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  • Wie können die Vereinten Nationen und andere Organisationen in Krisengebieten eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden oder sonst irgendwie Schaden anzurichten? Eine zentrale Frage aus Nora Bossongs Roman «Schutzzone». Beantwortet auch von Laurent Goetschel, Direktor von «swisspeace».

    Macht sich schuldig, wer sich zur Linderung schrecklicher Zustände mit Diktatoren oder Warlords verständigen muss? Das ist die zentrale Frage in Nora Bossongs aktuellen Roman «Schutzzone», der die Geschichte einer UNO-Mitarbeiterin erzählt, deren Aufgabe es ist, Licht ins Dunkel hinter dem Genozid in Burundi von 1993 zu bringen.

    Ausgehend von diesem Roman, gehen wir mit dem Politikwissenschaftler Laurent Goetschel («swisspeace») der Frage nach, wie sinnvoll oder gefährlich der Anspruch ist, von «hier aus» Einfluss auf von Krisen betroffene Länder zu nehmen.

    Erstsendung Kontext am 02.10.2019 Weitere Themen:
    - «Schutzzone»
    - Erfolge machen kaum Schlagzeilen

  • Eine Kindheit zwischen Kreuz und Strauss im Bayern der 70er Jahre. Max Bruch, Ein-Hit-Wunder der Klassik. Ehemalige Lagerhallen auf dem Basler Dreispitz werden künstlerisch belebt. Das sind die Themen bei Künste im Gespräch.

    In 50 Jahren hat sich die Gesellschaft deutlich gewandelt. «Wie ich den Sex erfand», der Roman des Münchners Peter Probst, erzählt komisch und charmant von einer fernen, vertrauten Zeit.

    Einen Riesenhit zu haben ist für Musikerinnen und Musiker eine Hypothek: Hinter dem Gassenhauer verschwindet das übrige Werk. So erging es etwa dem Komponisten Max Bruch.

    Der Strukturwandel in der Wirtschaft eröffnet der Kunst neue Räume. Ein Beispiel ist das Basler Zollfreilager. «Freizone Dreispitz» heisst ein Audiowalk durch die allmählich umgenutzte Industrielandschaft. Weitere Themen:
    - Eine bayrische Kindheit
    - Max Bruch – ein klassisches One-Hit-Wonder?
    - Freier Blick auf die Freizone Dreispitz

  • Vor dem 1. Oktober 1920 waren Charlottenburg, Köpenick, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Spandau und Wilmersdorf eigenständige Städte. Dann wurden sie eingemeindet. Buchstäblich über Nacht wurde Berlin zu einer Weltmetropole und zur drittgrössten Stadt der Welt nach London und New York.

    Die Zusammenlegung der Städte und Gemeinden trug der Tatsache Rechnung, dass durch die Industrialisierung auch die umliegenden Gemeinden rasant gewachsen waren. 1800 hatte Berlin 200.000 Einwohner, 1910 schon 2 Millionen. Berlin und sein Umland waren zu einem riesigen Ballungsraum geworden, dessen administrative Zersplitterung ein verwaltungstechnischer Albtraum war.

    Gross-Berlin kam bis heute nicht zur Ruhe: Krieg, politische Teilung der Stadt und Wiedervereinigung prägen seine Geschichte. Angesichts ungebremsten Wachstums stellt sich heute einmal mehr die Frage: wie weiter? Weitere Themen:
    - 100 Jahre Gross-Berlin – Ein Gang durch Stadt und Geschichte
    - Berlin – fit für die nächsten 100 Jahre?

  • Was fasziniert an Berlin? Warum ist es besonders? Welche Geschichte hat es und welche Geschichten sind relevant? Ausgehend von einer neuen, umfassenden Stadtgeschichte und weiteren literarischen Auseinandersetzungen mit der Grossstadt, geht Kontext diesen Fragen nach.

    Das ganze Berlin soll es sein! Von der Stadtgründung bis zum heutigen Tag. Mit seinem monumentalen Werk «Berlin – Biographie einer grossen Stadt» legt der Feuilletonredaktor und Autor Jens Bisky eine Stadtgeschichte vor, wie sie es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Dabei versucht er die Geschichte und das Wesen der Stadt möglichst umfassend darzustellen. Vom Schritt Berlins zur Residenzstadt bis zur Hauptstadt des Kaiserreiches, von den goldenen Zwanzigerjahren bis zur Vernichtung durch die Nazis und den Krieg, von der Teilung der Stadt bis zu ihrem erneuten Zusammenwachsen nach 1989.

