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  • JOHANNA ECK, die Namensgeberin der integrierten Sekundarschule in Berlin, ist viel mehr als das. Sie ist Vorbild und absolut identitätsstiftend für vieles, was an der Schule passiert, z.B. für Exkursionen, ein Lesefest, einen Schreib-Blog in Kooperation mit einer Tageszeitung, Tanzprojekte usw..

    In den letzten Jahren gab es turbulente Phasen an der Johann Eck-Schule (JES). Engin Çatik ist es gelungen, wieder für Aufbruchstimmung im Kollegium zu sorgen und einen Schulentwicklungsprozess in Gang zu setzen, an dem möglichst viele aus der Schulgemeinschaft beteiligt sind.

    Die Schule wird als Lebensraum, Begegnungsraum und Beziehungsraum wahrgenommen – die Lehrkraft wird zum Lehrarchitekten bzw. zur Lehrarchitektin.

    Momentan befindet sich die JES in einem Umwandlungsprozess in eine Gemeinschaftsschule. Dafür wird das Schulgebäude saniert und erweitert. Ein Teil der Erweiterung ist das Multifunktionsgebäude. Dazu hier mehr:

    https://www.berliner-woche.de/tempelhof/c-bauen/johanna-eck-schule-wird-zur-gemeinschaftsschule-ausgebaut_a226498

    Wer mehr über die Namensgeberin erfahren möchte, schaut am besten hier vorbei:

    https://johanna-eck-schule.de

    #demokratie #zivilcourage #partizipation #homeschooling #schulentwicklung #profilstunden #klassenrat

  • "Vertrauen ist das A&O für eine gelingende Schule" - wie wahr. Helmut Dreher war 15 Jahre lang Schulleiter des Evangelischen Firstwald Gymnasiums in Mössingen. Die Schule hat 2010 den Deutschen Schulpreis gewonnen, dank seiner "Innovationskraft" und seines "lehrernahem" Führungsstils.

    Helmut Dreher hat viel Verantwortung für die gelungene Schulentwicklung übernommen, aber er hat seinen Mitarbeitern und Abteilungsleitern auch genauso viel davon übertragen. Vertrauen, Leitung auf Augenhöhe, demokratische Entscheidungsprozesse sind für ihn ganz zentrale Begriffe von guter Schule.

    Helmut Dreher ist seit Sommer 2020 im Ruhestand und plant bereits ein Buchprojekt mit dem Titel "Lob des Vertrauens".

    Hier der link zum "Abitur und Gesellenbrief"

    https://www.gymnasium-kusterdingen.de/de/unsere_schule/abitur-gesellenbrief.php

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  • Jens Tiedemann ist seit 7 Jahren Schulleiter der BS 08, einer Beruflichen Schule für Bautechnik in Hamburg Bergedorf.

    Mich hat natürlich interessiert, wie die berufliche Schule mit der aktuellen Schulschließung umgeht und was das für ihre Schüler und Schülerinnen bedeutet. Zu erfahren, dass die Bauwirtschaft wenig unter den Auswirkungen des Lockdowns leidet und sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, hat mich überrascht und gefreut.

    Wir sprechen über verschiedene Projekte, die die BS 08 fest etabliert hat, um überfachliche Kompetenzen zu stärken. Denn das ist die Chance, um die ca. 1000 Schüler und ca. 300 Schülerinnen für die Themen Demokratisierung, Rassismus, Vielfalt, Diskriminierung u.ä. zu sensibilisieren.

    Sehr spannend finde ich auch die Schulpartnerschaft mit einer Beruflichen Schule in Tirana, Albanien https://bs08.de/besuch-der-karl-gega-berufsschule-in-tirana-albanien/

  • Die Kooperative Gesamtschule (KGS) Niederrad ist eine von drei reformpädagogisch arbeitenden Gesamtschulen in Frankfurt/Main.

    Die Gesamtschule wurde 2017 neu gegründet und wächst jedes Jahr um sechs weitere Klassen. Dass das einen ständigen Veränderungsprozess mit sich bringt, wundert nicht. Es verlangt viel von allen ab, von der Schulleitung, aber auch von den Lehrkräften, die sich immer wieder in ihren Teams auf Neues einstellen und einlassen müssen.

    Wie man eine solche Schule leitet, erzählen Eva Seifert (Schulleiterin) und Dietmar Blume (stellv. Schulleiter) in diesem wunderbaren Gespräch. 

