Episódios
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In dieser Folge von Extreme Zeiten sprechen wir über das sogenannte Neutralitätsgebot, das die AfD seit Jahren für sich beansprucht, um Lehrkräfte, Demokratiepädagog:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen unter Druck zu setzen. Zu Gast ist Manuel Glittenberg, Bildungsreferent bei der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und geschäftsführender Projektleiter von „Zusammenleben neu gestalten“. Gemeinsam mit Angela Fitsch klärt er, was das parteipolitische Neutralitätsgebot eigentlich besagt, für wen es gilt und warum der Begriff, wie auch die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder 2025 feststellte, irreführend ist. Denn er blendet aus, dass staatliche Akteur:innen gleichzeitig zum Schutz der Menschenwürde und der Grundrechte verpflichtet sind, eine Pflicht, die der Neutralitätspflicht klare Grenzen setzt.
Im weiteren Gespräch geht es um die Frage, wie die AfD den Begriff zu einem Kampfbegriff macht, welche Rolle das Mäßigungs- und Zurückhaltungsgebot sowie der Beutelsbacher Konsens mit Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot und Schülerinnenorientierung für den Schulalltag spielen, und ob Lehrkräfte rassistische Aussagen oder die AfD selbst sachlich kritisieren dürfen. Anhand aktueller Gerichtsurteile, etwa zur Ministerpräsidentin Malu Dreyer und zum Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, sowie der gescheiterten kleinen Anfrage der Union zur politischen Neutralität gemeinnütziger Organisationen zeigt Manuel Glittenberg, wie wichtig es ist, sich nicht auf die Begriffsverschiebungen der extremen Rechten einzulassen und stattdessen demokratisches Engagement aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln.
Da der Begriff „Neutralität" auch außerhalb des Bildungswesens durchaus umstritten ist, findet sich hier begleitend zur Folge einige weiterführende Literatur.
Rechtswissenschaft
Dürig/Herzog/Scholz/Korioth, GG Art. 140 Rn. 31, 108. EL August 2025 (mit Verweis auf Schlaich in Mikat [Hrsg.], Kirche und Staat, 1980, S. 427 ff.; Huster, Die ethische Neutralität, 2002, S. 18 ff., 47 ff.) – zur Geschichte von „Neutralität“ als historisch umstrittenem Kampfbegriff der Moderne.
Eckertz, Rainer: Das Bundesverfassungsgericht zur staatlichen Neutralität. Eine Analyse der Rechtsprechung anlässlich der Meldeportale von AfD-Fraktionen, S. 263 – direkt zur AfD-spezifischen Instrumentalisierung: „‘Neutralität’ wird so zu einem Kampfbegriff.“
Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Vollmer, Theresa / Dintenfelder, Lukas / Potzel, Katrin: Neutralität als Kampfbegriff im aktuellen Kontext der AfD. In: Haltungen. Zugänge aus Perspektiven qualitativer Bildungs- und Biographieforschung. Verlag Barbara Budrich, 2023.
Hafeneger, Benno / Jestädt, Hannah / Schwerthelm, Moritz / Schuhmacher, Nils / Zimmermann, Gillian: Die AfD und die Jugend. Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will. 2020, S. 49.
Grenz, Juno: Bildung in Zeiten von Antifeminismus. Eine bildungs- und queertheoretische Diskursanalyse der Debatte um den ‘Bildungsplan 2015’. 2025, S. 52.
Religionsverfassungsrecht
Schurz, Simon: Vom Staatskirchenrecht zum Religionsverfassungsrecht. Ein Rechtsgebiet und seine gesellschaftlich bedingten Wandlungen in der Bundesrepublik Deutschland. 2025.
Schrooten, Jost-Benjamin: Gleichheitssatz und Religionsgemeinschaften. Die gleichheitsrechtliche Behandlung von Religionsgemeinschaften nach den Bestimmungen des Grundgesetzes, der EMRK und der EU-Grundrechte-Charta. 2015.
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Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments.
Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie u -
Willkommen bei Extreme Zeiten Kompakt – unserem neuen Kurzformat! In wenigen Minuten bringen wir euch regelmäßig Neuigkeiten aus dem Demokratiezentrum Hessen und der Wissenschaft. Moderiert wird das Format von Nora Zado.