    Ähnliches versucht Irina Liebmann auf andere Weise. Auch sie trägt Schicht um Schicht Berliner Stadtgeschichte ab, auch sie interessiert sich für das Wesen und die Geschichten dieser Stadt. Nur hat sie nicht das Ganze im Blick, sondern ihren Bezirk: Mitte. Und dort eine ganz bestimmte Strasse, deren Geheimnis sie seit bald vierzig Jahren zu lüften versucht: Die Grosse Hamburger Strasse.

    Einmal in die Breite, einmal in die Tiefe und dann noch einen weiblichen Blick auf die goldenen Zwanzigerjahre. Das ist Kontext zu Berlin auf SRF2 Kultur.

    Buchhinweise:
    Jens Bisky: Berlin – Biographie einer grossen Stadt. Rowohlt Berlin
    Irina Liebmann: Die Grosse Hamburger Strasse. Schöffling & Co
    Unda Hörner: 1929 – Frauen im Jahr Babylon. Ebersbach & Simon Weitere Themen:
    - Berlin – Biographie einer grossen Stadt
    - Die Grosse Hamburger Strasse
    - 1929 – Frauen im Jahr Babylon

  • Die Skulptur hats schwer. Sie macht es ihren BetrachterInnen nicht gerade einfach und wird darum gerne zielstrebig umgangen. Wer trotzdem stehen bleibt, erfährt Wesentliches am eigenen Leib: den Raum, Körper und sich selbst. Wie und warum? Mehr dazu in Kontext.

    Hans Josephsohn galt als Monolith der Schweizer Kunstszene. Da machte einer sein Ding, auch wenn das lange kaum einen interessierte. Erst spät wurde der 1920 in Königsberg geborene und 2012 in Zürich gestorbene Bildhauer als Künstler gewürdigt.

    Sein Leben und Werk sind Thema für Kontext und zu Josephsohns 100. Geburtstag sind seine grossen und rauen Skulpturen in zwei neuen Ausstellungen zu sehen. Weitere Themen:
    - Menschliche Wesen
    - Gespräch mit einem Wortkargen

  • Die Schweizer Theaterlandschaft hat auch jenseits der urbanen Zentren viel zu bieten. Welchen Herausforderungen begegnen die Theaterschaffenden in Winterthur, Aarau oder Chur? Erwartet das Publikum in ländlichen Gebieten etwas anderes als in den Metropolen?

    Wovon reden wir eigentlich, wenn wir von «Peripherie» und «Provinz» sprechen? Und weshalb haftet diesen Begriffen oft ein etwas abschätziger Ton an? Ein Vorurteil, das sich zumindest mit Blick auf die Theater schnell als falsch herausstellt. Das Schweizer Theater der Peripherie steht vielmehr für Vielfalt und kulturelle Teilhabe.

    Da ist zum Beispiel das «Theater Kanton Zürich»: es bespielt als Wandertheater seit 50 Jahren die Gemeinden des Kantons mit professionellen Schauspielproduktionen. Oder die neu gegründete «Bühne Aarau»: ein Mehrspartenhaus, das vom zeitgenössischen Zirkus über klassischem Theater bis zu lokalen Koproduktionen eine breite Programmpalette anbietet.

    Der Bündner Roman Weishaupt startet derweil seine erste Spielzeit am «Theater Chur» mit der Eigenproduktion «La Müdada», die dem Wandel in einem Engadiner Dorf nachgeht. Wie spiegelt sich das Globale im Lokalen? Weitere Themen:
    - Heute hier, morgen dort: Theater für die Region
    - «Im Vergleich zu den Metropolen arbeiten wir in die Breite»
    - Das Lokale mit dem Universellen verbinden

  • Kompromisslos und eiskalt. So schreibt Szczepan Twardoch, der Star der polnischen Literatur, über die Nazizeit in Warschau, die deutsche Besatzung, das Ghetto und den Aufstand. «Das schwarze Königreich» heisst der neue Roman. Er erzählt darin von Liebe, Verrat und polnischem Antisemitismus.

