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  • Auf einmal stand sein Traum in Flammen. Eine Wohlfühloase hatte der Zürcher Christian Drescher aus dem Berggasthof Fronalpstock in den Glarner Alpen machen wollen. Und das durfte auch etwas kosten. Doch am 9. November 2019 brannte das Gasthaus oberhalb von Mollis vollständig nieder.

    Der Berggasthof Fronalpstock auf 1300 Meter über Meer, von den Einheimischen liebevoll Stockhus genannt, vermittelte zu seinen besten Zeiten typisch schweizerische Bergromantik: im Winter voll mit Schulklassen, im Sommer mit Ausflugs- oder Hochzeitsgästen. Altersbedingt – und weil das Wirten hier oben auch nicht leichter wurde – verkauften die langjährigen Besitzer Fränzi und Bruno Reich 2018 das Stockhus für knapp 800'000 Franken an den Zürcher Christian Drescher. Dieser ist Berufsfischer auf dem Walensee, spielt Golf und führt gleichzeitig als gelernter Sporttherapeut das Wellness- und Therapiezentrum im Strandbad Uto-Quai an der Zürcher Seepromenade. In Glarus hat er das Image eines bunten Vogels. Aus dem Glarner Stockhus will er ein Eventlokal mit Wellnessbereich machen. Das Gasthaus wird jeweils an Gruppen vermietet. Drescher investiert nach dem Einzug viel Geld ins Interieur – in Antiquitäten zum Beispiel, von einem ehemaligen Sklavenschiff. Seine Schmuck- und Diamantensammlung lagert er ebenfalls hier.

    Doch kaum ist das neue Dach fast aufgerichtet, sind die neuen Fenster bestellt und Hunderte von Weinflaschen im Keller, kommt Anfang November 2019 das Feuer. Zum Löschen setzt die Feuerwehr auch Helikopter ein. Dennoch bleiben vom Stockhus fast nur Ruinen, Schutt und Asche übrig. In dieser Nacht ist Drescher selbst im Zürcher Uto-Quai. Zu Schaden kommt niemand. Die Polizei sperrt den Unglücksort ab. Die schwierige Suche nach der Brandursache beginnt.

    «Traurig», sagten viele; «Brandstiftung», riefen andere. In den sozialen Medien und an manchen Stammtischen ist die Rede vom «Warm-Sanieren». «Blödsinn von Neidern», kontert Drescher und verweist auf die Untersuchungsberichte, die auf eine unbekannte technische Brandursache hindeuten. Reporter Christof Franzen hat Christian Drescher ein halbes Jahr lang begleitet – von der Zeit des bösen Erwachens bis hin zur Planung eines ambitionierten Neubaus. Drescher hofft, dass die Versicherungen für den grossen Schaden zahlen werden.

  • Ein grosses Projekt wollte Walter Roderer unbedingt noch umsetzen in seinem Leben: den Kinofilm über die Liebe eines alten Schauspielers zu einer jungen Frau. Das Drehbuch schrieb er selber, und die Handlung war zu einem grossen Teil autobiographisch: Roderer war in dritter Ehe mit einer 60 Jahre jüngeren Frau, seiner Grossnichte, verheiratet.

    Filmautor Hanspeter Bäni hat Walter Roderer seit dem Herbst 2011 mit der Kamera begleitet. Bäni wollte unter anderem die Entstehung des geplanten Kinofilmes «Der grosse Narr» dokumentieren. Die Hauptrolle wollte der 91jährige Roderer darin gleich selber übernehmen. Durch die Schwierigkeit, einen Produzenten zu finden, verzögerte sich jedoch der Drehbeginn. Kurz vor seinem Tod sorgte er sich darüber, ob seine Energie in zwei Jahren noch ausreiche, um in einem Film mitzuwirken - die Zeit laufe ihm davon.

    Das sehr persönliche Porträt über den beliebten Volksschauspieler, der sich selber als Melancholiker bezeichnete, ist in den letzten Monaten und Wochen vor seinem Tod entstanden.

