Bölümler
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Es sei Frauen heute peinlich, wenn sie einen festen Freund haben – man
schäme sich dafür und zeige ihn lieber nicht. Das jedenfalls behauptete
vor einiger Zeit ein Artikel in der US-amerikanischen »Vogue«. Auf
TikTok trenden Begriffe wie »boyfriendsober«, und immer mehr weibliche
Stimmen melden sich in der Öffentlichkeit, die sich ganz grundsätzlich
fragen: Können wir überhaupt noch mit Männern zusammenleben? Brauchen,
ja wollen wir das heute noch: mit einem Mann das Leben, die Wohnung, das
Bett teilen? Wo aus Sicht von Feministinnen doch so viele Gründe gegen
die heterosexuelle Beziehung sprechen, von Gender-Pay-Gap bis zu
Skandalen wie Pelicot und Fernandes? Wer »nein« antwortet, der bekennt
sich zum Heterofatalismus. So heißt das neue Schlagwort, das gerade im
Netz und in der Presse diskutiert wird.
Auch im Feuilletonpodcast »Die sogenannte Gegenwart« fragen Nina Pauer
und Lars Weisbrod: Wie steht es um die Zukunft der Heterosexualität?
Wird sie bald abgeschafft – und die Romantik gleich mit? Oder bleibt sie
uns, allem Pessimismus zum Trotz, doch noch eine Weile erhalten?
Das Hauptthema beginnt in dieser Folge bei Minute 18.
SHOWNOTES
Text aus der »Vogue«: »Is Having a Boyfriend Embarrassing Now?«
Text aus dem »Süddeutsche Magazin« von Nele Sophie Karsten: »Wie soll
ich einen Mann lieben?«
Text aus der »Welt« von Julian Theilen: »Herrischer Feminismus: Warum
ich Frauen nicht mehr brauche«
Der Essay von Asa Seresin aus dem Jahr 2019: »On Heteropessimism«
Julia Werthmanns Text im Magazin »Jacobin«: »Entromantisierung ist keine
Emanzipation«
Das ZEIT-Interview mit der Philosophin Sally Haslanger: »Der Begriff
›Frau‹ sollte mehr als bloß eine Bedeutung haben«
Das Zitat von Amia Srinivasan stammt aus ihrem Buch »The Right to Sex«.
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Wie sollen wir noch ein gutes Leben führen, wenn wir von unseren
digitalen Endgeräten abhängig sind? Ist ein kluger Denker auch ein guter
Vater? Ist die Digitalisierung wirklich unser Unglück? Und wie kann man
noch unterscheiden zwischen Wahrheit und Fiktion? Um diese großen Fragen
– und noch einige mehr – geht es dem Dichter und Schriftsteller Ben
Lerner in seinem neuen, knapp 160 Seiten dünnen Roman »Transkription«.
Da besucht ein Mann mittleren Alters seinen hochbetagten Professor und
Mentor in einer Universitätsstadt an der amerikanischen Ostküste, einen
berühmten Filmemacher und Kultintellektuellen. Mit ihm möchte er noch
einmal ein letztes großes Interview führen. Leider ist ihm im Hotel sein
iPhone ins Waschbecken gefallen und kaputtgegangen. So steht er da ohne
Aufnahmegerät (was er verschweigt, weil es ihm peinlich ist) und muss
die Gedanken und Geistesblitze des Orakels im Nachhinein aus dem
Gedächtnis rekonstruieren. Ist das schon eine Verfälschung der
Wirklichkeit, oder gibt es ohnehin gar keine Echtheit?
Ijoma Mangold und Lars Weisbrod haben das Buch gelesen und diskutieren
in der neuen Folge von »Die sogenannte Gegenwart«: Ist »Transkription«
echte Avantgarde-Literatur? Oder bloß die Simulation von kritischer
Weltbeobachtung für Feuilletonisten?
Shownotes
Ben Lerner: »Transkription«. Roman. Übersetzt von Nikolaus Stingl.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026. 160 Seiten, 24 Euro
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Eksik bölüm mü var?
