Episodi
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Die meisten Nationen pflegen GroĂerzĂ€hlungen aus ihrer Geschichte, die sie zu sozialen Einheiten formen und den Zusammenhalt stĂ€rken sollen. Solch eine ErzĂ€hlung ist fĂŒr Frankreich die Revolution von 1789, fĂŒr Russland der GroĂe VaterlĂ€ndische Krieg gegen Deutschland. Die deutsche Kollektivlegende der Gegenwart unterscheidet sich markant von diesen ErzĂ€hlungen. Sie beinhaltet das Bekenntnis zur âsingulĂ€renâ deutschen Schuld an zwei Weltkriegen und die Verpflichtung zum âAntifaschismusâ, um so die Vergangenheit zu âbewĂ€ltigenâ.
Die staatlich gepflegte Erinnerungskultur war berufen, diese GroĂerzĂ€hlung zu festigen. Dabei spielte der sogenannte Historikerstreit 1986/1987 eine entscheidende Rolle, im Laufe dessen jeder mögliche Widerspruch medial vernichtet wurde. Wie aber vertrĂ€gt sich mit dem aggressiven Antifaschismus die kriegerische Verteidigung der Ukraine, eines Nachfolgers der Alliierten des Nazi-Regimes?
(Wiederholung vom 18. Januar 2026) -
Dass Deutsch eine âMĂ€nnerspracheâ ist, war den hundert Millionen deutschen Muttersprachlern bis 1980 nicht bewusst. Damals entdeckte die neue Frauenbewegung die enorme Symbolkraft, welche in der grammatischen Kategorie Genus der deutschen Sprache steckte: Warum treten in ihr MĂ€nner im Maskulinum auf (Jeder Mann kennt das), Frauen im Femininum (Jede Frau kennt das), aber MĂ€nner und Frauen ebenfalls im Maskulinum (Jeder kennt das)? Die Linguistik bezeichnet die geschlechtsĂŒbergreifende Funktion der Maskulinform als âgenerischesâ (allgemeines) Maskulinum. Dieses generische Maskulinum, das die Frauen sprachlich âunsichtbarâ mache und deshalb diskriminiere, wurde zum Hauptmerkmal der MĂ€nnersprache Deutsch erklĂ€rt und zum Feind einer geschlechtergerechten Sprache. (Wiederholung vom 30. November 2025)
Ein Deutsch ohne generisches Maskulinum, kurz: Genderdeutsch, sollte die Gleichstellung der Geschlechter sprachlich ausdrĂŒcken. Hatte diese Sprachbewegung Erfolg? Hierzu â nach ĂŒber vierzig Jahren Sprachfeminismus und Genderismus â eine Bilanz aus linguistischer Sicht. -
Episodi mancanti?
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Seitdem die Energiewende zu einer der wichtigsten Zielsetzungen deutscher Politik erklĂ€rt wurde, sprechen alle von Energie und Strom â aber wissen sie auch, was das ist? Es wird Zeit fĂŒr AufklĂ€rung. Was ist das physikalische PhĂ€nomen, das wir umgangssprachlich als Strom bezeichnen? Wie wird er erzeugt? Welche Besonderheiten der Stromerzeugung und -nutzung in Deutschland gibt es? Im Vortrag wird jene Kernfrage unserer Stromversorgung untersucht, die allen technisch besser informierten Zeitgenossen den Schlaf raubt: Wie weit können die bisherigen, mit Kohle und Gas betriebenen Grundlastkraftwerke durch die neuen Methoden ersetzt werden?
SchlieĂlich wird die Frage erörtert, ob das komplette Umkrempeln unserer ehemals bestens funktionierenden Stromwirtschaft, das rĂŒcksichtslos gegen die ĂŒberlebenswichtige energieintensive Industrie durchgezogen wird, ĂŒberhaupt noch vernĂŒnftig ist und das Prinzip der VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit einhĂ€lt.
(Wiederholung vom 9. November 2025) -
In der deutschen Gesellschaft nimmt das Auto eine Schlüsselstellung ein. Es hat den größten Anteil an der Verkehrsleistung, die Autoindustrie ist der wirtschaftliche Leitsektor; und zudem hat das Auto neben seinem enormen Gebrauchs- auch einen hohen Kultur- und Prestigewert. Der Aufstieg des Automobils sowohl im Personen- wie im Güterverkehr wird ermöglicht durch technische Erfindungen und flankiert von gesetzgeberischen Regulierungen, kontroversen Diskussionen und politischen Entscheidungen, die aktuell im Zeichen des „Klimawandels“ getroffen werden.
