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  • Es ist die Woche der Entscheidungen bei der WM 2026. Auf dem Platz setzte sich in den Halbfinals Spanien gegen Frankreich durch und Argentinien holte mal wieder einen Rückstand auf, Messi flankte zum 2:1 und England ins Aus. Wer krönt sich am Sonntag zum Weltmeister - der Champion von 2010 oder der amtierende Titelträger? Für Spanien spricht laut Almuth, „dass es beeindruckend ist, wie sie es hinbekommen, in den entscheidenden Momenten da zu sein“. Roman findet derweil, dass die spanische Mannschaft „auf sieben von elf Positionen nicht Weltklasse ist“ – und trotzdem das mit Abstand beste Team ist. Argentinien wiederum kann darauf vertrauen, stets die richtigen Mittel zu finden, um sich zum zweiten Mal in Folge (das gelang vorher nur Italien 1934 und 1938 sowie Brasilien 1958 und 1962) die WM-Krone aufzusetzen.
    Neben dem grünen Rasen gibt es aber auch einen harten Kampf. Und zwar darum, wie man die Fifa um ihren Präsidenten Gianni Infantino in ihrer Macht einschränken kann. Ein Vorschlag kommt von Joseph Weiler, einem ehemaligen Verantwortlichen des Weltverbands. Der Fall des nach seiner Roten Karten doch spielberechtigten US-Profis Folarin Balogun sie nur „die schimmelige Kirsche auf einem vergammelten Kuchen“, so Weiler im Interview mit der "Zeit". „Er ist jetzt auf die Idee gekommen, dass die EU die Fifa doch mal überprüfen könne, ob das EU-Recht eingehalten werde. Ich finde es faszinierend, dass jemand das so äußert“, sagt Almuth.

  • Lionel Messi wird auf dem Rasen in die Höhe geworfen, obwohl er einen Elfmeter verschossen hat. Und die argentinischen Fans feiern, bis sie im wahrsten Sinne aus dem Stadion geworfen werden. Einfach umwerfend! „Dann haben sie vor dem Stadion in Atlanta einfach weitergefeiert. Es war sehr schön“, berichtet Almuth von dem epischen Achtelfinal-Spiel der WM 2026 in Atlanta (das Argentinien gegen Marokko nach 0:2-Rückstand noch 3:2 gewann), bei dem sie als Expertin hautnah dabei war.
    Wegen seiner Widerstandskraft, seines Superstars und seiner Fans ist der Titelverteidiger spätestens jetzt erneut ein großer WM-Favorit. „Stell dir vor, Messi wartet und wartet - und wird dann am Ende seiner Karriere zweimal hintereinander Weltmeister“, sagt Roman.

    Außerdem Thema in dieser Folge: die bisherigen Erkenntnisse des Turniers, der auffällige Anruf von Fifa-Präsident Gianni „Imperator“ Infantino bei Donald Trump und die Zukunft von Rudi Völler beim DFB.

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  • Es braucht wenige Worte, um zu benennen, was Fußball-Deutschland bei dieser WM erlebt hat. Es ist eine Katastrophe. Die nächste Blamage. Zweimal war es zuvor die Vorrunde, 2026 zwar mal wieder der Einzug in ein K.-o.-Spiel. Aber: Es war das neu eingeführte Sechzehntelfinale - unter die besten 16 Mannschaften hat es die DFB-Elf wieder nicht geschafft. „Alle drei Turniere waren auf ihre Art und Weise schlimm“, sagt Almuth. Roman geht aber sogar einen Schritt weiter: „Ich finde, dieses Ausscheiden ist noch schlimmer als 2022 und 2018.“

    Almuth sagt zumindest, dass „der Trainer“, also Julian Nagelsmann, „sehr unsouverän reagiert hat“, nachdem seine Kommunikation in den Monaten vor dem Turnier ohnehin mehrfach kritisiert worden war. „Das stört mich und ist schlimmer als bei den anderen beiden Weltmeisterschaften“, betont sie.

