das und das erreichen”. Letztendlich wie so ein Fitness Coach, weißt Du? Wo Du anfängst und Du willst 20 kg abnehmen und dann kriegst Du halt die Anleitung, wie Du es genau schaffst. Marcus: Perfekt. Björn: Und das machen immer mehr aus der Branche und so mache ich das ja auch. Letztendlich habe ich dieses Thema Internet Marketing bewusst gewählt. Ein bisschen als Abgrenzung vielleicht, weil ich halt selber mit aus diesem Bereich Online Marketing komme. Mittlerweile, wenn ich darüber spreche, dann sage ich auch oft Internet- und Online Marketing, weil ich das beides mittlerweile etwas zusammenfasse. Aber auch bei mir geht’s ja letztendlich darum, dass ich Wissen vermittle. Ich erzähle den Leuten halt die Dinge, wie sie funktionieren und man kann sich bei mir halt inspirieren und ich mache ja auch Ebooks und solche Sachen. Und ich mache Workshops und ich mache Seminare und ich mache Personal Coachings. Das ist ja quasi alles Internet Marketing, weil ich auch da den Leuten ja nicht erzähle “Du musst jetzt unbedingt SEO machen oder Du musst unbedingt Facebook machen”. Den Leuten sage ich ja auch “Nee, bei Deinem Projekt, da ist SEO eigentlich… bringt im Endeffekt gar nix, weil der Markt viel zu klein ist. Mach lieber Affiliate Marketing” - als Beispiel. Und Affiliate Marketing ist natürlich auch technisch, aber fällt für mich auch nicht so in den Bereich Online rein, sondern eher Internet. Weil Affiliate Marketing sich damit befasst, dass Du halt Deine Werbeerfolge dort generieren willst, wo halt die Masse der Verbraucher sitzt. Und die Masse der Verbraucher, die sitzt nicht im Online Marketing, die sitzt im Internet Marketing. Ne? Und deswegen habe ich versucht, diesen Bereich Online Marketing ein bisschen aufzubrechen, also über den Tellerrand zu gucken und dann tatsächlich auch im Podcast erstmals gesagt Internet Marketing. Aber letztendlich bist Du tatsächlich der Erste, der mich darauf anspricht. (Beide lachen) Marcus: Ja, für mich ist das ein Thema, weil wir natürlich auch immer, ab und zu, nicht immer. Aber ab und zu uns mit den Leuten von der Info Marketing Schiene, von der Internet Marketing Schiene, von dem Reichwerden über Nacht, in Berührung kommen. Gerade weil wir so ne große Reichweite haben in diesem ortsunabhängigen Arbeiten Thema. Und da gibt’s ja noch ein paar Leute, die noch ganz am Anfang stehen, die sich dann viele Sachen reinziehen. Und Feli und ich haben so den Anspruch, die Leute auch ein bisschen schützen zu wollen vor Schrott. Und deshalb versuche ich da immer so ne Abgrenzung hinzukriegen, aber merke selber die Grenzen sind einfach fließend. Und wo fängt das eine an? Wo hört das andere auf? Letztendlich nutzen alle irgendwelche Marketing Techniken und es ist halt nicht ganz einfach. Und das nur an den Begriffen festzumachen, habe ich dann wieder bei Dir gesehen, funktioniert auch nicht. Von daher muss da jeder selber, glaube ich, so seine Erfahrungen machen, auch ein bisschen gesunden Menschenverstand walten lassen und überlegen: Kann ich ohne etwas zu tun und ohne Arbeit und ohne Fleiß reinzustecken, wirklich so viel Geld verdienen? Björn: Das geht natürlich nicht. Wer das glaubt, ist ein Idiot. Marcus: Ja, aber es gibt leider immernoch genug Leute… aber ich glaube, da ist der - wie sagt man so - der Wunsch des Gedanken ist irgendwie größer, als dass man bereit ist, die Realität zu erkennen. Man wünscht sich das dann so sehr, dass es so ist und glaubt daran und investiert dann sogar vielleicht - keine Ahnung, wie teuer diese ganzen Kurse sind, aber manchmal kosten die richtig viel Kohle - und ist danach enttäuscht und schmeißt danach vielleicht sogar alle Leute, die im Internet ihr Geld irgendwie verdienen, in einen Topf. Und das ist ein bisschen schade, weil wir haben dagegen immer wieder anzukämpfen und zu erklären und zu sagen “Ey, macht nachhaltige Businesses und man kann im Internet Geld verdienen mit guten Geschichten, mit guten Sachen” aber die haben uns natürlich auch nen scheiß Ruf jetzt, allen Leuten so gegeben. Björn: Ja, einige haben nen scheiß Ruf. Ich persönlich habe branchenunabhängig die Erfahrung gemacht, dass alle die, die sich nicht selber Experte nennen oder sich selber irgendwelche Superlative geben… zum Beispiel, wenn Du Dir mal meine Seite anguckst, da steht nirgendwo, dass ich selber sage, ich sei ein Experte. Das sagen immer nur andere über mich. Und wenn Leute mich fragen, wenn ich hier bei RTL ein Interview gebe und die fragen mich “Wie sollen wir Sie nennen? - Social Media Experte?” Da sage ich immer “Ja, wenn Sie wollen, gerne, aber machen Sie’s irgendwie…”. Also, das ist dann von denen halt. Ich selber würde niemals rumlaufen und sagen “Ich bin ein Experte”. 1.) weil das halt vermessen ist. Es gibt Leute, die haben genau so viel und noch mehr auf’m Kasten als ich und 2.) muss derjenige, der dann quasi meine Dienstleistung in Anspruch nimmt beurteilen, wie gut ich bin. Und wenn der dann sagt “Ja, der Tantau ist ein Experte”, dann ist das super. Aber ich würde niemals sagen “Hier, kommen Sie zu mir, weil ich bin der krasse Experte”. Marcus: Okay cool, dann hast Du vielleicht den Hörern schonmal wieder nen Tip gegeben, was ein Indikator sein könnte. Björn: Und das machen halt viele Leute aus dieser - nicht nur - Internet- sondern auch aus der Online Marketing Branche. Die rennen halt rum und erzählen, wie geil sie sind. Und damit kommst Du halt nicht weit. Wie geil Du bist, das entscheidet sich daran, was Du ablieferst. Das ist beim Sport so, das ist im Wettkampf so, das im Beruf so, das ist auch beim Ebook Verkauf so, als Beispiel. Und wenn Du ein Info Marketeer bist mit nem scheiß Ebook, dann bist Du halt kein Experte. Wenn Du aber einer bist mit nem geilen Ebook, dann bist Du der Experte, wenn andere das von Dir sagen. Aber Du selber solltest das niemals von Dir behaupten, weil dann halten die Dich alle nur für nen arroganten Angeber. Und arrogante Angeber mag man halt nicht. Die Menschen mögen auch meistens alle Menschen nicht, die sich zu sehr selber unter’n Scheffel stellen, aber so das ganz normale, gesunde Mittelmaß. Du musst Dich nicht für nen Gott halten, aber auch nicht für nen Trottel. Irgendwo in der Mitte, für so nen ganz normalen aufgeklärten, halbwegs intelligenten Menschen, der halt ein bisschen was von Online- oder Internet Marketing versteht. Und wenn Du das halt vermitteln kannst, quasi wie Du wirklich bist, diese Authentizität... Marcus: Genau das ist das Stichwort. Björn: Das muss ich Dir ja nicht erzählen. Du bist ja jemand, der ja selber sehr authentisch ist. Dann klappt das auch, weil die anderen es Dir auch glauben. Und wenn sie Dir glauben, dann haben sie viel mehr Vertrauen zu Dir, weil sie halt wissen “Aha, das ist kein Aufschneider, das ist kein Typ, der mich voll labert. Was der macht, das meint der auch so. Und er hat es ja getestet, er ist halt vertrauenswürdig.” Und das ist quasi der Schlüssel beim Info Marketing, beim Internet Marketing, beim Online Marketing. Das ist der Schlüssel dazu, wie Du halt den Leuten vermittelst: Ich habe etwas für Dich, was Du gebrauchen kannst und ich stehe quasi mit meinem Namen und meinem Wissen dafür, dass es in Ordnung ist. Und dieses Vertrauen, was natürlich auch bei vielen Firmen - und das fand ich ja letztes Jahr sehr spannend, als Google dann richtig angefangen hat, also im Bereich SEO, auch die letzten Firmen oder viele Firmen, die noch krass Links verkauft haben und gekauft haben, mal ordentlich in den Sack zu hauen. Da hast Du halt genau gesehen, dass viele Agenturen, die halt so ein Link Business hatten, dass da halt letztendlich die Nachfrager kein wirkliches Vertrauen hatten, weil die haben halt gesehen, ihre Projekte sind irgendwie sofort abgerauscht. Und zack, haben die alle Budgets und Kontingente abgezogen, war ja klar, logisch. Weil sie ja wussten, es ging nicht mehr. Aber das war dann leider eine Vertrauensverlustsache. Die haben halt gesehen: Google hat ein Update gefahren und die haben dann wohl spamy Links mir verkauft und deswegen ist mein Projekt abgerauscht, also mache ich da sofort die Fliege. Und genau das ist der Punkt. Nicht nur Du als Person musst authentisch, auch Du als Unternehmen, als Agentur, als Brand, als Marke musst authentisch sein. Und deswegen gibt es ja Brands, die halt relativ authentisch sind. Ganz im Ernst: kein Brand ist wirklich authentisch, weil’s halt Firmen sind, die von tausenden von Leuten am Laufen gehalten werden. Aber es gibt halt Unternehmen, denen vertraut man mehr und Unternehmen, denen vertraut man weniger. Das behaupte ich jetzt mal so. Und deswegen gibt es auch Unternehmen, die halt einfach beliebter sind und welche, die weniger beliebt sind. Und das ist der springende Punkt. Dass Du halt wirklich so sein musst, wie Du bist. Das musst Du halt wirklich leben und da musst Du auch in Kauf nehmen, dass es da eine gewisse Anzahl an Leuten gibt, die Dich halt scheiße finden. Weil wenn Du authentisch bist, dann eckst Du auch an. Und das ist bei mir ganz genauso. Also, um Gottes Willen, nicht dass bei mir alle rumlaufen “Ah super, der Tantau hat wieder was gebloggt und das ist ja ein krasser Typ” und alle finden mich geil. Nee nee, also ich bekomme schon teilweise Gegenwind, wo Leute halt mich auch als irgendwie, keine Ahnung, jemand bezeichnen, der halt irgendwie nur rumlabert, aber keine Substanz hat. Da muss man halt mit Leben, aber ganz im Ernst: Wenn Du 100 Leute erreichst und 30 sagen, Du bist Kacke und 70 sagen, Du bist cool, dann ist das für mich völlig in Ordnung. Marcus: Ja, also für mich würde schon reichen, wenn Du 100 Leute erreichst und einer sagt dann “Ey, das hat mir geholfen und Du hast das verändert oder ausgelöst oder so bei mir” und 99 sagen, das war Kacke, ich glaube dann ist es für mich schon Wert, den Blogpost live gehen zu lassen. Björn: Letztendlich kann man es auch so krass ausdrücken, ja ist korrekt. Also was ich noch sagen wollte, mit dieser Art ist: Du wirst es halt nie allen Leuten recht machen können, aber auch das habe ich halt oft sowohl bei Agenturen als auch bei Einzelpersonen erlebt, dass sie halt versuchen den Leuten alles recht zu machen. Und bei mir gefällt auch der Punkt, wenn ich halt mit Leuten zusammen arbeite, zum Beispiel bei einem Coaching, und da stellt sich dann heraus im Laufe der - was weiß ich - dritten oder vierten Sitzung, das sind einfach Leute, die passen nicht zu mir. Die nehmen die Ratschläge nicht an, weil sie denken sie wüssten es besser, dann sag ich zu den Leuten so “Das bringt halt nix, wir passen nicht zusammen. Wir matchen als … quasi als Kurator” und “stören mich”. Und dann sag ich den Leuten auch so “Okay, dann beenden wir das hier und gehen Sie woanders hin, da haben Sie halt mehr von Ihrem Geld. Ich habe jetzt keine Lust Ihnen noch 10 Sitzungen hier Geld abzuknöpfen, wenn ich mich damit rumquälen muss”. Das rockt halt nicht. Und da hat auch der andere nichts von. Das muss man den Leuten erstmal klar machen. Manche verstehen es, manche verstehen’s nicht. Aber wenn die Chemie nicht passt, dann kannste den Leuten nichts beibringen, weil sie halt zu Dir kein Vertrauen haben. Und so ist es halt bei allen Produkten. Die Leute kaufen sich auch Autos, weil sie halt einer Automarke vertrauen. Wer halt 50 Jahre lang mit BMW fährt, kauft sich wieder einen BMW. Wer halt im Mercedes gefahren ist, kauft sich nen Mercedes. Weil sie halt wissen, das klappt seit 40 Jahren, da habe ich ein ordentliches Auto und ich werde mir niemals einen VW kaufen, weil den VW, den kenne ich nicht, weiß ich nicht und so weiter. So sind die Menschen halt. Es gibt da eine relativ spannende psychologische Untersuchung, die sich halt mit genau solchen Sachen beschäftigt. Und da musst Du halt letztendlich einsehen, dass wenn Du authentisch bist, Du letztendlich davon mehr hast. Aber wenn Du authentisch bist, hast Du auch immer einen gewissen Prozentsatz von Leuten, die Dich halt nicht mögen und dann Dich komplett ablehnen. Da musst Du halt bereit sein, Dir so ein dickes Fell wachsen zu lassen und das an Dir abperlen zu lassen. Oder halt den Spaß daraus machen und mit solchen Leuten in die Diskussion gehen, was manchmal auch sehr interessant sein kann. Aber letztendlich wirst Du es nie allen recht machen können. Wie gesagt: Vertrauen, authentisch sein, das sind für mich Dinge, die wirklich wichtig sind und damit klappt auch das Business letztendlich besser. Marcus: Genau, ich glaube Authentizität ist ein ganz wichtiges Stichwort und wenn man sich nicht hinter irgendeiner Website versteckt, wo kein Impressum drauf ist oder noch nichtmal ein Gesicht zu sehen ist: Wer steckt überhaupt dahinter? Wer macht da was? Sondern, wenn man bewusst nach vorne geht, auch bereit ist für Interviews, so wie wir es machen. Oder auf Youtube ist oder wie Du, einen eigenen Podcast hat. Ich glaube, man kann sich da nicht 40, 50, 60, 80 Folgen verstellen. Das merken die Leute dann ganz schnell. Und klar, sobald man authentisch ist und auch seine Meinung sagt, eckt man an und dann gibt’s immer Leute, die haben dann komischerweise immernoch genug Zeit zu haten oder zu flamen und zu sagen, dass Du total Scheiße bist und so, aber das macht halt den Unterschied. Der eine kreiert, versucht, macht, tut, muss nicht immer richtig sein, aber ist halt authentisch und die Leute können es verfolgen und die anderen haben nur Zeit, das irgendwie alles Scheiße zu finden und Kacke zu finden. Björn: Ganz genau. Marcus: So genau läuft’s dann auch bei uns, aber das können wir zum Glück aushalten. Authentizität und da sagte ich ja gerade als Beispiel auch: Ein Podcast ist ein super Tool, um Trust und Vertrauen aufzubauen bei den Leuten. Hat der echt Ahnung, worüber der redet? Du hast eben im Vorgespräch noch kurz zu mir gesagt: Du bist schon mega früh dabei gewesen. Du hast schonmal erste Podcast-Gehversuche viel früher gemacht und dann habe ich es so verstanden, dass Du dann wieder aufgehört hast und jetzt erst wieder Gas gegeben hast. Also Dein Podcast ist ja auch, glaube ich, mega erfolgreich. Auf den iTunes Charts sehe ich da immer wieder aufpoppen. Erzähl doch mal, wie das bei Dir gekommen ist, wie Du zum Podcasten gekommen bist. Björn: Nee, ich habe natürlich so einen leichten Audio-Technik Background, weil ich ja, wie ich schon sagte, früher auch als DJ gearbeitet habe und auch ein bisschen Musik selbst produziert habe - in den späten 90ern. Das heißt, deswegen bin ich so ein bisschen Audio-Technik affin. Kondensat Mikrofon und hier Plopkiller und so was, so ein bisschen Schallschutz und ein kleines Mischpult. Ich würde halt jetzt keinen Podcast machen und mir irgendwie für 20,00 € so ein USB Mikro kaufen und dann halt loslegen. Da hab ich schon einen Anspruch. Aber das ist auch jedem überlassen, wie er’s machen will. Das will ich jetzt nicht bewerten. Ich habe dieses ganze Equipment mir irgendwann zugelegt, glaube ich, 2008/2009 oder so, weil ich damals schon, als ich noch Freelancer war, schon eigentlich so ne Podcast Serie geplant hatte, aber wie das halt immer so ist, man kommt dann nicht dazu. Teils aus Zeitgründen oder teils auch, weil irgendwie man … ja letztendlich die Sachen dann irgendwie so verpennt, liegen lässt und letztendlich war es so, dass damals noch der Marco Janck bei der Campixx - wann war das? - 2012 glaube ich, sagte... Marcus: Das ist diese große SEO Konferenz, für die Hörer. Björn: Genau, die SEO Campixx 2012, da sagte er irgendwas von bei Radio for SEO… oder nee nee, so war das: Da war das Radio4SEO Allstar Panel, also alle Moderatoren der damaligen Shows saßen da oben und haben uns das erzählt. Und da fragte ich so, da hatte ich mal ne Frage und meinte so “Marco, warum gibt’s eigentlich keinen Social Media Podcast?” Ne? Na gut, Radio4SEO muss nicht zwingend Social Media sein. Und da guckte er mich halt an und meint so “Ja wieso? Da gibt’s doch einen.” Und so hat er mich quasi dann live rekrutiert und da meinte ich so “Äh, gut okay.” War auch so ein bisschen überfahren und dachte mir “Warum nicht?” Und so habe ich dann erstmal Radio4SEO, dann diese Social Media Schule übernommen einmal im Monat. Und als dann Radio4SEO 2014 dann quasi dicht machte, weil Marco halt sich ja auch ständig umorientiert oder was heißt ständig, aber dann auch gesagt hat “Ich mache jetzt andere Sachen und nicht mehr Podcast”, habe ich dann gesagt “Okay, bevor ich jetzt gar nichts mehr mache, kann ich jetzt endlich mal meinen eigenen Podcast an den Start bringen” und habe dann letztendlich mir erstmal überlegt, wie machst Du das? Und mir war immer klar, dass ich mich halt von diesen ganzen… Es gibt halt viele Podcasts da draußen, wo Leute dann einfach anfangen und dann sagen “Jetzt gehts los blabla” und ich hatte immer so ein bisschen diese Radio Show im Kopf und deswegen habe ich auch diesen lustigen Trailer bei mir drin. Der natürlich absichtlich so überkandidelt ist. Also Leute die mich ansprechen, sagen ja immer “Also Deinen Podcast finde ich ja geil, aber das Intro, das geht ja gar nicht!” Da sage ich immer “Wieso geht das gar nicht?” Und da meinen sie immer so “Ja, das ist ja wie im Hollywood Film und das ist ja total abgefahren.” Und da meine ich “Ja, genau so soll es ja auch sein”. Damit die Leute gleich abgeholt werden. Erstmal BÄM, darum geht’s hier. Es ist schon gedacht, so ein bisschen auf die Fresse, nach dem Motto “Ey, erstmal so, wer ist das denn?” Da spiele ich natürlich so ein bisschen mit diesem Nimbus und dann breche ich auch ein bisschen mit der Regel, die wie ich vorhin gesagt habe, dass man nicht selber angehen soll. Der Trailer meines Podcast ist natürlich, ey, ganz ehrlich: Der geht eigentlich gar nicht, ja. Der ist halt so fett aufgetragen, dass man da auch liefern muss. Aber ich habe mir überlegt, es gibt ja schon relativ Podcasts, auch schon zu dem Thema Online ne? Und da muss man schon irgendwie mal ne Marke setzen, um dann überhaupt gehört zu werden. Glücklicherweise bin ich ja in der guten Situation, dass ich ja … habe ich auch viel Feedback gehört, dass ich halte, was ich durch den Trailer verspreche. Insofern geht das in Ordnung, aber mir war schon bewusst, dass wenn man so ein Format mal an den Start bringt, dass man da halt ein bisschen dick auftragen muss, damit man überhaupt ein bisschen wahrgenommen wird. Ich habe natürlich ein bisschen Reichweite, klar. Marcus: Das war bei mir ja ähnlich. Ich habe ja ein ähnlich krasses Intro, von so nem Truckertypen einsprechen lassen. Und habe dem extra gesagt, mach Ami-Trucker-Style. Hab mir auch noch richtig Mühe beim Cover gegeben, habe da Geld hingelegt für nen super talentierten Sketcher, der mich dann als Comic-Figur gezeichnet hat, weil man muss natürlich dann auch erstmal ein bisschen auffallen, wie Du schon sagtest, wenn man dann da einsteigt. Björn: Genau auf jeden Fall. Und ich habe da auch den Trailer produziert. Ich habe nen alten Bekannten gefragt, der lange Jahre ein eigenes Musiklabel hatte, der jetzt in der Produktion arbeitet. Und der hat gesagt “Geh mal da und da ins Studio und such Dir mal den und den Sprecher” und dann habe ich mir da einfach - nicht für extrem viel Geld, aber Du musst schon was bezahlen - ein professionelles Studio besorgt. Die Mucke habe ich selber eingekauft. Der Sprecher war dann von dem. Er hat ihn dann angesprochen - das ist es jetzt irgendwie kein Kevin Costner Sprecher oder so ein Scheiß ... Marcus: Einer war von Fiver von 5,00 $. (lacht) Björn: Ja genau, so ein ganz normaler Typ, der da halt da was reingesabbelt hat und ich habe den Text geliefert. Und ich habe mich natürlich auch bei meinem Podcast-Intro inspirieren lassen von einem anderen Podcast aus den USA, der es halt so ähnlich macht. Und genau das wollte ich halt auch haben und ich wollte sowas schon immer haben. Einen Podcast auch mit so einem Intro. Und da habe ich mir gedacht “Wenn Du jetzt schon sowas machst, dann aber auch richtig auf die Kacke hauen”. Und so habe ich’s dann gemacht und letztendlich läuft der Podcast in der Tat richtig gut. Du hast es vorhin angesprochen. Das einzige, was mir noch fehlt… Ich habe gerade tatsächlich auch da ein bisschen Zeitprobleme und will eigentlich jetzt ab dem viertel Quartal die Taktung auch erhöhen von einer Show irgendwo dann auf zwei Shows im Monat. Ich muss mal gucken, wie ich das hinbekomme. Aber letztendlich hast Du vollkommen recht, mit dem was Du eben gesagt hast. Ich habe das auch selber unterschätzt. Ich habe ja auch noch ein Videoformat in der Pipeline, weil ich ja Youtube auch immer schon machen wollte. Es ist tatsächlich so, dass Du Dir halt über einen Blog, wo Du viel schreibst, eine relativ große Fangemeinde erarbeiten kannst. Aber tatsächlich habe ich festgestellt, dass man über einen Podcast ganz andere Leute erreicht, als über einen Blog. Und auch viel mehr Leute erreichst. Also zum Positiven. Und ich denke, dass auch das das geile ist von diesen ganzen Leuten, wie LeFloid oder so, die auf Youtube da irgendwie ihre 80 Milliarden Follower haben. Ich glaube, dass je aufwendiger das Produktionsmittel ist und Podcast ist ja schon aufwendiger als Schreiben. Bei Schreiben brauchst Du ja eigentlich “nur” Word oder nen Editor und dann baust Du Wordpress ein und fertig. Aber einen Podcast, wie Du vorhin sagtest, den musst Du erstmal aufnehmen, dann muss der vielleicht geschnitten werden, weil manche ihre ähs, öhs und ühs raushaben wollen. Ich lasse die immer drin, weil’s authentisch ist. Marcus: Ja. Björn: Ich habe halt auch kein Skript. Wir beide labern jetzt ja quasi auch so, als würden wir zusammen ein Bier trinken gehen. Das ist auch das, was für die Leute interessanter ist, glaube ich. Weil die Hochglanzradiosendungen haben sie ja im normalen Radio, wo ja alles …. Marcus: Ja, Stichwort: Authentizität. Björn: Genau, richtig. Aber das glaube ich, wäre auch bei Youtube, ich glaube bei Videos, da musst Du die Patzer schon rausschneiden, weil es da halt was anderes ist, weil die Menschen da halt Dich wirklich sehen. Im Radio sind sie’s vielleicht gewohnt darauf zu warten, dass es weitergeht, weil es ja auch im Radio so Formate gibt, wo Leute auch anrufen, na wie hieß er denn… Domian oder auch äh bei uns hier, bei uns hier in Hamburg gibt es ja NDR und da NDN Fokus, wo es dann Abends so ne Redzeit gibt, so total geil. Da werden immer Leute eingeladen zu total wichtigen Themen, was weiß ich, so irgendwie so Schulpolitik oder äh äh keine Ahnung, Hartz IV blabla. Also so richtig wichtige Theme, wo dann halt Experten, also von den Leuten dann Experten eingeladen werden. Irgendwelche Wissenschaftler und Politiker. Und da kannst Du als Hörer halt anrufen und da Fragen stellen. Und wenn die halt diese Hörerfragen beantworten im Radio, dann reden sie dann auch ganz normal. Dann hast Du auch mal ein äh oder ein Räuspern drin. Das wird auch nicht geschnitten, weil es auch Live on Air ist quasi. Also dieses Format Podcast ist nicht so clean wie zum Beispiel das Format Radio ist und das ist, glaube ich, auch das, was die Leute gut finden. Und wenn Du halt es dann schaffst in diesen Podcast noch wirklich, wie ich das auch mache… ich mache ja nicht nen Podcast, wo ich dann so erzähle - keine Ahnung - heute war ich einkaufen bei hier Toom oder was. Oder heute habe ich ein Regal gebaut oder heute war ich Rasenmähen. Ich erzähle ja den Leuten, was sie machen können, um ihr Business nach vorne kommt, weil alles andere macht für mich jetzt auch keinen Sinn. Und wenn Du das halt durchziehst, dass Du halt so ein Format machst, was tatsächlich ein bisschen so kumpelmäßig rüberkommt oder entspannt und dann es schaffst in dieser entspannten, vertrauten, ne? wieder vertraute Atmosphäre… In dieser Atmosphäre es schaffst dann wirklich Content rüberzubringen, der halt wirklich sinnvoll ist, nützlich, ein Problem löst, nen Wert bietet, dann glaube ich, kommt das bei den Leuten sehr gut an und was ich immer versuche einzuhalten, ist diese halbe Stunde im Podcast, weil halbe Stunde halt dieser klassische Wert ist, den der deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich auf dem Weg von und zur Arbeit mithört. Das heißt, wenn Du einen Podcast - das was Du machst, dieses Interviewformat, das ist meistens nicht zu schaffen in ner halben Stunde, weil …. Marcus: Ja, also wir sind jetzt schon bei 1:06:00 (lacht) Björn: Ähm, genau ähm. Aber gut, die Leute können ja entscheiden, ob sie’s dann hören wollen. Aber wenn Du halt so nen rein Infotainment Podcast machst, dann musst Du auch damit rechnen, dass die Leute halt so nach 20 Minuten einfach aussteigen, weil es einfach zu viel Input ist. Das ist wie, wenn Du zu ner Konferenz gehst oder zu nem Workshop. Da bist Du auch irgendwann durch. Also kein Mensch kann irgendwie wirklich bei so nem Thema, wo es darum geht, dass Du wirklich Wissen aufsammeln sollst, was Du weiter verwenden sollst, für Dich, damit Du Fortschritte machst. Kein Mensch kann ne Stunde da aufmerksam zuhören. Bei so nem Interviewformat ist es was anderes. Das ist ja auch so ein bisschen Unterhaltung. Die Leute hören Dir auch zu so und wir reden ja jetzt nicht über irgendwelchen krassen Tipps, wie Du jetzt auf Facebook da von heute auf morgen irgendwie 10 Milliarden Visitor oder Follower bekommst. Wir reden ja eher so über allgemeinere Sachen. Das ist ja auch dann so dieser Reiz eines Interviewformats. Da klappt das. Aber ich persönlich versuche immer diese halbe Stunde einzuhalten. Weil das halt der Weg ist, den die Leute leicht und schnell nebenbei konsumieren können. Und außerdem: ich weiß nicht, ob das auch von Tim Ferris stammt, aber es stammt von einer dieser US-Leuten, die ich ja auch immer alle höre, wie Pat Flynn, Amy Porterfield und direct help bei mir leisten. Die haben gesagt, dass der Podcast halt ein intimes Medium ist. Wenn man sich jetzt fragt: Warum intim? Das stimmt wirklich. Der Podcast wird ja, und das wirst Du in Deinen Statistiken ja auch sehen, wird ja zu 80% via iTunes konsumiert. Das ist ne klare Sache. Also auf dem iPhone. Und natürlich klar. Die Leute hören Dich dann auf dem Weg zur Arbeit, aber sie hören Dich vielleicht auch abends vorm einschlafen im Bett. Marcus: Jaja. Björn: Ne? Und das meint er mit intimes Format. Kein Mensch nimmt seinen Laptop mit und ließt abends noch irgendwie Spiegel Online. Gut, viele gucken sich vielleicht Spiegel Online abends an oder gucken sich noch irgendwie Game of Thrones auf’m Tablet an oder Walking Dead oder weiß der Geier was. Das ist auch intim, aber dieses Podcastformat, wo Du tatsächlich sprichst mit den Leuten, das ist nochmal was anderes als wenn Du Dir eine TV-Sendung konsumierst oder als wenn Du einen Artikel liest. Da spricht jemand mit Dir. In dem Fall zweideutig. Das heißt wir beide unterhalten uns jetzt, aber wir sprechen mit Dir und erzählen Dir was bevor Du schlafen gehst. Und die haben Dich dann quasi im Bett dabei. Und in der Tat: Das ist intim zu sein mit Deinem potentiellen Publikum. Ist natürlich nicht intim im klassischen Sinne, aber dieses Wort intim hat auch der Kollege so gewählt, dass man damit auch dann dieses ganze Prozedere sichtbar macht und es klar macht. Ja klar, die Leute nehmen Dich mit ins Bett, setzen sich ihre Kopfhörer ins Ohr und hören noch irgendwie ne halbe Stunde hier ähm Deinen Podcast, meinen Podcast oder genau, LifeHackz oder meinen oder hören den von Gordon oder weiß der Geier wer da noch alles am Start ist.  Und das ist schon was besonderes. Marcus: Absolut. Björn: Aus dem Grund denke ich, dass dieses Format so spannend ist und aus diesem Grund glaube ich auch, dass Podcasting zurzeit wieder eine kleine Renaissance erlebt. Weil gefühlt für mich: Man hat immer mehr. Das war vor einem Jahr noch nicht so. Marcus: Nee, auf keinen Fall! Und es gab ja glaube ich schonmal so Ende… also 2008, 2009, 2010 glaube ich schonmal in Amerika so. Da hast Du ne Welle von Podcasts. Das hatte dann wieder abgenommen und gut gefühlt hat das so seit einem Jahr dann wieder Fahrt aufgenommen. Als dann auch Tim Ferris regelmäßig angefangen hat zu podcasten und bei uns ja jetzt in Deutschland seit, keine Ahnung, auch gefühlt seit nem halben Jahr. Und gerade in Amerika gibt es ja auch krasse Beispiele, dass Podcasting immer mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommt, als dass ein Barack Obama glaube ich auf nem privaten Podcast war. Der Schwarzenegger war bei Tim Ferris aufm Podcast. Björn: Ja, das war geil. Marcus: Das war ne richtig geile Episode und gerade in diesem Interviewformat, wenn man so ein bisschen plaudert, kriegt man glaube ich mitunter viel mehr aus den Leuten raus, als wenn Du vor nem Skript stehst und dann genau durchgehst, welche Fragen werden gestellt. Du gehst dann in die Maske, wirst gepudert und hast dann nen Fernsehauftritt irgendwo. Insofern finde ich es ist, glaube ich, auch ein richtig starkes Format und bin gespannt, was da noch alles passiert. Björn: Genau, da musst Du natürlich auch bereit sein für so was. Also, Du musst wissen, dass wenn Du zum Beispiel einen Politik-Podcast hättest und Du hättest da irgendwie - keine Ahnung - hier… äh… wen nehmen wir denn mal? Ähm, hier unseren Olaf Scholz hier aus Hamburg den Bürgermeister zu Gast. Der wird natürlich mit Dir vielleicht einen netten Plausch halten ohne Skript, aber die meisten sind ja alle rhetorisch 1005 trainiert. Der wird natürlich genau wissen, was er sagt und den würdest Du auch nicht aufs Glatteis führen können. Ich meine, das versuchst Du ja auch nicht, aber nur als Beispiel: Wenn Du einen Politik-Podcast hättest, dann würdest Du vielleicht versuchen aus den Leuten was rauszukitzeln, was sie halt anderswo nicht sagen. Marcus: Ja. Björn: Und das ist auch wieder der Reiz des Podcast, dass die meisten Leute das tatsächlich auch da wieder authentisch benutzen, spontan und halt nicht mit Skripten arbeiten. Ich persönlich bin ja ein riesen Fan von Amy Porterfield und die hat ja ihre ersten, ich glaube, 10, 15 Podcasts in den USA wirklich so gemacht: Die hat das geskriptet. Die hat genau aufgeschrieben, was sie halt erzählen will und das vorgelesen. Und nach der 15. oder 16. Episode hat sie dann gesagt “So Leute, die Kritik, wo Leute sagen, Dein auswendiggelernter Podcast, der ist inhaltlich gut, aber er klingt total Scheiße”. Dann hat sie dann gesagt “Ab jetzt erzähl ich einfach so”. Weil sie einfach gemerkt hat, dass die Leute dieses Aufgesetzte halt erkannt haben. Sie haben erkannt durch die Aufnahme, dass es halt abgelesen ist. Und sie hat gesagt, das wollten die Leute, die sie gehört haben nicht, weil man ganz offensichtlich im Radio vielleicht so kennt. Das Radio versucht immer lustiger und entspannter zu werden, dass die Moderatoren immer mehr quatsch machen morgens in der Morning Show und deswegen authentisch wirken wollen. Weil es ist ja dieses Problem, wie mit Instagram und den Modezeitschriften, wo mich immer Leute fragen “Mensch, warum ist denn Instagram so erfolgreich?” Und diese ganzen Instagram Mädels, die sich da in ihren neuen Gucci-Latschen da fotografieren lassen. Dann sage ich immer “Ja, weil’s authentisch ist”. Und andere 19 Jährige Mädchen können sich mit denen identifizieren. Dann sagen die immer so “Ja aber wir haben doch die Modezeitungen”, dann sage ich “Ja aber die Modezeitungen sind aber nicht echt. Das sind inszenierte, gestellt Fotos, die von Modefirmen beauftragt wurden. Und Instagram sind halt überwiegend Leute, die tragen halt so Adidas Sneaker, weil sie’s geil finden”. Marcus: Ja und es sind dann auch Leute wie Du und ich. Also Menschen können sich viel besser, gerade die Jugend jetzt, die Teenager die da nachkommen und Generation Why, die können sich viel besser mit den Leuten identifizieren, die nicht so polished sind und nicht in der Maske waren und vielleicht auch mal nen Pickel haben oder auf Youtube im Vlog und jeden Tag aus ihrem Leben berichten und da geht auch nicht alles gut, aber das ist einfach authentisch und mal sind die fertig und haben nen Hangover. Und dann machen die trotzdem ihren Vlog. Björn: Und das versucht ja das Fernsehen krampfhaft zu kopieren mit ihren skripted Reality Shows und ähm… ich weiß nicht, inklusive Dir, von den Zuhörern jetzt Fan von solchen Sendungen ist, wie jetzt “Berlin - Tag und Nacht”, keine Ahnung. Wenn man mal durchzappt und es mal sieht, dann sieht man schon, dass es halt nicht echt ist. Man sieht’s einfach. Weil die Leute einfach… das sind halt Laien-Schauspieler, wenn überhaupt. Meist sind das ganz normale Leute und die Story ist manchmal ganz witzig, was die da so machen. Aber letztendlich siehst Du, dass es nicht echt ist und nach drei, vier Minuten, bist Du auch… also bin ich davon gelangweilt. Also das bin ich selbst, wenn ich das beim zappen sehe. Nach drei, vier Minuten muss ich umschalten, weil es halt einfach… Ja, es reizt halt nicht, weil man weiß genau, der TV-Sender will Dir irgendwas vorspielen. Und die meisten Leute lassen sich halt nicht gerne verarschen. Ich habe immer das Gefühl, dass viele Leute auch im Marketing und Werbung immer denken, dass die Leute alle total dämlich sind und Du denen alles vorschmeißen kannst, was Du willst. Du kannst den Leuten ne Menge geben und viele nehmen’s ja auch auf. Aber die Leute merken ziemlich schnell, wenn sie für dumm verkauft werden sollen. Und das geht durch alle Schichten, durch alle Altersgruppen und das funktioniert eigentlich fast nie. Deswegen sind solche Sendungen auch nicht lange oder ewig erfolgreich. Marcus: Ja, und am besten vielleicht gar keinen Fernseher mehr haben, so wie ich, dann musst Du Dir diesen Müll gar nicht mehr angucken. Björn: Ja gut, also Fernseher abschaffen finde ich jetzt etwas drastisch. Also ganz ohne Fernseher möchte ich nicht leben. Aber ich merke selber, dass ich natürlich vom linearen Fernsehen immer mehr abdrifte und mein Programm selber zusammenstelle. Marcus: Wollte ich gerade sagen. Also dieses Konsumieren on Demand, wenn Du da Bock drauf hast, ich glaube, das ist irgendwie der neue Trend. Dass die Leute sagen so… Björn: Was ich sehen will so. Also Netflix und Co. oder auch mal nen Film bei iTunes mal runterladen, also ausleihen. Die gute alte Videothek braucht man ja nicht mehr. Das ist halt das was ich halt mache, aber ich gucke fast…. Also ich muss zugeben, als jemand, der halt schon 40 Jahre alt ist und mit Stefan Raab quasi aufgewachsen… ich gucke immernoch ganz gerne TV Total und deswegen wird er mir auch sehr fehlen, wenn er damit aufhört. Das meine ich wirklich ernst, weil ich immer die viertel Stunde Standup Comedy, die er zu Anfang macht, immer sehr witzig finde, bei Stefan Raab. Das ist auch nicht jedermanns Sache, das ist Geschmackssache, aber das finde ich immer sehr witzig. Aber ansonsten, außer vielleicht mal ne Weltraumdoku auf n-tv, so nachts um 2.00 Uhr, fällt mir nicht mehr viel ein, was ich noch im linearen Fernsehen gucke. Eigentlich mittlerweile schon fast nicht mal mehr Nachrichten, weil da auch immer dasselbe ist und die Nachrichten halt auch versuchen müssen, immer noch dramatischer zu berichten und immer noch einfühlsamer zu berichten, weil man sonst halt nicht mehr einschaltet und dann muss ich sagen, dann lese ich’s lieber auf meiner Nachrichten App. Weil da steht es meistens etwas weniger gewertet und da ist etwas mehr Objektiv drin. Ähm ja, ich suche mir dann halt die News, die mich interessieren selbst zusammen. Und der Trend wird halt immer krasser und ich sehe auch nach wie vor nicht, dass die TV-Sender da irgendein Rezept dagegen haben. Marcus: Das ist echt krass, was die an Kohle verbrennen und Aufwand betreiben, um so nen Sender am Laufen zu halten oder überhaupt ne Sendung zu produzieren. Feli und ich waren ja letztes Jahr bei Stern TV Live in der Sendung und alleine, wenn Du mal überlegst, das wir jede Woche ausgestrahlt und wir hatten da glaube ich fünf oder sieben Minuten Liveauftritt und dann hatten wir noch ne kleine Doku dazu von zehn Minuten oder so. Aber was die für nen Aufwand betrieben haben für dieses kleine Stück von uns beiden, was dann ein Viertel von der ganzen Sendung war, die jede Woche passiert. Aber angefangen von dem ganzen Produktionsteam in Berlin, von dem Chauffeur, der uns am Flughafen abgeholt hat, plus die Unterkunft, plus irgendwie danach gab’s noch ein dekadentes Essen und so’n Buffet und so. Und dann denkst Du: Ey Alter, es ist doch so klar, warum die keine Kohle mehr haben oder warum die echte Probleme haben”. Da kommt ein Youtuber, der kauft sich ne Go Pro oder kriegt die vielleicht noch geschenkt zu Weihnachten und hat dann 10 Mal mehr Zuschauer als so aufwendig…. Björn: …..also ein bisschen Kohle haben die ja noch, aber es wird halt immer schwerer. Und ich weiß genau, was Du meinst. Also ähm, ich bin ja gelegentlich mal bei irgendwelchen Nachrichtensendungen. Erst letztens war ich wieder … Anfang August war ich bei RTL hier, RTL Nord Live für’s Regionalfernsehen. Marcus: Mh. Björn: Da ging es halt um Instagram. Und dann sitze ich da halt mit ner netten Voluntärin, der, der mich interviewt, ein Kameramann, ein Tonmann. Ne? Bei RTL hier in Hamburg im Straßenbahnring. Sitze ich da. Und diese drei Personen müssen halt alle ne halbe Stunde arbeiten. Also nur für die Aufnahme. Also haben wir schonmal 90 Minuten Arbeitszeit, die schonmal irgendwie erwirtschaftet werden müssen. Und letztendlich hat die Frau, also diese Instagramerin noch begleitet und ich war quasi nur derjenige der erzählt hat, warum Instagram halt so interessant ist. Aber letztendlich ging die Story um diese Frau. Ich habe also mein Interview gemacht. Unabhängig davon, dass von meinen sieben, acht Minuten, die ich erzählt habe, zehn Sekunden übrig geblieben sind - ist ja immer so im Fernsehen - war der gesamte Artikel glaube ich zwei Minuten lang. Und für diese zwei Minuten im Regionalfernsehen, wo Du halt auch natürlich Reichweite hast. In Hamburg _______________, aber hast halt nicht so viel, wie bei Stern TV jetzt bundesweit. Oder wie ich bei der Tagesschau damals oder bei RTL oder im ZDF. Aber die haben da so einen Aufwand betrieben für diese 120 Sekunden, wo ich mir nur denke so “Äh...ja” Ihr habt da jetzt eine Instagramerin vorgestellt. Da war ein “Experte” von denen so benannt, der erklärt hat, was Instagram ist und das war es dann. Den kannst Du Dir in der Videothek angucken ein paar Wochen und das ist auch alles fein und super und es hat auch seinen Mehrwert. Aber letztendlich, drei Leute haben mich dann betütelt und diese Voluntärin musste dann ja noch diese Instagram Frau interviewen. Mit der sind sie unterwegs gewesen da in Eppendorf und haben da Fotos gemacht. Und da waren ja auch wieder der Kamera- und Tonmann mit und wahrscheinlich noch ein Lichtmann, weil sie draußen waren, keine Ahnung, weiß ich nicht. Marcus: Und noch ein Regieassistent und noch ein Regisseur... Björn: Und noch ein Typ Also Summasummarum haben glaube ich an diesem Beitrag irgendwie drei Leute ne Woche gearbeitet. Also ich weiß nicht, wie das beim Fernsehen läuft mit den Werbeeinnahmen aber da muss schon ziemlich viel Kohle reinkommen, um so was bezahlen zu können. Marcus:  Hab ich mir auch gedacht, hab ich mir auch gedacht. Ganz ehrlich… aber ja. Björn: Oh ja, aber noch scheint’s ja zu funktionieren. Ich seh’s halt jetzt auch noch nicht so kritisch mit dem TV, aber ich glaube so in 10, 15 Jahren werden die richtig…. also ich sehe es mal an ProSieben. Ich finde ProSieben macht es richtig, als Beispiel. Die machen halt sehr viel Entertainment, sehr viel Filme, sehr viel auch mit Blockbuster und haben halt auch nebenbei immer den Drive auch Online Krieg zu machen. ProSieben macht’s ja auch bei Twitter, ist immer sehr amüsant, wenn da zum Beispiel “Schlag den Raab” läuft. Die glaube ich werden noch als erste da ordentlich mitgehen. Und ich glaube die anderen TV-Sender, vor allem die öffentlich rechtlichen, ich glaube, die hoffen einfach nur, dass diejenigen die jetzt digital native sind, die jetzt irgendwie um die 20 oder 30 sind, dass die halt später, wenn sie halt 60 sind, auch nen Fernseher haben, weißte? Um dann halt wieder zu den Stammzuschauern zu werden, die ja…. da musst Du ja sehen: ARD ist ja…. muss man ja leider so konstantieren, das sind ja die 55+ Leute, die halt dann auch so was gucken, wie “Stars in der Manege” oder so. Wie gesagt, ich will keinen angreifen, aber ich find’s Scheiße. Ist meine persönliche Meinung. Oder auch so was wie “Musikantenstadl” und all so nen Kram, ne? Da frage ich mich immer so, wieso zahle ich eigentlich da GEZ Gebühren oder wie heißt das - Rundfunkgebühren. Aber es gucken viele Menschen, sind aber halt dann 60+, ne? Und ich glaube diese TV-Sender, die sitzen das einfach aus und hoffen, dass irgendwann die Leute sagen “Oh hier so äh, Internet ist mir jetzt zu stressig, ich gucke jetzt doch lieber Fernsehen”. Marcus: Ja genau, die hoffen vielleicht, dass das Internet irgendwann wieder vorbei ist oder so. Björn: Oder dass Leute davon genervt sind - keine Ahnung. Aber letztendlich, ich finde ProSieben macht da viele Sachen richtig. Oder auch, das musst Du ganz klar sehen, Big Brother auf Sat1, auch wenn das Format abgrundtief daneben ist, wie sie das ganze Online begleiten, wenn man sich das mal genau anschaut: Das ist schon nicht schlecht. Also da haben die schon ein bisschen Hausaufgaben gemacht und machen das ziemlich gut. Wie gesagt, ProSieben, Sat1, die sehe ich da bei allen noch in der besten Situation, dass die da ein bisschen Gas geben und ich glaube, die werden das ganz gut hinbekommen. Alle anderen … ja, da muss man gucken, wie das so läuft. Aber ich muss auch sagen, das ist meine persönliche Vermutung. Ich bin da jetzt so tief nicht drin in diesem ganzen TV-Mist. Marcus: Ich gar nicht mehr. Björn: Dass ich dazu jetzt wirklich einem was sagen könnte, das ist wirklich mein persönlicher Eindruck jetzt von außen. An all die Zuhörer, so ein kleiner Disclaimer: Ich bin nicht im TV Geschäft tätig. Marcus: Wollte ich gerade sagen: Dann lass mal lieber auf andere Themen gehen. Björn: Ich kann mich dazu nur aus Konsumentensicht äußern. Marcus: Okay cool, also ich finde auch, es gibt viel spannendere Themen, als das ganze TV und irgendwelche Sender. Aber ganz cool mal Deine Expertise dazu zu hören. Wir sind jetzt schon bei 1:22:00 dran. Schon weit über die halbe Stunde. Dann müssen die Leute glaube ich drei Mal hin- und herfahren bis sie die komplette Folge gehört haben. Deshalb, meine letzte Frage an Dich: Wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus und hast Du irgendwelche Routinen? Björn: Ähm ja. Ich versuche mich an Routinen zu halten, weil Routinen vor allem für projektbasierte Arbeit ziemlich gut sind. Wenn Du eine Liste hast, die Du abarbeiten kannst mit Sachen, die immer gemacht werden müssen, dann bist Du schneller fertig und kannst dann am Ende Dich mit Sachen beschäftigen, die vielleicht Dir leichter von der Hand gehen. Deswegen neige ich dazu, Dinge die dringend gemacht werden müssen und die mir auch nicht so leicht von der Hand gehen, immer nach vorne zu schieben. Letztendlich ist meine Tagesroutine grob gesehen so: Ich fange logischerweise morgens an, nachdem ich den Nachwuchs an diversen Örtlichkeiten abgegeben habe, also Kindergarten, Schule etc. Marcus: Das machst Du selber? Björn: Ja ja, meine Frau und ich teilen uns das, nur meine Frau muss meistens früher anfangen zu arbeiten, deswegen an den Tagen, wo sie arbeitet mache ich das dann. Aber ich bringe auch meine Kinder gerne weg, weil das immer morgens ganz witzig ist, Schule und Kindergarten zu sehen. Weil das immer ganz witzig ist, wenn Du die ganzen Kleinen da rumlaufen siehst. Aber äh, ich bin trotzdem um 9:00 Uhr voll auf der Matte und alles kein Thema. Und dann mache ich mich in der Regel immer erstmal auf die Suche nach Content und gucke, was gibt es neues. Weil das ist ja quasi mein Potential, mit dem ich halt ja auch handle und von dem ich lebe. Dass ich halt versuche auf dem Laufenden zu bleiben und darüber auch dann berichte, nachdem ich es ausprobiert habe. Also ich schaue mir erstmal an, was gibt’s neues? Und wenn da Sachen dabei sind, die interessant sind, dann werden die erstmal alle markiert. Marcus: Über nen Feedreader oder wie machst Du das? Björn: Alles mögliche. Ich gucke bei Twitter rein, ich gucke bei Feedly rein, ich klappere wichtige Ami-Blogs ab, so was wie 9 to 5 Mac oder hier wie heißt die? die Adweek oder Social Times, sowas klappere ich alles händisch ab und gucke, was gibt’s da neues? Hab aber auch meinen Newsfeed und gucke mir Google News Alerts an, alles mögliche. Ich schaue bei Facebook rein, schaue bei Twitter rein, was gibt es da so? Und das sind so die einschlägigen Seiten. Ich gucke jeden Tag einmal auf Social Media Examiner auf. Das ist die große Seite aus den USA von Mike Stelzner, die ich sehr empfehlen kann und schaue auch bei deutschen Blogs vorbei und gucke was es da halt so neues gibt. Und gucke dann, ob da Sachen sind, die potentiell interessant wären sowohl bei mir auf der Seite als auch auf der Seite von Facelift, weil dort im Marketing mache ich ja unter anderem das Content Marketing schwerpunktmäßig und da bloggen wir ja auch. Gucke aber natürlich auch, was gibt es sonst so für Themen, die man benutzen kann und beschäftige mich dann letztendlich mit dem Marketing für Facelift. Mache da Pressearbeit und solche Dinge. Bereite mich auf irgendwelche Termine vor, schreibe Präsentationen für Speakings oder für interne Sachen. All solche lustigen Dinge mache ich da. Und dann schaue ich mir an, was gibt es noch so an anderen Dingen und als klassischer Sidepreneur, wie es so schön heißt, schaue ich dann, was kann ich von diesen Content Sachen für mich selbst benutzen, die ich dann letztendlich nach der Arbeit verhackstücke. Und ich kriege immer die Frage, wie ich das immer so mache. Es ist tatsächlich so, dass ich nach irgendwie zehn Jahren, in denen ich jetzt mit schreibenden Publikationen zu tun habe, die ich selber veröffentlicht habe, dass ich halt tatsächlich relativ schnell schreiben kann mittlerweile. Also so ein längerer Text dauert bei mir nicht so lange, der ist relativ schnell gemacht. Deshalb habe ich halt noch relativ die Zeit, um das zu machen. Ansonsten beschäftige ich mich tatsächlich relativ viel mit Content. Wir gucken uns immer an, welche Marketingmöglichkeiten können wir für unser Produkt verwenden und gucken uns dann an, was kann gemacht werden? Ja und dann ist so ein Tag auch relativ schnell wieder rum. Ich beschäftige mich dann noch mit solchen Dingen, wie eigene Podcasts aufnehmen, versuche weiterhin Produkte konzeptionieren und zu produzieren, wie Ebooks oder Videokurse und nehme dann auch abends oder am Wochenende auf Termin gelegentlich die Zeit dann ein paar Personal Coachings zu machen, wenn da Kunden am Start sind. Ansonsten Speakings und sowas mache ich natürlich als Facelift Mitarbeiter und versuche natürlich solche Speakings zu machen, wo ich dann auch das Produkt ein bisschen präsentieren kann, damit da entsprechend auch ein bisschen Leads reinkommen, sonst macht es ja keinen Sinn. Aber letztendlich ähm, ist der Tag halt von Content geprägt und deswegen habe ich da jetzt nicht ein so starres Muster. Es sei denn, es sind wirklich so Sachen, die administrativ verhacktstückt werden müssen. Marcus: Mh cool. Sauspannend, das war jetzt ein krasser und guter Rundumschlag zum Thema Online Marketing, Internet Marketing, Schlag-mich-tot Marketing aus über 20 Jahren und gerade auch was aktuell angesagt ist. Vielen vielen Dank in den Norden nach Hamburg. Björn: Du, sehr gerne, hat mich sehr gefreut! Marcus: Und ja… Wenn ich wieder in Berlin bin, treffen wir uns wieder auf ein Bierchen und quatschen über alles weitere. Viel Erfolg noch mit Deinem Podcast! Björn: Das machen wir. Danke, Dir auch! Marcus: Und wir hören uns, danke Björn! Björn: Alles klar, jo danke, tschöö! Marcus: Ciao Wow, das war glaube ich eine der längsten Folgen ever, mit dafür umso mehr Input und Know How. Ich hoffe, es war in Ordnung für euch. Mir hat’s auf jeden Fall mega viel Spaß gemacht und wenn euch LifeHackz gefällt, hinterlasst mir doch iene Bewertung auf iTunes oder schreibt mir an marcus@lifehackz.de. Schickt mir eine Sprachnachricht über www.lifehackz.de oder hinterlasst mir einen Kommentar auf einen der Folgen. Ich freue mich auf’s nächst Mal- Bis dann, peace and out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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  • Jan Lenarz ★ Wie baue ich ein nachhaltiges und veganes Online Business auf?

