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Katia Lübbert ist Co-Founderin und CMO von Memovida, einem modernen Bestattungsunternehmen aus Berlin-Prenzlauer Berg. Nach über 20 Jahren Brand Marketing für US-Konzerne wie PayPal und Coca-Cola ist sie Ende 2024 zu Manuel Kaiser gestoßen, der Memovida Anfang 2024 gegründet hatte. Obwohl sie beide keinen Bestatter-Hintergrund haben, betreut Memovida heute rund 100 Familien im Monat an mittlerweile schon 6 Standorten.
Memovida bietet Bestattungen bundesweit zum Festpreis an, transparent und online buchbar – eine Feuerbestattung kostet in Berlin 2.550 Euro inkl. aller Behördengänge. Heute sind sie elf Leute mit sechs Standorten, machen knapp 100 Fälle pro Monat und sind seit September 2025 profitabel - noch mit Ausreißern nach unten, weil Sterbewellen schwer planbar sind.
Wir sprechen über den Quereinstieg aus dem Konzern, das Standortmodell vom Co-Working-Space zum Ladenlokal, SEO + SEA als 99-Prozent-Akquisekanal und warum Standesämter teilweise immer noch ein Fax wollen. -
Katia Lübbert ist Co-Founderin und CMO von Memovida, einem modernen Bestattungsunternehmen aus Berlin-Prenzlauer Berg. Nach über 20 Jahren Brand Marketing für US-Konzerne wie PayPal und Coca-Cola ist sie Ende 2024 zu Manuel Kaiser gestoßen, der Memovida Anfang 2024 ohne Bestatter-Background gegründet hatte.
Memovida bietet Bestattungen bundesweit zum Festpreis an, transparent und online buchbar – eine Feuerbestattung kostet in Berlin 2.150 Euro inkl. aller Behördengänge. Heute sind sie elf Leute mit sechs Standorten, machen knapp 100 Fälle pro Monat und sind seit September 2025 profitabel, mit Ausreißern nach unten, weil Sterbewellen schwer planbar sind.
Wir sprechen über den Quereinstieg aus dem Konzern, das Standortmodell vom Co-Working-Space zum Ladenlokal, SEO als 99-Prozent-Akquisekanal und warum Standesämter teilweise immer noch ein Fax wollen. -
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Christian und Stefan Kirsch sind Brüder – und seit Mai 2025 gemeinsame Gründer der amaiko GmbH, 50/50, beschlossen auf der OMR. Christian führt parallel weiter die Passion4IT aus Viechtach, Stefan kommt aus der Berliner Startup-Szene und hat den harten Cut gemacht.
amaiko ist ein KI-Buddy für den Wissensarbeiter im Mittelstand, tief integriert in Microsoft 365 und Teams – ein fortlaufender Chat, der Kontext behält, Mails sortiert, Aufgaben anlegt und die Tonalität aus den letzten 100 E-Mails übernimmt. 30 Euro pro Seat im Monat, Token inklusive. 200 Anwender heute, 3.000 Seats bis Jahresende sind das Ziel.
Wir sprechen über die Architektur als Agentennetzwerk, das Bruder-Co-Founding, warum sie weder Investoren noch Silicon Valley wollen, wie drei Senior-Entwickler mit Claude Code den Output von früher 20 bis 30 Leuten erreichen – und wie 140 Leads bei der OMR zustande kamen. -
Marc Nilius betreibt mit WP-Wartung24 (Webwisser GmbH) aus Wissen im Westerwald einen der größten unabhängigen Anbieter für WordPress-Wartung im deutschsprachigen Raum. Mit zehn Leuten betreut sein Team rund 800 Websites in der regelmäßigen Wartung – plus 400 weitere, die unregelmäßig bei ihm landen. Was 2015 als Reaktion auf einen üblen Phishing-Hack der eigenen Website begann, wurde durch Mundpropaganda zum tragenden Geschäftsmodell: Updates, Backups, Security-Monitoring, Reparatur gehackter Seiten, alles aus einer Hand.