  • Deutschland verliert erstmals bei dieser WM und erstmals nach elf Siegen in Serie. Die Leistung beim 1:2 gegen Ecuador warf einige Fragen auf. Im Fokus stand auch der zweite Gegentreffer, an dem Manuel Neuer eine Mitschuld trägt. „Es gibt immer eine andere Möglichkeit, zu reagieren, aber ist natürlich nicht einfach, es sind natürlich Millisekunden“, sagt Almuth. Dass Neuer (40) seinen Fehler nicht eingesteht, findet sie aber schwierig: „Als Führungsspieler sollte er vorangehen. Er hätte einfach nur sagen müssen, ich muss es mir nochmal angucken. Daran merkt man aber vielleicht auch, dass es ein Thema ist.“
    Roman zweifelt derweil daran, dass die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt kommt: „Den positiven Effekt, sie haben jetzt einen Schuss vor den Bug bekommen, den sehe ich so nicht. Eher eine verdiente Niederlage und die Befürchtung, wenn Mannschaften der Kragenweite nicht einmal Frankreich, Argentinien kommen, allein im Sechszehntelfinale, das fliegt dir um die Ohren.“

  • „Ohne Undav geht gar nichts“, sagt Almuth. Gegen die Elfenbeinküste stimmte das mehr denn je, der Stuttgarter traf doppelt zum 2:1-Sieg, wieder als Joker. Muss es jetzt ein Umdenken beim Bundestrainer geben, muss Julian Nagelsmann den Edelreservisten der DFB-Auswahl von Beginn an bringen? Das diskutieren die beiden intensiv. Es geht außerdem darum, ob es eine große Rotation gegen Ecuador gibt, weil der Gruppensieg schon feststeht. Womöglich könnte dann jeder DFB-Feldspieler schon zu seinem WM-Einsatz gekommen sein. „Es ist ein Luxus zu diesem Zeitpunkt“, sagt Almuth. Auch Lob für Felix Nmecha kommt nicht zu kurz. „Mit einem Pass sendet man eine Botschaft“, sagt Almuth, die laut „11Freunde“ unter allen deutschen WM-Experten den ersten Platz belegt.

    Und weil es ein WM spezial ist, noch ein Zusatz: Ein Interview mit Almuths ehemaliger Mitspielerin Lo'eau LaBonta. Die Kapitänin von Kansas City Current spricht über die Fußball-Begeisterung in der Stadt, die vier Nationen während der Turniers beheimatet, das Nebeneinander mit der niederländischen Nationalmannschaft und die WM-Stimmung im Land.
    Hinweis: Das Interview ist in englischer Sprache geführt.

  • Almuth und Roman treffen sich bei der Gala von Lionel Messi in Kansas City. Sie berichten von ihren bisherigen Turniererfahrungen, sprechen über besondere Plätze, teures Essen, abgestellte Wasserspender, erzählen kleine und große Geschichten - von verspäteten Flügen bis Anreiseproblemen durch volle Innenstädte. Aber auch sportlich haben die beiden viel zu bereden. Eine Beobachtung fällt Roman aus dem bisherigen Turnierverlauf auf: „Es gibt wahnsinnig viele Unentschieden.“ Ob das am Turniermodus liegt? Taktieren alle Nationen eher, um am Ende als einer der acht besten Gruppen noch ins Sechzehntelfinale einzuziehen? Nein, meint Almuth. Sie beobachtet bisher eine andere Entwicklung.

  • 48 Nationen sind dabei, so viele wie nie zuvor bei einer Fußball-WM. Dieses XXL-Turnier in drei Ländern macht aber auch XXL-Probleme. Bei der Einreise werden Schiedsrichter abgewiesen und Fans sind nicht gewollt. Der Iran kündigt an, in gewissen Fällen während des Spiels vom Feld zu gehen. Die Spieler des Irans dürfen nur am Spieltag vom Teamcamp in Mexiko in die USA reisen. Die Fifa spielt rund um die Probleme bei der US-Administration eine unrühmliche Rolle. Almuth und Roman diskutieren über die bisherigen Vorfälle, machen aber auch Lust auf das, was sportlich beim Mammutturnier zu erwarten ist.

    Hinweis: Es ist der Auftakt in einen heißen Sommer, während der WM wird es mehr als nur eine Folge am Donnerstag geben. Also dranbleiben und abonnieren!

  • Es ist nicht mehr zu retten gewesen: Trainer Dieter Hecking und der VfL Wolfsburg sind in die zweite Liga abgestiegen. „Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass nach den Leistungen der Abstieg verdient war“, sagt Almuth. Ihr Herz als langjährige Spielerin in Wolfsburg hängt, das lässt sie durchblicken, immer noch ein wenig am Klub aus der Autostadt. Sie mache sich Sorgen, wie es mit dem VfL weitergeht nach der verlorenen Relegation gegen Paderborn. Roman meint: „Wenn es nicht im ersten Jahr klappt, oder - durch einen Unfall erst mit Unterstützung spätestens im zweiten Jahr“, wieder in die Bundesliga zu kommen, „dann wird der VfL Wolfsburg irgendwann Dritt- oder Viertligist sein.“ Ob Hecking in anderer Funktion, als Manager, an der Rückkehr ins Oberhaus arbeiten darf? Auch darüber diskutieren die beiden.

