エピソード

  • Geschichtspolitik ist ein Fundament der Ideologie Wladimir Putins. Der
    russische Herrscher begründete den Überfall auf die Ukraine mit dem
    angeblichen Betrug des Westens an Russland – und mit der Vergangenheit.
    Die Geschichte Russlands lässt er systematisch umschreiben.

    Rüdiger von Fritsch hat als ehemaliger deutscher Botschafter in Moskau
    erlebt, wie Putin Geschichtspolitik betreibt. Gleichzeitig hat er sich
    mit der Vergangenheit seiner eigenen Familie auseinandergesetzt: Sein
    Vater trat früh der NSDAP bei, war an der deutschen Besatzung Litauens
    beteiligt und hielt bis zu seinem Tod an seinen Überzeugungen fest.

    In diesem »Ostcast« sprechen Alice Bota und Michael Thumann mit Rüdiger
    von Fritsch über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit nach dem
    Zweiten Weltkrieg. In seinem Buch »Die Geschichte in mir« beschreibt von
    Fritsch die schwierige Auseinandersetzung mit seinem Nazi-Vater und
    erzählt, wie sie seine Arbeit als Diplomat in Polen und Russland geprägt
    hat.

    Was bedeutet es, wenn Geschichte nicht aufgearbeitet wird? Welche
    Verantwortung ergibt sich daraus für Deutschland? Welche Rolle spielen
    historische Schuld und Verantwortung im Verhältnis zu Russland, der
    Ukraine und Belarus? Und wie können wir damit umgehen, wenn Wladimir
    Putin mit seiner Geschichtspropaganda die deutsche Gesellschaft
    verunsichert?

    Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
    der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
    und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
    Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.

    Literatur:

    - Rüdiger von Fritsch: »Die Geschichte in mir. Eine deutsche Familie
    im 20. Jahrhundert«. Siedler Verlag, 2026.
    - Grzegorz Rossoliński-Liebe: »Stepan Bandera. Leben und Kult«.
    Wallstein Verlag, 2025.

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  • Lange Zeit bekam die Bevölkerung in Russlands Metropolen wenig vom Krieg
    mit. Doch nun fallen Drohnen auf Moskau und St. Petersburg, Behörden
    schalten das Mobilnetz ab, Lebensmittel werden teurer. Weil die Ukrainer
    gezielt Ölraffinerien angreifen, fehlt es auf der Krim und in russischen
    Provinzen an Benzin. Im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine
    rutscht Russland in eine tiefe Krise, deren Ende nicht absehbar ist.

    Im neuen »Ostcast« beschreiben Michael Thumann und Alice Bota das große
    Unbehagen, das sich in Russland ausbreitet. In Moskau, der Stadt mit der
    besten Flugabwehr des Landes, stellen die Menschen fest, dass die Armee
    viele Drohnenangriffe nicht abwehren kann. Sie merken, dass die
    Regierung ihnen ein ruhiges Leben nicht mehr garantieren kann. Und dass
    das Geld nicht mehr reicht. Während eine klassische
    Mittelschichtsfamilie in den teuren Großstädten immer schlechter über
    die Runden kommt, aber schweigt, überziehen die früher kremlfreundlichen
    Kriegsblogger ihre Regierung mit teils derber Kritik.

    Jahrelang ließ Putin die Bevölkerung glauben, Russland werde in der
    Ukraine siegen. Nun aber spüren viele, dass das nicht stimmt und dass
    diese Krise nicht einfach vorbeiziehen wird. Doch kann das Unbehagen
    Putin wirklich gefährden?

    Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
    der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
    und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
    Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.

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  • In den Ländern von Russland bis Iran regiert ein Autokrat neben dem
    anderen – mit einer Ausnahme. Es gibt ein Land, das am 7. Juni eine
    echte Wahl hat: Armenien. 2,5 Millionen Wahlberechtigte können über 18
    Wahlbündnisse abstimmen. Der jetzige Premierminister Nikol Paschinjan
    wirbt dabei für eine Annäherung an die EU.

    Dabei ist Paschinjan innenpolitisch angeschlagen. Denn unter seiner
    Regierung verlor Armenien 2020 einen Krieg gegen Aserbaidschan, drei
    Jahre später nahm Aserbaidschan die von Armeniern bewohnte Exklave
    Bergkarabach ein. Ein nationales Trauma für Armenien – aber auch eine
    Chance, wie Nikol Paschinjan meint. 