Im Gespräch erzählt Marc, wie er 2018 mit 50.000 Euro Jahresumsatz seinen Vollzeit-Switch wagte, wieso er die GmbH wegen eines geplatzten Hosting-Deals gründen musste und warum Wartung heute viel mehr bedeutet als nur Update-Buttons klicken. Wir sprechen über sein eigenentwickeltes Monitoring-Plugin auf 800 Sites, den großen Plugin-Skandal vom April 2026 (30+ infizierte Erweiterungen), WordPress 7 mit den neuen KI-Konnektoren – und ein neues Produkt, das Marc hier zum ersten Mal öffentlich andeutet.
Außerdem geht es um einen Erschöpfungsmoment 2019 vor der ersten Einstellung, White-Label-Geschäft mit Hostern und Agenturen, Preise ab 35 Euro pro Monat und Marcs Blick auf die Zukunft von WordPress in einer Welt aus statischen Seiten und KI-Builders. -
Julia Derndinger sitzt in Berlin und arbeitet seit zehn Jahren als Sparringspartnerin für Unternehmer:innen – nach über 20 Jahren als selbst gegründete Mehrfachunternehmerin. Im 1:1-Retainer für 5.000 Euro im Monat begleitet sie bis zu fünf Later-Stage-Gründer:innen mit Umsätzen zwischen 5 und 70 Millionen Euro – same day verfügbar, ohne Vertrag, monatlich kündbar. Ihre Kunden bleiben im Schnitt drei Jahre und länger.
Parallel läuft TeamJulia – ihr Gründerprogramm für 1.000 Euro im Monat, in dem sie mit Programmleiterin Johanna Küster und externen Expert:innen bis zu 20 Unternehmer:innen pro Jahrgang zwölf Monate remote begleitet. 80 Prozent gebootstrappt, 50 Prozent Frauen, ein Strategietag pro Jahr vor Ort in Berlin.
Im Gespräch geht es um Visionäre als Co-Founder, das Spielfeld-Bild für die CEO-Rolle, warum Reflexionsvermögen Unternehmerskill Nummer eins ist und warum die meisten Startups nicht an falschen, sondern an fehlenden Entscheidungen scheitern. -
Carl Hartmann und Tim Raderschad sitzen in Köln und haben am 1. April Mandelbaum als GmbH ausgegründet – eine semantische Suche für Online-Shops, mit der Kundinnen und Kunden in natürlicher Sprache wie mit ChatGPT nach Produkten suchen können. Entstanden ist das Produkt aus der E-Commerce-Agentur Dynabase heraus, deren Gründer heute als Angel-Investoren beteiligt sind. Die Mehrheit liegt bei Carl und Tim.
Technisch läuft alles selbst gehostet in Deutschland auf Kubernetes, mit einem eigenen, auf E-Commerce feingetunten Open-Source-Modell und Qdrant als Vector-Datenbank. Der Wechsel weg von OpenAI brachte bessere, schnellere und günstigere Ergebnisse. Integriert wird per Crawler, Shopify-App oder Produkt-Feed – Zero-Configuration zum Start. Beim Pricing geht Mandelbaum bewusst gegen den Markt: bezahlt wird nur bei Conversion, in festen Tiers ohne Surprise-Bills.
Die ersten Kunden kamen über das Agenturnetzwerk, dann über Messen und eine zufällige Akquise im Run Club bei Ryzon. Flagship-Kunde Foto Leistenschneider bezeichnet die Suche als Wettbewerbsvorteil, den er keinem Konkurrenten weiterempfehlen würde. Im Gespräch geht es außerdem um Customer vs. Complainer aus The Mom Test und den Anspruch, in Europa eine ernstzunehmende KI-Alternative aufzubauen. -
Florian Feilmeier sitzt in Oberösterreich und betreibt mit TRADElube eine Integrationsplattform und PIM-System für E-Commerce – parallel zu einem 12-Stunden-Job als Senior Softwareentwickler. Seine Plattform verbindet drei Warenwirtschaftssysteme mit Shopware, WooCommerce und Shopify. Die größte Nischenstärke: der Fahrradhandel. Aus Zufall reingerutscht, als ein Warenwirtschaftshersteller 2020 mit seiner extern entwickelten Schnittstelle nicht zufrieden war.
