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  • Die Kunst, Urteile zu erklären – Im Gespräch mit Şirin Özfirat, Marc Petit und Jürgen Renz darüber, wie man Urteile kommuniziert

    Wie erklärt man ein Urteil, das viele Menschen emotional kaum nachvollziehen können? Und was passiert, wenn gerichtliche Entscheidungen nicht nur juristisch bewertet, sondern in Öffentlichkeit, Politik und sozialen Medien zum Gegenstand massiver Empörung werden?

    Ausgangspunkt dieser Folge ist das Urteil des Landgerichts Saarbrücken im Fall des in Völklingen getöteten Polizeioberkommissars Simon Bohr. Der Fall löste bundesweit Bestürzung aus. Nach der Urteilsverkündung kam es zu teils heftigen Reaktionen, Kritik am Gericht und massiven Drohungen gegen die zuständige Richterin.

    Hostin Prof. Dr. Liane Wörner spricht mit Jürgen Renz, Dr. Marc Petit und Dr. Şirin Özfirat darüber, wie Gerichte Urteile kommunizieren können und sollten, welche Rolle Medien, Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz dabei spielen und wo die Grenzen öffentlicher Kritik verlaufen. Es geht um Verständlichkeit, Vertrauen in den Rechtsstaat, die besondere Belastung emotional aufgeladener Strafverfahren und die Frage, wie Justiz in Zeiten sozialer Medien sichtbar bleiben kann, ohne sich dem Druck der Öffentlichkeit zu unterwerfen.

    Zu Gast:
    Jürgen Renz, Polizeidirektor und Prodekan der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg
    Dr. Marc Petit, Landesverfassungsrichter des Schleswig-Holsteinischen Landesverfassungsgerichts und Vorsitzender Richter am Landgericht Lübeck
    Dr. Şirin Özfirat, Oberstaatsanwältin und Mitglied des Vorstands des saarländischen Richterbundes

    Weiterführende Links:

    Der Fall:

    Dr. Maximilian Amos: Die Angst vor dem tanzenden Richter. beck-aktuell, 17.01.2025Barbara Spitzer: Urteil im Fall des getöteten Polizisten, SR Info, 07.04.2026Moritz Bletzinger: Polizist erschossen, Täter freigesprochen: Urteil entfacht Empörung, Frankfurter Rundschau, 11.04.2026Timo Steppat: Getöteter Polizist in Völklingen, FAZ, 08.04.2026 Presseerklärung des saarländischen Richterbundes zur Debatte um das Urteil im Prozess um die Tötung des Polizeibeamten Simon B.

    Öffentlichkeitsarbeit in der Justiz:

    Marc Petit, Notwendigkeit und Zulässigkeit justizieller Öffentlichkeitsarbeit in Sozialen Medien, NJW 2024, 2666-2771Lübecker Pilotprojekt, Bericht vom 05.02.2026

    Lesehinweis:

    Unrecht durch Rechtsprechung - Die Entscheidungen des NS-Sondergerichts bei dem Landgericht Saarbrücken in den Jahren 1936 bis 1945 - Band 2: 1943-1946 von Şirin Özfirat und Peter Strobel

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    Susanne Beck

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    Charlotte Schmitt-Leonardy

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    Nomos Verlag

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    ZEIT BUCERIUS STIFTUNG

  • Beschreibung:

    Was darf man heute noch sagen – und wer entscheidet eigentlich darüber?

    In dieser Folge von recht:zeitig spricht Charlotte Schmitt-Leonardy mit dem Journalisten, Juristen und Autor Ronen Steinke über die Meinungsfreiheit in Deutschland. Ausgangspunkt ist sein Buch „Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen“. Darin beschreibt Steinke eine Entwicklung, die juristisch wie gesellschaftlich brisant ist: Die Grenzen des Sagbaren verschieben sich nicht nur durch gesellschaftliche Empörung, digitale Debattenkultur oder politische Polarisierung. Auch das zunehmend verschärfte Strafrecht verengt die Grenzen des Sagbaren.

    Im Gespräch geht es um die Frage, ob der erlaubte Korridor für Meinungen in Deutschland in den letzten Jahren tatsächlich oder rechtlich deutlich enger geworden ist, als es einer offenen demokratischen Streitkultur guttut. Konkret werden Fragen thematisiert wie z.B.: Wann wird aus einer zugespitzten, verletzenden oder provozierenden Äußerung eine strafbare Aussage? Welche Rolle spielen Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte bei der Bestimmung dessen, was noch erlaubt ist? Und was bedeutet es für eine Demokratie, wenn Konflikte über Sprache immer häufiger rechtlich, ordnungsbehördlich oder strafrechtlich bearbeitet werden?