In der ersten Folge spricht Nora mit Tina Dürr, Studiengangskoordinatorin des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Beratung im Kontext Rechtsextremismus" an der Philipps-Universität Marburg. Der Studiengang qualifiziert Fachkräfte aus der sozialen Arbeit, der politischen Bildung, der Antidiskriminierungsberatung und vielen weiteren Bereichen, wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Jetzt im Juni ist das Bewerbungsportal für die zweite Kohorte geöffnet. Das Studium dauert vier Semester, ist berufsbegleitend organisiert.
Mehr Infos und Bewerbung: https://www.uni-marburg.de/de/fb21/studium/studiengaenge/master/m-a-beratung-im-kontext-rechtsextremismus
Oder hört in die Folge „Studieren gegen Rechts" rein: https://beratungsnetzwerk-hessen.de/2023/10/01/studieren-gegen-rechts/
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Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert.
Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung. -
Estão a faltar episódios?
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Extremer Reichtum gefährdet die Demokratie – davon ist Sebastian Klein überzeugt. Der Psychologe, Unternehmer und Autor wurde durch den Verkauf der App Blinkist über Nacht zum Multimillionär und entschied sich, 90 Prozent seines Vermögens zu verschenken. In dieser Episode spricht er über die gesellschaftliche Dimension von Geld und Vermögenskonzentration – und darüber, warum er sich als Teil eines Problems sah, das er lieber lösen wollte.
Klein erklärt, wie ein unfaires Steuersystem die Falschen schützt, warum Lobbyismus in einer ungleichen Gesellschaft Demokratie untergräbt und weshalb soziale Medien in den Händen einzelner Oligarchen eine „absolute Demokratie-Dystopie" sind. Und er blickt trotz allem optimistisch in die Zukunft: Er ist überzeugt, dass der Finanzmarktkapitalismus eines Tages wie eine gefährliche Verirrung erscheinen wird – wie lange es dauert, weiß er allerdings nicht.
Das Buch „Toxisch Reich“ findet ihr hier: https://www.oekom.de/buch/toxisch-reich-9783987261381
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Auf TikTok und Instagram erleben sogenannte Tradwives – kurz für Traditional Wives – gerade einen massiven Aufschwung. Sie inszenieren sich in blütenweißen Küchen, backen Brot von Grund auf, tragen Schürzen im 50er-Jahre-Stil und präsentieren ein Leben, in dem die Frau für Haushalt und Familie zuständig ist, während der Mann das Geld verdient. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Lifestyle-Trend wirkt, hat bei genauerem Hinsehen eine politische Dimension - denn die romantisierten Bilder transportieren Botschaften über Geschlechterrollen, Weiblichkeit und gesellschaftliche Ordnung, die weit über Brotrezepte hinausgehen.
Sophia Fechter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum der Philipps-Universität Marburg, forscht zu Onlinephänomenen und deren Einfluss auf politische Auseinandersetzungen. Im Gespräch mit Angela Fitsch erklärt sie, warum der Tradwife-Trend echte gesellschaftliche Ängste aufgreift und gezielt nutzt, welche Verbindungen zur Manosphere und rechten Bewegungen bestehen und warum es sich lohnt, hinter die perfekt ausgeleuchteten Küchen zu schauen.
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2026 ist ein Superwahljahr: Fünf Landtagswahlen und vier Kommunalwahlen stehen auf dem Programm. In dieser Folge von „Extreme Zeiten!" zieht Angela Fitsch gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Biebricher eine erste Bilanz. Biebricher ist Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und forscht zu Krisen, konservativer Politik und zur Theorie des Neoliberalismus. Im Mittelpunkt stehen die hessische Kommunalwahl vom 15. März sowie die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg – und der Blick auf die spannenden Herbstwahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Was bedeutet der Zuwachs der AfD auf kommunaler Ebene für die Demokratie vor Ort – in Gemeinderäten, Stadtparlamenten, im politischen Alltag? Welche Lehren lassen sich aus dem überraschenden Sieg der Grünen in Baden-Württemberg ziehen? Und wie erklärt sich, dass junge Wähler*innen je nach Bundesland so unterschiedlich abstimmen – links in Kassel und Darmstadt, rechts in Rheinland-Pfalz? Thomas Biebricher ordnet ein, was diese Ergebnisse über den Zustand der deutschen Parteienlandschaft verraten – und was auf dem Spiel steht, wenn die AfD im Herbst weiter zulegt.
