Episodios
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Was ist mächtiger, Dichtung oder Doktrin? Franz Fühmann war erst überzeugter Nazi, dann überzeugter Stalinist – doch ausgerechnet die als dekadent verpönte Lyrik Georg Trakls lässt ihn nicht los. In einer Mischung aus Autobiografie und Essay erzählt Fühmann in „Vor Feuerschünden“ davon, wie er dank der Erfahrung von Dichtung ideologisch geschlossenes Denken hinter sich ließ.
Blaubart & Ginster live: „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow | 14.06.2025 | 15:00 Uhr | Thüringer Literaturtage auf Burg RanisKarten bekommt ihr auf www.lesezeichen-ev.de/tickets
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Im Winter 1974 geht Werner Herzog zu Fuß von München nach Paris – einer spontanen Eingebung folgend – weil er den Tod der krebskranken Filmhistorikerin Lotte Eisner verhindern will. Seine Reiseaufzeichnungen veröffentlicht er unter dem Titel „Vom Gehen im Eis“.
Ralf und Mario finden viele Motive aus den Filmen des großen Regisseurs in diesem Buch wieder. Darunter die Suche nach ekstatischer Wahrheit in Momenten der Grenzüberschreitung. Und das Gespür für unterschlagene Geschichten und Charaktere.
Der Schlussong zum Mithören: The Wyoming Way – Coyotes (https://youtu.be/hdYLFKLYuyQ?si=d-N_0OmQdZx5BMhs)
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¿Faltan episodios?
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„Das kalte Herz“ gehört zu den beliebtesten deutschen Kunstmärchen, nicht zuletzt dank der DEFA-Verfilmung von Paul Verhoeven, deren schaurig-schöne Bilder auch Ralf und Mario in ihrer Kindheit das Fürchten gelehrt haben. Wilhelm Hauff schrieb „Das kalte Herz“ am Ende seines kurzen Lebens, an der Schwelle der Romantik zum Biedermeier. Es erzählt von Volksglauben und Gier, von Industrialisierung und bürgerlichen Werten.
Das Schlusslied zum mithören: Amarante - Meet Me in the Woods (https://youtu.be/z-I5tgSPTy8?si=76HmKbaUvMccNKT8)
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Heiner Müller fand das Material für sein Werk in den Trümmern der deutschen Geschichte: staatliche und individuelle Gewalt, gescheiterte Utopien, die Auflösung von Identität. Seine Theaterstücke schließen zunächst an Brecht an und werden später immer radikaler. Fragmente. Wilde Szenenfolgen. Offene Kunstwerke voller Widersprüche. „Krieg ohne Schlacht“ ist Heiner Müllers Autobiographie und erzählt vom „Leben in zwei Diktaturen“ – ein echter Pageturner!
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Fast alle Romane und Erzählungen William Faulkners spielen im Yoknapatawpha County, einer grimmen Welt im Süden der USA. Es sind Geschichten über Familien, die dem Untergang geweiht sind, über skrupellose Rednecks und Rassenhass, aber auch, wie Faulkner betonte, über „Wahrhaftigkeit, Mitleid, Rücksicht, die Fähigkeit, Kummer und Unglück wieder und wieder zu ertragen.“ Ein besonderes Leseerlebnis ist Faulkners Stil: seine Darstellung von Bewusstseinsprozessen, geschickte Auslassungen, unterschiedliche Perspektiven, die sich ergänzen oder widersprechen.
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Wer ist Michael Kohlhaas? Ein Streiter für das Recht, der gegen die Willkür der Obrigkeit aufbegehrt? Oder ein selbstgerechter Eiferer, der sich in seiner Maßlosigkeit verrennt? Mario und Ralf lesen die berühmteste Erzählung von Heinrich von Kleist auf unterschiedliche Weise.