  • Der Kracher ist bestätigt: Manuel Neuer kehrt zurück ins DFB-Tor, die eigentliche Nummer eins Oliver Baumann darf bei der WM wohl nur zuschauen. Im Pokalfinale aber muss Neuer schon passen. Mal wieder die Wade! Was bedeutet das für das Turnier in Nordamerika nach all den Entwicklungen der Vorwochen? „Ist Neuer nicht fit, wird man auf Baumann zurückgreifen müssen“, gibt Almuth daher zu bedenken. Und weiter: „Da fragt man sich also, was all das in den vergangenen Wochen mit Oliver Baumann gemacht hat?“ Sportlich gibt es Gründe für Neuer, obwohl Almuth und Roman inhaltlich nicht in jedem Punkt einig sind. „Seine größte Stärke, die ihm immer nachgesagt wird, ist zugleich seine größte Schwäche“, meint Roman in Bezug auf die Zurückhaltung des Dauer-Loyalen aus Hoffenheim.
    Almuth kennt sich übrigens bestens mit Überraschungen bei Kadernominierungen aus. Exklusiv erzählt sie erstmals von der Situation vor der Frauen-EM 2022, als sie auf der Pressekonferenz der damaligen Bundestrainerin erst erfuhr, dass Merle Frohms die Nummer eins sein wird – und nicht Almuth selbst.

  • Was dem FC Bayern verwehrt bleibt, ist dem deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert gelungen: Er darf am 30. Juni im Finale der Champions League auf dem Rasen stehen. Nach seiner guten Leistung im Halbfinal-Rückspiel zwischen dem FC Arsenal und Atlético Madrid (1:0) setzte ihn der Fußball-Kontinentalverband Uefa für das Endspiel in Budapest an. Dort treffen die Londoner auf Bayern-Bezwinger und Titelverteidiger Paris-Saint Germain. Almuth kritisiert daher, dass die Fifa bei der Weltmeisterschaft auf Siebert verzichten wird. „Ich bin der Meinung, dass die Nominierung der WM-Schiedsrichter und WM-Schiedsrichterinnen nicht Monate vorher feststehen sollte. Die Leistungen, besonders im Saison-Endspurt, müssen einfließen“, sagt sie. Roman berichtet von internen Diskussionen unter den deutschen Referees: „Dort ist man sich einig, dass Daniel Siebert eine WM-Teilnahme ebenfalls verdient gehabt hätte.“

  • Im kommenden Jahr darf Manchester United wieder Champions-League-Fußball spielen. Großen Anteil am Aufwärtstrend des englischen Rekordmeisters hat Vereinslegende Michael Carrick. Als Trainer gelang dem Ex-Mittelfeldspieler, der im Januar von Ruben Amorim übernahm, dass die „Red Devils“ eine sehr erfolgreiche Rückrunde in der Premier-League-Saison spielten. Als Interimscoach angetreten, sollte er mit dieser Leistung die Fans im Rücken haben - eigentlich. Aber eine Weiterbeschäftigung des 44-Jährigen wird beim United-Anhang kritisch gesehen. Carrick, der einst mit dem Traditionsklub die Champions League gewann, scheint - wie zu seinen aktiven Zeiten - im Schatten großer Namen nicht genug zu sein für die neuerlichen Ambitionen. „Einige Führungsspieler setzen sich für ihn ein“, sagt Almuth, „man muss den Verein verstehen, das tut er“. Roman fragt sich: „Was will man denn noch außer einem, der Historie, Identität und Erfolg mitbringt?“ - und wirft dann plötzlich den Namen des deutschen Bundestrainers in den Raum ...