    Winter 1944 in Warschau. Das Ghetto ist zerstört. Die jüdischen Bewohner sind in die Konzentrationslager abtransportiert worden. Nur da und dort huschen Überlebende – Schatten gleich – durch die Ruinen. Sie trauen sich nur nachts aus ihrem Versteck, auf der Suche nach Nahrung. Eine davon ist Ryfka, die Geliebte des jüdischen Gangsters Saphiro. In der apokalyptischen Trümmerwelt versucht sie sich und ihren Geliebten durchzubringen und scheut auch vor Gewalt nicht zurück. In Rückblenden und am Beispiel einer Familie schildert Twardoch, was sich in Polen während der Nazi-Besatzung abspielt. Im Zentrum steht die Figur aus seinem Bestsellerroman «Der Boxer». Eine Geschichte von Hunger, Kälte, Gewalt und Verrat. Aber auch von Liebe und dem Kampf ums Überleben.

    Weitere Titel in der Sendung: «Es wird wieder Tag» von Minka Pradelski. Auch dieser Roman spielt in der Nazizeit in Polen. Pradelski erzählt die Geschichte einer jungen Jüdin, die den Holocaust knapp überlebt. Sie ist traumatisiert und kann das Erlebte nur verarbeiten, indem sie das Böse zu Papier bringt.

    Von der geheimnisvollen Vergangenheit einer Mutter handelt der dritte Roman, «Das Leben ist ein wilder Garten» des Westschweizer Autors Roland Buti. Auch er führt zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, in ein Grandhotel in den Schweizer Bergen. Es diskutieren Sieglinde Geisel, Julian Schütt und Esther Schneider.

    Gäste: Julian Schütt, Sieglinde Geisel


    Buchhinweise:
    - Szczepan Twardoch. Das schwarze Königreich. Rowohlt Berlin, 2020
    - Minka Pradelski. Es wird wieder Tag. Frankfurter Verlagsanstalt, 2020
    - Roland Buti. Das Leben ist ein wilder Garten. Zsolnay, 2020 Weitere Themen:
    - Das schwarze Königreich von Szczepan Twardoch
    - Es wird wieder Tag von Minka Pradelski
    - Das Leben ist ein wilder Garten von Roland Buti

  • Die Mitte das klingt solide, nach Mässigung und Vernunft. In der Politik ist «Mitte» ein Allerwelts-Zauberwörtchen: Die Mitte-Wählerinnen und -Wähler werden eifrig umworben. Aber «Mitte» ist ein nur unscharf definierter Begriff. «Mitte» will der Mitte auf die Spur kommen.

    Im Gespräch mit dem Soziologen Oliver Nachtwey, mit Beate Küpper, Mitautorin der «Mitte-Studie» der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, die untersucht, wie weit rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen in die Mitte der Gesellschaft eingedrungen sind; und mit Christoph Halbig, Professor für Allgemeine Ethik an der Universität Zürich spürt «Kontext» dem «goldenen Mittelweg» nach, den etwa Aristoteles und Horaz in der Antike für erstrebenswert hielten. Weitere Themen:
    - Die Mitte und ihr Selbstbild
    - Wendet sich die Mitte von der Demokratie ab?
    - Der goldene Mittelweg

  • Klimawandel, Artensterben, Digitalisierung, Corona-Pandemie – viele Menschen erfüllt der Blick in die Zukunft mit Sorge und Angst. Positive Zukunftsvorstellungen haben es schwer. Dabei könnte uns gerade utopisches Träumen dabei helfen, die grossen Herausforderungen der Gegenwart zu meistern.

    Die Zeiten sind vorbei, da die Menschen glaubten, dass es der kommenden Generation dereinst besser gehen wird als der vorherigen. Dies belegen mehrere Studien. Auch unter jungen Menschen ist die Vorstellung weit verbreitet, dass sich die Situation verschlechtert.

    Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Utopien oft die Funktion haben, Gesellschaften im Innern zu einen und auf ein gemeinsames Ziel hin voranzubringen. Welche Utopie brauchen wir? Weitere Themen:
    - Politikerträume in Zeiten des Pessimismus
    - Gesellschaftsutopie konkret
    - Sehnsuchtsort Schlaraffenland

  • Ohne Hierarchie geht gar nichts, sagen die einen. Hierarchie verhindert, sagen die andern: Wir nehmen vier Modelle unter die Lupe und fragen dabei, ob Hierarchie wirklich zur menschlichen Grundausstattung gehört.