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Begleiten statt Kontrollieren, Verständnis statt Autorität,
Co-Regulieren statt Bestrafen – Millennial-Eltern wollten mit ihren
Kindern alles anders machen. Und sie haben ihren hohen
Erziehungsanspruch auch lang durchgehalten – auch, wenn sie dabei oft an
ihre Grenzen und manchmal darüber hinaus gingen. Denn dem Ideal des
Gentle Parenting treu zu sein, bindungsorientiert und sanft zu erziehen,
das ist alles andere als leicht.
Nun regt sich ausgerechnet bei den Eltern dieser Generation ein neuer
Wunsch nach Strenge. Warum? Ist die einfühlsame Pädagogik nach hinten
losgegangen, nicht zuletzt, weil sie einfach zu anstrengend ist? Oder
führt die politische Zeitenwende auch zu einer Zeitenwende in
Erziehungsfragen? Und schaffen es heutige Eltern, die ihre Kinder bisher
von Strafen, Time-outs und harten Konsequenzen verschont hatten, die
neue Strenge überhaupt umzusetzen? Darüber sprechen Nina Pauer und Lars
Weisbrod, beide selbst Millennial-Eltern, in der neuen Folge des
Feuilletonpodcasts »Die sogenannte Gegenwart«.
Shownotes:
- Der Aufsatz »Erziehung nach Auschwitz« von Adorno
- Die CDC zu Time-outs
- Der Text von Caroline Rosales
- Der »Guardian« über FAFO
- Der Text von Tillmann Prüfer
- Die Studie zu Gentle Parenting
- Millennial- und Boomer-Mutter-Reel
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Sydney Sweeney räkelt sich für eine Jeans-Werbung, der Spruch dazu ist
doppeldeutig: "Sydney Sweeney has great jeans." Hat die weiße,
normschöne Schauspielerin tolle Jeans? Oder – auf Englisch klingt die
Aussprache zum Verwechseln ähnlich – tolle Gene? Die Werbekampagne
schien ein weiterer Beleg dafür, dass sich in der Welt der Zeichen, der
Kultur, der Symbole etwas verschoben hatte.
Glaubt man der gängigen Erzählung, war linksliberales Gedankengut viele
Jahre lang hegemonial, jedenfalls dort, wo es im weitesten Sinne um
"Kultur" ging, um den Überbau der Gesellschaft. Von den Universitäten
bis zu den Pressestellen der DAX-Unternehmen, von der Popmusik bis zu
den Öffentlich-Rechtlichen, überall gab man sich mehr oder weniger woke.
Und dann? Kam der "vibe shift" – der Begriff steht für den kulturellen
Wandel, der sich spätestens mit Trumps Wiederwahl vollzogen hat. Die
Rechten sind nicht nur zurück an der Macht, sie haben jetzt auch die
kulturelle Deutungshoheit.
In der neuen Folge von "Die sogenannte Gegenwart" sprechen Ijoma Mangold
und Lars Weisbrod über den schillernden Begriff "vibe shift" und die
Wirklichkeit dahinter: Was macht dieser neue Begriff sichtbar, was
bisher unsichtbar war? Was verschleiert er? Wer hat die kulturelle Macht
– und wie mächtig ist Kultur überhaupt noch? Die Episode ist am 12.
Dezember in Berlin live beim Frohes Festival aufgezeichnet worden. Mit
ihr verabschiedet sich “Die sogenannte Gegenwart” in die Winterpause. Am
12. Januar ist der Podcast zurück.
Weitere Infos zur Folge finden Sie hier.
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Söder oder Haftbefehl? Bundestag oder Hogwarts? Willy-Brandt-Haus oder
KitKatClub? Pop oder Politik? Beim ersten Podcast-Club der ZEIT sind die
Politikjournalistin Yasmine M’Barek und der Feuilletonredakteur Lars
Weisbrod aufeinandergetroffen. In dieser Sonderfolge von "Ehrlich
jetzt?", live aufgenommen am 1. November 2025 in Berlin, quälen die
Moderatorin von "Ehrlich jetzt?" und der Co-Host von "Die sogenannte
Gegenwart" einander mit knallharten Entscheidungsfragen.
Einen Videomitschnitt des Auftritts finden Sie hier.