    · 00:42:47 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Jan Lenarz von Vehement Das ist die LIFEHACKZ Show Folge Nr. 32! Ladies and Gentlemen, welcome to a new episode of the LIFE HACKZ Show. Live from Chiang Mai, Thailand, Punspace Coworking Space. Der heutige Gast der Show ist ein Jungunternehmer, Jan Lenarz, der eine vegane und nachhaltige Kampfsportmarke aufgebaut hat. Er vertreibt seine Handschuhe, Schienbeinschoner, MMA Grabbing Handschuhe online über einen Shop und internationalisiert gerade nach USA. Sauspannend das alles! Nach dem Lean Startup Approach und ohne fremdes Kapital, komplett gebootstrapped von seiner Kinderzimmerwohnung aus. Grund genug ihn auf den Podcast zu holen. Checkt das sauspannende Interview aus! Und das Interview wird heute präsentiert von dem Five Minute Journal. Das Five Minute Journal ist ein  Tagebuch, das man morgens für drei Minuten ausfüllt und abends für zwei Minuten, sodass Du bei fünf Minuten bist. Und wenn Du das regelmäßig tust, verhilft Dir das zu einer achtsameren und bewussteren und positiveren Einstellung zum Leben. Also Check it out unter www.fiveminutejournal.com und jetzt viel Spaß mit der heutigen Folge mit Jan Lenarz! In dieser Folge lernst du: Wie Du zu mehr Selbstbewusstsein kommen kannst. Wie Du mit Deinem Produkt organisch wachsen kannst. Warum man besser joggen gehen sollte, wenn man gerade nicht weiterkommt. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 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Jan: (grinst) Dann bin ich in Berlin, da ist mein fester Wohnsitz. Marcus: Genau. Und ich bin auf Dich aufmerksam geworden, ich glaube über einen Artikel, wo es auch um soziales Unternehmertum ging, um Social Entrepreneurship. Und ähm, da ist mir der Satz “Destroy your enemies, not your planet” voll in die Augen gestochen. Vielleicht erklärst Du mal, was dahintersteckt und inwiefern das mit Dir zusammenhängt und mit Deinem Business. Jan: Hm, genau. Das ist unser Slogan von meiner Kampfsportmarke Vehement. Wir machen nachhaltige und faire Kampfsportausrüstungen und ähm, also es ist nicht so gemeint, dass man alles seine Feinde wirklich zerstören soll. Es geht viel um die inneren Dämonen, die man bekämpfen soll, was man halt beim Kampfsport sehr gut machen kann. Und deswegen… und die Erde nicht zerstören, genau, klar. Weil wir eben nachhaltig sind und auch auf Umweltschutz achten und soziale Standards in unseren Fabriken haben. Marcus: Ja, ich interessiere mich ja selber auch für Kampfsport und kenne ja jetzt auch einige andere Brands. Und ehrlich gesagt, ist mir der Ansatz bisher gerade in Verbindung mit Kampfsport auch noch nie so untergekommen. Wie bist Du auf die Idee gekommen, die beiden doch vielleicht etwas konträren Welten miteinander zu verbinden? Vielleicht sind sie ja auch gar nicht so konträr. Jan: Genau, man denkt ja immer… das klingt auch ein bisschen schräg, das gebe ich zu (grinst), aber das ist bei Kampfsport auf jeden Fall nicht so, dass es da nur um Schlägertypen geht. Das kennst Du ja wahrscheinlich auch, wenn Du Dich damit beschäftigst und dann ist es einfach eine sehr ganzheitliche Sportart. Gerade viele asiatische Kampfsportarten haben diese Einheit von Natur und Mensch schon in ihrer Philosophie mit drin, ne? Es ist gar nicht so weit ab. Ich habe einfach gesehen, so im Alltag, im Studio, beim Training… die ganzen Leute, das sind alles Leute, die auf so etwas achten. Also, denen ist die Welt nicht egal. Klingt erstmal als Widerspruch, aber ist es gar nicht. Also, Nachhaltigkeit ist in der Szene ein sehr großes Thema. Marcus: Ja, also ich selber mache Krav Maga zum Beispiel in Berlin, wenn ich dann mal wieder in der Homebase bin und muss sagen, die Leute, mit denen ich dort trainiere sind alle sehr nachhaltig und durchdacht unterwegs und eben nicht diese stumpfen Schlägertypen. Ich glaube, die würden’s auch nicht lange da aushalten bzw. dann auch entfernt werden aus dem Training. Was für einen Background hast Du in Sachen Kampfsport? Jan: Ich habe selber vor zehn Jahren mit Muay Thai, also Thaiboxen angefangen. Damals noch in Hamburg in der Roten Flora, also in dem besetzten Kulturzentrum mitten in der Schanzer. Da noch relativ archaisch in nem kleinen Trainingsraum ohne Trainer, hat man sich da so ein bisschen gehauen (grinst). Das war noch ein bisschen wild. Habe dann angefangen wirklich in Studios zu gehen, in gute Vereine und das so ein bisschen professionalisiert. Ich mache das aber auch selber, wie viele andere auch, nur als Hobby. Also ich bin Amateursportler und mache keine Wettkämpfe. Für mich ist das einfach ein guter, oder der perfekte Ausgleich zum stressigen Alltag und so geht es vielen anderen Leuten halt auch ne? Marcus: Ja. Ich kann auch jedem nur empfehlen, wer es noch nicht ausprobiert hat und vielleicht ein bisschen Bedenken hat, was da in so einem Verein abgeht oder dass es nur darum geht, den anderen auszuknocken oder zu verletzen, das ist überhaupt nicht der Fall. Und hatte jetzt auch schon den Nick Hein hier auf’m Podcast oder den Aristo Luis, der K1 Boxer ist, und muss sagen das sind alles super, super patente Kerle. Die sind echt gut drauf und die haben ja auch nochmal jeden motiviert, dem vielleicht ne Chance zu geben. Wer bock auf ein ganzheitliches Training hat, wo auch nicht nur der Körper, sondern auch sehr der Geist gefordert ist, sollte mal welche Kampfsportart auch immer, vielleicht mal in ner Probestunde austesten und ausprobieren. Jan: Auf jeden Fall. Also es geht da sehr viel auch um die persönlichen Grenzen. Das auszutesten, nicht nur physisch, auch psychisch. Das ist ja erstmal ne kleine Herausforderung damit lernen umzugehen. Also wenn man das kann, wenn man dann auf einmal nicht mehr mit den Augen zuckt bei jedem Schlag, sondern wirklich sieht es geht danach besser, wenn man sich da ein bisschen traut. Das kann man ganz viel übertragen auf den Alltag. Also ich kenne viele Leute, die damit anfangen und dann auf einmal ganz anders auftreten im Alltag. Ich war auch immer super schüchtern und so und das hat sich dadurch alles geändert. Ist schon interessant, ja. Marcus: Ja? Also, wie kam das dann bei Dir, die Transformation zu mehr Selbstbewusstsein? Von Tag 1 an oder durch…? Jan: … Nee das hat ein bisschen gedauert und irgendwann hat es so beim Sparring, wenn man da so mit dem Gegner so ein bisschen kämpft, Kicke macht, wo ich einfach gesehen habe: Okay, ich kämpfe viel schlechter, wenn ich ängstlich bin. Ich muss einfach rangehen und dann funktioniert das halt auch. Und das habe ich so halt ein bisschen auf den Alltag übertragen. Ich hatte halt immer irgendwie Angst vor so Auseinandersetzungen, weil ich immer dachte: Ja gut, vielleicht gibt’s da Schläge oder so. Und da war ich immer super ängstlich und dann habe ich gelernt… auch körperliche Schmerzen, das ist halt überhaupt gar nicht so schlimm, ne? Also davon geht die Welt nicht unter. Damit muss man nur lernen mit umzugehen. Das ist ja ein Testen, ne? Mal ausprobieren… Dann verliert man ganz viel Angst, die man ein bisschen so unterbewusst mit sich herumträgt, wo man da gar keine Angst mehr hat. Marcus: Absolut, also dieses Aha-Erlebnis im Sparring, das hatte ich auch. Dass ich mich erstmal instinktiv nicht - dann wenn der Schlag gekommen ist, man wusste so der landet und Du kannst nicht mehr ausweichen - weggedreht habe oder irgendwie die Augen geschlossen habe, die Fäuste vor’s Gesicht und dann tut’s doppelt weh, weil Du dann auch noch Deine eigenen Handschuhe im Gesicht hast (lacht). Und ja, das geht glaube ich nur über Übungen. Und irgendwann, dass Du es lernst: Okay, der Schlag, der wird jetzt kommen, aber wenn Du das weißt und Dich dann nicht doof wegdrehst, sondern direkt schon den Counter vorbereitest, gehst Du viel besser mit der Situation um, als ängstlich zu sein. Weil dann passiert immer irgendwas. Jan: Genau. Und das im normalen Leben natürlich auch so. Find ich ist ne ganz schöne Analogie eigentlich. Marcus: Ja auf jeden Fall. Was ist Dein Business Background? Dass Du irgendwann dahingekommen bist eine eigene Marke aufzubauen mit nem Onlineshop? Ich weiß nicht, könnten wir gleich nochmal drüber reden, ja. Jan: Genau. Ja ich bin eigentlich Kommunikationsdesigner, also habe in Hamburg Kommunikationsdesign studiert und mich immer viel mit Marken beschäftigt. Also immer für andere Leute Produkte gestaltet oder T-Shirts gestaltet oder Logos. Deswegen konnte ich das eigentlich ganz gut. Ich habe dann einfach beim Boxen oder beim Thaibox gemerkt: Okay, die ganzen Handschuhe, die es so gibt, die gefallen mir alle nicht. Auch vom Design nicht. Die sind halt immer mit Totenköpfen drauf gedruckt. Also ich fand das immer ganz furchtbar. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Marcus: Sehr martialisch immer ne? Jan: Ja, und das passt halt auch nicht so richtig. Und da dachte ich: Gut, da kann man noch was schöneres machen. Ich selbst bin Veganer, das heißt ich wollte Kunstlederhandschuhe haben. Da ist die Auswahl noch viel eingeschränkter. Außer Plastik natürlich und Plastikhandschuhe… so richtig hochwertiges Kunstleder, das hatte ich so noch nicht gefunden. Und dann irgendwas, was noch schön aussieht, das gab es gar nicht. Ja und dann dachte ich: Okay, da kann ich mal gucken, recherchieren, finde ich da irgendwelche Hersteller, die da auf einem Level mit mir sind, ne? Und das hat dann auch ganz gut geklappt, also. Marcus: Und wie bist Du das angegangen, die Herstellerrecherche? Jan: Klar, erstmal natürlich online ganz viele Leute angeschrieben, erklärt was ich meine, mit fairen Arbeitsbedingungen und manchmal kam da “Ja, ja, machen wir”, aber ich so den Eindruck hatte: Nee so richtig… die sagen mir das jetzt nur eigentlich, um den Auftrag zu bekommen. Da habe ich’s direkt seingelassen. Und dann habe ich irgendwann wirklich einen gefunden, der eigentlich das eh schon länger machen wollte, aber noch gar keinen Kunden hatte, mit dem er das angehen konnte. Und mit dem habe ich das dann durchgezogen und die Qualität war auch super. Also die kamen hier an und das war genau das, was ich wollte. Und die erste Auflage war dann auch direkt ausverkauft innerhalb von 24 Stunden. Der Start war extrem positiv. Marcus: Cool und wieviele Handschuhe waren das? Jan: Das waren 100 Paar ne? Sehr übersichtlich. Aber wenn man bedenkt, man bringt eine neue Kampfsportmarke mit veganen Boxhandschuhen auf den Markt. Also ich dachte, da kommt nicht viel. Marcus: (lacht) Ja. Jan: Ich meine bei mir im Verein, ein, zwei Leute, die da auch Interesse hatten, aber… ich wusste nicht, ob das wirklich ein großes Thema ist. Marcus: Ja, gerade diese Kombi hat mich total cacatched. Also zum einen dieses Social Entrepreneurship, nachhaltig irgendetwas zu produzieren. Dann Kampfsport interessiere ich mich eh für. Dachte: Wie passen die Welten zusammen? Und dann war ich jetzt die letzten 30 Tage hier im Oktober, das hat vor drei Tagen aufgehört, auf so einer 30 Tage Vegan-Challenge unterwegs. Jan: Ja. Marcus: Was mir selber auch total viel gebracht hat und ich bin jetzt glaube ich kein 100%-iger Veganer dadurch geworden. Aber werde meinen Fleischkonsum sehr massiv einschränken, so auf 80/20, so vielleicht 20% Fleisch noch und der Rest vegan. Also es hat mir schon viel gebracht. Und dachte, es ist ja echt ne krasse Kombi und habe dann ein bisschen tiefer einen Research gemacht: Wer steckt dahinter? Und bin dann auf Dich gestoßen. Um so mehr freue ich mich, dass Du jetzt hier am Start bist, darüber zu sprechen. Du sagtest gerade ganz klassisch Online Recherche. Heißt: Du hast bei Google gesucht nach den entsprechenden Briefen und bist dann die Händler direkt angegangen über E-Mail. Weil viele stellen sich das wahrscheinlich mega schwer und aufwändig vor, wenn die jetzt das fertige Produkt sehen. Auf der anderen Seite denke ich, ich wüsste jetzt gar nicht wo ich anfangen soll. Jan: Genau, das ist halt so ein bisschen das Ding. Klar, wo wir jetzt stehen, das ist natürlich schon ein bisschen Arbeit, dass man das wirklich auch so Qualitätskontrolle immer hat und wirklich weiß, dass auch alles produziert wird. Das ist schon Arbeit, aber am Anfang ein Produkt herzustellen ist halt wirklich nicht so krass. Also, als ich die ersten Handschuhe hatte, haben meine Freunde gedacht so, ich kann zaubern, weil ich irgendwie auch Dinge produziere. Und das ist halt wirklich der einfachste Punkt. Also einen Hersteller zu finden ist gar kein Problem. Es gibt ja auch Seiten wie Alibaba, wo die Leute ihre Sachen anbieten. Da kann man direkt sich einen aussuchen und denen das Logo schicken und dann hat man das zwei Wochen später. Und wenn man so was machen will, dann ist das kein Problem. Klar, wenn man auch auf faire Arbeitsbedingungen wert legt, dann ist es noch ein bisschen was anderes. Da muss man wirklich dann schon ein paar mehr anschreiben und gucken, wie tickt die so. Aber selbst Produkte herzustellen, das ist für jeden eigentlich heutzutage gar nicht so schwierig. Also da war ich selbst überrascht auch, dass die auf einmal auch hier angekommen sind. Wie einfach das dann ist. Marcus: Und das war dann der Handschuh mit Deinem Design, der dann bei Dir angekommen ist im Paket? Du hast ihn ja ausgepackt und dachtest “Boah wow, wie geil ist das denn?” Ihr habt da irgendetwas haptisches erschaffen, was man auch anfassen kann. Jan: Genau, das war nämlich so ein super Moment. Die kamen halt am Flughafen an, vor zweieinhalb Jahren in Berlin und ich hatte gar keine Ahnung, wie man sowas angeht, auch mit der Zollanmeldung, ne? Da muss man sich schon ein bisschen reinfuchsen, aber die Leute sind auch ganz nett beim Zoll. Also, wenn man das noch nie gemacht hat. Die helfen einem auch, also da … es war einfacher als ich dachte. Hatte mir dann aber nur einen Ford Ka gemietet, weil ich dachte “Ja ein paar Handschuhe sind ja nicht so groß”. Marcus: (grinst) Jan: Stand dann halt vor so ner riesigen Europalette voller Handschuhe, wo ich nicht wusste, wie ich das in mein Auto bekomme. Marcus: Wieviele Unzen sind das? Jan: Also, das kann man alles noch besser machen, aber irgendwie geht’s dann trotzdem. Marcus: Ja und ich glaube, das ist genau das Ding, was dann viele Unternehmer oder erfolgreiche Unternehmer von anderen Menschen unterscheidet. Die erfolgreichen Unternehmer gehen Sachen an, die machen einfach, probieren, testen, fallen vielleicht mal hin, stehen wieder auf oder fahren dann mit nem Ford Ka zum Flughafen (lacht). Die anderen konzeptionieren dann jahrelang an dem Design an Handschuhen, aber ohne überhaupt mal ne E-Mail an einen Händler rausgeschickt zu haben. Jan: Genau. Ich kenne auch Hersteller von Sportartikeln. Freunde von mir, die jetzt seit drei Jahren in ihrer Kammer sitzen und es halt immer besser machen wollen. Und das ist halt … Ist natürlich auch ein schöner Ansatz. Da verliert man aber massig viel Zeit. Also lieber erstmal ein Produkt auf den Markt bringen, wo man noch etwas verbessern kann und dann schonmal Feedback bekommen. Also das ist ganz wichtig. Weil Du kannst es gar nicht perfekt machen, wenn Du nicht die ganze Zeit Feedback bekommst, was die Leute wirklich wollen. Das ganze Geld in die Hand nehmen, was man hat, bestellen und dann nächste Auflage wird besser. Marcus: Genau. Das heißt, das was Du eingenommen hast aus dem Cashflow das Unternehmen dann wachsen lassen, indem Du es wieder investierst. Jan: Genau. Das ist ja das schöne, wenn man gerade Produkte hat. Man hat ja direkt Cashflow. Und das war für uns auf jeden Fall super. Das heißt, ich konnte direkt die zweite Auflage bestellen. Schon mit Verbesserungen, schon mit besserer Verpackung. Wir haben umgestellt auf Recycling Kartons, alle Poly-Beutel weggelassen. An solchen Sachen kann man direkt arbeiten. Marcus: Das heißt aber für die erste Bestellung brauchtest Du aber dann ein bisschen Kapital, was Du über Dein Online Business aufgebaut hattest? Jan: Genau, aber die erste Auflage, die war auch nicht so wahnsinnig teuer. Also mit 2.00 bis 3.000 Euro kommt man eigentlich schon hin. Das kann eigentlich jeder zusammenkriegen, wenn er schon ein Produkt hat und er muss jetzt nicht jahrelang für sparen oder einen Kredit aufnehmen. Marcus: Das heißt, dass ist auch 100% eigenfinanziert und gebootstrapped ohne Venture Capital oder irgendwelche Shares, die Du abgeben musstest? Jan: Genau, alles gebootstrapped, ja. Marcus: Cool! Und wie hast Du dann die Reichweite bekommen, um die ersten 100 Handschuhe an den Mann zu bringen. Jan: Genau, das war natürlich ganz spannend. Ich hatte einen kleinen Shop aufgesetzt. Das ist das Gute, wenn man selbst Grafikdesigner ist. Dass man solche Sachen, die wirklich viel anfallen, dass man die selber machen kann. Also das ist wirklich Gold wert. Das sehe ich immer wieder bei anderen Startups, die ich berate, dass die immer besser beraten sind, wenn sie einen Designer im Team haben, als jetzt nen BWL’er zum Beispiel. Das konnte ich also alles ganz gut machen. Habe eine Facebookseite aufgesetzt. Klar, die ganzen klassischen Sachen. Und dann glaube ich, habe ich für 5 Euro Werbung geschaltet auf Facebook und dann hat es direkt jemand von Boxhaus gesehen, also dem größten europäischen Onlinehändler für Kampfsportausrüstung. Marcus: Cool! Jan: Und die haben’s dann einfach gepostet auf ihrem Blog so. Und das hat halt eben eine enorme Reichweite gehabt. Und so kam das dann alles zustande. Ne Woche später hat sich die Band Boysetsfire bei mir gemeldet. Kennt man, wenn man sich mit Punk und Hardcore beschäftigt. Das ist eine ganz große US-Punkband. Marcus: Wow! Jan: Die fanden es super, die haben es gepostet und dann hatte ich über Nacht 5000 Facebook Fans. Marcus: Woah. Jan: Das war ganz gut für den Start. Ich war ein bisschen überwältigt. Das war alles kurz vor Weihnachten und ich wusste gar nicht so richtig, was da passiert. Aber so kann es auf jeden Fall gehen… Da sind einfach Partner, die größer sind als man selber immer Gold wert, weil selber das aufzubauen über Facebook-Werbung oder mal Werbung schalten, das dauert. Marcus: Ja, absolut. Aber so Sachen können auch nur passieren, wenn Du es - wie eben gesagt - versuchst und machst und die Seite aufsetzt und irgendetwas postest und vielleicht mal 5 Euro in die Hand nimmst, um Facebook Werbung zu schalten. Dass es dann auch bei den richtigen Leuten ankommt, ne? Jan: Ganz genau. Und natürlich als Social Business hat man immer den Vorteil, dass man sowas ganz gut bekommt, solche Presse ne? Also wenn ich jetzt ganz normale Boxhandschuhe auf den Markt geschmissen hätte, das hätte keinen interessiert. Das hätte keiner gepostet. Also ein bisschen Innovation oder Nachhaltigkeit, das hilft ganz viel. Viele denken, das ist immer so ein Nachteil, wenn ich jetzt irgendwie die höheren Herstellungskosten ans Bein binde, aber gar nicht. Also ich sehe nur Vorteile dadurch, dass wir so ein bisschen auf’s Fair achten. Marcus: Ja und ich habe auch das Gefühl, dass gerade im letzten Jahr das Bewusstsein bei sauvielen Menschen, egal was für einen Background die haben, irgendwie das Bewusstsein für Nachhaltigkeit gewachsen ist. Als ob da gerade wieder so ein neues Movement entsteht. Jan: Auf jeden Fall und das ist halt, genau… Das ist so ein Movement, das heißt es ist noch so ein bisschen was spezielles. Das wird sich nicht ändern, also das wird Standard werden und Alltag. Und jetzt kann man sich glaube ich noch ganz gut als Marke positionieren. Das heißt, wer jetzt eine Idee hat und damit raus will, der muss das jetzt machen. In dann drei Jahren gibt’s das auch schon in nachhaltig. Also eigentlich kann man gerade ganz viele Sachen nochmal neu machen in gut und in besser. Muss es aber jetzt tun. Marcus: Ich glaube, das ist ein ganz guter Tip von Dir, den Du gerade abgefeuert hast. Dass viele Sachen schon da sind, die sind ganz cool, aber die sind halt nicht nachhaltig. Und wenn Du dann in dem Bereich Nachhaltigkeit und ein Firstmover bist, so wie Du, dann bist Du halt da, wenn das Ding dann losgeht und in den Mainstream dann vielleicht irgendwann übergeht. Jan: Ganz genau. Marcus: Okay und zu Boxhaus, das finde ich echt faszinierend, dass Du das gerade erwähnt hast. Ich wusste jetzt auch nicht, dass Du überhaupt ne Verbindung zu Boxhaus hast, weil ich kenne die Leute von Boxhaus auch ganz gut, speziell den Rainer. Und bei dem ist das so gelaufen, mittlerweile kriege ich ein paar T-Shirts von denen gestellt, weil ich die Marke ganz cool finde und ich war auf Facebook und hatte ein T-Shirt vom Boxhaus an, was ich mir vorher irgendwann mal bestellt hatte, weil ich die Sachen ganz cool finde und das gepostet öffentlich. Und seine Tochter hat das Bild gesehen und dann dem Rainer, ich glaube das ist der Geschäftsführer oder Gründer, Founder, Inhaber vom Boxhaus, Bescheid gegeben, dass ich seine Klamotten trage und die haben mich dann ganz unkompliziert angeschrieben, ob sie mein Bild für Social Media verwenden könnten und ich kriege dafür ein T-Shirt oder so. Das fand ich super cool, diesen Ansatz. Dieses ganz unkomplizierte, auf Leute zuzugehen und ... Jan: Das machen die ganz viel, ja. Auf jeden Fall. Marcus: Diesen Giving Aspekt. Und dann sagte er “Brauchst Du neue Shirts? Ich schick Dir dann einfach welche zu”, ohne jetzt irgendwie zu sagen: So, das ist jetzt die Abmachung und Du musst das und das damit machen. Jan: Genau, also und genauso machen wir das auch. Also ich mache nie mit irgendwie Verträge. Wenn ich irgendwelche Kämpfer unterstützen will, dann kriegen die das und dann sage ich direkt “Ey, Du musst dafür gar nichts posten oder so. Das heißt, wir wollen Dir etwas geben” und das finden die meisten halt so cool, dass die halt trotzdem irgendwas posten. Das passt schon. Also die Leute sind auch …. Da muss man nicht irgendwie immer mit Verträgen hinterherrennen und Abmachungen. Marcus: Nee null. Und das ist auch dieses Giving Prinzip. Dreimal mehr geben als nehmen und es kommt eh irgendwann zurück. Die Leute erinnern sich daran und wenn sie Dir was Gutes tun können, dann sind die zur Stelle ne? Jan: Auf jeden Fall! Marcus: Wenn Du Dir Kampfsportler aussuchst, denen Du dann Deine Sachen anbietest oder zur Verfügung stellst, wonach gehst Du da? Jan: Ja, wir gucken natürlich schon, dass die zur Marke passen. Also Branding ist unsere Stärke, also diese Markenbildung. Eben dass wir für was stehen und dieses nachhaltige Konsequentsein, das ist unser Markenkern. Das heißt, wir müssen auch Kämpfer nehmen, die dazu passen. Alle Kämpfer, die so ein bisschen Alternativ sind oder nen Background im Tierschutz haben, oder ein bisschen politisch aktiver sind, die nehmen wir alle immer ganz gerne. Also jetzt Mac Danzig ist einer unserer großen Kämpfer. Er ist ein großer UFC Kämpfer von vor ein paar Jahren. Solche Leute unterstützen wir total gerne.   Marcus: Mh und Du sagst gerade, eure Stärke ist Markenbildung und Markenführung. Das kommt wahrscheinlich aus Deiner Agenturzeit dann? Jan: Genau. Also ich war nie selbst in einer Agentur. Ich habe alles immer als Freelancer gemacht. Aber Markenbildung gerade für nachhaltige Startups war immer so mein Hauptthema. Klar, das sehe ich auch bei uns. Das ist auf jeden Fall ganz wichtig für irgendwas zu stehen. Es gibt so viele Marken und man bekommt richtig gute Boxhandschuhe für 30 Euro, überhaupt gar kein Problem. Es ist ein hochpreisiges Produkt und da muss man dann auch für etwas stehen, sonst kann man das nicht machen.   Marcus: Ja absolut. Und wenn man jetzt auf eurer Seite unterwegs ist. Das ist jetzt nicht vehement.com ausgeschrieben, sondern in Kurzform ne? Jan: Genau. Marcus: Sprich: vhmnt.com. Das verlinken wir auch in den Shownotes. Da sieht man schon ganz klar, wie viel Professionalität da drin steckt und irgendwie auch eine ganz klare Aussage. Finde ich mega gelungen. Die Seite, hast Du die auf WordPress gebaut oder ist das ein fertiges Modul? Jan: Die Seite läuft auf WordPress, genau. Also wir stellen direkt demnächst auf PrestaShop um, weil wir eben auch zwei Lager haben. Einmal in Los Angeles und einmal in Berlin. Und da hat WordPress so ein bisschen Probleme mit. Das heißt beim Shop muss man da so ein bisschen aufrüsten. Marcus: Okay und das Lager in den Staaten, ist das dann ein Fulfillment-Anbieter oder wie ist das? Jan: Ganz genau. Also wir arbeiten mit Shipwire, einer oder wenn nicht sogar der größten Fulfillment-Firma überhaupt. Die halt Lager auf der ganzen Welt anbieten. Und die haben gerade für kleine Startups ganz gute Deals. Also man zahlt ganz wenig Flächenmietungskosten, sondern hat einfach diese Handling-Gebühren pro Paket. Marcus: Das ist cool. Das ist dann viel planbarer. Das heißt, Du hast flexible Kosten, dynamische Kosten und nicht fette Fixkosten am Bein, als kleines Startup. Jan: Ganz genau. Trotzdem muss man natürlich überlegen, ob man in den USA an den Markt gehen will. Es ist schon viel Aufwand. Man ist halt auch nicht vor Ort. Man ist dann nicht so gut in der Presse wie hier. Also in Deutschland passiert das einfach organisch, weil man einfach Leute kennenlernt. Also hier haben wir ständig irgendwelche Blogartikel. In den USA ist das einfach nicht so. Das ist halt schon viel Aufwand, die Sachen dahinzubringen. Also man kann nicht einfach als deutsches Startup oder Firma Sachen in die USA importieren. Das geht halt nicht. Da muss man sich schon ganz viel mit beschäftigen. Also das würde ich nur Leuten raten, die wirklich denken: Okay, das ist der Hauptmarkt. Bei uns ist das so ne? Also Kampfsport ist in den USA viel, viel größer als hier. Veganismus, Nachhaltigkeit ist da schon nochmal ein paar Jahre weiter. Das heißt gerade Westküste USA ist für uns natürlich ein Kernmarkt. Marcus: Mh absolut und trotzdem finde ich, klar, man muss sich da nach und nach reinfuchsen, aber wieder ein gutes Beispiel, wie man dann organisch wachsen kann und es eigentlich für jede Herausforderung irgendwo auch schon mittlerweile ne fertige Lösung gibt, out of the box. Diese Fulfillment-Anbieter gab’s glaube ich vor fünf oder zehn Jahren noch nicht. Da brauchtest Du ein riesen Lager und was weiß ich noch alles und jetzt gibt’s dann Serviceanbieter, die das komplett für Dich abwickeln können, ähnlich wie Amazon Fulfillment oder wie heißt das nochmal? Jan: Genau, Fulfillment bei Amazon gibt’s auch noch ja. Das wollten wir jetzt als Sozialunternehmen halt einfach nicht. Da ist Amazon von daher auch manchmal so ein bisschen in der Negativpresse. Deswegen haben wir da eine Alternative gesucht und ja. Aber klar, die bieten das auch an und ich glaube auch nochmal professioneller. Marcus: Ja, seid ihr denn auf Amazon oder habt ihr euch bewusst komplett gegen Amazon dann entschieden. Jan: Nee, wir haben uns bewusst komplett dagegen entschieden. Bei uns kommen Zwischenhändler, also ganz wenige Shops, die unser Sachen haben. Wir verkaufen eigentlich alles selber. Weil es gibt halt auch einen Grund. Also wer vegane Boxhandschuhe sucht, die wirklich auch zertifiziert sind, da gibt es nur uns. Und da kann man sich diesen Luxus leisten, dass man halt jetzt gar nicht so viel Vertrieb macht, sondern die 40 ersten Seiten auf Google sind halt wir, wenn man nach veganen Boxhandschuhen sucht. Und dann kann man sich das halt noch leisten, dass man wirklich das auch selbst vertreibt. Natürlich behalten wir dann auch die ganze Marge ne? Marcus: Ja, perfekt. Jan: Wenn wir da über Zwischenhändler gehen, dann sieht das halt schon ganz anders aus und dafür sind wir halt echt noch zu klein. Marcus: Hm und Du sagst jetzt die ganze Zeit “Wir”. Wer ist das genau? Jan: Genau. Ich hab’s gegründet. Dann ist vor zwei Jahren eine gute Freundin von mir mit eingestiegen, die so ein bisschen Finanzen im Blick hat und Organisation. Das heißt wir sind eigentlich zu zweit, haben aber ein großes Netzwerk aus Leuten, also wir haben auch Leute, die uns immer wieder unterstützen mit Beratung und Fotografen und so. Also es sind nicht alle festangestellt, muss man ja da auch heutzutage gar nicht mehr. Marcus: Nee. Jan: Aber es ist halt schon so ein Netzwerk aus fünf bis zehn Leuten, die halt immer bereitstehen, wenn irgendwas entsteht. Marcus: Cool! Sauspannend! Genau und wenn …  ihr sagt, ihr seid nachhaltig unterwegs, gibt’s da festgeschriebene Leitsätze oder Grundsätze oder Manifesto oder ne Firmenvision, Mission Statement, was Du hier mal rauslassen kannst? Jan: Ähm klar, also wir versuchen schon, dass wir einfach den Planeten möglichst wenig schaden, aber gleichzeitig auch so viel Gutes tun, wie es halt irgendwie geht und wenn es auch mehr kostet, ist das auch völlig in Ordnung, weil wir auch hochpreisigere Produkte anbieten. Das beinhaltet bei uns, dass wir auf faire Arbeitsbedingungen achten. Wir sind noch nicht Fair Trade zertifiziert, weil es gibt noch keine Fair Trade Kampfsportfabrik auf dieser Welt. Das heißt, wir sind dabei, die zu bauen. Also sobald wir dafür Finanzen haben, werden wir die Fair Trade Zertifizierung anstreben. Das heißt, die internationalen Arbeitsbedingungen werden eingehalten, keine Kinderarbeit, Gewerkschaften und solche Sachen. Das ist alles mit dabei. Aber auch Kleinigkeiten, einfach dass wir keine Verpackungen für unsere Handschuhe haben, sondern alles nur in Kartons stecken, solche Sachen. Dass wir keine Luftfracht verwenden, sondern alles per Schiff machen. Also ganz viele Kleinigkeiten, die zusammen halt ein ganz gutes Paket geben. Wir spenden von jedem verkauften Boxhandschuh einen Euro an das Wolf Conservation Center. Unser Logo ist ein Wolf. Das heißt, zum Arterhaltungsschutz der Wölfe wird ein bisschen was getan. Alles nur kleine Sachen, aber so im Gesamtkonzept versucht man schon da einfach alles gut zu machen, auch wenn es was kostet. Das muss schon sein für uns. Marcus: Mh und würdest Du sagen, das ist im Moment so Dein Hauptfokus und Dein Hauptbusiness oder was treibt Dich gerade sonst noch um businessmäßig? Jan: Das ist schon mein Hauptfokus, das ist ja auch eine UG, ne? Das kann man nicht einfach nebenbei machen. Da muss man schon immer einen Blick drauf haben. Es ist natürlich auch alles viel Arbeit. Ich mache nebenbei manchmal auch noch Designs. Also ich berate auch noch Social Startups oder Stiftungen oder NGOs zum Thema Design, weil ich da einfach irgendwie ganz viel gelernt inzwischen. Marcus: Läuft das dann unter Deinem Brand “Gut gebrüllt Löwe”? Jan: Genau, das  ist dann meine Agentur Gut gebrüllt Löwe, wo wir halt sowas anbieten. Das ist zwischendurch mal ganz nett. Das ist aber wenig. Also da haben wir sehr ausgewählte Kunden, wenn uns auch wirklich was gefällt, dann machen wir das. Mein Haupteinkommen ist schon Vehement. Und jetzt habe ich noch ein kleines Buch geschrieben gerade. Crowdfunding. So Nebenprojekte, dafür muss immer Zeit sein, das finde ich ganz wichtig. Marcus: Um auch den Horizont schön weit zu halten und nicht zu sehr im Tunnel abzutauchen, ne? Jan: Genau. Also ich langweile mich auch schnell so. Deswegen, wenn ich wenigstens einen Tag die Woche mal ein ganz anderes Projekt habe, dann ist das für mich super gut. Das hilft auch Vehement. So habe ich am nächsten Tag wieder Kraft volle Power für Vehement. Ich glaube, wenn ich fünf Tage die Woche nur eine Firma machen würde, dann würde mich das schon ein bisschen nerven. Marcus: Ja. Für Vehement hast Du ja auch verschiedenste Auszeichnungen bekommen und Awards. Bewirbt man sich dafür oder werden die dann auf Dich aufmerksam? Jan: Das ist ganz unterschiedlich. Also jetzt der Peta Progress Award haben wir einfach so bekommen. Die gucken sich einfach so um, was gibt’s an veganen interessanten Produkten. Für manche Awards muss man sich bewerben. Marcus: Das ist schon fett von Peta ne Auszeichnung zu bekommen. Jan: Ja auf jeden Fall! Da haben wir uns schon sehr gefreut, vor allem kam das auch sehr überraschend. Für viele andere Sachen muss man sich bewerben. Also wir haben auch Business Plan Wettbewerbe und so. Das ist dann schon viel Arbeit. Aber das machen wir jetzt auch nicht mehr. Also da steckt man dann drei, vier Tage rein, um irgendwie ein Konzept zu schreiben. Das ist eh immer genau das gleiche, aber jeder Award will es irgendwie in seiner Struktur aufgeschrieben haben und ja. Das ist immer ganz nett, aber jetzt haben wir ein paar Awards, was soll ich mit noch einem? Also die drei, vier Tage Arbeit jetzt stecke ich lieber in andere Sachen. Und da muss man als Startup immer aufpassen. Es gibt so viele Awards und ich kenne viele Leute, die einfach die ganze Arbeitskraft in diese Awards stecken in der Hoffnung, dass sie dann vielleicht 5000 Euro gewinnen. Das ist den Aufwand dann nicht wert. Da muss man immer ein bisschen gucken. Marcus: Nee, aber in eurem Fall ist glaube ich auch schon geschickt als Marketing Tool eingesetzt auf der Website. Die ganzen Logos und Awards, die machen irgendwie schon Eindruck und ja, gibt nochmal so Social Proof ne? Jan: Genau. Das ist halt klar, zur Verifizierung quasi so ein bisschen, also Reason to Believe nennt sich das im Branding. Sind solche Logos ein Abzeichen immer ganz schön. Gerade wenn man ein Produkt hat, was die Leute vielleicht erstmal ein bisschen verwirrt. Dann würde ich schon raten, dass man auch so ein bisschen guckt, dass man Awards hat oder Siegel, Abzeichen. Das ist schon immer alles ganz gut. Irgendwann reicht’s dann auch. Also unsere Website ist voll da. Ich brauche jetzt nicht noch nen siebten Award da drauf kleben. Marcus: Okay und damit Dir nicht langweilig wird, hast Du jetzt noch ein neues Projekt gelaunched einguterplan.de? Jan: Genau “Ein guter Plan” ist ein Buch, ist ein Terminkalender, ein Lebensplaner und ein Sachbuch in einem. Also so ein ganzheitlicher Kalender. Das ist in den USA auch gerade relativ beliebt, ein ganz großes Thema. Dass die Leute einfach loskommen wollen, einfach ihren Terminen hinterherzurennen und gar nicht so ihr Leben zu planen. Deswegen haben wir diesen Kalender entwickelt, der halt ganz viele Tools bietet und Texte zum Thema Selbstverwirklichung, Glücksforschung und diese ganzen Sachen. Das haben wir halt am Wochenende auf Startnext gelaunched. Marcus: Jetzt am Wochenende? Jan: Genau jetzt am Wochenende, vor vier Tagen. Haben jetzt auch schon Überfounded, also schon 200% eingesammelt. Also man sieht schon, da ist der Bedarf auf jeden Fall da. Marcus: Krass, gratuliere! Jan: Ja, vielen Dank. Und genau, man muss einfach ein bisschen auf sich achten, gerade wenn man so viele Projekte hat wie ich. Dass man sich nicht überarbeitet. Klar, das fühlt sich nie so richtig krass wie Arbeit an, weil es immer irgendwie so das eigene Ding ist. Aber auch da muss man einfach so ein bisschen Achtsam sein, ne? Und deswegen habe ich mit ner Freundin das geschrieben und zusammengetragen. Marcus: Weil Du schon drauf achten musstest, dass Du nicht zu viel machst und zu viele Projekte hast, hast Du noch ein Projekt angeschoben? (beide lachen) Jan: So ungefähr, es klingt erstmal schwierig. Es ist auch natürlich jetzt viel Arbeit, aber wir haben gesehen, der Bedarf ist da. Also ich sehe einfach ganz viele Leute, die sich totarbeiten und das kann es einfach nicht sein. Genau, und diesen Fehler habe ich auch gemacht. Inzwischen sehe ich das ganze viel entspannter und arbeite halt nicht mehr so viel und arbeite auch nicht mehr abends und arbeite auch nicht mehr am Wochenende.   Marcus: Mh mh und zu welcher Zeit war das, als Du gesagt hast, Deine Work-Life-Balance war völlig außer Control? Jan: Das war letztes Jahr. Da hatte ich echt irgendwie ganz viele Aufträge, dann hatte ich Vehement und noch ein paar andere kleine Sachen und wusste weder ein noch aus. Das war es auf jeden Fall nicht wert. Ich bin dann drei Monate nach Mexico geganen und habe drei Monate lang gar nichts gemacht und lag nur am Strand. Marcus: (grinst) Konsequent! Jan: Es ist schon besser. Und seitdem ich wieder zurück bin, achte ich halt sehr auf solche Sachen. Marcus: Aha. Ja, das klingt echt nach smartem Business, was Du da betreibst. Was ist Dein Background? Hast Du das irgendwo vorher gelernt oder kannst Du gute Ressourcen oder Bücher empfehlen, die Dich in die Spur gebracht haben, in der Du jetzt bist? Jan: Ähm, ja klar, ich glaube jeder von uns fängt an mit der 4 Hour Workweek als Beispiel, dass man halt versuchen soll möglichst wenig zu arbeiten. Genauso guter Klassiker wie Getting things done von David Allen, dass man sich so ein bisschen selbst organisiert. Sehr viel war es aber Gespräche mit Freunden und dann selbst so ein bisschen herauszufinden, was tut uns eigentlich gut. Also das hat mir am meisten geholfen. Weil ich halt ganz viel mit Leuten zu tun habe, die halt wirklich auch Firmen gegründet haben und manche kriegen’s halt irgendwie hin, manche nicht. Und dann, man lernt da so ein bisschen da rauszufinden, woran liegt das denn jetzt eigentlich. Marcus: Ja, hast Du denn einen Background in BWL oder vorher studiert? Jan: Ja, ich bin Kommunikationsdesigner. Also ich habe Kommunikationsdesign studiert in Hamburg. Das heißt, Grafik ist eher mein Background. Marcus: Cool, sauspannend! Hast Du irgendwelche Morgenroutinen, die Du täglich abspulst? Ist die erste Stunde Deines Tages geskriptet? Jan: Nee gar nicht. Ich kenne viele Leute, die das sehr erfolgreich machen. Ich mache manchmal ein bisschen Yoga Sachen. Sowas finde ich immer ganz gut. Mein Ding ist einfach: Ich schlafe immer aus. Ich stelle mir nie nen Wecker. Also schon seit Jahren nicht. Das geht halt auch immer ganz gut. Und dann brauche ich jetzt auch gar nicht so viel Routine, um dann morgens wach zu werden und fahre dann irgendwann mittags ganz gemütlich ins Büro. Ich wohne in Berlin und fahre halt ne Stunde mit dem Fahrrad ins Büro. Das ist so meine Morgenroutine, durch den Tiergarten jeden Morgen. Das geht dann schon. Es ist eher, dass ich halt irgendwie Abends viel mache, um dann runterzukommen. Also Yoga, Kampfsport, das ist dann schon wichtig. Und wenn ich das nicht habe, dann fehlt mir schon was. Marcus: Mh, das merkt man dann auch sofort oder? Jan: Auf jeden Fall, ja. Also manchmal erschreckend, dass man da schon ein bisschen abhängig ist, aber ich glaube, das ist eine ganz gute Sucht mit dem Sport. Marcus: Ja absolut, das ist ne ganz gesunde Droge, aber ich merk’s auch. Wenn ich unterwegs bin und man hat nicht immer die Chance so viel Sport zu machen, wie man’s gewohnt ist. Es fehlt irgendwie einfach. Jan: Auf jeden Fall. Also gerade hier… Du bist ja auch viel auf Reisen ne? Das ist ja dann auch nicht immer so einfach wahrscheinlich? Marcus: Nee, das ist nicht einfach, gerade am Anfang, als ich da überhaupt noch keinen Plan hatte, wie ich das denn jetzt anstellen soll, wenn ich dann auch so krass reise. Wir sind ja auch meistens nur mit nem Backpack unterwegs. Also immer nur mit nem Backpack unterwegs und dann irgendwie in so Miniorten irgendwo ganz abgelegen am Meer, wo Du in der Regel auch gar keinen Gym hast oder kein Kampfsport machen kannst oder keine Gewichte heben kannst oder nicht in ein Crossfitboxing kannst. Da muss man sich so nach und nach dann reinfuchsen und jetzt reise ich beispielsweise immer mit so nem TRX-Band. Ich weiß nicht, ob Du das kennst? Jan: Ja klar. Marcus: Um funktionales Training zu machen. Ich meine ne Palme oder so nen Baum oder irgendwie so ne Stange, wo Du es dranhängen kannst, findest Du überall. Und das zieht auch immer gut Aufmerksamkeit, so bei der lokalen Jugend. Wenn die wissen um 18:00 Uhr abends bist Du immer am Strand und machst da TRX, nach drei Tagen kommt man kaum noch selber an das Band dran, weil die es alle so cool finden und schließe dann auch immer ganz schnell so Freundschaften zu den Leuten auf den Inseln. Das ist ganz cool und ja, mittlerweile weiß ich dann auch genau, je nach dem wo ich gerade bin, ob ich dann vielleicht nen Krav Maga Club in der Nähe habe oder mal Muay Thai hier in Thailand ausprobieren will im Tiger Muay Thai Camp in Phuket. Jan: Genau, Muay Thai in Thailand kann ich nur empfehlen. Wenn Du da Anschluss an die Locals haben möchtest, zieh’ Deine Thaiboxhose. Also ich bin so durch Thailand gereist und da hat man sofort 20 Freunde. Also ich wurde da wirklich auf offener Straße umarmt, weil ich als Europäer mit Thaibox Sachen rumgerannt bin. Das finden die ganz toll ja. Marcus: Cool! Hast Du da auch trainiert? Jan: Ich habe ein bisschen trainiert, ja. Das geht da wirklich tatsächlich überall. Also Thaiboxen ist da ja Nationalsport. Marcus: Ja, Nationalsport Nr. 1. Saufaszinierend auf jeden Fall die Sportart. Was ist Deine größte Schwäche? Worin willst Du besser werden. Jan: (lacht) Ja, also was mir immernoch schwer fällt, ist halt Selbstorganisation tatsächlich. Die Teil in dem Buch, in dem Plan, den ich selber rausbringe, habe ich auch nicht selber geschrieben. Da weiß ich, das hilft mir ganz viel, wenn ich da wirklich diese ToDo Listen immer aktuell halte. Diese ganzen Tools verwende ich... ich mach’s halt einfach nicht. Das merke ich dann immer nach zwei, drei Tagen Stress, dass ich denke: Okay, ich habe jetzt völlig konfus gearbeitet und da muss ich auf jeden Fall noch viel mehr Struktur reinbringen. Ich habe auch die Gabe so Sachen auszublenden. Also wenn da Probleme anstehen oder mich Dinge stressen. Das ist auch ne Gabe so. Also ich kann Stress… ja trifft mich oft nicht so, wie es andere Leute trifft. Marcus: Wollte ich gerade sagen. Jan: Was diese Sache erst möglich macht in so einem Unternehmen, aber trotzdem, da muss ich glaube ich noch ein bisschen gucken, dass ich die Sachen wirklich auf’m Schirm auch habe. Marcus: Okay, und was machst Du, wenn Du merkst, Du bist am Rechner und es geht irgendwie gar nicht weiter. Du kommst nicht mehr voran und hast ne Blockade? Was wäre Dein Tip dann, wie geht man damit um? Jan: Also ganz wichtig ist, dass man eben nicht sich dann da durch beißt. Weil das ist so uneffektives Arbeiten. Das einfach zu erkennen ist ganz wichtig. Das muss man auch ein bisschen üben. Weil es bringt nichts, wenn man da acht Stunden vor’m Rechner sitzt und nur so halb motiviert ist und eigentlich den Kopf gar nicht frei hat zum Arbeiten. Da würde ich Laufen gehen, ein bisschen Sport machen, ne halbe Stunde Yoga, auch wenn man denkt, eigentlich kann man sich das nicht leisten, eigentlich muss man arbeiten. Das bringt halt nichts. Marcus: Genau. Das viel mir sauschwer, gerade am Anfang meiner Selbstständigkeit. Dieses, dass man nicht mehr um Erlaubnis fragen muss, oder sich nicht mehr rechtfertigen muss, ne? Jan: Auf jeden Fall. Also ich mache dann auch immer Mittagsschlaf in großen Stresssituationen, weil ich weiß das hilft einfach so. Und das muss man erstmal lernen. Genau, sich selbst gegenüber. Man hat einen Anspruch. Marcus: Ja und was würdest Du sagen, sind Skills oder Erfahrungen, die jeder Unternehmer haben sollte? Jan: Ja gut, ich komme jetzt so aus dem Branding Bereich und ich sehe immer wieder, wieviel Branding und Markenbildung hilft. Wo ich mir denke: Okay, BWL und so, das kann man sich immer holen. Also es gibt Steuerberater und BWLer, so viele, die man echt günstig um Rat fragen kann. Ich finde Design und Markenbildung, auf jeden Fall, wenn es ein physisches Produkt ist, sowieso. Das ist mit das Wichtigste, aber ich habe auch schon ganz viele Apps und auch Charities gesehen, die durch Markenbildung auf einmal ganz viel Erfolg hatten. Und da tun sich viele auch noch schwer. Also gerade viele Social Startups denken, ja so Marken und Branding, das ist so Agentur. Das ist böse, das wollen wir nicht, ne? Das stimmt halt nicht. Es geht halt um Storytelling, dass man für was steht und das ist extrem wichtig. Marcus: Ja, ja. Und das ist das, da bin ich voll bei Dir. Und ich sehe da auch bei ganz vielen Bereichen, gerade im Unternehmertum, mega viel Luft nach oben. Wo Produkte sind, die aber keine klare Message haben oder kein klares Branding oder nicht für irgendwas stehen. Dass man sagt, wo ich mir denke so “Boah” Wenn da einer mal hinkommen würde mit ein bisschen Know How und das Ding in Cool macht, dann geht das durch die Decke. Jan: Das denke ich auch ne. Und dafür machen wir dann 10000 USPs, werden die genannt, also Alleinstellungsmerkmale. Das interessiert die Leute nicht so sehr. Also Preis, Qualität. Das sind so Begriffe, das langweilt die Leute. Also man muss echt für was stehen. Ein bisschen emotional die Leute abholen. Und da sehe ich einfach, dass viele Gründer damit schwer tun. Marcus: Mh, das sehe ich auch. Cool, Jan! Vielen Dank, das waren saustarke Infos. Ich fand’s echt cool, da mal hinter die Kulissen schauen zu können, wie ein Startup arbeitet, das vegane Boxhandschuhe herstellt. Mittlerweile nicht mehr nur noch Boxhandschuhe, sondern auch Schienbeinschoner… Was habt ihr noch? Jan: Schienbeinschoner, MMA Schuhe und wir werden es auch demnächst erweitern. Also werden ein bisschen Fitness-Bekleidung, Functional Clothing auf den Markt bringen. Marcus: Cool! Ja, wir pflegen alle Links in den Shownotes zu Deinen ganzen Businesses. Vielen Dank für Deine Zeit! Schöne Grüße nach Minden. Cool, dass es jetzt geklappt hat mit der Aufnahme. Beim letzten Mal war das Internet leider zu schlecht. Und ja, wir hören und sehen uns irgendwann auf dieser Welt, ja? Jan: Auf jeden Fall! Viel Spaß noch! Marcus: Danke! Ciao. Jan: Ciao. Yo Leute, das war auch schon wieder die Folge Nr. 32 des LIFE HACKZ Podcasts. Wenn euch der Podcast gefällt, hinterlasst mir eine Rezension auf iTunes oder hinterlasst mir eine Voice Message auf meiner Website www.lifehackz.de mit Anregungen, Vorschlägen für neue Interviewpartner zur Verbesserung der Sendung, whatever. Falls Ihr sagt, das ist cool, was ich hier mache und ihr möchtet gerne helfen, schaut euch auf jeden Fall die Charity-Aktion an, die ich zusammen mit Feli gestartet habe unter www.lifehackz.de/charity. Ansonsten hören wir uns beim nächsten Mal wieder. Viel Spaß bei allem, was ihr noch treibt! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