Heute bedient Florian rund 60 Kunden mit 4.700 Euro MRR – und hatte die letzten fünf Jahre praktisch kein Marketing-Budget. Die Warenwirtschaftshersteller empfehlen TRADElube direkt weiter, ohne Provisionsvertrag, ohne formale Kooperation. Sein USP: ein durchgehendes Tracing-System, das jeden Datentransfer nachvollziehbar macht – entscheidend, weil Schnittstellenhersteller immer als erste verdächtigt werden, wenn etwas nicht passt.
Der nächste Schritt: neue Branchen über Kaltakquise per Brief. 20 Werkzeughändler pro Woche, handverlesen. Langfristig will Florian entweder einen Mitgründer finden oder den Umsatz so steigern, dass sich eine Festanstellung rechnet. -
Jannik Lindner aus Österreich hat sich vom Affiliate-Marketer zum KI-Produktgründer entwickelt – mit einer ehrlichen Geschichte dazwischen. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Flo und Alex baute er unter der Global Commerce Media GmbH ein Affiliate-Imperium mit sechsstelligen Monatsumsätzen auf. Als der Bereich zu kippen begann, lehnten sie ein Kaufangebot ab und steckten ihr Cashpolster in eine Meeting-Software – die am Ende keine einzige Lizenz verkaufte.
rawshot.ai generiert KI-Produktfotos für Fashion-Brands und Online-Shops – konsistente Models, kein Prompten, skalierbar. Ende Januar gestartet, nach weniger als zwei Monaten rund 100 zahlende Kunden bei über 3.000 registrierten Nutzern. Wachstum läuft ausschließlich über SEO und ChatGPT-Sichtbarkeit, kein Paid Marketing. Preise ab 9 Dollar im Monat.
careertrainer.ai bietet audiobasierte KI-Rollenspiele für Führungskräfte und Vertrieb. Die Plattform wächst heute vor allem über White-Label-Partner aus der Organisationsentwicklung. Janniks Fazit: Solopreneur wollte er werden – und merkte schnell, dass es ihm nicht liegt. -
Dario Digregorio aus Rosenheim entwickelt Flutter-Apps in seiner Freizeit – neben einem 80%-Job als Softwareentwickler bei Next Level Coffee, wo er an der nächsten Generation von Kaffeemaschinen arbeitet.
Seine erste App ist YAWA – Yet Another Weather App. Was sie von anderen Wetter-Apps unterscheidet: keine Features-Liste, keine Datenpräzisionsversprechen – sondern aufwändige Animationen, die Wetterbedingungen sichtbar machen. Wer sieht, dass es stärker regnet, sieht das auch in der Animation.
Seine zweite App Apol (Kurzform für "apolar") ist eine Debattier-App, bei der KI-Personas unterschiedliche Positionen vertreten. Was Dario selbst überrascht hat: Die App wächst organisch, vor allem in Ländern mit aktiver Debattierkultur – China, Russland, Nigeria, Philippinen. 1.000 monatliche Nutzer, ohne bezahltes Marketing. -
Silvano D'Agostino hat Organisationspsychologie studiert – und baut heute KI in den deutschen Mittelstand ein. Als Co-Founder von Kambria begleitet er mittelständische Unternehmen auf dem Weg zur KI-befähigten Organisation. Sein Ausgangspunkt: Transformation ist kein Technologieproblem, sondern ein Menschenproblem.
In dieser Folge reden wir über 150.000 Euro Co-Pilot-Lizenzen, die nach drei Monaten keiner nutzt, über Schattennutzung von KI-Tools in fast jeder Organisation, und über einen Ansatz, der nicht mit Rollouts beginnt, sondern mit Pionieren. Silvano erklärt, wie Kambria in sechs aktiven Monaten 30 Projekte gewonnen hat – bootstrapped und inzwischen profitabel.