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Sehnsucht ist eine deutsche Erfindung, im Zeitalter der Romantik kam sie
in die Welt – mit Posthörnern, mondeshellen Nächten und fahrenden
Gesellen, die in die Ferne ziehen. Andererseits ist sie anthropologische
Konstante, ein Gefühl, das den Menschen schon immer begleitet, ihn von
allen anderen Tieren unterscheidet. Der Mensch lebt nicht bloß im Hier
und Jetzt, er hat ein Zeitbewusstsein, er kann sich zurück in die
Vergangenheit sehnen oder auf die Zukunft hoffen. Das Tier hingegen ist,
wie Friedrich Nietzsche es formulierte, "an den Pflock des Augenblicks"
gebunden.
Heute leiden viele Menschen unter dieser Zerrissenheit, eine Frage plagt
uns immer häufiger: Verpassen wir wegen unserer Sehnsucht das Leben im
Jetzt? Zugleich ist Sehnsucht aber auch eine treibende Energie, sie
zeugt davon, dass wir noch hungrig sind, dass wir uns etwas anderes
vorstellen können, dass wir uns noch mehr Welt einverleiben wollen.
Von Joseph von Eichendorff, dem Altmeister der Sehnsuchtsromantik, bis
Eckhart Tolle, dem Lebenshilfeprediger des absoluten Jetzt, von der
Sehnsucht nach dem Meer bis zur nostalgischen Sentimentalität und ihrer
politischen Manifestation – über alle diese Themen sprechen Nina Pauer,
Ijoma Mangold und Lars Weisbrod in der neuen Folge des
Feuilletonpodcasts Die sogenannte Gegenwart.
Sämtliche Folgen des Podcasts finden Sie hier. Das Team erreichen Sie
unter [email protected].
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Pumpen, CrossFit, Cardio – so lauten die Erfolgsformeln all jener, die
einen gestählten Körper haben wollen und dafür ins Fitnessstudio gehen.
Was sagt dieser Ort, in dem Menschen mehrfach die Woche nebeneinander
her an wuchtigen Geräten an ihrer Muskelmasse arbeiten, über unsere
Gegenwart aus? Warum wird der Kraftaufbau, den hier so viele betreiben,
oft als stumpf, neoliberal und egoistisch abgetan? Ist das Fitnessstudio
in Wahrheit nicht der letzte Ort schichtübergreifender sozialer
Vermischung?
Diesen Fragen widmen sich Nina Pauer und Ijoma Mangold in der aktuellen
Folge des ZEIT Feuilletonpodcasts Die sogenannte Gegenwart, in dem sie
die Verschiebung von Körperidealen seit Michelle Obamas Oberarmen bis
hin zu Kollegahs Boss Transformation nachzeichnen und analysieren, was
das Ganze mit der tiefen Sehnsucht nach Feldarbeit zu tun haben könnte.
Weitere Links zur Folge finden Sie hier. Das Team erreichen Sie unter
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Schwere Holztüren, edle Renaissancefenster, Regale voller alter Bücher
und überall strebsame junge Menschen in feinsten Schuluniformen: So oder
so ähnlich muss heute offenbar die Szenerie von Romanhandlungen oder
Streamingserien aussehen, damit sie zum globalen Erfolg werden. Dark
Academia heißt der BookTok-Trend, der das Leben in englischen oder
US-amerikanischen Elitecolleges romantisiert und damit rund um die Welt
junge Menschen begeistert.
In der aktuellen Folge des Feuilletonpodcasts Die sogenannte Gegenwart
widmen sich Nina Pauer und Lars Weisbrod dem Hype anhand der aktuellen
Serie Maxton Hall und der Romantrilogie von Mona Kasten, auf der sie
beruht. Ist der Kult um Oxford eine neue Art, mit dem Klassismus der
Gegenwart fertig zu werden? Sind Universitäten zum Fetisch geworden,
weil sie in der Pandemie so lang geschlossen waren? Liegt alles an Harry
Potter? Oder wieso scheint für viele junge Menschen heute die größte
Erfüllung darin zu liegen, in Oxford schwere Bücher zu wälzen?
Das Team ist erreichbar unter [email protected]
Weitere Links zur Folge:
- Maxton Hall – Die Welt zwischen uns. Amazon Prime.
- Mona Kasten: Save Me. Lyx Verlag, 2018.
- Mona Kasten: Save You. Lyx Verlag, 2018.
- Mona Kasten: Save Us. Lyx Verlag, 2018.