    starstarstarstarstar
  • Chris Bachmann ★ Wie Sport dein Leben verändern kann und das von überall

    · 00:48:27 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Chris Bachmann von Chris Coaching Hey Leute, willkommen zu LIFE HACKZ Live aus dem Surf Office aus Lissabon. Diesmal mit dem super sympathischen Chris Bachmann, der Personal Trainer ist und Fitness Coach ist. Unter Chris Coaching bietet er auch Online seine Dienste an, aber er ist auch immer vor Ort an den Studios um den Menschen zu einem besseren und gesünderen Leben zu verhelfen. Er ist das halbe Jahr über im Sommer in Deutschland anzutreffen und im Winter ist er in Süd-Ost-Asien in Laos und arbeitet dort als Personal Coach. Ich denke, für alle digitalen Nomaden und überhaupt alle Leute, die viel Zeit vor dem Rechner verbringen, wie beispielsweise Online-Unternehmer, ist Sport und ein gesunder Lifestyle ein sauwichtiges Thema. Also Leute, lasst euch motivieren, lasst euch inspirieren. Viel Spaß mit dem Interview! In dieser Folge lernst du: Wie du die 100 Burpee Challenge schaffst. Wie du als Trainer in Laos arbeiten kannst. Was der beste Sport für Digitale Nomaden ist. Wie du ein die Fitness App von Chris gewinnen kannst. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus    SHOWNOTES http://www.chriscoachingservices.com Chris Coaching Facebook Chris Coaching Instragram Chris Coaching YouTube Channel Jobangebot Personal Trainer in Laos Freelatics App 7 Minute App [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Chris Bachmann   Marcus: Welcome to LIFE HACKZ and welcome Chris Bachmann! Cool, dass Du am Start bist! Chris: Hey Leute, danke Marcus! Wie geht’s Dir? Marcus: Ja mir geht’s ganz gut muss ich sagen. Wir sind ja jetzt zwei Tagen hier im Surf Office in Lissabon angekommen. Ist zwar wieder eine Stadt, also das Meer ist jetzt nicht weit weg, sonst wäre es ja kein Surf Office, aber grundsätzlich fühle ich mich immer wohler am Meer, aber ja… Lissabon ist auf jeden Fall von den Städten her eine der besseren und cooleren Städte. Also es ist cool, ich will mich nicht beschweren. Und Du? Wo bist Du gerade? Chris: Ja Marcus, Du bist ja nur an den schönsten Stellen der Welt habe ich gehört. Ich bin ja direkt ein bisschen neidisch auch. Also ich bin zurzeit hier in Kassel auf Deutschlandbesuch bei meinen Eltern, auch Geschwistern, pendle so ein bisschen hin und her, bin jeden Sommer in Deutschland und äh, ja… ansonsten bin ich ja in Süd-Ost-Asien zurzeit. Marcus: Okay cool, das heißt Du hast da ne feste Base und lebst da komplett, also die Winter über? Chris: Ja genau. Da sind wir also in Laos in Vientiane. Und ähm, da bin ich jetzt seit eineinhalb Jahren und es läuft wirklich gut. Ich habe ja so ein kleines Fitness Business, was ich mir jetzt aufbaue und da… nee, das läuft gut. Das macht viel Spaß. Marcus: Okay, erzähl mal ein bisschen mehr über Dein Fitness Business. Wir haben ja eben im Vorgespräch kurz nochmal drüber gequatscht, wie ich auf Dich aufmerksam geworden bin. Du warst ja irgendwie schon immer in der digitalen Nomadengruppe, glaube ich, präsent. Da hatte ich Dich immer mal auf dem Schirm gehabt und dann letztens, kam ein richtig cooles Video in meine Facebook Timeline. Und dann dachte ich so, ich gucke da mal ein bisschen näher drauf, was Du alles machst. Und das fand ich mega spannend. Von daher, cool, dass Du Zeit hast und dass wir zwei ein bisschen über Dich und Dein Business quatschen können. Chris: Ja erstmal ist es eine Ehre für mich hier das Interview geben zu können, weil so lange bin ich ja noch nicht dabei mit den digitalen Nomaden. Und möchte mich ja als angehender digitaler Nomade schimpfen, weil es ist ja alles noch im Aufbau und ich bin also in eure Gruppe so ein bisschen seit Laos reingerutscht, seit eineinhalb Jahren. Der Rob Götting hat mich da auch so ein bisschen… und die Tina, die zwei haben mich da so ein bisschen reingeschleust und ich finde es richtig cool, über welche Themen da gesprochen wurde, was die Leute so machen, was sie drauf haben, sehr sympathisch, viele reisen. Das ist ja auch eine Leidenschaft von uns allen und seitdem mache ich da auch so mit und versuche da Diskussionen zu folgen und natürlich auch entsprechend meinen Lifestyle anzupassen. Marcus: Mh, jetzt erzähl mal ein bisschen über Dein Business als Sportler. Was da genau abgeht. Chris: Ja also Fitnesstrainer bin ich ja jetzt mittlerweile seit 12 Jahren. Ich habe ja damals angefangen hier in Deutschland, hatte dann eine dreijährige Pause in Paris. Mein Background ist Büro Kaufmann. Da war ich Export Manager. Und dann in Neuseeland 2010 bin ich dann zum Vollzeittrainer geworden. Marcus: Hast Du da eine Ausbildung gemacht vorher schon in Deutschland oder dann Neuseeland? Chris: Äh, vorher schon in Deutschland. Da musste ich ja so eine Ausbildung machen zum Fitnesstrainer. Und da habe ich ein Fernstudium gemacht. Das ging relativ schnell, ein paar Monate. Und dann hast Du die B-Lizenz und dann hast Du die Erlaubnis auch in den Studios qualifiziert zu arbeiten mit den Kunden. Marcus: Also Studio heißt dann klassisch ein Pumperstudio, Fitnessstudio mit Geräten und Du bist dann befähigt die Leute als Personal Coach oder als Angestellter dann die Mitglieder zu betreuen? Chris: Ja, das ist richtig. Also das ist dann Deine Qualifizierung. Das bedeutet, Du kannst Dich dann theoretisch in jedem Fitnessstudio bewerben. Damals habe ich noch ohne Qualifizierung angefangen. Die haben mir aber direkt gesagt, dass ich die nachholen soll. Heutzutage, glaube ich, musst Du eine Qualifizierung direkt mitbringen. Ich glaube, die stellen Dich gar nicht mehr ein, egal wie klein oder groß das Studio ist und dann könntest Du direkt anfangen. Aber das war damals eine Festanstellung noch, mit festem Stundenlohn. Marcus: Okay, das heißt 40 Stunden in einem Fitnessstudio? Chris: Das war ein Teilzeitjob. Da haben wir Stunden bekommen. Da habe ich dann Abend nach meinem Bürojob gearbeitet, teilweise auch am Wochenende, sprich vielleicht nochmal so zehn Stunden drauf. Marcus: Okay cool. Durch welchen Sport bist Du überhaupt in diese ganze Fitness- und Trainerkarriere reingekommen? Chris: Ich vermute mal, der Trainingsleiter von damals, der fand das ganz gut, dass ich viel gelaufen bin. Ich bin damals schon Marathon gelaufen. Mein Vater war damals mein Trainer. Marcus: Mh, krass! Chris: Ich habe auch jahrelang Fußball gespielt als deutscher Bub, sage ich mal. Habe das dann aber an den Nagel gehangen mit 23. Das wurde mir dann zu viel. Und natürlich war ich dann schon auch im Fitnessstudio und habe selber trainiert, seitdem ich 16 bin. Auch dort hat mich mein Vater reingeholt und gesagt “Jetzt komm doch mal mit hier! Ich bin jetzt hier im Fitnessstudio angemeldet und wenn Du noch dabei bist, dann kriegen wir den Vertrag ein bisschen günstiger.” (beide lachen) Marcus: Cool. Chris: Ja. Ja und dann ging das in Neuseeland also voll zur Sache, sag ich mal. Dann wurde mir also eine Vollzeitstelle angeboten als Personal Trainer. Und dann habe ich schon meine eigenen Kunden sofort gehabt seit dem ersten Tag. Marcus: In dem Gym dann? Also das waren dann Kunden, die speziell Stunden gebucht haben bei nem Personal Trainer und der warst dann Du? Chris: Genau, da war ich auch wieder angestellt, das war dann Personal Training. Und Du musst dann einen eigenen Kundenstamm aufbauen von den Mitgliedern in dem Gym. Und musst Dich natürlich drum kümmern, also Deine eigenen Kunden, ne? Und das ist dann schon ein sehr selbstständiges Arbeiten. Also klar wirst Du da noch ganz grob kontrolliert von dem Management, aber ansonsten läuft das schon alles auf Deiner Kappe. Das heißt, Du musst dann Dich mit den Kunden zusammensetzen. So: Was sind die Ziele? Wie oft will der Kunde reinkommen? Und wie laufen dann die Sessions ab? Und ja… so: Wie werde ich dann fitter und kräftiger und größer? Marcus: Mh, was wollen die meisten so haben? Die Männer dickere Ärmel und die Frauen abnehmen am Bauch und am Po oder…? Was sind so die Klassiker? Chris: Ja, also da muss ich Dir natürlich jetzt wieder recht geben, Marcus. Das sind immernoch die Klassiker. Also wie damals. Drei Viertel der Kunden sind schon Frauen und die wollen einfach ein bisschen abnehmen. Die wollen fitter werden. Die wollen natürlich auch kräftigen und formen. Und ja, bei den Männern ist es nicht mehr so stark, wie das damals mal war, wie “Ich möchte jetzt wachsen und viel mehr Muskeln bekommen”. Also es ist auch “Ich möchte zwar auch kräftiger werden aber nicht unbedingt Muskelaufbau”. Auch die wollen jetzt leaner werden, die möchten schlanker werden und einfach athletisch und gut aussehen. Marcus: Mh, okay. Spielt also ein bisschen in die Richtung nicht mehr Eisen heben und bewegen, sondern eher funktionales Training zu machen? Chris: Ja in der Tag, das würde ich schon sagen. Also wir bewegen ins zurzeit so ein bisschen in dem Bereich, dass die Maschinen also so ganz langsam abgeschafft werden, sage ich jetzt mal vorsichtig. Also, wir bewegen uns vom funktionalen Training, was Du gerade auch schon gesagt hast. Das bedeutet, Crossfit ist natürlich auch schwer im Kommen. Dann... Marcus: Mh, mega anstrengend muss ich sagen. Ich bin ja nicht gerade ganz unsportlich, habe auch schon immer Sport gemacht seitdem ich klein bin, ich glaube mit 6 habe ich mit Tennis angefangen und dann irgendwann ins Gym gegangen als Teenager und seitdem dran geblieben. Und ich habe jetzt letztes Jahr im Dezember - wir waren in Kolumbien in Medellin - und eigentlich wollte ich Krav Maga machen. Ich bin da in diesem israelischen Selbstverteidigungssystem drin und die haben auch überall auf der Welt Standorte, aber die hatten das dann genau über Weihnachten geschlossen und habe dann was neues gesucht und habe so eine Crossfitbox entdeckt. Und da dachte ich so: hört sich cool an. Habe schon viel gutes davon gehört und es war so anstrengend wie irgendwie noch gar nichts vorher in meinem Leben. Also das war echt hardcore. Und dann siehst Du dann so die schlanken kleinen Mädels neben Dir. Die drücken da die ganzen Gewichte weg und Du kommst Dir vor, wie der letzte Anfänger ne? Chris: Ja gut, da sage ich mal, muss man wirklich vorsichtig sein. Das kommt auch auf den Instructor drauf an, dass der Dich also wirklich auch so einweist, dass der sagt “Pass auf, geh Dein Tempo. Du musst jetzt hier nicht unbedingt vorne dabei sein, ansonsten tut’s wirklich drei, vier Tage weh danach”. Das ist ganz wichtig zu wissen, gerade beim Crossfit, genau. Da geht’s um hohe Wiederholungszahlen und teilweise auch relativ schwer. Aber trotz alle dem möchte ich, das Crossfit an viele verkaufen. Also es ist halt… das hat so einen negativen Schlag abbekommen über die Jahre. Man sieht natürlich auch diese ganz heftigen Athleten im Fernsehen oder Online. Aber Cross ist auch eine Sportart, wie alle anderen auch. Das heißt, Du musst langsam reinkommen, es muss Dir Spaß machen, in ner Gruppe. Der Trainer soll sympathisch sein natürlich. Und dann musst Du langsam reingeführt werden. Das ist halt auch in jeder anderen Sportart genauso. Und ich glaube, dann kannst Du auch beim Crossfit relativ erfolgreich werden ne? Marcus: Ja, ich habe das jetzt gar nicht so mitgekriegt, dass es einen mega negativen Touch gekriegt hat. Aber schonmal gesehen, dass so ein paar Diskussionen aufgekommen sind, ob das alles so gesund ist und irgendwie Verletzungsgefahr und so Geschichten ne? Chris: Ja, das ist halt die Geschichte. Man hört es manchmal, aber wie ich schon sagte, Verletzungen passieren auch in anderen Sportarten und es kommt wirklich auf den Trainer drauf an, dass der da ein ganz gutes Auge auf Dich wirft, gerade als neuer dann, dass Du die Bewegungen korrekt ausführst. Auch nicht zu schnell und wenn Du gut behütet wirst, dass der wirklich dann zur Seite springt und sagt “Pass auf, nimm mal ein bisschen Tempo raus. Es sieht aber trotzdem noch gut aus.” Marcus: Okay cool. Wir beide waren jetzt gerade in Neuseeland bei Deinem Personal Coaching. Wie ist es dann weiter gegangen? Wie bist Du dann irgendwann in Laos angekommen? Chris: Ja genau. Also ich war dann volle vier Jahre in Neuseeland. Das war auch der weiteste Ort, den ich bis dato besucht hatte. Marcus: Wie ist es da so? Also das fehlt mir noch? Chris: Ja genau. Also ich habe dann natürlich Paris und Europa verlassen und das erste Mal aus Europa raus und es war Neuseeland. Das war dann der größte Sprung, weil meine Schwester damals dort nen Job hatten für einen als Lehrerin. Dann war das ein gutes Timing mal wieder. Da wollte ich dann auch mich verändern und habe dann gesagt ganz spontan “Ja, da komme ich auf jeden Fall mit, über Neuseeland habe ich schon viele super Sachen gehört”. Ja und habe dann dieses Land halt auch in mein Herz geschlossen. Also in der Tat war Neuseeland, auch Australien, super schön und hat tolle Bedingungen, nen tollen Lifestyle. Die Leute sind super freundlich. Und dann hat es auch nach ner kleinen Misere gut geklappt. Also ich habe nicht auf Anhieb Arbeit gefunden. Da war ich in so ner kleinen Down Phase. Ich hatte auch schon einige Schulden und ich war schon ein bisschen auf der Kippe, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Also es war ein bisschen schwierig. Marcus: Ist teuer das Leben da oder? Chris: Ja, also günstiger als Europa ist es definitiv nicht. Es ist jetzt auch nicht überteuer, aber trotzdem, wenn Du, sage ich mal, herumreist - Reisen ist ja teuer, weißt Du ja bekanntlich, Marcus. Ähm, Du hast keine sozialen Absicherungen wie hier in Deutschland. Dann nach sechs Monaten nagst Du also durchaus am Hungertuch fast schon. Also da gab’s ein paar mehr Nudeln auf’m Tisch bei uns. (beide lachen) Marcus: Wie hast Du Dich dann daraus geholt aus diesem negativen Mindset und dieser kleinen Depressionsphase? Chris: Ja, also ich habe natürlich die Hoffnung nie aufgegeben und da hat mir auch der Sport viel geholfen. Ich bin dann trotzdem noch rausgegangen, habe Sport gemacht, hab meinen Lauf gemacht, bin ins Studio gegangen und ähm, nach den sechs Monaten habe ich so die letzte Chance genommen. Da hat mich ja so ein Couchsurfer aufgenommen in Auckland. Das ist ja bekanntlich die größte Stadt in Neuseeland und der hat gesagt “Pass auf, Du suchst nen Job. Du kannst solange bleiben bei mir, wie Du willst. Mach das in Ruhe, Du kriegst nen Job. Ich glaube an Dich!” Und dann ist das auch wirklich so gekommen. Kaum war ich in Auckland angekommen, hatte ich Vorstellungsgespräch nach Vorstellungsgespräch. Als ob der der Knoten irgendwie geplatzt ist. Und konnte mir dann wirklich auch drei, vier Jobs einen raussuchen, wo ich dann auch die beste Wahl getroffen habe und dann, ja dann ging das sofort los. Mit der Arbeit und den Kunden und der Vollzeitstelle. Marcus: Cool. Heißt: Auch wieder ein Gym oder was war das für ne Stelle? Chris: Ja das war ein Gym, eines der größten Ketten dort. Und auch da habe ich mich dann weiterentwickelt, bin nach zweieinhalb Jahren da weg und hab mich ja dann der Crossfitbewegung angeschlossen. Ich kannte also einen Trainer aus dem Studio. Die auch vorher weg ist, um dort ein Crossfit Gym mit ihrem Freund aufzubauen. Und das war natürlich wieder ein absoluteer Glücksfall für mich, weil ich habe dort in dem Gym, was natürlich viel kleiner war und viel persönlicher geführt wurde, also so viel gelernt über Crossfit, über die Bewegung, über die Philosophie, auch über Ernährung. Also ich sage mal, da habe ich die Sichtweise auf Fitness auch komplett geändert, für mich selber und auch für die Kunden. Und seitdem habe ich also bis heute noch eine sehr ähnliche Philosophie mit Körperübung, mit sich sehr viel bewegen, mit die Maschinen also komplett eigentlich rauslassen, mit Freigewichten und die Mischung aus Kraft und Ausdauer auf jeden Fall. Und das sage ich heute noch, dass das so ein bisschen der Schlüssel ist, um so schnell wie möglich fit zu werden und das dann auch zu halten. Marcus: Mh, wenn ich das höre, muss ich immer an Burpees denken (lacht) Chris: Auf jeden Fall. Burpees, die kommen ganz oft auch bei mir vor und die Kunden lieben die Burpees ne? Marcus: (lacht) Also wenn Du eine Übung rausholen müsstest aus Deinen zig-etlichen hundert Übungen, die Du kennst, welche macht Dich am schnellsten kaputt oder schlapp? Chris: Also die 100 Burpee-Challenge, also das ist ne ganz heftige Übung, auf jeden Fall. Da gehe ich natürlich auch kaputt, jedes Mal. Egal ob Du jetzt fit bist oder nicht. Marcus: 100 Burpees, heißt am Stück? Chris: Ja genau. Also, was heißt am Stück? Du musst Dich…. Du solltest die schon am Stück durchführen, aber Du kannst natürlich Dein eigenes Tempo gehen und auch Pausen machen und dann aber zusehen, dass Du wirklich auf die 100 dann kommst nach ein paar Minuten oder nach 10, 15, 20 Minuten. Je nach dem wie fit Du dann bist. Marcus: Boah krass. Wo wir gerade bei dem Thema 100 Burpees am Stück sind: Was hältst Du von der App Freeletics? Chris: Ähm, das kann ich Dir jetzt gar nicht genau sagen. Da müsste ich mal reinschauen, aber ist sicherlich gut. (beide lachen) Marcus: Weil, das ist auch eine von vielen Fitness- und Sportapps die es so gibt. Aber die hat einfach… die hat so den Anspruch oder Ansatz, die krasseste und heftigste funktionales Training App ever zu sein, glaube ich. Von daher steigen da, glaube ich, auch ziemlich viele, ziemlich früh wieder aus. Aber ich glaube die, die das durchziehen, das sind echte Pakete, also echte Maschinen. Also die solltest Du Dir auf jeden Fall mal angucken.   Chris: Ja danke, habe ich mir direkt aufgeschrieben. Werde ich auf jeden Fall tun. Wir haben auch einmal eine Burpee Challenge gemacht. Da habe ich eine Gruppe zusammengetrommelt. Wir waren so 10, 20 Leute, kunterbunt in der ganzen Welt und da haben wir jeden Tag, je nach Fitnesslevel zwischen 25 und 100 Burpees gemacht. Jeden Tag für einen Monat. Also Du kamst dann auf Deine 3.000 Burpees am Ende des Monats. Marcus: Fuck. Hat sich da bei Dir noch was verändert am Body oder ist der jetzt so immer schon in Shape, dass sich da nichts mehr tut, egal wieviel oder wie intensiv Du das betreibst? Chris: Ja, ich wünschte, ich könnte Dir jetzt sagen, der hat sich extrem geändert danach und auch viel muskulöser, aber (lacht) ich habe Vorher- und Nachherbilder geschossen und ich habe bei mir selber kaum Unterschiede gesehen. Der ist schon ganz gut in Schuss, kann ich also melden. Marcus: Ja auf jeden Fall. Und wir werden auf jeden Fall ja in den Shownotes Deine einzelnen Channels und so verlinken. Ich bin gerade auf Deinem Instagram Channel, der richtig cool ist, weil da auch viele Videos von Dir sind. Ja ich glaube, da sieht man, dass Du ganz gut in Schuss bist. Was mir gefällt, halt dieses Athletische, dieses Gerippte und Slim und nicht, wie es mal vor 20 Jahren In war, dieses Bold und Aufgepumpte. So habe ich ja damals auch angefangen, als ich angefangen habe ernsthaft zu trainieren. Als ich zum Studium nach Münster gegangen bin, bin ich direkt im Massegym gelandet. Das war so ein richtig krasses Pumperstudio, wo die Leute noch auf Bühne gegangen sind und für deutsche Meisterschaften im Bodybuilding trainiert haben und so. Und entsprechend haben die versucht, mich dann zu motivieren. Und ich habe immer mehr gegessen und so Super Kilo Plus Präparate genommen und so Kohlenhydrat-Shakes getrunken ohne Ende und erstmal überhaupt kein Ende mehr gefunden. Bis ich irgendwann total aufgequollen - ich meine, ich habe trotzdem die ganze Zeit trainiert und war halt schon gut kräftig, aber es sah irgendwie nicht cool aus. Es sah irgendwie auch viel zu dick und viel zu undefiniert alles aus. Und habe das aber zum Glück selber irgendwann bemerkt. Und weil ich so ein Extremtyp bin, habe ich dann auf einmal 20 Kilo in die andere Richtung abgenommen, weil ich jeden Tag nur noch Crosstrainer gemacht habe und kaum was gegessen habe. Dann war ich bei 76 kg. Und das sah irgendwie auch nicht mehr gesund aus. Und mittlerweile habe ich mich, glaube ich, ganz gut gefangen. Nicht zuletzt seitdem über Krav Maga dann auch noch total viel Drill und so Cardio dazugekommen ist, fühle ich mich eigentlich jetzt viel wohler als damals mit dieser Bodybuilder Pumper Figur. Und das ist, glaube ich, auch so ein bisschen das, was Du eben meintest, dass sich so der Ansatz oder der Wunsch bei den Männern auch verändert hat ne? Chris: Ja das würde ich so unterschreiben und ich finde es auch gut, dass Du in das Krav Maga reingerutscht bist. Da habe ich auch ein paar Kunden drin, die lieben das. Es ist auch nicht ganz ungefährlich, aber gut. Jede Kampfsportart - ich weiß, es ist jetzt keine direkte Kampfsportart - ist natürlich nicht ohne. Aber Du bist natürlich auch absolut durchtrainiert, Kite Surfer und Surfer habe ich gehört ne? Mein Lieber. Marcus: Ja es geht. (lacht) Also ich stand schon mal auf dem Brett, aber ich würde mich jetzt selber als Kite Sufer bezeichnen, aber ich habe auf jeden Fall die Motivation mal ein guter Kite Surfer zu werden. Aber bisher ja… ähm… liegen da so noch ein paar Stunden vor mir, auf jeden Fall. Chris: Ja, auf jeden Fall, Tarifa ist ja immer offen für Dich mit dem Johannes. Der winkt schon am Stadtrand. Marcus: Ja ja, der baut da richtig gut was auf. Die Community ist total cool. Man wird ziemlich warm dann abgeholt, so als digitaler Nomade. Sodass man da irgendwie direkt ein Netzwerk hat, gerade durch den Johannes, den ich ja persönlich gut kenne und er dann in Tarifa gut vernetzt ist. Aber das passiert gerade irgendwie in immer mehr Spots auf der ganzen Welt. Und das ist echt cool, dass man nicht mehr so alleine reist. Ich war ja zum Glück nie ganz alleine, weil ich immer mit meiner Freundin, mit der Feli reise. Aber es ändert sich schon einiges. Also früher mussten wir immer in den Party Hostels und Backpacking Absteigen unterkommen, haben gearbeitet, die Leute haben gesoffen und sind über unsere Kabel gefallen und so. Da sind so zwei Welten aufeinander geprallt. Und jetzt in diesen ganzen Coliving und Coworking Projekten und Hostels oder Camps, so wie wir eins veranstalten, das wird halt immer besser im Moment ne? Chris: Ja, das ist wirklich fantastisch, was zurzeit abgeht, seit zwei, drei Jahren. Also da ist richtig Tempo im Spiel. Das sieht man auch auf allen Kanälen und Du bist natürlich da auch, sage ich mal, so ne Führungsfigur. Also wo man eigentlich gar nicht drum herumkommt. Von daher, also Daumen hoch! Du machst da ne top Leistung. Ich hoffe, dass Du die noch für lange Zeit halten kannst. Marcus: Danke, danke! Sag mal, wie bist Du dann nach Laos gekommen? Chris: Ja nach Laos. Das war dann der nächste Sprung. Ich hatte ja eine französische Freundin damals in Laos. Auch als Lehrerin damals und dann habe ich gesagt “Ja überhaupt kein Problem, da komme ich mit”. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wo Laos ist erstmal, ja? (lacht) Da war ich noch ein bisschen grün hinter den Ohren. Marcus: Ich bis vor fünf Jahren, ehrlich gesagt, auch nicht. Also ich hatte nichts mit Reisen am Hut. Das war immer Feli, die mich dann zum Glück irgendwann mal auf die erste längere Reise genommen hat und ab da hat’s dann Peng gemacht. Chris: Genau, und dann habe ich mir das mal auf der Karte angeschaut und habe gedacht: Naja, Süd-Ost-Asien, Asien hatte ich noch nicht. Und daher hatte das eigentlich auch gepasst. Da war ich natürlich auch neugierig von der Kultur her und Landschaft und Menschen und so weiter. Und wusste aber auch nicht beruflich, wie das genau aussieht. Sie hatte dann schon also ein Studio dort angesprochen, ob ich da arbeiten könnte. Da waren sie also auch sehr bereitwillig. Und so kam das dann auch, als ich dann dorthin bin, ging das sehr schnell. Das ist eine kleine Community in Vientiane. Das ist die Hauptstadt von Laos. Und da leben so ca. 10.00 bis 15.000 Experts, also die Ausländer die dort arbeiten. Und die Stadt an sich hat um die 400.000 Einwohner. Also wie man es sieht, ist es klein, aber auch groß. Und das Studio hat mich dann direkt aufgenommen. Da gab es noch ein zweites größeres Studio, sage ich mal. europäische Größe. So 2.000 bis 4.000 Mitglider. Ja und dann ging das direkt los. Da habe ich dann ne Promotion laufen gehabt, mit 20 Spots für fünf Sessions kostenlos und danach hat die Hälfte direkt weitergemacht und ich hatte überhaupt keine Probleme da so wirklich, ganz problemlos hineinzugleiten in das Leben von Laos und auch in die Arbeits-/Fitnesswelt ne. Marcus: Und dann warst Du erst angestellt und bist mittlerweile selbstständig oder? Chris: Ja, also dort bin ich selbstständig. Da bin ich nicht angestellt, aber wir oder ich arbeite da also mit den Studios zusammen. Ich musste dort also eine Mitgliedschaft unterschreiben und bezahlen für ein Jahr, was jetzt wirklich nicht teuer ist. Laos ist ja auch immernoch ein Entwicklungsland und sehr günstig. Und dann hast Du grünes Licht dort Kunden aufzunehmen von deren Studio oder auch Kunden mitzubringen. Je nach dem. Und Laos ist also … Das Leben, der Lifestyle ist sehr langsam, sehr locker, sehr unkompliziert, sodass also das überhaupt kein Problem ist. Da gibt’s keinen Stress, auch wenige Trainer da in der Stadt. Es gibt glaube ich noch zwei andere Trainer. Deswegen habe ich auch so schnell Fuß gefasst mit so vielen Kunden. Ja und dann geht das los. Dann werden die trainiert, die Leute, die dort arbeiten. Ich sage mal 80% Ausländer, Europäer, Australier habe ich. Und dann 20% Asiaten oder Laoten, die dann aber entsprechend auch englisch sprechen. Marcus: Mh cool. Und wann geht es für Dich wieder nach Laos? Chris: Mein Flug geht Ende September, also in vier Wochen. Vier Wochen verweile ich noch im schönen Deutschland. Deutschland ist ja so schön im Sommer. Marcus: Auf jeden Fall. Chris: Da suche ich mir dann immer die schönste Jahreszeit aus. Wie ich schon sagte, bin ich jeden Sommer hier, um meine Familie und meine Freunde auch wiederzusehen. Und dann geht’s wieder zurück. Die Kunden warten also auch schon. Die wurden weiter trainiert von einem anderen Trainer, der mit mir schon zusammen arbeitet. Das Trainerteam soll ja auch aufgebaut werden jetzt. Und ja, also wir haben viel zu tun, viele Projekte und da freue ich mich schon total drauf. Marcus: Ja genau, jetzt wo Du gerade sagst, das Trainerteam soll aufgebaut werden. Jetzt fällt mir auch wieder ein, wie ich auf Dich gekommen bin. Zum einen über die Facebook Timeline, wo Du immer wieder aufgepoppt bist, aber Du hast glaube ich auch einen Job ausgeschrieben, bei uns auf DNX Jobs. Chris: Ja, das ist korrekt, das kann auch sein, genau Marcus. Ja also, ich suche immernoch Trainer, die so bereitwillig sind, nach Laos auszuwandern, für ein paar Monate oder für auch länger, ein, zwei Jahre. Laos ist wirklich ein super schönes Land. Immer mehr wandern dort aus. Wie ich schon sagte, weil es sehr, sehr nett ist, dort zu leben. Der Lifestyle ist wirklich super schön und da ist jeden Tag Sommer natürlich. (lacht) Schön warm. Ja und die Trainer, die ich suche, die würden dann das auch so weiter führen, was ich auch schon mache. Wir haben da viel potentielle in der Stadt, die fit werden möchten. Also ich könnte da viele, viele Stunden Tag und Nacht arbeiten, wenn ich wollte. Deswegehen habe ich mir gedacht, um mehr Leuten noch mehr Sportangebote bieten zu können, würde ich gerne mein Trainerteam auch erweitern. Sodass ich auch so ein bisschen rauskomme aus dem Business und mich dann auch auf mein Online Personal Training, was wir jetzt auch anbieten... Da kann ich mich dann auch ein bisschen fokussieren bzw. dann auch mehr herausnehmen, um an Wettkämpfen und Competitions teilzunehmen. Weil das ist natürlich auch nochmals als Athlet mein Fokus immernoch. Marcus: Mh, und in welcher Sportart dann die Wettkämpfe? Chris: Also zum Beispiel habe ich in vier Wochen nochmal einen Ultra Marathon. Der ist 50 km lang, der ist im Breisgau im Süden von Deutschland. Da sind zurzeit Freunde aus Neuseeland da, die haben mich eingeladen und da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Und das ist dann schon mein 10. Marathon/Ultra Marathon. Das ist ein kleines Jubiläum, da bin ich schon ganz stolz drauf. Marcus: Krass. Chris: Und Crossfit ist natürlich noch hoch im Kurs und da würde ich natürlich gerne auch nochmal die Open mitmachen und ein bisschen mehr angreifen bzw. mich vorbereiten dann dafür. Marcus: Wo finden die statt? Chris: Da kann theoretisch jeder mitmachen. Nur müsstest Du halt diese fünf Workouts innerhalb von diesen fünf Wochen in einem Crossfit Gym absolvieren, was zertifiziert ist. Und da gibt’s leider nicht so viele in Süd-Ost-Asien. Also noch nicht. Also auch da, das kommt jetzt noch mehr. Und da musst Du Dich nur diesem Studio anschließen und dann kannst Du da teilnehmen. Marcus: Ah okay cool. Ja das klingt echt gut. Was braucht man für Voraussetzungen, um sich bei dem Job zu bewerben, den Du jetzt ausgeschrieben hast? Chris: Gut, dass Du es nochmal ansprichst Marcus, danke. Also ich suche keine voll ausgebildeten Trainer. Klar, dürfen sie es auch sein. Aber ich würde lieber die jüngeren, ich sage mal, Sportstudenten bevorzugen, die also wirklich noch keine richtigen Erfahrungen haben, die da reinwachsen wollen, die ehrgeizig sind, die kreativ sind, neugierig sind. Die vielleicht auch noch nicht im Ausland waren. Das ist dann ja auch nochmal so ne Doppelbelastung, positiv jetzt gemeint. Und Fitnesserfahrung sollten sie schon mitbringen, sollten schon so ein bisschen Ahnung haben von Sport. Selber sportlich auch sein und ja… und von der Persönlichkeit muss es auf jeden Fall passen, weil Du weißt es ja selber. Wer da im Team arbeitet, das muss einfach passen, ansonsten gibt’s da auch immer wieder… naja… da soll ja auch ein bisschen Tempo ins Spiel. Es soll auch etwas aufgebaut werden und dann soll man natürlich sich sehr positiv und unkompliziert begegnen. Marcus: Okay, und die Leute, die jetzt interessiert sind und das gerade hören, an wen können die schreiben? An welche E-Mail Adresse oder worüber sollen die Dich kontaktieren? Chris: Ja die können zum Beispiel einmal auf eure Jobbörse gehen. Da kannst Du dann ja nochmal schnell die Webseite hochschießen. Marcus: Ja, DNX Jobs, aber ich verlinke das in den Shownotes. Am besten gehen die einfach auf lifehackz.de. Dann geht ihr die entsprechende Folge mit Chris Bachmann und da findet ihr dann den Direktlink auf den Job. Chris: Ah Junge, Junge. Du bist ja am vernetzen Marcus. Junge, Junge! (beide lachen) Ja genau. Oder einfach mich direkt messagen auf Chris Bachmann über Facebook, über Chris Coaching oder auch ja genau. Das ist das Einfachste glaube ich. Marcus: Mh okay. Und Du machst einige Videos auf der ganzen Welt und hast irgendwie auch keine Scheu Dich dann zu zeigen vor vielen Leuten, auch Dein T-Shirt auszuziehen habe ich gesehen. Warst Du schon immer so ein Typ oder kann man sowas lernen, wenn sich jetzt, sage ich mal, so ein Hörer fragt so “Wow, das ist schon krass, was der da macht. Ich würde auch gerne mal was mit Youtube machen, aber ich komme nicht ganz aus mir heraus, ich habe das ehrlich gesagt auch immernoch so ein bisschen. Zum Beispiel wenn ich so Schattenboxen oder so machen muss, wenn ich jetzt unterwegs bin und für Krav Maga trainieren will und keinen Trainingspartner habe, dann will ich schon irgendwie dranbleiben. Aber ich denke mal, das sieht erstmal ein bisschen angeberisch und Kacke aus, wenn da einer rumboxt im Park und tritt und so, wie so ein verrückter. Mittlerweile klappt’s aber immer besser, aber das war zum Beispiel wieder für mich auch wieder so ein kleiner Step aus der Komfortzone. Wie ist das bei Dir? Chris: Ja es ist… Marcus, Du hast natürlich recht. Du musst über Deinen eigenen Schatten springen. Und das war auch nicht immer ganz einfach. Da musst Du auch reinwachsen. Es ist... Kameraarbeit… Vor der Kamera zu arbeiten, da bist Du natürlich erstmal scheu am Anfang, aber je öfter Du das machst, desto freier bist Du einfach und stressfreier. Und mein Tip an alle ist auf jeden Fall rauszugehen, das einfach mit Freunden durchzuspielen, einfach so aus Spaß, dass man da Erfahrung sammelt, dass man einfach lockerer wird vor der Kamera. Ich glaube, das wird schon. Man muss natürlich auch nach Feedback fragen. Es muss gut ankommen und es soll natürlich auch immer einen Mehrwert irgendwo darstellen für die Leute. Meine Message ist halt immer oder sehr oft, dass die Leute inspiriert werden zum Sport machen. Das ist unsere Philosophie von Chris Coaching. Wir haben das Problem, die Leute sitzen mehr, bewegen sich weniger, die ernähren sich ungesünder - vorsichtig gesagt, die meisten. Und da ist die Bewegung, also dann die Lösung, um auch wieder ausgeglichener zu werden und mehr Energie zu tanken für die alltäglichen Dinge, wie die Arbeit und so weiter. Ja und dann sollen natürlich auch in dem Video… das sollen ja keine stupiden Fitnessvideos werden, wie man die oft sieht. Also da soll noch ein bisschen Pepp rein, da soll ein bisschen Spaß rein. Es ist ne kleine Show, Du hast es ja gerade gesagt, da wird mal ein T-Shirt ausgezogen, aber naja… Und dann werden die Videos auch geschaut. Da wollen wir natürlich auch ein provozieren und ein bisschen ne Show machen, dumme Sprüche, aber trotz alle dem wollen wir die Message überliefern, dass Leute mehr Sport machen sollen. Marcus: Mh ja super wichtig. Und obwohl es die Menschen eigentlich schon immer, glaube ich, wussten, dass das nicht korrekt ist, wie sie sich ernähren und was für ein Lebensstil sie pflegen und dass es besser wäre Sport zu machen, tun sie es nicht. Was meinst Du, woran liegt das? Chris: Wow, Du stellst die große Frage. (beide lachen) Marcus: Oder anders gefragt: Meinst Du, es ist in der heutigen Zeit vielleicht noch schwieriger nen starken Willen zu entwickeln für das, was wichtig ist oder zu erkennen, was für einen wichtig ist, wenn es immer mehr Ablenkung gibt über Social Media Netzwerke, über Dein iPhone, über diese ganzen Push Notifications. Es ist eine mega krasse Reitzüberflutung glaube ich, wenn Du jetzt als Teenager aufwächst irgendwie. Chris: Ja genau das ist ja die Problematik, die wir heutzutage haben, auch schon seit ein paar Jahren. Wir sind da ja auch mit reingewachsen mit dem ersten Handy, was wir hatten, mit 16, 17. Marcus: Ja, wie alt bist Du jetzt? Chris: Ich bin 33 jetzt.   