  • Bisher dachte Roman, die Champions League sei allein wegen der Einführung der neuen Ligaphase vor zwei Jahren zum „Schießbudenwettbewerb“ geworden. Doch das 5:4 im Halbfinal-Hinspiel zwischen PSG und den Bayern zeigte, dass die beiden besten Offensivreihen Europas selbst kurz vor der finalen Krönung die gegnerischen Defensiven ein ums andere Mal zur Verzweiflung bringen können. Roman meint: „Man kann ja kaum glauben, dass PSG gegen Bayern in der gleichen Galaxie stattfindet wie Wolfsburg gegen Gladbach.“ Almuth will dann aber auch über die Untiefen der Branche Profifußball reden. In Italien sorgen zwei Skandale - ein Prostitutionsring in Mailand sowie Gerüchte über mögliche Spielmanipulationen - für große Schlagzeilen. Sie sagt: „Auf der einen Seite vergöttern wir die Fußballer, wir lieben Spiele wie PSG gegen Bayern, auf der anderen Seite sehen wir nicht immer, was bei den Menschen dahinter hochkommt, vielleicht auch als Kompensation. Viele versuchen, diese dunkle Seite lieber nicht zu sehen.“

  • Der FC Bayern München ist Meister bei den Männern und Meister bei den Frauen. Der FC Bayern München ist Pokalfinalist mit den Männern und Pokalfinalist mit den Frauen. Harry Kane vom FC Bayern München ist der alles überragende Stürmer der Bundesliga der Männer, Pernille Harder ... na gut, nicht enteilt, aber auch die Stürmerin des FC Bayern steht als geteilte Erste ganz oben in der Torjägerinnenliste. Bedeutet das, im deutschen Fußball wird es hier wie dort über Jahre hinweg einfach nur noch Langeweile geben wird? Almuth meint: „Ich glaube schon, denn schon jetzt zeichnet sich ab, dass beide Teams jeweils einen Großteil ihrer Topspieler zusammenhalten.“ Roman spricht über Möglichkeiten, die sich ändern könnten, vor allem bei der Entwicklung der Frauen-Bundesliga, wo momentan gilt: „Still ruht der See.“ Es muss einiges passieren, um die Vormachtstellung im Süden Deutschlands zu durchbrechen.

    Außerdem ein Auszug aus dem Interview mit dem Mainzer Torhüter Daniel Batz, der in Folge 77 ein großes Thema gewesen ist. Freut euch drauf!

  • Marie-Louise Eta ist die erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga, sogar überhaupt in den Top-Fünf-Ligen Europas. Almuth glaubt allerdings nicht daran, dass der Druck und die - positiven wie teils negativen, sogar abwertenden - Kommentare dazu in der Öffentlichkeit einen Einfluss auf die Arbeit der Pionierin haben wird. „Sie wird die Umstände nicht an sich heranlassen, sondern ihre Arbeit machen und alles mit den Jungs auf dem Platz klären.“ Gemeinsam spielten beide ab der U15 für die DFB-jugendnationalteams. Während Almuth meint, Eta könne in ihrer Rolle sowohl gewinnen als auch verlieren, hält Roman dagegen: „Sie kann nur gewinnen.“ Er sieht aber Union Berlin dabei in einer schwierigen Position, die es „gar nicht gebraucht“ hätte.

  • Eine Glanzleistung in Madrid, beim 2:1 des FC Bayern gegen Real im Viertlfinal-Hinspiel der Champions League, reicht aus: Manuel Neuer wird wieder in den Torhüter-Olymp gehoben. Aber was bedeutet das für die Zukunft des mittlerweile 40 Jahre alten Weltmeisters von 2014? Almuth Schult ist sicher, dass Neuer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, in München weitermacht: „Erstens, um seinen Nachfolger Jonas Urbig weiter anzulernen und zweitens, der Mannschaft weiterhin etwas Außergewöhnliches zu geben.“ Die WM-Diskussion, also eine Rückkehr in die DFB-Elf, erachtet sie als „tot“, Roman hält die Debatte trotz Neuers Glanzparaden im Bernabéu ebenfalls für „sinnlos“. Almuth fällt dabei auf, dass Neuer weiterhin „polarisiert“, über ihn werde nur in Extremen gesprochen. Roman stimmt leicht ironisch zu: „Entweder ist er extrem gut, extrem oft verletzt oder extrem alt.“

  • Almuth sagt: „Diese Play-offs haben richtig Lust auf die WM gemacht.“ Die Italiener werden das anders sehen, muss der viermalige Weltmeister doch tatsächlich zum dritten Mal in Folge beim größten Fußball-Turnier auf dem Globus wieder zuschauen. Roman sieht das auch an einer anderen Stelle anders: „Schweden ist Letzter in der Qualifikationsgruppe geworden, darf aber über den Pfad der Nations League doch noch teilnehmen. Das ist ein unfair.“ Almuth hebt lieber einige tolle Leistungen hervor, etwa die der Tschechen gegen Dänemark – oder eben der Bosnier gegen die Italiener. Bei der Squadra Azzurra hat dagegen Torhüter Gianluigi Donnarumma, „einer der letzten Superstars“ (Roman) im Team, für einen großen Aufreger gesorgt.