    Hierarchie muss sein – sagt man beispielsweise im Militär oder am Operationstisch, wenn's brenzlig wird, schnelle Entscheide gefällt werden müssen und man keine Grundsatzdiskussionen führen kann. Hierarchie ist menschlich, sagten auch lange vor allem die Männer, wenn es darum geht, wer im Geschlechtersystem das Sagen hat. Dabei ist immer jemand oben und ganz viele sind unten: der eine befiehlt, die andern führen aus.

    Dagegen regt sich Widerstand, zunehmend auch in der Arbeitswelt, wo neue Organisationsmodelle flache Hierarchien und neue Führungsstile anstreben. Dass das geht, zeigt sich in sogenannten «akephalen» Gesellschaften: Kulturen, die keine institutionalisierte Herrschaft kennen und trotzdem funktionieren. Weitere Themen:
    - Ein Lob der Hierarchie – wenn's schnell gehen muss
    - Die Arbeitswelt muss anders werden – sagen die «Corporate rebels»
    - Es geht auch ohne Oberhaupt
    - Die Hierarchie der Geschlechter

  • Brillanter Politiker oder Kriegsverbrecher? Kaum ein anderer US-amerikanischer Aussenpolitiker polarisiert so sehr, wie der heute 97-jährige Henry Kissinger. Ob im Vietnamkrieg, in Chile, China oder Nahost – Kissinger prägte die Politik. Und erwarb sich dabei einen zweifelhaften Ruf.

    Felix Münger unterhält sich mit Bernd Greiner, emeritierter Geschichtsprofessor an der Universität Hamburg und Verfasser einer neuen Biografie über Henry Kissinger. Beim Schreiben des Buchs habe sich Kissinger für ihn mehr und mehr als «Scheinriese» erwiesen, sagt Greiner, als lediglich vermeintlicher Titan, der kleiner wird, je näher man ihm kommt.

    Henry Kissinger mischte von 1968 bis 1977 ganz oben mit in der amerikanischen Aussenpolitik. Dabei bereitete er Anfang der 1970er Jahre unter anderem das legendäre Abkommen mit China vor, das zu einer Normalisierung der Beziehungen der USA mit dem kommunistischen Land führte.

    Erfolge wie diese dürfen gemäss Bernd Greiner nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kissinger zweifelsfrei eine grosse Mitverantwortung trug für die grauenvollen Bombardements der Amerikaner in Vietnam mit Hunderttausenden von Toten. Oder etwa auch für den blutigen Militärputsch in Chile 1973.

    Aufgrund breiter Archivrecherchen kommt Bernd Greiner zum Schluss, dass sich Henry Kissinger – allen seinen späteren Bezeugungen zum Trotz - nie um moralische Fragen gekümmert hat. Dafür umso mehr um seinen persönlichen Machtausbau und um die Selbstinszenierung als historische Figur. Opfer seien Kissinger stets «egal» gewesen.

    Buchhinweis:
    Bernd Greiner: Henry Kissinger. Wächter des Imperiums. Eine Biographie. C.H.Beck 2020.

  • Eine neue, feministische Leitung für das Theaterhaus Gessnerallee in Zürich, Robert Franks Gespür, mit Fotografien Geschichten zu erzählen und das Leid ehemaliger zwangsversorgter Heimkinder – das die Themen bei Künste im Gespräch.

    Theater, Fotografie und Dokumentarfilm: Das Theaterhaus Gessnerallee in Zürich bekommt eine neue Leitung: Rabea Grand, Juliane Hahn und Michelle Akanji werden das Haus als Kollektiv führen und wollen das Haus von Grund auf neu denken. Dann berichtet Gerhard Steidl über die Detailverssessenheit des schweizerisch-amerikanischen Fotografen Robert Frank, und wir hören vom Leid ehemaliger zwangsversorgter Heimkinder in der Schweiz. Im Dokumentarfilm «Hexenkinder» von Regisseur Edwin Beeler bekommen sie eine Stimme. Weitere Themen:
    - Eine feministische Theaterkrake
    - Robert Frank: Mit Fotos erzählen
    - Dokumentarfilm «Hexenkinder» von Edwin Beeler

  • Mehr als 200 Kirchen sind in der Schweiz inzwischen umgenutzt: Was braucht es, damit dieser Prozess ein gutes Ende nimmt und die Kirche als ehemaliges Gotteshaus trotz neuer Funktion seine Würde als Kulturdenkmal behält?