Das Schlusslied zum Mithören: Mikko Kilpinen – The Remedy (https://youtu.be/biKIPruo4Wo?si=iAGOdlxD0wglsgkF)
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In ihrem Debüt „Niederungen“ nimmt uns die Nobelpreisträgerin Herta Müller mit nach Rumänien, zu den Banater Schwaben, in das Dorf ihrer Kindheit. Sie erinnert sich an die Kriegsvergangenheit des Vaters, die alltägliche Grobheit, Bigotterie und andere böse Geister ihrer Herkunft, die sie im Erzählen zu bannen versucht. Mario und Ralf sind beeindruckt von der Dichte dieser Prosa, in der genaue Beobachtungen und unheimliche Phantasien ineinander übergehen.
Das Schlusslied zum Mithören: Mirel Wagner - 1 2 3 4 (https://youtu.be/3NXW1xwhZck?si=nrXj2evKcKr0gbco)
Den Podcast "Bücher in Asche" findet ihr hier: https://1.ard.de/buecherinasche
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„Die Schatzinsel“ ist der beliebteste Abenteuerroman der Weltliteratur. Schon wenige Jahre nach seinem Erscheinen galt er Zeitgenossen als Klassiker. Ralf und Mario schnappen sich eine Buddel voll Rum und klettern auf des toten Mannes Kiste, um über Robert Louis Stevenson, Long John Silver und die zahlreichen Schatzinsel-Adaptionen zu sprechen.
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Friedrich Dürrenmatts Kriminalromane drehen sich um die Fragen: Ist Gerechtigkeit möglich? Triumphiert das Böse in einer Welt ohne Gott? Und wie viel Wirklichkeit hängt vom Zufall ab? Ralf und Mario rekonstruieren, wie der berühmte Schweitzer Autor ein Unterhaltungsgenre nutze, um ein Weltmodell einzureißen.
Das Schlusslied zum Mithören: Woke Up This Morning (https://youtu.be/pcubc4YjCWg?si=_Sw7VqdEnc0Sx0la)
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Denis Johnson erzählt in seiner Novelle „Train Dreams“ die Geschichte des Tagelöhners Robert Grainier, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Hütte im Wald von Idaho lebt. Wir lesen von einer Feuersbrunst, Verlust und Schuld, von Begegnungen mit der Geisterwelt – und der Würde, die daraus gewonnen wird, das eigene Los zu ertragen.
Das Schlusslied zum Mithören: Spencer Pugh – Tiger Mountain Peasant Song (https://www.youtube.com/watch?v=e01kAYHgptE)
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Ingeborg Bachmann war ein Star der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Ihre Gedichte verbinden die Erschütterung über das Unheil des Krieges mit der Hoffnung auf die Befreiung aller Menschen, Sprachskepsis mit Sprachutopie, Avantgarde mit klassischen Formen. Mario und Ralf betrachten Bachmanns Lebensweg und den Kontext der Lyrik nach dem Weltkrieg.
Das Schlusslied zum Mithören: Pomplamoose – Maneater (https://youtu.be/ye2yQbVUPxc?si=tHHRBEeHF4aWr7PM)
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Raymond Carver schrieb über das Leben einfacher Leute – die unglücklich sind in ihrer Ehe, denen Arbeitslosigkeit droht, deren Auto nicht mehr anspringt, kurz: die versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Dabei gestaltet er literarische Momente von existentieller Fallhöhe oder sogar Spiritualität innerhalb des profanen Alltags.
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Der Privatgelehrte Konrad hat in einem Kalkwerk Zuflucht gefunden, wo er vergeblich versucht, eine Studie über das Gehör zu schreiben. Seine an einen Krankenstuhl gefesselte Frau und er leben in unheilvoller Abhängigkeit miteinander. Das Repertoire aus Stoffen und Stil, für das Thomas Bernhard berühmt wurde, zeigt sich bereits in seinem dritten Roman – darunter der unverwechselbare Rhythmus seiner Sätze. Ralf und Mario sprechen außerdem über die Briefwechsel-Burleske, die Bernhard mit seinem Verleger Siegfried Unseld veranstaltete.