    Seine wichtigsten Herausforderer sind drei einflussreiche Oligarchen mit
    engen Verbindungen zum Kreml. Laut Recherchen investigativer Medien
    haben sie ihr Vermögen teils mithilfe von Putins Regierung gemacht. Denn
    die pumpt viel Geld in den armenischen Wahlkampf, um aus Armenien wieder
    einen treuen Vasallenstaat zu machen. Und dafür ist diese Wahl
    entscheidend. Schon warnt Wladimir Putin Paschinjan vor einer Annäherung
    an die EU und droht ihm offen.

    Welche Chancen hat Nikol Paschinjan, sich dem russischen Druck zu
    widersetzen? Wer sind seine schillernden Herausforderer? Und welche
    Folgen hätte die Wahl für Moskau? Darüber diskutieren Alice Bota und
    Michael Thumann, der gerade von einer Recherche in Armenien
    zurückgekehrt ist, in der aktuellen Folge des Ostcasts.

    Im Ostcast diskutieren wir alle drei Wochen über Politik und
    Gesellschaft der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren
    Gesprächen und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von
    seinen Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.

     

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  • Was ist der Preis der Freiheit? Und wie können wir sie retten? Mehr als
    fünf Jahre lang hat die belarussische Oppositionsführerin und Musikerin
    Maria Kalesnikava aus politischen Gründen in Haft gesessen, die meiste
    Zeit in einer Einzelzelle. Kurz nach ihrer Freilassung durch das
    belarussische Regime ist sie in München mit dem großen
    Osteuropa-Historiker Karl Schlögel zusammengetroffen und hat mit ihm
    über den Wert der Freiheit, die Bedrohung durch Putin und ihre
    Erfahrungen in der Isolation gesprochen. Sie sagt: "Ich war physisch
    begrenzt, aber im Geist frei".

    Aufgezeichnet kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Vollinvasion
    in der Ukraine, wurde die persönliche Begegnung von Kalesnikava und
    Schlögel zu einem bewegenden Gespräch über persönlichen Mut, die
    Unbeugsamkeit eines Menschen – und die existenziellen Gefahren für die
    westliche Demokratie. "Demokratie ist keine Tablette, die man nehmen
    kann," sagt Kalesnikava. "Für Demokratie muss man kämpfen."

    Fast verzweifelt rufen Maria Kalesnikava und Karl Schlögel, zwei
    europäische Intellektuelle, deren Biografien sich von unterschiedlichen
    Enden aus annähern, ergänzen und in München zum ersten Mal
    aufeinandertreffen, gemeinsam zur Unterstützung der Ukraine auf. "Das
    Schicksal der Ukraine wird jetzt entschieden", sagt Schlögel, "aber auch
    unser Schicksal entscheidet sich mit."

    Moderiert von Alice Bota und Heinrich Wefing, aufgezeichnet im
    Literaturhaus München, als Kooperation der Münchner Sicherheitskonferenz
    mit der ZEIT, bringen wir die berührende Unterhaltung als gemeinsame
    Extra-Ausgabe der beiden ZEIT-Podcasts Der Ostcast und Das Politikteil. 

    Im Podcast Das Politikteil sprechen wir jede Woche über das, was die
    Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die
    Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und
    einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und
    Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. 

    Im Podcast Der Ostcast sprechen Alice Bota und Michael Thumann alle drei
    Wochen über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder,
    erzählen von ihren Erfahrungen und Begegnungen in Osteuropa, Russland
    und den Nachbarländern.

    Alice Bota hat viele Jahre lang als ZEIT-Reporterin und Korrespondentin
    aus der Ukraine und aus Russland berichtet. 2021 erschien ihr Buch "Die
    Frauen von Belarus". Heinrich Wefing leitet gemeinsam mit Tina
    Hildebrandt das Politikressort der ZEIT.

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  • "Ich allein kann es richten." "Wir werden niemandem erlauben, sich in
    unsere inneren Angelegenheiten einzumischen."  Wer hat's gesagt,
    Wladimir Putin oder Donald Trump? Im Podcast-Club der ZEIT spielen der
    Russland-Korrespondent Michael Thumann und die USA-Expertin Rieke
    Havertz mit dem Publikum ein "Putin-Trump-Bingo". Und die Hosts von "Der
    Ostcast" und "OK, America?" sprechen über autokratische Strukturen von
    Moskau bis Washington, D.C.

    Diese Aufnahme ist beim ZEIT Podcast-Club am 1.11.2025 in Berlin
    entstanden. Einen Videomitschnitt des Auftritts finden Sie hier. 

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