    Links zu den Büchern, die Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy im Interview erwähnt :

    Jonathan Haidt / Greg Lukianoff: The Coddling of the American Mind (2019)

    https://www.genialokal.de/Produkt/Jonathan-Haidt-Greg-Lukianoff/The-Coddling-of-the-American-Mind_lid_38911682.html

    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Coddling_of_the_American_Mind

    https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9780141986302/Haidt-Jonathan/The-Coddling-of-the-American-Mind

    Loretta Ross: Calling In: How to Start Making Change with Those You'd Rather Cancel (2025)

    https://www.goodreads.com/en/book/show/214152325-calling-in

    https://catalog.library.nashville.org/Record/CARL0001059192?searchId=327703070&recordIndex=8&page=1

    https://www.simonandschuster.com/books/Calling-In/Loretta-J-Ross/9781982190798

    Cass Sunstein: Campus Free Speech (2024)

    https://books.google.com/books/about/Campus_Free_Speech.html?id=nGHU0AEACAAJ

    https://www.hup.harvard.edu/file/feeds/PDF/9780674298781_sample.pdf

    https://hope.econ.duke.edu/campus-free-speech

    Jeremy Waldron: The Harm in Hate Speech (2012)

    https://books.google.com/books/about/The_Harm_in_Hate_Speech.html?id=ucbmEAAAQBAJ

    https://archive.org/details/harminhatespeech0000wald

    https://www.jstor.org/stable/24572517

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  • In der Auftaktfolge von recht:zeitig kommen alle Hostinnen erstmals gemeinsam zusammen: in Hamburg, im Podcaststudio der Bucerius Law School.

    Bevor es in den regulären Folgen um Recht, Gesellschaft, Politik und die großen Kontroversen unserer Zeit geht, steht zunächst das Kennenlernen im Mittelpunkt. Die Hostinnen stellen sich vor, erzählen, was sie an recht:zeitig reizt, welche Perspektiven sie in den Podcast einbringen wollen und geben dabei auch persönliche Einblicke.

    Direkt zu Beginn sprechen sie darüber, was sie an vielen Debatten unserer Zeit stört: dass diese oft schnell, erbarmungslos und weit entfernt von ruhigem Denken, genauer Analyse und wissenschaftlichem Argumentieren geführt werden. recht:zeitig will dem etwas entgegensetzen. Wie das gelingen kann und welche Idee hinter dem Podcast steht, verraten die Hostinnen in dieser Folge.

    Außerdem geht es um Fragen wie: Was war ihr größtes Scheitern? Welche Bücher, Filme oder Serien würden sie allen unbedingt empfehlen? Und welche Gäste würden sie besonders gerne einmal in den Podcast einladen?

    Diese Folge ist damit ein Auftakt, ein Blick hinter die Kulissen und eine Einladung an alle Hörerinnen und Hörer, recht:zeitig von Anfang an zu begleiten.

    Die erste reguläre Folge erscheint am 11. Juni. Zu Gast ist Ronen Steinke, promovierter Jurist, Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt und Leitender Redakteur im Politikressort der Süddeutschen Zeitung.

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  • Der Debatten-Podcast über Recht in bewegten Zeiten.

    In einer polarisierten Gesellschaft brauchen rechtliche Fragen mehr als schnelle Antworten. recht:zeitig greift aktuelle Kontroversen auf, ordnet sie juristisch ein und diskutiert ihre gesellschaftliche Tragweite. Im Mittelpunkt stehen die großen Fragen unserer Zeit: Rechtsstaat, Demokratie, Verfassungsrecht, Strafrecht, Kriminalpolitik, Migration, Digitalisierung, Meinungsfreiheit, soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Transformation.

    Führende Stimmen aus Wissenschaft, Praxis, Justiz, Politik und Medien diskutieren aktuelle Entwicklungen, kontroverse Themen und grundsätzliche Herausforderungen des Rechtssystems. Jede Folge verbindet wissenschaftliche Expertise mit gesellschaftlicher Einordnung: in klugen Gesprächen, mit unterschiedlichen Perspektiven und mit juristischem Tiefgang, der aktuelle Debatten verständlich und präzise ausleuchtet.

    recht:zeitig richtet sich an Juristinnen und Juristen, Studierende, Medienschaffende sowie an alle, die Rechtspolitik, Demokratie und gesellschaftliche Debatten besser verstehen wollen und hinter die Schlagzeilen schauen möchten.

    Moderiert und gestaltet vom Team recht:zeitig: Susanne Beck, Stefanie Bock, Charlotte Schmitt-Leonardy, Georgia Stefanopoulou, Dana-Sophia Valentiner und Liane Wörner.

    Der Podcast wird produziert durch den Nomos Verlag und gefördert von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.

    Neue Folgen erscheinen regelmäßig auf Spotify, Apple Podcasts und allen gängigen Podcast-Plattformen.

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