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  • Die 26-jährige Luana Montanaro leidet an Multipler Sklerose: Fussballspielen musste sie aufgeben – doch als grösster Fan des FC Thun schöpft sie beim Mitfiebern an den Spielen und im Kontakt zur Mannschaft Kraft und Lebensmut. In «Reporter» spricht die junge Frau über ihre Wünsche und Ängste.

    Zum Zeitpunkt der Diagnose «Multiple Sklerose» im November 2010 war Luana Montanaro 18 Jahre alt und sportlich erfolgreich: Sie spielte Fussball beim Zweitligisten FC Spiez; im Tennis war sie in ihrer Alterskategorie die Nummer zwei des Schweizer Nationalkaders. Psychologin hätte sie werden wollen, anderen Menschen helfen. Doch sie war gezwungen, die Fachmittelschule 2012 – kurz vor Abschluss – abzubrechen.

    Heute besucht Luana Fussballspiele nur noch als Zuschauerin, ist der wohl grösste Fan und das «Maskottchen» des FC Thun: «Während des Spiels kann ich meine Schmerzen vergessen», strahlt sie. Die chronische Nervenerkrankung verläuft bei ihr hochaktiv; Reha-Aufenthalte prägen ihren Alltag. Freunde haben sich von ihr abgewendet, weil sie nicht umgehen können mit ihrer fortschreitenden Krankheit: Erblinden des linken Auges, Lähmungserscheinungen an den Beinen, starke Schmerzen. Auf das einzige Medikament, das helfen könnte, ist sie allergisch. Doch Aufgeben ist für die junge Frau keine Option: «Ich will weiterhin am Leben teilhaben, auch wenn Vieles immer schwieriger wird und sich mein Zustand stetig verschlechtert!»

    Reporter Reto Vetterli hat Luana Montanaro ein Jahr lang mit der Kamera begleitet: im Alltag und in der Fussballarena, bei ihren Hochs und Tiefs – getreu ihrem Lebensmotto: «Siebenmal Umfallen – achtmal Aufstehen». Eine Stammzellentherapie ist ihre letzte Hoffnung.

  • Rolf Horst Seiler versteckte sich 40 Jahre lang im Wald. So wollte er sich dem Zugriff der Behörden entziehen. Seiler gehört zu den 60'000 Opfern von «administrativen Zwangsmassnahmen». Deren Grundrechte wurden in der Schweiz im 20. Jahrhundert systematisch verletzt.

    Es war Anfang der 1960er-Jahre; Rolf Horst Seiler war kaum volljährig, als sein jahrzehntelanger Leidensweg begann. Er galt als arbeitsscheuer Tunichtgut, der entmündigt und umerzogen gehörte. Um sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen, sah er nur einen Ausweg: Er versteckte sich im Wald. Lange Ruhe hatte er allerdings nie. Teilweise wurde er administrativ versorgt. Man wollte versuchen, aus ihm ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu machen. Teilweise landete er hinter Gittern, weil er delinquent war. Meist ging es um Vagabundismus oder Zechprellerei. Wenn er es im Winter nicht mehr aushielt im Wald, quartierte er sich in einem Gasthof ein und konnte nicht bezahlen.

    Mindestens 60’000 Menschen wurden im 20. Jahrhundert in der Schweiz Opfer von behördlicher Willkür. Unter dem Titel «administrative Versorgung» wurden die Grundrechte von Betroffenen jahrzehntelang systematisch verletzt. Die Politik wehrte sich lange gegen eine ernsthafte historische Aufarbeitung und wies eine finanzielle Wiedergutmachung weit von sich. Das änderte sich unter Simonetta Sommaruga als Vorsteherin des EJPD. Die Politik war unter Druck geraten, weil der Unternehmer Guido Fluri über 100'000 Unterschriften für eine Initiative gesammelt hatte, die Wiedergutmachung forderte. Die Schweiz entschuldigte sich offiziell und sprach einen Solidaritätsbeitrag von 25'000 Franken pro Opfer. Damit endete ein jahrzehntelanger Kampf – oder besser: Er hätte enden sollen.