- ZEIT: Jens Balzer über Dark Academia
- ZEIT: Ijoma Mangold über Sally Rooneys Normale Menschen
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Die Bilder aus der Promibar Pony in Kampen auf Sylt haben sich in
Windeseile über die sozialen Netzwerke verbreitet: Die blonde, gut
aussehende jeunesse dorée singt da mit dem Ausdruck bester Laune und
vollkommenen Selbstgenusses auf den Partyhit L'Amour toujours von Gigi
D'Agostino die Zeile "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus". Was
bisher als ein Phänomen des Springerstiefel-Milieus in ostdeutschen
Landscheunen galt, scheint plötzlich dort angekommen, wo das Geld und
die Macht sitzen. Der sprichwörtlich hässliche Deutsche trägt jetzt also
Poloshirt und Kaschmirpullover.
Ist das der Extremismus der Mitte, die seit Kampen aus ihrem Herzen
keine Mördergrube mehr macht? Ist das ein neuer Rechtsruck? Oder ist es
nur das typische Provokationsspiel, weil man sich auf die reflexartigen
Reaktionen bis zum Bundeskanzler und zum Bundespräsidenten hinauf
verlassen kann, wenn man Tabuisiertes aus dem Nazi-Giftschrank holt?
Möglicherweise ist es ja von allem etwas. Jedenfalls ist das Hashtag
Sylt viral gegangen, das Lied geistert in tausend Variationen durchs
Netz, und noch ist nicht abzusehen, wie der Geist wieder zurück in die
Flasche gebracht werden könnte. Grund genug für Lars Weisbrod und Ijoma
Mangold, dieses neue Pop-Phänomen in Die sogenannte Gegenwart unter die
Lupe zu nehmen.
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Noch zwei Wochen, bis "Die sogenannte Gegenwart" aus der Sommerpause
zurück kehrt. Die Zeit bis dahin verkürzen wir mit der bisherigen
Lieblingsfolge von Lars, Ijoma und Nina aus diesem Jahr:
"Wenn ich zwei Wochen lang Urlaub machen könnte in meiner eigenen
Vergangenheit, dann würde ich zurückreisen in den April 1994", sagt der
amerikanische Popkritiker Chuck Klosterman. In seinem neuen Buch "The
Nineties" beschreibt er ein vergangenes Jahrzehnt, in das sich heute
viele von uns zurücksehnen. Bloß weiß der Autor auch: Unser Gedächtnis
spielt uns einen Streich. Die Neunziger waren ganz anders, als wir sie
in Erinnerung haben.
In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts sprechen Nina Pauer und Lars
Weisbrod über Klostermans Buch, über Trashkultur und Eurodance zwischen
dem Fall der Mauer und 9/11, das Leben vor Social Media und die Streits
bei Bärbel Schäfer. Haben die Nachmittagstalkshows der Neunziger unsere
heutige Debattenkultur vorweggenommen? Ist die Fernsehserie "Akte X"
Schuld daran, dass heute alle Verschwörungstheorien nachhängen? Und
warum wurde das Jahrzehnt schon verkultet, als es gerade erst vorüber
war?
In dieser Folge sprechen Nina und Lars über:
- das neue Buch "The Nineties – A Book" von Chuck Klosterman
- sein Essay von 2016 über den einen Rockmusiker, an den man sich auch
noch in Zukunft erinnern wird, aus der "New York Times"
(https://www.nytimes.com/2016/05/29/magazine/which-rock-star-will-historians-of-the-future-remember.html)
- die Serie "Yellowjackets", die in Deutschland bei Sky zu sehen ist
- die Zeitreiseserie "Loki", die man bei Disney+ findet
- das Lied "Die 90er" von Rainald Grebe
(https://www.youtube.com/watch?v=-abczfYw_c4)
- den Song "Eine Hymne auf die 90er" von Jan Böhmermann
(https://www.youtube.com/watch?v=3aSt1J4s_Lk)
- den Song "Mogli" von KC Rebel
(https://www.youtube.com/watch?v=oLss8LiXRR8)
- und den Clip aus der ersten "Viva Interaktiv"-Sendung nach dem 11.
September 2001 (https://www.youtube.com/watch?v=0Bu7fF9jXVY).
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Wir mussten die Sommerpause nochmal ein wenig verlängern. Aber am 20.9.
geht's weiter, versprochen!
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