Außerdem: Was hinter dem Namen Kambria steckt, warum die eigene Open-Source-Plattform ohne Nutzerlizenzgebühren auskommt, und warum ein Viertel der KI-Projekte am Ende gar keine KI braucht. -
Stephan Lerner entwickelt nebenher die Haushaltsbuch-App monee – manuell, ohne Bankkonto-Sync, bewusst schlank. Was 2022 als persönliches Werkzeug begann, hat heute über 16.000 täglich aktive Nutzer und 250.000 iOS-Downloads.
Der Wendepunkt: Als er die App 2023 auf kostenlos umstellte, explodierte das Wachstum von 40 auf 2.700 täglich aktive Nutzer – ganz ohne bezahltes Marketing. Reddit funktioniert seither als organischer Kanal, solange die App kostenlos bleibt.
Heute steckt Stephan im klassischen Dilemma: Das kostenlose Modell ist sein Wachstumsmotor, erschwert aber die Monetarisierung. Ein Gespräch mit Fynn Kliemann brachte in vielen Punkten Klarheit. Jetzt setzt er vorerst auf Spenden. – und erzählt, wie er das alles mit zwei Kleinkindern und einem 4-Tage-Job stemmt. -
Benjamin Hohlmann hat aus einem Freiwilligendienst in Bolivien und einer NGO-Karriere heraus ein außergewöhnliches Kaffeebusiness aufgebaut: Die Kaffeemacher vereinen heute Cafés, Rösterei, Kaffeeschule und Online-Shop mit rund 50 Mitarbeitenden und knapp 10 Millionen Umsatz.
Das Rückgrat: ein YouTube-Kanal mit 131.000 Abonnenten, 35 Millionen Aufrufen und acht Minuten Watchtime. Die deutsche Tochter macht allein 4 Millionen € Umsatz, entstanden aus zu viel Nachfrage aus dem deutschen Markt, welche aus der Schweiz logistisch schwierig zu bedienen war.
Ben erklärt, warum alle Testmaschinen selbst gekauft werden, wie ein Corona-Home Barista Online Kurs in wenigen Wochen 50.000 Franken einspielte – und was es bedeutet, eine Kaffeeplantage durch staatliche Enteignung zu verlieren. Dazu: Purpose Business ohne Investoren, Employee Ownership und die Frage, wie man als Gründer rechtzeitig loslässt. -
Vanessa Westphal ist Mitgründerin von Choosy – dem meistgenutzten Essensplaner im DACH-Raum. Die App plant die Woche intelligent: personalisierte Rezeptvorschläge, Vorratsverwaltung, smarte Einkaufsliste. Choosy denkt wie ein Restaurant – welche Zutaten lassen sich mehrfach verwenden, was passt zum Budget? Das Ergebnis: bis zu 1.000 Euro Ersparnis pro Jahr für Premium-Nutzer.
Das dreiköpfige Team – remote, zusammengefunden über Y Combinator – startete mit einer halben Million Euro Fremdkapital und VC-Wachstumspfad. Zwei Jahre später lagen sie fast bei null. Ein Tipp von Holger Seim, Gründer und CEO von Blinkist, brachte die Wende: bootstrappen, Premiummodell einführen, Fokus auf das Produkt. Letzten Monat: 250.000 Euro Umsatz.
Warum Free-Nutzer den meisten Supportaufwand verursachen, wie Choosy im Play Store Chefkoch überholt hat – und was mit 6,99 Euro Monatsabo und 139-Euro-Lifetime-Deal Richtung USA geplant ist. -
In Folge 162 spreche ich mit Daniel Schreiber, Softwareentwickler aus Offenbach und Indie-Hacker mit zwei aktiven SaaS-Produkten. Sein Cloud Backup for Podio läuft seit über zehn Jahren stabil bei rund 2.500 Euro MRR – entstanden aus eigenem Bedarf bei seinem früheren Startup Wechselfuchs. Mit 40 zahlenden Kunden und minimalem Aufwand ein zuverlässiger Nebenverdienst.
Sein neuestes Projekt doloc.io ist ein KI-basiertes Übersetzungstool für App-Entwickler, das Sprachdateien kontextbasiert über eine API übersetzt und sich direkt in den Build-Prozess integrieren lässt. Anders als klassische Translation-Plattformen setzt doloc auf Geschwindigkeit statt Komplexität – doch die größte Herausforderung bleibt die Distribution.