Wer sich tiefer mit den Themen dieser Folge beschäftigen möchte, von Thomas Biebricher sind im Suhrkamp Verlag zwei sehr empfehlenswerte Bücher erschienen: „Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus" (https://www.suhrkamp.de/buch/thomas-biebricher-mitte-rechts-t-9783518430996) und der Sammelband „Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt" (https://www.suhrkamp.de/buch/oben-rechts-t-9783518128138).
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Sechs Jahre nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau blicken wir in dieser Folge von Extreme Zeiten auf die Prozesse der Bewältigung und Aufarbeitung. Zu Gast ist Gamze Damat, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum Hessen. Sie gibt exklusive Einblicke in die aktuelle Studie „Lessons learnt?“, für die sie zahlreiche Interviews mit Betroffenen und Akteur:innen nach dem Anschlag ausgewertet hat. Im Fokus steht die Frage: Wie können und müssen Kommunen sowie die Zivilgesellschaft auf rechte Gewalt reagieren?
Wir sprechen darüber, wie unterschiedlich die Bedürfnisse betroffener Gruppen sind und vor welchen Herausforderungen Kommunalpolitik und Beratung stehen, wenn es um die Verteilung von Ressourcen und das Setzen von Prioritäten geht. Die Folge zeigt auf, welche Lehren aus den Anschlägen von Halle und Hanau für die pädagogische und beraterische Praxis gezogen werden müssen, um Betroffene nachhaltig zu unterstützen und demokratische Strukturen zu stärken.
Die Studie von 2025 ist im Wochenschau Verlag erhältlich: https://www.wochenschau-verlag.de/Lessons-learnt-Die-rechtsterroristischen-Anschlaege-von-Halle-und-Hanau/41690
Ein kleiner technischer Hinweis: Bei dieser Aufnahme gab es leider ein paar Probleme mit dem Ton. Wir bitten die Qualität zu entschuldigen – wir arbeiten bereits daran und versprechen Besserung für die nächsten Folgen!
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In dieser Folge von „Extreme Zeiten“ blickt Angela Fitsch gemeinsam mit Paul Lachmann auf
das mittlerweile abgeschlossene Projekt „gemEINSAM gegen RECHTS“ zurück. Es wurde als Kooperation der Universität Göttingen und der Stiftung Adam von Trott durchgeführt. Gefördert wurde es im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie Einsamkeitserfahrungen bei Jugendlichen, insbesondere in Berufsschulklassen in Osthessen, deren politische Einstellung beeinflussen. Die Ergebnisse liegen nun in einer umfassenden Handreichung vor und zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und der Distanz zu demokratischen Werten auf.
Paul Lachmann erläutert, dass das Einsamkeitsniveau seit der Pandemie auf einem hohen Niveau stagniert und bei betroffenen jungen Menschen oft zu einem Gefühl der politischen Heimatlosigkeit führt. Neigen junge Menschen, die sich einsam fühlen, eher zu autoritären Einstellungen oder zur Wahl rechtsextremer Parteien? Die Handreichung „gemEINSAM gegen RECHTS“ bietet hierzu wertvolle pädagogische Ansätze und Analysen, um die demokratische Resilienz im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.
Mehr Informationen zum Projekt und den Methoden gibt es hier: https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/31ff004968264d8b9caafcd6e3bafefb.pdf/2024_Handreichung_GGR_digital_Einzelseiten.pdf
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In der aktuellen war Nora Zado vom Demokratiezentrum Hessen zu Gast. Auf Grundlage ihrer Forschung zu Anfeindungen und Gewalt gegen Bürgermeister*innen in Hessen beleuchtet sie, welchen Belastungen Mandatsträger*innen ausgesetzt sind, die sich auf lokaler Ebene für ihre Gemeinden engagieren. Dabei wird deutlich: Die Bedrohungslage hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft und stellt nicht nur eine Gefahr für die betroffenen Amtsträger*innen dar, sondern untergräbt auch die demokratische Kultur in unseren Kommunen.
Im Gespräch diskutieren wir die Hintergründe dieser Entwicklung und schauen auf konkrete Erscheinungsformen der Anfeindungen – von verbalen Attacken in Ratssitzungen über Hassnachrichten in sozialen Medien bis hin zu physischer Gewalt. Nora Zado stellt erste Forschungsergebnisse aus ihrer Studie vor und ordnet diese wissenschaftlich ein. Dabei wird deutlich, welche Rolle gesellschaftliche Polarisierung, Vertrauensverlust in demokratische Institutionen und die Enthemmung im digitalen Raum spielen. Zugleich diskutieren wir mögliche Präventions- und Schutzstrategien: Welche Maßnahmen können Kommunen ergreifen, um ihre Amtsträgerinnen zu schützen? Und wie lässt sich eine Kultur des Respekts in der Kommunalpolitik stärken?