Marcus: Ah ja cool. Chris: Nach der Schule mit 16, da ging meine Ausbildung los und da hatte ich mein erstes Handy in der Hand, also das war ein gutes Timing. (beide lachen) Ja, naja, das ist eine riesen Frage, die Du da stellst und die Problematik haben wir ja alle. Und auch deswegen geht es auch so ein bisschen in die digitale Nomadenszene rein. Wir wollen natürlich einen ausgeglichen Lifestyle haben. Wir wollen auch mehr reisen, wir wollen uns auch mehr bewegen und mehr vom Leben haben. Nur ist das Problem mit der Technologie heutzutage so stark, wie Du es gerade gesagt hast, mit der Vernetzung und Technologie ist fast überall, dass die uns natürlich viel Arbeit abnimmt. Und klar können wir uns nach unserem 9 to 5 Job auf die Couch legen und Fernsehen schauen und stundenlang surfen, nur der Knackpunkt ist die Motivation. Entweder Du möchtest Sport machen oder nicht ne? Also es ist wirklich ganz banal gesagt: Du raffst Dich jetzt auf, Du machst irgendetwas, die Options, die tausendfach da mit Fitnessvideos noch und nöcher, die Apps, Studios sind überall um die Ecke. Du müsstest ja theoretisch auch nur Deine Laufschuhe anziehen und für 20 Minuten in dem nächsten Park rumjoggen, aber - da ist das große Aber jetzt wieder - es liegt wirklich an Dir selber, da Dich aufzuraffen und es dann zu machen ne? Und das große Problem hier in Deutschland ist ja - und das ist auch so ein bisschen der Punkt, warum ich Deutschland damals verlassen habe - das Wetter. Es ist natürlich nicht immer Sonne, wo die, wie in anderen Ländern im Süden und auf der anderen Seite von der Welt und deswegen, der Regen stoppt uns natürlich auch oft. Oder die Kälte im Winter und das ist natürlich ein bisschen schwierig dann auch. Marcus: Ja. Also ich kenne das nur von mir persönlich. Und für mich ist es ein absoluter Unterschied, ob jetzt draußen Sommer ist, die Sonne scheint oder es ist Winter, es ist kalt, die Tage sind kurz, es ist dunkel. So, und sich dann trotzdem nochmal aufzuraffen und aus dem Haus zu gehen… Ich glaube, da sprichst Du auch einen ganz wichtigen Punkt an, warum es vielleicht gerade in Deutschland auch ein bisschen schwieriger ist, so ne Routine aufzubauen und täglich vielleicht Sport zu machen. Obwohl man es ja mittlerweile auch ziemlich gut von überall ausmachen kann oder auch zu Hause. Wenn ich an diese ganzen Apps denke, wie 7 Minute App, wo Du dann auch hochintensives Training, 12 Übungen in 7 Minuten oder so absolvierst, alles funktionales Training. Das funktioniert ja eigentlich auch gut, wenn Du das regelmäßig machst. Chris: Ja, das ist halt die Sache. Also entweder Du machst es. Du packst Deine Tasche und fängst an. Idealerweise rufst Du noch Deinen Kumpel an und dann zusammen macht es sowieso mehr Spaß und dann pusht man sich gegenseitig oder man wählt die Couch aus und macht den Fernseher an oder schmeißt das Internet an. Und das ist halt das Problem hier in Deutschland, sage ich mal. Weil wir sowieso auch schon so viel arbeiten, dann ist man sowieso müde. Also es bedarf schon viel Motivation da dann möglich recht sportlich zu sein, das muss ich sagen. Und da sind wir natürlich als Trainer dann gefragt, wirklich Ideen rauszugeben. So: Passt auf, was können wir machen? Was für Optionen haben wir? Was für Sport magst Du überhaupt? Wie intensiv oder wie oft kannst Du es machen? Wie sieht Deine Zeit aus in der Woche und auf geht’s. Welche Ziele setzen wir uns? Und mehr können wir nicht machen. Wir können die Fragen stellen und am Ende des Tages muss jeder selber entscheiden, ob er’s dann macht oder nicht ne? Marcus: Mh absolut. Was würdest Du sagen, ist die beste Sportart für digitale Nomaden? Für Menschen die viel unterwegs sind und keine Hantel im Handgepäck mitschleppen können? Chris: Ja also, digitale Nomaden wie ihr Jungs, ihr seid ja sowieso nur am Strand ne? Marcus: Ja den ganzen Tag und trinken nen Cocktail dabei. Chris: Ja nein, Spaß Spaß! Aber ihr seid ja relativ oft an den Stränden unterwegs. Da könnt ihr natürlich dann Surfen oder Schwimmen oder am Strand laufen. Das ist ja auch nochmal ein bisschen intensiver als auf der Straße oder auf dem Waldweg. Und ihr könnt dann so ein paar Übungen am Strand machen. Und für die Leute, die keinen Strand haben, auch da hast Du natürlich die Möglichkeit, immer zu laufen oder auch Deine Körperübungen zu machen. Wir haben ja zum Beispiel auch die Online App, da stürzen wir uns natürlich auch rein, als extra Service für unsere Kunden. Da sind auch super viele Übungen und Workouts drauf, die Du dann überall machen kannst. Alles was Du brauchst ist 10 m², 20 Minuten Zeit und Deine Sportsachen. Und dann geht’s ab. Das kannst Du vor der Arbeit machen, in der Mittagspause, nach der Arbeit, kannst jemanden dabeihaben und dann geht’s los ne? Es ist banal gesagt relativ einfach fit zu werden, aber man muss wirklich auch nen Plan haben, ne Idee haben wo will ich hin und dann das durchziehen. Ist wie im Business ne? Wenn Du ein Business hochziehen willst, kannst Du auch nicht Dich hinlegen und sagen: Jo, jetzt will ich dieses Business hochziehen und dann ganz viele Kunden haben und reich werden. Weißt Du, das ist genau die gleiche Geschichte ne? Marcus: Ja absolut, da muss erstmal die Motivation von irgendwoher kommen. Und die klappt immer ganz gut, wenn Du klare Ziele hast und vielleicht nicht so schwammige wie “Ich will sportlicher werden oder besser werden” sondern “Ich will so aussehen, wie xy nächsten Sommer” oder “Ich möchte 5 kg abgenommen haben” oder “Ich möchte 2 cm mehr Bizeps haben” oder “Ich möchte 10 Burpees schaffen in 30 Sekunden oder was”. Ich glaube, es ist auch wichtig, dass immer messbar zu machen oder? Chris: Ja genau, also es ist eine andere Motivation, die Du gerade angesprochen hast. Die Performance Results, das heißt, wie schnell kannst Du zum Beispiel die 30, 40 Burpees machen? Oder wieviele Pushups kannst Du in einem Zug machen? Wieviele Squats/Kniebeugen schaffst Du in 5 Minuten? Und so weiter. Das sind so kleine Challenges. Das ist eigentlich auch immer sehr erfolgreich, wenn wir das mit unseren Kunden machen. Da sind die natürlich auch ein bisschen angestachelt. Die Musik läuft und wenn wir dann so unser Vorgespräch haben, dann stacheln wir die natürlich auch nochmal an “Pass auf, das ist jetzt hier ein ernster Test” so halb im Spaß natürlich sagen wir das. Aber dann geben die natürlich auch Gas. Die wollen sich natürlich nicht lumpen lassen. Marcus: Mh ja, und ich weiß nicht, wie es bei Dir geht, aber so ohne… ich kann eigentlich immer nur Vollgas. Wenn man dann die Chance hat Sport zu machen, das ist das geilste Gefühl ever. Du bist einfach mega platt danach und ausgepumt, Du kannst Dich kaum noch bewegen und unter der Dusche, wenn Du Dir die Haare wachen willst, tut Dir alles weh. Ich find, das ist richtig geil. Das ist fast so geil wie Sex. Chris: Ja, naja… Da kann ich natürlich auch ein Lied von singen. Also Muskelkater ist für mich ganz normal. Das messe ich natürlich auch immer an den Tagen danach, wie heftig das Workout war. Manchmal kann ich es direkt gar nicht erkennen. Aber wenn Du dann wirklich zwei, drei Tage Muskelkater in dieser oder der einen Körperpartie hast, dann hast Du auch gedacht “nah, das ging aber doch ganz schön rein”. Marcus: Ja, ich fühle mich da immer richtig gut bei. Also andere leiden ja, wenn sie Muskelkater haben und sagen “Woa, Scheiße. Nee, mir tut alles weh” und so. Und ich denke mir dann immer “Geil, der Muskel wächst”, weil der ist ja zerstört und es werden neue Fasern aufgebaut. Chris: Ja, da sind wir auf jeden Fall auf der gleichen Seite. Das ist ein schönes Gefühl und dann geht’s natürlich noch weiter. Selbst wenn Du ein bisschen Muskelkater hast und das ist auch so eine ganz typische Frage, was meine Freunde oder auch Kunden haben “Ja, darf ich jetzt weiter trainieren eigentlich, wenn ich immernoch Muskelkater habe?” Und ich habe dann immer so eine lustige Antwort eigentlich drauf, da sage ich immer “Ja, wie machen denn die Profis das, die Athleten? Denkst Du denn, dass die dann stoppen mit dem Training?” (beide lachen) Marcus: Wir verlegen den Wettkampf mal um ne Woche... Chris: Ja genau. Und dann ist die Antwort dann eigentlich auch völlig klar. Dann merken die “Ja okay, ist jetzt eigentlich auch nicht so schlimm”. Marcus: Mh, hast Du bestimmte Routinen oder Strukturen, die Du jeden Tag machst? Chris: Ah Markus, Deine Lieblingsfrage. Da habe ich schon drauf gewartet. (beide lachen) Ja wir müssen das natürlich jetzt ein bisschen unterscheiden. Also wenn ich arbeite in Laos, dann habe ich morgens früh gleich Kunden. So zwischen zwei, drei und vier Sessions am Morgen direkt vorne weg, vor deren Arbeit von den Kunden. Dann bin ich oft auch im Workout selber mit den Kunden. Je nach dem, wenn der schon fitter ist und dann longterm Client, dann mache ich auch durchaus mal mit, mit denen. Und danach wird schnell geduscht und direkt ins Café eigentlich. Weil dann geht das Office los. Dann heißt es E-Mails beantworten und an den Projekten arbeiten und Content kreieren und naja, die ganzen Geschichten, was die digitalen Nomaden ja sowieso schon kennen. Das wird dann weiter fleißig aufgebaut das Business. Dann geht’s nach Hause zum Lunch. Da wird gegessen. Nach dem Mittagessen natürlich immer Mittagsschlaf. Das mache ich fast jeden Tag. Das ist mir auch ganz wichtig. Wenn ich den nicht habe, dann werde ich schon relativ früh müde am Abend. Das ist immer nochmal so ein Pusher. Marcus: Wielange machst Du den? Chris: Das ist meistens nur so ein Powernap über 20, 30 Minuten. Da wache ich auch ganz oft von alleine wieder auf. Marcus: Okay cool. Weil ich glaube, wenn man zu lange schläft, kommt vieles durcheinander ne? Chris: Ja, das ist richtig. Man sollte sich da auf jeden Fall den Wecker stellen, sonst ist man übermüdet. Dass man nicht in die Tiefschlafphase …. genau. Ja und dann am Nachmittag arbeite ich vielleicht nochmal ein Stündchen weiter am Computer, aber dann geht das auch mit den Kunden direkt weiter am späten Nachmittag, gegen 16:00 Uhr. Dann habe ich auch bis abends sage ich mal, teilweise bis 20:00 Uhr oder 21:00 Uhr, man kann es sich ausrechnen, meine Sessions gehen 45 Minuten lang. Dann habe ich auch nochmal, je nach dem, jeder Tag ist unterschiedlich, drei, vier, fünf Sessions am Abend. Das sind teilweise 1:1 aber auch kleine Gruppen mit zwei, drei Leuten und immer unterschiedlich ne? Marcus: Cool, das klingt echt geil und ich glaube, in meinem zweiten Leben würde ich auch gerne Fitness Coach werden und hatte schon auch immer so die Idee, wenn das mit dem Online Business nicht funktioniert oder mit anderen Sachen, dann vielleicht professionell als Trainer zu arbeiten. Ich meine, cool. Wenigstens habe ich jetzt mal einen auf dem Podcast gehabt, der mir Rede und Antwort gestanden hat. Ich bin auf jeden Fall jetzt wieder super motiviert bis in die Haarspitzen. Habe mir gleich auch vorgenommen TRX zu machen hier im Park nebenan. Ich habe das gestern mal ausgetestet. Das klappt richtig gut und das TRX… Das coole ist immer, wenn Du das irgendwo machst und gerade am Strand oder so, hast Du innerhalb kürzester Zeit die ganze Dorfjugend da, die ganzen Teenies, die auch mal mitmachen wollen und so. Dass Du dann gucken musst, dass Du selber nochmal ans Band rankommst. (beide lachen) Chris: Ja das kenne ich, das ist super das TRX auf jeden Fall. Marcus: Cool, also Chris, vielen Dank für Deine Zeit! Schöne Grüße an Kassel! Chris: Ja sehr gerne, vielen Dank für das Interview Marcus! Klasse! Und mach Du auch weiter so! Marcus: Auf jeden Fall! Und wir hören von einander. Chris: Jo. Marcus: Danke Chris, hau rein, ciao!   Yeah, das war sie auch schon, eine neue Folge von LIFE HACKZ mit Chris Bachmann. Ich habe gerade noch mit Chris nach dem Interview ein bisschen weiter gequatscht und überlegt, wie kann man die Leute motivieren noch mehr in die Umsetzung zu gehen und wirklich was zu ändern. Und Chris hat sich bereit erklärt, 10 für einen Monat kostenlose Zugänge zu seiner Fitness App zur Verfügung zu stellen. Sprich: Da gibt’s Zugang zu Videos. Ihr kriegt direkten Kontakt zu Chris. Ihr kriegt Beratung und Trainings Coaching vom Chris über die App und die gibt er für lau raus. Das Einzige, was ihr machen müsst ist: Schreibt mir eine E-Mail an marcus@lifehackz.de. HACKZ mit Z. Mit dem Betreff “Chris Coaching” und dann seit ihr mit in der Verlosung und ich würde sagen, die ersten 10, die mir schreiben, die leite ich dann an den Chris weiter und die bekommen dann den Zugang. Also mir hat es sau Spaß gemacht, ich hoffe euch auch. Ich habe das TRX Band schon hier unten. Ich gehe jetzt raus in den Park und mache ein bisschen TRX. Viel Spaß, bis zum nächsten Mal und ich hab’s dem Chris versprochen. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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  • Thomas Mangold ★ Produktiver und effizienter leben > Tausche Chaos gegen Ordnung

    · 00:46:51 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Thomas Mangold Hey Leute, was geht ab? Hier scheint die Sonne, hier ist blauer Himmel, das heißt, ich bin gerade richtig gut drauf und bin happy. Und ich habe mir heute Thomas Mangold geschnappt, den Guru in Sachen Effizienz und Produktivität und ja... wie ihr vielleicht wisst, sind das auch genau meine Themen. Von daher habe ich mich mega auf das Interview gefreut. Wir sind richtig tief eingestiegen in verschiedene Techniken, in Tools. Und ja... ich würde am liebsten mit dem Thomas noch zwei Stunden weiter labern, aber bevor ich jetzt hier zu viel rede, steigt besser ins Interview ein. Viel Spaß und haut rein! In dieser Folge lernst du: Wie du dich besser fokussierst und deine Aufgaben erledigt bekommst. Wie du deine ToDos in vier Prioritätenstufen einteilst. Was gegen akute Aufschieberitis hilft. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Selbst Management Website von Thomas ThomasMangold.me my fitnesspal Runtastic LOOX FITNESS PLANER 7-Minuten-App OFFTIME Todoist Evernote Eat That Frog! Video Wunderlist Trello Self Control Antisocial Freedom [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Thomas Mangold   Marcus: Hey Thomas, willkommen auf dem LifeHackz Podcast! Thomas: Hallo Marcus, freut mich, danke für die Einladung! Marcus: Ja sehr gerne. Wo bist Du gerade, was machst Du? Thomas: Ich sitze gerade in Wien in meinem Home Office und ja... bin im Bereich Selbstmanagement tätig, blogge auch über das Thema und ja... im Großen und Ganzen geht es bei mir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das ist mein großes Überthema, sage ich mal. Und damit beschäftige ich mich. Marcus: Okay, das heißt, am Ende soll dann der Impact sein, Du hast mehr Zeit für was auch immer? Thomas: Ja genau, für das, was Dir eben Spaß macht. Familie, Freunde oder Essen, wie auch immer und weniger halt an Deiner Arbeit oder Deinen Projekten arbeitest. Oder eben die Arbeit durch die Projekte eben schneller und produktiver über die Bühne bringst und dann eben mehr Zeit für diese Dinge zu haben. Marcus: Mhh. Das Thema Produktivität ist ja ein ziemlich wichtiges Thema, gerade bei uns Selbstständigen. Und gerade als Selbstständiger, der noch Online unterwegs ist und dann so Fallen, wie Facebook und Social Media ausgesetzt ist. Das ist für mich irgendwie immernoch die größte Challenge, da fokussiert zu bleiben. Merkst Du, dass der Bedarf oder die Nachfrage nach Dir und Deinen Kursen oder Deinen Produkten, oder speziell zum Thema Produktivität wächst und größer wird? Empfindest Du das auch so, dass es zum echten Problem werden kann? Thomas: Ja auf alle Fälle. Also, ich kenne mittlerweile so viele Menschen, die wirklich Probleme damit haben ihre Aufgaben, die ihnen gestellt werden, egal ob man jetzt selbstständig ist oder unselbstständig arbeitet, die noch über die Bühne zu bringen und die noch zu schaffen in der vorgegebenen Zeit. Das wird halt immer, immer schwieriger. Die Anforderungen werden immer höher und andererseits auch die Ablenkungen natürlich. Wie Du schon gesagt hast: Facebook, Twitter, Google, was da auch immer wartet, Youtube. Die werden auch immer größer und damit braut sich irgendwas zusammen dann, wo man dann mit den Aufgaben eben nicht mehr fertig wird. Und da muss man eben Strategien und Lösungen finden, damit man das doch schafft und ja... da setzt eben mein Blog, meine Kurse, meine Bücher setzen da an, genau. Marcus: Okay, das heißt, Du selber warst schon immer ein total effizienter, strukturierter und optimierter Mensch oder was für einen Background hast Du? Thomas: Ähm naja, ich war jetzt nicht der totale Chaot, das würde ich nicht sagen, aber ich war jetzt nicht so strukturiert und gut, wie ich jetzt arbeite und produktiv wie ich jetzt arbeite. Das war ich mit Sicherheit nicht. Also, ich habe mich mit dem Thema begonnen, schon während meines Studiums, mich zu beschäftigen und ja, es wurde dann immer mehr und irgendwann habe ich mir gedacht „Okay, da kannst Du mehr draus machen. Du weißt jetzt schon so viel über das Thema, da startest Du jetzt mal mit einem Blog“ ja. Und das war eigentlich der Beginn, aber ich war... als Schüler war ich nicht so gut strukturiert, sage ich jetzt mal (lacht). Da hat es eher gehapert an diversen Dingen, obwohl es da ja noch keine Ablenkungen wie Facebook und Smartphone oder so gegeben hat, aber trotzdem. Da waren dann halt die Ablenkungen anders. Ich war immer begeisterter Fußballspieler, begeisterter Sportler und habe halt lieber Sport getrieben als gelernt und ja... das hat sich dann auch oft in den Noten niedergeschlagen. Marcus: Ja, wir sind ja ungefähr fast gleiches Baujahr. Ich bin 77er und wenn ich mich zurück erinnere, eigentlich muss es ja voll die Oase gewesen sein ohne Smartphone, ohne Ablenkung, ohne Handys. Aber dann gab es halt andere Sachen ne? Dass man Sport gemacht hat oder sich mit Freunden getroffen hat, keine Ahnung. Also man konnte auch so seine Zeit irgendwie vertrödeln und sich um die Hausaufgaben drücken. Thomas: Genau! Das hat immer geklappt. (beide lachen) Marcus: Wie auch immer. Und was war dann der Trigger während des Studiums, Dich damit mehr zu beschäftigen? Thomas: Ja, dass ich einfach gemerkt habe... also in der Schule war es noch so, dass man halt einen klaren Stundenplan gehabt hat. Man hat gewusst, man muss hingehen. Und dann kam man auf die Uni und da war es eigentlich vollkommen egal, ob man anwesend war oder nicht - bei den meisten Kursen zumindest. Und ja... ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass ich da eigentlich viel Zeit vertrödele und nicht hingehe oder etwas anderes mache. Und dann kam die große Prüfung. Ja, und dann war es halt nicht so leicht wie in der Schule, dass man da halt noch ein, zwei Tage davor zu lernen beginnt und das schafft. Und dann kamen die ersten negativen Noten. Und das war so der Trigger wo ich gesagt habe „Okay, das kann so nicht weitergehen. Ich muss da vieles ändern.“ Und da habe ich eigentlich wirklich intensiv begonnen, mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Marcus: Mhh, also das war für mich ehrlich gesagt auch eine ganz neue Erfahrung, als ich dann frisch an die Uni gekommen bin, an der Uni Münster, und mir den Stundenplan dann selber zusammenstellen musste. Das konnte man dann ja noch irgendwie ein bisschen schieben und machen und tun, aber Du bist das erste Mal halt auf Dich selbst gestellt und für Dich selber verantwortlich, ob Du dahin gehst - bei uns gab es auch kaum Anwesenheitspflicht – oder nicht. Und wann Du anfängst zu lernen und womit Du lernst. Wichtig war eigentlich nur, dass Du zu den Klausuren erschienen bist. Und am Anfang habe ich dann auch viel zu spät angefangen und dann irgendwie mit Biegen und Brechen das gerade noch bestanden. Weil ich glaube, die meisten Menschen ticken so, dass sie erst loslaufen, wenn sie müssen. Thomas: Ja, so isses. Und das ist einer der größten Fehler und den habe ich jetzt versucht auszumerzen, eben durch gute Planung. Da kommen wir schon ins Thema Planung ein bissl hinein. Wenn Du Dir das gut einbläust und gut planst, Deine Aufgaben gut verteilst über die Zeit, die Du zur Verfügung hast, dann lebt es sich auch wesentlich entspannter. Das einzige, was man halt entwickeln muss, ist die Disziplin, das dann auch wirklich durchzuziehen und nicht so, wie gesagt, früher war ich... ich habe damals natürlich schon mit To Do Listen und Aufgabenlisten, damals noch in handschriftlicher Form auf irgendeinem Blatt Papier gearbeitet. Und das ist dann immer wieder auf den nächsten Zettel übertragen worden und so weiter und so fort. Und erledigt ist es nie worden, also ja, mittlerweile glaube ich, dass ich ganz gut in der Planung bin. Dass ich ganz gut darin bin auch zu wissen, was ich an einem Tag so erledigen kann. Also, dass ich mir nicht zu viel vornehme. Auch das ist ja oft eine Gefahr, dass man sich viel zu viel vornimmt und das dann nicht schafft und dann frustriert ist. Also da nehme ich mir lieber ein bisschen weniger vor und schaffe das dann und freue mich, dass ich dann am Ende des Tages meine To Do Liste abgearbeitet habe. Ja und eben was glaube ich noch ganz wichtig ist, sich in diesem Bereich noch ein bisschen Pufferzeiten zu lassen, weil ja immer wieder unvorhergesehene Dinge kommen. Mit denen arbeiten die wenigsten. Also die meisten die zu mir kommen, haben eben nicht diese Pufferzeiten, sondern den Tag von in der Früh bis Spätabends durchgeplant. Und wenn dann mal irgendetwas außergewöhnliches passiert, dann kommt’s eben dazu, dass man Aufgaben verschieben muss und das ist glaube ich, nicht optimal. Marcus: Ja dann kollabiert so das ganze System, was man sich vorher aufgestellt hat in seiner Wunderlist oder Evernote oder welchem To Do Planer auch immer. Thomas: Genau, so isses. Dann drückt man auf morgen, morgen, morgen, morgen und dann wird die morgige Liste wieder elendslang und das ist dann ein Riesending, das man dann irgendwann nicht mehr bändigt und irgendwann macht man den To Do Planer dann gar nicht mehr auf vermutlich. Marcus: Ja, das musste ich auch erstmal lernen. Also am Anfang bin ich auch immer davon ausgegangen, was ist der optimale Tag? Ich stehe dann und dann auf. Okay, dann bleiben mir vielleicht vier Stunden zum Arbeiten, später nochmal fünf, am Abend nochmal drei, wenn ich richtig viel weghauen will. So, und entsprechend habe ich dann die Tasks da reingehauen, aber ohne daran zu denken, dass auch mal jemand anrufen könnte oder eine E-Mail reinkommt, die dann doch so wichtig ist, dass sie da reingeschoben werden muss. Oder was auch immer passiert. Und dann ist Dein ganzer Plan eigentlich wieder für die Katz´ und Du bist wieder nur am Schieben: morgen, morgen, morgen. Wenn Du überhaupt ein Datum assigned hast. Das ist ja noch schlimmer. Ich habe mir da mittlerweile angewöhnt für alles dann auch ein Datum zu assignen in der Wunderlist. Aber wenn Du gar kein Datum hast, dann verrottet es irgendwie da, so in den Unterordnern ne? Thomas: Genau, so isses. Dann “Aus den Augen, aus dem Sinn” und ja… es ist so die Eisenhauer Matrix, wo man dann sagt, irgendwann wird es dann wichtig ja? Und dringend. Das ist ja das Problem ne? Wichtig und dringend. Und man sollte sich halt eher in dem Quadranten wichtig und nicht dringend bewegen und das versuche ich. Und seit ich das mache, ist wirklich… die Lebensqualität ist wesentlich höher dadurch. Man hat mehr Zeit die Dinge zu erledigen auch und es macht wesentlich mehr Spaß. Ja, wirklich geniale Sache. Aber wie gesagt, die meisten Leute warten dann eben, bis das wichtig und dringend wird und dann kommt eben die große Panik, dann kommt der Stress und ja… dann kommen viele Faktoren zusammen, die dann eben nicht schön sind. Marcus: Ja, das heißt, wenn Du Aufgaben angehst oder Tasks, teilst Du dann die Aufgaben in die beiden Teilbereiche wichtig und nicht wichtig und dringend und nicht dringend oder gibt es noch eine dritte Ebene? Thomas: Ich habe im Prinzip vier Stufen von Prioritäten: Die erste Priorität ist die sogenannte Eat that Frog-Aufgabe oder MIT sagt man glaube ich noch dazu: Most Important Thing. Genau ja, also das ist Priorität eins, die wir doch immer als erstes erledigt. Das ist halt so meistens die unangenehmste, wichtigste, ja… eine Mischung aus den beiden. Weil sie unangenehm und wichtig sind, erstens. Die versuche ich gleich als erstes am Tag zu erledigen, weil wenn die mal weg ist, dann ist man auch mental im Kopf viel, viel freier. Wenn man die dann mitschleppt über den ganzen Tag und erst am Schluss erledigt, hat man die immer irgendwie im Hinterkopf: “Ah dieses komische Ding da muss ich noch machen”. Und das ist dann ja… meistens nicht so gut. Das heißt Priorität eins bei mir. Priorität zwei sind dann die wichtig und dringenden Aufgaben. Die kommen halt rein. Die kann man nicht verhindern. Ich versuche halt, dass die immer ja… relativ gering gehalten werden. Aber wenn mir im Blog irgendein technischer Fehler auftritt oder irgendeine Mail reinkommt, wo etwas wichtiges zu erledigen ist, dann muss das natürlich Priorität haben, das ist ganz klar. Und ja, Priorität drei ist dann eben die wichtigen Dinge, aber die sind noch nicht dringend. Und da versuche ich eben die meisten meistens in dieser Kategorie drinnen zu sein. Und Priorität vier, wenn da noch so administrative Dinge, die weder wichtig noch dringend sind, sage ich mal. Aber eben auch erledigt werden irgendwann. Und ja… das sind so meine vier Prioritätenstufen, mit denen ich arbeite. Marcus: Mhh. Und ich glaube, viele fragen sich jetzt: Genau, wichtig und dringend ist Stufe eins, richtig? Thomas: Ja, der Eat that Frog ist Stufe eins und wichtig und dringend ist dann Stufe zwei, genau. Marcus: Ah, Eat that Frog, genau. Und Du sagtest gerade, das sind meistens die unangenehmsten Dinge. Gibt es noch ein paar Symptome, woran man so einen Task dann definieren kann oder festmachen kann? Womit man dann in den Tag starten sollte und warum sollte man den gerade am Anfang des Tages machen? Thomas: Ja, meistens sind das halt diese Dinge, die würde man gerne gar nicht erledigen. Oder es sind so unangenehme Dinge, die man am liebsten aufschieben, aufschieben, aufschieben würde. Und ja… wenn man die am Anfang des Tages erledigt, ist das eben ein befreiendes Gefühl, wenn man die mal erledigt hat ja? Weil das ist dann extrem motivierend. Weil dann denkt man sich “Ja, woah, jetzt habe ich dieses unangenehme und wichtig Ding hinter mir und jetzt bin ich voller Energie und kann weiter arbeiten. Also bei mir ist das zumindest so und bei vielen, vielen, denen ich diese Vorgehensweise vorgeschlagen habe, ist das ebenso. Man ist einfach top motiviert, wenn dieses Ding erledigt ist und hat es eben nicht mehr im Hinterkopf. Und das sind die zwei wichtigen Dinge für mich, die jedes Mal wieder… also ich bin jedes Mal wieder überrascht. Ich mache das jetzt schon extrem lange so. Also sicherlich über zwei, drei Jahre mit dieser Eat that Frog Aufgabe, und noch immer ist man nachdem man sie erledigt hat - immer gibt es auch keine, muss man auch dazu sagen - aber wenn es eine gibt, nachdem man sie erledigt hat, ist man dann total happy und glücklich, ja? Klingt komisch, ist aber so. (lacht) Marcus: Ja, also ich kann das voll bestätigen, weil ich arbeite auch nach einem ähnlichen Prinzip. Ich suche mir am Vorabend immer diesen so genannten - ich nenne den MIT “Most Important Task - raus und markiere den dann auch mit einem Sternchen in der Wunderlist. Also ich arbeite noch mit Wunderlist für mich selber. Wenn ich mit dem Team zusammenarbeite, dann über Trello. Und mir hilft dann immernoch die Zusatzfrage: Welche Aufgabe oder welcher Task hätte den größten Impact auf Dein Business oder auf Dein Leben? Und welcher Task würde Dein Leben irgendwie zum Besseren verändern? Das sind aber meistens, wie Du sagst, genau diese unangenehmen, diese fetten Monster, die man dann immer vor sich herschiebt. Und wenn man den dann trotzdem angeht und macht, wie Du schon sagst… und weil ich immer ziemlich früh aufstehe, habe ich den dann meistens schon um 9.00 Uhr oder um 10.00 Uhr fertig. Dann ist der Tag, der kann gar nicht mehr schlecht werden. Der ist dann schon so geil, weil Du denkst, Du hast mega was weggeschafft. Thomas: So ist es. Also es ist wirklich ein erhebendes Gefühl und wirklich genial. Und das was Du jetzt gerade gesagt hast mit dem größten Impact auf mein Leben in drei, vier, fünf Jahren, das ist natürlich dann auch eine coole Sache. Das versuche ich auch reinzubringen, aber das versuche ich eher in der Wochen- und Monatsplanung schon reinzubringen, dass ich da wirklich mich nur auf diese Dinge konzentriere. Und dass ich mich dann wirklich auf das Wesentliche konzentriere, was dann wirklich in meinem Leben dann den meisten Impact dann in Zukunft hat, ja. Aber mache ich auch. Marcus: Und wenn Du Dir dann… Machst Du das auch so, dass Du am Abend vorher Dir die To Do’s anschaust für den nächsten Tag, um schonmal zu wissen, was abgeht, oder planst Du dann morgens mit frischem Kopf? Thomas: In der Regel mache ich’s am Abend. Da ist es die letzte Aufgabe vorm Computer. Manchmal ist es aber auch die Erste in der Früh. Ich bin jetzt nicht ganz so streng mit mir, wenn ich am Abend dann… wenn der letzte Termin jetzt außerhalb ist, dann drehe ich den Computer jetzt nicht mehr extra auf und mache das. Aber mit Todoist, ja… dann mache ich das am nächsten Tag in der Früh. Aber in der Regel passiert’s auch am Vorabend, ja. Marcus: Ja, Todoist ist auch ein sehr cooles Tool, das verlinken wir auch in den Shownotes. Und ich habe gestern mit dem Holger Grethe vom Zendepot ein richtig spannendes Interview gemacht für den Podcast. Und er macht das beispielsweise so, dass er die Tasks immer projektbasiert angeht, das heißt, dass dann eine Woche oder je nach dem wie lange es dauert, dann nur um seinen Blog geht und dann geht es eine Woche nur um Business Development und dann geht es eine Woche nur um Online Kurse. Bei mir ist es so… ich weiß nicht… dafür spielt mein Kopf zu oft verrückt und ich brauche auch zu viel verschiedene Impressions, dass ich mir eigentlich den Tag immer so bunt zusammenwürfele. Würdest Du sagen, das ist nicht so cool oder was ist da Dein Tip? Thomas: Ich glaube, das muss jeder selbst für sich entscheiden. Beides probieren würde ich sagen. Ich bin da auch der Typ, der eher in Deine Richtung geht und sage “Okay, den ganzen Tag nur an einem Ding zu arbeiten, das ist mir irgendwie zu fade. Also ich brauche da auch mehrere verschiedene Dinge. Mal nen Blogartikel, dann vielleicht an einem Online Kurs arbeiten, dann wieder administrative Dinge erledigen und so. Also da bin ich auch eher in Deiner Richtung. Aber ich glaube, das muss - generell im Selbstmanagement ist es ja so - ausprobieren, was Du selbst für gut empfindest, das behalte bei. Und wo Du sagst, nein, das ist nichts für mich, das verwirft einfach wieder und schau das nächste Ding an. Das ist immer der Tip, den ich meinen Klienten gebe. Und das funktioniert in der Regel recht gut. Ich glaube, da muss jeder sein eigenes System finden. Jeder von uns ist ein bissl anders gestrickt und den Holger kenne ich auch sehr, sehr gut und habe mich schon oft mit ihm getroffen auch. Und ja… der macht das wirklich genial so und das passt für ihn so. Für mich würde das weniger passen.   Marcus: Okay, wie so oft: es kommt drauf an und ist ne Typ-Sache. Thomas: Genau, auf alle Fälle. Marcus: Aha und wenn Du dann die Tasks angehst, beispielsweise den MIT, ist das dann immer so ein Brocken, dass das auch mal vier, fünf, sechs Stunden dauern kann oder filetierst Du quasi Aufgaben, wenn Du weißt, sie würden von der Zeit her zu lange dauern? Thomas: Also, ich versuche das mehr zu filetieren. Aus dem ganz einfachen Grund, weil man so… also ich habe so das Gefühl produktiver zu sein. Ich versuche meine Aufgaben im Todoist relativ klein zu halten. Die gehen selten über ne Stunde drüber. Und so kann ich immer wieder dazwischen abhaken, abhaken, abhaken und sehe da mehr Fortschritt, als wenn ich da fünf Stunden an meinem MIT arbeiten würde und nach fünf Stunden da erst abhaken könnte. Das ist so ein bissl eine psychologische Geschichte von mir. Deswegen mache ich lieber die kleineren Tasks ja. Marcus: Ja, ich glaube bei vielen Menschen, bei mir auch, funktioniert dieses Belohnungssystem richtig gut. Und wie Du schon sagtest: Je mehr Du dann abhaken kannst und dann vielleicht noch so ein cooler Sound dazu kommt und dieses Checkmark irgendwie durch Deinen Fingerwisch entsteht… ich weiß nicht… ist ne coole Belohnung. Thomas: Ja auf alle Fälle ja. Es ist irgendwie jedes Mal so ein mentaler Kick und Du bist wieder frisch motiviert das nächste anzugehen. Das ist einfach genial, deswegen versuche ich möglichst oft abzuhaken. (lacht) Marcus: Ja, mir geht´s genauso. Und ich bin auch so ein Typ, wenn da irgendwelche Farbmuster sind und Du musst auf grün kommen oder Du musst auf 100% kommen oder Du musst irgendwie in einer App noch etwas dazukaufen, damit der Balken irgendwie komplett ist, dann lasse ich mich dadurch total triggern und mache das und versuche da irgendwie dranzubleiben. Thomas: Sehr gut, ja. Also es geht mir ähnlich. (lacht) Marcus: Okay, cool. Und wenn Du in dem Task selber drin bist, verwendest Du dann noch bestimmte Techniken wie Pomodoro? Vielleicht erklärst Du mal kurz, was das ist und ob das Sinn macht für Dich? Thomas: Ja, Pomodoro ist halt dass Du möglichst kleine Einheiten machst, ich glaube, 25+5 ist Pomodoro. Das heißt also 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Nein, das mache ich nicht, weil ich habe es probiert auch. Es ist an und für sich eine coole Sache, weil man wirklich länger konzentriert arbeiten kann, das schon. Aber mich hat das irgendwie gestört, dass ich dann mittendrin irgendwie da jetzt aufhören soll, Pause machen soll, wo ich gerade im Flow bin vielleicht, wo ich dann einen Artikel schreibe und gerade gut drauf bin und dann läutet dieses Pomodoro und reißt Dich irgendwie raus. Also mich hat das eher gestört dann am Ende. Deswege mache ich es nicht so. Also ich mache in der Regel regelmäßig Pausen, das auf alle Fälle. Ich versuche meine Aufgaben so im stummen Bereich anzusetzen und mache dann nach jeder Aufgabe eine kurze Pause und das funktioniert dann auch sehr gut, ja. Marcus: Mhh, ja mir geht es ähnlich. Ich habe auch schonmal Pomodoro getestet, war dann ein großer Verfechter davon, weil, das Gute an dem Pomodoro ist ja, das hat ganz strenge Regeln. Du musst dann diese 25 Minuten sitzen bleiben und nur an der Aufgabe arbeiten. Und sobald Du irgendwie rausgerissen wirst oder da einmal aufstehst und zur Toilette gehst oder was anderes, dann musst Du den Pomodoro wieder starten und reseten und von vorne machen. Was mich dann aber auch irgendwann gestört hat ist, manchmal bist Du in so nem Flow-Modus und Du bist richtig produktiv und auf einmal klingelt der Wecker und Du musst dann aufstehen und 5 Minuten etwas anderes machen. Thomas: Ja, das kann nix. Also für mich hat das halt… hab´s gut getestet. Das ist so eine Sache, die habe ich getestet und ist dann eben nix für mich gewesen, aber für manche passt das vielleicht. Manche arbeiten damit hochproduktiv. Für mich ist das eher weniger was. Marcus: Okay. Thomas: Wenn Du vorher gesagt hast, dieser Balken… Da habe ich noch einen coolen Tip mit dem ich auch arbeite. Bei großen Projekten mache ich mir auch solche Balken und unterteile die meistens so in 5%-10% Schritte auf meinem Whiteboard hier. Und dann male ich immer dazu. Je nach dem wie weit ich bei einem Projekt bin, male ich da immer dazu und das ist auch extrem motivierend und deswegen, die Idee mit den Balken gefällt mir sehr sehr gut, weil ich das selber verwende und da siehst Du halt, wie weit bist Du? Wie viel hast Du noch? Und das ist wirklich sehr, sehr motivierend so vorzugehen. Und es schützt auch noch ein bisschen so vor Aufschieberitis. Marcus: Ja, was gibst Du den Leuten für nen Tip, die an akuter Aufschieberitis leiden? Thomas: Ja, genau solche Dinge zu machen. Eben das ganze so ein bisschen zu visualisieren, darzustellen wie weit bin ich? Wohin muss ich noch? Ja? Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt, wo die meisten einen großen Fehler machen ist - jetzt ganz egal ob das mit Abnehmen zu tun hat oder irgendeine Todoist, die nicht erledigt wird - man plant ja zu wenig. Also ich muss mich genau hinsetzen und muss einen Plan erstellen, muss mir ne Strategie überlegen, wie will ich das machen? Und das machen die wenigsten, ja? Das heißt zu wenig Zeit in die Planung investiert und dann geht es meistens schief. Das ist der große, große Fehler beim Aufschieben meistens ja. Marcus: Ja, oder was ich auch gemerkt habe: Viele denken, dadurch dass sie eine App benutzen, ist das Problem schon gelöst. Thomas: Genau. Marcus: Es gibt richtig gute, coole Apps und dadurch kann man sich dann auch die Inbox 0 irgendwie leer machen, den Posteingang, wenn man alles in die App schiebt und dann ja… dann verrottet´s halt an nem anderen Ort. Also nicht mehr in Deiner Inbox, sondern liegt dann in Evernote oder Wunderlist. Also ich glaube, wichtig ist ja… irgendwie sich so motivieren zu können, dass man die Tasks dann auch angeht und im besten Fall dann auch so nen MIT dann irgendwann mal angeht ne? Thomas: Ja genau, das ist am optimalsten. Meistens sind ja genau das, diese MIT-Tasks dann ne? Diese Aufschieberitis-Dinger sind meistens MIT Sachen bei mir und wie gesagt, wenn es dann mal erledigt ist, ist es ein erhebendes Gefühl und man gewöhnt sich dann dran und freut sich zum Teil schon auf die MIT Sachen, weil man eben schon weiß, dass man sich danach gut fühlt ja? Das ist wichtig! Marcus: Mhh, also was bei mir richtig gut funktioniert, wenn ich nen MIT angehen will und das ist eigentlich jeden Tag jeden Morgen, ja nicht in den Posteingang gehen und ja nicht auch irgendwie Facebook oder so aufmachen. Weil bei mir ist so, sobald ich das Ding einmal aufmache, hat´s mich gecatcht und die Gedanken sind woanders und man verliert sich. Thomas: Ja absolut. Also mir geht’s bei Facebook so. Ich mache Facebook auf, weil ich eine Werbeanzeige erstellen will und finde mich 10 Minuten später im Newsfeed wieder (lacht). Das ist Wahnsinn. Also das ist unglaublich. Deswegen versuche ich das auch zu vermeiden, arbeite sogar mit Apps daran. Also Antisocial heißt das eine, wo Du das Facebook ausschalten kannst für gewisse Zeit, sodass Du einfach nicht drauf zugreifen kannst. Also generell alle Social Media Seiten. Und das andere heißt Freedom. Also auch recht cool, weil da kannst Du das ganze Internet kappen. Und gerade wenn ich an meinen Büchern schreibe oder Blogartikeln schreibe, da brauche ich das Internet ja nicht. Und so verhindere ich, dass da irgendwelche Ablenkungen kommen könnten. Marcus: Ja, man muss schon sagen: Das ist verdammt gut, der Algorithmus ne? Thomas: Ja, der ist Wahnsinn (lacht) Marcus: Und für’s MacBook gibt’s glaube ich noch Self Control als App für Social Media Blocking. Thomas: Genau ja, gibt’s auch. Und für’s Handy, für die, die kein iPhone haben, weil Apple das verhindert offensichtlich, gibt’s noch die App Offtime, die sehr, sehr cool ist. Da kann man verschiedene Profile erstellen. Also zum Beispiel das Profil Sport. Und da sage ich im Profil Sport, da kann ich zugreifen meinen Musik App, auf meinen Runtastic mit dem ich meinen Lauf eben triggere und auf Deine Sport Apps halt noch und alle anderen sind gesperrt und auch alle Anrufe oder SMS sind gesperrt. Und das ist echt ein cooles App, weil da kann man auch Arbeitsprofile machen und vieles, vieles mehr … Familie. Da kann man genau einstellen, wer kann auch von den Anrufern zu Dir durch und wer wird abgeblockt. Und das ist halt eine coole Sache. Gibt’s leider nur für Android im Moment. Aber ist wirklich eine coole App mit der ich sehr, sehr arbeiten auch. Marcus: Ja, klingt supergut auch. Danke für den Tip! Thomas: Gerne, gerne. Marcus: Was gibst Du Leuten mit auf den Weg, die ganz am Anfang stehen und jetzt das erste Mal ihre To Do Listen bauen und vielleicht auch es schaffen im MIT anzufangen und dann nicht wissen, wieviele Tage soll ich eigentlich arbeiten oder am Rechner verbringen? Gibt es da einen allgemeingültigen Hinweis oder Tip von Dir? Thomas: Ja, das kommt natürlich wieder sehr auf die Person an. Also ich bin ja generell auch jemand, der sehr, sehr gerne das tut, was er tut. Deswegen setze ich mir da keine Zeitlimits, aber ich versuche da natürlich schon… ich fange auch in der Regel sehr, sehr früh an. Also mein Tag beginnt… Mein Arbeitstag beginnt meistens schon um 6:00 Uhr. Arbeitstag unter Anführungszeichen. Ich bin ein Frühaufsteher auch. Und ja, ich versuche dann schon in der Regel bis 16:00 Uhr arbeite ich, allerdings mit Sport dann halt dazwischen natürlich und versuche dann einfach Freunde zu treffen. Die große Gefahr ist halt, dass viele dann vorm… gerade wenn man alleine arbeitet… daheim arbeitet… dass man dann daheim verhungert irgendwie, sage ich immer. Und die Sozialkontakte nicht mehr wahrnimmt und so. Und das ist eben absolut nichts für mich. Deswegen ja, wenn meine Freunde in der Regel mit ihrem normalen Job aufhören, dann höre ich auch auf vor’m Computer zu sitzen. Da treffen wir uns, machen irgendetwas, machen Sport oder treffen uns und gehen weg. Und das ist glaube ich, ganz, ganz wichtig. Aber im Prinzip muss es jeder für sich selbst wissen, wieviel er da investieren muss. Mein Ziel ist es halt irgendwann soweit zu sein, dass ich gerade mal vier Stunden, also den Vormittag da vor’m Computer verbringen muss und den Rest des Tages dann so gestalten kann, wie ich will. Also das ist mein großes Ziel. Und da bin ich noch nicht, aber ich bin auf dem guten Weg dahin. Marcus:  Perfekt. Und das, was Du gerade sagst, ist total interessant - auf mich bezogen. Weil immer wenn ich in Berlin bin und Du sagtest dann, irgendwann wenn Deine anderen 9 to 5 Freunde quasi frei haben und Du Dich Abends mit denen triffst, dann hörst Du auch auf und hast irgendwie ein bestimmtes Muster bis wann man arbeiten kann und dann ist auch Schluss. Und wenn ich unterwegs bin und die Tage noch viel länger sind und ich noch viel mehr Zeit habe für alles, erwische ich mich immer wieder, auch heute noch oder ich glaube letzte Woche oder so, dass ich mehr oder weniger vor’m Rechner dann verhungere und denke “Ja, Du könntest ja noch was machen”, aber so richtig effektiv ist man nicht mehr. Aber ich verpasse dann immer den Moment, einfach diesen Scheiß Deckel runterzuklappen und zu sagen “So, heute geht nix mehr. Ende.” Thomas: Ja, also, da erwische ich mich auch noch ab und zu dabei, muss ich ehrlich sagen. Wenn man dann so merkt, man ist überhaupt nicht mehr produktiv und so weiter. Und dann klappe ich ihn einfach zu und sage “Aus für heute”. Ja… Ich glaube, das perfekte Selbstmanagement wird es nie geben. Man wird immer wieder in irgendwelche Fallen tappen, aber das ist auch okay, solange es nicht regelmäßig passiert. Ich glaube ganz, ganz wichtig ist … ab und zu darf es passieren, aber wenn man regelmäßig immer Facebook aufmacht und dann 20 Minuten, 30 Minuten im Newsfeed drinhängt, dann muss man was ändern. Wenn das ab und zu mal passiert… Mein Gott, wir sind alle Menschen, sage ich immer. Das ist auch okay. Marcus: Ja auf jeden Fall. Und man hört es ja auch von den richtig effizienten Menschen in den USA, wie den Pat Flynn oder Tim Ferris oder so. Denen passiert das auch immer wieder, dass sie dann in so nem Rattenloch verschwinden und auf einmal immer wieder auftauchen und dachten “Ey Scheiße, was wollte ich jetzt eigentlich auf Facebook machen?” Also denen passiert das genauso und es soll ja auch nicht zur Selbstkastanei ausarten. Aber ich glaube gerade bei mir ist noch so geprägt so, von der alten 9 to 5 Mentalität “Zeit gegen Geld”. Solange Du am Rechner sitzt, verdienst Du Geld, solange der Deckel oben ist, scheint es ja irgendwie gut zu sein, was Du machst. Und das ist immernoch nicht ganz angekommen, dass ich selber bestimmen kann, wann ich aufhöre und wann ich wieder anfange zu arbeiten. Thomas: Ja, das stimmt. Da hilft vielleicht, dass Du Dir wirklich einen Terminplan machst und wirklich sagst “Okay, ich stelle mir jetzt das Smartphone auf 14:00 Uhr, 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr” und wenn das Smartphone läutet, dann ist Schluss für heute. Also mit dem habe ich auch eine Zeit lang gearbeitet und das hat auch gut funktioniert, weil ich mich auch immer wieder dabei erwischt habe. Gerade wenn, weiß ich nicht, wenn ich unterwegs war oder so, wie Du richtig sagst, dass man dann eben vor’m Computer noch rumsitzt und um 22:00 Uhr noch immer sitzt, ja. Und dann habe ich mir einfach gesagt “Nein, das geht nicht” und habe dann mein Arbeitsende in der Früh festgelegt und habe meinen Alarm programmiert. Und da habe ich dann tatsächlich auch zugeklappt, weil das dann wirklich… erstens Mal ist es unproduktiv. Es passieren viel zu viele Fehler dann schon, weil man ja unkonzentriert ist und nicht mehr so die mentale Energie hat und deswegen hat es meistens eh kaum etwas gebracht. Ja, da gehe ich dann lieber auf ein Bier irgendwohin und ja… schließe den Tag so. (lacht) Marcus: Ja, es gibt ja auch so ein Gesetz, dass man sich die Aufgaben, die man zu tun hat, immer - egal wie lang oder kurz der Zeitraum ist - genau in diesen Zeitraum legt. Ich komme gerade nicht auf den Namen. Thomas: Arkins Rogers Gesetz ist das glaube ich. Marcus: Genau. Thomas: Ja genau, das besagt halt: Je kürzer die Zeit ist, in der Du die Aufgabe erledigen kannst, um so produktiver bist Du natürlich. Und umso mehr konzentrierst Du Dich eben auf die wichtigen Dinge. Marcus: Ja, das ist echt krass. Wenn wir nen Ausflug machen und dann den ganzen Tag unterwegs sind. Und heute leihen wir uns wieder einen Roller und fahren über die Insel und dann weiß ich abends “Woah, ich habe jetzt nur noch drei Stunden oder ne Stunde für meine E-Mails oder ne halbe.” Du rast da durch, bist richtig effektiv, produktiv, auf dem Punkt, ähm ja… verschwendest keine Zeit. Und wenn man aber weiß “Oh ich habe den ganzen Tag hier, ich habe gutes Internet”. Weil wenn wir unterwegs sind haben wir manchmal auch nur so kurze Phasen, wo wir richtig gutes Internet haben, das hilft dann auch. Dann vertrödelt man soviel Zeit, immer wieder. Thomas: Ja, das stimmt, kenne ich auch. (lacht) Marcus: Also, wie man glaube ich merkt, das ist ein Riesenthema: Produktivität. Und eins, was mich auch sehr beschäftigt und sehr viel Spaß macht, mich immer wieder neu zu challengen und neu zu strukturieren, Routinen aufzusetzen. Thomas: Super ja. Ich glaube, gerade am Anfang, wenn man vielleicht startet mit diesen To Do Listen, dann macht’s vielleicht