    Rolf Horst Seiler ist weit davon entfernt, mit seiner Vergangenheit abzuschliessen. Er besitzt schon ganze Berge von Akten und fordert immer mehr an. Er will alles darüber wissen, was ihm angetan wurde – und von wem. Reporter Simon Christen berichtet über die tragische Geschichte eines Menschen, von dem man heute weiss: Er wäre kein Fall für Zwangsmassnahmen gewesen, sondern für die IV. Ein Gutachten hat inzwischen festgestellt, dass er infolge einer schweren Hirnhautentzündung im Kindesalter sein Leben lang weitgehend erwerbsunfähig gewesen ist.

  • Marco Caimi will mit seiner Männerpraxis in Basel die Schnittstelle zwischen Hausarzt, Urologe und Psychiater sein. «Reporter» rund ums Thema «Ganz Mann sein».

    Auf die Idee, eine Männerpraxis zu gründen, kam Marco Caimi im Zuge der Finanzkrise: Immer häufiger brachen Manager in seiner Praxis in Tränen aus. Caimi fragte nach und hörte dabei Geschichten von verunsicherten Männern, denen nicht nur der gestiegene Druck am Arbeitsplatz, sondern auch starre Rollenklischees sowie die Anforderungen und Erwartungen ihrer Frauen zusetzte.

    Doch es sind nicht nur Männer, die die «Männerpraxis» aufsuchen: Marco Caimi hat eine Ausbildung in Psychiatrie und bietet auch für Paare Gesprächstherapien an. Er begleitet Scheidungsprozesse, coacht bei der Suche nach Lösungen, wenn Drittpartner im Spiel sind, oder unterstützt ganz einfach die Beziehungspflege in Langzeitbeziehungen. «Unsere Beziehung ist uns wichtig – wir wollen den Moment nicht verpassen, in dem einer von uns beiden abdriftet, weil es ihm zu langweilig geworden ist», sagt Sylvia Eichenberger, die sich mit ihrem Mann Christian regelmässig für Beziehungscoachings mit Marco Caimi trifft. Sie fühle sich als Frau beim Männerarzt gut aufgehoben und verstanden, erklärt Sylvia Eichenberger Reporterin Helen Arnet.

    Im Empfangsbereich der Männerpraxis sitzt Caimis dritte Ehefrau, Daniela Bürgin. Zusammen zu leben und zusammen zu arbeiten gehe gut, wenn die Zuständigkeiten klar definiert seien, sagen die beiden. «Er ist kein Macho», meint Daniela Bürgin über ihren Mann, befragt zu dessen Auftritt im «Club» des Schweizer Fernsehens im Januar 2019. Dort gerieten sich Caimi und Psychologe Markus Theunert zum Thema «Oh Mann! Männlichkeit in der Krise?» in die Haare. «Typisch mein Vater!», meint dazu Caimis Sohn Philipp. Er trete dezidiert für seine Meinung ein und verteidige diese vehement, sei aber nie nachtragend. Seine eigene Männlichkeit umschreibt Caimi so: «Wenn ein Mann weiss, was er will, zum Wohle aller.»

  • Stillstand in den Strassen der Stadt, die vor der Coronakrise nie schlief. New York ist mit mehr als 18'000 Toten das Epizentrum der Pandemie in den USA. «Reporter» zeigt eine Stadt, die nicht wiederzuerkennen ist.

    «Wenn ich's dort schaffe, weisst du, dann schaffe ich's so ziemlich überall. Auf geht's, zieh'n wir's durch. New York, New York…» Seit 1979 ist das von Frank Sinatra gesungene Lied eine Art Hymne für New York geworden. Die Weltmetropole pflegt ihren Ruf als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Träume. Die Coronakrise hat nun alles verändert. Seit dem Anfang der Pandemie ist die Stadt, von der es heisst, sie schlafe niemals, in eine Art Schockstarre verfallen und scheint ihre Seele verloren zu haben.