Den vollständigen Artikel findet ihr in der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit, die im Wochenschau Verlag erscheint: https://demokratie-gegen-menschenfeindlichkeit.de/
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In dieser Folge spricht Dr. Reiner Becker darüber, wie der Begriff der „Demokratieskepsis“ überhaupt gefasst werden kann. Er zeigt, dass Menschen, die skeptisch auf Demokratie blicken, nicht automatisch extremistisch sind, sondern oft aus Unsicherheit, Enttäuschung oder fehlender Repräsentation heraus zweifeln. Demokratieskeptiker*innen bewegen sich in einem Zwischenraum. Sie stellen demokratische Prozesse infrage, ohne sie grundsätzlich abzulehnen.
Zugleich macht Becker deutlich, dass Demokratieskepsis eng mit gesellschaftlichen Erfahrungen zusammenhängt. Bildungsstand, Einsamkeit, das Gefühl politischer Ohnmacht oder Wahrnehmungen von Ungerechtigkeit beeinflussen die Haltung zum politischen System. Genau hier liegt die Herausforderung für Demokratiearbeit. Skepsis kann in produktive Beteiligung übersetzt werden, wenn Dialogräume geschaffen werden, die ernst nehmen, zuordnen und Orientierung bieten.
Den vollständigen Artikel findet ihr in der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit, die im Wochenschau Verlag erscheint: https://demokratie-gegen-menschenfeindlichkeit.de/
Weitere Informationen zum Demokratiezentrum findet ihr hier: https://beratungsnetzwerk-hessen.de/
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In dieser Folge sprechen wir mit Cornelia Rotter, ehemalige Kriminalhauptkommissarin und Diplompädagogin. Sie arbeitet heute im Hochschuldidaktischen Dienst der HöMS, der hessischen Polizeiakademie. Dort begleitet sie Lehrende dabei, ihre Lehre weiterzuentwickeln – fachlich, didaktisch und inhaltlich im Sinne einer reflektierten Haltung. Ziel ist es nicht nur, Wissen zu vermitteln, sondern Räume für kritisches Denken und ethisches Urteilsvermögen zu schaffen.
Im Gespräch geht es um Bildungsarbeit innerhalb der Polizei, um Ethik als Querschnittsaufgabe und darum, wie Haltung und Verantwortung in der Ausbildung verankert werden können. Cornelia Rotter berichtet von Workshops, Weiterbildungen und neuen Lehrkonzepten, die Lehrende und Studierende gleichermaßen dazu ermutigen, über Menschenrechte, demokratische Werte und die Rolle der Polizei in einer pluralen Gesellschaft nachzudenken.
Mehr Infos zum Hochschuldidaktischen Dienst der HöMS findest du hier: https://hoems.hessen.de/organisation/die-dekanate/hochschuldidaktischer-dienst
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Nach den Massakern der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 erlebte Deutschland eine Welle antisemitischer Vorfälle. Der aktuelle Jahresbericht 2024 der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) zeigt: Die Zahl der dokumentierten Taten stieg sprunghaft an – von Anfeindungen im Alltag über Hetze auf Demonstrationen bis hin zu Angriffen auf jüdische Einrichtungen. Allein in Hessen wurden 2024 926 antisemitische Vorfälle registriert, das sind 75 Prozent mehr als im Vorjahr (2023: 528 Vorfälle). Darunter waren ein Fall extremer Gewalt, 33 Angriffe, 32 gezielte Sachbeschädigungen, 48 Bedrohungen, 53 Massenzuschriften und 759 Fälle verletzenden Verhaltens. Antisemitismus wurde sichtbarer, lauter und bedrohlicher.
Dr. Susanne Urban, Leiterin von RIAS Hessen, ordnet dies ein. Sie und ihre Kollegen von RIAS Hessen nehmen Vorfälle an, geben Betroffenen eine Stimme und machen sichtbar, wie sehr Antisemitismus den Alltag von Jüdinnen und Juden in Deutschland und Hessen prägt. Der Bericht zeigt zudem: Antisemitismus kommt eben nicht nur von rechts außen, sondern auch aus islamistischen, verschwörungsideologischen sowie linken Milieus und aus der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Nach dem 7. Oktober 2023 wurden die Grenzen des Sag- und Zeigbaren noch weiter verschoben .