Daniel teilt auch offen seine Fails: Vali Pod fand keinen einzigen zahlenden Kunden, Wechselfuchs wurde an Wechselpilot verkauft. Ein ehrliches Gespräch über Nischenprodukte, das Distribution-Problem und seine „Alles kann, nichts muss"-Philosophie als Indie-Hacker. -
In Folge 161 spreche ich mit Sven Feliks, der nach 14 Jahren bei Mercedes die Abfindung genommen hat, um sich voll auf sein Startup visito.me zu konzentrieren – eine All-in-One-SaaS-Plattform für die Gastronomie. Zusammen mit drei Studienkollegen hat er visito aufgebaut: digitale Speisekarte, Reservierungssystem, Bestellungen, Stempelkarten und seit kurzem ein AI Voice Agent – alles ab 69 Euro im Monat.
Die Gründungsgeschichte ist klassisch Bootstrapping: Ein Freitagabend während Corona, ein Anruf an die Jungs, um 3 Uhr morgens stand der erste Prototyp. Samstagfrüh lief Sven durch Stuttgart von Gastro zu Gastro – mit Preisen wie auf dem Basar. Heute hat visito 154 Gastronomen auf der Plattform, davon 35 zahlende Kunden, und sticht teilweise sogar OpenTable aus.
Sven spricht ehrlich über die Herausforderung, als IT-Team Vertrieb und Marketing zu lernen, über seinen selbst organisierten Hackathon mit der Stadt Stuttgart und warum er sich keinen Plan B erlaubt – noch nicht. -
In Folge 160 spreche ich mit Andreas Wittig, der zusammen mit seinem Bruder Michael seit elf Jahren die widdix GmbH betreibt – zu zweit, ohne Angestellte, mit 1.800 Kunden weltweit. Die beiden haben sich auf Produkte rund um AWS spezialisiert und den Sprung vom Consulting zum reinen Produktgeschäft geschafft.
Angefangen hat alles bei einem Fintech-Startup in Stuttgart, das scheiterte. Andreas und Michael machten sich mit ihrem frisch aufgebauten AWS-Know-how selbstständig, schrieben zwei Fachbücher und begannen neben dem Consulting nach der 80/20-Regel eigene Produkte zu entwickeln. Ihr Virenscanner für Amazon S3 – Bucket AV – wuchs langsam, aber stetig und ist heute ihr größtes Produkt mit 60–70 Prozent US-Kunden.
Andreas spricht offen über die Herausforderung, vier Produkte zu zweit zu betreiben, über Pricing-Experimente, die ISO-27001-Zertifizierung für rund 10.000 Euro pro Jahr und warum er nach elf Jahren Selbstständigkeit mit seinem Bruder noch nie ernsthaft Streit hatte. -
In Folge 159 spreche ich mit Alex Schäfer, der mit seinem YouTube-Kanal CarRanger 229.000 Abonnenten erreicht hat und seit Herbst 2025 Vollzeit davon lebt. Der 35-Jährige testet alles, was vier Räder hat – vom 2.000-Euro-Gebrauchten bis zum 200.000-Euro-Neuwagen. Dafür hat er seinen sicheren Konzern-Job nach 16 Jahren aufgegeben.
Alex erzählt offen, wie er neun Monate für die ersten 100 Abonnenten brauchte und warum er sich bewusst gegen Hersteller-Bezahlung entschieden hat – mit Konsequenzen: Von BMW über Mercedes bis Porsche wurde er noch nie zu einem Presseevent eingeladen. Sein Geschäftsmodell basiert auf YouTube-Werbeeinnahmen und ausgewählten Werbepartnern im Verhältnis knapp 50:50.