  • „Im Profifußball gelten Schwule immer noch als Außerirdische“ – mit diesem Satz ging Christian Dobrick gerade an die Öffentlichkeit. Der gebürtige Flensburger, der die U19 des Bundesligisten FC St. Pauli trainiert, sagte das im Interview mit RTL/ntv. Dobrick outete sich dort als homosexuell, was noch kein Coach oder aktiver Spieler eines Profifußballklubs zuvor getan hatte. Almuth ist das Thema eine Herzensangelegenheit: „Ich habe mich richtig gefreut, als ich diese Nachricht gelesen habe.“ Zugleich sorgt sie sich um die Aussage, die der Hamburger Jugendtrainer auch getroffen hat: „Christian Dobrick hat gesagt, dass er nicht weiß, ob ihm dieses Coming-out seine Karriere verbauen kann. Das ist einfach traurig.“ Roman richtet einen Appell an den Mut, den es doch eigentlich nicht brauchen sollte: „Die Zeit ist jetzt.“

  • Sie ist zurück! Nein, nicht auf der großen Weltfußballbühne, aber Almuth stand nach fast anderthalb Jahren am vergangenen Wochenende - als Feldspielerin wohlgemerkt - wieder auf dem Platz. Beim Frauenteam ihres Heimatvereins überraschte sie (fast) alle in einem Kreispokal-Spiel, 90 Minuten lang zeigte sie ihr Können. Wie sie ihr erstes Tor beschreibt, wie sie die knappe 3:4-Niederlage bewertet, was sie mit „Fußfasching“ meint – und vor allem: wie sie das mediale Echo erlebt, das diese eigentlich als heimliches Comeback geplante Story zur Folge hatte, erfahrt ihr in dieser Folge. Außerdem geht es um die Entscheidung, dem Senegal mit einiger Verspätung den Afrika-Cup-Titel abzuerkennen und Marokko zum Sieger zu erklären sowie die schrägen Bilder der Bayern-Stars im Umgang mit TV-Expertin (und Almuths ehemaliger Zimmerkollegin) Tabea Kemme. Hat unsere Olympiasiegerin so was auch schon erlebt? Das verrät sie in dieser Episode – Spannung garantiert!

  • „Fußball ist noch ein verbindendes Element, aber nicht in jeder Lebenslage“, sagt Almuth. Roman erwidert: „Das noch würde ich streichen.“ Wegen der weltpolitisch angespannten Lage lässt sich die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kaum mehr nur isoliert als sportliches Event betrachten. Wegen des Kriegs hat Irans Sportminister nun angekündigt, dass die für das Turnier qualifizierte iranische Nationalelf wohl nicht antreten werde. „Für die Fifa ist es total einfach, wenn der Iran das selbst sagt“, meint Roman. So könne dann der Weltverband den Regularien entsprechend einen Ersatzteilnehmer benennen, ohne selbst über den Iran entscheiden zu müssen. Von einem befreiten Fußball-Fest, bei dem Fans unterschiedlicher Nationen friedlich zusammenkommen, bleibt unter diesen Umständen aber wenig übrig. Almuth: „Es ist schon viel passiert, aber ich hätte vor einem halben Jahr nicht gedacht, dass wir jetzt an diesem Punkt sind.“

  • Almuth stellt die These auf: „Als Bundestrainer kann man Experimente in seinen Spielen gar nicht ausschließen.“ Christian Wück, Coach der DFB-Frauen, hatte zum Start in die WM-Quali gegen Slowenien (5:0) zwar zuerst angekündigt, nichts ausprobieren zu wollen, es dann am Ende aber doch getan. Weil einige Spielerinnen verletzt ausgefallen waren, musste er gerade in der Offensive umstellen. Wück tat das aber auch auf anderen Positionen – weil er es wollte. Roman meint: „In dieser Gruppe kann und darf nichts schiefgehen“, es geht noch gegen Norwegen und Österreich. „Dieses Experimentieren wird nicht aufhören“, mutmaßt Almuth daher. Bis zur WM 2027 ist es nicht mehr allzu weit. Ist das also die richtige Entscheidung von Wück, um seine Top-Elf zu finden?