Mehr Infos zu RIAS findest du hier: https://rias-hessen.de/
https://www.instagram.com/rias_hessen/
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Viele Jugendliche begegnen der AfD nicht zuerst in Parlamenten oder durch Anträge, sondern in den sozialen Medien. Dort inszeniert sich die Partei mit einfachen Botschaften und klaren Feindbildern – und erreicht junge Menschen direkt in ihrem Alltag. Prof. Dr. Benno Hafeneger ordnet ein, welche Wirkung diese Strategien entfalten und wie die AfD versucht, Jugend- und Bildungspolitik langfristig zu beeinflussen.
Im Podcast sprechen wir außerdem darüber, wie junge Menschen heute wählen, welche gesellschaftlichen Grenzen sich in den letzten Jahren verschoben haben und warum immer mehr Jugendliche rechts wählen. Dabei geht es um Motive wie Zukunftsunsicherheit, Politikverdrossenheit und den Wunsch nach klaren Antworten – und darum, welche Herausforderungen sich daraus für die Demokratie ergeben.
Mehr Infos zur Studie „Die AfD und die Jugend. Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will“ findest du hier: https://www.wochenschau-verlag.de/Die-AfD-und-die-Jugend/41200
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In dieser Folge sprechen wir über DemoGIS, ein innovatives Projekt des Demokratiezentrums Hessen in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt. Das webbasierte Geoinformationssystem wurde 2020–2021 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Bernd Belina entwickelt. Es macht rechtsextreme und menschenverachtende Vorfälle sichtbar, indem es öffentlich zugängliche Daten – etwa zu Wahlergebnissen, sozioökonomischen Strukturen und Aktivitäten lokaler Partnerschaften für Demokratie – auf Kreis-, Gemeinde- und Ortsteilebene zusammenführt und kartografisch darstellt. So entsteht ein datenbasiertes Verständnis regionaler Dynamiken, das sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Prävention ermöglicht.
Als Gast begrüßen wir Prof. Dr. Bernd Belina, Humangeograf an der Goethe-Universität Frankfurt und Initiator des Projekts. Mit ihm sprechen wir über die Potenziale raumbezogener Analyse politisch motivierter Gewalt, über die Verbindung von Wissenschaft und Praxis sowie über konkrete Anwendungsmöglichkeiten im Kampf gegen Demokratiefeindlichkeit. DemoGIS zeigt, wie sozialräumliche Forschung gesellschaftlich relevante Handlungsspielräume eröffnen kann.
Hier finden Sie das Projekt: www.experience.arcgis.com
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://www.uni-marburg.de/de/fb21/erzwinst/demokratiezentrum/forschung/1-laufende-projekte/1-1-rechtsextremismus-rassismus-und-demokratiefeindlichkeit-forschung-und-wissenschaftliche-weiterbildung-1/1-1-1-demogis-hessen
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Was lehrt uns die Geschichte der Weimarer Republik und welche Schlüsse ziehen wir daraus für unsere Gegenwart? In dieser Folge fragen wir, wie es um unsere Demokratie heute steht: Ist sie stabil genug, um antidemokratischen Kräften standzuhalten? Gemeinsam mit dem Historiker Prof. Dr. Eckart Conze, Professor für Neuere Geschichte an der Philipps-Universität Marburg, sprechen wir über das mögliche Verbot der AfD, über historische Lehren aus dem Scheitern der Weimarer Republik und über die politische Lage in einer Zeit, in der autoritäre Rhetorik und Systemverachtung wieder lauter werden. Die Geschichte bietet keine einfachen Antworten – aber sie zeigt, wie Demokratien sterben können.
Prof. Dr. Conze ordnet ein, warum historische Vergleiche sowohl Chancen als auch Risiken bergen. Wir sprechen über die Bedeutung politischer Kultur, über demokratische Resilienz und über die Verantwortung von Politik, Medien und Gesellschaft. Eine Folge, die zeigt: Geschichte ist kein Schicksal, aber sie mahnt, wenn wir bereit sind, genau hinzusehen.
Mehr zu dem Thema findet ihr in Herr Conzes Werken: Schatten des Kaiserreichs. Die Reichsgründung von 1871 und ihr schwieriges Erbe, München (dtv) 2021
Eckart Conze, Astrid Wallmann: Gefühlte Demokratie. Die Weimarer Erfahrung im 20. und 21. Jahrhundert, Frankfurt a.M./New York (Campus) 2025.