auch Sinn, das man sich daneben hinschreibt, neben jedem To Do: Wieviel Zeit will ich dafür investieren. Und sich dann vielleicht auch da den Wecker stellen. Also nicht Pomodoromäßig, sondern dass man einfach sagt “Okay, für diese Aufgabe möchte ich eine Stunde brauchen, und nicht mehr” und sich dann vielleicht irgendwo eine Uhr oder einen Countdown hinstellt und dann immer wieder sieht “Oh, soviel Zeit habe ich nur noch. Jetzt muss ich Gas geben”. Also das hilft auch am Anfang sehr. Marcus: Hast Du eine bestimmte Routine oder Struktur am Tag, die Du immer wieder abarbeitest? Und wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus? Thomas: Ja wie gesagt, dieser typische Tag, den gibt’s für mich eigentlich nicht, weil ich das eher immer wieder durchwürfele. Aber im Prinzip habe ich schon immer meine Hardfakts. Also mit meinem MIT beginne ich natürlich dann. Dann kommt in der Regel nach dem MIT, da bearbeite ich zum ersten Mal meine E-Mails ab. Das mache ich nur zweimal am Tag, dass ich meine E-Mails abarbeite übrigens. Marcus: Ah cool. Thomas: Und sonst bleibt’s geschlossen, weil sonst kommt immer wieder was rein und man ist abgelenkt. Deswegen habe ich mir das angewöhnt, wirklich nur zweimal am Tag, vielleicht auch ein drittes Mal am Abend - aber das ist eher selten ... Marcus: Ja, das hatte ich auch mal drauf, das ist auch ganz witzig. Und jetzt bin ich wieder zurückgefallen quasi, dass ich dann auch, wenn ich unterwegs bin und mir langweilig ist mal auf dem iPhone die Inbox checke. Und ich ärgere mich selber darüber. Ich glaube, das zeigt, es kann immer wieder passieren, dass man eine Routine oder einen Habit wieder neu aufbauen muss ne? Thomas: Genau ja, das passiert. Man hat den Fokus einfach nicht mehr drauf und dann kommt das eben neu. Aber dann muss man sich eben wieder neu drauf fokussieren und dann funktioniert das schon ja. Ich gebe halt den Tipp auch, immer alle Benachrichtigungen auszuschalten. Also Facebook- oder Mail-Benachrichtigungen. Bei vielen bimmelt ununterbrochen das Handy, weil Mails reinkommen. Also das ist halt ein Horror dann natürlich ja. Marcus: Ja, das hilft super. Das hilft ungemein. Also ich habe eh das Handy immer auf lautlos. Aber ich habe jetzt auch angefangen auf dem iPhone diese ganzen Bubbles auszuschalten, wo Du dann siehst… auch optisch einfach: 1, 2 neue Mails und dann ist man halt geneigt da reinzugehen. Und wenn Du das alles ausschaltest, alle Notifications die es gibt. Also dieses Vibrieren, den Ton, die Bubbles oben - Du lebst auf einmal viel entspannter. Thomas: So ist das, absolut. Das kann ich auch nur empfehlen. Also ich habe das auch alles ausgeschaltet zum Glück ja. Marcus: Okay cool. Thomas: Genau ja und was bei mir noch hinzukommt ist die Sporteinheit, die tägliche. Fast täglich sage ich jetzt mal. Ähm ja, entweder Fitnesscenter: Laufen, Radfahren, das baue ich dazwischen irgendwo ein, wenn ich sehe, ich brauche mal einen Time Out, dann passiert das zwischendurch irgendwie. Das kann sein am Vormittag, das kann sein am Nachmittag. Also ich bin jetzt nicht so einer, der jetzt jedes Mal den gleichen Stundenplan hat, weil ich die Abwechslung eben sehr, sehr gerne habe, aber ja… im Prinzip gehört dazu eben die MIT, dann gehört das Sportmachen dazu und ja. Zum rechten Zeitpunkt dann wirklich auch den Computer auch abdrehen. Das gehört auch noch dazu. Das sind so meine Ankerpunkte, die ich dann halt irgendwie verteile über den Tag. Marcus: Ja und wenn Du ins Fitnessstudio gehst - gestern erst habe ich eine App empfohlen gekriegt, hier in Mallorca im Gym von nem anderen Pumper - hast Du da eine Empfehlung für ne coole App? Oder bist Du da genauso hart und strukturiert zu Dir oder machst Du einfach Freestyle irgendwelche Geräte? Thomas: Nah, ich habe mein Programm… habe ich. Und Split-training und ja, da habe ich mein Programm zusammengestellt bekommen von nem befreundeten Fitnesstrainer und das ziehe ich durch. Ich versuche mindestens drei Mal in der Woche ins Fitnesscenter zu gehen und drei Mal laufen. Das ist so meine Minimumanforderung, gelingt auch meistens und an einem Tag ist dann dann Cheatday. da darf ich mich ausrasten und fertig. Das funktioniert sehr gut, da habe ich eigentlich keine Apps oder Tools, die ich empfehlen könnte für’s Fitnesstraining. Ähm, einzig die Ernährung vielleicht. Die tracke ich, weil das ganz gut funktioniert, dass man nicht zu viel zu sich nimmt, weil ich bin ja ein großer Fan von gutem Essen (lacht) und da habe ich eben mein Fitness Pale, das ich empfehlen kann, wo ich eben die Ernährung tracke und dann auch sehe “Okay, jetzt musst Du aufpassen. Jetzt hast Du schon zu viele Kalorien verbraucht. Jetzt gehst Du es wieder langsamer an”. Aber ansonsten verwende ich für’s Fitnesstraining… Ja und Runtastic eben verwende ich für das Tracken meiner Laufzeiten. Aber jetzt direkt im Studio nix. Was hast Du da empfohlen bekommen im Studio? Marcus: Äh, ich schau mal eben nach. Ich habe nämlich vorher auch immer Pläne gekriegt von nem Kumpel von mir, der auch Personal Trainer ist, aber irgendwie meldet der sich in letzter Zeit gar nicht mehr und kriege keine neuen Plände. Und die alten machen keinen Bock mehr. Loox heißt das. Und das ist ganz cool insofern, dass man … Da gibt es dann glaube ich, über 300 Pläne, je nach dem was man machen will: Kraftaufbau oder athletischer Körper oder Gewicht abnehmen oder Gewicht abbauen, Männer, Frauen… also man muss vorher sein Profil anlegen und kriegt dann entsprechende Pläne vorgeschlagen, auch von wirklichen Experten. Und kann dann aber diese Pläne auch immernoch individuell anpassen. Und das wollte ich jetzt mal ausprobieren, zumal da auch immernoch ne ganz gute Videoanleitung dazu ist, wenn man nicht genau weiß, welche Übung das ist. Und das ganze wird, sobald Du diesen als Mein Trainingsplan aktivierst, dann auch offline runtergeladen, dass Du dann gar nicht mehr Netz brauchst, wenn Du in irgendeinem Studio bist. Thomas: Okay, das ist cool ja. Sehr gut. Lade ich schon herunter. (beide lachen) Marcus: Und was ich noch empfehlen kann, was ich jeden morgen mache, ist die sogenannte 7-Minuten-App. Hast Du davon schonmal was gehört. Thomas: Das habe ich gehört ja. Marcus: Genau und das ist so 7 Minuten very intens, also sehr intensives Intervalltraining, funktionales Training. Was Du also überall machen kannst ohne Geräte oder ohne Fitnessstudio. Und das sind glaube ich 12 Übungen in die 7 Minuten reingepackt. Und ja… wenn Du das regelmäßig machst, hat das auch echt nen Impact auf Deinen Body und auf Deine Gesundheit. Das funktioniert ziemlich schnell und ziemlich gut. Thomas: Cool, muss ich probieren ja. Marcus: Kann ich nur empfehlen. So, und wenn Leute auf Deine Webseite selbst-management.biz kommen, was können die dort erwarten? Und was würdest Du empfehlen? Wo soll man einsteigen? Thomas: Ja, Einstieg ist immer schwierig. Also, einfach mal auf die Ressourcenseite schauen. Dort sind alle Artikel, die ich jemals geschrieben habe, zusammengefasst. Dort einfach mal drüberlesen und einfach dort einsteigen, was derjenige am spannendsten findet. Also da geht’s über Produktivität, Selbstmanagement, ich habe diverse Videos drinnen, meine Podcasts sind drinnen. Also da gibt’s wirklich viel zu sehen. Einfach einmal einsteigen, mit dem was Spaß macht. Ich empfehle das immer wieder. Auch wenn man mit Sport beginnt, nicht jetzt mit irgendwas einsteigen, was einem keinen Spaß macht, sondern mit dem einsteigen, was man gern tut. Es gibt jede Menge Tooltipps, Buchtipps; Zeitmanagement ist drin; Produktivität; Zero Inbox ist natürlich auch Thema; Lernen und Austauschen. Auch da habe ich sehr, sehr viel über Lernen geschrieben; um Energie; Gesundheit; Lifestyle gibt’s ein paar Artikel; wie man Ordnung schafft; mentale Stärke ist auch dabei; Evernote natürlich - ich bin ja ein großer Evernote Fan. Ja und diverse Videos und dergleichen mehr. Also einfach mal durchschauen auf der Ressourcenseite und sagen “Okay, das interessiert mich, damit fange ich an”. Und sich dann von dort aus weiter durcharbeiten und immer wieder was neues holen, würde ich sagen. Marcus: Mhh, wie lange gibt es die Seite jetzt schon. Thomas: Diese Seite gibt’s jetzt schon über zwei Jahre. Also es hat sich schon einiges angesammelt. Es kommen auch immer wieder neue Artikel hinzu natürlich. Zweimal im Monat kommt ein Artikel und einmal im Monat kommt ein Video dazu. Immer zu einem gewissen Thema und ja. Ich freue mich auch immer wieder, wenn Leute mich anschreiben und gewisse Themenwünsche äußern natürlich. Und sagen: “Da und da und da bräuchte ich Hilfe. Hast Du da was?” Und dann kümmere ich mich darum und das ist immer ein recht reger Austausch mit meinen Lersinnen und Lesern. Das ist immer spannend für mich auch. Marcus: Cool, das funktioniert immer am besten ne? Wenn Du mit Deinen Leuten redest und dann quasi das lieferst, was die Leute auch interessiert und nicht wo Du denkst, so das wäre jetzt ein wichtiges Thema ne? Das merken wir auch immer mehr. Thomas: Genau ja, ja. Auf alle Fälle. Marcus: Wieviel Traffic hast Du da jetzt so über die letzten Monate generiert? Thomas: Es haben sich jetzt in den letzten Monaten so 25.000 Lerinnen und Leser pro Monat eingependelt. Da stehe ich jetzt im Moment (lacht). Marcus: Cool. Thomas: Ja, aber ich bin zufrieden damit, also das passt. Marcus: Nee, richtig cool. Weil ich habe mich auch gewundert, ich komme aus dem SEO-Bereich. Ob zum Beispiel so eine biz-Domain - da streiten sich im SEO-Bereich ja immernoch die Geister so, ob man so eine gut zum Ranken kriegen kann oder ob man lieber auf eine .com oder .org oder .de gehen soll. Bei Dir, Du bist ein gutes Beispiel. Ich glaube, Du kriegst auch ganz gut SEO-Traffic oder? Thomas: Genau ja. Ich habe dann Experten mal, muss ich auch dazu sagen... vor nem halben, dreiviertel Jahr hat er sich um den SEO sehr genau gekümmert und da ist wirklich dann sehr, sehr viel weiter gegangen. Aber ich kriege sehr, sehr viel über Google ja. Der Großteil kommt über Google bei mir ja. Marcus: Mhh perfekt, und das kann ja nur besser werden. Das spricht aber dann auch für die Qualität des Blogs und wahrscheinlich der Trust und das Alter, was dann immer weiter in Deine Karten reinspielt, wenn Du dran bleibst und Content erstellst. Thomas: Genau, so isses. Also dranbleiben ist glaube ich, das Wichtigste beim Bloggen. Wie generell im Leben. Am Anfang habe ich mich lange herumgeschlagen mit wenigen Besuchern. Ja und dann sind’s immer mehr und mehr geworden und ja… wenn man da aufgibt in dieser Phase, ist das glaube ich schlecht. Also dranbleiben ist ganz, ganz wichtig. Marcus: Ja, ich glaube ich habe das schonmal auf dem Podcast gesagt. Es gibt auch so ne Erhebung oder Untersuchung: Was wäre passiert, wenn diejenigen den Blog weitergemacht hätten, wo sie genau aufgehört haben? Und in ganz, ganz vielen Fällen ist das genau der Punkt, wo die meisten Leute dann genervt drangehen und sagen “Nee, das bringt alles nix, ich steige jetzt hier aus. Ich höre auf” und kurz danach wäre dann dieser Big Point gewesen und gekommen. Thomas: Okay (lacht)  Das ist bitter, ja. Marcus: Ja, zum Glück wissen das dann die Leute nicht mehr, aber das zeigt nochmal, wie wichtig einfach das Durchhaltevermögen ist. Das Standing und klar, auch wenn man alleine ein Online Business angeht, ist es glaube ich noch schwieriger und dann passiert nichts auf dem Blog. Und dann ist es glaube ich um so wichtiger, sich mit gleichgesinnten zu umgeben oder beispielsweise in ne Mastermindgruppe zu gehen. Du selber bist auch in ner Mastermindgruppe, oder? Thomas: Ja genau. Also das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema für mich. Mastermind ist extrem wichtig, weil dort eben Leute sind, die verstehen was Du tust ja? Die wenigsten verstehen ja, was wir da wirklich tun. Wenn ich das normalen Freunden oder so erzähle, dann greifen die sich immer an den Kopf. Dass man damit Geld verdienen kann (lacht). Und ja, Mastermindgruppe hat mir wirklich auch einen Schub gegeben. Ich war zeitweise in drei Mastermindgruppen gleichzeitig, weil es mich wirklich inspiriert hat. Mittlerweile bin ich nur noch in einer, aber es ist wirklich eine sehr, sehr geniale Sache, weil Du Dich da austauschen kannst, neue Tipps bekommst, siehst was die anderen so machen und das wirklich sehr offen gehandhabt wird und da überhaupt kein Konkurrenzdenken ist oder so, sondern sich da gegenseitig weiterhelfen will. Und das ist wirklich… also, ich kann das nur jedem empfehlen, unbedingt eine Mastermind suchen oder selbst gründen und da dann glücklich werden. (lacht) Marcus: Auf jeden Fall. Ich kann es auch nur jedem empfehlen. Ich war da vorher immer so ein bisschen skeptisch und dachte “Wo kriege ich das denn jetzt noch reingebaut in meinen Kalender” und ja… Jetzt vor zwei Monaten war ich in Barcelona. Vom Dynamite Circle auf nem großen internationalen Event und da wurden dann auch Masterminds zusammengemischt und ich war in einer richtig, richtig guten Mastermindgruppe, wo es dann darum ging, sein Business auf’s nächste Level zu heben. Und das ist einfach so inspirierend. Erstmal so tiefe Insides in andere Businesses zu kriegen und dann diese Hilfsbereitschaft von den anderen für Dein eigenes Problem ne? Thomas: Genau ja, so isses. Also wie gesagt, ich habe sehr, sehr viel profitiert und ich wäre sicherlich nicht dort, wo ich jetzt bin ohne diese Mastermind. Das kann ich fix unterstreichen. Marcus: Und auf Deinem Blog gibt’s ja neben Deinen Blogartikeln, glaube ich, auch noch einen Videokurs und verschieden Bücher oder wie sieht das aus? Wie hast Du Dich da aufgestellt? Du hast auch noch einen eigenen Podcast? Erzähl mal ein bisschen. Thomas: Genau. Also der Podcast geht über dasselbe Thema. Also die Podcasts sind jetzt immer Artikel. Das gibt’s in geschriebener Form und gibt in Podcastform, weil manche hören lieber, manche lesen lieber. Marcus: Okay, wie machst Du das? Liest Du dann den Artiekl 1:1 ab oder änderst Du den ein bisschen? Thomas: Nein, nein, nein. Also der Podcast ist wesentlich ausführlicher. Also ich schreibe zuerst den Artikel und spreche dann im Podcast. Wenn ich ablesen würde, würde das kein Schwein hören wollen. (lacht) Also ich muss frei sprechen. Und ja… Das ist immer zu dem Thema des Artikels natürlich. Ich gehe ein bisschen mehr ins Detail im Podcast natürlich, weil man mehr Platz hat, mehr Raum hat, wenn man sprechen kann, als wenn man schreiben kann. Ich glaube, niemand würde 10.000 Wörter in einem Blogartikel lesen. Also der Blogartikel ist recht komprimiert, ich versuche da meistens so um die 1.000 Wörter zu halten und der Podcast ist eben dann für die Menschen, die genaueres erfahren wollen oder die ohnehin nur den Podcast hören. Also das passt dann schon. Dann haben wir da meine Bücher…. Marcus: Ganz kurz noch zum Podcast, weil das interessiert mich besonders, weil ich gerade erst am Anfang stehe und Du immer sehr weit oben auch in den Rankings zu finden bist. Also wahrscheinlich echt gute Inhalte da ablieferst: War das ähnlich, wie beim Bloggen, dass das erstmal ein bisschen gedauert hat, bis Du die Aufmerksamkeit hattest von den Leuten? Oder ging das direkt ab, wie eine Rakete? Thomas: Also der Podcast ist direkt abgegangen wie eine Rakete muss ich sagen, weil…. ja, Podcasts gibt’s jetz auch schon gut eineinhalb Jahre sicher. Und ja… ich habe damals halt schon ein paar Leser gehabt und man ist ja dann schnell in dieser Neukategorie oder wie heißt die? Marcus: Ja, ich hab’s auf englisch. Bei mir heißt sie “New & Noteworthy” oder so. Also Neu und Bemerkenswert oder so. Thomas: Ja, wenn man da mal drin ist und da vorne rankt, dann kommen extrem viele Leute dazu. Und das ist schonmal cool. Da kann man glaube ich, 10 oder 12 Wochen ist man da drin. Und da ist wirklich die Post abgegangen. Und ja, ich bin dann auch in den normalen Kategorien immer weiter nach vorne gewandert. In der Wirtschaftskategorie und es kommen immer wieder neue Hörer von Podcasts und das ist wirklich ein cooles Marketingtool. Das einzige, wo ich Probleme damit habe ist, die Leute dann auch auf die Webseite zu bekommen. Also da, weiß ich nicht, mache ich entweder was falsch oder die Leute einfach nicht. Gut, ich merk’s auch bei mir selbst, ja? Ich höre das im Fitnessstudio oder höre das in der U-Bahn oder im Auto und ja… Du gehst halt dann selten auf den Blog oder auf die Webseite. Da muss Dich schon was sehr, sehr spannendes dorthin locken, sage ich mal. Marcus: Ja es ist wirklich so, dass da ein Medienbruch ist. Das merke ich ja selber. Ich versuche es ja auch bei meinem Podcast, dass ich am Ende immer sage “Hinterlasst mir mal einen Kommentar irgendwie auf der Webseite oder schreibt mir an marcus@lifehackz oder hinterlasse mir eine Sprachnachricht”. Ich habe da alles eingebaut auf meiner Webseite, aber es kommt irgendwie kaum Interaktion, obwohl die Leute die Podcasts hören. Das sehe ich ja in den Stats bei Soundcloud. Aber ich kenne es von mir selber. Wenn ich den Podcast dann höre und ich bin im Bett oder so, dann habe ich keinen Bock mehr an meinen Rechner zu gehen, den anzumachen und demjenigen dann noch ne Nachricht zu schicken. Auch wenn’s vielleicht cooler wäre. Thomas: So isses, genau, ja. Also, das ist das Problem, aber gut… Das ist schön, ich freue mich über jeden Podcasthörer und es ist okay so. Ja, es ist halt ein zusätzliches Marketingtool auch für mich und ja, es funktioniert sehr, sehr gut. Marcus: Und es macht sauspaß oder? Thomas: Ja mörderisch. Also ich liebe Podcasten ja. Da kann ich mich so richtig auslassen und ja… ich glaube, das merkt man auch. Auch bei Dir merkt man das, dass es Dir ein Riesenspaß macht, als wenn man da vielleicht fade vorm Mikro sitzt und irgendetwas rein liest. Ich glaube, die Leute merken das einfach und deswegen glaube ich… ja… das ist auch ein Erfolgsrezept vom Podcast, dass Du da wirklich authentisch bist und Dir das wirklich Spaß macht. Marcus: Ja klar. Und wer so viele Folgen wie Du hat, ich glaube über 100 Stück oder so, solange kann man ja nicht irgendwas anderes vorgeben, als man ist. Man ist halt 100% authentisch auf’m Podcast und das ist ja auch das coole. Die Leute erleben Dich dann so wie Du bist und können dann entscheiden: Das gefällt mir oder das gefällt mir nicht.   Thomas: Genau so isses. Ja, das zum Podcast. hast Du noch ne Frage dazu? Marcus: Nee, zum Podcast. So! Und dann wolltest Du gerade noch so Deine anderen Produkte... Thomas: Ja, an anderen Sachen habe ich so ne Art Campus, ähn so nenne ich’s, TM Campus gelauncht. Das ist ThomasMangold.me. Und da habe ich eben meine Bücher; meine Kurse; meine Webinare, die ich auch mache ab und zu; meine Seminare, wenn ich welche gebe... die sind dann alle dort zu finden. Das habe ich dann vom Blog ein bisschen losgelöst jetzt. Oder bin gerade dabei, das loszulösen. Also vom Blog wird das alles verschwinden in nächster Zeit. Und da ist eben das alles zu finden. Und ja… funktioniert sehr, sehr gut diese Trennung. Und die Leute, die eben diese Produkte haben wollen, können auf diese Seite gehen und alle anderen sind mit dem Blog glücklich und das passt optimal. Marcus: Cool, das klingt nach einer logisch aufgebauten Welt, aber so was entwickelt sich ne? Thomas: Ja absolut, also natürlich habe ich einen Blog angefangen. Teilweise sind die Kurse auch noch in der Sidebar im Blog. Die werden jetzt alle verschwinden dort und es wird nur noch auf den Campus verwiesen. Aber ich glaube, gerade in unserem Business entwickelt sich wahnsinnig viel. Also, wenn ich meine Jahresplanung mache und jetzt schon zurückschaue auf meine Jahresplanung, dann überlege ich mir, ob ich nächstes Jahr überhaupt noch eine machen soll, weil sich einfach so viel ergibt dazwischen und man relativ kurzfristig dann halt Dinge ändert und ja, es macht halt Riesenspaß. Marcus: Ja, da ist einfach viel zu viel Musik drin bei uns, in den ganzen Online Businesses ne? Als dass man da zu lange im Voraus planen kann. Das ist echt zu Oldschool. Ich hab’s auch mal versucht, ne Jahresplanung oder Dreijahresplan… Fünfjahresplan, fragen auch immer gerne die Journalisten, aber ich kann da immer nur sagen “Ich lebe im Jetzt und es passiert viel zu viel, als dass ich jetzt sagen könnte, was in zwei Jahren ist, in drei Jahren… Ob ich dann noch digitaler Nomade bin? Wer weiß?” Oder ob ich dann vielleicht schon ne Insel besitze oder irgendetwas anderes mache… Kein Plan! Thomas: Genau, so isses. Also ich auch nicht. Mein großes Ziel ist es natürlich vom passiven Einkommen leben zu können. Das auf alle Fälle. Das ist meine große Vision, an der arbeite ich. Und da bin ich auf einem guten Weg, aber dass ich jetzt sage “In sechs Monaten kommt der und der Kurs und dieses und dieses Buch raus” das mache ich auch nicht mehr, weil da ergeben sich dazwischen so viele spannende Dinge, wo Du sagst “Okay, das machst Du”. Und das ist der große Vorteil von unserem Business. Wir machen einfach das, was uns Spaß macht und das möchte ich auf gar keinen Fall missen. Und das, was mir heute Spaß macht, muss mir in sechs Monaten keinen Spaß mehr machen und dann kann ich es ändern noch. Das ist das coole da dran. Marcus: Ja absolut unterschrieben. Ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort. Vielen Dank Thomas für Deine Zeit! Thomas: Danke für die Einladung, hat mich sehr gefreut! Marcus: Mich auch! Es war mega spannend. Wir können uns gerne auch noch ein paar Mal öfter austauschen, gerade auch zum Thema Produktivität, ich bin da auch ein totaler Freak. Von daher habe ich mich mega drauf gefreut, dass wir jetzt endlich mal miteinander gesprochen haben. Es war sehr cool, es hat mir total viel Spaß gemacht und wir bleiben auf jeden Fall in touch! Thomas: Super! Machen wir auf alle Fälle, freut mich sehr. Marcus: Dann wünsche ich Dir noch einen produktiven Tag! Thomas: Danke, Dir ebenso, ciao! Marcus: Danke, ciao!   Wow, vollgepumpt mit Motivation und Produktivitätsantrieb spreche ich hier direkt das Auto ein, dann geht die Folge auch schon zum Transkribieren und zum Mastern, so dass ihr sie möglichst schnell hören könnt. Ich hoffe, euch hat die Folge genauso viel Spaß gemacht, wie mir. Wir hören uns beim nächsten Mal. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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  • Katja Andes ★ Wie starte ich mit einer Idee ein Business?

    · 01:08:04 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit katja Andes von ideacamp Hey Leute was geht? Hier ist Berlin, hier ist LifeHackz und hier ist endlich auch der Sommer. Es wird gerade wieder richtig warm in Deutschland, gerade pünktlich zur DNX GLOBAL, die in 1,5 Wochen stattfindet, das heißt wir sind gerade in der heißen Vorbereitungsphase. Nicht desto trotz habe ich mich mega gefreut, dass Katja sich die Zeit genommen hat mit mir über eine Stunde auf LifeHackz zu quatschen. Katja ist die Gründerin von IdeaCamp. Das IdeaCamp macht Workshops und betreibt einen Coworking Space in Berlin Kreuzberg, direkt am Moritzplatz in der Nähe vom betahaus. Und der Coworking Space war auch unsere erste Anlaufstelle, nachdem Feli und ich aus Asien zurückgekommen sind, wo unser ganzer Digitale Nomaden Lifestyle gestartet ist und den Leuten vom IdeaCamp und speziell auch den Coworkern im Creative Loft, so heisst der Coworking Space haben wir sehr viel zu verdanken. Die haben uns auf das richtige Mindset gebracht, die haben uns gezeigt und vorgelebt wie man ein Unternehmen oder ein Business bootstrapped und nach dem Lean Start Up Ansatz, dass heisst mit wenig finanziellem Aufwand möglichst schnell hochzieht und an den Markt geht, um erste Feedback von den Teilnehmern zu bekommen. Und genauso sind wir auch heute noch unterwegs, wenn wir neue Projekt starten. Also freut euch auf diese Folge, es gibt viele Insights, es gibt einen Deepdive in das ganze Thema Business und Unternehmesgründung. Viel Spaß mit Katja! In dieser Folge lernst du: Das Prinzip vom Bootstrapping. Was die Idee von Sunny Office ist. Wie man als Partner gut zusammenarbeitet. Wie man seine Idee zu einem Business macht. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] 2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de] 3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES Meditationsapp 6 Phasen Meditation Creative Loft IdeaCamp Betahaus Strandschicht Sunny Office Active Collab Trello Idea Camp Onlinekurs [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Hey Katja, cool, dass Du am Start bist! Katja: Danke Marcus, danke für die Einladung! Marcus: Gerne, wo bist Du gerade? Katja: Aktuell bin ich in einer Kleinstadt in Bayern, in Neumarkt in der Nähe von Nürnberg. Also ganz unaufregend, eigentlich. Marcus: Ganz unspektakulär, kannst Dich dort aber wahrscheinlich ganz gut konzentrieren und kreativ sein? Katja: Super gut. Wir haben hier gerade ein Wohnbüro. Das ist jetzt tatsächlich auch mein neuer Wohnort. Also, ich bin jetzt noch ein mal im Monat für eine Woche in Berlin, um Gespräche zu führen, zu Netzwerken, Inspirationen zu kriegen, aber sonst ist es hier super, weil Du echt Ruhe hast und wir fühlen uns gerade super wohl und können hier richtig produktiv und gut arbeiten. Marcus: Und wir heißt jetzt wer genau? Mit wem arbeitest Du? Katja: Das ist Bernhard, mein Lebenspartner und Geschäftspartner und ich. Also, wir haben uns jetzt entschieden mal nicht im Ausland rumzuhocken im Sommer, sondern mal hier zu sein. Das tut gerade sehr gut. Marcus: Echt gut. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. Wenn Feli und ich immer so in ganz kleinen, abgeschiedenen Fischerdörfern sind, wo es am besten vielleicht nur noch eine Saftbar gibt, ein Supermarkt und ein Restaurant, wo man dann kaum noch Headspace verbraucht, um Entscheidungen zu treffen und sich dann voll und ganz auf seine Business-Sachen konzentrieren kann. Katja: Ja, also es ist immer wieder toll. Ich lebe das zwischendurch ganz bewusst, auch Tage wirklich nur mit Gesprächen zu füllen. Also wirklich Tage als Inspirationstage zu nehmen oder mal eine ganze Woche und nur Input zu sammeln und mich dann aber auch wieder zurückzuziehen. Das war die letzten zwei, drei Jahre schon so und das tut unglaublich gut. Marcus: Und wie oft bist Du noch in Berlin? Katja: Momentan so eine Woche jeden Monat. Also alle vier bis sechs Wochen bin ich Berlin und dann meistens so für eine Woche, um auch ausreichend Zeit zu haben, um Treffen zu haben, um auf ein paar Meet-ups zu gehen oder auch jetzt für die DNX Global. Wenn ihr die jetzt veranstaltet, bin ich auch wieder da und bleibe dann auch gleich ein paar Tage länger. Marcus: Okay, das heißt, Du triffst Dich dann auch mit den Gründern vom IdeaCamp, weil Du bist ja eine der Mitgründerinnen. Vielleicht erzählst Du da kurz etwas zum IdeaCamp und wie das alles gekommen ist? Katja: Genau, das IdeaCamp ist vor vielen Jahren entstanden. Da haben wir uns irgendwann mal gedacht, es gibt gar keine Stelle, wo man so richtig praktisch das Gründen lernt. Damals habe ich noch nebenher ein Master-Studium gemacht und habe da meine Mitgründer kennengelernt. Und wir wurden zum Businessplan schreiben erzogen und am besten noch einen Investor suchen und haben gedacht: “Das kann es doch nicht sein!” Da ist es das Beste, wenn man klein und schnell startet und schnell Feedback vom Markt bekommt, anstatt lange zu warten. Damals war ich natürlich auch von vielen Büchern inspiriert, wie die “4 Hour Workweek” oder auch  “Kopf schlägt Kapital” und haben einfach nach Formaten gesucht, keine gefunden und haben dann beschlossen “Hey, lasst uns das selber machen. Lasst uns einfach einen Workshop ausrufen für Leute, die auch am start sind; die gerne ihre Idee umsetzen wollen.” Und dann haben wir das, was wir damals schon gelernt hatten durch ein paar Fails, die einfach immer passieren, wenn man anfängt, zusammengefasst und weitergegeben. Und das gibt es immernoch und entwickelt sich immer weiter. Und so kam das IdeaCamp in Berlin zustande. Marcus: Und Du sagst gerade, bei euch in der Lehre in Mannheim war das, oder? Katja: Ja richtig. Marcus: Da wurde jetzt in der Theorie oder meintest Du jetzt vielleicht, dass man das nicht tiefer behandelt hat oder hat man gar nicht über den Aspekt des Bootstrappings oder des Startup Approach gesprochen oder gelehrt oder Infos zu gegeben? Katja: Also die Story ist eigentlich folgende: Ich bin witzigerweise über die Uni zum Gründen gekommen. Ich habe in der Uni über einen Kurs der Entrepreneurship heißt zum Beispiel Kalle kennengelernt. Das heißt, wir waren alle mal irgendwann an der Uni Mannheim. Und was Du da lernst ist eben, wir schreiben einen Businessplan, Pitch in, finden einen Investor und starten. Das ist völlig konträr zu dem, was wir uns damals parallel angelesen haben, zu den Erfahrungen, die wir gemacht haben. Weil wir gemerkt haben, dass es nichts bringt, lange zu warten; lange irgendwelche Zahlen runterzuschreiben, die nicht validiert sind. Das beste ist einfach klein und schnell zu starten. Und das war der Aspekt. Das heißt in diesem Studium damals, das mich glücklicherweise auch auf das Thema Gründen gebracht hat, war aber die Art und Weise, wie es vermittelt wurde nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten. Das war wirklich der sehr klassische Weg, schreib diesen detaillierten Plan mit einem Investor. Das Thema Bootstrapping hat sich mittlerweile auch verändert. Das war ja damals noch recht neu, gerade im deutschsprachigen Raum. Das kam auch alles erst nach und nach in die Literatur, in die Blogosphäre usw. Und zu dem Zeitpunkt gab es da noch kein Thema Bootstrapping. Das Wort kannte damals auch noch keiner an der Uni. Und dementsprechend haben wir eben gesagt, wir machen jetzt unser eigenes Ding dadraus und machen etwas. Das war damals auch ganz klar ausgerichtet, non-profit nebenher, Workshops, um eine Plattform zu schaffen, damit Gründer zusammenkommen können und ihre Ideen im schnellen Zyklus und ganz praxisorientiert ohne Kosten - nämlich, indem man Marketingtools, die auch kostenfrei zur Verfügung stehen, Website Tools, die nichts kosten - einfach nutzt. Etwas was da ist und schnell raus geht. So kam es eigentlich. Marcus: Und das genau ist das Prinzip vom Bootstrapping, nur noch einmal erklärt. Dass man eben nicht nach Fremdkapital sucht und irgendwie sehr kompliziert Business-Pläne schreibt und konzipiert und auch vielleicht schon viel Zeitaufwand und Energie und vor allen Dingen auch Kohle in Prototypen steckt, die noch gar nicht am Markt getestet werden können. Katja: Genau. Letztendlich entsteht das aus eigenen Ressourcen, die Idee umsetzen  und auch wachsen lassen. Das heißt, in keine Abhängigkeit bringen. Das passt auch gut zu diesen Grundwerten, die wir alle haben. Nämlich Grundwert Nr. 1: Freiheit. Behalte einfach die Hoheit auch über Deine Idee. Ich will auch in keinen Projekten einen Investor drin haben, weil ich einfach der festen Überzeugung bin, dass es bestimmt ein paar Projekte gibt, da macht Fremdkapital an gegebener Stelle Sinn, aber es gibt Projekte mit Fremdkapital die nicht funktionieren. Also wo Du nicht Umsätze machen kannst und Kunden überzeugst. Und ich glaube einfach, dass es immer gut ist, solange es geht, unabhängig und selbstständig zu bleiben, ohne fremde Einflüsse, ohne Fremdkapital und einfach aus eigenen Ressourcen nachhaltig zu wachsen. Marcus: Ja, also Feli und ich leben das Prinzip ja auch zu 100%. Ich muss dazu sagen, ohne euch und ohne die Jungs und die Mädels, also Du und Deine Mitgründer vom IdeaCamp wären wir glaube ich nie so früh und so schnell in die richtige Gasse abgebogen. Gerade ich bin auch noch sehr vom Kopf unterwegs gewesen bin, als ich mich selbstständig gemacht habe, nach jahrelanger Prägung durch die Corporate Welt und insbesondere die Berliner Startup Welt, wo halt fett abgefeiert wird, wenn Du Deine riesen Finanzierungsrunde einfährst und die Bewertung noch mal durch die Decke schießt, was aber mehr oder weniger alles gepinnt ist oder gefaked ist, damit Du dann irgendwie noch mehr Geld einsammeln kannst, um noch mehr Geld zu verbrennen. Ich sage jetzt nicht, dass es grundsätzlich schlecht ist, aber es gibt halt viele Startups, die es nur nach diesem Prinzip machen und im Grunde viel heiße Luft und viele Marketingzahlen produzieren, um dann irgendwann Exit zu machen und einen Trümmerhaufen für die Leute, die es gekauft haben, zu hinterlassen - mit Absicht. Katja: Ja, die Fälle gibt es leider. Es gibt auch Fälle, da kann der Sale schon mal stocken, das ist so eine Wachstumsgrenze, aber ich glaube einfach, jeder der sich mit seiner Unternehmensgründung nicht nur sagt, ich will damit jetzt ein großes Business aufbauen, sondern ich weiß, warum ich das mache, das ist ein Thema, das mich begeistert und ich will hier etwas nachhaltiges schaffen und ich will mir damit vor allem Freiheit erschaffen, dann ist Bootstrapping der richtige Weg und auch der einzige Weg, aus meiner Sicht, den man auch wirklich kontrollieren kann und wo man noch alle Fäden in der Hand hat. Marcus: Ja absolut. Und wir kamen dann frisch aus Asien nach Berlin zurück und mussten uns erstmal selber sortieren und mal kurz realisieren, was da überhaupt passiert ist. Also wir waren irgendwie so unter dem Einfluss geflasht, ey cool, wir sind jetzt wirklich selbstständig und wir haben gerade die Freiheit, das tun zu können, worauf wir gerade Bock haben. Wir können jetzt jeden Tag 100 Domains registrieren und 50 Projekte starten und 40 davon wieder einstampfen und wieder 20 neue am nächsten Tag starten. Mit dieser Freiheit muss man dann auch erstmal umzugehen lernen, aber weil wir das so sehr wollten, diesen Lifestyle, waren wir auch entsprechend motiviert und haben dann auch Gas gegeben, wie die Irren. Wir haben uns ja genau in der Phase dann kennengelernt in Berlin. Katja: Genau. Marcus: Und das lustige ist auch, dass wir zuerst im Betahaus gewesen sind, weil wir das Betahaus natürlich dann kannten als größten Coworking Space und haben uns das angeschaut und eine Rundführung gemacht. Genau an dem Tag war auch die Conni Biesalski da und hat da geworkt oder war draußen und stand da rum. Da hab ich gesagt “Das ist doch die Conni”. Und da hatten wir auch von Conni schon gehört und gelesen, nachdem wir da in diesen Lifestyle auch reingewachsen sind, in das ortsunabhängige Arbeiten. Aber wir hatten mit ihr noch nie Live gesprochen. Dann haben wir sie einfach angequatscht. Conni war direkt super nett und super offen und hat uns, glaube ich, am Tag danach gefragt, ob wir nicht auch Bock haben im Creative Loft zu arbeiten. Katja: Ja genau, stimmt ja. Das ist wirklich enorm, dass nicht viele Leute irgendwie mittlerweile durchgewandert sind. Ich bin auch so happy, das war ja eigentlich nie als Coworking Space geplant. Wir wollten ja vor zweieinhalb Jahren erstmal nur ein kleines Büro für das IdeaCamp haben, wo wir Workshops machen können, wo wir mal unser ganzes Material lagern können. Dann war zum Glück der Raum zu groß, den wir gefunden haben, sodass dann so tolle Leute da zusammenkommen konnten. Das ist ja auch die Sache. Ich meine, wir sind zwar digitale Nomaden, aber trotzdem brauchen wir dann wieder so Orte, die uns zusammen bringen, wo wir uns dann gegenseitig inspirieren können. Ich bin happy, dass so viele Leute durch diesen Ort mal da waren und sich gegenseitig einfach beeinflusst haben. Marcus: Ja genau. Und man kann ja auch nur weiter wachsen, wenn man wieder Leute hat, die man sich zum Vorbild nehmen kann oder die nochmal neue Einflüsse auf Dich nehmen können und nochmal neue Aspekte in Dein Leben bringen, gerade den Business Aspekt. Da wurden wir von euch total inspiriert und auch angefixt, diesen Bootstrapping-Ansatz dann aber auch 100% zu gehen und zu verfolgen und sich nicht im kleinen Detail zu verlieren, wo wir da gerade unterwegs waren. Wir haben uns, glaube ich, auch einmal mit einem juristen getroffen, um die AGBs aufsetzen zu lassen für ein Produkt, was es noch gar nicht gab. Wo wir noch gar keine Preise hatten, aber Hauptsache erstmal Visitenkarten haben. Die haben wir uns dann auch erstmal ganz wichtig drucken lassen. Ja, da wollten wir dann irgendwie viel Geld für irgendwelche Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgeben, die im Zweifel dann vor Gericht dann irgendwie keinen Wert haben und waren also nicht so cool unterwegs, wie wir jetzt eigentlich unterwegs sind, wo wir sagen “hey, das fühlt sich gut an, wir starten jetzt einfach mal und um den Rest kümmern wir uns dann, wenn es aufpoppt oder wenn es dann halt so heiß ist, dass man sich darum kümmern sollte. Katja: Ja, aber ich glaube, diesen Fehler macht jeder am Anfang, oder? Man hat dann Glück, wenn man ganz viele Beispiele kennt, die einen warnen, aber irgendwo tappt man trotzdem rein. Wir haben vor dreieinhalb Jahren mit ein paar Leuten zusammen eine GmbH gegründet, die wir dann ja liquidiert haben. Das macht keinen Spaß! Deshalb würde ich jedem empfehlen erst eine Gesellschaft zu gründen, wenn wirklich klar ist, das Ding funktioniert und es braucht auch eine Gesellschaft. Es gibt so ein paar Fehler, die muss man einfach nicht nochmal machen. Aber es ist wichtiger, dass man darüber erzählt, dass möglichst viele Menschen davor bewahrt bleiben und den direkten Weg gehen können. Marcus: Ja, bei mir war es glaube ich, auch ganz klar noch so eine Mindset-Geschichte. Weil ich in der Corporate Welt so lange dann unterwegs war, wo es dann auch viel darum ging, was für eine Position hast Du, wieviel Adcounts hast Du unter Dir, wie ist Dein Salary, was für eine Karriere hat der, in welchen Companies hat der gearbeitet. Da war natürlich auch der Job-Titel enorm wichtig, was heutzutage eigentlich totaler Quatsch ist. Aber damals war es für mich echt enorm wichtig, Visitenkarten drucken zu können, wo irgendetwas mit CEO oder Founder oder was weiß ich drauf stand. Und heutzutage habe ich gar keine Visitenkarten mehr. Katja: Du hast im IdeaCamp aber auch witzigerweise niemals Visitenkarten drucken lassen, oder? Also ich habe bis heute noch keine. Für alle weiteren Projekte habe ich dann welche gemacht, weil es einfacher ist auf Events, wenn Du Leute kennenlernst. Weil ich mich dann irgendwann dem Usus, dass man Visitenkarten austauscht gebeugt habe. Aber beim IdeaCamp gibt es nach wie vor keine. Also da hat sich die Tradition gehalten. Marcus: Das ist bei uns genauso. Wenn wir auf Business-Events sind, dann guckst Du mal in Facebook oder Linkedin. Spätestens da wird ja jeder unterwegs sein und Accounts auch so finden, weil Visitenkarten produzieren im Grunde ja auch wieder Müll, den man entsorgen muss irgendwann. Wie war das denn, als ihr vier gegründet habt? Habt ihr eine GbR gegründet als IdeaCamp oder war das eine GmbH, die ihr dann liquidiert habt? Katja: Wir haben als IdeaCamp eine UG gegründet. Wir hätten es aber eigentlich nicht gebraucht. Wenn man ehrlich ist, hätte das IdeaCamp auch einfach eine GbR sein können. Aber zu dem Zeitpunkt damals haben wir irgendwie gedacht, das wäre sinnvoll. Die GmbH war nochmal ein ganz anderes Projekt. Das wurde davor gegründet. Nee, das ist tatsächlich dann schon eher vier Jahre her. Da wollten wir mal ein eLearning Portal machen. Also das war völliger quatsch, weil wir eigentlich ein riesiges Konzept hatten und PowerPoint-Schlachten und haben dann gedacht, wir brauchen erstmal eine GmbH, bevor wir das Produkt launchen können und haben sogar Leute - das musst Du Dir mal überlegen - NDAs unterzeichnen lassen und so Geheimhaltungserklärungen, um mit denen das Projekt zu besprechen und Feedback zu bekommen. Also völliger Mist. Aber da muss man durch und als dann das IdeaCamp entstanden ist, dann haben wir auch das andere Ungetüm liquidiert, weil wir dann irgendwie gemerkt haben, dass das gar keinen Sinn macht so vorzugehen. Ab jetzt haben wir nur noch schnelle Tests. Wenn man Ideen diskutiert, am besten mit so vielen Leuten wie möglich und nicht irgendwie eine Geheimhaltungserklärung. Das ist völliger Quatsch. Genau, aber das war damals eine UG, hätte aber auch eine GbR sein können. Das ist aber auch nicht schlimm, dass es eine UG ist. Das ist völlig neutral. Marcus: Also UG finde ich eigentlich völlig in Ordnung. Ich bin ja auch als Einzelunternehmer gestartet, als ich auch schon nebenbei, neben meinem Corporate Job so die ersten Side-Projects gemacht habe als Freelancer, da muss man sagen, das ist eigentlich eine ganz coole Sache in Deutschland für die Unternehmer. Dass man ziemlich fix starten kann als Einzelunternehmer und sich auch von der Umsatzsteuer als Kleinunternehmer befreien lassen kann, um dann irgendwann eine UG zu gründen, die Force M UG, und da habe ich dann, ich glaube, 500,00 € reingelegt als kleine Kapitalgesellschaft, um das noch besser trennen zu können. Katja: Ja, das war bei uns damals auch so. Wir haben gemeinsam 500,00 € eingelegt. Das war ein recht schneller Prozess. Die Buchhaltung ist aufwändiger. Also wer heute startet, dem würde ich wirklich empfehlen, sich genau zu überlegen, brauche ich eine UG. Weil, was wir wirklich teuer und aufwendig ist, ist die ganze Buchhaltung. Das muss man sich wirklich überlegen, da würde ich wirklich drüber nachdenken. Sind es wirklich Produkthaftungsthemen, habe ich da eine relevante Haftung, die ich abwehren will von mir persönlich oder gibt es irgendwie ein persönliches Vermögen, was ich da schützen muss. Wir haben damals einfach die UG gegründet, weil es letztendlich nahe lag. Marcus: Und als ihr gegründet habt, da wart ihr vier Gründer? Katja: Damals fünf. Wir waren fünf am Anfang. Einer ist dann irgendwann raus, weil er sich entschieden hat, noch einmal in einem größeren Unternehmen Erfahrung zu sammeln, weil er damals noch nicht in der Corporate Welt unterwegs war. Dann waren wir noch zu viert und haben das dann, wie gesagt, die letzten Jahre fortgeführt. Aber das Leben ändert sich auch so, einer ist von uns mittlerweile Papa geworden. Das heißt, da bin ich jetzt diejenige, die das IdeaCamp weiterführt, weil sich die Prioritäten einfach verschieben von jedem. Marcus: Wie lange ist das jetzt her, drei Jahre? Katja: Vier Jahre. Marcus: Vier Jahre in der Welt und in der Szene, das ist ja schon wie Dekaden. Katja: Ja eine Menge. (beide lachen) Marcus: Das ist schon eine halbe Ewigkeit. Worauf ich hinaus will