    Basel gilt als der am weitesten säkularistiertese Kanton der Schweiz, entsprechend viele Kirchen stehen leer oder sind bereits umgenutzt, eine sogar schon abgerissen worden. Jedesmal stellt sich dabei die Frage: Wie umgehen mit diesen Gebäuden, die auch kirchenferne Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht kalt lassen? Das Spektrum ist breit, wie ein Blick ins Ausland zeigt, wo Kirchen zu Autowerkstätten, Kaufhäuser, Wohnungen umgenutzt wurden. In der Schweiz hält man sich mit solchen Experimenten eher zurück, sucht moderatere Lösungen. Doch einfach sind die nicht, denn jede Umnutzung ist letztendlich ein emotionales, auch gesellschaftspolitisches Ereignis.

    Kontext zeigt anhand der anstehenden Eröffnung der Don-Bosco-Kirche in Basel zum Konzert- und Kulturzentrum auf, wie komplex und einfach zugleich das Abenteuer Umnutzung sein kann.

  • Beton ist König in der Schweiz: Zwischen Genfer- und Bodensee bedeckt ein fast durchgehendes Siedlungsband die Schweiz. Was tun, damit die Zersiedelung nicht weiter geht?

    Besonders von der Zersiedelung betroffen ist der Aargau. Die dortige Architekturgruppe Bibergeil möchte aus der jetzigen Situation das Beste machen und liefert radikale Ideen. Sie will unter anderem die Entwicklung auf die bestehenden Städte konzentrieren und die bestehende Siedlungsfläche begrünen. Doch ist die Schweiz bereit, die Zersiedelung wirklich zu bekämpfen? Dieser Kontext spricht mit Gemeindepräsidenten, Raumplanern und einem Politexperten. Weitere Themen:
    - Lokaltermin bei zwei Gemeindepräsidenten
    - Unterwegs mit der Architekturgruppe Bibergeil
    - Wildaargau: Ideen für die Zukunft
    - Was müsste die Politik nun tun?

  • Der Kulturszene geht das Geld aus, da Veranstaltungen wegen Corona abgesagt bleiben oder nur in kleinerem Rahmen stattfinden. Wann der Kulturbetrieb wieder voll am Laufen sein kann, ist offen. 

    Deshalb soll es auch 2021 Hilfsgelder vom Staat für die Kulturbranche geben – es sind um die hundert Millionen Franken. Doch: Reicht das? Oder werden einige Kulturinstitutionen verschwinden, weil sie sich nicht mehr finanzieren können? Und wie laufen die Vergabeprozesse der Hilfsgelder konkret? Das diskutieren wir mit Sandra Künzi, Präsidentin von t. Theaterschaffende Schweiz, der Verband der Theaterschaffenden, mit Ständerat und Kulturpolitiker Matthias Michel (Zug) und mit Katrin Grögel, Co-Leiterin der Abteilung Kultur von Basel-Stadt.

    Und kommt das Geld auch rechtzeitig da an, wo's dringend benötigt wird?

  • Es ist das erste grosse Filmfestival, das seit dem Pandemieausbruch wieder physisch stattfindet. Was zeichnet diese besondere Ausgabe 2020 aus?

    Dieses Jahr ist alles anders am Lido: Es ist die letzte Ausgabe des künstlerischen Leiters Alberto Barbera, der das Festival in den letzten Jahren wieder richtig gross gemacht hat – und vor allem zu einer Plattform des unabhängigen US-Kinos. Aber: In diesem Jahr sind pandemiebedingt die US-amerikanischen Filme praktisch abwesend. Auch viele andere grosse Namen fehlen. Dafür baut das Festival auf ein sehr diverses Programm. Und hat – nach vielen Jahren mit sehr schwacher Frauenpräsenz – 8 von 18 Filmen von Regisseurinnen im Wettbewerb. Themen für die Gesprächsrunde aus Venedig mit Peter Claus, Anke Leweke, moderiert von Brigitte Häring, in der natürlich auch über Filme gesprochen wird und hypothetische Goldene Löwen verliehen werden.