    Wir sprechen über das Konzept der kooperativen Gesamtschule (Lernbüros, Projektunterricht, Werkstätten), über Haltung, Partizipation, Beziehung und Beratung und ganz wenig über Corona ;-).

  • Uwe Gehrmann hat, bevor er zur IGS Süd nach Frankfurt Sachsenhausen gewechselt ist, erfolgreich die IGS Nordend geleitet. Er war von Anfang an in der Planungsgruppe der vor vier Jahren neu gegründeten Gesamtschule mit dabei.

    Wir sprechen u.a. über Fachbüros, Projektarbeit, Bausteinentwicklung, Scrum-Prozesse und vieles mehr.

    Hier die erwähnten links:

     https://education-innovation-lab.de

     https://www.scrum.org

     https://cryptpad.fr

  • Alexander Otto ist Schulleiter der neu gegründeten Grace Hopper Gesamtschule in Teltow, Brandenburg.

    Die Schule wird 2022/23 einen Neubau beziehen dürfen, auf den ich jetzt schon ganz neidisch schaue. A. Otto war von Anfang an bei der Planung des Gebäudes dabei und konnte den Bauträger von seinem pädagogischen Konzept überzeugen. Mehr dazu auch hier:

    https://www.tele-task.de/series/1321/ oder http://www.nak-architekten.de/projekte/GST_Teltow/

    Wir sprechen natürlich über das Konzept, das übrigens im absolut lesenswerten Schulprogramm nochmal ausführlich dargestellt ist: http://www.gesamtschule-teltow.de/defaultsite/schulprogramm/ und

    über das spannende KYUB Projekt https://www.youtube.com/watch?v=IgtUjycP5hY

  • Susanna Kock ist seit 2018 Schulleiterin der Liebfrauenschule, eine Grundschule in Frankfurt-Stadtmitte. Vorher war sie Pädagogische Mitarbeiterin für das Lehramt Grundschule an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und davor Konrektorin an der Liebfrauenschule. Zwischendurch hat sie einen Master für Schulmanagement in Kaiserslautern absolviert https://www.zfuw.uni-kl.de/human-resources/schulmanagement

    Wir haben gesprochen über:

    die Musikalische Grundschule (siehe auch https://www.crespo-foundation.de/primacanta/) die bilingualen Deutsch-Spanisch Klassen die intensive und wichtige Elternarbeit das Entwicklungsprogramm der Deutschen Schulakademie http://liebfrauenschule.info/author/susanna-kock/page/2/ und die Zeiten während der Schulschließung https://padlet.com/lhennen/wpmvb8qti3373sqh
  • Bernd Beisse, Lichtdesigner und Unternehmer, ist seit Gründung des Gymnasiums im Jahr 2010 im Schulvorstand. 

    Bernd Beisse erzählt, wie ihn damals ein Vortrag von Gerald Hüther beeindruckt hat und wie die Idee, eine Schule zu gründen, die nach dem Jenaplan unterrichtet, entstanden ist. Eigentlich wollte ich ganz viel über den Jenaplan erfahren, aber das Gespräch nahm eine ganz andere Einwicklung.

    Wie sehr die Schullandschaft sich in den letzten 10 Jahren gewandelt hat, so hat sich auch das Jenaplangymnasium verändert. Nicht ohne Grund spricht Bernd Beisse von einer "Prototypenschmiede". Seine Idee ist es, Module zu entwicklen, die auch von anderen Schulen verwendet werden können. Dazu bringt er IT-Experten, Wissenschaftler und Designer zusammen.

    Inzwischen gibt es drei Module, die sich in einer Pilotphase befinden:

    1. “United-by-language”

    https://www.web-gym-bayern.de/united.htm

    2. „My Project”

    https://www.jenaplangymnasium.de/mint-my-project-digital-in-die-zukunft/

    3. Digitales Pult (education now/connected classroom)

    https://www.youtube.com/watch?v=xfW8c9ZN_5E&list=PLNyQiaRLlD3w_kMrBFNzciD4fVRpfradY

    Hier zum erwähnten online Unterricht während der Schulschließungen

    https://www.web-gym-bayern.de

  • Christian Graf (45) ist seit dem 1. August 2020 der neue Schulleiter der Grund- und Mittelschule Thalmässing. Ich war neugierig, wer die Nachfolge von Ottmar Misoph angetreten hat und habe Christian Graf während meines Herbsturlaubs in Oberfranken besucht. Die Schule wirkt unglaublich entspannt und einladend. So war auch das Gespräch mit Christian Graf, bei dem die Türen immer offen stehen.