ist, das generiert auch bestimmt ganz viele Herausforderungen und Challenges, wenn man zu viert an einer Idee arbeitet und vier verschiedene Menschen haben wahrscheinlich auch vier verschiedene Vorstellungen, in welche Richtung das Unternehmen gehen soll; in welche Richtung die Workshops gehen sollen. Wart ihr da alle gleichberechtigt erstmal, von den Shares? Und wie habt ihr es gemacht, wenn Put-Situationen entstanden sind? Wie habt ihr das überhaupt mit dem Income gemacht, wie wurde das aufgeteilt? Habt ihr da irgendwelche coolen Modelle oder Empfehlungen? Katja: Also generell, was ganz wichtig ist, wir waren sehr gut befreundet, bevor wir gegründet haben. Ich würde immer empfehlen, wenn man mit jemandem gründet, man muss den Menschen sehr gut kennen. Das ist erstmal wichtig. Dass die Grundphilosophie gleich ist. Das IdeaCamp würde ich jetzt auch nicht mit einem normalen Unternehmen, was auf Profit arbeitet, vergleichen. Wir haben uns am Anfang vorgenommen, dass ich das Ding erhalten soll. Also, dass die Gesellschaft sich selbst erhalten können soll, auch wenn es eine UG und nicht als non-profit ausgewiesen ist, full-profit war trotzdem nie das Ziel. Als wir angefangen haben das so groß zu machen, dass wir davon leben können. Wir hatten immer die Philosophie, wir ernähren uns aus anderen Einnahmequellen, aus unseren eigenen Unternehmen und geben das, was wir lernen, weiter. Weil wir eben von Anfang an gesagt haben, wir werden nicht eine von diesen Firmen oder diesen Coaches, die sagen “ich bringe Dir bei, wie Du Dein Business gründest und verdiene damit mein Geld”. Das war immer ausgeschlossen für uns. Deshalb war es immer wichtig, dass das IdeaCamp unser “Nebenher-Projekt” ist. Das heißt, es war nie ein Vollzeit-Ding und dementsprechend haben wir es so betrieben die letzten Jahre, dass wir gesagt haben, wir machen gemeinsam Projekte. Es gab da zum Beispiel anfangs einen Workshop-Fortmat, das wir gemeinsam entwickelt haben. Dann haben wir irgendwann ein großes Event gemacht haben. Da waren es dann mal 80 bis 100 Leute, die dann bei unseren Events waren. Und da haben wir wirklich als Team gemeinsam die Aufgaben verteilt und gestemmt. Da gabe es dann vielleicht irgendwo auch mal Diskussionen. Der andere hat mal eine andere Richtung gehen wollen, aber es war immer demokratisch. Wir haben unterschiedliche Meinungen immer sehr demokratisch entschieden. Und mit dem Thema, dass wenn etwas übrig war, also wenn wir jetzt gesagt haben, wir machen ein großes Event, was natürlich auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, dann haben wir uns auch einen kleinen Teil ausgeschüttet. So ist es nicht. Wir haben schon eine kleine Aufwandsentschädigung. Das ist sehr ungewöhnlich für andere Firmen. Wir haben uns danach zusammengesetzt und einfach 10 bis 15 Minuten darüber gesprochen, wer hat welchen Teil verdient und haben uns gegenseitig gefragt, was man halt denkt, wer welchen Teil an Mehrwert beigetragen hat. Da hat es nie Streit gegeben. Weil es halt nie das Ding war, was uns ernähren musste. Das war immer so ein bisschen Coaching-Gehalt, was dann vielleicht noch hinten runterfiel und dementsprechend haben wir da immer eine gute Einigung gefunden. Mittlerweile ist es so, dass wir im Team immer die Verantwortung ein bisschen verteilt haben. In den letzten zwei Jahren war immer einer, der den Lead für das Projekt übernommen hat. Damit halt einer den Gesamtüberblick hat, gerade weil es nur ein Nebenher-Projekt war. Mein anderer Teamkollege, der Kalle, der ist jetzt Papa geworden und jetzt habe ich das übernommen. Aktuell ist es auch so, dass bei den anderen sich gerade die Priorität verschoben hat. Das heißt, die sind jetzt auch in anderen Projekten unterwegs und sie haben gerade nicht wirklich Zeit dafür. Da war so die Frage, was machen wir damit? Da haben wir jetzt als Team entschieden, dass die drei sozusagen als Coaches mit dabei bleiben, aber nicht mehr aktiv in der Geschäftsführung in der UG sind. Ich übernehme das jetzt gerade, weil ich einfach unglaublich viel Lust habe und auch gerade richtig viele neue Ideen, wohin sich das weiter entwickeln kann. So entwickelt sich halt irgendwie das Unternehmen auch mit uns weiter. Die anderen Drei haben jetzt gerade sozusagen andere Prioritäten, was die Felder wo sie Business machen angeht oder auch privat einfach. Und bei mir passt das gerade super. Ich habe mir da auf jeden Fall vorgenommen, da noch viel Zeit reinzustecken. Marcus: Perfekt und cool, dass das nicht stirbt oder untergeht, weil wir beide, also Feli uns ich, haben mit dem IdeaCamp-Team mega viel zu verdanken. Und wir werden uns immer wieder zurückerinnern, so nach dem Motto: Wie war das noch damals im Sommer 2013 als wir aus Asien zurückgekommen sind und irgendwie noch keinen Plan hatten, aber unbedingt wollten. Und wer uns da in die Spur gebracht hat und wer uns inspiert hat. Hammer, wirklich! Also vielen, vielen Dank dafür nochmal! Katja: Ja vielen Dank, dass Du mir das erzählst! Mir war überhaupt nicht bewusst, dass das für euch auch die richtige Richtung war, das Ding. Das freut mich total! Ich bin so stolz auf euch, was ihr so auf die Beine stellt. Ich finde es schön zu sehen, was ihr da für eine große Community kreiert. Marcus: Danke! Katja: Und das ist einfach cool, wenn wir da so einen kleinen Impact am Anfang hatten, dass ihr vielleicht nicht beim nächsten Anlauf AGBs machen zu lassen, sondern den einfachen Weg gegangen seid. Das ist ziemlich cool! Marcus: Ja genau. Das wart ihr dann schuld. Ihr habt das genau richtig gemacht. Und wie Du schon sagtest, es gab einfach nicht viel in Deutschland. Klar kannten wir da auch die Bücher 4 Hour Workweek, Kopf schlägt Kapital oder dieses “100$ Startup” und die ganze Literatur, aber es gab irgendwie kaum jemand, der einem das so direkt vorgelebt hat. Und auf einmal kam dann da das Creative Loft und dann saß da die Conni, die ja auch ähnlich unterwegs gewesen ist. Dann warst Du da, der Thomas, der Leute mega inspirieren kann und soviel know-how auf dem Gebiet hat. Alleine die paar Gespräche mit den Leuten, die man da geführt hat. Ich glaube in dem einen Gespräch, das hat über eine Stunde gedauert, bin ich mehr gewachsen, als in einem halben Jahr in einem Unternehmen in zig tausend Meetings. und Masterminds, die am Ende nicht viel gebracht haben. Von daher also Danke nochmal! Wie Du schon sagtest, ist das IdeaCamp mehr so ein Leidenschaftsding gewesen und es kam aus dem Innersten bei euch heraus, um anderen zu helfen. Aber das Geldverdienen habt ihr ja dann über andere Projekte gemacht. Thomas und Bastian zum Beispiel dann mit Strandschicht oder Du mit Sunny Office. Was genau ist Sunny Office und wie bist Du auf die Idee gekommen? Katja: Ich war lange bei einem großen Konzern und bin dann da vor drei Jahren ausgestiegen und dachte mir, jetzt habe ich keinen Bock auf Winter, ich gehe erstmal in den Süden. Und dann war ich in Spanien, saß da alleine rum und dachte mir so, okay, alles nett hier. Habe es jetzt auch irgendwie geschafft, eine gute Internetverbindung zu haben, aber irgendwie fehlt mir hier gerade die Gemeinschaft. Und dann kam mir die Idee mit Sunny Office. Also Events für andere Freiberufler und Unternehmer aus ganz Europa, die sich für eine Zeit von zwei, drei Wochen an einem schönen Ort am Meer treffen und dort gemeinsam Arbeiten, Netzwerken und Coworken. So entstand das. Und dann gab es vor ungefähr zwei Jahren das erste Event. Marcus: Wo war das? Katja: Und heute macht Sunny Office eben einerseits diese Events für Freiberufler/Unternehmer, Coworking, Coliving in Südeuropa, in einer tollen Umgebung. Und andererseits, das wird auch ein Anliegen, die Arbeitskultur in Unternehmen, die es natürlich schwerer haben, als ein Einzelunternehmer oder jemand der schon online arbeitet, auch zu verändern. Und deshalb wandle ich das Modell auch Richtung Unternehmen. Das heißt, ich biete auch Team Retreets an und einfach die Möglichkeit für ein ganzes Unternehmen oder eine Abteilung das Sunny Office als Umgebung zu nutzen. Und es ist mir halt ein Anliegen, denen zu helfen , ihre Arbeitskultur auch ein Stück weit flexibler zu machen, offener zu gestalten. Einfach den Mitarbeitern auch die Möglichkeit zu geben, die Flexibilität, die wir ganz selbstverständlich leben auch in einem Company-Umfeld nach und nach zu integrieren. Marcus: Klingt sinnvoll. Klingt auf jeden Fall super, super gut. Kannst Du uns mal so einen Beispieltag geben? Wie das so in dem Office abläuft, wenn ich da jetzt Teilnehmer bin? Katja: Also in der Regel stehst Du morgens auf. Es gibt morgens auch schon eine Gruppe, die geht am Strand laufen. Da kann man sich anschließen, wenn man Frühaufsteher ist. Gegen 8.00 Uhr, 9.00 Uhr trifft man sich dann zum Frühstücken. Da ist dann jemand vom Sunny Office Team, der Frühstück vorbereitet und dann startet jeder so in seinen Tag. Das heißt, beim Frühstück tauscht man sich dann schonmal aus, was sind heute die Tagesziele? Dann ist der Tag produktiv. Oft gibt es dann mittags noch einmal eine Gruppe, die sich für ein bisschen Mittagssport zusammenfindet und nochmal ein bisschen Energie sammelt oder mal in den Pool hüpft. Und am Abend haben wir zwei Punkte, die immer sehr wesentlich sind. Das eine ist jeden Abend kocht jemand anderes für die Gruppe. Das ist einfach ein total schöner Prozess. Beim Kochen lernt man sich gut kennen. Einer kann immer etwas kreieren für alle. Und danch oder davor, je nachdem wie die Gruppe tickt, setzen wir uns dann zusammen und nehmen uns dann eine oder eineinhalb Stunden Zeit, für ein bis zwei Leute aus der Gruppe. Das heißt, die Teilnehmer präsentieren dann, was ihr aktuelles Projekt ist, ob sie gerade ein Problem haben oder wo sie Feedback zu haben möchten. Und dann denken alle gemeinsam für dieses eine Projekt mit, Brainstorming, dokumentierendes. Marcus: Cool, also so eine Art Hot Seed. Katja: Richtig. Das heißt, das ganze Event geht darum, dass man sich Ziele steckt, sich gegenseitig hilft. Wir haben auch manchmal Sessions, wo einer nur seine Learnings weitergibt oder die Leute in ein bestimmtes Thema einarbeitet, für das er Experte ist. So läuft da ein Tag ab. Abends dann einfach noch gemütlich zusammensitzen und den Abend ausklingen lassen und dann irgendwann schlafen gehen. Marcus: Und wie lange dauert in der Regel ein Sunny Office? Oder ist das stable, ist das permanent irgendwo oder ziehst Du durch die Welt und machst überall an verschiedenen Orten Sunny Offices? Katja: Wir  haben verschiedene Standorte. Wir haben Standorte, wo wir immer wieder hingehen. Die haben sich einfach in den letzten Jahren herauskristallisiert. Wo wir immer wieder gerne hingehen, ist bei Barcelona, Andalusien, in der Nähe von Lissabon. Das sind so ein paar Lieblingsorte, die sich entwickelt haben, auch auf den Kanaren. Das heißt, wir haben keine stationären Orte, sondern wir ziehen dann durch Südeuropa momentan. Es gibt dann im Jahr fünf bis sieben Events, die dann an den einzelnen Standorten sind und die dauern dann in der Regel zwischen zwei und drei Wochen. Marcus: Cool, klingt richtig gut. Wie ist das bei Dir persönlich? Kannst Du sagen, wieviele Stunden Du in der Regel am Tag arbeitest und wieviele Stunden Du nicht arbeitest? Oder sind die Grenzen da fließend? Katja: Ich würde sagen, momentan habe ich mir eine ziemlich fixe Struktur gegeben, weil ich das gerade mag. Es kommt wirklich darauf an, wo ich gerade bin. Ich würde sagen, in der Regel arbeite ich vielleicht zwischen sieben und acht Stunden pro Tag. Es kann auch mal mehr und auch mal weniger sein. Wir waren jetzt erst kürzlich zwei Monate in Spanien. Und da kam es natürlich ganz drauf an. Es gab dann Tage, da sind wir irgendwie umgezogen oder sind von einer Location in die andere gewandert oder haben dann erstmal die neuen Orte erkundet, wo wir dann waren. Und dann schrauben wir natürlich den Workflow bewusst runter, um einfach Zeit für den Ort zu haben. Aktuell jetzt in der Phase hier in Bayern, hier kennen wir alles, hier sind auch trotzdem einige persönliche Treffen, aber die Arbeitszeit ist momentan schon sehr strukturiert. Also ich stehe irgendwann mal morgens auf, bin dann so gegen 9:00 Uhr oder so am Schreibtisch, nachdem ich ein bisschen Sport gemacht habe und dann schauen wir eben, dass wir auch nicht zu lange arbeiten. Also wir gucken dann, dass wir irgendwann auch Feierabend haben und geben uns so eine Struktur, die zu unserem persönlichen Rhythmus passt und wo wir gut produktiv sein können. Marcus: Ja, ich glaube, das ist ganz wichtig für jeden, der selbstständig ist und gerade auch der, der anfängt. Dass man da eine gewisse Struktur in seinen Tag bekommt, um produktiv zu sein. Katja: Ja, und das hat auch wirklich lange gedauert. Ich glaube jeder, der aus einem Job rausgeht und sich selbstständig macht, braucht erstmal eine zeitlang, um herauszufinden, was ist eigentlich ein guter Ablauf für mich. Ich weiß jetzt nicht, wie es bei Dir war, aber ich habe viel experimentiert. Also von morgens ganz früh, 5:00 Uhr, 6:00 Uhr aufstehen, morgens Sport, in der Mittagspause Sport, zuhause arbeiten, im Coworking arbeiten, mixen, mal Café, mal zuhause. Ich habe alles mögliche ausprobiert. Mittlerweile bin ich ein riesiger Home Office Fan geworden. Wenn ich einen guten Schreibtisch zuhause habe, mache ich gerne mal zwischendurch Abwechslung, indem ich mal in ein Café gehe für eine Arbeit. Ich gehe zwischendurch immer wieder spazieren. Ich gucke, dass ich regelmäßig draußen bin über den Tag verteilt. Das hilft mir ganz enorm. Das sind alles Dinge, die muss man so rausfinden für sich, was da ein guter Rhythmus ist. Marcus: Ja, da hast Du recht. Genau das Thema hatten wir auch. Da habe ich auch viel experimentiert. Was ist das beste Setting für mich? Wie kann ich am besten arbeiten? Und das sollte man auch nicht unterschätzen, aber auch nicht zu hoch hängen. Am Anfang ist es, glaube ich, wichtig, überhaupt mal etwas zu machen und loszulegen, wenn man selbstständig ist und zu schauen, wie fühlt sich das überhaupt an, soviel freie Zeit zu haben, vermeintlich freie Zeit. Und wie kann ich die dann auch nutzen, wenn man es ja eigentlich von dem alten Leben so kennt, dass wenn man mal freie Zeit hat, dann muss man ja entspannen, man muss chillen, man muss - keine Ahnung - Party machen gehen oder am Wochenende Fernsehen gucken, den ganzen Tag. Und auf einmal bist Du für Dich selber verantwortlich, diesen Tag so zu strukturieren, dass am Ende auch etwas vernünftiges bei rumkommt. Du willst ja auch irgendwie einen Impact auf andere Menschen haben oder einfach nur Geld verdienen. Oder Du musst auch irgendwie Geld verdienen dann. Katja: Eine der größten Herausforderungen, wie ich gemerkt habe, wie man produktiv ist, ist zu lernen, wie man entspannt. Das Thema hatte ich auch die ersten zwei Jahre, wo ich dann Methoden für mich gefunden habe, oder die Abläufe, um zu wissen, okay, heute kriege ich alles in meinen Tag, was ich drin haben möchte. Und dann war es eine riesen Herausforderung abschalten zu können. Das ist die nächste Herausforderung, die man hat. Und mittlerweile sage ich, wir machen feste freie Tage. Also ein Tag die Woche soll frei sein. Das ist so eine Regel. Wir schaffen es nicht immer, aber da versuchen wir jetzt, dadurch dass wir auch zu zweit als Partner viel zusammen arbeiten - das ist ja bei euch ähnlich, dass ihr auch gemeinsam arbeitet an den Dingen - da muss man noch ein bisschen streng mit sich sein und sagen: okay, heute ist frei. Das müssen wir machen, damit das alles nachhaltig ist und wir gut produktiv sein können. Marcus: Ja Du und Bernie, ihr kennt das wahrscheinlich auch. Dann hängt man ja schon sehr viel aufeinander und zusammen, gerade auch wenn man zusammen ein Business macht, und irgendwann kommt so ein Punkt, da kann man dann kurz nicht mehr und will nicht mehr und geht in die Küche, will sich vielleicht irgendetwas zu essen machen und der andere hat aber auf einmal so eine mega geile Idee und man denkt, das ist die Idee des Jahrtausends. Die muss ich direkt loswerden und dem Marcus erzähen. Und da prallen dann echt Welten aufeinander. Das hat großes Konfliktpotential. Ich weiß nicht, wie ihr es gemacht habt. Weil momentan sind wir soweit, dass Feli und ich uns über die Wunderlist koordinieren. Da machen wir für jedes Projekt noch einmal eine eigen Unterliste. Und da gibt es noch eine Liste “Jour Fix” und da kann man dann alles abladen, was man gerade so an Ideen hat, was man mit dem anderen besprechen möchte, dass man ihn dann auch nicht rausreißt. Manchmal ist man ja richtig gut im Tunnel drin und schafft richtig viel weg und dann wäre es total scheiße, wenn der andere Dich da wieder rausholt. Und deshalb schreiben wir da alles rein und machen dann regelmäßig diese Jour fixes, wo wir dann einen Punkt nach dem anderen besprechen. Das hilft total, wenn man diese Liste hat und mal kurz seine Idee irgendwo loswerden kann, auch wenn es erstmal digital in der Wunderlist ist und weitermachen zu können ohne dem anderen auf den Sacke gehen zu müssen. Katja: Ja, spannend. Institutionalisiert seid ihr da ja. Echt cool. Bei uns ist es eher so, wir haben auch so ein gemeines Projektmanagementtool. Da laufen zwei Projekte drüber, aber da läuft nicht alles drüber. Das heißt, beispielsweise Sunny Desk habe ich darüber nicht laufen. Das habe ich separat nochmal. Marcus: Welches Projektmanagementtool habt ihr da? Katja: Das heißt Active Collab. Das ist keins, was man so kennt. Das ist ein Tool, was man sich einmal einkauft und auch auf dem eigenen Server installiert. Das haben wir genutzt, weil wir das auch als Plattform oder als Softwarelösung für Einzelprojekte, die wir gemeinsam machen, nutzen. Und das heißt, das hat so mehrere Funktionen, deshalb nutzen wir das. Das ist aber auch eine ganz normale Cloud-Lösung. Das heißt, Du machst alles online. Du kannst alles gemeinsam einsehen und Teams mit verwalten. Das ist echt ein schönes Tool. Ich glaube, die Momente, wo wir uns da austauschen, sind vor allem gemeinsame Spaziergänge. Wir schauen, dass wir mittags oder abends gemeinsam eine Runde rausgehen und spazieren oder laufen gehen. Und das sind so die Momente, wo wir uns über alles mögliche, was noch so im Kopf ist, austauschen. Marcus: Okay, das heißt, Du hast Dich davor so gut im Griff, dass Du nicht rausplatzen musst und zum Bernie rennst, wenn Dir morgens irgendetwas cooles einfällt beim Frühstückmachen? Katja: Das kann passieren, aber es hat noch nie zu einem Konflikt geführt. Also ich glaube, bisher hat das ganz gut funktioniert. Aber wer weiß, vielleicht brauchen wir unsere Jour fixes und gemeinsame Listen, aber noch klappt´s. (beide lachen) Mal gucken, wer weiß? Gut, dass ihr schonmal ein Tool gefunden habt. Marcus: Ja auf jeden Fall. Wenn ihr dann mal weitere Hilfe braucht, dann wendet euch gerne vertrauensvoll an uns. Wir haben da echt viel ausprobiert und viel gemacht mit To-Do-Listen und Wunderlist. Wir bauen ja jetzt auch langsam ein virtuelles Team auf für unsere ganzen Projekte, weil wir es alleine nicht mehr schaffen. Und da nutzen wir gerne Trello, was auch richtig gut funktioniert, um organisiert zu bleiben. Zum Thema Morgenroutine oder Struktur überhaupt für den Tag, da habe ich auch super viel getestet und mittlerweile sieht mein Setting wirklich so aus, dass ich mit der Sonne aufstehe, also immer wake up with sunrise. In Berlin ist das jetzt gerade 05:05 Uhr. Da stelle ich mir dann den Wecker. Mittlerweile muss ich den auch gar nicht mehr stellen, weil ich von selber wach werde, wenn die Sonne aufgeht. Und ich das total genieße, wenn es um mich noch total still ist und auch noch nicht viel los ist und auch nicht viel passiert und ich ganz in Ruhe erstmal meine 7-Minute App machen kann. Das ist auch so eine Sport App. Danach meditiere ich 15 Minuten, dann mache ich mir mein Frühstück und dann mit dem most important Task bzw. davor mache ich dann noch das 5-Minute Journal. Kennst Du das? Katja: Ja das kenne ich. Da einfach mal die Gedanken runterschreiben. Marcus: Ja genau. Das ist super useful auch, um in einen positiven Mindset zu kommen. Dann wird da abgefragt, wofür bist Du dankbar oder was möchtest Du heute gerne schaffen oder was würde den Tag zu einem richtig guten Tag machen? Sodass man sich da schonmal so ganz langsam damit beschäftigt, was passiert heute alles? Um dann loszulegen. Also das ist im Moment so das Setting, was bei mir am besten funktioniert, aber das muss jetzt auch nicht in Stein gemeißelt sein und für die Ewigkeit. Katja: Also, das ist ja immer im Fluss, ne? Gerade habe ich auch viel mit Meditation. Sport ist gerade über den Tag verteilt. Das kommt immer darauf an, wie die Agenda ist. Das mache ich gerade ein bisschen nach Lust und Laune. Ich hatte auch mal eine Zeit, da bin ich jeden Morgen laufen gegangen. Das kommt immer so ein bisschen auf die Jahreszeit an, wo man gerade ist. Was wichtig ist, ist für mich diese Fokuszeit morgens. Aktuell habe ich so eine Meditation gefunden über eine gute Freundin, die Jeannette. Die kennst Du ja auch. Die hat jetzt einen Blog, in dem sie unter anderem das Thema Meditation aufgreift. Die hat eine ganz tolle App empfohlen von Vishen Lakhiani. Das ist auch der Gründer vom Awesomness Fest oder Mindvalley Academy. Und er hat so eine schöne Meditation, die heißt Six Face Meditation. Da wirst Du durch verschiedene Stufen durchgeleitet. Da geht es unter anderem auch darum, was beinhaltet Dein Tag? Wie muss Dein Tag aussehen, damit Du Deine Visionen in drei Jahren erreichst? Und das ist immer eine schöne Verbindung zwischen Wo will ich hin? Was spornt mich wirklich an und was muss ich heute tun? Was ist wirklich wichtig, damit ich genau dahin komme? Marcus: Und das ist dann eine geführte App, die Dir dann über Audi, also über eine Stimme sagt, woran Du jetzt denken sollst oder was? Katja: Das ist eine geführte Meditation und das sind so 15 bis 20 Minuten, die Du dafür brauchst. Das findet man unter anderem auch auf Youtube. Ich kann Dir da gerne einen Link schicken, den Du dann auch wieder posten kannst. Marcus: Genau, den verlinken wir auf jeden Fall in den Shownotes. Katja: Also, das ist eine geführte Meditation und da wirst Du durch mehrere Phasen durchgeführt. Also von Dankbarkeit oder eine Vision schaffen und sich den perfekten Tag vorstellen, um dann eben wirklich fokussiert zu starten und die hilft ganz gut als schönen Einstieg in den Tag auf ganz verschiedenen Ebenen. Marcus: Und Sport machst Du dann immer je nach dem wo Du gerade bist? Ich weiß ja, Du bist mega sportlich. Katja: Derzeit gehe ich auch ab und zu mal ins Fitnessstudio, wenn es eher so Richtung Krafttraining geht und ansonsten ist mein Lieblingssport Laufengehen. Momentan ist es tatsächlich ein bisschen in den Hintergrund gerückt, weil ich mir kürzlich eine fette Erkältung geholt habe. Das ärgert mich immer so, wenn man zwischendurch so rausgerissen wird. Marcus: Gerade, wenn man so voll im Flow ist, ne? Katja: Ja, aber trotzdem. Also am liebsten einfach eine Runde laufen. Aus der Haustür rauslaufen, dann noch ein bisschen Krafttraining zuhause. Das mache ich ehrlich gesagt am allerliebsten. Sachen, die schnell gehen, sich einfach in den Tag integrieren lassen und auch überall machbar sind. Marcus: Und welche Form von Krafttraining machst Du dann zuhause? Katja: Einfach ein bisschen Crossfit. Wirklich ganz simpel. Liegestütze; wenn ich Lust habe, ein paar Burpees, aber das wird seltener. Meine Freeletics Zeiten sind echt ziemlich lang vorbei. Ich habe da echt abgebaut. Und sonst einfach ein paar Muskelübungen kombiniert. Zwischendurch habe ich auch mal - diese 7-Minute App habe ich nicht ausprobiert - aber mit ein paar anderen Apps experimiert; mit ein paar Crossfit-Übungen. Marcus: Ja, freeletics geht ja auch in die Richtung. Das ist wirklich hardcore, ne? Katja: Ja genau, das ist krass. Also ich habe das eine Zeit lang richtig viel gemacht. So drei, vier mal die Woche, mindestens. Dann habe ich aufgehört und habe dann ein halbes Jahr später eine ganz kleine Übung gemacht, nur fünf, sechs Minuten und habe gedacht, ich hätte mir die Sehnen überlastet. Ich hatte also noch nie so einen bösen Muskelkater. Das ist richtig fies. Also da muss man wirklich aufpassen und nichts überlasten. Das ist wirklich mit Vorsicht zu genießen. Da muss man sich sehr, sehr langsam rantasten. Marcus: Ja absolut. Ich glaube, viele sind da auch schnell demotiviert, weil die Ziele oder die Trainingspläne hängen da so hoch und die Intensität, dass selbst ich dann beim Einstieg dachte, Woah das geht mir zu schnell. Katja: Ja. Die Entwicklung ist sehr schnell. Wenn man da mal mit anfängt, ist es krass, wie schnell man sich in den einzelnen Übungen weiter entwickelt. Aber der Anfang, also die Muskelkater sind echt hart. Und ich bin mir auch sicher, ob das so sinnvoll ist. Also wenn die Schmerzen so groß sind, dass zum Teil auch die Sehnen überlastet sind, dann muss man wirklich aufpassen. Ab einem gewissen Trainingslevel ist es super gut, aber gerade im Einstieg, echt Vorsicht! Da kann es einen ganz schön beuteln nach so einer Übung, wenn man nicht aufpasst. Marcus: Du hast ja bei uns auf der DNX auch schon einmal einen Workshop gegeben, zu dem Thema “Wie kann ich jetzt eine Idee in ein valides Business transformieren?” Kannst Du dazu vielleicht noch etwas sagen? Ich bin mir sicher, viele Hörer haben schon lange eine coole Idee und sind auch voll davon überzeugt, dass das was sein könnte und was geben kann, aber wissen nicht, wie man das starten soll. Katja: Ja, also das ist ja im Grunde das, was wir seit vier Jahren  im IdeaCamp machen. Als erstes ist ja die Frage: Was ist das für eine Idee? Passt die Idee zu mir? Das ist ein ganz wichtiges Thema, bevor man anfängt mit: Ich habe hier eine Idee, will die umsetzen. Da würde ich jedem erstmal immer raten, sich zu überlegen: brenne ich wirklich für die Idee? Weil Fakt ist, bei jeder Geschäftsidee, die man umsetzt, gibt es irgendwann auch Hürden und an denen kann ich fokussiert weiterarbeiten, wenn ich eine Vision habe. Und zwar am besten, dass diese Idee nicht nur einigermaßen spannend ist sondern mich wirklich persönlich packt. Wo man sagt, okay, da ist wirklich eine persönliche Vision, die ich damit einfach erreichen will. Wenn man startet und sagt, man hat eine Idee, ist der erste Schritt immer zu sagen, okay, wie komme ich jetzt eigentlich von der Idee zum Geschäftsmodell. Da gibt es immer drei Dinge, die man abklappern sollte. Das eine ist: Was ist eigentlich das Problem oder Wunsch, der hinter dieser Idee steckt? Das ist ganz wischtig zu wissen. Okay, was steckt da für ein Problem oder ein Wunsch dahinter und von wem? Also, wer ist die Zielgruppe, die ich hier anspreche? Und wenn jemand sagt, alle, dann sage ich immer Nein, alle bringt ja gar nichts. Sondern es ist immer eine ganz spezifische Zielgruppe. Da muss man dann überlegen, was ist der Wunsch oder das Problem von dieser Zielgruppe? Und dies schafft eine Idee, ich habe eine Lösung. Was nämlich ganz häufig passiert, ist der folgende Fall: Man hat irgendeine Idee, wo man sagt, woah, das wäre jetzt ja cool, wenn es das gäbe. Aber wenn man dann noch einmal überlegt, okay warum? Also was ist das Problem oder der Wunsch, der brennende Wunsch, der dahinter steht? Dann gibt es einige Ideen, die scheitern an der Stelle. Marcus: Oder welches Problem löst die Idee? Katja: Genau, welches Problem habe ich damit gelöst. Und wenn ich darauf keine Antwort habe, dann sollte ich nicht weiter machen. Da sollte ich mir erstmal überlegen, für wen löse ich welches Problem. Oder wessen Wunsch erfülle ich mit dieser Lösung. Und wenn ich da bin, dann kann ich weitermachen. Weil erst dann kann ich sagen, okay jetzt habe ich hier jemanden, der einen Wunsch oder ein Problem hat und ich habe eine Lösung. Dann kann ich überlegen, wer zahlt denn dafür? Also wo ist die Monetarisierung? Wie kann ich jetzt aus der Idee ein Geschäftsmodell machen. Geschäftsmodell heißt ja immer, dass da auch ein Wertefluss dabei ist. So definiere ich zumindest das Thema Geschäftsmodell. Weil letztendlich muss ja auch irgendwo eine Finanzierung oder eine Querfinanzierung stattfinden. Und dann ist eben die Frage, gut jetzt hast Du da eine Idee. Für wen ist da der Nutzen generiert. Wichtig ist auch zu überlegen, wer zahlt? Ist das auch der, der den Nutzen bekommt? Zum Beispiel: Wenn jetzt jemand ein Produkt auf den Markt bringt, beispielsweise eine App für Kinder. Das nutzen die Kids, aber die die zahlen, sind die Eltern bis zu einem gewissen Alter. Da ist es ganz wichtig, sich zu überlegen, welche Zielgruppe muss ich jetzt hier ansprechen. Wie positioniere ich mich? Und dann geht es eben weiter, dass ich nicht anfange mich hinzusetzen und einen Businessplan zu schreiben. Sondern der nächste Schritt wäre zu überlegen: wie kann ich jetzt ganz schnell, ganz klein mein erstes Feedback von meinen Nutzern und von meinen Kunden gewinnen? Wie kann ich jetzt einen schnellen, kleinen Markt machen? Und das kann sein, in dem ich eine kleine simple Website online stelle und die streue, aber es muss nicht immer eine Webseite sein. Das kann auch einfach sein, dass ich sage, ich spreche mit Leuten aus meiner Zielgruppe, hole mir Feedback und biete es denen ganz konkret an. Und wenn die sagen “ja”, dann weiß ich, okay, ich gehe in die richtige Richtung. Vielleicht sagen die aber auch “hey, das ist gar nicht mein Problem. Mein Problem ist das Folgende”. Und dann verändere ich ganz am Anfang meine Idee. Das heißt, anstatt lange zu basteln, einfach so schnell es geht mit der Zielgruppe Kontakt aufnehmen. Als ich zum Beispiel mit Sunny Office gestartet bin, da habe ich auch mit einer ganz simplen, banalen Webseite angefangen. Ich habe sie nur in meinem eigenen Netzwerk gestreut. Marcus: Hast Du die Webseite ganz simpel mit einem Baukasten erstellt? Katja: Ich habe die damals mit Wordpress erstellt. Aber mit einem ganz simplen Theme. Also wirklich nur so einem Standard-Theme. Aber sonst, wenn Leute eine bauen wollen, gibt es ja auch noch so etwas wie Jimdoo oder Weepee zum beispielsweise. Also Baukastensysteme, die noch wesentlich einfacher sind. Ich hatte schon ein bisschen Vorkenntnisse damals, deshalb habe ich Wordpress genommen. Und da habe ich einfach mit den ersten zehn Leuten, die sich bei mir eingetragen haben, eine simple Seite gemacht mit einem Aufruf und gesagt: Tragt euch hier ein, dann bekommt ihr weitere Informationen. Und mit den ersten, die sich dort eingetragen haben, habe ich telefoniert. Da habe ich wirklich ganz genau herausgefunden, was die haben wollen. Das war ein sehr, sehr wichtiger Input und der hat auch noch einmal die Art und Weise, wie Sunny Office ausgestaltet war, gedreht. Marcus: Du hast also einen kompletten Piwo gemacht? Katja: Genau, und dementsprechend auch für jeden, also ganz schnell definieren: Zielgruppe, Problem oder Wunsch -> Lösung. Wie verdiene ich damit Geld? Und dann überlegen, wie kann ich schnellstmöglich mit der Zielgruppe Kontakt aufnehmen? Über spezifische Facebook-Gruppen, Foren, direkter Kontakt, über Adwords eventuell. Eine kleine Adwords-Kampagne starten auf einer Seite und dann testen: kommt da etwas zurück? Und wenn nicht, iterieren. Und Iteration heißt dann, entweder es ist nicht das Problem, was ich löse. Meine Lösung passt noch nicht. Oder ich habe vielleicht eine falsche Zielgruppe. Das sind drei mögliche Variablen, die ich dann verändern kann. Und das wichtigste ist: Anfangen! Das ist so die wichtigste Botschaft für jeden, der eine Idee im Kopf hat. Den ersten Schritt gehen, von der Idee erzählen. Weil sobald ich von der Idee erzähle, kommen wieder Hinweise, Feedback, nützliche Kooperationsmöglichkeiten. Da tun sich Türen auf. Wenn die Idee im Kopf bleibt, passiert nichts. Marcus: Also ist es Quatsch zu sagen, ich möchte nicht darüber reden, weil sonst baut das ja jemand anderes? Katja: Also, das lasse ich so gut wie nie gelten. Das lasse ich gelten, wenn jemand sagt, ich habe hier etwas, was ich patentieren lassen möchte. Weil nach dem deutschen Recht, darf es nicht veröffentlicht sein. Ich habe bisher noch nie erlebt, auch nicht im IdeaCamp, dass jemand für jemanden eine Idee nachgebaut hat. Das habe ich noch nicht erlebt. Und der Wert, den man an Feedback bekommt, ist einfach so groß. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man scheitert ist noch viel größer, wenn man nicht darüber spricht. Weil man auch gar nicht herausfindet, was gebraucht wird, sodass ich wirklich jedem empfehle, darüber zu sprechen. Marcus: Ja, es ist ja auch meistens so, dass wenn jemand die Idee auch gut findet und es sogar versucht irgendwie nachzumachen, ist es nicht seine Idee. Und der wird mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht so sehr dafür brennen, wie Du selber. Katja: Ganz genau. Das ist der Punkt. Weil der wird dann an der ersten Wand scheitern. Ich habe irgendwann mal so ein Zitat gelesen, das hallt sehr nach in meinem Kopf. Das heißt: “Jede Wand, auf die Du zuläufst, ist einfach nur dafür da, um die, die es weniger wollen als Du, abzuhängen.” Sei es derjenige, der es am meisten will und dranbleibt, der schafft es am Ende. Und diejenigen, die es einfach nur nachbauen und denken, ah cool, das mache ich jetzt auch. Cooles Geschäftsmodell. Da kommen sie an die erste Wand, da hören sie auf, weil sie kein Durchhaltevermögen haben. Marcus: Absolut. Wie ist es denn bei Dir gewesen, als Du die erste Idee zu Sunny Office hattest? Du hast gesagt, Du hast Telefongespräche mit den Leuten geführt. Du hast eine einfache Landing Page aufgesetzt. Wie waren denn die next steps? Katja: Genau. Nachdem ich dann die ersten Gespräche geführt habe, war dann klar, okay, das Thema scheint interessant zu sein. Zu dem Zeitpunkt gab es so etwas noch nicht in Deutschland. Ich kannte zu diesem Zeitpunkt auch noch keine anderen Initiativen, die sowas machen wie Coworking und Coliving. Dann habe ich eben gesagt, okay, ich habe jetzt ein paar Leute, die das interessant finden, also setze ich ein erstes Event an. Also ganz simpel. Ich habe mir gesagt, gut, es gibt jetzt ein Datum. Das war damals im April 2013. Da gab es dann das erste Sunny Office Event, das ich offiziell als Datum eingestellt habe. Für das Event kann man sich ab jetzt bewerben. Ich bin dann auch nicht den Weg gegangen und habe dann erstmal alle, Details mir ausgedacht. Das heißt, ich habe mir grob gecheckt, was brauche ich für ein Budget für so eine Location?  Was muss man noch so außen herum an Materialkosten etc. berechnen. Ich wollte einfach nur, dass es kostendeckend ist und dass es irgendwie hinkommt. Dass ich einfach das Modell validieren kann, das war so mein Ziel das erste Mal. Ich habe also eine grobe, grobe Kalkulation gemacht und habe mir gesagt, okay, wenn jeder nur einen Teil von X bezahlt, dann können wir insgesamt die Kosten decken und habe das einfach ausgeschrieben. Dann habe ich zwischendurch schon gar nicht mehr dran geglaubt. Da bin ich sozusagen an meine erste Mauer gelaufen. Da habe ich mich gar nicht mehr so richtig getraut, darüber zu reden und auf einmal standen bei einem IdeaCamp Event zwei der Teilnehmer vor mir und sagten: “Katja, wir wollen da mit! Wie sieht´s denn jetzt aus? Wann ist denn der Termin?” Und ich bin denen bis heute so dankbar, dass die das gemacht haben. Vielleicht hätte es das sonst nie gegeben. Also die waren dann mein persönlich vor mir stehender Arschtritt, um mir zu sagen, so jetzt fängst Du an! Marcus: Das war so das Proof of Concept. Da ist jemand, der will das kaufen. Der will Dein Produkt! Katja: Ja, das ist so krass, die wollen da mit. Dann waren noch die ersten Teilnehmer aus dem Netzwerk und erweitertes Netzwerk.  Also die Leute kannten mich entweder schon von irgendwoher oder kannten jemanden, der mich kannte. Bei den ersten Leuten ist es auch völlig okay und völlig gut, wenn man das eigene Netzwerk nutzt. Das ist das wichtigste Asset, das man heute hat. Ein persönliches und authentisches Netzwerk, wo man auch einfach das Feedback bekommen kann. So hat es angefangen. Das heißt, der Weg war dann eben nicht typisch Bootstrapping. Ich habe nicht angefangen, sämtliche kleinsten Details auszudenken, sondern ich habe gesagt, gut, ich habe eine Location, ich habe ein grobes Programm und weiß, was die Kosten sind und let´s go! Und dann hatte ich genut Teilnehmer zusammen und habe dann den Termin bestätigt und dann alles im Detail geklärt. Und dann kam übrigens die zweite Wand. Das wissen auch nur ein Teil der Leute, die Sunny Office kennen. Das habe ich ab und zu schon erzählt, aber das haben noch nicht alle mitbekommen. Ich hatte eine richtige Wand beim ersten Event. Damals hatte ich noch nicht so viele Erfahrungen, wo man jetzt gute Locations herbekommt und bin über so eine große Buchungsplattform gegangen, also eine der größten im deutschen Markt. Da dachte ich, cool, vertrauenswürdig, alles prima. Und habe dann darüber gebucht und sogar mit der Vermieterin telefoniert, mir Detaillisten, welche Ausstattung die Küche hat, alles senden lassen. Ich habe also ein echt gutes Gefühl gehabt. Dann bin ich da angekommen. Ich war etwas vor meiner Teilnehmergruppe da und dann stand ich vor dem Haus. Und dann war da keiner. Da dachte ich, okay, vielleicht haben wir uns zeitlich verpasst. Am nächsten Tab bin ich dann wiedergekommen und habe dann herausgefunden, dass die Vermieter anders heißen, als die Dame mit der ich geschrieben hatte. Marcus: Was? Katja: Und das war echt ein krasser Moment, weil ich dann da schon dachte, ich habe hier ein Haus gebucht und den Betrag zum großen Teil schon überwiesen und jetzt habe ich keine Location. Und dann war erstmal Schlucken und bin dann erstmal in ein McDonalds gegangen. Da gab es damals Wlan, direkt am Strand und habe dann ein paar Stunden mit einem Freund, gemeinsam recherchiert und angerufen. Und am Ende des Nachmittags hatten wir eine neue Location. Es war zum Glück keine Hauptsaison. Es war Nebensaison. Es war April. Super geile Villa direkt am Meer, mit Pool. Also es war besser als das davor. Ein bisschen Glück gehört dazu, aber das war vor allem dieses, ich kann mich hier nicht unterkriegen lassen. Danach war so das Gefühl, okay, komme was wolle. Wird schon irgendwie, kriegen wir schon alles hin. Marcus: Krass, was für ein Adrenalinkick oder? Katja: Das war ein krasser Tag, ja. Marcus: Wenn Du das realisierst und Dir dann bewusst bist “Fuck, Du bist in so einen Internet Scam reingefallen oder irgendetwas läuft hier total schief. Wo ist die versteckt Kamera? Scheiße, hier ist ja gar keine Kamera”. Katja: Ja, das war echt krass. Auf der anderen Seite denke ich mir, okay, das hat mich nur gestärkt. Das hat mir nur gezeigt, dass ich das wirklich will. Das ich da eine Art von Gemeinschaft bilden will, ein “Format”, die zu dem Zeitpunkt die perfekte Arbeitsumgebung war, so wie ich sie mir vorgestellt hätte. Da führte kein Weg dran vorbei. Ich habe dann natürlich einen kleinen Verlust gemacht, aber: So what?! Marcus: Dafür hast Du mega Erfahrung gemacht. Gerade an dieser Situation bist Du ja so gewachsen, dass Du dann gedacht hast, ja was dann noch kommt irgendwann, andere Herausforderungen, die dann in so einem Event entstehen, da sagst Du “Weißte, eigentlich ist das ja Pille-Palle gegen das, was mir da vor ein paar Tagen passiert ist”. Katja: Genau. Dementsprechend war das dann. Ich habe auch den Teilnehmern einen Tag, bevor sie gekommen sind, eine Mail geschickt und die Geschichte erzählt. Da kamen dann Rückfragen, war das ein Aprilscherz? und ich so sagte nur “nee, das ist wirklich passiert”. Aber alle waren happy. Das war also nichts schlimmes. Alles ist gut gelaufen. Mit so Sachen muss man halt auch umzugehen wissen und mit denen kann man dann gut umgehen, wenn man einfach weiß, warum man das macht. Hätte ich keine Passion zu dem Zeitpunkt für das Format, die Leute die kommen, den Leuten ein geiles Event verschaffen, wer weiß, was da passiert wäre. Aber so ging es halt einfach weiter. Marcus: Ja, das kenne ich auch von mir persönlich so. Wenn da mal was richtig krasses passiert oder Dir jemand anderes irgendwie doof kommt oder Dich unter Druck setzt oder irgendetwas los ist, dann bin ich nur noch motivierter. Wie ein angeschossenes Tier oder so. Da brennt man dann noch mehr für die Sache und zieht das dann so durch. Und manchmal ist das auch ganz cool, so kleine Trigger zu haben. Es geht ja nie ständig aufwärts. Wir haben auch mega viele Rückschläge gehabt, da kann ich irgendwann mal länger drüber reden. Was da alles schiefgelaufen ist bei uns. Die Leute sehen uns ja jetzt nur so, wie in der Wirtschaftswoche oder im Süddeutsche Magazin und denken, hier iTunes funktioniert auch alles von 0 auf 1. Aber wieviel Scheiße da im Hintergrund passiert und wieviele Fehler wir gemacht haben, aber wieviel wir davon auch gelernt haben, das sieht irgendwie keiner. Oder wieviele Stunden wir hier auch wirklich produktiv sitzen und machen und tun. Und wievielen Leuten ich hier auch auf den Sack gegangen bin wegen iTunes, für die ersten Facebook Friends für unsere Projekte. Auch wie Du schon sagtest, das persönliche Netzwerk. Meinen Bruder habe ich da genervt, die Eltern von Feli und dem Vater dann alles installiert, damit er uns die Likes geben kann und so, ne? Aber nur so läuft das auch. Und das muss man sich immer wieder mal bewusst machen. Wenn man dann sieht, jemand ist schon sehr weit, der hat auch irgendwann mal bei Null angefangen. Katja: Ja, das Durchhaltevermögen zählt halt. Das kontinuierliche Dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben. Das ist das, was nachher auch Erfolg hat. Marcus: Ja absolut. Und der zweite Punkt, den Du angesprochen hast, den ich auch super wichtig finde, ist: Sprich mit Deiner Zielgruppe. Katja: Ja total. Marcus: Das haben wir zum Glück dann auch ziemlich früh gemacht und immer wenn wir nicht wussten, machen wir jetzt Workshops zu DNX oder nehmen wir keine Workshops? Die  einen fanden das Format besser, die anderen fanden das cooler. Da haben wir gesagt “weißte was, wir machen jetzt eine fette Umfrage, jeder kann teilnehmen.” Am besten offene Fragen. Die Leute fühlen sich dann abgeholt. Die Brainstormen mit Dir, wenn die Dich mögen, wenn sie Deine Produkte mögen und das ist so