Spannend sind auch seine Einblicke in die Produktionsrealität: ein Arbeitstag pro Video, zwei bis drei Longform-Videos plus tägliche Shorts, alles als One-Take und zu 99 % alleine produziert. Alex erklärt, warum er bewusst auf Skalierung verzichtet und sein Hobby als „bezahlte Selbstverwirklichung" bezeichnet. -
In Folge 158 von Happy Bootstrapping spreche ich mit Lorenz Strasser, der Pentacode aufgebaut hat – eine HR Workforce Management Software für den Mittelstand. Mit 22 Mitarbeitern verwalten sie 60.000 aktive Mitarbeiter und haben über 15 Millionen Schichten geplant. Die Firma ist kostendeckend, cash-positiv und komplett bootstrapped ohne Investoren.
Lorenz startete 2012, verfestigte die Idee 2017 und benannte später in Pentacode um. Nach zwei Unternehmensgründungen, darunter 13 Gastronomie-Standorte mit 500+ Mitarbeitern, fehlte ihm die passende Software für KMUs. Seine Kaltakquise-Bilanz am Anfang: 1000 Anrufe, 50 Termine, 5 Kunden. Seine klare Haltung: "Wer zahlt, bestimmt die Musik" – deshalb nie externes Kapital.
Lorenz teilt seine drei Erfolgsfaktoren: Zuversicht über einen langen Zeitraum, Resilienz und Frusttoleranz. Sich selbst in Frage stellen, ob die Organisation noch funktioniert, sei entscheidend. Außerdem spricht er über Sport jeden Tag, Cello spielen, 25 Jahre Ehe und dass er heute keine Kaltakquise mehr machen muss. -
In Folge 157 von Happy Bootstrapping spreche ich mit Andreas Krause, der Ende 2021 weinwunder gegründet hat – einen Online-Weinshop mit Weinen, die in Deutschland nicht erhältlich sind. Der Eventmanager betreibt das Ganze als Family Business mit seiner Lebensgefährtin nebenberuflich und macht aktuell bis zu 50.000 Euro Umsatz im Jahr bei 60 Artikeln im Portfolio.
Die Gründung begann in der Pandemie, als Andreas' Eventbranche komplett brach lag. Mit seiner Passion für Wein und der Erkenntnis, dass er nur mit Alleinstellungsmerkmal im Haifischbecken eine Chance hat, startete er mit drei Weinen. Heute hat er Weine aus Spanien, Italien, Deutschland und arbeitet an Frankreich – alles bootstrapped aus Eigenmitteln.
Andreas teilt offen, warum er nach drei Jahren über externe Finanzierung nachdenkt. Sein Ziel: 2026 ausweiten, 2027 profitabel werden. Außerdem spricht er über seine vier Säulen-Strategie und dass Leidenschaft wichtiger ist als schneller Profit. -
In Folge 156 von Happy Bootstrapping spreche ich mit Jannis Johannmeier (JJ) aus Bielefeld, der The Trailblazers aufgebaut hat – eine Kommunikationsagentur für Pioniere und Vordenker. Mit 15 Mitarbeitern (oder „15 plus 5 mit KI“) betreut er 25-30 Partner, darunter Quantum Computing, Drohnen, tradierte Mittelstandsunternehmen & Familienunternehmen oder internationale Konzerne.
JJ startete bei der Bild-Zeitung mit Anfang 20 während der Online-First-Umstellung. Nach zwei Jahren intensivem „Schwanzvergleich“ wurde er aussortiert, aber das Thema Storytelling hatte sich bei ihm eingebrannt. Über die Founders Foundation kam er zum Unternehmertum und gründete 2020 mit Kristof und Jule The Trailblazers. Seine klare Regel war dabei: Niemals eine Einzelgründung und niemals eine Firma, die nach ihm selbst heißt.
JJ kritisiert das „Retten“-Narrativ in Politik und Gesellschaft scharf. „Retten ist das schwächste kommunikative Konzept“, sagt er – Deutschland brauche stattdessen ein positives Narrativ. Seine „Tag eins“-Mentalität fordert die Frage: Was würdest du weiterhin machen, wenn heute Tag eins wäre? Seine Antwort: Hör auf mit allem anderen und mach nur Sachen, auf die du Bock hast. Kommunikation ist für ihn die Basis für jeden Wandel, und dank Technologiesprüngen sei die Welt gerade wie „Kolumbus landet in Amerika“ - Show more