    Wir sprechen über den Deutschen Schulpreis, seinen Führungsstil, Handynutzung auf dem Schulhof und den Matheunterricht.

    Hier die weiterführenden links zum Sinus Programm aus Bayern

    https://www.isb.bayern.de/schulartuebergreifendes/faecherspezifische-themen/mint/sinus/

    https://www.isb.bayern.de/schulartspezifisches/materialien/s/sinus-bayern/

    https://www.deltaplus.bayern.de/20-jahre-sinus/sinus-bayern-2007-2011/

  • Im Gespräch mit Mareike Klauenflügel (stv. Schulleiterin) und Dr. Susanne Gölitzer (Schulleiterin) der IGS Kalbach-Riedberg in Frankfurt

    Wir sprechen über 

    das Profil "Sprache und Kommunikation" das Lernen in Fachbüros und Fachintensivs das Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen Verantwortung und Mitbestimmung die wichtige Elternarbeit Schulentwicklung im Dialog unterschiedliche Vorstellungen von Autorität und Bildung Selbstreflexion der SchülerInnen Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus dem Corona-Homeschooling

    Hier der link zum Artikel, der am Ende des Gesprächs erwähnt wird:

    https://www.fr.de/panorama/lernlabor-deutschland-corona-zeigt-was-sich-an-schulen-aendern-muss-13825020.html

  • In Teil 2 spreche ich mit Thomas Ferber über seine Rolle als Schulleiter ("als Schulleiter muss man Visionär sein und delegieren können"), seine hohe Arbeitszufriedenheit und die seines Kollegiums.

    "Wir sehen unseren Bildungsauftrag als IGS mit Inklusion genau da: die Menschen stark zu machen und das Lernen zu ermöglichen". Das und die Umstellung auf das PerLenWerk verlangen viel von dem sehr engagierten Kollegium.

    Ich habe Thomas Ferber u.a. gefragt, wie er es geschafft hat, das Bauamt von seinem Bauvorhaben zu überzeugen (und Wände einreißen zu dürfen!!) und wie er dem Herbst unter Corona Bedingungen entgegensieht.

    Fotos dazu bei @schuldialoge

  • Thomas Ferber ist seit über zehn Jahren Schulleiter der Richtsbergschule in Marburg, eine integrierte Gesamtschule mit 680 SchülerInnen.

    In Teil 1 sind Ausschnitte der Präsentation zu hören, die Thomas Ferber vor einer kleinen Besuchergruppe gehalten hat.

    Es geht dabei natürlich um die Entstehungsgeschichte des PerLenWerks (Personalisiertes Lernen und Werkstätten), aber auch um die Umstrukturierung der Schulleitung, um delegieren können, um Teamstrukturen, um "Macht abgeben", um das 4-K-Modell der OECD, um "pädagogische Geschlossenheit" und um "das, was die Kinder zum Lernen brauchen".

  • Katja Braun ist seit 2017 Schulleiterin der Ecole d’humanité, ein privates Internat in der Schweiz. Die Ecole d’Humanité wurde 1910 von dem Reformpädagogen Paul Geheeb gegründet, orientiert sich an der Wagenschein-Didaktik und den Grundsätzen der TZI (Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn).

    Katja Braun erzählt mit großer Begeisterung von ihrer „Ecole-Familie“ (Wohngruppeneinheit von 6-10 Personen), den verschiedenen Abenteuern und Herausforderungen, die die Schweizer Berge bieten und den ganz unterschiedlichen Lerngelegenheiten und Lernmöglichkeiten des Internats.

    „Werde der du bist/werde die du bist“, der sehr anspruchsvolle Leitsatz von Paul Geheeb prägt das Lernen und Leben an der Ecole. Auch wenn am Vormittag das „akademische Lernen“ im Vordergrund steht, sind die Inhalte des Nachmittags, wie Handarbeit, Hauswirtschaft, Outdooraktivitäten usw. genauso wichtig und sind ganz wesentlich für die Entwicklung der SchülerInnen.