  • Sie setzen sich mit künstlerischen Mitteln ein für eine gerechtere Welt und gegen Missstände. Die franko-algerische Regisseurin Mounia Medour, die ägyptische Zeichnerin Doaa El-Adl und auch der deutsche Satiriker Jan Böhmermann. Wir treffen die drei in Künste im Gespräch.

    Jan Böhmermann ist Satiriker und passionierter Twitterer. Nun erscheint von ihm ein Twitter-Tagebuch. Lohnen sich seine Tweets in kompakter Form?

    Dann reisen wir nach Algerien. Die Filmemacherin Mounia Medour hat einen Film über die 90er Jahre, die sogenannte «schwarze Dekade», gedreht. In «Papicha» rekonstruiert sie auf der Leinwand ihre Studienjahre im zunehmend oppressiven Algier.

    Und wir treffen die ägyptische Zeichnerin Doaa el Adl, die sich mit spitzer Feder gegen die Misstände in ihrer Heimat wehrt. Weitere Themen:
    - Cartoons über Frauenrechte der ägyptischen Zeichnerin Doaa El-Adl
    - «Papicha» - Modeschau gegen Islamisten
    - Jan Böhmermanns Twitter-Tagebuch erscheint

  • Machtmenschen sind herausragend und eine Herausforderung. Sie können motivieren und mitreissen. Und sie können andere übergehen und Grenzen verletzen. Wie gehen Organisationen mit solchen Leuten um? Und warum tun sich gerade Frauen oft schwer mit ihnen?

    Es gibt sie immer wieder, die Geschichten über mächtig anziehende Männer. Jüngst ging der Fall Gottfried Locher durch die Medien: Der Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz hatte Visionen – und er hatte Liebschaften. Beides kam nicht gut: mehrere Frauen warfen Locher Grenzverletzungen vor. Die Affäre hat ihm und der reformierten Kirche geschadet. Sie zeigt beispielhaft, in welchen Spannungsfeldern sich Organisationen befinden: sie profitieren vom Antrieb charismatischer Führungspersonen – und leiden unter machtbewussten Narzissten.

    Gibt es Strategien im Umgang mit solchen Leuten? Und welche Rolle spielen Frauen, die sich mit solchen Männern einlassen: sind sie Opfer – oder auch Täterinnen? Weitere Themen:
    - Zwischen Charisma und Missbrauch – die Rolle der Organisationen
    - Zwischen Macht und Ohnmacht – die Rolle von Frauen

  • Wie lebt es sich als Mensch mit Behinderung? Auskunft gibt einer, der sich damit auskennt.

    Wer war Simone de Beauvoir jenseits aller Selbststilisierung – neue Dokumente erlauben neue Einblicke.

    Wo liegen die Gründe für Trumps Erfolg? Erklärungen liefert u.a. der soziologische Blick auf die USA. Weitere Themen:
    - Jeder Krüppel ein Superheld. Splitter aus dem Leben der Exklusion
    - Simone de Beauvoir – ein modernes Leben
    - Trump – beobachtet: Eine Struktursuche

  • Überraschend und vielfältig: Das Publikum regt die Themen der zehnteiligen Sommerserie an. Es geht um Familiengeheimnisse, Scheidungskinder und die Generation im mittleren Alter. «Kontext» spricht mit Schweizern im Ausland und Aborigines in Australien und berichtet über Liedermacher und Strickkunst.

    Wie schaffen es die Ureinwohner Australiens, mehr als 50'000 Jahre unter äusserst harten Umweltbedingungen zu überleben? Ohne diese Natur zu zerstören – ohne Kriege – ohne Schrift – ohne festen Wohnsitz? Indem die Mitglieder dieser Kultur ein hochdifferenziertes Wissen pflegten, über eine ausgeklügelte Sozialstruktur verfügten, welche auf einem ebenso ausgeklügelten religiösen System basiert. Doch was heisst das genau?

    Wir sprechen mit Birgit Scheps, einer der ausgewiesensten Kennerinnen der Kultur der australischen Ureinwohner, und Australienkorrespondent Urs Wälterlin trifft Delise Freeman, Chefin einer indigenen Community. Weitere Themen:
    - Traumzeit
    - Echtzeit