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Vor 75 Jahren erschien Ernst JĂŒngers Essay âDer Waldgangâ. Die kleine Schrift zĂ€hlt zu den wichtigsten Werken des Autors, sie wird bis heute diskutiert und im Zeitalter der Sozialen Medien als reicher Zitatenschatz ausgebeutet. AuĂerdem ist der Essay eine literaturhistorische, biographische und mentalitĂ€tsgeschichtliche Fundgrube. Besitzt der Gang in den Wald darĂŒber hinaus aber auch eine aktuelle politische Relevanz? Eignen sich die JĂŒngers Erkenntnisse sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, um die VerhĂ€ltnisse und ZustĂ€nde der Jetztzeit zu analysieren? Diesen Fragen geht der deutsch-iranische Publizist Parviz Amoghli in seinem Radioessay nach.
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1784 definierte Immanuel Kant die AufklĂ€rung als âden Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten UnmĂŒndigkeitâ. Liest man heute diesen Text, dann muss man feststellen, dass dieser nichts von seiner AktualitĂ€t eingebĂŒĂt, sondern noch eher an AktualitĂ€t gewonnen hat. Denn wir leben in einer Zeit massiver RĂŒckschritte in Bezug auf AufklĂ€rung im Sinne von MĂŒndigkeit als Selbstbestimmung ĂŒber das eigene Leben. Wieso hat sich die AufklĂ€rung nicht durchgesetzt?
In der AufklĂ€rungsphilosophie im 18. Jahrhundert selbst sind Elemente angelegt, die spĂ€ter dazu fĂŒhren, dass die AufklĂ€rung scheitert. Diese Elemente sollen hier herausgearbeitet werden, um das Ziel der AufklĂ€rung zu erreichen, nĂ€mlich eine Gesellschaft mĂŒndiger Menschen, die in freiwilligen Interaktionen selbst ĂŒber ihr Leben bestimmen, statt ihre Lebensbahnen durch staatliche Bevormundung lenken zu lassen und dadurch entmĂŒndigt zu werden. Deshalb ist dieser Vortrag ein PlĂ€doyer fĂŒr eine neue AufklĂ€rung. -
Physikprofessor Gerd Ganteför setzt seine Vorlesung ĂŒber das Wesen der Zeit und ihre sonderbaren Eigenschaften fort. In diesem zweiten Teil geht es um die Verlangsamung der Zeit in Gravitationsfeldern und bei hoher Geschwindigkeit, wie es die RelativitĂ€tstheorie beschreibt. Aus der RelativitĂ€tstheorie folgt auch, dass die Zeit die vierte Komponente der Raumzeit ist. Sie ist mit dem Raum zusammen im Urknall entstanden. Es gibt einige Experimente wie das Doppelspalt-Experiment und die Quantenteleportation, die darauf hinweisen, dass unsere Wirklichkeit in eine höhere Ebene der Wirklichkeit eingebettet ist, die zeitlos ist.
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Es gibt psychische PhĂ€nomene, die jedem als Erlebnisinhalte wohlvertraut sind, ĂŒber die aber nur selten genauer nachgedacht wird. Zu ihnen gehören Stimmungen. Stimmungen gibt es in zwei Grundformen: als Befindlichkeiten des Einzelmenschen und als AtmosphĂ€ren Ă€uĂerer Wirklichkeiten, von Orten, Jahreszeiten, kĂŒnstlerischen Artefakten beispielsweise. Drei Aspekte stehen bei der Analyse der ersten Grundform im Vordergrund: Unterschiede zu ânormalenâ Emotionen; soziologische Auswirkungen von Stimmungen; ihre Beeinflussungschancen durch den Einzelnen. Wie aber sind AtmosphĂ€ren deutbar? Warum werden sie von ganz unterschiedlichen Menschen Ă€hnlich wahrgenommen?
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Jede Gesellschaft bringt eine herrschende Elite hervor. Aber je nach gesellschaftlicher Formation und historischer Situation gestalten sich die Elitenrekrutierung, die Elitenherrschaft und die Elitendiskussion sehr unterschiedlich. In der Umbruchsituation nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen die Eliten anders als in der DDR und der frĂŒhen Bundesrepublik. Um die Jahrtausendwende hat sich das neue PhĂ€nomen einer âglobalen Eliteâ ausgebildet, deren AnmaĂung einer kuratischen Deutungshoheit ĂŒber âdas Volkâ zunehmend auf Widerstand stöĂt. Der Autor Peter J. Brenner war von 1991 bis 2009 Professor fĂŒr Neuere deutsche Literaturgeschichte an der UniversitĂ€t zu Köln und anschlieĂend bis 2019 an der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen beschĂ€ftigt.