    Ich habe Katja Braun gefragt, was es braucht, damit Lernen gelingt? Die SchülerInnen brauchen das Vertrauen darauf, dass sie als Person zählen und gesehen werden. Es braucht Vertrauen und Freiräume für flexible Tagesgestaltung, ein motiviertes Kollegium, das bereit ist, sich immer wieder in Frage zu stellen. 

    Medienkonsum ist eingeschränkt auf 6 Stunden Smartphone pro Woche. Eine Ausweitung ist angedacht, jedoch: „Wir würden weiterhin gerne Kreatives vor Konsum stellen“.

    Was können andere Schulen von der Ecole d’Humanité lernen?

    Wie wichtig es ist

    - SchülerInnen so viel wie möglich in Entscheidungsprozesse für ihr Lernen einzubeziehen und mit ihnen nach der Sinnhaftigkeit des Lernens zu suchen

    - uns alle als Lernende zu sehen

    - immer wieder vom Jugendlichen aus zu denken

    - auch Lehrpersonen, die keine pädagogische Ausbildung haben, in Schulen zu haben

    - Freiräume zu schaffen und sie auch zu nutzen bzw. auszuschöpfen

  • So beschreibt Micha Pallesche, der seit 2015 Schulleiter der Ernst-Reuter-Schule (ERS) ist, seine Schule, als „total lebendig, immer im Wandel, immer in Veränderung“. 

    Die ERS, eine Gemeinschaftsschule in Karlsruhe mit 320 SchülerInnen und 36 KollegInnen, hat bereits viele Preise und Auszeichnungen erhalten, u.a. für ihre Schülerzeitung, ihr Medienprofil und die Erklärvideos. "Das hilft zu strukturieren und zu evaluieren. Das macht unsere Arbeit sichtbar und hilft uns, mutig neue Projekte anzugehen."

    Wir sprechen über:

    das Kreativhaus „Wunderland“ (ein Gebäude mit 8-10 kleineren Räumen), in dem die future skills des 21. Jahrhunderts abgebildet sind. Dort findet man Orte für kreative Ideen, Kollaboration, Denken und Achtsamkeit die Ideenbörse: ein Büro von SchülerInnen organisiert, in dem Ideen aus der Schulgemeinschaft landen. Im Ideenbüro beraten die SchülerInnen die Ideengeber, vernetzen und nehmen Kontakt auf, bis eine Lösung für die Idee gefunden wird. Das Ideenbüro ist auch für das Wohnquartier offen und hat eine Zweigstelle im Mehrgenerationenhaus im Stadtteil. Hier lernen sie gemeinschaftlich reale und komplexe Probleme zu lösen. das Schulfach L.E.B.E.N.: Die realen Begegnungen sind an der ERS neben allem Digitalen sehr wichtig. „Es geht um eine Haltung und Einstellung und Werte, die man in einer sich ständig verändernden Welt braucht und das ist für mich die beste Berufsvorbereitung überhaupt.“ Digitalisierung, was heißt das eigentlich für die Schulen der Zukunft? Was bedeutet die Kultur der Digitalität? den Roten Salon: ein Ort für partizipative Schulentwicklung. 2-3 x im Jahr treffen sich Eltern, Schüler und Lehrer für 2-3 Stunden, um bestimmte Fragestellungen in einem design thinking Format weiterzudenken. Durch die Partizipation der Schulgemeinschaft sind alle Perspektiven im Boot, es gibt eine tragfähige Basis für die Umsetzung, Mehrheiten werden einfacher gefunden.

    Ein weiteres Interview mit Mischa Pallesche zu 30 Jahre world wide web

    https://www.lmz-bw.de/newsroom/newsroom/themenwochen/themenwochen-30-jahre-www/interview-mit-schulleiter-micha-pallesche-zu-30-jahre-world-wide-web/

    Buchempfehlung zur Kultur der Digitalität

    https://www.suhrkamp.de/buecher/kultur_der_digitalitaet-felix_stalder_12679.html

  • Als ich Ende 2018 einen Tag an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) hospitieren durfte, war ich sehr angetan von dem sehr stimmigen Konzept: Lernbüros, jahrgangsübergreifendes Lernen, Projekt Verantwortung und Projekt Herausforderung in den Jahrgängen 7-10, Pulsare und Lernexpeditionen in den Jahrgängen 11-13.