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In dieser Folge widmen wir uns einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: Wie können Menschen mit Migrationsgeschichte unsere Demokratie mitgestalten – nicht nur als Zuschauer:innen, sondern als aktive Akteur:innen? Gelincik Tuzcu, Projektleiterin des Netzwerks MOND („Migrant*innen-Organisationen Netzwerk für Demokratie“), gibt uns spannende Einblicke in ein Projekt, das Empowerment, politische Bildung und Teilhabe ganz konkret lebt. MOND bringt Menschen mit eigener Migrationsgeschichte zusammen, fördert ihre politische Mitbestimmung und baut Brücken zwischen Communities, Bildungseinrichtungen und politischen Strukturen.
Gemeinsam mit Gelincik sprechen wir darüber, warum Repräsentation allein nicht reicht, was echte Teilhabe bedeutet und wie wichtig es ist, dass migrantische Perspektiven gehört und ernst genommen werden. Ob durch politische Bildungsarbeit an Schulen, durch Vernetzung oder durch das Sichtbarmachen von Stimmen, die oft überhört werden – MOND zeigt, wie Demokratie vielfältiger, gerechter und zukunftsfähiger werden kann. Eine inspirierende Folge für alle, die sich fragen, wie wir unsere Gesellschaft gemeinsam gestalten können.
Mehr zu dem Thema findet ihr hier: www.kubi.info
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In der aktuellen Podcastfolge sprechen wir mit Dr. Paul Erxleben über die jüngste kleine Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ordnen diese in größere gesellschaftliche Entwicklungen ein. Solche politischen Vorstöße stehen exemplarisch für eine zunehmende Auseinandersetzung um die Rolle und Legitimität zivilgesellschaftlicher Akteure. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf historische und internationale Parallelen, die helfen, die gegenwärtige Lage besser zu verstehen. Konzepte wie "shrinking spaces" bieten dabei einen wichtigen Bezugsrahmen, um aktuelle politische Spannungen einzuordnen und die sich wandelnden Beziehungen zwischen Staat und Zivilgesellschaft kritisch zu beleuchten.
Zugleich verdeutlicht der Blick zurück, dass es in der Bundesrepublik seit 1949 immer wieder konflikthafte Aushandlungen zwischen staatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichem Engagement gegeben hat – insbesondere in der Auseinandersetzung mit autoritären Tendenzen. Der Begriff der Zivilgesellschaft, wie wir ihn heute verwenden, wurde nicht zuletzt in den frühen 2000er Jahren im Kontext des „Aufstands der Anständigen“ politisch aufgeladen. Damals reagierte der Staat auf zivilgesellschaftliche Impulse gegen Rechtsextremismus, griff sie auf – und setzte sie zugleich strategisch ein. Diese Spannungsverhältnisse wirken bis heute nach und werfen Fragen danach auf, wie demokratische Kritik geschützt und gestärkt werden kann.
Mehr zu dem Thema gibt es von Dr. Paul Erxleben in der Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung: https://www.idz-jena.de/fileadmin/user_upload/Sonstiges/ZRex_2701-9624-2025-1.pdf
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In dieser Folge von Extreme Zeiten sprechen wir mit Prof. Dr. Ursula Birsl, Politikwissenschaftlerin an der Philipps-Universität Marburg, über die Ergebnisse der Bundestagswahl und ihre weitreichenden Folgen. Welche politischen Kräfte haben sich durchgesetzt, welche Entwicklungen waren überraschend, und was bedeutet das Wahlergebnis für die Zukunft der Demokratie in Deutschland? Gemeinsam analysieren wir, ob das Ergebnis ein historischer Wendepunkt oder politische Kontinuität abbildet.
Nach der intensiven Wahlnacht geht es nun um die Einordnung: Welche Koalitionen sind realistisch? Welche politischen Herausforderungen kommen auf die neue Regierung zu? Prof. Dr. Birsl erläutert, welche gesellschaftlichen Strömungen sich im Wahlergebnis widerspiegeln und wie sich die politische Landschaft langfristig verändern könnte. Ein Blick auf die internationale Reaktion rundet die Diskussion ab. Hört rein für eine fundierte Nachbesprechung mit wissenschaftlicher Einordnung!
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Das Demokratiezentrum Hessen wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert.