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Noch nie in der Geschichte ist es bisher vorgekommen, dass Gesellschaften beschlossen hĂ€tten, ein bereits erreichtes höheres technisches Niveau zu verlassen und zu primitiveren, weniger effektiven und teureren ĂŒberzugehen. Horst-Joachim LĂŒdecke zeigt auf, dass genau dies in unserer Gegenwart geschieht. Die Stromerzeugung durch WindrĂ€der ist ein RĂŒckschritt ins energetische Mittelalter. Sie ignoriert physikalische Gesetze, fĂŒhrt zu horrenden Stromkosten, zu Natur- und Landschaftszerstörung und zu stĂ€ndiger Blackout-Gefahr. Auch wenn in WindrĂ€der modernste Technik eingebaut ist, Ă€ndert das nichts an diesen Tatsachen. WindrĂ€der konnten nur dank hoher Subventionen und planwirtschaftlicher Vorgaben eingefĂŒhrt werden â auf Kosten der Steuerzahler und Stromverbraucher.
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Von der Kriegswirtschaft ĂŒber den Kriegssozialismus zur Errichtung des totalitĂ€ren Staates: Unter dem Eindruck des Ersten und im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges erkannte der liberale österreichische Ăkonom Ludwig von Mises die Entwicklung von der kriegsbegrĂŒndeten Planwirtschaft hin zur politischen Diktatur. Dieser Ăbergang von der Kriegswirtschaft als temporĂ€rer Ausnahmeform zur dauerhaften Lenkungswirtschaft und zum totalitĂ€ren Staat ist kein Betriebsunfall, sondern die logische Folge einer politischen Denkweise, die Sicherheit ĂŒber Freiheit, Kontrolle ĂŒber Marktprozesse und Planung ĂŒber SpontaneitĂ€t stellt, wie Antony Mueller in seiner Kritik von Kriegswirtschaft und Totalitarismus ausfĂŒhrt.
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Der Vorwurf der âDekadenzâ begleitet die menschliche Geschichte seit der Antike. Schon die Griechen klagten ĂŒber moralischen Verfall, römische Autoren warnten vor Luxus und Selbstzufriedenheit, und auch heute scheint die Diagnose wieder allgegenwĂ€rtig. Doch was steckt hinter dem Begriff der Dekadenz? Beschreibt er tatsĂ€chliche Entwicklungen, oder ist er vielmehr ein wiederkehrendes Deutungsmuster, das wir in allen möglichen Gesellschaften finden können? Der Vortrag zeichnet die Ideengeschichte der Dekadenz nach â von der Antike bis in die Gegenwart â und stellt die Frage, warum es eine allgemeine Neigung gibt, sich und seine eigene Zeit im stetigen Niedergang zu sehen.
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Der Ăkonom und Philosoph Roland Baader war einer der bedeutendsten freiheitlichen, liberal-konservativen Denker der deutschen Nachkriegsgeschichte. In seinen BĂŒchern warnte er unermĂŒdlich vor den Allmachtsbestrebungen des Staates und der EntmĂŒndigung des BĂŒrgers. Er analysierte die Mechanismen, durch die demokratische Wahlen zum Instrument der Machtsicherung und Machtkonzentration werden. Er zeigte auf, wie das Geldmonopol den Wohlfahrtstaat nĂ€hrt und so zur AbhĂ€ngigkeit immer gröĂerer Gruppen vom Staat fĂŒhrt. Am Ende finden zwar noch Wahlen statt, aber ohne ein demokratisches Ergebnis. Der ĂŒberbordende Sozialstaat geht in den Staatssozialismus ĂŒber â ganz ohne sozialistische Revolution.
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In den rund drei VormĂ€rz-Jahrzehnten vor 1848 wurde das VerhĂ€ltnis von Kunst und Politik neu justiert. Dem selbstbewussten Auftreten der politischen Schriftsteller und der Entstehung des literarischen Marktes stehen obrigkeitsstaatliche Zensur und ein ausgedehntes Spitzelwesen gegenĂŒber. Viele der kulturpolitischen Konstellationen der Gegenwart sind hier vorgeprĂ€gt. Die WidersprĂŒche der Epoche brechen sich in der Person Heinrich Heines. Bei den Zeitgenossen war er umstritten, er hat programmatische Kontroversen ausgelöst, aber sein Werk hat die Zeiten ĂŒberdauert.