    Ich wollte wissen, wie eine Schule, die seit Jahren innovativ denkt und lehrt, durch die Zeit der Schulschließungen gekommen ist und habe Caroline Treier, die seit August 2016 Schulleiterin der ESBZ ist, in Berlin besucht.

    Auf der Homepage der Schule wird ausführlich dargestellt, mit welchen Plattformen und tools die ESBZ arbeitet. Der starke Zusammenhalt im Kollegium und die hohe Bereitschaft zum Lernen der neuen Technik im Kollegium, betont Caroline Treier, zeigte sich deutlich bei der Umsetzung des Konzepts für das Lernen in Zeiten der Schulschließung. 

    Ich wollte von Caroline Treier wissen, warum die ESBZ so offen ihre Konzepte darlegt und wie schnell das Kollegium sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise hat einigen können. 

    Ich habe auch erfahren, welche spannenden neuen kreativen Lernformate die Schule in der Pandemie ausprobiert hat und was die nächsten Schritte sind.

    Hier auch eine Aufzeichnung zu den genutzten Lernplattformen der ESBZ http://digitales-lernen.berlin/zweite-mediensprechstunde/

  • Mit Axel Dettmer, dem Schulleiter der Oberschule Berenbostel, spreche ich über ein Konzept, das im August 2020 mit den neuen 5. Klassen starten wird. Vor fünf Jahren wurden zwei Schulformen zusammengeschlossen. Diese Chance hat Axel Dettmer genutzt und seinen beruflichen Traum verwirklicht: die Kerncurricula wurden auf den Kopf gestellt und eine neue Unterrichtsstruktur geschaffen.

    Unter einem Oberthema finden sich die Kompetenzen der Kerncurricula wieder und werden in THEO's = themenorientierter Unterricht zusammengefasst. Hinzukommt eine neue Tages- und Wochenstruktur: Stammgruppen-Planung am Morgen, dann mehrere Theo-Blöcke mit unterschiedlichen Schwerpunkten, der Tagesabschluss wieder in der Stammgruppe. 

    Am Freitag ist Frei-Day, hier bekommen Kinder Freiräume für eigene Fragestellungen wie z.B. "Gibt es ein Leben nach dem Tod?" und tauchen über einen Zeitraum von 4-6 Wochen tief in eine Materie ein. Donnerstags ist Forscherzeit, Barcamps wird es auch noch geben. Dank des bereits etablierten Medienkonzeptes arbeiten alle Kinder mit Padlet auf ihren iPads.

    Zusätzlich zum Zeugnis wird es ein Zertifikat geben, in dem steht, welche "tollen Menschen unsere SchülerInnen sind." „Bildung heißt für mich, dass die Kinder einen guten Platz in der Gesellschaft finden, dass sie resilient sind, d.h. im Herzen sind sie starke und gute Menschen“. 

    Wir sprechen auch über das seit langem eingeführte positive Feedbacksystem, basierend auf dem Konzept „StARK“ = störungsfrei, anerkennend, respektvoll und konsequent", das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Konfliktkultur in Freiburg entwickelt wurde. Wer eine Woche lang pünktlich erscheint, sein vollständiges Arbeitsmaterial dabei hat und eine gute Arbeitshaltung zeigt, sammelt Lobstempel, die zu Ende des Jahres z.B. als Ausflug in einen Freizeitpark eingelöst werden können.

    „Uns ist bewusst: Wir werden Irrwege gehen, wir werden Sackgassen erreichen und wir werden Fehler machen, aber wir tun dies alles voller Hingabe“

  • Interview mit Pantelis Pavlakidis (Schulleiter der Quinoa-Schule) und Ulrike Senff (Geschäftsführerin vom Träger Quinoa Bildung) von der Quinoa-Schule, eine Privatschule in Berlin Wedding, an der kaum ein Kind das Schulgeld selbst zahlt.

    Ich will wissen, was das Geheimnis dieser Schule ist und wie sie es schafft ihre SchülerInnen bis zum Abschluss zu führen.

    In dem Gespräch wird sehr schnell deutlich, dass so „bunt, laut, chaotisch, herzenslieb, impulsiv“ die Schülerschaft auch sein mag, die Lehrkräfte nehmen sich viel Zeit für sie, was auch im Arbeitszeitmodell abgebildet ist. Beziehungsarbeit ist Arbeitszeit und gehört zum Stundendeputat.