wertvoll. Weil sie sich dann auch quasi involviert fühlen in diesem Entstehungsprozess von irgendeinem Produkt oder irgendeiner Sache. Und wenn Du das dann Live gehen lässt, wieviel wäre Dir ein Workshop wert, drei Stunden? Und dann hast Du irgendwann auch ein Pricebook, genau zu dem Preis, wo die meisten dann auch kaufen würden. Dann kaufen die auch. Oder ein anderes Beispiel: Feli schreibt gerade an ihrem Ebook und hat dann ihre Fans von Travelicia gefragt, über welches Thema sie schreiben soll. Das ist ein ganz anderes Thema geworden als das, was wir beide erwartet hatten. Katja: Ja, das macht Sinn. Das ist auch die Richtung, wo es beim IdeaCamp geht. Da gibt es jetzt auch einen Online-Kurs. Da geht es in den nächsten Tagen auch noch einmal live. Bisher haben wir da nur eine kleine Community, die den nutzt. Und der wird auch genauso weiterentwickelt. Wir werden einfach Feedback sammeln: Welche Punkte fehlen noch? Wozu braucht ihr detaillierte Tutorials? Wozu braucht ihr  Informationen? Und werden halt nach und nach die Inhalte ergänzen, bis das Ding wirklich alles enthält, was ein Gründer braucht, um zu starten. Das ist einfach so ein wichtiger Ansatz. Ich könnte mir jetzt auch einen riesigen Content-Plan machen. Ich habe auch eine Liste von mindestens 30 Punkten im Kopf, die ich ergänzen will. Aber um zu wissen, welche davon sind am wichtigsten, muss ich einfach die, die heute den Online-Kurs machen oder die jetzt noch neu dazukommen, einfach fragen. Das lässt sich auch nach und nach richtig gut ergänzen. Das ist glaube ich auch der richtige Weg, um auch nicht dran vorbeizuschrammen. Du kannst natürlich auch eine perfekte Konferenz überlegen, so wie ihr es jetzt macht, aber ob es jetzt demjenigen, der teilnimmt auch wirklich nutzt und ob es die wichtigsten Inhalte umfasst, weißt Du halt nur, wenn Du fragst. Von daher ist es genau richtig, denen vorher mal die Chance zu geben, da mitzuwirken. Marcus: Das ist ja genau Dein Punkt: Löst Du damit ein Problem für andere. Also nicht, dass ich irgendwie die geilste Konferenz, so wie ich sie mir vorstelle, auf die Beine stelle, sondern genau das mache, was den meisten Leuten hilft. Und das ist, glaube ich, genau der Punkt. Cool, ich seh gerade, wir haben jetzt auch schon fast eine Stunde miteinander gesprochen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Das ist ja auch immer so, wenn wir uns in Berlin sehen. Das ist ja auch genau der Punkt, den ich eben angesprochen habe. Wenn Du da so die Leute triffst, die Dich dann inspirieren und mit denen Du auf dem gleichen Level bist und wieder etwas mitnehmen kannst, dann ist das toll, finde ich. Und dann sollte man sich auch jede Minute dafür nehmen und genau wie Du vorher auch schon gesagt hast, dass Du das mit diesem Netzwerk ziemlich intensiv machst, weil Du wahrscheinlich auch genau weißt, was für einen Wert das für Dich hat, um dann sich wieder einzuschließen und weiter an seinen Projekten zu arbeiten. Katja: Genau, ja. Marcus: Ich musste da am Anfang auch so ein bisschen aus mir heraus kommen. Entweder plant man es so bewusst, wie Du, sodass man sich Phasen macht und sagt, so jetzt mal wieder zwei, drei Wochen hardcore netzwerken. Das machen wir meistens in Berlin, weil wir nicht mehr so oft in Berlin sind. Da gehen wir dann auch auf viele Events und treffen uns mit anderen zum Coworken und um Talks zu halten, versuchen ins Gespräch zu kommen, sprechen andere an, von denen wir wissen, dass sie in Berlin sind, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Da muss man schon ganz schön aus sich heraus gehen. Aber die allercoolsten Connections, auch gerade jetzt was die DNX angeht, die richtig guten, coolen Speaker, die haben wir dann alle immer irgendwie durch Zufall, durch persönliche Begegnungen auf den Events kennengelernt. Katja: Ja, das einfach Tolle sind Kontakte oder Menschen, mit denen ich auch zum Beispiel im Sunny Office an anderen Projekten gemeinsam arbeite. Die ergeben sich durch gemeinsame Kontakte oder weil sie davon hören. Das ist wirklich so. Sobald man raus geht, findet man auch Menschen, die einen unterstützen wollen. Die mit einem zusammen arbeiten möchten. Wo man dann auch merkt, dem kann ich weiterhelfen. Das ist ein sehr schöner Effekt. Und ich glaube, was ich auch jetzt gemerkt habe, seitdem wir hier im Bayrischen sind, das muss nicht aufhören, nur weil man jetzt nicht in einer Großstadt ist. Also auch hier gehen wir bewusst auf Netzwerktreffen, tauschen uns auch mit lokalen Unternehmern aus,. Gerade im Ländlichen Raum. Hier gibt es so viele coole gewachsene Familienunternehmen. Leute, die irgendwie Betriebe übernehmen. Hier gibt es richtig gute Leute. Marcus: Worüber findet ihr die Meetups dann? Gerade wenn ihr ein bisschen weiter weg seid? Katja: Da gibt es so etwas wie die Wirtschaftsjunioren. Es gibt so lokale Vereinigungen. Es gibt ab und zu mal IHK Veranstaltungen. Das hätte ich nicht gedacht, da sind ab und zu wirklich interessante Sachen dabei. Es gibt so Dinge wie Familienunternehmertreffen. Also wenn man mal einfach offen durch die Gegend geht oder auch mal schaut, was für Unternehmen sind ansässig, wer tickt denn ähnlich und sich einfach mal austauscht und zum Mittagessen trifft, dann ergeben sich auch ganz coole Verbindungen. Wir haben zum Beispiel schräg gegenüber einen Blogger. Der wohnt hier schräg gegenüber. Der hat mittlerweile einen Blog mit mehr als 150.000 User pro Monat. Der hat das nebenher gestartet und das sind Leute, die erwartest Du nicht in so einer Kleinstadt, aber die gibt es hier auch. Man muss halt die Augen offen halten und die Ohren aufmachen. Da trifft man halt auch irgendwie, auch wenn man nicht in Berlin ist, ganz spannende Leute. Marcus: Und die Möglichkeiten werden ja auch immer besser. Das merken wir ja auch beispielsweise, wenn wir unterwegs sind. Dann sind wir ja auch bewusst, wenn wir netzwerken wollten, in so Hot Spots gegangen, wie Medellin oder Bangkok. Aber mittlerweile haben wir beispielsweise einen richtig guten Kontakt hergestellt. Das ist auch ein guter Freund von uns. Ihn haben wir in London kennengelernt. Das ist der Jonathan, der aus der Londoner Startup Szene kommt. Den haben wir in Taganga, einem kleinen Fischerdorf in Kolumbien, kennengelernt. Mit Hilfe von dem Hashtag #nomads von Pieter Levels. Die Zeiten werden auch immer besser, dass man sich überall treffen kann und überall spannende Menschen findet. Katja: Ja absolut. Marcus: Ganz zum Schluss würde ich Dich gerne noch fragen: Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio. Euro auf Deinem Konto hättest? Wie würde dann Dein Leben aussehen? Katja: Ziemlich ähnlich, glaube ich ehrlich gesagt. Mich mit vielen spannenden Menschen treffen, versuchen ganz viel Wissen weiterzugeben. Also was ist für mich ein toller Tag? Ein toller Tag ist für mich dann, wenn ich das Gefühl habe “cool, heute habe ich jemandem weitergeholfen oder heute hat jemand durch irgendeinen Impuls es geschafft, seine eigene Idee umzusetzen, sich selbst verwirklichen”. Das ist für mich ein richtig cooler Tag. Das heißt, ich würde meine Zeit damit verbringen, mit vielen spannenden Menschen sprechen; das Wissen einfach versuchen aufzubereiten und weiterzugeben und vielleicht noch ein bisschen mehr rumreisen. Ich glaube, ich würde mir ein bisschen mehr Zeit nehmen, um nur reine Reisezeit zu haben. Also nicht dieses typische Reisen und Arbeiten, wie es das alle machen, sondern mal wirklich Abschaltzeit. Ich würde einfach auch schauen, welche Projekte kann ich noch mit unterstützen. Was ich heute zum Beispiel auch nicht mache, ist bewusst Pro PreSeed Unterstützung geben für neue Projekte, auch wenn ich immer wieder irgendwo spende. Das kann man dann einfach in einem größeren Stil machen. Marcus: Noch bewusster und auch persönlich. Katja: Ja, einfach noch ein bisschen bewusster. Aber von den Themengebieten würde sich jetzt gar nicht so viel verändern, weil es mich sehr glücklich macht. Ich fühle mich  gerade in vielen Dingen auch noch so in der Aufbauphase. Ich bin da noch nicht angekommen, wo die hochgesteckten Ziele sind. Aber das ist völlig in Ordnung, weil sich viele Sachen ständig wieder verändern und etwas neues dazukommt. Und das ist ein sehr sehr schöner Weg. Ich glaube, ich will viele Dinge, wie Du gerade sagtest, noch ein Stück bewusster angehen und noch selektiver tun. Aber Erfolg ist für mich so diese Frage: lerne ich?. Also ein erfolgreicher Tag ist, wenn ich etwas neues lerne, wenn ich weiß, ich habe jemandem weitergeholfen und weiß, ich habe frei entschieden, was ich tue. Das würde ich einfach beibehalten wollen. Marcus: Cool. Es spricht ja auch alles dafür, dass es bei euch so weitergehen kann und weitergeht, oder? Katja: Ja. Marcus: Ja Katja, dann würde ich sagen, danke für Deine Zeit und für die richtig guten Insights und Tipps, die Du uns hier auf dem Podcast gegeben hast. Ich freue mich schon, wenn wir uns in Berlin wiedersehen. Wann kommst Du? Katja: Ende Juli, also ich bin so um den 27. oder 28. Juli 2015 wieder in Berlin, kurz vor der Global DNX und werde dann auch noch ein paar Tage bleiben. Da sehen wir uns dann bestimmt. Marcus: Ja mit Sicherheit. Also, einen schönen Gruß nach Bayern, vielen Dank! Bis bald Katja und nochmal danke für Deine Zeit! Katja: Schönen Gruß nach Berlin und Danke Dir, bis dann, ciao Marcus! [/su_spoiler] [/su_accordion]    

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  • Max Breckbill ★ Warum Bootstrapping ohne Fremdkapital mehr Sinn macht als ein VC finanziertes Startup zu starten

    · 00:50:47 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Max Breckbill von starting from zero Das ist die LIFE HACKZ Show Folge Nr. 34! Jo Leute, Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! Heute mit dem Entrepreneur, Podcast Host, Mastermind Iniciator und whatever more Max Breckbill. Max ist neben den genannten Sachen auch noch der Veranstalter des monatlichen Four Hour Workweek Lifestyle Designertreffens in Berlin, im Berliner Betahaus findet das statt. Und wenn immer ich mal wieder in Berlin zu Gast bin, also im Sommer, dann schaue ich da auch sehr gerne vorbei. Es ist nämlich mega cool und inspirierend, sich mit gleichgesinnten Menschen zu umgeben. Es ist genau so wichtig auch für Dein Business immer wieder neuen Input zu bekommen. Freut euch auf ein richtig spannendes Interview mit Max. Peace and Out! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, das ich in den letzten Jahren in meinem Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFE HACKZ 10% Discount. In dieser Folge lernst du: Wieso Venture Capital eine Falle sein kann. Wie Du Dein Business erfolgreich via Bootstrapping nach vorne bringst. Wieso Mastermind Gruppen Dich erfolgreicher machen und wie Du eine solche Gruppe gründen kannst. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! 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Heute mit dem Entrepreneur, Podcast Host, Mastermind Iniciator und whatever more Max Breckbill. Max ist neben den genannten Sachen auch noch der Veranstalter des monatlichen Four Hour Workweek Lifestyle Designertreffens in Berlin, im Berliner Betahaus findet das statt. Und wenn immer ich mal wieder in Berlin zu Gast bin, also im Sommer, dann schaue ich da auch sehr gerne vorbei. Es ist nämlich mega cool und inspirierend, sich mit gleichgesinnten Menschen zu umgeben. Es ist genau so wichtig auch für Dein Business immer wieder neuen Input zu bekommen. Freut euch auf ein richtig spannendes Interview mit Max. Peace and Out! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, das ich in den letzten Jahren in meinem Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFE HACKZ 10% Discount. Marcus: Max bist Du ready? Max: Ja, ich bin ready. Marcus: Perfekt! Wo bist Du gerade und was machst Du da? Max: Ja Marcus, gerade jetzt bin ich noch immer hier in Berlin. Ich wohne hier seit jetzt drei Jahren und ich arbeite an verschieden Projekten. Das Hauptprojekt letztes Jahr für mich war Masterminds zu organisieren für verschiedene Unternehmer, hauptsächlich auf Bootstrapps Founders fokussiert, also Leute, die selbst finanziert sind. Und mittlerweile arbeite ich auch an einem Podcast “Startingfromzero.co” und organisiere auch die 4-Hour Workweek Meetup und dann ein paar andere neue Projekte sind auch am Start. Marcus: Ja cool, also man hört schon, Du probierst viel aus, bist umtriebig und was Du glaube ich besonders gut kannst bzw. wo wir uns auch das erste Mal kennengelernt haben, waren diese 4-Hour Workweek Meetups, wo Du ne Community zu dem Thema in Berlin glaube ich jetzt richtig, richtig groß gegrowed hast. Von wieviel Leuten am Anfang zu wieviel Leuten sind jetzt mittlerweile regelmäßig im Betahaus bei den 4-Hour Workweek Meetups? Max: Ja also am Anfang gab es eine Meetup-Gruppe, die ein anderer Kerl angefangen hat. Aber er war nur dabei für die erste Meetup, oder die ersten zwei. Und dann danach habe ich das weiter geführt. Wir waren bei 0 mit diesem Meetup am Anfang und jetzt sind wir glaube ich 900 knapp, vielleicht fast 1000 jetzt auf der Meetup Gruppe. Und jeden Monat haben wir ungefähr 100 Leute. Marcus: Mh krass! Max: Im Durchschnitt. Marcus: Mh und zwischendurch wurde auch mal die Location gewechselt ne? Ich kann mich noch erinnern. Ich war auch bei einem der allerersten Meetups, das war in nem kleinen Café oder so. Max: Genau! Gab’s da schon eine DNX zu dieser Zeit? Ich glaube das war so Frühling 2014. Ich glaube, das war noch vor der ersten DNX. Marcus: Ja genau. Die erste DNX war im Mai 2014. Und davor? Ich glaube im Sommer 2013 - ich weiß nicht, ob dass das 4-Hour Workweek Meetup war oder irgendein anderes Meetup, vielleicht war das auch von D.C. - da waren noch nicht so viele Leute wie jetzt regelmäßig dann im Betahaus am Start und das jeden Monat. Max: Ja klar, das ist cool. Marcus: Auf jeden Fall! Siehst Du da in den Leuten auch so nen Shift in Form von wo das Level der Expertise ist? Also, sind das größtenteils Leute, die noch am Anfang stehen, sich inspirieren lassen wollen oder auch mal Digital Nomads, die dann gerade in Berlin sind und vorbeikommen? Was sind das für Leute, die…. Max: Genau auf jeden Fall! Also am Anfang waren es nicht so viele Leute und die meisten haben nicht so viel Erfahrung auch gehabt bei den ersten paar Meetups. Mittlerweile haben wir immer mehr erfahrerenere Unternehmer, also Leute, die von Ihren Unternehmen leben. Also viele Freelancers und so, aber immer mehr und mehr Leute, die wirklich ein skalierbares Businessmodell haben, wo die so sechsstellig oder auch mehr verdienen. Also das ist ein wirklich cooles Ergebnis von meiner Perspektive. Zu sehen, dass die Konzentration von solchen Leuten immer höher ist bei diesem 4-Hour Workweek Meetup. Dazu, ja klar im Sommer oder wenn es schön in Berlin ist oder wenn da etwas los ist, dann sieht man immer mehr von diesen Digital Nomads, also bei der DNX Konferenz letzten Sommer haben wir so, ich glaube, eins unserer größten Meetups gehabt. So 120 oder so waren glaube ich da. Und da waren viele “Out of Towners” dabei für das DNX GLOBAL. Aber ja, es ist ein super beeindruckendes Meetup. Ich find’s super cool! Marcus: Ja, ich freue mich auch jedes Mal wenn ich in Berlin bin. Weiß ich ja, einmal pro Monat ist das Meetup, ist dann fest eingeplant. Hab ja auch schon mal selber gespeaked, noch ziemlich am Anfang und es ist auch echt cool dabei zu sein, weil man auch immer wieder neue Leute da trifft und es hilft ja ungemein, sich wieder mit Gleichgesinnten zu umgeben und Ideas zu spinnen. Ich merke das immer wieder, wenn wir eine Zeit lang raus sind und den Kontakt so ein bisschen verlieren zur Szene, habe ich zum Glück noch Feli, was sehr hilft, aber manchmal fühlt man sich dann doch alleine und weiß nicht so: ist das alles richtig und was mache ich hier? Oder: Wofür? Und wenn Du dann wieder mit den richtigen Leuten zusammen bist, wie jetzt in Chiang Mai die letzten Tage, da hatten wir dann auch viele Business Meetings mit spannenden Leuten aus der ganzen Welt und dann bist Du wieder total on Fire. Und genau so ist das auch bei den Meetups. Ich glaube, die braucht jeder für sich, ne? Max: Ja ich kann da total zustimmen. Also das ist einer der Gründe, warum ich eigentlich nach Berlin gezogen bin ursprünglich. Weil ich habe das langsam für mich selber gelernt. Also am Anfang dachte ich: Das Wichtigste ist so einen coolen Ort zu haben mit Bergen oder sowas. Ich bin nämlich früher gerne geklettert. Aber dann nach ein paar Jahren beim Reisen und so - ich war ein Jahr in Spanien und ich bin ein bisschen durch Europa gereist - habe ich gemerkt: Hey, am wichtigsten für mich persönlich ist, dass man eine ganz krasse soziale Umgebung um sich hat. Weil das pusht mich einfach wie nix anderes. Deshalb bleibe ich die meiste Zeit im Jahr hier in Berlin. Ich würde mich selber jetzt nicht als digital Nomad beschreiben, weil ich eher so digital Settler bin, vielleicht. Weil für mich die Umgebung einfach so wichtig ist. Es ist super cool hier in Berlin zu sein und es super cool zu schauen, wie die Startup-Entrepreneurship-Szene wächst und sich entwickelt. Und wie wir immer mehr Leute dazukommen, die nicht an einer typischen Venture Backed Tax Startup-Szene interessiert sind, aber immer mehr Leute, die meinen: Hey, ich würde gerne auch Entrepreneur sein, aber es muss nicht so ein riesen großes Ding sein, wo ich so 70 Stunden pro Woche arbeite, nur um irgendeinen wie sie reich zu machen. Sondern etwas zu tun, was mir wirklich am Herzen liegt und damit auch gleichzeitig einen guten Lifestyle zu haben. Marcus: Ja, ich sehe auch immer mehr den Shift. Vor so ein paar Jahren war so das Non-Plus-Ultra: Du gehst ins Silicon Valley oder Du gehst nach Berlin in die Startup-Szene und foundest ein cooles Startup und die Leute haben sich dann gegenseitig gefeiert, wenn die nächste Investmentrunde abgeschlossen wurde oder Seed Capital geraised wurde und irgendwann haben so die ersten gemerkt: Ey, das ist irgendwie nicht cool, was ihr da macht. Weil letztendlich bist Du dann ja immernoch zwar für den VC. Du hast Dein eigenes Unternehmen, aber Du musst dann die ganze Zeit reporten und die haben ja auch Einfluss auf Dein Unternehmen und Du bist nicht frei. Du bist nicht wirklich selbstständig bei all dem Geld. Das gehört Dir ja auch nicht. Das ist ja nur geliehen. Und wer ne Wette auf Dich abschließt, der gibt Dir Geld, aber hofft natürlich mindestens, ich glaube unter dem 10-fachen des Einsatzes lohnt sich das für VC’s auch nicht, also pushen die dann auch richtig hart. Max: Genau. Von der Perspektive von der VC… Also ich habe selber Erfahrung damit. Also mein erster Job vor einem Jahr hier in Berlin war mit so einem funded Startup. Und ich habe es selber gesehen, wie unsere Founder immer gepushed waren. Die waren immer unter super viel Stress und viele Founder, die ich kennengelernt habe, die haben so eine ursprüngliche Vision gehabt für Ihre Unternehmen, aber dann geht es nach dem Kalender der VC. Innerhalb von sechs Jahren muss das entweder ein riesengroßer Erfolg sein oder dann ist es total Wurscht. Also entweder großer Erfolg oder gegen die Wand fahren. Also für die VC ist das eine gute Strategie, also das macht Sinn. Du hast vielleicht zehn Pferde und wenn ein oder zwei einen großen Gewinn haben, das zahlt auch die aus, die verlieren. Aber aus der Perspektive des Gründers ist das eigentlich ein bisschen Scheiße. Marcus: Ja auf jeden Fall, weil Du wirst total verbrannt ne? Und gehetzt und Du hast das gerade ganz cool gesagt mit den Pferden. Dann sind die acht Pferde, die werden genauso getrimmt und trainiert bis zum Erbrechen und da irgendwie gefordert. Und die beiden Stärksten oder die vielleicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, werden dann wirklich Unternehmen, die durch die Decke gehen, wahrscheinlich auch für einen hohen Preis, für viel Arbeit und Überstunden und Stress und was da auch alles dazukommt. Und die anderen acht sind mega gearscht, weil die hatten den Stress und die hatten den Druck und die sind noch nicht mal durch die Decke gegangen. Irgendwann ist die Kohle weg von dem VC. Du konntest aber die Kohle, wenn Du Dir überhaupt ein Gehalt ausgezahlt hast, konntest Du es dann nicht nutzen, weil Du keine freie Zeit hattest. Also letztendlich glaube ich, haben viele erkannt, dass es irgendwie doch nicht so das Non-Plus-Ultra ist, was man machen kann als Unternehmer. Max: Genau und ich glaube viele Gründer, die gründen eine Firma aus verschiedenen Gründen. Und einer davon, würde ich sagen, ist irgendwie mehr Freiheit zu bekommen. Also das ist die gängige Methode. Also Du sammelst eine riesen Menge an Geld an bevor Du überhaupt weißt, dass Deine Idee funktionieren wird. Und dann versuchst Du diese Idee profitabel zu machen. Aber im Endeffekt bekommst Du nicht mehr Freiheit, obwohl Du vielleicht auch an einem Projekt arbeitest, wofür Du mehr Leidenschaft hast. Du bekommst nicht mehr Freiheit, sondern Du tauschst eine 9 to 5 Base für eine 24/7 Base. Also nach diesem Motto. Jetzt hast Du einen der den ganzen Tag und die ganze Woche hinter Dir steht und Du musst für ihn schaffen und dann hast Du diese Freiheit nicht mehr. Also ich denke immer, es gibt so viele geile Möglichkeiten, wo Unternehmer, vor allem Neuunternehmer ganz schlank und lean anfangen können und auch 100% von ihrem Business behalten können. Damit sie das auch in dem Rhythmus wachsen lassen können, den sie für sich selber richtig finden und auch gleichzeitig den Lifestyle haben können. Also ich freue mich immer mit neuen Entrepreneurs sprechen zu können. Also vor allem diese, die hierher reisen, vielleicht von Silicon Valley, weil die kennen nur diese Methode: Okay, ich habe eine Idee. Ich sammle erstmal einen Haufen Geld, dann schauen wir mal, ob das irgendwann mal profitabel wird. Und mit Crowdfunding und mit dieser Lean Startup Methodology. Man kann wirklich ohne Kapital ein ziemlich geiles Business aufbauen. Also genau wie Du und wie wahrscheinlich viele von den anderen Leuten, die schon Gast bei Deinem LIFE HACKZ Podcast gewesen sind. Ich finde es immer super wichtig, dass wir diese Beispiele den Leuten vor Augen halten, wenn die denken: Ja, ich würde gerne was mit Entrepreneurship machen. Marcus: Ja absolut. Und genau da setzt ja auch Dein Podcast an. Der heißt “Starting from Zero”, was dafür steht, dass die Leute Self-Funded Entrepreneurs sind, bootstrapped. Max: Genau. Also der Podcast geht genau darüber. Du warst schon einer von den ersten Gästen. Du und Feli zusammen. Weli ich finde euer Beispiel, wie ihr so lean und praktisch ohne Kapital - ich glaube Du meintest diese großen Investitionen und die große DNX Konferenz anzufangen - die upfront casts waren so 200 Euro bis 500 Euro, um die Website zusammenzubringen. Marcus: Wenn überhaupt, ja. Max: Ja, wenn überhaupt. Also dieses Modell, also dieses Preselling Konzept kann man für viele, viele, viele andere Businesses auch verwenden. Also ich versuche einfach damit den Leuten zu zeigen, was es da draußen gibt. Weil ich bin fest davon überzeugt, dass man am besten und schnellsten von den Erfahrungen anderer Leute lernen kann. Also das ist so mein kleiner Beitrag zur Online Bootstrapper World. Marcus: Ja, der ist richtig cool. Also großes Kompliment. Ich höre immer wieder gerne die neuen Folgen und freue mich, wenn bei iTunes dann eine aufpoppt, dass Du wieder eine genommen hast, weil man kann es gar nicht oft genug hören. Wir wurden natürlich auch mega inspiriert durch andere Solopreneurs und Self-Funded Entrepreneurs, wo wir dann gesehen haben: Ey es geht irgendwie auch mit dem Lean-Startup approach. Du musst nicht so viel Geld verbrennen. Du musst nicht einen VC reinholen, sondern man kann einfach Quick and Dirty starten. Die Idee testen und dann langsam sukzessive ausbauen mit dem Cashflow der dann reinkommt von den ersten Einnahmen. Und ich glaube davon kann es gar nicht genug Podcasts oder Blogs und Projekte geben. Weil, wie wir eben schon gesagt haben: Jeder braucht irgendwie die anderen Leute auch um sich herum und immer wieder so dann auch Inspiration von anderen Seiten, was man alles erreichen kann auch ohne groß Venture Capital oder Venture finanziert zu sein. Max: Ja, ein letztes, was ich gerne zu diesem Thema sagen möchte: Ich finde, dass dieses Konzept von Lean Businesses anfangen, ich glaube das ist ein Konzept, dass ganz Nah an dem deutschen Herzen liegt eigentlich. Ich weiß nicht super viel über den deutschen Mittelstand. Dieses Hidden-Champions Konzept, was man hier in Deutschland hat, aber je mehr ich mir dieses Lean-Konzept anschaue, denke ich: Ja, das ist perfekt für die Deutschen. Also die Deutschen mit ihrem Mittelstand, die haben so Businesses die Weltführer sind in einem ganz kleinen gezielten Markt und damit ist Deutschland wirklich reif und erfolgreich geworden. Und ich glaube, dass wenn man so eine ähnliche Strategie nimmt - also das ist praktisch die Strategie dieses Lean-Bootstrapping - und oft hast Du irgendwann mal ein Business, das super geniescht ist, super gezielt ist. Und wer versucht im Online Internet Weltmarktführer zu sein, glaube ich, dass dieses Konzept zu Deutschland und den deutschen Unternehmern und Zuhörern passt. Marcus: Ja, was Du eben gesagt hast, das passt von daher weil deutsche erstmal sehr sicherheitsbedürftig sind und nicht gerne viel Risiko eingehen und als Bootstrapper hast Du dann auch nicht viel Geld, was Du verbrennen kannst oder irgendwie fett ausgeben kannst in irgendwelche Kampagnen, sondern Du musst schon mit Deinem eigenen Geld wirtschaften. Und das können glaube ich grundsätzlich Deutsche mit der Einstellung dann besser, die auch so groß geworden sind. Ich glaube, Du selber kommst ja aus den Staaten. Du bist ja US-Expert. Berichtige mich, wenn ich da falsch liege, aber es gibt viele erfolgreiche Unternehmer, die haben ihr Unternehmen nur auf Dept gegründet, auf Creditcards, was ja cool ist, weil das Unternehmen hat dann funktioniert. Aber es gibt auch viele Privatleute, die einfach mit dem Mindset leben, Depts sind normal und jeder macht irgendwie Schulden. Max: Also es ist wirklich ganz scary, wie es in den USA ist. Ich habe in einem Buch vor kurzem gelesen, ich glaube, das war das Buch von James Altucher “Choose Yourself”, kann ich auf jeden Fall empfehlen. Und der hat geschrieben, dass zwischen 2005 und 2007 der Kreditkarten-Dept in den USA von 700 Milliarden auf 1,5 Billionen gestiegen ist. Marcus: Booo fuck... Max: Also wir sind super zufrieden mit unserem Plastik zu bezahlen und das ist nicht die beste Methode. Also ich bin so ein bisschen in dieser Kultur aufgewachsen, obwohl ich muss sagen, ja ich bin in den USA aufgewachsen, aber meine Mutter kommt eigentlich auch aus Deutschland. Aus Bayern. Marcus: Jau! Max: Pfiat di. Marcus: Pfiat di (lacht laut) Max: Ja diese ganze bayrische Szene kenne ich auch ein bisschen durch meine Onkel, die dort alle entweder Bauern oder Aggrartechnik Unternehmer sind. Marcus: Ah, sehr bodenständig. Max: Genau, sehr bodenständig. Von da habe ich so ein bisschen eine Verknüpfung mit diesem Mittelstandkonzept her. Also die sind immer sehr hilfreich. Die sagen mir immer, was ich hier in Berlin mache und dann sind das manchmal unangenehme Fragen, aber im Endeffekt immer hilfreich auf lange Sicht. Marcus: Okay, dann hast Du das wahrscheinlich auch so ein bisschen mit in die Wiege gelegt bekommen. Weil das Problem glaube ich in den Staaten oder auch - ja, es gibt auch andere Länder oder andere Systeme, die das so vorsehen, dass die Leute möglichst viele Schulden machen - ist wahrscheinlich darauf abgezielt, dass die Leute dann Schulden haben und die müssen einfach arbeiten. Die müssen zwei Jobs annehmen, die müssen drei Jobs annehmen. Und die haben dann auch gar keine Zeit irgendwie so auszubrechen aus diesem System und das funktioniert. Die Wirtschaft hat genug Angestellte, die einfach arbeiten, arbeiten, arbeiten, sich nicht groß auflehnen und richtig reich werden dann wieder nur ganz oben diese fetten Unternehmen, weil die anderen in die Trap gerannt sind und von Anfang an Schulden gemacht haben. Max: Ja ja, und man sieht das vor allem in dem Educational System, was wir in den USA haben. Im Unisystem. Ja, man muss so viel Geld ausgeben, um in die Uni zu kommen. Naja, ich glaube in Zukunft wird das nicht immer so sein in den USA, weil das ist einfach nicht nachhaltig. Und die Preise werden immer teurer auch bei den Unis. Wenn man 10.000 Dollar pro Jahr ausgibt für eine gute Uni, ist das ein ganz geiler Deal für einen Studenten. Auf der einen Seite hat es Vorteile, weil die Unis nehmen Dich als Student wirklich an die Hand und die führen Dich wirklich. Du bekommst eine bessere Education und eine bessere Infrastruktur. Es ist ein bisschen schöner von der Infrastruktur her. Und bessere Studenten zu Professoren Ratios. Aber dann steht man nach vier Jahren immerhin mit 40.000 Dollar da, die man wieder zurückzahlen muss. Oder wenn man gut gespart hat, vielleicht nur 20.000 Dollar. Aber ja, es fängt so an. Also meine Familie ist auch ein gutes Beispiel dafür. Also mein Vater ist Arzt und er musste super viel ausgeben für sein Studium. Also um Arzt zu werden, gibt man so ungefähr, ich weiß nicht, eine viertel Millionen aus für den ganzen Prozess von acht Jahren. Marcus: Wow. Max: Das System ist so gebaut, dass es sich dann auch lohnt. Der Arzt muss praktisch super viel verlangen für seine Zeit. Und dann ist das auch eine gute Investition, aber immerhin ja… Das ist gesellschaftlich vielleicht auch nicht die perfekteste Lösung, weil dann müssen die anderen Menschen für ihre Health Care viel bezahlen. Marcus: Ja, das ist alles irgendwie nicht ganz rund. Von daher… Um wieder zurückzukommen zu dem Entrepreneurtum und dem Unternehmertum ist das auf jeden Fall ein guter Workaround oder eine gute Option, um halt nicht in dieses Hamsterrad reinzugehen, sei es jetzt in den Staaten oder sei es in Deutschland, was aus verschiedenen Gründen auch nicht so cool ist. Weil man da sehr gefangen ist. Max: Auf jeden Fall. Marcus: Und wenn man dann auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmer wachsen will oder an seine eigenen Grenzen stößt - wir haben ja jetzt das Thema schon zwei, drei Mal heute alleine in dem Podcast gehabt - wie wichtig das ist, gleichgesinnte Leute um sich herum zu haben, die die gleichen Probleme und Challenges haben. Und genau aus dem Grund bist Du ja jemand, der ein totaler Befürworter und Verfechter von diesem Mastermind Konzept ist. Max: Ja genau. Ich bin total davon überzeugt. Marcus: Ja, erklär’ mal, was genau ein Mastermind ist. Max: Ja kann ich auf jeden Fall machen. Ich habe auch ein paar Schritte vorbereitet für Deine Listeners, falls die selber ihre eigenen Masterminds aufbauen möchten. Der erste Schritt, also was ist ein Mastermind ganz genau? Das ursprüngliche Konzept kommt von diesem Typ, Napoleon Hill, der dieses berühmte Buch geschrieben hat “Think and grow rich”. Das ist seine Definition und der ist so der Erfinder von diesem Mastermind-Konzept. Nach seiner Definition ist Mastermind eine Gruppe von zwei oder mehreren Leuten, die zusammenkommen, um sich gegenseitig zum erreichen ihrer Ziele zu unterstützen. Ich würde sagen, dass heutezutage, vor allem in der Online Unternehmenswelt, denkt man bei Masterminds hauptsächlich an eine Gruppe von vier bis sechs gleichgesinnten Online Unternehmern, die sich regelmäßig treffen. Vielleicht ein bis vier Mal pro Monat, um einander zu pushen, um einander Verantwortlichkeit entgegenzubringen, um ihre Tasks zu erfüllen und einander Mut zu geben. Dass sie dran bleiben und dass sie ein bisschen von diesem Team Aspekt in ihrer Arbeit haben. Weil als Online Unternehmer ist es manchmal einfach super schwierig motiviert zu bleiben, wenn man so alleine vor dem Rechner sitzt. Und Du hast vorher angemerkt, Du hast schon Feli. Und das ist eine ganz coole Sache, wenn Du jemanden hat, der jeden Tag bei Dir sitzt und ihr motiviert euch gegenseitig. Aber wenn man alleine vor dem Rechner sitzt, das kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen, wenn man dieses eine Call pro Woche hat und man weiß, man muss etwas bei diesem Call liefern - einen Task den Du Dir vorgenommen hast - und Du hast auch Leute, die Dir helfen werden bei einem konkreten Problemen, welches Du gerade jetzt in Deinem Business spürst. Das bringt unheimlich viel in jedem Aspekt. So also ganz konkret: Warum man einen Mastermind machen sollte ist im Endeffekt, um Motivation zu bekommen. Der zweite Effekt ist so dieses Team-Erlebnis zu haben und mehr Spaß zu haben bei der Arbeit. Ich würde auch sagen: Exklusive Information. Weil als Unternehmer suchen wir immer nach Tipps und Tricks und Shortcuts, wie man schneller vorankommen kann in seinem Business und das bekommt man hauptsächlich durch andere Online Unternehmer, die ähnliche Erlebnisse schon gemacht haben. Marcus: Klar, es sind so oft die gleichen Herausforderungen, die man hat. Und jeder fängt dann wieder von Null an und digged sich dann really deep in das Topic rein und das dauert aber dann einige Zeit bis man an dem Punkt ist, was andere dann auch schon vorher vor Dir gemacht haben. Und wenn’s dann jemanden gibt, der genau diesen Weg mit Dir shared und Du die Shortcuts, die Abkürzungen,nehmen kannst, dann sparst Du ja viel Zeit auf dem Weg zum nächsten Step oder Milestone. Max: Genau, auf jeden Fall. Das ist super wichtig, dass man sich diese soziale Umgebung schafft, wo es einfach andere interessante, coole Leute gibt, die wirklich Actiontaker sind. Die wirklich Leute sind, die etwas machen und die sich bewegen. Marcus: Ja und genau, was mir bei dem Masterminds so gefällt an dem Konzept ist, dass man auch ne krasse accountability gegenüber den anderen aufbaut. Ich komme gerade nicht auf’s deutsche Wort. Max: Verantwortlichkeit! (lacht) Marcus: Genau! Dass Du genau weißt, ich habe nächste Woche das Mastermind. Wir haben uns darauf committed. Ich schaffe bis dahin einen Newsletter rauszuhauen, zwei Blogposts zu schreiben und an meinem Konzept für den neuen Podcast weiterzuarbeiten. Und ich muss den anderen Leuten das dann vorstellen und sagen, wo ich da bin. Und wenn ich’s nicht geschafft habe, muss ich aber wenigstens erklären können, was ich stattdessen gemacht habe. Und das ist viel, viel besser als wenn Du so ein Einzelkämpfer bleibst und für Dich alleine unterwegs bist und irgendwann einfach nicht mehr kannst und den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, demotiviert bist und dann denkst, es geht gar nix mehr. Max: Auf jeden Fall. Und es ist genau dieses Konzept, was mir zu meinen ersten 1.000 Euro als Selbstständiger gebracht hatte. Also für drei Monate bevor ich meinen Mastermind hatte, nachdem ich meinen Job aufgegeben hatte. Ich habe fast keinen Fortschritt gemacht. Aber dann habe ich den Mastermind gehabt. Ich hab’s Online durch einen berühmten Blogger gefunden, der das zusammengestellt hatte. Und da habe ich gesagt: Ja okay, ich kauf mir diesen Onlinekurs. Und ein Teil davon war dieser Mastermind und innerhalb vom ersten Monat: BAM! Ich habe so viel Power bekommen. Ich habe wirklich einen Tritt in den Arsch bekommen und innerhalb von diesem ersten Monat hatte ich schon meine ersten 1.000 Euro Umsatz gehabt. Ich habe auch persönlich diese Benefits von diesen Masterminds erlebt und das hat mich auch mehr davon überzeugt. Marcus: Okay cool. Du hast ja auch schon ein paar Masterminds für uns auf der DNX gematched und auch angeleitet und gemacht und hast auch selber dazu einen Kurs rausgebracht? Oder machst Du das auch noch vor Ort in Berlin? Was ist da der Stand? Max: Ja, gerade jetzt ist der Stand: Ich mache verschiedene Masterminds. Ich habe es gerade jetzt in drei Level aufgeteilt. Also Leute, die keine Idee haben, Leute die schon eine validierte Idee haben und dann Leute, die schon von ihren Businesses leben. Also jede von diesen drei Zielgruppen hat verschiedene Bedürfnisse. Und die ersten zwei Gruppen begleite ich mit ein bisschen mehr Inhalt. So: Dieses sind die Schritte, die Du verfolgen musst, um zum nächsten Level zu kommen. Und dann bei den Leuten, die schon in der dritten Gruppe, also Leute die schon von ihren Businesses leben, da geht es vielmehr über persönliche Ziele. Was Du hast für das Business. Wie Du das Business so im nächsten Jahr oder in den nächsten fünf Jahren sehen würdest. Und gerade jetzt ist noch immer alles vor Ort hier in Berlin. Aber ich hab’s auf jeden Fall vor, das in Kürze Online zu ziehen. Für die erste Gruppe habe ich letztes Wochenende schon einen Workshop gemacht. Das erste Kick-Off von dem Idea-Accelerator Mastermind. Und das ist so für die Leute, die überhaupt keine Idee haben, aber die eine Idee erfinden möchten und das auch validieren. Und dann über sechs Wochen überarbeiten und schauen, wie weit sie mit der Idee kommen. Und das können sie www.startingfromzero.co/ideaaccelerator  einsehen. Marcus: Ja, das verlinken wir auf jeden Fall in den Shownotes. Dann können die Leute einfach auf www.lifehackz.de/max-breckbill  gehen und dann finden sie es auch unter den Shownotes. Max: Ja, also etwas anderes, was ich Deinen Zuhörern noch mitteilen möchte ist, wenn es Zuhörer da draußen gibt, die überhaupt Bock haben, ihren eigenen Mastermind zu starten. Ich kann das nur empfehlen. Weil wenn Du selber der Veranstalter bist oder der Organisator von Deinem eigenen Mastermind, von vier bis fünf anderen Leuten. Das ist ein riesen Vorteil verschiedenen Ebenen. Der erste ist, Du kannst für Dich selber entschweiden, wer die richtigen Leute sind. Der zweite ist, Du kannst mit ihnen potentere Leute in Deinem Mastermind zusammen haben. Und das ist normalerweise ein Benefit, wenn Du einen Mastermind hast, wo die anderen Leute ein bisschen weiter sind in ihrem Business und das kann Dich besser motivieren. Ja, wenn Du willst Marcus, ich kann das hier teilen über den Podcast oder ich habe auch ein kleines Worksheet gemacht und wir können das einfach auch dazu verlinken. Wo die Leute, die gerne selber einen Mastermind anfangen möchten, die können das einfach runterladen und die dann Sheet für Sheet durchgehen. Marcus: Ja also, wir verlinken das auf jeden Fall, aber Du kannst es auch gerne auf dem Podcast hier raushauen. Die Leute freuen sich immer über wertvollen Content. Also hush hush Hau raus! Leg los! Max: Dann legen wir mal los. Also der erste Schritt ist sich darüber zu werden, welche Mitglieder Du in Deinem Mastermind haben willst. Das bezieht sich tatsächlich auf Deine persönliches Business, was Du voranbringen möchtest. Also wenn Du schon ein klares Business-Konzept hast, also ein Business-Modell, das ist ein guter Anfangspunkt. Und wenn Du dann auch eine klare Nische hast, das ist der andere gute Anfangspunkt. Also das bezeichnet so Deine Zielgruppe für Deinen Mastermind. Business-Modell plus Nische, dass sind die Leute, die Dir am besten helfen können. Dann der zweite Schritt: Ich würde sagen, Du solltest Dein Format entscheiden. Also wenn Du ganz am Anfang bist mit Masterminding. Wenn Du nie vorher einen Mastermind gemacht oder organisiert hast. Ich bin super dafür Sprint Mastminds zu organisieren. Das Wort Sprint kommt von diesem Entwicklungskonzept Scrum, wenn ihr euch mit Software ein bisschen auskennt, dann kennt ihr das. Aber das Konzept ist, dass Du Dich für ein Ziel in sechs Wochen entscheidest und dann sprintest Du zu diesem Ziel zusammen mit deinem Mastermind. Also das ist ein Mastermind, dass auf sechs Wochen beschränkt ist, damit Du nicht diese Gefühl hast, dass es ewig dauert. Weil wenn Du keinen beschränkten Zeitrahmen für das gesamte Mastermind hast, dann verliert es nach sechs oder sieben Wochen irgendwann mal seine Potenz und die Leute kommen einfach nicht mehr. Das wäre mein zweiter Vorschlag. Dass Du Dich entscheidest für einen Sprint Mastermind zum ersten Mal und dann, wenn nach diesen sechs Wochen, also sechs Meetings in sechs Wochen, Du Dich mit Deiner Gruppe weiterhin treffen möchtest, dann könnt ihr das zusammen entscheiden und nochmal sechs Wochen machen. Und wenn es nicht mehr passt, es kann nämlich sein, dass manche Leute super schnell wachsen während dieser Zeit, andere Leute werden nicht so schnell wachsen, dann kann man neue Masterminds machen. Um das Sprint Mastermind vorzubereiten, musst Du ganz klar Leute finden, die an sechs Meetings interessiert sind. Das kann über sechs Wochen laufen oder drei Monate. Du musst, und jede Person muss sich für ein klares Ziel entscheiden nach dem Smart-Goal Prinzip. Du musst für Deinen Mastermind einen ganz klaren Endpunkt haben, damit es ein bisschen Druck gibt, damit die Leute etwas haben mit dem sie sich wirklich pushen und damit das Ziel wirklich Sinn macht. Jetzt haben wir Dein Topic, also was Deine Zielgruppe ist. Dann haben wir das Format, also die Sprint Masterminds und dann im dritten Schritt muss Du einfach die richtigen Leute finden. Ich habe zwei Formate erlebt, wie man das am besten machen kann. Also ich würde die ersten den organischen Approach nennen und den zweiten den Networking Approach. Also der organische Approach ist einfach ein oder zwei andere Leute zu finden, mit denen Du gut klar kommst. Und am liebsten solche, die ein ähnliches Business Modell und Nische haben wie Du. Und Du sagst “Hey wir treffen uns einmal und dann stellst Du mal Dein Mastermind Konzept vor. Und dann könnt ihr es organisch wachsen lassen und sagen “Okay, wenn einer von euch jemanden kennt, der gut in diese Gruppe passen könnte, dann kannst Du ihn herzlich einladen”. Und jedes Mal, wenn Du jemanden neues bekommst, dann kannst Du ihn immer fragen und sagen “Wen kennst Du, den wir in diese Runde einladen können?” Und dann so organisch wachsen, bis Du eine Größe hast, die Dir gefällt. Ich würde vorschlagen nicht mehr als sechs, aber es gibt manche Leute, die freuen sich, wenn sie sich jeden Monat mit acht Unternehmern treffen. Das kann auch funktionieren. Und zum organischen Approach habe ich ein bis zwei, aber es funktioniert nur mit einem Kumpel. Wenn Du nur einen Kumpel hast und Du sagst “Hey komm, wir treffen uns und wir brainstormen zusammen und wachsen one at a time”. Der zweite Approach ist so der Networking Approach und da wirst Du alles, was Du schon vorher