    «Reporter» geht auf eine surreale Reise durch die leeren Strassen von New York. Der Zürcher Musikproduzent Oliver Stumm öffnet die Tür zum geschlossenen Café Select, seinem ikonischen Schweizer Restaurant in Soho, wo er Stars wie Scarlett Johansson und Michael Stipe von REM empfing. «Reporter» geht in ein berühmtes Labor mit der Bernerin Eliane Brechbühl, die an der Forschung gegen die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus mitarbeitet. Wir treffen zudem die Zürcher Sängerin Sue Mathys für eine überraschende «One-Woman-Show» auf dem leeren Times Square. Und wir folgen David Nkusi, einem in Vevey geborenen Fahrradkurier.

    Die Geschichten und Szenen, die Reporter Jean-Cosme Delaloye eingefangen hat, erzählen von einer Stadt, die gesichtslos und leblos wirkt, seit sie das Epizentrum der Corona-Pandemie geworden ist. Aber wie immer in New York lebt die Hoffnung auf ein Comeback. Wie Frank Sinatra in «New York, New York» sang: «Die Kleinstadt-Depression verflüchtigt sich. Ich fang noch mal ganz von vorn an. Im guten, alten New York.» Genau das wollen die New Yorker sobald wie möglich tun.

  • Als Krisenchef des Kantons Graubünden zieht er im Hintergrund der Pandemie die Fäden. Für Martin Bühler eine grosse Herausforderung – sowohl beruflich als auch privat. «Reporter» über einen Mann im Ausnahmezustand.

    Seit Mitte Februar ist Martin Bühler pausenlos im Einsatz. Aufgrund der Coronakrise ist der Chef des Kantonalen Führungsstabs Graubünden gefordert wie nie zuvor. Zwar können die Bündner auf einen detailreichen Pandemieplan zurückgreifen, doch der massive Ernstfall zwingt den Krisenchef laufend dazu, bestehende Strukturen zu überdenken und neue Massnahmen zu ergreifen.Dabei stösst er nicht selten auf Vorbehalte und Widerstand aus den verschiedensten Gremien. Um gemeinsame Lösungen zu finden, trifft er sich mit Spitaldirektorinnen, Grenzwächtern, Gemeindepräsidentinnen und Departementssekretären. Dabei sind Bühlers Fähigkeiten als Kommunikator und Mediator gefragt. Der kräfteraubende Einsatz kostet ihn viel Energie.Gerne würde er sich daheim bei seiner Frau und den beiden Töchtern erholen, doch das ist zurzeit nicht möglich. Der 44-Jährige zog in das Zimmer einer Zivilschutzanlage, um bei einer allfälligen Ansteckung das Virus nicht in seine Familie hineinzutragen. Tatsächlich infiziert mit dem Coronavirus hat sich kurz darauf einer seiner Mitarbeiter. Die Reportage von Hanspeter Bäni wirft einen seltenen Blick hinter die Kulisse von Entscheidungsträgern im Zusammenhang mit der Coronakrise.

  • Es herrscht Ausnahmezustand, doch der Alltag geht weiter – irgendwie. Chaotisch, eingeschränkt, zuweilen verwirrlich. «Reporter» zeigt die Videotagebücher unterschiedlicher Menschen in Zeiten von Corona.

    Die Szenen, die Sandra Kissling mit ihrem Smartphone einfängt, dürften sich momentan so oder ähnlich in vielen Schweizer Haushalten abspielen: Das Familienleben steht Kopf, während sich der Wäscheberg türmt und das Geschäftstelefon auch daheim pausenlos klingelt. Mutter und Vater wechseln sich ab; zwischen Homeschooling mit den Kindern und der Arbeit in ihrem Lebensmittelladen, der aufgrund der Krise neu auch einen Lieferdienst anbietet.

    Die Videotagebücher zeigen weder Geschichten von der Corona-Front, noch die harte Realität. Es sind Geschichten des Alltäglichen, das nur noch ansatzweise funktioniert: Bestatter Beni Hochuli richtet nur noch Beerdigungen für maximal fünf Trauernde aus. Urologe Daniel Eberli muss aufgrund der Corona-Verordnungen Operationen mancher seiner Krebspatienten verschieben. Die werdenden Eltern Simone und Michael Barmettler hoffen, dass das Virus ihre Geburtspläne nicht durchkreuzt. Für Camilla Jenny und Louis Bakker bedeutet die sich ausbreitende Pandemie das jähe Ende ihrer Reise. Und Krimi-Autor Sunil Mann, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, berichtet aus der Quarantäne.