    Bemerkenswert ist auch die Anschlussbegleitung, die die Quinoa Schule allen Abgängern nach der 9. bzw. 10. Klasse anbietet. Eine Lehrkraft kümmert sich noch bis zu vier Jahre um ehemalige Quinoa SchülerInnen und hilft ihnen bei der Suche nach Ausbildungsstellen oder Praktika, bei Bewerbungen oder fragt einfach nach, wie es so läuft.

    „Was wir seit der Schulgründung machen ist die Wirkungsmessung: wir wollen mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung schaffen und wir schauen genau hin, ob wir das auch erreichen.“

    Die Arbeit mit digitalen Medien wurde bereits im August 2019 begonnen: zunächst wurde das W-Lan eingerichtet und jeder Schüler/jede Schülerin in Klasse 7 mit einem iPad ausgestattet. Eine Education Technology Coach unterstützt als Expertin die Lehrkräfte und leistet Übersetzungsarbeit bei „Wie arbeitet man eigentlich mit einem iPad im Unterricht? Wie übertrage ich pädagogische Inhalte in einer digitalen Form?“

    Zwei Faktoren sind bei Aufnahme der SchülerInnen wichtig, damit sie auch den Kiez abbilden: ca. 80% nicht-deutsche Herkunft und 75% Familien mit Transferleistung, aber auch der Rest kommt aus prekären Verhältnissen.

    Bei Anmeldung verpflichtet sich jeder Schüler/jede Schülerin, an allen jährlich stattfindenden Klassenfahrten teilzunehmen.

    Für weiterführende Informationen

    https://www.quinoa-bildung.de

  • Michaela Winz war lange an einer Maria Montessori Schule, wechselte 2013 an die 4. Aachener Gesamtschule und wurde dort im Februar 2019 Schulleiterin. Die Gesamtschule hat ca. 750 SchülerInnen und 70 MitarbeiteInnen und wurde 2011 als 4-zügige inklusive Gesamtschule mit gebundenem Ganztag und gymnasialer Oberstufe gegründet.

    „Potentialentfaltungskultur an unserer Schule bedeutet, einen Raum zu schaffen, der allen die Möglichkeit gibt, ihre individuellen Stärken, Fähigkeiten und Schätze zu entdecken, zu entwickeln und zu vermehren. Unsere Schule ist ein Haus, in dem wir diese besondere Haltung hegen und pflegen, leben und weitergeben.“

    In diesen Satz laufe ich quasi hinein bei meinem Besuch bei Michaela Winz. Zu Beginn jedes Schuljahres überdenkt, hinterfragt, bestärkt das Kollegium der 4. Aachener Gesamtschule an einem Pädagogischen Tag diesen Leitsatz und formuliert für sich Haltungsrichtlinien und Ziele für das neue Schuljahr.

    Wir sprechen darüber hinaus ausführlich über einzelne Aspekte des Schulprogramms

    · Lernbüro und Logbuch

    · Werkstatt

    · Projektarbeit

    · Projekt Herausforderung (Jahrgang 9)

    · Projekt Verantwortung (Jahrgang 7)

    · Nachhaltigkeit, Engagement – Fridays for future und global goals https://www.globalgoals.de

    Zum Projekt Herausforderung gibt es einen 7-minütigen Kurzfilm auf der Seite des Deutschen Schulportals (siehe auch Podcastfolge#1 – Miriam Pech von der Heinz-Brandt-Schule in Berlin)

    https://deutsches-schulportal.de/konzepte/das-projekt-herausforderung/

  • Das Gymnasium Alsdorf ist seit über zehn Jahren ein Daltongymnasium. Die Pädagogik wurde von Helen Parkhurst, Maria Montessori Schülerin, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Dalton, Massachusetts entwickelt. Die Pädagogik ist in Deutschland nicht weit verbreitet, dafür aber in den benachbarten Niederlanden. Dort haben sich vor 15 Jahren mein Interviewgast Martin Wüller (stv. SL) und Wilfried Bock (SL) umgesehen und schnell beschlossen, das Gymnasium in der Nähe von Aachen zu reformieren.

    #Daltonpädagogik

    Jedes Kind hat zwei Dalton-Stunden pro Tag. Es wählt selbst mit welcher Lehrkraft und in welchem Raum es arbeiten möchte und mit welchem Inhalt es sich beschäftigen will.