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Demokratie unterscheidet sich von anderen Staatsformen durch den Prozess der Legitimation der Träger von Herrschaft und durch die Grenzen, die der Ausübung von Herrschaft gesetzt sind. Demokratie beruht darauf, dass jeder Mensch als Person mit unveräußerlichen Rechten anerkannt wird. Aber gerade dadurch, dass die Demokratie im Wesentlichen im friedlichen Wechsel der Herrschenden besteht, setzt sie eine Entwicklung zum Wohlfahrts- und Kriegsstaat in Gang: Die Herrschenden versuchen, ihre Wiederwahl abzusichern, indem sie möglichst viele der Beherrschten von sich abhängig machen. Soll diese Entwicklung aufgehalten und die Demokratie erhalten bleiben, braucht es mündige Bürger, die erzwingen können, dass Politiker – ebenso wie sie selbst – die Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidungen tragen.
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Was im deutschen Sprachraum gemeinhin als katholische Kirche gilt, ist in einem erbärmlichen, in mancherlei Hinsicht sogar skandalösen Zustand. In seinem Vortrag bittet der Theologe David Berger die Hörer trotz alledem, diese schmerzlichen Erfahrungen beiseitezulegen und zu fragen, was die Kirche von ihrer Grundidee her ist, was ihr Wesen ausmacht. Die Kirche sollte nicht aufgrund ihres gegenwärtigen institutionellen Zustands, sondern nach ihrem spirituellen Kern beurteilt werden, nach der Definition, wie sie im Neuen Testament steht: als „mystischer Leib Christi“. Der Apostel Paulus beschreibt die Gemeinde als einen Leib, dessen Glieder die Gläubigen, dessen Haupt Christus ist. In diesem Sinne sprach Joseph Ratzinger davon, dass wir keine „menschlichere Kirche“ brauchten, „sondern eine göttlichere“.
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Wir leben in der Zeit wie der Fisch im Wasser, die Zeit trägt uns mit sich fort, ob wir wollen oder nicht. Was ist sie aber, ist sie überhaupt real? Man könnte denken, sie sei etwas, das Menschen erfunden haben, um die Dinge zu ordnen. Doch das ist nicht so. Denn die Zeit ist von Anfang an untrennbar mit dem Universum verbunden. Physiker sprechen vom vierdimensionalen Raum, vom Raum-Zeit-Kontinuum. Gesetze der Physik geben der Zeit eine Richtung und bestimmen auch, wie schnell sie vergeht. Ist also die Zukunft vorbestimmt? Was ist ewig im Universum, und wird die Zeit zusammen mit ihm enden? Die Physik kann heute viele der Fragen über die Zeit beantworten, aber bei weitem nicht alle.
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Wer politisch aktiv sein will, muss vor allem eines tun: reden. Die Wirkung politischen Redens reicht von den „großen Reden“, welche den Gang der Weltgeschichte beeinflussten, bis zu solchen Reden, die – wie man zu sagen pflegt – „nichts als Worte“ sind. Die Vorlesung behandelt zunächst die „Macht der Sprache“ im politischen Wettbewerb und dann, im zweiten Teil, die „Sprache der Macht“, also die sprachliche Herrschaft, die ein bestimmtes politisches System ausübt und als verbindliche Sprachregelung („Sprachregime“) durchsetzt. Abschließend wird anhand von zwei Redebeispielen, dem Flüchtlings- und dem Deutschen-Diskurs, aktuell gezeigt, dass auch in Deutschland für gewisse Themen heute ein politisches Sprachregime besteht.
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Der „demografische Wandel“ ist eine Parole von großer politischer Durchschlagkraft; zuletzt diente sie der Rechtfertigung der Migrationspolitik. Der Begriff bezeichnet Änderungen in der Bevölkerungsstruktur mit ihren Folgen für die sozialen, ökonomischen, politischen und auch kulturellen Lebensformen einer Gesellschaft. Seit dem 17. Jahrhundert versucht man, diese Prozesse statistisch zu erfassen und zu beeinflussen. Immer geht es dabei um Ausübung von Macht, und oft genug haben sich Bevölkerungsstatistiker in den Dienst dieser Macht gestellt.
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Im Vortrag werden zunĂ€chst die zentralen Dimensionen des kaum reparabel erscheinenden politisch-gesellschaftlichen Krisensyndroms bestimmt, das sich in âwestlichenâ LĂ€ndern entfaltet hat. Dessen wichtigste Folge ist ein rasanter LegitimitĂ€tsverlust des politischen Systems in der Bevölkerung. Was meint die Kategorie des LegitimitĂ€tsverlustes grundsĂ€tzlich, und welches sind ihre dominanten gegenwĂ€rtigen Einzelaspekte? Es gibt ernstzunehmende Gesellschaftsbeobachter, die bĂŒrgerkriegsĂ€hnliche Gewalt im Gefolge dieses LegitimitĂ€tsverlustes prognostizieren. Wie werden solche Prognosen begrĂŒndet?
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