    Vanessa Nikisch gibt in ihrer Reportage Einblick in surreal wirkende Leben. Leben in Unsicherheit und auf Distanz. «Die Grosseltern nur noch durchs Fenster zu sehen, macht die Kinder und mich traurig», sagt Sandra Kissling in die Handykamera, während sie ihren Eltern Lebensmittel vor die Tür stellt. Der Stillstand der Schweiz bedeutet für die Kisslings mehr Einsatz denn je. «Wir wünschen uns die Normalität zurück, und zwar bald.»

  • Der internationale Flugverkehr ist wegen der Coronakrise innert kürzester Zeit zusammengebrochen. Tausende Schweizerinnen und Schweizer sind im Ausland gestrandet. «Schweizer, kommt heim!», rief der Bundesrat. Und viele antworteten: «Wir würden ja gerne, aber wie?»

    Karin Hartmann ist auf einer Kreuzfahrt. Gute zwei Wochen soll die Reise dauern. Zuerst ein paar Tage in Buenos Aires, dann Richtung Süden nach Patagonien. Anschliessend nach Norden – und schon bald wieder zurück in die Schweiz. Doch dann kommt die Coronakrise. Über Nacht werden die Häfen in Südamerika geschlossen. Nach fast einem Monat ist sie immer noch auf offener See – Ausgang ungewiss.

    Peter Mauderli will schöne Ferien in Sri Lanka verbringen. Plötzlich ist er praktisch allein in seinem Hotel. Fast alle Touristen sind über Nacht abgereist. Zudem herrscht nun Ausgangssperre.

    Nataliya Wehrle und Tolga Cenker geniessen gerade ihre Bali-Ferien, als ihnen klar wird, dass sich die Situation dramatisch verändert. Sie wollen nur noch zurück in die Schweiz.

    Und SRF-Filmer Jan Fitze dreht in Neuseeland. Seine Hotelbuchungen werden innert Stunden annulliert. Ob er noch einen Mietwagen bekommt, ist unklar. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Er will es zu seiner Schwester schaffen, die einen Kiwi geheiratet hat und nach Neuseeland ausgewandert ist.

    «Kommen Sie in die Schweiz zurück!» Der Aufruf von Aussenminister Ignazio Cassis war unmissverständlich. Schweizer Touristen und Geschäftsreisende, die im Ausland unterwegs sind, sollen wegen der Coronakrise heimreisen. Die Epidemie sei weltweit auf dem Vormarsch, immer mehr Flugverbindungen würden eingestellt. Schweizerinnen und Schweizern auf Reisen drohe damit, auf unbestimmte Zeit im Ausland zu stranden. Zudem solle man die Gesundheitssysteme anderer Länder nicht belasten, mahnte EDA-Chef Cassis. In Regionen mit unzureichender Gesundheitsversorgung komme hinzu, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu einem unberechenbaren Risiko für die Reisenden selbst werden könnte.

    Reporter Simon Christen berichtet über Menschen, die von der Dynamik dieser historischen Ereignisse auf dem falschen Fuss erwischt wurden. «Wir hoffen zunächst, dass wir sie in ihren eigenständigen Bemühungen unterstützen können», hiess es zu Beginn vom EDA. Im Klartext: Jede und jeder soll seine Heimreise selbst organisieren. Deutschland plante derweil die grösste Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Bis zu 50 Millionen Euro wollte Aussenminister Heiko Maas sofort bereitstellen, um Chartermaschinen zu mieten und Bürgerinnen und Bürger nach Deutschland zurückzubringen. «Gemäss Auslandschweizergesetz gibt es kein Anrecht auf eine organisierte Ausreise aus einem Krisengebiet oder einer Krisensituation», hielt das EDA indes fest – als ob es primär um juristische Kategorien gehen würde. Inzwischen hat aber auch die Schweiz angefangen, Repatriierungsflüge zu organisieren.