    Die Dalton-Pädagogik basiert auf vier Grundprinzipien: Verantwortung, Selbstständigkeit, Freiheit in Gebundenheit und Zusammenarbeit.

    #Mentoring (ab Minute 26:46)

    Wöchentlich trifft jedes Kind seinen persönlichen Mentor, der nicht unbedingt sein Fachlehrer ist und spricht mit ihm über seine Lernentwicklung, seine individuellen Lernwege, über Hindernisse und Strategien in seiner Schullaufbahn. Als Vorbereitung notieren die Kinder ihre Woche in sogenannten „MyWay-Heften“

    #Gleitzeit (an Minute 48:58)

    In der Oberstufe beginnt der Schultag mit zwei Daltonstunden. Die Oberstufenschüler dürfen selbst entscheiden, ob sie an den Stunden teilnehmen oder die Inhalte individuell zu einer anderen Zeit bearbeiten. Somit kommen sie entweder um 8 oder um 9 Uhr zur Schule.

    Das Daltongymnasium Alsdorf war 2013 Preisträgerin des Deutschen Schulpreises.

    Weiterführende Filme zum Daltongymnasium:

    https://www.daltongymnasium-alsdorf.de/gleitzeit

    https://www.deutscher-schulpreis.de/preistraeger/gymnasium-der-stadt-alsdorf

    Sehenswert ist auch der  7-minütigen Konzeptfilm zum Mentorensystem auf der Seite des Deutschen Schulportals

    https://deutsches-schulportal.de/konzepte/wirksamer-unterricht-bedarf-der-beziehung/

  • Wir sprechen über folgende Themen:

    Europaschule Erasmus+ Programm gebundene Ganztagsschule Arbeitszeitmodell Präsenzpflicht Lerngespräche Rhythmisierung "Wie miteinander"-Tag musikalische Grundschule

    Monika Frickhofen ist Schulleiterin der Blücherschule in Wiesbaden, eine Grundschule mit ca. 410 SchülerInnen und 40 MitarbeiterInnen. Die Blücherschule ist eine der 34 hessischen Europaschulen, die sich verpflichtet haben, ihre SchülerInnen fit für Europa zu machen. Wir sprechen darüber, welche Auflagen man alle fünf Jahre erfüllen muss, um das Zertifikat „Europaschule“ zu erhalten und welchen Benefit die Schule und die Schülerinnen davon haben.

    Zu dem Konzept der Blücherschule gehört auch ein sehr ausgefeiltes Ganztagskonzept mit dem sogenannten Profil 3, was bedeutet, dass es an fünf Tagen Betreuung bzw. Unterricht bis 16 bzw. 17 Uhr gibt. An der Blücherschule variieren nicht nur die Dauer der Unterrichtsstunden, sondern auch die Phasen der Anspannung und Entspannung. Am Mittag gibt es eine besonders lange Mittagspause, die sogenannte „Kinderzeit“. Nach einem hausinternen Arbeitszeitmodell sind alle Lehrkräfte während ihrer kompletten Arbeitszeit an der Schule präsent, was die Teamarbeit und Koordinationsmöglichkeiten ungemein fördert.

    Die Blücherschule hat vor vielen Jahren Lerngespräche eingeführt. Sie finden einmal pro Halbjahr zusammen mit den Eltern statt und sind eine Ergänzung zu den kompetenzorientierten Jahreszeugnissen ohne Noten.

    Ein weiteres Charakteristikum der Blücherschule ist die musikalische Schiene. Viermal im Jahr findet ein „Wir miteinander“-Tag statt, an dem mit allen 400 Kindern zusammen in der Aula gesungen und musiziert wird. An der Blücherschule gibt es ein Streichorchester, eine Musical AG, diverse Angebote zum Erlernen eines Instrumentes, sowohl am Vor- als auch am Nachmittag. Es gibt eigentlich kein Kind, das nicht musiziert.

    Die Blücherschule gehört, wie die GMS Thalmässing und die Hardtschule in Durmersheim aus Folgen #4 und #8 zu den 15 nominierten Schulen für den Deutschen Schulpreis 2020.

    Hier noch ein weiterführender Artikel zum Ganztagsschulkonzept https://www.ganztagsschulen.org/de/38754.php