Das Schlusslied zum Mithören: Tino Faithfull - White Chalk (https://youtu.be/l52haerIwgE?si=uuCEhZTnmFk7W8x_)
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Edgar Allan Poes einziger Roman ist ein wildes Seeabenteuer mit den klassischen Elementen des Genres: eine Schiffsreise mit blindem Passagier und Meuterei, tosende Stürme, unentdeckte Inseln. Und Poe wäre kein Meister des Grauens, hätte er nicht einige schaurige Höhepunkte eingestreut.
Das Schlusslied zum Nachhören: Foxes and Fossils - Sail on Sailor (https://www.youtube.com/watch?v=7SZNQje1GrQ)
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Entwicklungsroman, Zeitdokument, Dreiecksgeschichte: „Ankunft im Alltag“ erzählt von den Schulabgängern Recha, Curt und Nikolaus, die um 1960 ein Jahr im VEB Gaskombinat „Schwarze Pumpe“ arbeiten. Brigitte Reimanns Roman gab der „Ankunftsliteratur“ der DDR ihren Namen. Mario und Ralf besprechen nicht nur die Liebes- und Arbeitsmühen der Figuren, sondern geben auch einen Überblick über die Literatur der DDR in den 50ern und 60ern.
Das Schlusslied zum Mithören: Alexander Scheer - Ich mache meinen Frieden (https://youtu.be/M3u-qGf0y2k?si=70G-Ta209C8cSOBl)
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Im ersten Roman von Paul Austers New-York-Trilogie erhält der Krimiautor Daniel Quinn einen seltsamen Anruf: ein Mann, der um sein Leben bangt, glaubt unter dieser Nummer den Privatdetektiv Paul Auster zu erreichen. Damit beginnt eine postmoderne Ermittlung voller Ambiguität, die vom Werk Jorge Luis Borges‘ inspiriert ist, wie Ralf und Mario detektivisch aufdecken.
Das Schlusslied zum Mithören: Innocent when you dream (https://youtu.be/NCsHS6ZYfHE?si=7DPl8SXS17JBvmEA)
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Stefan Zweigs Figuren teilen seine Lebensneugier, die vor allem Obsessionen gilt. In seiner berühmtesten Novelle treffen gleich zwei Besessene aufeinander: der Schachweltmeister Czentovic, kalt und berechnend wie eine Maschine, und Dr. B., der sich während seiner Inhaftierung durch die Nazis vor dem Wahnsinn rettet, indem er in Gedanken Meisterpartien nachspielt.
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Adelheid Duvanel schrieb über „Menschen, die sich nicht an das Hiersein gewöhnen können“: existentielle Außenseiter und ihre Imaginationen, Rituale, Überlebensstrategien. Der Band „Fern von hier“ bietet ein Leseerlebnis, wie es nicht mehr viele gibt. Ralf und Mario sind mitunter sprachlos angesichts der dunklen Schönheit dieser Prosa.
Das Schlusslied zum Mithören: Daniel Johnston - The Story of an Artist (https://youtu.be/lPrESfXxSKI)
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Das Ungeziefer. Das Schloss. Das Gericht. Die Erzählung „In der Strafkolonie“ fügt noch den Apparat der Sammlung leerer Metaphern hinzu, die Kafkas Literatur so faszinierend machen. Mario und Ralf suchen keinen universellen Schlüssel, sondern folgen Spuren zu Duchamp, Mirbeau und de Sade, sprechen über das Grauen vor Maschinen und Selbsterkenntnis durch Grenzüberschreitung.
Das Schlusslied zum Mithören: Devin Castle – Just Like You Imagined (https://youtu.be/YzncYXRpzeQ)
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Im Roman „Die Grasharfe“ verschanzt sich eine Gruppe gesellschaftlicher Außenseiter in einem Baumhaus: in Mitten der Flusswälder außerhalb eines kleinen Ortes in Alabama. Bevor Truman Capote die New Yorker High Society oder wahre Verbrechen als Stoffe entdeckt, erzählt er hier die Utopie einer Überwindung der Einsamkeit.
Das Schlusslied zum Mithören: Bailey Williams – True Love Will Find You in the End (https://youtu.be/0MbJRDJiUos)
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