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Wir müssen unsere Begriffe klären! In fast jeder politischen Debatte, ob im Fernsehen oder im Radio, in den sozialen Netzwerken, in vielen Zeitungskommentaren, besonders und gerade jetzt im Kontext der vergangenen Bundestagswahl, der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg – überall taucht das Wort Haltung auf. Wir werden mit verschiedenen Haltungen konfrontiert, wir werden aber auch dazu aufgefordert, Haltung zu haben, Haltung zu zeigen. Im Duden finden sich für den Begriff viele verschiedene Synonyme wie „Gesinnung“, „Meinung“ bis hin zu „Contenance“ und, um den Sport nicht außen vor zu lassen, auch noch die Haltungsnote. Versuchen wir, uns dem Begriff jenseits des politisch-öffentlichen Diskurses zu nähern, so finde sich in der Philosophie klärende und erhellende Zugänge. In dieser Folge unseres Podcasts „Extreme Zeiten“ unternimmt unsere Moderatorin, Angela Fitsch, eine philosophische Annäherung an den Begriff mit Prof. Dr. Frauke Kurbacher, Philosophin und unter anderem Professorin für Ethik an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung in Münster und Dozentin im Studiengang „Beratung im Kontext Rechtsextremismus“ des Demokratiezentrums Hessen im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg.
Hier findest du weitere Infos zu unserer Gesprächspartnerin: http://iiaphr.net/frauke-a-kurbacher/
Ergänzend zu diesem Interview verweisen wir auch auf das Gespräch mit Dr. Reiner Becker zum Thema „Haltung“ in diesem Podcast (Folge 14).
Du hast Anregungen und Ideen? Schreibe uns: [email protected]
Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments.
Das Demokratiezentrum Hessen wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert.
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Bildung ist kein Arsenal, sondern ein Horizont , so der Philosoph Hans Blumenberg. Kinder und Jugendliche werden nicht als Demokrat*innen geboren. Sie müssen Demokratie lernen, um für sie einzutreten, sie weiterzuentwickeln, eine Haltung und eine Meinung zu finden. So etwas kann gelingen, wenn junge Menschen früh erfahren, dass ihre Stimme zählt, sie ihr Umfeld mitgestalten können und ihre Partizipation auch gewollt ist. Gleichzeitig ist das Buhlen um die Gunst von jungen Menschen ein immer wichtigeres Ansinnen von rechtspopulistischen Akteuren, insbesondere in Zeiten von Krisen und Unsicherheiten. Wie kann politische Bildung unter diesen Bedingungen Angebote für jungen Menschen machen, die auf ihre Potenziale zielen, die die jungen Menschen selbst in sich tragen, politisch und gestalterisch in dieser Welt tätig zu werden? Warum sollte politische Bildung nicht als eine Art Feuerwehr agieren, getrieben von tagesaktuellen Ereignissen? Zu diesen Fragen spricht unsere Moderatorin Angela Fitsch in der neuen Folge von „Extreme Zeiten“ mit Prof. Dr. Susann Gessner von der Philipps-Universität Marburg. Sie lehrt zur Didaktik der politischen Bildung am Institut für Politikwissenschaft und war früher selbst Lehrerin.
Hier findest du weitere Infos zu unserer Gesprächspartnerin: https://www.uni-marburg.de/de/fb03/politikwissenschaft/fachgebiete/didaktik-der-politischen-bildung/susann-gessner
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Premiere: Zum ersten Mal begrüßt unsere Moderatorin Angela Fitsch erneut einen Interviewpartner: Oliver Gottwald, Rechtspfleger und ausgewiesener Experte zum Thema „Reichsbürger“ berichtet im Interview über die verschiedenen Prozesse gegen Reichsbürger, die 2024 begonnen haben, wie zum Beispiel gegen das "Reichsbürger"-Netzwerk rund um Heinrich XIII. Prinz Reuß, mit 27 Beschuldigten, denen Umsturzpläne vorgeworfen werden. Außerdem gibt Oliver Gottwald Einblicke in seine Fortbildung für Mitarbeiter*innen im öffentlichen Dienst und davon, welche alltäglichen Erfahrungen mit Reichsbürgern in unterschiedlichen Behörden gemacht werden. Das größte Problem sei der „paper terrorism“. Was das ist und was Mitarbeiter*innen in Behörden konkret tun können, erfährst Du in dieser spannenden Folge.
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Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert.
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