geschrieben hast, das nimmst Du und schreibst dafür einen Pitch. Ganz klar, was für Leute Du in Deinem Mastermind willst, was Du persönlich erreichen möchtest mit diesem Mastermind. Und dann postest Du einfach diesen Pitch auf Social Media. Wenn es in Deiner Stadt Meetup Gruppen gibt, dann kannst Du zu den Meetup Gruppen gehen und dann vor dem Open Mic stehen und sagen “Hey, ich heiße so und so. Ich will das und das erreichen. Ich suche andere Leute für eine Mastermind Gruppe. Fragt mich einfach”. Du kannst auf Online Foren gehen, wie zum Beispiel Dynamite Circle wäre perfekt. Wenn Du nicht schon im Dynamite Circle bist, dann gibt es glaube ich viele andere solche Exclusive Forums wo Du posten kannst. Marcus: fizzle.co? From Corbett Barr hm. Max: Yes! Das ist ein ganz gutes Beispiel und so kannst Du super schnell Deine Leute finden. Marcus: Cool! Max: So, das ist so das ganz knackige Setup Phase. Und dann würde ich auch im letzten Schritt drei Vorschläge geben, wie Du Deine Masterminds gut laufen lassen kannst. Erstens: Benutze immer einen Timer für Deine Masterminds. Entscheide Dich, dass jede Person, ich weiß nicht, 10 bis 15 Minuten bekommt, um seinen aktuellen Stand zu beschreiben und seine Herausforderungen zu beschreiben. Es gibt diese Regel “Parkinson’s law”. Das heißt, arbeite wie ein Gas. Es wächst und wir planen, und vergleichen wie viel Platz es gibt für diese Arbeit. Und wenn Du am Ende von dem Meeting mit Power rausgehen willst und noch mehr Energie haben willst als Du reingebracht hast, dann sollst Du auf jeden Fall einen Timer benutzen. Weil sonst redet jede Person zu lange und am Ende sind einfach alle erschöpft. Und das ist nicht so ein geiler Effekt. Der zweite ist kurze Updates zu machen. Also wenn Du zum Beispiel zehn Minuten hast, um Deinen aktuellen Stand und Deine Herausforderungen zu besprechen mit der Gruppe, nimm nur die ersten zwei Minuten um Deinen aktuellen Stand zu beschreiben. Und die restlichen acht Minuten um Deine Herausforderungen zusammen mit der Gruppe zu besprechen. Ich sehe oft, das ist eine Tendenz, dass wir alle super gerne über uns selber reden. Und es ist ganz einfach die ganzen zehn Minuten dafür zu nutzen. Die letzte ist super wichtig und das ist auf jeden Fall: Versuche nicht in einen Rhythmus zu kommen, dass Du immer den anderen erklärst, was die machen sollen. Es ist immer viel überzeugender, wenn Du den anderen Leuten etwas erzählst, was auf einer persönlichen Erfahrung basiert, als wenn Du einfach sagst “Du solltest so und so was machen”. Ich habe das in irgendeinem Buch gelesen. Also das kann auch manchmal lustig sein, wenn Du Brainstorming machst. Aber versuche hauptsächlich immer Deine Ratschläge, Deine Beratungen auf persönliche Erfahrungen zurückzuführen. Marcus: Makes sense. Max: And that’s how you do it! Marcus: Cool, great! Thanks for this sighting. Ja richtig cool! So baut man eine Mastermind auf und zu dem einen Punkt, wo Du gesagt hast, zwei Minuten selber Business erklären und acht Minuten Input holen, ist glaube ich auch ganz wichtig. Wenn Du gerade auf dem Hot Seat bist, dass Du nicht anfängst zu erklären, warum das jetzt nicht geht und aus dem Grund geht das nicht und das habe ich schon probiert und nee, das ist auch keine coole Idee. Sondern be open for Feedback, ne? Max: Genau. Marcus: Und das einfach auf Dich erstmal nicht über Dich ergehen lassen, sondern wirklich dann reflektieren: Ist das vielleicht eine Option? Die hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Kann man das mal machen? Klar, ich bin open dafür, ich probier das aus. Max: Ja, also eine kleine Sidenote dazu: Ich habe gemerkt, dass es oft die Leute sind, die das wenigste geschafft haben, die die meiste Zeit für ihre Updates nutzen. Ich weiß nicht genau, warum das so ist. Also eigentlich vermute ich, das ist, weil die ein schlechtes Gewissen haben, dass die nix gemacht haben und die nutzen die ganze Zeit, um Excuses darzustellen. Marcus: Glaube ich auch. Max: Aber denk einfach mal dran, wenn Du auf dem Hot Seat sitzt und Du merkst “Hey wow, ich habe ganze acht Minuten gebraucht”, dann ist es höchstwahrscheinlich deswegen, weil Du ganz wenig gemacht hast von dem, was Du Dir für diesen letzten Zeitraum im Mastermind vorgenommen hast Marcus: Ja, super useful! Danke, danke dafür, für das ganze Know-How Sharing. Max: Auf jeden Fall. Marcus: Was ist Deine größte Schwäche bzw. worin würdest Du noch gerne besser werden? Max: Ich?! Och Marcus… Marcus: (lacht) Max: Du fragst die richtigen Fragen, auf jeden Fall. Marcus: That’s my job. Max: Für mich geht es um Organisation und ja… Ich würde sagen, der systematische Aufbau von Marketing Funnels. Das ist etwas, wo ich persönlich dran arbeiten muss. Das ist die nächste große Herausforderung für mich. Aber im Allgemeinen, organisiert zu bleiben, wenn man so viele verschiedenen Sachen hat, ist immer schwierig für mich. Wenn man so auf jeder Baustelle arbeiten muss, so auf der Webseite, auf den Inhalt und dann auf die gesamte Marketing Strategie und wie das alles zusammenkommt. Die Zeit zwischen diesen drei Aspekte gut auszubreiten ist für mich die größte Schwäche gerade jetzt. Marcus: Ja. Also was Dich ja wiederum stark macht und auszeichnet ist, dass Du so viele Ideen hast, dass Du so viel Power und so viel Drive hast. Und manchmal ist es dann glaube ich so viel, da ist es dann schwierig da wieder Struktur und Ordnung rienzubringen, wie Du gerade gesagt hast. Was ist denn Dein Konzept dafür oder Deine Lösung? Hast Du was verbessern können? Max: Meine Lösung für diese Tendenz, die ich habe? Marcus: Ja genau. Max: Ja, also ich habe ein paar Kumpels, die mir in jedem verschiedenen Aspekt helfen können. Und ich versuche immer mehr mit Virtual Assistance outzusourcen. Ich versuche einfach immer mehr Sachen outzusourcen. Mehr kleiner Sachen. Zum Beispiel bei der Erstellung von meinem Podcast. Die mir editieren zu lassen und solche Sachen. Das hilft mir wahnsinnig. Marcus: Okay cool. Das ist glaube ich so ein Punkt, wo jeder Unternehmer irgendwann mal ankommt, wo er sagt “Okay, bin ich jetzt weiter als Solopreneur und Einzelkämpfer oder schaffe ich es auch mal, was abzugeben und loszulassen”. Das fällt ja nicht immer ganz einfach. Max: Ja auf jeden Fall. Aber ich freue mich schon, dass ich immer mehr loslassen kann. Also ich glaube das Loslassen innerhalb von sich selber ist nicht das große Problem. Ich glaube, das größte Problem bei mir steckt noch immer bei, das Verlieren der Sache von genau dem, was losgelassen werden muss. Wenn das erst definiert ist ganz klar und konkret, dann ist das Loslassen ziemlich einfach. Aber man merkt nicht immer, was man jeden Tag alles macht. Marcus: Ja, so ging es mir auch. Oder immernoch. Da denke ich “Oh nee, wir haben jetzt zwar so nen Website Service, der für uns die Coding oder die Änderungen macht, aber manchmal denke ich “Woah, das dauert nur eine Minute. Komm ich mach’s selber”. Log mich kurz ein und dann ist’s doch länger als ne Minute, zwei, drei, vier, fünf, sechs und dann denkste “Ey, für die Zeit und hättest Du selber was anderes machen können”, weil da gibt’s ja jemand anderen, der es einfach viel schneller macht und der ist besser als Du. Max: Genau, das ist es. Ja. Wie geht es bei Dir? Was hast Du alles bis jetzt outgesourced in Deinem Business, Marcus? Marcus: Ähm, wir haben irgendwann relativ spät angefangen outzusourcen, weil wir beide so veranlagt sind, dass wir erstmal nicht… also … sehr bootstrappingmäßig unterwegs sind, bevor wir große Investitionen machen, wollen wir erstmal wissen, dass wir das Geld auch wieder woanders reinholen. Also wir brauchten erstmal einen guten Cashflow, um dann auch zu sagen “Okay, das ist jetzt ein kleines Budget. Das verwenden wir für unseren ersten VA.” Und das ist erst ziemlich spät gekommen. Also ich habe ja die ersten Events noch komplett alleine gemacht, mit Excell Tables in GoogleDrive und die ganzen Invoices rausgeschickt, die Konten gecheckt, die Tickets und überhaupt. Das ganze Marketing, die ganze Website komplett One-Man-Show, zusammen mit Feli dann two persons. Aber wir haben jetzt im Sommer die erste VA reingeholt, die Vera, und seitdem haben wir dann selber am eigenen Leib gespürt, wieviel das helfen kann. Wieviel mehr Zeit Du auf einmal hast für die wichtigen Sachen. Und seitdem sind wir dann auch ein bisschen mutiger geworden. Designerin hatten wir schon immer. Aber haben dann noch jemanden reingeholt für die Events und haben ja dann noch die DNX CAMPS gestartet. Das hätten wir aber zu zweit nicht geschafft. Also haben wir dann einen Eventmanager und haben da die verschiedensten Modelle. Also manche werden auf Stundenbasis abgerechnet. Manche projektbasiert, manche kriegen nen Revenue-Share. Das ist auch wieder ein komplett neues Thema, wo man sich dann reinfuchsen muss und Mitarbeiterführung, Company-Happiness bzw. auf einmal muss Deine Mission oder Deine Vision auch klarar sein, damit Du kein Geld verbrennst, sondern nur darein steckst, wo Du auch wirklich hin willst. Und mittlerweile sind wir da ganz gut drin geworden. Das Problem ist nur, dass Du irgendwann dann auch mit Deinen Mitarbeitern so schnell wächst, weil Du ja dann viel schneller bist, dass dann das wieder strukturiert werden muss, dass Du ein Projektmanagementsystem brauchst und das nicht mehr alles über E-Mail läuft. Also haben wir dann angefangen über Trello zu arbeiten und haben dann angefangen Zuständigkeiten zu verteilen. Oder wer darf auf unseren Designer zugreifen oder wieviel Budget haben dann schon die einzelnen Leute. Also wirklich auf einmal sind es so Company Topics, womit eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte. Wo man am Anfang sagte “Ey geil, ich bin jetzt Lifestyle Designer, ich bin Solopreneur, ich habe nur Freelancers, ich brauche keine Angestellten, ich brauche kein Büro, ich brauche das alles nicht mehr”. Und jetzt bist Du genau bei dem Thema angekommen. Aber es ist halt ganz anders, weil es auf einmal so Dein Baby ist, ne? und Deine Leute, die dann Dir helfen. Von daher ist das schon okay, aber es sind trotzdem Themen, die hatte ich überhaupt nicht mehr auf’m Zettel und mit denen wollte ich eigentlich nie mehr was zu tun haben. Jetzt muss ich was damit zu tun haben, aber es macht Spaß, weil es wieder was Neues ist, wo man sich dann reinfuchst von ner ganz anderen Perspektive auf einmal. Max: Ja, das ist cool. Klingt super. Marcus: Aber super wichtig ist glaube ich, alles vorher einmal selbst gemacht zu haben, weil ansonsten kannst Du die Sachen nicht briefen. Max: Das wollte ich eben sagen. Weil Du hast gemeint, ja wir haben ziemlich spät die erste VA reingeholt. Aber vielleicht war es auch nicht so spät, weil Du hast jetzt alles selber einmal durchgemacht und jetzt kennst Du das ganze System, wie das alles läuft. Und dann kannst Du es besser abgeben und auch besser schätzen, also wieviel Zeit das in Anspruch nimmt und wie Du überhaupt jemanden dafür hiren kannst. Marcus: Genau, Du kannst besser briefings machen. Du weißt genau, was geändert werden muss. Du weißt genau, welche Personen Du dafür brauchst und das finde ich manchmal ein bisschen schade bei Leuten, die gerade voll am Anfang stehen und sagen als erstes: Ich brauche Mitarbeiter, ich brauche ein Team, meinen Blog will ich eh nicht selber schreiben, sollen alles andere machen. Das ist glaube ich der falsche Ansatz, auf jeden Fall. Man sollte erstmal alles mindestens einmal selber gemacht haben, selber Geld verdient haben und das Geld dann verwenden, um dann irgendwann Dinge auszulagern, die andere besser machen können. Max: Ja, klingt gut. Marcus: Absolut. Was steht bei Dir jetzt noch so an? Wann sehen wir uns wieder? Max: Ja, wann sehen wir uns wieder? Also bei mir steht gerade die Durchführung der ersten Version von Startingfromzero Idea Accelerator an. Das wird Mitte Dezember fertig. Dann bin ich kurz mal in den USA, um die Familie zu besuchen. Marcus: Wo sind die? Max: Die sind in Wisconsin. Nicht so weit weg von Chicago. Madison Wisconsin. Dann bin ich wieder hier in Berlin kurz, um die nächste Runde von Idea Accelerator zu launchen Mitte Januar. Ein paar von meinen Co-Gründern und sind dann vom 20. Januar bis 31. März in Ko Lanta. Marcus: Wow. Max: Beziehungsweise bin ich auch bei euch auf dem DNX GLOBAL in Bangkok. Marcus: BAM! Max: Ist das der 1. März oder wann ist das? Marcus: Genau, 1. März ist Main Event und 2. März ist Mastermind Day. Max: Ja, ich bin total begeistert auf den ersten Tag und vor allem auch der Mastermind Day danach. Wirklich gepumt dafür Marcus. Marcus: Ja, wir sind ja gerade vor Ort in Bangkok seit heute wieder. Eben sind wir von Chiang Mai gekommen. Ich muss sagen, echt cool. Wir sind auch totally stoked in pump. Wir haben ne geile Location, wir haben nen coolen Event Manager. So nen thailändischen Solopreneur, der total in unserem Sinne tickt. Und ich glaube, das wird cool. Wir haben ja jetzt den Sale gestartet, die ersten Tickets verkauft. Also Demand ist da. Die Location ist da. Thailand ist cool. Ich freue mich auf jeden Fall mega auf das erste Event außerhalb von Deutschland. Max: Ja, ich habe schon auf Facebook gesehen. Es gibt viele Leute, die schon ihre Tickets gebucht haben von Deutschland Express für DNX GLOBAL. Ja bin super begeistert. Marcus: Ja geil. Dann sehen wir uns ja spätestens im März wieder und dann auch mal außerhalb von Berlin. Das erste Mal in Bangkok. Und ansonsten wünsche ich euch ne super geile Zeit auf Ko Lanta. Das ist auch eine meiner Lieblingsinseln im Süden von Thailand, muss ich sagen und das erste Mal war ich vor drei Jahren in Ko Lanta und jetzt kommen wir ja auch wieder zurück Anfang März nach der DNX machen wir da auch ein DNX CAMP. Das auch nur, weil die Insel einfach cool ist und auch noch nicht zu touristy, super geile Strände, den besten Sundowner, den ich jemals gesehen habe auf der Welt. Also Du kannst Dich total auf Ko Lanta und auf Thailand freuen. Max: Super, freue mich super darauf Marcus. Marcus: Cool, dann danke für Deine Zeit Max! Max: Yeah, thank you Marcus! Marcus: You’re welcome! Thank you for sharing all the knowledge. Looking forward seeing you soon. All the best und so weiter. Und wir bleiben in touch. Also danke nochmal für Deine Zeit, ja? Max: Thanx Marcus. Marcus: You’re welcome, bye! Max: Ciao. BAM, Ladies and Gentlemen. Das war eine weitere Folge der LIFE HACKZ Show with the one and only Max Breckbill. Wenn euch die LIFE HACKZ Show gefällt, dann hinterlasst mir bitte eine Rezension auf iTunes, schreibt mir ne E-Mail an marcus@lifehackz.de. Sagt einfach mal Hallo. Ich will mal wissen, wer hört überhaupt hier meinen Podcast so regelmäßig. Wer ist das? Was findest Du cool, was findest Du scheiße, was soll ich anders machen, was soll ich besser machen, was kann bleiben? Hast Du vielleicht Vorschläge für nen coolen Gast, den ich mal draufnehmen könnte? Yo, und wenn euch das ganze Ding gefällt, dann würde ich mich auch mega freuen, wenn ihr mich und den Podcast weiterempfiehlt an Freunde, die das vielleicht auch gebrauchen können, die selber Unternehmer sind oder das vorhaben oder das digitale Nomaden Lifestyle interessant finden. Yo, vielen Dank für euren Support! Very much appriciated. Peace and Out, bis zur nächsten Folge! Euer Marcus [/su_spoiler] [/su_accordion]

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  • Simone Sauter ★ Über Tinder, Liebeskummer und ihr eigenes Online Business

    · 00:49:56 · LIFE HACKZ ✰ powered by DNX

          Interview mit Simone Sauter von Dating Rocks Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! Heute mit Simone Sauter, die andere Frauen zum Thema Liebeskummer coached. Wir reden aber nicht nur über Liebeskummer, wir reden auch über Tinder, wir reden darüber, ob alle Männer per se schlecht sind oder ob es auch schlechte Frauen gibt. Und wir reden darüber, wie sie es geschafft hat, ihr Online-Business in kürzester Zeit ortsunabhängig aufzustellen und ja, welche Challenges und Herausforderungen sie zu bewältigen hat. Viel Spaß mit Simone! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, die ich in den letzten Jahren in mein Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFEHACKZ 10% Discount. In dieser Folge lernst du: Dass es wichtig ist, Liebeskummer nicht alleine und mit den richtigen Menschen zu überwinden. Dass Reisen wahre Wunder wirkt und Dir hilft die Dinge aus einer anderen Perspektive zusehen. Dass man Online Dating ruhig mal eine Chance geben kann. Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show! Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit ???? [www.dnxnews.de] Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern???? [www.dnxcommunity.de]  Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  ???? [www.dnx-berlin.de] 1.000 Dank, Dein Marcus  SHOWNOTES From Pain to Power (ehemals Dating Rocks) Tinder Dynamite Circle Google  Daimler Stepstone DNX WordPress Betahaus [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Das ist die LIFE HACKZ Show Folge Nr. 40! Jo Leute, willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! Heute mit Simone Sauter, die andere Frauen zum Thema Liebeskummer coached. Wir reden aber nicht nur über Liebeskummer, wir reden auch über Tinder, wir reden darüber, ob alle Männer per se schlecht sind oder ob es auch schlechte Frauen gibt. Und wir reden darüber, wie sie es geschafft hat, ihr Online-Business in kürzester Zeit ortsunabhängig aufzustellen und ja, welche Challenges und Herausforderungen sie zu bewältigen hat. Viel Spaß mit Simone! Diese Folge wird präsentiert vom 5 Minute Journal. Das 5 Minute Journal ist eines der mächtigsten Tools, die ich in den letzten Jahren in mein Leben implementiert habe. Mit dem 5 Minute Journal startest Du nämlich mit einem positiven Mindset in den Tag und kommst dann ganz automatisch in Deinen Flow. Gehe jetzt auf www.fiveminutejournal.com und sichere Dir mit dem Code LIFEHACKZ 10% Discount. Marcus: Hey Simone, cool, dass Du auf dem LIFE HACKZ Podcast am Start bist. Bist Du ready? Simone: Ja, ich bin ready, ja Marcus. Marcus: Cool, wir beide sitzen jetzt hier gerade in Chiang Mai, Thailand, in dem Surface Appartement, wo ich eingecheckt bin mit Feli und das coole ist, Du bist ja gerade selber in Chiang Mai. Was hat Dich nach Chiang Mai verschlagen? Wie bist Du hierhin gekommen? Simone: Ich war im April schonmal hier und ich mag Chiang Mai einfach. Das ist eine coole Stadt, coole Community, sehr geiles Essen, super coole Massagen. So günstig und so. Das kann man mehrmals die Woche machen. Marcus: Ja, was kostet eine Massage hier? Wenn Du sagst so günstig? Simone: Ich habe eine direkt bei mir im Condow und die nimmt, was nehmen die? 52 Baht, das sind 5, 6 Euro die Stunde. Marcus: Ja, Wahnsinn. Simone: Das ist schon echt cool, ja. Marcus: Ja, wir haben das bis jetzt leider noch nicht geschafft, aber ich denke mal hier nach unserem Interview. Simone: Du hast noch nie ne Massage in Chiang Mai gemacht oder in Thailand generell? Marcus: Ähm doch, vor drei Jahren als wir hier in Thailand waren. Aber jetzt in der Zeit in Bangkok und Chiang Mai waren wir so busy mit diesem anderen Kram. Aber ich, wie gesagt, heute schaffe ich’s und morgen machen wir dann nochmal nen Break. Simone: Okay. Marcus: Jo und Du bist quasi die Frau Dr. Sommer des Internets oder wie würdest Du Dich bezeichnen oder bist Du noch spezialisierter dann auch für ein Thema? Simone: Also, Dr. Sommer… Naja, würde ich so jetzt nicht sagen. Ich bin Liebeskummer-Coach. So ist mein offizieller Titel. Das heißt, ich helfe Frauen über ihre Trennung hinwegzukommen und über ihren Ex hinwegzukommen. Die Emotionen zu verarbeiten und ja, dann quasi sich auch selbst zu finden und sich auf ne neue Beziehung auch vorzubereiten, wenn die Zeit dann reif ist. Also, die Klientinnen sind oft ab 10 Jahre, teilweise 25 Jahren in einer Beziehung gewesen und ihr Mann hat sie dann oftmals für eine andere Frau verlassen. Also same Story wie bei mir. Und ja, den Frauen helfe ich halt einfach, damit umzugehen oder jetzt die eine reicht jetzt gerade die Scheidung ein. Dann braucht sie halt einfach so ein bisschen zur Unterstützung von jemandem, der weiß, wie es ist, wenn man durch so eine harte Zeit geht und der einen dann einfach an die Hand nimmt und sagt “Ich bin da und wenn was ist, dann melde Dich einfach.” Marcus: Also ein ziemlich zukunftssicheres Thema würde ich sagen, weil Beziehungen glaube ich immer eine Rolle spielen, bei jedem im Leben, ne? Und ja, ich glaube, da wird es auch immer eine Nachfrage für geben. Wie hast Du für Dich selber die Nische entdeckt? Du sagst gerade, bei Dir war es ähnlich, Du wurdest auch verlassen. Was ist da genau passiert? Simone: Ähm, ja also bei mir war es so, ich war selber zehn Jahre in einer Beziehung und im Mai 2012 hat sich mein Ex dann überlegt, dass er mich verlässt und hat mich dann auch innerhalb von vier Wochen mit einer neuen ersetzt. Ich bin dann quasi zwei Jahre durch die Hölle gegangen und habe aber in den zwei Jahren so viel über mich selber gelernt, über Liebeskummer gelernt, viele psychologische Bücher gelesen und mir einfach so viel Wissen angeeignet, dass ich an dem Punkt, wo ich dann selber über meinen Liebeskummer hinweg war… Marcus: Alleine hast Du das dann bewältigt mit den Büchern? Simone: Nee, ja, ich habe die Bücher gelesen. Ich war selber auch in einer Therapie und ich habe auch selber einen Liebeskummer Coach gehabt. Also das habe ich selber gehabt. Ich habe die Erfahrungen alle persönlich gemacht. Marcus: In der Offline World, die Du dann durch Empfehlungen gekriegt hast oder wie? Simone: Genau, also die Liebeskummer Coachin war in München. Durch eine Freundin, die hat mir die empfohlen. Und ja die Therapeutin war auch ganz normal. Das habe ich gemacht und habe aber eben in der Zeit so viel Wissen mir angeeignet und so viel Empathivermögen auch entwickelt, dass ich dann, als ich selber an dem Punkt war, wo ich gemerkt habe, mein Liebeskummer ist vorbei. Das war letztes Jahr in Malaysia. Da bin ich vier Wochen einfach mal alleine weg. Und da habe ich gemerkt, okay, es ist vorbei, es war wie so ein epiphany moment sage ich mal, so eine einleuchtende Erkenntnis. Marcus: Woran merkt man das dann, dass es vorbei ist? Du konntest ganz klar festmachen in dem Moment: Krass ich denke nicht mehr an den. Oder wie genau macht sich das bemerkbar? Woran merkst Du das? Simone: Ich kann Dir noch ganz genau den Moment beschreiben. Also ich saß da in Malaysia am Strand. Ich war alleine und es war wie so eine - es ist schwer zu beschreiben das Gefühl - einfach so eine plötzliche Leichtigkeit, die Du halt verspürt hast und wo ich einfach gemerkt habe, woah, irgendwas ist gerade passiert. Irgendwas ist gerade. Also es liegt auch daran, dass ich halt zwei Jahre echt gelitten habe und habe dann gesagt, okay, ich gehe jetzt mal vier Wochen alleine weg. Ich bin vorher noch nie alleine verreist. Ich war sonst immer mit meinem Ex unterwegs und habe gesagt: Okay, jetzt packste einfach Deine Sachen und gehst. Und es war die Reise meines Lebens. Und da hat sich quasi alles verändert. Da habe ich gemerkt, mein Liebeskummer ist vorbei. Und dann war aber der Moment da, wo ich gesagt habe: Wow krass, Dein Leben ist eigentlich jetzt vollkommen leer. Ich war zehn Jahre in einer Beziehung. Zwei Jahre war mein Ziel, meinen Ex zurückzugewinnen. Marcus: Das heißt also, während Du die Trennung verarbeitet hast und selber diesen Herzschmerz hattest, kam das wahrscheinlich auch dadurch, dass Du immernoch Kontakt hattest oder versucht hattest und an ihn gedacht hast, ohne loslassen zu können. Simone: Ja genau. Bei mir war das halt so ein ewiger Prozess und der Prozess, den kann man extrem beschleunigen. Das ist das was ich jetzt mache mit meinen Klienten. Ich habe halt mega viele Fehler gemacht und halt den Prozess für mich extrem in die Länge gezogen. Marcus: Erzähl mal ein paar peinliche Sachen, was Du gemacht hast, um den wieder zu kriegen oder wiederzuholen. Wo Du jetzt im Nachhinein denkst, das war voll bekloppt. Simone: Naja, Du kannst nicht sagen, es war voll bekloppt. Also natürlich aus meiner Perspektive heute würde ich ihn nicht anrufen und heulen und ihn anflehen und sagen, ich mach alles was Du willst und bitte nimm mich zurück und mich quasi selber so erniedrigen. Aber, das siehst Du in dem Moment nicht. Also meine Klienten machen das auch und es ist eine typische Reaktion. Einfach durch die Emotion, die Du in Dir hast… ja, wie gesagt, es ist eine ganz normale Reaktion und heute rückblickend gesehen, denke ich mir: Mein Gott, ich habe mich halt echt so selber unter Wert verkauft und so erniedrigt. Aber Du siehst es in dem Moment nicht. Und das ging ja auch ein Stück lang so und ich wusste ja auch und hatte schon die neue Freundin, mit der er auch immernoch zusammen ist. Also die sind jetzt seit drei Jahren zusammen. Und ich dachte, ja das ist alles ganz frisch und ich will Dich zurück und sie hat sich ja im Prinzip in unsere Beziehung reingedrängelt. Also von demher hatte ich da jetzt auch kein Problem damit irgendwie oder mich schlecht gefühlt. Aber ja, es war schon nicht so ganz so einfach. Wie gesagt, ich habe da einfach viel draus gelernt und das Wissen gebe ich jetzt einfach an meine Klienten weiter und berate sie halt einfach. Marcus: Was man glaube ich an Deinem Beispiel ganz gut sieht ist, das Reisen nicht direkt das Problem löst, aber oftmals hilft die Perspektive zu verändern, glaube ich ne? Simone: Ja, auf jeden Fall! Marcus: Und Du dann vielleicht so einen anderen Blick drauf hattest. Simone: Auf jeden Fall, ja. Ich habe auch auf der Reise interessanterweise zwei Männer kennengelernt. Der eine war auch zehn Jahre in einer Beziehung und hatte ihr einen Heiratsantrag gemacht und einen Monat vor der Hochzeit hat er sich von ihr getrennt. Das war mega schlimm für ihn, mega schlimm für sie, aber er hat gemerkt, es ist doch nicht die richtige Entscheidung. Das war ein absolutes Drama. Marcus: Immerhin hat er noch in letzter Sekunde gemerkt... Simone: Dann habe ich noch einen getroffen, der war fünf Jahre mit seiner Freundin zusammen, super happy, hat ihr einen Heiratsantrag gemacht und sie hat gesagt: Also Du, nee. Also da hätteste schonmal früher drüber reden müssen und wie kommst Du denn darauf, dass ich Dich heiraten will. Naja, wie er sich gefühlt hat, kannst Du Dir vorstellen. Und er war zu dem Zeitpunkt schon drei Monate unterwegs, hat aber geplant ein Jahr unterwegs zu sein, weil er gesagt hat, er braucht die Reise zu sich selbst. Also er brauchte neue Perspektiven und neue Eindrücke in seinem Leben, weil einfach der Schmerz so tief war, das war seine Art und Weise den Schmerz auch zu verarbeiten. Also reisen hilft immer. Es ist immer ein Perspektivwechsel und es ist immer auch gut andere Menschen zu treffen. Und da habe ich auch gemerkt so, hey ich bin nicht alleine. Weil ich habe mich immer so alleine gefühlt. Ich dachte, ich bin hier die einzige, die verlassen wurde und die einzige auf der Welt, die so sehr leidet. Marcus: Gab’s dann nicht schon irgendwie Online Foren oder Gruppen, Selbsthilfegeschichten, wo man sich hätte anschließen können? Simone: Das war das Problem und das war auch der Grund, warum ich Dating Rocks gegründet habe und warum ich es auch so, naja, so professionell aufziehe, weil es gibt nicht wirklich eine Community. Also es gibt natürlich schon - ach was gibt’s denn? Liebeskummer.com oder was weiß ich. Es gibt irgendwelche Foren, nur das Problem ist, die Foren sind nicht geschlossen. Du kannst Dich mit einem Pseudonym anmelden und dann bekommst Du da halt solche Antworten wie “Ach jetzt hör doch mal auf, rumzuheulen. Du findest doch schon einen anderen.” Und “Stell Dich doch mal nicht so blöde an”. Und das sind solche Sachen, die willst Du nicht hören. Die willst Du nicht hören, wenn Du Liebeskummer hast und die stimmen auch nicht, weil wer Liebeskummer hat, der hat tatsächlich Kummer, ja? Also dem geht’s tatsächlich nicht gut. Und dann kannst Du mit solchen Standardfloskeln einfach nichts anfangen. Klar finden die irgendwann einen neuen Partner, aber doch nicht in dem Moment. Und das ist auch, was mein Ziel so ein bisschen ist, auch eine Plattform für Frauen zu schaffen, wo sie sich austauschen können. Wo sie sich auch in einer sicheren Umgebung austauschen können und einfach offen über ihre Gefühle sprechen können und sagen können “Hey ich fühle mich gerade so und so” und dann auch verstanden werden. Also, ich launche jetzt im Dezember einen Onlinekurs und dann wird es auch ein geschlossenes Forum geben, wo aber nur Frauen, die quasi den Kurs gekauft haben, ergo auch Liebeskummer haben, Zugang dazu bekommen. Von mir persönlich. Marcus: Empfohlen by Simone. Ohne das jetzt lustig... Simone: Genau, nee nee, ich versteh Dich schon. Die gehen quasi alle einmal durch einen Raster. Marcus: Ja, aber wer die Kohle auf den Tisch legt oder verhältnismäßig dann überhaupt Kohle auf den Tisch legt, um überhaupt damit fertig zu werden, der wird das Problem dann auch haben. Simone: Ja natürlich, genau. Und das will ich eben gewährleisten, dass da eben auch eine Kommunikation stattfinden kann und dass sich halt auch Frauen irgendwie verknüpfen können, connecten können und sagen könne “Hey, Du wohnst auch in Bremen, lass uns doch mal auf nen Kaffee gehen”, dass die auch sich gemeinsam finden und sagen, hier jetzt stehen wir die Zeit gemeinsam durch. Weil so eine Community gibt es halt einfach noch nicht und es ist mein Ziel, die Community halt aufzubauen. Marcus: Cool! Und Deine Zielgruppe sind jetzt bewusst nur Frauen, wenn ich das richtig verstanden habe? Simone: Genau. Marcus: Ähm, gibt es da einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, wie die mit Liebeskummer umgehen oder das verarbeiten? Simone: Also ich kann natürlich jetzt nicht für alle Männer oder für alle Frauen sprechen. Wir reden jetzt hier im Schwarz-Weiß Denken ja? Und wenn das Stereotyp sehen willst, dann ist das so, dass Männer dazu tendieren Liebeskummer zu verdrängen. Das ist ein sehr häufiges Phänomen, die haben dann schnell eine neue Partnerin, schlafen schnell mit einer neuen Frau, einfach um den ganzen Schmerz, den sie von ihrer ehemaligen Beziehung haben zu verdrängen. Das heißt aber nicht, dass der Schmerz weggeht. Und bei Frauen ist das tatsächlich so und deshalb kommen die auch zu mir, zu meinem Coaching, die sagen: Okay, mir geht’s scheiße und ich will da jetzt einmal durch und bis ich so richtig am Boden bin und dann wieder aufstehen. Weil die wissen dann auch, wenn Du einmal den Schmerz verarbeitet hast, dann bist Du auch durch, dann bist Du auch bereit für eine neue Beziehung. Dann schleppst Du das nicht mit Dir herum. Marcus: Die wollen das Ding abschließen, quasi aussitzen, durchstehen und sagen, das ist scheiße... Simone: Nee, aussitzen eben nicht, sondern die wollen das eben genau verarbeiten. Männer sitzen es eher aus und die suchen dann eher… also wie gesagt hier ne? wirklich Schwarz-Weiß denken, es gibt natürlich auch Männer, die anders sind. Ich kriege auch viele E-Mails von Männern, die sagen, ob sie nicht ein Coaching bei mir kriegen können und so. Schauen wir vielleicht auf lange Sicht. Im Moment habe ich mich auf Frauen spezialisiert. Außer bei meinem Onlinekurs, da gibt es dann auch ein Paket mit zwei Coaching Sessions, wo ich auch Männer begleite. Aber dann eher in dem Hinblick, dass wir besprechen, die Ergebnisse, die sie im Onlinekurs quasi erarbeitet haben für sich selber, sodass sie einfach jemanden haben, der dann die Ergebnisse noch einmal mit ihnen interpretieren kann und mal gucken kann: Okay, wo fange ich jetzt an? Da einfach nochmal alles erörtern und Ziele erarbeiten und gucken, wie setze ich an und wie mache ich weiter. Marcus: Ja okay, cool. Und wie kam das dann, dass Du jetzt auch relativ ortsunabhängig unterwegs bist? Ich glaube, Du warst auch längere Zeit auf Bali? Und bist jetzt hier in Chiang Mai im Digitalen Nomaden Hotsport. Hat das dann auch irgendwie mit Deinem Background zu tun mit dem Liebeskummer, der ersten Reise, dass Du für Dich erkannt hast: Wenn ich unterwegs bin, bin ich produktiver, bin ich besser drauf, kann ich mehr der Welt zurückgeben? Simone: Also einer der Trennungsgründe bei meiner Beziehung war, dass ich gerne nochmal ins Ausland wollte. Ich war mit meinem Ex damals ein Jahr in Australien gewesen, hatte dann ein Angebot bekommen in Dublin für einen Job, befristet für ein Jahr und da haben wir uns auch drauf geeinigt, dass das okay ist. Und dann bin ich aber ohne sein Wissen oder nicht ohne sein Wissen, sondern ich habe ihn halt nicht so wirklich in die Entscheidung einbezogen, ob ich dann nach Amsterdam gehe. Bin dann nach Amsterdam. Anyway, long story short. Das im Ausland sein und das viele Reisen war immer schon ein Thema bei uns und immer auch so ein bisschen wo es mich immer hingezogen hat. Und dann bin ich eben von Malaysia nach Hause geflogen und habe im Flugzeug beschlossen: Okay, ich kündige meinen Job. Ich schmeiße es hin. Ich wusste noch nicht, was ich mache. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, aber ich hatte das Gefühl, irgendwas großes passiert in meinem Leben, irgendwas wird sich elementar verändern. Und dann bin ich Heim gekommen und ich glaube an gewisse Anziehungen und ne? Das Universum hat mir dann einen Artikel zukommen lassen in der T3n von der Conni, wo sie eben darüber erzählt hat, wie sie Digitale Nomadin wurde und wie man das halt alles selber machen kann und von da ging eigentlich meine Reise los. Ja, Blogcamp, ihr Ebook und dann alle möglichen Digitalen Nomaden Blogs gelesen. Auch Travelicia und halt mir alles angeguckt. Und dann habe ich gedacht: Okay, dann habe ich den Kurs gesehen auf Bali, und habe gedacht: Okay, wenn dann richtig. Im September meine Kündigung eingereicht, habe alles vorbereitet, schon mal überlegt, was kann ich machen und bin dann nach Bali gegangen und habe gesagt: Okay, das ist mein Konzept. Und ich brauche jetzt nur noch ne Guidance, wie ich dahin komme, wo ich jetzt im Prinzip bin. Und ja, so kam das Step by Step und dann war ich halt auf Bali, dann bin ich nach Thailand und dann war ich noch in Holland und in Spanien dieses Jahr. Dann kurz in Deutschland und jetzt wieder in Thailand. Marcus: Cool! Klingt echt ziemlich straight und tough, wie Du das dann durchgezogen hast. Da fehlt vielen ja der Mut. Simone: Ja, also, das ist schon auch das Feedback, was ich bekommen habe. Also manche, … die Leute die sich, aber das kennst Du ja auch wahrscheinlich, die Leute die sich nicht trauen, die sind ja von Anfang an “Ach das ist doch Kacke, das wird doch eh nichts”. “Ey ich habe gehört, oh Liebeskummer Coaching pahahaha, will doch eh keiner, das ist so ein privates Thema, da redet doch keiner drüber”. Und ich habe nur gedacht: Nee, ich hätte das damals schon gemacht. Gab’s aber halt bei mir nicht. Und ich habe mich da nicht beirren lassen. Ich habe dann gesagt: Okay gut, mache ich jetzt einfach. Und es gibt natürlich auch so die Unterstützer. Also meine Family sowieso, aber auch Freunde, die sagen: Ey, das ist so krass und ich wünsche Dir viel Erfolg und das ist so mutig und toll und ja. Aber Du selektierst halt ja dann Deine Leute auch danach ne? Marcus: Klar, muss man leider. Das passiert dann wie von selbst, ne? Bei manchen Leuten, ne? Wo man es gar nicht erwartet hat. Die tauchen dann völlig ab und lassen gar nichts mehr von sich hören und von anderen, die Du gar nicht auf dem Schirm hattest oder so, die sind auf einmal super supportive und fragen, ob sie Dir helfen können und stärken Dir mega den Rücken, wo wirklich nochmal so Deine ganzer Freundeskreis in ein ganz anderes Licht gestellt wird. So war es bei mir, so war es auch bei Feli. Simone: Ja, ich habe die gleiche Erfahrung. Also ich habe echt Leute, die sind auf einmal… ich krieg da Nachrichten, die sind so super supportive und so “Woah, voll geil und ich habe das gleich mal geteilt. Und ne Freundin von mir… und ich habe der gleich mal Deinen Link geschickt”... und ich denke mir so: Hö, ich habe ja zwei Jahre nichts von ihr gehört, aber Dankeschön. Und andere Leute, wo ich mal dachte, okay, da kommt ein bisschen mehr, da war ich dann eigentlich so ein bisschen enttäuscht, wo ich nur dachte, so. pfff naja gut, hätteste jetzt auch irgendwie anders reagieren können. Aber gut, damit musst Du halt umgehen, wenn Du halt einen alternativen Weg in Deinem Leben gehst, dann hast Du halt auch immer irgendwelche Leute, die da sagen, dass das sowieso nicht funktioniert. Marcus: Ja ja, da steckst Du nicht drin. Das Lustige ist aber, spätestens wenn Du dann irgendwann mal sichtbar bist und einigermaßen erfolgreich dann auch, auf einmal sind sie dann auch alle wieder da. Simone: Dann kommen sie, ja. Das ist bei mir auch so. So “Ach guck mal, ich hab Dich in der Zeitung gesehen.” Marcus: Ja ja, “ich habe schon immer an Dich geglaubt und ich fand das schon immer cool”, aber so ist das halt. Also ich nehme das dann auch nicht zu ernst, weil ich weiß, dass jeder irgendwie so sein Päckchen zu tragen hat im Leben und man steckt da nicht drin. Simone: Nö. Das witzigste für mich, finde ich eigentlich immer, wenn die Leute dann so sagen “Ah, haste Glück gehabt”, wo ich immer denke: Hm, ja klar, ich hab Glück gehabt. Ich habe nichts dafür gemacht, das ist mir einfach in den Schoß gefallen. Marcus: Aber ganz ehrlich, also, da habe ich früher, als ich noch nicht so tief drin war in diesem Thema und auch noch Angestellter war - ich war ja auch total tief in diesem Corporate Leben drin und habe viel gearbeitet und mein Pay TV gehabt und Fußball geguckt und hatte das Auto vor der Tür stehen, um irgendwelche besseren Job Titel zu bekommen, mehr Verantwortung, war voll in diesem System drin, hatte krasse Wochenenden und hatte dann immer Depressionen Montags und habe trotzdem durchgearbeitet und war müde und gestresst und habe noch versucht, meinen Sport auf die Kette zu kriegen, aber es war halt nicht gesund und nicht ausgeglichen. Und damals habe ich bei vielen Leuten auch gedacht, ah kann ich auch und der hat ja nur Glück gehabt und wieso macht der eigentlich mit so einer Idee oder mit so einem Business, das eigentlich gar kein richtiges Business ist, macht er so viel Kohle. Aber mittlerweile, seitdem ich auf der anderen Seite stehe und selber selbstständig bin und merke, wie schwierig es ist. Welche Art von Business auch überhaupt aufzubauen und jeder, der irgendwie erfolgreich ist, weiß ob es jetzt nachhaltig ist oder nicht so nachhaltig oder halt nur geldgetrieben ist und der eine will die Welt verändern und hat bessere Absichten als der andere. Aber letztendlich jeder der erfolgreich ist, hat’s irgendwie auf seine Weise verdient. Also das musste ich auch erstmal lernen. Simone: Ja, ja natürlich. Also ja, das war bei mir schon immer so. Also ich hatte halt eher so ein, gerade bevor ich angefangen habe, so in der Anfangsphase, war für mich immer so das Ding so: Woah krass, ich habe die ganzen Leute halt mega bewundert, mach ich auch heute noch, weil ich auch jetzt selber erfahren habe, am eigenen Leib, was da eigentlich alles auf einen zukommt und dass es vielleicht doch nicht ganz so easy ist, aber für mich war immer so: Woah krass, das schaffst Du nie. Wah, das ist ja… wie haben die das bloß gemacht? Und dann muss ich sagen, wenn Du einmal anfängst und dann aber einmal die Idee hast und dann anfängst zu fantasieren, okay ah, Du könntest das machen und das und das könnte… dann könntest Du es da noch verbinden und dann könnte ich eigentlich auch da mal noch fragen und Kooperationen machen und bla… Wenn Du soweit bist, dann geht es zwar nicht von alleine, dann musst Du trotzdem schon ordentlich daran arbeiten, aber dann bist Du schon so drin und so in Deiner Leidenschaft und dann kannst Du auch nicht mehr zurück. Das geht dann nicht. Also wo ich die Idee hatte, hätte ich nicht sagen können, och nee, jetzt kündige ich doch nicht. Sondern das war dann einfach so, ich muss das einfach. Ich muss das wenigstens probieren. Und ich dachte mir halt, okay, was ist das schlimmste, was passieren kann? Was ist das allerschlimmste, was passieren kann? Dass ich mein ganzes Geld - ich habe meine Sachen alle verkauft, wie halt viele Digitale Nomaden, dass ich mein ganzes Geld in mein Business investiere und verkloppe und es wird nichts und dann muss ich mir einen Job suchen. Das ist das schlimmste, was passieren kann? Also eigentlich war die Quintessenz, das schlimmste was passieren kann, ist das ich mein altes Leben wieder zurück habe. Und dann habe ich mir gedacht, wenn das das Schlimmste ist, dann probierst Du es wenigstens. Marcus: Ja, ja, weil Du kannst ja nicht tiefer fallen als da, wo Du gerade bist. Simone: Ja genau. Marcus: Relativ gesehen. In Deutschland ist das Leben ja sehr geil, auch wenn man angestellt ist. Das will ich damit auch nicht sagen, aber Du hast halt als Unternehmer auch mega viele Chancen, dass es funktioniert. Da ist ja wirklich Sky is the limit. Das sehen ja auch viele erstmal nicht. Gerade in Deutschland sehen sie ja nur die Risiken und die Nebenwirkungen oder die … was alles nicht gut passieren kann. Aber die Leute sehen nicht, dass man, wenn man richtig gut drauf ist und Erfolg hat, dann gibt es kein Limit mehr, egal auf welchen Stufen. Ob es jetzt monetär ist oder halt ortsgebunden, wie bei uns, die das jetzt völlig ortsungebunden leben und ich glaube, wenn Du dann so am Feiern bist, wie Du das gerade beschrieben hast, Driven by Passion, dann gibt es wie so eine innere Kompassnadel, die dann immer wieder den Weg zeigt und es hört auch nicht mehr auf zu ticken. Simone: Also es gibt schon so Tiefs und das habe ich mir auch nicht so schlimm vorgestellt, muss ich ganz ehrlich zugeben. Ich hatte schon Momente jetzt, gerade die ersten drei, vier Monate, wo ich dachte: Du schmeißt einfach alles hin. Meine Leserzahl ist halt nicht gestiegen, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie ich mir das erhofft hatte. Und irgendwie ging alles so mega schleppend und ne? Und dann kam einfach irgendwann so der Moment, wo alles anders geworden ist. Meine Zahlen sind auf einmal explodiert. Ich habe meine Coaching Kunden bekommen und dann irgendwie so viele Coaching Kunden, dass ich irgen